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Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

ZEITUNG

Digitaler Nachschlag der Ausgabe 05/08 November/Dezember 2008 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de

Digitaler Nachschlag

Die nächtlichen Helfer

Jobben im Studium

Mikroblutungen im Gehirn

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Eine Nightline ist ein telefonischer Hilfsdienst von Studenten für Studenten. Ob Prüfungsangst, Beziehungsstress oder finanzielle Sorgen - die Nightliner haben immer ein Ohr für dich offen.

Rund zwei Drittel der deutschen Studis bessern ihr knappes Budget mit Nebenjobs auf. Ob in den Semesterferien oder in der Vorlesungszeit. Jedoch gibt es einiges zu beachten.

Heidelberger Sportmediziner haben nachgewiesen, dass es bei Bergsteigern, die eine lebensbedrohliche Hirnschwellung erleiden (Höhenhirnödem), zu kleinen Einblutungen ins Gehirn kommt.

8 Monate am Ende der Welt Medizin studieren in Chile

Fortsetzung aus der MEDI-LEARN Zeitung 05/08

Lockere Arbeitszeiten

Der Tag beginnt je nach Station zwischen sieben und acht Uhr mit Untersuchung sämtlicher Patienten. Das ist hier Aufgabe der Studenten der Studienjahre fünf bis sieben. Täglich werden Evaluationen geschrieben, Medikamente kontrolliert und gegebenenfalls Untersuchungen angesetzt. Zu Beginn hatte ich natürlich noch einige Sprachprobleme und konnte nicht immer ganz folgen, aber das besserte sich von Tag zu Tag. Am Ende war es dann gar nicht mehr so schwer, selbst eine komplette Anamnese zu schreiben. Übrigens: Im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern können in Chile viele Englisch sprechen, vor allem unter der jüngeren Bevölkerung, manche sogar deutsch.

Als ausländischer Student wird man nicht so in die

Mangel genommen

Außerdem gab es jeden morgen eine Visite mit Stations- und Oberärzten, manchmal auch mit dem Chefarzt. Oft stellten die Studenten die Patienten vor und mussten Fragen dazu beantworten können. Als ausländischer Student wird man nicht so in die Mangel genommen, aber wenn man die eine oder andere Frage beantwortet, freut das die Ärzte und man wird besser integriert. Bis zehn oder elf Uhr waren alle mit dem Untersuchen und Niederschreiben der Ergebnisse beschäftigt. Danach ging es in den OP, in die Poliklinik oder in die Pause. Mittags war meist noch eine Stunde Studentenunterricht zu einem ganz bestimmten Thema angesetzt, gelegentlich mit

Test. Gehen konnte ich eigentlich, wann ich wollte. Manchmal war ich schon um zwölf zu Hause, wenn kein Unterricht stattfand, oder ich blieb noch bis nachmittags im OP oder der Poliklinik. Meine Arbeitszeiten waren recht locker und ich konnte mir aussuchen, was ich sehen wollte.

So ist Chile

Die Chilenen sind ein sehr lustiges, offenes und lebensfrohes Völkchen. Trotzdem sie in Südamerika zurückhaltend und ruhig gelten, merkt man doch das südländische Temperament. Oft wird man auf der Straße angesprochen und man muss als europäisch aussehende Frau viele Kommentare von Männern über sich ergehen lassen. Nicht alle, aber viele sind auch nett und ehrlich gemeint. Man gewöhnt sich auf jeden Fall daran. Mich hat das nach einer Weile kaum noch gestört, es gehört eben dazu! Der Verkehr ist geregelter als in manch anderen Ländern, aber man muss trotzdem als Fußgänger sehr aufpassen, frei nach dem Motto: „Der Stärkere gewinnt.“ Nach meiner Erfahrung werden Fußgänger selten vorgelassen. Ob man sich mit einem Fahrrad auf die Straßen wagen will, muss jeder selbst entscheiden, ab und zu hab ich es mal gemacht. Fast alle Chilenen sind sehr patriotisch. Wenn man das Glück hat zum Nationalfeiertag am 18. September in Chile zu sein, kann man viel sehen und erleben. Überall hängen Flaggen, es gibt kleine und große Volksfeste, auf denen der Nationaltanz Cueca getanzt, gegrillt und Pisco Sour und Chicha getrunken wird. Die Fiestas Patrias sind ein großes Ereignis und es wir eine ganze Woche lang gefeiert!

Einfach mal Pause machen und genießen!

Chile gilt als das sicherste Land Südamerikas

Sowohl zum Leben als auch zum Reisen, gilt Chile als sicherstes Land Südamerikas. Diebstähle und Kriminalität treten weniger häufig auf als in anderen Ländern. Trotzdem sollte man doch gut auf seine Sachen achten, nichts unbeaufsichtigt herumstehen lassen oder Wertsachen zu offensichtlich am Körper tragen. In Gegenden mit vielen Touristen und großem Gedränge wird am häufigsten gestohlen. Leider ist auch mir etwas entwendet worden, aber das lag an meiner Unvorsichtigkeit und ich habe es erst im Nachhinein bemerkt. Unsicher gefühlt habe ich mich indes fast nie.

Reise, Reise

Während des Semesters bin ich oft übers Wochenende etwas gereist, aber vor allem nach Semesterende Anfang Dezember hatte ich noch viel Zeit, um mir das Land anzugucken. Es lohnt sich auf jeden Fall! Vor allem die atemberaubende Natur muss man gesehen haben.

In der Nähe von Concepción lohnt es sich, an die Flussmündung des Flusses Bío-Bío zu fahren, auf die Halbinsel Coliumo oder an die unzähligen anderen schönen Strände mit kleinen Fischerorten. Es gibt eine alte Kohlemine in Lota, ungefähr eine Stunde mit dem Bus entfernt, ein altes Kriegsschiff in Talcahuano und den kleinen Parque Tumbes an der Küste. Das sind nur einige Bespiele für nähere Ausflugsziele. Ebenso kann man übers Wochenende auch mal nach Valdivia, Santiago oder zu dem Vulkan Antuco fahren. Von einem Ort zum anderen kommt man fast immer gut und günstig mit dem Bus. Für weiter entfernte Ziele lohnt es sich, nach Flügen zu suchen bei den drei recht guten Fluglinien Chiles. Oft gibt es sehr günstige Angebote und Rabatte.

Mein Favorit ist Patagonien mit seinen

Gletschern und Fjorden Als mein Favorit sei Patagonien ganz im Süden zuerst genannt: Neben dem bekannten Parque Nacional Torres del Paine gibt es noch viele lohnende Ziele mit riesigen Gletschern, Fjorden und unglaublich schönen Landschaften. Nachdem ich jetzt schon einmal da war, möchte ich dorthin unbedingt noch einmal reisen, um zum Beispiel Feuerland oder die schroffe Natur um die Carretera Austral zu bewundern! Sehenswert im Norden sind die Hochgebirgslandschaft der Anden und die trockenste Wüste der Welt, die Atakama-Wüste. Wer Spaß am Wandern und Klettern hat, kommt auch auf seine Kosten, denn mit entsprechender Ausrüstung kann man unzählige erloschene oder aktive Vulkane besteigen, die es vom äußersten Norden bis auf Feuerland gibt. Fortsetzung auf Seite 2


Seite 2

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Medizin studieren in Chile Fortsetzung von Seite 1

Geht ins Ausland!

Ich bin sehr froh, dass ich mich zu dem Aufenthalt in Chile entschlossen habe und acht Monate dort leben konnte. Zum Beispiel, dass man sich in einem unbekannten Land fern von der gewohnten Umgebung zurechtfinden kann. Auch in schwierigen Situationen fand sich immer eine Lösung. Weiterhin lernte ich ein anderes Gesundheitssystem mit unterschiedlichen Krankheiten, oft weniger Handlungsspielraum und anderen Hygienevorschriften als bei uns kennen. Und ganz nebenbei hat der Aufenthalt

dazu beigetragen, dass ich eine weitere Fremdsprache fließend spreche und viele tolle Freude gefunden habe. Ich rate jedem dazu, während des Studiums die Möglichkeit zu nutzen und eine Zeit lang ins Ausland zu gehen! Surftipps: Universität Concepción: www.udec.cl Universität Valdivia: www.uach.cl Nationale Fluglinien: www.lan.cl, www.skyairlines.cl, www.aereolineasdelsur.cl Tourismus: www.sernatur.cl

Sonnenaufgang am Meer genießen

Die nächtlichen Helfer Telefonische Hilfsdienste von Studenten für Studenten von MEDI-LEARN

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ine Nightline ist ein telefonischer Hilfsdienst von Studenten für Studenten. Ob Prüfungsangst, Beziehungsstress oder finanzielle Sorgen – die ehrenamtlichen Nightliner leihen dir bei großen und kleinen Problemen gern ein Ohr. In Deutschland gibt es die Studi-Seelsorge bereits an den Unis Heidelberg, Freiburg und Münster.

Die Nightliner sind in den späten Abend- und frühen Morgenstunden zum Normal-Tarif zu erreichen. Die Gespräche sind absolut anonym, auch die Nummer des Anrufers erscheint nicht auf den Displays der Nightline-Zentralen. Der Anrufer kann zwischen einem weiblichen und einem männlichen Gesprächspartner wählen.

keiten reichen. „Die Gespräche sind zum Teil schon lang und inhaltlich nicht einfach“, so Christian, „Eine wirkliche Belastung stellen sie für mich aber nicht dar. Gespräche, mit denen man nicht gut klar kommt, können in unserer Supervision besprochen werden.“

Erst einmal zuhören

Wer sitzt am Telefon?

Die Nightliner sind keine ausgebildeten Psychologen, sondern ganz normale Studenten unterschiedlicher Fakultäten, die allerdings eine spezielle Schulung absolviert haben. „Um Dienste zu übernehmen, muss man an einem Fortbildungswochenende teilnehmen, das einmal im Semester stattfindet und von ausgebildeten Psychologen geleitet wird“, erklärt Christian.

Das Modell des nächtlichen Sorgentelefons für Studenten kommt ursprünglich aus Großbritannien und ist dort weit verbreitet. An der Uni Heidelberg ist bereits 1994 die erste deutsche Nightline entstanden. Eine weitere wurde 2002 in Freiburg gegründet. Die Münsteraner Nightline gibt es seit 2007. Die drei Dienste arbeiten zusammen. Als mildtätige Vereine finanzieren sie sich über Spenden und Sponsoring. Die Mitarbeiter sind ehrenamtlich beschäftigt.

Die Nightline bietet den Anrufern in erster Linie eine Möglichkeit, über die Dinge zu reden, die ihnen auf der Seele brennen. „Es ist nicht unser Ziel, eine Lösung für das jeweilige Problem vorzuschlagen. Wir hören erstmal zu. Wenn dadurch jemand die Lösung zu seinen Problemen findet, ist das natürlich super, aber häufig ist dem Anrufer schon mit dem Zuhören geholfen“, erzählt Christian, ein Medizinstudent, der zusammen mit einem Kommilitonen die Münsteraner Nightline gründete. Darüber hinaus verfügen die Hilfshotlines über Datenbanken mit verschiedenen Kontaktadressen. Bei speziellen Problemen können sie den Anrufer so an einen geeigneten Ansprechpartner weiterleiten. Notfalls helfen sie auch bei der Internetrecherche.

Der Wunsch zu helfen

Was bewegt einen Studi dazu, sich mit den Problemen anderer Leute zu befassen. Und wie kommt er damit zurecht? „An der Arbeit als Nightliner gefällt mir das Gefühl, für andere da zu sein“, erklärt Christian. Pro Nacht hat die Münsteraner Hotline durchschnittlich zwei Anrufer, deren Sorgen von kleinen Kümmernissen bis zu existenzbedrohlichen Schwierig-

Modell aus Großbritannien

So wirst du zum Nightliner

Bei der Nightline kann jeder mitmachen, der Lust hat, anderen Menschen zu helfen. Wenn du Nightliner werden möchtest, solltest du an einem der regelmäßig stattfindenden Einweisungswochenenden deiner ortsansässigen Nightline teilnehmen.

Wenn es an deiner Uni noch keine Nightline gibt, kannst du die Sache in die eigene Hand nehmen und Gründer werden! Bei den tausend Schritten, die dabei zu bedenken und zu beachten sind, unterstützen dich die bereits bestehenden Sorgentelefone gern mit ihrer Erfahrung. Christian zählt auf, was nötig ist, um eine Nightline zu gründen: „Zunächst braucht man natürlich ein paar engagierte Leute. Danach ist es sinnvoll, einen Verein zu gründen, um Spenden annehmen zu können. Um die Nightline an der Uni bekannt zu machen, sollte möglichst viel Werbung und Pressearbeit betrieben werden. Natürlich braucht man einen Telefonanschluss und nach Möglichkeit Räumlichkeiten.“ Für weitere Infos schaust du am besten ins Netz – oder rufst bei einer der Lines durch! Kontaktdaten Nightline Heidelberg: 06 221/18 47 08 (Mo. - Fr.: 21 - 02 Uhr) info@nightline- heidelberg.de Nightline Freiburg: 0761/20 39 375 (Di. - So. 21 - 01 Uhr) nightline-freiburg@web.de Nightline Münster: 0251/83 45 400 (Mo. - Fr. 21 - 01 Uhr) info@nightline-muenster.de


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Jobben im Studium

Krankenkasse toleriert wird. Solche Mehrverdienste sind allerdings höchstens für zwei Monate pro Jahr zugelassen.

Was du darüber wissen musst

Fortsetzung aus der MEDI-LEARN Zeitung 05/08

D

er Arbeitgeber muss für geringfügig Beschäftigte übrigens trotzdem einen pauschalen Sozialversicherungsbeitrag (Krankenversicherung, 13 Prozent des Bruttoeinkommens; Rentenversicherung, 15 Prozent d. Bruttoeink.) und einen Steuerbeitrag (2 Prozent d. Bruttoeink.) zahlen. Die Steuer kann er auf den Arbeitnehmer abwälzen. Du kannst im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung freiwillig einen Eigenbeitrag in die Rentenversicherung zahlen, der sich nach der Höhe deines Einkommens richtet.

Wenn du Monat verdient

in einem mehr hast, weil

Die Dauer einer kurzfristigen Beschäftigung darf einen jährlichen Arbeitszeitraum von zwei Monaten (bei einer 5-Tage-Arbeitswoche) bzw. 50 Kalendertagen (die nicht am Stück abgearbeitet werden müssen) nicht überschreiten. Sie ist weder für den Arbeitnehmer noch für den Arbeitgeber sozialversicherungspflichtig und kann auch neben anderen Arten der Beschäftigung ausgeübt werden, ohne sozialversicherungspflichtig zu werden.

Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigung über 800 Euro

Beschäftigung bis 800 Euro

Wenn du mehr als 800 Euro im Monat verdienst, musst du auch als Student Sozialversicherungsabgaben zahlen, zumindest den vollen Rentenversicherungsbeitrag in Höhe von 9,95 Prozent des Bruttoeinkommens. Dies gilt jedoch nicht für die Ferienzeit. In den Semesterferien kannst du limitfrei Geld scheffeln, ohne beitragspflichtig zu werden (s.o.).

Bei einer geringfügigen Beschäftigung bis 800 Euro müssen in der Regel Sozialabgaben gezahlt werden, es sei denn, man ist Student und arbeitet durchschnittlich nicht mehr als 20 Stunden in der Woche (s.o.). Der vom Arbeitnehmer zu zahlende Sozialversicherungsbeitrag richtet sich nach der Höhe seines Einkommens, er kann jedoch freiwillig seinen Rentenversicherungsbeitrag in voller Höhe zahlen (also 9,95 Prozent). Der Arbeitgeber hingegen muss in jeden Fall 50 Prozent des Höchstsatzes zahlen.

Schriftlicher Arbeitsvertrag

Überschreiten von Einkommensgrenzen Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind Teil des Einkommens! Du solltest also darauf achten, ob du durch eine solche Prämie keine relevante Einkommensgrenze überschreitest (z.B. die 800-Euro-Grenze). Ansonsten hat nicht jede Überschreitung der Einkommensgrenze sofort Auswirkungen auf den zu zahlenden Sozialversicherungsbeitrag.

Kurzfristige Beschäftigungen

du unvorhergesehen eine Kranken- oder Urlaubsvertretung übernehmen musstest, gilt das als Ausnahme, die von der

Auch wenn manche Chefs versuchen, sich darum zu drücken – dir als Arbeitnehmer steht ein Arbeitsvertrag zu, der deine Pflichten, aber auch deine Rechte festhält. Das gilt für alle Beschäftigungsverhältnisse, die länger als einen Monat bestehen, also auch für 400-Euro-Jobs. Spätestens einen Monat nach Beginn der Beschäftigung muss der Arbeitgeber dir ein unterschriebenes Exemplar eines Arbeitsvertrages aushändigen, in dem vor allem folgende Punkte vermerkt sein sollten: eine Beschreibung der von dir zu leistenden Tätigkeit, die Dauer der Beschäftigung, die Zusammensetzung und Höhe des Arbeitsentgeltes und die Fälligkeit der Zahlungen, die Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs sowie die Kündigungsfrist. Ändern sich die

Arbeitsbedingungen, muss auch ein neuer Vertrag her.

Krankheit und Urlaub

Im attestierten Krankheitsfall muss der Arbeitgeber sechs Wochen lang deinen Lohn fortzahlen. Die Krankheitsbescheinigung ist ihm innerhalb von drei Tagen und auf seinen Wunsch auch früher auf der Arbeit vorzulegen. Anrecht auf Urlaub hat man ab einer Beschäftigungsdauer von über einem Monat. Die Anzahl der dir jährlich zustehenden Urlaubstage ist entweder über einen Tarifvertrag betriebsintern geregelt, oder es gilt die staatlich festgelegte Mindesturlaubszeit von 20 Werktagen bei einer Fünf-TageWoche. Der Urlaub wird anteilig berechnet – je weniger Stunden du arbeitest, desto weniger Urlaub steht dir zu. Kann der zustehende Urlaub während der Dauer der Beschäftigung nicht genutzt werden, wird er ausgezahlt.

Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld

Zu einmaligen Zahlungen wie dem Urlaubs- oder Weihnachtsgeld ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, er zahlt sie freiwillig. Gratifikationen sind nur dann verbindlich, wenn sie im Tarifvertrag stehen. Wenn jedoch eine Gratifikation ausgezahlt wird, müssen alle Arbeitnehmer davon profitieren. Der so genannte Gleichsetzungsgrundsatz verbietet, Personengruppen oder Einzelpersonen innerhalb des Betriebes davon auszuschließen. Des Weiteren ist zu bedenken, dass Prämien wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld als ein Teil des Gehalts angesehen werden, wodurch sich eventuell die Art der Beschäftigung verändern kann (z.B. von einem 400Euro-Job hin zu einer geringfügigen Beschäftigung unter 800 Euro, s.o.).

BAföG

Auch für BAföG-Empfänger gibt es eine Höchsteinkommensgrenze, bei deren Überschreitung die Förderungssumme gekürzt wird. Seit dem 1. Januar 2008 sind es 400 Euro (zuvor 350 Euro), die du im Monat dazuverdienen darfst, ohne dass sich der monatliche Zuschuss verringert. Fortsetzung auf Seite 4


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Was du darüber wissen musst Fortsetzung von Seite 3

Kindergeld

Kindergeld gibt es für Studierende bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres bzw. bis zum Studienabschluss des Erststudiums, falls dieser früher eintritt. Es wird bei Beurlaubung nicht weitergezahlt, mit Ausnahme von Ausfall durch Krankheit, Mutterschutz oder Pflichtpraktika. Ab einem Bruttojahreseinkommen von 7.680 Euro wird dir kein Kindergeld mehr gezahlt. Für BAföGEmpfänger ist wichtig, dass in diesem Zusammenhang nicht nur der Verdienst aus Nebenbeschäftigungen, sondern auch die Hälfte der jährlichen BAföG-Einkünfte als Einkommen gilt!

Familienversicherung

Wenn du über ein Familienmitglied mitversichert bist, darfst du in abhängiger Beschäftigung durchschnittlich nicht mehr als 400 Euro im Monat verdienen. Ist dein Einkommen höher, musst du eine eigene Versicherung abschließen. Bei Einkünften aus selbstständiger Beschäftigung oder aus Zinsen beträgt das Höchsteinkommen hier 355 Euro.

Überblick ist Trumpf

Bei der Aufnahme eines Jobs neben dem Studium stellen sich zwei wichtige Fragen: „Welchen Umfang hat die Stelle?“ und „Wie viel verdiene ich?“. Von diesen Faktoren hängt ab, ob du Abgaben zahlen musst und in

welcher Höhe diese ausfallen (anfallen). In diesem Zusammenhang ist auch zu bedenken, dass ab einer bestimmten Einkommenshöhe Zuschüsse wie BAföG oder Kindergeld gekürzt werden oder gar ganz wegfallen können. In Grenzfällen musst du strategisches Denken an den Tag legen: Bei einem monatlichen Einkommen von 650 Euro macht es Sinn, auf zehn Euro im Monat zu verzichten, um das Kindergeld in Höhe von rund 150 Euro nicht zu verlieren. Der Chef wird in der Regel nichts dagegen haben, dein Gehalt abzurunden! Wichtig ist auch, dass du über deine Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer Bescheid weißt und dass diese schwarz auf weiß in einem Vertrag festgehalten sind. Nur so hast du im Zweifelsfall die Möglichkeit, deine Ansprüche durchzusetzen.

Es ist ein Nebenjob!

Und natürlich solltest du beherzigen: Ein Nebenjob ist ein Nebenjob. Das Studium hat Priorität und ein Medizinstudium ist arbeitsintensiv. Für die Vor- und Nachbereitung der Veranstaltungen, für die Prüfungsvorbereitung – und auch für die Erholung – solltest du genügend Zeit einplanen. Weitere Tipps und Infos zum Thema Jobben im Studium bekommst du beim AstA deiner Uni. Viel Erfolg im Nebenjob wünscht dir MEDI-LEARN!

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Elisabethstr. 9 35037 Marburg 064 21 620 15-0 info@medi-learn.de

Weitere Infos und Anmeldung unter:

www.medi-learn.de /kurse

Leistungen für Studenten während des Studiums

Checkliste für die abhängige Beschäftigung Abgaben, die eventuell zu zahlen sind: Lohnsteuer: - zu zahlen ab einem Einkommen von ca. 10.800 Euro jährlich / 900 Euro monatlich - richtet sich prozentual nach der Steuerklasse Sozialversicherungsbeiträge: - nicht zu zahlen von Studenten, deren Arbeitszeit unter 20 Wochenstunden liegt und deren monatliches Einkommen 800 Euro nicht überschreitet - nicht zu zahlen bei 400-Euro-Job und kurzfristiger Beschäftigung - richten sich nach der Einkommenshöhe Leistungen, die evtl. wegfallen können: Kindergeld: - fällt weg ab einem Einkommen von 7.680 Euro jährlich / 640 Euro monatlich - Hälfte der jährlichen Bafög-Einkünfte wird als Einkommen angesehen Familienversicherung: - fällt weg bei einem monatlichen Einkommen von mehr als 400 Euro BAföG: - Kürzung des monatlichen Zuschusses bei einem Einkommen von mehr als 400 Euro im Monat Arbeitsvertrag: - Aufzustellen bei einer Beschäftigungsdauer von über einem Monat - muss spätestens einen Monat nach Beschäftigungsbeginn vorliegen - Jede Änderung der Arbeitsbedingungen erfordert einen neuen Vertrag Wichtigste Punkte: • Beschreibung der zu leistenden Tätigkeit • Dauer der Beschäftigung • Zusammensetzung und Höhe des • Arbeitsentgeltes • Fälligkeit der Zahlungen • Dauer des jährlichen • Erholungsurlaubs • Kündigungsfrist


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Mikroblutungen im Gehirn - eine Gefahr Lebensgefährliche Hirnschwellung hinterlässt Spuren / Gefährdete Bergsteiger können vorsorgen von Dr. Annette Tuffs (idw)

Wenn den Gefäßen der Sauerstoff fehlt, schlagen sie leck

Bewusstseinstrübungen, Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen, Erbrechen – ein Höhenhirnödem ist eine gefährliche Erkrankung, die bei Bergsteigern in Höhen ab 4.000 Metern auftreten und innerhalb von 24 Stunden zu Koma und Tod führen kann. In der „dünnen Luft“ mangelt es an Sauerstoff, die Blutgefäße schlagen leck und Flüssigkeit sammelt sich im Hirngewebe an. Da sich das Gehirn im knöchernen Schädel nicht ausdehnen kann, kommt es zum gefährlichen Druckanstieg. Das Höhenhirnödem kommt selten vor, endet aber häufig tödlich. In Höhen zwischen 4.000 und 5.500 Metern sind zwischen 0,5 und 1,5 Prozent der Bergsteiger betroffen; 40 Prozent der Erkrankten überleben einen Anfall nicht. Mit Hilfe der MRT, die Gewebestrukturen detailliert darstellt – hat Professor Peter Bärtsch, Ärztlicher Direktor der Abteilung Sportmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg, in Zusammenarbeit mit Neuroradiologen aus Göttingen und Erlangen, erstmals überlebende Betroffene untersucht:

Bei allen Bergsteigern waren im so genannten Balken – der Verbindung zwischen den beiden Hirnhälften – Eisenablagerungen als Zeichen von Mikroblutungen zu sehen, obwohl die Hirnschwellung bereits zwischen zwei und 31 Monate zurücklag und die Sportler keinerlei Beschwerden mehr verspürten. „Bei Patienten, die nur von der Bergkrankheit aber nicht von einem Höhenhirnödem betroffen waren, konnten wir keine Mikroblutungen feststellen“, sagt Professor Bärtsch. Die Bergkrankheit geht ebenfalls mit Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit einher und wird als Vorstufe des Höhenhirnödems angesehen.

Verfassung verlassen und die empfohlenen Ruhezeiten nicht einhalten. „Es kann den Fittesten treffen“, warnt Professor Bärtsch. „Der beste Schutz vor Höhenkrankheiten ist ein langsamer Aufstieg. Die Schlafhöhe sollte über 2500 m pro Tag um nicht mehr als 300 bis 500 m steigen.“ Ein Gipfel lässt sich eben nicht erstürmen – sondern höchstens erklimmen. Die aktuellen Forschungsergebnisse sind in der Zeitschrift „Journal of Cerebral Blood Flow & Metabolism“ publiziert.

Der Mensch im Mittelpunkt! WEBSITE

Mikroblutungen sollten Anlass zu Vorsorge sein

Kapitel 19

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· Geschmac Geschma hmackk und Geruch Geru ruch

Reiztrans

ä 19.2. Riechstörungen

rungen sind häufig, wobei die Ursachen meist in einem

duktion. Der Kontakt zwischen Defekt des Rezeptorproteins zu suchen sind, seltener Rezeptor löst einen intrazellu spielen zentrale Missbildungen eine Rolle. Eine angeboDuftstoff chanismus und (second messenger lären Signalverstärkungs rene komplette Anosmie ist eine seltene Erkrankung. Biochemische me-Kaskade) aus (. Am Methoden wird sie für das sog. Kallman-Syndrom beAbb.häufigsten 19.8 A). Duftmoleküls zeigten, dass die Bindung an den spezifisch schrieben, ebenso beim Turner-Syndrom (X0). Die meisaktiviert und eines dies wiederum en Rezeptor ein G -Protein olf Dies führt das Enzym dazu, dass Adenylatz die Konzentr Zelle schnell ation von cAMP yklase. ansteigt und wieder abfällt. clamp-Technik in der Mithilfe der war Zilienstrukturen es möglich, selbst patch aus den (< 0,5 μm) zustanzen kleine Membran sehr feinen (. Abb. 19.8 flecken B). Experime von der zytosolisc nte daran zeigten, aushen Seite der cAMP direkt dass Zellmembran Ionenkanäle aus durch ein- und zweiwerti unspezifisch permeabel ge Kationen (. Abb. 19.8 für geöffnet werden C). Sie gehören können klische Nukleotid zur Superfam ilie der durch e (cAMP/c näle, den sog. zyCNG-Kanälen GMP) aktivierten IonenkaAktivierung (s. eines einzigen auch Sehtransduktion). Duftmolekül Die Rezeptorproteins kann 1.000–2.0 durch ein erzeugen und 00 solcher entsprechend cAMP-Moleküle erklärt die viele Ionenkan ungewöh äle öffnen. stimmte Duftstoff nlich niederen Schwellen Dies e. Die einström werte Ca 2+) bewirken enden Kationenfür beeine Depolaris der Zelle. Am ation, das Rezeptorp (Na+, Übergang otenzial zum Nervenfo lokalen Potenzial rtsatz e in eine Erhöhung werden diese frequenz umgesetz der Aktionsp t. otenzial-

NEU

19

433 en auf einer respiraten Störungen des Geruchssinns beruhen ierzu zählen neben torischen oder konduktiven Störung. Hierzu den Grippehyposmien und -anosmien auch Nasenfremdakologisch chemische körper, Tumoren, Polypen und pharmakologisch anid- und Chlorverund industrielle Schadstoffe (Blei-, Zyanidbindungen). Riechstörungen, die ihre e Ursache im zentralen Bereich haben, sind meist traumatisch, h, degenerativ oder durch hirnorganische Prozesse bedingt. ngt. Hierbei spielen Schädel-Hirn-Traumen nach schweren en Kopfverletzungen, moren der vorderen sowie subdurale Blutungen und Tumoren Schädelgruppe eine wichtige Rolle.. Auch bei einem Teil der ten GeruchshalluzinatioSchizophrenien und Epilepsien treten rkrankungen, wie Alznen auf, und neurodegenerative Erkrankungen, e ausgeprägte Hyposmie heimer oder Parkinson, zeigen eine als Erstsymptomatik.

3Adapt ation. An diesen tige Ca 2+-Empfindli CNG-Kanäle n wurde eine chkeit Innenseite funktionell der Membran, gefunden. Je weniger 2+ wichCa -Ionen desto keit des Kanals. auf der Da Ca 2+ durch höher ist die Öffnungsw . Abb. 19.8. Kanalöffnu den Kanal ahrscheinlic Schema der ng die Ca 2+ fließt, wird her Transdukti A Die Bindung -Konzentra sich kurze Mitwirkung tion in der onskaskad Zeit nach eines Duftstoffm von Calmodulin e in Riechzellen Zelle erhöhen tstoffmolek protein bewirkt Riechz Prozess, der oleküls den Kanal üls an ein und unter . eine G-Protein-v abschalten zur spezifische otein-verm zyklase (AC), (. Abb. 19.8 strömende 2+ Adaptation auf zellulärer Rezeptorittelte Aktivierung s Rez die einen Anstieg ermittelte D). Ein Ca kann Ebene beiträgt. stieg kann direkt zusätzlich 2+ und durch Ade einen unspezifisc von cAMP in der Zelle der AdenylatCa -aktivierte Das einden erhöhten fischen Sinneszelld hervorruft. hervorruf Chloridkan Chloridauss risation beitragen. endriten öffnen. hen Kationenkanal cAMP trom zur Verstärkung äle öffnen in der Membran n. fleckchens aus dem Zilium B Schema der Entnahme Membra der Depolades clamp-Pipe einer eines Mem Membrantte. Die zytoplasma Riechsinneszelle Elektrische . Abb. bran 19.7.zeigt Riechrezeptorproteine. A Schematische Darstellung Riechschleimhaut, die den Rezeptor R14 bzw. R18 exprimieren. mithilfe matische tische Zellsignale patch nach außen Seite der entnomme der pa pressionsmuster von olfaktorischen Rezeptorder sieben transmembranen Domänen Riech-nen D Topographisches Expressionsmuster (inside die Wirkung de eines menschlichen MemMe von Reizsubstan out-Konfiguration). thel der Ratte. Die Rezeptormarkierung wurde rezeptorproteins. subtypen im Riechepithel Auf diese MembraninB Dreidimensionales ! Die Reaktione nzenModell eines Riechrezeptors, nenseite getestet zen auf Rezeptor-Kanal-Komp Weise kann n der Sinneszell idisierungstechnik erreicht. (Nach Professor durch die in situ Hybridisierungstechnik abgeleitet des Sehfarbstoffes Rhodopsin. C Ver-lexe zelleaus t werden. aufStrukturdaten Zugabe von bis auf das der d en auf Duftreize C Reaktion Duftstoff. molekular henheim, mit freundlicher Genehmigung) Breer, Universität Hohenheim, von zwei unterschiedlich gefärbten Riechsinneszellen in der einer Riechsinne Riechsinnes Öffnung können teilungdie e Niveau mit von Ionenkanäl ff. Nach kurzer Latenz Methoden elektrophysiologisc (ca. 200 ms) vierung einer verfolgt werden en n erfolgt erf second messenger-in der Zellmembran, hen die auf der beruht. Die er-vermitte vermittelte AktiAkt untersten lten n Transduktio Die Elektroph Spuren zeigen in höherer nskaskade cAMP-aktiv Zeitauflösu ysiologie (Elektroo ierte Kationenka ng. (Nach blockiert mithilfe potenziale, h Zufall et näle nä al. 1993). D Aktionspotenziale lfaktogramm, Rezeptor- tionenkana von Kalziumcalm Kalziumein almodulin der Sinneszel odulin den strom stro cAMP-aktiv len auf Duftreize ) ermöglicht, die Reaktion Frosches, l (Adaptation). E Rezeptorpo zeptorpote ierten Kadie mit otenzial nzial einer zu registriere (links) und Riechzelle p-Hydroben -Hydrobenz n. Die Ampli- wurde. Beachte den des aldehyd (rechts) großen Wirkungsun zaldehyd lichen Struktur kungsunter stimuliert stimulier terschied der Duftmolekü schied trotz der sehr ähnle e

30. neu bearb. u. akualis. Aufl. 2007. 1030 S. 1129 Abb. Geb. € (D) 79,95, € (A) 82,19, sFr 130,50 ISBN 978-3-540-32908-4

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Universitätsklinikum Heidelberg: ein Schwerpunkt der Höhenmedizin

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III · Allgemeine Allgeme gemeine und Spezielle Sinn Sinnesphysiologie nesphysiologie

transmembranäre Verlaufsformen. Bei Riechstörungen kann man verschieDomänen besitzen Riechzelle (. Abb. stellt den19.7 schwere Verlaufsformen unterscheiden: A, B). Jede von Rezeptorp vermutlich nur einen oder 5 wenige Anosmie ist der komplette Verlust des Geruchsroteinen her, Typen unter den Riechsinneszellen sodass es ca. 350sinnes, Spezialisten IIIgibt (. Abb. 19.7 der In-situ-H ybridisierungstechn 5 von partieller Anosmie spricht man bei teilweisem C). Mithilfe ordnung spezifisch ik konnte eineVerlust Duftklassen, solchevon zonen – symmetri er Rezeptorneurone Anin vier 5 Expressio von Hyposmie bei verminderter Riechleistung. sch für beide sen werden nsNasenhälften (. Abb. topie des olfaktoris 19.7 D). Sie ist Grundlag – nachgewieUrsachen. Genetische bedingte partielle Geruchsstöe der Chemochen Systems.

Dass die winzigen Lecks in den Gefäßen sich nun in einer nur etwa 30 Minuten dauernden Untersuchung feststellen lassen, eröffnet neue Möglichkeiten der Beratung: „Falls ein Bergsteiger tatsächlich ein Höhenhirnödem hatte, sollte er bei der nächsten Expedition in große Höhen sehr vorsichtig sein, langsam aufsteigen und eventuell vorbeugend Medikamente einnehmen“, so der Heidelberger Sportmediziner und leidenschaftliche Bergsteiger Professor Peter Bärtsch. Der Auslöser von Höhenkrankheiten ist immer Sauerstoffmangel doch warum in schweren Fällen die Mikroblutungen auftreten, ist noch nicht geklärt. Bei einer dritten Höhenkrankheit – dem Höhenlungenödem – hat man ebenfalls Hinweise auf kleine Blutungen gefunden.

Die Medizinische Universitätsklinik Heidelberg genießt unter Bergsteigern als Forschungs- und Beratungszentrum für Höhenmedizin einen sehr guten Ruf. Die Heidelberger Experten kooperieren außerdem mit einem Krankenhaus in Nepal, in dem viele Höhenkranke zur Erstversorgung eintreffen – häufig junge Bergsteiger, die sich auf ihre gute körperliche

Eine unterschätzte Gefahr: Hirnblutungen

Physiologie –

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chneller Aufstieg in große Höhen birgt Gefahren. Heidelberger Sportmediziner haben nachgewiesen, dass es bei Bergsteigern, die eine lebensbedrohliche Hirnschwellung erleiden (Höhenhirnödem), zu kleinen Einblutungen ins Gehirn kommt. Spuren davon konnten mittels Magnetresonanztomografie (MRT) auch nach Monaten noch nachgewiesen werden. Damit kann erstmals unterschieden werden, ob ein Patient tatsächlich unter einem lebensgefährlichen Höhenhirnödem gelitten hat oder nur unter einer schweren Form der Bergkrankheit; besonders gefährdete Bergsportler können so identifiziert werden. Risikopersonen, die dennoch weitere Bergtouren über 4.000 Meter planen, sollten langsam aufsteigen bzw. sich mit entsprechenden Notfall-Medikamenten ausrüsten.

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Seite 6

MLZ

September/Oktober 2008

Digitaler Nachschlag

Kraft traditioneller chinesischer Heilverfahren Zweite Reihe der Abendvorlesungen am UKJ startet mit Prof. Uhlemann und chinesischer Heilkunst von Helena Reinhardt

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it einem spannenden Thema aus dem Bereich der alternativen Heilverfahren startet am 22. Oktober nach der Sommerpause die zweite Reihe der Jenaer Abendvorlesungen am Universitätsklinikum Jena (UKJ): Prof. Dr. Christine Uhlemann wird dabei um 19.00 Uhr die Möglichkeiten der „Traditionellen chinesischen Medizin“ vorstellen. Die alternative Heilkunst aus d e m fernen „Reich der Mitte“ erfreut sich auch hierzulande immer größerer Beliebtheit - sei es in Form der Akupunktur, die bei einigen Erkrankungen bereits

zu den anerkannten Therapieverfahren gehört, sei es in Form anderer Anwendungen wie Heilkräutermischungen. „Die Traditionelle chinesische Medizin, kurz TCM, entspricht mit dem Prinzip der ,Fünf Säulen‘ einer ganzheitlichen Sichtweise von Gesundheit und Krankheit, die immer mehr Menschen einfordern“, erklärt Prof. Christine Uhlemann den Trend zur fernöstlichen Heilkunst. „Dabei spielen neben pflanzlichen Arzneimitteln oder Akupunktur auch Fragen der Ernäh-

rung, Atemübungen und Bewegungsabläufe wie im Tai Chi eine große Rolle“, so die Jenaer Expertin für alternative Heilverfahren. In ihrem Vortrag am 22. Oktober wird Prof. Uhlemann nicht nur die Grundlagen und Ansätze der chinesischen Medizin vorstellen, sondern auch die Einsatzfelder der Verfahren erläutern. Zudem steht die Leiterin des Jenaer Kompetenzzentrums für Naturheilverfahren den Besuchern auch nach dem Vortrag noch bei einem kleinen Imbiss für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Die Vorlesung findet im Hörsaal 2 im Klinikum Lobeda statt, zum anschließenden Imbiss in geselliger Runde sind die Zuhörer herzlich in die Cafeteria eingeladen. „Wir hoffen, dass es uns mit der Fortsetzung der Abendvorlesungen wieder gelingt, vielen Zuhörern praktisches Wissen für

die Gesunderhaltung zu vermitteln und gleichzeitig die Neugier auf die Medizinforschung zu wecken“, so Dr. Michael Hartmann, Direktor der Klinikumsapotheke und Vorsitzender des Fördervereins des UKJ. Der Förderverein hat im letzten November die Vortragsreihe am Jenaer Klinikum ins Leben gerufen, um so möglichst anschaulich und unterhaltsam Gesundheitswissen zu vermitteln. Die Themen reichten dabei von Schönheitschirurgie über Krebsbekämpfung bis hin zu modernen Diagnoseverfahren. Diese Vielfalt soll auch weiterhin fortgesetzt werden - jeweils einmal monatlich am dritten Mittwoch des Monats. „Wir würden uns freuen, wenn dieses Angebot wieder viele Interessenten findet“, so Hartmann. ®

Das SEIRIN -Akupunktur-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Akupunktur, den wir euch in Kooperation mit 3B Scientific und SEIRIN in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/akupunktur

Kraft traditioneller chinesischer Heilverfahren

Rückenschmerzen aktiv vermeiden

Zweite Reihe der Abendvorlesungen am UKJ startet mit Prof. Uhlemann und chinesischer Heilkunst von Helena Reinhardt

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erlin - Etwa 80 bis 90 Prozent aller Deutschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter Rückenschmerzen. In den meisten Fällen verursachen wenig Bewegung, falsche Körperhaltung und Verspannungen durch Stress die Schmerzen. Der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) informierte anlässlich des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie im Oktober 2008 in Berlin, über einfache Maßnahmen, die Erkrankungen des Rückens oder deren Chronifizierung verhindern können. „Das beste Mittel gegen Rückenschmerzen ist körperliches Training“, erklärt Dr. med. Siegfried Götte, Präsident des BVOU. Gerade bei einem

„Hexenschuss“ sollten Patienten so schnell wie möglich das Bett verlassen und sich bewegen. Setzt eine Behandlung zu spät ein, können die Schmerzen chronisch werden. Medizinische Trainings- und Verhaltenstherapie, intensive Rückenschule und aktive körperliche Belastung stärken den chronisch schmerzenden Rücken. Wie bei allen Schmerzzuständen ist es notwendig, die Ursache zu erforschen, statt mit Medikamenten nur die Schmerzen zu unterdrücken. Um Rückenschmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen, empfehlen die Experten, Vorsorgeuntersuchungen bei Säuglingen und kleinen Kindern, um Haltungsschäden frühzeitig zu erkennen, die zu Verschleißerscheinungen führen können. Körperliche

Aktivität und Sport kräftigen Rücken- und Bauchmuskulatur und stabilisieren die Wirbelsäule. Je weniger Muskulatur vorhanden ist, desto früher entstehen Rückenschmerzen, Arthrose und Osteoporose. Heute leiden jedoch bereits mehr als die Hälfte der Kinder im Schulalter unter Rückenschmerzen. Orthopäden fordern deshalb schon seit Jahren täglich eine Stunde Schulsport.

Gegen Rückenschermzen vorbeugen


November/Dezember 2008

MLZ

Seite 7

Digitaler Nachschlag

Ein anstrengender Tag in Bochum Der Test für Medizinische Studiengänge – ein Erfahrungsbericht Fortsetzung aus der MEDI-LEARN Zeitung 05/08

N

ach einer guten dreiviertel Stunde bin ich durch. Da sich langsam meine Blase bemerkbar macht, melde ich mich für einen Toilettengang an: TMS-ID-Etiketten beim Service-Personal abgeben und zügig, ruhig und ohne Störung den Raum verlassen. Wenige Minuten später kehre ich samt meiner Etiketten zurück und nutze die verbliebenen zehn Minuten zur Kontrolle meiner Antworten. Übrigens: Man darf nur innerhalb einer Aufgabengruppe zurückblättern! 12.50 Uhr: „Stopp. Schreiben Sie nicht mehr.“ Oh, eine Variation im Befehlston! Als letzter Test vor der Pause folgt nun „konzentriertes Arbeiten“. Besser gesagt: „Kreuzen Sie jedes p an, vor dem ein q steht!“. Ich habe einen DIN A4-Bogen mit lauter kleinen, roten p und q vor mir. Ganze 34 Zeilen mit unzählig vielen p und q. In acht Minuten soll man möglichst viele p ankreuzen, die nach einem q standen. Nach Ablauf der Zeit stelle ich fest, dass ich es bis zur Zeile 24 geschafft habe. Puh! Jetzt guckt Patricia mich an und sagte: „Juhu, Pause! Du hast übrigens einen ganz roten Kopf!“ So fühle ich mich auch. Ich bin einfach durch… 12.59 Uhr: Pause: Ich nutze die Gelegenheit, mich mit dem einen oder anderen Testteilnehmer zu unterhalten. Die Urteile fallen sehr unterschiedlich aus. Während Patricia mir sagt, dass sie eher unzufrieden war, treffe ich andere, die total begeistert waren: „Lief besser als in der Vorbereitung!“. So ungefähr fällt auch mein Urteil aus. Ich weiß aber, dass der zweite Teil für mich die größere Schwierigkeit darstellen würde. Nach der einstündigen Pause geht es dann pünktlich wieder los. 14.00 Uhr: Zweiter Testteil. Hier geht es vor allem um das Lernvermögen. Im ersten Test soll ich 20 Figuren lernen, deren Aussehen an verkrüppelte Steine oder ähnliches erinnerte. Eine Teilfläche war angemalt. Später sollte man sich an diese Teilfläche im Reproduktionsteil wieder erinnern. Für mich war das schon in der Vorberei-

tung schwer. Und jetzt? Die vier Minuten vergehen wie im Flug. Leider! Anschließend geht es direkt an den nächsten Lernteil. In sechs Minuten müssen 15 „Patienten“ mit Kurzanamnese auswendig gelernt werden. Im Reproduktionsteil soll man sich dann z.B. an den 25-jährigen Innenarchitekten erinnern, der Herr Baum heißt und aggressiv ist und an Lungenentzündung leidet. Auch dieser Teil fällt mir schwerer, als ich dachte. Patricia wirkte jetzt ruhiger: „Das hat gut geklappt!“, sagte sie. Bei mir nicht, dachte ich. 14.17 Uhr: Wieder eine einstündige Mörderaufgabe: „Textverständnis“. Inhaltlich in etwa so gestrickt: „A bewirkt B und wenn B erhöht ist wird C ausgeschüttet und unterdrückt A. Ein Stoff D wirkt B entgegengesetzt. Ein anderer Stoff E bewirkt das A verstärkt gebildet wird. Was passiert, wenn D gegeben wird und der Patient mit E unterstützend behandelt wird.“ Faden verloren? Dann kannst du dir ja vorstellen, wie ich mich gefühlt habe. Elendig lange, verkomplizierte und verstrickte Texte müssen bearbeitet und jeweils fünf Fragen dazu beantwortet werden. Teils wirklich sehr schwer! Mir raucht nach den gut 55 Minuten, die ich benötige, echt der Kopf. Aber alles in allem klappt es ganz gut.

im Nachhinein sogar sicher, ein paar sogar falsch erkannt zu haben. 15:43 Uhr: „Stopp!“ Das vorletzte Signal meiner neu auserkorenen Lieblingsstimme. „Jetzt noch eine Stunde, halte durch, Patricia!“, flüstere ich meiner Nachbarin zu, von der ich im zweiten Teil nicht mehr viel gehört habe. Es steht die letzte Aufgabe „Diagramme und Tabellen“ an. Wenigstens wieder eine Aufgabe, mit der ich in der Vorbereitung deutlich mehr anfangen konnte. Doch meine Konzentration ist auf dem Nullpunkt. Durch die letzten drei Diagramme quäle ich mich irgendwie durch. Ich bin mir schon nicht mehr sicher: „Hab ich jetzt geraten oder vermutet oder was mach ich hier eigentlich?“ Endlich das mittlerweile erlösend klingende „Stopp!“ 16.45 Uhr: Endlos lang kommt mir das Einsammeln und Auszählen der Testhefte vor. Ich denke nur: „Hoffentlich sind alle

15.28 Uhr: „Oh Mann, welcher Stein war jetzt wo angemalt? Ach dieser hier – der sieht aus wie der Stiefel, dort war die Ferse angemalt, oder nicht?“ Richtig: Wir sind beim Reproduktionsteil „Figuren lernen“ angelangt. In fünf Minuten müssen wir 20 Steine wieder erkennen. Bei einigen bin ich mir sicher, bei den meisten eher unsicher. Und Ob sich die Anstrengungen für den TMS-Kurs gelohnt haben?

Hefte da und keiner hat sich verzählt!“ Alles in Butter. Hefte sind vollständig, wir dürfen endlich gehen. Jetzt schnell noch raus aus diesem „Großen Saal“ und die Jacke geschnappt. Draußen ist später Nachmittag. Eine ganz andere Welt. Ich fühle mich wie in Watte gepackt. Die Welt hat mich wieder. Ich verabschiede mich von Patricia, die mich noch schnell auffordert, ihr eine E-Mail zuschicken. Ich sage ihr zu und wünsche ihr für ihre Zukunft alles Gute. Schnell zum Auto und ab zu meiner großen Schwester. Da gibt es bestimmt was zu essen und zu trinken! 18.45 Uhr: Etwas erholt, gesättigt und ein kurzes Nickerchen lassen mich den Tag Revue passieren: Alles in allem ein aufregender, anstrengender und langer Tag. Mein Gefühl sagt mir: Es lief ganz gut. Dann aber fällt mir aber ein, dass mein Ergebnis ja von dem Ergebnis der anderen abhängt. Gehöre ich zu den guten oder doch eher ins schwache Mittelfeld? Für meinen Uni-Joker genügt mir ein Ergebnis unter den besten 50 Prozent. Dann erhalte ich einen 0,3er Notendurchschnitts-Bonus. Durch meine Ausbildung werden noch mal 0,6 drauf gelegt bzw. zur 1,0 hin abgezogen. Im Idealfall könnte ich sogar mit einer 0,9 meine Studienplatzbewerbung angehen. Anfang September: Ich habe einen Studienplatz!

Digitaler Nachschlag 05/2008  

Zusätzlich zur eigentlichen Zeitung bieten wir euch zudem seit der Ausgabe 04/2005 den sogenannten Digitalen Nachschlag: nicht alle Artikel...

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