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November/ Dezember 2009

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Selbstbestimmung des Patienten gestärkt Vielfältige Konsequenzen für die behandelnden Ärzte Redaktion MEDI-LEARN

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as soll im Endstadium einer unheilbaren Krankheit von Ärzten noch getan und was unterlassen werden? Mit umfassenden Neuerungen hat der Gesetzgeber das Recht von Patienten gestärkt, darüber selbst zu bestimmen. Zwar konnten schon bisher durch entsprechende Verfügungen Wünsche angemeldet werden. Doch erst durch den am 1. September 2009 in Kraft getretenen Paragrafen 1901a des Bürgerlichen Gesetzbuches sind derartige Willenserklärungen für die behandelnden Mediziner verbindlich und sogar gerichtlich durchsetzbar. Immer geht es um Situationen, in denen sich der Betroffene wegen anhaltender Bewusstseinstrübung oder Bewusstseinsverlust nicht mehr selbst äußern kann. Zentrale Bedeutung bei der Entscheidung über Einleitung, Fortführung oder Abbruch beispielsweise einer Sondenernährung oder künstlichen Beatmung erhält dann entweder ein zuvor vom Patienten schriftlich Bevollmächtigter oder ein gerichtlich bestellter Betreuer. Dieser hat den mutmaßlichen Wunsch der von ihm vertretenen Person zu ermitteln und für die Umsetzung zu sorgen.

Verfügung als Grundlage der Entscheidungsfindung

Sofern vorhanden, dient eine Patientenverfügung als Grundlage der Entscheidungsfindung. Von den zahlreichen im Vorfeld der Gesetzesänderung diskutierten Mindestanforderungen an dieses Dokument ist letzten Endes nur eine

übrig geblieben: Es muss schriftlich abgefasst werden, jedoch im Unterschied zu einem Testament nicht unbedingt handschriftlich. Vom Tisch sind Überlegungen, die Gültigkeit zeitlich zu begrenzen sowie eine notarielle Beglaubigung oder vorherige ärztliche Beratung zur Pflicht zu machen. Zwischen der Niederschrift der Verfügung und ihrer Anwendung können also etliche Jahrzehnte liegen. Umso bedeutsamer ist eine überlegte und eindeutige Formulierung. Hilfestellung gibt eine auf den Internet-Seiten des Bundesministeriums der Justiz im PDF-Format erhältliche Broschüre. Neben ausführlichen Erläuterungen der neuen Rechtslage enthält sie Textbausteine, mit denen im Fall der Fälle unter anderem eine Dialyse, Wiederbelebungsmaßnahmen, Bluttransfusionen oder die Gabe von Antibiotika jeweils gewünscht oder abgelehnt werden können.

Im Notfall: Neues Recht führt zu Unsicherheiten

Lassen die Formulierungen den Willen des Patienten klar erkennen, so kann und soll die Ausführung vom Bevollmächtigten oder gerichtlich bestellten Betreuer veranlasst werden. Zuvor hat eine Auf-

klärung durch den Arzt zu erfolgen, der seinerseits ausreichend Gelegenheit zur medizinischen Beurteilung des Falles haben muss. Gerade in diesem Punkt wird

schlossen wurden. Hier gilt es dennoch in jedem Fall tätig zu werden, da insbesondere im Notfall vor Ort und bei unbekannten Patienten die vom Gesetzgeber vorausgesetzte Beurteilung der medizinischen Gesamtsituation natürlich nicht geleistet werden könnte.

Widerruf durch den Verfasser jederzeit möglich

Keine Rolle spielt hingegen, wann das Schriftstück entstand. Für alle neuen und schon vorhandenen Erklärungen dieser Art wurde vom Gesetzgeber einheitlich bestimmt, dass sie zeitlich unbegrenzt gelten. Der Widerruf ist ausschließlich durch den Verfasser jederzeit und ohne alle Formalitäten möglich. Ob man überhaupt eine Patientenverfügung hinterlegt, ist stets Sache der eigenen, unabhängigen Entscheidung, darf also niemandem – zum Beispiel im Rahmen eines Vertrags über Pflegeleistungen – zur Auflage gemacht werden.

es wenigstens in der Übergangszeit vom alten zum neuen Recht sehr wahrscheinlich zu Missverständnissen und Unsicherheiten kommen. Leicht vorstellbar ist beispielsweise, dass aufgeregte Angehörige den wegen eines vermuteten Herzstillstands gerufenen Rettungskräften beim Eintreffen eine Patientenverfügung präsentieren, in der Wiederbelebungsmaßnahmen ausge-

Allerdings ist gerade wegen der veränderten Rechtslage die Abfassung einer Patientenverfügung empfehlenswert. Hatte bei der Beendigung lebensverlängernder Maßnahmen in der Vergangenheit vielfach ein Gericht das letzte Wort, reicht neuerdings die einvernehmliche Entscheidung von Arzt und Betreuer. Liegen keine Hinweise auf dem entgegen stehende Wünsche des Patienten vor, wird seine Zustimmung etwa zur Beendigung lebensverlängernder Maßnahmen unterstellt, so als habe er sie in einer entsprechende Verfügung selbst gegeben.

Berufsunfähigkeit - Das unterschätzte Risiko

Jeder 5. verabschiedet sich vorzeitig aus dem Berufsleben – aber was dann? von Karl-Heinz Silbernagel (Deutsche Ärzteversicherung)

Ä

rzte gehören – wie alle akademischen Heilberufe, aber auch z.B. Rechtsanwälte oder Architekten – zu den sogenannten „verkammerten Berufen“, denen der Staat ein hohes Maß an Selbstverwaltung zugestanden hat. Ausdruck dieser Selbstverwaltung sind die Ärztekammern und deren wichtigste Aufgabe ist es, für ihre Angehörigen, also die Ärzte, eine angemessene Versorgung im Alter wie auch bei Berufsunfähigkeit sicherzustellen.

gesamte ärztliche Tätigkeit einstellt. Und das Versorgungswerk leistet nur bei 100%iger Berufsunfähigkeit – nicht also bei lediglich teilweiser Berufsunfähigkeit.

Doch „Vorsorge für das Alter?“ und „Absicherung der Familie?“ sind Fragestellungen, die am Anfang der Berufskarriere zunächst auf wenig Interesse stossen, scheinen diese doch noch in weiter Ferne zu liegen. Aber das Thema „Berufsunfähigkeit“ ist schon virulenter, erst recht bei Medizinstudenten, die mit diesem Thema schon „berufsmäßig“ viele Berührungspunkte haben. Man hat schließlich die Aufgabe, die Arbeitskraft vieler Patienten zu erhalten oder wieder herzustellen. Zurück zu den Versorgungswerken. Sie garantieren die Grundversorgung – im Falle der Berufsunfähigkeit jedoch nur mit entscheidenden Einschränkungen und die Leistungen sind in Umfang und Höhe nicht ausreichend, den Einkommensverlust zu kompensieren. Beispielsweise zahlt das Versorgungswerk erst dann, wenn der Arzt gar nicht mehr in der Lage ist, ärztlich tätig zu sein und seine

Nicht umsonst lautet somit der eindringliche Rat, den die Verbraucherzeitschrift „Finanztest“ den Lesern mit auf den Weg gibt: „Kümmern Sie sich möglichst früh um eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Je jünger und gesünder Sie sind, desto leich-

ter bekommen Sie einen guten Vertrag zu einem akzeptablen Preis." Eine wichtige Aussage der Verbraucherschützer, die auch seit vielen Jahren die Fachleute aus der Versicherungsbranche propagieren. Denn sie kennen die Statistik genau: Immer mehr Menschen müssen sich vorzeitig aus dem Berufsleben verabschieden. Jeder 5. Berufstätige wird während seines Berufslebens berufsunfähig: Krankheiten am Bewegungsapparat, Herzund/

Kreislaufsystem, psychische Erschöpfung und Sportunfälle sind die häufigsten Ursachen. Die Konsequenz ist also der Abschluss einer privaten Absicherung des Berufsunfähigkeits-Risikos. Doch das Thema Berufsunfähigkeit hat viele Facetten. Wichtig ist, dass man zu einem Spezialisten geht. Die Deutsche Ärzteversicherung als Spezialversicherer für akademische Heilberufe bietet eine

Berufsunfähigkeitsversicherung, die außergewöhnlich leistungsstark ist und den ärztlichen Bedürfnissen genau entspricht. Sie erhielt deshalb Bestnoten von namhaften Rating-Agenturen und der Stiftung Warentest. Kurz - was sind die Vorteile? Zunächst leistet sie auch bei nur teilweisem Verlust der Arbeitskraft. Der Arzt erhält die volle Leistung bereits bei 50 % Berufsunfähigkeit. Dieses Ersatzeinkommen wird auch bei Bezug anderweitiger Versorgungsleistungen und bei nur vorübergehender Berufsunfähigkeit bezahlt. Ganz wichtig: Die Deutsche Ärzteversicherung verweist den Arzt nicht in einen anderen Beruf oder auf eine andere ärztliche Tätigkeit! Und für Medizinstudenten und Berufsstarter bietet der Standesversicherer, wie die Deutsche Ärzteversicherung auch genannt wird, preiswerte und leistungsstarke Produkte zur Absicherung dieses existentiellen Risikos. Übrigens: Informieren Sie sich einfach und unverbindlich über den besonderen Berufsunfähigkeitsschutz für die Angehörigen der akademischen Heilberufe. Fordern Sie dazu einfach unter service@aerzteversicherung.de oder unter Telefon 0221 148-22700 die Broschüre „Berufsunfähigkeit“ an. Sie zeigt, wie die Berufsunfähigkeitsrente im Laufe der Jahre durch die Überschussbeteiligung wächst und wie auch eine zusätzliche Altersvorsorge als weitere Option zu nutzen ist.

In den Foren gelauscht

Die ganze Weisheit raus?

Anilinas Zahnarzt möchte ihre 8er, also die Weisheitszähne, entfernen. Als Humanmedizinerin fragte sie lieber noch mal im Zahni-Forum nach: Gleich alle auf einmal? Braucht sie eine Vollnarkose? Müssen die Zähne überhaupt entfernt werden? Was steht mir jetzt genau bevor? Prompt wurde Anilina mit Erfahrungsberichten überhäuft, mit denen bestimmt Fragen zu euren speziellen Beißerchen, sofern noch vorhanden, beantwortet werden: www.medi-learn.de/MF51569

Wie lerne ich am besten?

„Super, super, super, ich bin sehr beeindruckt von den ganzen Antworten und Hilfen von euch. Vielen Dank. Leider musste ich dann auch einsehen, dass es eine einzige richtige Patentlösung scheinbar leider nicht gibt“ schreibt clavicula2 im Forum. Aber: Auf mehreren Seiten wurde heiß diskutiert, wie man am besten lernt und sich die Zeit zwischen Kreuzen, Lesen und den verschiedenen Fächern aufteilt. Kein Patentrezept, aber sicherlich ist der eine oder andere Tipp für die persönliche LernStrategie dabei! www.medi-learn.de/MF52012

Tricks fürs Blutabnehmen

Als Pflegepraktikant sehnst du dich danach. In der Famulatur musst du es plötzlich können: Blut abnehmen. Doch nicht immer hat jemand Zeit, es dir zu erklären. Und falsch machen lässt sich viel, das weiß jeder Medizinstudent. Glücklicherweise bist du nicht der erste Mensch, der das „Abzapfen“ lernen muss. Viele Foren-Mitglieder haben ihre Geheimtipps verraten. Du hast auch noch einen oder bist auf der Suche nach dem perfekten Trick? Klick dich rein auf unserer Seite: www.medi-learn.de/MF52943

OP-Gebote

Einfach (halb-)göttlich: Rund 230 OP-Gebote haben unsere ForenNutzer zusammengetragen. Zum Beispiel Gebot 6: Nicht in den Situs kippen. Plus Absatz Gebot 6.1: Bevor Du kippst, lasse die Haken los! Auch gut: Gebot 8: Praktikanten und Studenten stehen im Weg. Wenn sie es schaffen, einmal nicht im Weg zu stehen, dann wird der Weg geändert, so dass sie wieder im Weg stehen. Gebot 27: Falls du nicht weißt, ob wirklich DU gemeint warst, frag niemals: "Ich?!" Oder: Gebot 56: Ziehe im Gyn-OP nie deine Lieblingssocken an. Mehr davon fndest du auf unserer Internetseite: www.medi-learn.de/MF31555

Sicherheit weltweit Mit dem neuen Haftpflichtschutz ins Pflegepraktikum, in die Famulatur oder ins Praktische Jahr. www.aerzte-finanz.de

MEDI-LEARN Zeitung 05/2009  

Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und ersc...

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