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MLZ

November/Dezember 2010

Digitaler Nachschlag

MS besser vorhersagen Neues Verfahren erlaubt zukünftig bessere Prognosen von Dr. Josef König (idw)

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in neues Verfahren erlaubt zukünftig bessere Prognosen über den Verlauf der tückischen Multiplen Sklerose (MS): Mediziner der Ruhr-Universität Bochum und der Freien Universität Amsterdam messen mit Hilfe der Kernspintomographie (MRT) die Ausweitung der Hohlräume (Ventrikel) im Gehirn der Patienten. Die Zunahme des Ventrikelvolumens geht einher mit der für MS typischen Schrumpfung der Hirnmasse (Hirnatrophie). Bereits im Frühstadium der Krankheit lassen sich mit MRT-Bildern Veränderungen im Gehirn messen und damit der weitere Krankheitsverlauf genauer beobachten und bewerten. Die Ergebnisse ihrer Langzeitstudie veröffentlichten die Forscher vor kurzem in der renommierten Zeitschrift „Jour-

nal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry“.

Fortschritte Belastend: der ungedurch Bildgebung wisse Krankheitsverlauf Untersuchungen mit modernen MS ist eine chronisch entzündliche und degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie tritt schon bei relativ jungen Menschen auf und kann zu dauerhaften schweren Behinderungen führen. Die Zahl der MS-Patienten in Deutschland wird derzeit auf ca. 120.000 geschätzt. Die Krankheit ist nicht heilbar, auch die Ursache ist noch nicht genau geklärt. Für die Patienten besonders belastend ist der bisher ungewisse und nur schwer vorhersehbare Verlauf. Bei der MS treten im Gehirn und im Rückenmark verstreut Entzündungen auf, die vermutlich durch den Angriff körpereigener Abwehrzellen auf

Klinische Notfallmedizin Fortsetzung aus der MEDI-LEARN Zeitung

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er Generalist in der Notaufnahme versteht sich zunächst einmal keinesfalls als Ersatz der anderen Fachdisziplinen, er versteht sich als Feuerlöscher, Detektiv und Patientenmanager in einem, in Zukunft hoffentlich mit einer Ausbildung als Facharzt für Notfallmedizin versehen, optimal ausgebildet, um vielschichtigste Patienten unter zunehmend erschwerten Arbeitsbedingungen optimal erstzuversorgen und sicher zu disponieren.

Große Zukunft

Die Klinische Notfallmedizin ist ein Fachgebiet mit großer Zukunft, und auch gerade deshalb interessant für Studenten und junge Mediziner. Mangels deutschsprachiger Literatur auf dem Gebiet der Klinischen Notfallmedizin muss vorerst noch zu großen Teilen auf

die Ummantelung der Nervenzellen (Myelin) verursacht werden. Außerdem kommt es aus verschiedenen Gründen zu einer Schädigung der Nervenfasern (Axone).

Material aus dem angloamerikanischen Sprachraum zugegriffen werden. Wie in kaum einem anderen Fachgebiet sind in der Klinischen Notfallmedizin andere Informationsressourcen im Web erhältlich, ein großer Anteil davon kostenlos. Zahlreiche, exzellent recherchierte englische Blogs und Podcasts existieren in England, Kanada, USA und Aus-

bildgebenden Verfahren wie MRT ergaben in den letzten Jahren, dass die Beeinträchtigung der Axone (u. a. gemessen an der globalen Schrumpfung der Gehirnmasse) der wesentliche Faktor bei der Entwicklung bleibender Behinderungen ist. Die Schädigungen treten nicht nur in chronischen Verlaufsformen oder späten Stadien der MS auf, sondern schon sehr frühzeitig – im Grunde von Anfang an.

Bisherigen Methoden überlegen

Dr. Carsten Lukas, Leiter der Arbeitsgruppe MR Bildanalyse am St. Josef-Hospital, Klinikum der RUB,

tralien, der Zugriff auf diese ist als Mail, RSS-Feed oder via Website unkompliziert möglich. Im Folgenden sind einige besonders gelungene Exemplare als Links aufgeführt. Im Gegensatz zu den Ressourcen im deutschen Sprachraum enthalten diese nicht nur interessante medizinische Informationen, sondern verfügen zudem über einen hohen Unterhaltungswert. Meines Wissens nach existiert derzeit kein vergleichbares Angebot im deutschen Sprachraum,

hat gemeinsam mit Kollegen vom MS Center der Freien Universität Amsterdam 54 MS-Patienten im Frühstadium über einen Zeitraum von fünf Jahren beobachtet. Die Zunahme des Ventrikelvolumens (Aufweitung der inneren Liquorräume) zu messen und über den Beobachtungszeitraum zu vergleichen, erwies sich als „überlegen gegenüber den bisherigen Methoden“, so Dr. Lukas. „Das Verfahren ist geeignet, um eine Prognose der zukünftigen Behinderung durch die Erkrankung abzugeben.“ Bereits im Frühstadium der MS lassen sich geringe krankheitsbedingte Veränderungen im Gehirn anhand von MRT-Bildern nachweisen. Damit seien gute Voraussetzungen für die genaue Beobachtung und Bewertung des weiteren Krankheitsverlaufs gegeben, sagt der Facharzt für Neurologie und Radiologie im Klinikum der RUB. „Auch bei zukünftigen Therapiestudien ist das Verfahren ein vielversprechender prognostischer Ansatz.“

Blogs und Podcasts: • www.lifeinthefastlane.com • www.keepingupinem.com • www.academiclifeinem. blogspot.com • www.emergentprocedures. com/emergentprocedures. com/Procedures.html • http://blog.emcrit.org Blog von Lars Lomberg: • www.medi-learn.de/blog_lars ich versuche mich aktuell unter dem unten angegebenen Link an einem deutschen Äquivalent. Leider fehlt mir aktuell als „One-ManShow“ noch die Expertise und Erfahrung mit diesem Medium, ich bin über jede Art konstruktiver Kritik jedoch sehr dankbar. Mein Blog enthält weitere interessante Links zum Thema, eigene Meinungen, Ideen und Geschichten rund um das Thema Klinische Notfallmedizin/ Interdisziplinäre Notaufnahme.

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Digitaler Nachschlag 05/2010  

Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und ersc...

Digitaler Nachschlag 05/2010  

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