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CAMPUS

S T UDIUM UND AU SBILD UNG IN S CHL E S W IG - HOL S T E IN UND HA MBURG

Brot für alle!

Den Kreativen gehört die Zukunft

KUNST. KÜNSTLER. KREATIVE. Das künstlerische Bilderrätsel

„ODER STUDIERST DU NOCH UNO?“

Warum das duale Studium so gut tut

GLOSSAR

Auf einen Blick Kreative Studiengänge im Norden

STUDI-PORTRAITS

Studenten der Universitäten und Kreativschulen erzählen über ihre Studiengänge

TEXTER

Ein kreativer Beruf mit vielen Chancen und einer Schule Die Texterschmiede

w w w.m e 2b e .d e

brandpublishers

4. Jahrgang

J u n i 2014


Steuere deine Karriere

Ausbildung zum Finanzwirt/ zur Finanzwirtin

Duales Studium zum Diplom-Finanzwirt/ zur Diplom-Finanzwirtin

Ausbildungsdauer: 2 Jahre Nächster Einstellungstermin: 15. August 2015 Bewerbungsende: 30. September 2014

Ausbildungsdauer: 3 Jahre Nächster Einstellungstermin: 1. September 2015 Bewerbungsende: 30. September 2014

Einstellungsvoraussetzungen: • Realschulabschluss • EU-Staatsangehörigkeit

Einstellungsvoraussetzungen: • Abitur oder Fachhochschulreife • EU-Staatsangehörigkeit

Die Bewerbung geht an das zuständige Finanzamt für deinen Wohnort. www.bizsteuer.schleswig-holstein.de

Die Bewerbung geht an das zuständige Finanzamt für deinen Wohnort. www.fhvd.de


ED I TO R I A L

Wir suchen nach Ausbildung. Wir möchten lernen. Wir möchten bewegt sein. Wir möchten bewegen. Irgendwas Kreatives machen. STOPP! Das lassen wir in dieser ME2BE-CAMPUS-Ausgabe nicht mehr so einfach durchgehen. Kreativ sein heißt: Gestalten, Bewegen, Neues schaffen. Und diesen Spielraum gibt es in vielen unterschiedlichen Ausbildungen und Studiengängen. Die Zeiten sind vorbei, in denen nur freie Kunstklassen das Copyright auf „Kreativität“ hatten. Bestes Beispiel? Die IT-Branche. Sie hat in den vergangenen 20 Jahren den Nicki-tragenden Nerd aus dem Keller befreit und ans Tageslicht gewöhnt. Heute sind IT-Experten hoch gefragte Kreative und nicht nur logisch denkende Spezialisten. Auf dem Weg dorthin müssen wir aber immer noch unsere linke Gehirnhälfte (hier residiert die Logik) etwas zur Seite drücken und der rechten Gehirnhälfte (hier haust das Kreative) etwas mehr Platz verschaffen. Wir haben uns mal auf dem Campus umgeschaut, wem das gut gelingt, und haben Erstaunliches beobachten können. Natürlich wird von angehenden Designern klassisch Kreatives verlangt. Doch die stetig wachsende Beliebtheit von dualen Studiengängen belegt, dass gerade deren Praxisnähe viel Raum für kreative Gestaltung bietet. Wir finden diese Schnittmenge spannend… EUER ME2BE-CAMPUS-TEAM


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Kunst Künstler Kreative

CAMPUS 06

BROT FÜR ALLE!

08

KUNST. KÜNSTLER. KREATIVE.

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DIE LETZTE PRÜFUNG

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„ODER STUDIERST DU NOCH UNO?“

Den Kreativen gehört die Zukunft

Das künstlerische Bilderrätsel

Die Diplomarbeit von Teresa Horstmann

Warum das duale Studium so gut tut

STUDIUM

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BUILD NOW!

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ZAUBERLEHRLINGE IM INGENIEUR-STUDIUM

Studis planen und bauen Haus der Autarkieforschung an der FH Lübeck

Prof. Berger von der FH Westküste rät: „Kreativität bei der Arbeit!“

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GLOSSAR

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DIE DIGITALE ZUKUNFT STUDIEREN

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EDITORIAL

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UNI-PORTRAIT

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IMPRESSUM

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DIE DA!

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TEXTER

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DUAL STUDIEREN

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DIE MODEMACHER AUS HAMBURG

Auf einen Blick Kreative Studiengänge im Norden

26 Texter

schmiede

Im neuen Bachelor- und Masterstudiengang Medieninformatik an der Universität zu Lübeck

Muthesius Kunsthochschule

Ausbildung und Studium an der da!:DESIGNAKADEMIE

Ein kreativer Beruf mit vielen Chancen und einer Schule Die Texterschmiede

an der Hamburger Fern-Hochschule

Akademie JAK


I N H A LT

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Frauen sind für die Informatik geboren

COM PANIES 46 FINANZAMT UND STUDIUM? EIN PRAKTIKUM HILFT WEITER!

48 „FRAUEN SIND FÜR DIE

INFORMATIK GEBOREN“

Die Wirtschaftsinformatikerin fordert mehr Mut bei der Studienwahl

50 GUT ENTSCHIEDEN

Dual Studieren mit der PPI Aktiengesellschaft

STUDIPORTRAITS 52

DIPLOM-FINANZWIRT

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HAMBURGER LOGISTIK BACHELOR

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MANAGEMENT UND TECHNIK, ELEKTROTECHNIK UND INFORMATIONSTECHNIK

beim Finanzamt Itzehoe und Finanzamt Kiel-Nord und der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung in Altenholz

an der Hamburger Fern-Hochschule

an der Fachhochschule Westküste in Heide

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ARCHITEKTUR

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KOMMUNIKATIONSDESIGN

an der Fachhochschule Lübeck

an der btk - Hochschule für Gestaltung

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CAM P US

S T UDIUM

C O M PA N I ES

P O R TR A I TS

Text Katharina Grzeca

Brot für alle! Den Kreativen gehört die Zukunft Es ist ein alter Konflikt. Ein sehr alter Konflikt sogar. Schon in der Jungsteinzeit, in der Zeit, in der die Menschen sesshaft wurden, gab es Einzelne, die mit Ascheresten und Tonerde ihre Umwelt auf Höhlenwänden verewigten, und es gab diejenigen, die mit Stock und Stein bewaffnet jagen gingen. So lebten sich die Ersteren kreativ aus, blieben aber hungrig. Die ersten Kreativen hatten es wirklich nicht leicht. Für die Gruppe waren sie entbehrlich, denn in den Anfängen des menschlichen Zusammenlebens gab es keinen Platz für die schönen Dinge. Es ging ums schiere Überleben, und Kunst war nichts, das man zum Leben brauchte. Schön, dass diese Zeit vorbei ist. Die Menschen haben den Staub der Vorzeit abgeschüttelt und schmücken die Wände ihrer Wohnungen bereitwillig mit Gemälden und Fotos, bisweilen geben sie Unsummen für die Werke berühmter Künstler aus, gehen ins Kino oder Theater, lesen Bücher und Zeitungen. Das Bild und die Akzeptanz von Kunst haben sich stark gewandelt, und damit auch das Bild des Kunstschaffenden selbst. Aus brotlosen Künstlern wurden gefeierte Superstars, die mit ihren Talenten Millionen begeistern. Der Konflikt ist gelöst und es gibt Brot für alle! Wer möchte denn nicht einmal als Musiker gigantische Konzerthallen füllen, als Schauspieler auf den Leinwänden des gesamten Landes zu sehen sein oder ein Kunstwerk schaffen, das in den anerkanntesten Museen ausgestellt wird? Wenn über Künstler und Kreative gesprochen

wird, haben die meisten gleich das Bild von Berühmtheiten im Kopf. Das ist auch verständlich, denn nur wer Aufmerksamkeit erregt, wird von den Massen wahrgenommen. Dabei umgibt uns Kreativität von allen Seiten. Wurde der Begriff in der Vergangenheit als Bezeichnung für die Schöpfungen von Künstlern gebraucht, finden wir ihn heute immer häufiger in der Arbeitswelt wieder. Denn unter dem Strich meint der Begriff Kreativität nichts anderes als die Fähigkeit schöpferischen Denkens und Handelns. Das hat mit Kunst und Kultur also erst einmal nur wenig zu tun. Fragt man Jugendliche aber nach ihrem Berufswunsch, kommt nicht selten die Antwort: „Ich bin mir noch nicht sicher, aber vielleicht etwas Kreatives.“ Was sie jedoch wirklich damit meinen, ist ihnen selbst nicht recht bewusst. Bedeutet denn „etwas Kreatives machen“ wirk-

lich, dass man Sänger, Maler oder Schauspieler werden möchte? Oder ist Kreativität nicht eher die Voraussetzung für jedwede erfolgreiche Berufslaufbahn? Wir sagen JA! Denn für uns bedeutet Kreativität mehr als künstlerische Schöpferkraft. Wer in seinem Denken und Handeln neue Wege einschlägt, bei Problemlösungen unterschiedliche Perspektiven in Betracht zieht, neue Zusammenhänge schafft oder Gegebenes hinterfragt, handelt kreativ. Diese Fähigkeiten finden wir in nahezu allen Berufsfeldern wieder. Nun sind wir für die wenig entschlossenen Schüler keine große Hilfe, wenn wir den Kreis der kreativen Berufe erweitern. Dafür stellen wir euch eine Vielzahl an künstlerischen und kreativen Studiengängen und Berufen vor, die euch mit Sicherheit auf neue, kreative Ideen bringen

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Kunst. Künstler Kreative In unserem Bilderrätsel haben wir Berühmtheiten aus Kunst und Kultur in Bildern versteckt. Schaut euch die einzelnen Gegenstände an und versucht rauszufinden, wen wir auf dem Bild suchen. Kleiner Tipp: Wir suchen die Namen eines Malers, eines Schauspielers, eines Modedesigners und eines Künstlers, der irgendwie ein bisschen von allem ist. Viel Spaß beim Raten. Die Auflösung findet ihr auf Seite 41.

Text Katharina Grzeca Fotos Teresa Horstmann

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„Es ist schwer, kreativ zu sein, und es ist auch schwer, nicht zu glauben, dass das, was du machst, kreativ ist, oder nicht als kreativ bezeichnet zu werden, weil alle Leute immer davon und von Individualität reden.

Jeder ist ständig kreativ.“

Welchen Künstler suchen wir hier?

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„Und me i ne e i gen e Arb eit, n u n , ic h setze me i n Le be n d ab ei au fs Sp iel, und mei n Ve r s t a nd ist zu r Hälfte d ab ei dr aufge ga nge n...“ Welchen Maler suchen wir hier?


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„Wir haben keine Flöhe, wir sind Amerikaner.“

Welchen Schauspieler suchen wir hier?

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Zwis chen mir und dem Rest der W elt steht eine Glas wand „Ich stand nie unter Druck. Str ess – kenne ich auch nicht. Ich kenne nur Str ass.“

Welchen Modedesigner suchen wir hier?

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Foto: Teresa Horstmann

STUDIUM


Foto: Texterschmiede

Seite 16-32

16 BUILD NOW!

Studis planen und bauen Haus der Autarkieforschung an der FH Lübeck

18 ZAUBERLEHRLINGE IM INGENIEUR-STUDIUM

Prof. Berger von der FH Westküste rät: „Kreativität bei der Arbeit!“

20 DIE DIGITALE ZUKUNFT STUDIEREN Im neuen Bachelor- und Masterstudiengang Medieninformatik an der Universität zu Lübeck

Foto: FH Westküste

22 UNI-PORTRAIT

Muthesius Kunsthochschule

24 DIE DA!

Ausbildung und Studium an der da!:DESIGNAKADEMIE

26 TEXTER

Ein kreativer Beruf mit vielen Chancen und einer Schule Die Texterschmiede

30 DUAL STUDIEREN

an der Hamburger Fern-Hochschule

32 DIE MODEMACHER AUS HAMBURG

Foto: FH Westküste

Akademie JAK


Build Now! Studis planen und bauen Haus der Autarkieforschung

Ganz neue Formen der Forschung und Lehre in der Architekturausbildung geht die Fachhochschule Lübeck. Das erste Haus der Autarkieforschung in Norddeutschland auf dem Campus planen Studierende mit. Und demnächst dürfen sie auch beim Bau anpacken. Das Gebäude ist das Herzstück des Projektes Build Now!

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Text Joachim Welding Fotos Stefan Gruthoff, Ma A; FH Lübeck


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„Wir wollen uns auf die Kultur der Bauhütte und der alten Baumeister rückbesinnen und die Ausbildung am Vorbild der alten Baumeisterausbildung orientieren“, erläutert ArchitekturProfessor und Projektleiter Georg Conradi, einer der Initiatoren des außergewöhnlichen Projektes. „Die neue Richtung folgt dem Prinzip Learning by Doing, dem Lernen in und mit der Praxis.“ Die Studierenden sollen und dürfen selbst planen, konstruieren und bauen – und zwar das Lern- und Forschungszentrum auf dem Campus mit Unterstützung von Profis und versierten Baufirmen. „Ich entwerfe gerade die Fassade, die zum großen Teil aus Holz und Glas bestehen wird“, erzählt Sechstsemester Tim Wagener (25), der seine Bachelor-Arbeit über das Projekt schreibt. „Dazu baue ich einen Fassadenausschnitt einer so genannten Pfostenriegel-Fassade als “MockupModell“ in Originalgröße. Möglicherweise werden wir eine neuartige Vakuumverglasung verwenden, die in Deutschland bisher kaum eingesetzt wird – das wäre eine echte Innovation“, beschreibt der angehende Architekt begeistert seinen Entwurf, der tatsächlich beim Neubau des Hauses berücksichtigt wird. Für Architekturstudierende ist dieses Projekt alles andere als selbstverständlich: Sie planen hier nicht theoretisch nur fürs Studium, sondern für die gebaute Realität, von der spätere Studierendengenerationen profitieren werden. Überhaupt ist das Plus-Energie-Haus eine kleine Architektur-Sensation für Lübeck. „In der ersten Phase ging es uns um die Planung des Gebäudes, das dank des Einsatzes neuer Technologien mehr Energie erzeugt, als es verbraucht berichtet Prof. Conradi. „Mit Build Now! haben wir ein nachhaltiges und zukunftsweisendes Modell für das Haus der Autarkieforschung entwickelt, wie wir es nennen. Wir verbinden damit eine viel stärkere Koppelung von Lehre, Forschung und der Nutzung eines Gebäudes. Studierende und ProfessorInnen lernen und entwickeln praxisnah, sie nutzen das Haus später selbst – und das mit einem hohen Innovationsgehalt für die Baustandards der Zukunft!“

Aus einem Studenten-Holzbauwettbewerb des Umweltministeriums SH ging 2012 das hochgelobte Sieger-Modell zweier Studentinnen hervor. Jetzt wollen die ProfessorInnen und Studierenden das ständig weiterentwickelte Gebäude gemeinsam mit KollegInnen aus dem Bereich Umwelttechnik und namhaften Baufirmen tatsächlich bauen. „Einen Standort auf dem Campus haben wir gefunden, das federführende Bildungsministerium SH ist einverstanden Anfang 2015 geht’s los“, meinen Georg Conradi, Renate Abelmann, Stephan Wehrig und Heiner Lippe. Auch der Gestaltungsbeirat der Hansestadt Lübeck hat sich für den studentischen Entwurf ausgesprochen. Die Finanzierung des 1,8 Millionen Euro teuren Forschungsprojektes ist durch Spenden und Drittmittel weitgehend gesichert. Dabei sind die reinen Materialkosten gar nicht so teuer. Die innovative Energiespeicherung und Personalkosten sind aufwändig. „Wir wollen ein Lern- und Kulturzentrum bauen, das den größten Teil des täglichen Energiebedarfs über Sonne und Regen gewinnt“, erläuterte Professor Conradi. Ausschließlich erneuerbare Energien kommen dem Projektteam „ins Haus“. Die gewonnene elektrische Energie soll allerdings nicht, wie bei anderen Bauprojekten üblich, ins Stromnetz eingespeist werden. Stattdessen werde der Strom so gespeichert, dass er selbst genutzt werden kann. Auch eine netzunabhängige Trinkwasserversorgung soll es geben: Regenwasser von der 250 Quadratmeter großen Dachfläche wird aufgefangen und mit dem Prinzip der Umkehr-Osmose in sau-

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beres Trinkwasser „verwandelt“. Doch das Haus soll sich verändern können, damit seine NutzerInnen letztlich besser verstehen lernen. Es wird selbst zu einem Forschungslabor für Autarkie. Mit Lehrforschungsprojekten wollen Lehrende und Studierende Fragen der Energiegewinnung und Speicherung im laufenden Betrieb erforschen, sagen die Professoren Abelmann Conradi, Lippe und Wehrig vom Fachbereich Architektur. Außerdem sei das Thema Energieeffizienz für die gestalterische Planung überaus wichtig und daher von besonderer Bedeutung für die Architekturausbildung. Bereits jetzt profitiert der Berufsnachwuchs dank der aktiven Mitarbeit in Workshops und BachelorArbeiten zum neuen Autarkie-Haus – so etwa in der Winterakademie jetzt zum Jahreswechsel, in der es um das Thema Holztragwerk ging. Für Tim Wagener hat der Praxisbezug seines Studiums einen zukunftsträchtigen „Nebeneffekt“: „Schon während des Studiums konnte ich bei einem Hamburger Bauunternehmen in zwei Projekten mitarbeiten. Wie es aussieht, werde ich nach dem Examen dort als Architekt anfangen.“

Fachhochschule Lübeck Fachbereich Bauwesen Mönkhofer Weg 235, 23562 Lübeck Gebäude 37, 3. Etage Tel. 0451 - 300 5159 / www.fh-luebeck.de

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Text Joachim Welding Fotos FH Westküste

Zauberlehrlinge im Ingenieur-Studium Prof. Michael Berger von der FH Westküste rät: „Kreativität bei der Arbeit!“ Der Vizepräsident der Fachhochschule Westküste, Professor Dr. Michael Berger, befasst sich schon seit 1981 intensiv mit dem Thema Berufsnachwuchs. Als Elektroingenieur mit dem Spezialgebiet Elektronik arbeitete er unter anderem bei der Robert Bosch GmbH und bei der Fraunhofer-Gesellschaft. Seit 1996 lehrt und forscht er als Professor an der FHW. Er leitet unter anderem den Bundesausschuss Ingenieurausbildung beim Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) und ist als Experte in Sachen Berufsbild und Studium der Ingenieurwissenschaften in Deutschland unterwegs. 18

Herr Prof. Berger, Ingenieure gelten nicht unbedingt als Vorzeigeberuf, wenn es um das Thema Kreativität gilt. Dabei erleben wir doch täglich technische Innovationen vom iPhone bis zum eDrive. Sind Ingenieure doch „Schöpfer“? Einen Schöpfer findet man in der Bibel. Wir sind eher Magier, die Maschinen zum Arbeiten und Computer zum Denken bringen. Wer versteht schon, was in seinem Smartphone passiert? Wie kann man rund um die Welt und von jedem Ort aus mit Menschen sprechen, shoppen oder Wis­ sen aus Bibliotheken abrufen? Ich nenne meine Studis im ersten Semester immer Zauberlehr­ linge. Das finden die zwar etwas schräg, aber im zweiten Semester begreifen sie dann, was ich meine. Früher sprach man ja von Erfindern, wenn Köpfe wie Rudolf Hell aus Kiel das Faxgerät oder den Scanner erfanden. Welche beruflichen und persönlichen Qualitäten müssen denn Ingenieure in der digitalen Welt von heute mitbringen? Vor allem Neugier, um hinter die Fassade unse­


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rer technischen Welt zu sehen, und dann Spaß daran, anderen Leuten das zu erklären und deren Probleme mit seinem Wissen zu lösen. Der Haken bei unserer Geschichte ist, dass man es mit der Wirklichkeit zu tun hat. Da wiegt ein Windmühlenflügel eben mal acht Tonnen und der Mikrochip enthält eine Milliarde Bausteine, von denen jeder funktionieren muss. Deshalb sind wir immer sehr professionell bei der Arbeit. Wie kann die FH in Heide die Fähigkeiten ihrer Studierenden fördern und sie fit für den Arbeitsmarkt machen? Zu Fachleuten ausbilden, das wirkt am längsten. Ingenieurin oder Ingenieur lernt man nur beim Machen. Eine Naturwissenschaft und zumindest Mittelstufen­Mathe helfen beim Start, aber da bauen wir Brücken. Den Rest bringen wir den Leuten dann schon bei. Dazu kommt Arbeiten im Team, mindestens Englisch als Sprache der Wissenschaft, wer will, auch Spanisch, Mit­ forschen bei Industrieprojekten und falls gewünscht ein Auslandsaufenthalt. Wer sich traut, kann mit uns „abheben“, über Bachelor und Master bis hin zum „Dr.­Ing.“.

Was bieten neue Studiengänge wie Umweltgerechte Gebäudesystemtechnik (UGS) oder Management und Technik (MuT), aber auch der Klassiker Elektrotechnik und Informationstechnik? Machen wir mal ein paar Beispiele. Wie kühlt man ein Fußballstadion in Katar? Was ist beim Flughafen BER im Projektmanagement schief gegangen? Lohnt es sich, mit überschüssigem Windstrom zu heizen? Wie kann ich bei null Sicht einen A380 sicher landen? Warum be­ schleunigt ein E­Mobil so rasant? Wie kann ich sicherstellen, dass der Chirurg auch bei Strom­ ausfall weiterarbeiten kann? Wie kann ich mich gegen einen Cyber­Angriff schützen? Welchen Rat würden Sie ihren Kindern geben, wenn diese Ingenieurin oder Ingenieur werden wollen? Sich ein Vorbild bei Verwandten, Bekannten, Freunden oder in der Nachbarschaft suchen und mal ein paar Tage in den Ferien zu opfern, um sich den Ingenieursberuf anzusehen. Nicht ständig, aber immer wieder: Kreativität bei der Arbeit!

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Fachhochschule Westküste Fritz­Thiedemann­Ring 20 25746 Heide Studienberatung: Sandra Klatte Tel. 0481 / 8555­141 E­Mail: klatte@fh­westkueste.de www.fh­westkueste.de

Prof. Dr. Michael Berger

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Die digitale Zukunft studieren Im neuen Bachelor- und Masterstudiengang Medieninformatik an der Universität zu Lübeck

Ab dem kommenden Wintersemester 2014/15 wird es an der Universität zu Lübeck einen neuen eigenständigen Bachelor- und Masterstudiengang Medieninformatik geben. Mit einem eigenen Schwerpunkt in Psychologie wird in diesem interdisziplinären Studium die Informatik im Zusammenwirken mit Fachgebieten wie Arbeitswissenschaften, Soziologie und Design neu gedacht.

Text & Fotos Uni Lübeck

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Die Welt der multimedialen interaktiven Computeranwendungen wird immer spannender, aber auch immer komplexer. Mobile Systeme in der Tasche, große Multitouch-Displays überall, 3-D im Kino, zuhause und im Labor, das neue WWW, Computer in Kleidung, Schmuck und Sportgeräten, soziale Netzwerke und Computerspiele, E-Business und E-Learning. Im neuen Bachelor- und Masterstudiengang Medieninformatik werden die Experten für solche Mensch-Computer-Systeme und Interaktive Medien ausgebildet. Sie gestalten modernste digitale Technologien und stellen deren Benutzbarkeit sicher – immer mit den Nutzern, ihren Zielen, Aufgaben und Lebenssituationen im Blick.

Die Herausforderung Unsere Studierenden betrachten das komplexe Zusammenspiel zwischen Mensch und Computer, um für jeden Nutzer und jede Situation eine bestmögliche Unterstützung durch das System zu gewährleisten. Hierfür werden moderne Methoden des Usability-Engineerings zur benutzerorientierten Systementwicklung gelehrt und angewendet. Wir legen Wert darauf, mit interdisziplinären Projekten immer anwendungsnah zu arbeiten und die organisatorischen und kommunikativen Fähigkeiten unserer Studierenden durch Teamarbeit zu fördern. Durch Kooperation mit Unternehmen aus verschiedensten Bereichen bieten wir Einblicke in die Arbeitswelt und den praktischen Einsatz von modernen Computersystemen. Wir bilden Profis für die anspruchsvolle Praxis mit solidem wissenschaftlichem Fundament aus. Neben den Grundlagenfächern der Informatik umfasst der Lehrplan diverse Anwendungsbereiche der Medieninformatik sowie ausgewählte Fächer der Psychologie. In den Informatikveranstaltungen werden Aufbau und systematische Programmierung von Computersystemen vermittelt. Die Fächer der Psychologie legen die Basis für das Verständnis der Fähigkeiten und Grenzen von Menschen, um mit technischen Systemen und insbesondere digitalen Medien erfolgreich kommunizieren und interagieren zu können. Die weiteren Vorlesungen setzen sich vor allem mit den Besonderheiten von multimedialen und interaktiven Systemen und deren praxisnahen Anwendungen auseinander.

Einige der Studieninhalte Bachelor • Programmieren • Arbeitspsychologie • Computergrafik • Medientechnik • Statistik • Interaktionsdesign • Medienproduktion • Medienpsychologie • Software-Ergonomie • Usability-Engineering Master • Ingenieurpsychologie • Medien- & Designtheorie • Ambient Computing • Augmented, Mixed & Virtual Reality • Medienübertragung • Motivations- & Emotionspsychologie • Prozessführungssysteme • Hypermedien • Sozialpsychologie & Soziale Medien • in jedem Semester ein Projekt

Die Berufsaussichten Der Bachelor Medieninformatik ermöglicht neben der Aufnahme eines weiterführenden Masterstudiums auch den direkten Einstieg in die Arbeitswelt. Dort bieten sich für Medieninformatiker unterschiedlichste Berufsfelder, z.B. bei Software- und Beratungsunternehmen, Herstellern von Computersystemen und Anwendungen, in Verlagen, Agenturen oder Marketingabteilungen. Medieninformatiker/innen analysieren, gestalten, realisieren und prüfen • Arbeitsplatzsysteme • Websites • Visualisierungssysteme für komplexe Informationen • mobile Apps für Smartphones und Tablets • E-Learning-Systeme • soziale Netzwerke • Werbemedien • Computerspiele und andere Entertainmentsysteme

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IT Consultant Software Architekt Usability Engineer Interaction Designer User Experience Designer Projektmanager

Die Universität zu Lübeck An der Universität zu Lübeck, eng vernetzt mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und dem BioMedTec-Campus, verbinden sich in besonderer Weise Medizin, Lebenswissenschaften, Informatik, Medien und Kulturwissenschaften zu spannenden und regelmäßig erstklassig bewerteten interdisziplinären Studiengängen. Die Universität ist eine vielfach ausgezeichnete kleine Profiluniversität mit einem optimalen Betreuungsverhältnis zwischen Lehrkräften und Studierenden. Direkt an der Ostsee gelegen bieten die Hansestadt Lübeck und ihr Umfeld ein großes und beliebtes Kultur-, Sport- und Freizeitangebot.

Jetzt einschreiben Der 6-semestrige Bachelor-Studiengang ist nicht zulassungsbeschränkt, die Einschreibung zum Wintersemester ist vom 1. Mai bis zum 15. September des jeweiligen Jahres möglich. Der 4-semestrige Master setzt einen passenden Bachelor voraus. Bewerbungen für den Master werden sowohl zum Winter- als auch zum Sommersemester angenommen. Für Bachelor und Master werden keine Studiengebühren erhoben.

Weitere aktuelle Informationen zum neuen Studiengang Medieninformatik finden sich unter www.medieninformatik.uni-luebeck.de oder studium@medieninformatik.uni-luebeck.de

Im Masterstudium liegt der Schwerpunkt auf dem Ausbau der wissenschaftlichen Qualifikation für Forschung und Lehre sowie als Voraussetzung für eine mögliche Promotion. Es werden aber auch große Projekte zur professionellen Produktentwicklung durchgeführt, die beste Voraussetzungen für eine Karriere in der Wirtschaft schaffen, beispielsweise als: 21


Im Dreiklang von Kunst, Raumstrategien und Design studieren 580 junge Leute an der Muthesius Kunsthochschule im Herzen Kiels – der einzigen ihrer Art in Schleswig-Holstein. An der kleinen, feinen Hochschule kümmern sich 30 ProfessorInnen und 70 Lehrbeauftragte intensiv um ihre Studierenden. Sie garantieren eine ebenso projektorientierte wie praktische Ausbildung, die den kreativen Geist intensiv fördert. Die „Mu“, wie die Kieler die Muthesius Kunsthochschule liebevoll nennen, blickt auf eine 107-jährige Tradition zurück. Heute bietet sie die Bachelor- und Master-Studiengänge Freie Kunst, Interior Design/Raumstrategien, Kommunikationsdesign, Industriedesign sowie Kunst (Lehramt an Gymnasien) an.

UNIPORTRAIT

von Vanessa Schnurre , 27

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UNI-PORTRAIT

Vanessa Schnurre (27) aus Leutkirch/Allgäu studiert im 2. Semester des Master-Studiengangs Kommunikationsdesign an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. „Schon als Zwölfjährige wusste ich genau, was ich später einmal machen wollte: Bücher und CD-Cover gestalten! Meine Großeltern hatten eine grafische Reprowerkstatt, und wenn ich bei ihnen war, fand ich die kreative Arbeit mit Farben immer toll. Doch nach dem Abi 2006 habe ich mir erst mal ein großes Abenteuer gegönnt: ein Jahr Australien! Als Au-Pair-Mädchen und mit dem Programm ‚Work and Travel‘. Dabei habe ich gelernt, für mich selbst verantwortlich zu sein – und fließendes Englisch gleich dazu. Bei einem Praktikum in Augsburg fragte mich der Chef, ob ich Lust habe, eine Ausbildung bei ihm anzufangen. Hocherfreut habe ich zugesagt und in dem Betrieb drei Jahre lang Mediengestalterin gelernt, bevor ich mich zum Bachelor-Studium InterMedia in Österreich eingeschrieben

habe. Für meine Abschlussarbeit – eine Sensibilisierungskampagne gegen das Bienensterben – habe ich jetzt zwei Preise gewonnen. Das war ein toller Einstieg für die Bewerbung an der Muthesius Kunsthochschule. Hier kann ich mir das Studium in Kommunikationsdesign ganz nach meinen Interessen zusammenstellen. Das Spektrum ist sehr weit gefasst – und das ist wichtig, wenn du später in einer Werbe- oder Medienagentur arbeiten willst: Es reicht von Konzeption und Entwurf über interaktive und digitale Medien bis zu Illustration, Film und Fotografie. Mir war der persönliche Umgang an der kleinen Hochschule gleich sympathisch. Wir können außerdem für eigene Projekte auf die Werkstätten für Metall, Grafik, Bildhauerei, Keramik und die Druckerei zurückgreifen. Das Besondere ist unser Projektbüro: Diese Designagentur auf dem Campus bearbeitet Aufträge von realen Kunden, hier können wir praxisnah und dennoch kreativ arbeiten – und etwas Geld zum BAföG dazuverdienen.

Nach der Master-Prüfung in einem Jahr möchte ich in einer Agentur Berufspraxis sammeln. Danach kann ich mir gut vorstellen, mich irgendwann selbstständig zu machen. Mein Tipp für Oberstufenschüler: Wenn ihr mit einem künstlerischen Studium liebäugelt, nehmt euch Zeit für die Bewerbungsmappen – gerne ein ganzes Jahr. Und wenn mal eine Ablehnung kommt: Lasst euch davon nicht verunsichern und arbeitet weiter an euern Talenten! Wer unsicher ist, sollte an der Muthesius unbedingt die ‚Mappen-Sprechstunde‘ besuchen. Dabei lernt ihr das tolle Studienklima an der ‚Mu‘ auch gleich kennen.“

Text und Foto Joachim Welding

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Die da! Ausbildung und Studium an der da!:DESIGNAKADEMIE zeichnen sich durch intensive Betreuung, ausgesuchte Fachdozenten mit langjähriger Berufspraxis, kleine Lerngruppen, hohen Praxisbezug und Training an neuester Technik aus.

viel zeichnerisches Handwerk vermittelt, jetzt im zweiten Jahr bearbeiten wir echte Projekte und Aufträge, die von der Schule angenommen werden. Wir haben z.B. alle zusammen an der Entwicklung des Logos „Sportler des Jahres“ gearbeitet. Das war ein Auftrag vom NDR, der Ostseezeitung und den Sportverbänden. Jeder hat seinen eigenen Entwurf gestaltet, und letztendlich ist mein Entwurf gewählt worden und wird jetzt wirklich verwendet. Ich hoffe noch ein paar Jahre! (lacht) Super ist, dass wir so schon während der Ausbildung lernen, mit Kunden zu kommunizieren, und merken, was für Stolperfallen auf einen zukommen können. Für mein praktisches Jahr habe ich einen Platz in einer großen Rostocker Werbeagentur gefunden. Ich hab überhaupt keine Angst davor, weil ich bereits jetzt weiß, wie bestimmte Abläufe vor sich gehen. Also alles super! Wie stellst du dir deine Zukunft vor? Nach meinem praktischen Jahr bei WERK3 möchte ich erst einmal weiter in Agenturen arbeiten und Erfahrungen sammeln. Dann würde ich mich gerne selbstständig machen. Vielleicht hänge ich aber auch noch ein Studium an die Ausbildung. Das wäre auch berufsbegleitend an der da! möglich. Dauert nur zwei Jahre und ist ein Bachelor of Arts in Kommunikationsdesign und Werbung. Mal schauen. Möglichkeiten gibt es jedenfalls genug! Text & Foto da! DESIGNAKADEMIE

Damit fachliche Kompetenzen und die sogenannten „Soft Skills“ wie Selbstständigkeit, Kreativität und Teamfähigkeit gleichermaßen entwickelt werden, ergänzen regelmäßige Projektphasen den Unterricht an der da!:DESIGNAKADEMIE. Die Projekte, die in der Regel im Team umgesetzt werden, beinhalten oft reale Anforderungen aus der beruflichen Praxis. Am Ende ihrer Ausbildung sind die Absolventen der da!:DESIGNAKADEMIE in der Lage, innerhalb eines Teams vernetzt denken und handeln zu können und gemeinsam komplexe Aufgabenstellungen zu realisieren. Sanna Kinz ist 22 Jahre alt und macht eine Ausbildung zur Mediengestalterin print und digital. Sanna, du kommst ja ursprünglich aus Lübeck. Warum hast du dich entschieden, an der da!:DESIGNAKADEMIE in Rostock die Ausbildung zur Mediengestalterin zu absolvieren?

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Eine Freundin von mir hatte schon ein Jahr zuvor an der Designakademie ihre Ausbildung begonnen und war ganz begeistert. Als ich dann gesehen habe, dass zudem die Ausbildungskosten, im Vergleich zu anderen Fachschulen, sehr günstig sind, habe ich mich spontan beworben. Außerdem war mir Hamburg oder Berlin viel zu groß. Rostock hat eine ähnliche Größe wie Lübeck, ein wunderbar maritimes Flair und liegt nur zehn Minuten vom Strand entfernt. Zudem gibt es hier eine ziemliche große Kunst- und Kulturszene. Das ist toll! Du bist ja im zweiten Lehrjahr. Wie gefällt dir die Ausbildung bislang? Ich bereue es auf keinen Fall, hierhergekommen zu sein. Viele Absolventen der da! werden jedes Jahr von der IHK ausgezeichnet. Das liegt zum einen an der tollen, individuellen Betreuung durch die Dozenten, zum anderen an dem hohen Praxisbezug. Im ersten Jahr wurde uns ganz

Angebote: • Ausbildung zum Mediengestalter print und digital (inkl. Abschluss Gestaltungstechnischer Assistent/Grafik und Design) • Ausbildung zum 3D-Visualisierer (inkl. Abschluss Gestaltungstechnischer Assistent/Grafik und Design) • Ausbildung zum Kommunikationsdesigner, Schwerpunkt Grafik/ Illustration/Malerei • Ausbildung zum Fachassistenten Bühnen- und Kostümbild • Studium B.A. Kommunikationsdesign und Werbung Dauer der Ausbildungen: 3 Jahre Ausbildungsstart: September 2014 Nächste Infotage: 19.07.14 und 30.08.14


Das Studium an der Westküste

Bachelor-Studiengänge

Master-Studiengänge

• Betriebswirtschaft • Betriebswirtschaft Triales Modell • Elektrotechnik & Informationstechnik • International Tourism Management • Management und Technik • Umweltgerechte Gebäudesystemtechnik • Wirtschaft & Recht • Wirtschaftspsychologie

• International Tourism Management • Mikroelektronische Systeme

neu und in Planung:

• Green Energy • Tourismusmanagement Online

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Fachhochschule Westküste: Studienberatung Fritz-Thiedemann-Ring 20 • 25746 Heide Telefon: 0481 - 8 555 141/133 E-Mail: beratung@fh-westkueste.de

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Texter Ein kreativer Beruf mit vielen Chancen und einer Schule „Wir sind ein Sprungbrett für kreative Talente. Gute Texter sind gesucht, über 85% Prozent der Absolventen haben noch vor Beendigung ihrer Ausbildung einen Vertrag in den Händen,“ sagt Matthias Berg, geschäftsführender Vorstand der Texterschmiede Hamburg e.V. in Hamburg Hammerbrook. Das ist sowohl der professionellen Ausbildung geschuldet, als auch der hohen Nachfrage nach kreativen Talenten in der Kommunikationsbranche. Für die Absolventen der einjährigen dualen Ausbildung gibt es noch viel mehr Möglichkeiten. Auch in anderen Branchen wird der kreative und geschulte Umgang mit Text und Konzeption immer wichtiger. So gehören zu den Texterschmiede-Absolventen auch große Namen wie Autor und Regisseur Bora Dagtekin (Fack Ju Göhte) und Autoren wie Simon Urban oder Rebecca Martin. Sogar Radio- und Fernsehmoderatoren oder Redakteure wie Henning Nasse oder André Schünke sind dabei. Daneben gibt es natürlich die bekannten Werber wie Tobias Grimm, Geschäftsführer bei Jung von Matt, Stephan Wübbe, Geschäftsführer bei Kolle Rebbe oder Birgit van den Valentyn, Executive Creative Director bei Ogilvy & Mather, die ebenfalls an der Texterschmiede die Schulbank gedrückt haben. Auch in den Unternehmensbereichen wie Marketing oder PR wachsen heute dem Texter, der auch als Kommunikationsstratege, Mediaplaner und Kundenberater eingesetzt werden kann, immer neue Betätigungsfelder und eine substantielle Bedeutung zu. Klingt interessant? Wer einen der begehrten Ausbildungsplätze in Deutschlands führender Akademie für den Texternachwuchs erhalten möchte, muss zwischen 18 und 32 Jahren alt sein, die deutsche Sprache beherrschen, eine abgeschlossene Schulausbildung und vor allem Talent mitbringen – was in einem zweistufigen Aufnahmeverfahren gezeigt werden kann. Die Ausbildung ist BAföG-anerkannt. Die derzeit 48 Schüler der Texterschmiede absolvieren tagsüber zwei sechsmonatige bezahlte Praktika in Hamburger Agenturen, die die Texterschmiede fördern, wie z.B. Kolle Rebbe, Lukas Lindemann Rosinski, Grabarz & Partner oder Jung von Matt. Abends werden sie von 18 bis 21 Uhr praxisnah von 160 Top-Kreativen und Managern unterrichtet. Vorteil dieser Konstruk-

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Wertvolle Kollaborationen: Für die Filmhausarbeit arbeiten wir mit einer Schauspielschule und einer Kunstschule zusammen. (Foto: Texterschmiede)

tion: die besten Talente lernen von den besten Kreativen der Branche. Die Vorbildung des aktuellen Jahrgangs reicht von Abitur über abgebrochenes oder beendetes Studium mit Master-Abschluss bis hin zu berufserfahrenen Juristen, Journalisten und Musikern. Sie kommen aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich. Aber auch ein Koch oder ein Nachtclubbesitzer waren schon dabei. Letzterer ist heute Agenturchef in Köln. So bunt wie die Lebensläufe, so vielseitig sind auch die Unterrichtsthemen. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Text in Theorie und Praxis, Kreativ-Techniken, Strategie, Konzeption und Social Media. Das modulare Curriculum umfasst somit alle Bereiche, die für einen vielseitig einsetzbaren Texter wichtig sind. Immer mit der Zielsetzung: Wie findet man Ideen, die auf allen Kanälen funktionieren und der Mediennutzung der Menschen entgegenkommen? Aktuell geht es für die Schüler des 20.

Jahrganges zum Beispiel um ein Filmprojekt in Kooperation mit dem Schauspiel-Studio Frese und der Kunstschule Wandsbek. Hier wird für einen realen Kunden ein TV-Spot entwickelt und in der Filmprojektwoche mit einem Filmteam umgesetzt. Davor stand in Zusammenarbeit mit der Agentur Leo Burnett, Frankfurt, eine Kampagne für Reporter ohne Grenzen auf dem Stundenplan, die im Unterricht erarbeitet und dann vom Kunden umgesetzt und in großformatigen Anzeigen in ganz Deutschland gedruckt wurde. Neu im Curriculum ist das Thema Poetry Slam. Hier haben die Schüler dieses Jahr erstmalig poetische Texte für große Marken erarbeitet und vor über 250 Gästen auf großer Bühne vorgetragen. Das Ganze wurde via Live-Stream übertragen. In der Texterschmiede werden aus schöpferisch denkenden Menschen Berufskreative. Und das in nur einem Jahr!


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Das Schwergewicht unter den Zeugnissen: Der Texterschmiede-Hammer. (Foto: Texterschmiede)

AdSlam. Das ist Unterricht mit 250 Gästen in einer abgerockten Location. (Foto: Tim Gerdts)

Text Texterschmiede

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"Mit all den Bühnen, die wir in den Medien zur Zeit zur Verfügung haben um als Marke zu kommunizieren, ist es schwer, den Überblick zu behalten. An der Texterschmiede lernen wir die Vielfalt zu nutzen und zielgerichtet zu verwenden. Mit dem mentalen Rüstzeug und jeder Menge Übung im Handwerk des Schreibens fühle ich mich fit für einen abwechslungsreichen Arbeitsmarkt. Dabei sehe ich gute Texter nicht nur in der Werbung, sondern in erster Linie als Produzenten von geistigem Eigentum. Die meisten Menschen haben in Form eines Smartphones einen kleinen Kinosaal in der Tasche, und der Reiz am Texten besteht darin, vom Konsumenten zum Produzenten zu werden. Egal ob Werbung, PR oder Drehbuch – wir lernen hier die hohe Kunst, aus dem Nichts ein Etwas zu machen." Gregor Frotscher (33), Schüler des 20. Jahrganges (Foto: Tim Gerdts)

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„Dass es die Texterschmiede seit 1998 gibt, ist großartig – besonders für Leute, die alle möglichen Talente haben, aber vor allem gut texten können. Sie finden dort eine wunderbare Heimat und können viel schneller ihren Weg zum Traumberuf finden, als ich es damals konnte. Deshalb unterstützen wir von Lukas Lindemann Rosinski die Texterschmiede.“ Bernhard Lukas, Geschäftsführer Text bei Lukas Lindemann Rosinski und Dozent an der Texterschmiede (Foto: Texterschmiede)

"Erfinden. Geschichten, Ideen, dich selbst. Immer wieder neu. Und nebenbei talentierte Menschen kennenlernen, Schwächen in Stärken verwandeln und nie aufhören weiterzumachen. Das ist diese Ausbildung. Ich habe vorher lange studiert und schon viel gemacht. Der Job als Texter und die Ausbildung an der Texterschmiede geben mir die Möglichkeit, meine ganze Erfahrung kreativ umzusetzen. Jeden Tag, immer wieder neu. Das ist ziemlich phantastisch." Ralph Tharayil (27), Schüler an der Texterschmiede (Foto: Texterschmiede)

„In seinem Buch „Steal like an Artist“ schreibt Austin Kleon: „Du bist die Summe deiner Einflüsse“. 160 Dozenten aus dem Umfeld der führenden Agenturen im deutschsprachigen Raum. Ein Eimer voll mit Studenten, die heiß auf das Schreiben sind, und aus den absurdesten Gründen genau das zu ihrem Beruf machen wollen. Zusammen ergibt dies über 200 Kreative, die mich ein Jahr lang beinflussen. So viele gute Gelegenheiten zu klauen bekomme ich wahrscheinlich nie wieder. Für mich sollte die Texterschmiede nur ein erster Schritt sein in Richtung irgendeines Berufes, der mit Schreiben zu tun hat. Was ich entdecken durfte, war noch viel mehr als das: der beste Job der Welt.“ Philipp Platz (31), Schüler an der Texterschmiede (Foto: privat)

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Ein bisschen Feenstaub zum Fliegen „Werbung ist wie Musical. Mit den richtigen Worten inszenieren wir die lauten und leisen Töne, und schöpfen aus einem schier unendlich großen Orchester an Ideen und Inspiration. Wir kennen das Rampenlicht, und ja, wir lieben es. Und deshalb tanzen wir bei der Choreografie auch mal gern aus der Reihe. Nach einem Jahr Ausbildung wird es Zeit für das erste Engagement: Vorhang auf!“ Simon Cazzanelli (25), Schüler an der Texterschmiede (Foto: Texterschmiede)

Neulich im Bett fängt mein Sohn plötzlich an zu weinen. ,,Hey Samo, was ist denn los?“ frage ich ihn. Da antwortet er, im tiefsten Inneren seiner kleinen zarten Kinder-Seele erschüttert:

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Marionetten, die sich erst spät von den Fäden lösen. Oder gar nicht. Man beginnt also, sich alleine auf die Suche nach dem Glück zu machen. Überall gibt es die Aussicht auf verschiedene Scheine. Scheine für gute Leistungen, mit denen du wiederum die richtig guten Scheinchen bekommst. Und damit kaufst du dich ein. Ein in die Welt der funkelnden Lichter. Die Welt der schönen Dinge, die dir von großen City-Light Plakaten entgegenstrahlen und dir zuraunen: Kauf mich! Besitze mich! Sei dabei! Ich rede von etwas, das so alt ist, wie die Menschen selbst. Das Werben und Umworben werden. Wenn Werbetreibende und Kaufleute ihr riesiges Pfauenrad auffächern, befindest du dich in der Welt des Wettkampfes. In einer Welt voller schillernder Farben, die aufregend bunt und so speziell anmuten, dass man selbst ein Teil davon sein möchte. Man möchte der Verführung nicht länger erliegen. Man möchte selbst der Verführer sein.

,,Ich will nicht erwachsen werden!“ Aber wo ist die Tür zu dieser Welt? Er weiß, dass es ein hässlicher Kampf wird. Der Kampf um die eigene Persönlichkeit. Der Kampf um einen Platz im Leben. Irgendwo zwischen Menschen, Marken und Mülleimern. Immer auf der Suche nach etwas, das man gut kann. Vielleicht sogar besser als die Anderen. Und wenn man sich redlich bemüht, bekommt man Bestätigung und ein bisschen Cash. Besser gleich mehr, als nur ein bisschen. Denn das Leben ist teuer und die Wunschliste unendlich. Der clevere Mensch sucht sich die Erfahrungen aus, die er macht. Die Ängstlichen und Langsamen sind die

Eine davon findest du in Hammerbrook an der Texterschmiede. Hier zählt das Leistungsprinzip. Bist du gut, geht diese Tür für dich auf. Egal, welches Zeugnis du hast. Hier bekommst du eine Chance, wenn sie dir sonst keiner mehr gibt. Und diese Chance ist ein bisschen wie Feenstaub. Dein Peter Pan Marcia Weppler (29) Schülerin an der Texterschmiede (Foto: Texterschmiede)

Weitere Informationen gibt es auf www.texterschmiede.de

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Dual studieren an der Hamburger Fern-Hochschule

Text & Foto Hamburger Fern-Hochschule

Mit rund 10.000 Studierenden ist die Hamburger Fern-Hochschule eine der größten privaten Hochschulen Deutschlands. An mehr als 50 regionalen Studienzentren bietet die staatlich anerkannte und gemeinnützige Hochschule ihren Studierenden eine wohnortnahe und individuelle Betreuung. Angeboten werden zahlreiche ausbildungs- und berufsbegleitende Bachelorstudiengänge sowie Masterprogramme in den Bereichen Gesundheit und Pflege, Technik, Wirtschaft und Recht. Betriebswirtschaft dual (B.A.) Bereits parallel zu einer kaufmännischen Ausbildung (IHK) können leistungsorientierte junge Menschen an der HFH den akademischen Abschluss Bachelor of Arts erlangen – und das ohne Begrenzung auf ausgewählte Ausbildungsbetriebe. „In vier Jahren erwerben die Studierenden so eine Doppelqualifikation“, sagt Studiengangsleiter Professor Dr. Johannes Wolf, „und eine sehr gute Position auf dem Arbeitsmarkt.“ Starten wird der Studiengang im Januar 2015 für angehende Industriekaufleute, Kaufleute im Groß- und Außenhandel sowie Kaufleute im Einzelhandel. Im Anschluss folgt die Berufsrichtung Kaufmann/Kauffrau im Büromanagement. Jeder (Fach-)Abiturient mit einem entsprechenden kaufmännischen Ausbildungsvertrag kann das Studium aufnehmen. Die starke Praxisorientierung bietet die Möglichkeit, theoretisch Erlerntes schnell anzuwenden.

Health Care Studies (B.Sc.) Aktuell beschäftigt das Gesundheits- und Sozialwesen fünf Millionen Personen und zählt somit zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Gut ausgebildeten jungen Menschen eröffnet die Gesundheitsbranche hervorragende Berufsperspektiven, zumal die Nachfrage nach qualifizierten akademischen Fachkräften kontinuierlich ansteigt. Bereits seit 2009 bietet die Hamburger Fern-Hochschule den dualen Studiengang Health Care Studies für Auszubildende an, der mit dem Bachelor of Science (B.Sc.) abschließt. Das interdisziplinäre Studienprogramm richtet sich an Auszubildende der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie sowie der Pflege. Die angehenden „Praktiker“ qualifizieren sich dabei

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gleich doppelt für die Zukunft – mit dem Berufsexamen und dem akademischen Bachelor of Science (B.Sc.). Dadurch eröffnen sich vielseitige und gute Karrierechancen in diesem spannenden, zukunftsweisenden Berufsfeld. Anmeldefrist: 15. Juli, Semesterbeginn: 1. September.

Ausbildungs- und Studienprogramm Logistik-Bachelor In ausgewählten Regionen bietet die HFH gemeinsam mit Speditions- und Logistikverbänden und Ausbildungsbetrieben das triqualifizierende Ausbildungsprogramm Logistik-Bachelor an. Dies kombiniert die kaufmännische Ausbildung in Speditions- und Logistikbetrieben mit einem Bachelorstudium in Betriebswirtschaft an der HFH – und ermöglicht so gleich zwei Abschlüsse innerhalb von vier Jahren. Hierbei greifen

Berufsschulausbildung und Studium ineinander und sind fachlich, zeitlich und organisatorisch aufeinander abgestimmt. Durch die dynamische Entwicklung der Logistik besteht ein erheblicher Bedarf an Akademikern in diesem Bereich. Der duale „Logistik-Bachelor“ bereitet die Studierenden praxisnah und wissenschaftlich auf die vielseitigen Anforderungen vor und bietet Absolventen exzellente Berufsperspektiven. Das Programm wird aktuell in Bayern (Nürnberg, München), Hamburg und im Rhein-Main-Gebiet angeboten. Bewerbung über die teilnehmenden Ausbildungsbetriebe. Studienbeginn: 1. August

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Weitere Informationen unter: www.hamburger-fh.de


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Betriebswirtschaft dual (B.A.) Logistik-Bachelor (B.A.) Health Care Studies (B.Sc.) Weitere Informationen in den bundesweiten HFH-Studienzentren oder 체ber die Infoline 040 / 350 94 360 (mo.-do. 8-18 Uhr, fr. 8-17 Uhr) Mehr zu unseren ausbildungsbegleitenden Studieng채ngen unter:

www.hfh-dual.de

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Teilnehmer des Symposiums an der Akademie JAK, von links: Caroline Pundt – Tom Tailor, Stephanie Pitticas – Glasgow Caledonian University London, Laura Steinhoff – Masterprogramm GCU, Dr. Britta Kalkreuter – Heriot-Watt University, Jörg Igelbrink – Dozent und Moderator des Symposiums, Sarah Latus – Pierre Cardin. Foto oben: Couture Kleid aus der aktuellen Kollektion „Phoenix“, www.juliastarp.com Foto unten: Akademie JAK Text Katharina Grzeca

Die Modemacher aus Hamburg Mode made in Germany ist ein gutes Label. Branchengrößen wie Karl Lagerfeld, Jil Sander und Wolfgang Joop haben den Weg für einen neuen Designerschlag aus Deutschland geebnet, der allemal mit den Kreationen internationaler Projektanten mithalten kann. Die innovativen Kreationen von Michael Michalsky oder Victoria Strehle sind ebenso auf den internationalen Laufstegen vertreten wie die hochpreisige Couture von Paul Smith und Miuccia Prada. Und der nächste Designernachwuchs aus unserem Land steht schon in den Startlöchern – oder treffender: sitzt schon an den Nähmaschinen. 32

Die Studierenden der Akademie JAK werden in Hamburg für eine Zukunft in der Modebranche ausgebildet. Dabei geht das Studium des Modedesigns weit über die reine Planung und handwerkliche Fertigung von Kleidung hinaus. Denn die Modemacher von heute brauchen nicht nur viel kreatives, sondern auch unternehmerisches Potenzial. Um die Wichtigkeit dieser kombinierten Fähigkeiten weiß auch die erfahrene Modedesignerin Julia Starp. Sie sprach im Rahmen eines ModeSymposiums zum Thema Karriereeinstieg in der Modebranche zu den Studierenden der Akademie und Studieninteressierten über ihre Anfänge als selbstständige Designerin. „Neben Kreativität und handwerklichem Know-how braucht man vor allem Disziplin und Durchhaltevermögen“, erzählt die ehemalige JAK-Studentin, die seit 2010 mit ihrer Mode auf der Fashion Week in Berlin vertreten ist. „Bis zur ersten eigenen Kollektion war es ein langer Weg, auf dem ich mich auch mit Dingen befassen musste, die auf den ersten Blick nicht zum Modemachen dazugehören, wie der Steuererklärung zum Beispiel.“ In solchen Situationen, so Starp, griff sie auf das Wissen ihres Studiums zurück. Zu den Inhalten des Studiums zählen neben Kreativitätstraining, Zeichnen oder Schnitt- und Fertigungstechnik auch allgemeine BWL-Kenntnisse, Kosten-Leistungsrechnung, Mode-Management oder Marketing. Weitere Referentinnen des Symposiums, die nach erfolgreich abgeschlossenem Studium an der Akademie in der Modebranche arbeiten, waren unter anderem Caroline Pundt, die nach ihrem Abschluss der Studiengangs „Mode -Textil-Management“ heute als Produkt- und Lizenzmanagerin bei Tom Tailor arbeitet, und Sarah Latus, Visual Merchandiser bei Pierre Cardin, die das Studium „Visual Merchandising“ absolvierte. Laura Steinhoff, JAK-Absolventin 2013, gab einen Einblick in ihr aktuelles Masterstudium an der GCU London im Bereich Internationales Fashion Marketing. Für viele ist das Arbeiten in der Welt der Mode ein Traumberuf. Die Absolventen der Akademie JAK zeigen, dass eine Anstellung in international renommierten Modefirmen oder der Aufbau einer eigenen Marke kein Traum bleiben muss

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Studiengänge: Modedesign, Mode-Textil-Management, Visual Merchandising Aufbaustudiengänge: Mode-Management für Designer, ModeIllustration und Modekonzeption Akademie JAK Partneruniversitäten für Masterprogramme: Master in International Fashion Marketing an der Glasgow Caledonian University, Master Design / Visual Merchandising an der HeriotWatt University www.jak.de


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Text & Fotos Teresa Horstmann

SINN - Ein fotografisches Drama in 5 Akten, frei inszeniert durch zehn Fotostrecken. Wir begeben uns auf die Sinnsuche, wir werden leichtsinnig, wir erfahren Sinnlichkeit - und gerade als wir denken, der Lebenssinn wäre zum Greifen nahe, nimmt der Wahnsinn überhand. Konzipiert und fotografiert von Teresa Horstmann. Diplomarbeit im Fachbereich Editorial, Studiengang Kommunikationsdesign am Institute of Design Hamburg. Ich fand alte Dramen, beispielsweise von Shakespeare oder Goethe, schon immer toll. Ich mag die Ästhetik, mag auch das Konservative daran. Meine Bilder dagegen haben eher einen jungen, modernen Stil. Daher habe ich kurzerhand die neue literarische Gattung Fotografisches Drama erfunden. Ich habe als Thema SINN gewählt, weil jeder von uns vor der Aufgabe steht, seinem Leben Sinn zu geben. Jeder interpretiert das anders und ich möchte mit meiner Interpretation eine Geschichte um das Thema spinnen.

Der erste Akt Der erste Akt ist im klassischen Drama die Exposition. Er trägt den Titel Sinnsuche und ist eine Art Auftakt. Passend dazu zeigt die erste Szene ein Kind, ein sechsjähriges Mädchen. Das Mädchen heißt Lynn und ich habe sie bewusst an einem Zwischenort porträtiert, nämlich im Treppenhaus. Als Erwachsener hetzt man durch so ein Treppenhaus schnell durch, um zum Ziel zu gelangen, aber durch Kinderaugen betrachtet, ist es viel mehr als das, nämlich auch ein Ort des Versteckens und Findens. Die zweite Szene zeigt die Verwandlung von Jonas zu Holly Day. So heißt Jonas, wenn er Samstagnacht zur Drag Queen wird. Diese Verwandlung dauert etwa drei Stunden und ich habe jeden Schritt auf der Reise von Mann zu Frau fotografisch dokumentiert. Besonders interessant dabei war, wie sein Auftreten, seine

Gestik und Mimik sich im Laufe des Abends veränderten. Genau das spiegelt sich auch in den Fotos wider.

Der zweite Akt Der zweite Akt wird heller, spielerischer. Im Drama sind wir hier bei der steigenden Handlung und metaphorisch könnte man meinen, wir sind von der Kindheit zur Jugend gekommen: es geht um Leichtsinn. Die erste Szene handelt von den vielen verschiedenen Gesichtern, die in uns schlummern, denn genau darum geht es beim Leichtsinnigsein ja. Für einen Moment vergessen wir unsere Konventionen und sind jemand anderes.  Die zweite Szene wird eingeleitet mit dem Zitat „Das Leben ist bezaubernd, man muss es nur durch die richtige Brille sehen.“ Diesen Gedanken habe ich auf verschiedene Arten umgesetzt. 35


glaubt, merkt man doch, dass irgendetwas nicht stimmt. Die Oberfläche ist zerknittert und der Gips auf der Haut ist auch schon am Bröckeln.

Der vierte Akt Der dritte Akt ist im klassischen Drama der Höhepunkt. Sinn und Sinnlichkeit liegen bekanntermaßen nicht weit auseinander. Eingeleitet wird die erste Szene mit einem Zitat von Woody Allen: „A heart wants what a heart wants.“ Für diese Fotostrecke habe ich eine Art Kaleidoskop umfunktioniert und da hindurchfotografiert. Durch die Wiederholung von bestimmten Elementen ergeben sich mal symmetrische, mal ganz abstrakte Muster, die mal mehr, mal weniger vom Objekt zeigen. So muss sich der Betrachter selbst auf die Suche begeben. Das Thema Sinnlichkeit hat auch etwas damit zu tun, sich selbst zu akzeptieren, sich zu lieben. Genau darum geht es in der zweiten Szene des dritten Aktes. Juliana Fischer hat mir bei dieser Fotostrecke geholfen, indem sie in sagenhaften fünf Stunden ein Skelett auf den Körper des Models gezeichnet hat. Herausgekommen sind Bilder, die auf den ersten Blick eine gruselige Komponente haben mögen, auf den zweiten Blick aber auch das Innerste des Menschen widerspiegeln.

Der vierte Akt Wir sind beim vierten Akt angelangt, das ist im klassischen Drama nach dem Höhepunkt der Moment des Zurückschauens, des Innehaltens. Gleichzeitig bereitet er aber auch den Weg zum finalen Akt. Kommen wir im vierten Akt endlich zu dem, was wahrscheinlich die meisten mit dem

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Der fünfte Akt

Wort „Sinn“ verbinden, dem Lebenssinn. Nachdem wir uns ausprobiert haben, gedankenlos und leichtsinnig waren, Sinnlichkeit erfahren haben, uns selbst akzeptiert haben, scheinen wir nun, den sagenumwobenen Sinn des Lebens tatsächlich gefunden zu haben. Jeder auf seine Weise natürlich, denn wie schon Andreas Altmann in einem Buch über Reisen in Indien schrieb: „Mit einer Bedienungsanleitung macht man sich nicht auf den Weg zu Geheimnissen.“ In der folgenden Fotostrecke haben wir den Sinn aber nicht in Indien, sondern sinnbildlich in der Stadt der Träume, New York, gefunden. Durch die Bild-in-Bild-Gestaltung ergeben sich verschiedene Interpretationsmöglichkeiten, genauso wie jeder seinen eigenen Lebenssinn finden muss und es dabei kein Richtig oder Falsch gibt. So, haben wir ihn also gefunden, diesen SINN. Ende gut, alles gut, mag man meinen, aber wir sind noch nicht im finalen Akt angekommen. Der Mensch neigt dazu, immer das zu wollen was er nicht hat und so gräbt man weiter auf der Suche nach dem Sinn. Plötzlich merkt man, dass diese Fassade, die man sich aufgebaut hat, doch gar nicht so standhaft ist, und zu bröckeln anfängt. Die Fotostrecke zu diesem Gedanken ist sehr hell und klar. Ich habe beim Styling mit Mehl und Gips gearbeitet und in einer Turnhalle fotografiert. Die Bilder habe ich alle nochmals analog bearbeitet und eingescannt. So klar man sich selbst manchmal vor Augen zu haben

Kommen wir nun zum finalen Akt. Im Drama ist der fünfte Akt meistens die Katastrophe. Diese Story kann einfach kein gutes Ende haben, und so landen wir am Ende beim Wahnsinn. Nach der langen Suche sind wir doch keinen Schritt weiter. Wir sind wütend, setzen alles in Flammen und geben uns selbst auf. Die Fotos wirken wie aus einer exzessiven Nacht und am nächsten Morgen ist alles, was wir uns aufgebaut haben, in Flammen aufgegangen. Wie man sieht, sind wir auch in der zweiten Szene nicht mehr wir selbst, dennoch haben wir das Animalische abgelegt und resignieren. Die Welt ist ein Narrenhaus, sagte einst Einstein und irgendwie hat er damit ja auch recht. Gerade das macht SINN

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Dies sind Auszüge aus der Abschlussarbeit am Institute of Design Hamburg, wo Teresa 2012 ihren Abschluss in Kommunikationsdesign gemacht hat. Heute arbeitet sie als freie Fotografin. hello@teresahorstmann.com | www.teresahorstmann.com


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Der Sinn versinkt wie im Traum in dem auferwachten Tage und du suchst im ganzen Raum endlos deine eigene Sage. Konrad WeiĂ&#x; (Dichter)

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Filmschule Hamburg Berlin - Drehbuchautor www.filmschule-hamburg-berlin.de

EBC (Euro-Business-College) - Fashion, Luxury & Retail Management, B.A. - Design Management (B.A.) www.ebc-hochschule.de

Design Factory - Kommunikationsdesign www.design-factory.de

BTK (Berliner Technische Kunsthochschule) - Motion Design (B.A.) - Game Design (B.A.) - Interaction Design (B.A.) - Illustration (B.A.) - Fotografie (B.A.) - Kommunikationsdesign (B.A.) - Design/Mediale Räume (M.A.) www.btk-fh.de

Brand Academy - Hochschule für Design und Kommunikation - Brand Design (B.A.) - Brand Management (B.A.) www.brand-acad.com

AMD (Akademie Mode & Design) - Mode Design (B.A.) - Mode- und Designmanagement (B.A.) - Modejournalismus / Medienkommunikation - Raumkonzept und Design (B.A.) - Marken- und Kommunikationsdesign - Visual and Corporate Communication (B.A.) - Crossmedia Communication (B.A.) - Design and Innovation Management (B.A.) web.amdnet.de

Akademie JAK - Mode Design - Mode-Textil-Management - Visual-Merchandising www.jak.de

Akademie Deutsche POP www.deutsche-pop.com

HH

Institut für Schauspiel Drama und Film - Schauspiel www.schauspiel-hamburg.de

IN.D (Institute of Design) - Grafik - Design Management (B.A.) - Kommunikationsdesign - International Visual & Digital Communication (M.A.) www.ingd.de

iact – Schauspielschule für Film und Theater - Schauspiel www.iact-hamburg.de

HTK - Akademie für Gestaltung - Kommunikationsdesign www.htk-ak.de

Hamburg School of Music (HSM) - Berufsmusiker im Bereich Popularmusik (Rock, Pop, Jazz) www.theschool.de

- Kirchenmusik (B.Mus.) - Jazz (B.Mus.) - Komposition/Theorie (B.Mus.) - Gesang (B.Mus., M.Mus.) - Schauspiel (B.A.) - Regie Musiktheater (B.A.) - Regie Schauspiel (B.A.) - Elementare Musikpädagogik (B.Mus.) - Kammermusik (M.Mus.) - Claviorganum (M.Mus.) - Kirchenmusik (M.Mus.) - Musiktheorie (M.Mus.) - Komposition (M.Mus.) - Jazzkomposition (M.Mus.) - Multimediale Komposition (M.A.) - CoPeCo (M.Mus.) - Chorleitung (M.Mus.) - Liedgestaltung (M.Mus.) - Oper (M.Mus.) - Dramaturgie (M.A.) - Musiktherapie (M.A.) www.hfmt-hamburg.de

Universität Hamburg (Uni HH) - Journalistik und Kommunikationswissenschaft (M.A.) - Medien- und Kommunikationswissenschaft (B.A.) - Medienwissenschaft / Media Studies (M.A.) - Kunstgeschichte (B.A., M.A.) - Historische Musikwissenschaft (B.A., M.A.) www.uni-hamburg.de

Texterschmiede - Akademie für Sprache, Kreativität und Markenkommunikation - Texter www.texterschmiede.de

Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) - Bau- und Umweltingenieurwesen (B.Sc.) - Maschinenbau (B.Sc.) - Schiffbau (B.Sc.) - Bauingenieurwesen (M.Sc.) - Produktentwicklung, Werkstoffe und Produktion (M.Sc.) www.tuhh.de Foto: Teresa Horstmann

Stage School - Musicaldarsteller www.stageschool.de

Stageart Musical School - Musicaldarsteller www.stageart-musical.de

Schule für Schauspiel Hamburg - Schauspiel www.schauspielschule-hamburg.com

Schule des Schreibens - Kreatives Schreiben - Belletristik - Drehbuchautor - Journalismus www.schule-des-schreibens.de

Schauspielstudio Frese - Schauspiel www.schauspielstudio.de

Kreative Studiengänge im Norden

AUF EINEN BLICK


Schauspielschule Atrium - Schauspiel www.artrium-hamburg.de Schauspielschule Bühnenstudio Hamburg - Schauspiel www.schauspielschule-buehnenstudio.de

Hochschule für Musik und Theater Hamburg - Kontaktstudiengang Popularmusik - Instrumentalmusik (B.Mus., M.Mus.) - Dirigieren (B.Mus., M.Mus.)

SAE Institute - Audio Engineering - Digital Film & VFX - Webdesign & Development - Cross-Media Production & Publishing - Game Programming - Game Art & 3D Animation www.hamburg.sae.edu

Miami Ad School Europe - Art Direktion - Texter / Copywriter - Digital Design www.miamiadschool.de

Medienakademie - TV-Producer/-Journalist mit Cross-Media Spezialisierung - Regie - Kamera - Schnitt - TV-Producer/TV-Journalist - Sportjournalistik/Sportmanager - Media Acting & Rhetorik www.diemedienakademie.de

Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation - Film und Fernsehen (B.A.) - Journalistik (B.A.) - Medien- und Kommunikationsdesign (B.A.) - Medienmanagement (B.A.) - Media and Communication Design (B.A.) - Media and Communication Management (B.A., M.A.) - Journalistik (M.A.) - Media and Design (M.A.) - Open Media (M.A.) www.macromedia-fachhochschule.de

Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) - Bildende Künste (B.F.A., M.F.A.) www.hfbk-hamburg.de

Hochschule Fresenius - 3D-Mind & Media (B.A.) - Medien- & Kommunikationsmanagement (B.A.) - Media Management & Entrepreneurship (M.A.) www.hs-fresenius.de

HAW Hamburg (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg) - Fahrzeugbau (B.Eng., M.Sc.) - Flugzeugbau (B.Eng., M.Sc.) - Illustration (B.A.) - Kommunikationsdesign (B.A.) - Medientechnik (B.Sc.) - Bekleidung - Technik und Management (B.Eng.) - Modedesign/Kostümdesign/Textildesign (B.A.) - Design (M.A.) - Visuelle Publizistik (M.A.) - Next Media (M.A.) - Zeitabhängige Medien: Sound, Vision, Games (M.A.) www.haw-hamburg.de

Hamburg School of Entertainment - Musiktheaterdarsteller www.hamburg-school-of-entertainment.de

Hamburg Media School - Digital Journalism (M.A.) - Film (M.A.) - Medienmanagement Vollzeit - Digital Media (B.A.) www.hamburgmediaschool.com

Hamburger Akademie für Kommunkationsdesign und Art Direction - Kommunikationsdesign, Grafikdesign und Art Direction www.hamburger-akademie.de

Kunstschule Alsterdamm - Grafik Design www.alsterdamm.de

HafenCity Universität Hamburg - Architektur (B.A., M.A.) - Bauingenieurwesen (B.A., M.Sc.) - Stadtplanung (B.A., M.Sc.) - Kultur der Metropole (B.A.) - Urban Design (M.Sc.) www.hcu-hamburg.de Kunstschule Wandsbek - Kommunikationsdesign www.kunstschule-wandsbek.de

Joop van den Ende Academy - Musicaldarsteller www.stage-entertainment.de/academy

FSG (Freie Schule für Gestaltung) - Kommunikationsdesign www.fsg-hamburg.de

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Universität Lübeck (Uni Lübeck) - Medieninformatik (B.Sc., M.Sc.) www.uni-luebeck.de

Universität Kiel (Uni Kiel) - Kunstgeschichte (B.A., M.A.) - Medienwissenschaft: Film und Fernsehen (M.A.) - Musikwissenschaft (B.A., M.A.) www.uni-kiel.de

On Campus (Online Universität Lübeck) - Medieninformatik (B.Sc., M.Sc.) www.oncampus.de

Muthesius Kunsthochschule - Kommunikationsdesign (B.A., M.A.) - Industriedesign (B.A., M.A.) - Freie Kunst (B.F.A., M.F.A.) - Raumstrategien/Interior Design (B.A., M.A.) www.muthesius-kunsthochschule.de

Musikhochschule Lübeck - Musik (B.Mus., M.Mus.)

Fachhochschule Wedel - Computer Games Technology (B.Sc.) - Medieninformatik (B.Sc., M.Sc.) www.fh-wedel.de

Fachhochschule Lübeck - Architektur (B.A.) - Bauingenieurwesen (B.Eng.) - Architektur (M.A.) - Städtebau (M.A.) - Bauingenieurwesen (M.Eng.) - Informationstechnologie & Design (B.Sc.) - Medieninformatik Online (B.Sc., M.Sc.) www.fh-luebeck.de

Fachhochschule Kiel - Journalismus und Medienwirtschaft (M.A.) - Angewandte Kommunikationswissenschaft (M.A.) - Multimedia Production (B.A., M.A.) www.fh-kiel.de

Fachhochschule Flensburg - Medieninformatik (B.Sc.) www.fh-flensburg.de

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www.bits-hochschule.de

Persönlich wachsen. Erfolgreich führen Bachelor Studiengänge Kommunikations- und Medienmanagement (B.Sc.) Journalismus & Unternehmenskommunikation (B.A.) Sport- & Eventmanagement (B.Sc.) Betriebswirtschaftslehre (B.Sc.) Wirtschaftspsychologie (B.Sc.)

NEUER CAMPUS HAMBURG ALTONA BACHELOR IN ART UND DESIGN FOTOGRAFIE (B.A.) ILLUSTRATION (B.A.) KOMMUNIKATIONSDESIGN (B.A.) MOTION DESIGN (B.A.)

MIT KREATIVITÄT ZUM ERFOLG WWW.BTK-FH.DE


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Lösungen zum Bilderrätsel Kunst. Künstler. Kreative.

len gehörten die platinblonden bis silbernen Haare und eine markante Brille. Bei ihm werden Alltagsgegenstände zu Kunst und er wählt Motive, die für den amerikanischen "way of life" stehen: Dollarscheine, Coca-Cola-Flaschen, Suppendosen. Mit Campbell’s Soup Cans hatte er seine erste Einzelausstellung. Da die Suppenkonserve in 32 Sorten erhältlich war, fertigte er 32 fast gleiche Bilder an und stieß damit bei seinem Publikum auf Unverständnis. Die Tomatenkonserve haben wir in unserem Stillleben durch die Tomate und den Dosenöffner dargestellt. Die berühmte Banane, die das Cover des Debüt-Albums der Band „The Velvet Underground“ ziert, ist ein weiterer Hinweis. Das Album wurde von ihm produziert und im März 1967 veröffentlicht. Auf der Originalversion des Covers kann die Frucht abgepellt werden.

Er ist eine Ikone unter Modeschaffenden. Mit seinen Kreationen inspiriert er seit Jahrzehnten Modebegeisterte in der ganzen Welt. Der deutsche Designer und Unternehmer führte große Modehäuser wie Fendi, Chloé oder Chanel zum Erfolg. Das Chanel-Parfüm ist auch unser erster Hinweis auf den gebürtigen Hamburger. Nebenbei entwirft er für seine eigenen Linien. Zu seinen äußeren Markenzeichen gehören die weiß gepuderten Harre, die er zu einem Pferdeschwanz gebunden trägt, die getönte Sonnenbrille, und ein Vatermörder-Kragen. Sonnenbrille und Kragen haben wir um eine Vogue drapiert. Zum 30-jährigen Jubiläum der Vogue Deutschland hat er diese besondere Ausgabe mitgestaltet. Der letzte und schwerste Hinweis auf den Modeschöpfer ist das Foto von Baptiste Giabiconi. Das französische Model war für lange Zeit seine Muse und ständiger Begleiter.

Wir suchen: Karl Lagerfeld

Wir suchen: Leonardo DiCaprio

Er war ein niederländischer Maler, lebte von 1853-1890 und gilt als einer der wichtigsten Anreger und Vertreter der modernen Malerei. Obwohl er nur 10 Jahre als Maler tätig war, hat er unglaubliche 840 Gemälde und mehr als 1.000 Zeichnungen geschaffen. Zu Lebzeiten erkannte aber niemand sein künstlerisches Talent und er verkaufte nur ein einziges Bild. Heute erzielen seine Werke Rekordsummen. Kurioserweise ist er nicht nur durch seine Kunst berühmt geworden, sondern auch als der Künstler, der sich im Wahn – und unter dem Einfluss von zu viel Absinth – ein Stück seines Ohres abschnitt. Eine Abbildung davon haben wir auf der Vase platziert. Die Vase ist gleichzeitig ein Hinweis auf sein wohl bekanntestes Bild, die „Sonnenblumen“.

Er lässt sich als Künstler nur schwer kategorisieren. Der US-Amerikaner war Maler, Illustrator, Fotograf, Filmemacher, Musikproduzent, Verleger und Begründer der Pop-Art, deren bedeutendster Vertreter er war. Ein wahres Allround-Talent. Zu seinen äußeren Merkma-

Wir suchen: Andy Warhol

Er ist einer der erfolgreichsten Schauspieler seiner Generation. Die Rolle des armen Künstlers Jack Dawson in „Titanic“ machte ihn weltberühmt. Den Eisberg, der für den Untergang des Luxusdampfers verantwortlich war, haben wir aus Eiswürfeln geformt. Die Rose stellt natürlich Jacks Liebste dar, die von Kate Winslet gespielte Rose DeWitt Bukater. Die Sonnenbrille ist ein Hinweis auf den Film „Aviator“ von 2004. Dort spielt er den erfolgshungrigen Flugpionier Howard Hughes, der natürlich eine Fliegerbrille trägt. Aviator ist gleichzeitig der Name eines bekannten Brillenmodells. 1929 wendet sich der Luftwaffegeneral MacCready an einen Brillenhersteller, und gibt einen Brillentyp in Auftrag, der seine Piloten vor starker Sonneneinstrahlung im Luftraum schützen soll. Das Ergebnis ist die Aviator-Brille. Das Geld ist der letzte Hinweis auf einen Film des smarten Amerikaners mit deutschen Wurzeln. In „The Wolf of Wall Street“ verdient sich der Börsenmakler Jordan Belfort, gespielt von ihm, durch nicht ganz legale Börsengeschäfte eine goldene Nase, bis das FBI auf ihn aufmerksam wird. Was mit all seinem Geld passiert? Erfahrt es selbst.

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Wir suchen: Vincent van Gogh


Wo 59% 15%

ALLER DUALEN STUDIENGÄNGE WERDEN VON FACHHOCHSCHULEN ANGEBOTEN VON BERUFSAKADEMIEN

6%

20%

VON UNIVERSITÄTEN VON DER DUALEN VON SONSTIGEN HOCHSCHULEN HOCHSCHULE BADENWÜRTTEMBERG

1%

Was43,2% 40%

ALLER DUALEN STUDIENGÄNGE GEHÖREN ZU DEN WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTEN

INGENIEURWISSENSCHAFTEN

12,2%

INFORMATIK

4,5% SONSTIGE

64.358 STUDIERENDE IN D VERGLEICH

Wie viele 1.461 300

ANZAHL DUALER STUDIENGÄNGE SCHLESWIG-HOLSTEIN

25 ANZAHL DUALER STUDIENGÄNGE HAMBURG 15 ANZAHL DUALER STUDIENGÄNGE BADEN-WÜRTTEMBERG 245

BUNDESWEIT ANGEBOTENE STUDIENGÄNGE 2013

BUNDESWEIT ANGEBOTENE STUDIENGÄNGE 2003

STEIGERUNG SCHLESWIG-HOLSTEIN ZU 2012

+6 7 % HAMBURG +2 5 % BADEN-WÜRTTEMBERG + 3%

Quelle: AusbildungPlus in Zahlen, Trends und Analysen 2013, Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn Januar 2014.

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„Oder studierst du noch uno?“ Warum das duale Studium so gut tut

Das duale Studium verbindet Theorie (durch ein Studium) mit beruflicher Praxis (in der Aus- oder Weiterbildung bei einer Firma). So weit so klar, deswegen wohl dual. Theorie und Praxis finden in der Regel an zwei unterschiedlichen Lernorten statt, auch dual. Und das Resultat eines erfolgreichen dualen Studiums können zwei Abschlüsse sein, der akademische Bachelor und die abgeschlossene Berufsausbildung bei der IHK oder HWK, lass mich raten: dual! Vor- und Nachteile gibt‘s auch ... dual eben!

Text Christian Dorbandt

DEUTSCHLAND INSGESAMT Zurzeit gibt es über 60.000 dual Studierende in Deutschland, Tendenz steigend. Angebotsspitzenreiter ist Baden-Württemberg mit 245 Studiengängen (April 2013), Hamburg und Schleswig-Holstein kommen zwar bisher nur auf gemeinsame 40 Studiengänge, verzeichnen aber mit über 65% Plus gegenüber dem Vorjahr, die größten Steigerungsraten. Für die Unternehmen läuft’s prima. Das duale Studium wird sehr gut angenommen und die Rechnung scheint aufzugehen. Die berufliche Ausbildung wird akademisiert und somit auf eine fundierte, ausbaufähige Basis gestellt. Die Bindung der dual Studierenden an das eigene Unternehmen ist gewährleistet. Und so wachsen neue Mitarbeiter heran, top ausgebildet und durch das Studium noch besser dazu in der Lage, auch theorielastige Fortbildungen effektiver und motivierter anzunehmen. Alles zum Wohle der Firma. Nun zu den Hauptdarstellern, die dahinter stehen, sitzen, arbeiten und lernen, den dual Studierenden. Was sind das eigentlich für Menschen? Und sind alle für diese Dualität geeignet? Studenten von dualen Studiengängen sind ganz offenbar die neuen Tausendsassas

(hochdeutsch: Alleskönner). Sie flitzen ständig hin und her. Eben noch eine Vorlesung an den FHs und WAKs und schon geht’s wieder zurück ins Firmenbüro, um die praktische Ausbildung fortzusetzen. Vorlesungsfreie Zeit? Wohl kaum. Eher normale Urlaubstage eines Arbeitnehmers. „Die Belastung ist schon höher“, hört man auf dem Campus. Durchhaltevermögen sollten die „Dualen“ auf jeden Fall mitbringen. Ein gängiger Tipp: „Bloß nicht gleich aufgeben!“ „Der straffe Stundenplan fordert Selbstdisziplin und Liebe zur Materie“, empfiehlt Tobias, Student der Wirtschaftsinformatik an der Nordakademie Elmshorn. Viele unterschiedliche Einblicke ins Berufsleben sind im dualen Studentenleben eher nicht vorgesehen. Wo Solo-Studis kellnern, putzen, sich als DJ versuchen oder Medikamente ausfahren, bezieht der Dual-Student in seinem Ausbildungsbetrieb schon ein gutes Gehalt inkl. Sozialversicherung. Dafür muss er auf die teils abenteuerlichen Erfahrungen im studentischen Jobwesen verzichten. Wer sich beruflich als Universalgelehrter verwirklichen möchte und sich irgendwo zwischen Leibniz und da Vinci sieht, ist im dualen

Studium völlig falsch gelandet. Hier geht’s um berufsbezogene Ausbildung, nicht um Studium generale. Und wer das duale Studium mit einer mehrjährigen Goa-Party verwechselt, weil das nun mal zum Studentenleben dazu gehört, sollte mal ganz schnell aufwachen! Kann man sich aber für Theorie und Praxis gleichermaßen begeistern und begreift man die Drohungen „Disziplin“, „Stundenplan“ und „Leistungskontrolle“ eher als Herausforderung, dann öffnet sich ein ganzes Füllhorn attraktiver Vorteile: ein fester Arbeits- und/oder Ausbildungsvertrag, ein monatliches Gehalt, beste Aussichten auf Übernahme in die Firma. Die finanzielle und perspektivische Sicherheit, die Studenten des dualen Studiensystems genießen, ist ein sehr attraktiver Ausgleich zum straffen Programm. Nicht zu vergessen: Jede Minute Freizeit ist kostbar, aber sie ist für Studenten/ innen oft erst richtig genießbar, wenn weder finanzieller Druck noch Zukunftsangst herrschen

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Foto: Teresa Horstmann

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Foto: Sally Milota

Seite 46-51

4 6 FINANZAMT UND STUDIUM? EIN PRAKTIKUM HILFT WEITER!

4 8 „FRAUEN SIND FÜR DIE

INFORMATIK GEBOREN“ Die Wirtschaftsinformatikerin fordert mehr Mut bei der Studienwahl

5 0 GUT ENTSCHIEDEN

Foto: Teresa Horstmann

Dual Studieren mit der PPI Aktiengesellschaft

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Finanzamt und Studium? Ein Praktikum hilft weiter! Es muss nicht immer ein Unternehmen sein, bei dem Oberstufenschüler und -schülerinnen des 12. Jahrgangs ihr Wirtschaftspraktikum absolvieren. Auch die Finanzämter freuen sich über Bewerbungen von jungen Leute, denn sie brauchen immer guten Berufsnachwuchs. Melf Ruhland (19) bekam beim Finanzamt Itzehoe erste Einblicke in die Arbeit der Steuerverwaltung. Die Welt der Zahlen und des Finanzwesens hatte den Oberstufenschüler der Kaiser-Karl-Schule in Itzehoe eigentlich schon länger beschäftigt. „Deshalb habe ich mir für das kurze Praktikum in der achten Klasse das Finanzamt ausgesucht und beim Steuerberater fortgesetzt. Anschließend war mein Interesse für die Arbeit der Steuerverwaltung geweckt!“, erzählt der 19-jährige Melf Ruhland. So stieg er jetzt beim zweiwöchigen Wirtschaftspraktikum noch tiefer in die Welt der Finanzverwaltung ein, sozusagen in den Motor des Staates, der die Steuereinnahmen der Bürger und Unternehmen für wichtige gesellschaftliche Aufgaben gerecht erhebt. Reiche müssen mehr Steuern zahlen, Ärmere weniger Steuern. „Von diesem Geld werden schließlich auch unsere Schulen und Universitäten, Forschung und Wissenschaft bezahlt – alles unverzichtbare Dinge, ohne die eine Gesellschaft nicht gedeihen kann“, meint Melf. Seit einigen Jahren schon bietet das Finanzamt Itzehoe Schülerinnen und Schülern Praktika an, erzählt die Ausbilderin Bettina Kieneke. „Es ist nicht nur für die jungen Menschen wichtig, die Einblicke in die Berufswelt erhalten und eine Entscheidung für Ihre Zukunft besser treffen können. Auch für uns Arbeitgeber lohnt es sich, wenn wir dadurch gute Nachwuchskräfte für uns gewinnen können.“ Es ist sicher nicht von Nachteil, wenn ein Praktikant einen guten Eindruck hinterlassen hat. Denn die Ausbildung hat es in sich: Während im dreijährigen Studium an der Verwaltungsfachhochschule Altenholz die Theorie im Mittelpunkt steht, lernen die Anwärter/innen im jeweiligen Heimat-Finanzamt den

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Text Joachim Welding Fotos Finanzamt Itzehoe


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praktischen Teil mit „echten“ Steuerfällen – und sie verdienen auch gutes Geld dabei. „Das Finanzamt Itzehoe bietet neben dem Wirtschaftspraktikum in der 12. Jahrgangsstufe auch ein- bis zweiwöchige Praktikumsplätze für Betriebspraktika, Schülerpraktika und freiwillige Praktika an“, berichtet Bettina Kieneke. Je nach Länge des Praktikums werden die Schülerinnen und Schüler fast täglich wechselnden Dienststellen zugewiesen. Hier erleben sie, wie die Steuern erhoben und festgesetzt werden, auch Betriebsprüfungen können zum Praktikum gehören. „Immer wieder sind die jungen Menschen erstaunt über die vielen unterschiedlichen Tätigkeiten im Finanzamt. Und ganz begeistert sind sie über die Betreuung und über die Möglichkeit, selbst tätig zu sein und nicht nur zugucken zu müssen“, meint die Ausbilderin. Durch die positiven Erlebnisse bekommt das Finanzamt Itzehoe immer mehr Bewerbungen, ganz nach dem Motto „Meiner Freundin oder meinem Freund hat es so gut gefallen – kann ich auch bei Ihnen ein Praktikum machen?“ Im laufenden Jahr konnten bereits 23 Plätze vergeben werden. Und wenn das dazu führt, dass junge Leute sich für die Steuerverwaltung entscheiden, freut das die Ausbilderin besonders: „Zum Herbst dieses Jahres werden im Finanzamt Itzehoe zwei unserer früheren Praktikanten mit ihrer Ausbildung beginnen. Und eine Praktikantin fängt beim Finanzamt Elmshorn an.“ Auch Melf Ruhland zeigt sich offen für die interessante duale Ausbildung. „Ich kann mir sehr gut ein Studium zum Diplomfinanzwirt vorstellen. Auch die Kollegen und das positive Betriebsklima begeistern mich.“ Darin unterstütze ihn seine Familie: „Zu meiner Berufswahl haben mir meine Eltern positive Rückmeldungen gegeben.“ Melf rät anderen Schülern, die vielleicht auch mal in die Welt der Finanzverwaltung hineinschnuppern wollen: „Ihr solltet verschiedene Fähigkeiten mitbringen: Teamfähigkeit ist sehr wichtig, aber auch zielgerichtetes und pflichtbewusstes Arbeiten – und natürlich logisches Denken sowie ein Händchen für Zahlen.“ Auch das Finanzamt Kiel-Nord freut sich über neugierige Schüler, die hinter die Kulissen schauen möchten. „Viele fragen erst einmal: Finanzamt? Was hat das denn mit Wirtschaft zu tun? Nun, eine ganze Menge!“, erzählt die Ausbildungsbeauftragte Heike Grube. Wie kal-

kuliert beispielsweise eine Pizzeria ihre Preise? Wie viele Kilometer muss ein Taxiunternehmer fahren, um den Mindestlohn zu erreichen? Welchen Gewinn wirft ein Geldspielgerät aus und welche Auswirkung hat der Umsatzsteuersatz? Welcher Unternehmer zahlt Umsatzsteuer? Wie kann ein Unternehmer legal seinen Gewinn verringern, um weniger Steuer zu zahlen? Wie kann der Staat mit Steuergesetzen in die Konjunktur eingreifen? Was passiert bei einem Insolvenzverfahren mit einem Unternehmen? „Das – und einiges mehr – kann man im Rahmen eines Wirtschaftspraktikums im Finanzamt erfahren.“ Heike Grube und ihre Kollegen haben durchweg positive Erfahrungen mit den Praktikantinnen und Praktikanten gemacht. „Ganz wichtig: Am letzten Tag führen wir ein Abschlussgespräch, in dem letzte offene Fragen geklärt, aber auch Anregungen und Ideen für zukünftige Praktika dankbar angenommen werden.“ Heike Grube: „In mehr als einem Fall hatten die jungen Leute bereits bei diesem Gespräch eine Bewerbung für die Ausbildung zum Finanzwirt oder zum Diplomfinanzwirt dabei!“

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Das duale Studium zum Diplom-Finanzwirt/zur Diplom-Finanzwirtin im Internet: Ausbildung www.schleswig-holstein.de/BIZ/DE/Ausbildung/ DiplFinanzwirt/DiplFinanzwirt_node.html Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung Altenholz www.fhvd.de Bewerbungen für ein Praktikum nehmen die Finanzämter vor Ort entgegen.

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„Frauen sind für die Informatik geboren“ Die Wirtschaftsinformatikerin fordert mehr Mut bei der Studienwahl Männliche Studenten dominieren seit jeher Fachbereiche wie Technik oder Ingenieurswesen. Geisteswissenschaften und Pädagogik werden dagegen eher vom weiblichen Geschlecht präferiert. Auch die neuesten Einschreibungszahlen belegen, dass es tatsächlich typisch männliche und typisch weibliche Studiengänge gibt. Die Informatik ist in männlicher Hand. Dabei sind Frauen ja praktisch für dieses Studienfach geboren – findet zumindest Katharina Schestak.

Text Katharina Grzeca Foto Teresa Horstmann


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Die 25-Jährige studiert im vierten Semester Wirtschaftsinformatik an der NORDAKADEMIE in Elmshorn. Der Studiengang kombiniert, wie der Name bereits verrät, IT-Kompetenzen mit betriebswissenschaftlichem Wissen und ist im dualen System organisiert. Dabei wechseln sich die Studienzeiten an der Hochschule in Elmshorn mit den Praxiszeiten, die Katharina bei der Sterling SIHI verbringt, ab. Insgesamt dauert das Studium 3,5 Jahre. „In meinem Studium braucht es nicht nur Interesse an Mathematik, Computern und die Fähigkeit zu logischem Denken, ebenso wichtig sind genaue Vorbereitung, gute Organisation und eine lösungsorientierte Herangehensweise“, erzählt Katharina, „und das sind genau die Fähigkeiten, die Frauen von Geburt an mitbringen.“ Die junge Studentin mit russischer Abstammung, die mit ihrer Familie im Alter von neun Jahren nach Wrist im Kreis Steinburg gezogen ist, findet es vor allem schade, wenn Frauen vor einem Beruf zurückschrecken, der ihnen möglicherweise sehr gefallen könnte: „Ich glaube der Informatik gehen wahre Talente verloren, weil viele Mädchen den Beruf erst gar nicht bei der Berufswahl in Betracht ziehen. Das finde ich sehr bedauerlich“. Ein weiterer Grund für niedrige Einschreibungszahlen seitens der weiblichen Studentenschaft könnte auch das wenig verlockende Image von Informatikern sein. „Viele glauben, Informatiker seien blasse Wesen, die den ganzen Tag im Keller hocken und an ihren Rechnern schrauben. Das ist nun wirklich falsch“, berichtet Katharina. „Wichtig ist, dass man nicht vor kniffligen Aufgaben zurückschreckt und Geduld beweist, nicht ob man alle Bestandteile der Festplatte auswendig weiß“, so die Studentin. Katharina ist, wie sie uns erzählt, über einige „Umwege“ zu ihrem Studium gekommen. „Ich habe meinen Realschulabschluss in Richtung Elektrotechnik gemacht und darauf die Fachhochschule mit dem Schwerpunkt IT und Wirtschaft abgeschlossen. Darauf folgte eine Ausbildung zur IT-Systemkauffrau. Der Beruf hat mir sehr gefallen, aber nach eineinhalb Jahren im Job hat mir das nicht mehr gereicht. Ich komme aus einer Familie, in der fast alle studiert haben. Das war auch mein größter Wunsch. Deswegen habe ich mich erneut beworben und bin enorm glücklich, die Firma Sterling SIHI gefunden zu haben.“ In ihrer letzten Praxisphase bei SIHI hat Katharina ein Programm geschrieben, das den Servicetechnikern bei der Pumpenwartung die Dokumentation erleichtert. Dennis Schulz vergibt gerne solche Projekte an die Dualen Stu-

denten, die er bei SIHI betreut. „Je weiter die Studenten in ihrem Studium fortschreiten, desto besser verstehen sie die Firmenzusammenhänge und können mit ihren Fähigkeiten zum Unternehmenswohl beisteuern“, erzählt der Wirtschaftsinformatiker. Auch er hat ein Duales Studium bei Sterling SIHI absolviert und weiß genau um die Vorteile dieses Studienmodells: „Die Kombination aus theoretischem Studium an der Hochschule mit praktischen Inhalten im Unternehmen bereitet die angehenden Wirtschaftsinformatiker und Wirtschaftsinformatikerinnen bestens auf die Berufstätigkeit vor. Sie lernen das Unternehmen, bei dem sie nach dem Abschluss mit höchster Wahrscheinlichkeit eine Festanstellung bekommen werden, denn wir bilden nur für unseren eigenen Bedarf aus, in allen Einzelheiten kennen. Zudem bekommen die Studenten ein gutes Gehalt und SIHI übernimmt die Studiengebühren.“ Seit über 90 Jahren ist SIHI mit seinen über 1.600 Mitarbeitern weltweit einer der führenden Hersteller in der Pumpenbranche und hat über die Grenzen Itzehoes hinaus den Ruf eines sehr guten Arbeitgebers und Ausbilders. Die Wirtschaftsinformatiker arbeiten in der IT-Abteilung, die alle Standorte des Unternehmens betreut, können aber wegen des interdisziplinären Studiengangs in allen anderen Abteilungen eingesetzt werden. Katharina möchte, sobald sie das Studium beendet hat, in der IT bleiben. Beide ihre Eltern unterrichten Mathematik. So kann sie jedem und jeder Studieninteressierten nur raten, sich mit diesem zukunftsorientierten Studiengang zu beschäftigen, damit nicht weiter Talente unentdeckt bleiben. Neben dem Dualen Studiengang Bachelor of Science in Wirtschaftsinformatik bietet die Sterling SIHI GmbH – ebenfalls in Kooperation mit der NORDAKADEMIE in Elmshorn – den Bachelor of Science in Wirtschaftsingenieurwesen an. Die beiden Studiengänge Bachelor of Science in Mechatronik und Bachelor of Engineering in Maschinenbau (Konstruktion und Entwicklung) können in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg studiert werden

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Dennis Schulz hat sein Studium ebenfalls an der NORDAKADEMIE absolviert und betreut nun die Dualen Studenten bei SIHI.

Sterling SIHI GmbH Personalmanagement Fr. Bolten Tel. 04821 – 771-463 AZUBI-Bewerb-IZ@sterlingsihi.de

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Text Katharina Grzeca Foto Sally Elena Milota

Gut entschieden Dual Studieren mit der PPI Aktiengesellschaft Das Ende der Schule ist eine aufregende Zeit. Wenige Wochen trennen dich vom begehrten Abschlusszeugnis und dem Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Die Abschlussprüfung rückt ins Zentrum deiner Gedanken und vieles drum herum verliert an Wichtigkeit. Von Glück kann hier jemand sprechen, der in dieser Zeit bereits weiß, wie es nach den Prüfungen für ihn weitergeht. Denn viele Schulabgänger wissen zu dem Zeitpunkt noch gar nicht richtig, was sie überhaupt machen möchten. Noch nie gab es so viele verschiedene Studiengänge und Studienformen wie heute. Das bedeutet, dass du dich nicht nur entscheiden musst, was du gerne studieren möchtest, sondern auch, in welcher Form. Passt eine Ausbildung zu dir oder möchtest du doch lieber studieren? Oder machst du einfach beides? Laura und Maurice-Marie haben sich für ein Duales Studium entschieden. Das bedeutet, dass sie ein theoretisches Studium an einer Hochschule mit Praxisphasen in einem Unternehmen kombinieren. Während des 3,5-jährigen Studiums der Wirtschaftsinformatik haben sie alle drei Monate zwischen der NORDAKADEMIE in Elmshorn und ihrem Unternehmen, der PPI Aktiengesellschaft, gewechselt und so die Vorzüge beider Formen genossen, eines Studiums und einer Ausbildung. Vor Kurzem haben sie erfolgreich abgeschlossen und wurden im Hamburger Firmensitz übernommen.

Laura Hinsch, 23 „Ein Freund von mir hat auch an der NORDAKADEMIE studiert, und so habe ich die Hochschule aus seinen Erzählungen gut kennengelernt. Beim Tag der offenen Tür konnte ich mir ein genaueres Bild machen, und mein Interesse an

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einem Dualen Studium wurde geweckt. In der Schule hat mir immer ein wenig das Praktische gefehlt. Eine Ausbildung wäre mir wiederum zu wenig gewesen. Ich wollte immer schon wissen, wofür ich wirklich lerne. Beide Komponenten bietet mir ein Duales Studium. Durch den Wechsel zwischen Theorie und Praxis kann ich das Erlernte gleich umsetzen, denn die Studieninhalte sind genau auf die Praxisinhalte abgestimmt. Als ich mich über den Studiengang informierte, sah ich, dass er sehr gut zu mir passt. Schon zur Schulzeit lagen mir die naturwissenschaftlichen Fächer sehr und ich fand insbesondere diesen Schnittstellenbereich, den die Wirtschaftsinformatik besetzt, sehr interessant. Hier wird die Informatik mit der Betriebswirtschaft kombiniert. Daher sollte man sowohl mathematisches Verständnis mitbringen als auch Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen haben.

Die PPI Aktiengesellschaft entwickelt seit nunmehr 30 Jahren Software für Banken und Versicherungen und berät sie in den verschiedensten Angelegenheiten. Ich bin derzeit auch im Consulting-Bereich tätig. Aber im Studium haben wir das gesamte Spektrum der Aufgaben im Unternehmen kennengelernt. Das ist auch einer der großen Vorteile eines Studiums bei PPI. Außerdem hat mir PPI ermöglicht, ein Auslandssemester zu absolvieren. Nach dem Abschluss kann man sehr flexibel und den eigenen Interessen folgend im gesamten Unternehmen eingesetzt werden.“

Maurice-Marie Stromer, 23 „Ich wollte immer etwas im Bereich Informatik machen und dual studieren. Auf der Internetseite der NORDAKADEMIE habe ich unter den zahlreichen Kooperationsunternehmen der Hochschule die PPI Aktiengesellschaft entdeckt und bin dem


R E DE N

Anerkennung

L E R NE N

M AC H EN

TEI L EN Performance

Fairness Team Engagement

Entwicklung

CharakterKöpfe

Duales Studium bei PPI 2014 Bachelor of Science in Wirtschaftsinformatik Bachelor of Science in Angewandter Informatik

an der NORDAKADEMIE in Elmshorn (beide Studiengänge) oder der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein in Kiel (nur Wirtschaftsinformatik)

Was Sie erwartet:

Unternehmen anschließend auf einer Jobmesse in Hamburg persönlich begegnet. Kurz nach dem Einreichen meiner Bewerbungsunterlagen hatte ich ein sehr angenehmes Bewerbungsgespräch. Die Zusage folgte keine zwei Wochen später. Den Wechsel zwischen Theorie an der NORDAKADEMIE und der Praxis bei PPI empfand ich im Studium als sehr angenehm. Wir konnten das gerade Gelernte gleich sinnvoll einsetzen. So zum Beispiel eine neue Programmiersprache wirklich benutzen und so erkunden, ob man sie wirklich beherrscht. Positiv fand ich auch, dass wir als Studenten einen festen Arbeitgeber hatten und ein geregeltes Einkommen hatten. Wir waren immer finanziell abgesichert und konnten uns viel besser auf die Studieninhalte konzentrieren. Ich finde es gut, wie man bei PPI miteinander umgeht. Wir duzen uns durchweg. Vom Vorstandsvorsitzenden bis zum Schülerpraktikanten. Es ist ein sehr menschlicher Umgang hier. Die Inhalte der Praxisphasen konnte ich zusammen mit meinem Betreuer auf mich passend planen. Auch der Zusammenhalt unter den Studenten ist extrem groß. Ich konnte jederzeit mit Problemen zu den älteren Jahrgängen gehen und es haben sich auch viele Freundschaften gebildet “

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Beim dualen Studium an der Fachhochschule NORDAKADEMIE (NAK, www.nordakademie.de, Elmshorn) oder der Wirtschaftsakademie (WAK, www.wak-sh.de, Kiel) wechseln sich Studienzeiten an der Hochschule mit Praxiszeiten im Ausbildungsbetrieb ab.

o

Der Bachelor-Studiengang dauert 7 (NAK) bzw. 6 Semester (WAK); das ist genug Zeit für die Verbindung von Theorie und Praxis, auf Wunsch sogar für ein Auslandssemester (nur NAK).

o

In den Praxisphasen erwarten Sie schon während des Studiums abwechslungsreiche Aufgaben, volle Einbeziehung in Kundenprojekte, selbstständiges und verantwortungsvolles Arbeiten im Team sowie vielseitige und moderne Technik

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Am Ende Ihres dualen Studiums haben Sie sich bereits in der Praxis bewährt - der entscheidene Vorsprung beim Karrierestart. Damit erwarten Sie hervorragende Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten in unserem stetig wachsenden und erfolgreichen Unternehmen.

Ihr Profil: o

Sie haben mindestens die Fachhochschulreife mit einem über durchschnittlichen Ergebnis abgelegt. Idealerweise haben Sie dabei einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt gesetzt.

o Sie interessieren sich für IT-technische Themen und möchten diese in einem wirtschaftlichen Umfeld anwenden.

Über PPI

Die PPI AG ist ein unabhängiges Beratungs- und Softwareunternehmen für die Finanzbranche und zählt zu Deutschlands besten Arbeitgebern. Wir beschäftigen ca. 350 Mitarbeiter an den Standorten Hamburg, Kiel, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Paris. Mit den Geschäftsfeldern Consulting, Software Factory und E-BankingProdukte stellen wir die komplette Leistungspalette dar: von der fachlichen Beratung bis zur Integration komplexer Standardlösungen oder individueller Softwareprodukte. Unser Ziel ist es, die Ansprüche unserer Kunden an Qualität und Professionalität zu erfüllen. Wichtigste Erfolgsgaranten hierfür sind Fairness, Teamgeist und ein hohes Engagement für unsere Mitarbeiter. Viele reden darüber – bei uns wird es gelebt.

o Sie haben Spaß am Arbeiten im Team, sind kommunikativ und besitzen analytische Fähigkeiten. Na, dann los Um sich für einen dualen Studienplatz zu bewerben, senden Sie uns bitte folgende Unterlagen zusätzlich zu Ihrem Anschreiben und Lebenslauf: o Abiturzeugnis oder das aktuellste Schulzeugnis o das Testergebnis des absolvierten Auswahltests der Nordakademie (unabhängig davon, ob Sie an der NAK oder WAK studieren möchten) o

bitte schalten Sie außerdem die PPI AG zur Detaileinsicht der Testergebnisse frei

Ihr Ansprechpartner Hans-Dirk Kämpfer Moorfuhrtweg 13 22301 Hamburg T.+49 (0)40 227433-0 www.ppi.de


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Foto: Joachim Welding

STUDENTENPORTRAITS

Anna Lena Runge

STUDENTEN-PORTRAITS


„NATÜRLICH KOMMEN „DAS STUDIUM IST

WÄHREND DER AUSBILDUNG

ANSPRUCHSVOLL UND

MEINE HOBBYS NICHT ZU

LERNINTENSIV, ABER DAFÜR

KURZ.“

AUCH UNGLAUBLICH SPANNEND UND

Anna Lena Runge, 22 aus Kellinghusen, duale Ausbildung zur Diplom-Finanzwirtin beim Finanzamt Itzehoe und der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung in Altenholz, 4. Semester. „Ich mochte schon in der Schule gerne rechnen und Aufgaben lösen. Im Finanzamt ist jede Steuererklärung eine neue abwechslungsreiche Aufgabe, die man lösen muss. Doch ich bin erst im ‚zweiten Anlauf‘ auf die Finanzverwaltung gestoßen. Direkt nach dem Abi habe ich zunächst ein Jahr Biotechnologie und Verfahrenstechnik an der FH Flensburg studiert. Doch ich habe bemerkt, dass dies nicht das Richtige für mich war. Außerdem wusste ich nicht recht, worauf das Studium am Ende hinauslaufen sollte. Nach dem Wechsel zur angehenden Diplom-Finanzwirtin kann ich jetzt genau sagen, dass mich Steuerrecht mehr interessiert und durch die Praxis kann ich mir auch vorstellen, mein ganzes Arbeitsleben im Finanzamt zu verbringen. Ausschlaggebend für meinen Berufswunsch war die duale Ausbildung auf Hochschulniveau: Die Theorie lernen wir abschnittsweise an der FH, und in der Praxis wenden wir das Gelernte an und vertiefen es. Das Gute ist, dass dir schnell klar wird, ob dir die spätere Arbeit gefällt. Das ist bei mir der Fall. Außerdem war mir wichtig, einen sicheren Arbeitsplatz zu haben, der auch familienfreundlich ist, so dass nach der Elternzeit eine Rückkehr in den Beruf gesichert ist. Die vielfältigen Aufgaben, die man im Laufe seines Arbeitslebens durchlaufen kann, sind zum Beispiel Veranlagung, Körperschaften, Betriebsprüfung und Vollstreckung, also die Festsetzung und Erhebung von Steuern. Außerdem sind die Chancen, übernommen zu werden, sehr gut. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, in andere Dienststellen, aber auch Finanzämter innerhalb Schleswig-Holsteins zu wechseln. Bei den insgesamt 21 Monaten Theorie und 15 Monaten Praxis besteht ein angenehmer Wechsel zwischen beiden Abschnitten der Ausbildung. Die Dozenten unterstützen uns dabei, auch die schwierigen Fälle im Steuerrecht zu verstehen. Auch unter den Studierenden gibt es eine starke Hilfsbereitschaft. Das Studium ist anspruchsvoll und lernintensiv, aber dafür auch unglaublich spannend und abwechslungsreich – ganz entgegen der allgemeinen Vorstellung vom ‚trockenen‘ Steuerrecht. Im Finanzamt arbeiten wir an echten Steuerfällen und können selbstständig und allein Entscheidungen treffen. Bei Unklarheiten stehen uns die Ausbilder mit Rat und Hilfe zur Seite, das Arbeitsklima ist freundlich und kollegial. Entspannen kann ich mich nach Dienstschluss auf dem Tennisplatz.“

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Foto: Joachim Welding

ABWECHSLUNGSREICH.“

Gianna-Selina Holldorf , 21 aus Altenholz, duale Ausbildung zur Diplom-Finanzwirtin am Finanzamt Kiel-Nord und an der Fachhochschule Altenholz, 4. Semester. „Während meiner Zeit in der gymnasialen Oberstufe stellte sich mir wie allen Mitschülern unweigerlich die schwierige Frage: Was will ich nach Ende meiner Schulzeit machen? Ich informierte mich und stieß nach kurzer Zeit auf die duale Ausbildung in der Finanzverwaltung. Für mich ausschlaggebend war, dass ich ein Studium mit der Berufsausbildung kombinieren kann – und danach sehr große Übernahmechancen habe. Außerdem wird man bereits zu Beginn des Studiums verbeamtet. Das ist in einer eher schwierigen wirtschaftlichen Zeit ein sehr beruhigender Nebeneffekt, finde ich. Mit dem Abitur habe ich die Zugangsvoraussetzungen (Fachhochschulreife) zum Studium an der FHVD Altenholz erfüllt und schließlich 2012 die Ausbildung zur Diplom-Finanzwirtin begonnen. Das ist ein dreijähriges duales Studium mit dem Schwerpunkt Steuerrecht. Wer glaubt, dass das Studium lediglich aus Mathe-Aufgaben bestehe, ist übrigens völlig auf dem Holzweg. Neben Steuerrecht lernen wir auch Grundlagen unter anderem aus dem Handelsrecht, Privatrecht, Öffentlichem Recht sowie Insolvenzrecht. In den Praxisphasen befinden wir uns in den jeweiligen Ausbildungsfinanzämtern, in meinem Fall im Finanzamt Kiel-Nord. Hier werden alle möglichen Aufgabenfelder durchlaufen, die auch nach dem Examen als Einsatzbereiche denkbar sind, wie gewerbliche Veranlagung, Betriebsprüfung, Steuerfahndung oder Erhebung. Sowohl Innen- als auch Außendienst sind möglich. Einsetzbar ist man in jedem Finanzamt in Schleswig-Holstein. Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit das Aufgabengebiet und, oder das Finanzamt zu wechseln und sich so ständig weiterzubilden. Meine Ausbildung endet im nächsten Jahr mit einer Diplom-Arbeit und den Examen. Natürlich kommen während der Ausbildung meine Hobbys nicht zu kurz: Dazu gehören das Reiten und Turnen ebenso wie interessante Reisen in den Ferien.“

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„DIEJENIGEN, DIE SICH FÜR DIESE AUSBILDUNG INTERESSIEREN, SOLLTEN LERNBEREIT UND VON ANFANG AN DABEI SEIN, WEIL DAS STEUERRECHT KOMPLIZIERT IST UND SICH IMMER WEITERENTWICKELT.“ Foto: Joachim Welding

Sebastian Ott, 19 aus Brokdorf, duale Ausbildung zum Diplom-Finanzwirt beim Finanzamt Itzehoe und der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung in Altenholz, 2. Semester. „Auf einer Berufsfindungsmesse habe ich einen Vortrag über die Möglichkeiten beim Finanzamt gehört. Das fand ich so interessant, dass ich von da an den Beruf zum Diplom-Finanzwirt ergreifen wollte. Darüber hinaus war mir wichtig, dass ich einen sicheren Arbeitsplatz und gute Chancen habe, übernommen zu werden. Meine Familie hat mich dabei voll unterstützt, insbesondere in der Bewerbungsphase. Mit dem Abschluss habe ich die Möglichkeit, verschiedene Tätigkeiten innerhalb der Finanzverwaltung auszuüben. Im Innendienst kann ich zum Beispiel in der Veranlagung arbeiten, Steuererklärungen prüfen und die Steuern festsetzen, während ich im Außendienst als Betriebsprüfer Einblick in die Bücher und Vorgänge von Unternehmen bekomme. Außerdem sind die beruflichen Perspektiven vielfältig, so dass uns bei guter Leistung und Eigeninitiative viele Dienststellen mit verschiedenen Aufgaben offen stehen. Und das in ganz SchleswigHolstein. Allerdings gibt es keine ‚Beförderungsautomatik‘, man muss also selbst immer am Ball bleiben. Auch in der freien Wirtschaft ist diese

Ausbildung gefragt. Das Studium ist in fünf Abschnitte unterteilt und der Unterricht findet in Klassen statt. Dadurch ist die ganze Lernatmosphäre persönlicher und viel effektiver als mit hunderten Leuten in einem Hörsaal. Die Dozenten haben ebenfalls eine lange Zeit in Finanzämtern gearbeitet und können uns dadurch den theoretischen Stoff praxisnah vermitteln. Der Ausbildungsteil in den Ämtern sieht so aus, dass so gut wie alle Dienststellen durchlaufen werden, wobei wir bereits mit echten Fällen arbeiten, die von den Ausbildern überprüft und später mit Vermerken zurück zum Anwärter gehen. Diejenigen, die sich für diese Ausbildung interessieren, sollten lernbereit und von Anfang an dabei sein, weil das Steuerrecht kompliziert ist und sich immer weiterentwickelt. Zum Ausgleich gehe ich in meiner Freizeit gern joggen und unternehme was mit Freunden.“

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„DIE DOZENTEN SIND SEHR AM ERFOLG DER STUDIERENDEN INTERESSIERT UND FÜR FRAGEN IMMER ANSPRECHBAR.“

„AM HAMBURGER Foto: Joachim Welding

LOGISTIK BACHELOR GEFÄLLT MIR BESONDERS, DASS DIE VORTEILE EINER AUSBILDUNG UM DIE

aus Altenholz, duale Ausbildung zum Diplom-Finanzwirt am Finanzamt KielNord und an der Fachhochschule Altenholz, 4. Semester.

ERGÄNZT WERDEN.“

„Ich wollte ein Fach studieren, das mir im Berufsleben ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten bietet. Für mich stand früh fest, dass ein normales Studium mir nicht die gewünschte Unabhängigkeit bieten könnte. Deshalb habe ich mich nach dualen Studiengängen umgeschaut, bei denen die Studierenden ja bereits arbeiten und ein Gehalt bekommen. Von einer Freundin hatte ich von der Ausbildung in der Finanzverwaltung gehört und mich näher erkundigt. Ein Jahr später konnte ich schon ‚an Bord‘ gehen. Das Land Schleswig-Holstein erschien mir als Arbeitgeber wegen der guten Ausbildungsvergütung am zukunftssichersten. Und für den Beruf des Finanzbeamten habe ich mich entschieden, weil er entgegen so mancher Vorurteile ziemlich abwechslungsreich ist. Es gibt ganz unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten im Innen- und Außendienst, von der Steuerveranlagung bis zur Steuerfahndung und Betriebsprüfung. Außerdem haben Diplom-Finanzwirte auch außerhalb der Finanzverwaltung gute Jobchancen, beispielsweise als Steuerberater. Prima am Studium an der überschaubaren Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung in Altenholz bei Kiel finde ich den persönlichen Umgang: Die Dozenten sind sehr am Erfolg der Studierenden interessiert und für Fragen immer ansprechbar. Im Praxisteil am Finanzamt können die Studierenden das Gelernte an echten Fällen sofort anwenden, wobei der Ausbilder immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Teamarbeit wird groß geschrieben, das Miteinander mit den Kollegen am Finanzamt Kiel-Nord empfinde ich als sehr angenehm. Wer mal schauen will, ob diese Ausbildung auch etwas für ihn/sie ist, sollte sich nach den Schnuppertagen an den Finanzämtern erkundigen und im Anschluss nicht vergessen, eine Bewerbung dazulassen. Meine Familie und Freunde fanden meine Entscheidung für die Finanzverwaltung übrigens durchweg klasse. Als Ausgleich zu Studium und Praxisteil im Büro habe ich mich am Fitnesszentrum der Uni Kiel angemeldet. Dort kann ich mich dreimal in der Woche so richtig auspowern. Außerdem lese ich in der Freizeit gerne – dann aber ausnahmsweise keine Steuerlektüre!“

Foto: Hamburger Fern-Hochschule

EINES REINEN STUDIUMS

STUDENTEN-PORTRAITS

Marc Zenner, 22

Josefine Reder, 21 Ich habe mein Studium an der Hamburger Fern-Hochschule im September 2011 im Rahmen der triqualifizierenden Ausbildung „Hamburger Logistik Bachelor“, kurz HLB, begonnen. Das Konzept des HLBs besteht aus einer dreijährigen Ausbildung zur Kauffrau für Spedition- und Logistikdienstleistungen und einem vierjährigen Betriebswirtschaftslehrestudium mit dem Schwerpunkt Logistik an der Hamburger Fern-Hochschule. Am HLB gefällt mir besonders gut, dass die Vorteile einer Ausbildung um die eines reinen Studiums ergänzt werden. Mir fehlt weder der Praxisbezug, wie es bei einem reinen Studium der Fall wäre, noch das theoretische betriebswirtschaftliche Hintergrundwissen. Diese Kombination hilft mir, die Geschäftsprozesse zu verstehen und aktiv hinterfragen zu können und bereitet mich so auf meinen Weg in der Logistikbranche bestens vor. 55


„ETWAS SCHAFFEN, DAS FÜR GENERATIONEN BESTAND HAT.“

„MIR WAR WICHTIG, KREATIVITÄT, NATURWISSENSCHAFTLICHES SOWIE TECHNISCHES WISSEN

Foto: Privat

Foto: Privat

STUDENTEN-PORTRAITS

ZU VERKNÜPFEN.“

Thomas Behnke, 42 aus Lübeck, Bachelor-Studiengang Architektur an der Fachhochschule Lübeck im 6. Semester.

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Nora Lynn Woltermann, 23

„Gebäude und Städte haben mich immer schon interessiert. Und wer Häuser baut, schafft etwas Nachhaltiges, das für Generationen Bestand hat. Ich will meinen Kindern später gerne zeigen: Das habe ich gebaut! 2010 war es so weit: Ich habe mit dem Studium in Lübeck begonnen. Wichtig ist mir, dass Architektur Kreativität und Technik in faszinierender Weise verbindet – ein Schaffensprozess, der sich am Menschen und seiner umbauten Umgebung vollzieht. Anregend an der FH Lübeck finde ich, dass neben den planmäßigen Vorlesungen viele Workshops und Exkursionen angeboten werde, die vor allem durch die Initiative von Professoren zustande kommen. In einem aktuellen Projekt haben wir zwei Tragwerksentwürfe für das Hochschulbauprojekt BUILD NOW! in Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro geplant. Bei einem anderen Workshop ging es um einen Brückenentwurf zur nördlichen Wallhalbinsel in Lübeck. Ein zehnwöchiges Praktikum habe ich im chinesischen Hangzhou an einem Architektur-Institut verbracht und als studentische Hilfskraft für zwei Profs gearbeitet. Man sieht also: Das Studium ist ebenso arbeitsintensiv wie abwechslungsreich. Wer mit der Architektur liebäugelt, sollte wissen: Ohne eine Leidenschaft für Gestaltung, handwerkliches Schaffen und Stadträume geht es nicht.“

aus Lübeck, Bachelor-Studiengang Architektur an der Fachhochschule Lübeck im 6. Semester.

Einen ausführlichen Bericht von Thomas findet ihr auf www.me2be.de

Einen ausführlichen Bericht von Nora findet ihr auf www.me2be.de

„Für meine Berufswahl war ausschlaggebend, positiven Einfluss auf die Umwelt nehmen zu können. Ich habe mich schon immer gerne mit naturwissenschaftlichen Zusammenhängen beschäftigt und interessiere mir für technischen Fortschritt. Bei der Wahl des Studienfaches war mir wichtig, Kreativität und naturwissenschaftliches sowie technisches Wissen miteinander zu verknüpfen. Ich wollte nicht nur am Schreibtisch sitzen müssen, sondern wollte im späteren Berufsleben vielseitig arbeiten. Das Besondere an dem Beruf ist für mich, dass er sehr vielseitig ist. Ich kann zwischen künstlerischem oder konstruktivem Schwerpunkt wählen. Die Aufgaben des Architekten sind sehr vielseitig und reichen von der Gestaltung eines Gebäudes bis zur Bauleitung auf der Baustelle. Mir ist es wichtig, an allen Schritten teilhaben zu können. Das Studium an der FH Lübeck ist sehr übersichtlich, was auf die relativ geringe Zahl der Studierenden zurückzuführen ist. Dadurch ist die Betreuung durch die Professoren im Vergleich zu anderen Hochschulen sehr gut.“


„INGENIEURE UND BETRIEBSWIRTE ZUSAMMENBRINGEN.“

„DIE SCHULE HAT MEIN INTERESSE AN ELEKTRONIK

Foto: FH Westküste

Max Schön, 23 aus Heide, Fachhochschule Westküste, Studiengang Management und Technik, 6. Semester.

STUDENTEN-PORTRAITS

Foto: FH Westküste

GEWECKT.“

Finja Autzen, 23

„Mein Berufswunsch hat sich erst im Studium entwickelt und während meines halbjährigen Auslandspraktikums verstärkt. Ich habe gemerkt, dass mich unter den technischen Fächern vor allem die Informatik begeistert, jedoch immer in Beziehung zur Wirtschaft. Mein Wunsch ist es, Softwareprojekte zu planen, kreativ zu werden, Ingenieure und Betriebswirte zusammen zu bringen. Den ganzen Tag nur zu programmieren, würde mich nicht erfüllen. Mit dem Studiengang Management und Technik an der FH Westküste lassen sich meine Interessen optimal zusammenführen. Der Campus ist überschaubar, aber gerade das empfinde ich als Vorteil. Die Gebäude und Ausstattungen der Labore sind modern und die Größe der Klassen super angenehm. Sehr hilfreich ist vor allem die Möglichkeit, sich auch mal mit Dozenten unserer FH zu treffen – beispielsweise um über ein Projekt, fachliche Fragen oder Berufsvorstellungen zu diskutieren. Auf Teamarbeit wird vor allem in meinen Projektmanagement-Fächern Wert gelegt. Die hervorstechendste Eigenschaft der FH ist es meiner Meinung nach, auf absoluten Praxisbezug zu achten. Darin sehe ich den größten Vorteil gegenüber einem theoretischen Universitätsstudium.“

aus Langenhorn, Bachelor-Studium Elektrotechnik und Informationstechnik im 6. Semester an der Fachhochschule Westküste in Heide.

Einen ausführlichen Bericht von Max findet ihr auf www.me2be.de

Einen ausführlichen Bericht von Finja findet ihr auf www.me2be.de

„Schon als Kind habe ich mich für die Elektronik interessiert und mit Elektronikbaukästen Schaltungen entwickelt. Den ersten schulischen Kontakt mit der Elektronik hatte ich bereits in der Grundschule. Ich denke, der anschauliche und interessante Unterricht hat damals bereits den Keim für mein Interesse gelegt. Wenn man so will, hat sich meine Berufswahl aus dem Hobby heraus entwickelt. Vor dem Studium habe ich eine Ausbildung zur Elektronikerin für Geräte und Systeme abgeschlossen. Danach wollte ich unbedingt ein Studium anschließen. An der FH Westküste habe ich jetzt die Möglichkeit, mein Knowhow und mein Wissen in der Elektrotechnik und Informationstechnik auszubauen. Seit dem 4. Semester habe ich mich auf die Vertiefungsrichtung Mikrotechnologien und Elektronische Systeme spezialisiert. Meine Familie und Freunde haben mich in der Wahl des technischen Studienfaches unterstützt. Sie finden es klasse, dass ich Elektroingenieurin werden will.“

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„WIE VIEL FREIZEIT MAN HAT, LIEGT NUR AN EINEM

Gestalte deine Zukunft.

SELBST!“

. und 9 . 1 : n n egi

rb

STUDENTEN-PORTRAITS

Semeste

Starte jetzt eine Grafikdesign-Ausbildung in Lübeck. Bei uns lernst du, dein kreatives Potential zu erkennen und auszuschöpfen.

→ 7 Semester berufsfachliche Foto: btk

Grafikdesign-Ausbildung

→ Print, Web, 3D, Fotografie, Film → BAföG gefördert

Lisa Rühwald, 21 Lisa studiert Kommunikationsdesign an der „btk – Hochschule für Gestaltung“ und ist jetzt im 1. Semester. „Ich wollte unbedingt etwas Kreatives machen und nach Berlin oder Hamburg. Als ein Freund mir von der btk – Hochschule für Gestaltung erzählte, war ich sofort sehr angetan und habe mich bei der Hochschule selbst erkundigt. Das Studentenleben an der btk ist so, wie ich es mir vorgestellt habe – wenn nicht sogar besser! Da ich am Unterricht aktiv teilnehme, kann ich nebenbei in einer Kreativagentur jobben und habe genug Zeit für meine Freunde. Wie viel Freizeit man hat, liegt nur an einem selbst!“ Die btk - Hochschule für Gestaltung ist eine private, staatlich anerkannte Hochschule mit Standorten in Berlin, Iserlohn und Hamburg. In den fünf Bachelorstudiengängen Kommunikationsdesign, Fotografie, Illustration, Motion Design und Interaction Design sowie im Masterstudiengang Design/Mediale Räume werden die kreativen Köpfe von morgen ausgebildet. 58

Schule für Kommunikationsdesign Wahmstraße 43-45 23552 Lübeck Telefon: 0451-72612 info@werkkunstschule.de www.werkkunstschule.de www.luebeck-macht-design.de

1.3.


10IMPRESSUM Redaktionsvertretungen Hamburg Billhorner Röhrendamm 8, 20539 Hamburg Telefon 040 - 47 29 65 redaktion@brandpublishers.de Husum Neustadt 29, 25813 Husum Telefon 04841 - 66 83 991 redaktion@brandpublishers.de www.brandpublishers.de www.me2be.de www.facebook.com/me2bemag Herausgeberin Marie Clasen Chefredakteur Christian Dorbandt Stellv. Chefredakteurin Katharina Grzeca Chefin vom Dienst Katharina Grzeca

Titelbilder CAMPUS: Teresa Horstmann, NØRD TIMES: Shutterstock ME2BE CAMPUS und ME2BE NØRD TIMES erscheinen im Verlag brandpublishers GmbH Feldscheide 2, 24814 Sehestedt Telefon 04357 - 99 600 81 Fax 03212 - 138 95 67 Geschäftsführerin Marie Clasen Anzeigenleitung/Verlagsmanagement Axel von Kortzfleisch, Telefon 04841 - 66 83 992 anzeigen@brandpublishers.de Schulbetreuung Kerrin Petersen kerrin.petersen@brandpublishers.de Vertrieb Kerrin Petersen kerrin.petersen@brandpublishers.de Druck GK Druck Gerth und Klaas GmbH & Co. KG, Hamburg Preis des Heftes: 2,90 EURO ME2BE Bestellservice, Telefon 04841-66 83 991 Telefax 03212-138 95 67 mail@brandpublishers.de Preis je Heft 2,90 EURO zzgl. Versandkosten © 1. Auflage 2014 brandpublishers GmbH für alle Beiträge ME2BE CAMPUS und ME2BE NØRD TIMES werden kostenlos an Schulen verteilt. Nachdruck, Aufnahme in Onlinediensten und Internet und Vervielfältigung auf Datenträgern jeglicher Art – auch auszugsweise – nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung des Verlages. Der Verlag haftet nicht für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Videos, und übernimmt keinerlei Haftung für die Richtigkeit der jeweiligen Anbieter. Anzeigenpreise auf Anfrage.

UND – TU

Fotografie Teresa Horstmann, Joachim Welding, Julia Eickmeyer, Nadya-Vanessa Gruber

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Art Direction / Grafik Sonja Klements, Sally Elena Milota grafik@brandpublishers.de

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URN ARO T –

Schulredaktion Katharina Grzeca schule@brandpublishers.de

RN AROUND

Textredaktion Slaven Marinovic, Katharina Grzeca, Joachim Welding, Lara Felsch, Katharina McKechnie


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Rubrik

MACHEN

Es wird nie langweilig Interview mit Niklas Frings-Rupp, “Miami Ad School Europe”

M

anche arbeiten ihr Leben lang im falschen Job. Niklas Frings-Rupp, der Gründer und Schulleiter der Miami Ad School Europe, hatte Glück und fand über Umwege seinen Traumberuf. Niklas, Du wurdest vor drei Jahren zum besten Werbelehrer der Welt gewählt. Bist Du selbst gerne zur Schule gegangen? Die Schulzeit war okay, man hat Freunde getroffen und auch ein paar Sachen gelernt. Ich hatte das große Glück, dass ich mit vielen Künstlern aufgewachsen bin. Smudo von den Fantastischen Vier war in meiner Klasse und in meinem Freundeskreis gab es viele DJs, Fotografen und Filmemacher. Das Tollste an der Schulzeit war aber der Schulweg. Als Typ mit Benzin im Blut fand ich es damals total geil, mit dem Moped in die Schule zu fahren. Nach der Schule habe ich immer eine Stunde gebraucht, um nach Hause zu kommen, weil ich über die Landstrassen gekurvt und die Gassen hochgefegt bin. Was waren Deine Lieblingsfächer? Ich fand Gemeinschaftskunde spannend, weil es um politische und gesellschaftliche Themen ging, und Sprachen, weil sie der Schlüssel sind, um in der Welt unterwegs zu sein. Wußtest Du, was Du nach dem Abitur machen willst? Überhaupt nicht. Ich habe mein Abitur mehr schlecht als recht gemacht und hatte keine Ahnung, wohin die Reise gehen soll. Ich habe dann zusammen mit meinem besten Freund angefangen, in Nürnberg BWL zu studieren. Mit BWL kann man ja nichts falsch machen. Ich hatte aber keine Vision, was ich mit dem Studium anfangen soll. Ich hing nur herum und habe kaum etwas für die Uni gemacht. Irgendwann kurz vor dem Hauptstudium bin ich von der Uni geflogen, durfte aber an der Fachhochschule weiterstudieren. Ich musste vorher aber ein Praktikum machen.


Thema

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K R E AT I V E B E RU F E

Glücklicherweise habe ich dann auf der Geburtstagsfeier eines Freundes den Geschäftsführer einer großen Werbeagentur kennengelernt, der mir unter die Arme gegriffen hat. Er hatte gehört, in was für einer Lage ich war, und hat mir geholfen, einen Praktikumsplatz bei einer großen Werbeagentur in Düsseldorf zu bekommen. Wie war das Praktikum? Der Wahnsinn, die allerbeste Zeit! Ich durfte in jede Abteilung und habe lauter spannende Menschen kennengelernt. Ich konnte mein kaufmännisches Grundwissen einbringen und durfte mit Kreativen über Ideen brüten. Diese sechs Monate in Düsseldorf waren total mein Ding, ich wollte gar nicht mehr weg. Ich hatte endlich das Gefühl, dass ich meinen Platz gefunden habe. Ich hatte zum ersten Mal ein Ziel vor Augen und habe mein Leben endlich auf die Reihe gekriegt. Das Studium ging mir locker von der Hand und nach dem Diplom habe ich einen Job als Berater bekommen. Ich bin dann jahrelang durch die Agenturen getingelt, habe wie ein Wilder gearbeitet und das Werberleben in vollen Zügen genoßen. Wie kam es zur Eröffnung der Miami Ad School? Mein Partner Oliver Voss und ich haben 2002 die Gründer der ersten Miami Ad School kennengelernt. Wir haben uns blendend verstanden und bei einem Abendessen haben sie uns dann gefragt, ob wir nicht Lust hätten, die erste Miami Ad School in Europa zu gründen. Damals gab es die Schule erst in Miami, San Francisco, Minneapolis und Sao Paulo. Ich war gleich Feuer und Flamme für diese Idee. Das war genau mein Ding: Ideen beurteilen und verbessern und gleichzeitig eine Schule kaufmännisch leiten. Im Sommer 2003 haben wir die Schule dann in Hamburg eröffnet.

Ich hatte zum ersten Mal ein Ziel vor Augen und habe mein Leben endlich auf die Reihe gekriegt.

Was hast Du in den letzten zehn Jahren gelernt? Dass jeder Mensch unterschiedlich ist und man sich an keinen starren Plan klammern darf. Das meiste ergibt sich bei der täglichen Arbeit. Ich lerne jeden Tag dazu. Weswegen ist Werbung heute noch interessant? Weil man Ideen für Marken entwickeln darf und mit Leuten aus den unterschiedlichsten Gebieten wie Film, Fotografie und Illustration zusammenarbeitet. Wo sonst kommt man mit

so vielen unterschiedlichen Genres in Berührung? In anderen Berufen sitzt man jeden Tag von neun bis fünf vorm Rechner am Schreibtisch. In der Werbung ist man an dem einen Tag auf einem Filmdreh und am nächsten Tag beim Kunden. Man lernt viele verschiedene Produktwelten kennen und sieht das Ergeb-

nis der eigenen Arbeit im Internet, im TV und auf Plakaten. Die Werbung ist der tollste Beruf, den man sich vorstellen kann. Er wird nie langweilig. www.miamiadschool.de Text Slaven Marinovic, Foto Miami Ad School


Rubrik

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MACHEN

Behutsam in die Neuzeit

I

n dem kleinen Hutladen in der Dänischen Straße in Kiel ist gut was los. In den hohen Wandregalen stapeln sich Hüte in allen Formen und Farben, vor einem großen Spiegel tauschen Kundinnen verschiedene Hutkreationen aus und werden dabei von Modistin Claudia Voss und der Auszubildenden Anna Ruscher beraten. Das Hutmode-Unternehmen gibt es seit den frühen 30er Jahren und eröffnete 1950 als „Hutmode Marianne Willer“ ein Geschäft in der Kieler Holstenstraße. Mit der neuen Inhaberin Claudia Voss zog die mittlerweile auf „HUT WILLER“ umgetaufte Manufaktur in die Dänische Straße – und macht hier jetzt individuelle Hüte und Mützen nach alter Tradition. Hier spürt man förmlich, das alle mit viel Arbeit, Liebe und Kreativität die Kunden glücklich machen wollen. Ganz ohne austauschbare Großserien-Produkte oder das Image eines Designergeschäftes. Stattdessen betont Claudia Voss, die seit 1985 bei Hutmode Willer arbeitet und heute selbst Geschäftsführerin ist, dass sie lieber still, zufrieden und glücklich in ihrem kleinen Betrieb bleiben will – um die Nähe zu den Kunden und ihrer Heimat Schleswig-Holstein zu behalten. In der kleinen Werkstatt des Ladens sitzen normalerweise fünf Mitarbeiterinnen – davon drei Auszubildende – an einem großen Arbeitstisch,

und entwerfen neue, kreative Hutmodelle. Auch nach individuellen Wünschen. Mitten im Geschehen: die Auszubildende Anna Ruscher. Wie bist du auf die Idee gekommen, solch ein altes Handwerk zu lernen? Anna Ruscher: Schon seit ich denken kann, habe ich mich für Mode interessiert und wollte es am liebsten von Anfang an ein Handwerk erlernen. Außerdem trage ich gerne Hüte, die sind so elegant. Nach dieser Ausbildung habe ich sehr lange gesucht, bis ich schließlich bei der Arbeitsagentur darauf gestoßen bin. Ich war sofort fasziniert vom Beruf der Hutmacherin, weil ich gerne etwas Besonderes machen wollte. Was ist denn das Tolle daran? Am meisten Spaß macht es, aus einfachem Material mit viel Arbeit etwas Schönes zu schaffen. Und ganz besonders schön ist es, wenn sich die Kunden über unsere Arbeit freuen, das sieht man immer richtig! Was war denn bis jetzt das schönste Stück? Ich habe mir einmal selbst einen Hut gefertigt, den ich immer noch sehr gerne trage. Er ist schwarz, aus Kaninchenhaar mit einem braunen Band.

Ist dir auch schon einmal etwas total daneben gegangen? Naja, einmal habe ich einen Rohling komplett zerschnitten. So etwas ist natürlich blöd, weil der dann überhaupt nicht mehr zu gebrauchen ist, aber das macht man nur einmal und dann nie wieder. Danach merkt man sich den Fehler. Zum Abschluss noch Tipps für alle, die auch Hutmacher lernen möchten? Ja. Man muss natürlich kreativ sein und den Beruf auch wirklich machen wollen. Auch ein gewisses Geschick gehört dazu. In der Ausbildung lernt man zwar viel – niemand muss von Anfang an alles perfekt beherrschen – aber ein bisschen Talent und vor allem Interesse am Nähen gehören auch dazu. Das Wichtigste in unserem Beruf ist Leidenschaft und Begeisterung. Man kann gut von dem Beruf leben, wenn man keine zu hohen Ansprüche hat. Das Hutmacherhandwerk ist kein technischer Beruf, es benötigt Kreativität, viel Liebe zum Detail und handwerkliches Geschick. Außerdem hängt sehr viel von Arbeit und Fleiß ab. Deshalb muss man es wirklich wollen, sonst sind diese drei Jahre Ausbildung zäh und lang. Aber man kann beeinflussen, dass der Kunde glücklich wird – und dadurch wird diese Arbeit einfach niemals langweilig.“ Text Lara Felsch, Fotos Julia Eickmeyer


Thema

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K R E AT I V E B E RU F E

Von nichts kommt nichts

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tefanie Golla bezeichnet sich selbst als Glückpilz. Glücklich kann die sympathische 28-Jährige auch sein, denn sie hat letztes Jahr mit ihrer Bachelorarbeit den begehrten Goldenen Nagel beim Nachwuchswettbewerb des Art Directors Club gewonnen.

Der ADC, der einmal im Jahr die Besten der Werbebranche kürt, war auch Stefanies Eintrittskarte zu Kolle Rebbe, einer der erfolgreichsten Werbeagenturen in Hamburg. Heute arbeitet sie dort als Grafikerin und hat soebenden nächsten Preis verliehen bekommen. Gemeinsam mit einem Agenturkollegen gewann sie Gold in der Kategorie Design bei der Young Lions Competition beim Werbefestival in Can-

nes. Für die kurze Zeit hat sie schon sehr viel erreicht, doch wer ihren Weg aus Hettstadt in Bayern in die Hansestadt anschaut, merkt schnell, dass ihr Glück selbstgemacht ist. Die Affinität zum Design zeichnete sich bei Stefanie schon sehr früh ab. Nach dem Abitur in der Fachrichtung Gestaltung absolvierte sie eine Ausbildung zur Mediengestalterin für Digitalund Printmedien in Würzburg. „Mir war bewusst, dass ich etwas Kreatives machen möchte. Aber während des Abis war mir auch klar, dass ich nicht sofort ein Studium absolvieren wollte“, so Stefanie. Erst nach der dreijährigen Ausbildung begann die junge Hettstädterin ihr Studium Kommunikationsdesign. „Die Ausbildung hat mir das Studium sehr erleichtert. Ich habe die wichtigsten ComputerProgramme erlernt und die Branche kennengelernt“, berichtet sie. Vorab musste Stefanie ihren Vater von der Richtigkeit ihrer Wahl überzeugen. „Meinem Vater war es immer wichtig, dass ich einen vernünftigen Beruf lerne, der mich finanziell gut absichert. Er hatte Angst, dass ich keinen guten Job in der Kreativbranche finde oder dass ich einfach nicht gut genug bin, um Karriere zu machen“, erinnert sie sich. Um ihn von der Idee zu überzeugen, dass sie ihre Zukunft nicht für eine brotlose Kunst opfert, integrierte Stefanie das Hobby ihres Vaters in ihre Bachelorarbeit. „Seitdem ich auf der Welt bin, sind Bienen die Passion meines Vaters. Wo andere Väter an ihren Autos schrauben, verbringt er seine Frei-

zeit mit der Bienenzucht. So habe ich einen Bienenkasten in einen Magazinständer verwandelt, in dem nicht Bienen-Rähmchen, sondern sieben fadengebundene Magazine über die Welt der Bienen reingehängt werden. Beim Öffnen des Kastens ertönen Geräusche eines summenden Bienenschwarms. Als mein Vater meine Arbeit sah, hatte ich ihn überzeugt.“ „Eine für Alle – lang lebe die Königin“, so der Titel der Arbeit, hat nicht nur Stefanies Vater überzeugt. Auch ihr Professor erkannte ihr Talent und überzeugte sie davon, ihre Arbeit beim ADC einzureichen. Mit Erfolg. Ihren späteren Arbeitgeber lernte Stefanie bereits vor der ADC-Preisverleihung kennen. Kolle Rebbe hat unter dem Motto „Ad & Breakfast“ 12 Nachwuchswerbern die Möglichkeit angeboten, kostenlos bei einem Geschäftsführer oder Mitarbeiter der Agentur zu übernachten. „Ich habe ein Foto von mir mit einem frechen Text eingeschickt und wurde ausgewählt. Es scheint gut angekommen zu sein“, sagt Stefanie. Ihre Tipps für angehende Werber: „Du musst viel Leidenschaft für das Thema mitbringen und auch Lust haben, dich wirklich dahinter zu klemmen, dazu ein gewisses Gespür für Gestaltung haben und Teamgeist besitzen. Kreativität ist, Dinge zu erschaffen, Ideen zu haben, Vorstellungen zu entwickeln und das Erdachte umzusetzen. Kreativität heißt nicht, gut zeichnen zu können. Dazu gehört viel mehr. Am wichtigsten ist es aber, nicht so schnell aufzugeben, denn von nichts kommt nichts.“ Fotos: Links privat, unten Kolle Rebbe


Rubrik

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MACHEN

Sei bereit für‘s Glück

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ür viele ist Schauspielerei ein Traumjob, doch die Realität sieht oft anders aus: „Tatort“-Kommissar Oliver Mommsen sagt, wie man in der Schauspielwelt überlebt – und sich dabei selbst treu bleibt. Du bist Bremer Tatort-Kommissar, spielst in Berlin Theater und drehst erfolgreich Filme. Was rätst du jungen Menschen, die Schauspieler werden wollen? Fang sofort an. Nur zu träumen bringt nichts. Schauspieler ist ein Beruf, der übers Machen geht. Ein Handwerk. Guck dir bewusst Filme an, lies die Klassiker, geh ins Theater und besuche Workshops, trainiere deinen Körper, mach ihn geschmeidig und spannungsvoll. Viele hoffen darauf, auch ohne Schauspiel-Ausbildung entdeckt zu werden. Gibt’s

das in Deutschland überhaupt? Ja, solche Märchen passieren gelegentlich. Jürgen Vogel zum Beispiel war nie auf einer Schauspielschule. Aber man sollte vorbereitet sein. Es wäre schon tragisch, entdeckt zu werden und dann nichts drauf zu haben. Also, mach deine Hausaufgaben und sei bereit für das Glück! Wann hast du denn für sich gemerkt, dass du Talent und Interesse an der Schauspielerei hast? Schon sehr früh. Bei mir lief es ziemlich klassisch ab. Schon in der Schule war ich der Klassenclown, imitierte die Lehrer – das volle Programm. Die Rampensau steckt bei mir tief (... lacht!). Und als ich dann aufs Internat kam, begriff ich ziemlich schnell, dass die spannendsten Leute und hübschesten Mädchen in

der Theater-AG waren. Damit fing alles an! Und dort bist du dann richtig auf den Geschmack gekommen… Ja, ich hatte ein Riesenglück, das war eine Spitzentruppe. Da gingen Dynamiken ab, dagegen ist „Germany’s Next Topmodel“ Steinzeit. Spätestens, als ich „Peter Pan“ spielen durfte, hatte ich Blut geleckt. Und das rettete damals sogar meine Schullaufbahn… Inwiefern? Ich sollte eigentlich vom Internat fliegen. Dann kam der Direktor auf mich zu und sagte: „Wir wollten Sie eigentlich rausschmeißen, aber Sie spielen ja die Hauptrolle.“ Da merkte ich, dass ich da was kann, was offenbar einen gewissen Wert hat.


Thema

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K R E AT I V E B E RU F E

Nach der Schule machtest du dich auf die Suche nach einem Schauspiel-Studienplatz. Wo setzt man da am besten an? Wer in Deutschland Schauspieler werden will, sollte zunächst die Vorsprechtermine der großen staatlichen Schauspielschulen recherchieren. In der Regel musst du dafür zwei klassische und einen modernen Monolog vorbereiten. Meistens geht das Ganze über drei Runden – und fühlt sich in etwa so an, als würde man dich auf die Schlachtbank führen. Vor allem, wenn du dir dann solche Sprüche wie „Werden Sie mal besser Schreiner, dass fängt auch mit S an“ anhören musst… Aber du hast trotzdem nicht aufgegeben… Ich ging erst einmal nach Berlin, schaute mich nach freien Schauspieltruppen um und machte dann ein Praktikum beim Film. Das war eine Riesen-Produktion, absolut beeindruckend. Gerade die Schauspieler fand ich unheimlich faszinierend… Und wagtest dich dann doch noch einmal ans Thema Studium heran. Genau. Danach klapperte ich alle privaten Schauspielschulen ab. Bei denen muss man jedoch ziemlich aufpassen. Es gibt neben einigen sehr guten auch ziemlich viele schwarze Schafe in der Branche, die für viel Geld viel versprechen. Und eigentlich nur Schaden anrichten. Schlussendlich landete ich bei Maria Körber. Sie ließ mich viermal vorsprechen, dann kam endlich die Zusage. Dein Einsatz hat sich letzten Endes also gelohnt. Was sind denn deine Überlebens-Tipps fürs Vorsprechen? Bei zum Teil 1.000 Bewerbern auf zehn Studienplätze sollte man wirklich nichts dem Zufall überlassen. Hol dir einen professionellen Coach für die Aufnahmeprüfung, und bereite dich extrem gut vor. Einen Rat habe ich noch von meiner Schauspiellehrerin: Wenn du vorsprichst, arbeite eine Rolle ruhig auch mal in deinem Dialekt. Wenn du sprichst, wie du aufgewachsen bist, bist du schon mal wahrhaftig. Es gibt deiner Figur etwas Persönliches. Und mit viel Glück beginnen dann für dich drei Jahre Kindergeburtstag… Kindergeburtstag? Es gibt einfach nichts Geileres, als auf eine Schauspielschule zu gehen. Du wirst noch mal richtig zum Kind, kannst alles ausprobieren. Du lernst tanzen, singen, atmen, sprechen. Du

Auf der Schauspielschule werden Klassiker entstaubt und du hast plötzlich keine Angst mehr vor großen Namen.{...} machst Improvisationsübungen, wirst nach und nach in das Rollenstudium eingeführt, setzt dich mit Weltliteratur auseinander, knackst Goethe! Das hat rein gar nichts mehr mit dem trockenen Stoff aus dem Deutsch-Unterricht zu tun. Auf der Schauspielschule werden Klassiker entstaubt und du hast plötzlich keine Angst mehr vor großen Namen. Ich hab’ das alles so genossen. Und was passiert am Ende der Ausbildung? Wie kommen die Absolventen an die ersten Jobs? Bei den großen staatlichen Schulen gibt es das so genannte I-Vorsprechen. Da kommen alle wichtigen Intendanten Deutschlands zu großen Fleisch-Beschau – da kommt der Arbeitgeber. Was geschieht denn mit denjenigen, die nicht gleich ein Engagement kriegen? Auf jeden Fall sollte sich jeder Absolvent, der zum Film will, sofort um eine gute Agentur kümmern, die ihn vertritt und vermittelt. Das Ticket hierfür sind drei gute Fotos und ein sehr gutes, aussagekräftiges Demoband. Gerade in Deutschland läuft rein gar nichts ohne. Der klassische Weg zum Theater besteht dann darin, herauszufinden, wo in der nächsten Spielzeit Stellen frei werden und sich dort zu bewerben. Wenn man Glück hat, darf man zum Vorsprechen anreisen ... Was empfiehlst du jungen Schauspielern in Sachen Karriere-Planung? Sie sollten auf jeden Fall versuchen, auch auf die Bühne zu kommen. Das ist gerade in Deutschland sehr wichtig. Wenn es dann mal läuft, gibt es neben Theater, TV und Kino noch viele andere Möglichkeiten für Schauspieler: Du kannst Hörbücher sprechen, Werbung machen und als Synchronsprecher arbeiten oder auf Lesereise gehen, etc. etc. etc.

Und wovon kannst du jedem nur abraten? Statist zu werden und zu hoffen, dass man entdeckt wird, ist glaube ich eine Sackgasse. Wobei es überhaupt nicht schadet, mal am Set gestanden zu haben, um zu sehen, was da abgeht. Was tun, wenn plötzlich eine Rolle in einer Daily-Soap winkt? Absagen? Wenn du nichts anderes hast, dann tu es. Dort wird so hart geackert, und jeder in der Branche weiß: Der oder die hat gelernt, was dieser Job bedeutet. Das Problem ist: Als Soap-Darsteller hat du kaum Zeit, richtig gut zu werden. Die Szenen müssen sofort sitzen, da wird nicht endlos wiederholt, bis es wirklich passt. Wenn du es jedoch schaffst, in einer Soap richtig gut zu sein, dann qualifiziert dich das meiner Meinung nach auch für einen 90-Minüter. Viele Schauspieler können von ihren Rollen alleine gar nicht leben... Es herrscht ein absolutes Preisdumping in der Branche. Kein Witz: Eine Untersuchung der Schauspielergewerkschaft hat ergeben, dass mittlerweile schon eine Film-Kuh mehr Gage als ein Anfänger bekommt. Deswegen ist es wichtig, auf möglichst vielen Ebenen zu arbeiten. Text Katharina McKechnie Fotos Nadya-Vanessa Gruber


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EDITORIAL

Mehr Vielfalt geht nicht! Sie sehen phantastisch aus, sprechen drei Sprachen fließend, formulieren wie Harald Schmidt in seinen besten Zeiten und hatten in Kunst immer eine Eins? Wie schön für Sie! Leider sind Sie bei uns an der falschen Adresse. Nichts gegen Überflieger, aber in meinem Beruf benötigt man mehr als vordergründige Eigenschaften. In einer guten Werbeagentur braucht man vor allem Mannschaftsspieler, die das Gesamtsystem zum Sieg führen. Natürlich wird unser Produkt (ja, Produkt, nichts anderes stellen wir mit unseren Kommunikationslösungen her) von einzelnen Spielern stärker beeinflusst als von anderen. Aber am Ende ist der Erfolg immer ein Mannschaftsergebnis. Eine Werbeagentur ist wie ein kleines Biotop (das Kolle Rebbe Biotop besteht aus 250 Lebewesen), die fein abgestimmt ihr Überleben sichern. Bedroht wird das Biotop von außen von bösen und von weniger bösen Kunden, die wir uns wie das Wetter nicht aussuchen können und leider auch noch von deren Nahrungszufuhr abhängig sind. Das ist die erste Erkenntnis und wichtigste Erkenntnis wenn man im Biotop mitmachen will: Werbung ist in allererster Linie eine Dienstleistung und keine kreatives Selbstdarstellungstheater. Kunden haben ein Problem und kaufen eine Lösung. Dem hat sich alles unterzuordnen. Die Wege zur Lösung sind äußerst vielfältig und facettenreich. Sie werden von unterschiedlichsten

Bewohnern des Biotops geleistet: Gruppe 1: Die Kreativen. Hierzu zählen in erster Linie Gestalter und Texter, die mal mehr und mal weniger digitale Aufgaben zu lösen haben. Ergebnisse können sie aber nur mit Hilfe der Gruppe 2 liefern. Gruppe 2 sind die Denker und Organisatoren im Biotop. Zu dieser Gruppe zählen Strategen und Kundenberater, die wiederrum nur mit Hilfe der Gruppe 3 überleben können. Gruppe 3 besteht aus allen Mitarbeitern, die das System vorantreiben und unterstützen: Controller, Spezialisten für TV-, Funk oder Print-Produktionen, Programmierer, IT-Leute, das Office-Mangement, die Personalabteilung, die Presseabteilung um nur einige zu nennen. Kurzum es gibt sehr viele und vor allem unterschiedlichste Aufgabenbereiche bzw. Berufsfelder. Das Schöne daran, deshalb auch mein Bild mit dem Biotop: die einzelnen Bereiche müssen eng zusammenarbeiten und sich schnell auf immer wieder neue Herausforderungen einstellen. Das ist die eigentliche Herausforderung und letztlich der zentrale Charme an der Arbeit in einer Kommunikationsagentur: immer wechselnde Aufgaben mit immer neuen Menschen unterschiedlichsten Zuschnitts. Wer dieses „Immerwiederneu“ und „Keintagistwiederandere“ mag, ist in der Werbung gut aufgehoben. Der Zugang zum Biotop ist ebenso vielfältig. Stephan F. Rebbe von Kolle Rebbe Fotos Kolle Rebbe


VISUAL AND CORPORATE COMMUNICATION (B. A.) MARKEN- UND KOMMUNIKATIONSDESIGN

MODE DESIGN (B. A.) RAUMKONZEPT UND DESIGN (B. A.) MODE- UND DESIGNMANAGEMENT (B. A.) MODEJOURNALISMUS/MEDIENKOMMUNIKATION MIT OPTIONALEM ZUSATZSTUDIUM ZUM BACHELOR OF ARTS IN CREATIVE INDUSTRIES

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