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Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

ZEITUNG

Digitaler Nachschlag

Digitaler Nachschlag der Ausgabe 03/12 April/Mai 2012 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de

Studieren in Rumänien

Ranking: Studierendensekretariat

Merkmale einer guten Bewerbung

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Internationale Studiengänge und eine gute Ausstattung lassen das Medizinstudium in der östlichen EU zu einer Alternative werden. Einzelheiten und Modalitäten werden im Artikel genannt.

An jeder Uni sind Studierendensekretariate Anlaufstelle für zahlreiche Verwaltungsangelegenheiten. Wie Studierende den Service und die Freundlichkeit dort beurteilen, erfährst du hier.

Auch in Zeiten des Ärztemangels und der Onlinebewerbung punktest du mit einer gut gemachten Bewerbung. Wir sagen dir, was auf jeden Fall hineingehört und was es zu beachten gilt.

„Danach wird alles besser“ Nach dem Physikum wird zumindest einiges anders von Nina Dalitz (MEDI-LEARN Redaktion)

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u hast einen Studienplatz erhalten, dich durch vier Semester und unzählige Klausuren gekämpft und das Physikum bestanden. All das, um deinem Traumberuf ein Stück näher zu kommen. Nach dem Physikum, offiziell „1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung“ genannt, folgt der klinische Studienabschnitt. Viele gepeinigte Studenten der Vorklinik überstehen die Vorbereitung auf das Physikum nur, weil sie sich einreden und einreden lassen, dass danach alles besser wird. Sicher ist zumindest, dass danach vieles anders wird. Im Forum von MEDI-LEARN stellt jemand die Frage: „Wird die pro Semester zu bewältigende Stoffmenge evtl. gar nicht weniger?“

DAS IST EINE PHILOSOPHISCHE FRAGE Auch im klinischen Studienabschnitt, also für mindestens sechs weitere Semester, steckst du in einem der anspruchsvollsten Studiengänge überhaupt und häufig ist zu hören: „Vom Umfang ändert sich nichts.“ Davon abgesehen „ist es eine philosophische Frage,“ ob denn die Klinik wirklich besser als die Vorklinik ist. Ein paar Punkte sind jedoch unbestreitbar:

DIE ANGST IST WEG

Das bestandene Physikum ist sehr gut für dein Ego. „Wäh-

rend der ersten beiden Jahre arbeitet man ja nur auf das Physikum hin,“ und dabei herrscht bei vielen Studenten die ständige Angst, zu wenig zu wissen, z. B. da sie bestimmte Fächer in der Schule abgewählt hatten oder ihre Schulzeit schon eine Weile zurückliegt. Als Pflegepraktikanten lechzen sie danach, Blut abzunehmen, im OP zu stehen und von den Ärzten etwas zu lernen. Während der Praktika, der vielen theoretischen Fächer und der wochenlangen Lernphase vor dem Physikum können sie nie ganz sicher sein, ob sie dieses denn auch bestehen, ob sie weiterstudieren dürfen und ob sie für ihren gewählten Beruf geeignet sind. Sicher kann man sich wohl nie sein, aber dieses hellblaue A4-Blatt namens „Zeugnis über den 1. Abschnitt der Ärztlichen Prü-

fung“ ist schon eine gewisse Bestätigung, dass du fähig bist.

DINGE, DIE MAN SPÄTER GEBRAUCHEN KANN

Statt Biochemie, Physik und Anatomie stehen in der Klinik Chirurgie, Kinderheilkunde und Psychiatrie auf dem Lehrplan. Der Bezug zur ärztlichen Tätigkeit, die viele zur Aufnahme des Medizinstudiums gebracht hat, ist sehr viel stärker. Das hilft auf jeden Fall bei der Motivation, da jetzt offensichtlicher ist, wofür du etwas Bestimmtes lernst: „In der Klinik hat man dann endlich mal das Gefühl, auch wirklich Sinnvolles zu lernen. Dinge, die man später gebrauchen kann.“

NÄHER AM ALLTAG Außerdem hat jeder Student jetzt, nachdem er

zwangsläufig viele Klausuren und das Physikum bestanden haben muss, gewisse Lernstrategien entwickelt, die ihm auch bei den klinischen Klausuren helfen. Viele Studenten sagen, dass Auswendiglernen deutlich seltener nötig ist und dass sie nicht mehr das Gefühl haben, dass einzelne Dozenten darauf aus sind, Leute „herauszuprüfen“ – viele Dozenten sprechen ihre Studenten jetzt sogar mit „Kollegen“ an. Sie handeln häufig auch kollegialer als die vor dem Physikum: „Ich finde nicht, dass es weniger zu lernen ist. Aber meist sind die Dozenten entspannter und nicht so größenwahnsinnig. Die meisten versuchen in meinen Augen, Medizin zu vermitteln – so nach dem Motto: ‚Was wir


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Nach dem Physikum wird zumindest einiges anders Fortsetzung von Seite 1 euch nicht zeigen, macht ihr später am Patienten falsch.‘“ Ein User merkt noch an: „Wenn wir heute kritisieren, dann wird die Kritik ernst genommen.“

ES IST NICHT LEICHTER, ABER ES FÄLLT LEICHTER

„Das Studium wird nicht weniger anstrengend, aber interessanter,“ fasst ein Student die Meinungen zusammen Ein anderer fügt hinzu: „... wenn man wirklich das richtige Fach studiert und sich für die Dinge interessiert.“ Der Stressfaktor ist auch weiterhin abhängig von der persönlichen Lerntechnik: „Die Klinik ist wesentlich leichter und interessanter, aber ich ackere auch nicht alle dicken Bücher durch – wozu gibt es Kurzlehrbücher?“ Weitere Kommentare zu diesem Thema sind „Je nach Uni braucht man für ein Fach auch mal gar keine Bücher“ und „Der Altklausuranteil ist ziemlich hoch.“

DEUTLICH MEHR FÄCHER UND KLAUSUREN All diese Punkte und die durch jahrelange Übung perfektionierte persönliche Lerntechnik führen mehrere Studenten des klinischen Abschnitts zu der Aussage „Es geht

eigentlich ganz gut vom Lernaufwand her.“ Du musst dich nur darauf einstellen, dass du jetzt 34 Fächer zu bewältigen hast – im Gegensatz zu einer einstelligen Anzahl in der Vorklinik; und das bei lediglich einem Jahr mehr Zeit. Das führt dazu, dass sehr häufig mehrere Fächer parallel laufen, Klausurtermine in sehr dichter Folge hintereinanderliegen oder du gleich mehrere Klausuren am selben Tag schreibst. Zehn Klausuren in einem Semester sind keine Seltenheit. Dafür hast du auch öfter kleine Erfolgserlebnisse durch Bestehen und kannst die entsprechenden Fächer abhaken. Der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Klausuren ist sehr verschieden. Es gibt auch im klinischen Abschnitt tatsächlich noch Klausuren, die Einzelne zur Aufgabe des Medizinstudiums zwingen. Auf jeden Fall wird es Prüfungen geben, für die du mehrere Wochen massiv lernen musst. Andererseits sind unter den zahlreichen Klausuren auch einige, die „mal lockerer sind. Und man besteht sie auch mit mäßigem Lernaufwand.“

INDIVIDUELL VERSCHIEDEN In der Klinik werden die individuellen Unterschiede zwischen

den Studenten noch größer. Einige freuen sich über sehr viel Freizeit und zehnwöchige Semesterferien. Andere gehen neben dem Studium Vollzeit arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Es gibt Studenten, die täglich etwas für ihre Doktorarbeit tun, jemanden pflegen, eine eigene Familie und Kinder haben … Vier Monate Famulatur musst du auch noch sinnvoll auf die vorlesungsfreie Zeit verteilen. Nicht nur zwischen den einzelnen Studenten, auch zwischen den Universitäten gibt es große Unterschiede. Allein schon die Verteilung der Fächer auf die einzelnen Semester, aber auch die Verteilung der Klausuren im Semester oder auf die vorlesungsfreie Zeit, die Anzahl der parallel laufenden Fächer etc. Nach dem Physikum wird es also für jeden anders stressig.

AUF DEM PAPIER KLINGT ES GUT

Dabei ist zu beachten, dass einige Probleme der Vorklinik sich in der Klinik einfach fortsetzen, z. B. dass Lehrveranstaltungen theoretisch sehr gut geplant sind, praktisch aber schlecht umgesetzt werden. So sind laut Approbationsordnung 476 Stunden Unterricht am Krankenbett

Vom Uhu zum Schweizer Assistenzarzt Fortsetzung aus der MEDI-LEARN Zeitung 03/2012

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nd wenn Patienten ihre „Finken“ suchen, dann sind das keine Vögel, sondern ihre Hausschuhe.

KONSERVATIV UND FREUNDLICH

Mir ist aufgefallen, dass die Schweizer ein eher konservatives, aber offenes Volk sind – das zeigt sich auf der einen Seite durch Volksinitiativen wie Minarettverbot oder Waffeninitiative, auf der anderen Seite aber auch durch einen sehr höflichen und herzlichen

Umgang. Begrüßungen und Verabschiedungen gestalten sich häufig sehr ausführlich, auch bei der Kassiererin im Supermarkt um die Ecke. Die Schweizer fragen oft nach, ob man nicht öppis (etwas) bräuchte oder sie behilflich sein können. Man sollte versuchen, etwas von diesem Verhalten zu übernehmen und nicht zu „typisch deutsch“ und zu „zackig“ zu sein, sondern es auch mal zu genießen, nicht alles in Eile erledigen zu müssen. Hochdeutsch kann manchmal arrogant auf die Schweizer wirken. Auf Schwyzerdütsch umschwen-

ken solltest du trotzdem nur, wenn du es wirklich beherrschst – sonst wirkt es schnell lächerlich.

45 BIS 50 STUNDEN PRO WOCHE Die Schweizer Arbeitszeiten sind denen in Deutschland sehr ähnlich. Je nach Gesamtarbeitsvertrag hat man hier eine 45- bis 50-StundenWoche. Das ist zwar mehr als bei Arbeitnehmern außerhalb der Kliniken (42 Stunden), dafür ist das Arbeitstempo ein anderes. Häufig liegen auf einer Station weniger Patienten als in Deutschland und es gibt verhältnismäßig mehr Pflege-

vorgesehen. In der Realität verbringen viele Studenten eine Menge dieser Stunden wartend auf dem Stationsflur oder alleine am Krankenbett – ohne Unterricht. Auch in der Klinik ist vielen Studenten der unmittelbare Praxisbezug nicht immer ersichtlich. Einige meinen sogar rückblickend, dass ihnen Fächer wie Anatomie und Physiologie im Endeffekt mehr für ihren Beruf gebracht haben als z. B. „Geschichte der Medizin.“ Die Seminare sind laut einem Studenten aber „kein Vergleich zum Physikkurs. Es gibt keine Antestate, man muss nicht vorlernen und keine Protokolle schreiben.“

MAN KANN DIE LEUTE IN DER VORKLINIK SCHON TRÖSTEN

Man kann also nicht pauschal sagen, dass die Klinik leichter ist als die Vorklinik. „Wahrscheinlich ist es die Psyche, die einem letztlich suggeriert, es sei leichter,“ meint ein Student dazu. „Man kann die Leute in der Vorklinik schon trösten,“ ein anderer. Deshalb ein motivierendes Zitat zum Schluss: „Mir macht die Klinik auf jeden Fall sehr viel mehr Spaß als die Vorklinik und man kommt seinem Traum immer wieder ein Stück näher.“

kräfte. Diese sind fachlich mit den Pflegekräften in Deutschland vergleichbar, haben aber mehr Kompetenzen. In vielen Kliniken ist fast täglich gemeinsames Frühstücken angesagt. Mittags ruft man sich gegenseitig an, um gemeinsam zu essen – das soziale Leben scheint mir hier enger und intensiver. Insgesamt bietet ein PJ-Tertial in der Schweiz einen schönen Einblick in ein ganz anderes Gesundheitssystem mit grundsätzlich anderer Versicherungs-, Organisations- und Lebensstruktur. Für mich hat es sich gelohnt, mich hier zu bewerben: Einblicke in eine andere Kultur, tolle Landschaften, beste Freizeitmöglichkeiten und neue Freundschaften. Ich bin hängengeblieben und lebe nun seit sieben Jahren hier.


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Studieren in Rumänien Alternative im EU-Osten

von Ines Behlert (MEDI-LEARN Redaktion)

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lternativen gibt es immer. Wessen Abiturnote nicht für den sofortigen Studienbeginn reicht, der kann warten. Wer nicht warten kann oder möchte, kann ins Ausland gehen. Lange Zeit war Ungarn die erste Wahl, wenn auch recht kostspielig. Inzwischen gewinnt das östliche EU-Ausland zunehmend an Attraktivität. Das Medizinstudium wird dort oftmals auf Englisch angeboten, Studiengebühren und Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise niedrig, durch die EUZugehörigkeit ist auch die Anerkennung des Studiums kein Problem. Eines dieser Länder ist Rumänien. An mehreren medizinischen Fakultäten Rumäniens werden Medizinstudiengänge zusätzlich auf Englisch oder Französisch angeboten. Cluj und Bukarest sind wohl die bekanntesten Städte mit entsprechenden Fakultäten, aber auch in Timişoara, Oradea oder Constanţa ist das Studium möglich. Dabei existieren diese fremdsprachigen Angebote immer parallel zu den rumänischen Studiengängen. Was wiederum bedeutet, dass der Kontakt zu rumänischen Kommilitonen eher gering ist, wenn man ihn denn nicht ganz bewusst sucht. Aber der Reihe nach. Die Zulassung zum Studium an einer rumänischen Universität ist weder an einen Numerus clausus noch an einen Aufnahmetest gekoppelt. Das bedeutet, dass quasi jeder Bewerber, der seine

Unterlagen vollständig einreicht, als Student angenommen wird. In der Regel wird ein Sprachnachweis für die Unterrichtssprache verlangt. Die von der Uni geforderten Unterlagen müssen ins Englische übersetzt werden, genau wie das Attest, das belegt, dass du keine ansteckenden Krankheiten hast. Außerdem solltest du dir bewusst sein, dass es in Rumänien Studiengebühren gibt, die bei ungefähr 5000 Euro im Jahr liegen. Sechs Jahre, also genau so lange wie in Deutschland, beträgt die Studiendauer in Rumänien. Die Vorkli-

nik dauert zwei Jahre und beinhaltet die Fächer Anatomie, Biophysik, Biochemie, Zellbiologie und medizinische Informatik. Dazu kommen ein Sport- und ein Sprachkurs in Rumänisch. Der Sprachkurs ist wichtig, um sich später in der Klinik mit den Patienten verständigen zu können. An einigen Universitäten muss nach der Vorklinik auch ein Sprachtest abgelegt werden, ohne den das Weiterstudieren nicht möglich ist. Im klinischen Abschnitt wird in den Universitätskliniken gelehrt. In Cluj muss in jedem Studienjahr ein Praktikum in einem rumänischen Lehrkrankenhaus absolviert werden. Eine Besonderheit dürfte sein, dass man bei Fehlen in einem anwesenheitspflichtigen Kurs zur Kasse gebeten wird. Ein Wechsel nach Deutschland während des Studiums ist möglich, aber nicht unkompliziert. In der Regel werden die ersten zwei

Studienjahre anerkannt, doch einen Studienplatz für den klinischen Abschnitt gibt es nur an Universitäten, die in diesem Bereich Kapazitäten freihaben. Vielfach müssen sich Wechselwillige ihren Studienplatz erklagen. Bei Fragen in Bezug auf einen Wechsel und die Anerkennung bisher erbrachter Studienleistungen solltest du dich sicherheitshalber immer an das zuständige Landesprüfungsamt wenden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die englisch- und französischsprachigen Studiengänge international sind. Gerade in Cluj studieren auch viele Deutsche, sodass es eine Menge Austauschmöglichkeiten gibt. Die Lebenshaltungskosten in Rumänien sind geringer als in Deutschland, auch wenn die Tendenz steigend ist. Trotz der zum Teil erheblichen Probleme Rumäniens ist die Ausstattung der Universitäten und Krankenhäuser gut und ermöglicht eine Ausbildung auf hohem Niveau. Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt, und es empfiehlt sich, sich vor dem Start ins Auslandsstudium gut zu informieren und die Vor- und Nachteile abzuwägen.


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Uni-Ranking: Studierendensekretariat Studenten zufrieden mit Service von Ines Behlert (MEDI-LEARN Redaktion)

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aran kommst du nicht vorbei. Früher oder später hast du in deinem Studium mit dem Studierendensekretariat zu tun. Als Studieninteressierter bekommst du hier in aller Regel Informationen zum Studium, als Student wendest du dich für alle Verwaltungsvorgänge hierher. Von der Immatrikulation über Auslands- und Urlaubssemester bis zur Exmatrikulation, für Prüfungsanmeldungen und beglaubigte Notenspiegel ist das Studierendensekretariat die Anlaufstelle. Und selbst in Zeiten von E-Mail und Onlineeinschreibungen führt dich dein Studium irgendwann in das ganz reale Büro. Genau da beginnen oftmals die Schwierigkeiten. Das Studierendensekretariat hat nur geöffnet, wenn du garantiert ein Seminar hast, in dem du nicht einfach fehlen kannst. Oder es liegt am anderen Ende der Stadt, sodass du es in den knappen Freistunden nicht schaffst, den Weg zurückzulegen und dein Anliegen vorzutragen. Sollte das alles kein Problem sein, sitzt dir im Sekretariat ein verschlossener Verwaltungsangestellter gegenüber, für den Studenten eine Spezies sind, der er misstrauisch gegenüber steht. Er zeigt wenig Verständnis für deine Unkenntnis aller Vorschriften und Fristen und weist dich laut knurrend darauf hin, dass Studenten ihm den Job verleiden.

Genug der Schwarzmalerei. MEDI-LEARN wollte wissen, wie ihr eure Studierendensekretariate wahrnehmt und hat deshalb im diesjährigen Uni-Ranking danach gefragt. Für die Punkte „Studentenfreundlichkeit“ und „Öffnungszeiten“ konnten die befragten Studierenden Schulnoten von „1“ (sehr gut) bis „6“ (ungenügend) vergeben. Dabei wurde deutlich, dass das oben beschriebene Horrorszenario wohl eher die Ausnahme ist. Denn im bundesweiten Gesamtschnitt ergeben sich für beide Punkte befriedigende bis gute Bewertungen. So beurteilen knapp 60 Prozent der Befragten die Studentenfreundlichkeit mit den Noten „sehr gut“ und „gut“. Nicht einmal jeder Zehnte bewertet sie mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Etwas anders verhält es sich mit den Öffnungszeiten, für die von ganzen 17 Prozent die schlechtesten Noten vergeben werden. Jeder Fünfte hält die Öffnungszeiten gerade mal für „ausreichend“. Diesen steht ein sehr großer Anteil zufriedener Studenten gegenüber: Etwas mehr als jeder Dritte vergibt die Note „befriedigend“, und

Stethoskop-Kauf Fortsetzung aus der MEDI-LEARN Zeitung 03/2012

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um Sthetoskopkauf haben wir hier einige Stimmen aus dem Forum für dich: „Habe bis vor einiger Zeit an der Uni den Studentenverkauf organisiert und sehr viele Stethoskope vergleichen und ausprobieren können. Wichtig ist die Verarbeitung des Kopfstücks, also kein Plastik oder Aluminium sondern mindestens Edelstahl.“ „Aktuell hab ich ein xyz ... und

was soll ich sagen, so prall ist es nicht (oder ich bin einfach dank Technomusik in der Jugend zu taub...). Von daher überlege ich mir ,was neues anzuschaffen, was wesentlich besser ist.“ „Ich hatte früher das XYZ und jetzt das ZZZ – und das gebe ich nicht mehr her. Ja, man hört den Unterschied! Der Unterschied lohnt sich aber meiner Meinung nach nur,

ein weiteres Drittel spricht sich für die Noten „gut“ und „sehr gut“ aus. Was die Studentenfreundlichkeit angeht, stechen vor allem die Unis Lübeck und Magdeburg hervor: Dort vergeben jeweils deutlich mehr als die Hälfte aller Befragten die Note „sehr gut“ und ein weiteres Drittel das Prädikat „gut“. Am studentenunfreundlichsten dagegen werden die Unis Frankfurt am Main und Essen beurteilten. In Frankfurt bewerteten knapp 30 Prozent der teilneh-

wenn es auch auf Feinheiten ankommt.“ Letztendlich gilt wie immer, dass man nicht allen Online-Rezensionen trauen kann, denn sie kommen nicht immer von unabhängigen Kunden. Andererseits solltest du dir die Wahl auch nicht allzu schwer machen, denn im Moment wirst du noch keine großen Unterschiede zwischen den einzelnen Stethoskopen hören und wenn du später einmal Kardiologe werden möchtest, kannst du dir immer noch ein gutes vom ersten Arztgehalt kaufen. Außerdem: „Mein OA schnappt

menden Studierenden die Freundlichkeit im Sekretariat mit „mangelhaft“ bzw. „ungenügend“. In Essen war es fast jeder Vierte, der dieses Urteil abgab. Bei den Öffnungszeiten punktet ebenfalls Lübeck, dort werden von über 75 Prozent die Noten „sehr gut“ und „gut“ vergeben. Gefolgt wird Lübeck von Saarbrücken, dort sind knapp 60 Prozent dieser Meinung. Schlusslicht ist die Uni ErlangenNürnberg. Dort sind mehr als 50 Prozent der Befragten unzufrieden mit den Öffnungszeiten und äußern dies über die Noten „mangelhaft“ und „ungenügend“. Nach Ansicht der Studierenden sieht es in Frankfurt am Main ähnlich schlecht aus. Die Uni Lübeck hat also einmal mehr die Nase vorn, ihr Studierendensekretariat schneidet bei den befragten Studierenden überdurchschnittlich gut ab. Das Sekretariat der Uni Frankfurt am Main sollte den Teilnehmern zufolge besser gemieden werden. Die Studierenden der übrigen Universitäten sind zumeist zufrieden mit ihren Sekretariaten, auch wenn sie nicht besonders herausragen. Hauptsache, die Angelegenheiten können dort geregelt werden.

sich zur Visite stets ein Schwesternstethoskop und hört mehr als die Assistenten und ich.“ Es kommt nicht nur auf das Stethoskop an! Shops: Stethoskope von DocCheck, aber auch von anderen Marken: http://www.medi-learn.de/ shop1 MDF: http://www.medi-learn.de/ shop2 Stethoskope verschiedener Marken: http://www.medi-learn.de/ shop3 Detaillierter Artikel über Stethoskope: http://www.medi-learn.de/ shop4


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Zentrum für Seltene Erkrankungen gegründet Eröffnung an Ulmer Universität von Jörg Portius

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it einer gelungenen Gründungsfeier und in Anwesenheit von Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, eröffnete am 21. Juni die Ulmer Universitätsmedizin ihr neues Zentrum für Seltene Erkrankungen (ZSE Ulm). Ziel des neuen Anlaufpunktes ist u. a. eine verbesserte regionale und überregionale Betreuung von Patientinnen und Patienten, die durch interdisziplinäre Sprechstunden und eine generell enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachrichtungen in Bezug auf Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge, aber auch Forschungs- und Fortbildungsseminaren für Ärzte erreicht werden soll. „Bei seltenen Erkrankungen ist es besonders wichtig, dass Forschung und medizinische Versorgung gemeinsam nach Therapiemöglichkeiten suchen“, sagte Bundesministerin Annette Schavan, „denn nur wenn es gelingt, das Expertenwissen über Disziplinen und Ländergrenzen hinweg auszutauschen, können daraus Therapieerfolge entstehen.“ Eine Krankheitshäufigkeit von weniger als 1:2.000 wird als seltene Erkrankung eingestuft. Da es aber rund 7.000 seltene Krankheiten gibt, und diese zudem oftmals einen chronischen Verlauf nehmen, sehen sich Menschen eben doch sehr häufig mit seltenen Erkrankungen konfrontiert. Schätzungen gehen von rund vier Millionen Betroffenen allein in Deutschland aus. „Oftmals ist bei seltenen Erkrankungen die Diagnosedauer von etwa 15 Jahren viel zu lang“, erläutert Prof. Dr. Frank Lehmann-Horn, Hertie-Seniorforschungsprofessor und Vorstandsmitglied des neuen ZSE Ulm. „Hinzu kommt, dass für eine endlich erkannte seltene Erkrankung oftmals keine spezifischen Therapien zur Verfügung stehen. Zwei wichtige Faktoren, die Betroffenen eine gezielte Krankheits- und Lebensbewältigung sehr schwer machen – hier ist das ge-

samte familiäre und berufliche Umfeld gefordert, an das wir uns mit unseren interdisziplinären Angeboten ebenfalls wenden werden.“ Insbesondere die Wichtigkeit eines breitgefächerten Angebots mit fundierter Forschung und Behandlung einerseits und psycho-

Schlusswort darauf hin, dass seltene Erkrankungen weniger im Fokus von Politik, Krankenkassen und der Öffentlichkeit stehen, als z. B. ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall. Deshalb sei eine Bündelung der Kräfte und ein Zusammenschluss zu größeren Verbünden sinnvoll.

Gruppenbild mit Eva Luise Köhler, Schirmherrin von ACHSE e.V. Foro: Universitätsklinikum Ulm

sozialer Hilfestellung andererseits unterstrichen die weiteren Redner auf der Gründungsfeier, zu denen Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner und Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Vizepräsident für Medizin an der Universität Ulm und Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, sowie Dr. Steve Groft vom National Institute of Health, Washington, DC, gehörten. Eva Luise Köhler sprach als Vertreterin der Eva Luise & Horst Köhler Stiftung und Schirmherrin der ACHSE e.V. (Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen). Sie betonte, dass die Gründung des neuen Zentrums dazu beitrage, die Forschung weiter voranzutreiben. Schließlich könne die Entschlüsselung seltener Krankheiten zum Verstehen grundlegender Prozesse beitragen, die auch Ursache für weitaus häufigere Erkrankungen sein können. Prof. Dr. Reinhard Dengler, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V., wies in seinem

Das ZSE Ulm ist Teil des vor rund zweieinhalb Jahren gegründeten „Netzwerks Seltene Erkrankungen Baden-Württemberg“. In Ulm stehen nun in diesem Rahmen Experten aus folgenden Fachrich-

tungen zur Verfügung (Auszug): • Dermatologie (z. B. Kollagenosen, komplexe Dermatosen) • Neurologie, Humangenetik, Neurochirurgie, Neurophysiologie (z. B. degenerative oder entzündliche Erkrankungen des (Zentral-)Nervensystems, seltene Anfallserkrankungen, Phakomatosen, neuronale Kanalopathien) • Kinder- und Jugendmedizin (z. B. angeborene Immundefekte) • Klinik für Innere Medizin III, Transfusionsmedizin, Kinderund Jugendmedizin (Hämatopoiese-Defekte) • Humangenetik, Klinik für Innere Medizin I (genetische Tumorerkrankungen) • Klinik für Innere Medizin II (Kardiomyopathien und Rhythmusstörungen) • Orthopädie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Kinder- und Jugendmedizin, Humangenetik, Department für Zahnheilkunde, Klinik für Innere Medizin I (z. B. seltene Erkrankungen im Kindesalter, seltene Diabetesformen, Osteo-Zahndysplasien, Mukoviszidose, seltene Adipositasformen)

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN Verlag GbR, ISSN 1860-8590 Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-262 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Christian Weier (V.i.S.d.P.), Jens Plasger, Dipl.-Päd. Kare Ahlschwede (Chef vom Dienst), Dr. med. Marlies Weier, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld Layout & Graphik: Kristina Junghans Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, www.pixelquelle.de, Artikelautoren, www.flickr.com Erscheinungsort: Marburg Der digitale Nachschlag erscheint zu jeder MEDI-LEARN Zeitung als Ergänzung, die du dir als PDF auf der MEDI-LEARN Seite herunterladen oder online anschauen kannst. Er beinhaltet Fortsetzungen von Artikeln aus der aktuellen Zeitung sowie weitere interessante Artikel und Berichte rund um die Medizin. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungsberichten und anderen Artikeln und belohnen die Autoren mit Fachbüchern. Alle weiteren Infos findest du unter www.medi-learn.de/artikel. Dieser Digitale Nachschlag ist Teil der MEDI-LEARN Zeitung. Die bisherigen Ausgaben findest Du unter: www.medi-learn.de/MLZ-Online


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Wie eine gute Bewerbung aussieht Mit der richtigen Präsentation Interesse erzeugen MEDI-LEARN Redaktion

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it dem bestandenen Examen beginnt für viele Absolventen die Stellensuche. Einige haben vielleicht schon durch Kontakte aus PJ oder Doktorarbeit eine Stelle sicher. Für alle anderen heißt es jetzt Bewerbungen schreiben! Zurzeit sieht der Arbeitsmarkt für junge Mediziner sehr gut aus: Viele Kliniken klagen über mangelndes Personal und deshalb ist es nicht schwierig, an eine Stelle heranzukommen. Natürlich hängen die Chancen auch von der Beliebtheit eines Fachs ab. Assistenzarztstellen in dem begehrten Fach Pädiatrie z. B. sind trotz des Ärztemangels rar. Um die Chance auf eine Stelle in deinem Wunschfach zu vergrößern, solltest du mit deinem Bewerbungsschreiben überzeugen.

ONLINEBEWERBUNGEN SIND ANGESAGT

Heutzutage musst du deine Unterlagen nicht mehr zwingend per Post versenden. Viele Kliniken bieten eine Onlinebewerbung an. In der Regel steht im Stellenangebot, was deine Bewerbung enthalten soll. Klassischerweise umfasst sie einen tabellarischen Lebenslauf und ein einseitiges persönliches Anschreiben. Bei deinem Lebenslauf solltest du dich auf wirklich relevante In-

formationen beschränken. Zu viele Details lenken vom Wesentlichen ab. Wichtig sind Angaben zu denjenigen Fächern, die du in Famulaturen und im PJ belegt hast, zu deiner Promotion und zu eventuellen Auslandsaufenthalten. Außerdem kannst du im Lebenslauf Fähigkeiten hervorheben, die auch bei deiner zukünftigen Tätigkeit als Assistenzarzt wichtig sind. Besonderes Organisationstalent, ehrenamtliche Tätigkeit und soziales Engagement werden von vielen Chefs geschätzt. Das persönliche Anschreiben ist immer Seite eins der Bewerbung. Du kannst es kurz damit einleiten, wie du auf das Stellenangebot aufmerksam geworden bist. Anschließend erklärst du, warum du dich ausgerechnet auf diese Stelle bewirbst und was dich dafür besonders qualifiziert. Wenn es deinen Wunsch, diese Stelle zu bekommen, unterstreicht, kannst du auch auf deine längerfristigen Pläne eingehen. Das Schreiben sollte an einen konkreten Ansprechpartner gerichtet sein und nicht mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ eingeleitet werden. Wichtig ist auch eine handschriftliche Signatur. Unter dem Anschreiben führst du die mitgeschickten Anlagen wie z. B. Zeugnisse und Bescheinigungen auf. Kleiner Tipp: Auch bei einer

Onlinebewerbung solltest du nicht auf Formalitäten verzichten. Du kannst z. B. das persönliche Anschreiben als E-Mail versenden und die Anlagen in einer pdf-Datei zusammenfassen.

GELAUSCHT Auch im MEDI-LEARN-Forum werden immer wieder gute Bewerbungen diskutiert. Hier findest noch mal Anregungen und Erfahrungen: http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread. php?t=38567

ZEUGNISSE,

URKUNDEN UND CO. Verschiedene Anhänge solltest du deinem Anschreiben als beglaubigte Kopien beifügen. Am Wichtigsten sind dabei Approbationsurkunde und Examenszeugnis. Deine Approbationsurkunde kannst du schon vor dem mündlichen Staatsexamen beantragen. Leider ist der Antrag relativ aufwändig. Um die Approbationsurkunde zu erhalten, musst du u. a. ein polizeiliches Führungszeugnis und eine Bescheinigung über die amtsärztliche Untersuchung vorlegen. Das Examenszeugnis ist für den Arbeitgeber wichtig, weil es deine Endnote enthält. Andere Noten sind nicht relevant. Dein PJ-Zeugnis solltest du nur dann mitsenden, wenn es wirklich gut ist. Zwar variiert das von Kli-

nik zu Klinik, in der Regel sind medizinische Praktikumszeugnisse aber lange nicht so wichtig wie in anderen Branchen. Auslandsaufenthalte sind allerdings ein Plus. Wenn du Referenzen, Promotionsurkunde oder Veröffentlichungen vorzuweisen hast, sendest du auch diese als Anhang zu deinem Bewerbungsschreiben. Famulaturbescheinigungen kannst du beifügen, wenn sie das Fach betreffen, für das du dich bewirbst. Sofern du über Zusatzqualifikationen wie z. B. Fremdsprachen, Fortbildungen oder Lizenzen verfügst, die dich für den Chef interessant machen, solltest du auch Zeugnisse und Bescheinigungen darüber mitsenden. Ist deutsch nicht deine Muttersprache, musst du einen Nachweis über deine Deutschkenntisse anhängen.

DER RICHTIGE ZEITPUNKT Du kannst Bewerbungen durchaus schon vor dem Staatsexamen versenden. Damit du ein mögliches Vorstellungsgespräch am Prüfungstag nicht absagen musst, kannst du in das Anschreiben z. B. schreiben: „Über die Möglichkeit eines persönlichen Gespräches würde ich mich freuen. Hierfür stehe ich bis zum xx.xx..xx und ab dem xx.xx.xx zur Verfügung, per E-Mail bin ich jedoch jederzeit zu erreichen.“ Für Bewerbungen an einer Klinik im Ausland gelten meist andere Regeln. Erfahrungsberichte von deutschen Bewerbern und Internetseiten der Kliniken im Ausland können dir dabei hilfreich sein!

Digitaler Nachschlag 03/2012  

Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und ersc...

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