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Welche Uni ist die beste?

Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

Welche Note gibst du deiner Uni? Wie schwierig sind Vorklinik und Klinik? Welches Monatsbudget hast du und würdest du den Studienort gerne wechseln? MEDI-LEARN hat deutsche Medizinstudenten befragt – und über 3.000 haben geantwortet! Die große Umfrage zum Medizinstudium 2008: Wir präsentieren dir die Highlights der Erhebung!

ZEITUNG

Mehr dazu auf den Seiten 6 und 7

Ausgabe 05/08 ∙ November/ Dezember 2008 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de ∙ ISSN 1860-8590 ∙ 1,90 €

A little bit of Histologie Eine Überlebende gibt Tipps

Heilsame Piekser Akupunktur aus Ärztesicht

Fear and loathing in Cologne: Der Histologie-Kurs hat nach Zeugenaussagen kaum Charme. Besonderes „Highlight“: Das Bingo-Testat. Polina Isaeva hat den Kurs überstanden und berichtet, wie sie es geschafft hat. Auch für Nicht-Kölner hilfreich!

Ein Ergebnis unserer Akupunktur-Umfrage unter Medizinern und Patienten Kellnern, promoten oder Nachhilfe geben: Rund zwei Drittel aller Studenten bessern verraten wir schon hier: Die angebliche Schmerzfreiheit der ihr Budget mit Nebenjobs auf. Was ist dabei zu beachten? Und Methode ist eine Schimäre. Ob sich das Pieksen und Gepiekstwelche Wege gibt es noch, um an Geld zu kommen? In unserem werden lohnt? Lies unseren Umfragebericht! Artikel gegen die persönliche Finanzkrise erfährst du mehr!

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Jobben im Studium Was du darüber wissen musst

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Einblicke in das Assistenzarzt-Dasein Der Start in den Medizinerberuf (Teil 1) von Dominika Sobecki (MEDI-LEARN)

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rzt sein – das ist es, worauf jeder Medizinstudent hinarbeitet. Dafür durchlernt man Nächte, dafür lässt man sich in den Famulaturen knechten. Doch worin besteht am Ende der Lohn aller Mühen? Wir haben zahlreiche Assistenzärzte zu ihrem Job befragt: Wie sieht dein Alltag auf Station aus? Was waren deine schönsten und schlimmsten Erfahrungen?

Aus dem Alltag eines Assistenzarztes

Was macht ein junger Arzt eigentlich den lieben langen Tag – Leben retten oder eher Telefondienst und Papierkram? Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen: Die befragten Jungmediziner gaben tatsächlich destens ein an, mintel ihrer Drit-

Schau den befragtenÄrzten in unserer zweiteiligen Artikelreihe über die Schulter und ins Gemüt!

Arbeitszeit mit dem Verfassen von Briefen zu verbringen. „Meine Tätigkeiten auf Station sind die Visite von etwa 8.30 bis 11 Uhr, Briefe vorbereiten von 10 bis 12 Uhr, dann 30 Minuten Pause und den Rest der Zeit, bis etwa 16 Uhr: Briefe, Briefe, Briefe. Und zwischendurch Notfälle“, erzählt Carmen aus Adelsdorf bei Erlangen. Neben der Teilnahme an der Visite führen Assistenzärzte in ihrer verbleibenden Arbeitszeit Aufnahme- und Entlassungsgespräche durch. Sie untersuchen Patienten und kümmern sich um Notfälle. Linda aus Magdeburg berichtet: „Mein Arbeitstag setzt sich zusammen aus rund einer Stunde Blutabnehmen und

Krank im Ausland? von Claudia Bruhn (Deutsche Ärzte-Finanz)

Längst nicht alle Kosten gedeckt

Sollte eine Behandlung im Ausland erforderlich sein, erfolgt die Behandlung und medizinische Versorgung analog eines Privatpatienten. Die gesetzlichen

Die meisten der Befragten schätzten die Stimmung auf ihrer Station eher gut ein. „In Stresssituationen ist schon eine gewisse Anspannung zu merken, aber solange alle an einem Strick ziehen, bleibt die Atmosphäre angenehm“, meint Linda. Positiv finden die Befragten vor allem eine gut funktionierende Teamarbeit, die Möglichkeit Fragen zu stellen und eine flache Hierarchie. Negativ bewerten sie dagegen mangelnde Kommunikationsfähigkeit, zu viel Papierkram und Verwaltungsdruck.

Vorgesetzte und nichtärztliche Mitarbeiter

kungen können dazu führen, dass eine private Krankenversicherung nicht mehr oder nur mit hohen Risikozuschlägen abgeschlossen werden kann.

Vor Reiseantritt unbedingt medizinische Versorgung beachten

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Wie ist die „Atmo“ auf Station?

Auch falsch verstandener Ehrgeiz seitens der Kollegen nervt die Befragten. „Was mir überhaupt nicht gefällt, ist die Konkurrenzsituation unter den Assistenzärzten“, meint die Münchener Assistenzärztin Maike, „Sie halten nicht zusammen und lassen sich dadurch alles gefallen, Überstunden zum Beispiel. Es herrscht hier geradezu eine Art Wettkampf darin, wer am längsten auf Station bleibt. Die Chefs honorieren das teilweise auch noch. Als wenn man nach 80 oder 90 Wochenstunden noch der bessere Arzt wäre!“

Gut lachen oder gute Miene zum bösen Spiel?

ie Auslandsaufenthalte der Medizinstudenten – egal ob es für ein Praktikum oder die Famulatur ist – erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Wer möchte nicht die Gelegenheit dazu nutzen, sein Praktikum in den USA, Spanien, Mexiko oder China zu machen? Auch wenn die Freude über einen Auslandsaufenthalt sehr groß ist, sollte rechtzeitig (vor Reiseantritt) darauf geachtet werden, ob eine umfangreiche medizinische Versorgung in dem jeweiligen Land gewährleistet ist.

Flexülenlegen, eineinhalb bis zwei Stunden Visite, zwei bis drei Stunden Papierkram und dann zwei bis drei Stunden praktischer Tätigkeit wie Sono oder Punktieren. Zwischendurch eine halbstündige Pause.“ Und auch Besprechungen und Fortbildungen, so Linda, gehören zum Arbeitsalltag eines Assistenzarztes.

Krankenkassen beteiligen sich im europäischen Ausland nicht in voller Höhe an den Behandlungskosten, im außereuropäischen Ausland werden sogar gar keine Leistungen erbracht. Sowohl im europäischen als auch im außereuropäischen Ausland muss somit mit (teilweise hohen) Eigenbeteiligungen bei Arzt- und Krankenhausbehandlungen gerechnet werden.

Auch hier leistet die gesetzliche Krankenversicherung nicht. Diese Kosten sind jedoch in einer Auslandsreiseversicherung abgedeckt, ohne Selbstbehalt. Beispielsweise kostet ein medizinischer Rücktransport bei einer Fragmentfraktur aus China ca. 13.941 Euro und bei einem Darmverschluss aus Spanien sind es immerhin noch knapp 8.000 Euro.

Das Risiko hoher Rückflugkosten

SCHWERE VORERKRANKUNGEN

Treten schwere Erkrankungen auf oder kommt es zu Unfällen, die aufgrund der medizinischen Unterversorgung in bestimmten Ländern nicht ausreichend versorgt werden können, hilft unter Umständen nur der Rücktransport mit einem Sanitätsflugzeug nach Deutschland. Diese Transportkosten sind häufig unbezahlbar.

ERSCHWEREN DEN

EINTRITT IN DIE PRIVATE Außerdem sollte bedacht werden, dass eine im Ausland eintretende schwere Erkrankung dazu führen kann, dass der Weg in die private Krankenversicherung verbaut ist. Denn schwere Vorerkran-

Tipp: Optionstarif

Hierzu bietet sich vor Antritt der Auslandsreise an, einen sogenannten Optionstarif abzuschließen, damit auch bei eintretenden Erkrankungen während des Auslandsaufenthaltes der Weg in die private Krankenversicherung möglich bleibt. Unser Tipp: Rechtzeitig für einen umfassenden Krankenversicherungsschutz für den gesamten Auslandsaufenthalt vorsorgen – mit einer Auslandsreiseversicherung. Zusätzlich ist es empfehlenswert, sich die „Eintrittskarte“ in die private Krankenversicherung zu sichern! Investieren Sie ein paar Euros in Ihre Gesundheit! Es lohnt sich. Lassen Sie sich beraten. Wir helfen Ihnen gerne weiter! Informationen gibt’s auf www.aerzte-finanz.de.

Wie ist das Verhältnis zwischen Assistenten und den Ärzten höherer Ränge? Und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Pflegepersonal respektive Verwaltung? „Freundlich, aber bestimmt“, beschreiben die meisten das Verhältnis zu Vorgesetzen. Der Grad an Vertraulichkeit variiert allerdings von Klinik zu Klinik und von Station zu Station. Melissa aus Lambrecht bei Bad Dürkheim darf ihre Oberärzte duzen, der Frankfurter Assi Viktor hat hingegen eine echte Anekdote auf Lager: „In meinem PJ auf der Chirurgie gab es sogar eine Reihenfolge, in der man die Patientenzimmer zu betreten hatte. Schon verständlich, dass die ‘ganz Großen‘ vorangehen, die haben das aber bis zum Assistenten und PJler durchgezogen. weiter auf Seite 2

Inhalt Rätsel In unserem Rätsel geht es diesmal um die beliebten Rippenspreizer-Cartoons. Sechs von ihnen präsentieren wir dir, allerdings ohne den passenden Text darin. Fünf Antwortmöglichkeiten sind vorgegeben. Wer die richtigen „kreuzt“ und uns schickt, hat die Chance auf tolle Gewinne! S. 11

Vorklinik

Mehr Klinisches in der Lehre Die klinischen Bezüge in der Anatomie kommen hierzulande zu kurz, sagt Jens Wasche. Er ist seit kurzem Professor am neu eingerichteten Lehrstuhl für Anatomie und Zellbiologie in Würzburg – der einzige Lehrstuhl seiner Art in Deutschland. Seine Forderung: Studenten sollten mehr präparieren lernen können. Es ist Zeit: Dem Fach geht der Nachwuchs aus. S. 03

Geschmökert

Welches Gyn-Lehrbuch wählen? In unserer Rezensions-Vergleichsreihe ist dieses Mal die Gynäkologie und Geburtshilfe auf dem Prüfstand: Welches Lehrbuch empfiehlt sich? Drei Studenten haben drei Werke auf Herz und Nieren geprüft. Fazit: Zwei Bücher kommen gut weg, eines wird als ausreichend eingestuft. Und: Wie immer verlosen wir Exemplare! S. 04

Forschung

Besseres Gedächtnis ohne REM? Schlaf fördert die Gedächtnisbildung und lange dachte man, dies passiere im REMSchlaf. Doch nun haben Wissenschaftler der Universitäten Basel und Lübeck entdeckt, dass eine Unterdrückung des Schlafs die Gedächtnisbildung fördert. S. 03

Ausland

Acht Monate am Ende der Welt "Medizin studieren in Chile", dafür entschied sich Vera Schwarz kurzerhand und verbrachte 8 Monate am anderen Ende der Welt. Von den teils europäischen Städten und chilenischer Gastfreundschaft geprägt, erlebte die Medizinstudenten tolle Monate in einem fremden Land. S. 08


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Studenten aufgepasst!

Die 2. Auflage der Skriptenreihe

Der Start in den Medizinerberuf (Teil 1) Fortsetzung von Seite 1 Bei der Chef-Visite ergab das ein sehr groteskes Knäuel von Kitteln, die krampfhaft versuchten, die richtige Reihenfolge einzuhalten!“. Das Verhältnis zwischen Ärzten und Pflegern ist ebenfalls von Station zu Station unterschiedlich. Sabine aus dem bayerischen Unterschleißheim rät: „Am besten in der ersten Arbeitswoche gleich mal eine Packung Kaffee, Pralinen oder so mitbringen. Und niemals selbstständig am Kaffee der Schwestern bedienen, sondern erst mit Genehmigung der Oberschwester!“ Das Verhältnis zur Verwaltung hingegen ist fast überall angespannt. „Die Verwaltung weiß nicht, was es heißt, als Arzt zu arbeiten“, beschwert sich Nike, die an einer Göttinger Klinik arbeitet, „Alles soll schnell und effektiv sein, aber von echter Stationsarbeit verstehen die Damen und Herren nichts. Jetzt wird uns auch noch verboten, Resturlaub mit ins nächste Jahr zu nehmen, dank Stellensperre ist momentan aber kein Urlaub möglich!“

Warum es schön ist, Arzt zu sein…

Was fasziniert die Befragten an ihrem Job? Welches waren ihre schönsten Erlebnisse als Arzt? Besonders erfreulich an ihrem Beruf finden Jungmediziner, dass es sich um eine sinn- und verantwortungsvolle sowie abwechslungsreiche Tätigkeit handelt, die ihnen viele Möglichkeiten bietet. Die meisten Befragten geben an, dass sie es als sehr befriedigend empfinden, mit Menschen zu arbeiten und diesen zu helfen. „Ich bin immer fasziniert, wenn alte, exsikkierte Damen aus dem Heim durch eine einfache Infusionstherapie aufklaren und danach sogar mit einem sprechen“, freut sich Miriam aus Magdeburg, „Es kommt vor, dass sie mit Hilfe sogar aufstehen können: Manchmal ist unsere Klinik ein wahrer Jungbrunnen!“ Vielen macht auch der „detektivische“ Aspekt des Jobs großen Spaß. „Ich finde es spannend, wenn man den Symptomen auf den Grund gehen kann und die unterschiedlichsten Diagnosen

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Wir verlosen fünf Exemplare „Blutdruckmessgerät “ von Boso – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw148

dabei herauskommen“, meint die Jungärztin weiter. Der hohe gesellschaftliche Status, der mit dem Arzttitel einhergeht, wurde von Befragten ebenfalls als ein entschiedenes Plus des Jobs genannt. Über Patienten, die ihnen zeigen, dass sie ihre Arbeit zu schätzen wissen, freuen sich die Befragten ganz besonders. „Es ist sehr motivierend zu erleben, dass die Patienten bei der Entlassung wirklich dankbar sind – was nicht immer der Fall ist“, meint Andrea, Ärztin aus Ludwigshafen, „Ich finde es toll, wenn Patienten sich bei der Entlassung bedanken, oder sogar später noch einmal vorbeikommen oder Postkarten senden!“

…und warum manchmal nicht

Was stört die Befragten am Arztberuf? Was empfinden sie als besonders belastend? Die meisten der befragten Assistenten stören sich an der hohen Stundenzahl, den ungünstigen Arbeitszeiten und dem im Vergleich dazu niedrigen Gehalt.

Viele ärgert zudem die stetig zunehmende Bürokratie, die ihnen weniger Zeit für die Patienten lässt. Als lästig empfinden die Befragten darüber hinaus undankbare bzw. nicht kooperative Patienten und Angehörige. Besonders belastend ist es für die allermeisten Jungärzte, mit dem Tod von Patienten umzugehen. „Das am meisten belastende Erlebnis war für mich der Tod eines Patienten, der am selben Tag geboren wurde wie ich, bei dem ich die Aufnahmeuntersuchung und später dann die Hirntod-Diagnostik durchgeführt habe“, erzählt Andrea. Daniela, die zurzeit auf der Kinderstation einer Erfurter Klinik tätig ist, erklärt: „Am unangenehmsten ist es für mich, wenn ich die Eltern von präfinalen Kindern betreuen muss, vor allem wenn es diesen schwer fällt das Unausweichliche zu akzeptieren.“

Internet-Treff für gestresste Assistenten

Wenn du einfach mal vor dem Stress in der Klinik flüchten willst, deine Erlebnisse auf Station mit anderen teilen möchtest, Rat suchst oder nachlesen willst, wie es anderen Assis so geht, bist du im MEDI-LEARN Assistenzarzt-Forum richtig: www.medi-learn.de/MT143. Hier findest du über 1.400 Beiträge von Gleichgesinnten. So z.B. den „Treffpunkt für gestresste Assistenzärztinnen und -ärzte“ (www.medi-learn.de/MF22233) mit einer Gesprächsrunde rund um den ersten Dienst (www.medi-learn.de/ MF27932). In der nächsten MEDI-LEARN Zeitung erfährst du unter anderem, wie viel junge Ärzte tatsächlich verdienen, wie viel Zeit sie auf Station verbringen und welche Ratschläge sie für angehende Assistenten parat haben!

Kein Stress: Die meisten Assistenzärzte loben Teamwork und flache Hierarchien

1. Morbus-Wilson Schreibwettbewerb Wettbewerb ein voller Erfolg – Sieger aus Berlin/Dresden, Münster und München stehen fest von Morbus Wilson e.V.

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er in Deutschland erstmalig durchgeführte Schreibwettbewerb für Medizinstudenten war ein überragender Erfolg, berichtet der Veranstalter, der Selbsthilfeverein Morbus Wilson. 50 angehende Mediziner aus insgesamt 24 Universitäten des ganzen Bundesgebiets machten sich an die Recherche, verfassten Beiträge zum Thema „Klinische Erscheinungsformen und Diagnosestellung des Morbus Wilson“ und reichten diese beim Veranstalter ein. „Die Zahl der Wettbewerbsteilnehmer übertraf deutlich unsere Erwartungen“, so Beate Rasp, Vereinsvorsitzende. Die sehr seltene Erkrankung Morbus Wilson ist eine autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung des Kindes-, Jugendoder Erwachsenen-Alters, der eine Kupferüberladung zugrunde liegt und die bei früher Diagnose gut therapiert, jedoch anderenfalls schwere Folgen haben kann. Sie weist vielfältige Symptome und Er-

scheinungsbilder auf, die durchaus zu Verwechslungen mit anderen Krankheiten und damit Fehldiagnosen führen können. Die Bedeutung einer (frühen) Diagnose ist also entscheidend. Es ist somit von besonderer Bedeutung, dass Mediziner über eine gute Basis an Vorkenntnissen verfügen, um gegebenenfalls eine Diagnose stellen zu können. „Für den Wettbewerb wurden Beiträge im wissenschaftlichen, lehrbuchartigen, journalistischen sowie literarischen Stil eingereicht. Auf der Basis verschiedener Beurteilungskriterien, u. a. Originalität, Sorgfalt der Recherche, Schreibqualität, und Gesamtwirkung, konnten Dank einer von Experten besetzen Fachjury drei klare Sieger ermittelt werden“, erläuterte Gesine Milde, Wettbewerbsinitiatorin und -koordinatorin. Gesamtsieger des Schreibwettbewerbs wurden für ihren gemeinsam verfassten Beitrag Alexandra Gildemeister (Charité – Universitätsme-

dizin Berlin) und Katharina Vogt (Technische Universität Dresden – Universitätsklinikum Carl Gustav Kraus). Die offizielle Verleihung des mit 500 Euro dotierten Preises an die Sieger fand am 18. Oktober 2008 im Rahmen des jährlichen Morbus-Wilson-Symposiums in Heidelberg statt. Zweiter wurde Thomas Fortmann (Universität Münster) gefolgt von Alena Siegfried (Universität München) als dritte. Sie erhalten Prämien in Höhe von 250 bzw. 100 Euro. „Das vorrangige Ziel unseres Wettbewerbs, eine qualitative Auseinandersetzung mit der Erkrankung Morbus Wilson unter jungen Medizinern zu fördern, ist in hohem Maße erreicht“, verkündete Frau Rasp. „Dies wird allen jetzigen und zukünftigen Wilson-Patienten zugute kommen. Vielleicht hat darüber hinaus der ein oder andere Teilnehmer Interesse an der Erkrankung gefunden und wird sich

auch später beruflich oder wissenschaftlich direkt mit ihr und ihren Patienten beschäftigen.“ Morbus Wilson e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der Wilson-Patienten, ihre Angehörigen und Interessierte informiert, berät und unterstützt. Dazu übernimmt der Verein Aufgaben, die von Aufklärung der Öffentlichkeit über die Unterstützung der Forschung bis hin zur Veranstaltung von medizinischen Symposien reichen. Der Verein wurde 1990 gegründet und zählt über 600 Mitglieder. Um den Siegerbeitrag zu lesen und mehr über die Krankheit sowie den MorbusWilson-Verein zu erfahren, klickt hier: www.morbus-wilson.de MEDI-LEARN PODCAST Diesen Artikel gibt es auch online als AudioDatei zum Download unter: www.medi-learn.de /podcast


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Besseres Gedächtnis ohne REM-Schlaf?

MEDI-LEARN Special

Förderung der Gedächtnisbildung durch schnelle Augenbewegung im Schlaf von Reto Caluori (idw)

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chlaf fördert die Gedächtnisbildung und lange dachte man, dies passiere im REM-Schlaf, wenn man träumt. Wissenschaftler der Universitäten Basel und Lübeck haben entdeckt, dass eine pharmakologische Unterdrückung des Schlafs mit schnellen Augenbewegungen die Gedächtnisbildung nicht stört, sondern fördert. Damit widerlegen sie die REM-Schlaf-Gedächtnis-Hypothese. Die Ergebnisse wurden von der Wissenschaftszeitschrift „Nature Neuroscience" veröffentlicht. Menschen speichern neue Informationen besonders gut im Gedächtnis, wenn sie nach dem Lernen schlafen. Die REMSchlaf-Gedächtnis-Hypothese besagt, dass der REM-Schlaf (Rapid Eye Movement Sleep) besonders wichtig für die Gedächtnisbildung im Schlaf ist. Erste Zweifel an der Richtigkeit dieser Hypothese erwuchsen aus Beobachtungen depressiver Patienten. Paradoxerweise treten bei diesen Patienten unter medi-

kamentöser Behandlung üblicherweise keine Gedächtnisdefizite auf, obwohl die meisten Antidepressiva den REMSchlaf massiv unterdrücken. Dr. Björn Rasch vom Institut für Molekulare Psychologie der Universität Basel und Prof. Jan Born vom Institut für Neuroendokrinologie der Universität zu Lübeck sind diesen Beobachtungen nun in einer experimentellen Studie systematisch nachgegangen. Sie liessen junge gesunde Männer abends Wortpaare lernen und motorische Hand- und Fingerfertigkeiten einüben, verabreichten sie ihnen nach dem Lernen entweder ein Antidepressivum oder ein nichtwirksames Placebo. Danach durften die Probanden im Schlaflabor schlafen. Zwei Tage später erschienen die Probanden erneut im Labor. Es wurde getestet, was sie von den gelernten Wortpaaren noch wussten und wie gut sie die geübten Hand- und Fingerfertigkeiten noch konnten.

Keine Störung durch fehlenden Traumschlaf

Wie erwartet, führte die Gabe der Antidepressiva zu einer fast vollständigen Unterdrückung jeglichen REM-Schlafs nach dem Lernen. Zum Erstaunen der Wissenschaftler hatte dieser Mangel an Traumschlaf jedoch keinerlei störenden Effekt auf die Gedächtnisbildung im Schlaf. Im Gegenteil, in einem der motorischen Tests, bei dem die Probanden eine Art Klavierlauf gelernt hatten, waren die Probanden sogar deutlich besser, wenn der REM-Schlaf nach dem Training durch das Antidepressivum unterdrückt worden war. Bemerkenswerteweise erhöhte die Gabe eines Antidepressivums nach dem Training das Auftreten von so genannten Schlafspindeln, die ein prägnantes und typisches Merkmal für das Schlafstadium 2 (Leichtschlaf) und den Tiefschlaf darstellen. Je stärker die Spindelerhöhung, desto besser schnitten die Probanden in dem

A little bit of Histologie repeating Ein Erfahrungsbericht aus Köln von Polina Isaeva

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urcht, Angst und Panik: Das empfindet so ziemlich jeder Medizinstudent der Uni Köln, sobald er das Wort Histologie hört. Dabei ist es nicht die Wissenschaft selbst (die natürlich schwer und umfangreich ist), die den Studenten schaudern lässt, sondern eher die Organisation des Histologie-Kurses: An eine respektable Lehrveranstaltung erinnert das Ganze nämlich nicht. Aber der Reihe nach.

Wie vor Dieters Jury

Die Histologie wird den Kölner Studenten in Form von Vorlesungen geboten. Gehalten wird sie von Prof. Dr. Addicks, der sehr kompetent und auch didaktisch begabt ist, es leider aber zu lieben scheint, seine sachlichen Ausführungen mit Dieter Bohlen-ähnlichen Kommentaren über Studenten aufzupeppen, über die heutige Moral im Allgemeinen und Pseudowissenschaftler im Besonderen, die Herzen

aus Stammzellen züchten. Das bringt die meisten Studenten ziemlich aus dem Konzept. Flankiert wird die Veranstaltung von einem Mikroskopierkurs, bei dem Anwesenheitspflicht herrscht. Die Studenten hocken über ihren Vergrößerungsgeräten, in einem düsteren, luftlosen, zugigen Raum, auf vollkommen unphysiologischen Hockern. Sie versuchen gleichzeitig den Ausführungen des Dozenten zu folgen, sich Mitschriften zu machen, die Bilder möglichst genau abzuzeichnen, zu beschriften und eventuelle Fragen an durch die Reihen huschende Tutoren loszuwerden.

Extra-Kick: Bingo-Testat

Einen besonderen Kick gibt dieser Veranstaltung das so genannte Bingo-Testat: Am Ende jedes Mikroskopierkurses treten die Tutoren zu ausgelosten Studenten an den Platz und fragen sie über ein Präparat der letzten zwei Kurstage aus. Das

Bestehen des Bingotestats ist Voraussetzung für die Zulassung zur Klausur. Deshalb warten die meisten Studenten mit einer Mischung aus Hoffnung und Panik auf das Ende des jeweiligen Kurstages, weil es einerseits angenehm wäre, die Tortur hinter sich zu bringen, man sich andererseits aber nie sicher sein kann, dass man genug gelernt hat, um die perfiden Fragen der Prüfer zu beantworten. Hinzu kommt, dass dem ungeübten Betrachter alle Präparate gleich erscheinen und man in ständiger Angst schwebt, im Bingo-Testat zu versagen, nur weil man das gezeigte Präparat nicht erkennt.

Tipps zur Vorbereitung

Als Überlebende dieses Schreckens möchte ich all denen, auf die die Tortur noch zukommt, Tipps mit auf den Weg geben: Es ist wirklich hart und man muss jede Woche mindestens ein Kapitel Hi-

motorischen Test ab. Diese Ergebnisse unterstreichen damit die Bedeutung des Non-REM-Schlafs für die Gedächtnisbildung, dessen Einfluss von vielen Schlafforschern bis heute unterschätzt wurde. Das Forscherteam hat mit diesen Befunden erstmals die REM-Schlaf-Hypothese widerlegen können: REM-Schlaf ist für sich genommen für die Gedächtnisbildung im Schlaf nicht erforderlich. Allerdings könnte es sein, dass einige neurobiologische Prozesse, die normalerweise zusammen mit dem REM-Schlaf auftreten, durch die Gabe von Antidepressiva nicht unterdrückt oder sogar verstärkt werden, und so weiter die Gedächtnisbildung unterstützen. Die Frage nach den zugrundeliegenden Mechanismen der Gedächtnisbildung im Schlaf bleibt daher weiter spannend. Die aktuelle Studie fand im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereich „Plastizität und Schlaf" statt.

stologie auswendig lernen, daran gibt es kein Vorbeikommen. Dabei wird nicht nur das grobe Wissen abgefragt, die Details sind ebenso wichtig und können zum Durchfallen führen. Es hängt aber stark vom Prüfer ab, wie stark man ausgefragt wird. Wichtig ist es, Selbstsicherheit zu demonstrieren. Wer Glück hat, erwischt einen Prüfer, der sich damit zufrieden gibt, dass man das Präparat erkennt.

Histo-Trainer hilft!

Weil man sich die Präparate nicht mit nach Hause nehmen kann (und wer hat schon zu Hause ein Mikroskop stehen?), im BingoTestat und in der Klausur aber nur Präparate aus unserem Präparierkasten abgefragt werden, lohnt es sich, auf ein Angebot des Anatomischen Instituts im Internet zurückzugreifen: den Histo-Trainer. Er steht kostenlos zum Download zur Verfügung und ist natürlich auch für Nicht-Kölner Medizinstudenten geeignet – Histologie muss schließlich jeder machen! Daneben gibt es auch noch andere Bilder aus dem Kölner Präparierkurs und der Neuroanatomie. All das findet sich hier: www.anatomiedesmenschen.de

Das Biochemie-Poster

Du hast Probleme mit Biochemie? Lass dir das Fachgebiet auf didaktisch ausgefeilte Art erklären: Ab sofort ist das von MEDI-LEARN konzipierte DIN A1-Poster verfügbar, mit dem du dir den relevanten Stoff leicht aneignen kannst. Das Stoffwechsel-Poster wurde von den MEDI-LEARN Examensexperten erstellt. Es zeigt die wichtigen Abläufe in übersichtlicher Darstellung und auf einen Blick. Die enthaltenen Strukturformeln wurden auf den examens- und prüfungsrelevanten Umfang reduziert. Gleichzeitig wurde jedoch der Gesamtzusammenhang der Stoffwechselvorgänge nicht aus den Augen verloren und auf zellulärer Ebene dargestellt. Unser DIN A1-Poster, das eine überdimensionale Zelle darstellt, ist der ideale Begleiter durch die gesamte Vorklinik. Darüber hinaus hilft das Stoffwechselposter auch in der klinischen Ausbildung (z.B. in der Pharmakologie), den Überblick nicht zu verlieren. Die effiziente Lernhilfe für u.a. folgende Stoffwechsel-Wege:

Anatomie: Mehr Klinisches in der Lehre Anatomische Themen mi klinischem Bezug mehr in den Vordergrund von Robert Emmerich (idw)

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ein Lehrstuhl für Klinische Anatomie und Zellbiologie ist neu gegründet worden. „Damit soll betont werden, dass es wichtig ist, die Lehre in der Anatomie stärker klinisch auszurichten", sagt Jens Waschke, der neue Professor am Institut für Anatomie und Zellbiologie. Waschkes Lehrstuhl ist nach seiner Kenntnis der einzige dieser Art in Deutschland. Die klinischen Bezüge in der Anatomie würden hierzulande – anders als in den USA – oft zu kurz kommen, berichtet er. Diesen Missstand zu beheben sei umso wichtiger, da die Anatomie in Deutschland mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen habe und sich viel zu wenige angehende Mediziner für eine Karriere in der Anatomie entscheiden. Entsprechend will der neue Professor in seiner Lehre diejenigen anatomischen Themen in den Vordergrund stellen, die für die klinische Tätigkeit von Bedeutung sind. Dabei wird sich sein Lehrstuhl nicht nur der Ausbildung

der Studierenden widmen. Man will auch Ansprechpartner für die klinisch tätigen Kollegen sein und für diese Fortbildungsveranstaltungen anbieten. So üben zum Beispiel Notfallmediziner invasive Notfalltechniken an toten menschlichen Körpern – unter anderem die Thorax-Drainage. Diese wird angewendet, wenn Blut in die Lungenhöhle eingedrungen ist. Auch in der Lehre legt Jens Waschke großen Wert darauf, dass die Studierenden im Präparierkurs tatsächlich an Leichen arbeiten können. Das eigene Präparieren sei außerordentlich wichtig für das Verständnis der Anatomie: „Es geht darum, selbst zu entdecken und freizulegen und auch krankhafte Veränderungen zu sehen und zu erkennen", sagt er. „Und es ist ein ganz anderes Verantwortungsgefühl, wenn man selbst schneidet." In seiner Forschung untersucht er vor allem zellbiologische Mechanismen, die die Schrankenfunktionen an den äußeren und inneren Barrieren des menschlichen

Körpers kontrollieren. So weiß man, dass bei verschiedenen krankhaften Prozessen wie Entzündung, Allergie oder Arteriosklerose die Schrankenfunktion des Endothels – also der Zellschicht an der Innenfläche der Blutgefäße – durch die Ausbildung von Lücken zwischen den Endothelzellen herabgesetzt wird. In der Folge tritt Blutplasma in das umliegende Gewebe aus und verursacht Entzündungen und Schwellungen. Jens Waschke versucht in seinem Projekt „Regulation der Endothelbarriere in vivo und in vitro", die zellbiologischen Mechanismen zu identifizieren, die den Zusammenhalt zwischen den Zellen regulieren. Dann will er der Frage nachgehen, wie es zu Störungen der Zellhaftung und in der Folge zu diesen Lückenbildungen kommt. In seinem Projekt zur „Pathogenese des Pemphigus" geht es ebenfalls um den Zusammenhalt von Zellen – allerdings von Zellen der äußeren Hautschicht.

Zur Person

Jens Waschke (33) hat sich – nach Medizinstudium und Promotion an der Universität Würzburg – 2007 habilitiert. Nach einem Ruf an die Universität Greifswald erhielt er im Frühjahr 2008 den Ruf auf die Professur in Würzburg. Seit Juni ist er nun Inhaber des Lehrstuhls für Klinische Anatomie und Zellbiologie (Lehrstuhl III) an der Universität Würzburg. Waschke wurde 2005 mit dem Albert-Koelliker-Lehrpreis der Würzburger Medizinischen Fakultät ausgezeichnet. 2006 erhielt er den Wolfgang-Bargmann-Preis der Anatomischen Gesellschaft. Das 3B-Scientific Anatomie-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Anatomie, den wir dir in Kooperation mit 3B Scientific in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/anatomie

• Glykogenstoffwechsel • Glykolyse • Glukoneogenese • Pentosephosphatweg • Harnstoffzyklus • ß-Oxidation der Fettsäuren • Ketonkörperbiosynthese • Citratzyklus • Häm-Biosynthese • Biosynthese von Fettsäuren • Cholesterin-Biosynthese • Malat-Shuttle u.v.m.

Lust auf mehr?

Weitere Informationen zum Biochemie-Poster findest du unter: www.medi-learn.de/poster

Stan - Das Skelett mit den besten Referenzen. Qualität von 3B Scientific. www.3bscientific.de Preis:

236,81 €


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Gynäkologie und Geburtshilfe (Thieme)

Kurz notiert

von Dirk Häger (9. Semester, Uni Hamburg)

Die Steinlaus ist wieder da

Das weltweit kleinste bekannte Nagetier, die Steinlaus, 1976 entdeckt und erstmals beschrieben von Loriot, verfügt nun sogar über ein eigenes Weblog. Ab sofort sind unter www.die-steinlaus.de neueste Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung über das possierliche Tierchen brandaktuell nachzulesen. Zudem startete die Pschyrembel-Redaktion einen Wettbewerb, der alle SteinlausForscher auffordert, ihre Fachbeiträge einzureichen. Zum Jahresende wird eine hochkarätige Jury, der u.a. Loriot sowie Dr. med. Eckart von Hirschhausen angehören, die besten Beiträge auswählen und prämieren. Als Preise winken dem Erstplazierten dieAufnahme seines Beitrags in die nächste Pschyrembel-Ausgabe, dem Zweit- und Drittplazierten Fachliteratur und ein Freiabonnement zur Online-Version der Nachschlagewerke. Alles weitere unter: www.die-steinlaus.de

gibt einen umfassenden Überblick über das Themengebiet und reicht vollkommen zur studienbegleitenden Prüfungsvorbereitung. Der Autor führt gut in die Materie ein und es sind keine weiteren Vorkenntnisse notwendig. Zielgruppe Nach dem Studium dient es sicher als gutes Nachschlagewerk für Studierende, die nicht diese Facharztrichtung einschlagen werden. Für gynäkologische Fachärzte bietet es nach dem Studium einen soliden Einstieg, für tieferes Wissen jedoch zu kurz. Titel: Gynäkologie und Geburtshilfe Autor: Stauber M., Weyerstahl T. Verlag: Thieme ISBN: 978-3-131-18905-9 Preis: 49,95 €

Kurzbeschreibung Das Buch richtet sich an Studierende des klinischen Abschnittes im Themenbereich Gynäkologie und Geburtshilfe. Es

Lebende in der Gerichtsmedizin

Die „Arbeit an Lebenden“ macht längst einen Großteil der Forensik aus: Vaterschaftstests, Drogenchecks, Behandlungsfehler, Opfer von Straftaten und das Kindeswohl. Dr. Britta Bockholdt vom Klinikumsinstitut für Rechtsmedizin in Greifswald: „Die intensive Zusammenarbeit mit den klinischen Fächern, insbesondere bei der Beurteilung von Verletzungsbildern bei Erwachsenen und Kindern, hat die Bedeutung des Faches in den öffentlichen Fokus gerückt." Landesweit werden Weiterbildungsveranstaltungen für niedergelassene Ärzte, Behörden und Ämter angeboten, um die Beteiligten für Anzeichen von Gewalt und Kindesmissbrauch zu sensibilisieren. www.klinikum.uni-greifswald.de

Schmerz als Krankheit

Durchbruch: Die Diagnose „Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren“ wurde endlich in den Katalog der Krankheiten ICD-10 (International Classification of Diseases) aufgenommen und als bio-psycho-soziale Erkrankung gewürdigt. Eine angemessene multi-modale Behandlung chronischer Schmerzen sowie deren korrekte Abrechnung ist nun möglich. Bislang kamen für die rund 8 bis 10 Millionen Schmerzpatienten in Deutschland nur unzutreffende Diagnosen in Frage. Sie nahmen entweder nur auf körperliche Erkrankungen oder ausschließlich auf psychische Probleme Bezug. www.dgss.org

Didaktik Die Sprache ist verständlich, die vielen erläuternden Klammern behindern aber den Lesefluss. Es wäre besser, diese Erläuterungen in den Fließtext mit einzubauen. Da jedes Kapitel gleich aufgebaut ist, hat der Leser ein gewohntes Lernschema, welches das Lernen erleichtert. Das ist sehr positiv zu bewerten. Zur Vorbereitung auf die Blockabschlussklausur sollte dieses Buch sicherlich nicht fehlen. Aufbau Die wesentlichen Lernhilfen bestehen in der Zusammenfassung der Themen

am äußeren Buchrand. Schlüsselwörter sind im Fließtext hervorgehoben und erleichtern dem Leser das Finden wichtiger Inhalte. Das Inhaltsverzeichnis ist gut strukturiert und leserfreundlich. Preis Das Buch kostet im Handel 49,95 Euro und liegt im Verhältnis zum Nutzen noch im preislichen Rahmen. Ich persönlich würde mir das Buch für diesen Preis kaufen. Fazit Es handelt sich um ein passables Lehrbuch für den klinischen Abschnitt, das Studierende auf semesterbegleitende Prüfungen vorbereitet. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw149

Gynäkologie & Geburtshilfe (Springer) von Gerrit Gielen (10. Semester, Uni Bonn) Diedrich auf 677 Seiten mit fast 600 farbigen Abbildungen und 97 Tabellen das gesamte Prüfungswissen der drei klassischen Säulen dieses Fachs: 1. Reproduktionsmedizin und gynäkologische Endokrinologie, 2. Pränatalmedizin und Geburtshilfe sowie 3. Onkologie und operative Gynäkologie.

Titel: Gynäkologie und Geburtshilfe Autor: Klaus Diedrich et al. Verlag: Springer ISBN: 978-3-540-32867-4 Preis: 44,95 €

Kurzbeschreibung Unter Berücksichtigung der neuen AO präsentiert die Autorengruppe um Klaus

Zielgruppe Das Buch richtet sich ausdrücklich an Studenten der klinischen Semester, kann aber auch in der Weiterbildungszeit gute Dienste leisten. Wie bei den meisten klinischen Lehrbüchern sind anatomische Grundkenntnisse des Faches aber durchaus notwendig, wenngleich das erste Kapitel des Buches das Wichtigste noch einmal vorstellt. Inhalt Der Diedrich ist ein klassisches Lehrbuch, also eine umfassende, ausführliche Darstellung des gesamten Fachgebiets, das sich sowohl zum Lernen als auch zum

Stöbern und Nachschlagen eignet. Viele Tabellen bieten eine gute Übersicht, ohne den Textfluss allzu sehr zu stören. Die letzten beiden Kapitel des Buches behandeln gynäkologische Leitsymptome und Notfälle, die den Inhalt des Buches nutzbringend abrunden. Die Autoren haben ihr Buch mit überdurchschnittlich vielen und guten Abbildungen versehen, die sich gut in den Text einfügen und sehr zum Verständnis des Inhaltes beitragen. Didaktik Die Autoren arbeiten in verlagsüblicher Manier mit kurzen Einleitungen in das jeweilige Kapitel, Praxisboxen, Übersichtsboxen, farblich hervorgehobenen Merkeund Cave-Sätzen und Fallbeispielen im fortlaufenden, flüssig lesbaren Text. Eine Zusammenfassung am Ende jedes Kapitels präsentiert den Inhalt in aller Kürze. Aufbau Die insgesamt 18 Kapitel dieses Buches zeigen eine sinnvolle und übernehmbare

Gliederung des Stoffes sowohl für die Gynäkologie als auch für die Geburtshilfe. Das Buch beginnt mit der funktionellen Anatomie und gynäkologischen Untersuchung, endet mit Notfällen und Leitsymptomen, garantiert eine umfassende Darstellung. Preis Der Diedrich befindet sich mit 44,95 Euro eher im mittleren Preissegment von medizinischen Lehrbüchern. Der Diedrich ist Dank seiner Abbildungen und der dichteren Zusammenstellung eine gute Alternative. Fazit Der Diedrich ist ein gelungenes, modernes Lehrbuch der Gynäkologie und Geburtshilfe. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw150

Gynäkologie und Geburtshilfe (Elsevier) von Christine Völklein (7. Semester, Uni LMU München) Das Buch weist ein sehr umfang- und abwechslungsreiches Inhaltverzeichnis vor, das funktional gegliedert ist. Mit Grundlagen, prüfungsrelevanten Lerninhalten sowie umfangreichem Hintergrundwissen wird geworben. Was reizt, ist das Versprechen auf Praxistipps und Lernhilfen.

Suche nach Rechtschreib-Gen

Legasthenie beruht nicht auf mangelnder Intelligenz. „Sie scheint zum größten Teil genetisch bedingt zu sein, wie Zwillingsstudien gezeigt haben", erklärt Arndt Wilcke, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut IZI in Leipzig. Die Forscher wollen mit Speichelproben von Kindern mit Legasthenie herauszufinden, welche Gene die Lese-Rechtschreibschwäche hervorrufen. Die DNA wird extrahiert und mit bestimmten Genen nicht betroffener Kinder verglichen. Ansatz: In der Embryonalphase wandern die Nervenzellen gen-gesteuert an die für sie vorgesehenen Stellen. Hier könnte ein Grund für die Legasthenie liegen. www.fraunhofer.de

Inhalt Es handelt sich um ein Lehrbuch im eigentlichen Sinne in dem keine wesentlichen Aspekte fehlen. Das Buch bleibt manchmal jedoch zu oberflächlich. Die Qualität der histologischen Bilder ist verbesserungsfähig, die Zeichnungen hingegen gelungen. Die Stärken liegen in der guten Zusammenfassung der einzelnen Themengebiete. Die

wesentlichen Lernhilfen bestehen in der Zusammenfassung der Themen am äußeren Buchrand. Die Merkhilfen im Text fassen das Wesentliche zusammen, die Blöcke mit den Definitionen geben einen schnellen Einstieg. In einigen Kapiteln wird zu stark auf die Untersuchungsmethoden eingegangen, im Verhältnis zu den Ausführungen über das Krankheitsbild selbst.

Titel: Gynäkologie und Geburtshilfe Autor: Marion B. Kiechle Verlag: Elsevier ISBN: 978-3-437-42406-9 Preis: 54,95 €

Kurzbeschreibung Das Werk erhebt mit 658 Seiten den Anspruch, auf dem aktuellsten Stand und für die neue AO zugeschnitten zu sein.

Zielgruppe Das Lehrbuch ist sicher in erster Linie auf Studenten ausgerichtet, jedoch wird man sein Wissen bei Lust auf mehr bestimmt noch eine lange Zeit nach den Gynäkologiepflichtkursen erweitern können. Ich denke, dass der Kiechle sowohl für Studium als auch für PJ und die erste Zeit als Assistenzarzt sehr nützlich sein kann. Inhalt Die einzelnen Themen werden ausführlich behandelt und regen zur Umsetzung auf Station an. Das Buch weist Merkmale eines guten Medizinbuches auf, indem es einerseits die Grundlagen nahe bringt und es andererseits schafft, aktuelles Wissen

aus der Forschung geschickt in den Text einfließen zu lassen. Was für die meisten Studenten allerdings viel interessanter sein könnte, ist der enorme Praxisbezug.

gesamt 32 Kapitel umfangreich aufgeteilt und bearbeitet sind. Die Informationen sind aufgrund des verwendeten Farbleitsystems äußerst übersichtlich.

Didaktik Der Kiechle hält in jedem Abschnitt Praxistipps bereit und bietet am Ende eines jeden Kapitels Praxisfragen, deren Antworten im Internet auf studentconsult nachzulesen sind. Was das tiefgründigere Lernen unterstützen soll, sind die Anmerkungen „ zur weiteren Information“. Hier gibt es jeweils zum Kapitelende eine Literaturliste. Diese ist besonders hilfreich, da nur ausgewählte Papers und Fachbücher empfohlen werden, die teils über eine kurze Inhaltsbeschreibung verfügen. Das Buch mit Lernhilfen, Merkkästen und einem übersichtlichen Glossar ausgestattet, was die Qualität zusätzlich zu dem sehr guten Schreibstil eindeutig anhebt.

Preis Für 54,95 Euro bekommt man viel geboten. Ob man jedoch versuchen möchte, mit dem Kiechle oder Kurzlehrbüchern bzw. guten Skripten die Klausuren zu bestehen, ist vom persönlichen Interesse gegenüber dem Fachgebiet und der eigenen Geldbörse abhängig.

Aufbau Das Buch ist sinnvoll und übersichtlich in 4 Abschnitte gegliedert. die durch ins-

Fazit Das Buch ist für eine Anschaffung durchaus in Erwägung zu ziehen. Es bietet viel gegliederten Stoff, der praxisnah an die Studerienden gebracht wird. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw151


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Heilsame Piekser, Teil 1 Akupunktur aus Ärztesicht von Dominika Sobecki (MEDI-LEARN)

A

kupunktur, die traditionelle chinesische Behandlungsmethode, wird hierzulande immer beliebter. Grund genug für uns, Ärzte und Patienten über ihren Erfahrungen mit der „ganzheitlichen“ Heiltechnik zu befragen. Im ersten Teil unserer Umfragenauswertung präsentieren wir die Aussagen von Medizinern, die von der Wirkung der kleinen Nadeln überzeugt sind und diese auch selbst anwenden. Wir wollten von ihnen wissen: Wie bist du zur Akupunktur gekommen? Wie läuft so eine „Nadel“-Sitzung eigentlich ab? Wem kann die Akupunktur helfen und welche Risiken birgt die Methode?

Warum Akupunktur?

Wie kommt man als Arzt eigentlich dazu, in seiner Praxis Akupunktur anzubieten? Die meisten der befragten Mediziner sind eher zufällig mit der chinesischen Heilmethode in Kontakt gekommen – viele schon im Studium, andere erst im Berufsleben – und waren von den beobachteten Ergebnissen überzeugt. „Ich betreue viele Schwangere, denen es nicht möglich ist, Medikamente zu nehmen und habe deswegen nach Alternativen gesucht“, erzählt die Hamburger Gynäkologin Marlene D. „In AkupunkturSeminaren wurde ich auch selbst erfolgreich gegen Migräne gestochen, sozusagen ‚am eigenen Körper’ überzeugt.“ Einige der Befragten hatten die Gelegenheit, Akupunktur direkt in Asien zu erleben, sozusagen „an der Quelle“. Birgit S., ebenfalls Medizinerin in Hamburg: „Bei einer Auslandsfamulatur in Hongkong habe ich Akupunktur kennen und schätzen gelernt. Ich habe dann mit der Akupunkturausbildung begonnen.“ Win See L. ist gebürtige Chinesin und in Koblenz als Ärztin tätig. Sie hat sich auf diese Me-

thode spezialisiert: „Ich bin mit der traditionellen östlichen Medizin groß geworden. Bereits meine Facharbeit auf dem Gymnasium habe ich über Akupunktur geschrieben. Dies war auch mein Thema bei ‚Jugend forscht’.“ Später hospitierte sie an der TCM-Klinik in Kötzing hospitiert. „Die kann ich jedem Interessenten nur wärmstens empfehlen, der nicht wie ich öfter mal nach Hongkong oder Festland-China fliegen kann, um Erfahrungen zu sammeln.“

Möglichkeiten und Grenzen

Bei welchen Beschwerden hilft die fernöstliche Therapie? Und wann sollte sie auf keinen Fall angewandt werden? Die befragten Ärzte können eine ganze Palette von Beschwerden nennen, die ihrer Erfahrung nach durch Akupunktur gelindert werden können. Allen voran: Schmerzen. Bei Migräne, Muskelverspannungen und Gelenkschmerzen wurden gute Erfolge erzielt. Auf diese Weise könne man den Patienten eine medikamentöse Behandlung ersparen, berichten viele. Auch bei gynäkologischen Leiden wie Regel- oder Schwangerschaftsbeschwerden helfe Akupunktur. Allergische Erscheinungen wie Asthma, Hautprobleme und Heuschnupfen seien ein weiteres Einsatzgebiet. Sehr gut schlage die Behandlungsmethode auch bei psychosomatischen Beschwerden an. Darüber hinaus wird Akupunktur von den Befragten auch zur Behandlung von Süchten wie dem Rauchen eingesetzt, und zur Therapie gegen Stress und den damit verbundenen Problemen. Brigitte M., eine Ärztin aus Meckenheim bei Köln, steckt die Grenzen der Akupunktur ab: „Sie kann regulieren und helfen, aber Zerstörtes heilen kann sie nicht. So kann man die Symptome von Arthrose lindern, aber eben nicht heilen im eigentlichen Sinne.“ Akupunktur ist wirkungslos bei körperlichen Defekten, Verschleißerscheinungen und bei Krebs. Nichtsdestotrotz sind viele der Befragten der Meinung, dass Akupunktur als unterstützende Behandlung gegen die Nebenwirkungen einer Chemo-Therapie eingesetzt werden kann.

Risiken und Nebenwirkungen

Laut Befragungsergebnis können tatsächlich Nebenwirkungen auftreten: Von Hautreizungen und Entzündungen bis hin zur Müdigkeit. Der Grund: Behandlungsfehler. „Normalerweise gibt es bei richtiger Anwendung keine Nebenwirkungen“, erklärt Win See L., „bei falscher schon – bei Hämatomen angefangen bis hin zur Verschlimmerung der Symptomatik.“ Wie läuft eine Akupunktur-Sitzung ab? Wie lange dauert sie im Durchschnitt und wie viele Sitzungen sind in der Regel notwendig? Eine Sitzung dauert etwa eine halbe Stunde, wobei die Nadeln in der Regel nur zwanzig Minuten unter der Haut des Patienten bleiben. Fünf Minuten braucht der Arzt, um sie zu legen, nach der Entfernung darf der Patient meist noch eine Weile ruhen. „Es gibt Nadeln aus Plastik, Kupfer, Gold und Silber in unterschiedlichen Längen und Stärken“, erklärt Birgit S., „Manchmal werden die Nadeln zur Verstärkung des Effekts auch in der Haut gedreht.“ Einige Ärzte verpassen ihren Patienten bei bestimmten Beschwerden so genannte „Dauernadeln“, die für zehn Tage unter der Haut bleiben. Diese sind kürzer als herkömmliche Akupunktur-Nadeln und werden mit einem Pflaster abgeklebt. Außerdem werden die Akupunkteur-Instrumente vor der Behandlung oft erhitzt. „Dies wird meist mit Moxa-Kraut gemacht, einer chinesischen Beifuß-Art“, erklärt Brigitte M. „Dieses strahlt Wärme in einer bestimmten Wellenlänge ab, die dem Körper Energie gibt. Mittlerweile gibt es Wärmelampen, die der Wellenlänge des Moxa-Krautes angepasst sind. Diese riecht und raucht nicht so wahnsinnig wie das echte Kraut, von dem es aber mittlerweile auch eine fast ‚rauch- und stinkfreie’ Version gibt.“

Autsch, Akupunktur?

Tut das „Nadeln“, wie es in Fachkreisen genannt wird, eigentlich weh? „Manchmal schon und zwar ganz schön doll“, antworten die meisten der befragten Ärzte. „Ich weiß gar nicht, wer den Unsinn verbreitet, dass Akupunktur nicht schmerzhaft wäre“, schimpft Brigitte M.: „Es gibt sicherlich Punkte, die mehr schmerzen als andere, z.B. die Stelle, an der der Nagel endet, und die einem schon mal die Tränen in die Augen steigen lassen – da spreche ich aus Erfah-

rung. Auch Punkte im Gesicht werden als sehr unangenehm empfunden. Punkte, die auf großen Muskeln oder viel UnterhautFett liegen, sind hingegen meist wenig schmerzhaft. Auch die Ohrakupunktur wird gut toleriert.“

Für Groß und Klein?

Ist Akupunktur eigentlich auch für Kinder geeignet? „Theoretisch ja, praktisch gesehen eher nicht“, meinen die Befragten. „Akupunktur ist für alle Altersgruppen geeignet, wobei natürlich auf die Besonderheiten der jeweiligen Altersgruppe eingegangen werden sollte“, erklärt die Hamburger Ärztin Sina H., „Kinder haben häufig Angst vor Nadeln und können nicht lang ruhig liegen bleiben. Bei ihnen sollte eher Akupressur angewandt werden.“ Weitere Möglichkeiten Kinder zu behandeln, sind die schmerzlose Elektro- und Laser-Akupunktur.

Skepsis unter Patienten…

Wie reagieren Patienten auf die chinesische Methode? „Meiner Erfahrung nach sind die meisten Menschen gegenüber Akupunktur aufgeschlossen“, erzählt Birgit S., „Ich denke, die breite öffentliche Diskussion hat hierzu beigetragen. Gelegentlich begegne ich auch skeptischen Patienten. Da ist das Vertrauen in die Schulmedizin größer, aber nach den ersten Behandlungen sind auch sie überzeugt!“ Dieser Aussage schließen sich die meisten der Befragten an: Zweifler werden durch den Behandlungserfolg überzeugt.

…und unter Kollegen

Obwohl es immer noch Ärzte gibt, die nichts von Akupunktur halten, steigt auch die Akzeptanz unter den Kollegen. „Aufgrund mittlerweile vorliegender wissenschaftlicher Ergebnisse können selbst die größten Skeptiker der Akupunktur ihre Wirksamkeit nicht absprechen“, stellt Birgit S. fest. Und die Zukunft der Akupunktur? Alle Befragten sind sich darüber einig, dass das Verfahren im Westen immer mehr an Bedeutung gewinnt und eine große Zukunft vor sich hat. „Die Akupunktur wird sich immer mehr etablieren“, meint Win See L., „Vorausgesetzt, alle interessierten Mediziner erhalten eine richtige Ausbildung und die Patienten werden nicht von Scharlatanen abgeschreckt, die nur ‚Kochrezept-Nadeln’ beherrschen.“ Brigitte M. meint: „Ich denke, die Akupunktur wird, wie viele andere alternative Heilverfahren, immer mehr Einfluss auf die hiesige Medizin gewinnen.“ Und fügt schmunzelnd hinzu: „Komisch nur, dass die Chinesen sich zurzeit immer mehr der westlichen Medizin zuwenden!“ Fortsetzung in der nächsten Ausgabe ®

Das SEIRIN -Akupunktur-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Akupunktur, den wir dir in Kooperation mit 3B Scientific und SEIRIN in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/akupunktur

In den Foren gelauscht

Ungesund und doch gut

Mediziner sollten es ja eigentlich besser wissen und ihre Gesundheit pflegen. Doch was wäre das Leben ohne Fast Food, Kaffee, die Pausenkippe oder das Feierabendbierchen? Gerade Jungärzte und solche, die es werden wollen, greifen in ihrem stressigen Alltag gern mal zu ungesunder „Nervennahrung“. Foren-Mitglied Little_Lunatic wollte wissen, welche kleinen „Schweinereien“ sich seine Mit-User gönnen und wer von ihnen tatsächlich auf alles verzichten kann, was Herz, Lunge oder Leber schadet. Mach mit bei der Umfrage oder beteilige dich an der Diskussionsrunde: www.medi-learn.de/MF25395

Deine schrecklichste Verabredung

„Wir kommen in das Lokal, er setzt sich, schaut sich um und meint: ‚Mist, ich hätte lieber den anderen Tisch wählen sollen, da ist die Bedienung heißer…‘ Nach 30 Minuten Small-Talk nimmt er sich 'ne Zeitschrift vom Nachbartisch – ‚Neue Bikini-Mode‘, oder so – schaut sich die Mädels an und kommentiert: ‚Die Frau ist super und die erst…‘ Derweil raucht er ungefragt von meinen Zigaretten. Als er mit der Zeitschrift durch ist, will er auch schon gehen und vor seiner Haustür angekommen, fragt er, ob ich denn noch auf 'nen Kaffee mit hochkommen würde…“ Diese und weitere lustige, peinliche oder einfach nur furchtbare Date-Geschichten findest du in folgendem Foren-Beitrag: www.medi-learn.de/MF28833

Haushalts-Tipps

Was taugt das neue Waschmittel für schwarze Wäsche? Wie taust du einen Kühlschrank richtig ab? Wie putzt du Fenster streifenfrei? Und der Klassiker: Was tun bei Rotweinflecken? Mit den Tipps und Tricks aus diesem Beitrag wirst du zur perfekten Hausfrau bzw. zum perfekten Hausmann. Selbst Hotel Mama kriegt es nicht besser hin: www.medi-learn.de/MF46079

Körperschmuck

Piercings und Tattoos gehören längst nicht mehr an den Rand der Gesellschaft, sondern liegen auch unter Jungmedizinern voll im Trend! In diesem Beitrag fachsimpeln Fans des Körperkults über die Kunst auf ihrer Haut. Die Rede ist allerdings auch von PiercingNarben und vom leidigen, allseits bekanntem A****-Geweih. Bist du ganz stolz auf dein Tattoo bzw. Piercing oder würdest du es am liebsten ganz schnell wieder loswerden? Spielst du vielleicht gerade erst mit dem Gedanken, dir eins stechen zu lassen? Reinschauen lohnt sich auf alle Fälle: www.medi-learn.de/MF38041

MEDI-LEARN Zeitung Schon gewusst? Die MLZ gibt es auch per E-Mail. Weitere Infos und kostenlose Bestellung unter: www.medi-learn.de /zeitung Nadeln tut weh: Doch lohnt sich der Pieks?


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Das MEDI-LEARN Uni-Ranking 2008 Wo studiert es sich am besten?

von Jan-Peter Wulf, Christian Weier und Jens Plasger

M

edizinstudium ist nicht gleich Medizinstudium – jeder der aktuell 36 Studienorte von Aachen bis Würzburg hat seine Stärken, Schwächen und Besonderheiten. Doch wo gefällt es den Studierenden am besten? Wie gut ist die Ausbildung, wie schwierig sind die einzelnen Fächer? Diese Antwort können nur die Studierenden selbst liefern. Wir haben sie – nach 2004 zum zweiten Mal – in der großen MEDI-LEARN Umfrage dazu befragt.

Die rote Laterne geht – wieder – an die Uni Düsseldorf: Die Ausbildungsstätte bekommt die Note 3,22. Aber: Die Studis der Heinrich-Heine-Universität schnitten im Sommer beim Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfungen bundesweit am besten ab – 214 von 227 Studenten bestanden, das ist ein Traumschnitt von über 94 Prozent! Die Studienbedingungen scheinen die Düsseldorfer Mediziner abzuhärten.

Wieder hohe Teilnehmerzahl

„Wie schätzt du die Qualität der vorklinischen Ausbildung an deiner Universität ein?“ So lautete Frage 5 unserer Studie. Jeweils eine 2+ (1,8) dürfen die Unis Leipzig und Regensburg für sich verbuchen – Spitzenreiter. Schlusslichter: Wiederum Düsseldorf und Kiel mit einer 3,4. Für die Uni Kiel ist das ein echter Absturz: Vor vier Jahren war man noch auf Platz neun, mit einer Note von 2,2. Durchschnittswert aller Vorkliniken: 2,5. Übrigens: Eine „Vollklatsche“ in Form einer 5 oder 6 verteilen nur rund 3,5 Prozent aller 3.192 Umfrageteilnehmer für die Grundausbildung an ihrer Uni.

Die Teilnehmerzahl liegt wie schon vor vier Jahren bei über 3.000 Personen (n = 3.192), das sind immerhin rund 5% aller aktiven Medizinstudenten. 65 % der Teilnehmer unserer Umfrage sind weiblich, 35 % männlich – das entspricht ziemlich genau dem Geschlechterverhältnis der deutschen Medizinstudierenden. Allen, die sich die Mühe gemacht haben, den Fragebogen mit seinen insgesamt 50 Fragen zu beantworten, möchten wir an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön ausrichten!

Winners and Losers

Welche Uni ist die beste? Wir haben die Frage gestellt: „Würdest Du einem Studieninteressierten oder Studenten empfehlen, an Deiner Uni zu studieren?“ Der Sieger heißt Lübeck: Die Studie-

Qualität der Vorklinik

Wie hart ist die deutsche Vorklinik?

Landauf, landab beißen sich die Medizinstudenten vor allem an der Biochemie

Uni-Umfrage 2008: Uni-Empfehlung deutschlandweit

durch die Biochemie will. Das sehen an diesen Unis nicht nur einzelne Studenten so, das zeigt auch der Schnitt: Ulm ist mit einer satten 5,3 Schlusslicht, Düsseldorf und Rostock mit 5,2 folgen dichtauf. Auch in Regensburg gibt es eine Fünf. Die Wittener Studenten hingegen einigen sich auf eine milde 2,8.

Vorklinikfach! In Bonn sieht es mit einer 4,7 nicht wesentlich besser aus. Die meisten anderen Unis schaffen es wenigstens noch auf eine Drei vor dem Komma, aber nur Tübingen kommt auf eine 2,9.

Psychologie: leicht

Ein bisschen Aufatmen erlaubt die Psychologie: Der Bundesschnitt von 1,9 findet sich an vielen Unis wieder, Frankfurt darf mit einer 1,4 besonders tief durchatmen. Die Privatstudenten aus Witten hingegen müssen die Luft anhalten: 3,5. Das besondere Curriculum verlangt ganz offensichtlich eine besondere Hinwendung zu dieser Disziplin. Heißt: pauken. Von den regulären Unis fallen nur Düsseldorf (2,7), Greifswald (2,6) und Jena (2,4) etwas aus dem Rahmen.

Kleine Fächer

Uni-Umfrage 2008: Uni-Empfehlung deutschlandweit mit Städten

renden der Hansestadt geben ihrer Universität, die in Studienangebot und Forschung insgesamt die Medizin im Fokus hat, die Durchschnittsnote 1,55 – dicht gefolgt vom Titelverteidiger der Erhebung aus dem Jahr 2004, Regensburg, mit einer 1,59 und Münster mit einer 1,61 (Schulnoten entsprechend von 1 bis 6). Übrigens: In der studentischen Bewertung der Qualität der vorklinischen und klinischen Ausbildung hat auch dieses Mal Regensburg die Nase vorn.

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die Zähnchen aus: Der Schnitt liegt bei 4,2. Physiologie und Anatomie bekommen eine 3,7 bzw. eine 3,6, die leichte Ausnahme der „großen Fächer“: Psychologie mit einer 1,9 im bundesweiten Mittel. Die „kleinen Fächer“: Eine 3,3 gibt es für die Chemie, 2,9 für die Physik und Biologie eine 2,5.

Biochemie: hart

Wie sehen nun die uni-spezifischen Ergebnisse aus? Fangen wir an mit der Biochemie. Hier zeigt sich: Wirklich leicht findet sie fast niemand. Abgesehen von Mainz, mit knapp 9 % „sehr leicht“ und 25 % „leicht“, krebsen die sehr guten Noten im unteren einstelligen Bereich herum. Die „Traumnote“ 6 gibt es dafür gleich an drei Unis von über der Hälfte aller Medizinstudenten: In Düsseldorf, Rostock und Ulm muss sich offenbar warm anziehen, wer

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Anatomie: mittel

Die Anatomie ist ein großes Mittelfeld – hier liegen die Unis mit Dreien und Vieren dicht beieinander. Am leichtesten fällt sie den Hannoveranern: 34 % sagen „leicht“ (und 3 Prozent „sehr leicht“), insgesamt gibt es eine 2,8. Auf der anderen Seite: Fast 40 % der Bochumer verteilen „schwer“ oder „sehr schwer“, insgesamt ist die Ruhr-Universität Vorletzter mit einer 4,2. Schwieriger ist es nur – schon wieder – in Ulm, mit 4,3 im Schnitt.

Physiologie: schwieriger

Der Gesamteindruck, den die Physiologie hinterlässt: Überall kein Zuckerschlecken. Die meisten vergeben an jeder Uni eine 4 oder gar eine 5. In Bonn und Mainz gibt es von über 30 % der Kommilitonen sogar die 6. So richtig knallt das Fach in Freiburg raus: Eine unglaubliche 5,4 im Schnitt attestieren die Studenten ihrem

Die Einzelergebnisse für die kleinen Fächer: Besonders leicht scheint Biologie (D-Schnitt 2,5) an der RWTH Aachen zu sein: Über 40 % geben hier an, Biologie sei „sehr leicht“, im Schnitt ergibt das eine 1,8. In Mainz sieht das ganz anders aus: „Sehr leicht“ hat hier niemand vergeben, dafür rund 12 % die Note 6 – insgesamt: 3,8. Homburg verteilt sogar eine glatte 4. Die weiteren „kleinen Fächer“: Physik ist nach Einschätzung der Studierenden besonders in Regensburg „sehr leicht“ (32 %) oder „leicht“ (30 %), Schnitt 2,2. Mit deutlichem Abstand am schwersten tun sich die Gießener mit der Disziplin: Satte 43 % sagen „sehr schwer“, weitere 53 % sagen „schwer“, 5,1 sagt der Schnitt.

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Die Chemie geht den Homburgern – ein fairer Ausgleich für die harte Biologie – am besten von der Hand: 2,3. Hier müssen vor allem die Regensburger tapfer sein: 44 % stufen den Härtegrad mit einer 6 als „sehr schwer“ ein, die Gesamtnote der Kommilitonen ist eine 5,1.

AM SCHWERSTEN WERDEN PHARMAKOLOGIE (4) UND MIKROBIOLOGIE (3,6) EINGESTUFT Anmeldung zur Prüfung

Kurz noch zur Prüfungsanmeldung: Zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung meldeten sich (erstmalig) 64 % nach den gemäß Regelstudienzeit vorgesehen vier Semestern an, gut 12 % ein Semester später. Nach sechs Semestern sind es noch gut 6 %. Danach fällt die Zahl in den Ein-Prozent-Bereich und darunter ab. Normalverteilung.

Größe der Präp-Kurse

Auch das erfragten wir im Rahmen des Grundstudiums: Wie groß sind eure Präp-Kurse? Ergebnis: Knapp 18 % arbeiteten in Gruppen von bis zu drei Studenten, 57 % in Vierer- bis Sechsergruppen und rund 25 % in Gruppen zwischen sieben und zehn Studenten. Am besten schnippelt es sich in Hannover, Regensburg und Lübeck: An der Leine dürfen 93 % in Gruppen à 4 bis 6 Personen arbeiten, an der Ostsee 76 % und an der Donau knapp 70 %. Kleinere Gruppen in den Präp-Kursen sind absolute Ausnahmefälle. Abgesehen von Witten, wo

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www.medi-learn.de Stundenplan sei vorgegeben, 60 % sagen zudem, das Studium sei verschult, 44 % finden es anonym. Auch die zahlreichen Reformansätze scheinen das Studium (noch) nicht wesentlich individueller und persönlicher gemacht zu haben. Dafür – hier machen sich anscheinend die hohen Investitionen der letzten Jahre bemerkbar – sehen immerhin 54 % die Ausstattung von Laboren, Stationen und Hörsälen als „auf dem neuesten Stand“ an.

Fachschaft und Sekretariat

Uni-Umfrage 2008: Bewertung der Vorklinik deutschlandweit

© MEDI-LEARN

immerhin 20 % alleine, zu zweit oder zu das schlechteste Ergebnis. Die Chirurgie ist Mannheim-Heidelberg offensichtlich dritt arbeiten dürfen. besonders hart: Während überall sonst Nullen oder Zahlen im einstelligen ProDie Klinik Mit einer 2,6 ist die Gesamtnote der zentbereich für die Noten 5 und 6 verteilt Studenten für die Qualität der Klinik wurden, sind es hier beachtliche 42 %, fast identisch mit der Vorklinik (2,5). Schnitt 4,3. Notabene: Die Studierenden Regensburg bekommt eine 1,9, dahin- kamen noch nicht in den Genuss des neu ter rangieren Heidelberg, die medizi- eingerichteten Studiengangs MaReCuM nische Fakultät Heidelberg-Mannheim, (Mannheimer Reformierte Curriculum Lübeck und – Kiel. Im klinischen Ab- Medizin). Da darf man schon auf etwaige schnitt also kann die Landeshauptstadt Veränderungen in der nächsten Umfrage gespannt sein! Die Uni Magdeburg

Bewegen wir uns weg von „hard facts“ der medizinstudentischen Ausbildung und hin zur Arbeit der studentischen Vertretung sowie der Administration der Fakultäten. Die Fachschaften schneiden meist gut (41 %) oder zumindest befriedigend (27 %) ab. Immerhin 15 % im Schnitt vergeben sogar eine Eins. Besonders zufrieden sind die Medizinstudenten in Münster und an den beiden Münchner Unis mit ihrer Fachschaft – rund 30 % vergeben die Bestnote. Auch die Studentensekretariate kommen erstaunlich gut weg: 34 % sagen bundesweit „gut“, noch mal 30 % „befriedigend“ und 10 % sogar „sehr gut“. Großes Lob kommt aus Regensburg, Lübeck und Greifswald mit Einsen

allerdings in „bester Gesellschaft“ mit Hamburg, Heidelberg, Marburg, Köln und Tübingen.

Der Mini-Torso

Wohnsituation in den Städten

Kunterbunt geht es zu, was das Wohnen in den Städten angeht. Nirgendwo ist es so einfach, eine gute Wohnung zu ergattern wie in Leipzig und Witten (knapp über bzw. knapp unter 80 % sagen: „sehr gut“), dicht gefolgt von Magdeburg (rund 75 %). Recht entspannt – mit über 40 % Einschätzung „sehr gut“ geht es auch in Berlin, Dresden, Göttingen und Hannover bei der Wohnungssuche zu. Erwartungsgemäß wenig begeistert sind die Münchner: 40 % der TU-Studenten rufen eine 5 oder 6 auf und sogar 60 % an der LMU, was die Wohnsituation betrifft. Nicht viel besser sieht es in Frankfurt und Hamburg aus. Und auch in den Studentenstädten Heidelberg, Marburg und Tübingen hagelt es schlechte Noten für die Wohnungslage. Auch in Jena gibt es nichts zu lachen, was die Wohnsituation angeht: Fast 30 % erachten sie als mangelhaft oder ungenügend. Dabei liegt die Durchschnittsmiete, die Jenaer Studis entrichten müssen, mit 236 Euro ganz hinten (zusammen mit Witten, 233 Euro). Unerfreuliche Spitzenreiter sind hier Hamburg und München mit saftigen 412 Euro im Monat.

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Euro Semestergebühr für die Privatuniversität natürlich deutlich mehr bezahlen als die anderen. Im Durchschnitt sind es 455 Euro. Allerdings: Sämtliche Ost-Unis sowie Lübeck, Kiel und Mainz locken mit Semestergebühren unter der 200-EuroMarke. In Greifswald sind ganze 58 Euro pro Halbjahr zu entrichten.

KLARE 81% GEBEN BUNDESWEIT AN, IRHE UNIVERSITÄT NICHT WECHSELN ZU WOLLEN! Geld von den Eltern: 394 Euro, nominal exakt genauso viel wie 2004. Der Schnitt der BAföG-Bezüge (natürlich nur derjenigen, die es erhalten) liegt bei 186 Euro. Wer nebenbei jobbt, verdient sich im Schnitt 328 Euro dazu. Hier zeigt sich eine medizinstudentische Besonderheit: Nur 46 % arbeiten überhaupt neben dem Studium. Zum Vergleich: Laut einer aktuellen Studie von Univativ arbeiten 72 % aller Studierenden in einem Nebenjob.

Wechselwunsch?

Würden die Befragten gerne den Studienort wechseln? Klare 81 % sagen bundesweit nein. An einzelnen Unis hingegen sieht das ganz anders aus: Über 50 % der Düsseldorfer wollen weg, ebenfalls rund 45 % der Homburger. Fest im Sattel hingegen sitzen die Münsteraner, Regensburger, Lübecker und Mannheimer. Aber auch – und das ist erfreulich – die Greifswalder, Rostocker, Magdeburger und Jenaer wollen bleiben, mit Zustimmungen rund um die 90-Prozent-Marke. Das spricht für die Arbeit der Unis und verbannt das alte Klischee der „Destinationen für ZVS-Opfer“ ein für allemal in die Mottenkiste.

Schleswig-Holsteins ihre guten Noten behaupten. Schlusslicht ist hier Köln mit einer durchwachsenen 3,5.

Schwierigkeit der Fächer

Auch hier ein Blick auf den Durchschnittsgrad der Schwierigkeit der einzelnen Disziplinen: Am leichtesten, mit einer 2,4, wird global die Radiologie angesehen. Knapp dahinter: Ortho mit 2,5. Am schwersten stufen die deutschen Medizinstudierenden die Pharmakologie (4) und die Mikrobiologie (3,6) ein. In diesen beiden Fächern gibt es ganz offensichtlich besonders wenig „Bescheidwisser“: An 24 bzw. 22 Unis gab kein einziger Student an, eines der beiden Fächer „sehr leicht“ zu finden. Ansonsten liegt das Feld der elf Fächer dicht beisammen: Die Resultate pendeln sich zwischen 2,7 (Chirurgie, Dermatologie, Gynäkologie) und 3,2 (Neurologie, Pathologie) ein.

Was ist auffällig?

Aufgrund der Vielzahl der Fächer und Unistädte muten wir euch für das Hauptstudium nur ein paar auffällige Einzelergebnisse zu. Köln – wie erwähnt, Tabellenletzter im klinischen Abschnitt – hat mit großem Abstand die einfachste Innere Medizin: Fast 40 % sagen: „sehr leicht“, im Schnitt gibt es hier eine 1,8. Da könnte man die Interpretation wagen: Leicht heißt nicht immer gut. Die Freiburger geben der Inneren mit einer 4,3

wiederum fällt in Sachen Dermatologie völlig aus dem Rahmen: 15 % finden sie sehr schwer und weitere 16 % schwer, Schnitt 4,5, während an sage und schreibe 28 weiteren Unis kein einziger Student findet, dass das Fach „sehr schwer“ sei. Ein studentischer Lagebericht aus der Magdeburger Dermatologie würde uns in diesem Zusammenhang sehr interessieren! Gleiches gilt übrigens auch für die Münsteraner Gynäkologie, denn auch hier weichen die Ergebnisse markant ab: 33 % Fünfen und Sechsen wurden hier quittiert, summa summarum 4,7. Fast eine ganze Note schlechter als der Vorletzte, MH Hannover, mit einer 3,8. Last but not least: Auch unser Primus Lübeck hat einen kleinen Makel vorzuweisen. In der Pharmakologie landet die Uni mit einer glatten Fünf auf dem letzten Platz, zusammen mit der TU München. Die weiteren Ergebnisse für alle Fächer und alle Unis findest du natürlich in der Studie.

um die 40-Prozent-Marke für die Verwaltungsarbeit. Wir stellen fest: Ihre Qualität trägt einen gehörigen Teil dazu bei, ob die Studierenden ihre Uni empfehlen oder eben nicht. Denn die im Gesamtvergleich auf letzten Plätzen liegenden Unis Düsseldorf und Homburg finden sich auch in dieser Tabelle am hinteren Ende wieder – diesmal

Budget und Gebühren

Auf die Mietfrage folgt die Budgetfrage: Wie viel stehen den Studenten Monat für Monat zur Verfügung? Über 700 Euro im Schnitt sind es in Kiel, Hamburg, Bonn und München (LMU), unter 500 Euro haben lediglich die Studenten in Jena und Witten. Letztere müssen mit fast 2.000

Studienbestellung Wer es genau wissen will: Die große MEDI-LEARN Uni-Umfrage ist mehr als 200 Seiten stark und liefert dir über das Vorgestellte hinaus detaillierte Profile zu allen Universitäten, Fächern, zu den Städten und zu Tauschmöglichkeiten. Der Preis liegt bei 9,99 Euro. Wenn du Interesse an der Studie hast, kannst du dich im Internet weiter über die Details zum Bezug informieren. Link: Die neue Uni-Umfrage findest du hier: www.medi-learn.de/ranking

Verschult und verplant

In Form einer Mehrfachauswahl wollten wir dann noch wissen, welche allgemeinen Merkmale (Kontakt zu Dozenten, Anonymität, Stundenplanerstellung, Ausstattung) das Studium kennzeichnen. Die wichtigsten Resultate: Ein eigenverantwortlich zu erstellender Stundenplan ist fast überall Fehlanzeige. Rund 81 % geben an, der

Uni-Umfrage 2008: Bewertung der Klinik deutschlandweit

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Kurz notiert

Waschen statt Vitamine

In der kalten Jahreszeit greifen viele zu Vitamin-C-Tabletten, um Erkältungen und Grippe vorzubeugen. Doch vitaminhaltige Nahrungsergänzungsmittel schützen längst nicht so gut wie zum Beispiel häufiges Händewaschen, lässt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) wissen. Hohe Vitamin-Dosierungen können sogar schädlich sein. Auf der Instituts-Website findet sich eine allgemeinverständliche Zusammenfassung von Forschungsergebnissen, die unter anderem den Mythos widerlegen, Vitamin C schütze vor Atemwegsinfektionen. Besser sei, sich in der Grippesaison die Hände häufig mit normaler Seife zu waschen. www.gesundheitsinformation.de

Musiktherapie gegen Tinnitus

Eine gemeinsame Studie des Klinikums für Neuroradiologie der Universität des Saarlandes, des Deutschen Zentrums für Musiktherapieforschung und der Hals-NasenOhrenklinik der Universität Heidelberg kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis: Erstmals konnte durch bildgebende Verfahren die Wirkung des musiktherapeutischen Behandlungskonzepts bei Tinnitus auf neurowissenschaftlicher Ebene nachgewiesen werden. Neuroradiologe Dr. rer. med. Christoph Krick: „Die Kernspinaufnahmen weisen darauf hin, dass durch die Musiktherapie jene Gehirnareale angesprochen werden, die im Verdacht stehen, die krankhafte Verstärkung der klinisch relevanten Symptome zu vermitteln.“ www.uks.eu/neuroradiologie

Acht Monate am Ende der Welt Medizin studieren in Chile von Vera Schwarz

S

chon am Anfang des Studiums hatte ich mir vorgenommen, für ein Semester ins Ausland zu gehen. Zunächst wollte ich die Zeit in Spanien verbringen, bis uns ein Professor von seinem Kontakt nach Chile erzählte. Da ich vorher noch nie in Südamerika gewesen war und es mich aber sehr interessierte, diesen Kontinent kennen zulernen, entschied ich mich kurzerhand dafür. Über Professor Dr. Mittelmeier (Orthopädie, Rostock) bestehen persönliche Kontakte nach Concepción und Valdivia. Es gibt einen Austauschvertrag, dadurch fallen die Studiengebühren weg. Allerdings musste ich mich zum großen Teil selbst um Information und Kontakt mit Chile bemühen und fast alles selbst organisieren. Aus Concepción erhielt ich bald per E-Mail eine Zusage. Zunächst jedoch nur für ein Blockpraktikum im ersten Monat. Trotzdem buchte ich sofort einen Flug. Es folgten die Organisation einer gültigen Krankenversicherung, Überprüfen der nötigen Impfungen und der finanziellen Unterstützung. Die Zeit bis zum Abflug verging durch die vielen Vorbereitungen rasend schnell vorbei und schon saß ich Ende Juli im Flugzeug mit Ziel Santiago de Chile.

Ultraschall reduziert Tierversuche

Am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in Sankt Ingbert wurde ein hochfrequentes Ultraschallgerät entwickelt, das speziell auf Kleintiere zugeschnitten ist. „Die Aufnahmerate des neuen Geräts ist hundertmal höher als bei herkömmlichen Geräten, und auch die Auflösung und der Kontrast sind wesentlich besser“, erklärt Abteilungsleiter Dr. Lemor. Während übliche Geräte für den Einsatz am Kleintier aus einem Ultraschallwandler bestehen, steuert das neue Gerät viele kleine Ultraschallwandler elektronisch an. Auf diese Weise kann jedes Tier täglich untersucht und die Gesamtzahl der Versuchstiere deutlich reduziert werden. www.fraunhofer.de

Denken produziert Leuchten

Am Max-Planck-Institut Heidelberg wurden fluoreszierende Proteine als Indikatoren in Gehirnzellen von Mäusen eingeschleust. Sie leuchten bei einzelnen Aktionspotenzialen auf und zeigen, welche Neuronen zu welchem Zeitpunkt miteinander kommunizieren. Mit der neuen Methode kann die Gehirnaktivität über viele Monate hinweg beobachtet werden. Sie soll frühzeitig Fehlfunktionen bei neurologischen Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson erkennbar machen. www.medi-learn.de/MF38041

Chiles Generationen

Buntes Treiben

Die Reise nach Chile war lang und so waren die ersten Tage sehr anstrengend, vor allem, weil es so viel Neues zu sehen gab: Die Hauptstadt Santiago wirkte auf mich sehr fremd, aber zugleich auch europäisch, mit seinem modernen Stadtzentrum, einigen Hochhäusern und sogar Einkaufszentren. Sehr aufgefallen sind mir die vielen Straßenhunde, das bunte Treiben auf den Straßen, der chaotische Verkehr und die dunkelhäutigen Chilenen. Von Santiago fuhr ich sechs Stunden im Bus nach Concepción. Vor der Abfahrt in Deutschland hatte ich mir für die ersten Tage eine Unterkunft in einer Pension organisiert, Zimmer und Verpflegung im Haus einer Familie. Genauso gut kann man aber auch die ersten Tage in einem Hostel übernachten und sich von dort aus eine Bleibe suchen. Es gibt wie bei uns schwarze Bretter auf dem Unigelände und im Auslandsamt eine ganze Liste mit Wohnmöglichkeiten.

Freundliche Chilenen

Noch wusste ich nicht, wie ich vom Busbahnhof zu meiner Unterkunft gelangen sollte, geschweige denn wie weit sie entfernt ist. Ich durfte gleich die Freundlichkeit der Chilenen kennen lernen: Mit meinem damals gebrochenem Spanisch fragte ich meinen Sitznachbarn im Bus nach dem

Chiles Hauptstadt hat fünf Millionen Einwohner und liegt am Fuße der Anden

Weg, der mir kurzerhand ein Taxi besorgte, den Fahrpreis aushandelte und auch gleich bezahlte! So kam ich überraschend schnell und günstig an mein Ziel.

MIT VISUM BEKOMMT MAN SOGAR EINEN BEFRISTETEN CHILENISCHEN AUSWEIS!

Die ersten Tage erkundete ich das Zentrum von Concepción, lernte einige andere Austauschstudenten kennen und versuchte mich ein bisschen zurechtzufinden. Noch vor Unibeginn sollte man sich an das Auslandsamt (Relaciones Internacionales) wenden, um sich um Einschreibung und Kurswahl zu kümmern, und falls man ein Visum hat zur Policia Internacional gehen und sich registrieren lassen. Da ich nur mit Touristenvisum eingereist war, war das nicht nötig. Von der Uni bekommt man einen Studentenausweis, einen weiteren Ausweis, um ermäßigt die Busse nutzen zu können, und mit einem Visum sogar einen zeitlich begrenzten chilenischen Personalausweis!

Starke Familienbande

Nach ein paar Tagen begann ich mit der Suche nach einem anderen Zimmer, denn ich wollte lieber unabhängiger in einer WG wohnen. Meist werden die einzelnen Zimmer vom Eigentümer einzeln vermietet, wie auch in meinem Fall. Internet und sogar eine Putzfrau waren im Preis für mein sehr kleines Zimmer enthalten, 150 Euro für ganze acht Quadratmeter. Die meisten der Studenten leben bei ihren Eltern, und wenn sie aus einer anderen Stadt in der Nähe kommen, fahren sie jedes Wochenende nach Hause. Die Bindung an die Familie ist sehr viel stärker als bei uns, die Erziehung großenteils konservativer. Man sollte vorsichtig sein, einfach Freunde mit zu sich nach Hause zu nehmen, oder sogar einen Freund bei sich übernachten lassen. Gerade in Pensionen kann es da (muss aber nicht) Schwierigkeiten geben.

Für jeden was dabei

Die Stadt hat einiges zu bieten, vor allem an kulturellen Veranstaltungen. Museen gibt es nur wenige. Wer sich sportlich oder kreativ die Zeit vertreiben möchte, kann an der Uni unter verschiedenen Kursen wählen für ca. 12 Euro pro Semester. Ich habe einen Segelkurs gemacht, der zweimal pro Woche stattfand, wovon wir samstags immer zum Segeln an einen See in Concepción gefahren sind. Mittwochs wurde an der Uni ein älterer Kinofilm gezeigt. Es entwickelte sich zum Treffpunkt mit Freunden und vielen Austauschstudenten. Oft gingen wir danach

noch etwas trinken oder feiern. Bars, Kneipen und Discos finden sich auch einige, lasst sie euch einfach von den Chilenen zeigen! Die Auswahl ist sicher nicht riesig, aber ich denke, es kann jeder was nach seinem Geschmack finden. Natürlich lernte ich schnell sehr viele andere Austauschstudenten aus aller Welt kennen, aber ebenso fand ich auch chilenische Freunde. Im Krankhaus selbst war das manchmal nicht so einfach wegen dem von den Studenten zu bewältigenden Lernpensum. Womit wir beim praktischen Teil meines Aufenthalts angekommen wären.

Im Hospital Regional

Zur Universidad de Concepción gehört das „Hospital Regional“, wo ich

fast die gesamte Zeit des Aufenthalts verbrachte. Da ich während meines 9. Semesters in Chile war, in dem bei mir Blockpraktika im Krankenhaus auf dem Stundenplan standen, war es einfach, hier eine äquivalente Ausbildung zu bekommen. Vor Ankunft hatte ich mich für die gewünschten Fächer beworben, wobei ich aber, wie eingangs erwähnt, zunächst nur eine feste Zusage für den ersten Monat hatte. Es bereitete aber keine Schwierigkeiten, die weiteren Praktika zu organisieren. Ich war einen Monat in der Gynäkologie, einen Monat in der Pädiatrie und sechs Wochen in der Chirurgie und Anästhesie. Fortsetzung im Digitalen Nachschlag


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Herr, gib mir Geduld. Aber fix! Das Auswahlverfahren zum WS 08/09 von Annika Simon

D

ie Nacht vor meinem Auswahlgespräch. Natürlich habe kein Auge zu gekriegt. Immer, wenn meine Atmung langsam wieder ruhiger wurde, machte mir mein Sympathikus einen Strich durch die Rechnung und schon war ich wieder hellwach. Ich konnte einfach nicht abschalten – es hing schließlich so viel davon ab. Ich musste diesen Studienplatz einfach bekommen!

Schreiben von der MHH

In den vergangen Monaten hatte ich mich immer so beeilt, viel organisiert und noch mehr geplant. Schon im Mai hatte ich mich tapfer durch die Online-Formulare der ZVS gekämpft und konnte mich bis zum ersten Versand der Bescheide Anfang August sogar mit der Beendigung meines ersten Studiums ablenken. Nun ja, der Bescheid war natürlich eine Absage. Mit einem erforderlichen Abi-Schnitt von 1,3 und zwei Wartesemestern konnte ich einfach nicht mithalten.

WOZU HAT MAN SCHLIESSLICH EINE MUTTER? Da war die Erleichterung natürlich riesengroß, als ich in derselben Woche noch ein Einschreiben der MHH (Medizinische Hochschule Hannover) in Händen hielt: die sehr ersehnte Einladung

zum Auswahlgespräch mit zwei Professoren, Ende des Monats. Doch lang hielt diese erste Euphorie nicht an: Man verlangte doch tatsächlich einen ausgefüllten Fragebogen, ein nettes Foto und auch noch einen handschriftlichen Lebenslauf von mir. Oh nein! Da sollte man also schon wieder schreiben, wie toll man ist und was man alles kann und weiß. Das fiel mir noch nie leicht. Aber wozu hat man schließlich eine Mutter? Nach einem langen Telefonat mit einigen Diskussionen hatte ich meine Stichpunkte beisammen und startete mit zittriger Hand die ersten Schreibversuche. Glücklicherweise waren ja drei Kopien im Umschlag, und so konnte ich nach ein paar Tagen intensiver biographischer Aufarbeitung und sämtlichen emotionalen Berg- und Talfahrten den Umschlag voller Erleichterung absenden. Wieder einen Schritt weiter, wieder ein paar Tag der langen Wartezeit mehr oder minder sinnvoll überbrückt.

Darf nicht mitjubeln

Zurück zu meiner schlaflosen Nacht: Natürlich hatte ich mich am Abend vor dem Gespräch noch so richtig verrückt gemacht. Im Internet findet man ja bekanntlich allerhand, und so stieß ich auf ein Studentenforum mit ausführlichen Berichten über das MHH-Auswahlverfahren der letzten Jahre. Diese Recherche hätte ich mir wohl besser verkneifen sollen! Grundlagen der Ge-

Tonerstaub kann Krebs verursachen Tonerstaub kann Krebs verursachen von Ingrid Rieck (idw)

A

best kann Lungenkrebs verursachen. Gleiches gilt für das Rauchen oder das Einatmen von Rußpartikeln aus Dieselabgasen. Jetzt belegt eine wissenschaftliche Untersuchung an der Universität Rostock, dass es eine weitere Gefahrenquelle gibt: Tonerpatronen in Laserdruckern und Kopierern. "Die Untersuchungen lassen keinen Zweifel zu: Tonerstaub ist eine weitere Ursache für Lungenkrebs", sagt Prof. Dr. Ludwig Jonas vom Elektronenmikroskopischen Zentrum im Institut für Pathologie der Universität Rostock.

WIR HABEN DIE LUNGE EINES VERSTORBENEN TECHNIKERS, DER TÄGLICH MIT TONERSTAUB IN BERÜHRUNG KAM" "

Seit einigen Jahren beobachtet man bei Servicetechnikern von Drucker- und Kopierherstellern zunehmende Lungenprobleme bis hin zur Arbeitsunfähigkeit und Invalidisierung. Einige Menschen entwickeln eine Allergie auf Tonerpulver und verlieren ihre Stimme, sobald sie in Räume kommen, in denen Drucker oder Kopierer stehen. "Die gesundheitlichen Probleme, die im Umgang mit Tonerpulver auftreten können, sind sehr ernst zu nehmen. Sie können bis zur Invalidität und Todesfällen führen", so Prof. Jonas. Um zu beweisen, dass diese Menschen wirklich am Tonerpulver erkrankt oder sogar dadurch gestorben sind, muss der eindeutige Beweis dafür oder dagegen erbracht werden, so wie beim Asbest der

wissenschaftliche Nachweis zweifelsfrei gelungen ist. "Wir haben die Lunge eines verstorbenen Servicetechnikers, der täglich mit Tonerstaub in Berührung kam, im Elektronenmikroskop untersucht und eindeutig Kohlenstoffpartikel in großer Zahl nachgewiesen", sagt Jonas. Eine Doktorandin, die an der Universität Rostock und der Universität Essen die Toxizität der verschiedenen Asbestarten und von Kohlenstoffrußpartikeln und Tonerpulver experimentell an menschlichen Zellkulturen untersucht hat, beweist in ihrer Promotionsschrift, dass Asbestfasern und verschiedene Arten von Kohlenstoffpartikeln gefährliche Sauerstoff- und Stickstoffradikale produzieren, die zelltoxisch sind und zum Zelltod führen können. Insgesamt nimmt die Belastung unserer Atemluft mit Fein- und Feinststaub immer mehr zu. Dazu trägt der verstärkte Einsatz von Nanopartikeln, zum Beispiel von Titannanopartikeln, bei. Vor etwa 10 Jahren gab es die ersten Richtlinien, wie hoch die Feinstaubbelastung auf Straßen sein darf. Grenzwerte wurden eingeführt und durch Messstationen bundesweit durchgängig gemessen. Eine solche Messstationen steht in Rostock zum Beispiel am Holbeinplatz und anderen Verkehrsknotenpunkten. "Wenn bei einigen Kopierern und Druckern dieser Grenzwert bis zum Fünffachen überschritten wird, dann muss es auch für Arbeitsräume solche Grenzwerte geben und die Feinstaubbelastung im Sinne des Arbeitsschutzes deutlich reduziert werden", fordert Jonas.

netik, ethische Entscheidungen in der Medizin, Aktuelles aus der Gesundheitspolitik, die Basenpaare der DNS, Medizin im 20. Jahrhundert. Solche Fragen mussten die Forenteilnehmer beantworten! Und ich dachte noch ganz naiv, ich würde nur über meinen Lebenslauf ausgefragt werden. Den Rest gaben mir die vielen emotionalen Kommentare am Ende: „Juhu! Ich habe den Platz!“ und „Ich wurde genommen! Es ist ja so toll!“. Schön für euch. Leider darf ich nicht mitjubeln.

„KENNEN SIE EIN THEATERSTÜCK VON MAX FRISCH?“ Noch nicht. Denn meine Mutter hatte natürlich mal wieder Recht: Es war alles halb so wild. Nach einem netten Empfang durch die Studis der höheren Semester, bei einer lauwarmen Tasse Krankenhauskaffee, hatte ich die Aufregung fast vergessen und verwickelte mich schnell in die ersten Gespräche mit meinen zukünftigen Kommilitonen in spe. Dann ging alles recht schnell: Mein Name wurde aufgerufen, ich zeigte mein schönstes Lächeln und folgte einem großen Mann mit weißem Kittel in einen kleinen Hörsaal. Beide Profs waren wirklich sehr freundlich und orien-

tierten sich bei ihren Fragen tatsächlich ziemlich genau an meinen Angaben im Lebenslauf. Folglich konnte ich einfach loserzählen, sodass kaum mehr Zeit für schwierige Fragen übrig blieb. Eine kam dann doch noch. Ich zitiere: „Sie mögen also die Romane von Frisch. Kennen Sie denn auch ein Theaterstück von ihm?“ Wie gut, dachte ich mir, dass ich im Deutsch-LK manchmal doch wach geblieben war. Ich bot im das Stück „Andorra“ an und ging im Anschluss mit einem insgesamt guten Bauchgefühl zurück in die inzwischen geleerte Wartehalle. Das hatte ich also geschafft.

Die Community für Medizinstudenten junge Ärzte www.medi-learn.de

&

Die MEDI-LEARN Foren sind der Treffpunkt für Medizinstudenten und junge Ärzte – pro Monat werden über 42.000 Beiträge von den rund 41.000 Nutzern geschrieben. Mehr unter www.medi-learn.de /foren

Akute Warte-Grippe

Doch nun folgte wohl die allerschlimmste Zeit in meinem ganzen Leben: Warten, warten, warten. Ohne zu wissen, wie und wo und was ich ab Mitte Oktober sein werde. Ob ich das aushalte? Kein Essen schmeckt mehr richtig und auch die tägliche Portion Emergency Room wird zunehmend langweiliger. Diagnose: Akute therapieresistente Warte-Grippe mit schlechter Prognose. Zur schnellen Therapie hätte ich nur einen, klitzekleinen, bescheidenen aber lebenswichtige Herzenswunsch: einen sicheren Studienplatz, den ich dann zum Glück auch bekommen habe.

Der breitgefächerte redaktionelle Bereich von MEDI-LEARN bietet unter anderem Informationen im Bereich „vor dem Studium“, „Vorklinik“, „Klinik“ und „nach dem Studium“. Besonders umfangreich ist der Bereich zu dem medizinischen Examen. Mehr unter www.medi-learn.de /campus

Einmal pro Woche digital und fünfmal im Jahr sogar im Printformat: Die MEDI-LEARN Zeitung ist das Informationsmedium für junge Ärzte und Medizinstudenten. Alle Ausgaben sind auch online als kostenloses PDF verfügbar. Mehr unter www.medi-learn.de /mlz

Studienplatztauschbörse, Chat, Gewinnspielkompass, Auktionshaus oder Jobbörse – die interaktiven Dienste von MEDI-LEARN runden das Onlineangebot ab und stehen allesamt kostenlos zur Verfügung. Mehr unter www.medi-learn.de

Jetzt neu – von Anfang an in guten Händen: Der MEDI-LEARN Club begleitet dich von der Bewerbung über das Studium bis zur Facharztprüfung. Exklusiv für dich bietet der Club zahlreiche Premiumleistungen. Mehr unter www.medi-learn.de/club

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NEU! Der Hammerplan von MEDI-LEARN

Jobben im Studium Was du darüber wissen musst von Dominika Sobecki (MEDI-LEARN)

A In 100 Tagen zum 2. Staatsexamen Der 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung umfasst laut neuer AO das gesamte klinische Wissen, so dass die geforderte Stoffmenge kaum zu bewältigen scheint. Eine genauere Analyse der bisherigen Hammerexamina hat jedoch gezeigt, dass inhaltlich eine große Übereinstimmung mit dem alten 2. Staatsexamen gegeben ist, während der Stoff des alten 1. Staatsexamens kaum geprüft wird.

lter Spruch, gilt aber immer noch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Deswegen bessern rund zwei Drittel der deutschen Studis ihr knappes Budget mit Nebenjobs auf. Ob in den Semesterferien oder während der Vorlesungszeit: Im Zusammenhang mit Arbeit neben dem Studium gibt es einiges zu beachten. In welchem Umfang darfst du als Student beschäftigt sein? Wie viel darfst du verdienen? Musst du Abgaben leisten? Welche Rechte und Pflichten hast du als Arbeitnehmer? Wenn es um die Parameter des Berufslebens geht, kommt es schnell zu Verwirrung und Verunsicherung. Deswegen wollen wir dir mit diesem Artikel einen Überblick über die wesentlichen Punkte rund ums Thema Geldverdienen geben.

Selbstständige und abhängige Beschäftigung

Grundsätzlich werden zwei Arten von beruflicher Tätigkeit unterschieden: die selbstständige und die abhängige Beschäftigung. Da die meisten jobbenden Studenten abhängig beschäftigt sind, beziehen sich die folgenden Ausführungen primär auf diese Art der Tätigkeit. Der Bereich der selbstständigen Beschäftigung ist sehr komplex und kann hier nicht ausführlich behandelt werden. Zu empfehlen ist in diesem Zusammenhang die äußerst informative Broschüre „Ratgeber Selbstständige“ der Gewerkschaft ver.di (Bestelladresse: ver.di, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin; Kosten: 20 Euro).

Lohnsteuer

Dieser Analyse folgend haben wir einen Lernplan zusammen gestellt, in dem der Lernstoff auf das Wesentliche reduziert, strukturiert und auf 100 Tage verteilt wurde. Der 100-Tage-Lernplan und ausführliche Erläuterungen mit zusätzlichem Kreuzplan stehen im Internet zur Verfügung unter:

Abhängig Beschäftigte haben grundsätzlich zwei Arten von Abgaben zu leisten: den Sozialversicherungsbeitrag und die Lohnsteuer. Die Lohnsteuer richtet sich nach deiner Lohnsteuerklasse und wird vom Bruttoeinkommen abgezogen. Je nach Steuerklasse gibt es glücklicherweise so genannte Freibeträge, also bestimmte Einkommenssätze, unterhalb derer keine Steuern gezahlt werden müssen. Ledige Studenten gehören in aller Regel der Steuerklasse 1 an. Hier gilt ein Grundfreibetrag von 7.664 Euro. Heißt: So hoch kann dein Bruttojahreseinkommen sein, ohne dass du Lohnsteuer zahlen musst. Hinzu kommen weitere Freibeträge in Form des

Arbeitnehmerpauschbetrages, der Vorsorgepauschale und der Sonderausgabenpauschale. Insgesamt darfst du jährlich fast 10.800 Euro steuerfrei verdienen, das sind rund 900 Euro im Monat. Immerhin!

Lohnsteuerkarte

Wenn du nicht selbstständig arbeitest, brauchst du in der Regel eine Lohnsteuerkarte. Das gilt auch, wenn dein Einkommen unter deinem Gesamtfreibetrag liegt, du also gar keine Lohnsteuer zu zahlen brauchst. Deine erste Karte kannst du kostenlos beim Einwohnermeldeamt beantragen, danach wird dir jedes Jahr eine neue zugeschickt. Auf der Lohnsteuerkarte sind deine Steuerklasse, die dir zustehenden Freibeträge und das für dich zuständige Finanzamt vermerkt. Du musst sie bei deinem Arbeitgeber abgeben, denn es ist seine Aufgabe, deine Lohnsteuer zu berechnen, sie von deinem Bruttolohn abzuziehen und an das Finanzamt zu überweisen.

Sozialversicherung

Der Sozialversicherungsbeitrag ist neben der Lohnsteuer die zweite Art von Abgabe, die dem Arbeitnehmer abgefordert werden kann. Die Sozialversicherung setzt sich zusammen aus der Rentenversicherung (Höchstsatz 19,9 Prozent des Bruttoeinkommens), der Arbeitslosenversicherung (Höchstsatz 6,5 Prozent d. Bruttoeink.), der Pflegeversicherung (Höchstsatz 1,95 Prozent d. Bruttoeink.) sowie der Krankenversicherung (Satz je nach Krankenkasse unterschiedlich). Der Sozialversicherungsbeitrag geht an die Krankenkasse und ist zu einer Hälfte vom Arbeitgeber und zur anderen Hälfte vom Arbeitnehmer zu zahlen. Das bedeutet, dass selbst, wenn jemand auf Grund seiner Einkommenshöhe den Höchstsatz zahlen muss, ihm z.B. für die Rentenversicherung nur 9,95 Prozent

(nicht 19,9%) seines Bruttogehalts abgezogen werden, da der Arbeitgeber die andere Hälfte zahlt. Ob und wie viel der Arbeitnehmer tatsächlich zahlen muss, hängt von Art und Umfang seiner Tätigkeit ab. Es werden mehrere Arten von abhängiger Beschäftigung unterschieden: geringfügig entlohnte Beschäftigung bis 400 Euro monatlich (der wohlbekannte „400-Euro-Job“), geringfügig entlohnte Beschäftigung bis 800 Euro monatlich und kurzfristige Beschäftigung sowie Teilzeit bzw. Vollzeit mit 800 Euro.

Sozialversicherungsausweis

Wenn du das erste Mal eine abhängige Beschäftigung aufnimmst, bekommst du einen Sozialversicherungsausweis, auf dem deine Sozialversicherungsnummer steht. Der Arbeitgeber meldet dich bei der Krankenkasse an, die den Ausweis beim Rentenversicherungsträger beantragt. Du bekommst ihn dann zugeschickt. Den Sozialversicherungsausweis musst du fortan bei jeder neu aufgenommenen Beschäftigung dem Arbeitgeber vorzeigen. Dieser braucht deine Sozialversicherungsnummer, um seinen (und, falls du zur Zahlung verpflichtet bist, auch deinen) Teil der Beiträge zu überweisen. Der Ausweis ist ein Beleg, dass du in Deutschland sozialversichert bist. In manchen Branchen, wie dem Bau- oder Gaststättengewerbe, müssen ihn die Angestellten ständig bei sich tragen, um bei Kontrollen gegen Schwarzarbeit nachweisen zu können, dass eine gesetzeskonforme Beschäftigungsform vorliegt. Auch bei der Beantragung von Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld ist der Sozialversicherungsausweis vorzulegen.

Keine Sozialversicherungsbeiträge für Studenten

Studenten sind grundsätzlich von Sozialversicherungsbeiträgen befreit, wenn sie unter 21 Stunden in der Woche arbeiten und nicht mehr als 800 Euro im Monat verdienen. Wenn du vom Studium beurlaubt bist, gilt eine etwaige Tätigkeit – trotz Immatrikulation – nicht als während des Studiums ausgeübt. Die Befreiung von der Sozialversicherungs-

pflicht gilt außerdem nur bis zum Tag der Examensprüfung, obwohl man danach noch bis zum Ende des Semesters an der Uni eingeschrieben ist. Für Arbeitgeber und Krankenkasse ist es aber praktisch nicht nachprüfbar, wann du die Prüfung machst (du bist natürlich verpflichtet dies anzugeben). Auch wer nach dem Examen immatrikuliert bleibt, um seine Doktorarbeit zu schreiben, ist sozialversicherungspflichtig. In diesem Fall ist es empfehlenswert, sich zusätzlich für ein NC-freies Fach einzuschreiben. Langzeit-Studenten, die bereits seit mehr als 25 Semestern eingeschrieben sind, müssen ebenfalls ihren Sozialversicherungsbeitrag zahlen.

20-Stunden-Grenze

Die Richtlinien für die 20-StundenGrenze sind erfreulicherweise recht schwammig. Du kannst sie überschreiten, wenn du spät am Abend oder am Wochenende arbeitest. Auf diese Weise kannst du theoretisch auf eine Arbeitszeit von bis zu 30 Wochenstunden kommen, ohne dass die Krankenkasse Anstoß nimmt. Eine so hohe Stundenzahl wird aber maximal für 26 Wochen im Jahr toleriert. Wenn du über einen längeren Zeitraum mehr als 20 Stunden pro Woche beschäftigt bist, solltest du das auf jeden Fall mit deiner Krankenkasse absprechen, bevor es böse Überraschungen gibt. In den Semesterferien hingegen darfst du arbeiten soviel du willst, bzw. so viel du kannst.

Geringfügige Beschäftigung

Bei einem 400-Euro-Job musst du grundsätzlich keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Das gilt auch, wenn du zwei oder mehr Minijobs hast, bei denen du insgesamt nicht mehr als 400 Euro verdienst. Fortsetzung im Digitalen Nachschlag MEDI-LEARN PODCAST Diesen Artikel gibt es auch online als AudioDatei zum Download unter: www.medi-learn.de /podcast

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN, ISSN 1860-8590 Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-29 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Jens Plasger (Redaktionsleitung), Christian Weier (V.i.S.d.P.), Trojan Urban, Dr. Marlies Weier, Lilian Goharian, Dominika Sobecki, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld Lektorat: Jan-Peter Wulf und Simone Arnold Layout & Graphik: Kjell Wierig und Kristina Junghans Berichte: Claudia Bruhn (Deutsche Ärzte-Finanz), Susan Bachmann, Reto Calouri (idw), Polina Isaeva, Robert Emmerich (idw), Jan-Peter Wulf (MEDI-LEARN), Dominika Sobecki (MEDI-LEARN), Vera Schwarz, Ingrid Rieck (idw), Annika Simon, Peter Artz Druck: Druckerei + Verlag Wenzel, Am Krekel 47, 35039 Marburg/Lahn Tel: 0 64 21/17 32 60, Telefax: 0 64 21/17 32 69

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Anzeigenbetreuung: Christian Weier, Olbrichtweg 11, 24145 Kiel Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-29 E-Mail: christian.weier@medi-learn.de. – Es gilt die Anzeigenpreisliste 02/2005. Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, www.pixelquelle.de, Artikelautoren, www.flickr.com Erscheinungsort: Marburg Die MEDI-LEARN Zeitung erscheint fünfmal pro Jahr und wird als Beilage der Zeitschrift Via medici aus dem Georg Thieme Verlag, Stuttgart, zugelegt. Der Bezug ist für Abonnenten der Via medici in deren Abonnement bereits enthalten. Der Einzelpreis beträgt 1,90 €. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos etc. kann der Verlag keine Gewähr übernehmen. Nachdruck – auch in Auszügen – nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung. Der Verlag kann für Preisangaben keine Garantie übernehmen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bei allen Gewinnspielen und Aktionen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Anregungen und Redaktionskontakt per E-Mail unter: redaktion@medi-learn.de.

Deine Meinung ist uns wichtig! Wie gefällt dir diese Ausgabe unserer MEDI-LEARN Zeitung? Unter www.medi-learn.de /gw121 findest du einen kurzen Fragebogen mit drei Fragen zu dieser Ausgabe. Wir würden uns freuen, wenn du uns deine Meinung mitteilst. Mitmachen lohnt sich. Unter allen Teilnehmern verlosen wir Fachbücher im Wert von 300 Euro. Einfach Fragebogen ausfüllen und schon bist du dabei!

Verlosung: Bei allen Verlosungen in dieser Ausgabe ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der Einsendeschluss ist am 30. Januar 2009. Die Gewinner werden regelmäßig im Internet unter www.medi-learn.de/gewinner bekannt gegeben. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungsberichten und anderen Artikeln und belohnen die Autoren mit Fachbüchern. Alle weiteren Infos findest du unter www.medi-learn.de/artikel. Den passenden Nebenjob zu finden, kann sich schwer gestalten


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Rippenspreizer Cartoonsprechblasen I

n dieser Ausgabe präsentieren wir dir das Rippenspreizer-Cartoongewinnspiel. Hierbei geht es darum, aus den 5 angegebenen Antworten den richtigen Slogan für das anbeiliegende Cartoon herauszufinden. Damit gewähren wir dir gleich einen kleinen Einblick in die neuen, jetzt erhältlichen Rippenspreizer-Cartoons aus den Kalendern 2009.

2

1

15,90 € plus Versand RettungsdienstKalender:

Ruhe gelassen werden? Kann man denn nie von euch in Lasset die Toten auferstehen!

A B C

Ich befürchte, Ihr kommt zu spät... nie auf, was?! Bei Privatpatienten gebt Ihr wohl Ärzte ran! Ruft die 112 und lasst mal richtige

D E

A

Zur Türöffnung müssen auch mal

die Jüngsten ran! So, alle Mann bei 3! 1... 2... 3...

B

Wenn der Nachbar nicht aufmach en will, muss Mike eben ran!

C D

Echtes Teamgefühl!

E

Verschlossene Türen gibt's bei uns

nicht!

13 unglaubliche Cartoons, die in das Leben eines Rettungsdienstlers die nötige Prise Humor bringen.

Medizin-Kalender: 13 neue Cartoons: Der Medizinkalender ist einfach ein Muss für alle Ärzte und diejenigen, die es werden möchten. • Kalenderblätter abreißbar

3

• Kalendarium mit Monatsübersicht

4

• feste Papprückwand • Format 29,7 cm x 43,0 cm

6,99 € plus Versand A

Wird jetzt mal kurz hell im Hirn!

B C

Das Innenohr scheint nicht Ihr Hauptproblem zu sein...

D

Wow! Ich kann durch Ihren Kopf gucken...

B

Wie sehen Sie die Umgebung jetzt?

E

Zustand stabil, aber irgendwas stimmt hier nicht... Na toll, wofür brauchen wir das überhaupt?

A C D

Ich glaube, wir schicken Sie mal in die Notaufnahme!

E

Keine Panik, das ist nur sowas wie eine klebrige Lebensversicherung!

Das ganze Jahr auf einen Blick? Das bietet der Rippenspreizer Wandkalender in DIN A2.

Hey Beifahrer, bring mir mal den Zivi her! Mit solch etwas ist nicht zu spaßen!

Kalender-Abo

6

5

Keinen Kalender mehr verpassen! Der Abreißkalender im Abo nur 12,90 €! Der Wandkalender im Abo nur 3,99 €!

Interesse? Bestellmöglichkeiten, mehr Infos und weitere Cartoons findet du unter:

www.rippenspreizer.com

A

Setzen Sie sich, Herr Kermit. Was ich Ihnen sagen muss, wird Sie vermutlich schockieren.

B

Über sowas kann man nun überhaupt nicht lachen...

C

Willkommen in der realen Welt!

D

Mickey Mouse, hören Sie mit dem Unsinn auf!

E

Schwester, bringen Sie mir bitte richtige Patienten!

A B C D E

Keine Panik, ich habe alles im Grif f?! Achtung, Defibrillator! Wieviel Zeit bleibt mir jetzt noch?

Ich bin noch nicht soweit und nun

das! Ich wollte Tom nur zeigen, wie ich Paul aus Versehen defibrilliert habe...

Gewinnspiel: Trage einfach die Lösung unter www.medi-learn.de/rs-quiz ein. Zu gewinnen gibt es 10 Rippenspreizer-Tassen "Bleiben Sie ruhig, Ich werde Arzt" sowie 10 Tassen "Bleiben Sie ruhig, Ich werde Ärztin". Außerdem gibt es weitere 10 Wahnsinnsplakate sowie 10 Klinik-Poster zu gewinnen! Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Das Gewinnspiel läuft bis 30. Januar 2009.

Die Lehrtafeln Laminiert, bestäbt oder Papier pur. Im Posterformat. Qualität von 3B Scientific. Preis:

ab 6,54 €

www.3bscientific.de


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Ein anstrengender Tag in Bochum Der Test für Medizinische Studiengänge – ein Erfahrungsbericht von Peter Artz

wegs. 20 Minuten vor dem Ende der Zeit blättere ich schon durch meine Fragen und überprüfe meine Antworten. 11.33 Uhr: „Stopp“, ertönt es von vorn. Mal wieder unterbricht uns die weiblich-militärische Stimme vom Podium. Patricia sagt kopfschüttelnd: „Mensch, du warst ja schon wieder so schnell. Ich mache mir langsam sorgen um meine Ergebnisse.“ Ich versuche sie mit ein paar netten Worten zu motivieren und hoffe, dass sie ihre Nervosität auch bald ablegt. 11.34 Uhr: „Schlauchfiguren“ stehen auf dem Programm. In der Vorbereitung hatte ich dort neben den Fragen zum medizinisch-naturwissenschaftlichen Grundverständnis die besten Ergebnisse. Bei diesem Test mussten 24 Schlauchfiguren in 15 Minuten richtig erkannt werden. Diesmal mache ich eine Punktlandung. Mit dem Kommando „Stopp“ platziere ich mein letztes Kreuzchen auf dem Antwortbogen. Mir brennt der Kopf. Von links murmelt Patricia: „Eine Pause wäre jetzt super!“ Recht hat sie, denke ich mir, aber wir haben noch mehr als eine Stunde vor uns.

D

er 3. Mai: Mein erster offizieller Termin im Rahmen meiner Bewerbung für einen Medizinstudienplatz, der Test für Medizinische Studiengänge, TMS. Ort des Geschehens ist Bochum, RuhrCongress, Großer Saal. Acht Uhr morgens. Glücklichweise konnte ich die Nacht vor dem Test bei meiner großen Schwester in Herne verbringen konnte, von dort aus sind es gerade mal 20 Minuten Anfahrt. 6.45 Uhr: Der Wecker klingelt, die Nacht ist vorbei, der Test rückt näher. Ich spüre, wie mein Puls langsam steigt. Ein komisches Gefühl kommt in mir auf: Habe ich mich gut vorbereitet? Weiß ich alles Wichtige? Was, wenn es nicht für ein gutes Ergebnis reicht? Erstmal einen Kaffee und dann ab ins Bad. 7.23 Uhr: Schnell überprüfe ich noch meine Mitbringsel, bevor es losgeht: Ausweis, Stifte, Textmarker und Verpflegung. Alles dabei. Schnell noch – wie gefordert – alles in eine durchsichtige Tüte gepackt und ab ins Auto Richtung Bochum. 7.39 Uhr: Huch, gestern kam mir der Weg noch viel länger vor! Jetzt stehe ich hier, mindestens 20 Minuten zu früh. Doch ich bin nicht alleine. Etwa 30 Leute warten bereits mit mir, natürlich vor noch geschlossenen Türen. Drinnen steht fein gekleidetes Service-Personal und beobachtet uns. Ich schaue mich um und blicke in viele aufgeregte Gesichter. 8.01 Uhr: Unruhig haben sich die anderen Testteilnehmer mit mir am Einlass versammelt. Eine nette junge Dame öffnet uns die Tür. Erste Aufgabe: „Suchen sie Registrierungstisch Sektor L!“. So oder so ähnlich stand es auf meiner Einladung. Mein Gott, es geht los! 8.14 Uhr: Ich bin registriert. Zusammen mit meiner Registrierung erhalte ich einen Teilnahmestempel auf dem Handrücken und meine vier TMS-ID Aufkleber. Jetzt noch schnell die Jacke abgeben, die darf ich ja nicht mit in den Testsaal hinein nehmen. 8.56 Uhr: Mittlerweile ist der RuhrCongress übersät von Prüflingen. Wahnsinn! Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele sind. Jeden Moment müsste sich die Tür zum Saal öffnen, in dem wir den Test absolvieren werden.

9.10 Uhr: Etwas verspätet öffnen sich endlich die Türen. Nochmals wird der Handrückenstempel, Ausweis und Einladung überprüft. Dann treten wir in den „Großen Saal“, der seinem Namen alle Ehre macht. Unzählige Tischreihen, die mit Kennungsbuchstaben versehen sind, sind hier aufgestellt. Ich hab natürlich mit Kennung „L“ die hinterste Ecke gezogen. Das fängt ja gut an. 9.45 Uhr: Endlich werden die Testunterlagen ausgeteilt. Eine Stimme von ganz weit vorn klärt uns über unsere Rechte und Pflichten auf. Der Tonfall hat Bundeswehrcharakter. Eine Abiturprüfung ist nichts dagegen! Plötzlich werden einige nervös und rennen zur Tür, um schnell noch mal zur Toilette zu gehen. Doch Pech gehabt: Sie werden von „der Stimme“ zurückbeordert. „Niemand darf jetzt mehr den Raum verlassen, sonst werden Sie ausgeschlossen. Erst wenn der Test läuft, dürfen sie wieder zur Toilette gehen.“ 10.10 Uhr: Endlich sind die letzten Informationen an den Mann gebracht. Keiner hat mehr Fragen. Patricia, die Teilnehmerin links neben mir, ist auch schon genervt: „Kann’s jetzt endlich losgehen?“, fragt sie mich. Ich aber bin schon so in meinen Gedanken versunken, dass ich nur noch auf das Startkommando höre. Das kommt alsbald mit einem Satz, den ich im Laufe der Prüfung noch oft zu hören bekomme: „Schlagen Sie den nächsten Test auf. Sie haben nun 22 Minuten Zeit.“ Wie erwartet, beginnt der Test zunächst mit dem Untertest „Muster zuordnen“, bei dem aus insgesamt 24 Bildern der jeweils richtige Bildausschnitt aus fünf Antwortmöglichkeiten ausgewählt werden muss. Das beruhigte mich doch sehr, weil sich nun bestätigte, dass die Vorbereitungshefte wirklich „Originaltests“ enthielten. Ich bin, so glaube ich, gut durchgekommen. Kurz bevor die Stimme das Stopp-Signal gibt, mache ich mein letztes Kreuzchen auf dem Antwortbogen. 10.33 Uhr: Patricia schaut etwas nervös zu mir rüber und flüstert: „Manno, du bist aber verdammt schnell gewesen!“ Jetzt legt sich meine Nervosität mehr und mehr. Es schließt sich zügig der nächste Test an: „Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis“. Hier zeigt sich, was ich erhofft hatte. Meine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger nützt mir doch! Anders als in den Vorab-

Informationen zum Test angekündigt. Viele Fragen überfliege ich und finde sofort die von mir vermutete Antwort unter den Antwortmöglichkeiten. Bei diesem Aufgabentyp müssen 24 Infotexte in 60 Minuten bearbeitet werden, jeweils eine Frage und fünf Antwortmöglichkeiten. Diesmal war ich verdammt flott unter-

11.50 Uhr: Jetzt steht eine Mörderaufgabe an. Eine Stunde lang sollen wir uns mit „quantitativen und formalen Problemen“ beschäftigen. Da ich Mathematik-LK hatte und in der Oberstufe Physik belegt habe, „freute“ ich mich auf diesen Prüfungsteil. Allerdings waren in der Vorbereitung einige fiese Fragen dabei. Fortsetzung im Digitalen Nachschlag

Online geht's weiter

Wie immer gibt es auch zu dieser Ausgabe der MEDI-LEARN Zeitung wieder eine Extraportion für besonders MLZHungrige: Ausgabe 20 unseres Digitalen Nachschlags präsentiert dir weitere spannende Artikel – dieses Mal unter anderem zum Thema Beruf Assistenzarzt – und Fortsetzungen von Beiträgen aus der gedruckten Version. Außerdem: mehr zum Thema TCM. Was es damit auf sich hat, erfährst du im Digitalen Nachschlag. Er steht kostenlos als PDF im Internet zur Verfügung. Einfach die folgende Seite aufrufen:

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Mikroblutungen im Gehirn Schneller Aufstieg in große Höhen birgt Gefahren. Heidelberger Sportmediziner haben nachgewiesen, dass es bei Bergsteigern, die eine lebensbedrohliche Hirnschwellung erleiden (Höhenhirnödem), zu kleinen Einblutungen ins Gehirn kommt. Eine oftmals unterschätzte Gefahr, über die wir im Digitalen Nachschlag berichten.

Jobben im Studium, Teil 2 Einkommensgrenzen, Arbeitsverträge, BAföG und Versicherung: Im zweiten Teil unseres Service-Artikels liefern wir dir wichtige Informationen zu diesen und anderen Stichpunkten. Abschließend findest du im DNS eine Checkliste, mit der du alle Punkte in aller Kürze aufgelistet bekommst!

Rückenschmerzen aktiv vermeiden Etwa 80 bis 90 Prozent aller Deutschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter Rückenschmerzen. In den meisten Fällen verursachen wenig Bewegung, falsche Körperhaltung und Verspannungen durch Stress die Schmerzen. Einfache Maßnahmen helfen, die Erkrankungen des Rückens zu lindern.

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Die nächtlichen Helfer Eine Nightline ist ein telefonischer Hilfsdienst von Studenten für Studenten. Ob Prüfungsangst, Beziehungsstress oder finanzielle Sorgen – die Nightliner leihen dir bei großen und kleinen Problemen gern ein Ohr. Wie es den Nightlineren Nacht für nacht ergeht und welche Geschichten sie zu erzählen haben, lest ihr im Digitalen Nachschlag. Alle Artikel findet ihr kostenlos unter:

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MEDI-LEARN Zeitung 05/2008  
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Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und ersc...

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