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MLZ

Seite 8

Januar/ Februar 2010

www.medi-learn.de

Kurz notiert

Es gibt ein Lesen neben dem Studium!

Zusammenhang zwischen IQ und Fitness

Buchtipps für den lehrbuchgeschädigten Studiosus

Eine kürzlich in Schweden veröffentlichen Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen körperlicher Fitness und dem IQ der Probanden. Für die Studie wurden die Tests von 1,2 Millionen Wehrdienstleistenden ausgewertet. Wichtig ist weniger die Kraft, als vielmehr die Funktion von Herz und Lungen. Ein weiteres Ergebnis ist, dass körperliche Fitness eine höhere Bildung wahrscheinlicher macht.

I

Patienten beraten Patienten Angebot der Uniklinik Heidelberg: Patienten mit neu aufgetretenem Prostata-Krebs wird der Kontakt zu ehemaligen Patienten angeboten. Diese haben bereits verschiedene Behandlungen durchlaufen und bieten gern genutzte Erfahrungen aus erster Hand. Für Prostata-Krebs gibt es unterschiedliche Therapie-Optionen. Die Entscheidung ist nicht immer einfach.

OASE für Düsseldorfer Medizinstudenten Eigentlich war nur ein Nachfolgebau der abgerissenen Fachbibliothek der Medizinischen Fakultät geplant: Jetzt bekommen die Düsseldorfer Studenten eine OASE (Ort des Austauschs, des Studiums und der Entwicklung) – ein modernes Lern- und Kommunikationszentrum, das auch architektonisch eine innovative und lebendige Lehrkultur symbolisieren wird. Entstanden ist die Idee unter Mitwirkung der Fachschaft Medizin, 2011 soll das Gebäude bereits fertig gestellt sein. Die „Oase“ kann dem Studienstandort nur gut tun – die Qualität des Medizinstudiums an der Uni Düsseldorf lag in der MEDI-LEARN Umfrage 2008 auf dem letzten Platz.

von Nawied Tehrani n der MLZ-Ausgabe 03/08 haben wir einige Buchtitel vorgestellt, die den Wiedereinstieg ins normale Lesen ermöglichen sollten, ohne dabei ganz auf Medizin zu verzichten. Von „Kaffee, Käse, Karies“, Biochemie im Alltag, ging es bis zum „Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“. Diesmal wollen wir ein paar Bücher vorstellen, die dem Denken neben dem Studium auf die Sprünge helfen.

Woher die Zeit kommen soll Eine der Hauptfragen, die im Zusammenhang mit Büchern neben dem Medizinstudium auftaucht: „Und wann soll ich das bitteschön alles lesen?“ Die Antwort darauf findet sich in David Allens Erfolgsbuch „Getting Things Done“ (deutsche Version: „Wie ich die Dinge geregelt kriege“). Es stellt euch nützliche Denkhilfen zur Seite, um den Alltag effektiver zu meistern, den Kopf für das Wesentliche freizukriegen und die Prokrastination, die berühmt-berüchtigte lange Bank, auf die man gerne alles schiebt, ein wenig zu verkürzen. Es gibt Menschen, die sogar behaupten, nach der Lektüre dieses Titels ordentlicher geworden zu sein!

Wohin das alles führen soll

In ein ähnliches Horn wie Allen stößt Stephen Covey in seinem Klassiker „The 7 Habits of Highly Effective People“. Auch er reißt das Thema Zeitplanung an. Bei ihm ist sie jedoch nur eine von sieben Schlüsseleigenschaften, die zu Erfolg führen. Covey verschafft seinen Lesern Einblicke in Bereiche, in denen man sich ansonsten unbewusst orientiert. Dies kann nicht nur bei der persönlichen Lebensplanung hilfreich sein, sondern auch beim Umgang mit anderen Menschen.

Uni Mainz berücksichtigt TMS

Was man im Gespräch lieber auslassen sollte

Seit Dezember 2009 können sich Studienbewerber online für den TMS, den „Test für medizinische Studiengänge“ anmelden. Der Test findet im Mai dieses Jahres statt. Ein gutes Ergebnis bringt Pluspunkte bei der ZVS-Bewerbung. Bisher haben sieben Universitäten die TMS-Ergebnisse bei der Auswahl ihrer Studenten berücksichtigt. Ab jetzt gehört Mainz dazu.

Diesen wiederum beschreibt Marshall Rosenberg in seinem Klassiker „Gewaltfreie Kommunikation“ sehr viel genauer und widmet sich vor allem Konflikten. Wer vor diesen immer zurücksteckt, wird in Rosenbergs Buch wirksame Rezepte finden, ein Problem anzusprechen, ohne einen apokalyptischen Streit heraufzubeschwören. Auf dem Weg zur perfekten Konfliktlösung erfahren wir Wissenswertes über verschiedene Wege der Kommunikation, die Rolle von Gefühlen und die Macht der Empathie.

Schmerzen nach OP völlig unnötig

„Schmerzen nach einer Operation sind völlig unnötig, das sollten Patienten wissen“ sagt Prof. Dr. Neugebauer auf dem Akutschmerzkongress in Köln. In Deutschland werden jährlich 6,5 Millionen Menschen operiert, ein Drittel von ihnen leidet danach an starken Schmerzen. Die heutige Medizin kann dies verhindern. Um das zu erreichen, müssen die Organisation im Krankenhaus verbessert und die Patienten informiert werden.

48 Menschenleben gerettet Seit zwei Jahren läuft am Uniklinikum Greifswald das „Qualitätsprojekt Sepsis.“ Jährlich sterben in Deutschland 50.000 Menschen an einer Blutvergiftung (Sepsis). Mit einfachen Maßnahmen konnte diese Rate in Greifswald auf 31 Prozent gesenkt werden. Personal wurde darin geschult, eine Sepsis früher zu erkennen und adäquat zu behandeln.

ger-Buchs des Autorenduos „Warum haben Männer Brustwarzen?" wissen wollten, ob einem nach dem Verzehr von Samen Pflanzen im Bauch wachsen können, hatten die Autoren die Gelegenheit, mit nur einer Antwort gleich mehrere Menschen zu veralbern.

Was uns ein ehemaliger Arzt bringen soll An Humor mangelt es auch dem ehemaligen Kollegen Eckart von Hirschhausen bekanntlich nicht. Im Gegenteil: Wer „Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“ noch nicht gelesen hat, dem sei dies hiermit wärmstens empfohlen. Egal ob CallCenter, Fruchtfliegen oder Matratzenkauf: Hirschhausen umschreibt Alltagssituationen mit großem Witz, gewinnt mit vielen Ansichten die Sympathien des Lesers und tröstet über manche Unannehmlichkeit des Lebens mit Humor hinweg. In diesem Buch steckt noch der Hirschhausen, den die F.A.Z. feierte und nicht der Hirschhausen, über den sie sich lustig macht.

Warum Vince Ebert lieber nicht für Sie denken sollte Der ehemalige Unternehmensberater Vince Ebert ist nicht nur ein Freund von Hirschhausen, sondern sein Buch „Denken Sie selbst! Sonst tun es andere für Sie“ steht in vielen Buchhandlungen gleich neben „Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“. Eberts Buch jedoch ist keine wirkliche Denk-

hilfe im Leben. Man hätte stutzig werden können, dass auf der Rückseite ein Lob von Stefan Raab das Buch anpreist. Leider hat es an vielen Stellen auch dessen Niveau: zu viele Klischees, wie Witze über Auto klauende Polen, trüben die Lesefreude. Wer Privatfernsehen für einen Segen hält, kann diesem Buch etwas abgewinnen. Für alle anderen heißt es, zwischen den wenigen Stellen mit intelligentem Witz durchzuhalten.

Falls das nicht reichen sollte Wer alle diese Bücher gelesen hat, sollte wissen, warum Inder im Verkehr

so viel hupen, dass man sich nicht selbst beim Denken beobachten kann und warum man zuerst versuchen sollte zu verstehen, bevor man versucht, verstanden zu werden. Wer danach keinen Unterschied zu vorher feststellt, hat entweder schon alles gewusst oder beim Lesen nicht mitgedacht. In diesem Sinne: aufschlussreiche Lektüre!

MEDI-LEARN PODCAST Diesen Artikel gibt es auch online als AudioDatei zum Download unter: www.medi-learn.de /podcast

Wenn die Welt in einen Kopf passen soll Sehr viel davon verlangt der Autor Valentin Braitenberg. In „Das Bild der Welt im Kopf“ versucht er nichts Geringeres, als sein gesamtes Weltbild in einem Buch zusammenzufassen. Was absurd klingt, erweist sich nach einer überraschend kurzen Eingewöhnungsphase als unterhaltsame und lehrreiche Lektüre. Dabei lädt Braitenberg zur Meditation über tiefgründige Fragen ein.

Was man lieber nicht fragen sollte

Im Vergleich dazu oberflächlich sind die Fragen, denen Mark Leyner und Billy Goldberg in ihrem Buch „Warum schlafen Männer nach dem Sex immer ein?“ nachgehen. Diese versuchen sie einerseits wissenschaftlich fundiert und andererseits mit der sich jeweils anbietenden Portion Humor zu beantworten. Da anscheinend mehrere Leser des in der MLZ 3/2008 vorgestellten Vorgän-

Weil Pannen nun mal passieren: die günstige Haftpflichtversicherung für junge Ärzte. Eine kleine Unachtsamkeit hier, ein dummer Zufall da: Ein Haftpflichtschaden ist schnell passiert. Die Deutsche Ärzteversicherung schützt Dich als Medizinstudenten oder Arzt in der Weiterbildung weltweit zum besonders günstigen Preis. Bei Studenten ist der private Schutz schon mit dabei – bei Ärzten in der Weiterbildung gibt‘s ihn auf Wunsch dazu. Schütze Dich mit der Jungarzt-Haftpflichtversicherung der Deutschen Ärzteversicherung! Nähere Informationen gibt es unter 02 21 / 14 82 27 00 oder www.aerzteversicherung.de

ünstig ders g von n o s e B r gliede für Mit bund und ann Hartm rger Bund! Marbu

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MEDI-LEARN Zeitung  

Ausgabe 01/2010

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