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Landflucht in Sicht!

Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

Niederlassen oder im Klinikum arbeiten, in Deutschland bleiben oder ins Ausland gehen – 12.000 Medizinstudenten haben sich am „Berufsmonitoring“ beteiligt. Welche Wünsche und Ziele haben sie, wie wirkt sich die StudentinnenQuote von über 60% auf das Berufsbild aus? Und würden sich die Befragten heute noch einmal für das Medizinstudium entscheiden?

ZEITUNG

Mehr dazu auf den Seiten 6 und 7

Ausgabe 01/11 ∙ Januar/ Februar 2011 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de ∙ ISSN 1860-8590 ∙ 1,90 €

Pandemie in Kanada Aus der Kinderchirurgie Montréal

Medizin ist Spitze! Erfolgreichstes Hochschulfach

Militärischer Umgangston Ein Innere-PJ in San Diego

Mit den kleinsten Patienten zu arbeiten, stellt den jungen Mediziner vor große Herausforderungen. Umso mehr, wenn auch noch eine Pandemie wie die Schweinegrippe über den Kontinent zieht. Ein Bericht aus dem kanadischen Montréal.

Im Gesamtvergleich der Studienangebote belegt die Humanmedizin in punkto Erfolgsquote den ersten Platz: Gemessen an der Zahl der Studienanfänger eines Jahres, schließen gut 87% der Medizinstudenten ihr Studium erfolgreich ab – 15% mehr als im Gesamtdurchschnitt.

Vielfältige Eindrücke schildert Arseny Sokolov in seinem PJ-Bericht: Vom Mitarbeiten in der „Critical Care Unit“, von der Eingewöhnung an den Umgangston im „Veteran´s Affairs Medical Center“ und von einer geradezu luxuriös eingerichteten Privatklinik für gut Betuchte Kalifornier.

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Kindern die Angst nehmen So arbeitet das Teddybär-Krankenhaus in München von Carolin Proske

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ine dicke Träne kullert aus dem Augenwinkel, über die Backe, schließlich zum Kinn und von dort auf einen abgewetzten, einarmigen und in seiner Farbe eher grau wirkenden und nur noch an einigen wenigen Stellen an die ehemals gelbe Farbe erinnernden Stoffhasen im Arm des Kindes, das vor mir steht. In diesem Moment wird mir bewusst, wie sonderbar, groß und einschüchternd ich in meinem weißen Kittel in seinen Augen erscheinen muss. Kurze Zeit flackern Bilder aus meiner eigenen Kindheit vor meinen Augen auf. Schemenhaft erinnere ich mich an einen Unfall, den ich als kleines Kind erlebte, erinnere mich an große weiße Räume, an Menschen in weißen und grünen Kitteln und an eine beunruhigend wirkende Stille, die so wenig mit dem lauten turbulenten Treiben und dem Lachen aus dem Kindergarten gemeinsam hatte. Ich weiß noch, dass ich ängstlich „ Mama“ rief, bis plötzlich zwei große warme Hände meine Hände ergriffen. Ich erinnere mich an kein Gesicht, an keine Worte, die dieser Arzt zu mir gesagt haben könnte. Nur an diese Hände, die mir so tröstlich jede Angst nahmen und mir zu verstehen gaben, dass mir alle nur helfen wollten. Von da an hatte ich

den Namen ihres Kuscheltieres herausgefunden habe, Würstel heißt es, bitte ich Lara mir mit dem Stoffhasen in den Behandlungsraum des Teddybär-Krankenhauses zu folgen. Ich nehme sie an die Hand, gemeinsam betreten wir den großen Raum, der eigentlich der Pfarrsaal einer Kirche ist, von uns Studenten jedoch mit allerlei OP-Tüchern und Requisiten zu einem Krankenhaus ummodelliert wurde. Aus Kinderaugen muss er tatsächlich gewisse Gemeinsamkeiten mit dem „richtigen“ Krankenhaus haben. An etwa zehn Behandlungstischen versorgen Teddyärzte die Schützlinge der Kinder. Darüber hinaus gibt es einen OP-Bereich, einen Röntgenbereich, einen Zahnarztsessel und eine Apotheke für die Teddys.

keine Angst mehr, weder vor Ärzten noch vor Krankenhäusern.

Teddyärzte im Einsatz

Und nun stehe ich hier selbst, auf dem besten Weg ein Mediziner zu werden, in der Hoffnung ebenfalls einem Kind die Angst vor Ärzten und dem Krankenhaus zu nehmen, so wie es mir einst auch widerfahren ist. Langsam beuge ich mich hinunter zu dem Kind. Auf Augenhöhe blicken wir uns an.

OP-BEREICH, RÖNTGEN, ZAHNARZTSESSEL UND EINE APOTHEKE FÜR DIE

TEDDYS „Möchtest du mir deinen Namen verraten?“ frage ich und versuche eine leichte Nervosität zu unterdrücken. Prüfend blickt mich das etwa vierjährige Mädchen an, und nach einer kurzen Pause scheint

das Eis gebrochen. „Lara!“ kommt es entschieden zurück. Nachdem ich auch noch

Röntgenmaus Marke Eigenbau

Zunächst lasse ich mir an einem der Behandlungstische von Lara, die am Nachbartisch ihre Freundin aus dem Kin-

Oldenburg kooperiert mit Groningen

dergarten entdeckt hat und vielleicht auch deshalb nun immer mehr auftaut, erzählen, was ihrem „Würstel“ fehlt. Wie ich herausfinde ist er aus dem Bett gefallen und hat sich beide Beine gebrochen. Ein Routineeinsatz für mich, da gefühlte 90% aller Teddys Frakturen im Arm- und Beinbereich aufweisen. Zunächst gehe ich deshalb mit Lara zu unserer Röntgenmaus Marke Eigenbau. Dabei handelt es sich um eine mehr als menschengroße Figur einer Maus, die an der Unterseite eine Öffnung mit Röntgenplatte besitzt, in die Fortsetzung auf Seite 2

Inhalt Familienfreundliche Arbeitsplätze Flexible Dienstpläne, Teilzeitarbeit und Kita-Plätze sind in vielen Krankenhäusern nach wie vor Mangelware. Ein Handbuch der Bundesärztekammer gibt einen Einblick, wie familienorientierte Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte künftig aussehen könnten. S. 03

Rezensionen

Medizinische Mikrobiologie Dieses Mal stehen drei Lehrbücher für den Bereich Medizinische Mikrobiologie, das im klinischen Abschnitt dran ist, auf dem Prüfstand. Welches eignet sich fürs Basiswissen, welches für die Vertiefung, welches für die Prüfungsvorbereitung? Drei Medizinstudenten haben ihre Bewertung für euch abgegeben! S. 04

Erstmals in Deutschland grenzüberschreitendes Medizinstudium möglich von MEDI-LEARN

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nter dem Namen European Medical School, einem neuen deutsch-niederländischen Gemeinschaftsprojekt, ist erstmals in Deutschland eine grenzüberschreitende Medizinerausbildung möglich. Angeboten wird ein Bachelor- und Masterabschluss an der Rijksuniversiteit Groningen und ein medizinisches Staatsexamen an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg, Niedersachsen. „Dies ist eine historische Chance für die Universität und die Region. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit der Rijksuniversiteit Groningen die Erprobungsphase dieses europaweit einmaligen grenzüberschreitenden Konzeptes zum Erfolg führen werden“, sagte die Oldenburger Universitätspräsidentin Professor Dr. Babette Simon.

40 neue Studienplätze

Die Universitäten in Oldenburg und Groningen wollen die European Medi-

cal School als deutsch-niederländisches Gemeinschaftsvorhaben gründen. In dem binationalen Projekt entstehen 40 neue Medizin-Studienplätze in Oldenburg.

Jeweils ein Drittel des Studiums wird in Oldenburg oder in Groningen absolviert, so dass auch Sprach- und Kulturkenntnisse des jeweils anderen Heimatlandes vermittelt werden. Der Bachelorabschluss in Groningen nach sechs Semestern qualifiziert die Studierenden außerhalb des Arztberufes in allen Bereichen des Gesundheitswesens. Studienbewerberinnen und -bewerbern, die bereits den vorklinischen Studienteil der Humanmedizin an einer anderen Hochschule absolviert haben, wird über ein „Brückenjahr“ der Quereinstieg in das letzte Jahr des Bachelorstudiums eröffnet. Nach dem anschließenden dreijährigen Masterstudiengang Humanmedizin erlangen Absolventen den niederländischen Master in „Geneeskunde“ oder schließen das Studium mit dem deutschen Staatsexamen ab. Durch diese Abschlüsse erhalten sie die ärztliche Approbation in

Deutschland oder die entsprechende Qualifikation in den Niederlanden. Die European Medical School umfasst auch die Gründung einer Medizinischen Fakultät in Oldenburg und die Errichtung universitärer Kliniken. Diese sollen gemeinsam von drei Oldenburger Krankenhäusern entwickelt werden.

Kritik von der BÄK

Die Bundesärztekammer (BÄK) kritisiert das neue Ausbildungsmodell stark: Es würden zwar „vergleichsweise billige Mediziner zur Verfügung stehen, die Versorgungsqualität der Bürger würde aber erheblich reduziert und die Probleme in der Patientenversorgung um ein Vielfaches potenziert“, so Professor Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer. Die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) schloss sich der Bewertung durch die BÄK in einer Pressemeldung „uneingeschränkt an“. Wir verlosen Lernstrategien von MEDI-LEARN – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw400

Famulatur

Rheuma in Aarau Laura Jahn hat es im Rahmen einer Famulatur ins schweizerische Aarau verschlagen: Hier arbeitete sie in der Rheumatologie mit, die im dortigen Hospital auch die klassische Orthopädie beinhaltet. Ob sie das Haus empfehlen kann? Lest selbst! S. 05

Wissenschaft

Komplementärmedizin Längst keine Seltenheit mehr: Die Komplementärmedizin findet zunehmend Akzeptanz. Für Zyklusstörungen, Endometriose oder Tumorerkrankungen bietet sie Therapieformen, die ergänzend zur Schulmedizin Schmerzen lindern, die Wundheilung verbessern, regulieren und psychisch stabilisieren können. S. 08

Versicherung

BU: Basisinvestment Auch und gerade für die Mediziner-Zunft: Berufsunfähigkeit ist und bleibt ein existentielles Risiko. Eine rechtzeitige und umfassende Vorsorge ist notwendig, um sich vor den finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit zu schützen und den gewohnten Lebensstandard zu wahren. S. 09


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Studenten aufgepasst!

Die 3. Auflage der Skriptenreihe mplett o k d n u Neu arbeitet! über

Kindern die Angst nehmen Fortsetzung von Seite 1 die Kinder ihre Teddys legen können. Ein Blitzlicht simuliert dabei die Aufnahme. Genau beschreibe ich Lara, was beim Röntgen passiert.

und verzerrten Stimmen, die man durch das Stethoskop hört.

ALS BILDER DIENEN UNS

Danach betreten wir gemeinsam den OPBereich. Lara zieht sich Mundschutz und Kittel an und auch ich setze eine Haube. Ich erkläre ihr, dass hier alles ganz sauber sein muss und man deshalb nicht in seinen normalen Klamotten den OP betreten darf. Dann gehen wir an einen OP-Tisch. Lara selbst darf ihrem Würstel die Einschlafspritze geben und drückt während der OP eine Sauerstoffmaske auf das Gesicht ihres Hasen, damit dieser auch gut atmen kann. Unter einem Lochtuch biege ich nun das gebrochene Bein wieder gerade und dann verbinden Lara und ich gemeinsam den Fuß.

RÖNTGENAUFNAHMEN AUS DER TIERKLINIK Ich erkläre ihr, dass man sich ruhig halten muss, damit das Foto nicht verwackelt und dass man sich gegen die Strahlen durch Bleischürzen schützen muss. Danach sehen wir uns das Foto von Würstel auf einem Bildschirm an. Als Bilder dienen uns dabei Röntgenaufnahmen aus der Tierklinik. Ich frage Lara, wo sie glaubt, dass das Bein gebrochen ist. Sie kann es mir sofort auf dem Röntgenbild zeigen und ist stolz, dass sie es selbst erkannt hat. Ich erkläre ihr daraufhin, dass man diesen Bruch nur in einer Operation beheben kann. Zuvor untersuche ich Würstel jedoch noch, ob er auch für die Operation ansonsten gesund ist. Lara selbst darf mit der Untersuchungsleuchte in die Augen leuchten, die Ohren untersuchen und ihren Hasen mit dem Stethoskop abhören. Besonders das findet sie lustig. „Das klingt alles so komisch!“ sagt sie erstaunt und wundert sich über die lauten

Lara verabreicht die Narkose

STOLZ ZEIGT LARA DEN ANDEREN KINDERN DAS GIPSBEIN Nach der Aufwachspritze schreibe ich Lara noch ein Rezept mit Medizin auf und erkläre ihr, dass Würstel in den nächsten Tagen etwas Ruhe braucht. Gemeinsam gehen wir dann noch zur Apotheke. Dort erhält Lara neues Verbandsmaterial, um den Verband zu wechseln, außerdem

Traubenzucker als Medizin und ein kleines Büchlein, um ihrem Kuscheltier daraus vorzulesen. Danach bringe ich Lara wieder in das Wartezimmer. Stolz zeigt Lara den dort wartenden Kindern das Gipsbein ihres Stoffgesellen. „Tschüß“, rufe ich ihr noch zu und Lara winkt mir fröhlich hinterher, bevor sie sich wieder in Diskussionen mit den anderen Kindern vertieft.

Alle profitieren davon

Etwas nachdenklich verlasse ich den Warteraum, um gleich das nächste Kind aufzurufen. Lara und all die anderen Kinder, die uns an den Tagen des TeddybärKrankenhauses besuchen, beschäftigen sich nun mit dem Thema Kranksein. Außerdem verlieren sie die Angst vor unseren weißen Kitteln und lernen medizinische Techniken wie Abhören, Röntgen oder Operieren kennen. Es gibt Kinder, die dem Ganzen mit großem Respekt begegnen, manche reagieren sogar panisch. Für diese Kinder stellt das Teddybär-Krankenhaus eine gute Möglichkeit dar, in einer angenehmen Atmosphäre, in der sie nicht selbst die Patienten sind und in der ständig auch die anderen Kindergartenkinder in ihrem Blickfeld sind, ihre Angst zu verlieren. Viele Kinder begegnen uns Teddyärzten von Anfang an fröhlich und ohne viel Angst, auch für sie

ist das Teddybär-Krankenhaus sicher eine interessante Erfahrung und vor allem ein großer Spaß. Zuletzt profitieren auch wir Medizinstudenten von dieser Aktion, denn wir üben den Umgang mit den Kleinsten unter unseren späteren Patienten. Deshalb findet jedes Jahr bei uns in München, wie auch in vielen anderen Städten, ein Teddybär-Krankenhaus statt. Nach einer vielseitigen und lustigen, aber auch anstrengenden „Schicht“ mache ich mich auf den Weg zu meinen Vorlesungen und Seminaren, zurück in den Uni-Alltag. Während ich in Gedanken noch bei den Kindern und ihren Teddys bin und in der U-Bahn stehe, kommt mir ein amerikanischer Slogan in den Sinn: „Learn, Earn and Return!“ Auch wenn er nicht ganz auf mich und all die anderen Studenten zutrifft, die ebenfalls als Teddyärzte arbeiten, da wir noch nichts verdienen und stattdessen tagein, tagaus lernen müssen, möchten wir doch schon jetzt etwas an die nächste Generation weitergeben, einen kleinen Beitrag leisten: Kindern die Angst vor dem Arzt nehmen. Wir verlosen ein Fallbuch Pädiatrie von Thieme – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw401

Mit der Schweinegrippe konfrontiert Kinderchirurgie in Montreal von Josefine Maier

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leich am ersten Tag im Hôpital St. Justine, Montreal, wurden alle Studenten erst einmal zu einer Einführung zum Thema Hygiene geladen – und dieses Thema war vor dem Hintergrund der zu dieser Zeit aufwallenden H1N1-Grippe besonders virulent.

RECHT HÄUFIG WAREN PATIENTEN AUF DER CHIRURGISCHEN STATION H1N1 POSITIV. www.medi-learn.de/skript

Die Schweinegrippe sollte ein sehr präsentes Thema während meiner Arbeit hier in Kanada werden: Viele Mitarbeiter erkrankten vor der Impfung daran und mussten zu Hause bleiben. Zum Teil wurden die OP-Säle geschlossen, um die Patienten nicht in Kontakt mit dem Virus zu bringen. Die Impfung wurde zwar gleich, nachdem der Impfstoff erhältlich war, im Krankenhaus angeboten, ebenso wurde empfohlen, sich impfen zu lassen, jedoch hat niemand nachgeprüft, ob man es auch wirklich hat machen lassen.

Mitten in der Grippewelle

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Recht häufig waren denn auch Patienten auf Chirurgischen Station H1N1 positiv. Vor allem bei Kleinkindern führte dies oftmals zu einem prekären Verlauf, besonders wenn eine bakterielle Superinfektion vorlag. In einigen Fällen waren Eingriffe wie Thorakoskopie mit Installation von Drainagen notwendig, die Pleuraspalten waren komplett mit Eiter gefüllt. Als es im November 2009 dann so richtig losging mit der „grippe porcine“-Panik, da war ich auch ein wenig beunruhigt, zumal ich ja nun recht weit weg von meiner Familie war. Doch nach zwei Wochen hatte ich schon das Gefühl, dass alles besser unter Kontrolle gelangte, die meisten Leute waren geimpft und man hatte sich auch etwas an die tägliche Konfrontation mit

Die Behandlung der Schweinegrippe ist nicht immer so einfach wie in dieser Visualisierung

der Schweinegrippe im Klinikalltag gewöhnt. Also schauen wir uns etwas den Alltag an!

In der Kinderchirurgie

Ein Tag in der Kinderchirurgie sieht wie folgt aus: Man trifft sich mit den Fellows und Residents morgens gegen 6:45 Uhr und bekommt zwei bis vier Patienten zur Untersuchung zugeteilt.

HÄUFIG IST EINE FREMDANAMNESE DURCH DIE ELTERN NÖTIG Um 7.30 Uhr trifft man sicher wieder und geht im Team die Patientenliste durch. Zusätzlich ist sicherzustellen,

dass Patienten bester Gesundheit sind, die am jeweiligen Tag operiert werden. Damit soll auch noch einmal überprüft werden, ob es sich um den richtigen Patient handelt und die richtige Operation. Aus gutem Grund: Es ist passiert, dass bei einem Patient ein Leistenbruch auf einer Seite operiert worden sollte und sich bei der Untersuchung herausstellte, dass auch die andere Seite betroffen war. Es kam auch recht oft vor, dass die Patienten am Tag der Operation grenzwertig krank waren und sich mit leichtem Fieber vorstellten. In dem Fall wird die Operation freilich verschoben.

denten meist in der „Clinique de Chirurgie“ eingeteilt. Da sieht man Patienten zum Follow-Up nach Operationen oder zur Konsultation, in der entschieden wird, ob operiert werden soll. Häufig kommen Patienten mit Inguinalhernie, Nabelhernie, Phimose und Unguis incarnatus, aber auch mit bösartigen Tumoren wie Neuroblastom und Rhabdomyosarkom. Als Student sieht und untersucht man die Patienten zuerst und präsentiert dann den Fall dem Chirurgen, um gemeinsam einen Behandlungsweg zu finden.

Bausteinartige Anamnese

Fortsetzung im Digitalen Nachschlag (s. Seite 12)

Am Vormittag sind die Medizinstu-


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Humanmedizin ist erfolgreichstes Hochschulfach Zwischenbilanz über Innovationen im Medizinstudium von Redaktion MEDI-LEARN

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ie Medizinischen Fakultäten Deutschlands sind auch in der Lehre innovationsstark. Dies schlägt sich im Studienerfolg nieder. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes weist die Fächergruppe „Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften“ die höchste Erfolgsquote von allen Hochschulfächern auf. Als Erfolg ist dabei der Erwerb eines ersten Hochschulabschlusses definiert. Vor sieben Jahren trat eine neue Ärztliche Approbationsordnung in Kraft. Seither hat sich viel verändert, stellen die ersten Absolventen fest. Unter der Überschrift „Innovationen im Medizinstudium“ zog der Medizinische Fakultätentag (MFT) im Oktober 2010 eine öffentliche Zwischenbilanz der inzwischen vollzogenen Reformen in der medizinischen Lehre. Im Mai 2010 bescheinigte das Statistische Bundesamt den Absolventen der Gruppe der medizinischen (Staatsexamen) und gesundheitswissenschaftlichen Fächer (Bachelor, Magister, Diplom) eine Erfolgsquote von 87,3% – Platz eins aller Fächer. Die Quote misst den Anteil der Absolventen, die ihr Studium erfolgreich abschließen, an den Studienan-

fängern eines Studienjahres, der Schnitt aller Fächergruppen liegt bei 72,5%.

Viele Studiengänge

Medizinische Fakultäten bieten heute neben Human- und Zahnmedizin mehr als 100 weitere Studiengänge an, die nicht zum Berufsziel Arzt führen. Sie sorgen somit für den Nachwuchs in unterschiedlichsten Gesundheitsbereichen. „Angesichts der hohen finanziellen Anforderungen des Medizinstudiums und des Ärztebedarfs müssen wir fragen, wie mit den knappen öffentlichen Mitteln und der Lebensarbeitszeit der Mediziner am besten umgegangen werden kann. Die Etablierung medizinnaher Studiengänge einerseits und die ungeteilte, zügige ärztliche Grundausbildung andererseits dürften die besten Optionen sein“, so Professor Bitter-Suermann, MFT-Präsident. Denn nach dem Medizinstudium von durchschnittlich 13 Semestern ist schließlich noch eine Weiterbildung von fünf bis sieben Jahren Pflicht. „Eine Teilung des Medizinstudiums oder ein Teilzeitstudium würden die Zeit bis zur selbstständigen ärztlichen

Berufsausübung weiter verlängern“, so Bitter-Suermann. Bachelor- und Masterstudiengänge seien auch daher lediglich Ergänzungen an den Medizinischen Fakultäten.

MFT gegen BA/MA

Anschließend legten Experten die rechtlichen Restriktionen der Lehre im Medizinstudium dar. „In der Bundesrepublik Deutschland kommt den Gerichten bei der Ärzteausbildung eine weltweit einmalige Rolle zu. Gerichtsurteile haben ein Kapazitäts- und Prüfungsrecht hervorgebracht, das den Ländern und ihren Medizinischen Fakultäten ein starres Korsett aufzwingt. Die Betreuung der Studierenden durch Hochschullehrer dürfen wir leider nicht weiter verbessern,“ beklagt der MFT-Präsident. „Aus dem Medizinstudium sollte in Deutschland auch wegen den unzähligen Gerichts-

prozessen kein konsekutiver Bachelor/ Masterstudiengang gemacht werden. Der mit dem Kapazitätsrecht verbundene administrative Aufwand würde sich bei zwei getrennten Studiengängen verdoppeln. Rechtsanwälte würden mit noch mehr Zulassungsklagen die Ausbildungskosten erhöhen.“ Auch für Studienreformen seien keine konsekutiven Studiengänge nötig, so der MFT. Die aktuelle Ärztliche Approbationsordnung biete für frühen Patientenkontakt vielfältige Möglichkeiten. In Münster gibt es z.B. ein „Studienhospital“ für Studierende, in dem sie sogar die Notfallrettung im Straßenverkehr üben können. Die Abläufe im Operationssaal lernen die Studierenden in Ulm frühzeitig in einem extra dafür gebauten „Theatrum Anatomicum“ kennen. Über Einrichtungen zum Üben praktischer Fertigkeiten verfügt heute jede Fakultät. „Zur Sicherung der Qualität im Medizinstudium haben wir mit dem Staatsexamen eine bundesweite Norm. Damit wird flächendeckend sichergestellt, dass ärztliche Praktiken und ethische Handlungsweisen auf hohem Niveau vermittelt werden“, so Bitter-Suermann.

Mehr Informationen: Die Vorträge der Veranstaltung sind von der MFT-Homepage abrufbar: www.medi-learn.de/MLZ375

Kurz notiert

Eine sehr belastende Zeit

Zwei Monate Hämato-Onkologie im Praktischen Jahr: Das ist Caroline schwerer gefallen, als sie es sich vorher vorstellen konnte, besonders weil in dieser Zeit viele Kinder gestorben sind. Ihre Tagesarbeit bestand aus Blutentnahmen, täglicher körperlicher Untersuchung, „ellenlangen“ Kurvenvisiten und organisatorischen Arbeiten. Highlights – für Caroline im positiven, für die Patienten im negativen Sinne – waren Knochenmarks- und Lumbalpunktionen. Fazit: “Eine sehr belastende Zeit, in der ich einiges gelernt habe, auch fürs Leben.“ www.medi-learn.de/info15405

Semesterferien – lang oder kurz?

Das Jahr des Studenten ist zumeist in zwei Hälften aufgeteilt: Das Sommer- und das Wintersemester. Ersteres beginnt am 1. April, letzteres am 1. Oktober. Jeweils vom Ende des einen Semesters bis in die ersten Tage des neuen Semester hinein reicht die „vorlesungsfreie Zeit,“ von den Studenten schlicht als Semesterferien bezeichnet. Diese recht lange Zeit wird aber nicht zum Faulenzen genutzt, sondern für die zahlreichen Pflichtpraktika, die Doktorarbeit, Prüfungen und teilweise, um das Konto wieder aufzufüllen. www.medi-learn.de/info15406

Leid auf der Warteliste mindern

Grund zum Jubeln: Medizinstudenten haben das größte Durchhaltevermögen

Familienfreundliche Arbeitsplätze Ärztehandbuch für Kind und Karriere vorgelegt Pressestelle Bundesärztekammer

Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte künftig aussehen könnten."

Vereinbarkeit

Arbeit, Kind und Kegel unter einen Hut bringen: ein Handbuch soll helfen

A

nlässlich der Vorstellung des Handbuchs der Bundesärztekammer „Familienfreundlicher Arbeitsplatz für Ärztinnen und Ärzte – Lebensqualität in der Berufsausübung“ im Bundesministerium für Gesundheit in Berlin, sagte Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler: „Es ist offensichtlich, dass sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des drohenden Ärztemangels alle Be-

teiligten zusammentun müssen, um den Arztberuf und die Heil- und Pflegeberufe wieder attraktiver zu machen. Ein wichtiger Schritt dazu ist es, den Weg für mehr familienfreundliche Arzt- und Pflegeberufe zu ebnen. Dazu arbeitet eine Arbeitsgruppe in meinem Haus an gemeinsamen Vorschlägen. Das Handbuch der Bundesärztekammer gibt schon jetzt einen Einblick, wie familienorientierte

Flexible Dienstpläne, Teilzeitarbeit und Kita-Plätze sind in vielen Krankenhäusern nach wie vor Mangelware. Viele Ärztinnen und Ärzte stehen deshalb vor der schwierigen Entscheidung, den Kinderwunsch aufzuschieben oder ihre berufliche Tätigkeit aufzugeben. Kind und Karriere dürfen sich aber nicht ausschließen. „Früher lebten die Ärzte um zu arbeiten, dann arbeiteten sie um zu leben. Und heute wollen die Ärzte beim Arbeiten auch leben. Nur so können wir in Zeiten des Ärztemangels wieder mehr junge Medizinabsolventen für die Patientenversorgung begeistern“, sagte Dr. Frank Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer. Die Kliniken stünden untereinander im intensiven Wettbewerb um gut qualifizierte Ärztinnen und Ärzte. „Trotzdem haben viele Träger noch nicht erkannt, dass nur diejenigen einen Standortvorteil aufweisen können, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aktiv fördern“, so Montgomery.

Handbuch entwickelt

Wie ein familienfreundlicher Arbeitsplatz auch im ambulanten Sektor aussehen kann,

zeigen in dem Handbuch aufgeführte Gemeinden, die zumindest für Wochenenden und Feiertage Notdienstzentralen eingerichtet haben. In denen verrichten Ärztinnen und Ärzte Bereitschaftsdienste in Schichten und übernehmen so die Präsenzpflichten der niedergelassenen Kollegen. Zudem sind in dem Handbuch Checklisten und Anforderungsprofile für familienfreundliche Einrichtungen aufgelistet. Mit „Ja“, „Nein“ oder „geplant“ können etwa Fragen nach flexibler Elternzeit- und Teilzeitregelungen, Kontaktpflege während der Elternzeit oder arbeitsplatznahen Kinderbetreuungsmöglichkeiten beantwortet werden. Die Checkliste „Medizin studieren mit Kind“ fragt unter anderem ab, ob es stillenden Müttern erlaubt ist, ihr Kind mit in Vorlesungen zu nehmen oder ob Kurse gleichen Inhalts zu verschiedenen Uhrzeiten angeboten werden. Ärztinnen und Ärzte können diese Checklisten nutzen, um den für sie geeigneten Arbeits- beziehungsweise Studienplatz zu identifizieren. Arbeitgeber und Universitäten können anhand der Checklisten überprüfen, ob sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bewusst fördern. Mehr zu diesem Thema auf den MittelSeiten 6 und 7

Mehr Informationen: Das Handbuch und Statements der Pressekonferenz findest du unter: www.medi-learn.de/baek

Die Warteliste für ein lebensrettendes neues Organ ist so lang, dass viele Patienten das Warten nicht überleben. In Umfragen spricht sich ein Großteil der Menschen für die Organspende aus, einen entsprechenden Ausweis haben aber nur die wenigsten. Experten fordern eine Informations- und Widerspruchslösung wie in Spanien. Mittlerweile sind auch führende Politiker dafür. Im Gegensatz zur derzeit gültigen Lösung soll bald derjenige, der zur Spende bereit ist, nichts mehr dokumentieren müssen. Wer nicht spenden möchte, muss seinen Widerspruch hinterlegen. www.medi-learn.de/info15407

Das ist mir wichtig

Bei einer Befragung wollte die Charité Berlin von ihren Studenten wissen, welche Aspekte des Berufslebens ihnen besonders wichtig sind. So gut wie alle (99 Prozent) geben an, dass sie sich eine sinnvolle und erfüllende Tätigkeit sowie eine gute Arbeitsatmosphäre wünschen. Dazu gehören auch nette Kollegen (95 Prozent) und ein sicherer Arbeitsplatz (92 Prozent). Mit 73 Prozent liegt „gutes Einkommen“ im Mittelfeld, 60 Prozent der Studenten finden „Führungsaufgaben übernehmen“ wichtig und 35 Prozent das Prestige. www.medi-learn.de/info15410

Sicherheit weltweit Mit dem neuen Haftpflichtschutz ins Pflegepraktikum, in die Famulatur oder ins Praktische Jahr. www.aerzte-finanz.de


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Taschenlehrbuch Medizinische Mikrobiologie

Kurz notiert

von Hannah von der Ahe, 7. Semester RWTH Aachen

Das C-A-B der Reanimation

Jeden Tag werden in Deutschland 400 Menschen außerhalb eines Krankenhauses wiederbelebt – jeder Zehnte bleibt am Leben. Die Chancen lassen sich um das 2,5 fache steigern, wenn Umstehende mit der Reanimation beginnen, bevor der Rettungsdienst eintrifft. Das soll durch neue Leitlinien zur Wiederbelebung vereinfacht werden. Die wichtigste Neuerung ist die Änderung der Reihenfolge der Erstmaßnahmen von A-B-C auf C-A-B. Das heißt: Beginn mit der Herzdruck-Massage (circulation). Es folgen „Atemwege frei machen“ und „Beatmung.“ www.medi-learn.de/info15392

Freunde und Familie

„Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Aspekte des Privatlebens?” Das hat die Charité Berlin ihre Medizinstudenten gefragt. Mit über 90 Prozent rangieren bei den Antworten „verlässlicher Freundeskreis,“ „glückliche Partnerschaft,“ „genug Zeit für Partnerschaft und Familie“ sowie „erfülltes Familienleben“ ganz vorn 66 Prozent der Studenten finden ein interessantes Hobby wichtig, 54 Prozent „viel Reisen“ und 38 Prozent ein eigenes Haus. 33 Prozent geben ehrenamtliches Engagement an, nur 23 Prozent einen großen Bekanntenkreis. www.medi-learn.de/info15393

biologie befasst sich mit den Fachgebieten Bakteriologie, Virologie, Mykologie und Parasitologie. Es beinhaltet des Weiteren ein kurzes Kapitel über die Grundlagen der Immunologie – mit dem Schwerpunkt der Infektionsimmunologie, Epidemiologie und Hygiene. Schluss des Buches bildet ein eigenes Kapitel über Infektionen geordnet nach Organen und Organsystemen. Zielgruppe Das Buch richtet sich in erster Linie an Studenten, ist aber auch für das PJ gut geeignet, da es auch ohne weiteres als Nachschlagewerk benutzt werden kann. Titel: Taschenlehrbuch Medizinische Mikrobiologie Autoren: Kayser, Böttger, Zinkernagel, Haller, Eckert, Deplazes Verlag: Thieme ISBN: 978-3-13-444812-2 Preis: 32,95 €

Kurzbeschreibung Das Taschenlehrbuch Medizinische Mikro-

Stan - Das Skelett mit den besten Referenzen. Qualität von 3B Scientific.

ist ein von Studenten geschriebenes Übersichtswerk, das wesentliche Informationen zur Thematik in gut strukturierter Form gibt. Zielgruppe Das Buch richtet sich besonders an Medizinstudenten im klinisches Studienabschnitt, die lernen wollen, ohne dabei den Überblick in sämtlichen Details zu verlieren.

Titel: BASICS Medizinische Mikrobiologie,Virologie und Hygiene Autoren: Holtmann, Bobkowski Verlag: Elsevier ISBN: 978-3-437-42416-8 Preis: 18,95 €

Kurzbeschreibung Dieses Kurzlehrbuch aus der Basics-Reihe

236,81 €

Fazit Alles in allem ist das Taschenlehrbuch Medizinische Mikrobiologie wirklich ein gelungenes Buch, das es schafft Nachschlagewerk und Lehrbuch in sich zu vereinen. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw402

Inhalt Das 130 Seiten umfassende Kurzlehrbuch besticht durch seine Einfachheit. Zuerst werden im allgemeinen Teil Grundlagen zur Immunologie und der allgemeinen Erregerlehre vermittelt, bevor es dann im speziellen Teil um spezielle Bakteriologie, spezielle Virologie, spezielle Mykologie, spezielle Parasitologie und um Mikrobiologisch relevante Hygiene geht. Im Anschluss daran werden zu den Themen Meningitis, Genitalinfektion und Halsentzündung Fall-

beispiele gezeigt, die dem Leser als Überprüfung seines erworbenen Wissens dienen können. Den Abschluss des Kurzlehrbuchs bildet der Anhang, welcher in tabellarischer Form die relevanten Facts über verschiedene Bakterien, Viren, Parasiten und Co. enthält. Unterstützt wird der Text durch zahlreiche farbige Abbildungen. Didaktik Dieses Buch ist wirklich sehr übersichtlich gestaltet. Wichtige Sachverhalte sind mittels blauer Kästchen besonders hervorgehoben. Am Ende jedes Kapitels befindet sich eine kurze Zusammenfassung, die das aller Wichtigste beinhaltet. Der Schreibstil passt zum Inhalt – kurz und knapp. Leider sogar etwas zu abgehackt. Aufbau Der einheitliche Aufbau dieses Buches erleichtert das Lernen ungemein. Nachdem man das erste Kapitel gelesen hat, weiß man

direkt worauf man beim Lesen des nächsten Kapitels besonders schauen muss. Preis Ein Preis von 18,95 € ist für dieses Buch angemessen. Fazit Ein sehr übersichtliches und gut aufgebautes Kurzlehrbuch, welches hält was es verspricht: das Wesentliche zum Thema in leicht verständlicher Form. Ich vergebe allerdings nur 4 von 5 Punkten, da mir der Schreibstil teilweise zu telegrammartig ist und es dadurch nicht so schön flüssig zu lesen ist, wie ich es mir gewünscht hätte. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw403

Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie von Franziska Ebertz, 1.klinisches Semester in Dresden Mikrobiologie und Infektiologie. Auf 890 Seiten werden mittels 498 farbigen Abbildungen und 157 Tabellen Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten vorgestellt und teilweise sehr detailreich abgehandelt. Zielgruppe Das Buch ist für Studenten aller klinischen Semester, aber auch für Infektionsbiologen geeignet. Ich kann mir vorstellen, dass es zum späteren Nachschlagen im Praxisalltag sehr gut geeignet ist, da es durch seine Übersichtlichkeit und Gliederung besticht.

Titel: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie Autor: Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum Verlag: Springer ISBN: 978-3-540-46359-7 Preis: 44,95 €

www.3bscientific.de Preis:

Preis Der Preis von 32,95 € ist mehr als angemessen in Bezug auf den Inhalt.

von Lisa Zwaschka, 5. Semester in Gießen

Chancen auf Studienplatz erhöhen

Die Studienplätze für Medizin werden in Deutschland von der ZVS verteilt. In einigen Städten kannst du deine Chancen durch gute Abschneiden beim TMS, dem Test für medizinische Studiengänge, steigern. Teilnehmen kann jeder, der Abitur hat oder dieses in den nächsten Monaten voraussichtlich erlangen wird. Die Teilnahme kostet 50 Euro und ist nur einmal möglich. Er setzt kein spezifisches Wissen voraus, ein Training für die ungewöhnlichen Aufgaben ist aber möglich, indem du Beispielaufgaben löst und Strategien entwickelst. www.medi-learn.de/info15396

Didaktik In didaktischer Sicht ist das Taschenlehrbuch eher in die Kategorie „Nachschlagewerk“ einzuordnen. Repetitorien oder Fragen zur Selbstkontrolle am Ende des Kapitels wird man leider vergeblich suchen, auch Fallbeispiele gibt es keine. Positiv hervorzuheben ist jedoch eine kurze Einleitung mit allen wichtigen Stichworten farblich hervorgehoben zu jedem Anfang eines neuen Kapitels, die eine schnelle Übersicht über die folgenden Inhalte gibt. Darüber hinaus wird vertiefendes Wissen in üblicher Thieme-Taschenbuch-Manier eingerückt und kleiner dargestellt. Die Texte sind verständlich und vor allem teilweise sehr spannend geschrieben, sodass es sich angenehm und flüssig lesen lässt.

Aufbau Auch die Gliederung ist meiner Ansicht nach gelungen, gerade die Teilung in Allgemeines und Spezielles trägt viel zum leichten Nachvollziehen bei. Sehr praktisch ist auch das letzte Kapitel „Organsysteme“, das eine Übersicht über wichtige Infektionen und ihre Ursachen beinhaltet.

Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene

Einfach fragen

Daniela arbeitete hart an ihrer Doktorarbeit zum Thema Fibrosierungshemmung bei chronischer Hepatitis C: Daten erheben, Powerpoints für Kongresse erstellen und Patientendaten vervollständigen. Die Fibrose-Scores zu berechnen, stellte sich als schwierig heraus. Um an die exakten Formeln dafür zu kommen, schrieb Daniela die Autoren direkt per E-Mail an und bat sie um Hilfe. „Überraschenderweise haben wir nur positives Feedback erhalten,“ sagt sie. „Scheut euch nicht, den Autor anzuschreiben, bevor ihr verzweifelt.“ www.medi-learn.de/info15394

Inhalt Die einzelnen Themen werden teils ausführlich (Bakteriologie, Virologie), teils weniger ausführlich (Hygiene, Epidemiologie) behandelt; für ein Lehrbuch der Mikrobiologie ein sehr gutes Verhältnis. Obwohl es sich hierbei um ein Taschenlehrbuch handelt, wird relativ viel Detailwissen geliefert, was positiv überrascht, wenn In-

teresse an detailliertem Hintergrundwissen besteht. Es ist definitiv zu sagen, dass das Taschenlehrbuch Medizinische Mikrobiologie ausreicht, um das nötige Wissen für die Mikrobiologie abzudecken.

Kurzbeschreibung Das Buch vermittelt umfangreiches Wissen auf dem Gebiet der medizinischen

Inhalt Es ist ein sehr ausführliches Lehrbuch, das alle Themen der Mikrobiologie und Infektiologie abhandelt. Hier werden die Grundlagen dieses Faches durch detailierte Informationen ergänzt. Zunächst wird auf Grundlagen eingegangen, danach werden die Themen Immunologie, Diagnostik, Epidemiologie und Prävention, Bakteriologie, Virologie, Mykologie, Parasitologie, Chemotherapie und schließlich noch Krankheitsbilder systematisch abgehandelt.

Didaktik Am Beginn jedes Kapitels befindet sich eine kurze Einleitung, die einen groben Überblick über das zu Erwartende gibt und eine Einteilung zum Beispiel der Enterobakterien liefert. Danach wird auf verschiedene Vertreter der jeweiligen Bakterienart eingegangen, wobei klassischen und wichtigen Vertretern sogar ein kurzer Steckbrief gewidmet wird. Ansonsten findet sich meist der gleiche Aufbau wieder. Zunächst wird der Erreger kurz beschrieben, danach wird die Rolle als Krankheitserreger dargestellt und abschließend findet sich eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Informationen. Aufbau Das Buch ist meiner Meinung nach sinnvoll gegliedert. Das Inhaltsverzeichnis ist übersichtlich gestaltet und erleichtert das Erarbeiten neuen Wissens. Die Informationen sind übersichtlich wiedergegeben, da eine klare, sich wiederholende Kapitelgliederung erkennbar ist. Wichtige Schlüsselbegriffe sind fett hervorgeho-

ben und im Text wird immer wieder auf Bilder, Abbildungen und Tabellen verwiesen. Preis Mit 44,95 € hat dieses Buch einen stattlichen Preis, der jedoch hinsichtlich des Umfangs durchaus gerechtfertigt ist. Fazit Ich kann dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Es ist ansprechend geschrieben und besticht durch viele Abbildungen. Mir gefallen besonders die Repetitorien, die eine effektive Prüfungsvorbereitung erlauben. Jedoch ist dieses Buch ungebunden, was ob des großen Umfangs von 890 Seiten eher ungünstig ist.

Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw404


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Wie in einer Kurklinik

Der Mini-Torso In halber natürlicher Größe, z.B. für den Schreibtisch. Qualität von 3B Scientific.

Famulatur Rheumatologie in Aarau, Schweiz von Laura Jahn

A

uch ich hatte mich entschlossen, wie so viele andere Medizinstudenten aus Deutschland, meine Famulatur nach dem sechsten Semester in der Schweiz zu verbringen. Da ich mit den Bewerbungen erst sechs Monate vorher begann, bekam ich sehr viele Absagen. Umso mehr freute ich mich, als ich die Zusage vom Chefarzt der Rheumatologie im Kantonsspital Aarau erhielt, im September dort famulieren zu können. Nach Zusendung der erforderlichen Studienbescheinigung erhielt ich schon den Arbeitsvertrag.

Wie eine Kurklinik

Mein erster Tag war praktischerweise gleich der Einführungstag, der am ersten Werktag des Monats für alle neuen Mitarbeiter stattfindet. Die Klinik und deren leitende Mitarbeiter wurden uns vorgestellt. Wir erhielten unsere Kleidung und einen Personalausweis, mit dem auch verbil-

Preis:

ligtes Mensaessen gewährt wird. Dann zeigte man uns das Klinikgelände, das aus vielen kleinen Gebäudekomplexen besteht und aufgrund der weitläufigen Parkanlage an eine Kurklinik erinnert. Erst am nächsten Tag stellte ich mich in meiner Abteilung vor und wurde sogleich von der Sekretärin sehr freundlich empfangen. Jeder zweite Tag begann mit einem Journalclub – das ist eine Art Presseschau der aktuellen Paper und wissenschaftlichen Journals, die von den Assistenzärzten moderiert wurde. Dabei lernte ich auch die anderen Ärzte kennen. Die Rheumatologie arbeitet vorrangig mit ambulanten Patienten, besitzt aber auch eine Station mit ca. 15 Betten, die von einem Arzt betreut wird. Ich wurde einem Assistenzarzt zugeteilt, der für die stationären Patienten verantwortlich war und mich den gesamten Monat über betreute. Leider waren diese Patienten auf das gesamte Krankenhaus verteilt, so dass wir ständig unterwegs

waren. Anfangs lief ich einfach mit ihm mit, konnte Fragen stellen und er erklärte mir die Abläufe und Aufgaben. Bald darauf konnte ich diese dann schon selbständig erledigen. Ich war für die Aufnahme der Patienten zuständig, meist zwei pro Tag, für die ich mir auch ausreichend Zeit lassen konnte. Anschließend stellte ich meine Ergebnisse zuerst dem Assistenzarzt vor. AUCH DIE KLASSISCHE

ORTHOPÄDIE WIRD DER

RHEUMATOLOGIE ZUGERECHNET So hatte ich die Möglichkeit, Unklares zu besprechen und er zeigte mir meist wichtige klassische Untersuchungstechniken der Rheumatologie. Nach dieser Besprechung wurde der Patient dann noch dem Oberarzt vorgestellt und die weitere Therapie geplant. Anordnungen bezüglich Labor, Röntgen, Medikamenten und Physiotherapie durfte dann wiederum ich treffen.

Teil der Rheumatologie

In der Schweiz wird im Gegensatz zu Deutschland auch die klassische Orthopädie der Rheumatologie zugerechnet. So bekam ich auch sehr viele Patienten mit Rückenschmerzen, Bandscheibenproblemen und Nervenkompressionen zu sehen. Jeden Morgen fand deshalb eine gemeinsame Besprechung von Röntgen-, MRIund CT- Bildern statt, bei der ich sehr viel lernte. Da die rheumatologischen Erkrankungen meist systemisch sind, erhielt ich auch Einblick in viele Bereiche der Inneren Medizin und Neurologie. Nach der Aufnahme diktierte ich dann nachmittags meist die Arztbriefe und erledigte gemeinsam mit dem Assi-

stenzarzt die anfallende Stationsarbeit. Mir machte die Arbeit auf Station sehr viel Freude, so dass auch die langen Arbeitszeiten kein großes Problem für mich darstellten. Anders als hierzulande beläuft diese sich nämlich auf zehn Stunden, von 8 bis 18 Uhr. Dazu gehört aber auch eine Stunde Mittagspause, und lag nichts mehr an, konnte ich aber oft auch schon gegen 17 Uhr gehen. Die Wochenenden hatte ich immer frei und Dienste musste ich auch keine machen. Am Ende des Monats konnte ich sogar zwei Urlaubstage nehmen. Auch an Weiterbildungen durfte ich immer mit teilnehmen, jeweils einmal pro Woche gab es eine Veranstaltung der Inneren Medizin, der Radiologie und der Dermatologie. Meist sehr interessant und den Besuch wert.

Kostendeckender Lohn

Ich wohnte für etwa 370 Franken in einem Zwölf-Quadratmeter-Zimmer. Darin: ein Bett, ein Schrank, ein Bücherregal, ein Schreibtisch, sowie ein Waschbecken mit Spiegel. Mit den 13 anderen Bewohnern der Etage teilte ich mir die Küche, zwei Toiletten, zwei Duschen und einen Aufenthaltsraum mit Fernseher. Außerdem besaß ich ein abschließbares Kühlschrankfach. Der Lohn für den Monat beträgt etwa 1.500 Franken, von dem die Miete und Versicherungen noch abgezogen werden. Davon lässt es sich auch trotz der hohen Kosten für Lebensmittel gut leben. Der Famulatur-Monat eigentlich sehr schnell vorbei, so dass ich am Ende sogar ein bisschen traurig war, wieder nach Deutschland zurück zu müssen. Die Arbeit machte mir sehr viel Spaß und ich fühlte mich als Mitarbeiter wertgeschätzt. Aarau ist übrigens sehr günstig zwischen den drei Städten Basel, Zürich und Luzern gelegen. Mit einer Tageskarte für 35 Franken, kann man in der ganzen Schweiz herumfahren und diese Ausflüge lohnen sich wirklich. Aarau selbst besitzt eine schöne kleine Altstadt, das Umland ist sehr gut zu Fuß zu erkunden und bietet viel Natur zur Erholung vom Klinik-Alltag. Ich kann euch eine Famulatur in der Rheumatologie in Aarau empfehlen!

Medizinstudium ausgezeichnet Ars legendi-Fakultätenpreis für medizinische Lehre 2011 von Verena Wirwoh (mft-online)

D

er Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft lobt gemeinsam mit dem Medizinische Fakultätentag (MFT) zum zweiten Mal den „Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Lehre in der Medizin" aus. Bewerbungen für den mit 30.000 Euro dotierten Preis sind bis zum 15. März 2011 möglich.

Zweite Ausgabe

In Ergänzung zum „Ars legendi-Preis für exzellente Hochschullehre“, den der Stifterverband jährlich in einer anderen Disziplin verleiht, richtet sich der von MFT und Stifterverband ausgeschriebene Preis ausschließlich an herausragende und innovative Leistungen an Medizinischen Fakultäten. Nachdem der Fakultätenpreis im Jahr 2010 erstmalig medizinspezifisch ausgeschrieben wurde, beschlossen MFT und Stifterverband, den Preis aufgrund der überwältigenden Resonanz der Bewerbungen den Preis fortzuführen. „Insgesamt war die Qualität der eingegangenen Bewerbungen und Nominierungen

117,81 €

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Kurz notiert

Freie Stellen ohne Ende

Das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) rechnet damit, dass sich der Ärztemangel deutlich verschärfen wird. Bis zum Jahr 2019 könnten in unserem Land 37.400 Ärzte fehlen. Das DKI hat dazu 450 Krankenhäuser befragt und herausgefunden, dass 5.500 Vollzeitstellen, also 4,1 Prozent aller Stellen, im Moment nicht besetzt werden können. Besondere Schwierigkeiten haben kleinere Häuser, psychiatrische Kliniken und Krankenhäuser im ländlichen Raum. Zudem sind seit dem Jahr 2000 über 20.000 Ärzte aus Deutschland ausgewandert. www.medi-learn.de/info15413

Die Zukunft gehört der Präventivmedizin

„Die Zukunft der Medizin wird der Präventivmedizin gehören,“ so der Ehrenpräsident des Weltverbandes für Sportmedizin, Professor Hollmann. Er äußerte sich in einem Tagungsbericht über sport- und präventivmedizinische Aspekte zu Fitness und Wellness. Durch heutige bildgebende Verfahren hat sich das Wissen um Struktur und Biochemie des Gehirns einerseits und körperlicher Aktivität andererseits stark vergrößert. Durch geeignete körperliche Bewegung können Gefäßund Nervenneubildung und die Hirnplastizität gefördert werden. www.medi-learn.de/info15412

Jugendstilperle Riga

David verbrachte ein Semester in „der Perle des Baltikums“ Riga. Dort habe er „zum ersten Mal begriffen, wie dicht die Soziologie an der Medizin liegt. Wenn man die Gesellschaft sehen will, braucht man eigentlich nur ins Krankenhaus zu gehen.“ Seine Seminargruppe war multikulturell und der Unterricht fand auf Englisch statt. Die Umstände unterscheiden sich zum Teil deutlich von den ihm Bekannten: Opfer der Tschernobyl-Aufräumarbeiten, bei „uns” ausgerottete Infektionskrankheiten und ein unglaublicher sozialer Druck auf junge Menschen. www.medi-learn.de/info15413

Warnhinweise für Blutkrebs

im letzten Jahr sehr hoch. Aufgrund dieser Erfahrung sind wir uns mit dem Stifterverband einig, dass die Würdigung exzellenter Leistungen unbedingt weitergeführt werden muss,“ sagt der Präsident des MFT, Professor Dieter Bitter-Suermann.

Bei vielen Krebserkrankungen sind Teile des Erbguts der Tumorzellen durch chemische Markierungen, genauer gesagt Methylgruppen, stillgelegt. Diese betreffen besonders häufig solche Gene, die normalerweise das Zellwachstum bremsen. Krebsforscher wissen noch nicht viel über Ursache und Verteilung solcher Muster, dieses Forschungsfeld gilt als vielversprechend, da Medikamente existieren. Tests an leukämiekranken Mäusen haben gezeigt, dass die Methylierungen häufig lange vor den Symptomen der Krankheit auftreten. www.medi-learn.de/info15401

Impulse ausschlaggebend

Der Preis der Medizin wird an eine Wissenschaftlerin oder einen Wissenschaftler – ggf. auch stellvertretend für ein Team – für herausragende und innovative Leistungen in Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung an Medizinischen Fakultäten verliehen.

ÜBER DIE VERGABE DES PREISES ENTSCHEIDET EINE JURY

Wo Lehrqualität groß geschrieben wird

Für die Auszeichnung ist neben einer exzellenten Didaktik und Lehrqualität ausschlaggebend, inwieweit der Preisträger/die Preisträgerin über die eigenen Lehrveranstaltungen hinaus Impulse für die Weiterentwicklung der Lehre in der Hochschulmedizin gegeben hat.

Für Eigenbewerbungen sowie für Vorschläge seitens der Fakultäten und Fachschaften gibt es Formulare, die unter www.mft-online.de abgerufen werden können. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Jury aus Experten der Lehre in der Medizin, Studierenden und Fakultätsvertretern. Der Preis wird auf dem 72. Ordent-

lichen Medizinischen Fakultätentag am 23. Juni 2011 in Rostock übergeben.

Mehr Informationen: Formulare für Vorschläge und Eigenwerbung gibt es unter: www.mft-online.de

Seminar / Workshop Bewerberworkshop, PJ-Infotreff, u.v.m. Ansprechpartner und Termine unter www.aerzte-finanz.de


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Landflucht in Sicht

Bundesweite Umfrage der Kassen채rztlichen Bundesvereinigung r체ttelt auf von Jan-Peter Wulf


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Gründe gegen Niederlassung Hohes finanzielles Risiko: 63%

Hohes Maß an Bürokratie: 58%

Unangemessene Honorierung: 53% Drohende Regressforder- 50% ungen von Krankenkassen

M

it über 12.000 Teilnehmern ist das „Berufsmonitoring Medizinstudent“, das die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Universität Trier durchgeführt haben, die bislang größte Umfrage ihrer Art in Deutschland. An fast allen Medizin-Unis gaben Studenten Auskunft über ihre beruflichen Erwartungen, 53% in der Klinik, 32% in der Vorklinik, 15% im PJ. Zentrales Ergebnis: Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellt für die meisten Studenten aktuell das wichtigste Ziel dar – bei einer der Medizinstudentenrealität entsprechenden Frauenquote von über 60% rückt die „Work-Life-Balance“ nun endgültig in den Fokus des ehemals so männlich dominierten Berufes. Ebenso relevant: Das „wo“ – eine Niederlassung als Hausarzt auf dem Land können sich nur wenige der Befragten vorstellen. Vor allem kleinen Gemeinden droht die ärztliche Nahversorgung abhanden zu kommen. Für den Auftraggeber der Studie ist klar: Die Rahmenbedingungen für Vertragsärzte müssen attraktiver gestaltet werden.

Der „female shift“

Fachkräftemangel? Auf den ersten Blick scheinen die Zahlen Gegenteiliges auszudrücken: Bis zu vier Abiturienten haben sich in den vergangenen Jahren auf jeden der 10.000 freien Plätze fürs Medizinstudium beworben. Etwa 76.000 Medizinstudenten gab es 2008. „Das heißt: junge Menschen halten den Arztberuf immer noch für erstrebenswert“, so Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, bei der Vorstellung des „Berufsmonitorings Medizinstudent“ im vergangenen Herbst.

Doch in die Studie geblickt, sieht die Sache schon ganz anders aus: Denn vor dem Hintergrund der „Verweiblichung“ in der Medizin drängen Aspekte wie „WorkLife-Balance“ stark in den Vordergrund. Fast 96% geben an, dass sie sich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie wünschen. Er operiert, sie kümmert sich um die Kinder – das ist in Zeiten von fast zwei Dritteln weiblicher Mediziner endgültig passé. Vor diesem Hintergrund geben auch 60% der Befragten die schlechte Vereinbarkeit von Job und Familie als Faktor an, der gegen eine Tätigkeit im Krankenhaus spricht – nach der hohen Arbeitsbelastung (63%) der am zweithäufigsten genannte Grund. 76% möchten sich ihre Arbeitszeit selbst einteilen können.

Ja Das ginge vor allem in der beruflichen SelbständigNein keit. Also sich lieber als Arzt niederlassen? Jein. Mit 74% ist die Zahl derer, die eine Niederlassung als spezialisierter Facharzt in Betracht ziehen, durchaus hoch – übrigens bei Frauen wie Männern genau gleich hoch. Eine Niederlassung als Hausarzt hingegen – das finden dann nur noch 38% attraktiv, oder umgekehrt betrachtet: 62% schließen die Tätigkeit als Hausarzt für sich aus – ebenfalls geschlechtlich ziemlich ausge-

30% Allgemeinmedizin 28% Kinder-/Jugendmedizin

5%

Urologie

91%

4% Einzelpraxis

40% Gemeinschaftspraxis

56% Beide Optionen

(allerdings nur 5% der Männer). Die besten Aussichten hingegen gibt es für die Innere Medizin: Für fast 43% der Studierenden kommt sie in Frage, gefolgt von der bereits genannten Allgemeinmedizin (rund 30%) sowie der Pädiatrie mit 28%.

Comeback? Not sure

Nicht nur Landflucht, sondern gleich Staatsflucht – für 63 % aller Befragten ist eine längere Tätigkeit im Ausland durchaus denkbar. Die dominierenden Gründe: bessere Arbeitszeiten/ mehr Freizeit (74%) sowie höheres Einkommen (65%). Und für viele ist ein „Comeback“ alles andere als zwingend: Mit 41% können sich die meisten der Auslands-Aspiranten sogar ein dauerhaftes Weggehen (also: Wegbleiben) vorstellen. Doch nicht immer geben die unattraktiven Arbeitsbedingungen den Ausschlag. Fast 60% wollen „neue Kulturen kennen lernen“ und auch die Medizin, wie alle Branchen, befindet sich im Zeitalter der Globalisierung, die von Mobilität und einem internationalen Arbeitsmarkt geprägt ist. Vor diesem Hintergrund ist eine Quote von ausländischen Studierenden, die im Bereich Medizin derzeit rund 8% beträgt, zweifellos zu gering. Sie liegt damit ein Drittel unter dem Gesamtanteil

9%

Niederlassung – jein

43% Innere Medizin

19% Gynäkologie

Niederlassung: Einzelpraxis oder Gemeinschaftspraxis?

Noch mal Medizin studieren?

Welche Facharztausbildung kommt in Frage?

27% Chirurgie

glichen. Dieses „No“ trifft die ländlichen Gegenden besonders hart: 54 % aller Befragten können es sich nicht vorstellen, in einer kleinen Kommune mit bis 2.000 Einwohner zu arbeiten, auch die nächst größere Einheit mit bis zu 5.000 Einwohnern ist für 46% unattraktiv. „Wenn Ärzte auf das Land gehen sollen, müssen am Niederlassungsort Infrastrukturen für junge Familien vorhanden sein, d. h. Grund- und weiterführende Oberschulen (Gymnasium), Einkaufsmöglichkeiten und eine finanziell höhere Vergütung“, kommentiert ein Umfrageteilnehmer. 82% sehen daher die Unterstützung bei der Etablierung einer Arztfamilie in ländlichen Regionen (Arbeitsplatzangebote für den Partner, Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder und ausreichendes schulisches Angebot) für wichtig an. Dass nur 4% aller Umfrageteilnehmer bevorzugt in einer Einzelpraxis arbeiten würden (vor die Wahl gestellt: Einzel- oder Gemeinschaftspraxis oder beide Optionen), einem Versorgungstypus, der auf dem Land essentiell ist, macht die Sache nicht weniger dramatisch. Am Interesse für die dort primär gefragte Disziplin mangelt es indes nicht – rund 30% halten die Allgemeinmedizin nämlich für durchaus erstrebenswert.

Abschreckend: hohes finanzielles Risiko

Vor allem das finanzielle Risiko, das der Arzt-Unternehmer bei der Niederlassung in einer eigenen Praxis trägt, kommt hier zum Tragen: Fast 63% geben es als Punkt contra Niederlassung an. Ebenso: der hohe bürokratische Aufwand (58%) sowie ein zu geringes Einkommen bzw. eine unangemessene Honorierung (53%). Notdienste, wenig Freizeit oder schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellen nur für wenige Befragte ein Hindernis dar – hier sind es somit eindeutig betriebswirtschaftliche und administrative Gründe, die einer sicheren Abdeckung der ärztlichen Grundversorgung im Wege stehen, nicht das Berufsbild selbst.

Heimatbundesland 86%

ausländischer Studenten in Deutschland (aktuell rund 12,5%). Und an dieser Stelle weist das „Berufsmonitoring Medizinstudenten“ einen Schwachpunkt auf: Nur drei Prozent der Befragten nämlich sind Nicht-Deutsche. Welche Erwartungen diejenigen also haben, die zum Medizinstudium nach Deutschland kommen – und vielleicht bleiben wollen –, das sollte in der angekündigten Wiederholung der Umfrage im Jahr 2012 repräsentativer berücksichtigt, idealer Weise sogar mit speziell an diese Teilgruppe gerichteten Fragen versehen werden. Denn ein Teil der durch Mediziner-Abwanderung entstehenden Versorgungslücke muss durch zuwandernde ausländische Medizinstudenten gefüllt werden, indem ihnen hierzulande attraktive berufliche Tätigkeiten in Aussicht gestellt werden.

Studium: weiter beliebt

Abschließend ein äußerst positiv stimmendes Umfrage-Ergebnis: Das Medizinstudium an sich ist ungebremst attraktiv. 91% würden es wieder tun, sprich ein Medizinstudium aufnehmen. Das ist eine sehr gute Basis, um die notwendigen beruflichen Veränderungen angehen zu können. Mehr Informationen zum Monitoring: www.kbv.de/37141.html

Näheres Bundesland 80%

Urologen-Mangel?

Doch das gilt nicht immer: Für gerade einmal 5% der Befragten kommt die Facharztrichtung Urologie in Frage, eine traditionell männlich dominierte Sparte, die unter dem Schwund männlicher Kollegen leiden wird. Bei einem immer noch ziemlich ausgeglichenen FrauenMänner-Verhältnis in der Gesamt-Demografie (von Personen über 65 Jahren einmal abgesehen) droht hier eine Unterversorgung für die männliche Bevölkerung. Gynäkologie hingegen können sich 28% der weiblichen Befragten vorstellen

Spätere Arbeitsorte

Anderes Bundesland 77%

Ausland 63%


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Die Community für Medizinstudenten junge Ärzte www.medi-learn.de

&

Eine Alternative zur reinen Schulmedizin Komplementärmedizin im klinischen Alltag keine Seltenheit mehr

von Petra von der Lage, Öffentlichkeitsarbeit Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.

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ie „Alternativmedizin“ wurde über Jahrzehnte aus den Hochschulen verbannt. In den letzten Jahren scheint indes die „Komplementärmedizin“ zunehmend auf Akzeptanz zu stoßen. Zyklusstörungen, Endometriose, Tumorerkrankungen – hier gibt es Therapieformen, die ergänzend zur Schulmedizin Schmerzen lindern, die Wundheilung verbessern, den Zyklus regulieren und psychisch stabilisieren können. Professor Dr. Ingrid Gerhard, auf Naturheilkunde und Umweltmedizin spezialisierte Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, erläuterte auf dem DGGG-Kongress (5. bis 8. Oktober 2010, München) die Bedeutung der Komplementärmedizin in der Frauenheilkunde. „Die Komplementärmedizin stärkt die Selbstheilungskräfte der Patientin, setzt auf Prävention und Selbstverantwor-

tung und arbeitet mit Methoden, die keine nennenswerten Nebenwirkungen haben“, erklärte Professor Gerhard. Die Gynäkologin leitete viele Jahre die Naturheilkunde-Ambulanz der UniversitätsFrauenklinik in Heidelberg.

Medizin, die ergänzend wirkt

Bei hormonellen Störungen, besonders im Zusammenhang mit unerfülltem Kinderwunsch, haben sich sogenannte ordnungstherapeutische Maßnahmen als sinnvoll erwiesen. Professor Gerhard: „Sowohl mit Phytopharmaka als auch mit der Akupunktur und Homöopathie können Zyklen reguliert und gute Konzeptionsraten erzielt werden, ohne dass Nebenwirkungen, wie sie bei der hormonellen Therapie möglich sind, auftreten.“ Während die Endometriose und Tumorerkrankungen primär schulmedizinisch

behandelt werden müssen, können bereits perioperativ komplementäre Methoden eingesetzt werden. Postoperativ können sie dabei helfen, eine neue Lebensordnung wiederherzustellen (Mind/Body Medizin) und Selbstheilungskräfte zu mobilisieren. Auch könnten, so Gerhard, Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine und Magnesium bei Endometriose Schmerzen lindern und in die hormonelle Regulation eingreifen. In der Tumortherapie haben sich verschiedene Methoden bewährt, die dazu beitragen, die Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie zu reduzieren und langfristig die Lebensqualität zu verbessern: Selen- und Vitamin C-Infusionen, Misteltherapie, Mikrobiologische Therapie, homöopathische Komplex- und Einzelmittel, Traditionelle Chinesische

Medizin. Verschiedene Formen der Hyperthermie und Sauerstofftherapie, ebenso wie Vakzinationen und zellbezogene Therapien (bspw. Dendritische Zellen) haben vielerorts ihren Einzug in die konventionelle Medizin gehalten. Auch für häufig eingesetzte immunmodulierende Therapien, wie medizinische Pilze, Tees und spezielle Pflanzenextrakte, liegen inzwischen aus der Grundlagenforschung Wirkmechanismen vor, so dass mit zunehmender Akzeptanz zu rechnen ist.

®

Das SEIRIN -Akupunktur-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Akupunktur, den wir euch in Kooperation mit 3B Scientific und SEIRIN in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/akupunktur

Höchststand beim ärztlichen Nachwuchs 10.000 Medizinstudenten absolvierten 2009 erfolgreich ihr Studium von Verena Wirwohl, Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland

I

m Prüfungsjahr 2009 haben mehr als 10.000 Absolventen des Studiengangs Humanmedizin die Universitäten mit dem zweiten Staatsexamen verlassen. Studienplatztauschbörse, Chat, Gewinnspielkompass, Auktionshaus oder Jobbörse – die interaktiven Dienste von MEDI-LEARN runden das Onlineangebot ab und stehen allesamt kostenlos zur Verfügung. Mehr unter www.medi-learn.de

Von Anfang an in guten Händen: Der MEDI-LEARN Club begleitet dich von der Bewerbung über das Studium bis zum Hammerexamen. Exklusiv für dich bietet der Club dir umfangreichen Service. Mehr unter www.medi-learn.de/club

Bewerberworkshop Worauf legen Chefärzte wert? Ansprechpartner und Termine unter www.aerzte-finanz.de

STUDIENERFOLG VON ÜBER 92 PROZENT Setzt man die Absolventenzahl in Beziehung zu den Studienanfängern ergibt sich ein Studienerfolg von 92 Prozent. Unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen zeigen ferner, dass 94 Prozent der Absolventen eine Tätigkeit in der Krankenversorgung anstreben.

Kein Verlust

Verschiedene Studien zum Problemkomplex „Ärztemangel“ gehen von einem hohen Verlust von Medizinstudierenden an den Universitäten aus. Der Studienerfolg der in- und ausländischen Medizinstudierenden in Deutschland und die Zahl der Absolventen erreichen jedoch Höchststände. Dies zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes und Absolventenbefragungen vom Internationalen Zentrum für Hochschulforschung der Universität Kassel.

Sonderauswertung

Bei den bisherigen Studien zum Problemkomplex wurden weder umfassende Befragungen noch entsprechende Daten des Statistischen Bundesamtes zum Medizinstudium (nur Staatsexamen) ausgewertet. Ihnen dienten vorrangig Serien des Bundesamtes

zur „Medizin – Allgemein” oder sekundäre Quellen als Ausgangsmaterial. „Dort wird innerhalb der Medizin aber nicht zwischen den verschiedenen Studiengängen unterschieden. Studierendenzahlen in Studiengängen mit den universitären Abschlüssen Bachelor, Master, Magister, Diplom, Promotion und Staatsexamen werden nur als Summe angegeben. Der Medizinische Fakultätentag (MFT) hat deshalb eine Sonderauswertung beim Statistischen Bundesamt für die Studierenden in der Humanmedizin mit dem Ziel „Staatsexamen“ in Auftrag gegeben,” erläutert Professor Dieter BitterSuermann, MFT-Präsident.

VOR 14 JAHREN GING MAN VON BIS ZU 60.000 DAUER-ARBEITSLOSEN MEDIZINERN AUS Das Ergebnis legt eine erfreuliche Entwicklung offen: Nach Daten des Statistischen Bundesamtes haben inzwischen die Absolventen mit einem Staatsexamen den Stand aus den Jahren der sogenannten „Ärzteschwemme” wieder erreicht. Vor 14 Jahren gingen Ärzteorganisationen von 50.000 - 60.000 dauerhaft arbeitslosen Medizinern aus. Die Prognosen sind jedoch nicht eingetreten. Die Motivation des ärztlichen Nachwuchs, kurativ tätig zu werden, ist sehr hoch.

„Bereits das Rambøll-Gutachten, das im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums erstellt wurde, zeigt, dass der größte Verlust von Medizinern nicht im Studium, sondern erst nach der fachärztlichen Weiterbildung auftritt. Schwierigkeiten bei der Besetzung von Landarzt- und Chirurgenstellen können deshalb nicht durch eine Erhöhung von Studierendenzahlen gelöst werden,” gibt Bitter-Suermann zu bedenken. Versorgungsprobleme ergeben sich insbesondere aus der Verteilung der Ärztinnen und Ärzte sowie den Arbeitsbedingungen. Nachteilig wirken sich aber auch mangelnde Möglichkeiten für Rückkehrer/ innen aus. „Programme für Ärztinnen und Ärzte, die nach der Familienphase oder nicht kurativen Tätigkeiten wieder einsteigen wollen, könnten die Nachfragesituation entspannen. Volkswirtschaftlich und menschlich gesehen ist dies ein Mittel der Wahl,” sagt der MFT-Präsident. Nach dem Rambøll-Gutachten würden 44 Prozent der sogenannten „Aussteiger” gerne wieder kurativ arbeiten.

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Basisinvestment für junge Mediziner Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Ein fancy PJ

von Karl-Heinz Silbernagel

Arzt nicht mehr zu realisieren ist. Sie bekommen auch keinen Euro, wenn während einer Auslandsfamulatur Krankheiten oder Unfälle die weiteren Karriereschritte als Arzt ausbremsen. Um sich finanziell abzusichern bleibt nur die private Vorsorge. Doch welche Versicherungsgesellschaft ist gut oder sogar sehr gut? Die Stiftung Warentest wie auch namhafte Ratingagenturen testen jährlich die Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen. Die Deutsche Ärzteversicherung erhält immer die Bestnoten in den jeweiligen Ratings. Das hat mehrere Gründe. In der Kommentierung der Testergebnisse weist zum Beispiel die Stiftung Warentest darauf hin, dass neben dem Preis vor allem ein Versicherungsunternehmen mit erstklassigen oder – besser noch – berufsbezogenen Bedingungen ausgewählt werden soll. Diese Anforderung erfüllt die Deutschen Ärzteversicherung.

S

elten sind sich die ansonsten eher distanziert gegenüberstehenden Verbraucherschützer und Versicherungsunternehmen so einig wie bei der Beurteilung der Wichtigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Die einhellige Meinung ist: Man muss sie haben. Berufsunfähigkeit ist ein Risiko, das von heute auf morgen eine hoffnungsvolle Berufskarriere beenden kann und damit existentielle Auswirkungen auf Beruf und Familie hat. Berufsunfähigkeit ist und bleibt ein existentielles Risiko. Eine rechtzeitige und umfassende Vorsorge ist nicht nur der richtige Schritt, sondern auch notwendig, um sich vor den finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit zu schützen und den gewohnten Lebensstandard zu wahren. Zwei Beispiele aus der täglichen Praxis der Leistungsabteilung der Deutschen Ärzteversicherung verdeutlichen dies: Angestellter Facharzt für Chirurgie, als Leitender Oberarzt an einem Unfallkrankenhaus tätig, 47 Jahre bei Eintritt der Berufsunfähigkeit im Jahr 2008 aufgrund degenerativer Erkrankung der Halswirbelsäule mit Schmerzen sowie Einschränkungen der Beweglichkeit des rechten Armes und des Tastsinnes in der rechten Hand, Restlaufzeit 13 Jahre, Berufsunfähigkeitsrente ca. 47.000 Euro p.a., Summe aller Rentenzahlungen: ca. 611.000 Euro zzg. Überschussbeteiligung (z.Zt. 1,75 % p.a.) und Beitragsbefreiung für die mit abgeschlossene Rentenversicherung. Assistenzärztin in Weiterbildung zur Fachärztin für Anästhesie, 29 Jahre bei Eintritt der Berufsunfähigkeit im Dezember 2003 aufgrund massiver Bewegungseinschränkung der linken Schulter (frozen shoulder) mit Bewegungs- und Dauerschmerz nach Sturz auf die linke Hand, Berufsunfähigkeitsrente ca. 18.000

Euro p.a. – nach mehreren Operationen, Krankengymnastik und Schmerztherapie seit Januar 2006 wieder im Arztberuf tätig als Assistenzärztin in Weiterbildung zur Fachärztin für Neurologie – Leistungen eingestellt zum 1.4.2006, Summe aller Rentenzahlungen 54.000 Euro zzgl. Beitragsbefreiung für die mit abgeschlossene Rentenversicherung. Zwei Beispiele von vielen, die die Notwendigkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung zeigen. Sie ist als Ergänzung der Leistungen des Versorgungswerkes unverzichtbar, zumal dessen Leistun-

gen dem Umfang und der Höhe nach nicht ausreichend sind. So leistet das Versorgungswerk nur bei 100%iger Berufsunfähigkeit, wenn also der Arzt nicht mehr in der Lage ist, jede ärztliche Tätigkeit auszuführen. Aber, so die berechtigte Frage des Medizinstudenten, ich bin doch noch gar nicht berufstätig – weshalb schon jetzt eine private Berufsunfähigkeitsversicherung? Die

Kurz notiert

Antwort der Experten: Sie ist, gerade für junge Menschen, die wichtigste Versicherung überhaupt. Denn junge Menschen in der Ausbildung, also auch Studenten, haben keinen gesetzlichen Versicherungsschutz und bekommen keinen Euro, wenn nach einem Sportunfall (in jungen Jahren stehen Sportunfälle ganz oben in der Statistik der Berufsunfähigkeits-Ursachen) die Verletzung so schwer ist, dass der angestrebte Beruf als

Informieren Sie sich einfach und unverbindlich über den besonderen Berufsunfähigkeitsschutz für Studenten der akademischen Heilberufe. Fordern Sie unter service@aerzteversicherung.de oder unter Telefon 0221 148-22700 die Broschüre „Berufsunfähigkeit“ an. Sie zeigt, wie die Berufsunfähigkeitsrente im Laufe der Jahre durch die Überschussbeteiligung wächst und wie auch eine zusätzliche Altersvorsorge als weitere Option zu nutzen ist. Informationen über den Berufsunfähigkeitsschutz für Studenten der akademischen Heilberufe finden Sie unter: www.aerzteversicherung.de oder unter der Telefon Nr. 0221 148 22700.

Durch Famulaturen in England hatte Peter viel Gefallen am englischsprachigen Ausland gefunden: „Dort gab es Kollegen, die sich nahezu ausnahmslos verpflichtet fühlten, dem Studenten etwas beizubringen.“ Deshalb bewarb er sich sehr früh für ein Auslandstertial in Chicago. Der Aufwand hat sich wirklich gelohnt: In der ersten Woche gab es einen Einführungskurs und in den folgenden Wochen eine Rotation durch alle chirurgischen Fachgebiete mit der Versorgung vieler Schusswunden, Auto- und Motorradunfällen sowie unglaublich viel „teaching.“ www.medi-learn.de/info15397

Erste Ergebnisse

Wie steht es um Ärzte in der Weiterbildung? Die ersten Jahre nach dem Studium sind anders geworden – nicht zuletzt aufgrund der Einführung der DRGs und der Ökonomisierung der Medizin. Ergebnisse einer Umfrage unter den Assistenzärzten und ihren Ausbildern liegen vor: Der Notendurchschnitt für sechs der acht Fragenkomplexe ist mittel bis gut. Deutliche Abweichungen nach unten gibt es dagegen bei „Kultur zur Fehlervermeidung” und „Anwendung der evidenzbasierten Medizin.” www.medi-learn.de/info15398

Vorsicht und Respekt

Begrüßung zum Präparierkurs: „Vergessen Sie nie, Ihre Körperspender mit derselben Vorsicht und demselben Respekt zu behandeln, wie Ihre künftigen Patienten. Der einzige Unterschied ist, dass die Körperspender geduldiger sind.“ Diese Worte sind Olga während des gesamten Kurses in Erinnerung geblieben. Und das war auch sehr wichtig, da beim „Präpkurs“ weniger Ekel und Berührungsängste das Problem sind, als die sich schnell einstellende Routine. Auf jeden Fall ist der Kurs eine gute Chance, Anatomie zu lernen. www.medi-learn.de/info15400

Don‘t be too shy!

Berufsunfähigkeit kommt oft. Doch für Dich gibt es einen besonderen Schutz. Als angehende Ärztin oder als angehender Arzt weißt Du: Jeder Fünfte wird berufsunfähig. Gerade für Berufsanfänger kann es dann finanziell ganz schön eng werden. Schütze Dich: Mit der mehrfach ausgezeichneten Berufsunfähigkeitsversicherung der Deutschen Ärzteversicherung. Sichere Dir Bestnoten für Deine Zukunft auch bei Berufsunfähigkeit. Rufe uns an unter 02 21/14 82 27 00 www.aerzteversicherung.de

Bei einer guten Famulatur kannst du einiges lernen: Blut abnehmen, Zugänge legen, Untersuchungsund Anamnesetechniken, EKGs befunden und Herz- und Lungengeräusche richtig einschätzen. Doch wie wird eine Famulatur „gut“? Susanne berichtet: „Kümmert euch frühzeitig um gute Famulaturplätze, denn die sind schnell weg. Habt keine Angst – sagt, wenn ihr euch etwas nicht zutraut oder nicht wisst, wie etwas geht. Frag viel. Nur nicht zu schüchtern, ihr wollt schließlich was lernen. Seid nett und höflich zu allen, dann sind es die meisten auch zu euch.“ www.medi-learn.de/info15402

Summer school of Acupuncture

Der Schwerpunkt der Summer school 2011 liegt auf den Wirkmechanismen und Therapiemöglichkeiten der Akupunktur. Sie findet im April in einem Schloss nahe Berlin statt. www.medi-learn.de/info15403


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NEU! Der Hammerplan von MEDI-LEARN

Greifswald wird mit Photonen bestückt Ausbau der molekularen Bildgebungssysteme für die Medizinforschung von Jan Meßerschmidt, Presse- und Informationsstelle Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

In 100 Tagen zum 2. Staatsexamen Der 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung umfasst laut neuer AO das gesamte klinische Wissen, so dass die geforderte Stoffmenge kaum zu bewältigen scheint. Eine genauere Analyse der bisherigen Hammerexamina hat jedoch gezeigt, dass inhaltlich eine große Übereinstimmung mit dem alten 2. Staatsexamen gegeben ist, während der Stoff des alten 1. Staatsexamens kaum geprüft wird.

Dieser Analyse folgend haben wir einen Lernplan zusammen gestellt, in dem der Lernstoff auf das Wesentliche reduziert, strukturiert und auf 100 Tage verteilt wurde.

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it einer Summe von 2,1 Millionen Euro fördert die Europäische Union Projekte von Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät der Universität Greifswald. Finanziert wird der Ausbau molekularer Bildgebungssysteme, mit denen einzelne Körperzellen, z. B. Nervenzellen, so stark vergrößert werden können, dass kleinste Details sichtbar werden. Mit den bewilligten Mitteln wird unter anderem ein 2-Photonenmikroskop angeschafft. Neu an diesem 2-Photonenmikroskop ist die Tatsache, dass die Zelle während der Untersuchung am Leben bleibt und unter Beobachtung weiter funktioniert. Zum Beispiel kann beobachtet werden, wie eine Nervenzelle Ausläufer, sogenannte Dendriten ausbildet, um mit anderen Nervenzellen zu kommunizieren. Dies ist ein Vorgang, der für Lernen und Gedächtnis wichtig ist. Die lebenden Zellen können mit dem neuen Gerät über Tage und Wochen beobachtet werden. Neben der extrem hohen Auflösung ergibt sich

als weiterer Vorteil, dass aufgrund der langwelligen Anregungsstrahlung eine dreidimensionale Abbildung der biologischen Probe möglich ist.

Die Ziele des Projekts

Hauptziel des Projektes ist es, die Forschung an der Medizinischen Fakultät Greifswald durch den Einsatz molekularer Bildgebungsverfahren zu stärken. Dabei soll eine zentrale Infrastruktur für die Bildgebungsverfahren aufgebaut werden. Zudem ist geplant, das methodische Know-how durch die Gewinnung erfahrener Forscher zu stärken. Zusätzlich zu dem 2-Photonenmikroskop werden acht Wissenschaftlerstelle für die Dauer von drei Jahren finanziert. Der Antrag wurde im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm gestellt. Die Förderung läuft über drei Jahre. Koordinator des Projektes ist Prof. Dr. Aurel Popa-Wagner, Leiter des Molekularbiologischen Labors, das zur Klinik für Neurologie (Direktor,

Prof. Kessler) gehört. Das Team von Prof. Popa-Wagner untersucht neue Therapien für eine verbesserte Wiederherstellung der verlorenen Funktionen nach einem Schlaganfall. Unter anderem werden Untersuchungen zur Anwendungen von Stammzellen beim Schlaganfall durchgeführt.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Um das Vorhaben umzusetzen, haben sich Wissenschaftler aus acht Abteilungen, Instituten und Kliniken der Medizinischen Fakultät Greifswald zur interdisziplinären Arbeitsgruppe Molecular Imaging Group zusammengefunden. Die Gruppe umfasst mehrere thematische Schwerpunkte, die Stärke der Greifswalder Fakultät in der engen interdisziplinären Zusammenarbeit belegt. Neben der von Prof. Popa-Wagner geleiteten Arbeitsgruppe werden Neuromuskuläre Erkrankungen durch Prof. Brinkmeier, Institut für Pathophysiologie, untersucht.

Ferner ist Frau Prof. Bröker mit dem Projekt Infektionsbiologie und Immunabwehr, Frau Prof. Felbor, Institut für Humangenetik, mit dem Projekt: Vaskuläre Malformationen, der Kardiologe Prof. Felix mit einem Projekt zur Regeneration des Herzmuskels, Prof. Endlich aus dem Institut für Anatomie mit einem Projekt zu chronischen Nierenerkrankung, sowie der Gastroenterologe Prof. Lerch mit einem Pankreasprojekt und Prof. Kroemer mit einem Projekt zum Transport von Medikamenten durch die Zellmembran, beteiligt. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten werden in eine Reihe von Wissenschaftlichen Symposien der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das 3B-Scientific Anatomie-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Anatomie, den wir euch in Kooperation mit 3B Scientific in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/anatomie

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN Verlag GbR, ISSN 1860-8590 Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-29 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Jens Plasger (Redaktionsleitung), Christian Weier (V.i.S.d.P.), Trojan Urban, Dr. Marlies Weier, Dr. Lilian Goharian, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld

Der 100-Tage-Lernplan und ausführliche Erläuterungen mit zusätzlichem Kreuzplan stehen im Internet zur Verfügung unter:

Lektorat: Jens Plasger Layout & Graphik: Fritz Ramcke, Nico Acksen Berichte: Nina Dalitz, Carolin Proske, Bundesärztkammer, Laura Jahn, Verena Wirwoh (mft-online), Jan-Peter Wulf, Petra von der Kage (idw), Karl-Heinz Silbernagel (Deutsche Ärzteversicherung), Jan Messerschmidt (idw), Arsney Sokolov, Josefine Maier Druck: Druckerei + Verlag Wenzel, Am Krekel 47, 35039 Marburg/Lahn Tel: 0 64 21/17 32 60, Telefax: 0 64 21/17 32 69 Anzeigenbetreuung: Christian Weier, Dorfstraße 57, 24107 Kiel-Ottendorf Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-262 E-Mail: christian.weier@medi-learn.de. – Es gilt die Anzeigenpreisliste 02/2005.

www.medi-learn.de/ hammerplan

Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, www.pixelquelle.de, Artikelautoren, www.flickr.com, Oliver Vogelbusch

Deine Meinung ist uns wichtig! Wie gefällt dir diese Ausgabe unserer MEDI-LEARN Zeitung? Unter www.medi-learn.de/gw140 findest du einen kurzen Fragebogen mit drei Fragen zu dieser Ausgabe. Wir würden uns freuen, wenn du uns deine Meinung mitteilst. Mitmachen lohnt sich. Unter allen Teilnehmern verlosen wir Fachbücher im Wert von 300 Euro. Einfach Fragebogen ausfüllen und schon bist du dabei!

MEHR CARTOONS UNTER WWW.MEDI-LEARN.DE/CARTOONS

Erscheinungsort: Marburg Die MEDI-LEARN Zeitung erscheint fünfmal pro Jahr und wird als Beilage der Zeitschrift Via medici aus dem Georg Thieme Verlag, Stuttgart, zugelegt. Der Bezug ist für Abonnenten der Via medici in deren Abonnement bereits enthalten. Der Einzelpreis beträgt 1,90 €. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos etc. kann der Verlag keine Gewähr übernehmen. Nachdruck – auch in Auszügen – nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung. Der Verlag kann für Preisangaben keine Garantie übernehmen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bei allen Gewinnspielen und Aktionen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Anregungen und Redaktionskontakt per E-Mail unter: redaktion@medi-learn.de. Verlosung: Bei allen Verlosungen in dieser Ausgabe ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der Einsendeschluss ist am 30. April 2011. Die Gewinner werden regelmäßig im Internet unter www.medi-learn.de/gewinner bekannt gegeben. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungsberichten und anderen Artikeln und belohnen die Autoren mit Fachbüchern. Alle weiteren Infos findest du unter www.medi-learn.de/artikel.


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Das Gewinnspiel zu den MEDI-LEARN Foren Immer am Puls der Zeit: der große Treffpunkt für junge Mediziner

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ie MEDI-LEARN Foren (www.medi-learn.de/foren) feiern bald ihr zehnjähriges Jubiläum und stehen ganz im Mittelpunkt dieses Rätsels in der MEDI-LEARN Zeitung. Die im Jahre 2001 gegründete Mediziner-Community marschiert mittlerweile zügig auf die eine Million Beitragsgrenze zu und hat sich zu einem beliebten Treffpunkt unter den Bewerbern, den Studenten und jungen Assistenzärzten entwickelt. Die Diskussionsforen unter www.medi-learn.de/foren sind Thema dieses Rätsels, dem wir uns in insgesamt 17 Fragen widmen. Wenn du in den Foren online stöberst, kannst du die Antworten auf die Fragen ermitteln. Jeder zu erratende Rätselbegriff enthält einen oder mehrere Buchstaben für das Lösungswort, das es zu finden gilt. Dieser Buchstabe ist im Begriff grau hinterlegt und muss an den entsprechenden Stellen in das Lösungswort unten auf dieser Seite eingetragen werden. Dort findest du auch die Angabe, wie du am Gewinnspiel teilnehmen kannst und welche Preise dich erwarten. Viel Spaß beim Rätseln! Wie lautet der Name des Initiatoren mit dem Einstiegsbeitrag im Thread "Vorklinik-Frust" unter www.medi-learn.de/MF43072.

Name eines der Unterforen im Bereich der Foren für Assistenzärzte, innerhalb dessen Fallbeispiele und Kasuistiken diskutiert werden.

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Welches zusätzliche Foren-Feauture neben den Diskussionen bietet einen zeitweiligen Überblick über wichtige Termine (z.B. Kongressdaten, Geburtstage)?

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In welchem Areal der Foren findet sich eine große Plattform, die sich den "freien, themenungebundenen Diskussionen" widmet?

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Es gibt Fragen, die tauchen immer wieder auf und die Antworten darauf finden sich gut sortiert in entsprechenden Sammlungen häufiger Fragen, in den FAQ´s. Wie viele FAQ-Bereiche gibt es in den MEDI-LEARN-Foren?

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In welchem Bereich der Foren darf nach Herzenslust geboten, gefeilscht und gehandelt werden?

Welche Benutzerin gab die zweite Antwort in dem von User harleky gestarteten Beitrag namens "Der Es kotzt mich alle an Thread" unter www. medi-learn.de/MF8976.

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Die beiden Worte "Vor Ort" sind nur ein Teil der Beschreibung unserer mehr als 30 Unterforen, die sich den Universitätsstädten widmen. Wie lautet der weitere Name dieser Foren?

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Ein Benutzer namens cookiemonster startet unter dem Titel "Wie und wo seht ihr eure berufliche Zukunft" seinen Beitrag. Welcher Benutzer ist der Verfasser des siebten Antwortbeitrages auf die Eingangsfrage unter www.medi-learn.de/MF60981?

Wie heisst ein über die Hauptebene (www.medi-learn.de/foren) zugängliches, besonderes Unterforum, innerhalb dessen Medizinstudenten so richtig im Kleingedruckten schwelgen und medizinische Fachthemen "auf schlau" diskutieren können?

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Im Bereich der Foren zum Thema "Studium und Allgemeines" dreht es sich in einem Bereich um die Belange von Kind, Nachwuchs sowie von "älteren Semestern". Wie lautet der Name dieses Unterforums?

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Benutzername des Initiatoren des "Hammerexamen-Frühjahr 2010" Threads unter www.medi-learn.de/MF61036.

Laut Beschreibung geht es in diesem Forum um "As quite obvious from the title on this board only discussions led in English are apprecited." Wie lautet der Foren-Name?

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Zu wie vielen Ländern existieren im Bereich der Auslandserfahrung gesonderte Unterforen mit eigenen Bereichen je Land?

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Im Bereich der Foren zum Praktischen Jahr gibt es ein gesondertes Unterforum, das sich laut Titel dem Erfahrungsaustausch über das Klinikleben widmet. Wie lautet dessen Titel?

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Nicht nur nach Schlüsselwörtern in Beitrag, Text oder Betreff kann man in den Foren stöbern, sondern auch gezielt nach einem weiteren Kriterium die Suche über die Schlüsselwörter hinaus betreiben. Wonach?

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Auch zum Bereich der Zahnmedizin findet bereits ein reger Austausch statt. Wie viele Unterforen zu diesem Studiengang finden sich auf der Haupteinstiegsseite www.medi-learn.de/foren ?

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Diese und über 600 weitere Cartoons gibt es in unseren Galerien unter:

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www.Rippenspreizer.de

In unserem Shop finden Sie umfangreiche Produkte rund um die Cartoons von Daniel Lüdeling und zusätzliche Gimmicks.

Gewinnspiel: Trage einfach die Lösung unter www.medi-learn.de/foren-quiz ein. Hier erhältst du auch Beschreibungen der Rätselbegriffe, die dir das Rätseln ermöglichen. Zu gewinnen gibt es fünf Cartoonbücher von MEDI-LEARN Cartoons sowie wertvolle Lehrbücher im Wert von 250 €. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Das Gewinnspiel läuft bis 30. April 2011.


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Erst Kanada, dann Kalifornien

Online geht's weiter

Wie immer gibt es auch zu dieser Ausgabe der MEDI-LEARN Zeitung wieder eine Extraportion für besonders MLZ-Hungrige: Ausgabe 29 unseres Digitalen Nachschlags präsentiert dir weitere spannende Artikel – dieses Mal unter anderem zu den Themen Modellstudium und Palliativmedizin – und Fortsetzungen von Beiträgen aus der gedruckten Version. All das erfährst du im Digitalen Nachschlag. Er steht kostenlos als PDF im Internet zur Verfügung. Einfach die folgende Seite aufrufen:

Innere-PJ in San Diego von Arseny Sokolov

www.medi-learn.de /mlz-nachschlag

Nachschlag Die Extraportion Diese Artikel findest du im Online-Teil unserer Zeitung:

Studium

Aachen hat Modellcharakter Zwischen Kanada und Kalifornien

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achdem ich die erste Hälfte meines PJ-Tertials in Kanada absolviert hatte, zog es mich für Teil zwei an die University of California San Diego (UCSD) in den USA. Hier arbeitete ich in den Spezialgebieten Intensivmedizin und Rheumatologie. Für alle, die sich für einen Aufenthalt dort interessieren: An der UCSD kann man sich frühestens ab dem 1. August für das kommende Studienjahr bewerben. Erwartet wird aber, dass die Unterlagen mindestens drei Monate vor Praktikumsbeginn eingereicht werden. Und genau darin lag mein Problem, da ich Ende August nach Montreal abflog und das Praktikum in San Diego ab Mitte Oktober beginnen wollte. Der Beginn der Bewerbungsperiode am 1. August hatte aber Vorrang vor der dreimonatigen Ausschlussfrist. Zum anderen reicht man zunächst ein Motivationsschreiben und einige weitere Unterlagen als Voranfrage ein und erhält dann – erst nach positiver Begutachtung – einen Bewerbungsbogen, für den aber fast identische Informationen wie für die Voranfrage benötigt werden, nur eben noch einmal. So musste ich einen Teil der Unterlagen per Fax aus Montreal einreichen und einen Teil der Unterlagen mit Bestätigungen vom Dekanat und vom Hausarzt bezüglich Impfungen durch meine Eltern nach San Diego schicken lassen. Nur drei Wochen vor Praktikumsbeginn kam schlussendlich die Zusage.

Critical Care Unit

Meinen ersten Monat in San Diego verbrachte ich auf der Intensivstation (Critical Care Unit) des Veterans’ Affairs Medical Center. Dieses befindet sich nahe des Campus der University of California San Diego in La Jolla. Als Student auf der CCU beginnt der Tag kurz vor 7.30 Uhr mit der Oberarztvisite. Während meiner Rotation waren wir drei Studenten. Wir arbeiteten gemeinsam mit fünf bis sechs Assistenzärzten, die sich allerdings wegen Diensten oft abwechseln, so dass immer drei bis vier von ihnen gleichzeitig da sind. Der normale Arbeitstag dauert bis etwa 16

oder 17 Uhr. Allerdings gibt es auch häufig Tage, an denen bereits um 14 Uhr kaum noch Arbeit da ist, so dass es einem nahe gelegt wird, nach Hause zu gehen. Jeden dritten Tag sollen die Studenten zusätzlich einen Spätdienst übernehmen, der bis mindestens 22 Uhr und manchmal die ganze Nacht hindurch dauert. Diese Dienste schließen Wochenenden und Feiertage mit ein. Dafür wird man am darauf folgenden Tag meistens kurz nach dem Mittagessen nach Hause entlassen.

Auf Visite

Die Oberarztvisite dauert häufig über drei Stunden, wobei etwa 15 Patienten gesehen werden. Sie teilt sich in zwei Teile: Die Tour mit dem kardiologischen Oberarzt dauert selten mehr als eine Stunde, Teil zwei wird mit einem Pneumologen, Anästhesiologen oder Intensivmediziner gemacht, die wechselnd die nicht-kardiologischen Patienten betreuen. Während der Visite werden die Krankengeschichte und der stationäre Verlauf des Patienten sowie aktuelle Untersuchungsergebnisse oder eingeleitete Intensivmaßnahmen vorgestellt und mit dem Oberarzt besprochen.

DISKUSSION IN LOCKERER ATMOSPHÄRE

Hierbei sind die Studenten angehalten, ihre Vorschläge zum weiteren Vorgehen zu äußern. In lockerer Atmosphäre wird darüber mit dem Oberarzt diskutiert, auch wenn oft inklusive Pflege, Pharmatherapie-Beratern und anderen Mitarbeitern über zehn Personen dabei sind und es daher ab und zu Probleme gibt, der Diskussion folgen zu können. Insgesamt erhält man während des Aufenthalts auf der CCU aber sehr wertvolle Informationen zu Beatmung, zur Kreislaufstabilisierung, über Notfallmedikamente oder intensivmedizinische Antibiotika-Therapie. Darüber fungiert man als CCU-Besatzung gleichzeitig als Reanimationsteam des Krankenhauses. Während meiner Rotation hatten wir etwa fünf

oder sechs mehr oder weniger ernsthafte Reanimationsalarme, und als Student war man stets aktiv an der Maßnahme beteiligt.

Vorwiegend Männer

Erst nach einigen Tagen im Veterans’ Affairs Medical Center fiel mir plötzlich auf, dass dort nahezu ausschließlich männliche Patienten behandelt werden. Die wenigen Patientinnen sind meistens Angehörige von Veteranen oder waren früher selbst in der militärischen Verwaltung tätig.

MILITÄRISCHER UMGANGSTON IM ARZT-PATIENT-GESPRÄCH Die männliche Patientenpopulation bringt es mit sich, dass zum einen manche Krankheitsbilder, die vor allem bei Frauen vorkommen, kaum jemals dort gesehen werden, und es zum anderen auch einen anderen Umgang mit den Patienten gibt: Normalerweise werden bei weiblichen und männlichen Patienten unterschiedliche Umgangsweisen gewählt, die jeweils darauf abzielen, den Patienten das Krankheitsgeschehen bestmöglich zu erklären und seine Kooperation bei der vorgesehenen Therapie zu sichern. Im Veterans’ Affairs Medical Center hingegen waren die meisten Ärztinnen und Ärzte stets sehr direkt und manchmal ziemlich befehlend in ihrer Kommunikation mit den Patienten. Möglicherweise ist das auch durch den militärischen Hintergrund der Patienten zu erklären. Andererseits war der Umgang mit den Patienten durch eine besondere Art von Respekt und Ehrerweisung geprägt, wie ich ihn selten irgendwann zuvor erlebt hatte. War dann doch eine Frau in Behandlung, wurde dies an der Zimmertür gesondert vermerkt und um Anklopfen und Diskretion gebeten. Die Arbeit im Veterans’ Affairs Medical Center war auch aus diesem Grund eine besondere Erfahrung.

Rheuma-Rotation

Den zweiten Abschnitt der Tertialhälfte absolvierte ich in der Abteilung für Rheu-

matologie der UCSD. Bei diesem Praktikum rotierte ich zwischen den drei mit der UCSD assoziierten Krankenhäusern, dem Veterans’ Affairs Medical Center, dem UCSD Medical Center in Hillcrest und dem UCSD Medical Center Thornton. In erster Linie übernimmt man als Student die Annahme von rheumatologischen Konsilen und die Weiterbetreuung, normalerweise zu zweit und gemeinsam mit einem Assistenzarzt und einem Fellow (Stufe zwischen Resident, dem Assistenzarzt, und Attending, dem Oberarzt). Oft hatte ich Patienten an den unterschiedlichen Standorten, und da man pro Tag jeden Patienten mindestens einmal visitiert, entstanden mitunter lange Transferzeiten: Zwischen dem Veterans’ Affairs Medical Center und dem UCSD Medical Center Thornton verkehrt ein Shuttlebus, der etwa 20 bis 25 Minuten benötigt, zum UCSD Medical Center Hillcrest benötigt man mit öffentlichem Verkehr oder UCSD Shuttlebus von den beiden anderen Krankenhäusern in La Jolla jeweils ungefähr 50 Minuten.

DAS KRANKENHAUS HILLCREST ERINNERT AN EIN LUXUSHOTEL Manchmal – und das war natürlich praktisch – konnte ich mich von den Ärzten mitnehmen lassen. Montagmorgens (9 bis 12 Uhr) nimmt man außerdem an der rheumatologischen Sprechstunde im Veterans’ Affairs Medical Center teil, Mittwochnachmittags (13 bis 17 Uhr) im UCSD Medical Center Hillcrest. Letzteres ist ein modernes Krankenhaus mit einer angenehmen Stimmung und sehr guten Ausstattung, das an ein Luxushotel erinnert. Es versorgt vor allem die Bewohner des Trendviertels Hillcrest, ist als Klinik für wohlhabende Privatpatienten und als Konkurrenz zu den zahlreichen Privatkrankenhäusern in San Diego gedacht. Fortsetzung im Digitalen Nachschlag

Die zweiten Modellstudiengang-Absolventen der RWTH haben das medizinische Staatsexamen erfolgreich abgeschlossen und gehören zu den Top 5 aller deutschen Medizinfakultäten. Ein Erfolgsrezept, das auch unter den Reformstudiengängen besonders ist: Die einzelnen medizinischen Disziplinen führen die Studierenden meist zeitlich nacheinander durch alle wichtigen Aspekte ihres Faches.

Medizin

Bedeutung von Palliativmedizin nimmt zu Seit den 1980er Jahren ist die Palliativmedizin immer bedeutsamer geworden. Zentrales Anliegen: Die Versorgung eines sterbenden Menschen nicht durch ökonomische Interessen zu bestimmen. Mit Wirkung: Die Palliativmedizin wurde stärker in der medizinischen Versorgung verankert und 2010 als Querschnittsbereich in die Approbationsordnung der Ärzte aufgenommen.

Ausland

Kinderchirurgie in Montreal Im zweiten Teil ihres Berichts aus dem kanadischen Montreal, wo Josefine zur Zeit der grassierenden Schweinegrippe arbeitete, berichtet sie vom Tagesablauf im Haus. Ein strenger Umgangston im OP und viel Arbeit auf der Station gehörten dazu, aber auch spannende Einblicke in die Anamnese-Vorgehensweise, die im Hôpital St. Justine nämlich bausteinartig aufgebaut ist.

PJ

Von Kanada nach Kalifornien Arseny Sokolov resümiert: „In den Konsilen sah ich eine Vielzahl an Krankheitsbildern, von Morbus Wegener über Mukokutanes Lymphom, sowie die unterschiedlichsten Formen von Lupus, Sarkoidose und Arthritiden.“ Wie die Vorstellung der Patienten, die Anamnese und die Therapie im Einzelnen aussahen, lest ihr im DNS.

MEDI-LEARN Zeitung 01/2011  

Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und ersc...