Page 1

Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

ZEITUNG

Digitaler Nachschlag der Ausgabe 05/11 November/Dezember 2011 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de

Digitaler Nachschlag

Fernbeziehung via ICQ und Skype

Lernen vom Lurch

Magst du tauschen?

02

02

03

Besonders schwer, wenn in deinem Leben gerade viel Neues passiert und der Partner nicht daran teilhaben kann. Wie gut eine Fernbeziehung klappt, hängt allerdings von vielen Faktoren ab.

Das DFG-Forschungszentrum in Dresden hat sich regenerativen Therapien gewidmet und informiert während der BIOTECHNICA über neue Ergebnisse und Ansätze in der Stammzellentherapie.

Endlich hast du einen Studienplatz erhalten. Auch wenn der Ort vielleicht nicht deine erste Wahl war. Daher setzen viele darauf im Laufe des Studiums die Uni noch zu wechseln – doch funktioniert das?

Wenn am Ende des Geldes oft noch Monat übrig ist Alternative Finanzierungsquellen während des Studiums MEDI-LEARN Redaktion

Z

eit zum Jobben lässt dir das Medizinstudium kaum, und die monatlichen Zahlungen von Eltern oder BAFöG-Amt reichen längst nicht immer, um alle Kosten zu decken. Zum Glück gibt es einige weitere Möglichkeiten, den studentischen Lebensunterhalt wenigstens teilweise zu finanzieren. Die wichtigsten sind Kindergeld, Wohngeld, Stipendien, Kredite und Darlehen. Fast immer aber werden solche Leistungen und Hilfen nur unter ganz bestimmten Bedingungen gewährt, sind beispielsweise vom Alter abhängig oder sogar von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt.

KINDERGELD Diese staatliche Leistung erhalten in der Regel deine Eltern, sofern sie ganz oder überwiegend für deinen Lebensunterhalt aufkommen. Ist das nicht der Fall, kannst du selbst die Auszahlung beantragen. In diesen Fällen wird das Kindergeld direkt überwiesen, falls du dich in einer Ausbildung befindest, jedoch in der Regel nur bis zum 25. Geburtstag. Diese Höchstdauer kann sich durch Wehr- oder Zivildienst verlängern. Auch in Übergangsphasen zwischen zwei Ausbildungsabschnitten, also beispielsweise zwischen Abitur und Studienbeginn, kann Kindergeld für bis zu vier Monate gewährt werden.

Die Höhe des Kindergeldes beträgt seit 2010 monatlich je 184 Euro für das erste und zweite Kind, 190 für das dritte und 215 Euro für jedes weitere Kind. Dein sonstiges Einkommen darf im Kalenderjahr 8004 Euro nicht überschreiten, sofern du in der gesamten Zeit anspruchsberech-

ohne Kindergeld-Anspruch um ein Zwölftel. Falls du als Student BAFöG erhältst, wird dir das aber lediglich zur Hälfte als Einkommen angerechnet.

WOHNGELD Als BAFöG-Empfänger kannst du nur ausnahmsweise

allein oder in einer WG wohnst. Dabei spielt es heute keine Rolle mehr, ob von euch gemeinsam oder getrennt gewirtschaftet wird. Wohngeld wird zwar stets von Einzelpersonen beantragt, bei der Berechnung aber die Summe der Einnahmen aller Bewohner zugrunde gelegt. Ist einer der Bewohner Hauptmieter und schließt mit den anderen WG-Mitgliedern Untermietverträge, dürfen alle Bewohner einen eigenen Antrag stellen. Am besten geht ihr dann wenigstens beim ersten Mal alle gemeinsam zum Rathaus. Können keine schriftlichen Untermietverträge vorgelegt werden, ist nur der Hauptmieter in der Lage, Wohngeld überhaupt zu beantragen.

WOHNKOSTENZUSCHUSS tigt bist. Andernfalls sinkt die Einkommensgrenze mit j e d e m Monat

Wo h n geld erhalten, nämlich wenn dir dein BAFöG als Bankkredit gewährt wird. Wohngeld-Anträge von Studenten haben dagegen gute Erfolgsaussichten, wenn diese aus Altersgründen, wegen zu spätem Fachwechsel oder Überschreiten der Förderungshöchstdauer keinen BAFöG-Anspruch (mehr) haben. Einen Antrag kannst du stellen, wenn du

Diese Sozialleistung kommt für Studierende in Betracht, die BAFöG beziehen und bei ihren Eltern wohnen. Die aus Steuermitteln finanzierten Zahlungen werden gewährt, wenn angemessene Kosten für Unterkunft und Heizung nicht vollständig durch den im BAFöG schon enthaltenen pauschalen Betrag für das Wohnen gedeckt werden und auch nicht von dir selbst aus den Einkünften eines Jobs bezahlt werden können. Was als angemessen gilt, wird von den Kommunen festgesetzt, ist also von Stadt zu Stadt verschieden.

STIPENDIEN Im Grundsatz sind die von den bekannten Begabtenförderungswerken, beispielsweise der Studienstiftung des deutschen Volkes,

Fortsetzung auf Seite 2


Seite 2

September/Oktober 2011

MLZ

Digitaler Nachschlag

Alternative Finanzierungsquellen im Studium Fortsetzung von Seite 1

gewährten Leistungen dem BAFöG sehr ähnlich: Über die Höhe entscheidet zunächst das Einkommen der Eltern. Neben den Lebenshaltungskosten wird meist ein Büchergeld und eventuell ein Zuschuss zur Krankenversicherung gezahlt. Daneben gibt es eine „ideelle Förderung“ durch Kolloquien, Veranstaltungen und Beratungsangebote. Für

manche Stipendien kannst du dich direkt bewerben, für andere musst du von deiner Schule, Hochschule oder einer vergleichbaren Institution vorgeschlagen werden.

STUDIENKREDITE Anders als bei „normalen“ Darlehen wird nicht die ganze Summe

auf einmal ausgezahlt, sondern Monat für Monat der für Lebensunterhalt, Studiengebühren etc. erforderliche Teilbetrag. Wird der Kredit von einem Bildungsfonds gewährt, ist die Rückzahlung üblicherweise an die Einkommenshöhe nach Ende des Studiums gebunden. Verdienst du also aus vertretbaren Gründen anfangs nur

Lernen von Lurchen und Zebrafischen Regeneration geschädigter Körperteile Fortsetzung aus der MEDI-LEARN Zeitung 05/2011

I

nsbesondere die noch undifferenzierten Rezeptor-Vorläuferzellen junger Spendermäuse scheinen sich gut in die Netzhaut erwachsener Versuchstiere zu integrieren und dort in reife Fotorezeptoren zu verwandeln. Allerdings bleibt noch ungeklärt, inwieweit sie dann tatsächlich zum Sehvermögen beitragen können, und ob sich die Strategie auch auf den Menschen übertragen ließe.

Unterdessen wird das prinzipielle Potenzial regenerativer Therapien noch durch eine ganze Reihe weiterer Forschungsprojekte belegt. So besitzen mesenchymale Stammzellen, die sich in Blut und Knochenmark finden und als Vorläufer von Knochen-, Knorpel- oder Fettzellen fungieren, wahrscheinlich hohen therapeutischen Wert. Möglich ist, diese Zellen auf biokompatiblen

Kunststoffgerüsten mithilfe spezieller Wachstumsfaktoren zu lebenden Knochenersatzmaterialien heranzuzüchten. In einer Pilotstudie wird bereits bei ersten Patienten getestet, ob sich das Knochenersatzgewebe zur Heilung großer Knochendefekte einsetzen lässt. So genannte embryonale Stammzellen besitzen ein deutlich größeres Entwicklungs- und Verwandlungspotenzial, allerdings ist die Entnahme von Stammzellen aus menschlichen Embryonen ethisch

Liebe in Zeiten von Skype und ICQ Viele Studenten führen Fernbeziehungen MEDI-LEARN Redaktion

K

üssen kann man nicht alleine, und nicht nur deshalb ist die Liebe auf Distanz eine vertrackte Angelegenheit. Besonders schwer fallen Fernbeziehungen dann, wenn in deinem Leben gerade viel Neues passiert und der Partner nicht daran teilhaben kann. Die ersten Semester sind so eine Zeit, in der das Leben gründlich umgekrempelt wird – oft mit negativen Folgen für das Liebesleben. Denn plötzlich machst du all die Dinge, die bisher eurer Zweisamkeit vorbehalten waren, mit anderen Leuten: Sport, Kochen, das neue Zimmer streichen … Da ist Eifersucht fast unvermeidlich, und während der abendlichen Telefonate kommt es nach einem langen Uni-Tag ohne konkreten Anlass zu Streit und Tränen.

Wie gut die Fernbeziehung klappt, hängt von vielen Faktoren ab. Ohne Vertrauen läuft gar nichts, denn mit Kontrolle kommst du nicht weit – aber das gilt im Grunde für jede Partnerschaft. Seine Zeit trotz oder gerade wegen des Lerndrucks gut

im Griff zu haben und wenigstens die Wochenenden wirklich immer für das Liebesleben zu reservieren, ist beinahe ebenso wichtig. Wenn dir das in den ersten Semestern konsequent gelingt, gehen nachher ein paar wenige Ausnahmen kurz vor dem Physikum sicher in Ordnung. Bis dahin habt ihr längst

bewiesen, was eure Prioritäten sind und wie wichtig euch der Partner tatsächlich ist. Liebe in den Zeiten von Skype und ICQ ist also zu einem nicht geringen Teil Übungs- und Gewohnheitssache. Es hängt wohl vom Bezie-

wenig, bleiben auch die Raten gering. In anderen Fällen kann aber auch eine Rückzahlung erwartet werden, obwohl du vielleicht das erste Studium abgebrochen und ein anderes begonnen hast oder nach dem Abbruch arbeitslos bist. Dann droht dir als Kreditnehmer schlimmstenfalls die Privatinsolvenz.

höchst umstritten und in Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz verboten. Hoffnungen setzen viele Wissenschaftler daher auf das vor einigen Jahren entdeckte Phänomen, dass auch bereits differenzierte Körperzellen durch molekulargenetische Eingriffe wieder in einen quasi embryonalen Zustand zurückversetzt werden können. Diese reprogrammierten Zellen, auch induzierte pluripotente Stammzellen genannt, besitzen möglicherweise ein ähnlich unbeschränktes Entwicklungsvermögen wie die embryonalen Stammzellen selbst.

hungstyp ab. Manche tun sich damit schwerer als andere, was vermutlich nichts mit der Innigkeit der Gefühle zu tun hat, sondern eher damit, wie man „Nähe“ erlebt. Für den einen reicht da fast schon eine SMS, für den anderen muss es schnellstmöglich die gemeinsame Wohnung sein. Dabei hat zeitlich klar befristete Distanz bei richtiger Handhabung sogar Vorteile: Auch wenn es eigentlich doof ist,

freut man sich doch ein ganzes Stück mehr auf den anderen, wenn man sich nur am Wochenende sieht. Und jeden Abend gemeinsam gestalten zu müssen, ist auch nicht immer einfach.


September/Oktober 2011

Seite 3

MLZ

Digitaler Nachschlag

Uniwechsel in der Klinik Tausch kaum möglich, Direktbewerbung kompliziert MEDI-LEARN Redaktion

Quereinsteiger oder Studenten mit einem Studienplatz im Ausland haben ebenfalls schlechte Chancen.

EVENTUELL EIN SEMESTER LÄNGER STUDIEREN

E

ndlich hast du einen Studienplatz erhalten. Natürlich hast du ihn angenommen, auch wenn du dafür in eine Stadt ziehen musst, die vielleicht nicht deine erste Wahl war. Man kann sich nicht immer aussuchen, wo man studieren möchte, gerade bei Medizin, wo es immer deutlich mehr Bewerber als Studienplätze gibt. Viele setzen darauf, dass sie früher oder später die Uni wechseln können, wenn sie einmal angefangen haben.

TAUSCH FAST NUR NACH „PHYSIKUM“ MÖGLICH Doch Medizin ist auch in höheren Semestern zulassungsbeschränkt, sodass es nicht möglich ist, einfach so von Uni zu Uni zu wechseln. Grundsätzlich gibt es die beiden Möglichkeiten Tausch und Direktbewerbung. Ein Tausch ist nur möglich, wenn beide Tauschpartner genau gleich weit sind, also im gleichen Semester sind und die gleichen Scheine haben. Das ist z. B. direkt nach dem „Physikum“ der Fall, da dieses ein Staatsexamen ist, für das in ganz Deutschland ähnliche Voraussetzungen und Bedingungen gelten. In den Semestern davor oder danach zu tauschen, ist fast unmöglich, da der Ablauf des Medizinstudiums an jeder Uni anders ist und die Scheine in verschiedenen Semestern gemacht werden.

IM GROSSEN UND GANZEN SEHR KOMPLIZIERT

„Ich habe versucht, nach dem 6. Semester zu wechseln,“ sagt ein Student, für den es nicht möglich war, einen Tauschpartner zu finden. „Das war im Großen und Ganzen sehr kompliziert. Es ist wichtig, dran zu bleiben. Bei Direktbewerbung am besten persönlich bei der neuen Uni vorbeikommen und direkt zur zuständigen Person gehen. Damit sie dich kennt, vielleicht sympathisch findet und damit Dinge „möglich macht“. Es werden an jeder Uni Plätze durch Studienabbrecher frei oder dadurch, dass Studenten an andere Unis gewechselt haben. Diese sehr wenigen Plätze werden an Direktbewerber vergeben.

DIE UNI WILL FÜR SICH DAS BESTE RAUSHOLEN „Bei mir war letztendlich die Direktbewerbung in ein niedrigeres Semester erfolgreich, da ich für dieses die meisten Scheine schon hatte. Die Uni will für sich das Beste rausholen, deshalb nimmt sie lieber Studenten an, die schon so viel wie möglich absolviert haben.“ Aus diesem Grund wird es Probleme geben, wenn du z. B. an der alten Uni eine Prüfung endgültig nicht bestanden hast oder außerhalb der Regelstudienzeit liegst.

Wenn du aber in der Regelstudienzeit bist und in Kauf nimmst, eventuell ein Semester länger zu studieren, wärst du nicht der Erste, der mitten in der Klinik die Uni wechselt. Ein Schein ist übrigens ein bundesweit anerkanntes Dokument, welches jede Uni akzeptieren sollte. Bei Teilleistungen für Scheine ist das anders – das jeweilige Institut kann z. B. fordern, dass du einzelne Leistungen wie Praktika oder Seminare nachholen musst.

Das ist jedoch nicht die Regel – oft sind Institute und Studiensekretariate sehr entgegenkommend. Erkundige dich eher früher als später direkt bei der Uni (Studentensekretariat), damit du die Fristen kennst. Für einen Tausch liegen sie etwa einen Monat vor Beginn des Semesters an der neuen Uni. Für eine Direktbewerbung können sie eventuell früher liegen. Wenn du dich also während des Semesters vor dem geplanten Wechsel kümmerst, liegst du gut in der Zeit. Linktipp Ein Geben und Nehmen: Studienplatztausch bei MEDI-LEARN: http://www.medi-learn.de/studienplatztausch/index.php

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN Verlag GbR, ISSN 1860-8590 Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-262 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Jens Plasger und Dipl.-Päd. Kare Ahlschwede (Redaktionsleitung), Christian Weier (V.i.S.d.P.), Trojan Urban, Dr. med. Marlies Weier, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld Lektorat: Kare Ahlschwede, Ines Behlert Layout & Graphik: Kristina Junghans Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, www.pixelquelle.de, Artikelautoren, www.flickr.com Erscheinungsort: Marburg Der digitale Nachschlag erscheint zu jeder MEDI-LEARN Zeitung als Ergänzung, die du dir als PDF auf der MEDI-LEARN Seite herunterladen oder online anschauen kannst. Er beinhaltet Fortsetzungen von Artikeln aus der aktuellen Zeitung sowie weitere interessante Artikel und Berichte rund um die Medizin. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungsberichten und anderen Artikeln und belohnen die Autoren mit Fachbüchern. Alle weiteren Infos findest du unter www.medi-learn.de/artikel. Dieser Digitale Nachschlag ist Teil der MEDI-LEARN Zeitung. Die bisherigen Ausgaben findest Du unter: www.medi-learn.de/MLZ-Online

Digitaler Nachschlag 05/2011  
Digitaler Nachschlag 05/2011  

Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und ersc...

Advertisement