Meakusma Magazin #3

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44 nationales Netzwerk an Leuten, die ein Interesse an Musik verbindet, das sich nicht auf einen Stil beschränkt ist, sondern aufregender neuer Musik im Allgemeinen gilt. A-Musik supportet das Label und ich finde, dass die eine großartige Auswahl anbieten. Wenn man dort stöbert… Viele Plattenläden haben ja Hinweise wie „Tip from the store“ oder ähnliches. Normalerweise ist das ziemlicher Quatsch, aber in ihrem Fall ist schlichtweg jeder „Tip“, den ich gehört habe, eine gute Platte. Es sind einfach Leute, die aus dieser Musikszene stammen, sie beschäftigen sich mit all den Labels seit den 1990er Jahren.

men, und wie hast du das dann produziert?

der einen und Pearl Jam auf der anderen DT: Ich traf Blake bei einem Poetry-Abend in Seite. Was macht man damit bloß? Ich habe sie dann recycelt und machte daraus die Rom, wo wir beide die einzigen waren, die Englisch sprachen. Wir verstanden uns direkt Ziveruitjes Serie. und er hat damals auch diese ZZ Pot-Platte PH: Mit einem wunderschönen monochrovon Matt Brinkman wiederveröffentlicht. Mir men Coverdesign, vom Fassbinder-Porträt bis gefiel es, dass sich jemand die Mühe macht hin zu Reproduktionen von Illustrationen. das auf Vinyl zu veröffentlichen, obwohl DT: Es handelt sich durchweg um Risografies sich eventuell nicht allzu gut verkaufen en von gefundenen Bildern, ich wollte, dass wird. Wir freundeten uns an, ich stellte ihn es sich durchweg um recyceltes Material meinem Freund Kris Delacourt vor, der handelt. Warum ich all diese Bilder horte? eigentlich von Beginn an involviert ist. Er Um sie sozusagen zu aktivieren, und da ich mastert alle Tonträger, die ich veröffentlimich manchmal selbst frage, warum ich che, und ich habe auch eine Platte von ihm das alles besitzen muss, versuche ich es zu PH: Eine der Veröffentlichungen, die man herausgebracht. verbreiten. aktuell bei den a-Musik-Tips finden kann, ist PH: Würdest du unterschreiben, dass es der Ultra Eczema-Release UE257, Improvisa- sich beim Veröffentlichen ebenfalls um eine PH: Okay, wir hören hier erstmal auf, vielen tionen auf Kirchenorgeln. Eine sehr intensive künstlerische Praxis handelt? Als Künstler_in Dank! Platte, mit präzisen Vorgaben, wie die Orgeln wählt man ja auch aus und beschränkt sich. zu spielen sind. Sehr schlicht und gleichzeitig DT: Diese Veröffentlichungen zu produsehr verspielt, handelt es sich wirklich nur zieren kostet mich nicht weniger Zeit als um Improvisation? ein Kunstwerk, eine Skulptur oder etwas DT: Wie der Titel „Improvisations on the Anderes, herzustellen. In dem Sinne also church organs of Europe“ schon andeutet, definitiv. Eigentlich kümmere ich mich den ist Blake Hargreaves durch Europa gefahren, ganzen Tag um all die Sachen und es ist

hat sich auf die Suche nach alten Orgeln gemacht – und viele gefunden. Es fasziniert mich, dass es derart unvergleichlich klingt. Gerade weil es in der jüngeren Vergangenheit doch einige Leute gab, die Orgelaufnahmen veröffentlichten, wie Ellen Arkbro oder Áine O’Dwyer, deren Music for Church Cleaners ich wirklich mag. Man hört jemanden beim Staubsaugen, während sie die Orgel ausprobiert, und genau daraus hat sie ein Album gemacht. Ich gefällt mir, dass diese Blake Hargreaves-Platten nicht nach Improvisation, sondern nach notierten Stücken klingen.

mir eigentlich egal, ob man das jetzt Kunst nennt oder nicht. Manchmal geht es einfach darum einen Abend zu organisieren, und dann kommen Menschen zu De Nor, ohne überhaupt zu wissen, dass es sich dabei um ein Kunstwerk handelt. Sie fragen mich dann, was das denn mal war, was mir ziemlich gut gefällt. Die Leute denken, dass es sich um einen alten Bau handelt, obwohl wir es komplett neu errichtet haben. Gleichzeitig tauchen dort Leute auf, die niemals zu einem Underground-Noisekonzert gehen würden, die aber an dem Park oder an Kunst interessiert sind.

PH: Er setzt von Beginn an extrem auf die Klangfarben. DT: Ja, und auf die Dauer, er nimmt sich die Zeit und arbeitet mit repetitiven Elementen. Es gibt aber auch kurze Stücke, an denen sich präzise ablesen lässt worum es sich eigentlich handelt, es funktioniert letztlich wie langsame, traurige Popmusik. PH: Er riskiert also gewissermaßen einiges mit diesen begrenzten Mitteln. DT: Ja, das macht er eigentlich immer so. PH: Wie bist du überhaupt darauf gekom-

PH: Wenn man sich durch den Ultra Eczema-Katalog wühlt, beschleicht einen der Eindruck, dass du von Zeit zu Zeit die Dinge sortieren musst. Es gibt ziemlich viele Compilations auf dem Label. DT: Ich bin eine extrem chaotische Person. Und darum geht es bei der Labelarbeit auch, den Versuch die Sachen, die da sind, zu ordnen. Ich bin auch ein Sammler und mag es Musik zu teilen. An einem bestimmten Punkt hatte ich etwa 800 Kassetten, Mixtapes, überspielte Kassetten mit Frank Zappa auf