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Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

ZEITUNG

Digitaler Nachschlag

Digitaler Nachschlag der Ausgabe 03/10 Juni/Juli 2010 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de

HIV-Patienten besser versorgen

Hände schmutzig machen, bitte!

Akademisches i-Tüpfelchen

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Die Uni Würzburg entwickelte eine Analytik, mit der sich die Kombination von HIV-Medikamenten aussteuern lässt. Davon soll Südafrika profitieren: Forscher helfen, die Methodik auf das Land zu übertragen.

Nordamerika steuert viele Studenten an, um sich die geballte Ladung Praxiswissen einzuholen. Josefines Erfahrung: Wer kräftig drum bittet, darf im OP auch mal Messer und Kauter in die Hand nehmen.

In heimischen Gefilden Reha-Famulatur in Bad Driburg von Christiane Dröge

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ch studiere seit zwei Semestern im österreichischen Graz, daher hatte ich schon jetzt die Möglichkeit zu famulieren. Als gebürtige Westfälin leistete ich meine erste Famulatur in der Nähe meiner Heimat ab, zwei Wochen in der Caspar Heinrich Klinik, einer Fachklinik für Rehabilitation in Bad Driburg. Sie ist eine von vier Kliniken der Unternehmensgruppe Graf von Oeynhausen-Sierstorpff und verfügt über 269 Betten für die Indikationen Innere Medizin und Orthopädie. Die Patienten wohnen während ihres Aufenthaltes in Einzelzimmern. Doppelzimmer stehen für die Patienten zur Verfügung, die mit einer Begleitperson anreisen. Die Zimmer haben hotelähnlichen Charakter und tragen dazu bei, dass sich die Patienten wohlfühlen und erholen können. Bad Driburg liegt in Ostwestfalen im Naturpark Eggege-

birge/Südlicher Teutoburger Wald, einer ländlich geprägten Gegend. Die kleine Kurstadt mit 20.000 Einwohnern bietet grundlegende Einkaufsmöglichkeiten, den wunderschönen gräflichen Park, zu dem ein exklusives Wellness-Hotel gehört sowie vielfältiges Sportangebot. Wenn einem dann doch einmal die Decke auf den Kopf fällt, lohnt sich ein Besuch in Paderborn. Die Universitätsstadt ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und bietet alles, was man auch von „seiner Unistadt“ so gewohnt ist.

Warum eine Reha-Klinik?

Für meine Famulatur meldete ich mich circa einen Monat vor Antritt im Sekretariat von Chefarzt Dr. Wrenger an und reichte eine schriftliche Bewerbung ein. Alle weiteren

Naturdenkmal in Westfalen: Die Externsteine im Teutoburger Wald

Das „Dr.“ auf dem Kittel wollen die meisten Medizinstudenten. Sadia Rehmann stellt Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Promotionsformen vor und gibt zahlreiche Tipps für die Doktorvatersuche.

Verwaltungsangelegenheiten konnten problemlos erledigt werden. Eine Rehabilitationsklinik für die erste Famulatur auszuwählen, erscheint vielleicht etwas ungewöhnlich. Ich habe mich bewusst dazu entschieden, um mich Patienten und Personal langsam anzunähern und nicht gleich in die Hektik der Akutmedizin zu verfallen. Die Innere Medizin der Caspar Heinrich Klinik behandelt vor allem Patienten aus den Bereichen der Kardiologie, Angiologie und Gastroenterologie. Die Patienten der Kardiologie kommen vor allem im Zustand nach Herzinfarkt, koronaren Bypass- und Herzklappenoperationen wegen schwerer Herzinsuffizienz und arteriellem Hypertonus. Die gastroenterologischen Patienten leiden unter chronischen MDTErkrankungen und haben teilweise Stomata. Eine besondere Kooperation besteht zwischen den Leber-

transplantationszentren in Hannover und Essen, so dass man immer wieder Patienten nach einer Transplantation zu sehen bekommt.

Der Chefarzt übergab Kittel aus seiner Assistenzarztzeit

mir einen

An meinem ersten Tag wurde ich von der Sekretärin, dem Chefarzt und den übrigen Kollegen herzlich willkommen geheißen. Als Zugabe gab es gleich einen Kittel aus der Assistenzarztzeit vom Chef persönlich. Da spürt man förmlich das Wissen und die Erfahrung des Kittels auf einen überspringen – eine schöne Geste! Und schon vor meinem Antritt zur Famulatur hatte er sich damit auseinandergesetzt,

Fortsetzung auf Seite 2


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Juni/Juli 2010

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Reha-Famulatur in Bad Driburg Fortsetzung von Seite 1 was ich lernen soll und mir dementsprechend einen Terminkalender „gestrickt“. Es war immer ausreichend Zeit auch für ein persönliches Wort vorhanden, und nicht selten gab es auch etwas zu lachen. Alles in allem ein großartiger Arzt, der seinen Beruf liebt und dieses authentisch vermittelt. Es machte große Freude, jemanden wie ihn als Mentor zu haben.

Visite im Arztzimmer

Ein typischer Tag beginnt um acht Uhr mit der morgendlichen Besprechung beider Fachbereiche. Der diensthabende Arzt der vorangegangenen Nacht macht eine kurze Übergabe, interessante Fälle werden vorgestellt oder organisatorische Dinge geklärt. Dann beginnt die Visite, aber nicht wie sonst üblich auf der Station, sondern die Patienten kommen zum Arztzimmer. Eingeplant sind zehn Minuten pro Patient. Es blieb ausreichend Zeit, sich mit dem aktuellen Befinden des Patienten zu beschäftigen, sowie Probleme, oder Fortschritte anzusprechen. Oft habe ich diese Visite beim Chefarzt verbracht, wobei zusätzlich der Stationsarzt und jemand vom Pflegepersonal anwesend waren. Während dieser Visiten kann man eine Menge lernen. Bevor der Patient hereinkam, stellte ihn der Stationsarzt kurz vor. Bei mir unbekannten Krankheitsbildern wurde mir sofort eine kurze Erklärung geliefert. Man sah alle Befunde (EKG-, Labor-, Sono- und Echobefunde, die mir erklärt wurden, wann immer es möglich und nötig war) sowie die Fortschritte im Bereich der Krankengymnastik.

Soziale Wiedereingliederung

Da in der Klinik auch eine psychologische und sozialmedizinische Betreuung stattfindet, können Patienten auf eine soziale Wiedereingliederung vorbereitet werden und erhalten konkrete Unterstützung. Viele Patienten habe ich mehrmals in den Visiten oder

Untersuchungen gesehen, sodass ich mir ein Bild über ihren Krankheitsverlauf machen konnte.

Das Wissen aus den Spezialaufträgen habe ich immer noch gut im

Kopf

Ein Steckenpferd des Chefarztes ist die Pharmakologie, sodass ich besonders in dem Bereich habe viel lernen können und begriffen habe. Pharma lernen lohnt sich wirklich, nicht nur oberflächlich, sondern richtig!

Selbststudium

oder bei Untersuchungen in den diagnostischen Ateil ungen. Ich hörte mir Vorträge für Patienten an oder verfolgte Beratungsgespräche. Bei den Aufnahmen wurde ich von den Stationsärzten immer herzlich willkommen geheißen, habe viel Handwerkszeug mit auf den Weg bekommen. Es blieb immer Zeit für die Klärung von Fragen oder Missverständnissen.

Diagnostische Abteilungen

In den diagnostischen Abteilungen findet morgens eine einstündige Wundsprechstunde statt, die von einem Chirurgen durchgeführt wird. Dort habe ich viel über Wundversorgung gelernt und auch einige Handgriffe selber durchführen dürfen. Im EKG und der (Spiro-)Ergometrie wiesen mich die Assistentinnen perfekt ein. Man zeigte mir alle Programme, ich erlernte Handgriffe zum Anlegen eines EKGs und man verriet mir kleine Tricks und Kniffe, die man nur nach jahrelanger Erfahrung kennen kann. Jetzt wird mich niemand mehr schocken, wenn ich allein bin und ein EKG

benötigt wird! Donnerstag und Freitag war großer Sono-Vormittag, wo vor allem Lebertransplantierte geschallt, aber auch Ergüsse diagnostiziert bzw. kontrolliert werden. Die Oberärztin hieß mich jederzeit willkommen, erklärte mir, was man in diesem Grau-SchwarzWeiß alles sehen kann (wenn man es denn sieht) – und nach ein paar Stunden hatte ich tatsächlich eine Ahnung, was in dieser Untersuchung alles steckt.

Patienten-Aufklärung

In der Klinik wird viel Wert auf eine umfassende Aufklärung des Patienten gelegt, damit eine höhere Compliance erreicht werden kann. So war es für mich interessant in den Vorträgen und Beratungen der Ärzte viele Fragen und Probleme aus Sicht des Patienten kennen zu lernen. Vieles, was dem Mediziner (oder mir als angehender Medizinerin) klar scheint, ist im Alltag doch mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Insgesamt habe ich zwei sehr interdisziplinäre Wochen in der Reha-Klinik verbracht. Und wenngleich ich vielleicht nicht so viel Praktisches gelernt habe, kann ich doch sagen, dass sich diese Famulatur absolut gelohnt hat und ich sie gerne wiederholen würde.

Nach der Visite war meist schon Mittags- und somit Essenszeit. Danach war immer Zeit für das Selbststudium vorhanden. Mir wurde ein eigener Raum zur Verfügung gestellt, in dem ich alle dort vorhandenen Bücher nutzen konnte. Oftmals habe ich mich mit meinen Spezialaufgaben beschäftigt, die ich vom Chef erhielt. Diese bestanden aus der Recherche von Krankheitsbildern, Differenzialdiagnosen oder Befundkonstellationen. Anschließend haben wir sie immer diskutiert. Da es sich hier um Patienten handelte, die ich wirklich gesehen habe, war der Ansporn natürlich größer als bei den Fällen, die man aus dem üblichen fallbasierten Lernen an der Uni kennt. All mein Wissen aus diesen Spezialaufträgen habe ich immer noch gut im Kopf. Je nachdem, wie es sich ergab, verbrachte ich den Rest des Tages bei Aufnahmeuntersuchungen auf den Reha-Patienten in Bad Driburg erhalten viel persönliche Betreuung und Beratung Stationen


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HIV-Patienten besser versorgen Südafrika soll von Würzburger Methodik profitieren Öffentlichkeitsarbeit Uni Würzburg

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ie Therapie für HIVPatienten ist in den vergangenen Jahren deutlich effektiver geworden. Dazu hat auch Professor Hartwig Klinker vom Universitätsklinikum Würzburg beigetragen. Bald sollen von seiner Methodik auch Patienten in Südafrika profitieren. Klinker leitet den Bereich Infektiologie an der Medizinischen Klinik II der Universität Würzburg. Mit seinem Team betreut er dort seit vielen Jahren auch HIV-infizierte Patienten. Derzeit sind es rund 300 bis 350 Personen, die regelmäßig in die Ambulanz kommen. In Deutschland sind zur Behandlung der HIV-Infektion 22 Arzneistoffe zugelassen, die grundsätzlich in Kombination eingenommen werden müssen. Dadurch kann bei vielen Infizierten die Virenmenge im Blut stark gesenkt werden. Gleichzeitig steigt in der Regel die Zahl der für das Immunsystem wichtigen T-Helferzellen und der Gesundheitszustand verbessert sich.

Auch HIV-Patienten in Südafrika sollen künftig von dieser Methode profitieren. Doch eins zu eins ist das nicht möglich: „Einfach auf die dortigen Verhältnisse übertragen lässt sich die hier übliche Dosierung der Anti-HIV-Medikamente leider nicht“, sagt Klinker. Der Grund: Das Wissen über die Wirksamkeit und Dosierung der Anti-HIV-Medikamente wurde fast nur in den USA und Europa gewonnen, und zwar überwiegend an erwachsenen Männern. In Afrika sind aber wesentlich mehr Frauen von der Infektion betroffen, und es müssen dort auch viele Kinder und Schwangere behandelt werden. Zudem haben die Patienten andere Begleitkrankheiten. Eine weitere Unsicherheit: Möglicherweise verstoffwechselt der Organismus von Afrikanern die Medikamente anders, als es bei Europäern und Nord-

ché, die an der Universität Stellenbosch zurzeit ihren

Wichtig: Blutspiegel überwachen

„Langfristig hat die Therapie nur Erfolg, wenn die Medikamente im Organismus kontinuierlich in ausreichender Konzentration vorhanden sind“, sagt Professor Klinker. Das aber sei nicht immer gewährleistet. Denn viele Faktoren, wie zum Beispiel gleichzeitig eingenommene andere Arzneimittel oder die Art der Ernährung, können sich ungünstig auf die Konzentration der Medikamente auswirken. Wichtig ist es darum, den Blutspiegel der Anti-HIVMedikamente bei den Patienten zu überwachen. Die Würzburger Mediziner haben die dafür nötige Analytik entwickelt: Mit ihr lassen sich Medikamentenkombination und Dosis so gut auf jeden Patienten anpassen, dass die Effizienz der Therapie deutlich besser wurde.

Master macht, war in Würzburg zu Gast. Die junge Wissenamerikanern der Fall ist. Deshalb ist bei Patienten in Südafrika die Untersuchung der Medikamentenspiegel besonders wichtig.

schaftlerin untersucht mögliche Wechselwirkungen zwischen den Anti-HIVMedikamenten und dem Arzneimittel Fluconazol, das in Südafrika häufig verschrieben wird. Fluconazol bekämpft einen Pilz, der Hirnhautentzündungen auslöst und HIV-Patienten häufig zu schaffen macht. Ziel der deutschsüdafrikanischen Kooperation: Die spezielle Analytik und die damit mögliche Anpassung der Dosierung der Anti-HIVMedikamente soll sich auch in Südafrika etablieren – mit Blick auf die dortigen spezifischen Bedürfnisse. HIVinfizierte Kinder, Schwangere und Menschen mit bestimmter Begleitmedikation stehen im Mittelpunkt des Projekts, das Teil des Internationalen Graduiertenkollegs „HIV/AIDS and associated infectious diseases in Southern Africa“ der Universitäten Würzburg, Kapstadt und Stellenbosch ist.

Es gibt ein Leben nach dem Examen. MEDI-LEARN wünscht viel Spaß.

Medizinische Repetitorien

Südafrikanerin zu Gast in Würzburg

Forscher aus Südafrika und Würzburg kooperieren, um die hier etablierte Analytik der Anti-HIVMedikamente in gemeinsamen Projekten weiterzuentwickeln. Die Pharmakologin Desiré Fou-

Elisabethstraße 9 35037 Marburg 064 21/62015-0 kurse@medi-learn.de

www.medi-learn.de - das Portal für junge Mediziner


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Darf ich mir die Hände schmutzig machen? Ein halbes Thoraxchirurgie-Tertial in Hamilton, Kanada von Josefine Theresia Maier

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n der Hoffnung, gute Erfahrungen vor allem praktischer Art zu sammeln, entschied ich mich dazu, einen Teil des Chirurgie-Tertials an der McMaster University in Hamilton, Ontario zu machen. Außerdem gefällt mir Kanada als Land sehr gut und ich wollte die Chance nutzen ein wenig Zeit in einem anderen Land zu verbringen. Thoraxchirurgie wählte ich, weil ich mir ausgemalte, dass dieses Spezialgebiet recht vielseitig ist (Lunge, Mediastinum und Ösophagus) – und das sollte sich auch bewahrheiten.

Komplizierte Bewerbung

Beworben habe ich mich für das halbe Tertial schon im Dezember des Vorjahres, rund neun Monate vor Beginn. Die Bewerbung an kanadischen Universitäten ist etwas kompliziert und aufwendig, so muss man für die McMaster University folgende Formulare einreichen bzw. Voraussetzungen erfüllen: 1. Bewerbung nur über das Electives Office“ (mdelect@mcmaster.ca) 2. 6 bis 8 Monate vor Beginn bewerben 3. mit dem Brief muss ein Scheck über 450 kanadische Dollar (rund 350 Euro) eingesendet werden; der Betrag wird zurückgezahlt, sollte kein Platz gefunden werden 4. eine ausgefüllte „health form“ muss mit eingereicht werden 5. Beleg über den abgelegten TOEFL-Test mindestens 237 Punkten oder ein Brief, der bestätigt, dass du gutes Englisch sprichst 6. Bestätigung über eine Haftpflichtversicherung Weitere Informationen sind unter www.fhs.mcmaster.ca/mdprog/ international_schools.html zu finden. Zur Absicherung habe ich eine Haftpflichtversicherung über den Marburger Bund beantragt, außerdem eine Auslandsversicherung über die Allianz, die sich PRO3 nennt. Sie hat eine Grundgebühr von zehn Euro pro Jahr und kostet monatlich elf Euro. Auf die englische Dienstsprache

habe ich mich nicht besonders vorbereitet. Die medizinischen Begriffe sind etwas anders, aber ähnlich, meist kommt man drauf. Am Besten ist es, ein englisches Fachbuch aus dem Bereich zu lesen, in dem man sein Elective machen möchte. So habe ich ein dickes Buch über „Thoracic Surgery“ gelesen. Für die Chirurgie kann ich „Surgery Recall“ empfehlen, ein sehr gutes, stichpunktartiges, auf Fragen basierendes Buch. Um Sachen nachzulesen, kann man auch auf der Medizin-Community www.uptodate.com nachgucken, die vom Krankenhaus zugreifbar ist – oder einfach auf Wikipedia.

Vorbereitung auf die Arbeit

Als ich meine Bestätigung für die Thoraxchirurgie erhielt, wurde mir auch gleich mitgeteilt, wer mein Betreuer ist: Dr. Young, ein sehr erfahrener Thoraxchirurg und Universitätsprofessor. Als Vorbereitung sollte ich ihm meinen Lebenslauf und dazu meine „Objectives“ schicken, also meine Erwartungen an die Arbeit im Krankenhaus und meine Lernziele.

Sehr abwechslungsreiche Arbeit Am ersten Tag stellte ich mich, wie vereinbart, morgens um acht in seinem Büro vor. Dr. Young machte dann persönlich einen kleinen Rundgang durch das St. Joseph’s Krankenhaus mit mir. Die Arbeit in der Thoraxchirurgie ist sehr abwechslungsreich. An zwei bis drei Wochentagen wird nur operiert, dann gibt es Kliniktage an denen man Patienten zum „Consult“ oder „Follow-Up“ sieht. Diese Tage können recht lang sein und von sieben Uhr morgens bis sechs Uhr abends gehen. Man muss nicht unbedingt den Nachtdienst machen („be on call“), kann sich aber freiwillig mit anderen „residents“ dazu verabreden. Meine Tätigkeiten kamen dem eines „junior residents“ recht nahe: An Kliniktagen habe

Nächtlicher Blick über den Ontariosee auf die Skyline von Hamilton

ich die Patienten als erste gesehen, Anamnese erhoben, untersucht und Labor- oder Röntgen-, CT- oder PET-Befunde rausgesucht. Dann wird der Patient dem jeweiligen Arzt vorgestellt und es wird gemeinsam entschieden, was zu machen ist. Nach dem Besuch muss für jeden Patienten ein Arztbrief erstellt werden. Dieser wird diktiert. Das ist am Anfang schwer, aber man gewöhnt sich daran und wird immer besser.

Drum bitten, sich die Hände schmutzig machen zu dürfen

Im OP ist natürlich Hakenhalten angesagt. Manchmal kann man auch das Messer oder Kauter in die Hand nehmen und den Hautschnitt machen oder kleine Sachen im OP-Feld schneiden bzw. kauterisieren. Danach kommt natürlich das Zunähen der Wunde. Abschließend muss man einen kleinen OPBericht schreiben. Diese ganzen Dinge werden natürlich nicht von vorneherein erwartet und angeboten. Man muss schon ein bisschen darum bitten, sich die „Hände schmutzig zu machen“ zu dürfen! In der Thoraxchirurgie lernt man auch, Thoraxdrainagen zu legen und zu ziehen. Das ist sehr hilfreich. Ich war ganz zufrieden mit meinen Aufgaben und hatte das Gefühl, dass die Hilfe sehr willkommen ist. Das Verhältnis mit den Ärzten war recht gut und persön-

lich. Viele Fragen wurden mir gestellt über unsere Ausbildung, aber auch über Deutschland allgemein.

Lebhaftes Hamilton

Manchmal wird man auch am Wochenende im Krankenhaus benötigt. Es ist aber auch kein Problem, wenn man mal keine Zeit hat und die Gegend erkunden „muss“. Und das lohnt sich: Von Hamilton kann man ganz leicht nach Toronto fahren, die Stadt ist natürlich wunderbar, riesig groß und lebhaft. Auch in Hamilton selbst gibt es viel zu sehen. Am besten bewegt man sich mit dem Fahrrad fort, zum Beispiel zu den Wasserfällen, ans Ufer des Lake Ontario, nach Escarpment Hill mit tollem Blick auf Hamilton downtown, die Innenstadt, die Art Gallery of Hamilton und viel mehr. Ich hätte mir gern noch die Ostküste angeschaut, Nova Scotia und Prince Edward Island. Doch leider musste ich dann wieder nach Deutschland zurück, um dort mein PJ weiterzumachen.

Fazit

Die Zeit in Hamilton war wunderbar und ganz einmalig. Ich hatte viel Glück mit meiner Unterkunft – ein sehr schönes Haus mit Garten, einer lieben Mitbewohnerin und zwei Katzen – und mit den Kollegen im Krankenhaus. Sollte ich in der Nähe sein, werde ich immer vorbeikommen und meine Freunde besuchen. Ob ich dieses Praktikum wieder machen würde? Natürlich!


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Das akademische i-Tüpfelchen Tipps und Infos zur medizinischen Promotion Fortsetzung aus der MEDI-LEARN Zeitung 03/2010

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ie Fragestellung eurer Dissertation muss konkret sein. Sprich: ihr solltet sie verstehen. Das hört sich simpel an, erweist sich aber immer wieder als großes Problem! Wie sieht es mit der Publikation aus – wird die Promotion als Artikel in einem Journal veröffentlicht? Oder wird ein Poster erstellt? Für eine eventuelle Genehmigung der Ethikkommission ist in der Regel der Doktorvater zuständig. Ihr solltet das zu Beginn aber geklärt haben. Dokumentation ist alles: Legt euch einen Ordner nur für die Doktorarbeit an. Macht euch ein Verlaufsprotokoll. Notiert jedes noch so kleine Treffen mit eurem Doktorvater und welche Erkenntnisse es gebracht hat. Besprecht in regelmäßigen Abständen mit ihm, wie ihr vorankommt. Versucht Veranstaltungen und Kongresse zu besuchen. Wenn man sieht, wie andere Doktoranden vor der „high society“ der Wissenschaftler ihr Poster vorstellen, ist das unglaublich ermutigend!

Vom Kreuzen zum Schreiben

Nach dem praktischen Teil (sofern Inhalt eurer Arbeit) geht es ans Eingemachte: Der schriftliche Abschnitt ist für uns Mediziner schon eine Herausforderung für sich. Schließlich haben wir in den letzten Jahren „nur“ Kreuze setzen müssen! Besorgt euch als erstes die Promotionsordnung und das Merkblatt zur Abfassung der Dissertation eurer Uni. Darin steht, wie eure Doktorarbeit formal auszusehen hat und was ihr drumherum noch zu beachten habt. Die Fakultätsbibliotheken der einzelnen Unis verfügen über eine ganze Sammlung an Doktorarbeiten, die bisher an der Fakultät eingereicht worden sind. Leiht euch ein paar als Beispiel aus. Es schadet nicht, sich ein wenig an diesen Arbeiten zu orientieren! Beim Schreiben gilt: am besten immer „am Stück schreiben“. Wer immer wieder größere Pausen macht, ist schnell wieder raus und kommt

sehr langsam voran. Das kann sehr frustrierend sein und setzt den Teufelskreis – kein Fortschritt – keine Lust usw. in Gang. Im Endeffekt kommt man dann gar nicht mehr vom Fleck! Klar gibt es zwischenzeitlich immer wieder „Tiefs“. Insbesondere die Diskussion kann einem den letzten Nerv rauben, bis hin zur völligen Verzweiflung. Dann ist es Zeit für eine Pause. Sie kann einen Tag dauern oder sogar einen Monat, damit man mit frischem Mut wieder Vollgas geben kann. Steckt ihr beim Schreiben irgendwo fest, solltet hier Zwischentermine mit eurem Betreuer / Doktorvater vereinbaren, sonst verliert ihr unnötig Zeit und Nerven. Nichts ist demotivierender, als viel Arbeit in ein paar Seiten zu investieren, um dann zu erfahren, dass man „im Kreis geschrieben“ hat. Solltet ihr einmal gar nicht mehr weiter kommen, kann es hilfreich sein, mit anderen über eure Arbeit zu reden. Ihr könnt sie zum Beispiel mit euren Freunden besprechen, die den Sachverhalt aus einer anderen Perspektive sehen.

Alles auf Englisch

Stellt euch schon mal auf richtig viel Literaturrecherche in englischer Sprache ein! Auch das ist Typsache: Nun ist mein Englisch nicht gerade schlecht, doch wissenschaftliche Literatur auf Englisch, das war ein paar Nummern zu groß für mich! Ich konnte ja noch nicht mal einen deutschen Artikel über die neuesten Interleukine lesen, ohne dass ich schon nach der Einleitung die Lust verlor und spätestens nach der Hälfte vor Desinteresse darüber einschlief! Um die ganzen Quellen im Überblick zu halten, die ihr verwendet, ist es ratsam, ein Literaturverwaltungsprogramm zu benutzen. Die meisten Unis bieten hierzu Veranstaltungen an.

Nicht unmöglich

Es grenzt schon an ein Wunder, während des Studiums mit der Doktorarbeit fertig zu werden. Doch unmöglich macht es das noch

lange nicht. Setzt man wirklich alles daran, dann gehört man zu den wenigen Glücklichen, die es schaffen und als frischgebackener Assistenzarzt auch schon gleich die zwei akademischen Buchstaben auf dem Namensschild tragen. Noch etwas zum Thema Doktorarbeit in der Vorklinik: Eigentlich wollte ich bereits zu diesem Zeitpunkt mit der Dissertation anfangen. Zusammen mit meiner Schwester (seinerzeit im höheren Kliniksemester) hatten wir uns an einigen Instituten der Uni beworben. Sie wäre genommen worden, doch zu mir sagten die Professoren, ich sollte erst das Physikum bestehen und dann wiederkommen. Es ist nicht unmöglich, bereits in der Vorklinik zu beginnen, doch solche Fälle sind absolute Raritäten.

oder nicht: Es sagt nichts darüber aus, wie gut ein Arzt tatsächlich ist. Es besagt lediglich, dass er sich der unglaublichen Mühe und dem Nerven zerreißenden Aufwand einer Doktorarbeit ausgesetzt und diese auch bis zum Ende durchgezogen hat. Doch nach wie vor denken viele Laien: Ein Arzt ohne Doktortitel ist kein richtiger Arzt. Auch dessen sollte man sich bewusst sein. Ich kann jeden nur ermutigen, eine Doktorarbeit zu schreiben. Ansonsten könnte man es später bereuen. Wer später nicht in einer Uniklinik arbeitet, der kommt möglicherweise nie mehr zu „seinem“ Titel.

Ohne Titel: kein richtiger Arzt?

Ob die zwei Buchstaben „Dr.“ nun vor dem Namen stehen

Bücher wälzen: Teil jeder Promotion

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN Verlag GbR Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-29 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Jens Plasger (Redaktionsleitung), Christian Weier (V.i.S.d.P.), Trojan Urban, Dr. Marlies Weier, Dr. Lilian Goharian, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld Lektorat: Jan-Peter Wulf Layout & Graphik: Carina Wild, Bennet Drapatz, Kristina Junghans Berichte: Christiane Dröge, Josefine Theresia Maier, Sadia Rehmann, Öffentlichkeitsarbeit Uni Würzburg Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, Artikelautoren, www.flickr.com, David Cotterrell, canvascanoe Erscheinungsort: Marburg, ISSN 1860-8590 Der digitale Nachschlag erscheint zu jeder MEDI-LEARN Zeitung als Ergänzung, die du dir als PDF auf der MEDI-LEARN Seite herunterladen oder online anschauen kannst. Er beinhaltet Fortsetzungen von Artikeln aus der aktuellen Zeitung sowie weitere interessante Artikel und Berichte rund um die Medizin. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungs­berichten und anderen Artikeln und belohnen die Autoren mit Fachbüchern. Alle weiteren Infos findest du unter www.medi-learn.de/artikel. Dieser Digitale Nachschlag ist Teil der MEDI-LEARN Zeitung. Die bisherigen Ausgaben findest Du unter: www.medi-learn.de/MLZ-Online


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Erst lernen, dann agieren Eine Famulatur in Tansanian

Fortsetzung aus der MEDI-LEARN Zeitung 03/2010

Old (Internal) Ward

Diese Station ist in einen männlichen und einen weiblichen Abschnitt aufgeteilt, wobei circa 35 Patienten jedes Geschlechts aufgenommen werden können. Bis zu 25 Patienten liegen in einem Raum, hinzu kommen diverse Angehörige jedes Patienten, sodass auf die Dauer ziemlich starker Geruch entsteht. Zudem bleibt den Patienten so bei Untersuchungen bzw. Anamnese im Patientenzimmer meist nicht viel Privatsphäre. Häufige Erkrankungen auf dieser Station sind Malaria, Abszesse, Pneumonien, Amoebiasis, Diabetes mellitus, Rückfallfieber, HIV und AIDS, Hepatitis, Geschlechtskrankheiten, Malignome, Tuberkulose und Epilepsie. Krebspatienten, die Erfolgsaussichten durch eine Strahlenbehandlung haben, können auf eigenen Wunsch in Dar es Salaam kostenlos behandelt werden, wenn sie die Fahrt dorthin und ihre Unterkunft selbst finanzieren. Da dies oft nicht möglich ist, ergeben sich die meisten Krebspatienten jedoch ihrem Schicksal.

TB (Tuberculose) Ward

Hier liegen vor allem Patienten mit offener Lungentuberkulose. Solch akute Verläufe sind meist mit HIVInfektionen assoziiert. Wer hier mitarbeiten möchte, sollte eigene Schutzmasken mitbringen, die vor Mykobakterien schützen, da diese hier nicht vorhanden sind.

General (Surgical) Ward

Auf der allgemeinchirurgischen Station sind Patienten mit bauch-, unfall-, neurochirurgischen sowie orthopädischen Problemen untergebracht. Es finden sich Frakturen, SHT, Hydrocephalus, Entzündungen im Bauchraum, abdominale Traumata und Bisswunden. Momentan sind hier ein Orthopäde, ein Neurochirurg und ein Bauchchirurg tätig, sodass viele Krankheitsbilder gut versorgt werden können. Wenn die Behandlung in Haydom gar nicht möglich ist, werden manchmal auch Patienten ins KCMC (Kilimanjaro Christian Medical

Centre) in Moshi überwiesen und bei akutem Bedarf mit dem Kleinflugzeug dort hin gebracht.

Maternity Ward

Rund 70 Patienten liegen auf der Station für Geburtshilfe. Problemlose Spontangeburten werden hier ausschließlich von Hebammen begleitet. Diese sind zum großen Teil sehr fit in ihrem Job und reagieren schnell und adäquat in schwierigen Situationen, etwa wenn einem Kind die Nabelschnur um den Hals liegt und schnell entwickelt werden muss, damit die Blut- und Sauerstoffzufuhr nicht zu lange unterbunden ist. Nach einer Spontangeburt bleiben die Frauen nur wenige Tage auf der Station.

Viele Schwangere werden fälschlicherweise gegen

Malaria behandelt

Was mich auf dieser Station sehr bestürzte: rund acht von zehn Frauen sind beschnitten. Diese Frauen bekommen bei der Geburt große Probleme, weil die Geburtsöffnung durch das Narbengewebe stark eingeengt ist. Eine ebenfalls sehr traurige, aber unnötige Tatsache ist, dass viele Schwangere mit Fieber und Erbrechen oft pauschal gegen Malaria behandelt werden, ohne dass irgendwelche anderen diagnostischen Tests durchgeführt werden. Dabei ist es in der Schwangerschaft oft wahrscheinlicher, dass es sich um Harnwegsinfekte oder aufsteigende Infektionen handelt, die dann dem Kind gefährlich werden können und daher schnellst möglich behandelt werden sollten. Diese Fehlbehandlung ist vermutlich ein Grund, warum auch die Frühgeburtenrate in diesem Land leider sehr hoch ist.

Lena (Pediatric) Ward

Hier liegen vor allem Kinder mit Malaria, Pneumonie, Meningitis und anderen Infektionskrankheiten sowie Frakturen, neurologischen Problemen, Schlangenbissen und mit bislang unversorgter Spina bifida. Man muss sich darauf einstellen, dass viele Kinder hier nicht überleben, denen in Deutschland hätte geholfen

werden können. Diese Tatsache zu akzeptieren, stellt sich anfangs als sehr schwierig dar und wird auch mit der Zeit nicht viel leichter. Dennoch wird hier alles Mögliche mit den zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, und viele Kinder können ja auch gerettet werden.

Outreach-Versorgung

Neben der Tätigkeit im Krankenhaus fahren einige Krankenschwestern und Ärzte täglich an verschiedene Orte zu „Outreach“-Kliniken, wobei man sie als Student manchmal begleiten kann. Diese Kliniken finden ca. einmal im Monat an den einzelnen Orten in lokalen Gebäuden wie Kirchen und Gemeindehäusern statt. Hierbei geht es hauptsächlich um die Mutter-Kind-Versorgung. Es findet Gesundheitslehre statt, die Kinder werden gewogen, körperlich untersucht, gegebenenfalls geimpft und alle Ergebnisse werden in einen Gesundheitspass eingetragen. In den gleichen Sprechstunden werden Schwangere untersucht und Risikoschwangerschaften festgestellt. Dadurch können diese Frauen sich rechtzeitig zur Geburt in ein Krankenhaus begeben, die Schwangeren- und die neonatale Sterberate wurde so in den letzten Jahren deutlich gesenkt. Zu diesen Terminen reisen Hunderte von Frauen und Kindern viele Kilometer an, um ihre regelmäßige Gesundheitsvorsorge zu erhalten.

Zeit fürs Reisen

Tansania ist ein wunderschönes Land. Man sollte sich, wenn möglich etwas Zeit vor oder nach der Famulatur nehmen, um es zu erkunden. Am besten bucht man nichts von Deutschland aus, denn man erhält meist bessere und gleichzeitig preiswertere Angebote vor Ort. Zudem lernt man meist Leute kennen, mit denen man sich zum Reisen zusammenschließen kann. Neben faszinierenden Safaris in die verschiedenen Nationalparks (besonders zu empfehlen sind Ngoro Ngoro und Serengeti) bietet sich vor allem auch eine Besteigung des Mt. Kilimanjaro an. Auch Sansibar ist einen Besuch wert und hat mit dem historischem Stone Town, seinen Mangrovenwäldern und seltenen Affenarten noch viel mehr zu bieten als nur die weltweit bekannten, bezaubernden Strände.

So kommt man hin

Einen Flug bekommt man günstig bei Ethiopian Airlines, KLM oder Emirates Airline mit mindestens einem Zwischenstopp nach wahlweise Kilimanjaro Airport (Arusha), Dar es Salaam oder Nairobi. Von Nairobi und Dar muss man mindestens zwei Tage Fahrt nach Haydom einplanen, von Arusha einen Tag. Von Dar nach Arusha empfehle ich den Scandinavian Express-Bus für 15 bis 25 US-Dollar. Von Arusha nach Haydom ist die schnellste und zuverlässigste Möglichkeit der Land Cruiser für 15 Dollar. Ein Touristen Visum kann man für 50 Euro bei der Tansanischen Botschaft in Berlin beantragen. Man bekommt es aber auch problemlos am Tansanischen Flughafen für 50 Dollar. Im Krankenhaus muss man dann noch allerhand Unterlagen ausfüllen, 100 Dollar und sechs Passfotos mitbringen, womit das Personal einem dann ein Short Term-Visum organisiert. Da kommt man nicht drum herum.

Impfungen & Prophylaxen

Ich empfehle Impfungen gegen: Masern, Mumps, Röteln, Pertussis, Diphtherie, Tetanus, Gelbfieber, Meningokokken, Hepatitis A & B, Typhus (zusätzlich) und wahlweise Tollwut (im Umgang mit Tieren unbedingt nötig). Als Malariaprophylaxe kann ich Malarone wegen den geringsten Nebenwirkungen empfehlen, sie ist jedoch teuer. Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten, also Rechnungen aufheben und bei Krankenkasse nachfragen – es lohnt sich!

Nicht leichtfertig sein

Von einer Famulatur an diesem Krankenhaus kann man sehr viel mitnehmen. Wie viel man selbständig machen kann, das hängt sehr von den eigenen Fähigkeiten ab. Keinesfalls sollte man leichtfertig die Mitarbeiterknappheit ausnutzen und Prozeduren durchführen, bei denen man sich nicht sicher ist. Besser ist, sich Sachen zeigen und beibringen zu lassen und erst dann selbst zu agieren, wenn man sich bei der Durchführung sicher ist. Wer sich an diese Richtlinien hält, wird sicher interessante Erfahrungen machen und wird von der Freundlichkeit und Wärme der Einheimischen belohnt!

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DNS zur MLZ 03/2010

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