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Das Wesentliche gekonnt vermitteln

Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

Vier junge Autoren und Autorinnen berichten zum Thema Medizinstudium und Skriptenreihe. Was sie alles erlebt haben, was sie von der Skriptenreihe halten und was sie in der Zukunft planen, erzählen sie euch in ihrem Interview. Mehr dazu auf den Seiten 6 und 7

ZEITUNG

Ausgabe 02/08 ∙ April / Mai 2008 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de ∙ ISSN 1860-8590 ∙ 1,90 €

Der virtuelle Präpsaal Bundesweit einmaliges Lehrangebot in Heidelberg

HIV - ein Problem PJ-Chirurgie in Kapstadt

Heidelbergs Medizinstudenten haben die Möglichkeit, als Ergänzung zum traditionellen Präparierkurs in einem virtuellen Präpariersaal ihre Anatomiekenntnisse zu vertiefen. Am Bildschirm lassen sich Körperteile freilegen wie an echten Leichen.

An der Südspitze von Afrika ist die Immunschwächekrankheit Teil des All- Nepal: Das Königreich des Himalaja und seine durch den Buddhismus geprägte tags. Für Emar Ngo hingegen eine völlig neue Erfahrung. Für Kultur hat Felix Reschke schon lange fasziniert. In seiner FaMEDI-LEARN schildert er seine Erlebnisse mit den Menschen mulatur erlebte er, wie ein Arzt vor Ort nahezu jede denkbare aus Südafrika im Chirurgie-PJ. Krankheit behandelte.

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Das Dach der Welt Famulieren in Nepal

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Vom Husten bis zum Herzinfarkt Innere Medizin in Valdivia, Chile

Gehalt oder Weiterbildung?

von Daniel Eberst

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er Grund für die Ableistung meines PJ-Tertials in Chile bestand darin, dass ich in einem spanischsprachigen Land meine Sprachkenntnisse verbessern, Erfahrungen sammeln und die kulturellen wie medizinischen Unterschiede zu Deutschland kennen lernen wollte. In Sprachkursen und aus privaten Begegnungen habe ich mich schon

frühzeitig mit dem Spanischen beschäftigt, so dass die Sprache kein allzu großes Hindernis darstellte. Und auch die Bewerbung hätte hürdenreicher sein können: Per Mail habe ich eine formlose Bewerbung an das Dekanat der Universidad Austral de Chile (UACH) in Valdivia gesendet. Kurze Zeit später erhielt ich von der Koordinationsverwaltung für internationale Angelegenheiten eine Aufforderung, alle notwendigen Unterlagen (Empfehlungsschreiben, Liste über benotete Fächer, Motivationsschreiben,

und man kann problemlos mit EC-Karte Geld abheben, in einigen Geschäften auch mit Kreditkarte bezahlen.

Nachweis von Sprachkenntnissen) per Mail oder per Post zuzusenden. Gefordert, getan, und recht bald erhielt ich dann auch die Zusage, so dass ich meinen Aufenthalt planen konnte. Beim chilenischen Konsulat in Deutschland habe ich mich über das offiziell notwendige Studentenvisum informiert, das knapp 200 Euro kostet und das innerhalb eines Monats nach Ankunft in Chile bei der behördlichen Polizeistelle aktiviert werden muss.

Im Hostel geblieben

Die Fahrt von Santiago, wo mein Flugzeug landete, nach Valdivia, dauert ca. neun Stunden, wobei die Busse relativ angenehm und gut zum Schlafen ausgestattet sind.

Vor Ort fand ich nach kurzem Fußweg in der Nähe des Zentrums ein Hostel, wo ich eigentlich nur für einige Tage bleiben wollte, doch wegen der zentralen Lage und der guten Einkaufsmöglichkeiten entschied ich mich, der Herberge für die Dauer meines Tertials treu zu bleiben. Ich bezog ein Appartement mit Nasszelle, allerdings ohne Kochgelegenheit, das monatlich 180 Euro kostete. Man kann durchaus luxuriöser wohnen und sich eine „Cabaña“ anmieten, die rund 240 Euro in den Sommermonaten Dezember bis April kostet, da in dieser Zeit „temporada“ (Touristenzeit) ist. Es gibt aber auch noch günstigere Alternativen, vor allem in der Nähe des Krankenhauses, das etwas vom Zentrum abgelegen ist.

Die Mediziner-Ausbildung in Chile dauert insgesamt sieben Jahre Valdivia ist eine Kleinstadt mit 130.000 Einwohnern. Die Stadt befindet sich in der seenreichen Region de Los Lagos im Norden des unteren Drittels von Chile. Außerdem erreichen die Busse den Pazifik in nur 20 Minuten. Vor allem an den Sommerwochenenden entspannen die Valdivianer gern am Strand von Niebla, dem bekanntesten Dorf am Meer. In Chile, vor allem der Region um Valdivia, gibt es viele deutsche Immigranten. Die Lebenshaltungskosten sind mit den deutschen vergleichbar. Es gibt viele Banken

Chile hat viele schöne Strände

Die Mediziner-Ausbildung in Chile dauert insgesamt sieben Jahre. Sie beinhaltet fünf Jahre theoretischen Unterricht sowie zwei Jahre „Internado“, die praktische Ausbildung im Krankenhaus. Im „Internado“ werden die Fachdisziplinen Innere, Chirurgie, Pädiatrie, Gynäkologie für jeweils vier Monate und die übrigen Fächer für je einen Monat durchlaufen. Besonderheit: Auch ein zweimonatiges Praktikum im „Rural“, in einem Dorf auf dem Lande, muss abgeleistet werden. Nach jedem Abschnitt erfolgt eine mündliche Prüfung, weiter auf Seite 2

Inhalt Rätsel Das Kreuzworträtsel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Anatomie, den wir euch in Kooperation mit unserem Partner 3B Scientific in den kommenden Ausgaben der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/3B-Anatomie S. 11

Geschmökert

Die Chirurgie im Detail David Steindl, Julia Fasold und Ariane Römer haben in dieser Ausgabe der MEDI-LEARN Zeitung drei gängige Fachbücher verschiedener Verlage für das wichtige Fach Chirurgie ausführlich rezensiert. Nach der Lektüre der Buchvorstellungen dürfte euch die Wahl des passenden Lehrbuches leichter fallen. S. 04

Praktikum

Maschendraht verhindert Schlaganfall Neueste Studien ermöglichen neue Therapie-Ansätze von Dr. Annette Tuffs (idw)

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ie Implantation einer winzigen, maschenartigen Metallröhre ("Stent") in ein verengtes Blutgefäß im Gehirn kann gefährdete Patienten vor einem Schlaganfall bewahren. Dies hat eine internationale Studie gezeigt, die in der Abteilung Neuroradiologie der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg koordiniert und in der Zeitschrift "Stroke" veröffentlicht worden ist. Das innovative Stentsystem "Wingspan" (Hersteller: Boston Scientific) wurde in einer weltweiten Studie an 17 Zentren bei insgesamt 45 Patienten auf seine Wirksamkeit und Risiken getestet. Die Federführung der Studie hatte Professor Dr. Marius Hartmann, Leiter der Sektion Interventionelle Neuroradiologie der Abteilung Neuroradiologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Patienten, die an der Studie teilnahmen, hatten bereits leichte Schlaganfälle erlitten; Medika-

mente, die das Blut verdünnten, brachten bei ihnen keine Besserung. Dagegen war die Implantation des Stents sehr effektiv: Zu Beginn der Studie war im Mittel 75 Prozent des Gefäßlumens der verengten Hirnarterie durch Arteriosklerose verengt; sechs Monate nach Implantation war es noch 28 Prozent und die WiederEinengungsrate (Rezidiv-Stenoserate) lag bei nur 7,5 Prozent. Nur ein Patient starb in den Wochen nach der Behandlung; zwei erlitten einen Schlaganfall.

Bessere Ergebnisse als mit Medikamenten und Herz-Stents

Auch der behelfsmäßige Einsatz von Stents, die eigentlich bei verengten Herzkranzgefäßen verwendet werden, war weniger erfolgreich. Die Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass diese rigiden Stents den Verlauf der Erkrankung eher negativ beeinflussen. Das "Wingspan" Stent-System ist dagegen speziell

für die Anwendung im Gehirn entwickelt worden. Der Stent hat einen sehr geringen Durchmesser und ist äußerst flexibel. Dadurch können im Schädelinneren Engstellen behandelt werden, die mit den früher verwendeten Herz-Stents unerreichbar waren. Das Wingspan Stent-System besteht aus zwei Komponenten, einem Plastikschlauch (Katheter), der an einem Ende einen Ballon trägt, mit dessen Hilfe die Arterie erweitert wird. Dafür wird der Katheter in die Engstelle eingeführt und langsam aufgeblasen. Die zweite Komponente, der Stent, ist eine winzige, maschenartige Metallröhre, die im Katheter liegt. Der Katheter wird in das Gefäß eingebracht und in den verengten Bereich vorgeschoben; an der erweiterten Engstelle wird der Stent, der sich von selbst entfaltet, freigesetzt und das Gefäß für den Blutfluss offengehalten. "Durch den Einsatz dieser

flexiblen und selbstexpandierenden Stents konnte die Zahl der Komplikationen, etwa Verletzungen der Hirngefäße, gesenkt werden", erklärt Professor Hartmann.

Die Alternative zu den "Großen" "Ich war fertig mit der Schule, hatte gerade mein Abitur bestanden, und liebäugelte mit einem Medizinstudium." Christine Schmidt trat ein 2-wöchiges Pflegepraktikum an der Apollo Klinik an. Plastische Chirurgie und weitere neue Erfahrungen erzählt sie in ihrem Bericht. S. 05

Interview

Überlebende helfen zuerst!

Bei 10 Prozent der Patienten mit Schlaganfall ist ein Gehirngefäss verengt "Von der neuen Therapie profitieren Patienten, die immer wieder Durchblutungsstörungen im Gehirn oder einen Schlaganfall erleiden, deren Ursache eine Verengung eines Blutgefäßes im Gehirn ist", erklärt Professor Hartmann. Etwa 10 Prozent der Schlaganfall-Patienten sind davon betroffen. Die Gefäßverengung kann nicht-invasiv mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung durch den Schädel festgestellt und mit Hilfe der Kernspintomographie (MRT) zusätzlich im Detail beurteilt werden. Quelle: idw

Dr. Richard Munz, Dozent und Experte für humanitäre Hilfe ist seit über zwanzig Jahren für verschiedene nationale und internationale Hilfsorganisationen tätig. Der ausgewiegene Experte und Autor berichtet von vielen bürokratischen Hürden, aber auch über schöne Begebenheiten inmitten der Katastrophen. S. 03

Medizinstudium

Mein Weg ins Medizinstudium Von der ersten Idee über die Bewerbung und Immatrikulation bis zu den ersten Seminaren: Henning Vieth hat für uns den Weg ins Medizinstudium rekapituliert. Für Neuanfänger gibt es praktische Tipps, für Studenten und Ehemalige die Gewissheit: Aller Anfang ist schwer. S. 10


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Innere Medizin in Valdivia, Chile Ohne Ballast zum Physikum

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deren Bestehen die Voraussetzung für die Weiterführung der praktischen Ausbildung ist. Bei Nicht-Bestehen muss man im betreffenden Fach das Praktikum und die mündliche Prüfung wiederholen.

Staatsexamen ist keine Voraussetzung zur ärztlichen Tätigkeit

Perfekt vorbereitet für die Prüfung: ▪ kurze, prägnante Darstellung des Stoffes ▪ Merksätze und Tipps zum Lernen ▪ „Das bringt Punkte“ fürs Schriftliche ▪ „Facts fürs Mündliche“

Haben die „Internados“ die beiden Jahre erfolgreich absolviert, können sie als Ärzte arbeiten: Entweder als Ärzte ohne Weiterbildungsmöglichkeit, dafür mit einem Einkommen, oder als „Becados”, Assistenzärzte in Facharztausbildung, die in der Regel kein Gehalt bekommen, es sei denn, sie haben sich erfolgreich für ein Stipendium beworben. Die Facharztausbildung dauert nur drei Jahre. Am Ende der medizinischen Ausbildung gibt es ein nationales Examen, das unter anderem statistischen Zwecken dient und auch für die Arbeitszulassung ausländischer Ärzte in Chile einen Maßstab zur Auswahl darstellen will. Dieses Staatsexamen ist momentan allerdings nicht Voraussetzung zur Ausübung der ärztlichen

Tätigkeit. Der Status des Arztes in Chile ist hoch angesehen, und die gute ärztliche Ausbildung, wie auch die guten Verdienstmöglichkeiten, machen das Land begehrenswert für die Ärzte anderer, vor allem lateinamerikanischer Länder.

Arbeiten im Krankenhaus

Das Krankenhaus Hospital Regional de Valdivia ist von der Universidad Austral de Chile als Lehrkrankenhaus bestimmt worden und beinhaltet sämtliche Spezialeinrichtungen, die einem Krankenhaus europäischen Standards bezüglich der intrahospitalären Einrichtungen entsprechen. In der Inneren Medizin ist jedem Zwei- bis Fünfbett-Krankenzimmer ein Facharzt zugeteilt, der für die Patientenversorgung in seinem Zimmer zuständig ist und in der Regel sieben Patienten zu betreuen hat. Normalerweise führt ein Assistenzarzt in Zusammenarbeit mit den „Internos“ (den PJlern) die alltägliche Arbeit durch, wobei auch hier die Hauptarbeit von den PJlern erledigt wird, weil die Assistenten auch ihre Weiterbildung durchlaufen müssen und ihrer Spezialfachrichtung zugeteilt werden. Die Arbeit der PJler fängt damit an, dass früh morgens um acht die Patienten kör-

Kennen wir uns? Prosopagnosie – eine unbekannte Krankheit Effektiver Lernen ▪ lernpsychologische Aufteilung der Inhalte ▪ 30 handliche Lernhefte ▪ mit Tipps für Pausen

Online-Service: ▪ über 1.000 medizinische Abbildungen in hoher Auflösung zum kostenlosen Download als PDF im Internet ▪ Volltextsuche im Internet über den gesamten Inhalt aller bislang erschienenen Skripte

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Die MEDI-LEARN Skriptenreihe www.medi-learn.de/skript

von Wolf-Julian Neumann

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tellt euch vor: Ihr seid auf einer Party eines Freundes. Ihr spaziert durch das Haus und beobachtet ein wenig. Vorne an der Tür seht ihr eine ältere Dame mit einem schicken neuen Kleid. Ihre Haltung ähnelt der eurer Großmutter. Ihr seht in ihr Gesicht und erkennt zwei Augen, eine Nase, einen Mund, eben alles was in ein Gesicht gehört. Aber die Person erkennt ihr nicht. Sie kommt auf euch zu und spricht euch beim Vornamen an. Aus Höflichkeit tut ihr natürlich so, als würdet ihr sie kennen, versucht aber der unangenehmen Situation schnellstmöglich aus dem Weg zu gehen. Die Dame spricht plötzlich über euren Vater, als kenne sie ihn seit Jahren. Ihr glaubt, dass es jemand aus eurer Familie sein muss, der mit euch spricht. Aber wer kann es bloß sein? Ihr seid ja vor Jahren ausgezogen und der Kontakt mit der Familie ist seltener geworden. Erst als die Dame plötzlich anfängt von eurer Kindheit zu sprechen, wird euch schlagartig klar, dass ihr vor eurer Mutter steht.

Keine Seltenheit

Es gibt Menschen, die solche Situationen nahezu täglich zu bewältigen haben. Sie sind keineswegs eine Seltenheit, wie Forscher aus Münster in diesem Jahr entdeckt haben. Ihnen gemeinsam ist eine Krankheit, aus der die Unfähigkeit Gesichter zu erkennen, resultiert. Der Neurologe Dr. Joachim Bodamer hat dieses klinische Bild als Erster im Jahre 1947 an Patienten beschrieben, die im Krieg eine Hirnverletzung erlitten hatten und in der Klinik das Pflegepersonal nicht mehr erkennen konnten. Er prägte den Namen „Prosopagnosie“ (aus dem Griechischen: „Prosopon“: das Gesicht und „Agnosia“: das Nicht-Erkennen). Prosopagnostiker können Gesichter sehen und beschreiben, aber sie erkennen keine Personen darin. Sie können auch Emotionen aus Gesichtern herauslesen, aber sie wissen nicht warum ihr gegenüber gerade sauer ist, weil sie ihren besten Freund mal wieder „ignoriert“ haben –

das lateinische „ignorare“ lässt sich mit „nicht kennen“ übersetzen. Manche Patienten berichten, dass sie ihre eigenen Kinder meist nur an der Kleidung erkennen, oder dass sie in der vollen Umkleidekabine nach dem Sport Grimassen schneiden, um zu wissen, welche der Personen sie selbst sind. Filme anzugucken macht den Betroffenen meistens keinen Spaß, denn sie sehen nur ein fremdes hübsches Gesicht nach dem anderen über die Leinwand laufen. Erstaunlicherweise geben die meisten Prosopagnostiker an, für die Kommunikation keinen Augenkontakt zu benötigen. Viele haben sich dies allerdings im Laufe der Zeit angewöhnt, weil sie bemerkt haben, dass es vom Gesprächspartner gefordert wird. Sie erkennen Objekte und Farben, und haben normalerweise auch keine Einschränkungen beim Einschätzen des Geschlechts und der subjektiven Attraktivität anderer Menschen.

Betroffene schieben das Nicht-Erkennen oft auf Unachtsamkeit

perlich untersucht, die Befunde notiert, die Indikationen für den Tag erstellt und die Rezepte geschrieben werden. Bis etwa elf Uhr kommt dann der verantwortliche Arzt und hält Visite, wobei gerne auch einmal Fragen gestellt werden können. Die Fachärzte halten ebenfalls wöchentlich Visite ab oder werden bei spezifischen Krankheitsproblemen gesondert konsultiert.

Vom Husten bis zum Herzinfarkt kommt hier alles vor

Am Nachmittag werden die Laboranforderungen und restlichen Untersuchungsergebnisse vom Vormittag (Endoskopie, Ultraschall, CT, Echo, etc.) ausgewertet und notiert. Weiterhin hält jeder „Interno“ an rund fünf Tagen in der allgemeinmedizinischen Poliklinik im Krankenhaus oder in einer Praxis außerhalb eine Patientensprechstunde ab, wobei die Patienten entweder zu Kontrollen einbestellt werden oder aber aufgrund akuter Probleme erscheinen. Abgerundet werden die Arbeitstage durch Seminare, an denen die PJler Vorträge zu bestimmten Themen oder Fallbeispielen halten sowie durch einen

„Turno“, das ist die Extraschicht, die an jedem sechsten Tag von 18 Uhr bis 23 Uhr ansteht. Innerhalb der vier Monate in der Inneren Medizin arbeiten die „Internos“ zwei Wochen in der „Urgencia“. Das ist recht interessant: Vom banalen Husten bis hin zum Herzinfarkt kommt hier alles vor!

Lehrreiche Zeit

Ich bin im Nachhinein sehr froh darüber, den wichtigsten Abschnitt meines PJ-Tertials hier in Valdivia abgeleistet zu haben, da ich viel an fachlichen Fertigkeiten und an Erfahrung im Umgang mit den Patienten erworben habe und mir meine ausbaufähigen Seiten klarer geworden sind. Vor allem muss ich sagen, das alle Leute im Krankenhaus, mit denen ich zu tun hatte, äußerst höflich und respektvoll mit mir umgegangen sind, dass ich gut in die Gruppe der PJler integriert wurde und alle sehr viel Geduld und Verständnis für mein nicht ganz perfektes Spanisch hatten. Allen, denen ich begegnet bin und die mich unterstützt haben, möchte ich einen Dank für diese wichtige und lehrreiche Zeit in Valdivia aussprechen. MEDI-LEARN PODCAST Diesen Artikel gibt es online auch als Audio-Datei zum Download unter: www.medi-learn.de /podcast

schließen, dass diese Fähigkeit schon von den gemeinsamen Vorfahren von Menschen und Affen beherrscht wurde. Spannend ist diesbezüglich auch die Tatsache, dass auch Erblindete in diesen Hirnarealen beim Betasten von Puppengesichtern eine erhöhte Aktivität zeigen. Bei blind geborenen Menschen ist dies nicht zu beobachten. Dass das Erkennen von Gesichtern etwas Besonderes ist, kann man schon bei kleinen Babys sehen. Sie richten ihre Aufmerksamkeit bevorzugt auf Bilder, deren Kontrastpunkte der Konfiguration von Gesichtern, vor allem von Augen und Mund, entspricht. Außerdem schenken sie Bildern von aufrechten Gesichtern wesentlich mehr Aufmerksamkeit als Bildern, die auf dem Kopf stehen, weil sie diese vermutlich nicht erkennen.

Peter Thompson hat im Jahre 1980 die Hypothese aufgestellt, dass die konfigurale Gesichtserkennung nur bei aufrecht stehenden Gesichtern funktioniert und dies mit der berühmt gewordenen „Thatcher Illusion“ demonstriert. Bei Prosopagnostikern funktionieren diese Arten der Gesichtserkennung nicht. Sie entwickeln im Laufe ihres Lebens Strategien, Menschen auf andere Weise zu erkennen. Dabei spielen sowohl die Körperhaltung, Kleidung, Alter und Größe, als auch die Art und das Thema des Gesprächs, das ihr Gegenüber anschlägt, eine wesentliche Rolle. Aufgrund dieser Strategien ist es sehr schwer, eine Prosopagnosie zu diagnostizieren, weil die Betroffenen häufig ihre mangelnde Fähigkeit auf ihre Unachtsamkeit oder ähnliches schieben.

Wie erkennt man Gesichter?

Therapie: bislang wenig Erfolg

Es gibt verschiedene Wege für Menschen, Gesichter zu erkennen. Dabei unterscheidet man im hauptsächlich zwischen drei Arten: die konfigurale, die merkmalsbezogene und die holistische Gesichtserkennung. Man geht davon aus, dass dabei die konfigurale Gesichtserkennung die größte Rolle spielt. Sie beinhaltet das Erkennen der Symmetrie und der Abstände der wesentlichen Gesichtsbestandteile (z.B. Augen-Nasen Abstand usw.).

Eine Therapie für Prosopagnostiker hat eine Professorin der Berkeley Universität in Kalifornien entwickelt. Sie besteht im Wesentlichen aus Übungen zur bewussten Wahrnehmung konfiguraler Merkmale von fremden Gesichtern. Sie hat damit bewiesen, dass die konfigurale Gesichtserkennung lernbar – und leider auch verlernbar ist. Denn der positive Effekt der Therapie lässt nach Aussetzen der Übungen schon nach wenigen Tagen nach.

Zwei Krankheitstypen

Derzeit unterscheidet man zwei Arten der Prosopagnosie, die kongenitale und die durch Verletzung von Hirngewebe erworbene. Bei der kongenitalen Prosopagnosie gehen Forscher von einer Entwicklungsstörung aus, mit der Folge einer fehlenden Vernetzung von Kortexregionen, die das Gesichtererkennen beim Gesunden ermöglichen. Durch fMRTStudien hat man hierfür vor allem zwei Areale identifizieren können. Die „OFA – Occipital Face Area“, im Bereich des unteren Gyrus occipitalis, und die „FFA – Fusiform Face Area“, im Bereich des mittleren Gyrus fusiformis, der ein Teil des Temporallappens ist. Bemerkenswert ist dabei, dass man auch bei Affen eine erhöhte Aktivität in diesen Arealen messen konnte, wenn man ihnen Bilder von Gesichtern gezeigt hat. Man kann daraus

Menschen mit Prosopagnosie sind sich ihrer Krankheit meist gar nicht bewusst


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Überlebende von Katastrophen sind die ersten Helfer! Interview mit Dr. Richard Munz, Dozent, Autor und Experte für humanitäre Hilfe von MEDI-LEARN

immer mehr zu kurz kommen. Die Entscheidung zu einer Spende wird immer mehr nach dramatischen Fernsehbildern und sehr emotional getroffen, immer weniger nach ruhigem und logischem Überlegen.

Mitten im Leid eine große Hilfe (Bild: Dr. Munz)

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er Notfallarzt und Chirurg Dr. Richard Munz ist seit über zwanzig Jahren für verschiedene nationale und internationale Hilfsorganisationen im Einsatz. Als Experte auf seinem Gebiet ist er häufig als Organisator und Leiter von Katastropheneinsätzen gefragt. An der Ruhr-Universität Bochum ist er Dozent im Studiengang „Humanitäre Hilfe“. Wir hatten die Möglichkeit, ein Interview mit Dr. Munz zu führen.

MEDI-LEARN: Dr. Munz, wo fand Ihr letzter Einsatz statt? Munz: Ende 2006 war ich im Tamilengebiet im Norden Sri-Lankas. Dort betreibt das Rote Kreuz zusammen mit einheimischen Kollegen ein Krankenhaus. Im Sommer waren die Kämpfe dort wieder erneut ausgebrochen und wir hatten leider einige schwere Bombenangriffe mit vielen Toten und zahlreichen Schwerverletzten abzuarbeiten. Im vergangenen Jahr sind die Kämpfe weitergegangen und haben auch Intensität zugenommen. Es ist wohl zu befürchten, dass die Situation dort auch in den nächsten Monaten eher noch kritischer werden wird. MEDI-LEARN: Wissen Sie schon, wohin Ihr nächster Einsatz gehen wird? Munz: Nein, das weiß ich vorher nie. Das kann rein theoretisch schon in den nächsten Stunden losgehen. MEDI-LEARN: Wie muss man sich denn das Prozedere vorstellen, wenn es so kurzfristig ist? Munz: Die erste Alarmierung kommt meist per SMS vom UNHCR aus Genf. Bei dieser ersten Benachrichtigung wird dann erst einmal angefragt, ob und wann ich für einen Einsatz verfügbar sein kann und geschildert, um welche Katastrophe in welchem Land es sich handelt. Ich spreche mich dann noch schnell mit meiner Familie ab und wenn ich dann zugesagt habe, wird der nächste Flug gebucht und ich mache mich auf den Weg zum Frankfurter Flughafen. Mir ist es immer sehr wichtig, so früh wie möglich in einem Katastrophengebiet anzukommen, da die Entscheidungen der ersten Tage später kaum mehr korrigiert werden können.

Allerdings kann man sicher sagen, dass es sich beim Tsunami um die am besten dokumentierte und bebilderte Katastrophe aller Zeiten handelt. Verglichen mit anderen Katastrophen war der Tsunami eher harmlos. Das Erdbeben in Kaschmir zehn Monate später war ganz sicher um Dimensionen schlimmer. Wenn man es überspitzt ausdrücken möchte, kann man sicher sagen, dass uns nach dem Tsunami erstmals nicht das Geld ausgegangen ist, es waren die Opfer, die sehr bald knapp wurden. MEDI-LEARN: Wie sieht die Kooperation mit den einheimischen Helfern aus? Munz: Das unterscheidet sich von Organisation zu Organisation. Das Rote Kreuz hat in jedem Katastrophengebiet einen einheimischen Partner und tut sich mit der Kooperation natürlich deutlich leichter als andere Organisationen. Grundsätzlich herrscht bei den meisten Organisationen immer noch die Meinung vor, dass humanitäre Hilfe immer erst dann beginnt, wenn die ersten ausländischen Helfer medienwirksam ihre Fahnen in die Trümmer gerammt haben. Auch von den Medien werden die Überlebenden einer Katastrophe fast nur als Opfer angesehen und beschrieben. In der Realität sind sie aber immer die ersten Helfer vor Ort, die sofort nach einer Katastrophe damit beginnen, Familienangehörige und Nachbarn zu retten und in Sicherheit zu bringen! Die unbestreitbare Tatsache, dass die ausländischen Helfer immer die letzten sind, die nach einer Katastrophe eintreffen, wird leider immer noch verdrängt. MEDI-LEARN: Wie hoch ist die Spendenbereitschaft in Deutschland? Munz: Grundsätzlich ist die Spendenbereitschaft in Deutschland hoch und konstant, auch wenn sie immer mal wieder ein wenig schwanken mag. Allerdings ist festzustellen, dass die Spenden zunehmend in den Bereich der Nothilfe nach spektakulären Katastrophen fließen und dass langfristige Entwicklungsmaßnahmen demgegenüber

MEDI-LEARN: Können Sie uns sagen, wie die Spenden eingesetzt werden? Munz: Die Spenden nach internationalen Katastrophen sind zu einem großen Teil zweckgebunden. Sie müssen dann von den Hilfsorganisationen zeitnah, innerhalb von zwei Jahren, für die Akutversorgung ausgegeben werden. Es geht dabei darum, ihnen in ihrer schwierigen Situation möglichst schnell alles zur Verfügung zu stellen, damit sie die nächsten Wochen und Monate sicher überleben können. Dabei geht es um viel mehr, als nur um Medikamente und Krankenversorgung. Meist ist die Wasserversorgung, die Unterkunft und die Bereitstellung von Nahrungsmitteln sogar deutlich wichtiger. MEDI-LEARN: Sie halfen Bürgerkriegsopfern in Somalia, Ruanda und im Kongo. Sie waren nach dem Erdbeben in der Türkei und in den vom Tsunami zerstörten Gebieten. Können Sie sagen, welcher Einsatz der schlimmste war? Munz: Ich glaube nicht, dass man diese Einsätze miteinander vergleichen kann. Jeder einzelne hatte dramatische Situationen. Die Frage nach meinem schlimmsten Erlebnis wird mir ziemlich häufig gestellt, die nach meinem schönsten hingegen kaum, und das finde ich ein wenig schade, weil es immer den Mythos der aufopferungsvollen Helfer bedient, die selbstlos in schwierigsten Situationen jeder Gefahr trotzen. Ich halte es für sehr wichtig, dass wir den Überlebenden in den Katastrophengebieten zeigen, dass wir gerne bei ihnen sind und dass wir nicht Verzweiflung und Ratlosigkeit mitbringen, sondern Zuversicht und Optimismus. Bei jedem Einsatz gab es immer auch richtig erfreuliche und sogar schöne Situationen. MEDI-LEARN: Welche Situationen fallen Ihnen zum Beispiel ein? Munz: Das schönste Erlebnis ist für mich fast immer die Geburt des ersten Kindes nach einer Katastrophe. Wenn ich miterleben darf, wie der kleine Erdenbürger laut kräht und wie die Eltern inmitten der Trümmer und des Chaos einfach nur strahlen, dann ist das wunderschön! MEDI-LEARN: Wie sind ihre Erfahrungen in Katastrophengebieten mit Reportern vor Ort? Munz: Die sind sehr zwiespältig. Nachrichten sind in den letzten Jahren zunehmend zu einer Ware geworden, die auf dem

MEDI-LEARN: Wie beurteilen Sie die Professionalität der Hilfsorganisationen? Munz: Ganz pauschal würde ich sagen, dass es im Bereich der internationalen Katastrophenhilfe bisher leider keinerlei wirkliche Professionalität bei den Teams in den Katastrophengebieten gibt. Wer an zwei oder drei Einsätzen teilgenommen hat, gilt bereits als echter Experte und Fachmann. Während Entwicklungshelfer mehrere Monate auf ihre Einsätze vorbereitet und dann auch so bezahlt werden, dass sie von ihrer Tätigkeit leben können, tun die Hilfsorganisationen für die Vorbereitung der Katastrophenhelfer schrecklich wenig. Bis auf ganz wenige Ausnahmen beschränkt sich die Vorbereitung auf wenige Tage und die Bezahlung der Helfer kann eine Familie nicht unterhalten. Professionelle und eingespielte Teams gibt es bei keiner einzigen Organisation.

Rippen spreizer .com . .Lachen bis die Rippen krachen

MEDI-LEARN: Warum ist das immer noch so? Katastrophen werden sich doch leider immer wieder ereignen. Munz: Eine bessere Organisation und Aufbau von Strukturen verträgt sich einfach nicht mit der Spenden bringenden Legende, dass jeder Cent direkt bei den Betroffenen ankommt. MEDI-LEARN: Herr Dr. Munz, was wünschen Sie sich für die Zukunft? Munz: Mehr Bescheidenheit bei internationalen Hilfseinsätzen. Und vor allem immer mehr Spender, die sich nicht mehr von spektakulären Bildern ins Bockshorn jagen lassen und darauf bestehen, dass mit ihren Geldern etwas Sinnvolles für die Katastrophenopfer finanziert wird. MEDI-LEARN: Vielen Dank für das Interview! Im Zentrum der Katastrophe Der Notfallarzt und Chirurg Dr. Richard Munz ist seit über zwanzig Jahren für verschiedene nationale und internationale Hilfsorganisationen im Einsatz. Als Experte auf seinem Gebiet ist er häufig als Organisator und Leiter von Katastropheneinsätzen gefragt. An der Ruhr-Universität Bochum ist er Dozent im Studiengang "Humanitäre Hilfe" und Autor dieses Buches: Titel: ISBN: Verlag: Seitenzahl: Preis:

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MEDI-LEARN: Sagen Sie auch einmal Einsätze ab? Munz: Theoretisch kann ich das natürlich machen. In der Praxis ist das bisher allerdings nur ein einziges Mal vorgekommen weil ich die geplante Hilfsoperation nicht für sehr sinnvoll hielt. MEDI-LEARN: Wie haben Sie die Tsunami-Katastrophe in Indonesien in Erinnerung, die oft als Jahrtausend-Katastrophe beschrieben wird? Munz: Für mich war das so etwas wie ein humanitärer Overkill, eine Jahrtausendkatastrophe war es ganz sicher nicht.

Medienmarkt verkauft werden muss und so sind die Reporter vor Ort meist gezwungen, ihre Berichte mit Dramatik, Tragik und spektakulären Bildern aufzupeppen, wenn sie wirklich veröffentlicht werden wollen. Die wenigen Journalisten, die sich wirklich Zeit nehmen und wirklich auch die Hintergründe darstellen wollen, werden mit ihren Berichten im besten Fall auf den letzten Seiten gedruckt, wenn sie denn überhaupt veröffentlicht werden. Leider werden auf diese Weise die Mythen und Legenden, die die internationale Katastrophenhilfe umwabern, immer weiter zementiert.

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Dr. Munz wünscht sich mehr Bescheidenheit bei internationalen Hilfseinsätzen (Bild: Dr. Munz)

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April/Mai 2008

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Duale Reihe Chirurgie (Thieme)

In den Foren gelauscht

von David Steindl (6. Semester, Uni Frankfurt)

Wie stehen die Chancen?

Für Studienbewerber ist es eine der wichtigsten Fragen diejenige nach den persönlichen Chancen im Bewerbungsverfahren bei ZVS oder Hochschule. Seit Jahren sind Spekulationen um NC und Wartesemester DAS Thema, von dem viele Studienbewerber ein Lied mit vielen, vielen Strophen zu singen wissen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der entsprechende Beitrag in den Foren nunmehr über 400 Seiten an Antworten erzeugt hat, die du nachlesen kannst unter: www.medi-learn.de/MT36121

Direkter Draht zur ZVS

Die ZVS hat sich dankenswerter Weise bereit erklärt, auf interessante, ausgewählte Fragen junger Studienbewerber im Rahmen einer Kolumne unserer wöchentlich erscheinenden Online-Zeitung im sprichwörtlichen Sinne direkt „Rede und Antwort“ zu stehen. Ihr habt also die Möglichkeit, Fragen an die Redaktion zu schicken, die dann von der ZVS beantwortet und bei uns auf der Webseite veröffentlicht werden. Alles weitere unter: www.medi-learn.de/MT42919

solide Basis zur gezielten Einarbeitung, Vertiefung und Wiederholung. Zielgruppe Da außerdem viele Grundlagen erläutert werden, eignet sich das Buch sowohl für Einsteiger in die Chirurgie als auch für die Vorbereitung auf das Staatsexamen. Sehr schön finde ich das kurze Kapitel zum Verhalten im OP. Nach der Lektüre fühlt man sich als Anfänger sicher wohler bei der ersten Assistenz.

Titel: Duale Reihe Chirurgie Autor: Henne-Bruns, Dürig und Kremer Verlag: Thieme ISBN: 978-3-13-125293-7 Preis: 69,95 €

Kurzbeschreibung Die 3. Auflage der „Dualen Reihe: Chirurgie“ handelt alle chirurgischen Disziplinen umfassend ab und bietet eine

Anatomie-Schein

In den vorklinischen Semestern ist es das Fach der Fächer: Anatomie! Aktuell bieten wir euch übrigens zusammen mit 3B Scientific ein großes Anatomie-Special online unter: www.medi-learn.de/3B-Anatomie Erfahrungsgemäß heiß begehrt ist auch der Erwerb des AnatomieScheines, den in Händen zu halten ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg durch die Vorklinik darstellt. Doch wie lange läuft eigentlich der Kurs an den einzelnen Universitäten und welche lokalen Besonderheiten gibt es? Wenn du neugierig bist, lies mit unter: www.medi-learn.de/MT43396

MEDI-LEARN Zeitung Schon gewusst? Die MLZ gibt es auch per E-Mail. Weitere Infos und kostenlose Bestellung unter: www.medi-learn.de /zeitung

Aufbau Das Schriftbild ist übersichtlich, die einheitliche Farbgebung lenkt nicht vom Inhalt ab. Einzig die Qualität des Papiers und der Einband lassen etwas zu wünschen übrig. Das Gewicht der 1.400 Seiten wird der dünnen Kartonierung schnell zum Verhängnis. Bei häufiger Benutzung

Preis Andere Chirurgielehrbücher sind bei nur etwas höherem Preis besser verarbeitet. Für so viel Wissen ist der Preis von 69,95 € aber auf jeden Fall angemessen. Fazit Zusammenfassend kann ich die „Duale Reihe: Chirurgie“ für Studenten empfehlen, die an Chirurgie interessiert sind und sich deshalb aktuelles, ausführliches Wissen aneignen möchten. Das didaktische Konzept hat mich überzeugt. Ich würde dieses Buch kaufen.

Von diesem Buch ver­losen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw131

von Julia Fasold (11. Semester, Uni Kiel) chirurgisch relevante Krankenheiten, deren Diagnostik und chirurgische Intervention zu vermitteln.

Mit 60 % wird ein Großteil der Studienplätze durch die Unis vergeben, von denen einige auch Auswahlgespräche führen. Jährlich werden hier von Uni zu Uni unter Umständen auch im Verfahren wichtigen Angaben und Voraussetzungen mitunter geändert. Glücklicherweise findet sich in den Foren unter dem Titel „Strategie für AdH“ ein Beitrag mit ausführlichen Angaben von Kommilitonen, nachzulesen unter: www.medi-learn.de/MT38265

Nicht alles muss immer direkt zum Erfolg führen, auch der indirekte Weg kann weiter helfen – so auch beim Thema Direktbewerbung. Was tun z.B. wenn man das Studium einmal angefangen hatte, aus wichtigen Gründen unterbrechen musste und sich nunmehr wieder fit fühlt, weiter zu studieren? Antworten auf diese gar nicht mal so seltene Frage findest du unter: www.medi-learn.de/MT43227

Didaktik Der Text ist flüssig zu lesen. Dies erleichtert das Lernen. Ich persönlich würde mir noch Fragen zur Lernkontrolle am Ende von Kapiteln wünschen. Für den Studienort Frankfurt ist die „Duale Reihe: Chirurgie“ genauso gut geeignet wie für alle anderen, da sie sich mit der aktuellen Auflage in die Reihe der Standardwerke (Berchtold, Siewert, etc) einfügt. Letztlich muss man sich nach eigenen Vorlieben entscheiden.

wird dieses Buch leider oftmals sehr mitgenommen aussehen.

Intensivkurs Chirurgie (Urban & Fischer)

Strategie für AdH?

Platz im hohen Semester

Inhalt Die einzelnen chirurgischen Fachgebiete werden für das Studium ausführlich abgehandelt. Im Haupttext findet man lange, detaillierte Erklärungen und kann damit Vorlesungsinhalte komplett abdecken. Lobenswert ist die Aktualität: Bei den Klassifikationen der Akromioklavikulargelenksverletzungen ist auch die Rockwood-Klassifikation erklärt, die man bisher meistens in englischsprachiger Literatur fand. Bei ausreichendem

Zeitrahmen kann man sich für Prüfungen mit diesem Lehrbuch fundiert und vollständig vorbereiten.

Zielgruppe Das Buch richtet sich v.a. an Studenten der Humanmedizin bis hinein in das PJ, aber auch an anderes medizinisches Personal. Auch nach dem Studium kann es für Stationsarbeit hilfreich sein.

Titel: Intensivkurs Chirurgie Autor: G. Souza-Offtermatt, K.-H. Staubach, P. Sterk, A. Udolph Verlag: Urban & Fischer ISBN: 978-3-437-43490-7 Preis: 36,95 €

Kurzbeschreibung Das Buch „Intensivkurs Chirurgie“ hat sich als Ziel gesetzt, ein Basiswissen über

CHIRURGIE FÜR STUDIUM UND PRAXIS

Unter Berücksichtigung des Gegenstandskataloges und der mündlichen Examina in den Ärztlichen Prüfungen

2008/09 M. Müller

und Mitarbeiter Medizinische Verlags- und Informationsdienste • Breisach

Titel: Chirurgie für Studium und Praxis Autoren: M. Müller Verlag: Medizinische Verlags-und Informationsdienste Breisach ISBN: 978-3-929851-08-3 Preis: 32,00 €

Kurzbeschreibung In seinem Buch „Chirurgie für Studium und Praxis“ stellen M. Müller und Mitarbeiter auf ca. 500 Seiten stichpunktar-

Inhalt Vom inhaltlichen Aspekt aus beginnt das Buch mit allgemeinen Themen für Begriffsdefinitionen, radiologische, mikrobiologische und labortechnische Verfahren. Der spezielle Teil stellt, nach anatomischen Gesichtspunkten geordnet, die chirurgisch relevanten Krankheiten vor, samt ihrem Untersuchungsgang, den speziellen stationären Anforderungen, der chirurgischen Intervention und konventionellen Therapien. Auf die pädiatrische und kleine Chirurgie wird ebenfalls erläuternd eingegangen.

Didaktik Der Intensivkurs ist ein Lehrbuch, mit dessen Hilfe man sich grundlegend in der Chirurgie zurechtfinden kann. Es liefert viele praktische Tipps, kurze und einfache Merkstützen und übersichtliche Schemata. Die Sprache ist gut und verständlich gehalten. Aufbau Die 22 Kapitel sind durch sinnvolle Unterkapitel übersichtlich gegliedert. Unterstützt durch das Register an der Buchkante ist somit eine gute „Dosierung“ der Materie möglich. Beim Layout wurden Gestaltungsmöglichkeiten vielfältigst ausgenutzt: unterschiedliche Aufzählungs- und Nummerierungszeichen, diverse Schriftgrößen und Symbole machen nicht nur das Lesen kurzweiliger, sondern helfen beim Auffinden von bestimmten Begriffen und Themen trotz des kompakten Stils. Preis Im Laden kostet das Buch 36,95 €. Ich

würde es mir nicht für den Preis kaufen, da es meiner Meinung nach zu wenig gute Bilder und Abbildungen hat. Fazit Der Intensivkurs Chirurgie hilft, auf Station als PJler und selbst noch Assistenzarzt zu überleben, da es von Aufnahmeuntersuchung bis Entlassung einen guten Faden spinnt mit hilfreichen Tipps und den wichtigsten Stichworten, um Fehler zu vermeiden. Für anderes medizinisches Personal ist es hinsichtlich des Fachjargons gut veständlich, doch fällt das Buch diesbezüglich wiederum zu mächtig hinsichtlich des Detailwissens aus. Also empfiehlt es sich, spätestens zum PJ schon andere Bücher zur Ergänzung zuzulegen. Von diesem Buch ver­losen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw132

Chirurgie für Studium und Praxis (Müller) von Ariane Römer (5. Semester, Uni Aachen) tig das Fach Chirurgie dar. Es umfasst Grundlagen (ohne Vorkenntnisse vorauszusetzen) sowie Spezialwissen zu den einzelnen Teilgebieten, wie sie der Gegenstandskatalog fordert. Zielgruppe Das Buch ist für jeden Abschnitt des Studiums nutzbar. Durch die übersichtliche Gliederung und den stichwortartigen Aufbau ist dieses Buch auch sehr gut für das PJ geeignet. Inhalt Für die Zeit nach dem Studium sehe ich es nur für das Nachschlagen zum groben Überblick, also eher für nicht-chirurgische oder nur minimal-chirurgische Disziplinen. Für die Vorbereitung auf Prüfungen während des Studiums ist dies jedoch völlig ausreichend. Didaktik Besonders soll hier der didaktisch eingängige Aufbau, mit einer kleinen ana-

tomischen und physiologischen Wiederholung am Anfang jedes Kapitels, erwähnt werden. Auch Personen, die sich zum Beispiel die vielen Zahlenwerte in der Physiologie nicht merken können, wird hier schnell geholfen. In den Themen selbst erhält man einen Umschlag über alles Wissenswerte von der Ätiologie bis zur Behandlung. Aufbau Ganz allgemein ist die Gliederung sehr ansprechend und übersichtlich mit einem ausführlichen Glossar am Ende. Besonders schöne Details sind die ICD10-Liste, die Liste mit interessanten Internetadressen zu den wichtigsten Themen, sowie die Auflistung des Gegenstandskataloges. Preis Grundsätzlich besticht das Buch natürlich durch die handliche Form und den recht geringen Preis von 32 Euro, was besonders wegen des stofflichen Um-

fangs und der Aktualität durch ständig neue Auflagen bemerkenswert ist. Vor allem für Nicht-Chirurgie-Interessierte ist der Preis ansprechend, da einige große Lehrbücher doch schon erheblich teurer sind. Fazit Zusammenfassend ist zu sagen, dass das Buch empfehlenswert ist. Dieses Buch ist besonders für Studenten mit dem Wunsch einer nicht-chirurgischen Fachrichtung, für das Last-Minute-Lernen und Wiederholen, sowie zum Nachschlagen während des PJs sehr empfehlenswert. Detailliertes Spezialwissen sollte durch weitere Bücher ergänzt werden.

Von diesem Buch ver­losen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw133


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April/Mai 2008

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Heidelberger Medizinstudenten lernen Anatomie im "virtuellen Präpariersaal" Bundesweit einmaliges Lehrangebot erleichtert Orientierung im menschlichen Körper von Dr. Annette Tuffs (idw)

H

eidelberger Medizinstudenten können - als Ergänzung zum traditionellen Präparierkurs - in einem "virtuellen Präpariersaal" ihre Anatomiekenntnisse vertiefen: Am Bildschirm lassen sich Organe, Blutgefäße und Knochen ebenso freilegen wie an Leichen. Dazu werden Computerprogramme benutzt, die Radiologen ursprünglich für die Klinik, u.a. zur Vorbereitung schwieriger Operationen, entwickelt haben. Von den Studenten wird das innovative Lehrangebot, wie erste Bewertungen zeigen, sehr gut angenommen. Seit dem Wintersemester 2007 / 2008 wird - bundesweit erstmalig - das Seminar "Virtuelle Anatomie" durchgeführt, das die räumliche Orientierung im Körper und die Einordnung von anatomischen Strukturen erleichtert. Das Lehrangebot wurde im Institut für Anatomie der Universität Heidelberg in Zusammenarbeit mit der Abteilung Radiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum entwickelt und wird von der Klaus Tschira Stiftung, gemeinnützige GmbH, Heidelberg, mit rund 200.000 Euro unterstützt.

fessor Dr. Joachim Kirsch, Geschäftsführender Direktor des Heidelberger Instituts für Anatomie und Zellbiologie. Leistungsfähige Rechner und ein Programm, das die dreidimensionale Rekonstruktion des menschlichen Köpers aus Röntgen- oder MRT-Bildern erlaubt, sind die Grundlagen des Kurses. Technik und Lehrplan entwickelten Professor Kirsch und Sara Doll in intensiver Zusammenarbeit mit der Abteilung Radiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (Professor Dr. Hans-Ulrich Kauczor, Dr. Frederik Giesel und cand. med. Fabian Rengier). Der neue Kurs findet parallel zum Präparierkurs an menschlichen Leichen statt und behandelt jeweils das gleiche Thema. "So können die Studierenden auch Strukturen betrachten, die schwer zu erhalten sind und im Präparierkurs wegge-

schnitten werden", sagt Sara Doll, die als präparationstechnische Assistentin der Fachrichtung Medizin sowohl Seminar als auch Präparierkurs betreut.

Studenten empfinden den Kurs als Hilfe beim Anatomie-Studium Die Lernstoffe werden zunächst anhand von anatomischen Abbildungen besprochen. Bei der "virtuelle Präparation" betrachten die Studenten dann am PC in Eigenregie die Organe, Knochen und Gefäße in unterschiedlichen Ebenen; Schnittbilder mit einer optimalen Darstellung werden entsprechend beschriftet. Das Ergebnis bewertet der Betreuer. "Erfahrungsgemäß tun sich die meisten zunächst schwer damit, die richtige Körperebene zu finden", erklärt

Sara Doll. "Dies setzt wiederum detaillierte Kenntnisse in Anatomie voraus." Erste Umfragen haben gezeigt, dass die Studierenden das Konzept gut annehmen und als sehr hilfreich empfinden. Trotzdem soll es noch weiter verbessert werden: "Gemeinsam mit Dr. Giesel vom DKFZ arbeiten wir daran, die Abbildung schlecht sichtbarer Strukturen, wie der Nerven, zu verbessern", so Sara Doll. Dazu sollen Scans von Leichen herangezogen werden, da hier mit höheren Strahlendosen gearbeitet und eine höhere Auflösung erzielt werden kann. Das 3B Scientific Anatomie-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Anatomie, den wir euch in Kooperation mit 3B Scientific in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/3B-Anatomie

Gute Vorbereitung auf die Klinik

Erwünschter Nebeneffekt des innovativen Lehrprogramms: Bereits in der Vorklinik lernen die Studenten, klinische Schnittbilder verschiedener radiologischer Verfahren wie der Computer- oder Magnetresonanz-Tomographie richtig einzuordnen, zu interpretieren und zu bearbeiten. "Bildgebende Verfahren gewinnen in der modernen Medizin immer mehr an Bedeutung, da sie exakte Einblicke in den menschlichen Körper bieten", erklärt Pro-

Studenten können wie an echten Leichen am Bildschirm Körperteile freilegen

Als ich jedoch bei der Bewerbung angeben musste, seit kurzer Zeit keine Schülerin mehr zu sein, aber auch noch keine Studentin, wollte keine öffentliche Klinik mich zu einem Praktikum zulassen – aus versicherungstechnischen Gründen, wie man mir jedes Mal mit Bedauern sagte. Als ich schon fast die Hoffnung aufgegeben hatte, sagte mir die Apollo Klinik, eine kleine Privatklinik, einen Praktikumsplatz für zwei Wochen zu, mein Status war dort offenbar kein Problem. Als ich zum vereinbarten Termin pünktlich erschien, hatte jedoch niemand mit mir gerechnet, da die Schwester, mit der ich die Vereinbarung getroffen hatte, diese nicht an die nun Dienst habenden Schwestern weitergeleitet hatte. Ich wurde trotzdem sehr nett empfangen und

Als Schüler beim DRK

Naturwissenschaftliches Interesse und das Engagement als Schüler beim DRK waren erst der Anfang, heute ist daraus ein praktisch tätiger Arzt geworden. In unserer Rubrik „Interviews mit Assistenzärzten“ verraten Ärzte uns ihre lesenswerten Antworten u.a. auf Fragen nach dem Berufsalltag, seinen angenehmen und unangenehmen Seiten. Das faszinierende für diese hier vorgestellte Interview: Der Arztberuf wird wirklich nie langweilig. Lest das komplette Interview unter: www.medi-learn.de/CA1877

Gesundheitstipps

von Christine Schmidt

Schliesslich sagte eine kleine Privatklinik zu

Der gemeinnützige Verein Morbus Wilson e.V. hat einen bis 31. Mai laufenden Schreibwettbewerb ausgerufen. Als Preise warten 500 € und weitere Geldprämien, teilnehmen können alle Medizinstudenten bundesdeutscher Unis. Wir freuen uns, dass sich Frau Beate Rasp und Frau Gesine Milde für ein Interview mit MEDI-LEARN zur Verfügung gestellt haben, in dem ihr mehr über den Verein und Wettbewerb erfahren könnt unter: www.medi-learn.de/CA2001

Der Gesetzentwurf von gut 200 Bundestagsabgeordneten zu Patientenverfügungen ist auf deutliche Kritik der Bundesärztekammer gestoßen. Eine solche detaillierte gesetzliche Regelung von Patientenverfügungen werde "der Individualität des Sterbens nicht gerecht und läuft Gefahr, einen fragwürdigen Automatismus am Ende des Lebens zu erzeugen", sagte Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe. Quelle: Bundesärztekammer

Pflegepraktikum in der Privatklinik: Wasserbombengroße Implantate ch war fertig mit der Schule, hatte gerade mein Abitur bestanden, und liebäugelte mit einem Medizinstudium. Aber würde ich auch Blut sehen können? Ich wusste ja, dass ich schon Spritzen hasste. Also wollte ich durch ein kurzes Praktikum im Krankenhaus feststellen, ob ich für ein Medizinstudium überhaupt geeignet sein würde, was diese grundlegenden Dinge anging.

Schreibwettbewerb M. Wilson

Patientenverfügungen

Die Alternative zu den „Großen“ I

Kurz notiert

aufgenommen. Nachdem ich nochmals den Sinn meines Praktikums erklärt hatte, durfte ich mich umziehen; ein weißes T-Shirt und eine weiße Hose hatte ich mitgebracht. Danach wurde mir das Krankenhaus gezeigt und ich wurde den Patienten vorgestellt.

Mehr Villa als Klinik

Die Apollo Klinik ist eine kleine Privatklinik mit 20 Betten, die sich vor allen auf Plastische Chirurgie und Orthopädie verschrieben hat. Äußerlich war das Haus nicht als Klinik zu identifizieren, eher sah es wie eine Villa aus. Das Wartezimmer ähnelt einem gemütlichen Wohnzimmer, und für die Patienten stehen Kaffee und Saft bereit. Bei meinem Beginn war eine ältere Dame im Haus, die sich einer Hüftgelenksoperation unterziehen wollte, eine junge Frau, die eine Brustvergrößerung an sich vornehmen lassen wollte sowie einige bereits operierte Patienten. Zunächst einmal war ich Mädchen für alles, half bei der Essenszubereitung in der kleinen hausinternen Küche und erfüllte etwaige Wünsche der Patienten. Ich wechselte die Betten, die Bettpfannen und half bei der körperlichen Pflege. Am zweiten Tag bereits machte ich Bekanntschaft mit einer der OP-Schwestern, und auf meine Anfrage hin durfte ich nach Zustimmung der Ärzte bei einer OP zuse-

hen. Man wies mich an, auf keinen Fall etwas zu berühren, da alles streng steril blieben muss. Aus der Ecke des relativ kleinen Operationsraums sah ich zu. Einer der Ärzte scherzte, dass ich Bescheid geben solle, wenn mir schlecht werden würde. Er konnte ja nicht wissen, dass genau diese Sache mich zu diesem Praktikum angetrieben hatte! Doch ich war fest entschlossen, mich nicht zu ekeln.

Ich war fest entschlossen, mich nicht zu ekeln

Zwei Ärzte und eine Schwester begannen nun, bei der bereits oben erwähnten älteren Dame ein neues Hüftgelenk zu implantieren. Insgesamt dauerte die OP vier Stunden, in denen ich die ganze Zeit still in der Ecke stand und alles völlig fasziniert beobachtete. Zwischendurch fragten die Ärzte netterweise auch immer wieder nach, ob ich denn etwas sehen könne und beantworteten geduldig meine Fragen. Geekelt habe ich mich währenddessen gar nicht, ich war völlig fasziniert und merkte gar nicht, wie schnell die Zeit verging!

Lockerer Umgangston

Der Umgangston im Team war relativ locker, während der Operationen wurden die privaten Ereignisse des Wochenendes besprochen und sogar Witze erzählt. Und

vor den OPs stärkten sich die Ärzte immer noch mit einem ordentlichen Frühstück. Das Praktikum war sehr abwechslungsreich für mich. Wenn operiert wurde, durfte ich zusehen und wenn keine OPs anlagen, dann kümmerte ich mich um die Patienten, wechselte deren Thrombosestrümpfe, half ihnen auf die Toilette oder servierte das Mittagessen. Das Highlight der zwei Wochen waren definitiv die beschriebene Hüftgelenksoperation und eine Brustvergrößerung, bei der ich staunte, wie der Chirurg ein wasserbombengroßes Implantat durch einen kleinen, nur zwei bis drei Zentimeter großen Spalt zwängen konnte. Außerdem wurden Kniegelenke arthroskopiert, Fett wurde abgesaugt und Lippen wurden vergrößert – alles sehr spannende Dinge für mich.

Restlos überzeugend

Nach diesen zwei Wochen war ich restlos davon überzeugt, Medizin studieren zu wollen und sehr froh, dieses Praktikum gemacht zu haben. Ich kann jedem nur empfehlen, bei Zweifeln einfach einmal Krankenhausluft zu schnuppern. Es genügt ja schon ein kleiner Zeitraum, um eine Entscheidung treffen zu können. Und wenn die großen Krankenhäuser keine Abiturienten nach dem Schulabschluss nehmen, so gibt es ja zum Glück noch Privatkliniken!

In den Gesundheitstipps finden sich Hinweise der Bundesärztekammer zu zahlreichen aktuellen Gesundheitsthemen. Ob Alkoholmissbrauch, NasennebenhöhlenEntzündung, Schlafstörungen oder Eisenmangel – zu diesen und zahlreichen weiteren Themen erhaltet ihr hier lesenswerte und informative Beiträge, die einen Besuch wert sind. Mehr unter: www.medi-learn.de/MLZ-367 Quelle: Bundesärztekammer

Noroviren

rki – Landauf landab trieben sie ihr noch dazu sehr unbehagliches Unwesen: die Rede ist von den Noroviren. Kaum eine Familie blieb verschont, doch nicht immer sind Symptome klar zu erkennen. Damit ihr demnächst in diesem Bereich mitreden könnt, empfehlen wir euch den Ratgeber Infektionskrankheiten zu den Noroviren, den ihr auf den Webseiten des Robert Koch Institutes nachlesen könnt unter: www.medi-learn.de/MLZ-386

MEDI-LEARN Zeitung Schon gewusst? Die MLZ gibt es auch per E-Mail. Weitere Infos und kostenlose Bestellung unter: www.medi-learn.de /zeitung


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Das Wesentliche vermitteln Interview mit Autoren der MEDI-LEARN Skriptenreihe von Jan-Peter Wulf

I

n 30 Tagen zum Physikum – nach diesem Prinzip ist die Skriptenreihe von MEDI-LEARN aufgebaut, in denen die examensrelevanten „facts and figures“ in Form eines Repetitoriums präsentiert werden. Klar im Fokus der 30 Fachbände: Die Konzentration auf das Wesentliche. Das, was in vergangenen Jahren in den Examina auf den Tisch kam, wird hier zielorientiert aufbereitet. Fakten für die Mündliche Prüfung und die Rubrik „Das bringt Punkte“ sorgen neben eingebauten Lernpausen dafür, dass das Pauken dynamisch bleibt.

Vor dem Studium habe ich ein Jahr im Rettungsdienst gearbeitet. Drewes: Zum Sommersemester 1999 habe ich in Gießen begonnen und bin der Uni und dieser verrückten Stadt bis zu meinem Abschluss im November 2005 treu geblieben. Huss: Ich studiere noch, auch in Marburg, seit Ende 2001. Momentan lerne ich für das Zweite Staatsexamen.

Kräftig ins Zeug gelegt

Wesseler: Höhepunkte waren die tollen Menschen und die witzigen Geschichten, die das Studentenleben so mit sich bringt. Und natürlich mein PJ, besonders in Berlin und Bozen – mit Dolomiti-Superskipass! Mein persönlicher Tiefpunkt: Das Dritte Staatsexamen, noch nach alter Approbationsordnung. Bommas-Ebert: Sehr schöne Erinnerungen habe ich an meine Lerngruppe. Wir haben uns im 1. Semester kennen gelernt und sind heute noch sehr gute Freunde. Ohne diese Freundschaft hätte es sicher deutlich weniger Spaß gemacht und ich weiß auch nicht, ob es alle geschafft hätten. Mein Tiefpunkt: Ein Crash. Im zweiten Semester wollte ich unbedingt pünktlich zur Vorlesung kommen, habe mit dem Fahrrad eine Abkürzung über einen Parkplatz genommen und bin frontal mit einem Auto zusammen gestoßen.

So weit, so gut. Doch wie entstanden die Skripten eigentlich und wie haben die Autoren gearbeitet? Saßen sie im gemütlichen Pulli am Schreibtisch, bei einem Glas Rotwein, mit schnurrender Katze auf der Fensterbank, und tippten Zigarillos rauchend ihre lehrreichen Texte in die nostalgische Schreibmaschine? Mitnichten: Damit die Vorbereitung für das Physikum so „knackig“ verlaufen kann, musste sich ein großes Autorenteam kräftig ins Zeug legen – und das neben Studium und Job. Allesamt sind sie erfahrene Dozenten unserer Repetitorien und mit theoretischem und praktischem Fachwissen bestens gerüstet. Und doch: Das Schreiben eines solchen Dokuments war für sie eine ganz neue Erfahrung und Herausforderung. Wir haben uns mit Rieke Bommas-Ebert (Anatomie 1 und 5), Sebastian Huss (Biologie 1 und 2), Maximilian Drewes (Histologie 2) und Claas Wesseler (Physiologie 1) über das Medizinstudium, den Arztberuf und die Autorentätigkeit unterhalten.

MEDI-LEARN: Was waren eure persönlichen Highlights des Studiums, und gab es auch Tiefpunkte?

MEDI-LEARN: Hallo zusammen! Erstmal soll es um eure „eigentliche“ Berufung gehen – ihr seid ja in erster Linie Mediziner. Wo und wann habt ihr denn studiert?

MEDI-LEARN: Die Prüfungen? Viele Studenten würden das nicht gerade als Highlight ihres Studiums bezeichnen… Drewes: …aber diese wachsende Spannung vorher und dann die Entladung der ganzen Energie – das ist schon etwas Besonderes! Tiefpunkte kamen eher gegen Ende, als ich das Medizinsystem besser von innen her kennen lernte und feststellen musste, dass ich so einfach nicht arbeiten will und kann. So fern den Herzen der Menschen, gefangen in rigiden Vorschriften und Abhängigkeiten! Ich habe mehrmals darüber nachgedacht, das Studium abzubrechen.

den Studienplatz schon hatte. Ehe man sich versieht, ist man Arzt! Im Nachhinein ist es die richtige Entscheidung, auch wenn die Ferien- und Freizeit von Lehrern mir genauso wie Rieke wesentlich mehr zusagt.

rurgie und Orthopädie tätig. Mir gefällt, dass ich den Menschen direkt helfen kann und den Erfolg fast unmittelbar sehe, im Gegensatz zur Inneren, wo ja die Prophylaxe eine große Rolle spielt.

MEDI-LEARN: Sebastian studiert noch, die anderen sind bereits im Arztberuf tätig. Wohin hat es euch verschlagen und warum?

MEDI-LEARN: Wie kam es denn bei euch zu dem Entschluss, überhaupt ein Medizinstudium aufzunehmen? Huss: Ich habe mich schon immer sehr für die Naturwissenschaften interessiert und hätte mich fast für die Chemie entschieden. Aber wegen der größeren Vielseitigkeit und des stärkeren Praxisbezugs wurde es dann die Medizin. Drewes: Eigentlich wollte ich immer um die Welt ziehen und Neues kennen lernen, und damals dachte ich, dass man als Arzt einfach überall arbeiten kann. Und die Verbindung von Natur- und Geisteswissenschaften und der Arbeit mit Menschen übte einfach eine starke Anziehung auf mich aus! MEDI-LEARN: Und wie war das bei Euch, Rieke und Claas?

Bommas-Ebert: Ich habe von 1993 bis 2000 in Marburg studiert. Wesseler: Da habe ich Rieke sozusagen abgelöst: Ich habe 2000 in Marburg angefangen, zum PJ bin ich nach Fulda, Berlin und nach Bozen gegangen.

Wesseler: Mittlerweile bin ich in Hamburg tätig, in einer pulmonologischen Klinik. Die Stelle war im Ärzteblatt ausgeschrieben. Ich habe sie angenommen, weil ich örtlich dort gebunden bin. Drewes: Ich arbeite heute an einer Klinik für psychosomatische und ganzheitliche Medizin sowie Naturheilverfahren. Mein Schwerpunkt ist die Behandlung und Begleitung von Patienten mit Trauma-Folgestörungen. Ich hatte die Klinik ausgesucht, weil ich dem Konzept von Ganzheitlichkeit näher stand als der isoliert schulmedizinischen Sicht, und mich für natürliche Wege zur Heilung interessierte. Nach einem halben Jahr bekam ich jedoch immer mehr traumatisierte Patienten und begann in Fortbildungen zu lernen, wie man damit umgehen kann. Seitdem fasziniert mich dieses Gebiet so sehr, dass ich wahrscheinlich nicht mehr davon loskomme! Bommas-Ebert: Ich bin in einem Kreiskrankenhaus in Hessen, im Bereich Chi-

MEDI-LEARN: Gibt es Vorbilder für euch, Ärzte oder Forscher, die euch besonders beeindruckt oder inspiriert haben? Wesseler: Tief beeindruckt bin ich immer von wahren Koryphäen. Professor Görg aus Marburg ist so eine Koryphäe. Und ich habe tiefen Respekt vor Ärzten, die es schaffen, nach einem 24-Stunden-Dienst immer noch nett und höflich zu sein. Bommas-Ebert: Ich glaube, es sind eher die vielen kleinen Dinge, die einen prägen als ein „Albert Schweizer“: Die Hämato-Onkologin in meinem PJ, die immer für alles Wichtige Zeit, ein offenes Ohr und ein freundliches Wort hatte. Mein ehemaliger Chef, der wie ein Vater der Abteilung war, gänzlich ohne Chefallüren, mein jetziger Chef, der ganz ruhig und sachlich ist – und das, obwohl er Chirurg ist. Mein Oberarzt, der sich für nichts zu schade ist und tut, was zu tun ist, oder meine Kollegin, die Dinge einfach so sagt, wie sie sind.

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Eine Gehirnerschütterung und eine HWS-Verletzung waren die Folge. Ehrlich gesagt, ist das keine Vorlesung wert! Drewes: Besondere Höhepunkte waren für mich eindeutig der Präp-Kurs, die Einführungsveranstaltungen in die klinischen Fächer und natürlich die beiden großen Prüfungen – das Physikum und die Staatsexamina.

Bommas-Ebert: Der Nachbar meiner Familie war unser Hausarzt. Schon mit 16 Jahren habe ich beim Bereitschaftsdienst in seiner Praxis geholfen. Er hat mir viel gezeigt und mich auch viel machen lassen. Und so ist der Entschluss langsam gereift. Eigentlich wollte ich mal Lehrerin werden. Zumindest auf die Arbeitszeit bezogen, wäre das eine gute Wahl gewesen! Wesseler: Ehrlich gesagt: So richtig stand mein Entschluss erst fest, als ich

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www.medi-learn.de Drewes: Besonders beeindruckt hat mich Professor Lasch, ehemaliger Leiter des Zentrums für Innere Medizin in Gießen. Sein Wissen, sein sehr persönlicher Umgang mit Patienten und vor allem, dass er uns junge Studenten immer wieder auf die einfachsten Wahrnehmungen – sehen, beobachten, riechen und hören – hingewiesen hat. Diese Beobachtungen mit einer guten und gezielten Anamnese führen zu einer Diagnose, die ich dann mit meinen Geräten bestätige, nicht umgekehrt. MEDI-LEARN: Stichwort junge Studenten: Welche Tipps habt ihr für diejenigen, die das Physikum noch vor sich haben? Drewes: Sich selbst treu zu bleiben und aus Liebe zu der zukünftigen Arbeit und den Menschen zu lernen. Dann entsteht eine innere Stärke, die aus Ängsten oder Druck niemals entstehen könnte. Wichtig ist, um der Sache willen zu lernen, und nicht „gegen“ eine Prüfung. Und letztlich natürlich nicht zu vergessen, wie schön das Leben ist und es dementsprechend zu feiern. Schließlich müssen wir als Ärzte und Heiler unsere Patienten auch immer wieder daran erinnern! BommasEbert: Genau, da muss man die richtige Balance zwischen Lernen und Freizeitspaß finden. Wer nur lernt oder nur Party macht, wird auf Dauer nicht glücklich. Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden, effektiv arbeiten und sich gut strukturieren – das sind wichtige Voraussetzungen, um ein guter Arzt zu werden. Huss: Ich empfehle Lernen in der Gruppe: Hier kann man nicht nur seine Ausdrucksfähigkeiten für die mündliche Prüfung schulen, sondern auch schwierige Zusammenhänge. Was der eine nicht weiß, weiß der andere! Außerdem kann man sich gegenseitig mental unterstützen und Panik vorbeugen. Wesseler: Tja, wer bis zum Physikum noch keinen Doktor hat, der muss ihn selber machen! Im Ernst: Die Zeit vor dem Physikum besteht aus Fleiß und viel Arbeit. Trotzdem sollte man versuchen, sich nicht von gestressten Mitstudierenden beeinflussen zu lassen. Hinterher ist meistens alles doch gar nicht schlimm gewesen.

MEDI-LEARN: Hinterher schon, vorher sieht es eben doch oft anders aus. Wie seid ihr denn früher selbst mit Prüfungsangst umgegangen? Huss: Ich habe immer konsequent die Methode der Verdrängung benutzt und mir während der Prüfungsvorbereitung immer wieder gesagt: Panik bringt heute gar nix, die kann ich auch noch kurz vor der Prüfung „genießen“. Etwas Adrenalin in der Prüfungssituation soll ja zu Höchstleistungen anregen… Wesseler: …ja, ein wenig Anspannung halte ich auch für sehr sinnvoll, aber nur im gesunden Maße. Mir hat es immer geholfen, am Tag der Prüfung noch laufen zu gehen, damit der Puls sich beruhigt! MEDI-LEARN: Ein bisschen „Bammel“ zu haben, gehört eben dazu, oder? Drewes: Ganz ohne, das wäre unrealistisch, und wahrscheinlich auch gefährlich. Doch wie ich schon gesagt habe: Ihr stark begegnen zu können, kam aus meiner Hingabe an das, was ich werden wollte – ein kompetenter und guter Arzt. Auch, wenn sich das vielleicht pathetisch anhört: Es ist wichtig zu wissen, wofür man kämpft. Das kann jede Angst besiegen. Bommas-Ebert: Es gibt aber auch Menschen, die große Prüfungsangst entwickeln, das habe ich in meinem Umfeld kennen gelernt. Ich kann jedem dann nur raten, dringend etwas dagegen zu unternehmen, gegebenenfalls auch professionelle Hilfe anzunehmen.

Sonst wird die Prüfungsangst eher schlimmer und das Studium zur Hölle! MEDI-LEARN: Kommen wir zu eurer Autorentätigkeit. Rieke hat Anatomie 1 und 5 geschrieben, Claas hat für unsere Reihe das Skript Physiologie 1 verfasst. Maximilian ist Autor des zweiten Histologie-Bandes und Sebastian Autor beider Biologie-Skripten. Wie seid ihr die Fächer angegangen? Bommas-Ebert: Anatomie ist ein sehr anschauliches Fach. Mir gefiel es, die Embryologie – das ist ja Gegenstand des ersten Bandes – so darzustellen, dass sie ihren Schrecken für die Prüflinge verliert. Generell mag ich die Herausforderung, komplizierte Sachverhalte möglichst einfach zu erklären. Wesseler: Man öffnet vielen Studenten ein Buch mit sieben Siegeln, wenn der Stoff gut erklärt ist. Wer die Physiologie verstanden hat, kann sich mit der daran anschließenden Pathophysiologie viele Krankheiten erklären. Das spart viel Gepauke und Auswendiglernen! Drewes: Man geht die Spezielle Histologie so an, wie man später tatsächlich arbeitet: Du bekommst ein Bild, das aussieht wie abstrakte Kunst. Dann lernst du, darin die verschiedensten Nuancen zu sehen,

zu benennen und zu unterscheiden. Das machst du solange, bis möglichst nur noch eine Auswahlmöglichkeit übrig ist, und dann triffst du deine Zuordnung. MEDI-LEARN: Wie darf man sich den Alltag als Buchautor vorstellen, wie ihr ihn seinerzeit bei Erstellung des Manuskriptes erlebt habt? Huss: Jeden Morgen habe ich meinen gestreiften Wollpulli angezogen und mir dann einige Seiten schneeweißes Papier in meine uralte Schreibmaschine gelegt. Dann habe ich mir einen duftenden Kaffee eingeschenkt und angefangen zu tippen… Nein, so war es natürlich nicht. Im Prinzip ist das Schreiben am PC relativ unspektakulär. Geschrieben hab ich immer dann, wenn ich Zeit hatte – ich musste ja „nebenbei“ noch studieren! Wesseler: Eben, grundsätzlich gibt es keinen Autorenalltag, weil wir das Skript ja nicht hauptberuflich geschrieben haben, sondern neben Studium oder Job. Ich schreibe grundsätzlich alle Sachen eher nachts, in zwei, drei Nächten am Stück. MEDI-LEARN: Auch kein Autorenalltag bei euch, Ulrike und Maximilian? Bommas-Ebert: Kaum, mit einer vollen Stelle in der Chirurgie und dem Unterricht bei MEDI-LEARN… Ich habe immer dann geschrieben, wenn ich Zeit hatte und in Stimmung war – das konnte durchaus auch mal mitten in der Nacht im Bereitschaftsdienst sein. Allerdings schreibe ich sowieso lieber nachmittags und abends bzw. nachts, da habe ich mehr Ruhe, als am Tag. Drewes: Dem schließe ich mich an. Ich war gerade im chirurgischen Tertial und habe an den Abenden dann die Fragen analysiert, Bücher gewälzt und geschrieben. Abgabetermin, das Gefühl, alles noch besser erklären zu können, Korrekturlesen, wenn Du eigentlich schon jeden Satz geschrieben, umgeschrieben und x-mal gelesen hast: Ehrlich gesagt hatte ich mir das nicht so anstrengend vorgestellt! MEDI-LEARN: Das ist es in der Tat, das wissen wir Redakteure nur allzu gut. Aber es hat auch seine schönen Seiten, oder?

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Huss: Die Biologie ist im Physikum relativ dankbar, weil es vom Umfang her eben ein kleines Fach ist. Darum hat es mir großen Spaß gemacht, alles Wissenswerte dieses Gebiets zusammenzutragen und dafür verantwortlich zu sein, dass hier nichts Relevantes vergessen wird. Auch fand ich das Gefühl schön, am Ende ein Buch in den Händen zu halten, dessen Inhalt und Wissen man selbst konzentriert und strukturiert hat, um es anderen weiterzugeben. Drewes: Ich habe noch mal ziemlich viel gelernt über Histologie und konnte all dieses Wissen nun ganz anders einsortieren, weil in der Zwischenzeit einfach noch viel Anderes dazu gekommen ist. Es ist ein abgefahrenes Gefühl, wenn sich „Wissensinseln“ auf einmal zu ganzen Ländern verbinden, Einzelheiten auf einmal Sinnzusammenhänge aufzeigen. Dieses berühmte Aha-Gefühl – das macht einfach Spaß! Bommas-Ebert: Genau, und das Gefühl, diese Zusammenhänge zu vermitteln, so dass man durch das Lesen eines Abschnitts gleich mehrere IMPP-Fragen richtig beantworten kann. Und die größte Freude ist es immer, wenn man dann das gedruckte Exemplar in den Händen hält und alles fertig und gut geworden ist! MEDI-LEARN: Das bringt uns zur letzten Frage: Was haltet ihr denn persönlich vom Konzept der Skriptenreihe? Wesseler: Die Bände basieren ja auf dem Inhalt der Repetitorien. Genau wie die Kurse zeichnet sich auch die Skriptenreihe dadurch aus, dass Wichtiges von Unwichtigem getrennt wird. Davon profitiert man als Student. Drewes: Das sehe ich auch so. Die Studenten können sich auf die Einzelheiten konzentrieren, die abgefragt werden. Die straffe Darstellung erlaubt, sich mit dem Wesentlichen in verhältnismäßig kurzer Zeit vertraut zu machen. Huss: Das didaktische Konzept durchdacht, es gibt viele Lernhilfen in Form von Tabellen und Skizzen. So wird das Lernen viel leichter als beim frustrierenden Lesen einer Bleiwüste… Bommas-Ebert: …und das, kleiner Tipp zum Schluss von mir, auch zur Vorbereitung auf Testate, weil man nur das jeweilige Thema als dünnes Heft in der Hand hat, statt eines tausendseitigen Standardwerks! MEDI-LEARN: Rieke, Claas, Maximilian und Sebastian, vielen Dank für das Interview und eure Mitarbeit an der Skriptenreihe!

Die 2. Auflage der MEDI-LEARN Skriptenreihe Man muss kein Überflieger sein, um eine realistische Bestehenschance zu haben! Die MEDI-LEARN Skriptenreihe führt dich in 30 Bänden zu einem erfolgreichen Physikum. Mehr unter: www.medi-learn.de/skript


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Jede Menge Formalitäten

Der Weg zur Approbationsurkunde von Marina Tews (Deutsche Ärzte Finanz)

Mit dem Start ins Berufsleben beginnt ein neuer spannender Lebensabschnitt, der viele Fragen aufwirft. Bleibt man in Deutschland oder wird das Glück im Ausland versucht? Welches Krankenhaus kommt in Frage? Wie gilt es sich gegen beruflich Risiken abzusichern? Der Berufsstart ist mit vielen Herausforderungen verbunden und stellt gleichzeitig die Weichen für die kommende Zukunft. Neben der Fülle an Entscheidungen, die getroffen werden müssen, steuert aber auch „Vater Staat“ seinen Beitrag hinzu und beginnt bereits bei der Beantragung der Approbation den allseits bekannten Papierkrieg. Für die Beantragung der Approbation sind neben einem formlosen Antrag bei der zuständigen Bezirksregierung eine Reihe von Dokumenten erforderlich. Hierzu zählt als erstes ein tabellarischer und unterschriebener Lebenslauf, in dem der Studiengang sowie der berufliche Werdegang darzulegen sind. Weiterhin wird eine amtlich beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde und des Personalausweises benötigt. Grundsätzlich ist bei Beglaubigungen zu beachten, dass diese nur vom zuständigen Amt und nicht durch Einrichtungen wie Kirche, Hochschule oder einem Verband vorgenommen werden. Zur Überprüfung der Eignung einer Person wird weiterhin ein amtliches Zeugnis der „Belegart 0“ benötigt. Dieses wird vom Einwohnermeldeamt ausgestellt und darf nicht älter als einen Monat sein. Als nächstes fehlt noch eine eidesstattliche Erklärung über Straffreiheit. Diese belegt, dass die Person nicht vorbestraft ist und dass kein gerichtliches Strafverfahren bzw. ein berufsgerichtliches Verfahren eingeleitet wurde. Abschließend sind noch eine ärztliche Bescheinigung über die gesundheitliche Eignung zur Berufsausübung (darf auch nicht älter als einen Monat sein) und ein Nachweis über die abgeschlossene ärztliche Ausbildung zu erbringen. Hier wird in der Regel eine amtlich beglaubigte Kopie des Zeugnisses der Ärztlichen Prüfung eingereicht. Nach dem Zusenden aller Unterlagen dauert die Bearbeitung normalerweise nicht länger als zwei Wochen. Die Kosten für den Erhalt der Approbationsurkunde sind von der zuständigen Bezirksregierung und vom anfallenden Arbeitsaufwand abhängig. Diese liegen zwischen 130 und 500 EUR. Die zusätzlich anfallenden Kosten für Beglaubigungen lassen es noch einmal teurer werden, diese können aber von der Steuer abgesetzt werden.

HIV – ein alltägliches Problem PJ-Tertial Chirurgie in Kapstadt, Südafrika von Emar Ngo

W

ährend des klinischen Abschnitts wurde mir schnell klar, dass ich mindestens zwei Tertiale meines praktischen Jahres im Ausland machen wollte. Wann, wenn nicht dann, hat man die Möglichkeit, während des Studiums andere Länder, Ausbildungssysteme und Gesundheitssysteme kennen zu lernen? So entschloss ich mich, mein ChirurgieTertial im englischsprachigen Raum abzuleisten. Die USA, Kanada, Neuseeland und Australien hatten sich aufgrund von komplizierter und teurer Bewerbungsverfahren oder den zum Teil extrem hohen Studiengebühren schnell erledigt. Das englische Ausbildungssystem kannte ich bereits durch meine Doktorarbeit. So verschlug es mich nach Kapstadt. Ausschlaggebend war die Mischung aus hohem medizinischen Standard und trotzdem einem Gesundheitswesen und einer Kultur, die sich doch sehr von unserem System unterscheiden. Auch der Reiz der Landschaft Südafrikas an sich und die Möglichkeit, während des Aufenthalts die Tier- und Pflanzenwelt Afrikas zu bestaunen, die ich nur aus Dokumentarfilmen kannte, zogen mich nach Kapstadt.

Gut gerüstet sein

Es ist ratsam, für das PJ-Tertial ein Paket aus Auslandskrankenversicherung, Unfallversicherung und Auslandshaftpflichtversicherung abzuschließen. Komplettpakete bieten die Deutsche Ärzte Finanz und DBV Winterthur an. Die Auslandshaftpflichtversicherung ist für Mitglieder des Marburger Bundes kostenfrei. Impfungen: Obligatorisch ist nur die Hepatitis B-Impfung, empfehlenswert ist darüber hinaus, sich im Vorfeld um die antiretrovirale Therapie zu kümmern. Auskunft geben die Infektions- oder HIVAmbulanzen der Unikliniken. Falls man plant, durch das Land zu reisen, sollten auch eine Hepatitis A- und Typhusimpfung durchgeführt werden. Malariaprophylaxe ist empfehlenswert für den Krüger Nationalpark, und für Abstecher nach Botswana, Zimbabwe und Zambia.

Weltweit erste Herztransplantation

Dass die Chirurgie am Groote Schuur Hospital groß geschrieben wird, ist selbstverständlich: Hier wurde die weltweit erste Herztransplantation 1967 von Christian Banard durchgeführt wurde. Das GSH ist unterteilt in das Old Main Building, in dem die administrativen Büros, das Transplantationsmuseum, die Seminarräume und die „Outpatientsclinic“ (Allgemeine Ambulanz) untergebracht sind, und den Neubau, in dem die Stationen und Operationssäle untergebracht sind. Ich traf die Entscheidung, die vier Monate auf die verschiedenen Fächer der Allgemeinchirurgie aufzutei-

len. Somit verbrachte ich jeweils einen Monat in „Upper GI“, „Lower GI“, „Vascular Surgery" sowie in der „Endocrine Surgery“. Ich verbrachte jede vierte Woche in der „Trauma Unit“ und nahm auch an den Unterrichtskursen der GSH teil. Die allgemeinen Lehrtage waren Donnerstag und Freitag, wobei jede Woche ein Professor oder „Consultant“ der jeweiligen Abteilungen für das Unterrichten zuständig ist. An den übrigen Tagen finden Vorlesungen, Seminare, BedsideTeaching und Tutorien statt, die von Abteilung zu Abteilung anders gehandhabt werden.

Gute Qualität der Lehre!

Die Traumatologie hat ihren eigenen Stundenplan. Die Ausbildung der Studenten ist dem GSH sehr wichtig, daher geben sich die Lehrenden sehr viel Mühe und nehmen sich ausreichend Zeit. Die Qualität der Lehre ist daher mindestens vergleichbar mit der Lehre an der Uniklinik in München, wenn nicht sogar besser! Der Patientenstamm in der HPB bestand hauptsächlich aus Pankreatiten, vor allem alkoholbedingt, sowie aus dem Formenkreis der Lebererkrankungen wie Hepatitis, Cholangitis oder Cholezystitis. Der Tag begann um halb acht, mit dem „teaching consultant“ ging es auf Vorvisite, bevor die Hauptvisite um acht Uhr mit dem Professor stattfand.

In Kapstadt leben sehr viele Straßenkinder

Stationsnummer merken –

Damit Medizinstudenten eine sichere Zukunft haben Kompetente Beratung von Anfang an

sonst verläuft man sich in dem

Riesenhaus

In der Vorvisite, der „preround“, werden die Patienten besprochen, die entweder am vorherigen Tag aufgenommen wurden oder zur Operation kommen sollten. Zwei Studenten durften mit in den OP, einer durfte jeweils assistieren. Sobald der Professor aber am Tisch auftaucht, hat man nur noch wenig zu tun. Das Zunähen ist dann wieder die Sache des Assistenten und des Studenten. Ansonsten finden jeden Tag mehrere ERCPs (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographien) und Magenspiegelungen statt, bei denen man zuschauen kann. Dennoch war ich ganz froh, nach vier Wochen in eine andere Abteilung wechseln zu dürfen, da es doch recht schnell langweilig wurde. Die größten Herausforderungen waren anfangs die Anamnese auf Englisch, die Arztbriefe und vor allem die Infrastruktur des Hauses. Ein Tipp: Merkt euch immer die Stationsnummer, da man sich am Anfang sehr leicht in dem riesigen Krankenhaus verläuft. Wie ging es weiter in Südafrika? Die Fortsetzung lest ihr im Digitalen Nachschlag.

Service-Hinweis: Eine Unterstützung bei der Beantragung der Approbation und weiteren Formalitäten, wie der Befreiung aus der Deutschen Rentenversicherung bietet unser Partner die Deutsche Ärzte Finanz auf seiner Internetseite. Hier befindet sich unter dem Reiter Services und dann „Take Off“ eine Hilfestellung für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben, die rund um den Berufsstart behilflich ist.

Bereits während Ihres Studiums begleiten wir Sie und helfen Ihnen, die Weichen für Ihre Zukunft richtig zu stellen. Unsere Services, Beratung und Produktlösungen sind speziell auf Ihre Belange als künftige(r) Ärztin/Arzt ausgerichtet: � PJ-Infotreff

� Karriereplanung

� Bewerber-Workshop

� Finanzplanung für

� Versicherungsschutz

bei Ausbildung im Ausland

Heilberufe – zertifiziert durch den Hartmannbund

Zudem bieten wir Mitgliedern von Hartmannbund, Marburger Bund, Deutschem Hausärzteverband und Freiem Verband Deutscher Zahnärzte zahlreiche Sonderkonditionen. Interessiert? Dann informieren Sie sich jetzt! Deutsche Ärzte Finanz Beratungs- und Vermittlungs-AG Colonia-Allee 10-20 51067 Köln www.aerzte-finanz.de

Der Tafelberg bietet ein beeindruckendes Naturschauspiel


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„Ich habe es ausprobiert und auch Erfolge damit gehabt“ Interview zum Thema Akupunktur mit Susanne P. von MEDI-LEARN Wegen welcher Beschwerden lassen Sie sich akupunktieren? Lymphknotenschwellung unbekannter Genese, Bauchschmerzen während der Menstruation, Heuschnupfen, Rückenschmerzen, Weichteilrheuma, Migräne. Aus welchen Gründen haben Sie sich für Akupunktur entschieden? Andere Methoden/ Medikamente halfen nicht. Da hat mir mein Hausarzt die Akupunktur empfohlen. Ich habe es ausprobiert und auch Erfolge damit gehabt. Sind Sie eigenhändig auf den Arzt zugegangen oder hat Ihnen Ihr Arzt zur Akupunktur geraten? Mein Hausarzt riet mir dazu. Welchen Effekt haben Sie bereits nach der ersten Sitzung verspüren können? Wie hat sich die Akupunktur langfristig ausgewirkt? Nach der ersten Sitzung fühlte ich mich sehr entspannt. Vor allem im Nacken-/ Schulterbereich merkte ich eine deutliche Entspannung und konnte meinen Kopf weiter drehen als vorher, ohne Schmerzen zu haben. Mein Heuschnupfen wurde im Verlauf weniger und die Lymphknotenschwellung ging zurück. An meinen Bauchschmerzen der Menstruation hat sich aber leider nicht viel geändert. Hatten Sie „Angst“ vorm ersten Mal „gestochen werden“ oder haben Sie alles auf sich zu kommen lassen? Ich hatte schon etwas Angst, vielleicht auch deswegen, weil es weh tut. Ich rechnete fest damit dass es weh tut, und wurde davon überrascht, dass es nicht weh tun muss. Es gibt schon einige Stellen, an denen es unangenehm ist, z.B.

zwischen den Zehen oder an der Nase. Aber ansonsten ist es eher angenehm. Wie viele Sitzungen sind notwendig und wie lange dauert eine Sitzung und wie läuft sie grundsätzlich ab? Werden die Nadeln eingestochen und dann an einem Ort belassen oder wechselt der Akupunkteur im Laufe einer Sitzung auch die Einstichstellen? In einer Sitzung werde ich zuerst 15-20 Minuten vorbereitet mit einer Wärmelampe, die die zu akupunktierenden Stellen erwärmt. Dann folgt das Setzen der Nadeln, das dauert ca. 10 Minuten. Währenddessen werden die Nadeln z.T. in ihrer Position korrigiert, aber dann bleiben sie bis zum Ende dort. Es werden dann auch keine anderen mehr nach gestochen oder der Ort gewechselt. Dann liegt man ca. 20-30 Minuten, ebenfalls unter der Wärmelampe, und dann werden die Nadeln wieder gezogen. Die Nadeln werden zwischendurch nachkontrolliert, ob sie noch richtig sitzen. Mit Wartezeiten, wenn es ab und zu doch mal länger dauert bis man "genadelt" wird und bis die Nadeln wieder gezogen werden, dauert es 60-90 Minuten. Man geht ca. 5-10 mal wegen einem Beschwerdebild zur Akupunktur, wenn es dann noch nicht besser ist evtl. auch länger. Wie fühlt sich der Einstich einer Nadel an und womit ist er vergleichbar? Kaum zu spüren, eher ein leichtes Zwicken oder doch der merkliche Pieks, der weh tut? An manchen Stellen merkt man es wirklich gar nicht. An anderen ist es ein leichtes Zwicken. Und an wenigen sehr schmerzhaften Stellen, wie z.B. zwischen den Zehen oder an der Nase ist es schon ein richtiger Stich. Wenn die Nadeln sitzen und man

dann z.B. die Hand bewegt, in der man eine/mehrere Nadeln hat, kann es zu einem Ziehen bis in die Schultern kommen, das mit einem Kribbeln zu vergleichen ist. Das kommt daher, das dann ein ganzer Nerv gereizt wird. Das fühlt sich aber eher witzig“ an, weil man das gar nicht kennt. " Unangenehm ist es nur, wenn man niesen muss. Dann kann es mal kurz überall weh tun wo man die Nadeln hat. Gibt es Nebenwirkungen? Es kommt öfter zu kleinen Blutergüssen an Einstichstellen, wenn man ein sehr oberflächliches Gefäß erwischt. Diese tun aber nicht weh, sieht nur komisch aus. Geht aber natürlich wieder weg. Ansonsten habe ich keine Nebenwirkungen bemerkt. Haben sich die Beschwerden gebessert? Ging die Verbesserung schlagartig vor sich oder stellte sie sich eher stufenweise ein? Das kommt auf die Art der Beschwerden an. Verspannungen lösen sich sehr schnell, ziemlich direkt nach einer Behandlung. Meine Lymphknotenschwellungen gingen aber nur sehr langsam weg. Und bei Rückenschmerzen brauchte ich schon relativ viele Behandlungen, ca. 15 Stück bis

sich ein deutlicher Effekt einstellte.Meine Lymphknotenschwellungen gingen aber nur sehr langsam weg. Falls konventionelle Therapien ebenfalls zuvor versucht wurden: wie würden Sie den Effekt der herkömmlichen Therapie mit dem der Akupunktur vergleichen? Oft bekommt man nur Schmerzmittel. Die sind zwar für ein paar Stunden unschlagbar, aber keine Lösung auf Dauer. Mit der Akupunktur kann man denke ich sehr gezielt die Ursachen angreifen und behandeln. Vielleicht hat das auch etwas mit einer gewissen positiven psychischen Beeinflussung zu tun. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten? Ich bin privat versichert, bei mir wird alles übernommen. Allerdings übernehmen auch gesetzliche Kassen oftmals die Kosten für eine Akupunktur-Therapie.

Die Webseite für Medizinstudenten junge Ärzte www.medi-learn.de

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Die MEDI-LEARN Foren sind der Treffpunkt für Medizinstudenten und junge Ärzte – pro Monat werden über 10.000 Beiträge von den rund 18.000 Nutzern geschrieben. Mehr unter www.medi-learn.de /foren

Würden Sie Akupunktur weiterempfehlen? Ja auf jeden Fall. Ich denke es kann nicht schaden und ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Bei vielem hat sie mir sehr geholfen, ohne dass ich Chemie schlucken musste. ®

Das SEIRIN -Akupunktur-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Akupunktur, den wir euch in Kooperation mit 3B Scientific und SEIRIN in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/akupunktur

Der breitgefächerte redaktionelle Bereich von MEDI-LEARN bietet unter anderem Informationen im Bereich „vor dem Studium“, „Vorklinik“, „Klinik“ und „nach dem Studium“. Besonders umfangreich ist der Bereich zu dem medizinischen Examen. Mehr unter www.medi-learn.de /campus

Einmal pro Woche digital und fünfmal im Jahr sogar in Printformat. Die MEDI-LEARN Zeitung ist „das“ Informationsmedium für junge Ärzte und Medizinstudenten. Alle Ausgaben sind auch rückblickend Online kostenlos verfügbar. Mehr unter www.medi-learn.de /mlz

Studienplatztauschbörse, Chat, Gewinnspielkompass, Auktionshaus oder Jobbörse – die interaktiven Dienste von MEDI-LEARN runden das Onlineangebot ab und stehen allesamt kostenlos zur Verfügung. Mehr unter www.medi-learn.de

Jetzt neu – von Anfang an in guten Händen: Der MEDI-LEARN Club begleitet dich von der Bewerbung über das Studium bis zur Facharztprüfung. Exklusiv für dich bietet der Club zahlreiche Premiumleistungen. Mehr unter www.medi-learn.de/club

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NEU! Der Hammerplan von MEDI-LEARN

In 100 Tagen zum 2. Staatsexamen Der 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung umfasst laut neuer AO das gesamte klinische Wissen, so dass die geforderte Stoffmenge kaum zu bewältigen scheint. Eine genauere Analyse der bisherigen Hammerexamina hat jedoch gezeigt, dass inhaltlich eine große Übereinstimmung mit dem alten 2. Staatsexamen gegeben ist, während der Stoff des alten 1. Staatsexamens kaum geprüft wird.

Mein Weg ins Medizinstudium Mein Weg ins Medizinstudium in 6 Schritten von Henning Vieth

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er Wunsch, Medizin zu studieren, kam in mir am Ende der zwölften Klasse und damit relativ spät auf. Um sicher zu gehen, ob die Wahl richtig ist, besuchte ich zunächst verschiedene Universitäten und schaute mir auch andere Studiengänge an. Am Ende entschloss ich mich, nach dem Abitur zunächst meinen Zivildienst im Universitätsklinikum Aachen zu absolvieren. Das hatte den Vorteil, dass ich auf der StrahlentherapieStation einen sehr guten und facettenreichen Einblick in die Arbeit der Ärzte und den klinischen Alltag erhielt. Diese Zeit bekräftigte meine Entscheidung, mich um einen Studienplatz zu bewerben – trotz diverser Warnungen vor dem immensen Arbeitsaufwand, den ein Medizinstudium mit sich bringen würde. Da ich wusste, dass es mit meinem eigentlich nicht schlechten Abi-Schnitt von 1,7 dennoch nicht einfach werden würde, einen Studienplatz zu erhalten, hatte ich meinen Zivildienst so früh wie möglich begonnen und den Urlaub in Gänze für das

Ende aufgespart, um gegebenenfalls im Sommersemester beginnen zu können, wenn die NC-Schwelle in der Regel nicht so hoch ist.

Bewerbung Teil 1: Fristen einhalten!

Ich holte mir Informationen zur Bewerbung über die Internetpräsenz der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) und über das Berufsinformationszentrum ein. Rechtzeitig kümmerte ich mich um die Formalitäten, brauchte aber dennoch einen leichten „Schubs“ von Fortuna, die mir eines Abends einen alten Kumpel aus Schultagen über den Weg laufen ließ. Auch er hatte vor, sich über die ZVS für Medizin zu bewerben und wies mich darauf hin, dass es zwei unterschiedliche Bewerbungsfristen gebe, nämlich für so genannte Alt- und Neuabiturienten. Ich sei durch die längere Zeit zwischen Abi und Bewerbung ein Altabiturient. Diese Unterscheidung musste ich irgendwie überlesen oder einfach nicht gefunden haben. Das Resultat war jedoch eindeutig und duldete keinen weiteren Aufschub der Bewerbung, denn es waren nur noch wenige Tage bis

zum Ablauf der für mich geltenden Bewerbungsfrist!

Bewerbung Teil 2: Alle Möglichkeiten ausnutzen

Dieser Analyse folgend haben wir einen Lernplan zusammen gestellt, in dem der Lernstoff auf das Wesentliche reduziert, strukturiert und auf 100 Tage verteilt wurde. Der 100-Tage-Lernplan und ausführliche Erläuterungen mit zusätzlichem Kreuzplan stehen im Internet zur Verfügung unter: www.medi-learn.de/ hammerplan

Deine Meinung ist uns wichtig! Wie gefällt dir diese Ausgabe unserer MEDI-LEARN Zeitung? Unter www.medi-learn.de /gw121 findest du einen kurzen Fragebogen mit drei Fragen zu dieser Ausgabe. Wir würden uns freuen, wenn du uns deine Meinung mitteilst. Mitmachen lohnt sich – unter allen Teilnehmern verlosen wir Fachbücher im Wert von 300 €. Einfach Fragebogen ausfüllen und schon bist du dabei!

Ich bewarb mich über das Internet, was allerdings Nerven kostete, da das Online-Formular nicht korrekt funktionierte und ich ja unter Zeitdruck stand. Letztlich hat es doch noch geklappt und ich gab sechs potenzielle Studienorte an, da ich erst einmal überhaupt einen Platz ergattern wollte. Auf den Plätzen eins und zwei standen Würzburg und Mainz. Mainz bot darüber hinaus ein Vorstellungsgespräch an und man sollte angeben, ob man bereit sei, daran teilzunehmen. Natürlich war ich! Und glücklicherweise wurde ich tatsächlich eingeladen.

Auswahlgespräch: Ehrlich währt am längsten

In Mainz angekommen, stellte sich zunächst heraus, dass ich gar nicht so früh hätte anreisen müssen, denn mein Gespräch, das ursprünglich um 8 Uhr morgens sein sollte, war nun für 15 Uhr angesetzt. Hätte man mir das nur eher mitgeteilt! Aber so hatte ich immerhin genug Zeit, mir die Klinik (denn hier und nicht in der Universität fand das Gespräch statt) anzuschauen und den richtigen Raum zu finden. Als es endlich soweit war, war ich naturgemäß etwas nervös, denn man macht sich zwar vorher seine Gedanken, was wohl gefragt werden könnte, aber

genau kann man es natürlich nie wissen. Das Gespräch selbst fand in einer freundlichen Atmosphäre statt, wobei mir zunächst Kekse und etwas zu Trinken angeboten wurden. Die Fragen, die mir von zwei Herren mittleren Alters gestellt wurden, waren eher allgemein gehalten und nicht fachspezifisch, wie es mir von anderen Universitäten zu Ohren gekommen war. So wurde ich gefragt, warum ich gerade Medizin studieren wolle und warum ich mich in Mainz für das Vorstellungsgespräch beworben habe. Das erste war natürlich nicht schwer zu beantworten und auch zu dem zweiten Punkt konnte ich genug sagen, da ich mich über Stadt und Universität zuvor informiert hatte. Allerdings gab ich auch an, dass Mainz schlichtweg die einzige Universität sei, die zum Sommersemester ein solches Gespräch angeboten hatte. Ferner wurde ich zu meiner Einstellung gegenüber Tierversuchen befragt. Ich befürwortete sie. Das sollte ich erklären, was etwas Improvisation erforderte. Da ich jedoch bei dem blieb, was mir in dem Moment als persönlich richtig erschien und nicht erst abwägte, was man wohl von mir hören wollte, war es nicht allzu schwer. Und ich denke, dass dies meine Glaubwürdigkeit unterstützte. Ebenso war dies womöglich der Fall, als ich die Frage nach meinem Vorbild in Ermangelung einer anderen Idee mit „niemand... mein Vater vielleicht“ beantwortete. Mir war nie so klar wie in diesem Moment, dass ich einfach kein konkretes Vorbild habe! Alles in allem verging die Zeit in dem Gespräch sehr schnell und ich wäre nicht mehr in der Lage anzugeben, ob es 5 oder 25 Minuten gewesen sind. Auch konnte ich absolut nicht einschätzen, ob das Gespräch nun gut oder schlecht verlaufen war. Anscheinend gut, denn einige Tage später bekam ich die heiß ersehnte Bestätigung: Ich hatte meinen Platz!

Sobald ich das Schreiben in Händen hielt, fing ich an, im Internet (ich befand mich zu diesem Zeitpunkt noch mitten im Zivildienst) nach einer Wohnung zu suchen. Ich fand einige Angebote, die mir interessant erschienen, darüber hinaus bewarb ich mich auch bei den Wohnheimen des Studierendenwerkes. Die entsprechenden Wohnungen schaute ich mir im Zuge meiner Immatrikulation an, musste aber leider feststellen, dass Mainz ein sehr schwieriger Wohnungsmarkt ist. Preis und Qualität der Wohnungen standen in vielen Fällen in keinem Verhältnis. So kam es, dass ich ein Angebot für einen Wohnheimplatz annahm, obwohl der Platz erst zwei Wochen nach dem Beginn meines Studiums frei wurde. Wo also sollte ich in dieser ersten Zeit wohnen? Hotel? Jugendherberge? Alles nicht gerade billig. Die rettende Idee kam von meinen Eltern: Ich sollte einfach solange in unserem Wohnwagen wohnen, den mein Vater kurzerhand nach Mainz fuhr und auf einem Campingplatz auf einer der Rheininseln einbuchte. Kurios, jedoch nicht unpraktisch! Allerdings frostig. Obwohl es schon Mitte April war, ist meine alles überstrahlende Erinnerung an diese Zeit, dass es jeden Morgen bitterkalt in dem Caravan war und ich nach dem Aufstehen jedes Mal zunächst in die warme Winterjacke schlüpfte!

Rückblick: Alles halb so wild

Der Einstieg ins Studium wurde mir sehr durch die gute Arbeit der Fachschaft Vorklinik in der Einführungswoche erleichtert und natürlich auch durch viele neue Freunde. Nicht zuletzt half auch die Unverdrossenheit, die ich mir erhielt, obwohl sich der Berg an neuen Aufgaben einige Male als scheinbar unbezwingbar darstellte. Das erste Semester ist zwar nicht das schwierigste, aber mit allen seinen neuen Herausforderungen insgesamt dennoch das schwerste. Und doch: Im Nachhinein denke ich mir oft: War doch alles halb so wild! Wir ver­losen fünf Exemplare des MEDI-LEARN Studienführers "Abenteuer Medizinstudium" – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw135

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN, ISSN 1860-8590 Bahnhofstraße 26b, 35037 Marburg/Lahn Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-29 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Jens Plasger (Redaktionsleitung), Christian Weier (V.i.S.d.P.), Angelika Lehle, Trojan Urban, Marlies Weier, Lilian Goharian, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld Lektorat: Jan-Peter Wulf, Simone Arnold Layout & Graphik: Kjell Wierig Berichte: Daniel Eberst, Dr. Annette Tuffs, Wolf-Julian Neumann, Christine Schmidt, Emar Ngo, Henning Vieth, Felix Reschke, Jan-Peter Wulf, Rieke Bommas-Ebert, Sebastian Huss, Maximilian Drewes, Claas Wesseler Druck: Druckerei + Verlag Wenzel, Am Krekel 47, 35039 Marburg/Lahn Tel: 0 64 21/17 32 60, Telefax: 0 64 21/17 32 69 Anzeigenbetreuung: Christian Weier, Olbrichtweg 11, 24145 Kiel Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-29 E-Mail: christian.weier@medi-learn.de. – Es gilt die Anzeigenpreisliste 02/2005. Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, www.pixelquelle.de, Artikelautoren, Dr. Munz Erscheinungsort: Marburg Die MEDI-LEARN Zeitung erscheint fünfmal pro Jahr und wird als Beilage der Zeitschrift Via medici aus dem Georg Thieme Verlag, Stuttgart, zugelegt. Der Bezug ist für Abonnenten der Via medici in deren Abonnement bereits enthalten. Der Einzelpreis beträgt 1,90 €. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos etc. kann der Verlag keine Gewähr übernehmen. Nachdruck – auch in Auszügen – nur mit vorheriger schriftlicher Zu­ stimmung. Der Verlag kann für Preisangaben keine Garantie übernehmen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bei allen Gewinnspielen und Aktionen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Anregungen und Redaktionskontakt per E-Mail unter: redaktion@medi-learn.de. Verlosung: Bei allen Verlosungen in dieser Ausgabe ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der Einsendeschluss ist am 30. Juni 2008. Die Gewinner werden regelmäßig im Internet unter www.medi-learn.de/gewinner bekannt gegeben. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungs­ berichten und anderen Artikeln und belohnen die Autoren mit Fachbüchern. Alle weiteren Infos findest du unter www.medi-learn.de/artikel.


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3B Scientific Anatomie-Rätsel

In den Foren gelauscht

Mathe im Physikum?

Unserem Forenmitglied winkey brannte die Frage nach der Wichtigkeit des Faches Mathe bzw. mathematischer Fähigkeiten im Physikum unter den Nägeln. Wie sieht es also aus mit der Relevanz dieses zu Schulzeiten ja nicht ganz unwichtigen Faches im Rahmen der Ärztlichen Vorprüfung? Sind Kurvendiskussionen angesagt oder reichen Kenntnisse in Dreisatz und Prozentrechnung aus? Die Antworten findest du unter: www.medi-learn.de/MT43388

Doktorarbeit ohne Thema?

Kein Thema, keine Rückmeldung – auch derartige Doktorarbeiten gibt es. So ist es unserer Forenbenutzerin blondi geschehen, die von ihrem Prof. und Doktorvater zu Beginn mit eher vagen Aussagen auf die Frage nach dem konkreten Thema versehen wurde. Sie solle schon mal alles gut durchanalysieren. Kein Wunder, dass sich Blondi daher fragt: Was soll ich tun? Erfahrt mehr samt Antwort und Tipps unter: www.medi-learn.de/MT43427

In Barcelona „pejottet“?

Gäbe es im Duden eine Abteilung für medizinstudentische Slang-Begriffe, der Ausdruck „pejottet“ bzw. das Verb „pejotten“ wären reif für einen Vorschlag auf Eintrag! Scherz beiseite und mal im Ernst weiter: eine Famulatur oder auch PJ im benachbarten europäischen Ausland wie Spanien zu absolvieren, stellt sicherlich eine interessante Alternative zu einem Aufenthalt in Übersee dar. Und so finden sich denn im Famulaturforum auch bereits konkrete Anfragen und Antworten unter: www.medi-learn.de/MT42324

Waagerecht

2. Hilfskraft im Präpsaal, die u.a. die Leichen konserviert und die Kurse für die Studenten vorbereitet 3. Lage von Organen im Präparat. Als ...-inversus ebenfalls in Wörterbüchern zu finden 4. Er stahl den Göttern das Feuer und betitelt heute einen Anatomie-Atlas von Thieme 5. Name des Skelett-Maskottchens von MEDI-LEARN, das an vielen Stellen der Webseite eingesetzt wird 10. Studentische Prüfung, bei der man z.B. im Präpkurs dem Dozenten bzw. Professor Rede und Antwort stehen muss 11. Ansammlung von präppenden Medizinstudenten um die Leiche, die gemeinsam den Kurs absolvieren 12. Fachmann, der sich mit dem Aufbau des menschlichen Körpers auskennt und z.B. Studenten unterrichtet

6. Griechisches Wort für sittliches Verständnis, das an der Uni z.B. in Kommissionen thematisiert wird 7. Griechisches Wort für die Lehre vom Tod. Diese Fachrichtung ist in der Anatomie, Pathologie und Rechtsmedizin wichtig 8. Lehre vom Aufbau des menschlichen Körpers und eines der wichtigsten Fächer in der Vorklinik 9. Teilgebiet der Anatomie, das sich mit der Entwicklung und dem Wachstum des Embryos beschäftigt 13. Reichhaltig bebildertes Lehrwerk mit anatomischen Abbildungen 14. Ist beim Metzger scheibchenweise hinter der Wursttheke erhältlich, verbirgt sich aber auch hinter der wortgetreuen Übersetzung von Anatomie 16. Das Teilgebiet innerhalb der Anatomie, das sich mit den Lagebeziehungen der Strukturen zueinander beschäftigt, wird als ...-Anatomie

15. Spezielle Technik, um die Schädelhöhle zu eröffnen (z.B. mit dem Lochbohrer), wurde schon bei den Azteken eingesetzt 17. Das Teilgebiet innerhalb der Anatomie, das z.B. Strukturen von Mensch und Affe miteinander betrachtet, wird als ...-Anatomie benannt 19. Teilgebiet der Anatomie, das mittels radiologischer Verfahren den Aufbau des Körpers darstellt 20. Lehre von den Zellen 22. Lat. Wort für Muskel 25. Lat. Wort für den Oberarmknochen 27. Lat. Für der Leber zugehörig 28. Lat. Wort für Zwerchfell 29. Lat. Wort für Mandel 30. Lat. Wort für Gang

Senkrecht

1. Die heiligen Hallen der Anatomie, deren erstes Betreten mulmige Gefühle verursacht

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bezeichnet Ausfüllen von Leichenhohlräumen mittels Kunststoff als Konservierungsverfahren Der renommierte Hersteller 3B Scientific stellt diese qualitativ hochwertigen Nachbildungen zu Unterrichtszwecken seit vielen Jahren erfolgreich her. Lat. Wort für Nerv Lat. Wort für Körperanhang, beim Menschen wird zwischen einer „oberen“ und einer „unteren“ unterschieden Lat. Wort für den im hinteren Bereich des Peritoneums gelegenen Abschnitt der Bauchhöhle

Gewinnspiel: Trage einfach die Lösung unter www.medi-learn.de/anatomie-quiz ein. Hier erhältst du auch Hinweise, die dir das Rätseln erleichtern. Zu gewinnen gibt es ein lebensgroßes Skelett und wertvolle Fachbücher vom Georg Thieme Verlag. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Das Gewinnspiel läuft bis 30. Juni 2008.

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PJ-Wahlfach Arbeitsmedizin

Neben der Inneren und Chirurgie bleibt noch ein drittes Wahlfach, in dem es 16 Wochen in der Praxis zu absolvieren gilt. Dort gibt es natürlich mit Fächern wie Pädiatrie, Neurologie oder Anästhesie schon seit Jahren beliebte Kandidaten. Doch wie sieht es eigentlich im Fach Arbeitsmedizin aus? Gibt es hier Möglichkeiten und Erfahrungen? Wenn du mehr lesen möchtest, schau einmal vorbei unter: www.medi-learn.de/MT43336

Geld für PJ´ler?

Erhalten die Kliniken eigentlich öffentliche Zuschüsse oder sonstige Gelder aus der öffentlichen Hand für ihre PJ-Studenten? Diese Frage stellte unser Forenmitglied ivannie, denn es wurde nach eigenen Angaben „übelst geknechtet“ und wäre daher daran interessiert zu erfahren, ob die Klinik dafür auch noch Zuschüsse erhält. Lest die interessanten Antworten in unserem Forum unter: www.medi-learn.de/MT42620

Die Lehrtafeln Laminiert, bestäbt oder Papier pur. Im Posterformat. Qualität von 3B Scientific.

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Famulieren auf dem Dach der Welt Ein Bericht aus Nepal

Leider sind Seitenzahl und Erscheinungshäufigkeit der MEDI-LEARN Zeitung begrenzt, so dass wir nicht immer alle Texte berücksichtigen können, die ihr uns zusendet. Genauer gesagt: berücksichtigen konnten, denn nun gibt es den Digitalen Nachschlag bereits zum 14. Mal mit weiteren spannenden Artikeln – aktuell über Migräne – und Ergänzungen zu den Berichten der Print-Ausgabe. Der Digitale Nachschlag steht kostenlos als PDF im Internet zur Verfügung. Einfach die folgende Seite aufrufen:

von Felix Reschke

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epal: Das Königreich im Himalaja und seine durch den Buddhismus und Hinduismus geprägte Kultur hat mich schon lange fasziniert. Als ich, eher durch Zufall, bei einer Routineuntersuchung im Rahmen meiner Doktorarbeit, zufällig auf Nepalmed und Arne Drews stieß, waren die Weichen quasi gestellt. Nepalmed ist ein gemeinnütziger Verein, gegründet von Arne und Silke Drews, die sich der Unterstützung des nepalesischen Gesundheitssystems verpflichtet sehen. Da in Nepal nur ein Zehntel der Bevölkerung Zugang zu medizinischer Hilfe hat, versucht der Verein, nepalische Initiativen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens zu fördern, insbesondere zur Ausund Weiterbildung von medizinischem Personal. Seit 2000 besteht der Verein und hat sich gut entwickelt: Mittlerweile unterstützt Nepalmed das Model Hospital in Kathmandu (KMH) mit Instrumenten und Stipendien für die Facharztweiterbildung, die assoziierte Organisation Public Health Concern Trust (PHECT), das Community Hospital in Amp Pipal, das Eye Hospital in Kathmandu sowie regionale Krankenhäuser in Simikot und Dolakha. In allen Kliniken können über Nepalmed Famulaturen vereinbart werden. Die Bedingungen und Voraussetzungen kann man der Homepage (siehe Textende) leicht entnehmen.

Bewerbung über den Verein

www.medi-learn.de /mlz-nachschlag

Nachschlag

In Nepal erwartet einem eine völlig andere Kultur und Lebensweise

pali, die Städte kennen, zu langweilig ist. Des Weiteren gibt es CMAs: Diese „clinical medical assistants“ haben eine etwa dreijährige Ausbildung und bilden in weiten Teilen Nepals das Rückgrat des Gesundheitssystems. Sie untersuchen Patienten in der Ambulanz, diagnostizieren und therapieren einfach Fälle selber.

Die Extraportion

Wenn sie nicht weiter wissen, wird der Patient an Dr. Wolfhard weitergeschickt. Dr. Wolfhard bekommt übrigens kein Gehalt für seine Tätigkeit, erhält aber mit seinen Operationen, bei denen er zugleich der Anästhesist ist, das Krankenhaus am Leben. So hart es deshalb auch klingen mag, wenn den meist armen Nepalesen

Geld für ihre Behandlung abverlangt wird: Die Mitarbeiter des Krankenhauses müssen natürlich auch etwas verdienen.

Physiologie – Der Mensch im Mittelpunkt! WEBSITE Kapitel 19

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· Geschma hmack ck und Geruch Geru ruch

Reiztransduktio

ä 19.2. Riechstörungen

rungen sind häufig, wobei die Ursachen meist in einem

Defekt des Rezeptorproteins zu suchen sind, seltener Rezeptor löst n. Der Kontakt zwische einen intrazell spielen zentrale Missbildungen eine Rolle. Eine angebon Duftstoff chanismus und (second messeng ulären Signalverstärkun rene komplette Anosmie ist eine seltene Erkrankung. gsmeBiochemische er-Kaskade) aus (. Am Methoden wird sie für das sog. Kallman-Syndrom beAbb.häufigsten 19.8 A). Duftmoleküls zeigten, dass die Bindung an den spezifisc schrieben, ebenso beim Turner-Syndrom (X0). Die meisaktiviert und eines hen Rezepto dies wiederu r Dies führt m das Enzym ein Golf-Protein dazu, dass Adenylatzyklase die Konzent Zelle schnell . ration von ansteigt und cAMP in der wieder abfällt. clamp-Technik Mithilfe der war Zilienstrukturen es möglich, selbst patch aus den (< 0,5 μm) zustanzen kleine Membra sehr feinen (. Abb. 19.8 nflecken B). Experim von der zytosoli ausente daran cAMP direkt schen Seite der Zellmem zeigten, dass Ionenkanäle bran aus durch ein- und zweiwer unspezifisch permeabel tige Katione (. Abb. 19.8 für n geöffnet C). klische NukleotSie gehören zur Superfam werden können ilie der durch näle, den sog. ide (cAMP/cGMP) zyaktivierten CNG-Kanälen IonenkaAktivierung (s. eines einzigen auch Sehtransduktion Duftmolekül ). Die Rezeptorprotein kann 1.000–2 s durch ein erzeugen und .000 solcher entsprechend cAMP-Moleküle erklärt die viele Ionenka ungewö näle stimmte Duftstoff hnlich niederen Schwelle öffnen. Dies nwerte e. Die einström Ca 2+) bewirke enden Katione für ben eine Depolar n (Na+ der Zelle. Am isation, das Rezeptorpotenz , Übergang zum Nervenf lokalen Potenzia ortsatz werden ial frequenz umgesetle in eine Erhöhung der diese Aktionspotenzia zt. l3Adap

NEU

19

433 en auf einer respiraten Störungen des Geruchssinns beruhen ierzu zählen neben torischen oder konduktiven Störung. Hierzu den Grippehyposmien und -anosmien auch Nasenfremdakologisch chemische körper, Tumoren, Polypen und pharmakologisch anid- und Chlorverund industrielle Schadstoffe (Blei-, Zyanidbindungen). Riechstörungen, die ihree Ursache im zentralen Bereich haben, sind meist traumatisch, h, degenerativ oder durch hirnorganische Prozesse bedingt. ngt. Hierbei spielen en Kopfverletzungen, Schädel-Hirn-Traumen nach schweren moren der vorderen sowie subdurale Blutungen und Tumoren Schädelgruppe eine wichtige Rolle.. Auch bei einem Teil der ten GeruchshalluzinatioSchizophrenien und Epilepsien treten rkrankungen, wie Alznen auf, und neurodegenerative Erkrankungen, heimer oder Parkinson, zeigen einee ausgeprägte Hyposmie als Erstsymptomatik.

tation. tige Ca 2+-EmpfindAn diesen CNG-Kanä len wurde lichkeit eine funktione Innenseite ll wichder Membran gefunden. Je weniger 2+ , desto Ca -Ionen keit des Kanals. auf der Da Ca 2+ durch höher ist die Öffnungs . Abb. 19.8. Kanalöffnung wahrscheinlichden Schema der die Ca 2+-Konzentr Kanal fließt, wird er Transduk A Die Bindung sich kurze Mitwirkun tionskask ation in der Zeit nach eines Duftstoffm g von Calmodul ade in Riechzell Zelle erhöhen tstoffmole protein bewirkt Riechz en. in den Kanal Prozess, der oleküls küls an ein und unter eine G-Protein abschalten zur spezifisches otein-verm zyklase (AC), (. Abb. 19.8 strömende 2+ Adaptation auf zellulärer RezeptorRez ittelte die einen Anstieg -vermittel te Aktivierun Ca kann Ebene beiträgt. D). Ein stieg kann direkt g zusätzlich 2+ und durch Ade einen unspezifis von cAMP in der Zelle der AdenylatCa -aktivierte Das einden erhöhten fischen Sinneszelldendriten hervorruft. Chloridkanäle chen Kationenk Chloridausstrom risation beitragen cAMP öffnen anal in der öffnen. zur Verstärku . n. fleckchens Membran ng der Depolaaus dem Zilium B Schema der Entnahme Membra des clamp-Pip einer Riechsinn eines Mem Membranette. Die zytoplasm Elektrische eszelleDarstellung . Abb. bran 19.7.zeigt Riechrezeptorproteine. A Schematische Riechschleimhaut, die den Rezeptor R14 bzw. R18 exprimieren. mithilfe matische atische Zellsignale patch nach außen Seite der entnomm der pa pressionsmuster von olfaktorischen Rezeptorder sieben transmembranen Domänen RiechD Topographisches Expressionsmuster (inside die Wirkung de eines menschlichen enen Me Memvon Reizsubst out-Konfiguration). thel der Ratte. Die Rezeptormarkierung wurde rezeptorproteins. B Dreidimensionales eines Riechrezeptors, Auf diese Weise subtypen im Riechepithel Membraninnenseite anzen ! Die Reaktion nzenModell auf Rezeptorkann en der Sinnesze Kanal-Kom getestet idisierungstechnik erreicht. (Nach Professor durch die in situ Hybridisierungstechnik abgeleitet des Sehfarbstoffes Rhodopsin. C Verzelleaus t werden. plexe d aufStrukturdaten Zugabe von bis auf das der llen auf Duftreize C Reaktion Duftstoff. molekulare henheim, mit freundlicher Genehmigung) Breer, Universität Hohenheim, von zwei unterschiedlich gefärbten Riechsinneszellen in der einer Riechsinn Öffnung können teilungdie Niveau mit von Ionenkan ff. Nach kurzer Latenz eesMethoden elektrophysiolog (ca. 200 ms) vierung älen verfolgt werden n erfolgt erf ischen beruht. einer second messenge in der Zellmembran, die auf der Aktier-vermitt r-vermitteelten Die untersten Akt lten Transdukt Die Elektrop Spuren zeigen in höherer cAMP-aktivierte ionskaskade Zeitauflös hysiologie ung. (Nach (Elektroolfaktog blockiert mithilfe potenziale, Kationenk h Zufall et anäle anä al. 1993). D Aktionspotenzia von Kalziumca ramm, Rezepto tionenkan Kalziumeinstro almodulin der Sinnesze lmodulin le) nstrom al r(Adaptatio den cAMP-akt llen auf Duftreiz ermöglicht, die Reaktion Frosches, n). E Rezeptorp ivierten Kazeptorpot die mit ootenzial enzial einer e zu registrie ren. Die Ampli- wurde. Beachte den (links) und p-Hydrob -Hydrobenzaldehyd Riechzelle des großen Wirkungs enzaldehy d (rechts) stimulier lichen Struktur stimuliert unterschi erschied der Duftmole kungsunt ed trotz der külee sehr ähn-

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III · Allgemeine Allgeme gemeine und Spezielle Sinn Sinnesphysiologie nesphysiologie

transmembranär Verlaufsformen. Bei Riechstörungen kann man verschiee Domänen Riechzelle besitzen (. stellt vermutl den19.7 schwere Verlaufsformen unterscheiden: Abb. A, B). Jede ich nur einen von Rezepto rproteinen oder 5 wenige Anosmie ist der komplette Verlust des Geruchsher, Typen unter den Riechsinneszelle sodass es ca. 350sinnes, Spezialisten III der In-situ-H n ybridisierungstecgibt (. Abb. 19.7 5 von partieller Anosmie spricht man bei teilweisem C). Mithilfe ordnung spezifisc hnik konnte Duftklassen, eineVerlust solchevon zonen – symmet her Rezeptorneuron Ane in vier 5 Expressi von Hyposmie bei verminderter Riechleistung. risch für beide sen werden onsNasenhälften (. Abb. topie des olfaktor 19.7 D). Sie ist Grundla – nachgewieGenetische bedingte partielle GeruchsstögeUrsachen. ischen Systems der Chemo.

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ABC

Diese Artikel findest du im Online-Teil unserer Zeitung:

Forschung

Wer also die echte

Herausforderung sucht – hier wird er sie finden

Gesamte Palette der Medizin

Entsprechend unproblematisch die Bewerbung: Auf der Webseite kann man sich nicht nur über die gesamte Arbeit des Vereins informieren, sondern auch Berichte ehemaliger Famulanten in den verschiedenen von Nepalmed unterstützten Krankenhäusern studieren. Mittels der elective information erfährt der Interessierte alles Wissenswerte über Nepal und Famulaturen. Zur Bewerbung schickt man einfach eine Mail mit allen Wünschen (in Deutsch) an die angegebene Mailadresse. Dagegen ist es völlig sinnlos, das Krankenhaus direkt anzuschreiben. Hierzulande kann man sich gar nicht vorstellen, welch ein rares Gut Strom und eine vernünftige Internetverbindung an manchen Orten der Welt darstellen! Deshalb kann eine Anfrage schon aus Ressourcen schonenden Gründen unbeantwortet bleiben. Wenn man eine Zusage erhält, wird erwartet, dass man Mitglied bei Nepalmed wird, was einen Jahresbeitrag von 15 Euro bedeutet. Für die Vermittlung verlangt der Verein weitere 50 Euro. Das Geld wird in einen Charity Found eingezahlt, von dem die Behandlung von unterprivilegierten Patienten in Amp Pipal gewährleistet wird.

Das Amp Pipal Community Hospital ist ein ehemaliges Missionskrankenhaus und hat für die Region einen rechten guten Standard. Es besitzt ein Röntgengerät, zwei Ultraschallgeräte, ein EinKanal-EKG und vor allem einen OP. Der einzige Arzt dort ist Wolfhard Starke, ein deutscher Unfallchirurg und ehemaliger Chefarzt. Er wird offiziell unterstützt von einem jungen nepalesischen Doktor, der wie alle Anwärter im Rahmen ihrer Ausbildung drei Jahre in der Provinz arbeiten muss, bis er in einer der großen Städte tätig werden darf. Offiziell insofern, als er in den fünf Wochen meiner Anwesenheit gerade einmal fünf Tage da war. Den Rest verbringt er auf irgendwelchen Tagungen und Seminaren weit weg von Amp Pipal, wo es den Ne-

Online geht es weiter

Das Krankenhaus umfasst 40 Betten plus fünf ausgelagerte Tuberkulosebetten. Es gibt eine Männerstation, eine Frauenstation, eine Kinderstation, eine allgemeine Station, ein paar Intensivbetten – hier ist Sauerstoff verfügbar und es sind die zum Schwesternstützpunkt am nächsten gelegenen Betten – sowie eine Station für präund postpartale Frauen mit Kreißsaal. Mach euch auf eines gefasst: Man ist mit der gesamten Palette der Medizin konfrontiert. Infektiologie: Ascariasis, Giardiasis, Chlamydien, Sepsis, Otitis media, Malaria, HIV, Hakenwürmer, Typhus, TBC, Lepra, Mumps, Abszesse, Cysticercosis. Unfallchirurgie: Brüche, Luxationen, Schnittwunden. Neurologie: Epilepsie, Querschnittslähmungen, Meningitis, Apoplex, Depressionen und Gynäkologie: Schwangerschaften, Placenta praevia, PID, Abrasio und Hystektomien. Alles das gehört zum Standardprogramm. Außerdem hat fast jeder Patient eine Gastritis, COPD – oder beides. Als Famulant in Amp Pipal ist man also mit sehr vielen völlig unterschiedlichen Krankheitsbildern konfrontiert, die außerdem meist ausgesprochen ausgeprägt sind, da die Leute spät in die Klinik gehen. Und das alles wird behandelt von einem einzigen Arzt! Wer also die echte Herausforderung sucht – hier wird er sie finden. Zeit für Fragen blieb trotz natürlich vieler Fragezeichen tagsüber nicht. Doch nach Klinikschluss, wenn man mit Dr. Wolfhard bei einem Bier in einem der nahegelegenen Shops sitzt, hat man dazu Gelegenheit. Lust auf mehr bekommen? Hier könnt ihr euch informieren: www.nepalmed.de

MEDI-LEARN PODCAST Diesen Artikel gibt es online auch als Audio-Datei zum Download unter: www.medi-learn.de/podcast

Wirkstoff gegen Hepatitis B Wissenschaftler des Universitätsklinkums Heidelbergs haben einen Eiweißbestandteil (Peptid) des Hepatitis B-Virus entdeckt, das, im Mausmodell angewandt, erfolgreich eine Virus-Infektion verhindern kann. Weitere Studien sollen jetzt zusätzliche Informationen über den völlig neuartigen Wirkstoff liefern, das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt diese so genannten präklinischen Untersuchungen mit insgesamt 1,8 Millionen Euro.

Migräne durch Ärger Allein in Deutschland leiden acht Millionen Menschen unter Migräne. Im Durchschnitt haben Migränepatientinnen sieben mal pro Monat eine Attacke. Sehr pauschal wird Stress als ein wichtiger Auslöser einer Migräneattacke angesehen.

Ausland

Praktikum in guter Luft Für das einwöchige Praktikum zum Thema Allergie-Asthma in der Hochgebirgsklinik Davos in der Schweiz bewarb sich Anna Alicja Christow bei Dr. Duchna in der Inneren Abteilung für Pneumologie im Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum. Ihren Aufenthalt und besonders die Umgebung mit der Mögklichkeit, in der Mittagspause Ski fahren zu gehen, hat sie sehr fasziniert.

HIV - ein alltägliches Problem! In dem Fortsetzungsartikel berichtet Emar Ngo darüber, wie das Arbeiten auf Station war. Typische Studentenjobs, aber auch schöne Abwechslungen in anderen Bereichen haben ihm große Freude bereitet. Verkehrsunfälle und Gewaltverbrechen waren Alltag in Kapstadt. Auch außerhalb der Klinik kann Emar es nur empfehlen, dieses Land näher kennenzulernen. Südafrika - ein Land für Nicht-Jedermann!

Hallo Deutschländer! Nach einem achteinhalbstündigen Flug betrat Mario Strammiello zum ersten Mal amerikanischen Boden. Er entscheid sich dafür, eine Famulatur bereits nach dem Physikum in Sturgis, Michigan zu verbringen. Jedoch stellte Mario auch fest, dass die US-Patienten eine hohe Erwartungshaltung haben, aber wenig Folgebereitschaft. Ob sich Mario vorstellen kann, später in den USA arbeiten zu wollen, erfahrt ihr im Digitalen Nachschlag. Alle Artikel findet ihr kostenlos unter:

www.medi-learn.de /mlz-nachschlag

MEDI-LEARN Zeitung 02/2008  
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Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und ersc...

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