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Neues Abenteuer

Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

Nach dem Physikum ist es endlich soweit: Die Klinik ruft – das nächste Abenteuer kann beginnen. Und so, wie dich das Buch „Abenteuer Medizinstudium“ durch die vorklinische Ausbildung begleitet hat, soll dir die bald erscheinende Fortsetzung „Abenteuer Klinik“ aus dem MEDI-LEARN-Verlag auch jetzt mit Informationen, Tipps und viel Lesestoff zur Seite stehen.

ZEITUNG

Mehr dazu auf den Seiten 6 und 7

Ausgabe 03 /11 ∙ Mai /Juni 2011 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de ∙ ISSN 1860-8590 ∙ 1,90 €

Weiterbildung in Norwegen Nadeln gegen Allergie Erhebliche Unterschiede zum deutschen Gesundheitssystem

Uni Dresden würdigt eine Pionierin der Akupunktur

Studienplatz per Postkarte

Neugier war der wichtigste Grund für den jungen deutschen Arzt, einen Teil seiner Weiterbildungszeit als „Turnuslege“ in Westnorwegen zu arbeiten. Inzwischen hat er sich dort gut eingelebt und berichtet in einem ausführlichen Interview über seine Erfahrungen im Land der Fjorde.

Seit 25 Jahren behandelt Bettina Hauswald an der Dresdner HNO-Klinik Allergiepatientin erfolgreich mit der alternativen Heil-Methode, darunter viele Künstler wie den weltbekannten Bariton Olaf Bär. Früher hatte der wegen seiner Allergien viele Konzerte absagen müssen.

Wer bei Hochschulstart.de nicht gleich und auch im Nachrückverfahren keinen Erfolg hatte, braucht Geduld – oder Losglück. Denn was längst nicht alle Studienbewerber wissen: Sie können ohne große Formalitäten an der Verlosung frei gebliebener Plätze durch die Unis teilnehmen.

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Bei der Verlosung spielen Abiturnoten keine Rolle

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Wenige wollen nach dem Studium aufs Land Überwiegend kritische Stimmen im MEDI-LEARN Forum zu einem Vorschlag aus dem Bundesgesundheitsministerium von Kare Ahlschwede (Redaktion)

Kaum ein Jungmediziner stellt sich das Leben und Arbeiten als niedergelassener Arzt „auf dem Dorf“ als reine Idylle vor.

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uf den ersten Blick klang es nach einem attraktiven Angebot: Wer sich verpflichtet, nach der Ausbildung ein paar Jahre in Deutschland als Landarzt tätig zu sein, kommt schneller zu seinem Medizin-Studienplatz. Den Vorschlag machte Philipp Rösler, damals amtierender Bundesgesundheitsminister. Mittlerweile ist Rösler für Wirtschaft zuständig, doch seine Idee steht weiter im Raum. Bei der Zielgruppe − Bewerbern mit wartezeitverdächtiger Abiturnote − hält sich die Begeisterung allerdings in Grenzen. Im

MEDI-LEARN Forum sind überwiegend kritische Stimmen zu hören. Kaum ein Abiturient könne doch beurteilen, was so eine Verpflichtung später konkret bedeutet, nämlich eine im Durchschnitt immer ältere Landbevölkerung zu versorgen, wird von den Studenten eingewendet. Und was geschehe denn eigentlich mit denen, die sich zwischendurch dann doch für ein Leben in der Stadt oder im Ausland entscheiden? Ein schon fast sittenwidriges Lockangebot sei das, und letztlich „totaler Blödsinn“, weil ohnehin nicht viele Jungmediziner darauf hereinfallen würden.

Mehr Landärzte wird es erst geben, wenn diese für ihre Arbeit mehr Geld bekommen, sagt ein Jungmediziner voraus. Bisher riskiere man als Mediziner in dörflicher Umgebung aber vor allem den Bankrott oder sogar Schulden, wenn man aus moralischen Gründen über die Grenzen seines Budgets hinaus behandelt. Nach den jetzigen Regelungen müsse der behandelnde Arzt ab einer gewissen Patientenzahl betriebswirtschaftlich betrachtet sogar draufzahlen. Der Rösler-Vorschlag sei deshalb ein Fall von blindem Aktionismus, dem die innere Logik fehle, meint ein Diskussionsteilnehmer.

Neben der finanziellen Unsicherheit schreckt die Arbeitsbelastung viele Studenten und Bewerber von einem Leben und Arbeiten auf dem Lande ab: Da könnten doch an allen Wochentagen rund um die Uhr Patienten an der Haustür klingeln, argwöhnt ein Forennutzer. Es sei in dieser Hinsicht wohl günstiger, sich die Arbeitszeiten in einer Gemeinschaftspraxis zu teilen oder in einem Versorgungszentrum zu arbeiten. Allerdings würden immer auch zusätzlich Hausbesuche zu machen und Altenheime zu betreuen sein. Ob man sich als einziger Mediziner weit und breit denn in seinem Wohnort überhaupt noch frei bewegen könne, wurde gefragt.

persönliche, gewachsene Verbindung zu den Patienten. Einige von ihnen zählen seit ihrer Kindheit oder schon in der zweiten Generation zu seinen Patienten. Das sei für ihn viel interessanter als „die Anonymität einer superspezialisierten Facharzt-Praxis oder Klinik“ und fordere ihn bei jeder Behandlung. Gelegentlich werde er für seine inzwischen lange zurückliegende Entscheidung, der Stadt den Rücken zu kehren, sogar mit einer Gans zu Weihnachten oder einem selbst gebackenen Kuchen belohnt.

AMBULANTE PFLEGEDIENSTE ÜBERNEHMEN HAUSBESUCHE

Um die Fächer Histologie, Chemie sowie Medizinische Psychologie und Soziologie geht es in den Buchrezensionen dieser Ausgabe. Die drei besprochenen Lehrbücher sind als kurzgefasste Einführungen oder Lernhilfen für die vorklinischen Semester konzipiert. S. 04

Ja, das könne man durchaus, meldet sich ein praktizierender Landarzt zu Wort. Er ist seit vielen Jahren der Einzige im Dorf und genießt den „Promi-Status“, seit er sich den Respekt der Bevölkerung erarbeitet hatte. Wer ihn am Wochenende doch mal stört, der tue das nicht leichtfertig, sondern kann wirklich nicht bis Montag warten. Und viele Hausbesuche würden längst vom ambulanten Pflegedienst übernommen. Wenn das nicht möglich ist, dann führt sie ein „diensthabender“ Arzt durch. Derartige Strukturen seien im ländlichen Raum heutzutage der Normalfall. Der gelegentlichen Arbeit am Wochenende gegenüber steht die weit gefächerte Breite der Behandlungsfälle und die

Deutschland im Ländervergleich weit vorn OECD untersuchte weltweit Ärztedichte und Absolventenzahlen medizinischer Fakultäten

Inhalt Drei Bücher für die Vorklinik

Doktorarbeit

Gute Erfahrungen gemacht Viele Doktorarbeiten werden wieder aufgegeben oder treten auf der Stelle. Dass es auch anders geht, zeigen die positiven Erfahrungen von Peter. „Ein entscheidender Punkt sind das Engagement und die Erreichbarkeit der Betreuer, da eigentlich bei jeder Doktorarbeit früher oder später Fragen auftreten werden“, meint er. S. 05

Forschung

Einblicke in Organe und Gewebe Die Zwei-Photonen-Intravitalmikroskopie erlaubt es, Immunprozesse unmittelbar an Schleimhäuten zu verfolgen. Die Technik verspricht neue Erkenntnisse zum Ablauf der Immunabwehr oder von Reparaturprozessen nach kleinen Beschädigungen. Sie könnte ein besseres Verständnis von akuten und chronischen Entzündungen in der Schleimhaut ermöglichen. S. 09

Deutsche Hochschulmedizin e. V.

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it rund 10.000 Medizinern pro Jahr bildet Deutschland − nach den USA mit rund 19.500 − die meisten Ärztinnen und Ärzte aus. Auf Platz drei folgt Japan mit annähernd 7.500 Absolventen. Bezogen auf die Einwohnerzahl gehört Deutschland ebenfalls zur Spitzengruppe. Mit rund zwölf Absolventen pro 100.000 Einwohner werden in Deutschland doppelt so viele Ärztinnen und Ärzte wie in den USA oder Japan ausgebildet. Dies sind Daten der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development), auf die die Deutsche Hochschulmedizin anlässlich der Debatten um zusätzliche Medizinstudienplätze und „Ärztemangel“ hinweist. „Auch beim Vergleich der Ärztedichte liegt Deutschland mit 3,6 praktizierenden Ärzten pro 1.000 Einwohner weit vorne“, sagt Professor Dieter Bitter-Suermann,

Vorsitzender der Deutschen Hochschulmedizin. „Der internationale Vergleich zeigt, dass die Ärztedichte weitgehend unabhängig von der Zahl der Absolventen des Medizinstudiums in den jeweiligen Staaten ist. So hat zum Beispiel die Schweiz eine etwas höhere Ärztedichte als Deutschland, obwohl im Verhältnis zur Bevölkerungszahl dort nicht so viele Mediziner ausgebildet werden.“ Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung werden in der Schweiz ein Viertel weniger Ärzte pro 100.000 Einwohner ausgebildet als in Deutschland. „Entscheidend für die Ärztedichte eines Landes sind die Arbeitsbedingungen und Strukturen vor Ort, nicht die Präsenz einer Medizinischen Fakultät und eines Universitätsklinikums in der Region“, sagt Bitter-Suermann. Dies belegt auch ein

Vergleich des Statistischen Bundesamtes hinsichtlich der Einwohnerzahl pro Vertragsarzt. So bildet das Land Bremen gar keine Ärztinnen und Ärzte aus, hat aber die meisten Vertragsärzte in der Bundesrepublik. „Der ärztliche Nachwuchs wird immer mobiler. Lediglich die Hälfte der Absolventen arbeitet im Umkreis von hundert Kilometern um den Studienort“, gibt Bitter-Suermann zu bedenken. Dies zeigt auch eine Untersuchung der Fachhochschule Münster.

ANTEIL DER FRAUEN STEIGT „Wir dürfen uns nicht wundern, wenn ein Teil der Absolventen ihre fachärztliche Weiterbildung nicht in Deutschland antritt. Der ärztliche Nachwuchs stimmt heute mit den Füßen ab. Die

Bürokratie mit den arztfremden Tätigkeiten muss daher schnell abgebaut und die Weiterbildung verbessert werden. Auch die Bedingungen des beruflichen Umfeldes müssen familienfreundlicher für den langfristig auf über 60 Prozent steigenden Anteil von Ärztinnen gestaltet werden. Die medizinischen Fachberufe und die als Ärzte tätigen Mediziner müssen ferner insgesamt besser zusammenwirken können. Dazu gehören die tradierten Versorgungsstrukturen auf den Prüfstand. Auch die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung müssen aufgebrochen werden“, fordert Bitter-Suermann. „Mit mehr Studienplätzen für Mediziner würden lediglich die Kosten für die Universitäten erhöht, ohne dass jedoch die Probleme der Versorgungsstrukturen gelöst werden.“

Medizinrecht

Entscheidend ist die Schwere Die Aufklärung über Risiken einer geplanten Behandlung gehört aus juristischer Sicht zu den wichtigsten Pflichten eines Arztes. Ob dabei mögliche Belastungen erwähnt werden müssen, hängt nicht von der Häufigkeit des Auftretens, sondern von ihrer Schwere ab. S. 10

Preisrätsel

PROMETHEUS zu gewinnen Einen Blick hinter die Kulissen des Standardwerkes PROMETHEUS kann man jetzt bei YouTube werfen. Wie entstehen die detaillierten Abbildungen? Wer sind die Autoren und Macher? Wer sich das Video genau anschaut, kann anschließend in unserem Preisrätsel Lernhilfen aus der PROMETHEUS-Reihe gewinnen. S. 11


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Der Geheimtipp:

Skriptenreihe MEDI-LEARN

Unser Körper – ein Produkt der Evolution Wissenschaftler aus Max-Planck-Institut und Universität machen gemeinsam ein neuartiges Wahlfach-Angebot von Susann Huster ziehbarer Weise keinen Platz mehr im straffen Medizinstudium finden, ist aber enorm wichtig für die Vorhersehbarkeit und Diagnostik von Erkrankungen sowie die klinische Intervention. Deshalb ist ein Wahlfach angesagt.“

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„EVOLUTIONÄRE VORTEILE FALLEN UNS AUF DEN FUSS“

Das Wissen um die Entwicklung des Genoms lässt uns viele Krankheiten besser verstehen.

D

ie Lehre an der Medizinischen Fakultät Leipzig ist ab dem Sommersemester 2011 um ein Kursangebot reicher, das noch dazu in Deutschland bislang einzigartig ist: „Human Evolution and Anthropology“. Zu den Dozenten aus den Bereichen Medizin, Biologie und Bioinformatik zählen ausgewiesene (Evolutions-)Forscher aus dem Leipziger Max-Planck-Institut und der Universität. Zwei Mal im Laufe des Medizinstudiums besteht die Möglichkeit, ein Wahlfach zu bestimmen, um entweder Fachgebiete zu vertiefen oder gänzlich Neues zu entdecken, auch außerhalb der Medizin. 20 Studierende ab dem 2. Fachsemester

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mit Interesse an der Menschwerdung haben nun erstmals die Möglichkeit, sich angeleitet von hochkarätigen Experten intensiv mit Populations- und Humangenetik, modernen Techniken wie der Genomsequenzierung bis hin zu Fragen entwicklungsbedingter Krankheitsentstehung zu beschäftigen. Wahlfachleiter Prof. Torsten Schöneberg vom Lehrstuhl für molekulare Biochemie, der auch die Einstiegssemester in Genetik unterrichtet, sieht dringenden Vertiefungsbedarf. „Genetik und Molekularbiologie sind die am stärksten wachsenden Felder in der Medizin, der Wissenszuwachs ist aufgrund der technischen Entwicklung explosionsartig. Der kann nachvoll-

Dreh- und Angelpunkt der Evolutionären Medizin ist ein Dilemma: Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, 100 Jahre alt zu werden. Wir sind zwar in der Lage, die meisten Infektionskrankheiten zu bekämpfen, die uns früher aus dem Leben rissen, haben nun aber andere Probleme wie Demenz oder Krebs. „Wir wissen inzwischen, dass die meisten Zivilisationserkrankungen ein Produkt unserer Evolution sind“, sagt Schöneberg. „Unser Körper ist für Lebensumstände geschaffen, die heute so nicht mehr existieren. Ursprünglich evolutionäre Vorteile fallen uns jetzt auf den Fuß.“ Ein Beispiel: Das menschliche Dasein war immer ein Suchen nach Energiequellen. Man musste wandern, Strapazen und Entbehrungen auf sich nehmen. Heutzutage ist das kein Thema mehr, denn teils sehr konzentrierte Energiequellen sind, zumindest in unseren Breiten, jederzeit verfügbar. Alle Mechanismen, die darauf ausgerichtet waren, Nahrung so effektiv wie möglich aufzunehmen und für schlechte Zeiten anzusammeln, werden also nicht mehr benötigt. Die Folge: weit verbreitetes Übergewicht mit Folgeerscheinungen wie Bluthochdruck und Diabetes. Aber auch die Frage, wohin sich der Mensch entwickelt, ist spannend. Denn die neuen Lebensbedingungen setzen uns wiederum unter Selektionsdruck. Die Populationsdichte hat zugenommen, wir leben in großen Städten, die schnelleren Infektionsübertragungen den Weg bereiten. Und wie wird es erst sein, wenn der Mensch den Planeten Erde einmal verlässt? Wenngleich das noch sehr futuristisch anmutet, ist die individualisierte Medizin ein ganz greifbares Thema. Schöneberg ist überzeugt,

dass der „genetische Fingerabdruck“ wie selbstverständlich auf dem Patientenchip dazu gehören wird, weil er die Informationen liefert, warum jemand erkrankt ist oder erkranken wird. „Wir versprechen uns viele Vorteile beispielsweise bei der Medikamentenanwendung. Viele Nebenwirkungen werden nämlich dadurch bestimmt, dass genetische Voraussetzungen (nicht) gegeben sind. Und das würden wir dann bereits vor der Behandlung sehen.“ Die vielen Millionen Jahre in uns bergen Spannendes – der Begeisterungsfunke von Torsten Schöneberg springt schnell über. Nicht umsonst hält er Leipzig für die Hochburg genetischer Anthropologie. Das Max-Planck-Institut mit seinen großen populationsgenetischen Studien stehe dafür, aber auch die ausgeprägte Forschung zu Stoffwechsel- und Zivilisationskrankheiten der Hochschulmedizin. Folgerichtig gestalten Dozenten beider Häuser das neue Wahlfach, darunter klinische Mediziner wie Prof. Thiery (u. a. LIFE) und Prof. Stumvoll (IFBAdipositas), Bioinformatiker, Biologen und vom Max-Planck-Institut Prof. Svante Pääbo, die herausragende Forscherpersönlichkeit für unsere ausgestorbenen Vorfahren, und der namhafte Populationsgenetiker Prof. Stoneking. Er hat unter anderem die Ko-Evolution von Parasiten am Menschen untersucht. An der Auseinanderentwicklung von Kopf- und Filzläusen konnte er messen, wann sich das menschliche Haarkleid getrennt hat bzw. Bekleidung angezogen wurde. Auch Prof. Ingo Bechmann, Leiter des Anatomischen Instituts, freut sich auf seinen Kursbeitrag im Mai: „Medizin ist nun mal keine Wissenschaft wie die Mathematik. Es ist viel schwieriger, mit der Eindeutigkeit Aha-Erlebisse zu erzeugen. Leipzig ist mal wieder Vorreiter, evolutionäre Erkenntnisse zu fördern!“ Wir verlosen Fallbuch Anästhesie von Thieme – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw412

Schmerzlindernde Heilpflanzen schon seit Jahrtausenden bekannt Berufsverband Deutscher Anästhesisten mit 16.000 Mitgliedern feiert 2011 sein 50-jähriges Bestehen

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ereits in der Antike kannten Ägypter, Assyrer und andere Völker die schmerzlindernde Wirkung pflanzlicher Stoffe wie Mohn oder Bilsenkraut. Moderne anästhetische Substanzen baut der menschliche Körper innerhalb kürzester Zeit ab. Bereits nach wenigen Minuten sinkt die Wirkstoffkonzentration um die Hälfte ab. Erste Reaktionen zeigt der Patient bereits zehn bis 20 Sekunden nach Beendigung der Zufuhr des Narkosemittels. Abhängig vom Zustand des Patienten ist eine Verlegung aus dem Aufwachraum bereits nach 30 bis 40 Minuten möglich. Die Schmerzlinderung gilt als eine der wichtigsten medizinischen Errungenschaften und die Anästhesiologie ist in den letzten Jahren kontinuierlich weiter gewachsen: Waren im Jahr 2005 noch 16.951 Fachärzte in Deutschland in diesem Bereich tätig, sind es nach neuesten Daten der Bundesärztekammer inzwischen 18.868 Anästhesisten. Ärzte und Ärztinnen für Anästhesiologie sind damit

– nach Internisten und Chirurgen – die drittgrößte Fachgruppe. Die Anästhesiologie beruht auf vier Säulen: Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. Besonders stark war der Anstieg in den vergangenen Jahren bei den Schmerzmedizinern. 1500 niedergelassene Schmerztherapeuten versuchen in der Bundesrepublik die Leiden ihrer Patienten lindern. Zur Jahrtausendwende waren es lediglich 500. Gut ist hierzulande auch die Versorgung durch die 2000 Intensivmediziner. Durchschnittlich zehn Minuten dauert es, bis bei einem Unfall der Notarztwagen an Ort und Stelle ist, innerorts sind es sogar nur sieben Minuten. Haupttätigkeitsbereich der Anästhesisten ist nach wie vor das Krankenhaus. 14.354 in der Klinik arbeitenden Anästhesisten stehen 3.367 niedergelassene Kolleginnen und Kollegen dieser Fachrichtung gegenüber. Laut aktuellen Daten der Gesundheitsberichterstattung des Bundes führten Operationsteams

2009 in deutschen Kliniken mehr als 14,3 Millionen Eingriffe durch. Das entspricht einem Zuwachs um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Krankenhäuser gaben über 1,5 Milliarden Euro für Narkose und OP-Bedarf aus. Die Gesamtkosten für medizinischen Bedarf der Krankenhäuser liegen demgegenüber bei mehr als 13 Milliarden Euro. Der Berufsverband Deutscher Anästhesisten e. V. (BDA) feiert im Jahr 2011 sein 50-jähriges Bestehen. Er vertritt mittlerweile mehr als 16.000 Mitglieder. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) ist sogar noch etwas älter als der BDA: Die 1953 gegründete Gesellschaft hat mehr als 13.000 Mitglieder. Obwohl die Anästhesiologie gerade für Frauen mit Familie sehr attraktive Arbeitsbedingungen bietet – zum Beispiel Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit und geregelte Arbeitszeiten – sind Männer bislang etwas häufiger vertreten: Sechs von zehn Anästhesisten sind männlich.

Info Dem Thema Patientensicherheit wird in der Anästhesiologie oberste Priorität eingeräumt: Der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) haben die im Rahmen der „Helsinki Declaration for Patient Safety“ geforderten europäischen Anforderungen praxisnah umgesetzt. Es gibt beispielsweise Empfehlungen für bestimmte kritische Situationen sowie Berichts- und Lernsysteme, die sich in der Medizin als wichtiger Bestandteil der des Qualitäts- und Risikomanagements etabliert haben. Weitere Informationen hierzu gibt es auf www.patientensicherheit-ains.de.

MEDI-LEARN Special Anästhesie Wir bieten dir online in Kooperation mit dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA e.V.) im Rahmen der Aktion "Anästhesist werden" umfassende Infos zu diesem Tätigkeitsfeld mit Zukunft. Mehr unter: www.medi-learn.de/bda


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Inzwischen habe ich mich gut eingelebt

In den Foren gelauscht

Interview mit einem Nachwuchs-Mediziner über berufliche und private Erfahrungen als Arzt in Westnorwegen

Gründe gegen das kurative Arbeiten?

Redaktion MEDI-LEARN

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n welchem Land arbeitest du und seit wann bist du dort? Ich arbeite seit Februar 2010 in Ålesund, Westnorwegen. Um in diesem Land die Vollapprobation zu bekommen, muss man 18 Monate lang als turnuslege arbeiten. Das ist eine Mischung aus PJ und Assistenzarzt. Ich habe erst vier Monate in der Inneren absolviert und bin jetzt seit drei Monaten in der Chirurgie (inklusive Orthopäde und Urologie). Insgesamt bin ich im 2. Weiterbildungsjahr, da ich vor dem Umzug nach Norwegen in Deutschland in der Anästhesie gearbeitet habe. Wie sieht es mit der Sprache aus? Wie hast du dir am Anfang noch fehlende Sprachkenntnisse erarbeitet? Um überhaupt den turnus machen zu dürfen, musste ich einen Sprachtest bestehen. Ich bin also mit einigermaßen fundierten Norwegisch-Kenntnissen hergekommen. Schwierig sind die Dialekte bzw. die Tatsache, dass es zwei offizielle Landesprachen gibt. In Ålesund wird vor allem Neunorwegisch gesprochen – die Sprache, die ich vorher nicht gelernt hatte. Am Anfang haben mir die Schwestern deshalb einiges übersetzen müssen, aber inzwischen verstehe ich auch den hier gängigen Dialekt.

ist die Pflege im Krankenhaus durch einen höheren Personalschlüssel intensiver. Als wirklichen Nachteil empfinde ich, dass Zahnarztbehandlungen komplett privat bezahlt werden müssen. Warum arbeitest du nicht als Arzt in Deutschland, das heißt aus welcher Motivation heraus bist du ins Ausland gegangen? Der Hauptgrund war Neugier. Nach Famulaturen und PJ kannte ich Norwegen schon und wollte gerne noch mehr vom Land, den Leuten und dem Arbeiten kennen lernen. Zusätzlich hat mich die Idee des turnus gereizt: unverbindlich in Innere, Chirurgie und Allgemeinmedizin (auf dem Land) ’reinschnuppern und nicht sofort mit der vollen Verantwortung allein gelassen zu werden. Haben sich deine Erwartungen erfüllt, aus denen heraus du dieses Land gewählt hast, oder wurdest du auf lange Sicht eher enttäuscht? Schwer zu sagen, da ich versucht habe, ohne Erwartungen herzukommen. Aber im Großen und Ganzen bin ich ziemlich zufrieden. Die Arbeit macht Spaß, ich habe das Gefühl, weiterzukommen und jeden Tag etwas dazu zu lernen.

Wie könnte man den Umgang zwischen den Ärzten und Pflegern beschreiben? Das Verhältnis ist gut. Ich profitiere enorm vom Erfahrungsschatz des Pflegepersonals. Auch hier ist die Hierarchie flacher als in Deutschland. Die Aufgaben sind teilweise anders verteilt. Als Arzt habe ich beispielsweise keinen Zugriff auf Medikamente. Den Schlüssel bzw. die Chipkarte für den Medikamentenschrank hat das Pflegepersonal. Thema Arbeitszeit, Überstunden und Dienste: Wie viele Stunden arbeitest du für gewöhnlich in der Woche? Musst du viele Dienste schieben? Hast du Überstunden und – falls ja – werden sie ausgezahlt, abgebummelt oder wie wird hier verfahren? Meine planmäßige Wochenarbeitszeit liegt bei etwa 40 Stunden. Wenn ich Nachtdienste mache, können daraus schnell 56 Stunden werden. Im Gegenzug dafür habe ich aber auch Wochen, in denen nur 16 Stunden geplant sind. Über den Monat gesehen komme ich auf ungefähr 40 Wochenstunden. Bis zu drei Nachtdienste pro Woche sind drin, meistens jedoch nicht mehr als zwei, außerdem alle sechs Wochen Wo-

zahlt und zusätzlich darf man die Stunden als Freizeitausgleich nehmen) können es auch mal 3200 Euro sein. Die Lebenshaltungskosten sind allerdings höher als in Deutschland. Eine einfach Fahrt mit dem Bus in die Stadt kostet fast fünf Euro, ein Liter Milch zwei Euro und für eine Aprikose habe ich im Sommer einen Euro bezahlt. Am Ende des Monats habe ich etwa so viel übrig wie in Deutschland bei entsprechend geringerem Gehalt. Was müsste sich am Gesundheitssystem in Deutschland ändern, damit du als Arzt hier wieder gerne arbeiten würdest? Ich fühle mich ganz wohl ohne den „Stress“ mit Privatpatienten. Die sehr genau eingehaltenen Arbeitszeiten und die vergleichsweise dicke Personaldecke (acht Schwestern im Frühdienst, eine MTA, die sich um Blutentnahmen auf der Station kümmert, zwei Assistenzärzte, ein Oberarzt und ein Turnusarzt für 30 Patienten) machen das Arbeiten angenehm und arbeitnehmerfreundlich. Gibt es etwas, das wir für den Bereich „Arbeiten als Arzt im Ausland“ vergessen haben und das du für erwähnenswert hältst?

Die Frage richtete sich an alle, die später einmal nicht kurativ tätig sein wollen: Warum ist das so? Sind die Bedingungen in der Klinik für euch inakzeptabel? Sind die Arbeitszeiten so übel? Habt ihr Vergleiche zu anderen Berufen? Lasst ihr euch zu leicht unterbuttern? Das sind Fragen, die nicht wenige Ärzte und angehende Ärzte interessieren und die im Forum engagiert diskutiert werden. Dabei geht es auch um Arbeitszeiten, „Ist halt so“-Diskussionen mit dem Chef sowie echte und unechte Notfälle: www.medi-learn.de/MF35488

Beschwerden in der Notfallambulanz

Gut, dass man im Notfall auch nachts oder am Wochenende zum Arzt gehen kann. Wohlgemerkt: Im Notfall! Doch wegen welcher Beschwerden werden Patienten tatsächlich in der Notfallambulanz vorstellig? Wann ist das aus medizinischer Sicht gerechtfertigt? Sicher nicht, wenn pure Langeweile oder Lust auf etwas Bildgebung die einzigen Gründe sind. Aber wann sollten Patienten nun wirklich in die Ambulanz kommen? Wann wäre ein heißer Tee, der Besuch beim Hausarzt am nächsten Morgen oder gar ein Anruf bei der 112 besser gewesen? Diskutier mit unter www.medi-learn.de/MF42181

Clevere Suche nach Angeboten im Forum

Was du auch suchst, ob Skripte, DVDs, Artikulatoren, ein komplettes Skelett oder Fachliteratur zu Physiologie, Chirurgie, Programmierung... Vielleicht findest du es im „Biete“-Thread bei MEDI-LEARN. Selbstverständlich kannst du dafür ganz einfach die Suchfunktion benutzen. Angebote, die älter als zwei Monate sind, wandern ins Archiv, sodass der Thread wirklich immer aktuell ist. Manchmal ist auch ein „Klinikkoffer mit allem“ oder ein Präpbesteck dabei. Auf jeden Fall findest du hier ständig eine große Auswahl an Büchern: www.medi-learn.de/MT166

Chemie in Zahnmedizin! Alles nur Gerüchte?

Die 43.000-Einwohner-Stadt Ålesund hat den größten Fischereihafen Norwegens. Nach einem verheerenden Brand 1904 wurde sie unter anderem mit deutscher Hilfe wieder aufgebaut.

Was würdest du am dortigen Gesundheitssystem als besser kennzeichnen im Vergleich zu Deutschland? Und gleich die Gegenfrage: Was läuft in diesem Bereich im Vergleich zu Deutschland eher schlechter? In Norwegen bekommen alle die gleiche (staatliche) Krankenversorgung. Das Prinzip ist herrlich einfach und ich empfinde es als sehr gerecht: Man bezahlt einen Eigenanteil für Arztbesuche und Medikamente von 1820 Kronen (umgerechnet rund 230 Euro). Darüber hinaus ist jegliche medizinische Versorgung kostenlos. Für Besserverdienende ist das System kostengünstiger als in Deutschland. Insgesamt sind die Wartezeiten für ambulante und stationäre Behandlungen in Norwegen lang. Dafür

Wie würdest du das Arbeitsklima und die Atmosphäre im Krankenhaus im Umgang zwischen den Ärzten unter Kollegen kennzeichnen? Freundlich, hilfsbereit und unkompliziert. Eigentlich kennen sich alle untereinander und jeder wird freundlich aufgenommen.

chenend-Tagesdienst und ebenfalls alle sechs Wochen Wochenend-Nachtdienst. Überstunden mache ich selten, aber sie kommen vor. Die Stunden kann ich online in meinen Dienstplan schreiben und dabei gleich angeben, ob ich sie „abfeiern“ oder mit dem nächsten Gehalt ausgezahlt haben möchte.

Wie sieht der Umgang zwischen Assistenzärzten und den „Chefs“ (Oberarzt, Chefarzt) aus? Die Tatsache, dass sich alle duzen, lässt so manche hierarchische Stufe schwinden. Ich plaudere bei der Frühbesprechung mit dem Oberarzt über seinen bevorstehenden Umzug oder gehe mit dem Abteilungsleiter und der Krankenhauswandergruppe wandern.

Wie sieht es mit der Bezahlung aus? Magst du uns verraten, was du durchschnittlich nach Abzug der Steuern monatlich netto erhältst? Sind die Lebenshaltungskosten eher niedriger oder höher als in Deutschland? Je nach Zahl der Dienste kann ich mit 2900 Euro netto rechnen. Sind Feiertage dabei (die werden mit 150 Prozent be-

Viel schwieriger als die Arbeit im fremden System und mit einer fremden Sprache finde ich die private Situation. Zwar lebe ich in der meiner Meinung nach schönsten Gegend von Norwegen, aber soziale Kontakte zu knüpfen ist hier relativ schwierig. Gerade in den ersten Wochen fand ich diese ganz andere Art der Mehrfachbelastung (einerseits noch so gut wie keine Sozialkontakte zu haben und andererseits fachlich gesehen ein Anfänger zu sein – noch dazu mit Sprachschwierigkeiten) richtig anstrengend. In dieser Zeit habe ich mich mehr als einmal gefragt, warum ich das Ganze eigentlich mache. Inzwischen habe ich mich allerdings gut eingelebt.

Im Oktober geht es wieder los mit dem Zahnmedizinstudium. Einer der künftigen Erstsemester macht sich schon jetzt Gedanken über das Fach Chemie. Er hat verschiedene Gerüchte gehört, die von „Nimm dir am besten gleich Nachhilfe und lern den Zeeck“ über ein beruhigendes „Warte doch erstmal auf den Semesterbeginn“ bis hin zum sehr allgemeinen Rat „Mach dir keinen Stress“ reichen. In solchen Fällen holt man sich am besten Informationen aus erster Hand von Zahnmedizinstudenten, die gerne weiterhelfen. Mit ihnen kommst du in Kontakt unter www.medi-learn.de/MF59848

Sicherheit weltweit Mit dem neuen Haftpflichtschutz ins Pflegepraktikum, in die Famulatur oder ins Praktische Jahr. www.aerzte-finanz.de


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Kurzlehrbuch Histologie

In den Foren gelauscht

von Antonia Neuberger, 4. Semester in Mainz

Frust loswerden

buch hat es den Anspruch, kurz und kompakt auf die betreffenden Prüfungen im Studium vorzubereiten.

Es kotzt mich alles an! Na, hast du dir beim Blick auf die Uhr Kaffee über die Hose gegossen, hat dich der Vorgesetzte zur Socke gemacht oder ist dein Computer abgeschmiert? Mit anderen Worten, hattest du wieder einen S*****-Tag? Im Beitrag „Es kotzt mich alles an!“ aus den MEDI-LEARN Foren kannst du dir deinen Frust von der Seele schreiben. Oder dich damit trösten, dass es anderen oft auch nicht viel besser geht. www.medi-learn.de/MF8976

Gegen die Fachidiotie

Du kennst die Handwurzelknochen und den Zitronensäurezyklus auswendig, aber für die Allgemeinbildung bleibt neben dem Medizinstudium wenig Zeit? Was produzierte der Nokia-Konzern ursprünglich und welches ist die älteste noch bewohnte Stadt der Welt? In den MEDI-LEARN Foren kannst du im Beitrag „Wissens-Quiz“ deine Kenntnisse auf allen Gebieten testen und andere durch knifflige Fragen herausfordern. www.medi-learn.de/MF19352

Zielgruppe Es ist besonders für Studenten in der Vorklinik gedacht und möchte diese optimal auf das Physikum vorbereiten. Man kann sich ohne besondere Vorkenntnisse in Histologie dieses Buch zulegen, da man sich durch den in den ersten Kapiteln gewährten Überblick und den generell gut verständlich konzipierten Aufbau schnell in dem Thema zurechtfindet. Titel: Kurzlehrbuch Histologie Autor: Norbert Ulfig Verlag: Thieme ISBN: 978-3-13-135573-7 Preis: 24,95 €

Kurzbeschreibung Das Buch beschäftigt sich in 13 Kapiteln mit den allgemeinen und spezifischen Eigenschaften von Zellen. Als Kurzlehr-

Rothgangel präsentiert das prüfungsrelevante Wissen fürs Physikum im Fach Medizinische Psychologie und Soziologie. Es eignet sich zur effektiven Vorbereitung, für einen vorlesungsbegleitenden Einsatz und zum Nachschlagen. Zielgruppe Das vorliegende Buch richtet sich in erster Linie an Medizinstudenten im vorklinischen Abschnitt in der Vorbereitung auf das Physikum und Klausuren im Fach Medizinische Psychologie und Soziologie.

Was macht sexy?

Titel: Kurzlehrbuch Medizinische Psychologie und Soziologie Autorin: Simone Rothgangel Verlag: Thieme ISBN: 978-3-13-136422-7 Preis: 24,95 €

Kurzbeschreibung Das „Kurzlehrbuch Medizinische Psychologie und Soziologie“ von Simone

„Treffen sich ein Chirurg, ein Internist und ein Anästhesist…“ Lustiges aus der Welt der Medizin und darüber hinaus gibt es in der „Lachparade“ in den MEDI-LEARN Foren. Training für den Musculus risorius! www.medi-learn.de/MF30766

Preis:

272,51 €

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Aufbau Jedes Kapitel führt mit Beispielen aus dem Medizineralltag in die Thematik ein. Meist wird eine Fallgeschichte vorgestellt, die den Inhalt des Kapitels

von Carina Kwasny, 1. Semester Uni Würzburg für unterwegs. Inhaltlich wird versucht, die für Mediziner relevante Chemie praxisnah zu erläutern. Anhand von Fallbeispielen werden grundlegende Thematiken dargelegt und teilweise Bezüge zu anderen Fächern hergestellt.

Bei den Göttern in Weiß schlägt das Herz so mancher Patientin höher! „Der Doktor und die Sekretärin“, „Kardiologen-Date mit Hindernissen“ – die HerzschmerzGeschichten im Beitrag „Privates Interesse an einem Arzt“ aus den MEDI-LEARN Foren sind spannender als jede Soap! www.medi-learn.de/MF32520

Didaktische Version, 22-teilig. Qualität von 3B Scientific.

Inhalt „Medizinische Psychologie und Soziologie“ bietet mir genau die richtige Mischung zum Lernen und Vertiefen. Inhalte, die ich im Lehrbuch als zu langatmig empfunden habe, werden hier kurz, prägnant und dennoch ausreichend verständlich zusammengefasst. Selbst der Vorlesungsstoff ließ sich damit problemlos nacharbeiten.

Didaktik Als roter Faden kommen in jedem Kapitel, neben Abbildungen und Tabellen, fünf verschiedene Lernhilfen vor. Begonnen wird jeder Abschnitt mit einer kurzen Einführung. In den Inhalt eingestreut sind immer wieder „Lerntipps“ zur Vertiefung, Hinweise auf Verwechslungsgefahr und „Prüfungslieblinge“, die das Lernen noch weiter vereinfachen. Abgerundet wird dann jeder Abschnitt durch den „Check-up“, der Fragen zur Rekapitulation bietet. Daneben kommen „MERKE“-Kästen zum Einsatz. Hier werden wichtige Inhalte und Erklärungen kurz und prägnant zusammengefasst. Visuell sind die Kästen hellrot unterlegt, sodass sie im Text sofort auffallen.

Chemie in der Medizin

Wie angelt man sich einen Arzt?

Steckschädel

Fazit Das Buch wird seinem Anspruch als Kurzlehrbuch durchaus gerecht, was aber auch bedeutet, dass es womöglich allein nicht ausreichen wird, um Prüfungen wie zum Beispiel das Physikum zu bestehen. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw292 www.medi-learn.de/gw409

von Anna Lena Mutscher, Vorklinik in Freiburg

Drei Uhr morgens, die Stadt schläft aber du bist noch wach? Egal, ob du dich in einer heißen Lernphase befindest oder gerade von der Nachtschicht in der Klinik zurück bist – damit du dich in diesen stillen Stunden nicht allzu einsam fühlst, gibt’s in den MEDI-Learn Foren den Beitrag „Spät in der Nacht“ für Nachtschwärmer. www.medi-learn.de/MF14275

Heute schon gelacht?

Didaktik Seine Stärken sind definitiv seine gut verständliche Sprache und das ansprechende Konzept, das wichtige Inhalte noch einmal hervorhebt sowie durch Abbildungen den Lern- und Lesefluss auflockert. Das Buch wartet mit einem eigenen System von Merkhilfen und Repetitorien auf, die den Lesefluss auflockern und das Lernen erheblich erleichtern. Jeder größere Abschnitt innerhalb eines Kapitels endet mit einem Repetitorium und am Anfang des Kapitels wird ein verständlich dargestelltes Fallbeispiel vorgestellt, das sich inhaltlich an das Thema des Kapitels anlehnt.

Preis Den Preis halte ich mit 24,95 Euro für sinnvoll und dem Inhalt und der Relevanz des Buches angemessen.

Medizinische Psychologie und Soziologie

Spät in der Nacht

Was macht einen Menschen sexy – sind es konkrete körperliche Attribute oder eher das gewisse Etwas, dass mehr mit Esprit als mit Aussehen zu tun hat? Machen Intelligenz und Erfolg sexy? In den MEDI-LEARN Foren findest du eine heiße Diskussion zum Thema „Sexappeal“. www.medi-learn.de/MF13463

Inhalt Bei einem Kurzlehrbuch geht es nicht so sehr um Detailwissen. Das Buch gibt aber einen durchweg zufriedenstellenden Überblick über das Thema und behandelt sogar einige Themen, die bei uns im Unterricht nur angeschnitten wurden. Über fehlende Aspekte kann ich mich nicht beklagen, nur hatte ich manchmal das Gefühl, es doch ein bisschen genauer

wissen zu wollen und musste dann auf mein vollwertiges Lehrbuch in dem Fach zurückgreifen. Nichtsdestotrotz halte ich das Buch für eine gute Ergänzung in jedem Lernplan, da es ohne Frage sehr dabei hilft, einen Überblick und eine solide Grundlage für weiteres, tiefer führendes Lernen zu erhalten.

Aufbau Die Gliederung des Buches ist sinnvoll und übersichtlich konzipiert und vermittelt die gegebenen Lerninhalte anschaulich und übersichtlich. Wichtiges wird generell hervorgehoben. Inhaltsverzeichnis und Register sind sinnvoll und erleichtern die Suche nach bestimmten Themen.

Zielgruppe Studenten der Vorklinik, die sich über den medizinischen Bezug des erlernten Stoffes genauer informieren wollen. Es ist jedoch eine gewisse chemische Vorkenntnis hilfreich. Dafür ist das Buch auch über das erste Semester hinaus von Nutzen, da beispielsweise der Citratzyklus gut erklärt wird. Titel: Chemie in der Medizin Autoren: Wachter, Hausen, Reibnegger Verlag: de Gruyter ISBN: 978-3-11-019063-2 Preis: 29,95 €

Kurzbeschreibung Das Buch hat ein handliches Format und umfasst 437 Seiten, eignet sich daher gut

Inhalt Alle Themen werden ausführlich besprochen. Durch den konkreten Bezug eignet man sich während des Lesens ein sinnvolles Detailwissen an, ohne die Grundlagen zu vernachlässigen. Didaktik Der verständlich geschriebene, aber zu

lange Text wird leider nur selten von Schaubildern ergänzt, sodass man es nicht als schnelles Nachschlagewerk nutzen kann. Andererseits muss man die räumliche Darstellung von Molekülen hervorheben, die sehr gut gelungen ist. Außerdem erhält man einen Link, der ohne Registrierung Zusatzmaterial zugänglich macht. Das Zusatzmaterial umfasst alle Abbildungen aus dem Buch und ein Berechnungsmodul. Leider gibt es nur sehr wenige konkrete Übungsaufgaben im Buch, was die Vorbereitung auf eine Klausur erschwert. Aufbau Bei der Strukturierung war mein erster Eindruck sehr positiv, da mit Fallbeispielen gearbeitet wird. Dieser Eindruck wurde allerdings nicht vollständig bestätigt, da diese Strukturierung zwar interessant, aber leider auch unübersichtlich ist. Viele Themen werden neu kombiniert, sodass man für die Vorlesung relevante Themen teilweise suchen muss. Die Suche wird zwar durch Inhaltsverzeichnisse

veranschaulichen soll. Teilweise wird auf die Fallgeschichte im Kapitel bzw. in den Lerntipps Bezug genommen. Ein roter Reiter an der Buchseite erleichtert das Wiederfinden der einzelnen Kapitel. Preis Mit einem Preis von 24,95 Euro liegt das „Kurzlehrbuch Medizinische Psychologie und Soziologie“ im unteren Bereich. Fazit Mit diesem Buch macht das Lernen und die Vorbereitung auf Klausur und Physikum auf jeden Fall Spaß. Aufgrund der vielen hilfreichen Tipps und Hilfen lässt sich eine effektive Vorbereitung auf jedwede Prüfung gestalten. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw410

vor dem Kapitel erleichtert, jedoch ist es nicht immer eindeutig, welche Themen genau unter einer Überschrift zusammengefasst werden. Preis Der Preis von 29,95 Euro ist nicht hundertprozentig angemessen, da das Buch nicht als alleiniges Lehrbuch fungieren kann, was ich bei diesem Preis erwarten würde. Betrachtet man allerdings die gute Recherche und den Praxisbezug, wäre es eine zusätzliche Investition wert, da es die Relevanz über das erste Semester hinausreicht. Fazit Zusammenfassend würde ich das Buch „Chemie in der Medizin“ als eine geeignete Ergänzung zu weiteren Lehrbüchern bezeichnen. Ich finde den Praxisbezug sehr gut, denn es wird deutlich, wofür man die Chemie so detailliert kennen muss. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw411


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„Die Betreuung ist super!“

Steckschädel Didaktische Version, 22-teilig. Qualität von 3B Scientific.

Peter hat während seiner Doktorarbeit viele gute Erfahrungen gemacht von Nina Dalitz (Redaktion)

Preis:

272,51 €

Jetzt unter: www.3bscientific.de

In den Foren gelauscht

Was wünscht ihr euch im Chirurgie-Tertial?

„Als Assistent frage ich jetzt mal die PJler direkt,“ schreibt ein Nutzer im MEDI-LEARN-Forum, „was ihr euch so vom Chirurgie-Tertial erhofft. Was wollt ihr wirklich machen? Was wollt ihr lernen und wie stellt ihr euch das vor?“ Nur ganz selten werden PJler so direkt gefragt, was sie lernen möchten, und so nutzen viele die Chance, ihre Vorstellungen zu schildern. Lies nach oder schreib mit unter www.medi-learn.de/MF60676

Typische Fragen vor dem ersten Dienst

Sowohl die Betreuerin als auch der Doktorvater bringen durch eigene Impulse Peters Forschungsvorhaben voran.

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oktorarbeit nach drei Jahren abgebrochen? Betreuer nie erreichbar? Es gibt genug Beispiele für schlecht betreute Doktorarbeiten. Es stimmt zwar, dass eine Doktorarbeit freiwillig und keine Pflicht ist, doch der Titel bringt mehrere Vorteile und es gibt durchaus Mediziner, die gut unterstützt werden und mit ihrer Stelle sehr zufrieden sind. Am Beispiel der Erfahrungen von Peter zeigen wir ein positives Beispiel für den Verlauf einer Doktorarbeit. „Für mich stand von Anfang des Studiums an fest, dass ich auf jeden Fall eine Doktorarbeit machen möchte. Ganz einfach, weil ein ‚richtiger‘ Arzt für mich immer mit dem Begriff ‚Doktor‘ assoziiert war. Gleichzeitig wollte ich mir das Ganze möglichst unkompliziert gestalten. Das heißt, nicht all zu viel Arbeit zusätzlich zu dem vorhandenen Unistress. Auf keinen Fall ein Endlosprojekt als

Klotz am Bein, welches sich durch den ganzen Teil der Klinik ziehen würde, um mir diesen eigentlich eher entspannten Studienabschnitt zu vermiesen. Nach dem Physikum wollte ich mich ersteinmal nicht mit dem Thema Doktorarbeit befassen. Als dann allerdings Ende des 6. Semesters immer mehr Kommilitonen sich um das Thema bemühten, fand auch ich, dass der richtige Zeitpunkt nun gekommen sei.

SUCHE NACH EINER

PASSENDEN ALTERNATIVE

Aufbauend auf den Erfahrungen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis, wie etwa „meine Versuche klappen nicht“, „im Zweifelsfall habe ich keinen Ansprechpartner“ oder auch „das nervt alles nur noch“, versuchte ich mir eine passende Alternative zu suchen. In die engere Auswahl zog ich dabei entweder

eine statistische Arbeit oder eine klinische Studie mit fest gestecktem Zeitplan. Ich stellte mich bei verschiedenen Professoren vor, um in Erfahrung zu bringen, welche Arbeiten gerade zu vergeben waren. Meine Wahl fiel dann auf einen kleineren Fachbereich, in dem ich in den folgenden Ferien eine statistische Ausarbeitung durchziehen wollte. Damit bin ich bis zum jetzigen Zeitpunkt sehr zufrieden. Die Betreuung ist super. Meine Betreuerin hat immer Zeit, reagiert auf Mails sofort und bietet sogar von sich aus Treffen an. Ebenso der Doktorvater, der sehr genaue Vorstellungen hat, wie das Ganze am Ende einmal aussehen soll und mir jede erdenkliche Hilfe zukommen lässt. Die statistische Auswertung war, wie vorher besprochen, nach rund zwei Monaten intensiver Arbeit abgeschlossen. Zum Schreiben habe ich Doktorarbeiten

von früheren Doktoranden bekommen, an denen ich mich grob in Form und Aufbau orientieren kann. Für Grafiken bekomme ich kurze Einweisungen in entsprechende Programme bzw. statistische Hilfe. Wenn der Fortschritt mit der Doktorarbeit also ins Stocken kommt, dann eher durch Zeitmangel neben dem Studium, als durch mangelndes Engagement meiner Betreuer.

WICHTIG SIND ENGAGEMENT UND ERREICHBARKEIT Ich kann somit nur jedem empfehlen, sich vorher klar zu machen, was man eigentlich von seiner Doktorarbeit erwartet und was man auf keinen Fall möchte. Ein weiterer entscheidender Punkt sind das Engagement und die Erreichbarkeit der Betreuer, da eigentlich bei jeder Doktorarbeit früher oder später Fragen auftreten werden.“

Zum Lernen bist du nie zu alt Viele Menschen beginnen ihr Hochschulstudium erst nach dem 30. Geburtstag von Kare Ahlschwede (Redaktion)

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m internationalen Vergleich kommt das deutsche Bildungssystem meistens schlecht weg. Dabei hat es durchaus seine guten Seiten, zum Beispiel das Fehlen jeglicher Altersgrenzen. Niemand muss auf den Abschluss seiner Träume verzichten, weil er zum Lernen angeblich zu alt ist. Und tatsächlich beginnen viele Menschen hierzulande ein Studium nach dem 30. Geburtstag. Das ist zwar in mancher Hinsicht schwieriger als direkt nach dem Abitur, aber es hat auch den einen oder anderen Vorteil. Das größte Problem ist regelmäßig die Finanzierung, denn BAföG bekommt man in solchen Fällen grundsätzlich nicht und die Chancen auf ein Stipendium sind extrem schlecht. Die Eltern müssen dir keinen Unterhalt mehr zahlen und werden es mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht freiwillig tun. Andererseits ist das Studentenleben über 30 in einigen Punkten teurer. Statt kostenlos bei den Eltern mitversichert zu sein, zahlen die meisten um die 170 Euro pro Monat aus eigener Tasche an die Krankenkasse.

So ist das Studium über 30 fast immer ein Spagat zwischen der Zeit, die man zum Lernen aufwenden muss, und den Stunden, die man für das Geldverdienen opfert. Von „sechs mageren Jahren“ war im MEDI-LEARN-Forum die Rede, als das Thema kürzlich dort diskutiert wurde. Und ganz besonders kompliziert wird die Sache für jene, die bereits eine Familie gegründet

haben. „Wie organisiere ich meinen Alltag?“ wird dann zur zentralen Frage, die sich aber letztlich erst klären wird, wenn man den Studentenausweis bereits in der Tasche hat. Der Grund, aus dem Berufsleben in eine Ausbildung zurückzukehren, ist fast immer derselbe: Die bisherige Arbeit war nicht befriedigend oder jedenfalls nicht das, was

man bis zur Rente weitermachen wollte, auch wenn es vielleicht gut bezahlt wurde. Für die Freiheit, noch mal komplett die Richtung zu ändern, nehmen die Spätstarter manche Zweifel und Sorgen in Kauf: Werden sie an der Uni isoliert sein oder ohne weiteres Kontakte knüpfen können? Kann ich noch so gut lernen wie mit 20? Habe ich nach dem Examen überhaupt Chancen auf dem Arbeitsmarkt? Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Jenseits der 30 ist Studieren nämlich in gewisser Weise sogar angenehmer: Weder Eltern noch BAföG-Amt sitzen dir im Nacken. Nächtelange Computerspiele und hochprozentige Partys stellen kaum noch eine Versuchung dar. Überhaupt musst du nicht erst noch zu dir selber finden, sondern hast eine konkrete Motivation und klarer vor Augen, warum du diese Ausbildung machst. Vermutlich ist es ja nicht deine erste, weshalb du nun an manche früher scheinbar lebensentscheidenden Hürden erheblich gelassener herangehst. Und zum Lernen bist du sowieso niemals zu alt.

Dienst haben heißt für Ärzte, auch mal über Nacht zu arbeiten, keinen direkten Ansprechpartner zu haben und Verantwortung zu tragen. „Ich bin jetzt schon total durch vor Aufregung“, berichtet ein junger Arzt, „denn mir blüht der erste Dienst heute Nacht“. Dabei gibt es sehr viele Ärzte, die Dienste schieben und irgendwann einmal ihren ersten Dienst hatten. Gegenseitig verrückt machen oder Fragen wie diese stellen: „Nach wie vielen Diensten wird man ruhiger?“ Was habt ihr für Tipps? Gebt sie unter www.medi-learn.de/MF27932

„Alte Hasen“ geben Berufsanfängern Tipps

„Würde mich interessieren, wie es bei euch gelaufen ist,“ fragt ein Arzt, der gerade in den ersten Monaten seines Berufslebens steckt und eröffnet damit den „AnfängerThread“. Hier geht es um Höhen und Tiefen, Arbeitszeiten und erste Alleinflüge. Aber auch Zweifel an der Berufs- und Fachwahl werden erörtert. Und es gibt beruhigende Worte von erfahreneren Ärzten: „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Man gewöhnt sich an hektische Arbeitstage, schlimmkranke Patienten, durchgearbeitete Wochenenden und an die Arztrolle.“ Mehr davon findest du hier: www.medi-learn.de/MF50766

Verhältnis zum Pflegepersonal

Muss eine Krankenschwester immer die Anordnungen des Arztes befolgen? Oder muss sie es nur, wenn der Arzt ihr erklärt, warum sie das tun soll? Kann sie sich einfach weigern, wenn ihrer Meinung nach die Anordnung falsch ist? Welche Rolle spielen bei alledem Alter und Geschlecht des Arztes? Und wo verläuft die Grenze zwischen anmaßendem Verhalten und Kooperation? Über diese und weitere Aspekte des Miteinanders der Berufsgruppen kannst du hier diskutieren: www.medi-learn.de/MF54129

Seminar/Workshop Bewerberworkshop, PJ-Infotreff und vieles mehr. Ansprechpartner und Termine unter www.aerzte-finanz.de


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Dein Abenteuer geht weiter! Neues Buch mit Informationen und Lesetexten zu mehr als 120 Themen

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it weißer Hose und frischen Hemd über den Stationsflur schweben. Das Stethoskop um den Hals, der weiße Kittel weht durch den zügigen Gang nach hinten. Eine Schwester begrüßt dich mit den Worten „Guten Morgen Frau Doktor“ – so mancher Medizinstudent in den vorklinischen Semestern träumt mahr als einmal von solchen oder ähnlichen Situationen. Nun ist es bald soweit: Die Klinik ruft – das Abenteuer kann beginnen. Nachdem dich der Vorgängerband „Abenteuer Medizinstudium“ hoffentlich erfolgreich ins Medizinstudium und durch die vorklinische Ausbildung begleitet hat, soll dich das neue Buch aus dem MEDILEARN-Verlag nun auf dem weiteren Weg zum Facharzt begleiten. Nach vier Semester Vorklinik bist du bereits selbst Experte für das eigentliche Studium, so dass wir uns in diesem Buch voll auf die klinische, also praktische Ausbildung in Studium und Weiterbildungszeit konzentrieren: Beginnend mit den Blockpraktika und den Famulaturen, über da praktische Jahr und das danach zu absolvierende Hammerexamen begleiten wir dich durch die Zeit als Assistenzarzt bis hin zum Facharztgespräch. Der erste große Abschnitt ist dabei von Redaktion MEDI-LEARN geschrieben worden. Neben rein redaktionellen Berichten findest du hier Interviews und Erlebnisberichte direkt von jungen Medizinern. Die Texte sind dabei mit vielen

Onlineverknüpfungen vor allem in das Forum von MEDI-LEARN versehen. Dort findest du mittlerweile über eine Million Beiträge rund um das Studium und die Zeit als junger Assistenzarzt. Die Verweise aus dem Buch zeigen dir den zum Inhalt passenden Bereich in der Community. Hier kannst du deine Lektüre nicht nur in lesender, sondern auch gerne schreibender oder fragender Weise im jeweiligen Thema fortsetzen. Für den zweiten Abschnitt des Buches konnten wir Professor Werner Hansen als Autor gewinnen. Er lässt dich aus dem Blickwinkel eines emeritierten Professors an dem Erfahrungsschatz früherer Medizingenerationen teilhaben. Schon jetzt versprechen wir dir eine spannende Lektüre, die dir ganz sicher viel neue und wertvolle Erfahrungen für deine Tätigkeit in der Klinik bringen wird. Im drittem und letzten großen Abschnitt stellen wir dir die Facharztweiterbildung und die Zusatzweiterbildungen vor – wir hoffen mit dieser tabellarischen Darstellung deinen eigenen Entscheidungsprozeß unterstützen zu können, welche Fachrichtung du letztendlich einschlagen möchtest. Einige Beispieltexte findest du auf dieser Doppelseite. Die an vielen Stellen integrierten Cartoons aus der Feder unseres Cartoonisten Daniel Lüdeling sollen dich nicht zuletzt daran erin-

nern, dass du mit Freude und Spaß nicht nur besser lernst und folglich auch ein besserer Arzt wirst – die Cartoons sollen dich auch daran erinnern, dass Humor und positive Einstellung wissenschaftlich nachweisbar zum Therapieerfolg deiner zukünftigen Patienten beitragen. Deine Aufgabe wird es in der Zukunft unter anderem sein, deinen Patienten genau dies zu vermitteln. Wir hoffen mit diesem Buch mehr als nur den Grundstein für diese und viele andere Fähigkeiten legen zu können, die du in deiner klinischen Ausbildung erlernen wirst. Das Buch „Abenteuer Klinik“ aus dem MEDI-LEARN Verlag mit Informationen und Lesetexten zu mehr als 120 Themen rund um die Medizinerausbildung nach dem Physikum wird voraussichtlich ab Juli im Buchhandel oder direkt bei uns erhältlich sein.

Erstes praktisches Handwerkszeug

Nach dem Physikum erwartet dich der klinische Abschnitt des Studiums und damit endlich Patientenkontakt. Hast du bisher vor allem aus Büchern und in Hörsälen Biochemie, Histologie und Physiologie gelernt, erwirbst du als Nächstes im Untersuchungskurs (kurz: U-Kurs) erstes praktisches Handwerkszeug für den späteren Mediziner-Alltag. Denn viele Krankheiten erkennt der erfahrene Arzt allein durch Anamnese und Untersuchung. Der U-Kurs liegt meist im ersten oder zweiten klinischen Semester, damit du bei den folgenden Famulaturen, dem Unterricht am Krankenbett und im Praktischen Jahr fit bist in Perkussion, Palpation und Gebrauch des Reflexhammers. Er wird auch „interdisziplinärer U-Kurs“ genannt, denn ihr werdet verschiedene Fachbereiche durchlaufen: Neurologie, Pädiatrie, Augenheilkunde, HNO, Psychiatrie, Dermatologie und diverse Stationen der großen Fachgebiete Chirurgie und Innere Medizin. Für den gesamten Kurs stehen nur wenige Wochen zur Verfügung, sodass der Unterricht sehr intensiv ist und der Lernerfolg vom Engagement des Einzelnen abhängt. Parallel wird in der Regel eine Vorlesung angeboten. Eine Unterrichtseinheit dauert 90 bis 120 Minuten und beginnt mit einer kurzen theoretischen Einführung. Im praktischen Teil übst du an deinen Mitstudenten, Modellen oder an Patienten, die die Ärzte nach Krankheitsbild, Bereitschaft zur Befolgung der Therapievorschriften („Compliance“) und nicht zuletzt aufgrund ihrer Einwilligung zur Mitwirkung am U-Kurs ausgesucht haben. In einer kleinen Gruppe mit meist deutlich weniger als zehn Kommilitonen wirst du in die Patientenzimmer geschickt. Nach und nach lernt ihr dort gemeinsam erst die Normalbefunde und dann pathologische Befunde kennen. Häufig wissen die zuständigen Ärzte nicht, was ihr schon könnt. Sprecht sie deshalb darauf an, was ihr wissen und sehen wollt, und stellt viele Fragen. Lieber jetzt mal ahnungslos wirken, als in der Famulatur oder als Arzt wirklich ahnungslos dastehen.

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Sondermodelle in fast grenzenloser Auswahl

Für Mode-Muffel war der Operationssaal lange Zeit ein nahezu paradiesischer Ort: Alle dort Beschäftigten trugen von Kopf bis Fuß Arbeitskleidung in derselben Farbe, nämlich je nach Klinik in Grün oder Blau. Die amerikanischen Fernseh-Serien „Scrubs“ und „Grey’s Anatomy“ zeigten, dass es auch anders geht – und seither erfreuen sich bei deutschen Medizinern und Patienten die von den Schauspielern getragenen, kunterbunten OP-Kappen und -Hauben aus Baumwolle wachsender Beliebtheit. Das Angebot an Farben und Motiven ist so gut wie grenzenlos und bietet reichlich Gelegenheit zum persönlichen Ausdruck. An deiner Kappe erkennt jeder sofort, ob du ein Tierfreund, ein Comic-Fan oder ein harter Rocker bist. Weitere Vorteile: In der Kinderchirurgie finden die kleinen Patienten das OP-Team neuerdings weniger bedrohlich, wenn es Hauben mit Dino- oder Pferdemotiven trägt. Und in einer Arbeitsumgebung, in der Kosmetik und teure Frisuren praktisch nicht zu sehen und manche Schmuckstücke sogar verboten sind, lassen sich mit den angesagten Kopfbedeckungen endlich ein paar ästhetische Akzente setzen: „Ich habe bereits zehn Hauben gesammelt. Die Violette mit Blumenmuster gefällt mir am besten – die bringt meine Augen super zur Geltung!“, schwärmt eine Jungmedizinerin. Wie so oft hat das postmoderne Streben nach Individualität seinen Preis, denn es war bekanntlich schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Während die herkömmlichen Einweg-Hauben in Standardfarbe kostenlos gestellt werden, legst du für ein Sondermodell mit Dinos, Pferden oder floralem Design gut und gerne zehn Euro auf den Tisch. Das kostbare Stück ist natürlich wiederverwendbar, zumal die Baumwoll-Kappen ohne Weiteres mit der restlichen OPKleidung gewaschen werden könnten. Zu lösen bliebe das logistische Problem, alle Mitarbeiter anschließend wieder unter die jeweils richtige Haube zu bringen. Sonst unterstreicht irgendwann das violette Blumenmuster der Jungmedizinerin den finsteren Blick ihres Chefarztes.

Auf Augenhöhe mit dem Patienten sprechen

Vieles im Mediziner-Alltag ist echte Handarbeit, doch in der Beziehung zwischen Arzt und Patient stellt das Gespräch die wichtigste Ebene dar. Das Studium bereitet dich auf diesen zentralen Aspekt deines Berufs nicht wirklich vor, aber mit etwas Einfühlungsvermögen und gesundem Menschenverstand kommst du trotzdem in den meisten Fällen gut zurecht. Denn wie so oft gilt auch hier die einfache Regel: Geh mit anderen so um, wie du es selbst gerne hättest. Sicher findest du es beispielsweise nicht gut, wenn man von oben herab mit dir spricht. Doch genau das passiert am Krankenbett ständig, und für ein paar Worte beim Vorbeibringen der Medikamente oder Servieren des Essens geht das selbstverständlich in Ordnung. Aber schon für eine oder zwei Minuten lohnt sich der Griff zum nächsten freien Stuhl, um buchstäblich auf Augenhöhe mit dem Patienten zu reden. Du signalisierst ihm damit Zuwendung, Wertschätzung und die Bereitschaft, dir gegebenenfalls für seine Fragen Zeit zu nehmen. Ganz ähnlich wie bei der Medikation kommt es jedoch bei der Kommunikation auf die richtige Dosis an. Der Kranke hat das Recht auf ein ordentliches Gespräch, und sei es je nach Situation auch nur ein kurzes. Dein sonstiges Arbeitspensum musst du trotzdem schaffen, und manchmal ist es besser, ihn einfach schlafen zu lassen. In einer Klinik zu liegen, ist nämlich für sich genommen anstrengend genug: Vielleicht war die Nacht unruhig, weil der Zimmernachbar schnarcht. Trotzdem wird man spätestens um 7 Uhr geweckt und hört von da an selbst durch die geschlossene Tür den ganzen Tag Telefone, Alarme und so weiter. Andererseits kann der Klinikaufenthalt auf Dauer unfassbar langweilig sein. Lesen ist möglicherweise jetzt zu anstrengend und Fernsehen kein Ersatz für „echte“ Unterhaltung. Vor allem jene Menschen, die nur selten oder nie Besuch bekommen, sind deshalb wahrscheinlich sehr dankbar für die kurzen Momente, in denen du dich einmal ganz ohne konkreten Anlass zu ihnen setzt, sofern es deine Arbeitsbelastung zulässt.


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Die Community für Medizinstudenten junge Ärzte www.medi-learn.de

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Feine Nadeln gegen Niesattacken Jährlich werden an der TU Dresden 2500 Allergie-Behandlungen mit Akupunktur durchgeführt von Holger Ostermeyer

MEDI-LEARN bietet dir insgesamt 14 Startseiten mit diversen Informationen zu den Abschnitten auf dem Werdegang zu Arzt. Vom Abitur bis hin zur Facharztprüfung. Mehr unter www.medi-learn.de /

Allergien sind eine überschießende Abwehrreaktion des menschlichen Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (im Foto: eine Hausstaubmilbe).

Die MEDI-LEARN Foren sind der Treffpunkt für Medizinstudenten und junge Ärzte – pro Monat werden über 42.000 Beiträge von den rund 41.000 Nutzern geschrieben. Mehr unter www.medi-learn.de /foren

MEDI-LEARN wird lokal. Für jede Uni in Deutschland hat MEDI-LEARN eine eigene Seite mit diversen Informationen rund um Finanzen & Wohnen, Freizeit & Party, Ausbildung & Lehr u.v.m. Mehr unter www.medi-learn.de /

Studienplatztauschbörse, Chat, Gewinnspielkompass, Auktionshaus oder Jobbörse – die interaktiven Dienste von MEDI-LEARN runden das Onlineangebot ab und stehen allesamt kostenlos zur Verfügung. Mehr unter www.medi-learn.de

Von Anfang an in guten Händen: Der MEDI-LEARN Club begleitet dich von der Bewerbung über das Studium bis zum Hammerexamen. Exklusiv für dich bietet der Club dir umfangreichen Service. Mehr unter www.medi-learn.de/club

Bewerberworkshop Worauf legen Chefärzte wert? Ansprechpartner und Termine unter www.aerzte-finanz.de

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eine Nadelstiche können gegen Niesattacken und tränende Augen helfen. Dr. Bettina Hauswald, Fachärztin für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden behandelt seit 25 Jahren Allergiepatienten erfolgreich mit Akupunktur. In Rahmen eines Symposiums im Medizinisch-Theoretischen Zentrum der Medizinischen Fakultät der TU Dresden würdigen Ärzte und Wissenschaftler das langjährige Engagement der Allergologin und gaben einen Überblick über die Wirkung der alternativen Therapie. Der erfolgreiche Einsatz der Nadeln beispielsweise gegen Heuschnupfen und Hausstaubmilbenallergie bewahrte auch zahlreiche Künstler davor, ihren Bühnenberuf gesundheitsbedingt aufgeben zu müssen. So zählen der Dresdner Bariton Olaf Bär und etliche Musiker der Sächsischen Staatskapelle sowie der Dresdner Philharmonie zu ihren Patienten. Auch zahlreiche Prominente – allen voran Prinz Ale-

xander von Sachsen – bekamen dank der Akupunkturtherapie von Dr. Bettina Hauswald ihre Allergien unter Kontrolle. Insgesamt zählt die Klinik jährlich 2500 dieser Behandlungen. Die große Dankbarkeit der Patienten drückt sich auch in der Präsenz von Künstlern auf dem Symposium aus: Das Quartett der Staatskapelle eröffnet die Veranstaltung musikalisch, die Maler Christoph Wetzel und Eckhard Kempin stellen anlässlich des Jubiläums

Mit der Etablierung des UniversitätsAllergieCentrums (UAC) am Dresdner Uniklinikum wurde die von Dr. Bettina Hauswald über zwei Jahrzehnte geleistete Arbeit und der dabei angesammelte Wissensschatz auf besondere Art gewürdigt: Als vom Klinikumsvorstand ernannte „Bereichsbeauftragte für Weiterbildung und Alternative Medizin“ trägt sie künftig dazu bei, die Rolle der Akupunktur in der fachübergreifenden

» Große Dankbarkeit der Patienten « Werke in der Allergie- und Akupunkturabteilung der HNO-Klinik aus. Die Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde des Dresdner Uniklinikums spielte in den vergangenen 20 Jahren eine wichtige Rolle bei der Anerkennung der Akupunktur als Therapie bei Heuschnupfen und weiteren Krankheiten. Eine der weltweit ersten wissenschaftlichen Studien zur Wirkung der Nadeln bei der Behandlung von Allergiepatienten wurde noch in den 1980-er Jahren von Dr. Hauswald in Dresden initiiert und 1989 veröffentlicht. Sie lieferte den Anstoß zu weiteren Forschungsvorhaben auf diesem

Versorgung von Allergiepatienten weiter zu stärken. „Durch ihr beeindruckendes Engagement für diese Therapie und ihr einnehmendes, unverwechselbares Wesen ist Frau Dr. Hauswald seit vielen Jahren eine wichtige Botschafterin des Universitätsklinikums und der HNO-Klinik“, sagt Professor Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums. Die Fachärztin für HalsNasen-Ohrenheilkunde und Allergologin hat früh begonnen, ihr Wissen in die Welt zu tragen. So ist sie nicht nur regelmäßiger Gast bei internationalen Tagungen, sondern organisiert auch Arzt-Kurse zum Thema „Allergologie in der HNO-Heilkunde“. Ende März fand unter ihrer Leitung bereits der 28. Grundkurs statt. Hinzu kommen zahlreiche Kurse, in denen bereits mehrere hundert Ärzte das Akupunktieren von ihr gelernt haben.

HILFE FÜR VIELE KÜNSTLER

BEKANNTE

Gebiet, so dass sich das Anwendungsspektrum ständig ausweitete. Am Dresdner Universitätsklinikum wurde unter anderem auch die Wirksamkeit des Heilverfahrens der traditionellen chinesischen Medizin bei Nesselsucht – Urtikaria – sowie bei bestimmten Schmeckstörungen nachgewiesen.

Allergien sind eine überschießende Abwehrreaktion des menschlichen Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe – wie Pollen im Falle von Heuschnupfen. Typische Symptome sind hier geschwollene und Sekret absondernde Nasenschleimhäute, Niesattacken oder tränende Augen. Die Akupunktur wirkt unter anderem abschwellend, nimmt den Patienten Schmerzen und beruhigt ihn. Zwar gibt es Medikamente, die ähnlich wirken, doch bei einigen schwerer betrof-

fenen Patienten lösen sie deutliche Nebenwirkungen aus – beispielsweise Müdigkeit oder schwer beeinträchtigte Schleimhäute. So im Fall des in Dresden geborenen und weltweit gefragten Baritons Olaf Bär. Er ist gleichermaßen von Heuschnupfen und Hausstaubmilbenallergie betroffen. „Wenn man ständig unterwegs ist und viel in Hotels schläft, ist das ein großes Problem“, so der Sänger. Während man sich zu Hause auf die von Milben verursachte Allergie einstellen könne, sei dies in Hotels mit ihren Teppichen und den nicht speziell geschützten Betten nicht möglich. Statt Medikamenten setzt der auch als Professor an der Dresdner Musikhochschule tätige Künstler auf Akupunktur. Denn die Nebenwirkungen der Arzneimittel – sie reizten seine Schleimhäute übermäßig – schränkten ihn stark ein.

ANGENEHME ATMOSPHÄRE IN DER AMBULANZ GELOBT „Die Akupunktur lindern meine Beschwerden so weit, dass ich keine Konzerte mehr absagen muss“, berichtet Olaf Bär, der sich unter anderem von Dr. Bettina Hauswald im Uniklinikum akupunktieren lässt. Er lobt auch die angenehme Atmosphäre in der Ambulanz sowie die Zeit und Ruhe, die den Patienten dabei eingeräumt werde. Die Erfahrungen mit der Nadeltherapie zeigten früh, dass sie neben den allgemein bekannten Wirkungen weitere Effekte hat, die in der Zwischenzeit wissenschaftlich nachgewiesen wurden: So erhöhen sich nach der Akupunktur bestimmte Botenstoffe des Immunsystems und hemmen damit die unerwünschten Abwehrreaktionen. Darunter auch die, die bei Heuschnupfenpatienten oder anderen Allergikern durch Pollen ausgelöst werden. Durch den zusätzlich vom akupunktierten Organismus gebildeten Botenstoff – das Interleukin 10 – kann ein Teil der Patienten nach einer über drei Jahre angelegten Therapie drei oder vier weitere Jahre beschwerdefrei leben. Fortsetzung im Digitalen Nachschlag ®

Das SEIRIN -Akupunktur-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Akupunktur, den wir dir in Kooperation mit 3B Scientific und SEIRIN in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/akupunktur


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Engagierte Lehrerin und Ärztin Dr. Jana Jünger erhielt Fakultätenpreis

Einblick in Organe und Gewebe In-vivo-Mikroskopie liefert dreidimensionale Bildsequenzen in höchster Auflösung

von Verena Wirwohl

von Dr. Uta von der Gönna

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ür exzellente Lehre in der Medizin wurde Privatdozentin Dr. Jana Jünger von der Medizinischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ausgezeichnet. Die Hochschullehrerin und Oberärztin erhielt den mit 30.000 Euro dotierten Ars-legendi-Fakultätenpreis, der vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und dem Medizinischen Fakultätentag (MFT) vergeben wird. Jana Jünger blickt auf ein langes Engagement für die medizinische Lehre zurück. In Heidelberg hat sie bereits in den 1990er Jahren die Entwicklung des reformierten Regelstudiengangs mit vorangetrieben. Maßgebliche Impulse für die Einrichtung eines Skillslab, die Einführung von Kommunikationstrainings für Studierende und des „Kompetenzzentrums für Prüfungen in der Medizin Baden-Württemberg“ gingen von ihr aus. Durch die Leitung des Kompetenzzentrums gibt sie länderübergreifend wichtige Anregungen für die Einführung klinisch-praktischer Prüfungsformate und Prüferschulungen. So wird sie unter anderem am 23. Juni in Rostock einen entsprechenden Workshop für die Medizinischen Fakultäten ausgestalten. Besondere Verdienste erwarb sich die Preisträgerin auch bei dem postgraduierten Studiengang „Master of Medical Education (MME)“. Der interfakultäre Studiengang fungiert nunmehr seit dem Jahr 2004 als Gütesiegel für Lehrende an Medizinischen Fakultäten. Träger des Studiengangs ist der Medizinische Fakultätentag mit seiner Akademie für Ausbildung in der Hochschulmedizin (AHM). Als Betreuerin, Modulleiterin und Mitglied der Studiengangsleitung an der Universität Heidelberg unterstützt sie die Teilnehmer aus den deutschsprachigen Fakultäten dabei, die Lehre in der Medizin auf höchstem Niveau zu praktizieren. Fortsetzung im Digitalen Nachschlag

wei-Photonen-Intravitalmikroskopie ermöglicht es, Immunprozesse unmittelbar an Schleimhäuten zu verfolgen. Das Verfahren ist Forschungsschwerpunkt von Professor Andreas Gebert, der seit Beginn des Wintersemesters das Institut für Anatomie II am Universitätsklinikum Jena (UKJ) leitet. Unser Darm leistet Höchstarbeit: Die Schleimhaut mit einer Oberfläche von etwa 400 Quadratmetern und einer Dicke von nur wenigen

Dutzend Mikrometern soll zum einen lebenswichtige Nährstoffe in den Körper aufnehmen und zum anderen gewappnet sein gegen eindringende Krankheitserreger, denn das Innere des Darmes gehört eigentlich zur Außenwelt. „Im Darmepithel laufen ausgeklügelte Abwehrprozesse ab, die wir mit Hilfe einer speziell angepassten Zwei-Photonen-Mikroskopie im lebenden Organismus beobachten können“, beschreibt Gebert sein Spe-

Umfassende Karte des Gehirns erstellt Uni Rostock ehrt Professor Karl Zilles von Ingrid Rieck

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inen der bekanntesten deutschen Mediziner und Neurowissenschaftler hat die Universtität Rostock mit der Ehrendoktorwürde geehrt. Professor Karl Zilles leitet das Institut für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich sowie das C. & O. VogtInstitut an der Universität Düsseldorf. Er hat sich insbesondere um die so genannte Hirnkartierung verdient gemacht, bei der mittels moderner Bildgebung eine Art Landkarte für die verschiedenen Hirnregionen angelegt wird. „Professor Zilles ist der herausragende Neurowissenschaftler in Deutschland“, betont Professor Dr. Andreas Wree, Direktor des Instituts für Anatomie an der Universität Rostock. Bei seinem Vorhaben einer umfassenden Hirnkartierung arbeite er nicht nur mit gesunden Probanden, sondern auch mit Menschen, die unter neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen leiden. „Professor Zilles verbindet dabei Elemente der Spitzenforschung und der Grundlagenforschung mit klinischer Forschung in einzigartiger Weise“, so Professor Wree.

Die nationale und internationale Bedeutung von Professor Zilles lasse sich an einigen höchst beeindruckenden Zahlen ablesen, so Professor Wree. „Professor Zilles ist der meistzitierte nicht-klinische Wissenschaftler und Anatom im deutschsprachigen Raum. Weltweit wird er aktuell unter den 100 meistzitierten Wissenschaftlern in der Kategorie Neurowissenschaften geführt und ist damit der bestplatzierte deutschsprachige Wissenschaftler.“ Aus der Feder von Professor Zilles und seiner Arbeitsgruppe stammt ein bemerkenswertes Schriftenwerk: Der Wissenschaftler ist Autor oder Ko-Autor von mehr als 70 Büchern und Buchbeiträgen. Hinzu kommen mehr als 500 Originalarbeiten und fast 600 veröffentlichte Vorträge sowie 15 Erfindungsmeldungen oder Patente. Seit 2003 ist Professor Zilles zudem Sprecher des Programms „Function and Dysfunction of the Nervous System: From Molecules to Systems“ der Helmholtz-Gemeinschaft der Forschungszentren und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

zialgebiet. Die Bildsequenzen, die aus den mikroskopischen Aufnahmen entstehen, sind beeindruckend: Wie Passagiere einer überfüllten Straßenbahn, die zum Ausgang drängen, bewegen sich die Lymphozyten durch die innere Deckzellschicht der Darmschleimhaut und ändern dabei wie Amöben ständig ihre Form. Die Mikroskopie-Technik verspricht neue Erkenntnisse zum Ablauf der Immunabwehr oder von Reparaturprozessen nach kleinen Beschädigungen.

So könnte sie zum Beispiel ein besseres Verständnis von akuten und chronischen Entzündungen in der Schleimhaut ermöglichen. Die In-vivo-Mikroskopie bietet auch neue Einblicke in andere Organe und Gewebe. „Wir können Gewebestrukturen in Darm, Auge, Haut oder den Atemwegen dreidimensional und mit höchster Auflösung im Zeitverlauf darstellen“, so der Anatom. Zusätzliche Fluoreszenzmarkierungen erlauben die

Beobachtung molekularer Prozesse, und durch die Nano-Laserchirurgie können einzelne Zellen gezielt manipuliert werden. „Dieser experimentelle Ansatz bietet hochinteressante Anknüpfungspunkte für Kooperationen zum Beispiel mit Immunologen, Zellbiologen, Gastroenterologen, Mikrobiologen und Physikern“, freut sich der 48-Jährige auf neue Projekte in Jena. Auf die Frage, was die Lymphozyten auf ihrem Weg in der Darmschleimhaut treibt, möchte er gemeinsam mit Mathematikern und Informatikern nach Antworten suchen. Der in Oldenburg geborene Mediziner studierte, promovierte und habilitierte sich an der Medizinischen Hochschule Hannover, arbeitete zwischenzeitlich in der Anatomischen Anstalt der Universität München und leitete zuletzt eine eigene Arbeitsgruppe an der Universität zu Lübeck. Von dort bringt er die Idee zu einem einwöchigen Kompaktkurs Anatomie zur Vorbereitung auf das Physikum mit, den er auch in Jena etablieren möchte. Seit Beginn dieses Jahres ist er in die regulären Lehrveranstaltungen der Anatomie eingebunden. „Wir wollen den Studierenden mit unserer Erfahrung so effektiv wie möglich dabei helfen, den umfangreichen anatomischen Lernstoff zu bewältigen. Auf Augenhöhe mit den Studierenden wollen wir das notwendige Grundverständnis schaffen, optimal auf die Klinik vorbereiten und natürlich auch aufs Physikum.“ Das 3B-Scientific Anatomie-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Anatomie, den wir dir in Kooperation mit 3B Scientific in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/anatomie

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN Verlag GbR, ISSN 1860-8590 Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn Telefon 04 31/780 25-0, Fax 04 31/780 25-262 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Jens Plasger (Redaktionsleitung), Christian Weier (V.i.S.d.P.), Kare Ahlschwede (Chef vom Dienst), Dr. med. Marlies Weier, Nina Dalitz, Susanne Kleemann, Kim Garnier, Peter Sporns, Miriam Goß, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld Layout & Graphik: Fritz Ramcke, Kristina Junghans Berichte: Redaktion MEDI-LEARN, Annika Simon, Jan-Peter Wulf, Lea M., Karl-Heinz Silbernagel (Deutsche Ärzteversicherung), Olga Kogan, Kirsten Standke Druck: Druckerei + Verlag Wenzel, Am Krekel 47, 35039 Marburg/Lahn, Telefon 0 64 21/17 32 60, Fax 0 64 21/17 32 69 Anzeigenbetreuung: Christian Weier, Dorfstraße 57, 24107 Ottendorf bei Kiel Telefon 04 31/780 25-0, Fax 04 31/780 25-262 E-Mail: christian.weier@medi-learn.de. – Es gilt die Anzeigenpreisliste 02/2005. Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, www.pixelquelle.de, Artikelautoren, www.flickr.com, Thomas Stoffels Erscheinungsort: Marburg Die MEDI-LEARN Zeitung erscheint fünfmal pro Jahr und wird als Beilage der Zeitschrift Via medici aus dem Georg Thieme Verlag, Stuttgart, zugelegt. Der Bezug ist für Abonnenten der Via medici in deren Abonnement bereits enthalten. Der Einzelpreis beträgt 1,90 €. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos etc. kann der Verlag keine Gewähr übernehmen. Nachdruck – auch in Auszügen – nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung. Der Verlag kann für Preisangaben keine Garantie übernehmen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bei allen Gewinnspielen und Aktionen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Anregungen und Redaktionskontakt per E-Mail unter redaktion@medi-learn.de. Verlosung: Bei allen Verlosungen in dieser Ausgabe ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der Einsendeschluss ist am 30. Juni 2011. Die Gewinner werden regelmäßig im Internet unter www.medi-learn.de/gewinner bekannt gegeben. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungsberichten und anderen Artikeln und belohnen die Autoren mit Fachbüchern. Alle weiteren Infos findest du unter www.medi-learn.de/artikel.

In den Foren gelauscht

Wie stehen die Chancen?

Für Studienbewerber ist es eine der wichtigsten Fragen diejenige nach den persönlichen Chancen im Bewerbungsverfahren bei ZVS oder Hochschule. Seit Jahren sind Spekulationen um NC und Wartesemester DAS Thema, von dem viele Studienbewerber ein Lied mit vielen, vielen Strophen zu singen wissen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der entsprechende Beitrag in den Foren nunmehr über 400 Seiten an Antworten erzeugt hat, die du nachlesen kannst unter: www.medi-learn.de/MF36121

Direkter Draht zur ZVS

Die ZVS hat sich dankenswerter Weise bereit erklärt, auf interessante, ausgewählte Fragen junger Studienbewerber im Rahmen einer Kolumne unserer wöchentlich erscheinenden Online-Zeitung im sprichwörtlichen Sinne direkt „Rede und Antwort“ zu stehen. Ihr habt also die Möglichkeit, Fragen an die Redaktion zu schicken, die dann von der ZVS beantwortet und bei uns auf der Webseite veröffentlicht werden. Alles weitere unter: www.medi-learn.de/MF42919

Strategie für das Auswahlverfahren?

Mit 60 Prozent wird ein Großteil der Studienplätze durch die Universitäten vergeben, von denen einige auch Auswahlgespräche führen. Jährlich werden hier von Uni zu Uni unter Umständen auch im Verfahren wichtigen Angaben und Voraussetzungen mitunter geändert. Glücklicherweise findet sich in den Foren unter dem Titel „Strategie für AdH“ ein Beitrag mit ausführlichen Angaben von Kommilitonen, nachzulesen unter: www.medi-learn.de/MF38265

Bewerbung um einen Platz im hohen Semester

Nicht alles muss immer direkt zum Erfolg führen, auch der indirekte Weg kann weiter helfen – so auch beim Thema Direktbewerbung um einen Studienplatz im höheren Fachsemester. Was tun zum Beispiel wenn man das Studium einmal angefangen hatte, aus wichtigen Gründen unterbrechen musste und sich nunmehr wieder fit fühlt, weiter zu studieren? Antworten auf diese gar nicht mal so seltene Frage findest du unter: www.medi-learn.de/MF43227

Wichtiger Meilenstein

In den vorklinischen Semestern ist es das Fach der Fächer: Anatomie! Aktuell bieten wir euch übrigens zusammen mit 3B Scientific ein großes Anatomie-Special online unter: www.medi-learn.de/3B-Anatomie Erfahrungsgemäß heiß begehrt ist auch der Erwerb des AnatomieScheines, den in Händen zu halten ein wichtiger Meilenstein jedes Jungmediziners auf seinem Weg durch die Vorklinik darstellt. Doch wie lange läuft eigentlich der Kurs an den einzelnen Universitäten und welche lokalen Besonderheiten gibt es? Wenn du neugierig geworden bist, lies mit unter www.medi-learn.de/MF43396


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NEU! Der Hammerplan von MEDI-LEARN

Gut gerüstet für die Auslandsfamulatur Versicherungspaket nach dem Baukastenprinzip bietet passende Lösungen für den Einzelfall von Karl-Heinz Silbernagel

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In 100 Tagen zum 2. Staatsexamen Der 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung umfasst laut neuer AO das gesamte klinische Wissen, so dass die geforderte Stoffmenge kaum zu bewältigen scheint. Eine genauere Analyse der bisherigen Hammerexamina hat jedoch gezeigt, dass inhaltlich eine große Übereinstimmung mit dem alten 2. Staatsexamen gegeben ist, während der Stoff des alten 1. Staatsexamens kaum geprüft wird.

eheimtipp vorweg für deine Auslandsfamulatur: Ein kleiner Beutel mit Loperamid, Ibuprofen, Paracetamol, Fenistil-Gel und Metoclopramid-Tropfen hat noch nie geschadet. Und da wir beim Thema Vorsorge und Absicherung sind ein zweiter Tipp: Die richtige Versicherung über die vor einer Famulatur in einem fremden Land nachzudenken ist. Was raten die Versicherer, die sich auf medizinische Heilberufe spezialisiert und seit Jahrzehnten junge Mediziner in ihr Famulaturland begleiten? Hierzu Patrick Weidinger, Rechtsanwalt und Spezialist für Haftpflicht bei der Deutschen Ärzteversicherung: „Für den Famulant steht ja das erste praktische Tun am Patienten an der Spitze und somit ist die Haftpflichtversicherung ein absolutes Muss. Sie sichert die beruflichen und privaten Haftpflichtrisiken ab, bezahlt, wenn die Forderung berechtigt ist und wehrt unberechtigte Forderungen ab. Wichtig ist – zweitens – auch die Unfallversicherung, denn sie schützt weltweit und rund um die Uhr. Die Absicherung sollte neben dem unerlässlichen Invaliditätsschutz in jedem Fall auch Bergungskosten enthalten. In dem Zusammenhang ist – drittens – die Kran-

Neben Flugticket und der Gültigkeitsdauer des Reisepasses ist vor längeren Auslandsaufenthalten noch manches andere zu bedenken.

kenversicherung anzusprechen. Natürlich hat jeder Student eine Krankenversicherung. Diese gilt jedoch, wenn sie über eine gesetzliche Krankenkasse besteht, nur für Deutschland. Das bedeutet im Klartext, dass das Kostenrisiko beim Famulant liegt. Eine Auslandskrankenversicherung einschließlich angemessener Regelung für den Fall eines Rücktransportes aus medizinischen Gründen ist deshalb unbedingt zu empfehlen.“

Damit das Thema Versicherung nicht zum Alptraum wird, hat die Deutsche Ärzteversicherung ein „Famulaturpaket“ für das Ausland geschnürt. Dies bündelt die für einen Famulanten notwendige Vorsorge im Bereich Berufs- und Privathaftpflicht-, Unfall- und Auslandsreisekrankenversicherung. Diese Versicherungen lassen sich bequem im Baukastenprinzip ganz nach den persönlichen Bedürfnissen kombinieren. Informationen hierzu können unter

info@aerzteversicherung.de oder Telefon 0221/148 22700 angefordert werden. Und noch ein Tipp: Von über 60 Ländern hat die Deutsche Ärzteversicherung die wichtigsten Informationen für eine Famulatur zusammengestellt. Diese „Länderinfos“ mit Basisdaten über Land und Leute, Einreisebestimmungen, wichtigen Adressen, Fördermöglichkeiten und vieles mehr sind unter www.aerzteversicherung. de kostenlos zu bestellen.

Entscheidendes Kriterium ist die Schwere Bundesgerichtshof präzisiert Aufklärungspflicht des behandelnden Arztes von Dr. Heiko Lehmkuhl, Rechtsanwalt in Berlin mit Arbeitsschwerpunkt Medizinrecht

D Dieser Analyse folgend haben wir einen Lernplan zusammengestellt, in dem der Lernstoff auf das Wesentliche reduziert, strukturiert und auf 100 Tage verteilt wurde. Der 100-Tage-Lernplan und ausführliche Erläuterungen mit zusätzlichem Kreuzplan stehen im Internet zur Verfügung unter www.medi-learn.de/ hammerplan

Deine Meinung ist uns wichtig! Wie gefällt dir diese Ausgabe unserer MEDI-LEARN Zeitung? Unter www.medi-learn.de/gw121 findest du einen kurzen Fragebogen mit drei Fragen zu dieser Ausgabe. Wir würden uns freuen, wenn du uns deine Meinung mitteilst. Mitmachen lohnt sich: Unter allen Teilnehmern verlosen wir Fachbücher im Wert von 300 Euro. Einfach Fragebogen ausfüllen und schon bist du dabei!

ie Aufklärung über Risiken einer geplanten Behandlung gehört aus juristischer Sicht zu den wichtigsten Pflichten eines Arztes im Umgang mit seinem Patienten. Die generelle Auffassung des Bundesgerichtshofs zur Aufklärung durch den Arzt ist, dass der Patient durch sie „im Großen und Ganzen“ wissen müsse, worin er einwilligt. Dazu muss über die Art des bevorstehenden Eingriffs und seine nicht ganz außerhalb der Wahrscheinlichkeit liegenden Risiken informiert werden, falls diese für die Entscheidung des Patienten bedeutsam sind und sie nicht aufgrund der Art des Eingriffs ohnehin auch für einen medizinischen Laien ersichtlich sind. Dem Patienten ist also vom behandelnden Arzt eine allgemeine Vorstellung von der Schwere des beabsichtigten Eingriffs und den spezifischen mit ihm verbundenen Risiken zu vermitteln, ohne diese zu beschönigen oder zu verschlimmern. Dabei ist nicht die Häufigkeit entscheidend, mit der ein Risiko tatsächlich zu einer Komplikation führt. Auch wenn sie nur in sehr seltenen Fällen auftritt, muss vor der Einwilligung des Patienten über eine mögliche Komplikation aufgeklärt werden, wenn diese zu einer besonders schweren Belastung für seine Lebensführung führen würde. Klinisches Beispiel für eine Aufklärungspflicht ungeachtet der Seltenheit der Komplikation ist das subdurale Hygrom (Flüssigkeitserguss) infolge einer Spinalanästhesie oder Lumbalpunktion. Vor Gericht verhandelt wurde der Fall einer Krampfaderoperation mit Spinalanästhesie aus dem Jahr 2003. Im Schädel des Patienten bildeten sich anschließend Hygrome, die in einem Krankenhaus zwei Monate später auf den dann angefertigten CT-Bildern nicht erkannt wurden, sondern erst 48 Stunden später in einer anderen Klinik. Dort wurde der Pa-

tient am folgenden Tag zur Therapie der Hygrome am Kopf operiert. Durch eine Punktion der Dura im Zuge einer Rückenmarksnarkose oder einer Lumbalpunktion kann ein sogenanntes Liquorunterdrucksyndrom entstehen, das relativ häufig zu postspinalen Kopfschmerzen und in sehr seltenen Fällen zu subduralen Hygromen führt. Die Erfordernis einer Kopfoperation und damit verbundene Gefahr von Dauerschäden würde dann allerdings eine erhebliche Belastung

des Patienten darstellen, so dass dieser unabhängig von der geringen Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Komplikation über deren Möglichkeit und Schwere aufzuklären ist, urteilten die Richter. Vom ehernen Grundsatz der Pflicht zur Aufklärung des Patienten macht die deutsche Rechtsprechung jedoch zwei in der Praxis bedeutsame Ausnahmen: War dem Arzt selbst vor der Behandlung ein bestimmtes Risiko nicht bekannt und musste ihm auch nicht bekannt sein,

so liegt eine Pflichtverletzung nicht vor und seine Haftung entfällt. Das ist selbstverständlich der Fall, wenn dieses Risiko insgesamt noch nicht bekannt war. Dasselbe gilt aber auch, wenn es nur in anderen medizinischen Spezialgebieten – aber nicht im Fachgebiet des betroffenen Arztes – diskutiert wird. Ob eine derartige Ausnahme in Betracht kommt, wird ein Gericht wohl in aller Regel nur mit Hilfe von Sachverständigen klären können.

Famulatur im Ausland? Aber bitte mit großem Schutz, für kleines Geld! Auch wenn Sie nicht gleich in eine Dschungelklinik gehen – eine Auslandsfamulatur bringt immer Risiken mit sich, für die kein Versicherungsschutz besteht. Haftpflicht, Unfall, Krankheit: Schützen Sie sich mit dem Auslands-Famulatur-Paket der Deutschen Ärzteversicherung. Sichern Sie sich eine sorglose Zeit – schon ab 17,90 Euro im Monat! Rufen Sie uns an unter 02 21 / 14 82 27 00. Oder schließen Sie direkt ab: www.aerzteversicherung.de

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Making of PROMETHEUS Das „Making of“ von Thiemes PROMETHEUS LernAtlas jetzt bei YouTube Einen Blick hinter die Kulissen des Standardwerkes „PROMETHEUS“ kann man jetzt bei YouTube riskieren. Wie entstehen eigentlich die detaillierten Abbildungen? Wer sind die Autoren und Macher? Antworten auf diese Fragen und natürlich auf die unseres Rätsels findet ihr in dem frisch produund publizierten Making of Video. Also ran ans Anschauen, Informieren, Rätsel knacken und Gewinne einstreichen.

Rippen spreizer .de . .LACHEN BIS DIE RIPPEN KRACHEN

Jetzt Video anschauen: www.medi-learn.de/prometheus-video

oder einfach nach „Thieme“ und „Prometheus“ auf YouTube suchen :-)

aum In welchem R med. r. D wird Prof. im er h Udo Schumac Film gezeigt?

Welcher Autor ha t keine Brille (Gesucht ist hier nach dem Nac hnamen)? 2

1

Als der zw ner, Ma eite Zeichrkus Vo ll, vorgestell Körpert t wird, welches eil skelettie liegt im Bild rt im Vo rdergru nd? 3

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Welches Organ ist auf der Stifte-Tasse in Minuten 1:38 „zugedrückt“?

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Um das Lösungswort zu erhalten, musst du einfach nur die Antwort-Buchstaben oben aus den weißen Kreisen mit dem schwarzen Rand in der Reihenfolge der Fragen nach rechts übertragen.

Diese und mehr als 600 weitere Cartoons gibt es in unseren Galerien unter:

Lösungswort

www.Rippenspreizer.de 1

2

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5

6

7

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Gewinnspiel: Trage einfach die Lösung unter www.medi-learn.de/prometheus-gewinnspiel ein.

Die Lehrtafeln

1. Preis: PROMETHEUS LernPaket 2. Preis: PROMETHEUS Schädelpaket 3.-5. Preis: PROMETHEUS LernKarten Anatomie Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Das Gewinnspiel läuft bis 31. Juli 2011.

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Per Postkarte zum Medizin-Studienplatz Teilnahme am Losverfahren der Hochschulen ist unabhängig vom Notendurchschnitt im Abiturzeugnis von Kare Ahlschwede (Redaktion)

L

ängst nicht jeder hat im Abitur die Noten, die für einen Studienplatz in Medizin gefordert sind. Wer im ersten Anlauf vom Postboten eine Ablehnung in den Briefkasten gesteckt bekommt, braucht Geduld – oder Losglück. Denn was längst nicht alle Studienbewerber wissen: Die Universitäten verlosen im Anschluss an das Nachrückverfahren ihre frei gebliebenen Plätze, und für die Teilnahme spielen Zensuren ausnahmsweise keine Rolle. Anstelle komplizierter Formulare und seitenlanger Anträge reicht hierfür eine schlichte Postkarte. Die Gewinner bekommen allerdings oft nur eine vorläufige Zulassung für den vorklinischen Abschnitt, also einen sogenannten Teilstudienplatz. Wenn du den hast, studierst du zwar ganz normal, solltest du dich aber im folgenden Semester gleich wieder bei hochschulstart.de um einen

Vollstudienplatz bewerben. Sonst würdest du am Ende des vorklinischen Abschnitts automatisch exmatrikuliert – was zwar nicht gleich das Ende deiner MedizinerLaufbahn bedeutet, aber eventuell eine weitere Wartezeit bis zur Fortsetzung. Nur Mut: Deine Chancen für einen VorklinikPlatz steigen bei jeder Folgebewerbung, denn das Studieren mit befristeter Zulassung wird als Wartezeit gewertet.

Hören Studenten heute den Begriff „Bologna“, dann denken sie kaum an rote Ziegeldächer oder den Neptunbrunnen, sondern eher an Bachelor und Master. Der Name der norditalienischen Stadt wurde 1999 zum Inbegriff für einheitliche Studienabschlüsse. Mit einer Deklaration wollten die europäischen Bildungsminister damals das grenzüberschreitende Lernen auf dem Kontinent erleichtern. In Deutschland wurden seitdem fast alle Studiengänge auf das neue Leistungspunkte-System umgestellt. Eine der wenigen Ausnahmen, die an den bisherigen Abschlüssen festhalten, ist die Humanmedizin. Aber auch diese Bastion gerät ins Wanken: In Oldenburg und Groningen laufen die gemeinsamen Vorbereitungen für einen „MedizinBachelor“. Einen Überblick über den Stand der Dinge gibt die Broschüre „Medizinstudium, quo vadis? Auf dem Weg zu einer europäischen Ärzteausbildung“ der Hochschulrektorenkonferenz. Ein gedrucktes Exemplar kann kostenlos per E-Mail unter bolognaversand@hrk.de bestellt werden. Im Internet steht die Broschüre außerdem als E-Book unter www.v3mag.de/medizinstudium-quo-vadis/ bereit.

Wie immer gibt es auch zu dieser Ausgabe der MEDI-LEARN Zeitung wieder eine Extraportion für besonders MLZHungrige: Ausgabe 30 unseres Digitalen Nachschlags präsentiert dir weitere spannende Artikel – dieses Mal unter anderem zum Thema Notaufnahme, Innere Medizin und Auslandserfahrungen – und Fortsetzungen von Beiträgen aus der gedruckten Version. All das findest du im Digitalen Nachschlag. Er steht kostenlos als PDF im Internet zur Verfügung. Einfach die folgende Seite aufrufen:

www.medi-learn.de /mlz-nachschlag

WICHTIGES HÄKCHEN IM STUDIENPLATZ-ANTRAG Gegenwärtig werden Teilstudienplätze je nach Verfügbarkeit von den Universitäten in Göttingen, Mainz, Marburg und Regensburg angeboten. Sie werden zunächst im Rahmen des 1. Nachrückverfahrens über hochschulstart.de verteilt. Du bist automatisch mit dabei, wenn du einer

Zuteilung an diese vier oder einfach an alle Hochschulorte in der Bewerbung zugestimmt hast. Dieses Häkchen in

Broschüre informiert über aktuellen Stand der Bologna-Reform

Online geht's weiter

Für die Teilnahme reicht eine ganz normale Postkarte mit Standardtext.

deinem Antrag solltest du unbedingt machen. Allerdings ist dein Erfolg beim Nachrücken von den Abi-Noten abhängig. Bleiben nach dieser Nachrück-Runde noch Teilstudienplätze frei, werden sie von den vier genannten Universitäten verlost. Auch die anderen Hochschulen verlosen je nach Verfügbarkeit ihre frei gebliebenen Vollstudienplätze. Wer alle Chancen nutzen will, schickt je eine Postkarte mit seiner Adresse, Telefonnummer und dem Satz „Hiermit bewerbe ich, Martin Mustermann, mich zur Teilnahme am Losverfahren für das 1. Semester Humanmedizin“ an die Studierendensekretariate sämtlicher Universitäten, an denen das Fach studiert werden kann. Wenn du einen Teilstudienplatz abbekommen hast, musst du dich trotzdem weiterhin über die ZVS für einen Platz für das erste vorklinische Semester bewerben. Falls du damit beispielsweise ein Jahr später Erfolg hast, bist du eigentlich schon im 3. Fachsemester, brauchst aber in der Regel nicht wieder bei Null anzu-

fangen. Stattdessen kannst du bei der Universität, an der du den Vollstudienplatz erhältst, die Anrechnung schon erbrachter Studienleistungen und eine Einstufung in ein höheres Fachsemester beantragen. Du hättest aber auch die Möglichkeit, am neuen Ort mit anderen Dozenten, Veranstaltungsinhalten und so weiter lieber freiwillig von vorn zu beginnen. Sollten deine weiteren Bewerbungen während der vorklinischen Semester erfolglos bleiben, machst du an der bisherigen Uni dein Physikum und wirst danach exmatrikuliert. Nun kannst du dich mit bestandener Prüfung an derselben und an allen anderen deutschen Hochschulen für das erste klinische Semester bewerben. Manche schauen bei der Vergabe auf die Noten des Physikums, andere nicht. So oder so brauchst du die Hände nicht in den Schoß zu legen: Falls diese Bewerbung nicht sofort klappt, könntest du die neuerliche Wartezeit zum Beispiel nutzen, um eine Doktorarbeit zu schreiben.

Wenn das Lernen dich auffrisst Selbstüberforderung stellt eine der größten Gefahren für den Studiumserfolg dar Redaktion MEDI-LEARN

A

ls Medizinstudent bist du im Grunde nie allein: Zumindest das schlechte Gewissen begleitet dich auf Schritt und Tritt. Höchstens direkt nach einer erfolgreichen Klausur streifst du mal ohne Lernstress durch die Läden, bleibst länger im Bett oder schaust ohne Reue deine Lieblingsserie. Aber auch wirklich nur dann. Ansonsten flüstert es bei vielen von uns, sobald wir uns mehr als drei Meter vom Schreibtisch entfernen, unaufhörlich im Hinterkopf: „Eigentlich müsstest du gerade lernen …“

Ich kannte einen Studenten, der sich in der Vorklinik so sehr selbst unter Druck gesetzt hat, dass er jeden Morgen um fünf Uhr aufstand, um vor den Veranstaltungen schon mal eine Runde zu lernen. Abends ging er aus demselben Grund nicht vor Mitternacht ins Bett.

FEIERABEND UM 20 UHR Als ich andererseits mal einer Kommilitonin erzählte, dass ich möglichst nicht länger als bis 20 Uhr etwas für die Uni tue, meinte die gleich: „So wirst du dein Medizinstudium nicht schaffen.“ Sie hat dann selbst noch vor dem Physikum abgebrochen, und ich habe meins bestanden. Das ist im Grunde nur folgerichtig: Selbstüberforderung stellt nämlich eine der größ-

ten Gefahren für den Studiumserfolg dar. Und genau darauf läuft es hinaus, wenn du dir nicht ausreichend Schlaf gönnst, genug Zeit zum Essen nimmst und deine einzige körperliche Betätigung im Umblättern von Buchseiten besteht. Pausen sind beinahe das Wichtigste am Lernen, ob nun im Bett, am Küchentisch oder beim Sport. Aus gutem Grund sind Arbeitszeit und Urlaubsanspruch in jedem Tarifvertrag genau geregelt – nur gibt es leider keinen für das Medizinstudium. Du musst also selbst aufpassen, dass das Lernen dich nicht auffrisst, und rechtzeitig deine Grenzen finden. Es ist gut und richtig, wenn du gewissenhaft studierst und mit Engagement deine Doktorarbeit voran bringst. Aber es hilft weder dir noch irgendjemand sonst, wenn dich dabei ständig ein schlechtes Gewissen quält. Das solltest du wohl eher haben, wenn du über Jahre nicht die Balance findest zwischen dem, was du deiner Zukunft schuldig bist und dem, was das Leben im Hier und Jetzt ausmacht. Klausuren kann man wiederholen – die Jugend nicht.

Nachschlag Die Extraportion Diese Artikel findest du im Online-Teil unserer Zeitung:

Lehre

Privatdozentin mit dem Ars-legendi-Preis geehrt Jana Jünger blickt auf ein langes Engagement für die medizinische Lehre zurück. In Heidelberg hat sie bereits in den 1990er Jahren die Entwicklung des reformierten Regelstudiengangs mit vorangetrieben. Maßgebliche Impulse für die Einrichtung eines Skillslab, die Einführung von Kommunikationstrainings für Studierende und des „Kompetenzzentrums für Prüfungen in der Medizin Baden-Württemberg“ gingen von ihr aus.

Therapie

Schiffsarzt aus Dresden brachte die ersten Nadeln mit Begonnen hatte alles mit ein paar Dutzend Akupunkturnadeln: Der Dresdner Internist Heinz Langer hatte als junger Schiffsarzt China bereist und dabei die Akupunktur erlernt. Ihm war deshalb auch die abschwellende Wirkung der Nadelstiche bekannt. Als er 1986 der HNO-Ärztin Bettina Hauswald anbot, Allergiker zu akupunktieren, nutzte die gerne die Chance und startete selbst bereits im folgenden Jahr eine Studie über die Wirkungen des Verfahrens.

Forschung

Hepatitis-Viren bleiben länger infektiös als bisher bekannt Hepatitis-C-Viren, die Erreger einer schweren Leberentzündung, bleiben außerhalb des Körpers wesentlich länger infektiös als bisher angenommen. Dies konnte Dr. Sandra Ciesek von der Medizinischen Hochschule Hannover jetzt mit einem neuen Zellkulturmodell zeigen. Ihre Tests ergaben außerdem, dass die Viren eine oberflächliche Reinigung mit mehreren Desinfektionsmitteln überstehen. Lange Zeit war es nicht möglich, das Hepatitis-CVirus in Zellkulturen zu vermehren.

Erfahrungsbericht

Wechselbad der Gefühle auf einer Intensivstation Wie einen Alptraum beschreibt Olga Kogan ihre ersten Eindrücke auf einer Intensivstation: „Eine abgetrennte Welt. Ich dürste nach einem Geräusch, aber außer dem Piepsen des Herzkontrollsystems und dem Saugen des Schlauchs in der Nase des Mannes neben mir, gibt es nichts. Der Atem wird unregelmäßig ... Kein Schnaufen, kein Piepsen mehr im Raum ... Mein Herz bleibt stehen, im Hals ein Kloß, die Augen vernebelt. Oh, Gott sei Dank! Das Piepsen setzt wieder ein.“


MEDI-LEARN Zeitung 03/2011  

Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und ersc...

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