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Der Bessere gewinnt

Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

Die Cartoons sind das Herzstück der Internet-Seiten von Rippenspreizer. In Zukunft soll das noch stärker betont werden. Du kannst uns dabei helfen und selbst eine Menge Spaß haben, indem du dich am Cartoon-Matching unter www.rippenspreizer.de beteiligst. Jeweils zwei Cartoons treten dort gegeneinander an. Möge der Bessere gewinnen!

ZEITUNG

Mehr dazu auf den Seiten 6 und 7

Ausgabe 02/11 ∙ März/April 2011 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de ∙ ISSN 1860-8590 ∙ 1,90 €

Ärzte ohne Grenzen Als Chirurg in Nigeria

Weltweit einmalig Anwendungsbezogene Anatomie

Auf Clooneys Spuren Erlebnisse in einem amerikanischen ER

Die Patienten des TEME-Unfallkrankenhauses in Port Harcourt werden ohne Gegenleistung behandelt. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen finanziert die Klinik überwiegend durch Spenden. Der Deutsche Thomas Stoffels arbeitete dort einen Monat in einem internationalen Team.

Ein neuartiger Operationsbereich wurde jetzt im Trainings- und Forschungszentrum des Tübinger Instituts für Anatomie eingeweiht. An elf Arbeitsplätzen können in realistischer OP-Umgebung chirurgische Verfahren an Humanpräparaten erlernt werden.

Als Famulantin war Kirsten Standke in der Notaufnahme des Tallahassee Memorial Hospital im US-Bundesstaat Florida zu Gast. In einem Land, in dem Krankenversicherungsschutz die Ausnahme ist, spielen die ERs eine bedeutende Rolle in der medizinischen Versorgung.

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Psychische Belastungen im Studium Wenn Lernstress die Seele belastet von Annika Simon

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as Medizinstudium zählt nicht ohne Grund weltweit zu den schwierigsten Studiengängen. Während des Semesters ist der Stundenplan meist prall gefüllt und auch in den vorlesungsfreien Zeiten ist durch die obligatorischen Famulaturen an Urlaub und Entspannung kaum zu denken. Kein Wunder, dass mitunter auch die Seele leidet und manch Einer sogar eine ersthafte Depression entwickelt. Wie aber lassen sich die ersten Anzeichen einer solchen psychischen Störung erkennen? Und durch welche Maßnahmen kann man seelischem Dauerstress langfristig vorbeugen? Diesen beiden Fragen widmet sich der folgende Überblicksartikel.

Fallbeispiel: Erschöpfung und soziale Isolation

erschöpft und innerlich ausgelaugt. Sein geliebtes Fußballtraining hat er deshalb zum wiederholten Male abgesagt und selbst zum Essen kann er sich nur schwer motivieren. Obwohl er sich den ganzen Sommer lang sehr auf sein Medizinstudium gefreut hatte, leidet er bereits im 2. Semester unter dem hohen Leistungsdruck im Anatomiekurs und der starken Umstellung nach dem Wohnortwechsel in ein kleines Wohnheimzimmer. Da er am Wochenende viel Zeit in der Bibliothek verbringt, sieht er seine Familie und die alten Schulfreunde aus der Heimatstadt nur noch selten und hat viele seiner Hobbys ersatzlos gestrichen. Auch seine Mutter bemerkt

die Persönlichkeitsveränderungen ihres Sohnes und macht sich große Sorgen: Hat Thomas durch den Lernstress eine ernsthafte Depression entwickelt?

Emotionale und finanzielle Belastungen zu Beginn

Thomas ist längst kein Einzelfall, und seine jüngste Entwicklung ist ein Beispiel für die Belastungen, mit denen Medizinstudierende besonders im ersten Jahr zu kämpfen haben. Durch die begrenzte Anzahl medizinischer Fakultäten, die sich in der Regel in Großstädten befinden, ist

Als Thomas an diesem Montag nach dem Präpkurs nach Hause kommt, fühlt er sich total

der Studienbeginn meist mit einem Wohnortwechsel verbunden. Aufgrund der hohen finanziellen Belastung eines Studiums – Beispiele wären die Studiengebühren vieler Bundesländern oder hohe Lebenshaltungskosten in deutschen Metropolen – ziehen viele Erstsemester zunächst in ein Studentenwohnheim oder versuchen, ein WG-Zimmer zu ergattern. Hier treffen sie dann plötzlich auf viele neue Gesichter und müssen sich auf engstem Raum mit den Lebensgewohnheiten und Eigenarten ihrer Mitbewohner arrangieren. Mit etwas Glück findet man eine beste Freundin fürs Leben und kann mit der neuen Clique gemütlich die Freizeit genießen. Mit etwas Pech hingegen muss man sich täglich vor der Gemeinschaftsküche ekeln und bekommt nachts vor lauter Lärm kein Auge zu. Nicht zu unterschätzen ist weiterhin der hohe Leistungsdruck, der nun auf den Schultern werdender Mediziner lastet: Der Stundenplan ist meist bis in die Abendstunden

ausgefüllt und durch zahlreiche Testate und regelmäßige Prüfungen bleibt auch nach den Präsenzzeiten selten Zeit für Sport oder ähnliche Freizeitaktivitäten.

Langes Lernen am Abend führt oft zu Schlafstörungen

Bei dieser hohen Dauerbelastung ist es meist nur eine Frage der Zeit, bis sich erste körperliche Symptome zeigen. So führt das stundenlange Lernen am Abend häufig zu Einschlafstörungen, die sich über die folgende Tagesmüdigkeit im Sinne eines Teufelskreises negativ auf die Studienleistungen auswirken können.

Fortsetzung auf Seite 2

Inhalt Konkurrenz für Multiple Choice Der Nutzen des Prüfens von Detailwissen für eine ganzheitliche Mediziner-Ausbildung wird seit langem hinterfragt. Nun bekommt Multiple Choice echte Konkurrenz: OSCE heißt eine Prüfungsform, bei der Studierende sich an mehreren Stationen in Theorie und Praxis beweisen können. S. 02

Famulatur

Richtiges Reagieren im Notfall Schon früh wurde im Studium Leas Interesse an der Anästhesiologie geweckt. In einem Lehrkrankenhaus mit mehr als 600 Betten verbrachte sie 30 Tage im OP und 30 Tage auf einer Intensivstation. Unter anderem lernte sie, mit Notfallsituationen richtig umzugehen und interdisziplinäres Denken zu entwickeln. S. 05

Forschung

Akupunktur als Anästhetikum

Der hohe Leistungsdruck während des Medizinstudiums kann ernsthafte Folgen für Seele und Körper haben.

Stipendien sollen Ärztemangel vorbeugen Landkreis Leer zahlt Medizinstudenten bis zu 600 Euro monatlich Redaktion MEDI-LEARN

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it finanziellen Hilfen schon während des Medizinstudiums will der Landkreis Leer die künftige medizinische Versorgung sichern. Ab 2020 werden Ärzte vieler Fachrichtungen in der ost-niedersächsischen Region fehlen, ergab eine Umfrage unter den zurzeit dort tätigen Medizinern: Mehr als 40 Prozent wollten bis dahin in den Ruhestand gehen, und kaum einer von ihnen konnte bisher seine Nachfolge regeln. Im Januar 2011 stimmte daraufhin der Kreisausschuss einem Vorschlag von Landrat Bernhard Bramlage zu, Medizinstudenten mit einem Stipendienprogramm zu fördern. Im Gegenzug verpflichten sich diese, nach dem Examen mindestens drei Jahre als Fach- oder Hausarzt im Kreisgebiet zu arbeiten. 400 Euro winken den fünf Stipendiaten im ersten und zweiten Studienjahr, danach 600 Euro monatlich bis zum

Ende des Studiums. Bei 75 Monaten Förderungs-Höchstdauer kommen so gut 40.000 Euro aufs Konto. Obwohl die Bewerbungsfrist gerade erst begonnen hat und am 15. Oktober endet, haben sich bereits 30 Kandidaten gemeldet, berichtet Anke de Vries, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes in Leer. Neben den üblichen Unterlagen ist in der ersten Runde des Verfahrens ein Motivationsschreiben mitzuschicken. Vor der endgültigen Entscheidung, wer eines der begehrten Stipendien erhält, sollen außerdem Auswahlgespräche geführt werden. Die Regeln des Programms, das zunächst bis 2014 befristet ist und den Landkreis Leer rund 200.000 Euro jährlich kostet, sind einfach: Die Einschreibung für das Studium der Humanmedizin hat an einer deutschen Universität zu erfolgen.

Die Bewerber müssen in D e uts c hla nd unbeschränkt leben und arbeiten dürfen und sollen vorzugsweise aus dem Landkreis Leer stammen. Nach dem Examen sind sie verpflichtet, eine Tätigkeit in der vertragsärztlichen Versorgung entweder in eigener Niederlassung, als angestellter bzw. zugelassener Arzt in einer Vertragsarztpraxis oder einem medizinischen Versorgungszentrum zu beginnen. Weitere Informationen zu diesem Thema kannst du unter folgender Adresse erhalten oder erfragen:

Im Selbstversuch testete der Berliner Allgemeinmediziner Dr. Friedrich Molsberger die schmerzlindernde Wirkung von Akupunktur während einer Leistenoperation. Das Verfahren mit einstündiger Elektrostimulation geht auf den japanischen Chirurgen Yamamoto zurück und kann die Gabe von Lokalanästhetika bei kleineren Eingriffen teilweise ersetzen. S. 08

Praktikum

Emotionale Erfahrung im OP Bei Glatteis war ein 26-jähriger Engländer mit dem Auto gegen einen Baum geprallt. Bereits seit Stunden kämpft ein großes OP-Team um das Leben des Schwerstverletzten, als Neurologen schließlich den Hirntod feststellen. Eine Blockpraktikantin schildert den tragischen Moment. S. 09

Vorsorge

Mehr Informationen:

Landkreis Leer Bergmannstraße 37 D - 26789 Leer (Ostfriesland) Telefon: 0491-926-0 Telefax: 0491-926-1388 E-Mail: info@lkleer.de

Alterspyramide wird zum Döner Das Alterssicherungssystem stößt an seine Grenzen: Immer weniger Berufstätige in Deutschland finanzieren immer mehr Rentner, die immer länger leben. Speziell für Mediziner wurde ein Vorsorgeprodukt entwickelt, dass sich in jeder Lebensphase der Situation und den Bedürfnissen der Versicherten anpassen lässt. S. 10


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Studenten aufgepasst!

Die 3. Auflage der Skriptenreihe mplett o k d n u Neu arbeitet! über

Psychische Belastungen im Studium Fortsetzung von Seite 1 Um den Leistungsabfall dann zu kompensieren, verstärkt der Betroffene vielleicht sogar noch sein abendliches Lernpensum und verliert schließlich seinen gesunden Schlaf-wach-Rhythmus. Und da Schlafstörungen zu den definierten Leitsymptomen depressiver Störungen zählen, müssen sie gemeinsam mit sozialer Isolation und Interessenverlust unbedingt als erste Warnsignale aufgefasst werden.

Wie kann ich vorbeugen? Die Balance muss stimmen!

Aus diesen Warnsignalen lassen sich

glücklicherweise auch gleich einige Vorbeugungsmaßnahmen ableiten. In Hinblick auf stundenlanges Lernen am Abend und die hierdurch bedingte Erschöpfung samt Schlafstörungen ist „Pause“ ein ganz wesentliches Stichwort. So ist es wichtig, trotz hohem Lernpensum regelmäßig einen Ausgleich zu schaffen und die strapazierten Akkus wieder aufzuladen. Habe ich zum Beispiel die ganze Woche in der Uni verbracht und mehrere Testate gemeistert, kann ich ohne schlechtes Gewissen am Samstag gemütlich ausschlafen oder mich verschiedenen Freizeit-

aktivitäten widmen. An solchen Tagen sollte das Studium dann außen vor sein, um in der nächsten Woche wieder voll durchstarten zu können. Es lohnt sich daher immer, regelmäßige Auszeiten einzuplanen und auch sportliche Hobbys niemals auf die lange Bank zu schieben. Was die soziale Isolation betrifft, ist Gesellschaft bekanntlich das wirksamste Gegenmittel. Und für gute Freunde oder ein gemeinsames Essen sollte doch eigentlich immer ein wenig Zeit übrig bleiben, oder?! Helfen auch diese Aktivitäten nicht aus dem emotionalen Tief heraus,

OSCE – Echte Konkurrenz für Multiple Choice Eine neue Prüfungsform hält Einzug an immer mehr deutschen Unis von Susanne Kleemann (Redaktion MEDI-LEARN)

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ehörst du zu den Studenten, die sich schon oft gefragt haben, wie das Lernen für Multiple-Choice-Klausuren sie zu guten Ärzten machen soll? Wie trockenes Detailwissen ihnen später im Umgang mit Patienten hilfreich sein soll? Dann wirst du zweifellos auch zu denen gehören, die sich freuen, dass mit OSCE eine neue Prüfungsform an immer mehr deutschen Unis Einzug hält, die Medizinstudenten anhand von lebensnahen Situationen auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet.

In den USA schon lange etabliert

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Prozedurenstation, Diagnostikstation oder Beratungsstation

Unis und Fachbereiche haben freie Hand, was die Gestaltung der OSCE-Stationen angeht. So können sie verschiedene Bereiche aus dem klinischen Arbeitsalltag abbilden. Denkbar wäre dann eine Station, an der bei einem „Patienten“ (meist gespielt von einem Studenten aus einem anderen Semester) eine Anamnese erhoben wird, eine Station, an der er untersucht wird, eine „Prozedurenstation“, an der Fertigkeiten wie Lumbalpunktionen oder Blutabnehmen geprüft werden oder eine, an der zum Beispiel Röntgen- oder CT-Bilder befundet werden. Auch „Diagnostikstationen“, an denen Laborberichte ausgewertet werden oder „Beratungsstationen“, an denen beispielsweise Wissen über Impfungen gefragt ist, sind möglich. Bei Stationen mit „Patientenkontakt“ wird unter anderem großer Wert darauf gelegt, dass sich der Prüfling dem Patienten bei der Begrüßung vorstellt.

Auch Kleinigkeiten wie Händedesinfektion können in einer OSCE-Prüfung große Bedeutung haben.

Akutes Abdomen, Meniskus & Co.

Die Vorstellung verschiedener Krankheitsbilder an den Stationen ist eine andere Art der OSCE-Prüfung Der Prüfling muss dann jeweils eine kurze Anamnese

lohnt sich ein Gesprächstermin bei einer der 42 psychologischen Beratungsstellen der Studentenwerke Deutschlands. Weitere Infos hierzu sind auf der Homepage www.studentenwerke.de unter dem Menüpunkt „Beratung und soziale Dienste“ zu finden. Zusammengefasst ist es also wichtig, dass es immer eine ausgeglichene Balance zwischen Studium und Freizeit gibt. Denn nur ein ausgeglichener und gesunder Geist kann genug Kraft entwickeln, um ein hartes Studium zu meistern und später als Mediziner kranken Menschen zu helfen.

erheben, den Patienten untersuchen und am Ende Therapievorschläge machen. Im Fach Chirurgie klagt der Patient zum Beispiel über starke Bauchschmerzen (Krankheitsbild Akutes Abdomen), über Beinbeschwerden beim Laufen (Krankheitsbild pAVK) oder er berichtet von einem Skiunfall, bei dem er sich das Knie verletzt hat (Krankheitsbild Meniskusverletzung).

Hoher Aufwand bremst die Entwicklung

Generell ist der OSCE-Modus für Prüfungen in fast allen klinischen Fächern geeignet. Bislang hapert es allerdings häufig noch an der Durchführbarkeit. Hoher zeitlicher und personeller Aufwand lassen viele Unis auf die klassischen Multiple-Choice-Klausuren zurückgreifen. Allerdings sind Vorteile und Wichtigkeit von OSCE-Prüfungen kaum zu übersehen, weshalb mittlerweile an immer mehr Unis Anstrengungen unternommen werden, Studenten mithilfe dieser praxisorientierten Prüfungsweise besser auf den klinischen Berufsalltag vorzubereiten. In deutschen Reformstudiengängen ist sie übrigens schon seit einiger Zeit gang und gäbe.

Was ist OSCE genau? Die Abkürzung OSCE kommt aus dem Englischen und steht für Objective Structured Clinical Evaluation. In Schottland entwickelt, findet diese praxisorientierte Prüfungsform vor allem in den USA, aber auch Prüfer und Studenten in vielen anderen Ländern seit Jahren beurteilen OSCE positiv Anwendung. Bei OSCE-Prüfungen Die Resonanz bei Prüfern und Studenten, durchlaufen Studenten einen Parcours die OSCE-Prüfungen absolviert haben, aus verschiedenen Stationen, an denen ist äußerst positiv. Studenten stehen zwar sie praktisch-klinische Fertigkeiten, während der Prüfung oft unter großer Ankommunikative Kompetenz im spannung, dafür ist das Gefühl hinterher Umgang mit Patienten sowie ein völlig anderes als das nach einer abgetheoretisch fundiertes Wisgebenen Klausur. Durch die direkte sen beweisen müssen. Rückmeldung der Prüfer ist In der Regel befinden das stolze Gefühl, wenn sich die Stationen in man in der Prüfung verschiedenen Räumen, gut war, nämlich in denen jeweils ein Arzt die viel größer. Studenten in Empfang nimmt, oder sie sind durch Paravents voneinander getrennt. Jeder Prüfling wird nach dem Rotationsprinzip an jeder Station geprüft. Es kann vorkommen, dass zwei Studenten sich zum Beispiel gegenseitig bei einer Aufgabe assistieren müssen. In diesem Fall beeinflusst die Leistung des einen natürlich nicht die Note des anderen. Die Zeit, die jedem Studenten an einer Station zur Verfügung steht, ist exakt vorgegeben und wird per Stoppuhr kontrolliert. Mit einem Signalton beginnt und endet jede Teilprüfung. Dann geht’s sofort weiter zur nächsten Station. Einige Unis haben auch eine „Ruhe-Station“ für ihre Studenten vorgesehen, an der sie eine Runde lang durchatmen können. Die an den Stationen der Prüfung verfügbare Zeit ist genau festgelegt und wird mit der Stoppuhr kontrolliert.


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„Die Anforderungen sicher beherrschen“

In den Foren gelauscht

Interview mit Unfallchirurg Thomas Stoffels über seinen Einsatz für Ärzte ohne Grenzen

Internet-Seiten, die dir das Lernen versüßen

von Jan-Peter Wulf (Redaktion MEDI-LEARN)

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iele Mediziner möchten irgendwann einmal eine Zeitlang bei „Ärzte ohne Grenzen“ arbeiten. Die Hilfsorganisation, 1971 von einer Gruppe junger Ärzte und Journalisten in Paris gegründet, bietet medizinische Versorgung in Ländern an, in denen Menschen zum Beispeil durch Kriege oder Naturkatastrophen in Not geraten sind – ungeachtet der ethnischen Herkunft oder politischen und religiösen Überzeugungen der Patienten. Um neutral, unparteiisch und frei von bürokratischen Zwängen arbeiten zu können, finanziert man sich überwiegend aus privaten Spenden. Die Teams arbeiten heute in rund 60 Ländern weltweit. Eins davon ist Nigeria. In Port Harcourt, Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates Rivers, betreibt „Ärzte ohne Grenzen“ seit fünf Jahren das TEME-Unfallkrankenhaus mit 77 Betten. Anfang 2011 war Orthopäde und Unfallchirurg Thomas Stoffels hier einen

anischen Ölindustrie und liegt am Rande des Nigerdeltas. Die Stadt hat rund 1,2 Millionen Einwohner und ist sehr lebhaft: Es herrscht viel Verkehr und dadurch auch eine sehr hohe Luftverschmutzung. Durch die Armut der meisten Einwohner und durch politische Veränderungen gibt es ein erhöhtes Gewaltpotential im Nigerdelta. Von der Stadt haben wir aus Sicherheitsgründen nicht viel gesehen: Wir wurden zwischen dem Krankenhaus und dem Wohnhaus hin- und hergefahren. Nach Sonnenuntergang war es nicht erlaubt, sich im Freien aufzuhalten. Die Arbeit im Unfall-Krankenhaus – wie hat man sich die vorzustellen? Was sind aus deiner Sicht die größten Unterschiede zu Deutschland? „Ärzte ohne Grenzen“ behandelt alle Patienten ohne Gegenleistung. Die führt dazu, dass viele Patienten – auch nach langer

war je nach Patientenaufkommen zwischen 19 und 22 Uhr. Sonntags wurden die postoperativen und neuen Patienten visitiert und nur Notfälle operiert. Oft schildern uns Mediziner und Studenten, die in Afrika gearbeitet haben, eine schlechte Ausstattung der Krankenhäuser. Wie sieht es im von „Ärzte ohne Grenzen“ betriebenen TEME-Krankenhaus aus? Die Versorgung mit Verbrauchsmaterialien war sehr gut: Nahtmaterial, Handschuhe, OP-Abdeckung, die Bohrmaschinen und Dermatome waren dieselben, die auch in vielen deutschen Krankenhäusern verwendet werden. Dies hat insbesondere das Operieren in der ersten Woche, als man sich noch an das Klima und die örtlichen Arbeitsabläufe gewöhnen musste, sehr erleichtert. In der Klinik gibt es keine Möglichkeit einer Langzeitbeatmung,

viel gelernt. Das Arbeiten mit einem internationalen Team mit Kollegen aus der ganzen Welt war ebenfalls eine tolle Erfahrung. Wir hatten wirklich von jedem Kontinent jemanden dabei: US-Amerikaner, Kanadier, Argentinier, Franzosen, Dänen, Liberianer, Neuseeländer, Japaner, die nigerianischen Ärzte und Schwestern – und ich als Deutscher. Auch wenn es anstrengende vier Wochen waren: Mit nun einigen Wochen Abstand denke ich, dass ich in meinem Leben bestimmt noch einmal an einem Auslandprojekt teilnehmen werde. Kannst du deinen „Nachahmern“ Tipps mit auf den Weg geben? Ich kann allen, die gerne in einem Hilfsprojekt arbeiten möchten, nur raten: Geht erst dann, wenn ihr die geforderten Tätigkeiten wie das Arbeiten als Chirurg oder Gynäkologe hier bei uns sicher

Im Internet gibt es eigentlich alles: Anleitungen zum Bau von Bomben, die eigene Schwiegermutter bei Facebook, internationales Radioprogramm und etliche Seiten zum Thema Medizin. Allerdings sind viele nur dürftig recherchiert, schlecht gemacht oder einfach uninteressant. Doch es gibt sie, diese Kleinode, die dir das Lernen versüßen. EKG-Datenbanken, AugeSimulatoren, dreidimensionale Atlanten oder sogar die AO-Klassifikation zum Üben. Finde bewährte Links oder nenne deine eigenen Favoriten im MEDI-LEARN-Forum: www.medi-learn.de/MF14251

Eignungstests EMS und TMS im Vergleich

Worin unterscheiden sich EMS und TMS? Der TMS ist an den Unis in Baden-Württemberg Pflicht, freiwillig kannst du an anderen Unis (Lübeck, Bochum, Mainz, Leipzig, Erlangen) am TMS teilnehmen, um dein Ergebnis zu verbessern. Der „Eignungstest für das Medizinstudium“ dagegen ist der Studierfähigkeitstest in der Schweiz und Teilen Österreichs. Die Entwickler beider Tests arbeiten eng zusammen – doch wo liegen die Unterschiede in der Vorbereitung? Reicht es, sich auf einen Test vorzubereiten, wenn du an beiden teilnehmen willst? Kannst du mit EMS-Unterlagen auf den TMS trainieren oder umgekehrt? Lies nach unter: www.medi-learn.de/MF62182

Vorkliniklust statt -frust

Manchmal tut es gut, sich so richtig über etwas aufzuregen, bevor man es vergisst oder verbessert. Im Forum vom MEDI-LEARN gibt es auch schon einige „Threads“, in denen sich Studenten verschiedener Studienabschnitte beziehungsweise Noch-nicht-Studenten über ihre Probleme austauschen. Als Gegengewicht schreiben einige im Thread „Vorkliniklust statt -frust“ über die schönen Seiten des Studiums. Parties, Semesterfeeeeeeeerien, bestandene Prüfungen und andere Erfolgserlebnisse erfreuen das Studentenherz. Mit anderen teilen kannst du sie hier: www.medi-learn.de/MF60841 Das TEME-Unfallkrankenhaus in Port Harcourt, Hauptstadt der nigerianischen Provinz Rivers, wird überwiegend aus Spenden finanziert und verfügt über 77 Betten. © Thomas Stoffels.

Monat lang im Einsatz. MEDI-LEARN hat mit ihm darüber gesprochen. Thomas, wie sieht dein beruflicher Werdegang aus? Ich habe nach dem Studium in Bochum für zwei Jahre in einer orthopädischen Klinik in Hamburg gearbeitet. Nach einem Klinikwechsel habe ich meine Ausbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an einer großen unfallchirurgischen Klinik in Hamburg komplettiert. Was hat Dich motiviert, als Arzt ohne Grenzen in Nigeria aktiv zu werden? Ich wollte das im Studium und in der Facharztausbildung Gelernte unter anderen Bedingungen anwenden. Als Unfallchirurg bot sich dafür das Projekt in Port Harcourt an. Wie hast Du die Stadt erlebt? Port Harcourt ist das Zentrum der nigeri-

Anfahrt aus dem Umland – mit schweren Verletzungen eingeliefert werden. In Afrika sind die Patienten im Durchschnitt gesünder und jung. Die meisten waren, im Gegensatz zu Deutschland, jünger als ich. Viele werden aufgrund plötzlicher Ereignisse wie Unfällen oder Gewalttaten eingeliefert. Es gibt eine große Zahl offener Frakturen aller Extremitäten, oft hervorgerufen durch Anpralltrauma mit einem Auto beziehungsweise Motorrad, aber auch Schuss- und Machetenverletzungen. Beschreibe uns bitte kurz deinen Tagesablauf. Wie in allen „Ärzte ohne Grenzen“Projekten geht die Arbeitswoche von Montag bis Samstag in Vollzeit. Arbeitsbeginn war um 7.30 Uhr. Nach Visite aller Patienten ging es in den OP. Ich war fast ausschließlich im OP tätig, habe im Grunde wie ein Oberarzt gearbeitet. Die Notaufnahme und die Stationen betreuen junge nigerianische Ärzte. Arbeitsende

sodass Patienten mit schweren Thoraxverletzungen oder Schädel-Hirntrauma eine sehr hohe Letalitätsrate haben. Aus Sterilitätsgründen verbietet sich in Entwicklungsländern bei höhergradigen offenen Frakturen eine interne Osteosynthese. Viele Patienten werden mit externen Fixaturen ausbehandelt. Wie lief die Bewerbung ab? Beworben habe ich mich rund sechs Monate vor der Abreise. Einzureichen waren Bewerbungsformulare, ein Lebenslauf und ein Motivationsschreiben. Danach wurde ich zu einem ausführlichen Bewerbungsgespräch eingeladen. Nachdem ein Projekt gefunden war, folgten eine Tropentauglichkeitsuntersuchung, Impfungen und Vorbereitungsgespräche hier in Deutschland sowie in der Zentrale von „Ärzte ohne Grenzen“ in Paris. Dein Fazit des Einsatzes? Ich habe persönlich wie medizinisch sehr

beherrscht. Die Umstände vor Ort sind schon anders, und wenn man noch mit den medizinischen Anforderungen zu kämpfen hat, profitiert weder der Patient noch man selbst von einem Auslandsaufenthalt. Und was steht als nächstes bei dir an? Ich werde in den kommenden zwei Jahren meine Tätigkeit an einer Klinik in Deutschland fortsetzen, um die Zusatzbezeichnung des „speziellen Unfallchirurgen“ zu erlangen. Thomas, vielen Dank!

Lehrreicher Narkose-Simulator

Auch direkt im Forum gibt es Lernseiten von engagierten Studenten oder sogar Ärzten. User „Evil“ zum Beispiel betreibt den Narkose-Simulator. Dort erschafft er eine imaginäre Operation und beschreibt realistisch die Befunde. Anhand der Informationen kann jeder seine Schlüsse ziehen, posten und weitere Fragen stellen. Von der Kniearthroskopie über die Antibiotikaprophylaxe beim Kind bis hin zur Crash-Einleitung kannst du dich austoben und dabei zugleich eine Menge lernen. www.medi-learn.de/MF28939

Das Interview führte Jan-Peter Wulf.

Sicherheit weltweit Mehr Informationen: Informationen über Möglichkeiten der Mitarbeit in einem „Ärzte Ohne Grenzen“Projekt gibt es im Web: www.aerzte-ohne-grenzen.de/mitarbeiten

Mit dem neuen Haftpflichtschutz ins Pflegepraktikum, in die Famulatur oder ins Praktische Jahr. www.aerzte-finanz.de


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Anatomie (Springer Verlag)

Kurz notiert

von Johannes Lohmeier, Medizinstudent im 3. Semester an der LMU/TU-München

Ministerium plant Stipendienprogramm

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung gibt bekannt: Noch in diesem Jahr wird ein nationales Stipendienprogramm in Kraft treten. Ziel des Programms ist es, begabte Studierende an allen staatlichen Hochschulen zu unterstützen. Die Stipendien in Höhe von je 300 Euro monatlich sollen von privaten Geldgebern und dem Staat gemeinsam finanziert werden. Die Hochschulen werden im Laufe des Sommersemesters 2011 mit den Vergabeverfahren beginnen. Kriterien sind Leistung, Engagement und besondere Umstände. www.medi-learn.de/info15346

Reversible chemische Protein-Markierung

Jede Zelle hat das gleiche Erbgut. Trotzdem gibt es rund 200 verschiedene Gewebe im menschlichen Organismus, denn die Zellen steuern die Aktivitäten ihrer Gene sehr spezifisch. Zwar ist jedes einzelne Gen mit eigenen Schaltelementen versehen, die direkt in die DNA eingebaut sind, zusätzlich gibt es aber reversible chemische Markierungen an DNA und DNA-Verpackungsproteinen, die bewirken, dass ein Gen nicht mehr abgelesen werden kann. Im Gegensatz zu Genmutationen sind diese „epigenetischen Mutationen“ reversibel und für die Pharmaindustrie interessant. www.medi-learn.de/info15350

auf visuell ansprechende Art und Weise Anatomiekenntnisse, wobei klinische Bezüge und Erläuterungen bezüglich der Histologie der Strukturen wichtige Zusammenhänge aufzeigen. Zielgruppe Das Buch eignet sich für Medizinstudenten und Ärzte, die entweder ein Nachschlagewerk suchen oder ihre Kenntnisse auffrischen wollen. Lediglich für den Präp-Kurs würde ich das Buch aufgrund der Fülle an Informationen nicht unbedingt empfehlen. Inhalt Das Werk handelt viele Themen überaus detailliert ab, weswegen manche Kapitel eine sehr hohe Informationsdichte aufweisen. Wer allerdings mit den Begriffen und Strukturen ein wenig vertraut ist, wird dieses Werk sehr zu schätzen wissen.

Titel: Anatomie Autoren: Zilles, Tillmann Verlag: Springer ISBN: 978-3-540-69481-6 Preis: 59,95 €

Kurzbeschreibung Dieses Anatomielehrbuch

vermittelt

Steckschädel Didaktische Version, 22-teilig. Qualität von 3B Scientific. Preis:

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Fazit Dieses Werk ist ein gutes Lehrbuch, das sich mit der „Dualen Reihen – Anatomie“ messen lassen kann. Wer schon über Grundkenntnisse verfügt oder ausreichend Zeit hat, wird mit dem „Zilles/Tillmann – Anatomie“ sehr zufrieden sein. Ich bin es. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw292 www.medi-learn.de/gw406

von Samuel Knauss, klinischer Studienabschnitt in Berlin wegungsapparat, Innere Organe sowie Kopf, Hals, Neuroanatomie gegliederte Anatomieatlas versucht mit einem neuen didaktischen Konzept die richtige Mischung aus detailgetreuen Präparierzeichnungen, systematischen Lernabbildungen und mehr Klinikbezug zu finden. Zielgruppe Der neue Sobotta richtet sich an Medizinstudenten, die einen Atlas zum Präparieren und Lernen benötigen, und eignet sich als Nachschlagewerk.

Titel: Sobotta Atlas der Anatomie Autoren: Paulsen, Waschke Verlag: Elsevier ISBN: 978-3-437-44070-0 Preis: 99, 95 €

Kurzbeschreibung Der nunmehr auch in die drei Bände Be-

Inhalt Insgesamt nimmt der neue Sobotta den verzweifelt vor dem Berg des anatomischen Wissens stehenden Studenten sehr viel mehr an die Hand als bisher. Der Sobotta geht dabei auch oft über das Maß eines reinen Anatomieatlanten hinaus und erklärt einige für das funktionelle Verständnis der Anatomie wichtige Zusammenhänge anderer Disziplinen. Der Sobotta ist auch ein Buch

„das mehr kann“ und wird begleitet von einer sehr ansprechend gestalteten Seite mit diversen interaktiven Funktionen wie einem Testtrainer und dem IMPP-Check. Didaktik Die Begleittexte zu jedem Bild sowie die fast auf jeder Seite vorhandene Klinikbox vermitteln dem Leser relativ einfach und gut verständlich die wichtigsten Zusammenhänge und die Relevanz des zu lernenden Stoffs. Durch diese nicht nur dem Sobotta eigene Aufteilung wirken die drei Bände sehr viel aufgeräumter und übersichtlicher als die vorherige Auflage. Aufbau Dieses Werk bietet eine strukturierte Aufteilung mit Hilfe von Hauptthemen, welche eine kurze Einleitung, eine grobe Übersicht sowie Informationen zur klinischen Relevanz eine Themas umfassen, gefolgt von der systematischen Behandlungen in Untereinheiten sowie einer abschließenden topographische Betrachtung.

Kurzlehrbuch Physik (Thieme) von Anke Schläger, Vorklinik, Uni Tübingen

Auf Anhieb erfolgreich

Kolja hatte schon eine Famulatur in dem Krankenhaus gemacht, in dem er gerne arbeiten würde. Für die erste Assistentenstelle hat er sich dann einfach „frech und blind per E-Mail beworben“. Und bekam nach einem Vorstellungsgespräch die gewünschte Stelle auf Anhieb. „Bewerbungstipps gibt es eigentlich nicht so viele“, sagt er im Rückblick. Wichtig ist, dass du authentisch bist und nicht versuchst, Dinge vorzuspielen, die du nicht halten kannst. Kolja weiter: „Seid offen und ehrlich und wenn der Chef ein offensichtlicher Idiot ist, muss man sich diese Stelle vielleicht nicht antun.“ www.medi-learn.de/info15354

Aufbau Das Buch ist in drei große Abschnitte gegliedert. Im ersten Abschnitt werden „Allgemeine Anatomie, Histologie, Zytologie und Frühentwicklung“ behandelt. In zwei weiteren Abschnitten fol-

Preis Das Buch kostet im Handel 60 Euro. Den Preis halte ich noch für angemessen. Wer mit seinem alten Anatomie-Lehrbuch unzufrieden ist, sollte sich dieses Lehrbuch definitiv genauer ansehen.

Sobotta Atlas der Anatomie (Elsevier)

Gute Erfahrungen mit dem Lehrkrankenhaus

Ein Jahr in Stendal. Viel wusste Miriam vor ihrem Praktischen Jahr auch nicht über diese Stadt. Nur, dass sie von Berlin aus dort hin pendeln kann und die Klinik ein Lehrkrankenhaus ihrer Uni in Magdeburg ist. Im Nachhinein kann sie das Haus nur weiterempfehlen: „Es gibt PJ-Seminare, gute Arbeitsbedingungen und vor allem ein übersichtliches Haus, wo man sich leicht integrieren kann. Es sind eine Menge neuer Freundschaften entstanden.“ Auf allen ihren Stationen durfte sie unglaublich viel machen und hat in der angenehmer Atmosphäre gut gelernt. www.medi-learn.de/info15351

Didaktik Nützlich sind sicherlich die Muskelta-

bellen, die Ursprung, Ansatz, Innervation, Blutversorgung und Funktion knapp zusammenfassen. Gut ist auch die Einführung zu Beginn eines jeden Kapitels, die dem Leser einen Überblick gewährt – stellenweise ist diese allerdings noch verbesserungswürdig. Hervorhebungen im Text erlauben ein schnelles Überfliegen von Textpassagen und auch die mit roter Schriftfarbe gekennzeichneten, besonders wichtigen Informationen sind nützliche Hilfen. In relativ kurzen Abständen werden die wichtigsten Fakten nochmals zusammengefasst präsentiert, was beim Rekapitulieren kurz vor Prüfungen helfen soll. Positiv erwähnenswert ist vielleicht auch noch, dass das Buch leicht verständlich geschrieben wurde.

gen dann die einzelnen Organsysteme und ein Abschnitt zur Topographischen Anatomie. Anzumerken ist hier, dass das Inhaltsverzeichnis und das Register sehr übersichtlich und umfassend sind und das gezielte Suchen nach Informationen erleichtern.

ungeliebte Physik anschaulich zu erklären und Zusammenhänge von Physik und Medizin aufzuzeigen, um die tatsächliche Relevanz der Physik zu vermitteln. Zielgruppe Das Kurzlehrbuch Physik richtet sich an Medizinstudenten in der Vorklinik. Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem darauf, Physikum relevantes Wissen verständlich zu vermitteln. Dabei möchte es auch die Studenten ansprechen, welche die Physik abschreckt.

Titel: Kurzlehrbuch Physik Autor: Zabel Verlag: Georg-Thieme-Verlag ISBN: 978-3-13-146471-2 Preis: 19,95 €

Kurzbeschreibung Das „Kurzlehrbuch Physik“ setzt sich zum Ziel, die bei Medizinstudenten oft

Inhalt Es handelt sich um ein Kurzlehrbuch, es werden nur die Themen abgehandelt, die für das Physikum relevant sind, der Inhalt deckt sich mit dem Gegenstandskatalog des IMPP. Daher ist es ideal zur Vorbereitung für die erste ärztliche Prüfung. Wer ein tiefgehendes Wissen erlangen möchte, wird in diesem Buch jedoch nur begrenzt fündig. Klare Schaubilder veranschaulichen allerdings viele Aspekte und tragen damit zu einem guten Verständnis bei.

Didaktik Der Aufbau des Buches ist klar gegliedert. Jedes Kapitel beginnt mit einem Fallbeispiel, um einen Bezug zur klinischen Medizin herzustellen. Ein Pluspunkt ist der Lerncoach, der auf Themen hinweist, auf die ein besonderes Augenmerk gerichtet werden sollte. Zusätzlich finden sich viele Merkkästen, die das Wichtige eines vorangegangenen Abschnitts nochmals zusammenfassen. Zum Ende eines jeden Kapitels gibt es Check-ups, die in Frageform nochmals zum Nachdenken über relevante Gebiete anregen. Aufbau Das Buch ist übersichtlich gegliedert und bietet neben dem Inhaltsteil noch einen Anhang, bestehend aus mathematischen Grundlagen, mathematischen Zeichen und Symbolen, Naturkonstanten und nützlichen Werten sowie Formeln, Symbole und Einheiten. Damit dient das Kurzlehrbuch auch als kleines Nachschlagewerk für die wichtigsten Fakten.

Preis Die 99,95 Euro, die für alle drei Bände veranschlagt sind, finde ich durchaus gerechtfertigt – vor allem in Hinblick auf die wirklich sehr angenehme und ansprechende Verarbeitung des Buchs. Fazit Insgesamt soll ein Atlas den Studenten dabei unterstützen, sich im Kopf ein dreidimensionales Bild des menschlichen Körpers zu schaffen. Dafür ist ein grundsätzliches Verständnis der Zusammenhänge nötig, das ein Atlas allein nicht liefern kann, wodurch der Sobotta mehr zu einem guten Begleiter wird, um sich auf den Präparierkurs vorzubereiten.

Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw407

Der Aufbau des Textes ist sinnvoll gestaltet und vermeidet unnötige Wiederholungen. So wird auf schon behandelte Themen bzw. Bezüge zu anderen noch folgenden Gebieten verwiesen. Preis Seinen Preis von 19,95 Euro ist das Kurzlehrbuch Physik auf jeden Fall wert. Es ist eine sinnvolle Investition für alle, die sich auf das Physikum vorbereiten, auch für diejenigen, denen diese Naturwissenschaft schwer fällt. Fazit Durch seine strenge Ausrichtung am Gegenstandskatalog des IMPP, der gut verständlichen Sprache sowie einem gelungenen Aufbau, wird dieses Physik-Buch seinen Anforderungen gerecht, relevantes Wissen verständlich zu vermitteln. Für Studenten, die das Bestehen des Physikums als Ziel haben, ist das Buch gut geeignet. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw408


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www.medi-learn.de Steckschädel

Anästhesie: 30 Tage OP, 30 Tage ITS Interview zur Famulatur an einem Lehrkrankenhaus mit mehr als 600 Betten

Preis:

von Lea M.

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o und wann hast du deine Famulatur in der Anästhesiologie absolviert? Ich habe meine Anästhesie-Famulatur im Juni, Juli und August 2010 an einem Lehrkrankenhaus mit mehr als 600 Betten absolviert. Ich war 30 Tage in der Anästhesie im OP und 30 Tage auf einer ITS. Warum hast du dich für eine Famulatur in der Anästhesiologie entschieden? Mein Interesse für die Anästhesiologie wurde im Kurs „Notfallmedizin“ während meines Studiums geweckt. Ich finde es wichtig, dass man in Notfallsituationen diese erkennen und richtig handeln kann. Mit einer Famulatur in diesem Fachgebiet ist man da genau richtig. Aber nicht nur das sollte interessant werden, sondern noch viele weitere Dinge, die ich dort erlebt und gelernt habe. Hattest du bereits vorher Famulaturen im Bereich der Anästhesiologie absolviert? Nein, vorher habe ich noch keine Famulatur in diesem Bereich gemacht. Was gefällt dir besonders an den Tätigkeiten und den Themengebieten der Anästhesiologie? Anästhesiologie ist ein sehr umfassendes und umfangreiches Fachgebiet. Man muss sich in vielen Disziplinen sehr gut auskennen. So ist auf der ITS ein sehr interdisziplinäres Wissen und Arbeiten gefragt. Außerdem muss man sehr stressresistent sein, sich in Situationen gut hineinversetzen und schnell Entscheidungen treffen können. Oft kommt es vor, dass man über das Leben des Patienten bestimmt, denn als Anästhesist wird man in sämtlichen Notfallsituationen dazugerufen und muss schnell handeln.

Das Fachgebiet der Anästhesiologie umfasst vier Säulen: Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und die Schmerztherapie. Mit welchen dieser Bereiche bist du in der Famulatur in Berührung gekommen? Ich habe Famulaturen in der Anästhesie sowie in der Intensivmedizin (auf einer internistischen und chirurgischen ITS) gemacht. Beide Bereiche waren sehr interessant und lehrreich. Mit welchen Tätigkeiten bist du als Famulant in der Anästhesiologie betraut gewesen? In meiner AnästhesieFamulatur wurde mir beigebracht, wie man venöse und arterielle Zugänge legt. Richtiges Intubieren und Extubieren durfte ich üben. Art und Dosierung von verschiedenen Narkotika und weiterer Medikamente zur Narkoseführung wurden mir erklärt. Des weiteren hat man Nervenblockaden, Narkosezwischenfälle sowie Crash-Einleitungen besprochen und falls möglich gezeigt. Besonders interessant waren die Sectios, wo man mithelfen konnte, den Eltern d a s Erleben

Didaktische Version, 22-teilig. Qualität von 3B Scientific.

272,51 € einer Geburt näherzubringen und an den gelungenen Starts der Babys ins Leben teilhaben konnte. In meiner ITS-Famulatur wurde ich mit vielen interessanten Krankheitsbildern sowie deren pathologischen Auswirkungen auf die Patienten vertraut gemacht. Jeden Tag durfte ich die Patienten untersuchen und auch bei Diagnostik und Therapie mithelfen, z. B. Sonografieren, Bronchoskopieren, Kardiovertieren, ZVKs, Arterien und PICCOS legen, Pulmonalarterienkatheter, und auch mit Reanimieren. Welche Aufgaben haben dir in der Famulatur besonderen Spaß bereitet? Und was liegt dir in diesem Bereich eher nicht so und macht eher wenig Spaß? Anästhesie: Besonderen Spaß hat mir das Beatmen, Intubieren, das Mithelfen bei der Narkoseführung sowie das Legen von Zugängen gemacht. Vor allem bei Kindernarkosen macht es Spaß, den Kleinen die Angst vor der OP zu nehmen und sie spielerisch darauf vorzubereiten, was es heißt, eine Narkose zu bekommen. Weniger Spaß hat mir der Tag in der Prämedikationsambulanz gemacht, wo man Patienten ihre bevorstehende Narkose erklärt. Aber auch dies ist wichtig, um den Patienten die Risiken und Nebenwirkungen zu erläutern und sie so darüber aufzuklären. ITS: Besonders begeistert haben mich die Untersuchungen sowie Interventionen, auch die Erklärungen der pathophysiologischen Vorgänge, was es mir leichter gemacht hat, die Diagnostik und Therapien zu verstehen. Auch gefreut hat es mich, wenn ich den Patienten etwas Abwechslung bieten konnte, mich mit ihnen unterhalten habe oder mit kleinen Hilfestellungen ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Weniger Spaß hat die Entscheidungsfindung bei schwerkranken Patienten gemacht, die man oft auch mit den Angehörigen bespricht, wobei natürlich solche Situationen immer wieder sehr emotional sind.

Kannst du uns einen typischen Tagesablauf in der Anästhesiologie schildern? Wann geht es los? Was machst du im Einzelnen und wie ist dein Tag strukturiert? Zunächst beginnt der Tagesablauf in der Anästhesie um 7 Uhr mit einer OPBesprechung, das heißt es werden alle Anästhesien des laufenden Tages kurz besprochen, vor allem welcher ASAKategorie die Patienten angehören und welche Besonderheiten zu beachten sind. Zusätzlich werden die Operationssäle und Ärzte eingeteilt. Danach schleust man sich in den OP ein und beginnt mit der Arbeit: Einleitung, Narkoseführung, Ausleitung sowie die Übergabe im Aufwachraum oder an ITSPersonal. Zwischendurch können ZVKs gelegt werden, Nervenblockaden werden gestochen bei Patienten, die zum Beispiel keine „Vollnarkose“ bekommen. Am Ende des Arbeitstages so gegen 14.45 Uhr bespricht man noch einmal mit dem ganzen Team die durchgeführten Narkosen oder übergibt die offen gebliebenen OP-Säle dem Spätdienst. Auf der ITS kann der Arbeitstag schon sehr früh beginnen. Um 6.30 Uhr findet man sich auf Station ein und die FrühVisite beginnt, in der der Nachtdienst alle Patienten übergibt. Danach erfolgt eine weitere kurze Visite mit den Grundbehandlern der Patienten, also Chirurgen, Internisten und so weiter, welche die Intensivmediziner bei einigen Entscheidungen zu möglichen Diagnosen und Therapien unterstützen. Im Laufe des Vormittags untersucht man die Patienten, es werden ihre Programme geschrieben, man begleitet sie zur Diagnostik und führt teilweise Interventionen an ihnen durch. Am Nachmittag erfolgt die Übergabe in einer weiteren Visite an den Spätdienst. Im Spätdienst stehen Übernahmen von Patienten aus dem OP an, es sind Notfälle zu versorgen und Angehörigengespräche zu absolvieren. Außerdem erfolgen Aufklärungen für spezielle Untersuchungen und Interventionen. Die Übergabe an den Nachtdienst erfolgt wieder in einer Visite, danach werden vor allem bürokratische Tätigkeiten erledigt, wie das Codieren und Schreiben von Arztbriefen. Was war in der Anästhesiologie-Famulatur dein schönstes Erlebnis? Gab es ein unschönes Erlebnis?

Mein schönstes Erlebnis in der Anästhesie-Famulatur hatte ich auf der Intensivstation. Dort bedankte sich ein Patient bei mir für meine stetige Hilfe und motivierte mich für meine (mögliche) weitere Laufbahn in Richtung Anästhesie. Kannst du dir später vorstellen, ein PJTertial zu absolvieren oder Facharzt für Anästhesiologie zu werden? Was reizt dich an diesem Fachgebiet? Ja, ich kann mir sehr gut vorstellen, später einmal in die Anästhesie zu gehen. Ich finde das abwechslungsreiche Arbeiten sehr interessant, und es macht eine Menge Spaß. Des weiteren finde ich es wichtig, dass man einen Zugang zu Notfallsituationen erhält sowie zum Thema Sterben. Es ist schon im Studium sehr hilfreich, wenn man lernt, mit diesen umzugehen und sie zu verarbeiten. Welche Tipps möchtest du Studenten geben, die mit einer Famulatur in der Anästhesiologie liebäugeln? Ich finde eine Famulatur in der Anästhesie auf jeden Fall sehr lohnenswert! Man lernt mit Notfallsituationen richtig umzugehen und ein interdisziplinäres Denken zu entwickeln. Im Berufsalltag der Anästhesie bieten sich im Vergleich zu anderen Fachrichtungen einige Vorteile (zum Beispiel geregelter Feierabend, vertretbare Überstunden, Teilzeitmodelle). Konntest du einen dieser Vorzüge bereits in Anspruch nehmen? Nein, solche Vorzüge konnte ich noch nicht in Anspruch nehmen, da ich noch Studentin bin. Für den Fall, dass du sogar schon jetzt daran denkst, dich später einmal als Facharzt für Anästhesiologie niederzulassen: Ist dir bewusst, dass das Fachgebiet dazu beste Voraussetzungen bietet? Es gibt es ja verschiedene Richtungen, die man als Anästhesist einschlagen kann, etwa die Schmerztherapie, die natürlich viele Voraussetzungen zum Niederlassen mit sich bringt.

MEDI-LEARN Special Anästhesie Wir bieten dir online in Kooperation mit dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA e.V.) im Rahmen der Aktion "Anästhesist werden" umfassende Infos zu diesem Tätigkeitsfeld mit Zukunft. Mehr unter: www.medi-learn.de/bda

Jetzt unter: www.3bscientific.de

In den Foren gelauscht

Assistenzärzte berichten

Du willst wissen, wie der Arbeitsalltag in verschiedenen Fachrichtungen aussieht? Du stehst vor der Entscheidung für Innere Medizin oder Chirurgie? Würdest gerne wissen, was deine Kollegen so machen? Frag einfach die Assistenzärzte persönlich beziehungsweise lies dir ihre Antworten auf unsere Interviewfragen im Forum durch. Auch „Assis“ aus vielen anderen Fachrichtungen haben sich schon beteiligt: www.medi-learn.de/MF54224

Für alle, die das Abitur noch vor sich haben

Du bist noch in der Schule, interessiert dich aber schon für Medizin? Damit bist du nicht allein. Schon seit einiger Zeit vermisste User abi07 einen Beitrag gerichtet an Oberstufenschüler. Seine Konsequenz daraus: Er eröffnete einen noch immer stark frequentierten Thread für alle, die das Abitur noch vor sich haben. www.medi-learn.de/MF23975

Lernen fürs Examen während des PJ?

Nach dem Praktischen Jahr (PJ) hast du etwa drei Monate Zeit bis zum „Hammerexamen“, der abschließenden Prüfung des Medizinstudiums. Reicht es, wenn man erst nach dem PJ anfängt zu lernen? Oder ist es besser, schon während des PJ mit der Vorbereitung zu beginnen? Was möglich ist neben einer Vollzeit-Arbeitswoche und was andere PJ-ler für Tipps haben, kannst du hier nachlesen: www.medi-learn.de/MF62382

Thema Pflegepraktikum

Zum Medizinstudium gehören drei Monate Pflegepraktikum, die du außerhalb der üblichen Semester in einem Krankenhaus ableisten musst. Daraus ergeben sich Fragen, die jedes Semester wieder von angehenden und derzeitigen Studenten gestellt werden: Wann kann ich das Praktikum machen? Wo kann ich es machen – auch im Ausland? Wie komme ich an einen Platz? Antworten auf diese und weitere Fragen findest du online im „Pflegepraktikum FAQ“: www.medi-learn.de/MF137

NC in der Diskussion

Im Grunde ist ganz einfach: Die Note, die auf deinem Abiturzeugnis steht, ist die Abinote. Die Note, die du mindestens haben musst, um etwas Bestimmtes studieren zu können, ist der „Numerus clausus“ (NC). Abinote und NC sind also keine Synonyme. Der NC für Zahnmedizin ist seit jeher relativ hoch. Er schwankt von Uni zu Uni, von Semester zu Semester, und hier kannst du über ihn mitdiskutieren: www.medi-learn.de/MF58613

Seminar/Workshop Bewerberworkshop, PJ-Infotreff und vieles mehr. Ansprechpartner und Termine unter www.aerzte-finanz.de


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Die Cartoons von Rippenspreizer Deine Meinung ist gefragt!

Der ist besser!


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Volle Konzentration auf das Herzstück Von nun an stehen die Cartoons im Vordergrund Redaktion MEDI-LEARN

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ir überarbeiten in den kommenden Monaten die Internet-Seiten von Rippenspreizer. Währenddessen hast du die Möglichkeit, uns dabei zu unterstützen.

Die Resultate dieses Rankings präsentieren wir dir selbstverständlich, wenn unsere neue Website online geht.

Wie kannst du helfen?

Wir möchten im Rahmen eines „CartoonMatching“ herausfinden, welche Cartoons dir besser gefallen als andere. Dabei treten jeweils zwei Rippenspreizer-Cartoons gegeneinander an, zwischen denen du dich entscheiden kannst.

Nö, der hier!

Wie du teilnehmen kannst Natürlich online und interaktiv. Auf der Übergangsseite, die du wie gewohnt unter www.rippenspreizer.de findest, kannst du teilnehmen und abstimmen.


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Die Community für Medizinstudenten junge Ärzte www.medi-learn.de

&

MEDI-LEARN bietet dir insgesamt 14 Startseiten mit diversen Informationen zu den Abschnitten auf dem Werdegang zu Arzt. Vom Abitur bis hin zur Facharztprüfung. Mehr unter www.medi-learn.de /

Die MEDI-LEARN Foren sind der Treffpunkt für Medizinstudenten und junge Ärzte – pro Monat werden über 42.000 Beiträge von den rund 41.000 Nutzern geschrieben. Mehr unter www.medi-learn.de /foren

Weltweit einmaliges Anatomie-Training Universität Tübingen weiht neuen Operationssaal ein Michael Seifert (idw)

I

m Anatomischen Institut der Universität Tübingen wurde ein weltweit einmaliges chirurgisches Trainings- und Forschungszentrum eröffnet. Nach einer zweijährigen Probephase konnte der neue OP-Bereich mit elf vollwertig ausgestatteten und vernetzten Operationsarbeitsplätzen eingeweiht werden. „Für das Fach Anatomie besteht jetzt die Möglichkeit, sich neu zu orientieren, denn nun können wir uns ein neues Tätigkeitsfeld eröffnen“, sagt Dr. Bernhard Hirt, Leiter der Klinischen Anatomie und Makroskopie der Universität Tübingen.

OP-Saal findet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten:

Ärzte können chirurgische Eingriffe an Humanpräparaten in realistischer OPUmgebung trainieren. „So können chirurgische Eingriffe sicherer werden“, erklärt Bernhard Hirt: „Das ist wichtig für eine Weiterentwicklung im Bereich Chirurgie.“ Zudem entwickeln und testen medizintechnische Unternehmen Instrumente an anatomischen Präparaten und Studierende lernen bereits in den ersten Semestern moderne chirurgische und medizintechnische Verfahren kennen.

„Damit entwickeln wir eine hohe Kompetenz in der chirurgischen Aus- und Weiterbildung“, sagt Hirt. „Die Anatomie wird lebendig gemacht und wendet sich in eine neue, sehr anwendungsbezogene Richtung.“ Ein weiterer Vorteil des neuen Operationssaales ist die Infrastruktur: Die Arbeitsplätze sind nicht nur professionell ausgestattet, sondern auch telemedizinisch vernetzt. Es gibt einen Regiearbeitsplatz mit Anbindung an den Hörsaal des Instituts sowie ein integriertes telemedizinisches System mit Möglichkeit zur weltweiten Anbindung. Damit ist es möglich, Live-Operationen in einen Hörsaal oder auch weltweit zu übertragen. Zusätzlich zu den Kursen vor Ort können so globale Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt werden, wie bereits nach Argentinien, Brasilien, Italien und Saudi-Arabien geschehen. „Unsere Arbeitsplätze sind so gut ausgestattet, dass wir dort theoretisch Patienten behandeln könnten“, sagt Bernhard Hirt. Die Eingriffe werden an so genannten Humanpräparaten durchgeführt. „Der Wunsch vieler, nach dem Tod der medizinischen und wissenschaftlichen Weiterentwick-

lung zu dienen, ist dadurch gewährleistet“, sagt Bernhard Hirt.

ANATOMIE WIRD LEBENDIG UND WENDET SICH IN EINE ANWENDUNGSBEZOGENE RICHTUNG Bereits während der zweijährigen Probephase wurde die Kurstätigkeit aufgenommen und ein funktionierendes Netzwerk aus Unternehmern und Klinikern geschaffen. Jährlich nehmen derzeit über 800 Chirurgen, 400 Studierende und 20 medizinische Fachgesellschaften und Akademien an Aus- und Fortbildungsprogrammen teil. Die telemedizinische studentische Lehrveranstaltung der „Tübinger Sectio chirurgica“ mit Live-OPÜbertragungen in Tübinger Hörsäle haben bereits etwa 10.000 Studierende absolviert. Ein Internet-Streaming der Veranstaltung hat zu einem inter-universitären Austausch geführt, dem Studierende zahlreicher deutschsprachiger Universitäten (Aachen, Berlin, Freiburg, Graz, Hamburg, Heidelberg, München, Würzburg) mit großem Interesse beigewohnt und sich über einen Live-Chat an den daran

Akupunktur wirkt auch bei Operationen als Anästhetikum Akupunkturanästhesie wirkt bei Leistenoperation Prof. Dr. Albrecht Molsberger (idw)

D MEDI-LEARN wird lokal. Für jede Uni in Deutschland hat MEDI-LEARN eine eigene Seite mit diversen Informationen rund um Finanzen & Wohnen, Freizeit & Party, Ausbildung & Lehr u.v.m. Mehr unter www.medi-learn.de /

er Berliner Allgemeinmediziner Dr. Friedrich Molsberger prüfte im Selbstversuch die Wirkung von Akupunkturanästhesie bei einer Leistenbruchoperation. Dabei gewährleistete die Akupunktur mit Elektrostimulation die Anästhesie für einen Hautschnitt von sechs Zentimetern Länge und bis zu einer Tiefe von 15 Millimetern. Akupunktur wirkt auch bei Operationen

Komplementärmedizin in ihrer aktuellen Ausgabe.

MIT AKUPUNKTUR LASSEN SICH ERKRANKUNGEN GUT BEHANDELN Der erfahrene Akupunkteur und Dozent der Forschungsgruppe Akupunktur Friedrich Molsberger setzte sich selbst

Akupunktur mit Elektrostimulation zur alleinigen Betäubung bei Kaiserschnitten oder Blinddarmoperationen eingesetzt hatte. Doch handelt es sich bis heute um ein medizinisches Gebiet, das noch wenig erforscht ist. Der langjährige Dozent der Forschungsgruppe Akupunktur tolerierte den Schnitt des Skalpells in einer Länge von sechs Zentimetern und das Präparieren in die Tiefe von bis zu 15 Millimetern

anschließenden fachlichen Diskussionen in Tübingen rege beteiligt haben. Mit 60 nationalen und internationalen Operationskursen und mit zahlreichen experimentellen Einsätzen ist die Einrichtung bereits für ein Jahr im Voraus ausgebucht. 30 national und international agierende medizintechnische Firmen sind als Kooperationspartner geführt und nutzen die Infrastruktur für Entwicklungsarbeiten und Tests. Die Klinische Anatomie Tübingen findet mit ihrem neuen Operationssaal bis weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Anerkennung und wird inzwischen als Musterbeispiel für chirurgische Trainings- und Forschungszentren anerkannt und von internationalen Delegationen besichtigt, zuletzt von Universitätsmitgliedern aus den USA, Russland, Paraguay, Tschechien, Italien, Saudi Arabien und Deutschland. Das 3B-Scientific Anatomie-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Anatomie, den wir dir in Kooperation mit 3B Scientific in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/anatomie

Molsberger. Auf das Experiment hatte sich der bekannte Berliner Sportchirurg Dr. Jens Krüger eingelassen. „Mit Akupunktur lassen sich viele Erkrankungen sehr gut behandeln“, erklärte Molsberger. „Der Selbstversuch hat gezeigt, dass man mit Akupunktur auch Hautschnitte ohne Gabe von Medikamenten durchführen kann. Aber eine alleinige Anästhesie bei Operationen kann die Akupunktur nicht leisten. Da müssen wir die Kirche im Dorf lassen und der Schulmedizin für ihre modernen Möglichkeiten dankbar sein.“ Weitere Untersuchungen seien jetzt notwendig, um die Betäubungswirkung von Akupunktur bei Operationen besser zu erforschen und - zum Beispiel durch andere Punktauswahl und Stimulationsverfahren - zu optimieren.

Studienplatztauschbörse, Chat, Gewinnspielkompass, Auktionshaus oder Jobbörse – die interaktiven Dienste von MEDI-LEARN runden das Onlineangebot ab und stehen allesamt kostenlos zur Verfügung. Mehr unter www.medi-learn.de

Von Anfang an in guten Händen: Der MEDI-LEARN Club begleitet dich von der Bewerbung über das Studium bis zum Hammerexamen. Exklusiv für dich bietet der Club dir umfangreichen Service. Mehr unter www.medi-learn.de/club

Akupunktur wird immer mehr zum bewährten Anästhetikum.

Bewerberworkshop Worauf legen Chefärzte wert? Ansprechpartner und Termine unter www.aerzte-finanz.de

als Anästhetikum. Für die vollständige Anästhesie der gesamten Operation war die Methode Akupunktur allein allerdings nicht ausreichend. Es mussten zusätzlich Medikamente zur Lokalanästhesie verabreicht werden, berichtet die Fachzeitschrift Forschende

vor der Operation sechs Nadeln in beide Unterschenkel an jeweils drei Akupunkturpunkte. Die Nadeln wurden mit Kabeln verbunden und über eine Stunde lang elektrisch stimuliert. Das Verfahren geht auf den japanischen Chirurg Yamamoto zurück, der bereits chinesische

problemlos und ohne jede weitere Betäubung. Allerdings traten beim weiteren Schneiden in die Tiefe starke Schmerzen auf: „Es war nicht auszuhalten! Ich zuckte vor Schmerz, der Chirurg konnte nicht weiter arbeiten und musste Lokalanästhetikum nachspritzen“, berichtete

®

Das SEIRIN -Akupunktur-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Akupunktur, den wir dir in Kooperation mit 3B Scientific und SEIRIN in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/akupunktur


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Die aufgelebten Worte oder die Abschiednahme In Erinnerung an Michael von Olga Kogan

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abe ich ins Wasser gesehen, als ich meine letzte Geschichte schrieb, um mich mit dem Thema Organspende auseinander zu setzen? Der Organspender war nur eine der drei Perspektiven, sein Bild nur die Projektion meiner Fantasie. Ich empfand Gefühle, starke Gefühle. Wurde von ihnen hoch getra-

um den Hirndruck zu entlasten. Nun operierten die Unfallchirurgen, bei denen ich Blockpraktikum machte, immer noch an ihm. Es war 7.30 Uhr, Frühbesprechung und Zeit für einen Schichtwechsel im OP. Ohne auch nur das Ausmaß des Passierten zu verstehen, veranlasste mich etwas, am Schichtwechsel teilzunehmen.

tungsvolle Augen, auf instrumentenhaltende behandschuhte Finger, auf das aus deinen Beinen sickernde Blut und von seinen eigenen Handschuhen tropfende Rot. „Planänderung. Die Neurologen haben sich die Gehirnaufnahmen genauer angeschaut. Er ist hirntot. Wir hören auf.“ Klick machte es in meinem Kopf. Erst da

chen stach von der anderen Seite deines Unterschenkels heraus, lugte als weißlicher Dorn aus den roten zerrissenen Muskeln, so wie auch der Oberschenkelknochen aus den Quadrizepsmuskeln ragte. Irgendwie zog alles an mir vorbei. Ich hatte das Gefühl, neben mir zu stehen. Die Erklärungen der Chirurgen drangen wie durch Watte aus einer anderen Welt an mein Ohr. Deine Beine wurden gesäubert, das Blut abgewaschen. Erst jetzt sah man die zahlreichen, tiefen Schürfwunden. Das Blut im Absaugbehälter schäumte rosig hoch an der durchsichtigen Plastikwand. Die Blutkonzentrate gaben ihre letzten Tropfen, die letzten Lebenstropfen in deinen

Kurz notiert

Sensationelle Famulatur

Famulatur in Kardiologie, Angiologie und Diabetologie in einem Dorf. Sebastian hatte sich auf der Website der Praxis informiert und sich über das Kontaktformular beworben. Einen Tag später wurde er zurückgerufen und konnte bald nach Mühldorf am Inn fahren, um dort in kardiologischen Untersuchungen und Diabetikerbetreuung fit zu werden. Er bezeichnet seine Famulatur als „sensationell“ und hatte niemals das Gefühl, fehl am Platz zu sein. Er lernte viel über EKGs, Herzgeräusche und Echokardiographien und durfte mit ins Herzkatheterlabor. www.medi-learn.de/info15356

Erfolgsrezept unseres Immunsystems

Bei einem Immunologen-Kongress wurden neben Diskussionen unter Fachleuten auch Vorträge für die breite Öffentlichkeit angeboten. So wurde darüber berichtet, wie sich das Immunsystem über die Jahrtausende entwickelt hat und warum es so erfolgreich ist: Es beruht auf der möglichst feinen Unterscheidung zwischen körpereigenen und körperfremden Stoffen. Es kann anhand von Rezeptoren wahrscheinlich jede chemische Substanz von allen anderen unterscheiden. Ist diese Unterscheidung nicht exakt, kann es zu Krankheiten kommen. www.medi-learn.de/info15361

Neue Therapieoptionen

Diesmal sind es nicht Fantasie oder erdachte Gefühle, sondern wirkliche Emotionen, die mich voll und ganz ausfüllen.

gen und überflutet, doch es waren erdachte Gefühle, gehörte Eindrücke, die durch meinen Filter zum Leben erwachten. Haben meine Gedanken mit ihren Fingerspitzen dein Schicksal ertasten können? Haben meine Autorenfühler dich schon auf Entfernung gespürt? Zu sehr ähnelt das von mir entworfene Bild dir und deinem Schicksal. Ja, es passiert tagtäglich, es passiert ständig. Aber nicht so. Nicht vor meinen Augen. Nicht nachdem ich das Szenario gerade eben selbst entworfen habe. Habe ich nicht deine Gesichtszüge, deine Hände durch den Schleier meiner Fantasie in der Wirklichkeit erkennen können? Die letzte Geschichte schrieb ich, um mich mit dem Thema Organspende und Transplantation auseinanderzusetzen, ich schrieb ohne selbst betroffen zu sein. Diese schreibe ich nun, um zu verarbeiten, meine eigene alles überwältigende Trauer um dich, einen mir zu sehr bekannten Unbekannten, zu verarbeiten. Diesmal gibt es keine Fantasie, keine erdachten Gefühle, sondern nur Wirklichkeit und Emotionen, die mich voll und ganz ausfüllen. Ein Polytrauma, mehr im Jenseits als hier. Männlich, 26 Jahre alt, Engländer. Um 23.30 Uhr als Beifahrer zusammen mit seinem Bruder bei voller Geschwindigkeit auf Glatteis gegen einen Baum geprallt. Der Bruder war auf der Stelle tot. Erstversorgung im kleinen Haus in der Nähe. Um 4 Uhr mit dem Hubschrauber in der Klinik eingetroffen. Die Frage nach dem Ausmaß der Behandlung erübrigte sich aufgrund des jungen Alters. Man entschied sich, statt ihn auf der Stelle mit seinen schon weiten Pupillen sterben zu lassen, bis zum Letzten zu gehen. Die Neurochirurgen hatten schon eine Schädeltrepanation durchgeführt,

Umziehen. Steril machen. Schnell. Schon stand ich im vollen Saal, voller übermüdeter Gesichter. Zwei Anästhesisten, drei Chirurgen und bestimmt vier Schwestern. Mehrere Stahltische vollgestellt mit Instrumenten. Ein schon bis zu zwei Litern mit Blut voller Absaugbehälter. Bestimmt drei oder vier fast abgelaufene Blutkonzentrate. Hantieren, drehen, wenden, bohren, anweisen, herumlaufen. Und inmitten dieses ganzen Tumultes, inmitten dieser ganzen Hektik und Dynamik ein einsames Objekt – ein Tisch, ein bewegloser, stiller Körper – du. Ich konnte zunächst nur deine blutüberströmten Beine sehen, an denen zwei der offenen Frakturen bereits fertig waren. Das eine Bein war schon verschraubt und geschient, beim anderen waren sie gerade dabei, den bloßen Knochen unter die Haut zu nähen. Alle Computer waren hochgefahren. Auf allen Bildschirmen flackerten die CTBilder deines zertrümmerten Körpers. Mit zusammengebissenen Zähnen, mit schwarzen Flecken durch beide OPKittel durchgeschwitzt, flickten die Chirurgen das zusammen, was von dir übrig geblieben war. Diese ganze Mannschaft rotierte um dich wie Planeten um die Sonne. Sie kämpften unermüdlich um dein Leben, um deine ungewisse Zukunft. Mitten in dieser Hektik klingelte das Telefon, schrillte laut durch den Saal. Plötzlich wurde es still, so still, dass ich mein Herz schlagen hörte. Der Anästhesist hielt den Hörer an sein Ohr und nickte. „Alles klar.“ Sagte er. „Sagen Sie das auch den Chirurgen.“ Und das Telefon wanderte an das Ohr des chirurgischen Oberarztes. „Ich höre. Ja. Alles klar.“ Stille. Alle warteten. Er schaute in die Runde. In erwar-

verstand ich, verstand das Paradoxe an dieser Situation. Schnell wurde eine Wunde grob zugenäht. Die andere wollten sie so lassen, doch das Blut perlte unaufhörlich in rubinroten Tropfen aus dem offenen Bruch am Schienbein, so dass sie auch diese Wunde nähen mussten. Der kaputte Kno-

toten Körper. All das, was ich über Hirntote gelernt und gehört, schließlich selbst geschrieben habe, kam mir plötzlich in den Sinn.

Fortsetzung im Digitalen Nachschlag

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN Verlag GbR, ISSN 1860-8590 Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-262 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Jens Plasger (Redaktionsleitung), Christian Weier (V.i.S.d.P.), Trojan Urban, Dr. Marlies Weier, Dr. Lilian Goharian, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld Lektorat: Kare Ahlschwede Layout & Graphik: Kristina Junghans, Nico Acksen Berichte: Redaktion MEDI-LEARN, Annika Simon, Jan-Peter Wulf, Lea M., Karl-Heinz Silbernagel (Deutsche Ärzteversicherung), Olga Kogan, Kirsten Standke Druck: Druckerei + Verlag Wenzel, Am Krekel 47, 35039 Marburg/Lahn Tel: 0 64 21/17 32 60, Telefax: 0 64 21/17 32 69 Anzeigenbetreuung: Christian Weier, Dorfstraße 57, 24107 Ottendorf bei Kiel Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-262 E-Mail: christian.weier@medi-learn.de. – Es gilt die Anzeigenpreisliste 02/2005. Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, www.pixelquelle.de, Artikelautoren, www.flickr.com, Thomas Stoffels Erscheinungsort: Marburg Die MEDI-LEARN Zeitung erscheint fünfmal pro Jahr und wird als Beilage der Zeitschrift Via medici aus dem Georg Thieme Verlag, Stuttgart, zugelegt. Der Bezug ist für Abonnenten der Via medici in deren Abonnement bereits enthalten. Der Einzelpreis beträgt 1,90 €. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos etc. kann der Verlag keine Gewähr übernehmen. Nachdruck – auch in Auszügen – nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung. Der Verlag kann für Preisangaben keine Garantie übernehmen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bei allen Gewinnspielen und Aktionen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Anregungen und Redaktionskontakt per E-Mail unter: redaktion@medi-learn.de. Verlosung: Bei allen Verlosungen in dieser Ausgabe ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der Einsendeschluss ist am 31. Mai 2011. Die Gewinner werden regelmäßig im Internet unter www.medi-learn.de/gewinner bekannt gegeben. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungsberichten und anderen Artikeln und belohnen die Autoren mit Fachbüchern. Alle weiteren Infos findest du unter www.medi-learn.de/artikel.

Wird die Zulassung und Verordnungsfähigkeit von Fertigarzneimitteln mit Cannabis-Wirkstoffen bald leichter sein? Geplant ist eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes. Die wurde von den Schmerzorganisationen lange gefordert und jetzt unterstützt. „Es ist an der Zeit, Cannabis aus der Schmuddelecke zu holen“, so Dr. Müller-Schwefe, Schmerzmediziner. Er und seine Kollegen haben mit Cannabinoiden gute Erfahrungen gemacht, beispielsweise bei Polio, Fibromyalgie oder spastischen Schmerzen bei Multipler Sklerose. www.medi-learn.de/info15366

Doppelbelastung

Nachts an der Fastfood-Theke, sonntags am Fließband, drei Mal die Woche Babysitten ... 31 Prozent der Medizinstudenten gehen einem Nebenjob nach. Und der hat nicht immer etwas mit dem Studium zu tun. Die Hälfte von ihnen gibt nämlich an, dass ihr Job keinen direkten fachlichen Zusammenhang zu ihrem Medizinstudium hat. 39 Prozent haben dagegen eine fachnahe Anstellung gefunden, die restlichen elf Prozent sind fachnah freiberuflich oder selbstständig tätig. www.medi-learn.de/info15347

Ich habe Dienst

Wer sich für den ärztlichen Beruf entschieden hat, weiß, dass das kein „Nine-to-five-Job“ ist. Je nach Klinik wird der Assistenzarzt mehrmals im Monat über Nacht „Dienst haben“, und das sogar am Wochenende. Seit 2004 ist das neue Arbeitszeitgesetz in Kraft, welches die Wochenarbeitszeit auf 48 Stunden beschränkt und Bereitschaftszeit voll als Arbeitszeit anerkennt. Leider ist es immer noch ein weiter Weg, bis diese Regelung vollständig umgesetzt ist, denn häufig ist das Arbeitspensum nur mit Überstunden zu erledigen. www.medi-learn.de/info15347


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NEU! Der Hammerplan von MEDI-LEARN

In 100 Tagen zum 2. Staatsexamen Der 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung umfasst laut neuer AO das gesamte klinische Wissen, so dass die geforderte Stoffmenge kaum zu bewältigen scheint. Eine genauere Analyse der bisherigen Hammerexamina hat jedoch gezeigt, dass inhaltlich eine große Übereinstimmung mit dem alten 2. Staatsexamen gegeben ist, während der Stoff des alten 1. Staatsexamens kaum geprüft wird.

Die Pyramide wird zum Döner Die Folgen der neuen Alterspyramide intelligent kontern von Karl-Heinz Silbernagel (Deutsche Ärzteversicherung)

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as Problem der sozialen Alterssicherungssysteme lässt sich recht einfach darstellen: Immer weniger Berufstätige finanzieren immer mehr Rentner, die immer länger leben und ihre Altersrenten beziehen. Locker gesagt: Die Alterspyramide wird zum Döner-Spieß: unten schlank (Berufstätige) und in der Mitte dick (Rentner). Die Krise ist programmiert, das System nicht mehr bezahlbar.

Und nun?

Du stehst ganz am Anfang deiner beruflichen Laufbahn. Bist noch Student oder im „take off“ für den Berufsstart als Arzt. Was denkst Du? Soll ich heute schon an die Altersvorsorge denken? In meinem Alter! Berufsunfähigkeit? Ich bin doch gesund! Das hat alles noch einige Jahre Zeit. Da muss ich erst einmal abwarten, wie sich meine persönlichen Verhältnisse entwickeln. Diese Ansichten sind verbreitet – und falsch. Jetzt sind die Weichen zu stellen. Und zwar richtig, denn die Entscheidungen sind für die berufliche wie private Lebensplanung prägend. Die Fragen nach den Auswirkungen einer möglichen Berufsunfähigkeit und der späteren Altersvorsorge gehören dazu.

§ 10 (1) der Satzung der Nordrheinischen Ärzteversorgung: „Jedes Mitglied der Versorgungseinrichtung, das mindestens für einen Monat seine Versorgungsabgabe geleistet hat und keine Altersrente bezieht, hat Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente, wenn es berufsunfähig ist und die Ausübung des ärztlichen Berufes aufgibt.

3. Der Beitrag wird umso höher, je älter der Versicherte ist.

29 %

Krebs, Geschwüre

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Verdauungsorgane

3 % Atmungsorgane 1 % Sinnesorgane 1 % Aids, Suchtkrankheiten 0%

Dieser Analyse folgend haben wir einen Lernplan zusammengestellt, in dem der Lernstoff auf das Wesentliche reduziert, strukturiert und auf 100 Tage verteilt wurde. Der 100-Tage-Lernplan und ausführliche Erläuterungen mit zusätzlichem Kreuzplan stehen im Internet zur Verfügung unter www.medi-learn.de/ hammerplan

Deine Meinung ist uns wichtig! Wie gefällt dir diese Ausgabe unserer MEDI-LEARN Zeitung? Unter www.medi-learn.de/gw121 findest du einen kurzen Fragebogen mit drei Fragen zu dieser Ausgabe. Wir würden uns freuen, wenn du uns deine Meinung mitteilst. Mitmachen lohnt sich: Unter allen Teilnehmern verlosen wir Fachbücher im Wert von 300 Euro. Einfach Fragebogen ausfüllen und schon bist du dabei!

75-80 70-75 65-70 60-65 50-55 45-50 40-45 35-40 30-35 25-30 20-25 15-20 10-15 5-10 unter 5 1950

2000

10 %

20 %

30 %

Quelle: Statistik der Leistungsfälle bei der Deutschen Ärzteversicherung; Stand 12.2008

Nicht nur die Fachleute der Versicherungen, die aus ihren Statistiken die Risikoverläufe sehr genau analysieren können, sondern auch die Renten- und Sozialexperten der Standesorganisationen und Verbände raten jedem jungen Studenten und Berufseinsteiger dringend, sich so früh wie möglich um die persönliche Existenz- und Zukunftssicherung zu kümmern. Aus wichtigen Gründen:

2030

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung Männer

4. Für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Gesundheitsprüfung erforderlich. Das heißt, mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Versicherung das Risiko wegen Vorerkrankungen nur noch gegen Risikozuschläge bzw. -ausschlüsse versichert.

Was ist zu tun?

18 %

Herz, Gefäßsystem

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23%

Bewegungsapparat

Unfall

85-90

2. Jeder Fünfte kann lange vor Rentenbeginn aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben.

Nerven

4%

Alter über 90

55-60

Berufsunfähig ist ein Mitglied, wenn es infolge eines körperlichen Gebrechens oder wegen Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte außerstande ist, eine ärztliche Tätigkeit auszuüben. Ärztliche Tätigkeit ist jede Tätigkeit, bei der die ärztliche Vorbildung ganz oder teilweise verwandt werden kann. Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente besteht nicht, wenn die ärztliche Praxis durch Vertreter oder Assistenten weitergeführt wird.“

Gründe für Berufsunfähigkeit bei Ärzten

Sonstiges

Die Entwicklung der Alterspyramide in Deutschland

Die Deutsche Ärzteversicherung hat ein Vorsorgeprodukt entwickelt, das „DocD’or“ heißt. Über DocD’or werden Leistungen bei Berufsunfähigkeit mit dem Aufbau der Altersvorsorge sinnvoll verknüpft. Im Rahmen dieses Konzeptes können Studenten und Berufsstarter spezielle Aufbaukonzepte nutzen, die in den ersten Jahren einen deutlich reduzierten Anfangsbeitrag vorsehen. Trotzdem ist von Anfang an der volle Todesfall- und Berufsun-

Frauen

fähigkeitsschutz gewährleistet. Dabei ist DocD’or kein Standard-Produkt. Persönliche Wünsche und Ziele sowie bereits vorhandene Absicherungsmaßnahmen können berücksichtigt werden. Nach einer genauen Analyse der individuellen Situation wird die ermittelte Versorgungslücke durch eine passende Variante geschlossen. Was jetzt noch zu tun ist? Anrufen unter 0221/148 22700 bzw. EMail senden an service@aerzteversicherung.de

Mehr Informationen: Deutsche Ärzteversicherung Telefon: 0221/148 22700 E-Mail: service@aerzteversicherung.de

DocD‘or: Exklusive Altersvorsorge für Mitglieder von ärztlichen Berufsverbänden.

1. Die Leistungen der Versorgungswerke werden später kaum noch ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Im Falle der Berufsunfähigkeit erweist sich die berufsständische Versorgung sogar als unzureichend, weil es hier entscheidende Einschränkungen gibt:

DocD‘or ist ein Vorsorgekonzept, das von Anfang an alle Wechselfälle des Lebens mit einbezieht: Es kombiniert eine flexible Altersvorsorge mit einem außergewöhnlich leistungsstarken Berufsunfähigkeitsschutz. Was auch kommen mag – Sie sind goldrichtig abgesichert.

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• Das Versorgungswerk leistet nur, wenn der Arzt überhaupt keinen ärztlichen Beruf mehr ausüben kann. • Wenn der Arzt aber irgendeine andere ärztliche Tätigkeit als die von ihm zuletzt ausgeübte wahrnehmen kann, wird nicht geleistet. • Das Versorgungswerk leistet nur bei 100%-iger Berufsunfähigkeit – nicht also bei lediglich teilweiser Berufsunfähigkeit

Sichern Sie Ihre Zukunft mit dem Sofortschutz von DocD‘or. Rufen Sie uns an unter: 02 21 / 14 82 27 00

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Dieser Tatbestand wird deutlich durch ein Beispiel aus der Satzung der Nordrheinischen Ärzteversorgung: DocDor_Anzeige-SW_179x160_Medi-Learn_MLZ.indd 1

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www.medi-learn.de

Buchstabensalat Mathematik Das MEDI-LEARN Matheskript für Vorklinik und Physikum

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ielen Medizinstudenten fällt die Beantwortung von rechnerischen Examensfragen schwer, weil mathematische Grundlagen und die Übung im Umgang mit Zahlen und Formeln fehlen. Für die Aufgaben mit Rechenanteil im Physikum bieten MEDI-LEARN nun ein Übungsheft, das den Studenten die nötige Sicherheit verleiht, um die Hürde der Rechenaufgaben im Examen erfolgreich zu nehmen. „Mathe – Übungsheft für Vorklinik und Physikum“ heisst das neue Skript aus der Feder von Jochen Dutzmann, Michael Maisch, das ab sofort erhältlich ist. Im vorliegenden Rätsel dreht sich auch alles um die Welt der Mathematik für Mediziner.

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Erklärung: Nun geht es ans Eingemachte. Um zum Lösungswort zu gelangen, besteht die erste Hürde darin, alle unter der Überschrift „Suchbegriffe“ definierten Begriffe im oben stehenden Buchstabensalat zu finden. Ist dies geschafft, kannst du dich an das Lösungswort wagen. Hierbei musst du die Suchbegriffe von 1 bis 36 abarbeiten und entsprechend ihrer Nummer den Lösungsbuchstaben unten auf der Seite eintragen. Doch welcher Buchstabe ist der richtige? Diesen findest du im Rätsel immer vor dem Anfangsbuchstaben des Wortes – je nachdem, ob es horizontal oder vertikal platziert ist, also links oder oberhalb des ersten Buchstabens. Suchbegriffe: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20.

Multiplikation vorgegeben Division Addition Einheiten Rechnen Lösung Potenz vorgegeben Logarithmus

dekadisch Prozent Hundertstel Dreisatz vorgegeben Mittelwert absolut relativ Halbwertszeit Aktivität

21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30.

abhängig Linse Brechkraft Brennweite vorgegeben Kreis Kugel Volumen vorgegeben Oxidation

31. 32. 33. 34. 35. 36.

Reduktion vorgegeben Element Vererbung autosomal rezessiv

Als Beispiel nehmen wir den fraglichen Buchstaben zum Rätselbegriff Nummer 5 – dieser ergibt sich wie folgt: An 5. Stelle der Suchbegriffe ist das Wort „Einheiten“ zu finden. Dieses suchst du nun im Buchstabensalat. Vor dem Anfangsbuchstaben ist der Lösungsbuchstabe – in diesem Fall „A“ – im Rätsel zu finden.

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Eine ausführliche, bildliche Erklärung wie du letztendlich zur Lösung gelangst, findest du unter www.medi-learn.de/mathe-demo.

Diese und mehr als 600 weitere Cartoons gibt es in unseren Galerien unter:

www.Rippenspreizer.de Lösungswort

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In unserem Shop findest du zahlreiche Produkte rund um die Cartoons von Daniel Lüdeling und zusätzliche Gimmicks. 34

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Die Lehrtafeln Gewinnspiel: Trage einfach die Lösung unter www.medi-learn.de/mathe ein. Hier erhältst du auch Beschreibungen der Rätselbegriffe, die dir das Rätseln ermöglichen. Zu gewinnen gibt es fünf Cartoonbücher von MEDI-LEARN Cartoons sowie wertvolle Lehrbücher im Wert von 250 Euro. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Das Gewinnspiel läuft bis 31. Mai 2011.

Laminiert, bestäbt oder Papier pur. Im Posterformat. Qualität von 3B Scientific. Preis:

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Famulatur im Emergency Room

Online geht's weiter

Wie immer gibt es auch zu dieser Ausgabe der MEDI-LEARN Zeitung wieder eine Extraportion für besonders MLZHungrige: Ausgabe 30 unseres Digitalen Nachschlags präsentiert dir weitere spannende Artikel – dieses Mal unter anderem zum Thema Notaufnahme, Innere Medizin und Auslandserfahrungen – und Fortsetzungen von Beiträgen aus der gedruckten Version. All das findest du im Digitalen Nachschlag. Er steht kostenlos als PDF im Internet zur Verfügung. Einfach die folgende Seite aufrufen:

Vier Wochen zu Gast in Floridas Hauptstadt Tallahassee von Kirsten Standke

www.medi-learn.de /mlz-nachschlag

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ir alle kennen die TV-Serie „ER“ und die ergreifenden Geschichten rund um das Team von George Clooney. Aber wie sieht es in der Realität in einer amerikanischen Notaufnahme aus? Alles nur Schwindel – oder eben doch das wahre Leben? Wohl ein bisschen von beidem – aber ich fange wohl besser von vorne an. Das Ziel „Tallahassee“ ganz im Norden Floridas ergab sich eher zufällig, als ich auf einer Feier in Deutschland einen Deutschen kennenlernte, der dort mit seiner Frau und seinen vier Kindern wohnte und an der Florida State University arbeitete. Trotzdem wir uns zwar kaum kannten, lud mich Marko ein, doch dort ein Praktikum zu machen.

IN DER ANTWORT WURDE GLEICH EINE KONAKTPERSON IM KRANKENHAUS GENANNT Er gab mir seine Visitenkarte, und das war es erst einmal. Ein paar Wochen später erinnerte ich mich an seine Karte und schrieb einfach mal eine E-Mail. Eigentlich hatte ich keine große Hoffnung auf Erfolg, denn in der Regel verlaufen solche flüchtigen Bekanntschaften im Sande – Floskeln eben. In diesem Fall wurde ich aber eines Besseren belehrt. In der Antwortmail erhielt ich bereits eine Kontaktperson im Krankenhaus. Von meinem Bekannten in Florida war ein Freund Security-Officer im Tallahassee Memorial Hospital (TMH), welcher wiederum einen Arzt in der Notaufnahme kannte: Dr. Escobar. Bis zu meinem ersten Praktikumstag war mir nicht klar, das Dr. Escobar Leiter der Abteilung war, denn er kümmerte sich um meine Belange, beantwortete meine Fragen und half mir mit dem Papierkram, als wäre er ein engagierte Assisstenzarzt. Zum Papierkram ist folgendes zu sagen: Wichtig waren hauptsächlich die Impfungen inklusive der jeweiligen Titerbestimmungen (Hepatitis A und B, Masern, Mumps, Röteln, Tetanus, Diphterie). Zur Visum-Situation hatte sich keiner geäußert, so dass ich mit einem ganz normalen Touristenvisum eingereist bin, was auch wirklich völlig ausreichend war. Weiterhin mußte ich noch einen Studenten-Fragebogen ausfüllen und mehrere Zettel wie zum Beispiel Raucherbestimmungen unterschreiben. Das war es aber schon fast. Gut war, dass ich schon am Donnerstag angekommen war und mein Praktikum erst am darauf folgenden Montag losging. Als neuer Mitarbei-

Nachschlag Die Extraportion ter muss man vorher ins Human Resources Center, wo ich auf Suzanne Hudson traf, welche mich schon aus Deutschland per E-Mail betreut hatte. Dort musste ich alle Titeruntersuchungen abgeben, Belehrungen unterschreiben sowie einen Drogentest machen. Das hatte Suzanne mir vorher schon mitgeteilt und war somit keine Überraschung. Die Kosten von 80 Dollar musste ich selbst tragen. Anschließend wurde ein Ausweis inklusive Foto von mir erstellt und das war es dann. Es hat rund 30 Minuten gedauert, war also kein großer bürokratischer Aufwand. In Florida angekommen, holte mich mein Bekannter Marko vom vier Stunden entfernten Flughafen ab – alles kein Problem in Amerika (in Deutschland würde das wohl für großen Unmut sorgen). Noch am selben Abend lernte ich seine Familie kennen, ich bekam ein eigenes Auto (eines von insgesamt fünf Familienautos), ein schönes Zimmer mit Wasserbett und eigenem Bad. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wieso fremde Menschen so gastfreundlich sind. Nachdem ich mich akklimatisiert hatte, rückte der Montag heran und mein erster Famulaturtag begann im ER. Ich fuhr mit meinem Auto zum Krankenhaus, parkte auf dem direkt an den ER angeschlossenen Parkdeck und ging in die große Wartehalle, die unglaublich bevölkert war.

OFFENSICHTLICH GAB ES IN DIESER KLINIK NUR SELTEN AUSLÄNDISCHE FAMULANTEN Es schien, als wenn die Menschen dort teilweise wohnen würden. Am Empfang zeigte ich meinen Ausweis und erklärte mein Anliegen, worauf ich direkt von einer freundlichen Schwester zu Dr. Escobar begleitet wurde. Der war mitten in der Arbeit, nahm sich aber dennoch erst einmal Zeit, mich überall vorzustellen. Ein wenig hatte ich das Gefühl, eine exotische Perle zu sein, denn er betonte besonders, dass ich aus Deutschland sei; offenbar gab es dort selten ausländische Famulanten. In einer amerikanischen Notaufnahme geht es etwas anders zu als in Deutschland. Dies wird schon in der Anzahl der Notfall-Betten deutlich. Für eine Stadt von 200.000 Einwohnern und mehre-

ren Krankenhäusern finde ich 48 Betten schon sehr viel. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass jeder, der keine Krankenversicherung, aber eine Erkältung hat, sich lieber in die Notaufnahme begibt als zu einem Family Doctor. Der große Unterschied liegt in den Kosten: Während der niedergelassene Arzt erst einmal 100 Dollor verlangt, bevor er den Patienten sieht, schreibt das Krankenhaus am Ende der Behandlung lediglich eine Rechnung, häufig mit dem Wissen, dass diese nicht beglichen wird. Aber im ER gilt die gesetzliche Behandlungspflicht, mit der Folge, dass die Notaufnahmen massiv übervölkert sind mit Patienten, welche eigentlich keine Notfälle sind. Diesem Missstand im ER begegnet man mit zwei Ansätzen: Zum einen unterteilt man den ER in mehrere eigenständige Units. In meinem Fall waren es drei, wobei die dringlichsten Fälle in Unit 1 behandelt wurden und die ganz leichten in Unit 3. Unit 1 war rund um die Uhr mit zwei Ärzten besetzt, während Unit 2 nachts von Unit 1 mitbetreut wurde und Unit 3 nachts geschlossen war. Zum anderen wurde eigens ein zweites Zentrum auf der gegenüberliegenden Straßenseite errichtet, welches dem Krankenhaus angegliedert ist und durch die Ärzte der ER besetzt wird. Diese Urgent Care Unit hat bis 23 Uhr auf und soll Patienten mit kleineren Erkrankungen behandeln. Es besitzt ein eigenes Röntgengerät, so dass auch einfache Frakturen hier diagnostiziert und behandelt werden können. Etwaige kompliziertere Fälle werden dann vom Team des ER übernommen. Leider hat sich dieses System noch nicht bei allen Patienten herumgesprochen, so dass die Wartezeiten für die leichten Fälle im ER je nach Auslastung bis zu sechs Stunden betragen können. Die Dringlichkeit oder Schwere der Erkrankung wird durch die Schwestern am Empfang in vier Level unterteilt. Hierbei gilt dann auch die geringste Wartezeit für Level-1-Patienten (vor allem Myokardinfarkt etc.) und die längste Wartezeit für Level-4-Patienten mit Erkältungen und ähnlichem. All dem gegenüber steht die Gruppe der Traumata, die mit dem Hubschrauber oder RTW über einen Extraeingang eingeliefert werden. Das TMH ist ein Trauma-1-Center, so dass alle Schweregrade

aufgenommen werden und auch das Einzugsgebiet für diese schweren Fälle auf bis zu 130 Kilometer vergrößert ist. Im Schnitt wird pro Tag mindestens ein Trauma eingeliefert – neben Verkehrsunfällen gibt es zahlreiche Drogenintoxikationen. Schussverletzungen hingegen nehmen eher einen kleineren Prozentsatz ein. Emergency Medicine ist in den USA ein eigenes Fachgebiet. Die Ärzte dort arbeiten im Schichtdienst, allerdings mit dem Unterschied, dass der Schichtplan für drei Monate im Voraus bekannt ist –was bei dem Personal zu einer deutlich besseren Akzeptanz des Schichtdienstes führt. Gearbeitet wird in mehreren überlappenden Schichten mit insgesamt neun Ärzten verteilt auf die drei (nachts zwei) Units.

IM ER WERDEN DIE ÄRZTE VON EINEM EINGESPIELTEN

PFLEGETEAM UNTERSTÜTZT In der Regel wird 8,5 (nachts 10) Stunden pro Schicht gearbeitet, und im Normalfall schaffen es die Ärzte auch, rechtzeitig zu gehen. Im ER werden die Ärzte von einem eingespielten Pflegeteam unterstützt. Blutabnahmen, das Legen von Venenverweilkanülen, Infusionen und sonstige Medikamente zu geben ist Sache des Pflegepersonals. Der Arzt hingegen untersucht, fordert Diagnostik und Konsile an, prüft die Labor-, Röntgen-, CT-Befunde und ordnet die Therapie an. Der Vorteil des schnellen Handelns im ER besteht vor allem in den ER-eigenen apparativen Diagnostik. So besitzt der ER ein eigenes CT und Röntgengerät, während das Blut mittels Rohrpost unmittelbar auf den Weg gebracht wird. Sobald ein CT gelaufen ist, kann es im PC abgerufen werden. Zusätzlich steht noch ein Radiologe zum Befunden zur Verfügung. Neben vielen positiven Effekten hat dies leider auch zur Folge, dass andere Untersuchungsmethoden auf der Strecke bleiben. In meinen vier Wochen habe ich lediglich ein einziges Mal den Einsatz eines Sonographie-Gerätes gesehen, obwohl für deutsche Verhältnisse dies doch ein relativ einfaches und trotzdem effektives Diagnoseverfahren ist. Fortsetzung im Digitalen Nachschlag

Diese Artikel findest du im Online-Teil unserer Zeitung:

Forschung

Studie fand neue Risikogene für Koronare Herzkrankheit Eine bislang weltweit beispiellose Studie hat 22.000 Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) und 65.000 gesunde Personen untersucht. Identifiziert wurden 13 neu entdeckten Risikogene, deren Vorliegen die Gefahr eine KHK zu entwickeln um bis zu 17 Prozent erhöht. Zugleich wurden fast alle bisher bekannten Genorte bestätigt, so dass nun mehr als 20 Genorte für die KHK bekannt sind.

Mit laparoskopischer Technik verengte Nierenarterie operiert In der Abteilung Gefäßchirurgie des Uniklinikums Rostock ist vermutlich eine Weltpremiere gelungen. Oberarzt Carsten Bünger operierte hier erstmals durch kleine Schnitte in der Bauchhöhle laparoskopisch eine Nierenarterienverengung, die bei einem 27-jährigen Studenten einen hohen Blutdruck verursachte. Üblicherweise wird sonst bei dieser Operation ein großer Schnitt im Bauchraum nötig.

Erfahrungsberichte

Schulbus-Unfall auf dem Highway Während ihrer Famulatur in Tallahassee erlebte Kirsten ein Großereignis mit: Plötzlich kam von der Leitstelle die Mitteilung, dass ein Schulbus mit mehr als 30 Kindern auf dem Highway verunglückt sei. NotfallLiegen wurden vorsorglich in die Flure geschoben. Erst kam der Rettungshubschrauber, dann trafen Krankenwagen ein.

Bewerbung an der Charité Im großen gelben Umschlag kam die Einladung zum Bewerbungsgespräch in der Berliner Charité. Beim Eintreten wird unsere Autorin von vier freundlich dreinblickenden Herren empfangen, die sie schon neugierig erwarten. Die nächste halbe Stunde verbringt die Bewerberin dann allein unter Männern.

Tragischer Moment im OP Weiß schimmerte die Haut des jungen Engländers gegen das Grün unserer Kittel. Die Bauchaorta pumpte noch kraftvoll das Blut durch den leblosen Körper. War es schrecklich, was ich empfand? Nein. Das, was ich vorher über Hirntod gelernt, was ich selbst darüber geschrieben und dabei empfunden hatte, das war schrecklich. Diese Artikel findest du kostenlos unter

www.medi-learn.de/mlz-nachschlag Die MEDI-LEARN Zeitung kannst du außerdem regelmäßig kostenlos als PDF-Datei im digitalen Abo erhalten. Bestellung unter www.medi-learn.de/mlz

MEDI-LEARN Zeitung 02/2011  
MEDI-LEARN Zeitung 02/2011  

Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und ersc...

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