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Ausgabe November 2012

microNews

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Mitteilungen aus der Mikrotechnologie-Initiative Zentralschweiz

Ausgabe November 2013

Medela:

Rasantes Wachstum CSEM:

Innovation für die Landwirtschaft Innovations Transfer Zentralschweiz:

Förderung Additive Fertigung LQ=XVDPPHQDUEHLWPLW

centre suisse d’électronique et de microtechnique

SCHURTER:

Innovationspreis gewonnen 1


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Ausgabe November 2013

Editorial

Seit über zehn Jahren erarbeitet das CSEM­ in der Zentralschweiz Lösungen für die Industrie. Was erwarten wohl technisch interessierte Partner und potentielle Kun­ den von einer Firma mit dem Namen: «Cen­tre Suisse d’Electronique et de Micro­ technique»? Was verbinden sie mit den Stichworten Elektronik und Mikrotechno­ logie? Vielleicht sind es Bilder vom Silicon Valley, von Experten in hochtechnisierten Rein­ räumen, die mit aufwendiger Technik Sili­ ziumwafer prozessieren, Chips designen und kleinste Schaltkreise integrieren. Dort werden Grundlagen erforscht und nutz­bar gemacht. Diese Vorstellung ist nicht falsch. So produziert das CSEM in Neu­ châ­tel für die Uhrenindustrie SiliziumTeile, hochpräzis aus Wafern geätzt. Hier ermöglicht die Mikrotechnologie Innova­ tionen – in diesem Fall für die Hersteller klassischer, mechanischer Uhren. Übri­ gens können auch die Zentralschweizer Firmen von den Technologien aller CSEM Standorte profitieren. Wo sich eine be­ stimmte Kompetenz befindet, ist sekundär.

Inhalt

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Zurück zur Eingangsfrage. Ein Schwer­ punkt im CSEM Zentralschweiz ist die ­Mikrorobotik. Was stellen sich unsere Part­ ner also unter «Mikrorobotik» vor? Mög­ licherweise sind es hier Bilder von mikro­ skopischen Kleinstmaschinen, die Pille, die durch den Körper navigiert, oder ein insektenhaftes Flugobjekt. Auch solche Themen gibt es – zum Beispiel bei unse­ ren Partnern an den technischen Hoch­ schulen. Wir stehen mit ihnen im engen Kontakt. Die Mikrotechnologie ist aber nicht auf das «verrückte», «teure» oder auf «HighTech» beschränkt. Sie lässt sich viel brei­ ter anwenden. Die Mikrorobotik erfordert zum Beispiel clevere Ansätze in der Sys­ temregelung: Reibung und Hysterese sind bei Manipulationen im Mikrometerbereich kritisch. Eine robuste Lösung für solche Prozesse eröffnet auch Potential in ande­ ren Anwendungen. So werden Technolo­ gien der Mikrorobotik schon lange in indus­ triellen Betonspritz-Robotern eingesetzt. CSEM lieferte die Regelalgorithmen und die Steuerung. Ähnlich ist es in einer

­ ktuellen Zusammenarbeit mit der Firma a ATP Hydraulik. Hier half das CSEM, einen neuartigen Stelzentraktor zu regeln. Dazu Näheres in dieser Ausgabe. Meine Botschaft an Sie, geschätzte Leser: Das CSEM ist möglicherweise auch für – im besten Wortsinne – bodenständige Un­ ternehmungen ein interessanter Partner. Zögern Sie nicht, mit Ihren Ideen auf uns zuzukommen. Unsere Mission ist es, die Industrie in der Schweiz zu unterstützen. Für Ihr Anliegen haben wir immer ein of­ fenes Ohr. Mikro- und Makrotechnologie können dabei voneinander profitieren. Auf eine spannende Zusammenarbeit freuen wir uns. Philippe Steiert Direktor CSEM Regionalzentren Leiter CSEM Zentralschweiz

Das Editorial wird abwechselnd von Philippe Steiert, Leiter CSEM Zentralschweiz, und Bruno R. Waser, Delegierter VR MCCS AG, geschrieben.

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Medela: Rasantes Wachstum dank Forschung und Innovation

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CSEM: Innovationen für die Landwirtschaft

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Innovations Transfer Zentralschweiz: Förderung Additive Fertigung (AF) in der Zentralschweiz

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SCHURTER: Mit der MGA-S-Sicherung diesjährigen Innovationspreis gewonnen

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Medela

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Rasantes Wachstum dank Forschung und Innovation Die Olle Larsson Holding, zu der die Medi­ zintechnik-Unternehmen Medela AG und CARAG gehören, ist vor kurzem als Aktio­ när zum MCCS gestossen. Die Medela AG ist in der Zentralschweiz sehr bekannt. Trotzdem dürfte erst der Kauf von 48'000 Quadratmetern Land im Luzernischen Perlen bewusst gemacht haben, wie gross Medela heute ist: 2012 erzielte das Unter­ nehmen einen Umsatz von 429 Millionen Franken. Mit wenigen Ausnahmen werden sämtli­ che Produkte von Medela in der Zent­ ralschweiz hergestellt. 300 der weltweit 1400 Angestellten arbeiten hier. In Perlen werden nun in den kommenden Jahren Produktion, Lager und Logistik zentrali­ siert. Die Neubaupläne sind ein Bekennt­ nis zum Standort Zentralschweiz, genauso wie die Mitgliedschaft der OLH im MCCS. Das Unternehmen verdient sein Geld hauptsächlich mit Produkten rund ums Stillen. Die Firma verfügt über eine um­ fassende Produktpalette für den Einsatz im Spital ebenso wie zu Hause. Daneben ist Medela seit fast 50 Jahren auch im

Grundlagenforschung und die Entwick­ lung innovativer Produkte auf dieser Ba­ sis», sagt Medela CEO Renate Schreiber. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele. 2011 gewann der Muttermilchsauger »Calma» den Innovationspreis an der Kind&Jugend, der wichtigsten Leitmesse der Branche. Dem «Calma» liegt die wissenschaftliche Erkenntnis zugrunde, dass Babys beim Saugen an der Brust ein Vakuum erzeu­ gen, damit Milch fliesst. Genau dies ver­ langt auch Calma, während bei anderen Schoppen die Milch ohne Anstrengung fliesst. Beim Calma wechselt das Kind ­daher einfacher zwischen Schoppen und Brust hin und her. Die grundlegenden Erkenntnisse für Cal­ ma wie für viele andere Produkte im Un­ ternehmensbereich Stillen stammen von der University of Western Australia. Diese enge Zusammenarbeit entstand Mitte der 1990er Jahre auf Initiative von Michael Larsson, Verwaltungsratspräsident der Me­dela Gruppe und neu auch Verwal­ tungsrat des MCCS. «Wir investieren jedes Jahr beträchtliche Mittel in die

«Wir investieren jedes Jahr ­beträcht­liche Mittel in die Grund­ lagen­­forschung im Bereich Stillen.» Michael Larsson, VR-Präsident Medela-Gruppe

­ ereich der medizinischen Vakuum-Tech­ B nologie tätig. Im Unternehmensbereich «Health­care» werden chirurgische Ab­ saugpumpen sowie auf Vakuumtechnik basierende Therapielösungen entwickelt und hergestellt. Als Wegbereiter hat Me­ dela mit «Thopaz» mit grossem Erfolg das weltweit erste digitale Gerät für die Tho­ raxdrainage auf den Markt gebracht. Medela wächst seit Jahren stark «Wichti­ ge Erfolgsfaktoren sind unsere Nähe zur

Grundlagenforschung im Bereich Stillen», erklärt er. Die enge Zusammenarbeit mit Wissen­ schaftlern ist einzigartig im Tätigkeitsge­ biet der Firma. Zudem verfügt Medela über die notwendigen Ressourcen, um die Erkenntnisse auch umzusetzen. Neben der eigenen Entwicklungsabteilung ist dies vor allem eine nach den Erfordernis­ sen der Medizintechnik zertifizierte und kontrollierte Produktion.

CARAG: Engineering für die Medizintechnik Die CARAG gehört wie die Medela zur Olle Larsson Holding. Als voll auf die Medizin­ technik fokussiertes Ingenieurbüro bietet sie ihre Dienstleistungen Ärzten, Unter­ nehmen und Investoren an. Das breite Know-how umfasst Technikfelder von der Materialwissenschaft über die Mikrome­ chanik und die Elektrotechnik bis zur Software. Hinzu kommen Erfahrung nicht nur mit Entwicklung und Prototypenbau, sondern auch mit klinischen und präklini­ schen Prüfungen, Qualitätsmanagement und Zulassungsverfahren. Möglich macht es ein interdisziplinäres Team, zu dem ETH Absolventen genauso gehören wie Mediziner. Insgesamt 20 Mit­ arbeiter sind für CARAG tätig: «Wir sind gross genug, um alle notwendigen Kom­ petenzen bei uns zu haben, aber klein ge­ nug, um agil zu sein», kommentiert CA­ RAG CEO Jérôme Bernhard. Neben der Auftragsentwicklung und der Durchführung von Due-Diligence-Prüfun­ gen im Auftrag von Investoren arbeitet CA­ RAG auch an eigenen Projekten. Die Grund­ idee stammt dabei oft von Ärzten. CARAG entwickelt die Ideen auf eigene Rechnung weiter und verkauft oder lizenziert die marktreife Technologie schliesslich an ein anderes Medizintechnikun­ternehmen. Ein Beispiel zeigt, welche verblüffenden Lösungen das CARAG-Team entwickeln kann. Das Team entwickelt ein Implantat, mit dem sich ein angeborenes Loch in der Herzscheidewand minimalinvasiv ver­ schliessen lässt. Es wird das erste Implan­ tat dieser Art sein, dessen Gerüst vom Körper abgebaut wird, wenn es von kör­ pereigenen Zellen überwachsen ist und somit seine Aufgabe erfüllt hat. Autor: Stefan Kyora, Journalistenbüro Niedermann Weitere Informationen: www.medela.com / www.carag.com

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Forschung und Entwicklung

Innovationen für die Landwirtschaft OHARD – das ist der Name für einen völlig neuen Traktor in der Landwirtschaft und für Innovation aus der Zentralschweiz. Hierbei war die Firma Hinterland International AG in Hüswil führend. Unterstützt durch die Initiative «Neue Regionalpolitik» bildete sie ein Konsortium aus Firmen der Region, welche das Projekt realisierte. lungsalgorithmen – einfache PID-Regler reichen hier oft nicht mehr aus. Das wich­ tigste: Menschen arbeiten in und mit sol­ chen Maschinen. Null-Fehler Toleranz ist hier gefordert. Sicherheit hat oberste Prio­ rität. Nicht zuletzt müssen dem Operator intuitive und benutzerfreundliche Schnitt­ stellen zur Kontrolle des Gefährts an die Hand gegeben werden. Diese Erfahrungen konnte das CSEM im Projekt OHARD ein­ bringen. Herzstück und grösste Herausforderung war die aktive Steuerung der hydraulischen Stützen für den Betrieb in unterschiedli­ chen Geländesituationen. Hier kommt ein spezieller Ansatz der Vereinigung unter­ schiedlicher Sensorsignale – die SensorFusion – zum Tragen: Redundante oder komplementäre Sensordaten werden re­ gistriert, dann gewichtet, gefiltert und so zu einem plausiblen Datensatz für die ­Regelung aufgearbeitet. Beispielsweise werden in der Fahrzeugnavigation die Po­ sition, Richtung und Geschwindigkeit mit einem GPS-Sensor bestimmt. In einem Tunnel weicht man dann aber auf odomet­

Was also ist der OHARD? Die Abbildung zeigt es: Ein Traktor auf zwei Rädern, der durch hydraulische Stützen ausbalan­ ciert wird und so für einen Hangaus­ gleich sorgt. Durch diesen Mechanismus kann die Maschine sehr variabel im un­ ebenen Gelände oder an steilen Hängen mit bis zu 30% Neigung arbeiten. Sowohl die Höhe der einzelnen Stelzen als auch die Spurbreite sind unabhängig vonein­ ander einstellbar. Das Gefährt hat durch seinen innovativen Antrieb einige Vortei­ le: Durch die schlanke Bauweise der Haupteinheit kann der Traktor zum Bei­ spiel zwischen den Rebreihen im Wein­ berg fahren. Am Gerät lassen sich Inst­ rumente zur Pflege der Pflanzen oder zur Auflockerung des Bodens anbringen. Mehrere Arbeitsgänge können sogar in einer Durchfahrt ausgeführt werden. Dadurch, dass die Fahrspur des Traktors mittig zwischen den Rebstöcken ver­ läuft, werden auch die Wurzeln der Pflanzen kaum durch Druck belastet. Der OHARD wurde bereits auf Landwirt­ schaftsmessen ausgestellt.

Was hat das CSEM mit dieser Entwicklung zu tun? An das CSEM wurde ein Unterauf­ trag von der ATP Hydraulik AG aus Küss­ nacht am Rigi vergeben. Das Hauptziel: Die aktive Regelung der Stützstelzen. Das CSEM hatte bereits einige Erfahrungen in der Steuerung grosser Maschinen. So re­ gelt zum Beispiel eine Steuerung vom CSEM die Hydraulik für industrielle Beton­ spritzroboter. Die technischen Herausfor­ derungen sind bei solchen Aufgaben – hier Betonspritzen im Tunnel, dort Fahrt eines Traktors im Feld – im Detail un­terschiedlich aber prinzipiell ähnlich: Die ­Ma­­schinen werden unter harten Umweltbedingungen eingesetzt. Dabei sind die Sen­soren zur Kontrolle der Regelung starken Störungen ausgesetzt. Motorvibra­tionen, Nässe, Ver­ schmutzungen und Temperaturschwan­ kungen beeinflussen Mes­sergebnisse und müssen entsprechend berücksichtigt wer­ den. Des Weiteren zeigen die hydrauli­ schen Systeme ein verzögertes Ansprech­ verhalten. Derartige Totzeiten sind eine Herausforderung im sicherheitskritischen Betrieb. Sie erfordern durchdachte Rege­

Philipp Schmid vom CSEM zeigt auf dem Prüffahr­ zeug bei der ATP vollen Einsatz beim Testen neuer Regelungsalgorithmen.

Durch aktive Regelung von Stützstelzen lässt sich der zweirädrige Traktor im unwegsamen Gelände stabilisieren.

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Forschung und Entwicklung

rische, antriebsgebundene Messungen aus. Bei dem Traktor werden die Lageda­ ten von einem Inertialsensor (auch Inertial Measurement Unit, IMU) registriert. Die IMU misst Beschleunigungen und Winkel­ geschwindigkeiten in allen drei Raumrich­ tungen. Die Messdaten sind aber durch Störeinflüsse fehlerbehaftet: Vibrationen durch Dieselmotor oder auch Beschleuni­ gungsspitzen durch unebenen Untergrund sind dem Signal überlagert. Durch Kal­ man-Filterung werden diese Stö­rungen weitgehend eliminiert, und die eigentliche Zielgrösse - der Kippwinkel des Traktors wird zuverlässig bestimmt. Zusammen mit Wegmesssystemen an den hydraulischen Stelzen sowie den Druckwerten in den ­hydraulischen Antriebssträngen wird die Regelung der Stützen realisiert. Im weite­ ren Verlauf der Zusammenarbeit wurde die Steuerung ausgiebig getestet. Hierbei zeigte sich, dass insbesondere das Rei­ bungs- und Gleitverhalten der hydrauli­ schen Stützen regeltechnisch gesondert zu berücksichtigen ist. Die Regelung wur­ de im Zusammenspiel zwischen theoreti­ scher Modellierung und der Verfeinerung im Test­betrieb stabilisiert. Die komplette Software für die Algorithmen wurde auf einer Standard SPS für Fahrzeuge imple­ mentiert. Die Entwicklungen im Projekt zeigen, wie breit das Einsatzgebiet von fortschrittli­ cher Steuerungstechnologie in der Robo­ tik und der Antriebstechnik heutzutage ist. Autor: Philipp Schmid, Senior R&D Engineer Alexander Steinecker, Business Development Weitere Informationen: www.csem.ch / www.ohard.ch

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Ein Traktor mit Stelzen. Der OHARD fährt zwischen den Rebstöcken eines Weinberges und wird durch hydraulische Stützen stabilisiert (Foto siehe www.ohard.ch).

Technische Daten OHARD Dieselmotor

Deutz mit Partikelfilter Leistung 90kW

Fahrantrieb

Stufenlos, vollhydrostatisch

Zulässiges Gesamtgewicht

7000 kg

Gesamtlänge, -höhe

4510 mm / 3850 mm

Gesamtbreite, min-max einstellbar

2580 mm – 5050 mm

Geschwindigkeit max. (Strasse)

30 km/h

Geschwindigkeit Arbeitsmodus

0 – 12,5 km/h

Maximale Hangneigung

30%

Weiteres

Drehbarer Führerstand Joystick für Fahrzeugsteuerung Multifunktionsdisplay

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Innovations Transfer Zentralschweiz

Additive Fertigung: Schichtweiser Aufbau von Strukturen

Förderung Additive Fertigung (AF) in der Zentralschweiz

Die Additive Fertigung (AF), umgangs­ sprachlich als 3D-Druck bekannt, hat sich in den letzten Jahren stark weiterent­ wickelt. Die aktuelle Entwicklung der ­Additiven Fertigung ist gekennzeichnet durch verbesserte Fertigungsqualität und sinkende Investitionskosten für Geräte. Für die verschiedensten Anwendungsbe­ reiche entstehen neue Möglichkeiten. So können Produkte inzwischen mit unter­ schiedlichen Materialien, wie zum Bei­ spiel Kunststoffe, Metalle, «Sandstein» und Keramik additiv erstellt werden. Da­ bei sind die Pro­duktionskosten unabhän­ gig von der Komplexität des Objekts, und verschiedene Ob­jekt­varianten können günstig hergestellt werden. Weitere Vor­

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teile sind eine geringe Vorlaufzeit bis zur Produktion sowie geringerer Materialver­ brauch im Vergleich zu gängigen Produk­ tionsverfahren. Durch diese neuen Ferti­ gungstechniken und -prozesse eröffnen sich für Unternehmen neue Prozess- und Verarbeitungsmöglichkeiten und eventu­ ell sogar neue Geschäftsfelder. Auf der Basis eines von der Druckerei ­Kälin AG (Einsiedeln), Dr. Hansjörg Dietz (ETH Zürich), InnovationsTransfer Zent­ ralschweiz und dem Technologiezentrum Schwyz organisierten Workshops, wurde in der Zentralschweiz ein Cluster zur Ad­ ditiven Fertigung (AFC) lanciert. Der Clus­ ter soll KMUs verschiedener Branchen darin unterstützen, sich mit den neuen Möglichkeiten der AF auseinanderzuset­ zen, um Prozess- und Verfahrensoptimie­ rungen in ihren Betrieben auszuloten. Der AFC verfolgt darüber hinaus das Ziel, Wissen im Bereich der AF mit Unterneh­ men zu teilen, sei dies über Referate, In­

formationsveranstaltungen, Schulungen oder individuelle Beratungen. Es soll ein Netzwerk von KMU entstehen, welche die Additive Fertigung im Rahmen ihrer Tätig­ keit einsetzen oder in Zukunft einsetzen möchten. Der AFC ist aktuell in der Konzeptionsbzw. Aufbauphase. Die Webseite www.afcluster.ch bietet erste Informationen über anstehende Veranstaltungen in der Regi­ on und zu relevanten Themen im Bereich der Additiven Fertigung. Interessierte Fir­ men können sich bei Hansjörg Dietz info@ af-cluster.ch melden.


SCHURTER AG

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SCHURTER beweist ihre Innovationskraft und gewinnt den diesjährigen Innovationspreis der IHZ. Er ist der erste, älteste und traditionsreichste Unternehmenspreis in der Zentralschweiz und wird jährlich für innovative, einzigartige Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse verliehen: Der Innovationspreis der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ). Dieses Jahr geht der Preis an SCHURTER, welche sich mit ihrer neu entwickelten SpaceSicherung gegen weitere 21 Bewerber durchsetzen konnte. Das Gewinnerprodukt an sich ist auf den ersten Blick eher unscheinbar, denn Si­ cherungen agieren im Hintergrund. So schützen sie Geräte auf der ganzen Welt bei ­Fehlerfällen wie Kurzschlüssen und Über­lastungen. Das Einsatzgebiet der von SCHURTER entwickelten Sicherung MGA-S fällt da schon grösser aus, es reicht sogar bis ins Weltall: Die Produktneuheit wurde durch die Europäische Raum­fahrtbehörde ESA zertifiziert und entspricht somit den strengen Raumfahrtrichtlinien. Denn um im Weltraum zu funktionieren, muss die ­Sicherung auch entsprechend extraterres­ trischen Anforderungen genügen: Absolute Dichtigkeit, Vakuumfähigkeit und Tempera­ turresistenz sind dabei nur einige der An­ sprüche, welche an die Komponente ge­ stellt werden. Auch eine sehr schnelle und präzise Funktionsweise sowie eine hohe Resistenz gegen starke Kräfte und Vibra­ tionen sind Anforderungen, die es zu er­ füllen gilt. Diese in der lediglich 3.2 Milli­meter langen und 1.55 Millimeter breiten Sicherung umzusetzen verlangte von den Entwicklern viel Kreativität und Innovati­ onskraft, auch im Bereich der Produktions­ prozesse und bei der Qualifikation. Basie­ rend auf der SCHUR­TER Sicherung MGA, welche sich im Bereich der kommerziellen Anwendungen bereits etablieren konnte, entwickelte SCHURTER so die MGA-S für den Einsatz in der Raumfahrt. Damit ist SCHURTER der einzige europäische Her­ steller, dessen Sicherung sämtliche Aufla­ gen erfüllt. Heute wird die MGA-S als pas­ sives Schutzelement in Satelliten der ESA und der China Academy of Space Tech­ nology (CAST) eingesetzt.

Die Beharrlichkeit und Ausdauer im Ent­ wicklungsprozess lohnt sich für SCHUR­ TER gleich mehrfach: Nebst der Ehrung ihrer Leistung durch den Innovationspreis der IHZ etablierte sich SCHURTER mit der MGA-S in der Raumfahrtbranche unlängst als qualitativ hochstehender Lieferant und vertrauensvoller Partner. Davon pro­ fitiert das gesamte Unternehmen, aber auch die Region: Die anspruchsvollen Pro­ zesse und Produktionsverfahren sichern

den Produktionsstandort Luzern und mit ihm wichtige Arbeitsplätze in der Zent­ ralschweiz. Damit dies auch in Zukunft so bleiben wird, arbeitet SCHURTER bereits daran, diese Beziehung weiter zu stärken: In Zusammenarbeit mit der ESA entwi­ ckelt SCHURTER die MGA-S aktuell für höhere Nennströme weiter. Weitere Informationen unter: www.schurter.ch/Unternehmen/News

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Ausgabe November 2013

News Impressum Auflage: 2800 Exemplare Herausgeber: Micro Center Central-Switzerland AG, Postfach 730, 6060 Sarnen 2

IHZ-Innovationspreis für SCHURTER AG Die SCHURTER AG hat für ihre Hightech-Sicherung MGA-S den Innovationspreis 2013 der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz erhalten. «Die Schurter AG hat sich durch die Entwicklung der MGA-Space-Sicherung als qualita­ tiv hochstehender Lieferant und vertrauensvoller Partner etabliert und dem Unterneh­ men so neue Geschäftsfelder eröffnet», heisst es in der Begründung der IHZ. › Artikel Seite 7

Redaktion/Konzept: Bruno R. Waser, MCCS AG Foto Titelseite: SCHURTER AG Gestaltung und Druck: von Ah Druck AG, Sarnen Copyright: MCCS AG

Erfolg für das CSEM in Europa Das CSEM Zentralschweiz wird das Projekt ACTION koordinieren. In diesem Projekt, welches am 1. Oktober 2013 startete, werden von mehreren europäischen Partnern völlig neuartige medizinische Implantate entwickelt und getestet. Diese Implantate wer­ den dauerhaft im Körper eingesetzt und sollen mit optischer Anregung Nervenzellen stimulieren. Einsatzgebiet ist zum Beispiel die Wiederherstellung oder Verbesserung des Hörvermögens bei zerstörten Haarzellen. Heutige Behandlungen basieren auf im­ plantierten Elektroden. Von Implantaten mit optischer Anregung verspricht man sich Qualitätsvorteile, da sich die Signale örtlich scharf begrenzen lassen und ein Überspre­ chen der Signale vermieden wird. Ein wichtiges Forschungsthema ist hier die Entwick­ lung von Prozessen zur biokompatiblen Kapselung dieser Implantate: Die mikroopti­ schen Elemente müssen vom Körper strikt getrennt werden und nur wenige zulässige Materialien dürfen mit Gewebe in dauerhaften Kontakt stehen. Das CSEM Zentralschweiz wird hier mit seiner Kompetenz im Micro-Packaging zu einer integrierten Lösung bei­ tragen. Das Projekt wird über 36 Monate laufen.

Adressänderungen: Fax 041 349 50 61 / E-Mail: info@mccs.ch

Aktionäre Micro Center Central Switzerland AG Celfa – Folex AG, Seewen Credimex AG, Alpnach CSEM SA, Neuchâtel elfo ag, Sachseln Gerresheimer AG, Küssnacht Komax AG, Dierikon Leister AG (mit Axetris AG), Kägiswil maxon motor ag, Sachseln Obwaldner Kantonalbank, Sarnen Olle Larsson Holding AG (mit Medela AG + CARAG), Zug Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Roche Diagnostics AG, Rotkreuz Rosen Swiss AG, Stans Sika Manufacturing AG, Sarnen Schindler Aufzüge AG, Ebikon Schurter AG, Luzern Trisa AG, Triengen Ulrich & Hefti AG, Alpnach

Teilnahme im EU Projekt BIOFOS Das CSEM Zentralschweiz wird als eines von 10 Europäischen Partnern im Project BIO­ FOS beteiligt sein, welches am 1. November 2013 startet und auf 36 Monate ausgelegt ist. In BIOFOS soll ein portabler und wiederverwendbarer optischer Biosensor entwi­ ckelt werden, um bei Lebensmitteln vor Ort eine Qualitätsanalyse vornehmen zu kön­ nen. Heutige Verfahren für die Qualitätsanalyse von Lebensmitteln basieren auf komple­ xen, grossen und teuren Laborgeräten, d.h. die Analyse findet nicht vor Ort statt. Dadurch können nur vereinzelte Stichproben genommen werden und es ergibt sich eine mehrtä­ gige Verzögerung der Analyseergebnisse. Durch den in BIOFOS angestrebten portablen, wiederverwendbaren und dadurch kostengünstigen Sensor könnten diese Nachteile behoben werden. BIOFOS vernetzt Partner aus Griechenland, den Niederlanden, Frank­ reich, Spanien und der Schweiz. Das CSEM Zentralschweiz bringt in dieses Projekt seine Kompetenz in der Mikrofluidik und Probenvorbereitung ein und ist für die drei verschie­ denen Vorstufen verantwortlich, mit denen jeweils Milch, Öl oder Nüssen für den Sensor vorbereitet werden.

Veranstaltungskalender microTalk zum Thema Innovative Strömungssensorik für aerodynamische Effizienz Montag, 2. Dezember 2013 CSEM Zentralschweiz, Alpnach › Info: www.mccs.ch/veranstaltungen › Anmeldung: alpnach@csem.ch

microDay 2014 Donnerstag, 20. Mai 2014, 9.00–17.00 Uhr KKL Luzern › Info: www.microday.ch

HORIZON 2020 - Einführung des neuen Europäischen Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Die viertägige Konferenz bietet Ihnen die Gelegenheit, das neue EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation «Horizon 2020» kennenzulernen. Am ersten Veranstaltungstag werden die politischen Ziele und Strategien der Schweiz in Horizon 2020 vorgestellt. Die darauffolgenden drei Tage sind dem eigentlichen Pro­ gramm gewidmet. Es werden praktische Workshops, beispielsweise zur erfolgreichen Einreichung eines Vorschlags oder zu rechtlichen und finanziellen Themen angeboten. › www.launch-H2020.ch

weitere Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen finden Sie auf den Websites www.mccs.ch/veranstaltungen www.csem.ch/events

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