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N째32 | 2016

The official publication of the Gstaad holiday region


cartier.ch

CLÉ DE CARTIER New Collection

Gstaad - Chalet «La Rocaille» - 033 744 66 44


Guten Tag

Hello

Die neuen Trends im Freizeitverhalten stellen die Destinatio-

The new trends in leisure activities are posing fresh challenges

nen vor neue Herausforderungen. Der starke Franken ist nur

for tourist destinations. The strong Swiss franc is only one of the

eine Entscheidungsbremse für Ferien in der Schweiz. Eine

factors discouraging people from taking a holiday in Switzerland.

zweite ist die wachsende Sehnsucht nach immer kürzeren

A second reason is the growing desire for shorter getaways and

Fluchten und schnellen Auszeiten in möglichst urbane Ge-

breaks – mainly in urban settings so as to maximise the intensity

genden, um die Erlebnismomente zu maximieren.

of the experience factor.

Gstaad hat als Berg-Destination seine Hausaufgaben ge-

As a mountain destination, Gstaad has done its homework. In

macht. Im Schweiz-internen Wettstreit der Regionen punk-

the context of the internal rivalry between Switzerland’s regions,

ten wir mit einer unerreichten Vielfalt in der Angebotspalette,

the unmatched diversity of our available options means that we

die im Winter 2015/16 durch das Schneebiken noch erweitert

score highly – and this will be further enhanced by snow biking

wird. Einmal mehr erweisen sich auch die internationalen

here during winter 2015/16. Once again, it is the top international

Top-Events als ultimative Standortvorteile.

events that provide the ultimate locational advantages that make

Unsere Region orientiert sich auf ihrem Weg in die Zukunft

Gstaad so unique.

an Schweiz Tourismus: Reisen heisst Sehnsucht nach Emo-

As it moves into the future, our region is focusing on tourism in

tionen stillen. Es gilt, konkrete, authentische Erlebnisse zu

Switzerland. Travel is all about the strong desire to satisfy the

schaffen, die einfach zugänglich sind. Erlebnismarketing ist

emotions. It is necessary to create specific and authentic expe-

eine der Schlüssel-Aufgaben, auf die sich Gstaad bereits

riences that are easily accessible. Experience marketing is one

ausgerichtet hat. Den Ausbau der Saison-Zeiten und die

of the key tasks that Gstaad has already taken on. Since 2012,

Erschliessung neuer Gästesegmente betreibt Gstaad Saa-

Gstaad Saanenland Tourism has been developing new visitor

nenland Tourismus dank Marketing-Push durch die Gemein-

segments with a marketing push through the local municipali-

den seit 2012. Damals haben wir unsere Aktivitäten in die

ties. At that time, we expanded our activities in markets and are

Fernmärkte ausgedehnt und können uns nun über steigen-

now pleased about the growing demand from these areas. In

de Nachfrage von dort freuen. Wie zielgruppenorientiertes

the case of cycle racing in 2015, we have decisively proved just

Erschliessen neuer Nischen erfolgreich praktiziert werden

how new niches for specific target groups can be successfully

kann, haben wir 2015 im Bereich Rennvelo eindrucksvoll be-

opened up through a targeted approach. We are delighted to see

wiesen. Stolz stellen wir fest, dass diese gezielte Ansprache

that such a targeted approach to visitor segments does indeed

von Gästesegmenten Früchte trägt.

bear fruit.

Eine Herausforderung ist und bleibt der Wintersport. Es gibt

However, winter sports remain a challenge. Although their num-

nicht weniger Skifahrer. Diese gehen nur seltener auf die Pis-

bers have not declined, skiers are venturing less and less out onto

ten und interessieren sich immer mehr für die zahlreichen

the slopes but are increasingly interested in the many alternative

alternativen Schneesportarten. Um speziell im alpinen Ski-

types of snow sports available. To ensure that Gstaad remains an

und Snowboardzirkus attraktiv zu bleiben, braucht es gerade

attractive Alpine skiing and snowboarding destination, courage

in Gstaad also Mut und Ideen, die Balance zwischen Redi-

and ideas are needed in order to find the balance between resiz-

mensionierungen, Investitionen und Ange-

ing, investment and offer optimisation. Gstaad is working on this.

botsoptimierungen zu finden. Gstaad arbeitet daran. Reisen soll die Sehnsucht nach Emotionen stillen. Gstaad Saanenland Tourismus und alle Leistungsträger, die sich zum Wohl des Gastes einsetzen, sorgen

Travel should satisfy the deep desire for emotions. Gstaad Saanenland Tourism and all our service providers, being committed to the well-being of our guests, are making sure that this is what we deliver. I would like to give you a big thank you for this. Enjoy your holiday with us.

dafür, dass wir dieser Erwartung gerecht werden. Ein herzliches Dan-

Yours,

keschön dafür. Geniessen Sie Ihre Ferien bei uns.

Martin Bachofner

W IL L KO M M EN

1


Geschätzte Leserinnen und Leser

Chers lecteurs,

Imola, 1. Mai 1994: Ayrton Senna rast in Runde 7 mit fast

Souvenez-vous : Imola, le 1er mai 1994. Ayrton Senna percute de

300 km/h steuerlos in eine Mauer. Für die Welt der For-

plein fouet un mur au cours de son 7e tour, alors que son compteur

mel 1 ist es gerade so, «wie wenn die Sonne vom Himmel

frôle les 300 km/h. Le monde du sport automobile, sous le choc,

fällt». Senna erleidet schwerste Kopfverletzungen und wird

retient alors son souffle. Mais Senna souffrant de multiples contu-

nur einige Stunden später für tot erklärt. Eine der Kame-

sions à la tête, décédera quelques heures après son accident.

ras zeigt den dramatischen Hergang auf der Rennpiste

Depuis une cabine, une des caméras immortalise cet accident

aus der Perspektive der Kabine, wo Sennas ewiger Rivale

tragique et dramatique sur le circuit. Un an avant le drame, c’est

und vierfacher Weltmeister Alain Prost ein Jahr nach sei-

dans cette même cabine que l’éternel rival de Senna, Alain Prost,

nem Rücktritt das Rennen für einen französischen Sender

multiple champion du monde, dévoila à une chaîne de télévision

kommentiert. Wenn wir diese Bilder heute noch einmal se-

française, les raisons de son retrait définitif des circuits de F1. En

hen, erinnern wir uns an Sennas intensive Rivalität zu dem

regardant ces images une nouvelle fois aujourd’hui, l’on perçoit en-

Franzosen Alain Prost, mit dem er im Laufe seiner Karriere

core la rivalité qui existait entre Senna et le pilote français. Les deux

insgesamt vier Weltmeisterschaften ausfocht. In anschlies­

pilotes se sont disputés la victoire à l’occasion d’au moins quatre

senden Interviews zum Unfallhergang spricht Alain Prost

championnats du monde. 21 ans plus tard, je me retrouve assis

von dringend notwendigen Schritten zur Verbesserung

devant Alain Prost, très concentré, qui me parle ouvertement de la

der Sicherheit auf der Rennpiste und im Cockpit. 21 Jahre

peur qu’il ressentait de perdre de contrôle de son bolide et de sa

später sitzt mir ein hochkonzentrierter Alain Prost in sei-

vie passée en dehors du monde de la compétition et des circuits.

ner Villa oberhalb des Lac Léman gegenüber und erinnert

Dans un autre registre, l’alpiniste de l’extrême « Kobi » Reichen nous

sich an die dramatischen Stunden von Imola. Prost spricht

dépeint un autre tableau en commentant ses exploits totalement

offen über seine Angst, den drohenden Kontrollverlust und

incroyables : sa descente à ski de la pente du Mönch ou son périple

seine Zeit nach dem aktiven Rennsport. Man kann solche

pour dompter, sans utiliser de bouteilles d’oxygène, les sommets

Gespräche mögen oder nicht. Doch Alain Prost ist eine der

de la chaîne de l’Himalaya, qui culminent à plus de 8000 mètres

Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die den gewissen

d’altitude. Poussé par sa volonté de nager à contre courant, il dit

Funken in sich haben. Den Funken eines Handelns, das viel

apprécier partir se réfugier dans « ses » montagnes, dès qu’il en a

riskiert und trotzdem den Kontrollverlust verabscheut. Als

la possibilité.

vermeintlicher Herrscher über sein Schicksal.

L’entretien avec Roland Reichenbach de Gstaad, professeur à l’Uni-

Diesen Funken hat auch Extrembergsteiger «Kobi» Reichen

versité de Zurich et titulaire de la chaire des sciences de l’éduca-

in sich, wenn er auf Skiern den «Mönch» hinunterrast oder

tion, nous rappelle que le Saanenland est aussi le fief de grands

8000er-Gipfel im Himalaya ohne Sauerstoff-Flasche be-

penseurs qui atteignent les hauts sommets

zwingt. Mit seinem Mut gegen den Strom zu schwimmen

de la pensée et de la rhétorique de

macht er sich auf in «seine» Berge, wann immer es gerade

notre temps.

geht.

Finalement, le point commun entre

Dass aber das Saanenland auch grosse Denker der Jetzt-Zeit

les personnalités présentées et in-

hervorgebracht hat, welche sich bisweilen auf die hohen

terrogées dans le cadre de cette

Gipfel des Denkens und der Formulierungskunst wagen,

brochure est qu’elles ont

zeigt das Gespräch mit dem Gstaader Roland Reichenbach,

toutes interprété des rôles

Professor an der Universität Zürich und Inhaber des Lehr-

uniques durant leur vie

stuhls für Allgemeine Erziehungswissenschaft. Was er im

et qu’au quotidien, elles

Interview behauptet, entbehrt nicht einer gewissen Logik:

donnent

«Es wird mehr gedacht, als man denkt …»

mêmes.

Die in diesem Heft porträtierten und interviewten Men-

Bonne lecture !

schen eint, dass sie ihre Rolle im Leben einzigartig interpre-

Cordialement

tiert haben und dafür täglich das Menschenmögliche tun.

vôtre,

tout

d’elles-

Jedenfalls wurden sie dadurch zu exemplarisch Lebenden, die es wert sind, dass man sie hört. Viel Vergnügen Ihr Hans-Ueli Tschanz

Chefredaktor

Rédacteur en chef

W IL L KO M M EN

3


© OLIVER PRESTON


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The official publication of the Gstaad holiday region

INHALT

12 21 22 29 33 35 36 40 47 50 57 59 61 62 73 76 84 87

Alain Prost GaultMillau Thomas Frei Radsportdestination Gstaad Art Garfunkel Aristide Najean Fiona Thyssen-Bornemisza Chalets mit Stil Gstaad de Luxe Nicolas Berggruen Adler Joailliers Winternews Graff Diamonds Roland Reichenbach Zehm Dental Suisse Kobi Reichen Hom Le Xuan zai Ski

88 95 96 100 105 106 110 118 120 122 126 132 136 147 150 154 155 156

Nathalie von Siebenthal Historische Schlittenseilbahn Portfolio Pierre Khim-Tit Gottfried von Siebenthal La Renaissance de Saanen Roland Pfäffli Jobst Wagner Hublot Polo Gold Cup Gstaad Optik Gstaad Swatch Beach Volleyball Major Series – G staad Major Heinz Günthardt Christophe Degoumois & Valery Gergiev Gstaad Menuhin Festival & Academy Der Literarische Herbst Gstaad Country Night Gstaad Events ART’in Gstaad Gallery Sommets Musicaux de Gstaad

IMPRESSUM: « GSTAAD MY LOVE », N° 32/2016, DÉCEMBRE 2015, 20 000 EX.

ISSN 2296-777X

EDITION Müller Medien, Frank Müller, Kirchstrasse 6, 3780 Gstaad, Tél. +41 (0)33 748 88 74, e-mail: frank.mueller@mmedien.ch | RÉDACTION Hans-Ueli Tschanz, Kultur-Engagement Saanen-Gstaad, e-mail: tschanz@kultur-engagement.ch | PUBLICITÉ Christine Baud, Tél. +41 (0)22 343 42 36, Fax +41 (0)22 343 37 27, e-mail: baud.christine13@gmail.com | TRADUCTIONS Polylingua Châteaud’Oex (français) | GRAPHISME Prisca Aegerter, Müller Medien, Gstaad | IMPRESSION: Stämpfli, Bern | COUVERTURE Harald Hoffmann (Lang Lang), Mark Nolan (Kobi Reichen), Reto Guntli & Agi Simoes (Fiona Thyssen), Raphaël Faux (Alain Prost) | CRÉDIT PHOTO Raphaël Faux; Mark Nolan; Pierre Khim-Tit Art Photo Gstaad; Gstaad Menuhin Festival & Academy; Gstaad Saanenland Tourismus;

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INH A LT

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DER VIERFACHE FORMEL 1-WELTMEISTER AL AIN PROST

«Ich wollte immer alles unter Kontrolle haben»

TE X T : HANS-UELI TSCHANZ I FOTOS : R APHAEL FAUX

Rückblende: 1988 gewinnt Ayrton Senna die Weltmeisterschaft mit drei Punkten vor seinem damaligen McLaren-Teamkollegen Alain Prost. 1989 behauptet sich der Rennfahrer mit dem Übernamen «Professor» mit 16 Zählern vor dem Brasilianer; 1990 hat Senna im McLaren sieben Punkte Vorsprung auf den Ferrari von Prost – und 1993 kann sich der Franzose im Williams mit 26 Punkten gegen Senna durchsetzen. Alain Prost tritt 1993 – ein Jahr vor dem tödlichen Unfall von Ayrton Senna – vom aktiven Rennsport zurück. «Seit dem Tod von Ayrton Senna und Roland Ratzenberger hat sich in Sachen Sicherheit viel getan.» Alain Prost ist mit Anne-Marie verheiratet. Die beiden haben mit Nicolas und Sacha zwei Söhne. Nicolas hat vor drei Jahren in Gstaad auf dem Eggli seine Delphine geheiratet und ist ebenfalls Rennfahrer. Die intensive Rivalität zwischen dem arrivierten Alain Prost und dem aufsteigenden Ayrton Senna, die nicht nur auf der Piste, sondern auch über die Medien ausgefochten wurde, gehörte zu den grossen Rivalitäten im Motorsport. Bevor dann Michael Schumacher die meisten seiner Bestmarken knackte, war Alain Prost in vieler Hinsicht der Rekordmann der Formel 1. Bei 199 Grand-Prix-Starts glückten dem kleinen Mann aus Lorette an der Loire 51 Siege, 106 Podestplätze und 33 Pole-Positions. Seine vier WM-Titel, drei davon für McLaren und einer für Williams, sind bis heute die einzigen Kronen, die sich ein Franzose in diesem Rennsport sicherte. Doch kein Alain Prost ohne Ayrton Senna: Die Rivalität mit dem Brasilianer bestimmte seine Karriere. Wir treffen einen sehr gut gelaunten Alain Prost in seiner schönen Villa hoch über dem Lac Léman mitten in den Rebbergen. Zu Gstaad hat er eine ganz besondere Beziehung, wie er uns verrät.

Alain Prost, was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie den Namen «Gstaad» hören? Natürlich kenne ich Gstaad. Das Chaletdorf ist weltbekannt. Oft war ich noch nicht dort, aber ich habe ein paar ganz wichtige Erinnerungen: zum Beispiel an die Hochzeit meines Sohnes Nicolas und der Schwiegertochter Delphine auf dem Eggli vor drei Jahren. Mein jüngerer Sohn Sacha hat am «Institut Le Rosey» abgeschlossen.

A L A IN PROS T

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Ihr Sohn Nicolas ist auch Rennfahrer: Haben Sie ihm nicht davon abgeraten?

Das Gefährlichste ist immer noch der Kampf Auto gegen Auto.

Ich versuchte alles, um ihn für eine andere Sportart zu motivieren: Golf, Tennis, Ski. Alles ohne Erfolg. Ich habe ihm erklärt, dass der Rennsport heute in Sachen Sponsoring und Technologie-Entwicklung viel schwieriger geworden ist als früher. Es hat nichts genützt und ich habe dann halt gesagt: «Good Luck!»

Wie war das mit Ihren Eltern? Meine Eltern waren weit weg vom Rennsport, haben sich kaum dafür interessiert und ich habe alles alleine gemacht. Absolut kein Einfluss von dieser Seite! Ich habe aber um-

jedem Start. Den Verlauf der Rennpiste, die Wetterbedin-

gekehrt als Rennfahrer viel an meine Eltern gedacht und

gungen. Alles. Ich startete nicht gerne bei Regen auf nassen

an meinen Bruder, welcher früh schon an Krebs gestorben

Pisten. Ich glaube, das kam alles aus extremer Vorsicht.

war. Ja, da war ich anders als alle meine Rennfahrer-Kollegen.

Sind Sie offen zu Ihrer Angst gestanden? Ich habe meine Angst – oder sagen wir besser meinen Res-

Die Angst war also Ihr Begleiter im Cockpit?

pekt – vor den Gefahren immer offen zugegeben. Lesen Sie

Ich war immer sehr vorsichtig. Ich versuchte alles unter

all die Interviews von den bekannten Rennfahrern. Sie alle

Kontrolle zu haben, Vertrauen in das Auto, das Setting und

antworten auf die Frage, ob sie Angst haben, mit «nein». Ich

die Technologie zu finden. Ich war deshalb sehr neugierig.

habe zu viele Unfälle gesehen in meinem Leben. Freunde,

Ich wollte alles wissen und alles verstehen. Die komple-

welche bei Unfällen gestorben sind. Und habe immer davor

xesten Zusammenhänge der Rennwagen-Technologie. Ich

Angst gehabt, irgendetwas nicht zu hundert Prozent kont-

wollte den Zustand meines Rennwagens genau kennen vor

rollieren zu können.

ALAIN PROST MIT SEINEM SOHN SACHA UND DER SCHWIEGERTOCHTER DELPHINE

A L A IN PROS T

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Ich habe zu viele Unfälle gesehen in meinem Leben.

anderen Seite stimmt es auch, dass, je sicherer alles ist, von den Fahrern mehr Risiken eingegangen werden. Das Gefährlichste ist immer noch der Kampf Auto gegen Auto. Wenn du alleine davonziehst, kann heute fast nur noch ein mechanischer Defekt zu einem schweren Unfall führen. Nach dem Unfall-Tod von Ayrton Senna, am 1. Mai 1994, war man sich im Formel-1-Rennsport einig, dass etwas geschehen muss. Senna hatte sehr viel Pech. Ein Tag vorher starb Roland Ratzenberger. Das war für uns alle einfach zu viel! Die Formel 1 musste jetzt ein klares Zeichen setzen, dass es so nicht weitergeht.

Unter den Rennfahrer-Kollegen nannte man Sie den «Professor». Weshalb?

Wie haben Sie den Unfall von Senna erlebt?

Viele Rennfahrer sind davon überzeugt, dass sie die besten

als Kommentator am Pistenrand alles live mitkommentiert.

Ich arbeitete für einen französischen TV-Sender und habe

sind. Ich war von allem Anfang an davon überzeugt, dass ich nur der Beste sein kann, wenn ich nicht in erster Linie

Ist Ihr Leben heute einfacher geworden?

schnell im Rennen bin, sondern wenn ich alles kontrollie-

Als aktiver Rennfahrer ist alles programmiert und termi-

ren und verstehen kann. Natürlich gehörte dazu auch, dass

niert. Man fährt am Sonntag das Rennen, hat am Montag

ich den besten Rennwagen mit dem modernsten Setup zur

in der Regel einen freien Tag, versucht ein wenig abzu-

Verfügung hatte.

schalten und beginnt am Dienstag wieder mit den Testfahrten und Trainings. Meilen um Meilen. Hie und da gibt

Ist der Formel-1-Rennsport heute sicherer als früher – zu Ihrer Zeit?

es einen Auftritt mit den Sponsoren. Aber das ist es dann

Ja, viel sicherer! Nicht nur die Rennwagen, sondern auch

viele Dinge auf einmal und es ist oft schwierig, einen Tag

die Rennstrecken sind viel sicherer geworden. Aber auf der

freizubekommen.

schon. Heute arbeite ich noch viel härter. Ich mache so

FORMUL A 1 WORLD CH A MPION, A L A IN PROS T

E

“I always wanted to be in control of everything” In 1988, Ayrton Senna won the World Championship three

16

small man from Lorette on the River Loire secured 51 victories,

points ahead of his McLaren teammate, Alain Prost. In 1989,

106 podium finishes and 33 pole positions. His four world cham-

the racing driver nicknamed “professor” finished the season

pionship victories, three of which were for McLaren and one of

with a 16-point lead over the Brazilian; in 1990, Senna (Mc­

which was for Williams, are the only such illustrious achieve-

Laren) had a seven point advantage over Prost (Ferrari) – and in

ments of a Frenchman in Formula 1 to this day. However, Alain

1993, the Frenchman (Williams) beat Senna by 26 points. Alain

Prost would not have been so successful had it not been for

Prost retired from professional racing in 1993 – one year before

Ayrton Senna: the rivalry with the Brazilian shaped his career.

Ayrton Senna's fatal accident. ”Since the deaths of Ayrton

Alain Prost was always open about his fear in the cockpit and

Senna and Roland Ratzenberger, significant progress has been

for that reason wanted to have everything under control in

made where safety is concerned.” Alain Prost is married to

every situation. His racing driver nickname was “professor”. He

Anne-Marie. They have two sons called Nicolas and Sacha.

was unable to convince his son, Nicolas, to become anything

Nicolas Prost is also a racing driver.

other than a racing driver and so simply wished him good luck.

The intense rivalry between the experienced Alain Prost and

Prost hopes that Formula E will have a successful future and

the up-and-coming Ayrton Senna, which was not only fought

when asked what will happen if Bernie Ecclestone retires and

out on the track but also in the media, was one of the greatest

sells the racing series, he was slightly surprised and responded

rivalries in motor sport. Before Michael Schumacher went on to

by saying: “a big question indeed”. He went on to say that the

break most of his records, Alain Prost was in many ways For-

future of Formula 1 could only be planned together with Bernie,

mula 1’s biggest record holder. Out of 199 Grand Prix starts, the

because nobody knows this business as well as he does.

A L A IN PROS T


A L A IN PROS T, CH A MPION DU MONDE DE FORMULE 1

F

« J'ai toujours voulu tout contrôler » Ce n’est pas pour rien qu’Alain Prost était surnommé le « Pro-

1989, Alain s’impose avec 16 points de plus au compteur.

fesseur » dans le monde de l’automobile. Avec sa volonté

En 1990, Senna a 7 points d’avance sur la Ferrari de Prost et

de tout contrôler, ce grand pilote de petite stature originaire

en 1993, le français est vainqueur dans sa Williams avec 26

de Lorette dans la Loire, a longtemps été le recordman de

points de mieux. Cette année là, il mit fin à sa carrière ; un an

la Formule 1 avec 199 Grands Prix, 51 victoires, 106 places

avant l’accident mortel d’Ayrton Senna. D’après Alain, il y a

sur le podium et 22 pôle-positions. Ses 4 titres de champion

eu beaucoup de changements en matière de sécurité après

du monde (3 pour McLaren et 1 pour Williams) sont encore

la mort d’Ayrton et celle de Roland Ratzenberger lors de ce

aujourd’hui les seules couronnes remportées par un Français

funeste week-end à Imola en 1994.

dans cette discipline. L’arrivée de Michael Schumacher a mis

Suite à notre question : « Que se passera-t-il quand Bernie

fin à cette suprématie.

Ecclestone quittera la Formule 1 ? ». La réponse fut claire :

Mais pas d’Alain Prost sans Ayrton Senna. Sa rivalité avec le

« L’avenir devra se préparer avec Bernie car personne ne

Brésilien a déterminé sa carrière et relayée par les médias

connaît ce business aussi bien que lui ! »

du monde entier cette concurrence compte parmi les plus

Alain Prost est marié avec Anne-Marie, ils ont deux fils : Sacha

célèbres de l’histoire du monde automobile.

et Nicolas qui est également pilote automobile. N’ayant pu

En 1988, Senna remporte le titre de champion du monde avec

le dissuader d’embrasser cette carrière, Alain lui a juste dit :

3 points d’avance sur son coéquipier de chez McLaren. En

« Bonne chance ».

A L A IN PROS T

17


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Was tun Sie in Ihrer Freizeit?

sichtig sein, dass wir nicht zu schnell und nicht zu langsam

Sport. Radfahren vor allem – aber auch Tennis und im Win-

vorangehen. Wenn wir zu schnell vorangehen, dann kostet

ter Ski. Sport war in meinem Leben immer zentral. Auch als

es unter Umständen zu viel Geld auf einmal. Aber ich hoffe

aktiver Rennfahrer hat mir die Fitness hinter dem Steuer viel

sehr, das Formula E rasch zum Erfolg und weltweiten Inte-

geholfen. Man muss gesund sein. Durch und durch.

resse finden kann.

Zur Zukunft: Wie sehen Sie die Chancen für Formel E – Rennsport also mit Elektro-Fahrzeugen?

Was geschieht, wenn Bernie Ecclestone aufhört und die Rennserie verkauft?

Wir hatten eine sehr gute erste Saison. Es gab viele Er-

«A big question indeed!» Er kennt diesen Sport so gut wie

wartungen und viel Interesse auf der ganzen Welt. Viel

niemand auf dieser Welt. Und es muss dann einen sehr

Hoffnung auch. Wir müssen jetzt sehen, was nach 2 bis 3

sanften Übergang geben. Formel 1 ist ein schwieriges Ge-

Jahren geschieht. Aber sicher ist, dass wir der Entwicklung

schäft. Da treffen so viele Interessen aufeinander. Neue

dieser Technologie sehr helfen können. In zwei Richtun-

Länder, neue Technologien. Und alles kostet immer mehr

gen: Technisch, weil wir viel rascher gehen können in der

Geld. Das Publikum verlangt immer mehr Spektakel. Und

Entwicklung als die Auto-Industrie und zweitens geben wir

ich muss sagen, es ist enorm schwierig, so immer die bes-

dieser neuen Technologie Vertrauen und «Credibility». Nie-

ten Lösungen zu finden. Deshalb brauchen wir «Bernie»

mand hätte vor ein paar Jahren noch gedacht, dass man

noch ganz dringend. Wir müssen die Zukunft mit «Bernie»

mit E-Autos so etwas machen kann. Aber wir müssen vor-

gemeinsam angehen.

A L A IN PROS T

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ON A CULINARY JOURNEY OF DISCOVERY: 272 GAULT MILL AU POINTS AND 3 MICHELIN GUIDE STARS ON 235 SQUARE KILOMETRES

Gstaad: top addresses for bons vivants No other region spoils its visitors as much as Gstaad does when it comes to wining and dining. More than 100 restaurants ranging from cosy raclette Stüblis to gourmet temples are sure to stimulate your taste buds. In October 2015 the renowned GaultMillau restaurant guide awarded 18 restaurants in the region a total of 272 points. Everyone who loves authentic experiences will be spoilt for choice, as the holiday region of Gstaad offers a whole range of accommodation in genuine Alpine enterprises. Those who prefer international cuisine will also be pleasantly surprised here.

www.gstaad.ch

An overview of gourmet restaurants

18

(Source: Gault & Millau 2016 & Guide Michelin 2016)

Restaurant Chesery Gstaad Robert Speth Tel. +41 33 744 24 51 | www.chesery.ch +1

Guide Michelin star

14

Saanenmöser | Robert Speth Tel. +41 33 744 32 21 | www.chesery.ch

Le Grand Bellevue Gstaad | “Leonard's“

The Alpina Gstaad “Sommets“

Urs Gschwend Tel. +41 33 748 00 00 | www.bellevue-gstaad.ch

Marcus G. Lindner Tel. +41 33 888 98 88 | www.thealpinagstaad.ch +1

16

Guide Michelin star

+1

Michael Rindlisbacher and Sascha Koffler

Gstaad Palace Hotel

Tel. +41 33 748 66 88 | www.hotel-hornberg.ch

Golfhotel Les Hauts de Gstaad & SPA

Saanenmöser | Restaurant “Belle Epoque” Joachim Van Vlasselaer

Hotel Le Grand Chalet Gstaad

“La Bagatelle “ | Steve Willié

Tel. +41 33 748 68 68 | www.golfhotel.ch

Tel. +41 33 748 76 76 | www.grandchalet.ch

Restaurant Sonnenhof Saanen

Rialto’s Bistro Bar Gstaad

Manuel Stadelmann

Erich Baumer

Tel. +41 33 744 34 74 | www.rialto-gstaad.ch

Tel. +41 33 744 10 23 | www.restaurantsonnenhof.ch

The Alpina Gstaad “Megu“

16 Art Bar Restaurant Saanen

Nik and Simon Buchs

Hideji Oda

Tel. +41 33 748 16 16 | www.16eme.ch

Tel. +41 33 888 98 88 | www.thealpinagstaad.ch

Boutique-Hotel Alpenrose Schönried “Azalée “ | Michel von Siebenthal Tel. +41 33 748 91 91 | www.hotelalpenrose.ch

Grand Hotel Park Gstaad

15

Guide Michelin star

Hotel Hornberg Saanenmöser

“Le Grill“ | Peter Wyss Tel. +41 33 748 50 00 | www.palace.ch

Restaurant Golfclub Gstaad Saanenland

13

Hotel Bernerhof Gstaad Restaurant “Blun-Chi” | Kah Hing Loke Tel. +41 33 748 88 44 | www.bernerhof-gstaad.ch +1

Restaurant La Vinoteca

“Le Grand Restaurant “ | Giuseppe Colella

Schönried | Martin Riedi

Tel. +41 33 748 98 00 | www.grandhotelpark.ch

Tel. +41 33 748 67 65 | www.vinotecamartino.ch

Wellness & SPA-Hotel Ermitage Schönried Marc-André Dietrich Tel. +41 33 748 60 60 | www.ermitage-gstaad.ch +1

Hotel Bernerhof

Gstaad “Basta by Dalsass“ | Loris Meot Tel. +41 33 748 88 44 | www.bernerhof-gstaad.ch

GAULT M IL L AU

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THOMAS FREI IST AUS LEIDENSCHAFT GASTGEBER UND EIN SYMPATHISCHER QUERDENKER

«Hotelier sein ist ein intensiver Job!»

TE X T : HANS-UELI TSCHANZ I FOTOS : R APHAEL FAUX

Seit 20 Jahren ist das Hotel Bernerhof im Zentrum von Gstaad im Besitz von Thomas Frei. Seinen Vorgänger Leonz Blunschi bezeichnet er heute noch als einen Hotel-Pionier, welcher der Zeit voraus war. Seit Thomas Frei den Bernerhof führt, hat sich das Gästeverhalten in der Hotellerie markant verändert. Die Ansprüche sind gestiegen, aber der Gast ist nicht mehr bereit, den Preis dafür zu bezahlen. Thomas Frei wollte als Kind Robinson werden und weil das nicht geklappt hat, lernte er Koch und ist heute ein überzeugter Gastgeber und sympathischer Querdenker. Er ruft die Touristiker im Saanenland auf, mit gesundem Bewusstsein in die Zukunft zu blicken und vermehrt auf aussergewöhnliche Inszenierungen zu setzen. Thomas Frei, Sie sind seit 20 Jahren Hotelier im Bernerhof Gstaad. Wie hat sich das Gästeverhalten in dieser Zeit verändert? Der Gast war früher dankbarer. Das jedenfalls ist meine Wahrnehmung. Die Erwartungen ans Angebot sind enorm gestiegen. Der heutige Gast erwartet Höchstleistungen zu möglichst tiefen Preisen. Alle Hotels sind da im täglichen Kampf, um dem gerecht zu werden. Das Gebotene wird von den Gästen auf Internet-Plattformen «world-wide» bewertet. Im Grunde genommen fatal, gefährlich und oft irreführend! Da wird man rund um die Uhr von Leuten bewertet, die im schlimmsten aller Fälle nur eine Nacht im Hotel übernachtet haben. Unglaublich. Und die Massen-Medien ziehen mit: Der «Blick» hat kürzlich die Hoteliers der Faulheit bezichtigt. Das ist sehr schwer zu ertragen.

Sind Sie ein sensibler Mensch? Ich versuche es mir nicht anmerken zu lassen – aber ja, ich bin ein sehr sensibler Mensch. Mich trifft alles! Ich muss mich hin und wieder schützen. Das wird dann leider oft als Arroganz ausgelegt. Aber man soll negative Energien nicht zu nahe kommen lassen.

T H O M A S FREI

23


Perfect sleep made even better

GENEVE Rue Du Rh么ne 65, 1204 Geneve, +41 22 300 08 87 SaaNEN-GStaad DoRfstRasse 66, 3792 saanen, +41 33 744 20 12 BErN BunDesGasse 20, 3011 BeRn (openinG in MaRch 2016) hastens.com


Für die Menschen sind doch die Ferien die glücklichste Zeit im Jahr?

ten hatte – haben wir weitergeführt. Vielleicht noch ver-

Für viele Menschen sind die drei Wochen Ferien die

Bernerhof. Das China-Restaurant war schon unter Leonz

schwierigste Zeit im Jahr. Man verlässt die eigene Kom-

Blunschi sehr beliebt. Neu seit 2008 ist das «Basta». Mit

fortzone, seine gewohnte Umgebung und den gewohnten

dem Neubau von «Pernet-Comestibles» bot sich die Gele-

Tages-Rhythmus, trifft sich in einem einzigen Hotelzimmer.

genheit, den Durchgang vom «Pernet» her direkt ins Pasta

Dazu schlechtes Wetter und – paff!

zu bauen.

Wie hat sich das Hotel Bernerhof mit Ihnen entwickelt?

Wie würden Sie das Angebot im Bernerhof zusammenfassen?

Die Grundausrichtung des Hotels ist gleich geblieben: Das

Gourmet und Wandern. Wir sind ein Hotel für normale Men-

Wandern – was Leonz Blunschi schon erfolgreich angebo-

schen. Kein Schicki-Micki.

stärkt. Was geändert hat, ist das Restaurant-Angebot im

THOM AS FREI

F

« Etre hôtelier, c’est s’engager dans un travail sans relâche » Depuis une vingtaine d’années Thomas Frei est propriétaire

souhait ne s’est pas réalisé, il a appris la cuisine jusqu’à deve-

de l’hôtel Bernerhof, au centre de Gstaad. Son prédéces-

nir, aujourd’hui, un hôtelier convaincu et un anticonformiste

seur, Leonz Blunschi, qu’il qualifie aujourd’hui de pionnier de

bien sympathique. C’est dans sa conscience éthique qu’il ap-

l’hôtellerie, était en avance sur son temps. Depuis que Tho-

pelle les professionnels du tourisme du Saanenland à se tour-

mas Frei a repris les rênes du Bernerhof, il remarque que le

ner vers l’avenir et à inventer davantage d’offres sortant de

comportement de la clientèle hôtelière a changé de manière

l’ordinaire car comme il dit : « Nous vivons et travaillons dans

significative : même si le niveau d’exigences a augmenté,

une vallée caractérisée par son ouverture. » En attendant, il

le client n’est plus prêt à payer n’importe quel prix. Enfant,

gère l’hôtel Bernerhof en mêlant avec succès randonnées et

Thomas Frei voulait être Robinson Crusoé, mais, comme son

cuisine raffinée.

T H O M A S FREI

25


Und was noch?

ich hin und wieder mal nicht da. Es ist ein intensiver Job und

Der Bernerhof ist mitten im Dorfzentrum von Gstaad. Er ist

man kann nicht immer vor den Gästen stehen. Aber das

eine sichtbare Grösse von seinem Volumen her. Von aussen

Wichtigste für mich und alle meine Mitarbeiter/innen sind

betrachtet ein fast unattraktives Gebäude, wenn man so

immer die Gäste. Als Hotelier in einer Ferienregion muss

will. Eine Schuhschachtel. Aber das Innenleben ist anders,

man nahe an den Gästen sein. Ohne sich allerdings anzu-

als man von aussen vermuten würde. Wir haben in den

biedern.

letzten Jahren sehr viel investiert. Alle Zimmer sind neu. In meinen 20 Jahren als Bernerhof-Besitzer ist es das dritte

Wollten Sie schon als Kind Hotelier werden?

Mal, dass wir die Zimmer umgebaut haben.

Als Kind wollte ich Robinson werden. Dann Freitag und dann Wochenende … (lacht). Hat aber nicht geklappt. Also habe

Sehen Sie sich als Trendhotelier?

ich Koch gelernt. So kam ich weg von Schaffhausen, zog

Ich möchte mich nicht als Trendhotelier bezeichnen. Aber

ein bisschen herum und besuchte die Hotelfachschule. Es

es ist oft so, dass wenn der Bernerhof etwas macht, es

folgten Jahre im Engadin und 1996 der Umzug nach Gstaad.

dann relativ rasch von andern kopiert wird. Damit habe ich kein Problem. Die Intensität bei unseren Wander-Angebo-

Haben Sie Freunde unter den Gstaader Hoteliers?

ten ist schwer nachzuahmen. Unsere Gäste schätzen den

Im Saanenland pflegen wir Hoteliers eine sehr enge Zusam-

Wanderschuhverleih, das passende Angebot an Wander-

menarbeit. Als Beispiele dafür gelten unter vielem anderen

stöcken, die Kompetenz der Begleiter. Oft sind wir täglich

die Hotel-Zentralwäscherei und die gemeinsame Internet-

mit 2 bis 3 Gruppen unterwegs. Den anderen Hotels immer

plattform «Your Gstaad». Zudem pflegen 17 Hoteliers neu-

einen Schritt voraus … (lacht).

erdings einen gemeinsamen Wareneinkauf. Meine neid­lose Anerkennung gilt überdies dem Gstaad Palace. Immer fürs

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Sind Sie Gastgeber oder Manager?

Dorf und die Anliegen der Destination da! Meine hohe An-

Ich gehe fünfmal die Woche persönlich mit den Gästen

erkennung erhalten die Leistungen der Gstaader Hotelpio-

wandern. Wir haben 365 Tage pro Jahr geöffnet. Ich kann

niere von früher. Als eines der Beispiele wiederum die sei-

aber nicht 24 Stunden im Hotel anzutreffen sein. Also bin

nerzeitige Erhaltung des Flugplatzes Saanen. Toll!

T H O M A S FREI


Kann man als Hotelier reich werden? Es gibt da so einen Spruch unter den Hoteliers: Die einzige Möglichkeit, als Hotelier Millionär zu werden, ist, wenn man vorher Milliardär war …

Hat Thomas Frei ein Vorbild? Als Hotelier? Ja, Mani Berger, Hans Leu und Leonz Blunschi. Sie alle waren der Zeit voraus. Vor allem Hans Leu. Das ist der Schlauste von allen. Er war als Hotelier ein Dirigent und hat im-

Die einzige Möglichkeit, als Hotelier Millionär zu werden, ist, wenn man vorher Milliardär war …

mer die besten Leute um sich herum geschart. Der genialste Hotelier der heutigen Zeit ist Christian Lienhard vom Hotel Hof Weissbad.

Woher kommen Ihre Gäste?

Gehören Sie einer politischen Partei an?

Zu 60 Prozent aus der Schweiz. Die restlichen 40 Prozent

Ich kann bei jeder Partei – ausser bei der SVP – Dinge finden, mit

aus fast allen Ländern Europas. Seit 2008 sind die Gäste

denen ich mich anfreunden kann.

aus Deutschland und den Beneluxstaaten rückläufig.

Sind Hotellerie und Tourismus in der Politik genügend vertreten? Ich fürchte nein. Ein paar fähige Touristiker haben versucht ins

Was kann die Tourismusdestination Saanenland aus der Sicht von Hotelier Thomas Frei noch besser machen?

Schweizer Parlament gewählt zu werden. Die sind allesamt nicht

Vielleicht braucht es wieder mehr Leute, die keine vor-

gewählt worden. Die Verbände hingegen machen einen guten

gefasste Meinung haben und nicht schon im Voraus

Job! Schweiz Tourismus, Schweizer Hotelierverein. Für innovative

wissen, dass etwas nicht klappt. Menschen, die nicht

Projekte kriegt man Kredit von der Schweizerischen Gesellschaft

hinter jeder Idee schon eine Verschwörung sehen und

für Hotelkredit (SGH). Sie alle geben ihr Bestes. Der Schweizeri-

jeden Impuls schon vor der Entstehung kaputtreden.

sche Tourismusverband im politischen Lobbying, der Hotelierver-

Wir brauchen Alleinstellungs-Merkmale und da haben

ein mit dem Gesamtarbeitsvertrag und den vielen Möglichkeiten

wir im Saanenland die besten Voraussetzungen für

der Weiterbildung.

aussergewöhnliche Inszenierungen. Wir pflegen zum Beispiel eine 60-jährige Tradition mit klassischer Musik,

Sind wir für unsere Gäste zu teuer?

wir haben ein Menuhin Festival, was uns keine andere

Wir sind jedenfalls in einigen Bereichen teurer als unsere Mitbe-

Bergregion in dieser Qualität nachmachen kann, und

werber im Ausland. Weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen.

eine fantastische Landschaft mit einer gelebten Land-

Zudem haben wir ein grosses Handycap mit den Einkaufspreisen.

wirtschaft. Wir treffen auf unseren Frühlingswanderun-

Das heisst nicht, dass man alles im Ausland einkaufen möchte.

gen auf die schönsten Blumen. Wir haben den Glacier

Wir Hoteliers in unserer Region stehen zum lokalen Einkauf. Aber

3000. Wir leben und arbeiten in einem offenen Tal und

wir haben Produkte, die wir viel zu teuer einkaufen müssen, weil

sind ein offenes Volk. Gehen wir mit einem gesunden

politische Absprachen und Auflagen vorhanden sind.

Bewusstsein in die Zukunft!

THOM AS FREI

E

“Being a hotelier is an intense job!” Hotel Bernerhof in the centre of Gstaad has been owned by

because that didn't work out, he trained as a chef and today

Thomas Frei for 20 years. He still describes his predecessor,

is a dedicated host and amicable lateral thinker. He calls on

Leonz Blunschi, as a hotel pioneer who was ahead of his time.

people working in the tourism industry in the Saanenland to

Hotel guests’ habits have changed significantly in the time

look to the future with a healthy dose of awareness and to in-

Thomas Frei has managed the Bernerhof. Expectations are

creasingly stage unusual events and campaigns. “We live and

higher, but guests are no longer prepared to pay extra for this.

work in an open valley”. He successfully runs Hotel Bernerhof

As a child, Thomas Frei wanted to be like Robinson Crusoe and

according to the slogan: hiking and gourmet.

T H O M A S FREI

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AUSGEDEHNTES TOUREN-NET Z WARTET DAR AUF, ERFAHREN ZU WERDEN / BIKEHOTELS BIETEN R ADSPORTBEGEISTERTEN GÄSTEN SPEZIELL ABGESTIMMTEN SERVICE

Radsportdestination Gstaad setzt neue Massstäbe im Winter

Winterbiken, überwiegend mit Fatbikes praktiziert, ist ein Trend, der weltweit immer mehr Anhänger findet. Fatbikes sind Mountainbikes mit dicken Ballonreifen, die auf Schnee mehr Grip bieten als übliche Profile. Für das Winterbiken stellt die Destination Gstaad ein überaus breit aufgestelltes Angebot gemäss dem Schwerpunktthema «Radsport» zur Verfügung und ergänzt damit – nach der Lancierung des Rennvelo-Roadbooks im Frühjahr 2015 und mit den signalisierten Strecken für Mountainbikes – die Angebots­ palette als Radsportdestination weiter. Für alle, die die Natur auch sportlich auf zwei Rädern ge-

Hotspot auf dem Sparenmoos

niessen möchten, bieten sich verschiedene Möglichkeiten

Das Sparenmoos oberhalb Zweisimmen gilt als der Hot­­ -

vom Kurzausflug bis zur Extrem-Tour in allen Bereichen des

spot für das Winterbiken. Die dort vorhandenen Winterwan-

Bikesports. Das neue, internationale Top Event «Snow Bike

derwege bieten zwei schöne Rundtour-Möglichkeiten, die

Festival» vom 22. bis 24. Januar 2016 lockt nach Schätzun-

Schlittelwege variantenreichen Abfahrtsspass auf Schnee.

gen der Veranstalter ca. 300–500 Teilnehmer aus der gan-

Die Bikes werden mit dem Bus vom Bahnhof Zweisimmen

zen Welt nach Gstaad.

aus hinauftransportiert. Sie können dort oder in den drei

R A DSPO R T DES T IN AT I O N GS TA A D

29


We give your dreams a home

Gstaad – Apartment close to the center This typical alpine style, perfectly planned apartment is finished with old wood and consists of four bedrooms and five bathrooms, kitchen and dining area. It is located close to the center of Gstaad.

Gstaad – Penthouse with fairytale views This design penthouse has an interior surface of approx. 142 m2. All three bedrooms and the three bathrooms are filled with a lot of light. A big lower ground studio of 90 m2 belongs to the property.

Gstaad – Bright and spacious apartment This apartment is located on the first floor in a traditional Chalet in Oberbort. The three bedrooms, the open space with living and dining area and the spectacular mountain view guarantee a wonderful holiday.

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Rougemont – Duplex Apartment The combination of sunny location, stunning views and proximity to the ski pists give to this property a very special value. The four bedrooms and three bathrooms are spread on a living surface of ca. 140 m2.

Rougemont – Elegant home This beautiful chalet of 200 m2 spreads over two spacious floors offering four bedrooms with ensuite bathrooms. The chalet holds a permit for an extension of the kitchen and the construction of two additional bedrooms.

Lauenen – Discreetly located Chalet The location is perfect for the nature and sport lovers: cross country, ski, hiking trails, all these can be enjoyed just going out of the house. The chalet has also an independent fully equipped studio.

ID-NUMBER: W-0234PU · PRICE: CHF 1’500’000.00

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Bike-Shops der Region gemietet werden – Gruppen

Zertifizierte Bikehotels

sollten reservieren. Zusätzlich ist das Winterbiken in

Ob im Sommer oder im Winter: Zwölf zertifizierte Bikehotels

der Region Gstaad grundsätzlich auf den bestehenden

bieten den Gästen alles, was diese für gelungene Aktiv-Ferien

Winterwanderwegen erlaubt. Wie im Sommer gilt das

benötigen: vom abschliessbaren Raum für Räder über Bereitstel-

Prinzip «Share the trail»: Winterwanderer und -biker

lung von Kartenmaterial bis hin zu Miet- und Reparaturservice

können bei gebührender Rücksicht aufeinander das

(bzw. deren Vermittlung) und kompetenten Ansprechpartnern.

Wegenetz gemeinsam nutzen. Biker müssen bestehen-

Die Biker erwarten attraktive Hotel-Pauschalen mit Zusatzleis-

de Fahrverbote beachten.

tungen wie spezielle Lunch­ pakete, «Après-Bike-Snacks» und Wellness-Angebote.

Spannende Winterbike-Events Neu ist das internationale Snow Bike Festival Gstaad,

Unvergessliche Rennrad-Momente

22. bis 24. Januar 2016. Es handelt sich um die zwei-

Im Sommer verspricht die Ferienregion unvergessliche Rennrad-­

te Ausgabe von Europas Winterbike-Rennen Nummer

Momente dank abwechslungsreicher Touren- und Trainingsmög-

eins (ehemals Snow Epic). Bei den Snowgames Zwei-

lichkeiten. Sportliches Vergnügen verbindet sich hier mit alpi-

simmen am 12. Februar 2016 ist der Massenstart für

nem Erlebnis, hervorragenden Regenerationsmöglichkeiten und

das Downhill-Rennen auf der Rinderberg-Piste bereits

hochstehendem Genuss. Obwohl der Rennradsport fest in der

legendär. Bei der Bike Night am Rinderberg am 27. Fe-

Region Gstaad verankert ist, gilt die Destination nach wie vor als

bruar 2016 führt die Strecke von der Bergstation bis

Geheimtipp. Eine Auswahl der zehn schönsten Tourenvorschläge

ins Tal, sofern dies die Wetterbedingungen zulassen.

hält das Rennvelo Roadbook bereit: www.gstaad.ch/roadbike.

Die Pistenbenutzung zum Biken ist für Events aus-

Ein Highlight findet am 20. Juli 2016 statt, wenn die Tour de France

nahmsweise erlaubt. Ansonsten gilt die gesetzliche

durch die Destination rollt.

Vorschrift: Winterbiker dürfen zu keiner Zeit die Pisten befahren.

Kompetenter Service und Gratistransport Velo-Sportler finden in der Region Gstaad in den Bike Shops qua-

Downhill auf Schnee

lifizierten Reparaturservice und ein breites Angebot an Bike-Aus-

Abwärtsorientierte Biker können ihre Fahrkünste auf

rüstung. Qualifizierte Guides und die Gstaad Bike School bieten

den Schlittelwegen des Sparenmoos testen. Dabei müs-

Touren und Trainings an. Mountain- und E-Bikes können vor Ort

sen sie Rücksicht auf Schlittler nehmen und den Ein-

gemietet werden. Grosses Plus für Mountainbiker im Sommer ist

bahnverkehr auf dem Basisschlittelweg beachten. Bei

der Gratistransport auf allen Bergbahnen, die für diesen Zweck

grösseren Gruppen muss Marcel Dänzer vom Sparen-

zugelassen sind.

moos vorab informiert werden (remabo@bluewin.ch, Tel. +41 79 224 69 41). Er organisiert den Transport-­ Anhänger für den Transfer-Bus. Auf Anfrage kann auch eine der drei Schlittelpisten nur für Biker reserviert werden. Das Bikehotel Sonnegg, Zweisimmen, organisiert zusammen mit der Interessengemeinschaft Sparenmoos und den Bikeshops Sputnik und Fredy’s Bikewält, Gstaad, am 5./6. März 2016 ein Fatbike-Testweekend und bietet auch entsprechende Weekend-Packages an.

R A DSPO R T DES T IN AT I O N GS TA A D

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IM SA ANENL AND GETROFFEN: ART GARFUNKEL

© KEYSTONE / THE GR ANGER COLLECTION

Seine Stimme ging um die Welt

PAUL SIMON AND ART GARFUNKEL IN NEW YORK

ART GARFUNKEL MIT MICHAEL TSCHANZ, FIRMA VIP-GSTAAD

TE X T : HANS-UELI TSCHANZ

Dass Art Garfunkel hier war, wussten nur ein paar Einge-

& Garfunkel» wurde weltweit frenetisch gefeiert. Musik,

weihte. Es war später Winter, fast Frühling und eigentlich

die um die Welt ging. Gegen die sich niemand hätte zur

gab es keinen Grund mehr, ins Saanenland zu reisen. Tro-

Wehr setzen können. Ohrwürmer und gleichzeitig die

ckene, staubige Strassen, die Bergbahnen geschlossen.

hohe Kunst des Gesangs: «Bright Eyes», «Cecilia», «Bridge­

«Der Arme …», war man versucht zu denken. Wie sollte

over Troubled Water …» Man hätte das letzte Hemd dafür

der einst weltbekannte Pop-Star und ganz und gar New

hergegeben, damals. Mit dieser Musik brachte man sich

Yorker sich denn ein Bild machen können von der Anzie-

in den Besitz eines kleinen Stückchens Welt-Kommuni-

hungskraft unserer schönen Region? Fast fand man die

kation. Aber jetzt ist es leider eine Realität, den 1941 in

Vorstellung grotesk, dass der Star einer ganzen Genera-

Forest Hills, New York City, geborenen Art Garfunkel zu

tion hierher reist, ohne das Saanenland in seiner schöns-

den «has beens» zu sortieren, man liest nur noch skurrile

ten Winter- oder Sommerpracht sehen zu wollen. Bevor

Stories über persönliche Zerwürfnisse mit seinem heute

ich zum heimlich vereinbarten Treffpunkt eilte, legte ich

als Solostar noch erfolgreicheren Partner Paul Simon. Die

meine Kammermusik zur Seite und lauschte nochmals

Langspielplatten des Folk-Rock-Duos gibt es vornehmlich

dem grossen, längst zur Legende und Wegmarke der

noch in verstaubten, sichtlich abgegriffenen Umschlägen

Pop-Kultur gewordenen Live-Konzert vom 19. September

auf den Flohmärkten dieser Welt. «Simon & Garfunkel»

1981 im New Yorker Central Park. Es war ein Beitrag der

waren eine musikalische Sensation zu Zeiten der Tonträ-

beiden Musiker zur Sanierung des heruntergekommenen

ger von damals – und nicht des «Downloads» von heute.

Stadtparks im Zentrum Manhattans. Zu dem Benefizkon-

Um an ihre Musik zu kommen, suchte man sich in den un-

zert kamen bei freiem Eintritt mehr als eine halbe Million

übersichtlichsten Städten fieberhaft einen «Plattenladen».

Zuschauer. Es markierte gleichzeitig die vorübergehen-

Und wenn man diesen nicht fand, musste man für einen

de Wiedervereinigung von Paul Simon und Art Garfunkel

schmerzlichen Moment darauf verzichten. So war das

nach mehrjähriger Trennung. Das Folk-Rock-Duo «Simon

noch. Lange ists her.

A R T GA RFUNK EL

33


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Gstaad


FROM HIS VENETIAN STUDIO, ARISTIDE NA JEAN IS PRODUCING CHANDELIERS OF BREATHTAKING BEAUT Y AND CR AFTSMANSHIP

© LAURE JACQUEMIN

The Art of Glass Aristide Najean’s home and furnace are so full of his own colourful, elaborate glass works that they could easily be mistaken for private galleries. Delicate cherry blossom chandeliers inspired by Japanese poetry – each one five feet wide – flourish in the living room, while a series reminiscent of monastic candelabras, with opaque glass dripping like wax, adorn the kitchen. In the furnace, the constantly boiling oven fuses minerals together, ready for the next stunning glass creation. Born and bred in Paris, Aristide arrived on the Venetian island of Murano in 1986 to study the centuries-old glassmaking techniques for which the place is renowned. Originally a painter, he saw glassmaking as an extension of this, and it became his preferred material. Pushing the Limits Aristide brought a new approach to glassmaking due to his painting background, from which he retained an appreciation of colour and unique, hand-signed works. His chandeliers are inspired by both mediums, which mutually interact and are each pushed to their limits. “Aristide observes everything consistently, methodically, analytically,” says Sylvie Plassnig, his partner of 18 years. “He is always open to inspiration and his oeuvre is completely different to anything else.”

© MARCO SABADIN

Aristide’s glass art is inspired by its Muranese heritage, but overtakes it through use of fresh, poetic and innovative light creations – raising its status to that of contemporary art. Ever in a quest for excellence, Aristide drives forward his team of highly skilled masters. He recently worked with Baccarat Crystal, in a collaboration titled Baccarat and Najean, which brought the rival French and Italian glass traditions together for the first time. The resulting model is spectacular, with his brightly coloured stags bursting from Baccarat’s intricate cut-glass, sparkling chandelier. Aristide’s work has caught the attention of world-renowned designers like Starck, Jouin, Wilmotte, Moinard and Manku, and can be seen in such high-end hotels as The Dorchester in London, Le Royal Monceau in Paris and the Palazzina G in Venice. Aristide also receives many private commissions. “Meeting a customer is always exciting,” he says. “It involves finding a balance between their requirements and what I feel should be created. I want to create works of art that fit them exactly, and bring happiness into their home. Using my intuition and sensitivity, I quickly conceptualise the artwork they’re looking for.” Aristide’s energy and commitment to the craft are palpable and contagious – and are forever crystallised in each of his stunning masterpieces.

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FIONA THYSSEN-BORNEMISZ A

A woman of the world

TE X T : HANS-UELI TSCHANZ I PHOTOS : RE TO GUNTLI & AGI SIMOES

As a famous photo model and jet setter, she traveled world wide but today her domain of tranquility and beauty are the mountains of Le Pays d’Enhaut. Fiona Thyssen-Bornemisza first came to Gstaad from St. Moritz where she lived, around 1965, to view the institute of Marie-José for her daughter Francesca, and soon started spending more time here, enjoying the bucolic charm of an authentic Alpine village. The contrast with the more sophisticated and hectic social life of St. Moritz was very appealing, and she made many treasured friends in the valley. When her marriage to the famous art collector and industrialist Heini Thyssen-Bornemisza ended, she left the Villa Favourite in Castagnola, Ticino and lived in St. Moritz in a chalet she bought from her husband in exchange for a valuable necklace. Although she spent some time in England, being Swiss she maintained her Swiss domicile and re­ turned regularly to ski. In the 70s, when her children attended the Rosey she bought a farm house near Lac Leman, but spent the winters in Gstaad in rented chalets, finally buying a chalet in Rougemont ten years ago. She has recently moved into a newly built modern apartment in Rougemont, with no stairs, because as she says, “my knees have given out from too much dancing and skiing in my distant past”! Now in her 80s, of Scottish ancestry, daughter of a Rear-Admiral who’s career in the British Royal navy meant constant posting to other countries, she was born in New Zealand, her sister in Malta ad her brothers in America. To celebrate her 80 th birthday she went paragliding over Rougemont thinking that “if i don’t die of fright, I will have many good years ahead”! In 1989 she bought a ruined property in Greece, slowly restored it and created a magnificent garden, and enjoys having her family to stay for holidays, but now prefers spending most of her time in the mountains. In Fiona’s view, Gstaad has changed significantly over the intervening 50 years, from an intimate village into a small town, with much of its original Swiss charm transformed into a trendy shopping mall, but which fortunately still retains it’s architectural chalet style. And the pedestrian centre is an improvement on “the dreadful traffic jams at the end of a skiing day which blocked the entire village’s very narrow street main street” she reminisces.

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But she understands that change in inevitable and the needs of the resort have adjusted to the requirements of the visitors for more entertainment. She says, “one day there may be a significant addition with a new and exciting concert hall adding a further dimension to it’s attractions which already provides the magnificent Menhuin Festival and many major sport and cultural events”. The valley still maintains its strong agricultural base and the farmers are proud of their premium herds of Simmental cattle. Fiona believes in the critical importance of maintaining and supporting this heritage which ensures the area does not turn into a Disney World of artificial values. “If you want to grow as a person, you must embrace change, and this applies to Gstaad too!” says Fiona Thyssen-Bornemisza as she leans back on her sofa with a smile.

Willkommen im Schuhhaus Romang. Entdecken Sie in unserem Geschäft ein umfangreiches Angebot an Winter- und Ganzjahresschuhen.

Welcome in the Shoe Shop Romang. Come and see our latest choice of winter- and casual shoes in our traditional shoe shop.

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40


CHALETS MIT STIL

Alpine Interiors in Gstaad AGI SIMOES, FIONA THYSSEN-BORNEMISZA UND RETO GUNTLI

ntli bereist als Fotograf seit vielen ganze Welt. Seine Fotoreportagen

n in internationalen Magazinen

ectural Digest, Vogue und Elle De-

Nichts steht für Glamour und Understatement, gepaart mit alpiner Bilderbuchszenerie und ursprünglicher Chalet-Architektur so sehr wie Gstaad und das Berner Oberland. Bauen ist hier zwar stark reglementiert, doch die Einrichtungen sind dafür umso abwechslungsreicher. Die intimen Einblicke in die rustikalen wie modernen Interiors bekannter Bewohner und Innenarchitekten machen Lust auf alpinen Lifestyle.

Er hat viele Bildbände veröffent-

nter bei Knesebeck zuletzt St. Mo-

ors. Simoes arbeitet für Zeitschriften

tural Digest und viele andere und

nstler in Rio de Janeiro, São Paulo

n mit Reto Guntli und lebt in Zü-

MIT STIL

FOTOS : RETO GUNTLI & AGI SIMOES I TEX T: CHRISTINE MARIE HALTER- OPPELT

CHALETS MIT STIL Alpine Interiors in Gstaad

Ein neuer Bildband stellt Häuser und Wohnungen in und um Gstaad vor. Die exklusiven Interieurs zeigen inspirierende Wohnwelten und regen die Fantasie an.

H

ochalpin, bodenständig und natürlich – das ist das Berner Oberland. Orte wie Gstaad, die Althergebrachtes mit Char-

me, diskretem Luxus und Understatement verbinden, sind dafür weltbekannt geworden. Namen wie Elizabeth Taylor, Axel Sprin-

ger, Tony Curtis oder Julie Andrews trugen dazu bei, es im Winter wie im Sommer zum Ziel der Reichen und Prominenten zu ma-

chen. Umgeben von einer beeindruckenden Landschaft, die sich

gleichermaßen auf Skiern wie zu Fuß erleben lässt, genießen sie hier Ruhe und Abgeschiedenheit.

Strenge Reglements, die modernes Bauen verbieten und Holzarchitektur vorschreiben, haben die traditionelle Ausstrahlung in

Gstaad und den Orten ringsum erhalten. Doch bei der Innenausstattung ihrer Chalets sind den Bewohnern keine Grenzen gesetzt. Hier können sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen und alte Bauteile mit moderner Kunst, Vintage-Elemente mit neuestem Design stil-

Marie Halter-Oppelt arbeitete als

rin bei Elle Decoration, war Chef-

sicher kombinieren. Die manchmal überwältigenden, manchmal

in der Deco Home in München

verträumten Interiors von Persönlichkeiten wie Francesca Habs-

twortet seit einigen Jahren bei der

burg-Lothringen oder Carol Asscher und Interiordesignern wie

Illustrierte Style das Wohnressort.

Tino Zervudachi oder Alexandra de Garidel-Thoron bieten in-

Glamour und Understatement gepaart mit landschaftlicher Bilder-

d arbeitet als freie Autorin bei Zü-

time Einblicke und Inspiration und lassen uns den einzigartigen

Knesebeck schrieb sie bereits die

buchszenerie und ursprünglicher Chalet-Architektur, so kennen wir

Reiz dieser Orte erleben.

Interieurs. Regelmässig publiziert

ISBN 978-3-86873-862-9

CHALETS

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Gstaad und das Berner Oberland. Hier treffen sich Menschen unterschiedlichster Herkunft, doch immer mit ausgesuchtem Geschmack. Ihre Domizile, auch wenn sie von aussen strengen Baugesetzen folgen

Vorwort von

Fiona Thyssen-Bornemisza Fotografien von

Texte von

Reto Guntli und Agi Simoes

Christine Marie Halter-Oppelt

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müssen, sind – vielleicht gerade deswegen – im Inneren mit Fantasie und grosser Liebe zum Detail ausgestattet. Alte Bestandteile, moderne Kunst, Vintage-Möbel und neustes Design werden stilsicher miteinander kombiniert. Die rustikalen, modernen, avantgardistischen, manchmal auch verträumten Interieurs stammen von Persönlichkeiten wie Fiona Thyssen-Bornemisza (Seite 40–41), Urs von Unger (Seite 42–43) oder France Majoie-Le Lous (Seite 44–45).

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Reto Guntli bereist als Fotograf seit vielen Jahren die ganze Welt. Seine Fotoreportagen erscheinen in internationalen Magazinen wie Architectural Digest, Vogue und Elle Decoration. Er hat viele Bildbände veröffentlicht, darunter bei Knesebeck zuletzt St. Moritz Interiors. Der brasilianische Fotograf Agi Simoes arbeitet für Zeitschriften wie Casa Vogue Brazil, Architectural Digest und viele andere und veröffentlichte Bücher über Künstler in Rio de Janeiro, São Paulo und Paris. Er arbeitet zusammen mit Reto Guntli und lebt in Zürich. Christine Marie Halter-Oppelt arbeitete als Redakteurin bei Elle Decoration, war Chef­ redakteurin der Deco Home in München und verantwortet seit einigen Jahren bei der Schweizer Illustrierte Style das Wohnressort. Sie lebt und arbeitet als freie Autorin bei Zürich. Für Knesebeck schrieb sie bereits die Texte zum Bildband St. Moritz Interieurs. Regel­ mässig publiziert sie auch in internationalen Magazinen zum Thema Wohnen, Architektur und Design.

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AN ENCOUNTER WITH NICOL AS BERGGRUEN

Investor, Patron, Thinker and Popstar TE X T : HANS-UELI TSCHANZ I PHOTOS : R APHAEL FAUX

Nicolas Berggruen is the son of the Berlin gallery owner and art collector, Heinz Berggruen, and his second wife, the actress Bettina Moissi, who partly lives in Gstaad. The 54-yearold investor and patron grew up in Paris and Switzerland, attended the private school “École Alsacienne” and then the boarding school “Le Rosey”. He went on to study Finance and International Business at New York University and trained to be a property investor. Nicolas Berggruen mostly focuses on his Berggruen Institute (berggruen.org), which empowers fresh political and philosophical ideas and reforms. He collects contemporary art and is a founding member and Chairman of the Board of the society for the promotion of the “Museum Berggruen” in Berlin, which presents his father’s Picasso collection, which has been extended to include further purchases and loans. Berggruen currently lives in Los Angeles and regularly visits his 92-year-old mother, Bettina Berggruen-Moissi, in Gstaad where we met up with him at the Gstaad Palace. Berggruen is perceived as being someone who travels all the time and can only be found in airplanes or hotel rooms. The picture he presents of himself is quite multi-faceted: there is the popstar who appears in the gossip columns with the rich and beautiful. There is the patron who runs a political think tank and with whom the formerly powerful people of this world enjoy spending time: from Bill Clinton to Gerhard Schröder. Finally, there is the investor who became famous for his purchase of the insolvent warehouse chain, Karstadt, in June 2010 and for which reason he has been severely criticised in Germany since 2013. Chaired by Mario Monti, economist and former Prime Minister of Italy, and with the help of a group of experienced leading politicians, entrepreneurs, economists and social scientists, Berggruen founded the “Council on the Future of Europe”. He is a shareholder of the French newspaper “Le Monde” and of the Spanish media group Grupo Prisa, which publishes the daily newspaper “El País”. In February 2015, Forbes Magazine estimated his assets to be worth 1.5 billion dollars. Berggruen is constantly looking for possibilities to improve policymaking. For instance, he founded the cross-party “Nicolas Berggruen Institute on Governance”, a think tank on political consulting, in which former heads of government, well-known entrepreneurs and economists play an active role. Together with technology and investment giants like Microsoft founder, Bill Gates, Virgin founder, Richard Branson, the co-founder of LinkedIn, Reid Hoffman, eBay founder, Pierre Omidyar, the co-founder of Yahoo, Jerry Yang, the co-founder of Twitter, Evan Williams, and Hollywood star, Ashton Kutcher, Nicolas Berggruen invested in the petition website and social enterprise Change.org, one of the internet success stories in recent years. More than 80 million users in 196 countries have already participated in political or consumer protection petitions on it.

NI CO L A S BERGGRUEN

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www.mountainforce.com


Nicolas Berggruen, of all your activities, which one is the most important to you?

Is your work also successful in Europe?

The Berggruen Institute! That is where ideas are born. We are

have been working hard on it but it has been very frus-

trying to develop something new there; to initiate reforms. We

trating. At least we played a role in constructing a large

have already been fairly successful in the US state of California.

unemployment programme for young people.

In Europe the political construction is unfinished. We

We would like to move away from the “left-right” perspectives China and the West. The institute performs mental work and

Is the EU in a crisis? Keywords: Greece and the strong flow of refugees from south to north.

subsequently targeted communication in order to bring about

The Greece crisis and the strong flows of refugees

reforms. When I was a teenager and also lived here in Switzer-

are not causes of the problems but rather symptoms

land, I was already interested in “politics and philosophy” from

thereof. The idea of a European Union was fantastic

an early age. However, I was then faced with the real world in

following centuries of conflict and war, but Europe

my daily business, gained important experience and learnt a lot

is not Switzerland or America: a federation does not

in all of my activities around the globe. Nevertheless, I regularly

work properly if you do not have a minimum amount of

felt drawn to an area which I was truly fascinated by: the world

federalisation. Let’s look at Switzerland for a moment:

of ideas. I wish I was a great artist or writer, but since I am not

there you have one currency but a federal policy. Eu-

I felt that my best contribution is in empowering politics and

rope has a currency but cannot finance it. Europe has

philosophical thinking through my Institute.

a foreign policy, but it cannot react directly outside of

on political actions and thoughts. We build bridges between

its borders as illustrated by the Russian example. And

Are you often also disappointed because certain ideas are not realised in the end or everything takes much too long?

when a crisis occurs, like with Greece, Europe should be able to help, but it didn’t provide any proper assistance. Greece is still in crisis.

You think about things, you believe in them and then you find out that the political reality is much too often resistant to

What is Switzerland’s image in the world?

change. The most difficult and painful thing in life and in politics

Switzerland has created a very sophisticated politi-

is always change. And even if you tackle something, you never

cal model which is one of the most successful in the

finish it. That is the nice thing about life. As human beings, we

world. It was hard work but the results speak for them-

will also always keep changing. So you can never be absolutely

selves. That is why we have also invited key Swiss pub-

successful, but rather everything is always relative and in a

lic figures as part of our work: Doris Leuthard and Jakob

state of flux.

Kellenberger, for example.

NI CO L A S BERGGRUEN

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RENCONTRE AVEC NICOL AS BERGGRUEN

F

Investisseur, mécène, penseur et star de la pop Nicolas Berggruen est le fils de Heinz Berggruen, propriétaire

Bill Clinton à Gerhard Schröder. Nicolas Berggruen est, enfin, un

d’une galerie d’art berlinoise et collectionneur d’art, et de l’ac-

investisseur, devenu connu en rachetant, en juin 2010, la chaîne

trice Bettina Moissi, sa deuxième épouse qui vit aujourd’hui de

de grands magasins Karstadt alors insolvable, et qui, depuis

temps en temps à Gstaad. L’investisseur et mécène, aujourd’hui

2013, se retrouve sous le feu des critiques en Allemagne. Sous la

âgé de 54 ans, a grandi à Paris et en Suisse, où il fréquenta l’ins-

présidence de Mario Monti, et avec un autre groupe de dirigeants

titut privé «École Alsacienne», puis le pensionnat « Le Rosey ». Il

politiques, d’entrepreneurs et de spécialistes en économie et en

étudia ensuite la finance et les affaires internationales à l’Uni-

sciences sociales, Nicolas Berggruen a fondé le « Council on the

versité de New York avant d’achever une formation d’investis-

Future of Europe ». C’est aux côtés des créateurs les plus impor-

seur immobilier. Nicolas Berggruen se concentre surtout sur

tants en matière de technologie et d’investissements, tels que Bill

son Berggruen Institue (berggruen.org), qui conçoit et facilite

Gates, le fondateur de Microsoft, Richard Branson, le fondateur

des nouvelles idées et reformes politiques et philosophiques.

de Virgin, Reid Hoffman, le co-fondateur de LinkedIn, Pierre Omi-

Nicolas Berggruen, grand collectionneur d’art contemporain,

dyar, le fondateur d’eBay, Jerry Yang, le co-fondateur de Yahoo,

est membre fondateur et président de l’association « Musée

Evan Williams, le co-fondateur de Twitter et Ashton Kutcher,

Berggruen » à Berlin, où a été présentée la collection Picasso de

star hollywoodienne, que Nicolas Berggruen a investi il y a quel­

son père qui a pu être élargie et complétée grâce à de nouvelles

ques années, dans la page de pétition intitulée : Change.org. Il

acquisitions et des prêts. Il est perçu comme un éternel voya-

s’agit d’une grande réussite du net de ces dernières années. En

geur, que l’on croise uniquement dans les avions ou chambres

effet, plus de 80 millions d’utilisateurs répartis dans 196 pays ont

d’hôtels. L’image qu’il véhicule présente de très nombreuses

déjà participé à des pétitions d’ordre politique ou de protection

facettes. Star de la pop qui apparaît dans les colonnes des

des consommateurs. Nicolas Berggruen réside actuellement

magazines people posant avec des célébrités. Il est également

à Los Angeles et rend régulièrement visite à sa maman, Bet-

mécène et dirige un groupe de réflexion consacré à la politique,

tina Berggruen-Moissi âgée de 92 ans, à Gstaad. C’est à l’hôtel

qui donne rendez-vous aux anciens puissants de ce monde : de

Gstaad Palace que nous avons pu le rencontrer.

BEGEGNUNG MIT NICOL AS BERGGRUEN

D

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Investor, Mäzen, Denker und Popstar Nicolas Berggruen ist der Sohn des Berliner Galeristen und

und bei dem sich die ehemals Mächtigen dieser Welt gern ein

Kunstsammlers Heinz Berggruen und dessen zweiter Frau,

Stelldichein geben: von Bill Clinton bis Gerhard Schröder. Da

der Schauspielerin Bettina Moissi, welche heute von Zeit zu

ist schliesslich der Investor, welcher mit dem Kauf der insol-

Zeit in Gstaad lebt. Der 54-jährige Investor und Mäzen wuchs

venten Warenhauskette Karstadt im Juni 2010 bekannt wur-

in Paris und in der Schweiz auf, besuchte die «École Alsa-

de und deshalb seit 2013 in Deutschland in der Kritik steht.

cienne» und danach das Internat «Le Rosey». Später studier-

Unter dem Präsidium von Mario Monti, und einer weiteren

te er an der New York University «Finance and International

Gruppe von erfahrenen Spitzenpolitikern, Unternehmern,

Business» und absolvierte eine Ausbildung zum Immobilienin-

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern, gründete Berggru-

vestor. Er ist vor allem auf die Arbeit für sein Berggruen In-

en den «Council on the Future of Europe». Zusammen mit

stitute (berggruen.org) fokussiert, welches frische politische

Technologie- und Investmentgrössen wie Microsoft-Gründer

und philosophische Ideen und Reformen entwirft und er-

Bill Gates, Virgin-Gründer Richard Branson, LinkedIn-Mitgrün-

mächtigt. Nicolas Berggruen sammelt zeitgenössische Kunst

der Reid Hoffman, eBay-Gründer Pierre Omidyar, Yahoo-Mit-

und ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender im

gründer Jerry Yang, Twitter-Mitgründer Evan Williams und

Förderkreis «Museum Berggruen» in Berlin, welches die Picas-

Hollywoodstar Ashton Kutcher investierte Nicolas Berggruen

so-Sammlung seines Vaters präsentiert und diese durch wei-

vor einigen Jahren in die Petitionsseite Change.org, eine der

tere Ankäufe und Leihgaben erweitert hat. Wahrgenommen

Internet-Erfolgsgeschichten der vergangenen Jahre. Mehr als

wird Berggruen als Dauerreisender, der nur im Flugzeug oder

80 Millionen Nutzer in 196 Ländern haben sich darüber bereits

Hotelzimmer anzutreffen ist. Das Bild, das er dabei vermit-

an politischen oder Konsumentenschutz-Petitionen beteiligt.

telt, ist durchaus facettenreich: Da ist der Popstar, der in den

Nicolas Berggruen wohnt derzeit in Los Angeles und besucht

Klatschkolumnen mit den Schönen und Reichen auftaucht.

regelmässig seine 92-jährige Mutter Bettina Berggruen-

Da ist der Mäzen, der einen Think Tank für Politik betreibt

Moissi in Gstaad, wo wir ihn im Gstaad Palace getroffen haben.

NI CO L A S BERGGRUEN


What is your opinion on the attempt to democratise countries which had previously been ruled by a dictator?

life. A lot has changed in Gstaad, but it still retains its human touch. I find that nice and inspiring.

It is a good moral objective but totally unrealistic. Going into

What does the name Yehudi Menuhin mean to you?

a country and saying we don’t like your system and have

The most beautiful music, quality and optimism.

here a system which is good for you is not just naive, it is also arrogant because it completely ignores the country’s

Are you a religious person?

history and culture. Some countries which are now democ-

I would describe myself as being idealistic but not religious.

racies weren’t democratic right from the start and it was im-

We humans almost have a cosmological duty to live for our-

possible to introduce democracy there before first respect-

selves and also for others. Why and how? Even if we aren’t

ing the country and its system. I will give you two examples:

aware of it, as people we have a destiny which makes us

South Korea and Taiwan. Both once had authoritarian re-

spiritual but we don’t know why.

gimes before transiting to democracies.

Are you more of an idealist or a realist?

What will be in 10 years from now? I hope that the world will then be a better place and that we

Both, but I’m more of an idealist. You can work on reality and

will have learnt something. I would like to make a personal

achieve more if you are an idealist because this means you

contribution to this. Hopefully we will see each other again

are more likely to be brave enough to change something.

here then. I hope my mother will still be with us.

You live in Los Angeles. Why not somewhere else?

Is there a person who particularly impresses you?

I love Los Angeles beacause it is a place that is physically

There are quite a few and they are all different: the Dalai

and mentally open.

Lama and Shimon Peres, for example. Great thinkers are not always great communicators, even if they are great lead-

And Gstaad?

ers, like for example Fernando Henrique Cardoso, a former

I was at my mother’s place in Gstaad today. The mountains

President of Brazil. Only time can tell: think of all the com-

do her good. I celebrated my 1 birthday in Gstaad. My par-

posers whose music Yehudi Menuhin played. They weren’t

ents often rented a house here in summer and winter. We

that popular during their lifetime and yet they are still impor-

came here often when I was little. Gstaad is a part of my

tant today.

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NI CO L A S BERGGRUEN

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Gstaad’s Winter News 2015/16 Snow Bike Festival Gstaad - New international winter event

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With the Snow Bike Festival the destination Gstaad gets another great international winter event: This high class bike competition held from 22 to 24 January 2016 includes fun rides and party as well. About 500 participants from all over the world are expected.

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Gstaad Mountain Rides launches new online Ticket Shop

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Fondue Caquelon on the Wispile – First Winter Season

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The latest attraction in Fondueland Gstaad, an outsize caquelon pot on the Wispile, is now ready for its first winter season. Like its twin on Schlittmoos near Schönried, it is big enough for up to 8 people to enjoy plenty of open-air fondue fun. All equipment needed will be in the fondue backpack – available at the local dairies or at the hotel receptions. To be ordered one day in advance.

PistenBully Tour Now with Take-Away Model

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It’s a child’s dream come true: In Gstaad, amateurs can ride in the Bully when the pistes are being groomed. After the work has been done, they receive a certificate in recognition of their services and, starting this winter, they will also be given a small model of a PistenBully to take home with them. This offer may be booked daily.

Swiss Cross-Country championships on the Sparenmoos

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The Swiss cross-country championships are a prestigious event. Five competitions in different disciplines are held on the weekends of 16 and 17 January and 18 to 20 March. Over 350 athletes will take part, including Dario Cologna and local hero Nathalie von Siebenthal.

www.rideonmusic.ch

Youth hostels enhance cooperation with “Ride on Music”

Another trendy and varied musical weekend is held in the mountains in the holiday region of Gstaad – the “Ride on Music” event from 10 to 13 March 2016. Since the Gstaad Saanenland Youth Hostel has once again put together an attractive package with the “Ride on Music” team, a further concert at the youth hostel and a competition with great prizes have been planned in addition to all Gstaad Mountain Rides concerts on the slopes.

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To mark its 60 th anniversary, the Wellness & Spa Hotel Ermitage is holding a photo competition. Photos including the number 60 against an interesting background can be posted under hashtag #Ermitage60. The winning prize is a stay in the Junior suite. Guests will enjoy a wide range of benefits during the anniversary weeks between October and December.

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Graff opens flagship store in Gstaad

Graff Diamonds is delighted to announce the opening of its new store in Gstaad continuing a progressive European expansion for the House. Situated at the centre of the prestigious resort on the renowned Promenade, this stand-alone store brings Graff’s Swiss portfolio to three locations joining the already established boutiques at The Alpina Gstaad and the Grand Hotel Park. The store interior reflects its idyllic

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PROFESSOR DR. ROL AND REICHENBACH ÜBER BILDUNG, FAMILIE UND DAS LEBEN

«Es wird mehr gedacht, als man denkt…»

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Roland Reichenbach ist im Rotli aufgewachsen und hat in Gstaad die Schulen besucht. Heute ist er Professor an der Universität Zürich und Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Erziehungswissenschaft. Bei seltenen Aufenthalten in Gstaad besucht er seine Eltern. Das Saanenland ist eine «starke Landschaft», meint er, die er sehr schätze, obwohl er «leider gar kein bergtauglicher Typ» sei. Die Schönheit und Dramaturgie der Berge seien ihm etwas zu radikal. Doch zum Glück habe man hier nicht ein Matterhorn, welches jeden anderen Gipfel überstrahlt und wegdrückt. Ein so dominantes Einzelphänomen wirke mit der Zeit abgedroschen, klischeehaft, ähnlich wie die «Mona Lisa», die so bekannt sei, dass man sie kaum mehr anschauen könne, obwohl sie im Grunde ja nur grossartig sei. Im Übrigen findet er die Transformation des Saanenlandes ziemlich ausgereizt. Mehr muss nicht sein. Roland Reichenbach äussert sich im nachfolgenden Gespräch über Erziehung, die Institution Familie und das Leben. Herr Reichenbach, wie wichtig ist das Denken im Vergleich zum Handeln? Denken ist zunächst unsichtbar. Das ist der Unterschied zum Handeln. Denken zielt aber gerade darauf ab, sich etwas «vor Augen» zu führen, d.h. bisher Ungesehenes sichtbar zu machen. Ich halte viel von Hannah Arendts Überlegungen zur Bedeutung des Denkens. Sie hat behauptet, das «Böse» sei letztlich ein Fehlen des Denkens, eine Form von Gedankenlosigkeit. Denken ist nicht mit Intelligenz gleichzusetzen. Man kann sehr intelligent und trotzdem gedankenlos sein. Denken ist eine Praxis: Man kann es entweder tun oder lassen. Man kann ein sogenannt «einfacher» Mensch sein und über sein Leben nachdenken; man kann aber umgekehrt ein intelligenter und erfolgreicher Mensch sein und trotzdem selten über sich selbst und die anderen nachdenken. Da Denken heisst, sich etwas Unsichtbares vor Augen zu führen, meint Aufhören zu denken, dass das Unsichtbare wiederum verschwindet. Bildung ist Sichtbarmachung: die Beschäftigung mit Büchern, mit den Menschen oder einer Nachricht; überall gibt es Potenziale des Nachdenkens. Trotzdem ist Denken meistens nicht sehr produktiv. Häufig entdeckt man nur, dass man gar nicht «wissend» ist, sondern nur «meint». Dass das so ist, wusste man schon in der griechischen Antike. Doch Denken verbindet die Menschen, indem es ihnen Fragen ermöglicht, die sie miteinander teilen können. Auf Leute, die sich gewohnt sind, Fragen zu stellen, ist meines Erachtens mehr Verlass als auf Besserwisser. Wer im Moment nicht weiss, was richtig ist oder wie es weiter­

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gehen soll, ist meist auf dem guten Weg. Er ist mit seinem Nichtwissen im Kontakt. Ich glaube, es wird tatsächlich viel «mehr gedacht, als man denkt», wie Helmuth Plessner einmal formulierte.

Sie spielen zwei Musikinstrumente. Wie wichtig sind Musik und das Erlernen eines Instruments in der Erziehung und im Bildungsprozess? Ich bin ein schlimmer musikalischer Dilettant. Dennoch war

Häufig entdeckt man nur, dass man nicht «wissend» ist, sondern nur «meint».

das Erlernen eines Musikinstruments für mich sehr wichtig. Heute denke ich, besonders bedeutsam daran ist das Üben. Man muss so viel und lange üben, und so lange tönt es einfach gar nicht gut. Eine Zwischenbemerkung: In den

etwas Grossem oder Tiefem in Kontakt gekommen zu sein.

USA spielt man bekanntlich Baseball. Es gibt kleine Kinder,

Das habe ich Klavierlehrer Hurni zu verdanken. Die kleinen

die aufblasbare Baseball-Schläger benützen und vorerst

amerikanischen Baseballspieler sind mit «etwas Grossem

überhaupt nichts treffen. Trotzdem machen sie weiter.

in Kontakt», deshalb frustriert es sie nicht, den Ball nicht

Die Frage ist: Warum? Das ist doch allzu frustrierend? Bei

zu treffen …

einem Klavier kann man eine Taste drücken und es tönt einer Geige schon gar nicht. Trotzdem machen die Kinder

Sollte also jedes heranwachsende Kind ein Musik­ instrument erlernen?

weiter. Es gibt diesen Willen zu lernen. Mein damaliger Kla-

Schön ist, dass praktisch jedes Kind in der Schweiz in der

vierlehrer, Herr Hurni, galt als strenger Lehrer und manche

Schule mit der Blockflöte in Berührung kommt. Selbst wenn

Kinder hatten Mühe mit ihm. Obwohl ich damals überall an-

es nie wirklich richtig Blockflöte lernt und nie einen Schritt

eckte, hatte ich komischerweise gar kein Problem mit ihm.

weitergeht, finde ich das schon einmal wichtig! Später wol-

Ich habe mich ihm völlig unterworfen. Wenn ich gut geübt

len viele ein Instrument spielen, Schlagzeug, viele Klavier

hatte, hat er mir zur Belohnung etwas vorgespielt! Und er

oder Gitarre, und sehr viele hören bald einmal auf, weil sie

sagte mir dann zum Beispiel: «Jetzt spiele ich dir etwas vor

merken, dass nach den ersten lustigen Effekten das diszi-

von Wilhelm Friedemann Bach, Sohn von Johann Sebastian

plinierte Üben erforderlich wird. Üben ist in unserer Kultur

Bach, er war dem Alkohol verfallen, trotzdem hat er wun-

nicht mehr so populär, schon fast eine verrückte Idee, dass

dervolle Musik geschrieben!» Dann begann Hurni zu spie-

man etwas, was man eigentlich nicht gut kann, üben soll.

len und es war grossartig. Als kleiner Junge ging man dann

Doch ohne Übung geht es gar nicht, in keinem Bereich,

weg von diesem alten Musiker und sozusagen auch von

nicht einmal in der Moral: Immanuel Kant redet an einer

Wilhelm Friedemann Bach, und man hatte das Gefühl, mit

Stelle sogar von «ethischer Gymnastik».

wenigstens ordentlich, bei einer Klarinette nicht, und bei

Der Mensch und der Tourismus Pädagogikprofessor Roland Reichenbach: «Man geniesst

zeigt sich offenbar auch, dass der Tourismus die bestehen-

heute eine wunderbare Freiheit und unterliegt gleichzeitig

den Urteile oder Vorurteile des Einzelnen gegenüber ande-

einer grossartigen Illusion: Denn ein Problem des Touristen

ren Lebensformen nur noch verstärkt. Wer schon positive

ist es, dass er kein Alibi hat. Er weiss oft nicht, weshalb er

Ansichten hatte, wird vor allem das Positive sehen, und wer

gerade hier oder dort ist. Warum zum Beispiel in Rimini. Er

eher allem und jedem gegenüber kritisch eingestellt ist, sieht

könnte ja ebenso gut auch in Monaco sein. Oder er glaubt ein

alles nur noch kritischer. Denn schliesslich nimmt man sich

Alibi zu haben und sagt: Da oder dort ist eine Konferenz, dort

als Tourist immer auch selber mit und ergibt sich freimütig

muss ich hingehen. Und die Flughäfen sehen überall gleich

seiner selektiven Wahrnehmung, die kaum reflektiert wird.

aus. Überall kann man das Gleiche kaufen. Insofern gibt es

Um tatsächlich etwas zu lernen – d.h. umzulernen, seine Per-

für den normalen Touristen immer weniger Herausforderun-

spektive zu verändern – muss man schon länger irgendwo

gen. Irgendwo gibt es immer einen Geldautomaten oder ein

bleiben (und leben, wenn möglich arbeiten). Doch um die Fä-

teures Hotel, wenn man sich plötzlich nicht an eine andere

higkeiten alle zu erwerben, die wir in der globalisierten Welt

Lebensart oder ein etwas anderes Klima gewöhnen kann. Es

nötig hätten, ist das Leben leider zu kurz.»

RO L A ND REI CH ENBACH

65


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Sie sind Erziehungswissenschaftler. Wie wichtig sind Eltern, Schule und Beruf für den heranwachsenden Menschen?

Erfahrung ist zwar wichtig, aber die sogenannte Erfahrung

Das ist eine zentrale und umstrittene Frage. Natürlich «wis-

zu diesem Chirurgen, der hat diese Operation schon über

sen» alle, dass Eltern, Schule und Berufsbildung für das

500 Mal durchgeführt! Aber man sagt weniger: Geh besser

Erwachsenwerden wichtig sind. Doch inwiefern und in

zu diesem Lehrer, der ist schon seit über 30 Jahren Lehrer!

welcher Art und Weise Menschen tatsächlich «gestaltet»

In der Bildung und Erziehung geht es um das Lernen der

werden (können oder sollen), das sind freilich etwas kom-

Menschen, nicht um einzelne Körperteile, und die jungen

pliziertere Fragen. Im Unterschied zu blosser Sozialisation

Menschen jeder Generation zeigen sich auf je neue Wei-

wird mit Erziehung normalerweise der bewusste Versuch

se. D.h. Eltern, Lehr- und Führungspersonen müssen sich

verstanden, Menschen zu prägen. Erziehungsbemühungen

immer wieder von vorne mit dem Neuen auseinanderset-

sind also nur ein Teil der Sozialisation, insgesamt wohl der

zen, mit diesen komischen Menschen und ihren Allüren und

sehr viel kleinere, weniger wirkungsvolle Teil. Wir werden in

Macken, ihren Ideen und Problemen, aber auch Fähigkeiten

der Familie, der Schule und im Beruf, aber natürlich auch

und Möglichkeiten. Die blosse Erfahrung macht einen im

etwa von den Massenmedien auf meist nicht-intendierte,

Bereich des Menschlichen also nicht einfach souveräner.

aber dennoch wirkungsvolle Weise geprägt und verändert.

Im Gegenteil, man muss sich dem Individuum als Erzieher

Der Einfluss der Eltern auf die Entwicklung des Kindes sinkt

und als Vorgesetzter immer wieder neu anpassen. Es soll

rapide, sobald das Kind wichtige ausserfamiliäre Erfahrun-

allerdings nicht zu stark merken, dass man sich anpasst,

gen macht, etwa die Schule besucht.

das ist klar …

Und die Rolle der Eltern? Macht es am Schluss die Lebenserfahrung der Eltern aus?

Wie hoch erachten Sie die Gefahr, dass Eltern in ihren Kindern ihre eigenen Ideale verwirklichen wollen?

Was den Umgang der Eltern mit ihren Kindern anbelangt, so

Wenn man es einmal geschichtlich betrachtet, war das lan-

trifft man ja meist erwartbare, oft auch gute und sozusagen

ge ein wichtiger Motor für die Emanzipation der sozialen

«normale» Beispiele an, dann gibt es aber auch andere Situ-

Schichten, indem man wollte, dass es die Kinder einmal

ationen, das ist klar. Häufig sind gestresste Eltern das Prob-

besser haben sollten. Wenn aber Eltern sagen, ihr Sohn

lem. In mancherlei Hinsicht ist der Umgang mit Kindern nur

müsse ein Tennis-Star werden, dann hat das mit dieser

begrenzt erlernbar. Selbst wenn man die Möglichkeit hätte,

Emanzipationsgeschichte überhaupt nichts zu tun. Dann

ein «Elternpatent» zu vergeben (wie manchmal – meines

handelt es sich um ein sehr partikuläres Interesse, im Grun-

Erachtens wenig überzeugend – gefordert wird), wäre die

de um eine Form des (elterlichen) Egoismus. Aber trotzdem

positive Wirkung daher wahrscheinlich relativ gering.

soll man etwas von den Kindern wollen und diese brauchen

macht Eltern oder Lehrer nicht automatisch besser. Da unterscheiden sich die Tätigkeiten sehr. Man kann sagen: Geh

PROF. DR . ROL AND REICHENBACH

E

“Gstaad has an imposing landscape” Roland Reichenbach grew up in the Rotli and went to school

it anymore, even though it is basically quite magnificent.

in Gstaad. Today, he is a Professor of General Education with

The educationalist considers parents' influence on their de-

a chair at the University of Zurich. He comes to see his par-

veloping child very important for the time being, but it then

ents on his rare visits to Gstaad. “The Saanenland has an

declines rapidly. He believes that it is important to protect

imposing landscape”, he says. He adds that he greatly ap-

children at school from the flood of information on the In-

preciates it even though he is “unfortunately not at all suited

ternet and to ensure a general deceleration. He thinks that

to the mountain lifestyle”. He states that the beauty and dra-

calm and effort should be given priority at every moment

matic nature of the mountains are a bit too radical for him.

of a child's education. He says that poor education is not

However, he continues, there is fortunately no Matterhorn

necessarily a reason for war. National socialism, he opines,

here which outshines and overshadows any other summit.

provided the best evidence to the contrary. He states that

Such a dominant single phenomenon, he opines, over time

this is where the greatest uncertainty still lies. Namely how

comes across as hackneyed and stereotyped, similar to the

the country with the best education system descended into

“Mona Lisa” which is so famous that you can hardly look at

absolute barbarism.

RO L A ND REI CH ENBACH

67


von den Eltern eine Sichtweise: Ein paar Wegweiser können

Wir, die wir damals im Turbach aufgewachsen sind, oder

nicht schaden (auch wenn sie wenig nützen mögen). Aber

wir, die im Krieg dieses und jenes machen oder erfahren

das pädagogisch Forcierte ist der Ort von Frustrationen der

mussten. Und: Alle mussten es machen, man wurde nicht

Kinder als Folge der unbefriedigten Träume der Eltern.

gefragt. Es gab vielleicht klare Aufgaben und man hat mitunter Solidarität gespürt, ein Zugehörigkeitsgefühl. Das Be-

Was hat der Zweite Weltkrieg für die Nachkriegsund heutige Generation pädagogisch bewirkt?

dürfnis, etwas Sinnvolles zu tun, fällt nicht in erster Linie

Der Zweite Weltkrieg war auch für das Nachdenken über

von gemeinsamen Aufgaben kann eine hohe Befriedigung

Erziehung eine Erschütterung. Mit der 68er-Bewegung eta-

erfahren werden. Die Bedeutung der Selbstbestimmung

blierte sich als Antwort auf die grosse Verunsicherung (und

wird also lebensgeschichtlich wohl überschätzt, aber sie

Ablehnung der Autorität) die Idee der Selbstverwirklichung.

hat natürlich eine elementare politische Bedeutung.

damit zusammen, was gerade gefällt. In der Bewältigung

Das Interessante ist, dass man zunehmend zu glauben beSelbstbestimmung und Glück in hohem Masse korrelieren

Wie hat sich das geschlechtliche Rollenspiel in der Erziehung verändert?

würden. Heute weiss man aus der Glücksforschung («hap-

Es ist offenbar keine so dumme Idee, dass Vater und Mutter

piology»), dass es sich nicht so verhält. Es finden sich noch

unterschiedliche Funktionen ausüben. Das muss aber nicht

ältere Menschen, die in ihrem Leben praktisch nichts selber

unbedingt vom Geschlecht her bestimmt sein. Ein Eltern-

entscheiden konnten. Entbehrungen überall! Und der Beruf

teil ist vielleicht mehr fürsorglich und behütend, was am

zum Beispiel, den sie erlernen wollten, wurde ihnen auch

Anfang, wenn die Kinder klein sind, wichtig ist. Häufig ist

verwehrt … kurz, eigentlich müssten sie total frustriert

dies die Mutter. Der Vater könnte umgekehrt bedeutsam(er)

sein, unglücklich sein. Aber sie sind es nicht. Und warum

werden, wenn es darum geht, Stellung zu nehmen im Leben

sind sie es nicht? Das hat offenbar auch damit zu tun, dass

draussen. Die Mutter muss dann wieder schützen, wenn

sie zwar ein vergleichsweise hartes Leben hatten, aber

das Kind scheitert usw. Das sind zwar Rollenklischees, aber

auch eines, das sie als sinnvoll erfahren konnten. Die Ent-

sie enthalten eine gewisse Wahrheit. Natürlich kann es sich

behrungen waren häufig gemeinsam geteilte Erfahrungen:

auch umgekehrt verhalten, das ist klar. Heute spricht man

gonnen hat – und heute noch zu glauben scheint – dass

RO L A ND REI CH ENBACH

69


von der «Feminisierung der pädagogischen Berufe», womit auch ein gesellschaftliches Problem angetönt wird. In der Grundschule bis in die 6. Klasse sind die Lehrkräfte praktisch ausschliesslich Frauen. Dazu die vielen geschiedenen Eltern, d.h. viele Kinder erfahren, bis sie zehn Jahre und älter sind, in Familie und Schule vor allem Frauen als erwachsene Bezugs- und Autoritätspersonen. Dieses Phänomen gilt es zu beobachten, seine Auswirkungen könnten bedeutsamer

Autorität ist nicht etwas, was eine Person «hat», im Sinne von «besitzen».

sein, als man zunächst denkt.

Wie definieren Sie Autorität? Ich habe mich länger mit Autorität befasst und dazu auch ein Buch geschrieben. Autorität ist nicht etwas, was die

Heutzutage delegieren Eltern und Pädagogen wohl zu vie-

Person «hat», im Sinne von «besitzen». Denn wenn sich

les an das Kind. Es soll immer alles selber wissen. Das ist

die Mitarbeiter oder Untergebenen nicht führen lassen,

nicht nur einfach eine Überforderung des Heranwachsen-

dann «hat» man als Vorgesetzter ja auch keine Autorität

den, sondern es mutet letztlich so an, als ob es der älteren

(mehr). Ergo merkt man, dass Autorität eigentlich die Be-

Generation im Grunde gleichgültig ist, was nun im Einzelnen

schreibung der Eigenschaft einer Beziehung und nicht ei-

genau zu tun ist.

ner Person darstellt. Autorität ist also eine Zuschreibung,

schaft. Mein schon erwähnter Klavierlehrer Hurni war für

Die Schüler wissen es heutzutage oft besser als der Lehrer. Google sei Dank. Der Wissensvorsprung schwindet. Ein Problem für die Autorität und Glaubwürdigkeit der Lehrer?

mich eine sogenannte «limitierte» Autorität – limitiert,

Das könnte ein Problem sein, denkt man zunächst. Aber

weil sie sich auf das Klavierspiel bezog, nicht auf andere

dann kommt sofort die Frage, was eigentlich mit Wissen

Lebensbereiche. Ich habe mich ihm quasi «unterworfen»,

gemeint ist. Sogenanntes Fakten-Wissen als Beispiel kann

aber auch nur hinsichtlich des Klavierspiels: Ein Schüler,

das Internet unvergleichlich schnell und sehr verlässlich

der sich beeindrucken lässt; der tut, was sein Lehrer von

vermitteln. Dann gibt es aber – im (Zusammen-)Leben viel

ihm verlangt – allerdings nur in Bezug auf die Sache, wel-

bedeutsamer – so etwas wie Orientierungs-Wissen, Refle-

che die Rechtfertigung der pädagogischen Tätigkeit bildet.

xions-Wissen, Methoden-Wissen, und man merkt, das sind

meist etwas positiv Konnotiertes. Auf der anderen Seite gibt es (immer noch) die «autoritäre Persönlichkeit». Die ist und bleibt ein Problem für die demokratische Gesell-

PROF. DR ROL AND REICHENBACH

F

« Gstaad fait partie des paysages dominants » Roland Reichenbach a grandi au Rotli et fut scolarisé à Gstaad.

70

magnifique, serait déjà si connue qu’on ne pourrait presque

Aujourd’hui professeur à l’Institut des sciences de l’éduca-

plus la regarder. Pour ce spécialiste des sciences de l’édu-

tion et titulaire d’une chaire d’enseignement à l’Université

cation, l’influence des parents sur l’enfant qui grandit est

de Zurich, il ne revient que rarement Gstaad, uniquement

essentielle, mais elle perd rapidement de son importance.

pour rendre visite à ses parents. Selon lui, le Saanenland fait

C’est pourquoi, il s’avère primordial que l’école protège les

partie des « paysages dominants » dont il a su apprécier les

enfants contre le flux d’informations disponible sur internet

contours, bien qu’il ne se considère « malheureusement pas

afin de ralentir le rythme de vie effréné des enfants d’au-

comme un montagnard ». En outre, l’oscillation imprévisible

jourd’hui. Chaque phase éducative doit être, en priorité, mar-

et inexorable de la montagne entre beauté et drame est pour

quée par la tranquillité et l’effort, en gardant à l’esprit que le

lui bien trop radicale. Selon lui, nous sommes chanceux de

manque d’éducation ne conduit pas forcément à une guerre.

ne pas avoir le Cervin, qui surpasse et éloigne tous les autres

Preuve en est avec le nazisme : il règne encore le plus grand

sommets. En effet, un tel phénomène unique et si dominant

doute sur les raisons qui ont poussé une nation, pourtant

deviendrait presque banal avec le temps et tomberait au

cultivée par excellence, à commettre des actes d’un barba-

rang de cliché, un peu comme la « Joconde », qui, bien que

risme absolu.

RO L A ND REI CH ENBACH


voir vivre», «savoir apprendre». Bei diesen «Wissens»-Typen

Aber ist nicht die Erwartungshaltung allgemein die, dass die Heranwachsenden auf eine Leistungs­ gesellschaft vorbereitet werden?

ist man angewiesen auf eine persönliche Beziehung, ja auf

In Ostasien beispielsweise sind die Menschen in der Regel

eine ganze Kultur, und deshalb ist das Internet gar keine Be-

viel leistungsbereiter als wir hier. Und trotzdem halten sie

drohung. Manche mögen es so auffassen, ich sicher nicht.

sehr viel mehr an ihren Traditionen fest. Menschen sind

andere Sorten von Wissen. Im Französischen spricht man nicht nur von «savoir», sondern auch von «savoir faire», «sa-

Kulturwesen und werden in eine Welt hineingeboren, in

Ist es nicht die Aufgabe der Eltern und Pädagogen, die Heranwachsenden vor der Informationsflut im Internet zu schützen?

der schon alles da ist: die Sprache, die Werte, viele Fä-

Die Bilder- und Informationsflut und der Umgang damit ist si-

im Grunde ist die Originalität des Einzelmenschen sehr

cherlich heute und in Zukunft eine gewisse Herausforderung.

begrenzt. Natürlich verändert sich vieles und die gesell-

Aber der Bildungsgedanke ist eigentlich ein anderer: Indem

schaftlichen Probleme sowie der technische Fortschritt

wir uns mit Gegenständen beschäftigen, mit Geographie, mit

zwingen uns zwar, die alten Fragen immer wieder neu zu

Botanik usw., wird unsere Sicht auf die Welt differenzierter.

stellen. Dass aber wirklich radikal Neues passiert, ist (zum

Das Hauptproblem von Internet bzw. digitalen Medien ist nicht

Glück) unwahrscheinlich. Was nun die sogenannte «Leis-

die Bilder- und die Informationsflut, sondern das grosse Ab-

tungsgesellschaft» anbelangt, so glaube ich nicht, dass

lenkungspotenzial und die Beschleunigung, die zur Oberfläch-

sie ein noch treffendes Label für unsere Situation darstellt.

lichkeit verführt. Die Schule (der Bildung) müsste im Unterricht

Unsere Welt ist komplizierter.

higkeiten und Einsichten. Man kann in Wahrheit kaum wirklich Neues erfinden. Man tut immer so originell, aber

der Verlangsamung und Entschleunigung Priorität einräumen. hat früher noch mit Schönschrift an die Wandtafel geschrie-

Ist fehlende Bildung der Grund für Krieg auf unserer Welt?

ben. Das war grossartig und ineffizient. Schönschrift musste

Obwohl Bildung sehr bedeutsam ist, sie ist kein (Aller-

gelernt werden. Eine langwierige Sache. Die Kinder mussten

welts-)Heilmittel. Das erschütternde Gegenbeispiel ist

immer wieder abschreiben. Aber diese Investition zahlte sich

der Nationalsozialismus. Da liegt nach wie vor die grösste

aus. Die Ruhe hatte eine gewisse Ästhetik. Momente der Ruhe

Verunsicherung: wie die damals wohl am weitesten ent-

gibt es meines Erachtens heute zu wenig in der Schule.

wickelte Bildungsnation zur absoluten Barbarei kam.

Also weniger machen, und das dafür ruhiger. Die Lehrerin

RO L A ND REI CH ENBACH

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assigning him the task of teaching the theory and practice

(SGAEZ), an honorary role Dr Zehm has performed for sev-

of the importance of oral hygiene.

eral years, it comes as no surprise that a radiant smile with

In December 2011, Dr Zehm founded his own practice,

healthy, straight, white teeth is a concern that lies espe-

ZEHM DENTAL SUISSE, in a newly built chalet in Rübel-

cially close to his heart.

dorf, Saanen. A prime concern of the owner is to create

With more than ten years’ employment as a dental assistant

an atmosphere of wellbeing for his patients. Rather than

at various Swiss dental practices, he has acquired further ti-

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EX TREMALPINIST JAKOB «KOBI» REICHEN, L AUENEN

« Der Berg ist immer der Chef … »

TE X T : HANS-UELI TSCHANZ I FOTOS : MARK NOL AN

Dass selbst am K2 mit 8611 Metern Höhe für Kobi Reichen die Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff kein Thema war, versteht sich längst. Den Cho Oyu (8201 m), den Shisha Pangma (8027 m), den Kanchenjunga (8586 m), den Makalu (8475) und zuletzt den Broad Peak (8051 m) – sowie diverse 7000er – hat Jakob «Kobi» Reichen in der Vergangenheit bereits ohne künstlichen Sauerstoff erfolgreich bestiegen. Am höchsten Berg der Welt, dem 8848 Meter hohen Mount Everest, versuchte sich der Lauener bereits dreimal vergeblich: Bei seinem ersten Versuch vor mehr als 20 Jahren musste er kurz vor Erreichen des 8700 Meter hohen Südgipfels wegen zu starker Sturmwinde umkehren. Auch 2005 und 2008 machten ihm das Wetter und zusätzlich sein damaliger Gesundheitszustand einen Strich durch die Rechnung. Kobi Reichen kann ohne den Mount Everest auch leben. Er war zeitlebens ein Abenteurer: 32-jährig fuhr er als erster Mensch auf Skiern die Nordwand des «Mönch» hinunter. Auch die Eigernordwand kennt er bestens: er durchstieg sie bereits über acht verschiedene Routen … Enttäuscht, aber heilfroh sind Kobi Reichen und seine beiden Weggefährten Mike Horn, Expeditionsplaner, und Fred Roux, Bergführer und Gleitschirmpilot aus dem Wallis, auch bei ihrem zweiten Versuch vom 8611 Meter hohen K2 zurückgekehrt, ohne den Gipfel erreicht zu haben. 1100 Meter unter dem Gipfel beschlossen sie den Rückzug. «Wir gerieten in tiefen Schnee, 400 Meter oberhalb des letzten Hochlagers. Das Bauchgefühl gab uns recht, es wäre lebensgefährlich gewesen», ist sich Kobi sicher, nachdem er gesehen hatte, wie eine imposante Lawine kurz nach ihrem Rückzugsentscheid herunterdonnerte. Den Aufstieg hatte die Schweizer Delegation über die Cesen-Route – benannt nach dem slowenischen Alpinisten Tomo Cesen, der diesen Aufstieg vor 30 Jahren zum ersten Mal begangen hatte – geplant. Die Cesen-Route führt unweit der Abruzzenroute zum Südostgrat des K2. Jeder vierte Alpinist kehrt nicht mehr lebend vom zweithöchsten Berg der Welt – und höchsten Berg des Karakorumgebirges – zurück. 2013 und 2015 blieb der Gipfel des K2 unberührt. Die weltweit erfolgreichste Alpinistin, die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner, schaffte den K2 vor einigen Jahren erst im siebten Anlauf. Sie verbrachte insgesamt rund ein Jahr an diesem Berg.

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Ich habe den Bergführer-Beruf gewählt und mich weiterge-

Kobi Reichen, wer sind Sie?

Was tun Sie, wenn Sie nicht als Bergsteiger unterwegs sind?

bildet. Gäste begleitet, die die Möglichkeit sonst nicht hat-

Ich gehe einer ganz normalen Tätigkeit nach. Als Handwer-

ten, in die Berge zu gehen. Dabei übernimmt man sofort

ker. Früher war ich noch mehr in den Bergen als heute. Sai-

Verantwortung, welche man ertragen muss.

sonbedingt halt. Plötzlich ist man nicht mehr zufrieden mit den 4000ern rund herum und geht dann nach Chamonix,

Wie geht man damit um?

Südamerika, Alaska und schlussendlich ins Himalaya-Gebir-

Einige Bergführer haben damit Probleme. Es ist wichtig,

ge zu den 8000ern.

dass man nur dann führt, wenn man persönlich die VerantTouren und sieht dann den Gästen an, ob sie die Trittsicher-

Bleiben wir vorerst in der Nähe: Eiger-Nordwand, Mont Blanc, Matterhorn?

heit haben, um Touren zu absolvieren, von denen sie bisher

Die Eigernordwand habe ich viermal mit Gästen über die

nicht einmal geträumt haben. Schwierige Touren halt, wel-

klassische Heckmair-Route gemacht. Privat aber bestieg

che sorgfältige Vorbereitungsarbeit voraussetzen.

ich die Nordwand über acht verschiedene Routen. Darun-

wortung übernehmen kann. Man beginnt also mit kleineren

ter schwierige Kletterrouten – also nur im Fels – und kom-

Sie sind mittlerweile ein Extrem-Bergsteiger?

binierte Touren. Die Eigernordwand ist nicht unbedingt

Das, was ich machte, war nicht mehr die ganz herkömm-

schwierig, kann aber sehr gefährlich sein. Eine schwierige

liche Bergführer-Tätigkeit. Mit meinen Gästen habe ich di-

Aufgabe war die Michel-Piola-Route am Mont Blanc, wel-

verse Nordwände bestiegen. Darunter die Eigernordwand,

che wir im Winter machten. Das Matterhorn hingegen ist

die Matterhorn-Nordwand, die Grandes Jorasses im Mont-

ein sehr schöner Berg, wo ich gegen 80 Mal oben war.

Blanc Massiv und die Freneypfeiler. Klettertouren bis 8. und dass wenn ich mit einem Gast für eine Tour auf die Jungfrau

Erzählen Sie von Ihren Erlebnissen im HimalayaGebirge.

oder den Mönch verabredet war, einen leichten Viertausen-

Am Kangchenjunga – 8586 m – habe ich mir die Nasenspit-

der also, ich dann schon in der Nacht losging, um von der

ze angefroren. Mit diesem Berg verbinden mich tiefgrei-

Scheidegg aus via «Nollen» auf den Mönch und dann runter

fende Erinnerungen. Wir waren am Limit mit der Zeit, dem

ins Joch den Gast zu holen, welcher um 9 Uhr mit dem Zug

Wetter und hatten viel Glück! Es ging ums nackte Überle-

ankam. Man muss hineinwachsen in das Ganze. Es ist ein

ben. Wir hatten von 7000 m bis 8500 m über Meer eine

Aufbau von klein auf.

neue Route gewählt. Ich als einziger Schweizer mit Italie-

9. Schwierigkeitsgrad in den Wendenstöcken. Es kam vor,

KO BI REI CH EN

79


über Meer nicht im Zelt an und fehlte. Es wurde Nacht. Keiner war oben geblieben und wartete auf ihn. Wenn es ums Überleben geht, schaut jeder für sich. Wir gingen dann runter und liessen ein Zelt und einen Kocher zurück. Für uns war klar: Carlos war tot. Eineinhalb Tage später tauchte Carlos plötzlich auf, nachdem man ihn bei seiner Familie in Spanien schon für «missing» erklärt hatte.

Welche 8000er haben Sie sonst noch bestiegen? Für mich ein sehr schönes Erlebnis war der Makalu – 8475 m – ein fantastischer Berg. Aber mir reichte es dann plötzlich nicht mehr, einfach nur rauf und runter, sondern schnell musste es sein. Die Shisha-Pangma-Südwand – 8027 m ganz auf Tibet-Gebiet – bewältigte ich nonstop KOBI REICHEN AUF DEM GIPFEL DES MAK ALU – 8481 m ü. M.

ohne zu übernachten vom Basislager rauf und runter. 12 Stunden nur der Aufstieg. Ueli Steck hat das auch gemacht, aber man muss vorsichtig sein mit Vergleichen. Die Verhältnisse spielen immer eine Rolle.

nern und Spaniern. Einer davon hat der grossen Kälte we-

Mit dem K2 verbindet mich eine ganz spezielle Geschichte:

gen später seine Finger verloren. Wir waren um 16.15 Uhr

Der Italiener, mein Freund vom Kangchenjunga, sagte zu

auf dem Gipfel und ich wusste nur eines: Foto machen und

mir im Jahr 2004: «Kobi, du kommst mit mir auf den K2.» Zu

sofort absteigen. Auf dem Abstieg hat das Wetter umge-

dieser Zeit wurde aber meine Tochter Amely geboren und

schlagen und wir kamen in ein leichtes Schneebrett. Hatten

ich habe mich entschieden, nicht mitzugehen. Das Wetter

ein Riesen-Glück. Carlos, ein Spanier, kam dann auf 7000 m

hätte gestimmt. Mich liess diese Sache dann nicht mehr

E X TREME A LPINIS T, JA KOB "KOBI" REICHEN, OF L AUENEN

E

80

"The mountain is always the boss …" It has long been known that even on K2 at an altitude of 8,611

and paraglider from the Valais, also returned disappointed

metres, using bottled oxygen as an aid was not a matter

but happy to have survived from the second attempt to climb

for discussion as far as Kobi Reichen was concerned. Jakob

the 8,611-metre high K2 without having reached the summit.

"Kobi" Reichen has in the past already successfully climbed

They decided to go back 1,100 metres below the summit. “We

the mountains Cho Oyu (8,201 m), Shisha Pangma (8,027 m),

ended up in deep snow, 400 metres above the last high camp.

Kanchenjunga (8,586 m), Makalu (8,475 m) and most recently

Our gut feeling proved to be correct: it would have put our

Broad Peak (8,051 m) without artificial oxygen. The Lauenen na-

lives at risk”, Kobi said assuredly after he had seen how an im-

tive has already unsuccessfully attempted to scale the world's

pressive avalanche came thundering down shortly after their

highest mountain, the 8,848-metre high Mount Everest, three

decision to head back. The Swiss delegation had planned to

times: during his first attempt more than 20 years ago, he was

climb via the Cesen route which is named after the Slovenian

forced to turn back shortly before reaching the 8,700-metre

Alpinist, Tomo Cesen, who had successfully completed this

high southern summit due to dangerously strong storm-force

climb 30 years ago for the first time. The Cesen route leads not

winds. In 2005 and 2008, the weather plus his current state

far from the Abruzzi spur to the southeast ridge of K2. One in

of health again thwarted his plans. Kobi Reichen can also live

four Alpinists does not return alive from the second-highest

without Mount Everest. He has been an adventurer all his life:

mountain in the world and the highest mountain in the Kara-

as a 32-year-old, he was the first person to ski down the north

koram mountain range. In 2013 and 2015, nobody scaled the

face of Mt. “Mönch”. He also knows the north face of Mt. Eiger

summit of the K2. The world's most successful female Alpinist,

like the back of his hand: he has already climbed through it via

the Austrian Gerlinde Kaltenbrunner, only managed to climb

eight different routes. Kobi Reichen and his two companions,

K2 at the seventh attempt several years ago. She spent a total

Mike Horn, expedition planner, and Fred Roux, mountain guide

of about one year on this mountain.

KO BI REI CH EN


los. Der K2 ist wie ein Magnet. Der Berg der Berge. Er zeigt

Was heisst das nun bezüglich Ernährung?

so scharfe und viele Strukturen wie kein anderer. Man sieht

Nicht vollfettig essen! Das ist nicht gut für die roten Blut-

diesem Berg die Schwierigkeiten richtiggehend an. Und

körperchen. In der Höhe empfiehlt es sich, keine «grossen

wenn du ein Bergsteiger-Herz hast, dann kannst du den K2

Menus» zu essen. Im Basislager vorher, da schon, da muss

nicht sein lassen. 10 Jahre später dann rief mich Mike Horn

man sich wie zu Hause fühlen und es gibt in der Regel ei-

an. Ich habe den K2 nie aus dem Kopf gekriegt und sofort

nen Koch. Je nach Land stellt man sich auf die dortigen

zugesagt. Zweimal haben wir es dann versucht – 2013 und

Essgewohnheiten ein. So wie in Nepal. Die essen dort sehr

2014 – und zweimal mussten wir umkehren. Eine Neusee-

gesund: Linsen und Dhal Bhat. Aber auf 8000 Metern isst

länder-Delegation entschied anders, ging weiter und ist

niemand mehr viel. Nüsse sind gut. Man kann keine Regeln

dann umgekommen, am Abruzzen-Grat.

aufstellen. Jeder muss für sich selber entscheiden, was er isst.

Sie klettern immer und auf jede Höhe ohne Sauerstoffgerät?

Ist ein Bergsteiger idealerweise schlank?

Ja! Bis jetzt – und es wird auch so bleiben! Das ist der

Die Dünnen sind eher erkältet und haben keine Reserven.

Schlüssel zum Höhenbergsteigen. Ich habe schon sehr früh

Da gibt es zwei, drei Höhenbergsteiger, die ich persönlich

gemerkt, dass ich die Höhe gut vertrage, obwohl ich da

kenne, die sind alles andere als schlank, haben dann aber

oben nie gut schlafe. In der Höhe fehlt der Sauerstoff, um

die notwendigen Reserven. Höhenbergsteigen ist eine rein

die Muskulatur zu füttern. Ich habe mich stark mit Atem-

mentale Sache.

technik befasst – also wie man den Sauerstoff aufnimmt. Auch mit Nahrung. Da gibt es ein System.

L'A LPINIS TE DE L’E X TRÊME JA KOB « KOBI » REICHEN, L AUENEN

F

« La montagne est toujours reine... » Pour Kobi Reichen, il est hors de question d’utiliser des bou-

de montagne et parapentiste valaisan, sont rentrés déçus

teilles d’oxygène même lors de l’ascension du K2 qui culmine

de leur deuxième tentative avortée de l’ascension du som-

à 8611 mètres. Les sommets suivants : le Cho Oyu (8201 m),

met du K2 mais heureux d’avoir fait le bon choix. C’est à

le Shisha Pangma (8027 m), le Kanchenjunga (8586 m), le Ma‑

1100 mètres au-dessous du sommet qu’ils ont décidé de

kalu (8475) et dernièrement le Broad Peak (8051 m), Jakob

rebrousser chemin : « Nous nous sommes retrouvés dans

« Kobi » les connais bien pour les avoir déjà escaladés avec

la neige profonde, 400 mètres au-dessus du dernier camp

succès, toujours sans oxygène artificiel. L’homme origi-

de base. Notre intuition était bonne, en continuant, nous

naire de Lauenen a déjà tenté à trois reprises l’ascension

nous serions mis en danger de mort. Peu après avoir fait

du Mont-Everest, dont le sommet culmine à 8848 mètres

demi-tour, ils virent une avalanche impressionnante déva-

d’altitude. Ses tentatives sont toutefois restées vaines : lors

ler la pente à toute allure. La délégation suisse avait prévu

de sa première tentative il y a plus de vingt ans, il a dû faire

de démarrer l’ascension en empruntant la route Cesen, du

demi-tour à 8700 m, peu avant d’atteindre le sommet par le

nom de l’alpiniste slovène Tomo Cesen, qui avait emprunté

versant sud, en raison de puissants vents tempétueux qui

ce tracé pour gravir ce sommet, pour la première fois, il y

s’étaient levés d’un coup. En 2005, puis en 2008, la météo

a une trentaine d’années. La route Cesen conduit à l’arête

et son état de santé avaient contrecarré ses plans et l’ont

sud-est du K2, non loin de la route des Abruzzes. Un alpi-

poussé à abandonner l’ambition d’atteindre le sommet de

niste sur quatre ne revient pas vivant de l’ascension de la

l’Everest. Kobi Reichen peut également vivre sans cette as-

deuxième plus haute montagne du monde et la plus haute

cension. Son âme d’aventurier le suit depuis toujours : âgé

du massif du Karakoram. En 2013 et en 2015, aucun alpiniste

de 32 ans, il fut le premier à descendre à ski le long de la

n’est parvenu au sommet du K2. L’alpiniste autrichienne,

face nord du Mönch. Il connaît également très bien la face

mondialement connue, Gerlinde Kaltenbrunner, a réussi

nord de l’Eiger l’ayant déjà escaladée en empruntant huit

l’ascension du K2 il y a quelques années, à la septième

tracés différents. Kobi Reichen et ses deux compagnons

tentative. Au total, elle aurait passé près d’un an sur cette

de route, Mike Horn, chef d’expédition, et Fred Roux, guide

montagne.

KO BI REI CH EN

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Kommen wir noch zum Mount Everest …

dann blitzschnell entscheiden, das Richtige tun und kann

Ich erhielt meine erste Chance mit einer grossen Delegati-

nicht alles vorausplanen. Aber natürlich, bevor man oben

on aus Deutschland. Leider mussten wir auf 8700 Metern

in die Skier steht, putzt man die Schuhe gut. Wenn die

über Meer – kurz vor dem Südgipfel – umkehren. Wir waren

Bindung sich löst, bist du tot.

ein bisschen zu spät unterwegs auf dieser Höhe und das versuchte es anschliessend noch zweimal, ohne jedoch

Sind Sie ein religiöser Mensch? Beten Sie hie und da zu Gott?

je auf dem Gipfel gewesen zu sein. Beim letzten Versuch

Ein religiöser Mensch? (Denkt lange nach.) Wenn du einen

musste ich mir allerdings sagen: «Kobi, da gehörst du nicht

Eisabbruch direkt über deinem Kopf hast, gehst du tief in

mehr hin.» Von 8000 m blickt man eine Flanke runter bis

dich hinein. Das schon. Aber beten im eigentlichen Sinn …

auf 6400 m über Meer. Was man sieht, sind unendlich lange

Sagen wir es so: ein guter, positiver Gedanke jeden Morgen.

Wetter hat umgeschlagen. Ich war damals 30-jährig und

Menschenkolonnen, welche auf den Gipfel wollen. Nichts für mich.

Waren Sie schon mal etwas übermütig? Früher schon. Heute kaum mehr.

Kennen Sie das Wort «Angst»? Angst ist ein schlechter Begleiter am Berg. Aber Respekt vor dem Berg, das schon. Der Berg ist immer der Chef.

Sie sind jetzt 55-jährig. Spüren Sie eine Altersgrenze für Ihre Passion? Die elastische Muskulatur lässt nach. Das ist klar. Mit 30 war

Und Vertrauen in das Material?

das noch anders. Aber die körperliche Verfassung in der

Abenteuer bleibt Abenteuer. Nehmen wir meine Ext-

Höhe ist noch da. Das sind langsame, behutsame Vorgänge

remskiabfahrten vom Mönch oder vom Spitzhorn. Irgend-

dort oben. Da muss man nicht «explodieren».

wo lauert immer plötzlich die Extremgefahr. Man muss

KO BI REI CH EN

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L A SKIEUSE DE FOND NATHALIE VON SIEBENTHAL DE L AUENEN

« Le sport professionnel ne tolère pas de demi-mesures » TE X T E: HANS-UELI TSCHANZ I PHOTOS : R APHAEL FAUX

Nathalie von Siebenthal, jeune skieuse de fond âgée de 21 ans et originaire de Lauenen, a remporté une médaille d’or et une médaille de bronze à Almaty, au Kazakhstan, lors du championnat du monde des moins de 23 ans. Dans la catégorie élite, elle a même réussi à se positionner de manière inattendue à la 6e place lors de la course individuelle sur 10 km. « J’ai réalisé une bonne course et j’ai également été aidée par la météo », commente l’athlète à la chaîne de télévision suisse SRF. Juste après cet exploit, son « merci, papa » avait ému aux larmes l’ensemble de la Suisse qui l’avait entendue via les chaînes de télévision nationales. Le parcours de Nathalie von Siebenthal pourrait servir d’exemple et motiver d’autres jeunes athlètes : l’image idyllique d’une petite fille proche de la nature qui atteint des sommets internationaux grâce à un travail acharné et à l’air pur des montagnes suisses. L’artisan de cette réussite n'est autre que son père, Christian von Siebenthal, lui-même entraîneur de ski de fond. Pour la carrière de Nathalie, il ne laisse rien au hasard qu’il s’agisse de l’achat du matériel, de l’entraînement en passant par le choix du fart. A la tête d’une exploitation agricole et d’un cheptel de 28 vaches laitières, il n’est pas toujours facile de concilier le travail et les voyages vers les sites d’entraînements ou de compétitions. Agricultrice qualifiée, Nathalie peut aider son père lorsque son emploi du temps le lui permet. Aujourd’hui, Nathalie von Siebenthal est devenue sportive professionnelle et peut vivre de ses revenus grâce à son sponsor HELVETIA. Ses prochains objectifs sont : la participation aux championnats du monde en 2017 ainsi qu’aux Jeux Olympiques d’hiver en 2018. La jeune femme de Lauenen, actuellement au meilleur de sa forme, est considérée comme un « diamant brut » et un grand espoir du ski de fond. Nous lui avons rendu visite à l’alpage « Marnet », au-dessus du village des « Diablerets » et avons discuté avec elle de sa passion : le ski de fond …

N AT H A L IE VO N SIEBEN T H A L

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Nathalie, tu as 22 ans. Considères-tu que c’est l’âge idéal pour la compétition ?

Comment peux-tu vivre de tes revenus en tant que sportive professionnelle ?

Pas encore ! Le meilleur âge pour le ski de fond, se situe

Je suis dépendante de sponsors. Je ne reçois aucun sup-

entre 24 et 27 ans. Mon prochain grand objectif pour la sai-

port financier de la part de Swiss Ski. Comme je suis dans

son 2015/2016 est de défendre mon titre chez les moins de

le cadre A j’ai pu trouver HELVETIA comme sponsor per-

23 ans. En 2017 auront lieu les championnats du monde à

sonnel et je peux ainsi vivre de mes revenus de sportive.

Lahti. C’est à ce moment, à 24 ans, que j’aurai un âge idéal. Dès que j’aurai atteint l’âge de 25 ans, plus rien ne pourra

Le contrat est-il basé sur le succès ?

m’empêcher de participer aux jeux Olympiques et je pour-

Je reçois un montant annuel fixe ainsi qu’une prime basée

rai même me lancer quatre ans plus tard, dans une nou-

sur les performances, en fonction des résultats.

velle tentative. Mais tout peut changer très rapidement.

L ANGL ÄUFERIN NATH A LIE VON SIEBENTH A L

D

«Der Profi-Sport duldet keine Halbheiten» Die junge, 21-jährige Langläuferin Nathalie von Siebenthal aus

Ob Materialbeschaffung, Ski wachsen oder Training – immer

Lauenen hat 2015 an der U23-WM im kasachischen Almaty

unterstützte er Nathalies Karriere. Dabei musste allerdings oft

einmal Gold und einmal Bronze gewonnen. Bei der Elite in

improvisiert werden. Angesichts der Verantwortung für einen

Falun lief sie gar auf den unerwarteten 6. Rang im Einzelren-

Landwirtschaftsbetrieb waren lange Anreisen zu Trainings­

nen über 10 km. «Ich habe ein gutes Rennen gezeigt und bin

lagern nicht immer möglich.

durch das Wetter auch belohnt worden», so die Lauenerin im

Nathalies grosses Ziel ist es, 2017 an den Weltmeisterschaf-

Schweizer Fernsehen SRF. Unmittelbar nach dem Exploit hat-

ten und 2018 an den Olympischen Winterspielen teilzuneh-

te ihr «Merci, Papa» über die nationalen TV-Kanäle die ganze

men. Die junge Lauenerin ist im Moment in Topform und wird

Schweiz zu Tränen gerührt. Der Langlauf-Trainer und Vater

unter den Trainern als «Rohdiamant» und Zukunftshoffnung

Christian von Siebenthal ist Nathalies wichtigster Förderer.

betrachtet.

N AT H A L IE VO N SIEBEN T H A L

91


L’essentiel est de rester en bonne santé, ça, c’est clair ! Mais le

Comment arrives-tu à gérer les relations avec les médias?

risque de blessures est moins élevé en ski de fond que dans le

Il faut toujours rester soi-même. Je n’ai aucun problème

ski alpin. Les accidents les plus dangereux se passent avec les

avec ça. Au Kazakhstan, j’ai donné, pour la première fois

bâtons ; quand on est par exemple touchée par autre concur-

de ma vie, une interview en anglais – c’était très amu-

rente ou lors des sauts. Mais c’est souvent une question de

sant. Mon entretien a été diffusé sur Eurosport et à la

malchance.

télévision norvégienne.

Le dopage est-il un sujet entre vous, sportives ?

Est-ce que tu as une idole ?

On en parle un peu. Quand cela arrive, comme récemment

Marit Bjørgen, skieuse de fond norvégienne. Elle a, jusqu’à

pour un Autrichien, c’est l’ensemble du pays et le ski de fond

présent, remporté 5 médailles d’or olympiques. Aucune

en général qui en souffrent. On est régulièrement contrôlé

skieuse de fond n’avait encore réussi ce qu’elle a fait.

Qu’en est-il des risques de blessures ?

par l’association suisse anti-dopage. Je dois toujours les inforpuissent me tester le soir ou en matinée. L’année dernière,

Comment sont les conditions d’entraînement pour toi au Saanenland ?

ils sont même venus me rendre visite à Macolin. Cela dit, je

Bonnes. Je m’entraîne à Lauenen, Turbach, Schönried,

trouve ces contrôles très bien.

Gsteig-Feutersoey et parfois également au Col des

mer de l’endroit où je me trouve et à quel moment, afin qu’ils

Mosses. J’emprunte également très souvent le trajet

Est-ce que tu as déjà vécu un état d’épuisement ?

reliant le Col du Pillon au Lac Retaud.

Oui. En mars 2015, lors des championnats suisses, 30 km, à

Quand as-tu réalisé que le ski de fond deviendrait ton métier ?

Kandersteg. Là, j’étais littéralement au bout du rouleau.

Qu’est-ce qui se passe dans la tête à un moment pareil ?

Dans la famille, nous avons grandi avec le ski de fond,

Pas grand-chose … mis à part les douleurs. On continue de

parce que mon père était entraîneur junior (JO). Avec

courir en signe de respect à l’encontre de la concurrence et

mes soeurs, nous nous sommes donc régulièrement

des coachs.

rendues à l’entraînement avant de commencer à participer à des compétitions d’abord à l’échelle régionale,

Est-ce que tu veilles spécialement à ton alimentation ?

puis au niveau national. Bien sûr, j’ai vécu des moments,

Je mange de tout. Mon corps prend ce dont il a besoin. J’ai

pratiquer ce sport au niveau professionnel. Mais il faut

une bonne sensation de faim. C’est bien entendu très diffé-

rester très conséquent et s’accrocher. Le sport ne tolère

rent juste avant la compétition. A ce moment-là, il est alors

aucune demi-mesure. Soit on donne tout, soit on laisse

strictement interdit de manger de la fondue (elle rit).

tomber.

pendant lesquels je n’étais plus tellement motivée pour

CROSS- COUNTRY SK IER, NATH A LIE VON SIEBENTH A L

E

“Professional sport does not tolerate any half measures” The young 21-year-old cross-country skier Nathalie von Sie-

Nathalie’s cross-country ski coach and father, Christian von

benthal of Lauenen won a gold medal and a bronze medal at

Siebenthal, is her most important supporter. Whether it be

the 2015 U23 World Ski Championships in Almaty, Kazakh-

purchasing material, waxing skis or training – he has always

stan. At the FIS Nordic World Ski Championships in Falun, she

supported Nathalie’s career. However, improvisation was of-

even unexpectedly secured 6 spot in the individual race over

ten required. Due to his responsibility for a farm, long trips to

a distance of 10km. “I performed well and was also rewarded

training camps weren't always possible.

with good weather conditions,” said the Lauenen native in

Nathalie’s greatest objective is to compete at both the 2017

an interview with the Swiss public broadcaster, Schweizer

World Championships and the 2018 Winter Olympics. The

Fernsehen SRF. Immediately after her brilliant performance,

young Lauenen native is currently in top form and is con-

she said “thanks, dad!” into the camera for all national TV

sidered by her coaches to be a “rough diamond” and great

channels, which moved the whole of Switzerland to tears.

prospect for the future.

th

92

N AT H A L IE VO N SIEBEN T H A L


Nathalie – eine Hoffnungsträgerin im Schweizer Langlauf-Sport Nathalie von Siebenthal, für Gstaad (Turbach/Bissen) startend,

ten Weltcuppunkt. Die Tour de Ski 2015 beendete sie auf dem

nimmt seit 2008 an Wettbewerben der Fédération Internatio-

17. Gesamtrang. Bei den Schweizer Meisterschaften in Kan-

nale de Ski teil. Bis 2013 trat sie vorwiegend bei Juniorenren-

dersteg im Januar 2015 siegte sie über 5 km Freistil. Zwei

nen an. In der Saison 2013/14 lief sie bei Rennen im Alpencup,

Wochen später gewann sie bei den U23-Weltmeisterschaften

den sie auf dem vierten Rang in der Gesamtwertung been-

2015 in Almaty Bronze über 10 km Freistil und Gold im 15-km-

dete. Ihr erstes Weltcuprennen lief sie im Dezember 2013 in

Skiathlonrennen. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften

Davos. Dort belegte sie den 56. Platz über 15 km Freistil. Im

2015 in Falun kam sie auf den 23. Platz im 30-km-klassisch-

Januar 2014 wurde sie in Leysin Schweizermeisterin im 10-km-

Massenstartrennen, auf den 22. Rang im Skiathlon und auf

Verfolgungsrennen. Zu Beginn der Saison 2014/15 holte sie

den 6. Platz über 10 km Freistil. Zum Saisonende belegte sie

in Davos mit dem 30. Platz über 30 km klassisch ihren ers-

den dritten Platz im U23-Weltcup.

N AT H A L IE VO N SIEBEN T H A L

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Der Funi – neue Attraktion im Verkehrshaus der Schweiz

Eine Schlittenseilbahn aus Gstaad, bekannt als Funi (von frz. funiculaire), gehört neu zur Sammlung des Verkehrshauses in Luzern, dem besucherstärksten Museum der Schweiz. Das einzigartige Objekt und Beispiel schweizerischen Innovationsgeistes hat Tourismusgeschichte geschrieben. Im Juni 2015 erfolgte die Überführung aus dem Berner Oberland nach Luzern. Die Schlittenseilbahn wurde in den Werkstätten des Verkehrshauses restauriert und Ende 2015 in die Ausstellung integriert. Eine Schlittenseilbahn ist ein historisches Transportmittel für

Gegen 9 Uhr nahm der Tieflader der Firma Thoenen Baut,

Wintersportler aus den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts.

die den Transport sponserte, das Gerippe auf den Haken.

Das nun in Luzern ausgestellte Nachfolge-Fahrzeug des vom

Ruth Annen, Enkelin des Funi-Erfinders und Initiantin des

Lauener Seilbahn-Pionier Arnold Annen erfundenen Funis

Projekts, konnte es kaum glauben, dass nun das lang er-

war bis 1986 am Hornberg bei Saanenmöser im Einsatz. Es

sehnte Ziel, der Abtransport ins Verkehrshaus der Schweiz,

bot Platz für 50 Passagiere und einen Schlittenführer.

wahr wurde.

Abschied von Gstaad

Enkelin setzt sich ein

Nach dem etwas harzigen Projektauftakt 2013 kam im Früh-

Das Funi-Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen Gstaad

ling 2015 neuer Schwung in die Sache. Stiftungen, Gemein-

Saanenland Tourismus (GST) und dem Verkehrshaus der

den und der Lotterie-Fonds wurden angeschrieben und

Schweiz. Ohne den unermüdlichen Einsatz von Ruth Annen

Sponsoren zur Unterstützung des Projekts gefunden. Einen

wäre dieses Vorhaben nicht zustande gekommen. Sie hat

herzlichen Abschied bereiteten einige Gstaader Funi-Fans

mit grossem Engagement historisches Material und Fotos

in nostalgischen Ski-Ausrüstungen und Gstaader Schulkin-

sowie Filme und Originalteile gesammelt und zur Verfügung

der dem historisch wertvollen Pionierstück am 8. Juni 2015.

gestellt.

H IS TO RISCH E SCH L I T T ENSEIL BA HN

95


PORT FOLIO

Pierre Khim-Tit


PORTFOLIO I PIERRE KHIM -TIT

Pierre Khim-Tit est né le 31 janvier 1954 à Phnom-Penh, au Royaume du Cambodge. Son père fut Premier Ministre du Royaume du Cambodge en 1956 (source : Wikipédia), et sa mère était une femme d’affaire Thaïlandaise. Le destin de Pierre Khim-Tit ne le conduisait pas à devenir photographe, mais plutôt diplomate ou avocat. Après avoir passé son baccalauréat, il poursuivit des études de droit à l’université de Montpellier, en France, où il obtint sa licence. Son cursus fut complété d’un diplôme de l’école des Arts et Métiers dans la même ville. Il obtint la nationalité française en juin 1977, avant d’accomplir son service militaire à Marseille. Il se consacra ensuite à sa seule et unique passion : la photographie. Ses spécialités : le portrait en noir et blanc, la mode, les reportages, le sport, l’architecture, les concerts de musique et les photos culinaires. Installé depuis près de 12 ans à Gstaad, Pierre quittera son nid après une dernière saison d’hiver 2015/2016, pour retrouver ses racines, au Royaume du Cambodge. Il reviendra bien entendu en Suisse, mais plutôt du côté de Lausanne ou de Genève.

PO R T FO L I O PIERRE K H IM -T I T

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98


PO RT FO L I O

Pierre Khim-Tit 99


NACH 142 JAHREN WAR SCHLUSS. GOT TFRIED VON SIEBENTHAL ÜBER GERÜCHTE UND WAHRHEITEN, SCHMER ZEN UND ENT TÄUSCHUNG

«Die Schliessung war ein logischer Schritt»

TE X T : HANS-UELI TSCHANZ I FOTOS : MARK NOL AN

Gerade erst in die 5. Familiengeneration übergegangen, schloss das legendäre Geschäft «Von Siebenthal für Tisch und Küche» auf der Gstaader Promenade nach 142 Jahren plötzlich seine Türen. Im Parterre der Liegenschaft befindet sich jetzt eine Modeboutique. Die Ladenschliessung kam für viele Einheimische und Gäste überraschend und fast dem «Einsturz eines Monuments» gleich. Der Entscheid der etablierten Familie von Siebenthal wurde offen oder hinter vorgehaltener Hand als vorläufiger Höhepunkt einer problematischen Entwicklung im Dorfzentrum von Gstaad gesehen. Viele internationale Gäste, für welche die Rückkehr nach Gstaad immer auch einen Abstecher ins legendäre Geschäft «von Siebenthal» bedeutete, standen im letzten Sommer auf dem Gstaader Dorfplatz und rieben sich die Augen… Gottfried von Siebenthal äussert sich im folgenden Gespräch zum ersten Mal öffentlich zu den Gründen der Geschäftsschliessung. Herr von Siebenthal, mit Ihren direkten Nachkommen wäre der legendäre Laden «Von Siebenthal für Tisch und Küche» in die 5. Generation übergegangen. Nun ist das Geschäft nach über 140 Jahren geschlossen und einer Modeboutique gewichen. Was ist passiert? Vor sechs Jahren haben wir mit einem renommierten Coach die Übergabe des Geschäfts an unsere Töchter Claudia und Silvia in Angriff genommen. Der Coach stellte bereits damals die Frage, ob unsere Töchter vor dem Hintergrund stetig sin-

100

GOT T FRIED VO N SIEBEN T H A L


kender Umsätze das Geschäft wirklich übernehmen wollen.

Das Geschäft gehörte seit 142 Jahren zur Familie!

Doch der Stolz war zu gross, um damals den Familienbetrieb schon aufgeben zu wollen. Vor zwei Jahren dann, zum 140-Jahre-Jubiläum, haben Claudia und Silvia das Geschäft käuflich übernommen. Sie änderten in der Folge auch einiges und passten es der modernen Zeit an. Beide verfügen über einen Abschluss an einer höheren Fachschule und sprechen vier Sprachen. Das Einkaufsverhalten der Kunden hat sich aber in den letzten Jahren radikal verändert: Internet, Billiganbieter, überall Aktionen und Sonderrabatte, Kaufen im nahen Ausland etc. haben das Geschäft unrentabel gemacht. Dazu kommt leider auch Neid und Missgunst. Auch die «Geiz ist geil»-Mentalität hat viele Menschen er-

dass es überhaupt so lange bestand und zuletzt sogar

fasst. Schon beim Betreten des Geschäfts wurde oft als

noch in die 5. Generation überging.

Erstes nach Rabatten gefragt – vor allem von Kunden aus den Gäste-Chalets. «Beratungsklau» in vier Sprachen war an der Tagesordnung.

Haben Sie zu früh aufgegeben?

Mit was für Gefühlen begegnen Sie heute ehemaligen Kunden, politischen Gefährten und persönlichen Freunden? Wir geben uns Mühe, die Situation zu erklären und erstaun-

Nein! Diesen Schritt haben wir uns vier Jahre lang sehr gut

licherweise haben dann viele Kunden auch Verständnis

überlegt! Wir haben auch Alternativen studiert und durch-

für unsere Situation. Dass das neuzeitliche Kundenverhal-

gerechnet; eine andere Lösung war nicht in Sicht. Wenn

ten mitschuldig ist an der entstandenen Situation, geben

die oft jahrelangen, persönlichen Kundenbeziehungen

auch einige zu. Es kann sich jeder für sich einmal die Frage

plötzlich nicht mehr zählen und nur noch der Preis eine

stellen, wann er das letzte Mal bei uns eingekauft hat. Und

Rolle spielt, dann sind wir nicht mehr gefragt. Die Schlies-

wenn man sein Einkaufsverhalten kritisch hinterfragt und

sung war dann die logische Konsequenz. Es war ein sehr

sich überlegt: «Unterstütze ich persönlich lokales Gewer-

harter, aber lange und sorgfältig überlegter Entscheid,

be», dann werden viele zum Schluss kommen, dass man

welcher uns unglaublich schwer gefallen ist. Für die ganze

kaum noch lokal einkauft und Einheimische unterstützt.

Familie war es ein emotional äusserst aufwühlender Pro-

Wenn sogar die Gemeinde, Gstaad Saanenland Tourismus

zess und ein grosser Verlust. Das Geschäft gehörte seit

und die Bergbahnen ihre Aufträge an den billigsten Anbie-

142 Jahren zur Familie! Gleichzeitig bin ich äusserst stolz,

ter übergeben und dabei ignorieren, dass sie damit ein-

GOT TFRIED VON SIEBENTH A L

F

Des rumeurs et des faits « La décision de fermeture du magasin était une consé-

satisfaisante ne s’est présentée. Lorsque soudainement

quence logique », explique Gottfried von Siebenthal. Après

les relations personnelles avec les clients s’estompent et

avoir tout récemment passé le relais à la 5 génération de

ne comptent plus, et que seul le prix joue un rôle, il n’était

la famille, le magasin légendaire « Von Siebenthal für Tisch

malheureusement plus possible pour nous de continuer nos

& Küche » qui avait pignon sur rue à la Promenade piétonne

affaires dans ces conditions. La fermeture du magasin est

de Gstaad a fermé brusquement ses portes après 142 ans

devenue inéluctable. Ce fut une décision extrêmement dif-

de bons et loyaux services. Une boutique de mode est

ficile à prendre ; elle fut longuement et mûrement réfléchie.

désormais installée à sa place. La fermeture du magasin a

Pour toute la famille, ce fut également un long processus

provoqué un effet de surprise pour de nombreux habitants

sur le plan émotionnel qui s’est soldé par une grande perte

e

et clients. Gottfried von Siebenthal nous a décrit la situa-

puisque le magasin appartenait à la famille depuis 142 ans !

tion : « Nous avons bien réfléchi durant ces quatre dernières

Il n’en reste pas moins que je reste extrêmement fier que

années, avant de franchir cette étape. Nous avons égale-

le magasin ait existé si longtemps et qu’il ait même pu être

ment pensé à d’autres alternatives ; mais aucune solution

transmis à la 5e génération. »

GOT T FRIED VO N SIEBEN T H A L

101


heimisches Gewerbe schwächen, dann wird es schwierig. Interessanterweise denkt man dann aber an die einheimischen Gewerbetreibenden, wenn Anlässe wie Menuhin Festival, Suisse Open Gstaad, Beachvolleyball-Turnier etc. unterstützt werden sollen. Oder Aktienzeichnungen für Sportzentrum oder Bergbahnen anstehen.

Was können Sie denjenigen entgegnen, welche hinter der Schliessung Ihres Geschäfts einfach nur wieder finanzielles Kalkül vermuten?

Wir haben unser Bestes gegeben; ich stand 48 Jahre hinter dem Ladentisch.

Das ist purer Unsinn! Meine Frau und ich haben unseren Nachfolgern äusserst faire Konditionen gemacht. Der güns-

Geschäft nicht beteiligt sind, mit diesen Konditionen einver-

Können Sie verstehen, dass für viele Einheimische und Gäste die Schliessung Ihres Geschäfts als vorläufiger Höhepunkt einer Fehlentwicklung auf der Promenade von Gstaad dasteht?

standen waren. Hätten wir es auf eine lukrative Vermietung

Es findet überhaupt keine Fehlentwicklung auf der Pro-

des Lokals abgesehen gehabt, so hätten wir die Geschäfts-

menade von Gstaad statt. Die Promenade ist im Gegen-

übergabe an unsere Töchter schon gar nicht in Angriff neh-

teil eine Erfolgsgeschichte, sonst würden sich nicht alle

men müssen. Die familieninterne Übergabe war also immer

grossen Marken dieser Welt um einen Standort bewerben.

unser Ziel. Claudia und Silvia haben das Geschäft ganz frei-

Unsere Gäste suchen und wollen eben das Luxusangebot

willig übernommen und die Arbeit auch sehr gut gemacht.

von Boutiquen sowie Top-Dienstleistungen. Natürlich

Jedenfalls sind wir unserer einheimischen und Gästekund-

wäre es schön, wenn «kleine Lädeli» mit den alltäglichen

schaft länger treu geblieben als sie uns!

Produkten hier auch noch Platz hätten. Aber welche Bank

tige Mietzins und die Abtretung des Wareninventars waren nur möglich, weil die Liegenschaft seit 115 Jahren im Familienbesitz ist und weil die anderen zwei Kinder, welche am

102

GOT T FRIED VO N SIEBEN T H A L


gibt jungen, motivierten Leuten schon Geld, um einen solchen Traum zu verwirklichen, wenn es wie in unserem Fall nicht einmal mit der finanziellen Hilfe der Familie möglich war? Und wer würde diese «Lädeli» effektiv frequentieren? Im Super-Markt ist es immer preisgünstiger.

Sie galten lang Zeit als «politische und moralische Instanz» auf der Promenade von Gstaad. Jedermann wusste, dass es Ihnen wichtig war, wie sich das Dorfzentrum von Gstaad in die Zukunft ent­ wickelt. Ist die jüngste Entwicklung für Sie auch ein persönlicher Rückschlag?

Wir brauchen wieder visionäre Projekte, wie zum Beispiel «Les Arts Gstaad»

Mein politisches Ziel war es, die Umfahrungsstrasse und

Viele prognostizieren der Promenade von Gstaad eine düstere Zukunft. Und Sie?

die Promenade zu realisieren. Oder zumindest an die-

Zu denen zähle ich mich nicht! Schon vor dem Bau der Um-

sem «Jahrhundert-Werk» mitzuarbeiten. Deshalb ist es

fahrungsstrasse haben sogenannte «Propheten» den Ruin

für mich auch kein persönlicher Rückschlag. Wir haben

für das Dorfzentrum von Gstaad vorausgesagt. Doch schon

unser Bestes gegeben; ich stand 48 Jahre hinter dem

kurz nach der Eröffnung der autofreien Promenade sind die

Ladentisch und nicht am Computer. Enttäuscht bin ich

Umsätze in den Geschäften und vor allem in den Restaurants

nur von der Politik, die meinen seinerzeitigen Vorschlag

massiv gestiegen. Aber seit einiger Zeit durchlaufen wir eine

abgelehnt hatte, für unsere Dörfer einen Marketingspe-

Weltwirtschaftskrise und diese hat nichts mit der Gstaader

zialisten zu konsultieren. Der Branchen-Mix war vor 20

Promenade zu tun. Ein lokales Problem haben wir allerdings.

Jahren noch in Ordnung, aber ich habe damals schon

Die Saison ist mit vier bis fünf Monaten pro Jahr viel zu kurz,

die Entwicklung kommen sehen. In den Städten ist die-

um ein herkömmliches Geschäft rentabel führen zu können.

se Situation schon lange Realität. Unser Familienbetrieb

Hier sind die verantwortlichen Tourismusleute in Zukunft ge-

hat die städtische Konkurrenz immerhin um einige Jahre

fordert. Sie müssen es fertigbringen, endlich die Saisonzeiten

überlebt. Und wir haben auf dem Höhepunkt aufgehört.

zu verlängern. Wir brauchen wieder visionäre Projekte, wie

Vor drei Jahren durften wir in den USA für unser Ge-

zum Beispiel «Les Arts Gstaad», welche in der Lage sind, eine

schäft die Auszeichnung «Best shop of the Year world­

zusätzliche Kundschaft nach Gstaad zu bringen. Was die Visi-

wide» entgegennehmen. Das «Lädelisterben» ist nicht

onen betrifft, waren uns unsere Väter und Grossväter meilen-

ein spezifisches Problem der Gstaader Promenade. Es

weit voraus. Ich wünsche uns allen mehr Selbstvertrauen und

ist eine globale Entwicklung und wir konnten vielleicht

Zukunftsglauben. Gemeinsam könnten wir einiges erreichen.

gerade WEGEN Gstaad so lange überleben.

Dann darf aber auch die «Neidkultur» keinen Platz haben.

GOT TFRIED VON SIEBENTH A L

E

Rumours and truths “Closing the business was a logical step,” says Gottfried von

ships with our customers suddenly do not count for any-

Siebenthal. After only just having been taken over by the fifth

thing anymore and only the price is relevant, then there is

generation of the family, the legendary “Von Siebenthal für

no more demand for our services. The subsequent closure

Tisch und Küche” shop on the Gstaad Promenade sudden-

was a logical consequence of this development. It was a very

ly closed down after 142 years. A fashion boutique is now

hard decision, but also one which we thought about long and

being run on the ground floor of the property. The shop’s

hard and which we found incredibly difficult to make. It was

closure came as a surprise to many locals and visitors. Gott­

an emotional roller-coaster for the whole family and a great

fried von Siebenthal comments: “We carefully considered

loss. The business had belonged to the family for 142 years!

this step over the course of four years! We also studied and

At the same time, I am extremely proud that it survived for

performed calculations on alternatives; another solution was

as long as it did and in the end was even taken over by the

not in sight. When the often long-standing personal relation-

fifth generation.”

GOT T FRIED VO N SIEBEN T H A L

103


VILL AGE DE CHALETS HISTORIQUES

La renaissance de Saanen

Avec ses magnifiques chalets, Saanen est l’un des plus beaux villages de l’Oberland bernois. Une phase complète de développement et de transformations lui a rendu son charme historique. Le 20 août 2010, l’inauguration du contournement nord ainsi que le coup d’envoi des travaux dans le village ont été dignement fêtés. Tout près de Gstaad, pôle d’attraction principal de la région, Saanen s’est transformé en centre touristique supplémentaire. A l’automne 2010, la circulation de transit fut définitivement

Préserver le charme villageois

bannie du centre historique et différentes maisons et propriétés

A long terme, il convient de préserver ce charme

furent construites ou rénovées dans le village.

villageois avec sa zone de rencontres, ses petits magasins pour les besoins quotidiens tels que

A partir de 2014, l’administration communale fit transformer des

boulangeries, boucherie, laiterie, marché hebdo-

rues, places et espaces publics. Ces travaux ont donné nais-

madaire, mais également ses cafés, restaurants et

sance à de nouvelles zones de rencontres et à un parking sous-

agréables terrasses.

terrain. Le centre du village s’est transformé en promenade avec d’agréables places, cafés et restaurants. Les principaux travaux

Enfin pour compléter vie culturelle déjà très active,

ont pris fin en juillet 2015 et seules quelques petites ruelles de-

un pavillon de musique devrait être construit sur

vaient encore être pavées. Une fois les aménagements urbains et

la place Sanona, en 2016. Toute l’année, Saanen

paysagers terminés, les habitants et toutes les parties prenantes

propose des évènements culturels et sportifs mais

de cette magnifique renaissance se souviendront avec fierté du

la grande fête d’inauguration aura lieu du 30 juillet

chemin parcouru au cours de ces cinq dernières années.

au 1er août 2016.

L A REN A IS SA N CE DE SA A NEN

105


ROL AND PFÄFFLI

«Karate-Do – der Weg der leeren Hand – ist eine Kampfkunst»

TE X T : HANS-UELI TSCHANZ I FOTOS : FANNY HUYNH

1999 kehrte Roland Pfäffli – 5. Dan (schwarzer Gürtel) – nach einem sehr intensiven Trainingsaufenthalt aus Japan zurück. Seine finanziellen Mittel waren erschöpft und sein Körper vom harten Karatetraining gezeichnet. Doch er packte die ihm gebotene Chance und machte sich mit den Kenseikan Karateschulen Gstaad und Zweisimmen sowie dem Fitness-Unternehmen Move it im Saanenland selbständig. Ab 2017 wird er voraussichtlich im umgebauten Sportzentrum Gstaad seine Kurse und Trainings anbieten. Für den ehemaligen Karate-Europameister ist seine Kampfkunst Präzision. Die totale Fokussierung auf den Augenblick – und auch ein Weg, sich besser kennen zu lernen. Sich für einen Moment völlig von allem zu befreien, um dann wieder neue Energien zu sammeln. Roland Pfäffli, was ist Karate? In seinem Wesen ist Karate eine Kampfkunst. Karate-Do bedeutet «Der Weg der leeren Hand». Das moderne Karate­training ist heute jedoch häufig eher sportlich orientiert. Dadurch kommt dem Wettkampf eine grosse Bedeutung zu. Diese Orientierung wird manchmal kritisiert, weil dadurch vielerorts die Vermittlung der ethischen Aspekte des Karate-Do und der effektiven Selbstverteidigungstechniken, die durchaus zum Karate gehören, zu kurz kommt. Für mich ist der sportliche Aspekt wichtig. Er ist aber nur eine Facette des Trainings. Die Kernaspekte des Karate-Do, welche durch die alten Meister als Regeln festgehalten wurden (Shoto-Niju-Kun), sind für mich der wesentliche Teil des Karate-Do.

106

RO L A ND PFÄ FFL I


Wie meinen Sie das? Lassen Sie es mich an dem Beispiel verdeutlichen, wie

Hat Karate auch einen erzieherischen Wert? Welchen Nutzen ziehe ich aus dem Karatetraining?

wir im Karate-Do unsere Trainings beginnen: Am An-

Das Karatetraining wirkt sich sowohl physisch als auch psy-

fang steht ein kleines Ritual. Wir stellen uns in die Linie,

chisch positiv aus: Karate ist Präzision. Jede Gelenkstellung

knien nieder und schliessen die Augen. Dabei geht es

muss stimmen. Dies kann entscheidend sein, um sich vertei-

darum, sich zu vertiefen, sich zu sammeln und seine

digen zu können – wie in einem Schweizer Uhrwerk, wo alles

Gedanken zu leeren, um wieder Neues aufnehmen zu

zusammenspielen muss. Es geht stets darum, wie der Körper

können. Ziel dieser Übung ist es, alle Alltagsbelastun-

im Raum steht. Leute, die Karate praktizieren, verfügen über

gen hinter sich zu lassen, um sich für die Dauer des

besonders gut entwickelte motorische Fähigkeiten. Karate lehrt

Unterrichts voll und ganz dem Training hinzugeben. Am

zudem die Jungen, sich selbst besser kennen zu lernen und

Ende des Trainings führt man das Ritual erneut durch,

besser einschätzen zu können. Die Erziehung zu Hause geht in

um sich zu entspannen und sich von den Anforderun-

den meisten Fällen einher mit dem Training im Dojo: Das Ein-

gen des Trainings zu lösen und die Erholungsphase ein-

üben von Fähigkeiten wie Respekt, Fairness und Ausdauer im

zuleiten. Das ist eine Art mentale Reinigung: weil man

Üben oder auch der Umgang mit Erfolg und Niederlage sind Be-

alles weglegen kann – ob Schlechtes oder Gutes – und

standteil jedes Trainings. Letztlich ist Karate vor allem ein Kampf

den Alltag hinter sich lässt. Ein weiteres Beispiel: Wir

gegen sich selbst. Ein weiterer wichtiger Punkt: Man lernt im

legen auch grossen Wert darauf, jedem Trainingspart-

Karate-Do in Sekundenschnelle Entscheidungen zu treffen. Fal-

ner Respekt entgegenzubringen, indem wir uns vorein-

sche Entscheidungen können im Karate – genau wie im Leben

ander verneigen. Ein rein sportlich orientiertes Karate

– wehtun. Und letztlich hat Karate auch einen therapeutischen

legt auf diese Aspekte des Karate-Do nicht so grossen

Wert und wird deshalb auch von Psychologen empfohlen. Im

Wert. Sportlicher Erfolg ist da meistens wichtiger.

Karate gibt es Platz für alle.

ROL AND PFÄ FFLI

F

« Le karaté-do (littéralement : « la voie de la main vide ») est un art martial reconnu » C’est en 1999 que Roland Pfäffli – détenteur du grade de cein-

à respecter, dont notamment celle qu’ « en karaté il n'existe

ture noire cinquième dan – revient du Japon après y avoir suivi

pas de première attaque ». En d’autres termes, tout se joue

une formation intensive. Durant son séjour nippon, Roland

en faisant preuve de respect mutuel. Ce concept est respec-

Pfäffli a épuisé toutes ses ressources financières et meurtri

té tant par les débutants que par les karatékas avancés. En

son corps en s’entraînant de manière acharnée. Il a toutefois

outre, la pratique du karaté-do est un art non violent, défensif

su rebondir en lançant sa propre entreprise et en fondant les

et non d’attaque.

écoles de karaté Kenseikan à Gstaad et à Zweisimmen ainsi

En ma qualité d’enseignant de karaté, je dois toutefois toujours

que la société de fitness Move it dans le Saanenland. A partir

m’efforcer d’avoir les pieds sur terre et garder à l’esprit que la

de 2017, il étendra ses offres de cours en les proposant égale-

pratique de cet art peut parfois également se révéler risquée :

ment au centre sportif récemment rénové de Gstaad.

en fin de compte le karaté rassemble des techniques efficaces

Selon lui, c’est la précision dont il a fait preuve durant la

d'auto-défense et toute personne bien entraînée peut s’avérer

compétition qui a fait pencher la balance de son côté lors du

dangereuse. Cependant, contrairement à d'autres types d’arts

dernier championnat d’Europe. Pour Roland Pfäffli, le karaté

martiaux, il convient de suivre une formation technique de

permet de se focaliser pleinement sur le moment présent,

longue haleine avant d’atteindre des bases solides. En effet,

d’apprendre à mieux cerner sa personnalité, de se vider l’es-

trois types d’exercices sont pratiqués durant l’entraînement

prit et de recharger ses batteries.

du karaté-do : kihon, kata et kumite. Les kihon constituent

Le karaté-do est-il un art martial dangereux ? « Non, selon

l’exécution de techniques ; les kata l’enchaînement de diffé-

Roland Pfäffli, car les données statistiques actuelles sur les

rentes techniques et postures et les kumite représentent des

sports de combats publiées par l'Office fédéral du sport (OFS-

formes de combats plus ou moins libres. Pour être en mesure

PO) le démontrent très bien : les risques de blessures inhé-

de combattre en toute sécurité avec son partenaire d'entraî-

rents à la pratique du karaté-do sont moindres par rapport à

nement, il convient donc de disposer de bonnes compétences

d’autres sports tels que le badminton, le roller ou le football.

techniques, afin d’éviter de se blesser mutuellement. En fait, il

Par ailleurs, lors de l’entraînement, il y a de nombreuses règles

s’agit surtout d’un combat que l'on mène à l'intérieur de soi. »

RO L A ND PFÄ FFL I

107


Ist Karate eine gefährliche Sportart?

eine gesellschaftliche Hierarchie ein und ordnet sich stets

Nein. Gemäss aktuellen Statistiken des BASPO rangiert

im Kollektiv ein – einen Individualismus, wie wir ihn hier in

Kampfsport, bezogen auf die Verletzungshäufigkeit, im

Europa kennen, gibt es nicht. Die meisten Japaner können

Mittelfeld aller Sportarten, weit hinter Sportarten wie etwa

nicht sein ohne ihre Gruppe – sie fühlen sich sonst alleinge-

Badminton, Inline-Skating oder Fussball. Im Training gibt es

stellt und völlig verloren. Grundsätzlich ist in Japan die gan-

strikte Regeln und eine davon heisst: «Im Karate gibt es kei-

ze Gesellschaft noch immer sehr hierarchisch aufgebaut.

nen ersten Angriff.» Der gegenseitige Respekt ist das Wich-

Wie im Karate beginnt man dort auch im richtigen Leben

tigste. Egal ob bei Anfängern oder bei Fortgeschrittenen.

als Kohai («Jüngerer», bezogen auf die Tätigkeit) und wird

Karate wird immer als Abwehrkampf und nicht als Angriffs-

erst später zum Sempai («Vorausgegangener»). Wenn man

kampf gelehrt. Als Lehrer muss man sich jedoch bewusst

dann irgendeinmal das Stadium erreicht hat, wo man unter-

sein, dass Karate auch gefährlich sein kann: Wer gut trai-

richtet, wird man zum Sensei, zum Lehrer. Auch im realen

niert ist, kann gefährlich werden, man erlernt schliesslich

Leben, etwa in der Wirtschaft, ist es in Japan so, dass in

effektive Selbstverteidigungstechniken. Im Gegensatz zu

den grossen Konzernen die Neuzugänge in der Teppicheta-

einigen anderen Kampfsportarten basiert das Karate-Do

ge erst einmal an den Sitzungen den Tee servieren und sich

aber auf einer breiten und langwierigen technischen Aus-

zuerst verdient machen müssen. Respekt vor den Älteren

bildung. Im Training werden die drei Säulen des Karate-Do

ist ein zentraler Aspekt der japanischen Gesellschaft.

trainiert: das reine Techniktraining (Kihon), der Schattenkampf (Kata) und das Kampftraining (Kumite). Um sich im

Und wie sah Ihr Alltag aus?

Freikampf sicher mit einem Trainingspartner messen zu

Ich hatte während meiner Zeit in Japan mit Tom Kompier,

können, braucht es gute technische Fähigkeiten, nicht zu-

meinem niederländischen Freund und Trainingskollegen,

letzt, um einander nicht zu verletzen.

zusammen eine Wohnung gemietet. So konnten wir die Lebenshaltungskosten teilen, da Japan sehr teuer ist. Mein

Was waren Ihre grössten Erfolge im Karate?

Ziel war es, mich vor allem dem Karate zu widmen während

Nach den Weltmeisterschaften der JKA (Japan Karate As-

meines Aufenthalts. Ich trainierte jeden Tag vormittags und

sociation) 1998 in der Schweiz reiste ich nach Japan, um im

danach in den Abendklassen – drei bis vier Stunden täglich.

damaligen Honbu-Dojo (Hauptquartier) unter den Meistern

Nach zwei Monaten wurde mir gestattet, am Training der

Tetsuhiko Asai, Keigo Abe, Mikio Yahara, Akihito Isaka, Ma-

Instruktoren, der legendären «Kenshusei-Klasse», teilzu-

sao Kagawa und Richard Amos zu trainieren. Damit erfüllte

nehmen. Nicht weil ich gut genug gewesen wäre, sondern

sich für mich ein lang gehegter Traum. Während dieser Zeit

weil sie dachten, ich würde das Training überstehen kön-

hatte ich die Gelegenheit, als Gaijin (Fremder) in Nagano an

nen. Das tat ich auch. Ich empfand es als grosse Ehre, Seite

den «All-Japanischen Meisterschaften» teilzunehmen. Als ich

an Seite mit den weltbesten Karate-Instruktoren trainieren

dann zurückkam aus Japan, wurde ich in Polen Stil-Europa-

zu dürfen. In der Folge hat sich auch mein Karate verändert,

meister in der Disziplin «Kata». Das war mein grösster Erfolg.

und ich wurde tatsächlich gut – auch in den Augen meiner

Im Teamwettkampf in der Disziplin Kumite haben wir zudem

Instruktoren.

den 3. Platz erreicht. Auch hatte ich diverse Erfolge an anderen internationalen Turnieren sowie auf nationaler Ebene.

Gilt Japan als eigentliches Zentrum des Karate? Wenn man weit genug zurückgeht, hat Karate einen Teil sei-

108

Sie sind für das Karate nach Japan gereist und haben dort jeden Tag hart trainiert. Was war das für ein Leben?

nes Ursprungs in den buddhistischen Lehren des Mönchs

Es war nicht einfach für mich, in Japan zu leben. Es ist eine

Japans, entwickelt. Die Einwohner Okinawas mussten sich

dermassen andere Welt. Der Japaner fügt sich ganz in

wehren können, durften aber keine Waffen auf sich tragen.

RO L A ND PFÄ FFL I

Bodhidharma. Das Karate, so wie wir es heute kennen und praktizieren, wurde in Okinawa, einer Inselgruppe im Süden


So entstand Karate-Do – Der Weg der leeren Hand. Gichin

Wie kamen Sie dazu, sich in Gstaad niederzulassen?

Funakoshi, der Gründer des Shotokan-Stils, den ich praktiziere,

Bruno Trachsel, mein Karatelehrer hier in der Schweiz,

durfte sein Karate im Jahr 1922 dem Kaiser von Japan vorstel-

kam auf mich zu und bot mir an, die Karateschule in

len. Von da an verbreitete sich die Kampfkunst in ganz Japan

Gstaad zu übernehmen, welche er zehn Jahre erfolg-

– und nach dem Zweiten Weltkrieg dann auf der ganzen Welt.

reich geleitet hatte. Mir bot sich bald darauf zudem die Möglichkeit, das damalige Noa’s Gym in Gstaad zu kau-

Was hat den Ausschlag zu dem Entschluss gegeben, in die Schweiz zurückzukehren?

fen. Das war meine Chance, genau das zu tun, was ich

Vor allem die karatepolitischen Streitigkeiten in Japan. Nach-

ständig zu machen. Ich habe dann verschiedene Aus-

dem sich die beiden grossen Shotokan-Karategruppierungen

bildungen im Trainingsbereich absolviert. Heute bin ich

einen jahrzehntelangen Rechtsstreit um den prestigeträchtigen

unter anderem Trainer Leistungssport Swiss Olympic

Namen Japan Karate Association geliefert hatten, fiel der Ge-

mit eidgenössischem Fachausweis und Karatelehrer mit

richtsentscheid am Ende negativ für unsere Gruppe aus. Die

eidgenössischem Fachausweis. Ich leite nebst meinen

grossen Karate-Lehrer gingen daraufhin alle ihre persönlichen

Karateschulen in Gstaad und Zweisimmen sowie dem

Wege und das gemeinsame Trainingszentrum in Tokio fiel aus-

Move it Fitness auch den Swiss Olympic Karate-Stütz-

einander. Ich war zwölf Monate zuvor nach Japan gereist, um

punkt Berner Oberland in Thun, wo mögliche Natio-

genau an diesem legendären, inspirierenden Ort, mit all seinen

nalmannschaftskandidaten geschliffen werden. Nach-

prägenden und bereichernden Lehrern, zu trainieren. Plötzlich

dem die Liegenschaft, in welcher das Move it Fitness

gab es diesen Ort in dieser Form nicht mehr. Für mich war das

lokalisiert ist, verkauft wurde, stellte sich für mich die

sehr enttäuschend. Zudem wussten wir auch nicht mehr, ob

Frage «wie weiter». Momentan habe ich einen Mitglie-

und wie wir überhaupt noch würden weitertrainieren können.

derstamm von rund 400 Personen. Für mich ist mit dem

Zu diesem Zeitpunkt waren meine finanziellen Mittel nahezu

Sportzentrum Gstaad und den dortigen Umbauplänen

aufgebraucht und mein Körper von den vielen intensiven Trai-

eine Türe aufgegangen. Es handelt sich dabei für mich

nings gezeichnet. Es war eine sehr harte Zeit, ich war 28-jährig

um eine sehr interessante Variante, welche Hand und

und vermisste plötzlich meine Familie und meine Freunde hier

Fuss hat: Im Jahr 2017 werde ich mit dem Move it Fitness

in der Schweiz. Ich wusste, dass ich auch in der Schweiz hart

voraussichtlich dort einziehen und meinen Kunden opti-

und gut trainieren kann und habe deshalb den Entschluss ge-

male Trainingsbedingungen anbieten können. Ich freue

fasst, Japan zu verlassen und in meine Heimat zurückzukehren.

mich sehr darauf!

schon immer tun wollte: mich als Sportinstruktor selb-

ROL AND PFÄ FFLI

E

“Karate-do (the way of the empty hand) is a martial art” In 1999, Roland Pfäffli – a 5th Dan (black belt) – returned from an

There are strict rules during training, one of which is: “In

intensive training course in Japan. He had run out of money and

karate, you never attack first.” Mutual respect is the most

his body was marked by the rigorous training. However, he took

important thing. No matter whether amateurs or experi-

the chance offered to him and founded the Kenseikan karate

enced athletes are involved: karate is always taught as a

schools in Gstaad and Zweisimmen as well as the Move it fit-

defensive action and not as offensive combat.

ness centre in the Saanenland. From 2017, he plans to offer his

However, as an instructor, you must be aware of the fact

courses and training sessions in the refurbished Sportzentrum

that karate can also be dangerous: anyone who is well-

Gstaad (sports centre). For the former European karate cham-

trained can be dangerous, as you learn effective self-

pion, his martial art is all about precision. Complete focus on the

defence techniques. Unlike some other combat sports,

here and now – and also a way to get to know yourself better; to

karate-do is based on broad and lengthy technical train-

free yourself from everything for a moment before re-energising.

ing. The three pillars of karate-do are taught: purely tech-

When asked if karate is a dangerous sport, Roland Pfäffli replies:

nical training (kihon), shadow fighting (kata) and combat

No. According to current statistical data from the Federal Office

training (kumite). In order to be able to safely compete

of Sport (FOSPO), in terms of frequency of injuries, martial arts

against a training partner in freestyle fighting, you need

rank mid-table among all sports, well behind the likes of badmin-

good technical skills – not least so as not to hurt each

ton, inline skating and football.

other.

RO L A ND PFÄ FFL I

109


JOBST WAGNER IST PR ÄSIDENT DES FAMILIENUNTERNEHMENS REHAU MIT RUND 20 000 MITARBEITENDEN IN MEHR ALS 50 L ÄNDERN

«An Gstaad liebe ich die Tradition und die gleich­zeitige Offenheit» TE X T : HANS-UELI TSCHANZ I FOTOS : R APHAEL FAUX

Jobst Wagner ist ein Schweizer Unternehmer und Mäzen. Als Verwaltungsratspräsident leitet er die REHAU Gruppe, eine weltweit tätige Industriegruppe mit rund 20 000 Mitarbeitern. Der 56-jährige Wagner ist Vater von drei erwachsenen Kindern. Sohn Nils leitet die Tochterfirma in Shanghai, Tochter Nina ist Sängerin und Schriftstellerin und lebt in Berlin, Kim arbeitet als Taxidermistin und lebt in London. Mit seiner Lebenspartnerin Louise Turner hat Jobst Wagner eine Wohnung im Grund bei Gstaad bezogen. Im Jahr 1967 – damals noch wohnhaft im kanadischen Montreal – entdeckte er mit seinen Eltern erstmals die Schönheiten von Gstaad, bevor die Familie am Oberbort ein neugebautes Chalet bezog. Als Gründungsmitglied der Jagdschützen Gstaad und als Stiftungsrat und Mitinitiant für das geplante Kultur- und Konzerthaus Les Arts Gstaad gewann Jobst Wagner Freunde im Saanenland. Politisch wollte sich der erfolgreiche Industrielle nie in einem offiziellen Mandat engagieren. Als Initiant der Schweizer Zukunftsplattform «StrategieDialog21» mit namhaften Persönlichkeiten wie Carolina Müller-Möhl oder Hans Altherr spielt er in der europa- und gesellschaftspolitischen Debatte eine Rolle. Vor sechs Jahren beteiligte er sich am Neustart des traditionsreichen Magazins «Schweizer Monat», welches er finanziell unterstützt und bei dem er als Verwaltungsrat persönlich mitwirkt. Jobst Wagner sucht seinen Ausgleich als Kunstmäzen und präsidiert unter anderem die Stiftung Kunsthalle Bern. Daneben ist er ein passionierter Polo-Spieler. An Gstaad liebt er «die Bodenständigkeit, die Offenheit von Landschaft und Leuten, gepaart mit Internationalität – diese Mischung macht Gstaad einzigartig auf der Welt». Im nachfolgenden Gespräch äussert sich Jobst Wagner zur Berner Kulturszene und zur Situation der Schweiz im europäischen und internationalen Umfeld.

Herr Wagner, kommt die «Gurlitt-Sammlung» nun definitiv nach Bern ins Kunstmuseum? In der Angelegenheit «Gurlitt» ist Mitte 2015 eine nächste Instanz angerufen worden und es sollte nochmals ein Gutachten erstellt werden. Das bayerische Landesgericht hat diesen Schritt auf Betreiben der Cousine von Herrn Gurlitt angeordnet, um nochmals zu prüfen, ob Herr Gurlitt im Moment der Testaments-Unterzeichnung absolut verfügungsfähig war. Dies, obwohl es zu diesem Zeitpunkt schon zwei Gutachten gab mit einwandfreiem Befund.

JO BS T WAGNER

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Weshalb sind Sie aus dem Stiftungsrat des Kunst­ museums ausgetreten?

massgeblich für die Schaffung der Abteilung Gegenwart

Wir haben in Bern seit 1. Juli 2015 eine Dachstiftung über

eingerichtet. Zwischenzeitlich liegt auch die Baubewilligung

zwei Museen: Klee-Zentrum und Kunstmuseum. Die Dach­

für die Schaffung der nötigen räumlichen Erweiterung vor.

stiftung ist komplett neu besetzt worden und die meisten

Im letzten Jahr gab die Angelegenheit «Gurlitt» viel zu tun.

eingesetzt. Diese wurde 2001 mit einem eigenen Kurator

von uns sind nicht mehr dabei. Wir haben bis zuletzt darum Profil und ihre Identität behalten. Also hat man nach Wegen

Was ist Ihre Motivation, sich für die Kunst zu engagieren?

gesucht und die Dachstiftung gegründet.

Schon als Student hat mich Kunst fasziniert. Kunst lässt ei-

gekämpft, dass beide Häuser eigenständig bleiben und ihr

nen Dialog zwischen Kulturen zu und ermöglicht Optionen

Weshalb hat man die beiden Stiftungen nicht fusioniert?

für die Zukunft zu denken. Im späteren Leben durfte ich

Eine Stiftung zu machen wäre sehr komplex gewesen. Das

Franz Gertsch und Familie eng befreundet. Jahrelang war

Kunstmuseum hat ein Vermögen von rund 1,5 Milliarden

ich ein engagierter Präsident der Bernischen Kunstgesell-

Franken und wie es finanziell um das Klee-Zentrum steht,

schaft, welche ich auch heute noch regelmässig finanziell

wissen wir.

unterstütze. Das ist mein Beitrag an die Kunstszene Bern.

dann viele Künstler persönlich kennen lernen. Ich bin mit

Wir vergeben das grösste kantonale Kunststipendium in der

Als langjähriger Mitgestalter und Mäzen der Berner Kunstszene sind Sie demnach nicht mehr an vorderster Front tätig?

Höhe von 70 000 Franken.

Ich bin und bleibe Präsident der Stiftung Kunsthalle Bern

Ja, ich sammle Kunst.

Sie Sie auch Kunstsammler?

sowie in der «Stiftung Gegenwart» von Hansjörg Wyss in verschiedenen Bereichen engagiert. Aber seit 1. Juli 2015

Weshalb floriert der Kunsthandel?

habe ich beim Kunstmuseum keine Funktion mehr. Ich war

Aus Investitions-Gründen. Und weil viel Geld da ist, wel-

dort während 20 Jahren im Stiftungsrat und habe mich

ches einen Hafen sucht. Traditionelle Anlageklassen werfen

JO BS T WAGNER

113


Ist es auch eine gute Entwicklung für die Künstler? Spekulative Investitionen fördern die Künstler und ihre Kunst nicht nachhaltig. Deshalb beobachte ich die Entwicklung eher kritisch und meine, dass sie nicht für alle Künstler gut ist. Aber für einige, aus monetärer Sicht betrachtet, wohl schon.

Sie waren mit dem vor zehn Jahren verstorbenen Ausstellungsmacher Harald Szeemann bekannt. Was war er für die Kunstszene Bern? Ein exzeptioneller Kunstkenner und Ausstellungsmacher, der alles überstrahlte, was wir als Kurator bis dato in Bern gehabt hatten. Seine Legacy wird auch weiterhin aktuell und legendär bleiben. Und Szeemann war ein faszinierender Mensch und Netzwerker.

Was herrschte damals noch für ein Umfeld für die zeitgenössische Kunst? Einerseits eine lokale Szene mit Künstlern wie Markus Rätz, kaum mehr Rendite ab und das Zinsniveau ist sehr tief. Geld

Franz Gertsch, Bernhard Luginbühl, Jean Tinguely. Die wa-

wird in Sachwerte investiert, wie das auch bei Immobilien

ren noch relativ jung und haben angefangen, eine wichtige

der Fall ist. Es ist eine Tatsache, dass der Kunsthandel un-

Rolle zu spielen. Harald Szeemann aber hat internationale

glaublich lukrativ sein kann. Die Auktionshäuser Christies

Leute nach Bern gebracht und das ergab einen spannen-

oder Sotheby’s haben mittlerweile die Milliarden-Gren-

den Mix. Die Szene damals war nicht gesättigt wie heute,

ze geknackt. Daneben gibt es Heerscharen von privaten

wo man grosse Anstrengungen unternehmen muss, um die

Kunsthändlern. Ich kenne einen davon ganz persönlich. Der

Leute überhaupt in die Kunsthalle zu bringen.

macht pro Jahr 30 Millionen Franken Umsatz und hat nicht einmal eine Website.

JOBS T WAGNER M ANAGES A BOUT 20,0 0 0 EMPLOYEES IN MORE TH AN 50 COUNTRIES

E

114

“I love Gstaad’s traditions and simultaneous openness” Jobst Wagner is a Swiss entrepreneur and patron. In his ca-

lots of friends in the Saanenland. The successful industrial-

pacity as President of the REHAU Group, he manages an in-

ist never wanted to take on an official political post. As the

dustrial concern active on an international scale with approxi-

initiator of the “StrategieDialog21” Swiss future platform with

mately 20,000 employees. 56-year-old Wagner is the father of

such noteworthy public figures as Carolina Müller-Möhl and

three adult children. His son, Nils, manages the subsidiary in

Hans Altherr, he plays a role in the debate on European and

Shanghai, while his daughter, Nina, is a singer and author who

social policies. Six years ago, he took part in the relaunch of

lives in Berlin, and Kim works as a taxidermist and lives in Lon-

the traditional magazine, “Schweizer Monat” (Swiss monthly),

don. Jobst Wagner has moved into an apartment in Grund bei

which he supports financially and is personally involved in as

Gstaad with his partner, Louise Turner. In 1967 – at the time

a member of the Board of Directors. Jobst Wagner enjoys a

he still lived in the Canadian city of Montreal – he discovered

good work-life balance as a patron of the arts and, among

Gstaad’s beautiful features for the first time together with

other things, is the President of the “Kunsthalle Bern” (art

his parents before the family moved into a newly built cha-

gallery) Foundation. He is also a passionate polo player. The

let in Oberbort. As a founding member of the “Jagdschützen

things he loves about Gstaad are “how down-to-earth peo-

Gstaad” (shooting club) and in his capacity as a member of

ple are, the openness of both the landscape and the people,

the Foundation Board and co-initiator of the planned Les Arts

coupled with internationality – this mixture makes Gstaad

Gstaad cultural and concert centre, Jobst Wagner has made

unique in the world.”

JO BS T WAGNER


Also war Bern zu dieser Zeit sehr avantgardistisch? Christo je verpackt hatte. Das war eine Sensation. Aber

Gehen wir über zur Politik: Bedeutet die Umsetzung der Volksinitiative gegen die Massen­einwanderung für die Schweiz eine Sackgasse?

heute würde das die Gemüter kaum noch erhitzen. Die

Es gibt zwar laufende Gespräche, aber wir diskutieren nicht

Kunsthalle war ein «place to be», der Kunstbetrieb in Bern

ganz ehrlich, indem wir sagen, es werde dann schon ir-

war lebendig.

gendwie gehen.

Und heute? Die Jungen sind immer noch kunstinteressiert. Die Museen

Also muss die Lösung aus privaten Kreisen kommen?

müssen sich jedoch extrem anstrengen, um ein Publikum

Private und Unternehmer können nicht die Arbeit der Politik

zu erreichen. Das enorme Angebot führt zu einer Übersät-

übernehmen. Umgekehrt nimmt die Politik die Verantwor-

tigung.

tung für die Wirtschaft zu wenig wahr. Bis zum Wahlsonntag

Die Kunsthalle war das erste Objekt, welches der Künstler

vom 18. Oktober 2015 waren nur gerade mal 20 Unterneh-

Sie waren seit Anbeginn unter den Initianten für ein Kultur- und Konzerthaus in Gstaad und sind heute Mitglied des Stiftungsrats von Les Arts Gstaad. Wie kam das?

mer im Parlament. Nun sind es einige mehr. Das lässt etwas

Es ist genau zehn Jahre her, seit ich den damaligen Ge-

Kommunikations-Technologie ist es heute möglich, dass

meindepräsidenten Andreas Hurni kontaktierte und ihm

sich Private in die laufenden Debatten einschalten können.

vorschlug, dass die Gemeinde doch einmal mit der Mon-

Mit dem «StrategieDialog21» habe ich eine entsprechende

treux-Oberland-Bahn MOB Kontakt aufnehmen möge, um

Plattform aufgebaut. Denn es muss mehr Vernetzung statt-

zu sehen, ob das Grundstück beim Bahnhof erhältlich ist.

finden zwischen Politik und Wirtschaft. Und so haben wir

2006 wurde dann der Verein Les Arts Gstaad gegründet,

beispielsweise zusammen mit dem Swiss Venture Club von

dessen erster Präsident ich mehrere Jahre war und der

Hans-Ulrich Müller das Projekt «Wunsch-Schloss» initiiert,

dann später durch die Stiftung Les Arts Gstaad abgelöst

wo Bürgerideen für eine starke Schweiz von morgen direkt

wurde.

der Politik zugänglich gemacht werden.

hoffen. Persönlich habe ich mit dem «StrategieDialog21» ein Gefäss geschaffen, das an der Schnittstelle Politik, Wirtschaft und Gesellschaft agiert. Dank der modernen

JOBST WAGNER DIRIGE PRÈS DE 20 000 EMPLOYÉS DANS PLUS DE 50 PAYS

F

« J’apprécie Gstaad pour ses valeurs traditionnelles, mais aussi pour l’esprit d’ouverture qui y règne » Jobst Wagner est un entrepreneur et mécène suisse. En

et s’est fait des amis dans le Saanenland. Quant à un éven-

sa qualité de président du conseil d’administration, il dirige

tuel engagement politique, l’industriel à succès dit n’avoir

le groupe industriel mondial REHAU, qui compte quelque

jamais voulu briguer un mandat officiel. Fondateur de la

20 000 employés. L’homme âgé de 56 ans est père de trois

future plate-forme suisse de dialogue appelée « Strategie­ -

enfants. Son fils, Nils, gère la filiale à Shanghai, sa fille Nina

Dialog21 », qui réunit des personnalités de renom, telles que

est chanteuse et écrivaine basée à Berlin et finalement, Kim,

Carolina Müller-Möhl ou Hans Altherr, Jobst Wagner a un rôle

taxidermiste, vit et travaille à Londres. C’est avec sa com-

à jouer lors de débats européens et socio-politiques. Par ail-

pagne, Louise Turner, que Jobst Wagner a emménagé dans

leurs, il y a six ans, il a participé au lancement de la revue

un appartement à Grund, près de Gstaad. Lors d’un voyage

Schweizer Monat, qu'il a soutenu financièrement et reste

avec ses parents en 1967 – alors qu’il habitait à Montréal,

membre du conseil d’administration. En compensation de sa

au Canada – il découvrit, pour la première fois, la beauté de

vie trépidante, Jobst Wagner préside, en tant que mécène des

Gstaad. La famille emménagea peu après à Oberbort dans

arts, entre autres, le centre d’arts Kunsthalle de Berne et sur

un chalet flambant neuf. En tant que membre fondateur de

le plan sportif, il se définit comme un joueur de polo invé-

la société de tir de Gstaad, membre du conseil fondateur et

téré. A Gstaad, il apprécie « le paysage dégagé et l’ouverture

co-initiateur du projet de la salle de concert et de l’espace

d’esprit des gens à laquelle s’allie un esprit d’internationalité ;

culturel Les Arts Gstaad, Jobst Wagner a gagné en notoriété

ce juste mélange qui rend Gstaad unique au monde ».

JO BS T WAGNER

115


www.kalendersaanenland.ch

EGGL I Meiel, Gummfluh und Rüblihorn im Hintergrund

Verlag, Lithos, Grafik und Druck: Müller Medien AG, Gstaad | © Foto: Frank Müller

G STE IG Sommerboten vor der Kulisse des Gstellihorns

Verlag, Lithos, Grafik und Druck: Müller Medien AG, Gstaad | © Foto: Frank Müller

JAN U A R 1

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Neujahr

Berchtoldstag

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P IL L ON Blick über den Lac Retaud

Verlag, Lithos, Grafik und Druck: Müller Medien AG, Gstaad | © Foto: Frank Müller

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TU R B A C H Zwitzeregg und das Gifer im Hintergrund

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Verlag, Lithos, Grafik und Druck: Müller Medien AG, Gstaad | © Foto: Frank Müller

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15 Pfingsten

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Verlag, Lithos, Grafik und Druck: Müller Medien AG, Gstaad | © Foto: Richard Müller

JUNI

M AI 1 Tag der Arbeit

EG G L I Aussicht auf die Gummfluh und das Rüblihorn

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Sommeranfang

SAANEN Weihnachtsstimmung auf dem Dorfplatz

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Verlag, Lithos, Grafik und Druck: Müller Medien AG, Gstaad | © Foto: Christoph Aegerter

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Müller Medien AG Kirchstrasse 6 Postfach 201 3780 Gstaad Tel. 033 748 88 74 Fax 033 748 88 84 www.mmedien.ch info@mmedien.ch

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Samichlaus

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Winteranfang

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52 Weihnachten Stephanstag

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Silvester


Ihnen sind zum Beispiel die Regulierungen ein Dorn im Auge?

chen Kontakte und höre aufmerksam zu. Ich bin relativ gut

Es hat in den letzten Jahren eine neue Flut von einschrän-

sein.

à jour und sehe es als Privileg zivilgesellschaftlich aktiv zu

kenden Regulierungen gegeben und nichts ist besser ge-

mit Beispielen aus der Praxis aufzuzeigen, wie Regulierung

Ist die EU generell in einem desolaten Zustand und vor allem mit sich selbst beschäftigt? Stichworte Griechenland, England?

die Wirtschaft hemmt und was es für eine erfolgreiche

Wir erweisen uns einen Bärendienst, wenn wir nur noch

Schweiz der Zukunft braucht.

auf die EU blicken. An der EU kommen wir zwar nicht vor-

worden. Wir müssen wieder vermehrt an die Einsicht der Leute appellieren. Und hier sind wir Unternehmer gefragt,

bei, aber wir müssen uns fragen, was machen wir mit den

Wie sehen Sie Ihre eigene Zukunft?

Ländern, die nicht in der EU sind. Ich setze mich für eine

Ich bin seit 15 Jahren als Vorsitzender des Verwaltungsrates

weltoffene Schweiz ein. Innovationen und Förderung unse-

tätig und engagiere mich im Familienunternehmen mit Be-

rer Talente sind nur dank weltweiter Vernetzung möglich.

stimmtheit noch ein paar Jahre. Diese Arbeit fordert mich teressen unter einen Hut zu kriegen und das wird mit Blick

Ist es für Sie und Ihr Netzwerk wichtig, in Gstaad Leute zu treffen?

in die Zukunft nicht anders sein. Ich treffe mich regelmässig

An diesem Ritual nehme ich seit Jahren nicht mehr teil. Ich

mit interessanten Menschen aus Kultur und Politik. Ich bin

bin auch ganz gerne in Gstaad, ohne das Gefühl zu haben,

bei «Avenir Suisse» im Stiftungsrat, pflege die unterschiedli-

dass ich jetzt noch mein Netzwerk pflegen muss.

sehr. Trotzdem gelang es mir bisher, meine vielfältigen In-

JO BS T WAGNER

117


HUBLOT POLO GOLD CUP GSTA AD

© HUBLOT

20 e anniversaire du tournoi et ses traditions JEAN-CLAUDE BIVER HUBLOT, ADOLF OGI ET JÜRG STAUBLI

TE X T E / PHOTOS : HUBLOT POLO GOLD CUP GSTA AD

En raison de conditions météorologiques peu favorables, le Team E.I. Sturdza Investment Funds et le Team SIR se sont partagé la victoire de l’édition 2015 de la Hublot Polo Gold Cup Gstaad. Après d’intenses délibérations entre les officiels et les joueurs du tournoi, la décision fut prise de changer le format de la finale de la Hublot Polo Gold Cup Gstaad. Le terrain, détrempé par les pluies abondantes, ne permettant pas de disputer une finale compétitive sans risque pour les chevaux et les joueurs, la décision fut prise de changer le format de la finale.

118

Les organisateurs trouvèrent une solution de remplacement

les joueurs et le comité d’organisation et tout le monde

avantageuse, en proposant au public nombreux un match

s’accorda sur une formule de match d’exhibition qui sembla

d’exhibition de 4 chukka regroupant deux équipes compo-

la meilleure option pour remplacer la finale. »

sée par les capitaines des 4 équipes en lice, accompagnés

Pierre Genecand, président de l'événement, aura su créer

des quatre meilleurs joueurs du tournoi. L’un des arbitres,

la surprise en amenant la balle du match à bord d’un héli-

Tony Keyte expliquait « Le terrain était malheureusement

coptère Swift Copters. Cette exhibition a comblé le public

trop mauvais pour jouer une finale en toute sécurité ; et la

très attentif grâce aux belles actions menées par certains

sécurité des chevaux et des joueurs reste bien évidemment

des meilleurs joueurs de polo du monde, présents cette

notre priorité. La décision a été longuement discutée entre

année à Gstaad.

HUBLOT PO LO GO L D CUP


Les deux équipes seront restées au coude à coude durant

joueur américain son tir échouait à quelques centimètres

les 4 chukka du match, marquant à tour de rôle sur de su-

de la ligne de buts.

perbes actions. C’est donc sur un score logique de 7 à 7 que

Après la première session de tirs au but à une distance de

ce très agréable match se terminait. La meilleure action du

40 yards, les deux équipes étaient à égalité 3 à 3 mainte-

fût sans nul doute la combinaison entre le meilleur joueur

nant le suspense jusqu’à la fin de cette « petite finale ». Le

du tournoi Eduardo Menendez – présent à Gstaad pour la

joueur au handicap le plus élevé du tournoi, Olavo Novaes

16 fois – et Michael Brüggler. Cette action menée par le

(BRA), pris soin de choisir sa balle fétiche et la positionna

joueur argentin, ouvrait les buts au capitaine suisse, qui

avec attention face aux poteaux de buts. Il s’élança avec

marquait d’un tir magistral sous les acclamations du public.

détermination et envoya une balle lobée qui passa avec

La troisième place de la Hublot Polo Gold Cup de Gstaad se

succès entre les poteaux assurant ainsi la victoire pour le

sera jouée aux tirs au but afin de préserver le terrain après

Team Banque Baring Brothers Sturdza S.A.

e

les abondantes précipitations de la veille. Une séance de Les célébrations du 20e anniversaire de la Hublot Polo Gold

dza S.A. battre l'équipe du Gstaad Palace sur un score de

Cup eurent également lieu hors du terrain avec une specta-

5 à 4, prenant ainsi la troisième place de cette 20 e édition.

culaire démonstration aérienne de Fly 7 Executive Aviation.

Le capitaine de l’équipe Gstaad Palace, Cedric Schweri (SUI),

Un Bücker Jungmann 131, conçu et construit en Allemagne

aura été le premier à se présenter face aux poteaux de buts,

en 1936, premier avion à rejoindre les forces aériennes hel-

marquant le premier point du match sur un tir impeccable.

vétiques effectua de multiples acrobaties dans le ciel de

Chris Falk (USA) se présentait pour le Team Banque Baring

l’Oberland Bernois. La journée se termina de belle manière

Brothers Sturdza S.A. avec l’espoir de prendre l’avantage

par une grande parade traditionnelle helvétique marquant

dans cette session de penalties. Malheureusement pour le

l’attachement du tournoi à ses traditions.

© AMÉLIE BÈS

tirs aux buts, qui vit le Team Banque Baring Brothers Stur-

HUBLOT PO LO GO L D CUP

119


OPTIK GSTA AD

Eine Geschichte für sich

TE X T : CARINA SCHEURINGER

Geschichten bewegen die Welt. Denn die Welt lebt von Geschichten, die sie prägen, und von den Menschen, die diese gestalten. Nehmen wir zum Beispiel die Geschichte des Optikerladens «Optik Gstaad». Als Philipp und Evelyne Reber im April 2013 in die Fussstapfen des altbekannten Dorfoptikers Willi Worni traten, wussten sie eines gewiss: Sie wollten sich nicht auf den Lorbeeren des Vorgängers ausruhen, sondern mit neuem Namen und neuem Gesicht positive Akzente für die Zukunft setzen. Wie schon Worni vor ihnen sind auch sie Visionäre, die bereit sind, ungewöhnliche Wege zu gehen, um dem Anspruch des bestmöglichen Optikerladens gerecht zu werden.

120

Wochen-, monatelang feilten die Rebers mit Experten an

Nun blieb noch eine Frage offen: Wie sollte der Wandel

einem Konzept, bis der Spagat schliesslich vollbracht war.

vollbracht werden? Für die Rebers kam eine Betriebsunter-

Der neue Optikerladen verkörpert Moderne, Leichtigkeit

brechung ebenso wenig in Frage wie die Zwischenlösung

und lokale Tradition zugleich und wurde bewusst – unter

einer Bau-Baracke. Denn dorthin wäre letztlich «kein Kunde

Verwendung von Materialien aus der Optik wie Glas, Metall

gerne – und ohne Notfall – gekommen, um eine Brille zu

und Licht für die Inszenierung der Brillen – so gestaltet, dass

kaufen».

er auch «zu Gstaad passt» und weiterhin dem Anspruch ei-

Somit war klar: Man musste «die Not zur Tugend machen»

nes «Ladens für alle» gerecht wird.

und eine kurzzeitige Attraktion schaffen, um die dreimo-

O P T IK GS TA A D


natige Umbauphase nicht nur zum Abenteuer für das

Während des Menuhin Festivals wurde der äusserst anpas-

Team von Optik Gstaad, sondern auch für deren Kunden

sungsfähige Frachtcontainer kurzerhand zur Künstler-Gar-

und das ganze Dorf werden zu lassen. Kurzum: Man be-

derobe umfunktioniert und wartet nun auf sein nächstes

nötigte einen «coolen», temporären Verkaufsraum mit

Abenteuer, während die Geschichte von Optik Gstaad im neu-

Kult-Charakter.

eröffneten Laden ihre Fortsetzung findet. Hier ist in jeder Ecke

Mit der Entdeckung eines wahren Kuriosums begann

des grosszügig und einladend hell gestalteten Geschäftes das

die Geschichte des «heissesten Optikerladens der Al-

Bestreben der Rebers sichtbar und fühlbar, ihren Kunden die

pen». Durch Innendekorateurin Martha Arenas stiessen

bestmöglichen Leistungen zu bieten.

die Rebers auf den sogenannten «SaunaAtelierKoffer»,

Seit Herbst 2014 ist Optik Gstaad deshalb auch ein zertifizier-

einen ehemaligen Frachtcontainer des Basler Architek-

ter Gesundheitsoptiker. So werden bei diversen Sehtests und

ten-Duos MUW, und veränderten diesen zu einem tem-

Analysen nur modernste Geräte eingesetzt, sodass die Brillen

porären Optikerladen der besonderen Art.

beziehungsweise Kontaktlinsen optimal angepasst werden

Von allerorts zog es alsbald Neugierige in das neu titu-

können. Dabei kommen weder Kinder noch das Thema ad-

lierte «ProVisorium», die sich mit eigenen Augen von der

äquater Sonnenschutz in den Bergen zu kurz. Und auch an

kühnen Behauptung überzeugen wollten – gab es da

«Blickfängen» und weiteren «Slogan-verdächtigen» Geschich-

wirklich eine Sauna im Laden?

ten mangelt es nicht.

Unermüdlich ist die Kreativität der Rebers – und die Ge-

Neben 2000 handverlesenen Brillen sorgen die zum Verkauf

schichten, die daraus resultieren: Da gab es zum Beispiel

angebotenen FREITAG-Taschen sowie die innovative «Wall of

die SBB-Palette, die das Thema «unterwegs sein» spie-

Frame» der Brillenlabels immer wieder für Gesprächsstoff und

lerisch aufgriffen, und die FREITAG-Sonnenbank, die im

zeugen von dem unermüdlichen Tatendrang der Unternehmer.

Bilderbuch-Frühsommer zum Verweilen einlud. Als die

Lässt man das Gesamtkonzept und das Herzblut der Men-

Übergangsphase letztlich am 4. Juli 2015 mit einem hu-

schen hinter Optik Gstaad einen Moment auf sich wirken, so

morvoll inszenierten «Countdown» ihr Ende fand, war

weiss man bestimmt: Gstaad wäre wohl nicht das, was es ist,

das «ProVisorium» den Kunden und Besitzern so ans

ohne Menschen wie die Rebers, die sich unermüdlich engagie-

Herz gewachsen, dass der ursprünglich geplante Verkauf

ren, mit viel Liebe positive Akzente zu setzen und dem Dorf,

kein Thema mehr sein konnte.

seinen Einwohnern und Gästen das Bestmögliche zu bieten.

Das siebenköpfige Team von Optik Gstaad besteht nebst den Besitzern Evelyne und Philipp Reber aus dem «Seniorchef» Willi Worni, dem «Cartier-Spezialisten» Matthias Godderidge, der «Sportskanone» Nadine Kübli, der «Augenprinzessin» Nathalie Raaflaub und der Lernenden Valérie Nydegger.

OPTIK GSTA AD AG

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UNTERGSTA ADSTR ASSE 15

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CH-3780 GSTA AD

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T +41 (0)33 744 28 88

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w w w.optikgstaad.ch

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SWATCH BEACH VOLLEYBALL MA JOR SERIES – GSTA AD MA JOR

Brasilianische Dominanz im Gstaader Sand TE X T /FOTOS: SWATCH BE ACH VOLLE YBALL MA JOR SERIES – GSTA AD MA JOR

2016 finden in Rio de Janeiro die Olympischen Sommerspiele statt. Dass die Gastgeber zumindest in der Sportart Beach Volleyball bereit sind, haben sie beim Beach Volleyball Gstaad Major 2015 eindrücklich bewiesen. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren setzten sich die Teams aus Brasilien durch. Dies bei bestem Wetter, hervorragender Stimmung und vielen Neuerungen, welche die erste Austragung als Teil der neu geschaffenen Major Series mit sich brachte. Dass das Turnier in Gstaad seit dem Jahr 2000 immer zu den Top-Austragungsorten der Beach Volleyball World Tour gehört, haben die Organisatoren mehrfach bewiesen. 2006 erhielt das Turnier den Status eines Grand Slams, dazumal die höchste Turnierklasse. Ein Jahr später wurden gar die Weltmeisterschaften in Gstaad ausgetragen. 2015 wurde das Turnier im Berner Oberland schliesslich auserkoren, Teil einer neuen Tour zu werden. Als einer von vorerst vier Austragungsorten der neuen höchsten Turnierserie, der Major Series, konnte Gstaad so von den umfangreichen Neuerungen, insbesondere im Bereich Kommunikation, profitieren. Mit Red Bull Media House als starkem Partner im Hintergrund und Swatch als Hauptsponsor der Tour wurde der Anlass in die ganze Welt hinausgetragen. Die sechzehnte Ausgabe des Turniers war geprägt von fantastischem Wetter, spannenden Matches und einmal mehr vom besten Publikum, das man sich wünschen kann. Sportlich sorgten die Teams aus Brasilien für Samba auf dem Center Court. Die Dominatoren der Saison, Alison/Bruno, bezwangen die Letten Smedins/Samoilovs im Finale in zwei Sätzen. Eine rein brasilianische Angelegenheit war der Final bei den Frauen. Hier setzten sich Larissa/Talita gegen Lima/Fernanda durch. Die beiden siegreichen Teams in Gstaad konnten später auch die World Tour Finals in Fort Lauderdale für sich entscheiden und haben damit definitiv ihre Ambitionen auf Olympia-Gold im eigenen Land angemeldet. Auch ein anderes Team mit Anspruch auf den Olympiasieg sorgte in Gstaad für Aufsehen. Die Amerikanerinnen Walsh/Ross besiegten im Viertelfinale Agatha/Barbara in einem verrückten Spiel, bei dem sich Walsh die Schulter ausrenkte und trotzdem mit vollem Einsatz zu Ende spielte. Um kein weiteres Risiko einzugehen, mussten Walsh/Ross leider für das Halbfinale Forfait geben. Dass die Schweizer

SWATCH BE ACH VO L L E Y BA L L M A JO R SERIES – GS TA A D M A JO R

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3780 Gstaad

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Teams im Sand von Gstaad nicht wie gewünscht auf Touren kamen, war schade, hat jedoch der guten Stimmung auf den Zuschauerrängen keinen Abbruch getan. Das einzigartige Ambiente des Turniers, das auch immer wieder von den Spielerinnen und Spielern gelobt wird, hat viel mit den Menschen vor und hinter den Kulissen zu tun. Die unzähligen freiwilligen Helfer, die meist seit Jahren dabei sind, die Mitarbeitenden des Organisationskomitees, die langjährigen Hauptsponsoren Coop und BKW sowie das Publikum – sie verleihen mit ihrem Engagement dem Turnier seine Einzigartigkeit und wachsen zu einer grossen Familie zusammen. Man trifft sich nicht nur auf dem Center Court, auch die Strassen von Gstaad werden zur Begegnungsmeile von Sportlern, Offiziellen und Fans. Beherbergt wird übrigens eine grosse Zahl der Volunteers in der neuen Sportlodge in Gstaad, direkt bei den Side Courts. Das Gstaad Major 2015 war in allen Belangen ein erfolgreicher Anlass und lässt die Organisatoren mit viel Vorfreude in die Zukunft blicken. Die Major Series wird 2016 neben Porecˇ (Kroatien) und Klagenfurt (Österreich) auch in Gstaad Halt machen und zwar vom 5. bis 10. Juli 2016.

SWATCH BEACH VOLLEYBALL MA JOR SERIES – GSTA AD MA JOR

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TENNIS EXPERT AND TELEVISION COMMENTATOR, HEINZ GÜNTHARDT

“A lot has changed in world tennis” TE X T : HANS-UELI TSCHANZ I PHOTOS : R APHAEL FAUX

As an enthusiastic young tennis fan, Heinz Günthardt first watched a game broadcast on television from Gstaad at the age of five or six. It was at a time when only Wimbledon and Gstaad were broadcast each year by Swiss public television. Heinz Günthardt can still remember the precise moment. The weather outside was beautiful, but he absolutely wanted to watch the Gstaad tournament. At that moment, a strong desire came over him to one day be allowed to play on the court in the chalet village. One year later, Heinz’s parents drove him to Gstaad, but unfortunately they were one week too late – i.e. after the tournament – and he set eyes on the centre court in the middle of Gstaad for the first time. He had never seen such a big grandstand in his life. In 1980, Heinz Günthardt then won the singles title and in 1981 and 1984, he won the doubles title with his brother, Markus. Today, Heinz Günthardt is a tennis expert and television commentator who is popular all of Switzerland and attends the Suisse Open Gstaad every year. Günthardt is married to a Swede, has three children and lives in Sweden, Switzerland and the South of France. How was your first tournament in Gstaad? The first time I actually played in Gstaad was after I had won Junior Wimbledon and been given a wild card by the tournament managers. Unfortunately, I had arrived from Wimbledon harbouring a slight injury and showing signs of all my effort and enormous strain, because I absolutely wanted to win Wimbledon. So I was far from performing at my best in Gstaad. Added to this were the difficulty of making the transition from the London grass courts to the Gstaad clay courts and the altitude of 1,000 m.

How was the transition from London to Gstaad for you in other respects? I remember the posh hotels and the mountain landscape which greatly impressed me. I had never seen anything comparable in my life. Until this time, as a 17 year old I had always stayed at the cheapest two-star hotels. Often with three people sharing a double room. The step up to Gstaad was therefore quite extreme for me. The chalet village in the Bernese Oberland was a very special place for me right from the beginning!

Did you already have contact then with other tournaments as a player? At that time, Wimbledon and Gstaad were my only forms of contact with world tennis. That was clearly due to television. I remember the black-and-white images from Gstaad. One evening, a small report was even broadcast from a hotel bar. It was an interview with John Newcombe, and I found it terribly exciting and interesting.

H EINZ GÜN T H A RDT

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It is quite understandable that people want to know everything about Roger Federer

destrian precinct with a bypass, etc. Lots of things are constantly being done, but so well that the original atmosphere has been maintained. Not least, of course, thanks to the uniform chalet architecture.

What has changed at the Suisse Open Gstaad? Do the professionals still enjoy coming to the Saanenland for a week? Lots of things have definitely changed. Just like the worldwide tour is no longer the same. Previously, we were all more or less here on our own – or at the most you had a coach with you. 70% of us travelled alone. This logically meant that we

When I started playing in Gstaad, it really was like this: we

sought to make contact with other players while we were

played and then met each other again in a relaxed atmos-

there. Today, very often your parents, assistants, coaches and

phere in Gstaad Palace. We always all went for a drink at the

fitness trainers are with you. This generally amounts to four to

hotel’s own “GreenGo” nightclub. Of course not until mid-

five people per player. This means that the whole dynamics

night. After all, we had to play again the next day. The players

on the tour have changed. Today, the prize money is much

always felt closer to each other in Gstaad than anywhere else

higher than it used to be. As a result, the players have a differ-

in the world.

ent attitude than previously was the case. In our day, we still played cards together.

Are you a regular at Hotel “Victoria” now that you are a television commentator? Yes. It is because Swiss public television has booked the “Vic-

Does the atmosphere in Gstaad still play any role for the players?

toria” and since I and the other employees also always feel

It still plays a role. However, because there is so much money

part of the team, I stay there. However, I must say that it is

at stake, to be perfectly honest Gstaad can virtually no longer

certainly not a luxurious hotel, but rather a cosy family hotel.

compete with other venues for the world’s best players. A top player would have to give up something very lucrative to

Has the village of Gstaad changed?

play in Gstaad, and for most of them the ratio is no longer ac-

Something that has been done very well is the ongoing subtle

ceptable. Top players prefer to take a week off to stay fit and

renovation. That it always appears to be “up to date” without

healthy for a tournament at a later date where they can earn

anybody noticing what exactly has been changed. Hotels, pe-

lots more money.

HEINZ GÜNTH A RDT

F

128

Expert en tennis et commentateur à la télévision C’est entre 5 et 6 ans, que Heinz Günthardt, déjà passionné de

été engagé car il jouait bien au tennis et … parce qu’il était

tennis, regarda, pour la première fois à la télévision, une re-

marié (ce qui faisait partie des conditions d’engagement pour

transmission du tournoi de tennis de Gstaad. C’était l’époque

le père de Steffi Graf …). Il se souvient encore que lorsqu’il

où la télévision suisse diffusait uniquement les tournois de

était professionnel, les joueurs restaient à Gstaad après les

Wimbledon et de Gstaad. Un an plus tard, Heinz se rendit à

matchs pour disputer une partie de carte. Aujourd’hui, Heinz

Gstaad avec ses parents, trop tard; le tournoi était terminé.

Günthardt est apprécié dans toute la Suisse en tant qu’expert

Mais c’est à ce moment-là qu’il vit le « Center Court » installé au

en tennis et commentateur à la télévision, carrière qu’il doit

milieu du village. Durant toute sa vie de petit garçon, il n’avait

en partie au succès de Roger Federer. On peut le rencontrer

jamais vu une tribune si grande. En 1980, il gagna le tournoi

chaque année à l’occasion du tournoi Suisse Open de Gstaad.

de Gstaad en simple, puis, en 1981 et 1984, il le remporta en

Marié avec une Suédoise, ils ont trois enfants. La famille vit en

double avec son frère Markus. Entraîneur de Steffi Graf, il avait

Suède, en Suisse et dans le sud de la France.

H EINZ GÜN T H A RDT


Would switching to hard courts help?

had not been so successful, there would be far fewer ten-

The Americans definitely want to play on hard courts first and

nis match broadcasts and I would not be as well-known as

foremost. However, there are not many Americans who could

I am. A lucky coincidence. A sportsman of the century only

fill a stadium here in Gstaad. The main criterion is that we are

emerges every 100 years in any given country.

at an altitude of 1,000 metres above sea level here and the initial situation is always different for each player. Irrespective

You also coached Steffi Graf.

of the type of court.

Luck was on my side in this case too. I had not planned on becoming a tennis coach but just sort of slipped into the role.

So the altitude is a more important criterion?

I originally had other interests: architecture and all sorts of

Yes, definitely. The players will never experience the same

things. It was like this with Steffi Graf: she had good connec-

conditions in Gstaad as in Paris, for example, even though

tions in Berlin, and I was employed as a tennis coach there.

both tournaments are played on clay.

Steffi Graf was looking for a personal trainer. The required profile was someone who speaks German, plays tennis very

Are the top 10 in world tennis the only ones who still count?

well and is married. Steffi Graf’s father wanted it to be like that.

The top 10 are already too many. The top 5 would be more available on a daily basis that the names need to be ones

What are the reasons that Switzerland has two of the best tennis players on the tour?

which can still be heard and recognised given all the “noise”.

It is a coincidence. You can either pave the way for or prevent

This is only possible with superstars.

coincidences. If I win the lotto, it is a coincidence, but I must

accurate. Due to the Internet, there is so much information

have filled in a ticket. It is not dissimilar in this case. I have to

How did you succeed in becoming a successful tennis and media specialist respected by everyone after your playing career?

provide the infrastructure. I need the right coaches and then,

As always in life, in my case too it had something to do with

uct of a system. Otherwise, it would be possible with the

a coincidence and with the fact that Roger Federer’s fame

corresponding know-how to produce a second or third com-

makes me even more well-known, because I have the priv-

paratively good player and model athlete, and the French and

ilege of commenting on his games on TV. If Roger Federer

British with their huge budgets would have done so ages ago.

by coincidence, also an exceptional talent like Roger Federer. A player like Roger Federer is never predominantly the prod-

H EINZ GÜN T H A RDT

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SWISS OPEN GSTA AD

© CHRISTIAN COLLET

Anniversary Dinner

RENÉ STAMMBACH & MARKUS K APPELER

ADOLF & K ATRIN OGI, RUTH WIPFLI STEINEGGER © VALERIANO DI DOMENICO

CARL-UWE STEEB, CECILIA & HEINZ GÜNTHARDT

MARC ROSSET

EDITH GUGGER, JULES & EDITH KYBURZ

ALEX CORRETJA & FAMILY

CHRISTA RIGOZZI & BEATRICE SIMON © CHRISTIAN COLLET

DIDIER DEFAGO & ADOLF OGI

© VALERIANO DI DOMENICO

ERICA & ACHILLE CASANOVA

MARC SWAY © CHRISTIAN COLLET

ILIE & BRIGITTE NASTASE, KÖBI HERMENJAT

ALBERT & DORIS BACH MIT DEN SÖHNEN MICHA & HANNES

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SW IS S O PEN GS TA A D

MAX & HEIDI BAUMANN, ELISABETTA CAGLIONI, ROLAND STADLER

JEAN-FRANÇOIS COLLET, DAVID MASSEY


Do you feel a certain amount of esteem as a Swiss citizen on the tour?

ily decisive. Perhaps the solution would be to put together a

Absolutely. We are almost always “Roger Federer TV”. And

closed in the evening. The players, teams and visitors retire

he is the epitome of a super star. He is in another league, like

to their hotels. At the tournament in Bastad, Sweden, for ex-

many others who have also won Grand Slams. He has won

ample, people meet each other in the evening and relation-

17 of them, is more than 30 years old and has competed at

ships are established. I ask myself to what extent it would

the top more and longer than everyone else. So it is quite

be possible to make Gstaad a better networking event. A

understandable that people want to know everything about

MUST for everyone who wants to keep up with the latest de-

him, and they then have the feeling that we might know

velopments in Switzerland. Perhaps the Suisse Open Gstaad

something they don’t.

should create synergies with the international classical

24-hour total experience package. Nowadays, the VIP tent is

music festival, Gstaad Menuhin Festival & Academy, which

How do you see the future of the Suisse Open Gstaad?

takes place at the same time. You have to bring people to-

It is tricky to paint an ideal picture without even knowing

gether. Create unforgettable experiences. So that at the end

what is realistic there. I think that although it is still important

of the week, everyone has the feeling that it was worth be-

who plays in Gstaad, in the overall context it is not necessar-

ing in the Saanenland at the end of July.

HEINZ GÜNTH A RDT

D

Tennis-Experte und TV-Kommentator Als tennisbegeisterter Sprössling von 5 bis 6 Jahren schaute

als Tennisexperte und Fernseh-Kommentator schweizweit be-

sich Heinz Günthardt zum ersten Mal am Fernsehen eine Über-

liebt und alljährlich am Suisse Open Gstaad anzutreffen. Günt­

tragung aus Gstaad an. Es war zu einer Zeit, wo im Schweizer

hardt ist mit einer Schwedin verheiratet, hat drei Kinder und

Fernsehen jeweils bloss Wimbledon und Gstaad übertragen

lebt in Schweden, in der Schweiz und in Südfrankreich. Dass er

wurden. Ein Jahr später dann fuhren die Eltern mit Heinz nach

heute Fachexperte und Kommentator so vieler Tennis-Übertra-

Gstaad, aber leider eine Woche zu spät – also nach dem Tur-

gungen ist, verdankt er vor allem der Tatsache, dass es Roger

nier – und er sah zum ersten Mal den «Center Court» mitten in

Federer gibt. Zum ehemaligen Coach von Steffi Graf wurde er

Gstaad. Er hatte in seinem Leben noch nie eine so grosse Tri-

seinerzeit ernannt, weil er gut Tennis spielte und – so wollte es

büne gesehen. 1980 gewann Heinz Günthardt dann das Gstaa-

ihr Vater – verheiratet war … Günthardt erinnert sich an sei-

der Turnier im Einzel und 1981 und 1984 zusammen mit seinem

ne aktive Zeit als Tennis-Professional, wo die Spieler in Gstaad

Bruder Markus jeweils das Doppel. Heute ist Heinz Günthardt

nach dem Match noch eine Partie Karten gespielt haben.

H EINZ GÜN T H A RDT

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CHRISTOPHE DEGOUMOIS

“I love Gstaad, my family, my work and great music!” TE X T : HANS-UELI TSCHANZ I PHOTOS : MARK NOL AN

Bombardier Business Aircraft Vice President of Sales, Christophe Degoumois, has had the privilege of working closely for the past ten years with the star conductor, Valery Gergiev. The Russian Maestro will now return to Gstaad for two concerts on the 12th and 13th of August 2016 but this time with his sensational Mariinsky Orchestra. He is no stranger to Gstaad and was greeted several years ago with rapturous applause as a guest of the festival with the London Symphony Orchestra. Christophe Degoumois explains in the conversation below why it was possible to secure the services of Maestro Gergiev for 2016 given the fact that he is booked out for several years in advance. Born in Solothurn, Christophe owns a chalet in Grund b. Gstaad where he enjoys winter and summer holidays with his Russian wife and two children. Even as a young boy, he regularly came with his parents to the Saanenland, which he now considers his second home and a piece of his heart. Christophe Degoumois, who led the Business Aircraft Sales team for Central and Eastern Europe, Russia, Commonwealth of Independent States (CIS), India, China, Asia Pacific and Australia has now taken the role back to Europe of Vice President for Bombardier Business Aircraft sales in Europe, Central and Eastern Europe, Russia CIS and has had achieved great success in these markets. One of his strengths was managing and developing exceptional sales campaigns and customer relations in the then emerging markets such as Russia and CIS countries. Born in Solothurn in 1973, Christophe’s parents are music lovers. His father had a dental laboratory in the city and worked tirelessly throughout his life while Christophe’s mother, a singer, kept the family well fed and healthy. The family was rarely able to go away on holiday, but they always had a special relationship with Gstaad, in fact Christophe's fondest memories of his childhood took place in Gstaad. Christophe first trained as a dental technician but his passion for flying him-self influenced him to choose a career in aviation. He soon got a job at Jet Aviation in Zurich, where he gained some initial experience in aircraft handling before being promoted in 1998 to a post in the “Jet Aviation Business Jets” department. Christophe then acquired his first Russian client. “I never met him in person. Everything was handled over the phone,” remembers Christophe. Before long he was supporting other Russian families and more Russian clients. He organised complex trips for whole families, which not only

CH RIS TO PH E DEGOUM O IS & VA L ERY GERGIE V

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Gstaad. Later on, he was hired by the then up, and com-

Why are you so passionate about Valery Gergiev and his Mariinsky Orchestra coming to Gstaad in 2016?

ing operator and charter company “Global Jet Concept” in

Valery has had a strong connection to Gstaad for quite some

Geneva. Christophe made a substantial impact on charter

time now. He loves Gstaad and has already enjoyed some

sales and developed the Russian market immensely. The

wonderful experiences and developed lasting friendships

Russian people, the country and culture fascinated him. It

in the Saanenland. It was Valery Gergiev’s wish to come to

was on one of his numerous trips to Moscow that he met

Gstaad next year with the Mariinsky Orchestra and to mark

his beautiful Russian wife Yana. “The first thing I did when

what would have been Yehudi Menuhin's 100 th birthday and

I had met my future wife was take her to Gstaad, and she

the 60 th anniversary of the Menuhin Festival. We discussed

immediately fell in love with this region. Our children are

it with you and Christoph Müller and then spontaneously de-

now aged six and eight, and they too learnt to ski here. We

cided to give him a call in order to invite him on behalf of the

truly love it.”

Menuhin Festival. He said to me: “Let’s do it – I will not only

In 2004, he was offered the position of Director of Sales at

come for one day, but rather for two concert evenings.” His

Bombardier. His network and his knowledge of the Russian

immediate agreement illustrates his incredible understand-

market were greatly appreciated and substantial success

ing of Carpe Diem and how to live life’s opportunities to the

followed. His skills led him to grow within the company

fullest.

and extend well beyond his original region of expertise.

Valery Gergiev is one of the world's most respected conduc-

involved flights on business jets, but also complete holiday logistics to Switzerland and Europe's ski resorts such as to

tors but also a business leader. He has grown the Mariinsky

Christophe Degoumois, how did you develop your close ties with Valery Gergiev?

Opera, Ballet and Orchestra into an important business un-

The first time I met him in person was in Moscow. Bom-

thousand permanent singers, dancers, musicians, produc-

bardier gave me a marketing budget for Russia, and I

tion personnel and staff, the Mariinsky today is most prob-

knew I needed to come up with something unique and

ably the largest and most influential classical music com-

meaningful. As a young manager I established a support

pany in the world. But beyond Valery’s hectic schedule he

programme for Bombardier to benefit Valery Gergiev’s

still finds time to nurture and encourage young musicians to

Moscow Easter Festival which Maestro accepted and wel-

help them dream of and achieve greatness, not only with his

comed us. The objective was not only to bring Valery Ger-

direct intervention on a personal level but also with his com-

giev and his Mariinsky Orchestra closer to Bombardier, but

mitment to excellence in world class competitions such as

also to establish closer ties between Russia and Canada.

the Tchaikovsky competition which has found its new voice

That was in 2006, and we are already celebrating Bombar-

after the great and unique Mstislav Rostropovitch. Similarly,

dier’s 10 th appearance at the annual Easter Festival. The

Maestro has had an enormous impression on me. It is a privi-

commitment evolved into a close relationship. Valery’s

lege to know him and to witness his talent and some of his

leadership is a valuable life lesson for me. It is incredible

life achievements first hand. There are so many unforgetta-

what this person achieves through total dedication to mu-

ble moments I will cherish, not only throughout his beloved

sic and his country and I am eternally grateful to Valery

Russia but also in London, Paris, Milan, Munich, Rotterdam,

for welcoming me into his world and for his support and

Tokyo, Beijing, New York, Montreal and so many other great

friendship.

moments all over the World. Valery makes things happen, he

dertaking and National ambassador. With more than three

The quote of Maestro Gergiev on Yehudi Menuhin I was delighted and even happily surprised to see him at the Mariinsky Theatre in 1989. That was at the very outset of my career as Director of the Mariinsky Theatre. When he came to me I had not yet accepted the reality, I was not used to the role of Artistic and General Director of the theatre. He was a very special guest to have, as were Peter Ustinov and George Solti, among the first to visit the USSR as it then still was. He was a legendary man. I grew up with his interpretations of Bach and Mozart …My generation is incredibly indebted to him for raising the professional status of the musician. With his very being, with his magnificent and unique humanistic, musical and educational activities the profession of being a musician began to take on more noble qualities.

134

CH RIS TO PH E DEGOUM O IS & VA L ERY GERGIE V


moves people to tears and creates goodwill wherever he

I am a passionate supporter of the Mariinksy. Bombardier

goes and to have the opportunity of helping in some small

have given me the chance to be involved with this great in-

way of motivating him to come to our lovely Gstaad is a

stitution and its leader and for this I will always be grateful.

huge gift for the region and for his many great friends in

The Chairman of our Company, Mr. Pierre Beaudoin and his

this mountain paradise.

wife Mme Hélène Beaudoin, are music lovers and friends of Maestro Gergiev. I do hope they will have the opportunity

So your personal relationship helped to seal the deal?

of joining us next summer in Gstaad and to establish some

I would like to believe that the importance of this Anniver-

wonderful concerts. Bombardier is a great Canadian family

sary event to this superb festival had the greatest impact

business with strong ties to Switzerland. 2016 is an impor-

on his decision. All I did was have the unique luck and priv-

tant year for Bombardier as our revolutionary new C-Series

ilege of being able to address him directly and with pas-

120-150 passenger jet aircraft is targeted to enter into ser-

sion for Gstaad, something that he surely felt and acted

vice with Swiss International Airlines. Bombardier is also the

on. You remember well that Valery knew Yehudi Menuhin

world's largest manufacturer of trains and a major supplier

personally and was moved and impressed by the qualities

to the SBB.

of the great musician who he considered as a most unique

Maestro Valery Gergiev and his Mariinsky Orchestra will be

and noble individual, deeply committed to raising the art

blessed with some exceptional soloists and will bring a sen-

form and to spreading and educating the greatness of mu-

sational program to compliment your Festival. This will be an

sic throughout the world.

amazing event and I wouldn’t miss for the world.

new relationships during the visit in addition to enjoying the

CHRISTOPHE DEGOUMOIS AND VALERY GERGIEV INFLIGHT FROM NEW YORK TO MONTREAL BETWEEN PERFORMANCES AFTER THE MET N.Y. AND LA MAISON SYMPHONIQUE DE MONTREAL

CH RIS TO PH E DEGOUM O IS & VA L ERY GERGIE V

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STAR-PIANIST LANG LANG 27. AUGUST 2016, 19.30 UHR FESTIVAL-ZELT GSTA AD


GSTA AD MENUHIN FESTIVAL & ACADEMY 2016

Musik & Familie

TE X T : CHRISTOPH MÜLLER

Der Lebensgemeinschaft «Familie» haben wir höchstwahrscheinlich die Gründung des Gstaad Menuhin Festivals vor 60 Jahren zu verdanken. Die Menuhins suchten in den 1950er-Jahren eine Sommer-Residenz, wo sich der durch Reisen und Konzerte belastete Jahrhundert-Geiger entspannen konnte und wo die Kinder eine Möglichkeit fanden, eine internationale Schule zu besuchen und ihrerseits Ruhe und Abwechslung in wohltuender Atmosphäre finden sollten. Ihre Wahl fiel auf Gstaad. Die Familie liess sich vorerst für Urlaub in Gstaad nieder, entschied sich danach, ein Chalet erbauen zu lassen, ehe Yehudi Menuhin im Jahr 1957 erstmals in der Kirche Saanen zwei Konzerte gab, gemeinsam mit Benjamin Britten am Klavier. Das Gstaad Menuhin Festival war geboren. Dass sich im Jahr 2016 das sechzigste Festival und der hundertste Geburtstag Yehudi Menuhins gleichzeitig jähren, ist vielleicht gar nicht ein so grosser Zufall: Menuhin suchte mit 40 Jahren nach Ruhe und Gelassenheit, die ihm zuvor durch sein Leben als Wunderkind und Jungstar und durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges nicht gegeben waren. Wir blicken mit einem doppelt geführten Konzertabend, dem Menuhin-Gedenkkonzert mit Mozarts Requiem, zurück, denken an Yehudi Menuhin und sein nachhaltiges Vermächtnis. Die Ausrichtung des Festivals 2016 lebt aber vom Blick nach vorne und davon, was Menuhins Botschaften uns heute weisen können: in einem im ganzen Kanton Bern angelegten Kinder- und Jugendprojekt «Beethoven für alle» zum Beispiel, welches sich über eine Zeitspanne von neun Monaten erstreckt; in unserer Gstaad-Academy mit ihren fünf teils sehr exklusiven Sparten; in den vielen Konzerten mit jungen Preisträgern und thematischen Konzerten, in welchen wir auch die Grundsatzfrage über Wunderkinder und Musikwettbewerbe stellen, sowie natürlich in den zahlreichen Hommagen an Yehudi Menuhin durch renommierte Musiker-Persönlichkeiten. Die Familie – sie ist die natürlichste und älteste Schicksalsgemeinschaft. Man kann sich deren Mitglieder nicht aussuchen, sondern wird hineingeboren, mit Genen ausgestattet und durch Erziehung und

© HARALD HOFFMANN

Zusammenleben geprägt.

GS TA A D M ENUH IN FES T I VA L & ACA DEM Y

137


Die Familien Bach, Mozart, Mendelssohn, Schumann oder

der. Neben ausserordentlichen instrumental-technischen

Strauss sind unterschiedliche Beispiele, wie mit erblichen

Fähigkeiten traten sie bereits mit zwölf Jahren als Kompo-

Anlagen im musikalischen Feld umgegangen worden ist.

nisten auf. In den gutbürgerlichen Verhältnissen der Fa-

Johann Sebastian Bach war das Zentrum einer über viele

milien Mendelssohn galt jeweils gesichert, dass der junge

Generationen hinweg tätigen Dynastie von Musikern mit

Felix bereits mit zwölf Jahren seine frühen Kompositionen

dem Namen Bach. Sie reichte vom späten Mittelalter bis in

in durch die Familie organisierten Hauskonzerten vorführen

die Frühklassik mit den Söhnen Carl Philipp Emanuel und

durfte, so auch sein Doppelkonzert für Violine und Klavier

Johann Christian Bach. Die Bachs waren normalerweise

oder verschiedene Klavierstücke, die er mit seiner Schwes-

Kirchenmusiker, die sich teils auch über Vetternwirtschaft

ter Fanny Mendelssohn in solchen Konzerten der Familie

ganz selbstverständlich von Generation zu Generation die

uraufführte. Vater Mozart reiste mit seinen Kindern «um die

Ämter gegenseitig weiter vermittelt haben. Die Dynastie ist

Welt», um deren Wunderkinder-Status den Fürsten und Kö-

jedoch ohne Zweifel ein Phänomen in der Hinsicht, dass tat-

nigshäusern richtiggehend «vorzuführen».

sächlich vorhandene Erbanlagen dafür sorgten, dass jeder der tätigen Bachs einen Schuss Genialität in sich trug.

Ehe- und Lebenspartnerschaften hingegen stehen unter anderen Vorzeichen: Hier sind oft die Rollen von Musen

Leopold Mozarts Zur-Schau-Stellen seines genialen Sohnes

und Schöpfer vorgegeben oder jedenfalls gewünscht. Bis

bereits im zarten Kindesalter hat dem grössten Tonschöp-

ins 20. Jahrhundert hinein waren die Rollen meist klar ver-

fer aller Zeiten wohl die Energien für ein längeres Leben

teilt: Der Mann war der geniale Schöpfer und die Frau seine

schon sehr früh geraubt. Die Mozarts oder später die Men-

Muse, die sich gleich noch um Kinder und Haushalt zu küm-

delssohn-Geschwister galten als musikalische Wunderkin-

mern hatte. Robert Schumann kam mit dem überborden-

EDITION 2016 DU GS TA A D MENUHIN FES TIVA L

F

138

Musique & Famille C’est sans doute grâce à l’attention que Yehudi Menuhin por-

festival sera toutefois tournée vers l’avenir, car nous nous

tait à sa famille qu’une soixantaine d’années plus tard, nous

efforçons, aujourd’hui, de suivre ses messages et ses ensei-

pouvons encore vibrer avec le Gstaad Menuhin Festival.

gnements. Par exemple, grâce au projet « Beethoven pour

Dans les années cinquante, la famille Menuhin cherchait une

tous » qui s’étend sur une période de neuf mois en réunis-

résidence d’été et c’est à Gstaad que le violoniste du siècle,

sant des enfants et des jeunes de tout le canton de Berne ; à

dont la vie ne rimait jusque-là qu’avec voyages et concerts, a

notre « Académie » à Gstaad, qui comporte cinq parties dont

pu se détendre et où ses enfants ont pu fréquenter une école

certaines sont très exclusives ; à nos nombreux concerts

internationale. La famille y a trouvé la sérénité et a changé

donnés par de jeunes lauréats et aux concerts thématiques

son train de vie en bénéficiant d’une atmosphère apaisante,

durant lesquels nous évoquons également la question fon-

tout d’abord pour quelques vacances avant de décider d’y

damentale qui se pose sur les enfants prodiges. Finalement,

construire un chalet. En 1957, Yehudi Menuhin, accompagné

il convient de mentionner les concours de musique, sans

du pianiste Benjamin Britten, donna pour la première fois

oublier les nombreux hommages que rendent certaines per-

deux concerts dans l’église de Saanen. Cet événement vit la

sonnalités musicales de renom à Yehudi Menuhin.

naissance du Gstaad Menuhin Festival.

Par ailleurs, l’édition 2016 du Gstaad Menuhin Festival sera

Si l’année 2016 marque respectivement la soixantième édi-

placée sous le signe de la transmission des gènes musi-

tion du festival et le centième anniversaire du violoniste

caux de génération en génération par des personnes ayant

ce n’est pas une si grande coïncidence. A l’âge de 40 ans

grandi au sein de familles imprégnées par la musique. Des

Yehudi Menuhin a recherché la paix et la sérénité qu’il

ensembles composés de frères et soeurs, des formations

n’avait pas trouvées durant sa vie d’enfant prodige et de

musicales s’étendant sur deux générations – parents et en-

star, que la tourmente de la Seconde Guerre mondiale n’a

fants – nous invitent à partager leur intimité musicale. Ce qui

pas épargné.

nous renvoie à l’essence même du Gstaad Menuhin Festival :

Les deux concerts donnés durant la soirée commémorative

la famille comme source de toute activité créatrice, donnant

à l’occasion de laquelle sera notamment joué le Requiem de

le rythme de la vie.

Mozart, nous inviteront à un voyage rétrospectif dans l’uni-

Nous vous souhaitons la bienvenue. Venez découvrir seul ou

vers de Yehudi Menuhin et de son héritage. L’édition 2016 du

en famille l’édition 2016 du Gstaad Menuhin Festival !

GS TA A D M ENUH IN FES T I VA L & ACA DEM Y


© DETLEV SCHNEIDER

© NIGEL HUGHES

© FELIX BROEDE / DEUTSCHE GRAMMOPHON

MARIA JOAÕ PIRES

BRYN TERFEL

ISABELLE FAUST

den Talent von Clara Schumann-Wieck nicht zurecht, und

Demonstration darstellten. Die Musik der Dynastie der

sie unterdrückte ihr Begehren nach kreativer Umsetzung

Familie Strauss mit Johann Strauss junior und senior und

während Jahren. Gustav Mahler verlangte von Alma gera-

den Geschwistern und den Onkeln Eduard und Josef bildet

dezu eine bedingungslose Hingabe an ihn, was aber dazu

den idealen Rahmen für unser Geburtstagskonzert «Happy

führte, dass Alma bei vielen Werken als kreative Assistentin

Happy Birthday, Menuhin», in welchem eine grosse Fami-

mitwirkte, sich schliesslich aber von ihm abwandte, wor-

lie von Geigern aus allen musikalischen Welten zusammen

an Gustav Mahler zu Grunde ging. Fanny Mendelssohns

kommt. Überhaupt spielen genetische Familienbande und

Karriere als Musikerin wurde ihr von der Familie verwehrt

musikalisch zu Familien zusammengewachsene Men-

zugunsten des Ehelebens mit Wilhelm Hensel. Und Nan-

schen die Hauptrollen beim Gstaad Menuhin Festival 2016.

nerl Mozart war eine virtuose Pianistin, die aber zeitlebens

Geschwister-Ensembles, Zwei-Generationen-Formationen,

nie eine Chance erhielt, aus dem Schatten ihres Bruders

Eltern und Kinder lassen uns an ihrem durch Nähe und Inti-

zu treten. Die Problematik der Rollenverteilung scheint im

mität geprägten musikalischen Selbstverständnis teilhaben

21. Jahrhundert zumindest in unserem kulturellen Umfeld

und damit an die Keimzelle des Gstaad Menuhin Festivals

überwunden zu sein. Doch bleibt ein Nachgeschmack beim

erinnern: die Familie als Ursprung aller schöpferischen Tä-

Gedanken, was wohl aus all diesen weiblichen Hochbega-

tigkeit, ja sogar des Lebensrhythmus.

bungen geworden wäre, wenn sie auch gefördert worden wären.

Wir heissen Sie zum Gstaad Menuhin Festival 2016 herzlich willkommen,

Die Fragen bleiben: Welchen Anteil an Resultaten

alleine oder mit Ihrer ganzen Familie!

von schöpferischen Prozessen stellen angeborenes Talent, Fleiss, Erziehung, Umfeld, Inspiration durch Liebe, Bewunderung, Vorbildfunktion oder gar Vet-

Herzliche Grüsse

ternwirtschaft dar? Oder hängt musikalische Schöpfung am Ende doch nur an Charaktereigenschaften und Charisma und bleibt die Familie eine blosse Zweckgemeinschaft? Christoph Müller In Bachs Kaffeekantate BWV 211 be-

Intendant und CEO

klagt sich der lamentierende Vater: «Hat man doch mit seinen Kindern hunderttausend Hudelei …!» Auch bei den Bachs und Mozarts gab es Hauskonzerte, wie wir sie rekonstruieren, die immer teils Vergnügen und teils

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60 JAHRE GSTA AD MENUHIN FESTIVAL & ACADEMY I 100. GEBURTSTAG YEHUDI MENUHIN

MUSIQUE & FAMILLE © UMBERTO NICOLETTI

Donnerstag, 14. Juli 2016

Sonntag, 17. Juli 2016

Freitag, 22. Juli 2016

18.00 Uhr, Kirche Saanen

19.30 Uhr, Kirche Saanen

GALA Kammermusikfest Gstaad BEETHOVEN – GALA ZU ZWEIT

Orchesterkonzert MUSIQUE & FAMILLE IV – HAUSMUSIK BEI DEN BACHS – AUSTRALIAN CHAMBER ORCHESTRA I

Maria João Pires, Klavier Sol Gabetta, Violoncello

Richard Tognetti, Violine & Leitung Australian Chamber Orchestra

Werke von Beethoven (Cellosonaten Nr. 2 & 3), Chopin und Brahms (Cellosonate Nr. 1)

Werke von Johann Sebastian (Konzerte für 1, 2 & 3 Violinen, Auszüge aus dem «Musikalischen Opfer»), Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel Bach

CHF 160 / 135 / 95 / 40 Montag, 18. Juli 2016

CHF 125 / 105 / 65 / 40

19.30 Uhr, Kirche Rougemont

Kammermusikfest Gstaad MUSIQUE & FAMILLE I – SISTERS I Katia & Marielle Labèque, Klaviere Werke für 2 Klaviere und Klavier vierhändig von Tschaikowsky, Schumann, Brahms, Johann & Josef Strauss, Dvorˇák, Bizet, Fauré, Satie, Poulenc, Grainger, Gershwin, Strawinsky und Lutoslawski CHF 125 / 105 / 65 / 40 Freitag, 15. Juli 2016 19.30 Uhr, Kirche Saanen

GALA Chorkonzert MENUHIN GEDENKKONZERT – MOZART REQUIEM Paul McCreesh, Leitung Gabrieli Choir, Consort & Players (London) Bach: Motette «Jesu, meine Freude», BWV 227 Britten: Hymn to St. Caecilia; Mozart: Requiem CHF 160 / 135 / 95 / 40 Samstag, 16. Juli 2016 10.30 Uhr, Kapelle Gstaad

Kammermusikfest Gstaad MATINÉE DES JEUNES ÉTOILES I – DANAE DÖRKEN Danae Dörken, Klavier

Kammermusikfest Gstaad MUSIQUE & FAMILLE II – DYNASTIE BACH Werke von Johann Sebastian (Fantasien, Chaconne), Johann Christoph Friedrich, Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel Bach

© WRATISLAVIA CANTANS

Samstag, 23. Juli 2016

19.30 Uhr, Kirche Lauenen

Kammermusikfest Gstaad PARTITURA PROJECT – MARIA JOÃO PIRES PRESENTS RISING STARS

17.00 Uhr, Hotel Landhaus Saanen

Kammermusikfest Gstaad MUSIQUE & FAMILLE V – CLARA, ROBERT & JOHANNES II – SZENEN EINER EHE

Maria João Pires, Klavier Ashot Khachatourian, Klavier Werke von Mozart (Klaviersonaten vierhändig), Schubert (Fantasiestücke) und Liszt (Schubert-Lieder-Bearbeitungen) CHF 80 / 60 / 40 Mittwoch, 20. Juli 2016

Stefan Gubser, Schauspieler The Swiss Piano Trio Lesungen und Musik von Clara & Robert Schumann und Johannes Brahms CHF 80 / 60

19.30 Uhr, Kirche Saanen

GALA Kammermusikfest Gstaad SCHIFFS HOMMAGE AN YEHUDI MENUHIN I András Schiff, Klavier

CHF 160 / 135 / 95 / 40

Samstag, 23. Juli 2016

Donnerstag, 21. Juli 2016 19.30 Uhr, Kirche Lauenen

19.30 Uhr, Kirche Saanen

Kammermusikfest Gstaad PARTITURA PROJECT – MARIA JOÃO PIRES PRESENTS RISING STARS

Kammermusikfest Gstaad SCHIFFS HOMMAGE AN YEHUDI MENUHIN II

Maria João Pires, Klavier Milos Popovic, Klavier

András Schiff, Klavier Jerusalem Quartett

Klaviersonaten von Haydn, Mozart und Beethoven (Nr. 28 & 32 Op. 111)

Werke von Beethoven (Quartett Nr. 11 «Serioso»), Weinberg und Brahms (Klavierquintette)

CHF 80 / 60 / 40

CHF 125 / 105 / 65 / 40

Freitag, 22. Juli 2016

Paul McCreesh, Leitung Gabrieli Choir, Consort & Players (London)

CHF 30

Dienstag, 19. Juli 2016

CHF 30

19.30 Uhr, Kirche Saanen

Alexey Stadler, Violoncello Programm wird später bekanntgegeben.

CHF 80 / 60 / 40

Programm wird später bekanntgegeben.

GALA Chorkonzert MENUHIN GEDENKKONZERT – MOZART REQUIEM

Kammermusikfest Gstaad MATINÉE DES JEUNES ÉTOILES II – ALEXEY STADLER

Jean Rondeau, Cembalo

Bach: Italienisches Konzert, Ouvertüre h-Moll nach französischer Art, Goldberg-Variationen

Samstag, 16. Juli 2016

Samstag, 23. Juli 2016 10.30 Uhr, Kapelle Gstaad

© DIETER MAYR

19.30 Uhr, Kirche Saanen

Sonntag, 24. Juli 2016

17.00 Uhr, Hotel Landhaus Saanen

18.00 Uhr, Kirche Saanen

Kammermusikfest Gstaad MUSIQUE & FAMILLE III – CLARA, ROBERT & JOHANNES I – SZENEN EINER EHE

GALA Orchesterkonzert AUSTRALIAN CHAMBER ORCHESTRA II – HOPES HOMMAGE AN YEHUDI MENUHIN

Senta Berger, Schauspielerin Dejan Lazic´, Klavier

Daniel Hope, Violine Australian Chamber Orchestra

Bach: Motette «Jesu, meine Freude», BWV 227 Britten: Hymn to St. Caecilia; Mozart: Requiem

Lesungen und Musik von Clara & Robert Schumann und Johannes Brahms

Werke von Kilar, Pärt, Glass, Mendelssohn (Violin­konzert d-Moll) und Enescu (Oktett)

CHF 160 / 135 / 95 / 40

CHF 80 / 60

CHF 160 / 135 / 95 / 40

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Kammermusikfest Gstaad SCHIFFS HOMMAGE AN YEHUDI MENUHIN III Yuko Shiokawa, Violine Miklós Perenyi, Violoncello András Schiff, Klavier Klaviertrios von Haydn, Mendelssohn und Beethoven (Erzherzog-Trio) CHF 80 / 60 / 40

© SHELLEY MOSMAN

Dienstag, 26. Juli 2016

Freitag, 29. Juli 2016 Restaurant Botta, Glacier 3000, Les Diablerets Bergfahrt 17.30 Uhr ab Talstation Col du Pillon Retourfahrt ca. 21.30 Uhr

Today’s Music GLETSCHERKONZERT – IMPERIAL SOUND Janoska Ensemble Werke von J. Strauss, Kreisler, Massenet, Waxman, Piazzolla, F. & R. Janoska und Janoska Ensemble CHF 150  inkl. Konzert, Nachtessen im Restaurant Botta, Retourfahrt Luftseilbahn Samstag, 30. Juli 2016 10.30 Uhr, Kapelle Gstaad

Kammermusikfest Gstaad MATINÉE DES JEUNES ÉTOILES III Schaghajegh Nosrati, Klavier – Meisterschüler   András Schiff Gstaad Piano Academy 2015 Bach: Französische Suite Nr. 5, Partita Nr. 6 CHF 30 Samstag, 30. Juli 2016 19.30 Uhr, Kirche Saanen

19.30 Uhr, Kirche Saanen

GALA Orchesterkonzert MUSIQUE & FAMILLE VI – ZU GAST BEI FAMILIE MOZART – AUSTRALIAN CHAMBER ORCHESTRA III Gabriela Montero, Klavier Australian Chamber Orchestra Mozart: Sinfonien Nr. 1, 2 & 41 «Jupiter», Klavierkonzert Nr. 9 «Jeunehomme» CHF 160 / 135 / 95 / 40 Mittwoch, 27. Juli 2016 19.30 Uhr, Kirche Rougemont

Kammermusikfest Gstaad MUSIQUE & FAMILLE VII – MOZART FÜR HAYDN Quatuor Mosaïques Streichquartette von Mozart, Haydn und Beethoven (Nr. 13 Op. 130) CHF 80 / 60 / 40

© PETER RIGAUD

Donnerstag, 28. Juli 2016

19.30 Uhr, Temple de Château-d’Œx

Kammermusikfest Gstaad RECITAL ARABELLA STEINBACHER Arabella Steinbacher, Violine Igor Kamenz, Klavier Violinsonaten von Beethoven (Nr. 1), Prokofjew (Nr. 1) und R. Strauss CHF 80 / 60 / 40 Freitag, 29. Juli 2016 19.30 Uhr, Kirche Zweisimmen

Kammermusikfest Gstaad MUSIQUE & FAMILLE VIII – KEGELSTATT-TRIO Sabine Meyer, Klarinette Nils Mönkemeyer, Viola William Youn, Klavier Werke von Bruch, Mozart (Kegelstatt-Trio) und Schumann (Fantasiestücke, Märchenbilder) CHF 80 / 60 / 40

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Dienstag, 2. August 2016 © LARS BORGES / MERCURY CLASSICS

Montag, 25. Juli 2016 19.30 Uhr, Kirche Lauenen

GALA Orchesterkonzert RHAPSODY – FAZIL SAY & GABOR BOLDOCZKI Fazil Say, Klavier Gabor Boldoczki, Trompete Franz Liszt Kammerorchester Budapest Werke von Grieg (Holberg-Suite), Schostakowitsch (Konzert für Klavier und Trompete), Bartók (Diverti­ mento), Liszt und Donizetti (Concertino für Trompete) CHF 160 / 135 / 95 / 40 Sonntag, 31. Juli 2016 11.30 Uhr, Honegg, Saanenmöser

Musikextra SCHEUNEN-KONZERT – RUSSIAN PASSION Janoska Ensemble Werke von Prokofjew, Rachmaninov, Rimski-Korsakow, Tschaikowsky, Koreny, Janoska sowie weitere russische Romanzen und Volkslieder CHF 140  inkl. Bus, Konzert, Lunch Sonntag, 31. Juli 2016 18.00 Uhr, Kirche Saanen

Kammermusikfest Gstaad MUSIQUE & FAMILLE IX – KAFFEEKANTATE UND PERL-DYNASTIE Maurice Steger, Blockflöte Polina Pasztircsák, Sopran Sebastian Kohlhepp, Tenor Matthias Winckhler, Bariton Sirius Viols – Gamben-Consort:   Hille, Marthe & Sarah Perl Lee Santana, Lauteninstrumente Zwillinge Seitz:   Elisabeth Seitz, Hackbrett   Johann Seitz, Harfe Fiorenza de Donatis, Violine Andrea Rognoni, Violine Werke von Giovanni Battista & Giuseppe Sammartini, Johann Sebastian & Johann Christoph Bach, Antoine & Jean-Baptiste-Antoine Forqueray, Henry & Daniel Purcell CHF 125 / 105 / 65 / 40 Montag, 1. August 2016 17.00 Uhr, Maison des Congrès, Les Diablerets

L’Heure Bleue GSTAAD CONDUCTING ACADEMY I Gstaad Festival Chamber Orchestra Dirigenten der Gstaad Conducting  Academy Werke von Honegger, Mozart, Martinu˚ und Mendelssohn Freier Eintritt mit Kollekte

GS TA A D M ENUH IN FES T I VA L & ACA DEM Y 2016

19.30 Uhr, Kirche Saanen

Orchesterkonzert MUSIQUE & FAMILLE X – FÊTE DES CLARINETTES Klarinetten-Dynastie Ottensamer:   Andreas Ottensamer   (1. Klarinettist Berliner Philharmoniker)   Daniel Ottensamer   (1. Klarinettist Wiener Philharmoniker)   Ernst Ottensamer   (ehemaliger 1. Klarinettist Wiener Philharmoniker) Gstaad Festival Chamber Orchestra Dirigenten der Conducting Academy Werke von Honegger (Sinfonie Nr. 2), Mendelssohn (Konzertstück Nr. 1), Breinschmid, Martinu˚ (Sinfonietta «La Jolla»), R. Strauss (Duett-Concertino) und Doppler (Rigoletto-Fantasie) CHF 125 / 105 / 65 / 40 Mittwoch, 3. August 2016 19.30 Uhr, Kirche Vers-l’Eglise

Kammermusikfest Gstaad TOP OF SWITZERLAND I – CLASSICAL CONTRASTS Louis Schwitzgebel-Wong, Klavier   BBC Young Artist of the Year 2013 Werke von Mozart, Schumann (Kinderszenen), Beethoven und Schubert (Sonate D 958) CHF 80 / 60 / 40 Donnerstag, 4. August 2016 19.30 Uhr, Kirche Saanen

Kammermusikfest Gstaad MUSIQUE & FAMILLE XI – SISTERS II Khatia & Gvantsa Buniatishvili, Klaviere Werke von Schubert (Fantasie D 940), Rachmaninov (Suite «Fantaisie-Tableaux»), Gershwin (Fantasie über «Porgy and Bess») und Ravel (La Valse) CHF 125 / 105 / 65 / 40 Freitag, 5. August 2016 19.30 Uhr, Kirche Lauenen

Kammermusikfest Gstaad MUSIQUE & FAMILLE XII – MOZART KAMMERMUSIK Alina Ibragimova und ihr   Chiaroscuro Quartett Kristian Bezuidenhout, Klavier Schubert: Streichquartett «Der Tod und das Mädchen» Mozart: Klavierkonzert Nr. 12 KV 385/414 CHF 80 / 60 / 40 Samstag, 6. August 2016 10.30 Uhr, Kapelle Gstaad

Kammermusikfest Gstaad MATINÉE DES JEUNES ÉTOILES IV – SÉLIM MAZARI Sélim Mazari, Klavier   Lauréat des Jeudis du piano de Genève Programm wird später bekanntgegeben. CHF 30


Dienstag, 9. August 2016

Freitag, 12. August 2016

17.30 Uhr, Festival-Zelt Gstaad

19.30 Uhr Festival-Zelt Gstaad

L’Heure Bleue GSTAAD CONDUCTING ACADEMY II – GSTAAD STRING ACADEMY II

Sinfoniekonzert BESUCH AUS ST. PETERSBURG I Boris Berezovsky, Klavier Mariinsky Orchestra St. Petersburg Valery Gergiev, Leitung

Gstaad Festival Orchestra Dirigenten der Gstaad Conducting    Academy Studenten der Gstaad String Academy

Prokofjew: Klavierkonzert Nr. 1 Mahler: Sinfonie Nr. 5

Werke von Brahms, Beethoven und Saint-Saëns

CHF 160 / 135 / 95 / 65

CHF 40  Kein Vorverkauf, Tickets an der Tageskasse

Today’s Music MUSIQUE & FAMILLE XIII – CELLO NIGHT IN BRAZIL MOOD – RIO GOES OLYMPIC Sol Gabetta, Ivan Monighetti, Monika Leskovar, Mischa Meyer, Emil Rovner, Asier Polo, Kian Soltani, Astrig Siranossian, Violoncelli Regula Mühlemann, Sopran Werke von Vivaldi, Offenbach, Ravel (Boléro), Villa-Lobos (Bachianas brasileiras Nr. 5) und Piazzolla (Cuatro estaciones porteñas) CHF 115 / 85 Sonntag, 7. August 2016 18.00 Uhr, Kirche Saanen

GALA Orchesterkonzert B-B-B – DAS BERLIN KONZERT 12. APRIL 1929 Ji Young Lim, Violine   Gewinnerin Concours Reine Elisabeth (Brüssel) 2015

Yu-Chien Tseng, Violine,   Gewinner Tschaikowsky Competition (Moskau) 2015 N. N., Violine   Gewinner Menuhin Competition Junior Prize 2016

Gstaad Festival Chamber Orchestra Yehudi Menuhins Debut im Jahre 1929 in Berlin, mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Bruno Walter – Rekonstruktion des Originalprogrammes Bach: Violinkonzert E-Dur; Beethoven: Violinkonzert; Brahms: Violinkonzert CHF 160 / 135 / 95 / 40 Sonntag, 7. August 2016 20.30 Uhr, Hotel Landhaus Saanen

Today’s Music LATE NIGHT – GILLES APAP SOLO – HOPE YOU LIKE VIOLIN? Gilles Apap, Violine Bach: Auzüge aus den Sonaten und Partiten; Ysaÿe: Sonate Nr. 3 «Ballade»; Fiddle Tunes from Ireland – Swing – American Folk – Old Time Music CHF 60 / 40 Montag, 8. August 2016

Samstag, 13. August 2016

Dienstag, 9. August 2016

10.30 Uhr, Kapelle Gstaad

19.30 Uhr, Hotel Landhaus Saanen

Kammermusikfest Gstaad MATINÉE DES JEUNES ÉTOILES V – CAROLINE GOULDING

Today’s Music RIO GOES OLYMPIC – EBÈNE AND STACY KENT GO BRAZIL

Caroline Goulding, Violine N. N., Klavier

Stacey Kent, Gesang Quatuor Ebène

Programm wird später bekanntgegeben.

Lieder von Bernard Lavilliers und Stacey Kent Quatuor Ebène: Ana Maria Start, Bebê, Libertango Brazil String Orchestra: Brazil Odyssey

CHF 30

CHF 80 / 60

19.30 Uhr, Festival-Zelt Gstaad

Samstag, 13. August 2016

Mittwoch, 10. August 2016 19.30 Uhr, Kirche Rougemont

Kammermusikfest Gstaad GSTAAD STRING ACADEMY – ABSCHLUSSKONZERT KAMMERMUSIK Teilnehmer der Gstaad String Academy

Sinfoniekonzert BESUCH AUS ST. PETERSBURG II – KOPATCHINSKAJA I Patricia Kopatchinskaja, Violine Mariinsky Orchestra St. Petersburg Valery Gergiev, Leitung Prokofjew: Violinkonzert Nr. 2 Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 15

Professoren:

Ana Chumachenko, Violine Gilles Apap, Violine Ettore Causa, Viola Ivan Monighetti, Violoncello

CHF 160 / 135 / 95 / 65 Sonntag, 14. August 2016

Studenten der Academy spielen z. T. gemeinsam mit den Professoren Kammermusikwerke in verschiedenen Besetzungen. CHF 80 / 60 / 40 Donnerstag, 11. August 2016 19.00 Uhr, Kirche Lauenen

Kammermusikfest Gstaad MUSIQUE & FAMILLE XV – FAMILIEN-QUARTETT

18.00 Uhr, Kirche Saanen

Schumann Quartett Streichquartette von Haydn («Der Scherz»), Mozart und Beethoven (Op. 59 Nr. 1 «Rasumowsky») CHF 80 / 60 / 40 Donnerstag, 11. August 2016 © VALENTINA CENNI

19.30 Uhr, Festival-Zelt Gstaad

© MICHAEL TAMMARO

© THOMAS ENTZEROTH

Samstag, 6. August 2016

GALA Kammermusikfest Gstaad EIN LEBEN IM LIED – RICHARD STRAUSS & ANTONIN DVORˇÁK Diana Damrau, Sopran Xavier de Maistre, Harfe Lieder von R. Strauss und Dvorˇák, Bearbeitungen für Harfe von Liszt und Smetana (Die Moldau) CHF 160 / 135 / 95 / 40 Montag, 15. August 2016

17.30 Uhr, Hotel Landhaus Saanen

17.30 Uhr, Hotel Landhaus Saanen

L’Heure Bleue GSTAAD STRING ACADEMY I – ABSCHLUSSKONZERT VIOLINE & VIOLA

L’Heure Bleue GSTAAD STRING ACADEMY III – ABSCHLUSSKONZERT VIOLONCELLO Abschlusskonzert Meisterkurs Prof. Ivan Monighetti (Violoncello)

Abschlusskonzerte Meisterkurse Prof. Ana Chumachenko (Violine), Prof. Gilles Apap (Violine) und Ettore Causa (Viola)

CHF 30  Kein Vorverkauf, Tickets an der Tageskasse

CHF 30  Kein Vorverkauf, Tickets an der Tageskasse

Montag, 15. August 2016 Montag, 8. August 2016

19.30 Uhr, Kapelle Gstaad

19.30 Uhr, Kirche Lauenen

21.30 Uhr, Hotel Landhaus Saanen

Kammermusikfest Gstaad MUSIQUE & FAMILLE XIV – GEHEIMNISSE VON ISIS UND OSIRIS

Today’s Music LATE NIGHT – THE GENIUS OF STEFANO BOLLANI

Quatuor Ebène Streichquartette von Haydn, Beethoven (Nr. 12 Op. 127) und Debussy CHF 80 / 60 / 40

Stefano Bollani,   Jazz-Pianist, Konzert-Pianist & Entertainer CHF 60 / 40

Kammermusikfest Gstaad TOP OF SWITZERLAND II – KLASSISCH UND NEO-KLASSISCH Trio Oreade Preisträger Streichtrio-Wettbewerb   München 2012 & Pickhardt-Stiftung 2014 Streichtrios von Haydn («Baryton-Trio»), Beethoven, Dvorˇák und Martinu˚ CHF 30

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Samstag, 20. August 2016

Donnerstag, 25. August 2016

10.30 Uhr, Kapelle Gstaad

© SIMON FOWLER

© MARCO BORGGREVE

Dienstag, 16. August 2016

Kammermusikfest Gstaad MATINÉE DES JEUNES ÉTOILES VI – ARATA YUMI Arata Yumi, Violine N. N., Klavier Programm wird später bekanntgegeben. CHF 30 Samstag, 20. August 2016 19.30 Uhr, Kirche Zweisimmen

19.30 Uhr, Kirche Rougemont

Kammermusikfest Gstaad LE PROJET RAVEL – BERTRAND CHAMAYOU Bertrand Chamayou, Klavier Ravel: Pavane pour une infante défunte, Jeux d’eau, Sonatine, Gaspard de la nuit, Valses nobles et sentimentales, Le Tombeau de Couperin CHF 80 / 60 / 40 Mittwoch, 17. August 2016 17.30 Uhr, Festival-Zelt Gstaad

L’Heure Bleue GSTAAD CONDUCTING ACADEMY III Gstaad Festival Orchestra Dirigenten der Gstaad Conducting   Academy Werke von Rossini, Berlioz und Tschaikowsky Verleihung des Neeme-Järvi-Prize Kein Vorverkauf, Tickets an der Tageskasse CHF 40 Mittwoch, 17. August 2016 19.30 Uhr, Kirche Zweisimmen

GALA Orchesterkonzert FAMILIE MENDELSSOHNS SONNTAGSMUSIK Khatia Buniatishvili, Klavier Renaud Capuçon, Violine Kammerorchester Basel Bach: Violinkonzert E-Dur; Martin: Polyptyque; Mendelssohn: Konzert für Violine, Klavier und Streichorchester CHF 125 / 105 / 65 Donnerstag, 18. August 2016 19.30 Uhr, Kirche Lauenen

Kammermusikfest Gstaad TAKE TWO – KOPATCHINSKAJA II Patricia Kopatchinskaja, Violine Anthony Romaniuk, Hammerklavier Werke von Biber (Sonata representativa), Bach (Chaconne), Martinu˚, Kurtág (Hommage à John Cage, «Sign, Games and Messages», Kafka-Fragments) und Beethoven (Violinsonate Nr. 10) CHF 80 / 60 / 40 Freitag, 19. August 2016 19.30 Uhr, Festival-Zelt Gstaad

Sinfoniekonzert ITALY I – JÄRVIS IN ITALY Renaud Capuçon, Viola Ivan Monighetti, Violoncello N. N., Violoncello N. N., Violoncello Gstaad Festival Orchestra Kristjan & Neeme Järvi, Leitung

Kammermusikfest Gstaad ITALY II – TEA FOR TWO AND A DESSERT FOR YEHUDI – KOPATCHINSKAJA III Patricia Kopatchinskaja, Violine Polina Leschenko, Klavier

19.30 Uhr, Kirche Saanen

GALA Orchesterkonzert GALA D’OPERA BAROCCA ITALIANA

1° Werke von Mozart, Strawinsky und Poulenc 2° Blumensträusse für Yehudi: Programm nach Ansage. Auf Spuren der musikalischen Wurzeln Yehudi Menuhins in Russland und Rumänien. CHF 125 / 105 / 65

Philippe Jaroussky, Countertenor Ensemble Artaserse Werke von Vivaldi, Porpora und Bononcini CHF 160 / 135 / 95 / 40 Freitag, 26. August 2016 15.00 Uhr, Festival-Zelt Gstaad

Sonntag, 21. August 2016

GSTAAD PIANO ACADEMY – LANG LANG PIANO WORKSHOP

14.00 Uhr, Kirche Saanen

JODLERMESSE Jodlerchörli Geuensee Wäberchörli Bärn Wolfgang Sieber, Orgel Marie-Theres von Gunten, Komponistin & Leitung Robert Schneiter, Sprecher & Liturg Freier Eintritt mit Kollekte Sonntag, 21. August 2016

Lang Lang unterrichtet ausgewählte Pianisten-Studenten. CHF 50 Freitag, 26. August 2016 19.30 Uhr, Kirche Lauenen

Kammermusikfest Gstaad MUSIQUE & FAMILLE XVII – SPÄTE WIENER MEISTERWERKE Isabelle Faust, Violine Jean-Guihen Queyras, Violoncello Alexander Melnikov, Klavier

18.00 Uhr, Festival-Zelt Gstaad

Sinfoniekonzert ITALY III – BELCANTO ORCHESTRALE Filarmonica della Scala Milano Riccardo Chailly, Leitung

Klaviertrios von Haydn, Schumann und Schubert (Nr. 2 op. 100) CHF 80 / 60 / 40

Cherubini: Sinfonie D-Dur; Rossini: Ouvertüre zur Oper «Wilhelm Tell»; Verdi: «Die Vier Jahreszeiten» – Ballettmusik aus der Oper «I Vespri siciliani»

Samstag, 27. August 2016 10.30 Uhr, Kapelle Gstaad

CHF 160 / 135 / 95 / 65

Kammermusikfest Gstaad MATINÉE DES JEUNES ÉTOILES VII – ALEXANDRA CONUNOVA

Montag, 22. August 2016 19.30 Uhr, Kirche Rougemont

Kammermusikfest Gstaad TOP OF SWITZERLAND III – SCHUBERTS SPÄTWERKE Francesco Piemontesi, Klavier

Programm wird später bekanntgegeben.

Schubert: Sonaten D 958 & 959

CHF 30

Alexandra Conunova, Violine   3. Preis Tschaikowsky-Wettbewerb 2015

N. N., Klavier

CHF 80 / 60 / 40

Samstag, 27. August 2016

Dienstag, 23. August 2016

19.30 Uhr, Festival-Zelt Gstaad

19.30 Uhr, Kirche Gsteig

EXTRA Solistenabend RECITAL LANG LANG – THE SEASONS

Kammermusikfest Gstaad KIEFER-HABLITZELPREISTRÄGER-KONZERT Beatriz Blanco, Violoncello Benedek Horváth, Klavier

Lang Lang, Klavier Bach: Italienisches Konzert; Tschaikowsky: Die Jahres­ zeiten; Chopin: 4 Scherzi CHF 260 / 205 / 160 / 120 / 80

Werke von Beethoven, Bartók, Janácˇek, Brahms und Liszt CHF 80 / 60 / 40 Mittwoch, 24. August 2016 19.30 Uhr, Kirche Rougemont

Vivaldi: Concerto für 3 Violinen und Streicher (arr. für 3 Celli und Streicher); Mendelssohn: Sinfonie Nr. 4 «Italienische Sinfonie»; Berlioz: Harold en Italie (mit Solo-Viola); Tschaikowsky: Capriccio italien

Kammermusikfest Gstaad MUSIQUE & FAMILLE XVI – JEREMY MENUHIN & FRIENDS Charles Neidich, Klarinette Henning Kraggerud, Violine Mookie Menuhin, Klavier Jeremy Menuhin, Klavier Johannes Moser, Violoncello

CHF 160 / 135 / 95 / 65

Werke von Brahms und Schubert

Sonntag, 28. August 2015 11.30 Uhr, Kirchgemeindehaus Gstaad

L’Heure Bleue GSTAAD VOCAL ACADEMY – ABSCHLUSSKONZERT Abschlusskonzert Meisterkurs Prof. Silvana Bazzoni Bartoli CHF 30  Kein Vorverkauf, Tickets an der Tageskasse

VORVERKAUF AB 1.2.2016 www.gstaadmenuhinfestival.ch Tel. +41 (0)33 748 81 82 schriftliche Bestellung ab sofort möglich

CHF 80 / 60 / 40

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Sonntag, 28. August 2016

Freitag, 2. September 2016

Samstag, 3. September 2016

19.30 Uhr, Festival-Zelt Gstaad

Sinfonie- & Chorkonzert BEETHOVEN4ALL – 9. SINFONIE Kristian Bezuidenhout, Klavier Philharmonischer Chor Wroclaw Kammerorchester Basel Giovanni Antonini, Leitung Beethoven: Klavierkonzert Nr. 1, Sinfonie Nr. 9 CHF 160 / 135 / 95 / 65

18.00 Uhr, Festival-Zelt Gstaad

Sinfoniekonzert OPERA GALA Anja Harteros, Sopran Bryn Terfel, Bass-Bariton London Symphony Orchestra Gianandrea Noseda, Leitung Verdi: Streichquartett, für Streichorchester bearbeitet von C. Hermann; Verdi: Auszüge aus der Oper «Otello»; Puccini: Auszüge aus der Oper «Tosca»

Samstag, 3. September 2016 10.30 Uhr, Kapelle Gstaad

Kammermusikfest Gstaad MATINÉE DES JEUNES ÉTOILES VIII – TJEKNAVORIAN & KROMER Emmanuel Tjeknavorian, Violine Maximilian Kromer, Klavier, Preisträger Austria   Musikförderpreis 2014 & Académie de Lausanne 2015 Programm wird später bekanntgegeben. CHF 30 Samstag, 3. September 2016

CHF 220 / 160 / 135 / 95 / 65

17.30 Uhr, Kirche Rougemont Freitag, 2. September 2016 15.30 Uhr, Festival-Zelt Gstaad

Musikextra BEETHOVEN4ALL – KINDER- & FAMILIENKONZERT CHF 40 / 15

L’Heure Bleue GSTAAD BAROQUE ACADEMY – ABSCHLUSSKONZERT

19.30 Uhr, Festival-Zelt Gstaad

GALA Sinfoniekonzert HAPPY HAPPY BIRTHDAY YEHUDI Roby Lakatos, Gilles Apap, Valery Sokolov, Volker Biesenbender, Didier Lockwood, L. Subramaniam, Violinen Berner Symphonieorchester Kristjan Järvi, Leitung

Abschlusskonzert Meisterkurs Prof. Maurice Steger (Blockflöte)

Werke von der Familie Strauss, Sarasate (Air bohémiens), Mozart, Ravel (Tzigane), Subramaniam und Lockwood (Hymn for Yehudi)

CHF 30  Kein Vorverkauf, Tickets an der Tageskasse

CHF 160 / 135 / 95 / 65

Der Wundergeiger und Festivalgründer als Humanist und schöpferisches Genie Lord Menuhin bleibt im Saanenland unvergessen…

Familienkreis, wovon viele Fotos und Dokumente von den Zeiten im

Das Menuhin Center Saanen versucht seit 1999, das Andenken ans

Saanenland, die Festivalprogramme der 70er-Jahre von Kammer-

grossartige Wirken des Musikers – seit 1954 im Saanenland ver-

musikkonzerten im Familien- und Freundeskreis in der Saaner Kir-

wurzelt – und an das 1957 mit «Deux Concerts exclusifs» initiierte

che zeugen. Zeitlebens von kreativer Neugier angetrieben hat der

Menuhin Festival zu bewahren. Lebhaft bleiben Yehudi Menuhin

Philanthrop Menuhin schon 1977 mit «Live Music Now» erfolgreich

und seine Familie durch Fotos, Aufnahmen und Dokumente als

versucht, klassische Musik zu Menschen in schwierigen Umstän-

genialer Violinist, Musiker und Dirigent in Erinnerung. Die Bedeu-

den zu bringen und menschliche Reife junger Musiker zu fördern.

tung des Festivalgründers hat sich erstaunlich erweitert und be-

Viel Trost, Heilung und Inspiration haben diese Konzerte wie die

eindruckt durch die Vielfalt: Der Funke als Pädagoge hat bei Menu-

über 500 Auftritte bei den alliierten Truppen während der Kriegs-

hin schon 1954 anlässlich der Einladung von Nadja Boulanger an

jahre geschenkt. Musikwettbewerbe wie die «London International

ihre Akademie in Fontainebleau gezündet; 1963 gründete Yehudi

String Quartett Competition», die «Menuhin Violin Competition»

Menuhin seine Schule in London, die bald in Stoke d’Abernon einen

sind heute noch bedeutend; die Hilfsaktionen durch den «The Mo-

wunderbaren Campus fand, höchstes Re-

zart Fonds» und seit 1994 «Mus-E» als Wegbe-

nommee und royale Anerkennung bekam

reiterin einer umfassenden Musikausbildung

und heute unter Rostropovich-Nachfolger

für alle Kinder wurden für den Pazifisten Ye-

Daniel Barenboim als exzellente Streicher­

hudi Menuhin Meilensteine seines inhärenten

ausbildungsstätte floriert. 1977 stifteten

Lebenswunsches, «mit Musik Frieden und

mutige Saaner auf Wunsch des Meisters

Freude bringen zu können». Bereichert folgen

die Internationale Menuhin Musik Akade-

wir den Spuren des Menschen Yehudi Menu-

mie IMMA, um unter Maestro Alberto Lysy

hin und seiner Familie. Wir erleben Staunen

in der Camerata Lysy Streichertalenten

über das spannende Leben von Lord Menuhin

den Weg zur Solo-Karriere zu ebnen –

(1916–1999) und stossen auf viele Rätsel im

eine Akademie, die heute im Raum Genf

weitgefächerten Wirken des grossen Huma-

unter Maxim Vengerov zu neuen Höhen

nisten und Musikers Lord Menuhin – dankbar

aufsteigt. Einmalig sind die Erinnerungen

wollen wir im Jubiläumsjahr an ihn denken.

an Yehudis und Dianas Wirken im grossen

146

GS TA A D M ENUH IN FES T I VA L & ACA DEM Y 2016

Rolf P. Steiger


DER 5. LITER ARISCHE HERBST GSTA AD

Rolf Lappert, Ruth Schweikert, Franz Hohler, Peter Bichsel …

PETER BICHSEL ÜBERZEUGT IM HOTEL LE GRAND BELLEVUE

TE X T : LILIANE STUDER

I FOTOS : © DOMINIQUE ULDRY

Bereits zum fünften Mal fand Mitte September 2015 der «Literarische Herbst Gstaad/Automne Littéraire Gstaad» statt und erfreute sich grosser Beliebtheit. Alle Veranstaltungen des Literaturfestivals waren restlos ausgebucht. Die Begegnungen mit bekannten Autorinnen und Autoren wie Rolf Lappert, Ruth Schweikert, Franz Hohler oder Peter Bichsel lockten das Publikum nach Lauenen, Gstaad, Saanen und auf Schloss Blankenburg. Doch auch die Lesungen von Unbekannteren wie etwa Dana Grigorcea, Roland Buti oder Pino Dietiker wurden begeistert aufgenommen. Dass sich jeweils Mitte September eine Reise nach Gstaad

alle wissen: Am Literarischen Herbst Gstaad können sie

für alle literarisch Interessierten lohnt, hat sich mittlerweile

Entdeckungen machen. Eine solche war etwa der junge

herumgesprochen. Sie kommen von Bern oder Zürich, aber

Pino Dietiker, der 2015 zusammen mit Franz Hohler auftrat

vor allem auch direkt aus Lauenen, Saanen und Zweisim-

und prompt ein grosses Lob vom Altmeister für seinen Ro-

men, und selbstverständlich von Gstaad selber. Denn sie

manauszug mit nach Hause nehmen konnte. Franz Hohler

DER L I T ER A RISCH E H ERBS T GS TA A D

147


LILIANE STUDER STELLT DEN WESTSCHWEIZER AUTOR ROLAND BUTI VOR

CAMILLE LÜSCHER TRÄGT IHRE FRANZÖSISCHE VERSION DES «TOTEMÜGERLI» VOR

seinerseits machte dem Publikum wohl die grösste Freude, als

Der literarische Spaziergang am Sonntagmorgen – 2015

er sein berndeutsches Gschichtli, «Ds Totemügerli», erzählte

führte er von Schönried nach Gstaad – wird all jenen,

(schliesslich sei man ja hier in Lauenen im Bärnbiet), das an-

die mit dabei waren, noch lange in Erinnerung bleiben:

schliessend die junge Übersetzerin Camille Lüscher in ihrer

Dana Grigorcea begeisterte nicht nur mit den Passagen

französischen Version vortrug. So etwas ist einmalig – und sol-

aus ihrem Roman «Das primäre Gefühl der Schuldlosig-

ches hat Platz am Literarischen Herbst.

keit», sondern auch durch ihre fröhliche und einnehmende Art. Mit beneidenswerter Natürlichkeit kam sie

Gleich eine ganze Gymnasialklasse reiste ins Schloss Blanken-

mit den Leuten ins Gespräch, erzählte vom Entstehen

burg, um Roland Buti, dessen Roman «Le Milieu de l’horizon»

des Romans und freute sich sichtlich über die wunder-

sie im Französischunterricht besprachen, live zu erleben. Dass

schöne Landschaft, die Herbstfarben und die Sonne,

sie an diesem Abend drei Ausschnitte aus Romanen zum The-

die zunehmend wärmte. Dass die Wandergruppe bei

ma Familie zu hören bekamen, weckte ihr Interesse. Aufmerk-

ihrer Rückkehr im Hotel Le Grand Bellevue mit einem

sam hörten sie auch Ruth Schweikert und Rolf Lappert zu, und

Glühwein begrüsst wurde, war eines dieser netten Zei-

nach den Lesungen liessen sie sich gerne ihr Buch von Roland

chen, die Publikum und Veranstaltungsleitung auch am

Buti signieren.

diesjährigen Festival öfters erfahren durften. Seinen

Der «Literarische Herbst Gstaad /Automne Littéraire Gstaad» LITERARISCHER HERBST GSTAAD 2016 Das Schwerpunkt-

ROBERT WALSER Robert Walser ist einer der Inspira-

programm des Literarischen Herbst 2016 findet vom 15.–18. Sep-

toren des Literarischen Herbst Gstaad. Deshalb arbeiten

tember statt. Träger der Veranstaltung ist ein Gstaader Verein,

die Verantwortlichen mit dem Robert-Walser-Zentrum in

dessen Vorstand Beat Michel (Präsident), Gstaad, Joëlle Brand,

Bern zusammen. Walser schrieb 1904 in seinem Erstling

Saanen, Noëlle de Kostine, Château-d’Oex, Margrit Richard, Gstaad,

«Fritz Kocher’s Aufsätze»: «Die Natur ist doch herrlich.

und Reto Sorg, Bern, angehören. Programmbeauftragte ist Liliane

Wie sie die Farben ändert, das Gewand wechselt, Masken

Studer aus Muri bei Bern.

aufsetzt und wieder abnimmt! Es ist wunderschön. Wenn

DER LITERARISCHE SPAZIERGANG AM SONNTAGMORGEN Rund um Gstaad/Saanen gibt es traumhaft schöne Wandermöglichkeiten. Jeweils eine davon wählen die Verantwortlichen für die Sonntagmorgenwanderung im Rahmen des Literarischen Herbst aus. Eine

148

ich ein Maler wäre, und es ist nicht ausgeschlossen, dass ich einer werde, da ja der Mensch seine Bestimmung nicht kennt, so würde ich am leidenschaftlichsten ein Herbstmaler.»

Autorin oder ein Autor begleitet die Gruppe und liest an verschiede-

UNTERSTÜTZUNG UND PARTNERSCHAFT Sind Sie

nen Orten kurze Passagen aus einem ihrer/seiner Werke vor. Wan-

am Literarischen Herbst Gstaad interessiert? Haben Sie

dern und Gespräche führen – wer kennt es nicht? Doch mit einer Au-

Vorschläge oder Ideen? Möchten Sie mithelfen und das

torin über ihren Roman oder einem Autor über seine Kinder zu reden,

Festival unterstützen? – Dann zögern Sie nicht und setzen

dürfte neu sein. Diese Wanderungen sind eine einmalige Gelegen-

Sie sich mit uns in Verbindung: info@literarischerherbst.ch

heit, um miteinander und über Literatur ins Gespräch zu kommen.

oder +41 79 645 28 40 (Dr. Beat Michel).

DER L I T ER A RISCH E H ERBS T GS TA A D


FRANZ HOHLER ERZÄHLT «DS TOTEMÜGERLI»

Abschluss fand der Literarische Herbst traditionellerweise

das Publikum die Möglichkeit, Bücher signieren zu lassen

mit dem Robert-Walser-Gespräch, das Reto Sorg diesmal

und mit den Autorinnen und Autoren ins Gespräch zu kom-

mit Thomas Hürlimann bestreiten durfte.

men. Selbstverständlich gab es bei allen Veranstaltungen einen Büchertisch, den jeweils eine der vier Buchhand-

Die erfolgreiche Durchführung des Festivals zeigt nach-

lungen vor Ort betreute. Die Zusammenarbeit mit Organi-

drücklich, dass das Konzept aufgeht: Der Literarische

sationen, Firmen, Verbänden und Vereinen, mit Schulen,

Herbst Gstaad soll in der Region verankert sein und sich

Gasthäusern, Buchhandlungen hat sich bewährt und wird

über die ganze Region ausbreiten. So fanden 2015 die

laufend ausgebaut. Das Festivalteam freut sich über eine

Veranstaltungen in Lauenen, auf Schloss Blankenburg, in

Ausweitung der Kontakte und der Unterstützung, um noch

Saanen, Schönried und Gstaad statt, an wunderschönen

viele anregende Literarische Herbste Gstaad vorzubereiten

Orten, die liebevoll eingerichtet waren. Bei den Abendver-

und durchzuführen.

anstaltungen lud ein Apéro zum Verweilen ein, rege nutzte

DANA GRIGORCEA STRAHLT

RUTH SCHWEIKERT

www.literarischerherbst.ch

PAUL NIZON

DER L I T ER A RISCH E H ERBS T GS TA A D

149


27. COUNTRY NIGHT GSTA AD

Musik für Herz und Seele

TE X T: DANIEL A MÜLLER-SMIT I FOTOS : PIERRE KHIM -TIT, ART PHOTO GSTA AD

Blues, Jazz und die Schweizer Nationalhymne bei einem Country-Festival? Die 27. Country Night war trotz – oder gerade dank – der musikalischen Vielfalt ein voller Erfolg. Larry Gatlin & the Gatlin Brothers zauberten Musikgeschichte ins Saanenland, Philipp Fankhauser brachte den Countryfans den Blues näher und die US-Stars Patty Loveless und Chris Young begeisterten mit ihren tollen Stimmen. Dass die Country Night von amerikanischen Stars mit einer Schweizerfahne und dem Schweizerpsalm eröffnet wird, so etwas hatte es bisher in der Gstaader Festival-Geschichte noch nie gegeben. Nach dem textsicheren und humorvollen Auftakt überzeugten Larry Gatlin und seine Brüder Steve und Rudy mit einem abwechslungsreichen Programm und perfektem Harmoniegesang. 60 Jahre Bühnen­ erfahrung zahlten sich aus: Bereits nach wenigen Minuten klatschte das Publikum im Takt, wippte mit den Füssen und versuchte später gar bei «All The Gold In California» mitzusingen. «Die 35 Top40-Hits, die ich schrieb, und all unsere früheren Erfolge inklusive Grammy sind kein Garant für den Publikumserfolg», meinte Larry Gatlin nach den stehenden Ovationen. «Wir geben trotz sprachlicher Hürden bei jeder Show unser Bestes, und die Kommunikation hat heute Abend glücklicherweise hier stattgefunden», sagte er lachend und klopfte als Zeichen dafür mit der rechten Hand auf sein Herz. Während einige fanden, Bluesmusik habe auf einem Country-Event nichts zu suchen, waren andere gerade wegen ihm, «Mr. Swiss Blues» Philipp Fankhauser, nach Gstaad gereist. Begleitet von seiner gross­ artigen Band samt Bläsertrio schaffte es Fankhauser im Nu, einen Draht zum Publikum herzustellen. Auf sympathische Art wechselte er zwischen berndeutschem Dialekt und Ansagen auf Englisch. Bei der mitreissenden Show, die neben bluesigen auch jazzige Töne umfasste, gefiel vor allem seine Version von «Rainy Night In Georgia». Augen schliessen, sich wegtragen lassen und begleitet von Fankhausers rauchiger Stimme ein paar Takte träumen, irgendwo im Süden der USA. Bis plötzlich wieder die GatlinBrüder auf der Bühne standen und zusammen mit Fankhauser den Hank-Williams-Klassiker «I’m So Lonesome I Could Cry» anstimmten. «Es machte für mich keinen Sinn, den Leuten vorzugaukeln, ich sei Country», sagte Fankhauser rückblickend. Obwohl er schon etwas mehr hätte «chrampfen» müssen, um das Publikum aufzuwecken, sei das Rezept schliesslich einfach gewesen, «ich bin einfach ich selber geblieben».

COUN T RY NI GH T GS TA A D

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STEVE, LARRY UND RUDY GATLIN ERÖFFNEN IHR KONZERT MIT DEM SCHWEIZERPSALM

Einfach sie selber geblieben war auch Patty Loveless, die

nicht nur die weiblichen, sondern auch die männlichen

einzige weibliche Stimme beim diesjährigen Festival. Als

Besucher begeistern konnte.

sie «Here I Am» sang, war dies mehr als einfach nur ein

«Die Welt ist im Wandel, auch im Country-Mekka Nash­

Lied auf der Setliste mit lauter Charthits, sondern wirkte

ville», weiss OK-Präsident Marcel Bach und verspricht,

so, als würde sie mit der Gänsehaut bescherenden Bal-

dass in Gstaad trotz allem in Zukunft immer auch hoch-

lade sich selber und jedem Zuhörer direkt aus der Seele

karätige Künstler mit traditioneller Countrymusik auftre-

singen. Hier bin ich. Ohne Lichtshow. Ohne grosses Brim-

ten werden. Und was nehmen die diesjährigen US-Stars

borium. Deanie Richardson an der Fiddle, Pete Finney an

mit nach Hause? Für Patty Loveless war klar, dass sie am

der Pedal Steel und Loveless‘ glasklare Stimme bei weite-

liebsten ein eigenes Chalet im Saanenland hätte. Chris

ren Hitsongs wie «Blame It On Your Heart», «You Can Feel

Young bedauerte, dass seine Schweizer Premiere so kurz

Bad» oder «Timber I’m Falling In Love» sind eine wahre

war. Gerne wäre er länger geblieben. «Ich habe in einem

Wohltat in dieser lauten und schnelllebigen Welt.

Souvenirshop ein kleines Kuscheltier für meine 3-jährige

«Ich weiss, dass es in nicht englischsprachigen Ländern

Nichte gekauft, viele Fotos der prachtvollen Landschaft

für uns nicht immer ganz einfach ist», gestand Chris

geknipst und ich werde auch die herzliche Gastfreund-

Young nach seinem fulminanten Auftritt, «doch die Be-

schaft, mit der ich hier empfangen wurde, nie vergessen.»

geisterung des Publikums für alle Künstler vor uns hatte

Larry Gatlin schliesslich war nicht nur vom ganzen Event

uns angespornt.» Schnell war klar, dass der 30-jährige

begeistert, sondern auch vom Slogan, den er beim Flanie-

Superstar mit seiner sympathischen Art, der starken Ba-

ren im Dorf aufgeschnappt hat: «Come up – slow down».

ritonstimme und Powerballaden wie «Tomorrow», «Who I

Genau so soll es sein. Das nächste Mal bereits wieder bei

Am With You» und der aktuellen Single «I’m Comin’ Over»

der 28. Country Night am 9. und 10. September 2016.

DIE GATLIN BROTHERS MIT OK-PRÄSIDENT MARCEL BACH (2.V.R.)

COUN T RY NI GH T GS TA A D

153


Events New Year Music Festival

Audi Skicross Tour

26 December 2015 – 9 January 2016 Music Festival consisting of 14 concerts in different music styles

12 – 13 March 2016 Action on skis with steep corners, bumps and jumps

Snow Bike Festival Gstaad

Freeridedays.ch

22 – 24 January 2016 Action and fun with the bikes in the snow

2 – 3 April 2016 Freeride event on Glacier 3000 with spectacular powder and abseil displays

International Hot-Air Balloon Festival

Swatch Beach Volleyball Major Series Gstaad Major

23 – 31 January 2016 Hot-air balloon meeting at Château-d’Oex

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E V EN T S

5 – 10 July 2016 One of the 4 tournament on the FIVB Beach Volleyball World Tour

Sommets Musicaux de Gstaad

Swiss Open Gstaad

29 January – 6 February 2016 Festival of classical music, with around 20 concerts

16 – 24 July 2016 ATP tennis tournament featuring top-ranked players

24h Rennen Gsteig

60. Gstaad Menuhin Festival & Academy

5 – 6 February 2016 The toughest ski race in the Bernese Oberland

16 July – 3 September 2016 Festival of classical music, with approximatively 50 concerts in three cycles

Snowgames Family Zweisimmen

Glacier 3000 Run

12 February 2016 A family event with horn-sledge-race, MTB downhill and more attractions in Zweisimmen

6 August 2016 Mountain run from Gstaad to Glacier 3000 on an attractive trail within magnificent alpine landscape

Björnstadlauf Feutersoey

Hublot Polo Gold Cup Gstaad

21 February 2016 Cross-country ski event with great tradition and national participation

18 – 21 August 2016 Tournament on the Polo World Tour

Bikenight Zweisimmen

Rellerlialp Schwinget

27 February 2016 Downhill run from the Rinderberg which is exclusively for bikers

September 2016 The highest located Swiss wrestling festival in Switzerland

Roman Kaviroff Caviar Snow Golf

Country Night Gstaad

5 March 2016 Attractive Golf tournament in the snow

9 – 10 September 2016 Country and Western event with top US stars

Ride on Music

Glacier 3000 Freeski Open

10 – 13 March 2016 Party ambience and concerts on the slopes of Saanenmöser

November 2016 The international ski freestyle scene meets on Glacier 3000


Quoi de plus fort pour un galeriste que de proposer l’Art dans un environnement naturel où tout est esthétique et harmonie ?

« SCEGLI IL PAR ADISO »

Art’in Gstaad Gallery Afin de transcender leur choix de vie, Gabriella Artoni et Denis Gusella ouvrent la galerie « Art’In Gstaad » autant pour vivre et faire partager leur passion pour l’Art à Gstaad que pour jouir pleinement de cet endroit unique. La décision a été prise de proposer comme premier événement, l’exposition SCEGLI IL PARADISO – Choisis le Paradis. On pourra découvrir du 18 décembre 2015 au 28 février 2016, les magnifiques oeuvres en céramique du duo d’artistes Bertozzi & Casoni et leur sculpture majeure « Scegli il Paradiso ». Ces deux artistes sont parvenus par une expérimentation permanente de leur technique et une précision obsessionnelle, à s’imposer dans le monde de l’Art. Leur Oeuvre caractérisée par la perfection de l’exécution et le surréalisme de la composition exprime l’ironie, la désillusion, dans une absolue liberté de reconstruction du réel.

« L’Art ne reproduit pas le visible, il rend visible » – Paul Klee. w w w.artingstaad.com I UNTERGSTA ADSTR ASSE 2 I 3780 GSTA AD I +41 (0)33 748 31 31, +33 (0)60 386 13 57 I galler y@artingstaad.com

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©ADRIANO HEITMAN

MARTHA ARGERICH VENDREDI 29 JANVIER 2016 EGLISE DE SA ANEN


SOMMETS MUSICAUX DE GSTA AD

Renaud Capuçon, première programmation PHOTO: ADRIANO HEITMANN

Nous sommes particulièrement heureux de l’arrivée du brillant violoniste Renaud Capuçon au sein de l’équipe du Festival, et plus précisément, à la direction artistique des Sommets Musicaux de Gstaad. Renaud a accepté cette charge avec enthousiasme. Il se reconnaît dans la magie des montagnes et apprécie le charme des églises dans lesquelles se tiennent les concerts. Dans ces lieux d’intimité partagée, il nous offre l’excellence de la musique classique. Nous avons également le privilège d’accueillir Vera MichalskiHoffmann, notre fidèle mécène, à la présidence de notre Festival. Enfin, le lauréat de la série des jeunes musiciens recevra le « Prix Thierry Scherz » en souvenir de notre ami, de sa passion pour la musique et de son engagement pour la découverte de talents en devenir. Nous remercions nos fidèles mécènes et partenaires ainsi que notre public, toujours plus nombreux.

Chers amis, Musique et montagne ont toujours été pour moi liées à l’excellence, la beauté et la découverte. Quelle joie de rejoindre toute l’équipe des Sommets Musicaux de Gstaad pour cette édition 2016 ! Je voudrais rendre hommage à Thierry Scherz, figure emblématique de cet évènement et auquel je dois mon premier concert au Festival. J’ai voulu être fidèle à son souhait de privilégier chaque année un instrument. Cette année ce sera le piano, avec huit jeunes pianistes qui joueront, à la chapelle de Gstaad, des oeuvres comprenant une création du Français Thierry Escaich, notre compositeur en résidence. Le mentor de cette série, le pianiste Joseph Moog, qui fut notre lauréat en 2006, nous offrira un récital à Rougemont. Et quelle plus belle récompense pour les jeunes talents, que d’accueillir en ouverture l’une des légendes vivantes de notre temps : la pianiste Martha Argerich ! Elle interprétera le deuxième Concerto de Beethoven avec la Kremerata Baltica. Volontairement éclectique, ma « première édition » donnera une large place à des artistes stars ou confirmés. Réjouissons-nous d’entendre Gil Shaham dans des sonates de Bach ; le Quatuor Hagen dans les derniers quatuors de Schubert et Chostakovich ; Mischa Maisky en compagnie de sa fille ; Michel Dalberto en trio, ou encore Olga Peretyatko dans un récital éblouissant. La relève, avec cette jeune génération, se montre déjà brillante et essentielle : les violonistes Alexandra Conunova et Daniel Lozakovitj, le violoncelliste Kian Soltani ou le guitariste Miloš Karadaglic´ . En 2016, Yehudi Menuhin aurait eu 100 ans. Le 5 février nous jouerons, Daniel Lozakovitj et moi-même, avec le Lucerne Strings, le Double Concerto de Bach (oeuvre si chère à Menuhin) en hommage au grand homme. Merci à tous pour votre confiance ! Merci à nos mécènes, aux amis du Festival sans lesquels rien ne serait possible ! Je suis heureux

Ombretta Ravessoud

et fier de cette nouvelle aventure et vous donne rendez-vous

directrice

pour cette semaine pas comme les autres à Gstaad. Renaud Capuçon directeur artistique

SO M M E T S MUSI CAUX DE GS TA A D

157


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SOMMETS MUSICAUX DE GSTA AD

Programme Mardi 2 février 2016

Kremerata Baltica Martha Argerich, piano F. Mendelssohn – M. Weinberg L. van Beethoven Samedi 30 janvier 2016

16h00 Chapelle de Gstaad

Guillaume Bellom,

piano

C. Debussy – T. Escaich F. Schubert D.R.

19h30 Eglise de Saanen

Jeudi 4 février 2016

© MUSICA PRIMA - CLASSIC360

Vendredi 29 janvier 2016

16h00 Chapelle de Gstaad

Ryutaro Suzuki,

piano

W. A. Mozart – M. Ravel T. Escaich – S. Rachmaninov

16h00 Chapelle de Gstaad

Olga Kirpicheva,

piano

© HIDEKI SHIOZAWA

© LARS BORGES / MERCURY CLASSICS

D. Scarlatti – F. Liszt – T. Escaich C. Debussy – A. Scriabine M. Balakirev

19h30 Eglise de Rougemont

Michel Dalberto, piano Alexandra Conunova, Kian Soltani, violoncelle

J. Haydn – F. Schubert – J. Brahms

19h30 Eglise de Saanen

Camerata Bern Antje Weithaas, violon et direction Miloš Karadaglic´ , guitare L. Boccherini – J. Rodrigo L. van Beethoven

Vendredi 5 février 2016

16h00 Chapelle de Gstaad

Nathanaël Gouin,

Mischa Maisky, violoncelle Lily Maisky, piano

16h00 Chapelle de Gstaad

A. Webern – O. Messiaen B. Britten – A. Piazzolla

piano

J. Brahms – F. Chopin F. Schubert – T. Escaich W. Jianzhong – F. Liszt © LUKE RATRAY

Gil Shaham,

Lucerne Festival Strings Renaud Capuçon, violon et direction Daniel Lozakovitj, violon

Mercredi 3 février 2016

piano

J. S. Bach – P. I. Tchaïkovski Samedi 6 février 2016

16h00 Chapelle de Gstaad

Rémi Geniet,

piano

J. S. Bach – T. Escaich – F. Chopin D.R.

© HARALD HOFFMANN

J. S. Bach – L. van Beethoven P. I. Tchaïkovski – M. Ravel F. Liszt – T. Escaich – G. Ligeti

19h30 Eglise de Rougemont

19h30 Eglise de Saanen

16h00 Chapelle de Gstaad

Kevin Jansson,

piano

L. van Beethoven – T. Escaich F. Chopin

19h30 Eglise de Rougemont

Dimanche 31 janvier 2016

Shize Shen,

violon

violon

J. S. Bach Lundi 1 er février 2016

16h00 Chapelle de Gstaad

Nathalia Milstein,

piano

W. A. Mozart – J. Brahms T. Escaich – M. Ravel

19h30 Eglise de Saanen

19h30 Eglise de Rougemont

Joseph Moog,

piano

L. van Beethoven – F. Liszt C. Debussy – L. Godowsky

19h30 Eglise de Rougemont

Hagen Quartett D. Chostakovitch – F. Schubert

Olga Peretyatko, soprano Giulio Zappa, piano G. Rossini – F. Chopin N. Rimsky-Korsakov S. Rachmaninov

SO M M E T S MUSI CAUX DE GS TA A D

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DIRECTEUR ARTISTIQUE DES SOMMETS MUSICAUX DE GSTA AD

Renaud Capuçon PROPOS RECUEILLIS PAR FREDERIC MÖRI

Pour concevoir la programmation de l’édition 2016, le violoniste Renaud Capuçon a travaillé dans l’esprit qui l’anime quand il joue de la musique de chambre, celui du partage. Pas un artiste invité pour lequel il n’éprouve une grande admiration, voire de l’affection – souvent les deux – et qui ne lui ait donné une émotion en les écoutant. Un principe qui préside également à la programmation du Festival de Pâques d’Aix en Provence, dont il assume aussi la direction artistique. Cela me permet d’abord, dit-il, de tisser avec le public une relation de confiance, puis de laisser carte blanche à des musiciens de renommée internationale avec lesquels je partage ces valeurs d’échange. Deux partenaires privilégiés du musicien proposeront chacun un concert inhabituel : l’un à l’église de Saanen, en ouverture du festival, où la légendaire Martha Argerich dirigera de son piano la Kremerata Baltica dans un programme Beethoven et Mendelssohn ; dans un registre différent, le Quatuor Hagen jouera les derniers quatuors de Franz Schubert, et de Dmitri Chostakovitch, œuvres crépusculaires qui se répondront dans l’église clunisienne de Rougemont. A la demande de Renaud, Gil Shaham jouera des « Sonates et Partitas » pour violon seul de JeanSébastien Bach, toujours à l’église de Rougemont. Un défi qu’a relevé avec enthousiasme le grand violoniste américain. Autre temps fort, le concert proposé par le violoncelliste Mischa Maisky et sa fille Lily au piano : un programme conçu en partenariat avec Renaud Capuçon dans lequel les deux mouvements lents du « Quatuor pour la fin du temps » d’Olivier Messiaen alternent avec des pièces de Webern, Britten et Piazzolla. Le violoniste, qui enseigne depuis une année au Conservatoire de Lausanne, a souhaité mettre en avant l’idée de transmission également chère au Festival. Comme chaque année, en effet, des concerts permettront au public de rencontrer de jeunes artistes tous les aprèsmidi en la chapelle de Gstaad. Et comme pour chaque édition du Festival, un instrument est privilégié : cette année est placée sous le signe du piano. Ces jeunes pianistes interpréteront entre autres, une œuvre contemporaine du Français Thierry Escaich, le compositeur en résidence du Festival, dont plusieurs pièces sont inscrites au répertoire de Renaud Capuçon. Toujours dans cet esprit d’échange et de transmission, Renaud Capuçon et Daniel Lozakovitj interprèteront chacun un « Concerto pour violon seul » de Jean-Sébastien Bach et se rejoindront dans le «Concerto pour deux violons». Renaud Capuçon considère Daniel Lozakovitj, âgé de 15 ans seulement, comme un interprète de génie. Ce concert se veut un hommage à Yehudi Menuhin, fondateur du Festival d’été de Gstaad, qui proposa le même programme avec un jeune prodige d’alors, Christian Ferras, devenu depuis l’un des archets les plus marquants du XXe siècle. « Le ‹Double Concerto› est une œuvre formidable pour tendre la

© DARMIGNY

main à un jeune » déclare Renaud Capuçon.

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