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Ball Zeitung WeiĂ&#x;er Ball am Hofe des Prinzen 2009

Ball Zeitung WeiĂ&#x;er Ball am Hofe des Prinzen 17. Januar 2009 Congress Center Rosengarten

111 Jahre 1898 - 2009


Närrisches Feuerio-Jubiläum

111 Jahre „Es brennt, es brennt!“

Impressum Feuerio Große Carnevalsgesellschaft e.V. Weißer Ball, „111 Jahre Feuerio 1898 – 2009“ Herausgeber:

m:con – mannheim: congress GmbH Rosengartenplatz 2, 68161 Mannheim Telefon +49.621.4106-0, Telefax +49.621.4106-80121 www.m:con-mannheim.de Verantwortlich: Michel Maugé, m:con Redaktion

tower media GmbH Ketscher Landstraße 2, 68723 Schwetzingen Telefon +49.6202.2797-0, Telefax +49.6202.2797-81 www.tower-media.de Miriam Caroli, Pinar Karacinar, Annika Kratzmann, Christian Leistritz (Leitung), Jennifer Scheuermann, Panja Schollbach. Layout & Gestaltung

Dr. Marius Müller, m:con – mannheim: congress GmbH Fotos

Jadranka Celik, Thomas Henne, Feuerio e.V. Druck

Mannheimer Morgen Großdruckerei und Verlag GmbH Dudenstraße 12-26, 68167 Mannheim Wir danken für die freundliche Unterstützung

Angefangen hat alles einmal beim Stammtisch im alten „Hawereck“ mit einem Feuerwehrkommandanten und mit den Nachtwächtern der Stadt: „Fuirio, Fuirio, es brennt, es brennt!“ Wenn diese Rufe zusammen mit der Feuerglocke ertönten, löschten die Stammtischler noch schnell ihren Durst mit Bier, um dann zum Brandherd zu eilen - was glücklicherweise nicht jeden Abend der Fall war, sonst wäre es vielleicht nie zur Idee der „Großen Carneval-Gesellschaft 1898 e.V“ gekommen. Dabei hatten die Gründungsväter echte Prinzipien. Ein „seriöser Verein - von Zoten frei die Narretei“ sollte es sein. Was auch heute dem Ansehen der Narrenzunft immer wieder schadet, gab es auch schon damals: vermeintliche Fasnachter, deren Witz sich auf dumpfe Kalauer beschränkt, gepaart mit unlustigen Zoten. Völlig in Vergessenheit geriet auch dabei der eigentliche politische Ursprung des Brauchtums, der selbst gewählte Auftrag, die Obrigkeit regelmäßig auf die Schippe zu nehmen und die Kritik mit Schenkelklopfern an den Mann zu bringen. Genau darauf aber wollten sich die Gründungsmitglieder wieder besinnen. Heute hat der größte Mannheimer Fasnachtsverein 1.100 Mitglieder und ist auch der mitgliederstärkste in der Metropolregion Rhein-Neckar. Daher übrigens auch das „Groß“ im Vereinsnamen des Feuerio. Es ist historisch bedingt und nicht zufällig gewählt. Vor der Gründung des Feuerio waren in Mannheim unzählige Fasnachtsvereine aus der Taufe gehoben worden und mangels Mitgliedern schnell wieder von der Bühne verschwunden. Die Feuerianer wollten anders sein und eine starke Gruppe aus verlässlichen Bürgern bilden. In den Anfangsjahren konnte nicht jeder einfach Mitglied werden! Voraussetzung für die Mitgliedschaft war ein guter Leumund, man musste außerdem über „Vitamin B“ verfügen, einen „Vereinspaten“ beim Feuerio haben und erst einmal eine Probezeit absolvieren. Diese ungewöhnliche Strategie erwies sich als echtes Erfolgsrezept: Schon 1899 stellten die Feuerianer zum ersten Mal den Mannheimer Stadtprinzen, entwickelten sich schnell zu einer festen Größe des städtischen Gesellschaftslebens. Der traditionsreiche Weiße Ball feierte 1906 unter dem Namen „Schwarz-Weiß-Ball“ Premiere. Das „Schwarz“ im Namen entstand in Anlehnung an die Fräcke der Herren, das „Weiß“ erinnert an die gleichfarbigen Krinolinenkleider der Damen. Nur für die Damenwelt hatten die FeuerioHerren den Ball überhaupt ins Leben gerufen. Zu den anderen Fasnachtsveranstaltungen waren Frauen nicht zu-

gelassen, mussten an eigenen Tischen sitzen und machten deshalb die Besonderheit des „Schwarz-Weiß-Balls“ aus. Eine Selbstverständlichkeit dagegen waren die Männer im schwarzen Frack und so fielen sie deshalb irgendwann aus dem Namen heraus. Mit dem Feuerio ging es in den Jahren nach seiner Gründung steil bergauf. Sogar den Bau eines Vereinshauses wurde erwogen, bis 1914 der Erste Weltkrieg auch über die „Große Carnevalsgesellschaft“ hereinbrach und bis 1920 von der ersten Glanzzeit nicht viel übriggelassen hatte. Die ersten Wiederbelebungsversuche gestalteten sich äußerst mühsam. Spätestens nach der großen Inflation von 1923 war auch in der Quadratestadt eigentlich keinem mehr nach Fasnachtsspäßen zu Mute. Erst 1928 gab es mit wieder einen Prinzen des Feuerio, nachdem Max Berk 1925 als angeworbener Zufallsprinz immerhin ein kurzes Gastspiel hatte. Zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen oder Aufschwung - die Geschichte des Feuerio ist auch ein Spiegel des Welt- und Stadtgeschehens: „Die Prinzen des Feuerio waren in gewisser Weise der Maßstab aller Dinge, ihr Dasein oder Fehlen zeigte, in welcher Lage sich die Gesellschaft befand“, schildert Ehrenpräsident und Feuerio-Chronist Joachim Mayer, der seit 50 Jahren dem Feuerio die Treue hält. Langsam ging es also wieder aufwärts und außer im Jahr von Hitlers Machtergreifung 1933 inthronisierten die Feuerianer bis 1939 wieder regelmäßig ihren Prinzen. Die Jahre des Dritten Reichs gerieten dabei zur Renaissance des politischen Fastnachtsauftrags: Vor allem dem „Damen­fremdensitzungsvergnügungskommissär“ Seppl Offen­­­­bach ist es zu verdanken, dass sich der Feuerio sein kritisches Engagement bewahren konnte. „Wenn du dein Fleisch in meiner Suppe kochst, ich hinterher das Fleisch und du die Suppe essen darfst, dann ist das Volksgemeinschaft“ - mit solchen und ähnlichen Sprüchen entlockte der Nationaltheater-Schauspieler sogar tiefbraunen Gästen ein Schmunzeln. Wieder erwirtschaftete sich die Carnevalsgesellschaft ein recht ansehnliches Vermögen, plante damit wieder einen Hausbau für das Jahr 1940 - und wieder kam ein Weltkrieg dazwischen. 1945 war von der kurzen zweiten Hochzeit nichts geblieben: Das Geld war verschwunden, die Mitglieder tot, verwundet oder in alle Winde zerstreut - auch der letzte amtierende Präsident war den Bomben nicht entkommen. Trotzdem begannen ein paar alte Fasnachter damit, dem Feuerio wieder neues Leben einzuhauchen und stellten 1950 zum ersten Mal seit 1939 wieder einen

Prinzen. Die Prinzenreihe wurde in der Folgezeit nur noch einmal unterbrochen. Sogar Seppl Offenbach war wieder da und mit Unterstützung vieler Mannheimer Firmen glückte auch der zweite Neuanfang.

Mehrere Jahrzehnte lang blieb die „Große Carnvalgesellschaft“ ganz oben, residierte zunächst im notdürftig wieder aufgebauten Rosengarten, ab 1969 für fünf Jahre in Ludwigshafen, um 1974 nach der großen Renovierung im Rosengarten dort zu neuer Hochform aufzulaufen. Die Feuerio-Sitzungen wurden live in der ARD übertragen und Karten für den Weißen Ball waren schon Monate im Voraus vergriffen. Stars wie Udo Jürgens und Julia Migenes traten bei den großen Feuerio-Veranstaltungen auf. In dieser Zeit etablierten die Feuerianer auch das „Blumenpeterfest“, bei dem Spenden zu Gunsten bedürftiger Mannheimer gesammelt werden. Langsam schlitterte der Verein aber in wachsende finanzielle Schwierigkeiten. Der Ausfall der Fasnacht 1991/1992 durch den ersten Golfkrieg tat ein Übriges und 1995/1996 schien die Insolvenz endgültig bevorzustehen. Doch die Feuerianer wären keine echten Feuerianer gewesen, wenn sie keinen dritten Neuanfang gewagt hätten: Wieder fand sich ein kleiner, aber harter Kern zusammen, der ein Sanierungskonzept erarbeitete und sich mit Hilferufen an Elferräte und andere Mitglieder wandte. Alle gemeinsam machten mit unzähligen Spenden das Unmögliche möglich und befreiten den Feuerio innerhalb kurzer Zeit von Schulden in Höhe von über 500.000 D-Mark. Der Weg zum Neuanfang war frei.


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Rosenprinz Stefan III. ist Stadtprinz

Vom Tanzparkett auf den Karnevalsthron Die Karnevalsgesellschaft Feuerio e.V. hat in diesem Jahr erstmals einen „Rosenprinzen“: Stefan III., den das m:con Congress Center Rosengarten stellt. Rosenprinz Stefan Ossenkop (41) arbeitet als Business Development Manager bei m:con. „Das wird ein Riesenspaß“, davon ist der 41- Jährige überzeugt. In der Hansestadt geboren und aufgewachsen,fand derStadtprinz 2009 bereits im Alter von zehn Jahren seine erste und offenbar lebenslange Leidenschaft: den Tanzsport. In 25 Jahre lang nahm Ossenkop mit seiner Partnerin bei rund 600Turnieren weltweit teil.Mit Erfolg:Ossenkop holte fünfmal den Titel des Deutschen Meisters und tanzte sich 15 Mal ins Finale von Welt-und Europameisterschaften. Vor fünf Jahren beendete Stefan Ossenkop seine Tanzkarriere mit einem Triumph: dem „Oscar“ des Tanzsports. Ossenkop und seine Partnerin wurden im Rosengarten mit dem „La Danse“-Award 2003 der German Open Championships (GOC) ausgezeichnet. An 16 Meisterschaften hatte das Paar teilgenommen. Heute noch stehen in seiner Garage rund 120 Trophäen, die Ossenkop an seine Erfolge erinnern. Seit 2003 arbeitet der Hamburger bei m:con in Mannheim

- ein Glücksgriff. „Nach dem Ende meiner Profikarrier wollte ich etwas ganz anderes machen!“. Nach der Schule hatte sich Stefan Ossenkop zunächst für eine Lehre als Bankkaufmann entschieden und arbeitete nach der Ausbildung als Vermögensberater. Dann packte ihn das Tanzfieber und er wechselte zur Profikarriere und arbeitete als Tanzsporttrainer. „Das Hobby habe ich dann zum Beruf gemacht“, so der 41-Jährige, der sich 2008 verlobte. Rosenprinz Stefan III. führt die Stadtprinzen-Tradition des Feuerio 2009 als 86. Prinz der Karnevalsgesellschaft fort. Der neue Karnevalsprinz des Feuerio e.V.beschreibt sich selbst als „humorvoll, sehr diszipliniert und experi­mentierfreudig“. Seiner neuen Karriere als Stadtprinz kommen diese Eigen­ schaften sicherlich zugute, so dass Ossenkop auch nicht lange fackelte, als die m.con-Geschäftsleitung bei ihm anklopfte und fragte, ob er die Rolle als Stadtprinz von Mannheim übernehmen wolle. „Die Highlights sind für mich als Mannheimer Stadtprinz der Weiße Ball im Congress Center Rosengarten und der Faschingsumzug“.

Die traditionelle Feuerio-Prinzensuche

Eine Fahrt ins Ungewisse führt zu Stefan III. „Hier steht der neue Prinz der Stadt Mannheim und des Feuerio - Applaus für unser Phantom!“, sagt Feuerio“Kultusminister“ Horst „Hotte“ Siegholt auf der Bühne im Rosengarten. Nach drei Stunden intensiver Prinzensuche mit Glühwein, Schlagermusik, Sekt und Suppe an zwei Stationen in Rheinau und Neckarau ist es endlich soweit: Der diesjährige Mannheimer Stadtprinz und Jubiläumsprinz des Feuerio, Rosenprinz Stefan III. ist gefunden! Vor rund 150 Gästen und Stadtprinzessin Stephanie I. wurde am letzten Montag bei der traditionellen Prinzensuche das Geheimnis seiner Identität gelüftet, dem wochenlangen Rätselraten ein Ende gesetzt. Der Mannheimer Feuerio stellt traditionell den Mannheimer Stadtprinzen. Der Jubiläumsprinz im 111. Jahr des Feuerio stammt ursprünglich aus Hamburg und betont: „Man unterschätzt Leute aus dem kühlen Norden. Auch wir verstehen Spaß, haben Humnor und können gut feiern.“ Beste Voraussetzungen also, auch wenn Stefan III. ein Fasnachtsneuling ist, wie der 41-Jährige vor Journalisten und einem TV-Team bekennt. Das neue närrische Stadtschloss Rosengarten wartet an diesem Abend im Musensaal mit vier großen Tafeln, silbernen Kerzenleuchtern, weißem Damast für die Prinzensucher - übrigens alles Männer - auf. Verhüllte Gespenster tanzten um die Tafeln der dritten und letzten Station der Prinzensuche. Zu den Klängen der Konzertorgel im Musensaal wird die Vorspeise an den festlichen Tafeln serviert, kleine Gaumenschmeichler zur Vorbereitung auf das, was da noch kommen sollte: Der neue Prinz und ein wahrhaft

königliches Buffet. Der Veranstaltungsort ist natürlich kein Zufall, denn m:con ist in diesem Jahr Sponsor des Mannheimer Stadtprinzen und m:con-Chef Michel Maugé damit „Prinzenvater“. Für die Prinzensucher - Feuerianer, ehemalige Stadtprinzen, Mannheimer Honoratoren und Fasnachts-Sympathisanten - war die traditionelle Prinzensuche auch 2009 ein „Heidenspaß“, wie einer der Teilnehmer beim gemütlichen Glühweintrinken in einem Rheinauer Gartengrundstück betonte. Um 18.45 Uhr war es losgegangen: Rund 150 Teilnehmer bestiegen vor dem Dorint Congress Hotel zwei Reisebusse - eine Fahrt ins Ungewisse, denn wohin es gehen würde, wusste nur der Feuerio-Vorstand. „Wir verraten nichts“, hatte Bodo Tschierschke allzu direkte Fragen abgewehrt. Schnaps gab‘s im Bus und die neuesten Feuerio-Schlager 2009, die auf die Fasnacht einstimmten. Erste Station Rheinau: Die Busse stoppen am Waldrand. Feuerfackeln weisen stimmungsvoll den Weg in eine Gartenanlage. Feine Kartoffelsuppe mit Lachsstreifen und Glühwein von "Fodys" tauen unter freiem Himmel bei Minusgraden die eisigen Glieder wieder auf und lassen die Kälte vergessen. Gute Laune und Kalauer verbreitet Feuerio-Kultusminister Hotte am Mikrofon. Der Stadtprinz ist hier nicht zu finden - und so gehts nach der Stärkung weiter mit dem Bus Richtung Neckarau. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Fasnacht in Mannheim so engagiert und stark betrieben wird“, sagt Bürgermeister Michael Grötsch, erstmals Gast bei der FeuerioPrinzensuche. Ein engagierter Fasnachter sei er zwar

nicht, aber während der Studienzeit in Frankfurt habe das Karnevalstreiben eine wichtige Rolle gespielt. Der Bus hält vor dem Einkaufszentrum in Neckarau - hier wird die Gesellschaft auf der Suche nach dem Stadtprinzen mit Brezeln und Sekt empfangen. Unter einem Riesentuch verstecken sich vier potentielle Prinzen, die nach und nach von Kultusminister Hotte ans Licht befördert werden. Ex-Stadtprinz und früherer Söhne-Mannheims-Sänger Claus Eisenmann hüpft unter dem Tuch hervor, CapitolChef Thorsten Riehle, Otto M. Raad, Bandleader von Just for Fun und ein Jurastudent, der unbedingt Prinz werden will. Geschafft hat es am Ende bekanntlich keiner. Vor Rosenprinz Stefan III. liegt in den kommenden Wochen eine intensive Fasnachtszeit, für die er sich gut wappnen sollte. Der ehemalige Stadtprinz Gerd I. aus dem Jahr 2005 kennt das Hochgefühl: „Man kommt als Prinz in einen Rausch rein, und geht darin völlig auf“, schildert er. Der erfahrene Ex-Stadtprinz Claus Eisenmann hat gute Tipps für den Rosenprinzen Stefan III. auf Lager: „Bewusst die Kampagne durchleben und nicht jedes Bier mittrinken!“ Die eigene Regentschaft hat aus Profi-Musiker Eisenmann einen begeisterten Fasnachter gemacht. „Als Prinz steht man im Mittelpunkt jeder Fasnachtsveranstaltung, alle warten auf das Prinzenpaar. Es ist der Wahn!“.

Vita Stefan Ossenkop

geb. 30.05. 1967 in Hamburg, 1985 Mittlere Reife 1985 bis 1987 Deutsche Bank, Ausbildung zum Bankkaufmann 1987 bis 1989 Vermögensberater 1989 bis 1990 Sportförderkompanie der Bundeswehr, Essen ab 1990 Tanzsporttrainer und Berufstänzer, Hamburg 2003 Auszeichnung mit dem „La Danse“-Award des German Open Championship (GOC) ab 2003 Business Development Manager, m:con Congress Center Rosengarten, Mannheim Stefan Ossenkop war fünffacher Deutscher Meister und 15-facher Finalist bei Welt- und Europameisterschaften im Standardtanz.


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Vom Stadtprinz zum Chef-Fasnachter

Feuerio-Präsident Bodo Tschierschke Bis zu seiner Regentschaft als Stadtprinz 1984 hatte Bodo Tschierschke eigentlich nicht besonders viel mit Fastnacht am Hut. „Klar hab ich regelmäßig die Sendung „Mainz bleibt Mainz“ gesehen und auch mal eine Veranstaltung besucht, aber so richtig aktiv war ich nicht“ erzählt er. Den Beginn seiner Fasnachterkarriere hat er dem damaligen Vizepräsidenten Herbert Siebert zu verdanken: Der Ar­ chi­­tekt lernte Bodo Tschierschke kennen, weil dessen Betrieb für textile Raumgestaltung sein Lieferant war und entdeckte sofort das närrische Talent des späteren Präsidenten, machte ein bisschen „Werbung“ und schon war Bodo Tschierschke mit dem Feuerio-Virus infiziert. Die eigene Prinzen-Kampagne lässt ihn noch heute schwärmen: „Da waren so viele tolle Erlebnisse dabei. Es

Darum stellt m:con den Rosenprinzen

Die „gute Stube“ wird zum närrischen Stadtschloss Zur „guten Stube Mannheims“ wurde der Rosengarten gleich mit seiner Einweihung 1903 - jetzt ist er auch Mannheims närrisches Stadtschloss, denn seit heute regiert hier der Rosenprinz. Bisher „regierte“ hier m:conGeschäftsführer Michel Maugé. Warum bloß gab er im 20. Jahr seiner „Regentschaft“ den Schlüssel aus der Hand? Es ist das ganz besonderes Geschenk zum 111. Geburtstag der Großen Carnevalsgesellschaft Feuerio. Dieses närrische Geschenk ist ein großes Dankeschön! „Danke“ für großartige Prunksitzungen - nicht nur im Mozartsaal, „Danke“ für schallendes Gelächter in den ehrwürdigen Jugendstil-Sandsteinmauern der „Grande Dame“ Rosengarten, „Danke“ dafür, das Gemüt der Mannheimer in besonders schweren Zeiten erheitert zu haben, „Danke“ für klare Worte in Büttenreden, die sich in den anderen vier Jahreszeiten keiner zu sagen traut - und „Danke“ für eines der rauschendsten Feste im Rosengarten, den „Weißen Ball“.

Fast so lange wie der Rosengarten Mannheims „gute Stube“ ist, so lange ist auch der Feuerio einer der wichtigsten Veranstalter im Rosengarten - schon mehr als hundert Jahre. m:con-Chef Maugé: „Der Feuerio prägt seit 111 Jahren die Fasnachts-Kultur unserer Stadt. Als der Rosengarten eröffnet wurde, war der Feuerio schon da, seit mehr als fünf Jahren. Wie kaum ein anderer Verein hat er die Geschichte unseres Hauses geprägt - als Veranstalter, aber auch als einer der wichtigsten Kunden im kulturellen Bereich. In dieser für den Feuerio ganz besonderen 111. Kampagne möchten wir deshalb auf diese besondere Weise Danke sagen.“ Das m:con-Team stellt mit Stefan Ossenkop den „Rosenprinzen“ und der Rosengarten selbst wird zum närrischen Stadtschloss. Ein doppeltes Geschenk so­ zu­sagen. Eigentlich ein dreifaches... „Es ist auch ein Dankeschön an alle Mannheimer Bürger“, erzählt der m: con-Chef. „Dass wir 2007 unseren für 55 Millionen Euro

erweiterten Rosengarten wiedereröffnen konnten, haben wir auch den Bürgern dieser Stadt zu verdanken, die in Umfragen und über ihre Vertreter im Gemeinderat ganz klar gesagt haben: ,Wir wollen den Ausbau unserer guten Stube, dass diese eines der führenden Kongresszentren in Deutschland bleiben kann!‘ Der Rosengarten ist damit auch nach wie vor der gesellschaftliche Mittelpunkt Mannheim. Meine Mitarbeiter im m:con-Team wissen das. Und auch das bringen wir dadurch zum Ausdruck, dass wir den Stadtprinzen stellen.“ Nicht zuletzt hat der Feuerio den Rosengarten mit dem „Weißen Ball“ zum gesellschaftlichen Zentrum Mannheims gemacht - auch und gerade in für Bälle schwierigen Zeiten. „Dass wir uns beim Feuerio bedanken können, indem wir den Fasnachtsprinzen aus den Reihen unserer Mitarbeiter stellen, freut mich ganz besonders“, so Michel Maugé. Und er fügt mit sanfter Ironie an: „Ich musste noch nicht einmal mit 11 Tagen Sonderurlaub locken.“

haben sich so viele Freundschaften entwickelt, dass ich auch nach meinem Prinzenamt dabei geblieben bin.“ Bodo Tschierschke übernahm zunächst den Feuerio-Technikstab, bevor er sich 1994 zum Vize- und 1999 schließlich zum Präsidenten des größten und traditionsreichsten Mannheimer Fasnachtsvereins wählen ließ. Dieses närrischeAmt ist ein Full-Time Job:40Veranstaltungen bestreitet die Feuerio-Karnevalsgesellschaft jedes Jahr. Die Akti­vitäten - auch das Mannheimer Stadtfest gehört dazu - sind nicht nur auf die Fünfte Jahreszeit beschränkt. Tschierschke: „Im Grund sind wir wie ein mittelständischer Betrieb.“ Trotz der zahlreichen „unnärrischen“ Aufgaben weiß der Präsident ganz genau, was er für den Verein erreichen will: Sein Ideal ist die moderne Fastnacht. Mit Witz, Humor und Musik sollen Fasnachtsfans und Feuerianer jeden Alters angesprochen werden. Dabei gilt immer: Die Mischung macht‘s: Weder sollen alteingesessene Fasnachter mit House-Musik verprellt werden, noch muss sich der Nachwuchs stundenlang Märsche anhören. „Diese Verbindung von Jung und Alt macht den Fasching ja gerade aus!“, so Tschierschke. „Manchmal müssen wir aber auch mal eine Tradition über Bord werfen“, erzählt Bodo Tschierschke. Die ganze Familie ist in der Fünften Jahreszeit im Fasnachtsfieber: Kirsten Tschierksche ist für die Redaktion der Programmhefte zuständig und trällert bei den „Feurio Singers“, während Sohn Ramon die Feuerio-Website managt und die Tochter Jessica-Nadine für kreative Ideen sorgt. Wenn die Kampagne am Aschermittwoch vorbei ist, hat Bodo Tschierschke erstmal ein bisschen mehr Zeit für den Sport, der neben dem Reisen zu seinen Leidenschaften zählt. Schon im März heißt es dann aber wieder: „Nach der Kampagne ist vor der Kampagne“. Zwei Wochen nach Aschermittwoch steht die Klausurtagung des Elferrats. Thema: Enwurf der Kampagne für 2010.


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Die 70er live erleben

Das Mannheimer Prinzenpaar Stefan III. und Stephanie I.

„Chirpy Chirpy Cheep Cheep“ und „Tweedle Dee Tweedle Dum“ tönt es aus dem Mannheimer Rosengarten... Und das sind nur zwei Superhits aus den 70er Jahren von der schottischen Band „Middle of the Road“. Mit diesen Ohrwürmern begeistern sie ihr Publikum bis heute, fast 40 Jahre später. Die Erfolgsgeschichte dieser Band hört sich an wie ein modernes Märchen. Das in Schottland gegründete Quartett reiste nach kleineren Erfolgen durch SüdEuropa, als sie mittellos, ohne Geld für eine Rückfahrt, im italienischen Genua strandeten. Dort wurden sie glücklicherweise vom Chef der Plattenfirma RCA entdeckt und unter Vertrag genommen. Kurze Zeit später stürmten sie 1971 mit ihrem legendären Hit „Chirpy Chirpy Cheep Cheep“ die internationalen Charts. Insgesamt 32 goldene Schallplatten bekamen „Middle of the Road“ für alle ihr Hits. Für ihren Beitrag zur Musik der 60er und 70er Jahren wurde ihnen 2002 der „Media Award“ von Radio Regenbogen verliehen. Die Band zählt zu den zehn erfolgreichsten Gruppen der vergangenen 40 Jahre.

Das Mannheimer Prinzenpaar 2009, Rosenprinz Stefan III. und Ihre Lieblichkeit Stephanie I., starten nach dem „Weißen Ball“ in die heiße Phase der Fasnacht: Über 250 Termine stehen in der Fünften Jahreszeit für die frischgebackenen Fasnachtsbotschafter auf dem Programm: Besuche in Alten­ heimen, Fasnachtsveranstaltungen, Krankenhäusern oder Krebsstationen. Nach dem „Weißen Ball“ lädt der Feuerio traditionell zur Audienz beim neuen Prinzen. Dann machen rund 30 Vereine dem Prinzen ihre Aufwartung und bringen Geschenke. In der heißen Phase der Narrenzeit hält Stefan III. Hof im Dorint Kongresshotel die Stadtprinzessin Stephanie I. wird im Maritim wohnen. Die wichtigsten Events für das Prinzenpaar beginnen am 31. Januar bei der „Großen Prunksitzung“ des Feuerio im Rosengarten.Auch beim Kostümball,der Feuerio FasnachtsFete am 21. Februar im Dorint Kongresshotel glänzt das Prinzenpaar. Zum traditionellen Prinzenfrühstück, das dieses Jahr am 22. Februar im Mannheimer Barockschloss stattfindet, werden rund 160 geladene männliche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung erwartet. Das Pendant, das Prinzessinnenfrühstück, findet im Dorint Kongresshotel statt. Beide stimmen sich so auf den Karnevalsumzug am Nachmittag ein. Am Fasnachtsdienstag endet der Reigen mit dem Karnevalsempfang der baden-württembergischen Landesregierung im Mannheimer Schloss. Da trifft das Mannheimer Prinzenpaar Landesvater Günther Oettinger.

Middle of the Road So geht‘s weiter mit dem Prinzenpaar

ist Büttenrednerin und auch ihr Bruder ist Fasnachter aus Leidenschaft. Bessere Voraussetzungen für das Amt der Mannheimer Stadtprinzessin gibt es wohl kaum. Im Alter von zwei Jahren trug Stephanie Wünschmann, so der bürgerliche Name, im Fanfarenzug schon die Fahne. Mit fünf Jahren begann Klein-Stephanie mit dem Gardetanz. Heute trainiert die 20-Jährige selbst zwei Garden und zwei Gardetanz- Solisten. Seit sie acht Jahre alt war, erheiterte sie die Mannheimer Fasnachter in der Bütt. Einmal Stadtprinzessin sein, davon hat die heute 20-Jährige natürlich geträumt. Jetzt freut sich die junge Frau riesig auf die Fasnachtszeit. Dafür rückt das Studium der Sport- und Bildungswissenschaft in Heidelberg für ein paar Wochen auf der Prioritätenliste ein wenig weiter nach unten: „Ich möchte Mannheim und meinen Verein „Die Löwenjäger“ würdig repräsentieren.“ Ihre Heidelberger Kommilitonen können zwar mit Fasnacht nicht viel anfangen, „aber sie finden es lustig“, erzählt die Löwenjäger-Prinzessin. Und auch wenn sie in den nächsten Wochen wahrscheinlich mehr Zeit mit ihrem Stadtprinzen Stefan III. verbringen wird, werde auch der Freund, der übrigens kein Fasnachter ist, keinen Grund zur Eifersucht haben: „Mein Freund bleibt mein wahrer Herzensprinz“, lacht sie. Eine Modeberaterin - ihre „Coach of Princess“, wie Stepha­ nie sie nennt - fünf wunderschöne Kleider, drei ständige Gefolgsleute, an die 250 Veranstaltungen in sieben Wochen, Fasnacht wurde ihr in die Wiege gelegt die der Stadtprinz und sie besuchen und mehrere tausend Die Mannheimer Stadtprinzessin 2009,Stephanie I.von den Rosen: Das alles bestimmt in den nächsten Wochen das Mannheimer Löwenjägern, hat die Fasnacht im Blut. Kein Leben von Stadtprinzessin Stephanie I. Viel Terminstress Wunder, ihr Vater war Chef des Fanfarenzugs, ihre Mutter und ein wahr gewordener Mädchentraum.

„Mannem Ahoi“

„It‘s Raining Men“

Weather Girls heizen ein

19. Januar 2009: Prinzenaudienz bei der Firma Lieblang Dienstleistungen 31. Januar 2009: Große Feuerio-Sitzung im CC Rosengarten Mannheim 02. Februar 2009: Seniorensitzung im CC Rosengarten Mannheim 14. Februar 2009: Prinzeneinzug im Dorint Kongresshotel 19. Februar 2009: Damensitzung in der Festhalle Baumhain im Luisenpark Mannheim 22. Februar 2009: Prinzenfrühstück im Mannheimer Schloss 22. Februar 2009: Fasnachtsumzug in Mannheim 24. Februar 2009: Straßenfasnacht in der Mannheimer Innenstadt 25. Februar 2009: Heringsessen im Dorint Kongresshotel Mehr Infos unter www.feuerio.de.

It‘s - Raining - Men! Die Power-geladenen Stimmen der zwei voluminösen Schwestern Dynelle Rhodes und Ingrid Ar­thur schaffen es nach wie vor ihr Publikum, ob jung oder alt zu begeistern, die „Weather Girls“ sind aktuell wie eh und je und Highlight der Mittersnachts-Show beim „Weißen Ball“. Gegründet wurden die „Weather Girls“ bereits vor mehr als einem Vierteljahrhundert von der Mutter des aktuellen Soul-Duos Izora Armstead und der US-Sängerin Martha Wash. Ende der 80er Jahre verließ Martha Wash für eine Solo-Karriere die „Weather Girls“. Kurzerhand rief Izora Armstead ihre Tochter an und bot ihr an, gemeinsam mit ihr zu singen. Die damals als Sekretärin tätige Dynelle Rhodes fackelte nicht lange, kündigte ihren Job und zog für eine Karriere als Sängerin nach New York. Das Familienunternehmen brachte einige erfolgreiche Musik-Alben auf den Markt. Das Mutter-Tochter Duo fand ein Ende, als sich Izora Armstead zur Ruhe setzte. In ihre Fußstapfen trat ihre andere Tochter Ingrid Arthur. Die „Weather Girls“ wurden zu einem Schwestern-Duo und begeistern nach wie vor das Publikum in aller Welt.

Bernd Otto und sein Team dekorieren den Rosengarten

7500 Rosen aus Ecuador blühen im Ballsaal Der Mannheimer Kreisgärtnermeister Bernd Otto und sein Team sind im Fasnachtsfieber: Die Blumenkünstler gestalteten die Dekoration des Rosengartens für den „Weißen Ball 2009“. Heute morgen - genauer: mitten in der Nacht - hieß es für Bernd Otto und seine 15-köpfige Floristencrew: Aufstehen, Ärmel hockrempeln und ran an die Rosen! Bereits um vier Uhr begannen die Floristen als eines der ersten Teams mit dem Schmücken des Ballsaals. Eine aufwändige Arbeit, die auch Fingespitzengefühl voraussetzt. „Die Dekoelemente wurden mit Seilzügen hochgezogen, damit die Blumen über den Ballgästen schweben“, erzählt Bernd Otto. Hohe Ziele im wahrsten

Fasnacht 2009 Alle wichtigen Termine auf einen Blick

Sinne des Wortes: „Wir wollten den Rosengarten in einen wahren Rosen-Garten verwandeln“, so Bernd Otto. Bis zur Mittagszeit hatten Otto und sein Team 7500 weiße Rosen für die Saaldecke verarbeitet, zusätzlich komplettieren 1000 Anturien und 200 Orchideen die Dekoration. Dieses Großarrangement ist sogar für das routinierte Mannheimer Floristenteam von Otto-Blumen keine ganz alltägliche Herausforderung. Die Rosen auf dem Weißen Ball haben eine weite Reise hinter sich. Die Sorte „Crème de la Crème“, speziell für den Ball ausgesucht, wurde aus Ecuador importiert! Tage vor dem Ball kamen die Rosen aus Südamerika am Frankfurter

Flughafen an. In der Gärtnerei Otto wurden die Blumen im warmen Wasser mit einer Zuckerlösung aufbewahrt damit die Königin der Blumen punktgenau zum Ball blüht. Für Prinzessin Stephanie I. , ihren Rosenprinzen Stefan III. und alle Gäste des „Weißen Balls“.



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