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Marie Claire Leidinger Fh Potsdam

Ein typographisches Kompendium Sommersemester 2013

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O? D!


TYPO? S TA N D A R D !


TYPO? S TA N D A R D ! Typographie-Kompendium von Marie Claire Leidinger

Betreut durch Manja Hellpap Sommersemester 2013, FH Potsdam


I N H A LT 1

TEXT GLIEDERN — 6

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MARGINALIEN — 40

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ÜBERSCHRIFTEN — 66

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BIOGRAFIE — 90

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BIOGRAFIE TABELLARISCH

92

BIOGRAFIE FORTLAUFEND

98

BILDLEGENDEN — 112 BILDLEGENDEN OHNE TEXT BILDLEGENDEN MIT TEXT

6

TABELLEN MIT TEXT

146

154

160

PAGINA — 168 PAGINA OHNE KOLUMNENTITEL PAGINA MIT KOLUMNENTITEL

8

VERZEICHNISSE — 200 INHALTSVERZEICHNIS

LITERATURVERZEICHNIS REGISTER

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114

TABELLEN — 152 TABELLEN OHNE TEXT

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222

TITELEI — 232

202

214

170

186


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TEXT GLIEDERN#


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TEXT GLIEDERN

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: Einzug 6 mm links in erster Zeile 8


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Gefressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und monatelangem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wan­ derungen ver­anlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausführung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben.… Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auffallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nachtzeit in mehr oder minder lebhafter Be­wegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick er­scheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt kei­nes Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Doch gibt es auch Fische, die Augenlider haben, wie z. B. die Haie (Selachii) und Rochen ­(Batoidea, Syn.: Rajomorphii), und diese schließen im Schlafe auch das Auge fast völlig, während­sich gleichzeitig die Pupille ganz wie bei uns Menschen verengt. Nur die ungemein schwierige Be­obachtung solcher großen Meeresfische ist schuld daran, daß diese Tatsache so lange übersehen wurde, die man erst neuerdings an dem kleinen Katzenhai, der zu den gewöhnlichen Be­wohnern der Schau­aquarien gehört, festgestellt hat. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den ge­wisse Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Ta­ges­ schlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur innerhalb be­stimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem gewissen Temperaturoptimum ihre volle Le­bens­tätigkeit zu entfalten vermögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außeror­ dentlich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir bedenken, daß manche Fische zwischen den Eis­schollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: Einzug: -5 mm links in erster Zeile 10


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Gefressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und monatelangem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wan­ derungen ver­anlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausführung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben.… Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auffallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nachtzeit in mehr oder minder lebhafter Be­wegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick er­scheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt kei­nes Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der F­ ische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Doch gibt es auch Fische, die Augenlider haben, wie z. B. die Haie (Selachii) und Rochen ­(Batoidea, Syn.: Rajomorphii), und diese schließen im Schlafe auch das Auge fast völlig, während­sich gleichzeitig die Pupille ganz wie bei uns Menschen verengt. Nur die ungemein schwierige Be­obachtung solcher großen Meeresfische ist schuld daran, daß diese Tatsache so lange über­ sehen wurde, die man erst neuerdings an dem kleinen Katzenhai, der zu den gewöhnlichen Be­wohnern der Schau­aquarien gehört, festgestellt hat. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den ge­wisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Ta­ges­schlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur innerhalb be­stimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem gewissen Temperaturoptimum ihre volle Le­bens­tätigkeit zu entfalten vermögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außeror­dentlich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir bedenken, daß manche Fische zwischen den Eis­schollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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Text: Auto 2 (Light) / Adobe Caslon Pro (Regular, Italic), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: abwechselnde Schriften 12


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Gefressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und monatelangem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wan­de­ rungen ver­anlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausführung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auffallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nachtzeit in mehr oder minder lebhafter Be­wegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick er­scheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt kei­nes Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Doch gibt es auch Fische, die Augenlider haben, wie z. B. die Haie (Selachii) und Rochen ­(Batoidea, Syn.: Rajomorphii), und diese schließen im Schlafe auch das Auge fast völlig, während­sich gleichzeitig die Pupille ganz wie bei uns Menschen verengt. Nur die ungemein schwierige Be­obachtung solcher großen Meeresfische ist schuld daran, daß diese Tatsache so lange übersehen wurde, die man erst neuerdings an dem kleinen Katzenhai, der zu den gewöhnlichen Be­wohnern der Schau­aquarien gehört, festgestellt hat. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den ge­wisse Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Ta­ ges­schlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur innerhalb be­stimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem gewissen Temperaturoptimum ihre volle Le­bens­tätigkeit zu entfalten vermögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außeror­dentlich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir bedenken, daß manche Fische zwischen den Eis­schollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: : Webdings, Unicode: F0F4, 18 pt

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Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fres­sen oder Gefressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fort­pflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­ natelangem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wande­ rungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vor­findet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fra­gen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick er­scheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fach­gelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schla­ fes  be­dürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Haupt­zeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig aus­zusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehr­ zahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf be­hüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Doch gibt es auch Fische, die Augenlider haben, wie z. B. die Haie (Selachii) und Rochen ­(Batoidea, Syn.: Rajomorphii), und diese schließen im Schlafe auch das Auge fast völlig, während­sich gleichzeitig die Pupille ganz wie bei uns Menschen verengt. Nur die ungemein schwierige Be­obachtung solcher großen Meeresfische ist schuld daran, daß diese Tatsache so lange über­ sehen wurde, die man erst neuerdings an dem kleinen Katzenhai, der zu den gewöhnlichen Be­wohnern der Schau­aquarien gehört, festgestellt hat. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Ta­ges­ schlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur innerhalb be­ stimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem gewissen Temperaturoptimum ihre volle Le­bens­tätigkeit zu entfalten vermögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außerordentlich ver­ schieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir bedenken, daß manche Fische zwischen den Eis­schollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: Auto 2 (Black SmCp), 9 pt 16


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­bro­chenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fres­sen oder Gefressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fort­pflan­zungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und monate­langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wan­ derungen ver­anlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausführung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nachtzeit in mehr oder minder lebhafter Be­wegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vor­findet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fra­gen,ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick er­ scheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Weg­fall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Doch gibt es auch Fische, die Augenlider haben, wie z. B. die Haie (Selachii) und Rochen ­(Batoidea, Syn.: Rajomorphii), und diese schließen im Schlafe auch das Auge fast völlig, während­sich gleichzeitig die Pupille ganz wie bei uns Menschen verengt. Nur die ungemein schwierige Be­obachtung solcher großen Meeresfische ist schuld daran, daß diese Tatsache so lange übersehen wurde, die man erst neuerdings an dem kleinen Katzenhai, der zu den gewöhnlichen Be­wohnern der Schau­aquarien gehört, festgestellt hat. Wir müssen übri­ gens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einer­ seits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche ent­ spricht, und andererseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Ta­ges­schlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur innerhalb be­stimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem gewissen Temperatur­optimum ihre volle Le­bens­tätigkeit zu entfalten vermögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außerordentlich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir bedenken, daß manche Fische zwischen den Eis­schollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: Embossed Black, Initiale, Initialhöhe: 2 Zeilen 18


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as ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununterbro­chenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Gefressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und monatelangem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichts­losen, fast brutalen Art ihrer Aus­ führung etwas geradezu Fa­natisches und Hypnotisierendes an sich haben. … elbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium ge­standen hat, wird bald auffallen, daß er die Fische ei­gen­tlich jedesmal und zu jeder Tagesoder Nachtzeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachge­lehrte der Meinung zu­geneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. aß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fischauge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszu­ setzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohin­ gegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. och gibt es auch Fische, die Augenlider haben, wie z. B. die Haie (Selachii) und Rochen ­(Batoidea, Syn.: Rajomorphii), und diese schließen im Schlafe auch das Auge fast völlig, während­sich gleichzeitig die Pupille ganz wie bei uns Menschen verengt. Nur die ungemein schwierige Be­obachtung solcher gro­ ßen Meeresfische ist schuld daran, daß diese Tatsache so lange übersehen wurde, die man erst neuerdings an dem kleinen Katzenhai, der zu den gewöhn­ lichen Be­wohnern der Schau­aquarien gehört, festgestellt hat. ir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unter­ scheiden, nämlich einerseits den lethar­gischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit ver­fallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. ir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kalt­blütern gehören, nur innerhalb be­stimmter Tempera­turgrenzen zu existieren und nur bei einem gewissen Temperaturoptimum ihre volle Lebens­tätigkeit zu ent­falten vermögen. reilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außerordentlich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir bedenken, daß manche Fische zwischen den Eis­schollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen woh­nen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: schwarzer Balken bis zum 20


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hinter­grund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­natelangem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausführung etwas geradezu Fana­tisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auffallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nachtzeit in mehr oder minder lebhafter Be­wegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird ­erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das ­geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im ­Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem ­schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine ­herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Doch gibt es auch Fische, die Augenlider haben, wie z. B. die Haie (Selachii) und Rochen ­(Batoidea, Syn.: Rajomorphii), und diese schließen im Schlafe auch das Auge fast völlig, während­sich gleichzeitig die Pupille ganz wie bei uns Menschen verengt. Nur die ungemein schwierige Be­obachtung solcher großen Meeres­ fische ist schuld daran, daß diese Tatsache so lange übersehen wurde, die man erst neuerdings an dem kleinen Katzenhai, der zu den gewöhnlichen Be­wohnern der Schau­aquarien gehört, festgestellt hat. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Ta­ges­schlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur innerhalb be­stimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Le­bens­tätigkeit zu entfalten vermögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außerordentlich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir bedenken, daß manche Fische zwischen den Eis­schollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: Auto 2 (Light), 9 pt, weiß auf schwarz, die ersten 3 Worte des Absatzes 22


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Gefressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­natelangem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausführung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auffallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nachtzeit in mehr oder minder lebhafter Be­wegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Doch gibt es auch Fische, die Augenlider haben, wie z. B. die Haie (Selachii) und Rochen ­(Batoidea, Syn.: Rajomorphii), und diese schließen im Schlafe auch das Auge fast völlig, während­sich gleichzeitig die Pupille ganz wie bei uns Menschen verengt. Nur die ungemein schwierige Be­obachtung solcher großen Meeresfische ist schuld daran, daß diese Tatsache so lange übersehen wurde, die man erst neuerdings an dem kleinen Katzenhai, der zu den gewöhnlichen Be­wohnern der Schau­aquarien gehört, festgestellt hat. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit verfall en, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Ta­ges­schlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur innerhalb be­stimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem gewissen Temperaturoptimum ihre volle Le­bens­tätigkeit zu entfalten vermögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außerordentlich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir bedenken, daß manche Fische zwischen den Eis­schollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen. Wenn auch die widerstandsfähigeren Fische sich im Aquarium allmählich an eine nicht unbeträchtlich kältere oder auch wärmere Temperatur gewöhnen lassen, als sie im Freileben gewohnt sind, so weiß doch jeder Aquarienbesitzer, wie überraschend empfindlich seine Pfleglinge sich gegen plötzliche Temperaturschwankungen selbst geringfügiger Art zu zeigen pflegen.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: abwechselnd normal und spiegelverkehrt 24


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Gefressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hinter­grund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­natelangem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausführung etwas geradezu Fana­tisches und Hyp­notisierendes an sich haben. -fua dlab driw ,tah nednatseg muirauqA menie rov sretfö red ,neiaL med tsbleS ni tiezthcaN redo -segaT redej uz dnu lamsed­ej hciltnegie ehcsiF eid re ßad ,nellaf -rov ehclos enho znag ein tsaf sllafnedej ,gnugew­eB retfahbel rednim redo rhem ,negarf tsbles nov znag hcilßeilhcs hcis re ßum neknedhcaN meginie ieB .tednfi eseiD .nefalhcs thcin tpuahrebü hciltnegie ereiT nehcildümrenu eseid nned bo nned ,gam neniehcsre kcilbnA netsre ned fua eis eiw ,vian os sgewseniek tsi egarF gnunieM red etrheleghcaF enehesegna hcua nebah nienih tieZ etseuen eid ni sib .nefrüdeb sefalhcS seniek tpuahrebü hcilhcästat ehcsiF eid ßad ,tgieneguz Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird ­erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das ­geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im ­Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem ­schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. dnu )iihcaleS( eiaH eid .B .z eiw ,nebah redilneguA eid ,ehcsiF hcua se tbig hcoD sad hcua efalhcS mi neßeilhcs eseid dnu ,)iihpromojaR :.nyS ,aediotaB(­ nehcoR nehcsneM snu ieb eiw znag ellipuP eid gitiezhcielg hcis­dnerhäw ,gillöv tsaf eguA ­sereeM neßorg rehclos gnuthcabo­eB egireiwhcs niemegnu eid ruN .tgnerev nam eid ,edruw nehesrebü egnal os ehcastaT eseid ßad ,narad dluhcs tsi ehcsfi nrenhow­eB nehcilnhöweg ned uz red ,iahneztaK nenielk med na sgnidreuen tsre .tah tlletsegtsef ,tröheg neirauqa­uahcS red ,nediehcsretnu nehcsiF ned ieb falhcS nov netrA ielreiewz snegirbü nessüm riW Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit verfall en, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Ta­ges­schlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. run ,neröheg nretülbtlaK ned uz hciltnnakeb eid ,ehcsiF ella ßad ,nessiw riW menie ieb run dnu nereitsixe uz neznergrutarepmeT retmmit­seb blahrenn­i .negömrev netlaftne uz tiekgität­sneb­eL ellov erhi mumitporutarepmeT nessiweg­ hciltnedroreßua netrA nenleznie ned ieb nenozrutarepmeT eseid dnis hcilierF ßad ,neknedeb riw nnew ,nnak nemhen rednuW retiew thcin aj saw ,nedeihcsrev eredna­ ,nlemmut hcis ereemdroN red nellohcs­siE ned nehcsiwz ehcsiF ehcnam ni rag redo emörtsneseiR nehcsiport red nressaW nemrawual ned ni negegad suisleC °­ 54 nov emräW enie xiA nov neginejeid eiw eid ,nenhow nelleuQ neßieh­ .nesiewfua

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: Zahl: Chaparral Pro (Bold Italic) schwarz 23 %, 35 pt; hinter Text 26


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Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­bro­chenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fres­sen oder Gefressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fort­pflan­zungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und monate­langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wan­ derungen ver­anlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausführung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nachtzeit in mehr oder minder lebhafter Be­wegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vor­findet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fra­gen,ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick er­ scheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Weg­fall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Doch gibt es auch Fische, die Augenlider haben, wie z. B. die Haie (Selachii) und Rochen ­(Batoidea, Syn.: Rajomorphii), und diese schließen im Schla­ fe auch das Auge fast völlig, während­sich gleichzeitig die Pupille ganz wie bei uns Menschen verengt. Nur die ungemein schwierige Be­obachtung solcher großen Meeresfische ist schuld daran, daß diese Tatsache so lange über­sehen wurde, die man erst neuerdings an dem kleinen Katzenhai, der zu den ge­ wöhnlichen Be­wohnern der Schau­aquarien gehört, festgestellt hat. Wir müssen ­übri­gens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einer­seits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche ent­­ spricht, und andererseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Ta­ges­schlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur innerhalb be­stimmter Tem­ peraturgrenzen zu existieren und nur bei einem gewissen Temperatur­optimum ihre volle Le­bens­tätigkeit zu entfalten vermögen. Freilich sind diese Temperatur­ zonen bei den einzelnen Arten außerordentlich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir bedenken, daß manche Fische zwischen den Eis­schollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: Amatic (Bold), erste Zeile des Absatzes 28


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis

»Fisch«) ist ein fast un­unter­bro­chenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Ver­ folgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Gefressenwerden, so­lange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungs­ instinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wo­chen- und monatelangem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichts­losen, fast brutalen Art ihrer Aus­führung etwas geradezu Fanatisches und Hypnotisierendes an sich haben. …

Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium ge­standen

hat, wird bald auffallen,  daß er die Fische ei­gen­tlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nachtzeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließ­ lich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachge­lehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen.

Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten

konnte, wird erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fischauge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszu­setzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät.

Doch gibt es auch Fische, die Augenlider haben, wie z. B. die

Haie (Selachii) und Rochen (Batoidea, Syn.: Rajomorphii), und diese schließen im Schlafe auch das Auge fast völlig, während­sich gleichzeitig die Pupille ganz wie bei uns Menschen verengt. Nur die ungemein schwierige Be­obachtung solcher großen Meeresfische ist schuld daran, daß diese Tatsache so lange übers­ehen wurde, die man erst neuerdings an dem kleinen Katzenhai, der zu den gewöhnlichen Be­wohnern der Schau­aquarien gehört, festgestellt hat.

Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen

unterscheiden, nämlich einerseits den lethar­gischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt.

Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kalt­blütern

gehören, nur innerhalb be­stimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem gewissen Temperaturoptimum ihre volle Lebens­tätigkeit zu entfalten vermögen.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: Klammern: Futura (Book), Größe entspricht Länge des Absatzes 30


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Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Gefressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und monatelangem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wande­ rungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auffallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­­zeit in mehr oder minder lebhafter Be­wegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schla­ fes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Doch gibt es auch Fische, die Augenlider haben, wie z. B. die Haie (Selachii) und Rochen (Batoidea, Syn.: Rajomorphii), und diese schließen im Schlafe auch das Auge fast völlig, während­sich gleichzeitig die Pupille ganz wie bei uns Men­schen verengt. Nur die ungemein schwierige Be­obachtung solcher großen Meeresfische ist schuld daran, daß diese Tatsache so lange übersehen wurde, die man erst neuerdings an dem kleinen Katzenhai, der zu den gewöhnlichen Be­wohnern der Schau­aquarien gehört, festgestellt hat. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Ta­ ges­schlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur innerhalb be­stimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem gewissen Temperaturoptimum ihre volle Le­bens­tätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außerordentlich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir bedenken, daß manche Fische zwischen den Eis­schollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in ­heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °­Celsius aufweisen.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: Linie: 0,5 pt, zusammenlaufend unten links 32


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Gefressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und monatelangem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wande­ rungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auffallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­­zeit in mehr oder minder lebhafter Be­wegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schla­ fes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Doch gibt es auch Fische, die Augenlider haben, wie z. B. die Haie (Selachii) und Rochen (Batoidea, Syn.: Rajomorphii), und diese schließen im Schlafe auch das Auge fast völlig, während­sich gleichzeitig die Pupille ganz wie bei uns Men­schen verengt. Nur die ungemein schwierige Be­obachtung solcher großen Meeresfische ist schuld daran, daß diese Tatsache so lange übersehen wurde, die man erst neuerdings an dem kleinen Katzenhai, der zu den gewöhnlichen Be­wohnern der Schau­aquarien gehört, festgestellt hat. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Ta­ ges­schlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur innerhalb be­stimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem gewissen Temperaturoptimum ihre volle Le­bens­tätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außerordentlich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir bedenken, daß manche Fische zwischen den Eis­schollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in ­heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °­Celsius aufweisen.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: Adobe Caslon Pro, Initiale, Initialhöhe entspricht Absatzlänge 34


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as ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­bro­chenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Gefressenwerden, solange nicht für mehrW oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und monatelangem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichts­losen, fast brutalen Art ihrer Aus­führung etwas geradezu Fanatisches und Hypnotisierendes an sich haben. … elbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium ge­standen hat, wird bald auffallen, daß er die Fische ei­gen­tlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nachtzeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachge­lehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. aß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fischauge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszu­setzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. och gibt es auch Fische, die Augenlider haben, wie z. B. die Haie (Selachii) und Rochen (Batoidea, Syn.: Rajomorphii), und diese schließen im Schlafe auch das Auge fast völlig, während­ sich gleichzeitig die Pupille ganz wie bei uns Menschen verengt. Nur die ungemein schwierige Be­obachtung solcher großen Meeresfische ist schuld daran, daß diese Tatsache so lange übersehen wurde, die man erst neuerdings an dem kleinen Katzenhai, der zu den gewöhnlichen Be­wohnern der Schau­aquarien gehört, festgestellt hat. ir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethar­gischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. ir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kalt­blütern gehören, nur innerhalb be­stimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem gewissen Temperaturoptimum ihre volle Lebens­ tätigkeit zu entfalten vermögen. reilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außerordentlich verschieden was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir bedenken, daß manche Fische zwischen den Eis­schollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lau­warmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen. Wenn auch die widerstandsfähigeren Fische sich im Aquarium allmählich an eine nicht unbeträchtlich kältere oder auch wärmere Temperatur gewöhnen lassen, als sie im Freileben gewohnt sind, so weiß doch jeder Aquarienbesitzer, wie überraschend empfindlich seine Pfleglinge sich gegen plötzliche Temperaturschwankungen selbst geringfügiger Art zu zeigen pflegen.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: Adobe Caslon Pro (Regular), 9 pt, schwarz 23 % ; erste Zeile des Absatzes bis zum Seitenende, Schriftgröße abhängig von Absatzgröße 36


Das gan Selbst de Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Gefressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­natelangem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausführung etwas geradezu ­Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auffallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nachtzeit in mehr oder minder lebhafter Be­wegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird erklär­licher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie ­keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im S ­ chlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafen­den ­Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine heran­ nahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Doch gibt es auch Fische, die Augenlider haben, wie z. B. die Haie (Selachii) und Rochen ­(Batoidea, Syn.: Rajomorphii), und diese schließen im Schlafe auch das Auge fast völlig, während­sich gleichzeitig die Pupille ganz wie bei uns Menschen verengt. Nur die ungemein schwierige Be­obachtung solcher großen Meeres­ fische ist schuld daran, daß diese Tatsache so lange übersehen wurde, die man erst neuerdings an dem kleinen Katzenhai, der zu den gewöhnlichen Be­wohnern der Schau­aquarien gehört, festgestellt hat. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommer­dürre für längere Zeit verfall en, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Ta­ges­schlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur inner­halb be­stimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem gewissen Temperaturoptimum ihre volle Le­bens­tätigkeit zu entfalten vermögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außerordentlich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir bedenken, daß manche Fische zwischen den Eis­schollen der Nordmeere sich tummeln, ­andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in ­heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °­ Celsius aufweisen. Wenn auch die widerstandsfähigeren Fische sich im Aquarium allmählich an eine nicht unbeträchtlich kältere oder auch wärmere Temperatur gewöhnen lassen, als sie im Freileben gewohnt sind, so weiß doch jeder Aqua­ rienbesitzer, wie überraschend empfindlich seine Pfleglinge sich gegen plötzliche Temperaturschwankungen selbst geringfügiger Art zu zeigen pflegen.

Daß die

Doch gibt

Wir müssen Wir wissen, daß alle Fisc

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB AbsatzKENNZEICHNUNG: räumlich verzerrt, neuer Absatz: neue Stufe 38


Da sg a bei unte nze D r ­ b ase i h ku ro n drä rze Z en um chene in de s F s H r »w un ngt, eit d los d gan die s er al resse etzen ohlig no en, f ze M ons lmäc n od und en« t tisi h e e ast b illion Une tige r Ge Jagen Fisch Se rend e rsä ­f r F e u o n t lb e rtp resse , Verf (von hee ttli ale o c fl n w st d s an n r l h ez en anz wer gen latei ird Ar sic e u d n zu u jed ba m L h ha t ihr u we wo ngsin en, s nd V isch ite ben er ai er ld ola erf p s c n A e t h a w . i u nkt nge olg iscis sfü Wan eneg Tag uff n, d »F t a w u a hru d n ge un es- lle er ng erun nd m lles a icht erden isch« n, öft m g, o g f on­ )i nd ü etw , e ob Na jed de da ers r ß e as n ver atela ere i r meh alles st ein c d nge n d ger anl sc den hde nfal Nac er d vor r ei n h en oder reht s fast ls ade aßt h n m i , ich F te lafe die ken fas tzei e Fi nem mi z as Hin u F die n n s t n t i sch Aq ana in d ten v terg­ r nder h An . D e u mu n i e e in ies ne ß un e t­isc er r g me eig ua e M ei bli e hes ück rurtei d Fr rmü r sic anz hr en rium e n ck l s t h in a i od tlic dl un e ge a u ha rs ge i h s oh d H chtsDa upt ng be che ist chen chli ne s er m h jed sta y p­ ke zu n in ke lic ß di Ti eßl olc ind es nde i e sen her, w ese A ine genauc n mneswere ich g he v er l mal n ha s h enn nsc lid e A ag eg eig an orfi ebh und t, S eig h oh er ha uge – wir auun chl t, dang , d s so entl z vo nde afte zu g s afe a es enn na ich n s t. B r B bei bed Ge ne je ben. o e iv d h e ü el d s ß D ei e­ n o ö e a ihr ch rb b di he bis , w be bs s so r M ken, lang e e rh t fr ein e e s n i n e ehr d i de ein e gän i n d n a S e Z F s a ia ü gen zlich chlaf r gro e Fu t so b zahl ß da eit hi rfe isc Fadie sie a upt gen n h s n d e b n ni , ße ug kt au w du er n uf e H e c . Doc verrä ßer F hüten n Meh ion vö eglich Fisch auptz rch s … tathgeeue den cht un t. sä le st er h ktio , woh rzah llig au e Fisc e in W eiche ich be ch hr e Z sche gibt e l i n h n s h n d zus ­aug egfa ech aup li te ei er trit geg n ­(B s au ch d t F e e l e t tu fas atoi ch F nd n be ische tzen. bleib l kom en S ten k ü er t vö dea isch b c o ihm i de m t fa U h n e a rein m s st vö nd da ber i t, ind lafes nte, Nu llig, w , Syn e, di w c m e l – e e r di . s l h : i m i ä h g r A l S i d R a h s d e c a e u v a t s ran fen h s e dar ung rend jomo gen nah den rsag auch lafe s ie kei gesc erklär an, em ­sich rph lide t n n ­ t hl , e M e a ö r e m nd dem daß in sc glei ii), u hab e G ensc uß d tig, d rr un Auge os­ c n d e d h h h e e d i n n a e k w r fah e n ­ geh leine se Ta ierig zeitig diese , wie r of n das s offe n da uhig, ne das tn ört n Ka tsac e Be die P sch z. B. G och ehö A , fe Wi he ­ob di tz lie up rec r ni uge lich r müs stges enha so la acht ille g ßen e Hai c h tze ht tell i, de nge ung anz im S e (S sen ein de itig t übe solc wie chla elach ter r Win erseit übrig hat. r zu h b i r f d i e e t s ) e s e en e ode erk rer ns de gew hen w r groß i uns M auch und R län seits r Som älte o n leth zwei ö e ger hnl urde en Me ensc das A od d a er Z en ei mers er So rgisc rlei A ich r en , die m eres­fi hen ve uge c g h m t eit h Bew bek entlic laf g mer­d en Er en vo ­ o an er sche i rengt ann hen ewi ürr star n Sc hne st s . s e r h s t. Na u rn d neu t schu cht er Sä für lä ngsz laf be e l d e r u u n -, b i r Sc din ezü ger, K gere stand den F hau gs a isc , in glic riec Zeit a­ qu n h hti d hT v arie ag­ e ere erfal en ge en un n wis ters s­sc und len, hla s c d f. D Lurch er al e Fisc heide s e er ers ents o gan he wä n, nä m ter p r e is icht z dem hrend t ja ,u W sch nd a innd on sei t un

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MAR GI NAL


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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB KENNZEICHNUNG: Zahlen: Auto 2 (Light), 9 pt, hochgestellt MARGINALIEN: Auto 2 (Light), 7 pt, 8 pt ZAB, unter Text 42


Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschim­ merndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen setzen, nach­dem wir bereits am Rohrbarsch gesehen haben, wie stark seelische Erregung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wissen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rückhaltlosen Leiden­schaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die For­ derungen des ewig heiß­hungri­gen Magens wochenlang völlig in den Hinter­ grund treten. Es ist nicht poeti­sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahr­heit, wenn man sagt: die Fische er­glü­hen während der Fortpflanzungs­ periode unter dem heißen Hauch der Liebe. Ein prächtiges Beispiel dafür bietet unser klein­ster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm 1 lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel-und necklustige Bitterling (Rhodéus amárus) oder Schnei­ derkarpfen, der den Namen nach seinem bitteren und ungenießbaren Flei­­ sche hat. Außer­halb der Laichzeit weicht das zierliche Fischlein, das sich am lieb­sten scha­ren­weise in toten, üppig bewachsenen Fluß­armen aufhält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­lei Art ernährt, nicht son­derlich von der üblichen Färbung anderer Kleinfische ab: blaugrün auf dem Rücken, sil­berglänzend an den Seiten, ein tiefgrüner Streif von der Körper­ mitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Beginn der Laichzeit er­strahlt das sich dann sehr auf­geregt geberdende Männchen, das dann auch einen eigen­ artigen kreide­weißen Warzenwulst an der Oberlippe bekommt, in herrlich schimmernden Regen­bogenfarben  2. Namentlich in Augenblicken geschlecht­ licher Erre­gung scheint es förmlich aufzuleuchten (…). Das Weibchen behält zwar seine schlichte Färbung bei, entwickelt aber dafür eine mehrere Zenti­meter lange Legeröhre von rot­gelber Färbung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß beschrieben wurde, während ihre Be­ deutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig erkannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in einer hoch­inte­ressanten Symbiose 3 mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitterlings­pärchen erst einmal eine geeignete Muschel ausfindig ge­ macht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr seine Liebesbürde anzuvertrau­ en, da das Weib­chen jedes­mal nur 1–2 Eier austreten läßt, wobei sich die Lege­ röhre gewaltig steift, um gleich danach wieder zusammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fischchen sind in ihrem Fortpflanzungsgeschäft gänzlich auf die Muschel angewiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zustande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasserstrom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben vermöchten. 1 In der Nähe fand Geysenheimer eine Riesenform von 10 cm Länge. 2 Prachtvoll smaragdgrün schillert dann der Streifen, glühend orangerot die Bauchseite, wunderbar stahlblau und violett der Rücken, während schwarze Säume das prächtige Rot der After- und Rücken­ flosse noch schärfer hervorheben, so daß das Tierchen in seiner feurigen Farbenglut der schönsten Goldfische und der buntesten Exoten spotten kann. 3 So nennt man das engere »Zusammenleben« von Lebewesen verschiedener Art, die einander wechsel­seitig nützen.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB KENNZEICHNUNG: Zahlen: Auto 2 (Light), 9 pt, hochgestellt; Kreise: 0,25 pt MARGINALIEN: Auto 2 (Light), 6,5 pt, 9 pt ZAB, eigene Spalte; Linien: 0,25 pt 44


In der Nähe fand Geysenheimer eine Riesenform von 10 cm Länge

Prachtvoll smaragdgrün schillert dann der Streifen, glühend orange­rot die Bauchseite, wunderbar stahlblau und violett der Rücken, während schwarze Säume das prächtige Rot der After- und Rückenflosse noch schärfer hervorheben, so daß das Tierchen in seiner feurigen Farbenglut der schönsten Goldfische und der buntesten Exoten spotten kann. So nennt man das engere »Zusammenleben« von Lebewesen verschiedener Art, die einander wechselseitig nützen

Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschim­ merndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen setzen, nachdem wir bereits am Rohrbarsch gesehen haben, wie stark seelische Er­re­gung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wis­sen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­halt­losen Leiden­schaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forde­ rungen des ewig heiß­hungrigen Magens wochenlang völlig in den Hinter­ grund treten. Es ist nicht poeti­sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahr­ heit, wenn man sagt: die Fische er­­glü­hen während der Fortpflanzungsperi­ode unter dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Beispiel dafür bietet unser 1 kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel- und neck­lustige Bitterling (Rho­déus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach sei­nem bitteren und ungenießbaren Fleische hat. Außer­ halb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scha­ renweise in to­ten, üppig be­wachsenen Fluß­armen aufhält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­lei Art ernährt, nicht sonderlich von der üblichen Färbung an­derer Klein­fische ab: blaugrün auf dem Rücken, sil­ berglänzend an den Seiten, ein tief­grüner Streif von der Körpermitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Be­ginn der Laichzeit erstrahlt das sich dann sehr auf­ geregt geberdende Männchen, das dann auch einen eigenartigen kreideweißen Warzenwulst an der Ober­lippe be­kommt, in herrlich schimmernden Regen­ 2 bogenfarben . Namentlich in Augen­blicken ge­schlechtlicherErregung scheint es förmlich aufzuleuchten (…). Das Weib­chen behält zwar seine schlichte Färbung bei, entwickelt aber dafür eine mehrere Zentimeter lange Le­geröhre von rot­ gelber Färbung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß beschrieben wurde, während ihre Bedeutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig er­ 3 kannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in einer hochinteressanten Symbiose mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitterlings­pärchen erst einmal eine geeig­ nete Muschel ausfindig gemacht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr sei­ne Lie­besbürde anzuvertrauen, da das Weibchen jedesmal nur 1–2 Eier aus­tre­ten läßt, wobei sich die Legeröhre gewaltig steift, um gleich danach wie­der zu­ sammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fisch­chen sind in ihrem Fortpflan­zungsgeschäft gänz­lich auf die Muschel ange­wiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zu­stande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasser­ strom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben vermöchten.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB KENNZEICHNUNG: Zahlen: Auto 2 (Light), 9 pt, hochgestellt; Kreise: 0,25 pt MARGINALIEN: Auto 2 (Light), 6,5 pt, 9 pt ZAB, eigene Spalte; Linien: 0,25 pt 46


1 In der Nähe fand Geysenheimer eine Riesenform von 10 cm Länge

2 Prachtvoll smaragd­grün schillert dann der Streifen, glü­hend oran­ gerot die Bauchseite, wunderbar stahlblau und violett der Rücken, während schwarze Säu­ me das prächtige Rot der After- und Rücken­ flosse noch schärfer hervorhe­ben, so daß dasnennt Tierchen seiner 3 So manindas enge­ feurigen Farbenglut der re »Zusam­ men­leben« schönsten Gold­fische von Le­bewesen ver­ und der buntesten schie­ dener Art, die Exoten spotten kann. einander wechselseitig nützen

Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschim­ merndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen setzen, nachdem wir bereits am Rohrbarsch gesehen haben, wie stark seelische Er­re­gung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wis­sen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­halt­losen Leiden­schaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forde­ rungen des ewig heiß­hungrigen Magens wochenlang völlig in den Hinter­ grund treten. Es ist nicht poeti­sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahr­ heit, wenn man sagt: die Fische er­­glü­hen während der Fortpflanzungspe­ri­ode unter dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Beispiel dafür bietet unser 1 kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel- und neck­lustige Bitterling (Rho­déus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach sei­nem bitteren und ungenießbaren Fleische hat. Außer­ halb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scha­ renweise in to­ten, üppig be­wachsenen Fluß­armen aufhält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­lei Art ernährt, nicht sonderlich von der üblichen Färbung an­derer Klein­fische ab: blaugrün auf dem Rücken, sil­ berglänzend an den Seiten, ein tief­grüner Streif von der Körpermitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Be­ginn der Laichzeit erstrahlt das sich dann sehr auf­ geregt geberdende Männchen, das dann auch einen eigenartigen kreideweißen Warzenwulst an der Ober­lippe be­kommt, in herrlich schimmernden Regen­ 2 bogenfarben . Namentlich in Augen­blicken ge­schlechtlicherErregung scheint es förmlich aufzuleuchten (…). Das Weib­chen behält zwar seine schlichte Färbung bei, entwickelt aber dafür eine mehrere Zentimeter lange Le­geröhre von rot­ gelber Färbung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß beschrieben wurde, während ihre Bedeutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig er­ 3 kannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in einer hochinteressanten Symbiose mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitterlings­pärchen erst einmal eine geeig­ nete Muschel ausfindig gemacht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr sei­ne Lie­besbürde anzuvertrauen, da das Weibchen jedesmal nur 1–2 Eier aus­tre­ten läßt, wobei sich die Legeröhre gewaltig steift, um gleich danach wie­der zu­ sammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fisch­chen sind in ihrem Fortpflan­zungsgeschäft gänz­lich auf die Muschel ange­wiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zu­stande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasser­ strom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben vermöchten.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB KENNZEICHNUNG: Römische Zahlen: Adobe Caslon Pro (Semibold Italic), 9 pt, hochgestellt MARGINALIEN: Adobe Caslon Pro (Semibold Italic, Italic), 8 pt, 8 pt ZAB; teilweise in Text integriert


Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschim­ merndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen set­zen, nachdem wir bereits am Rohrbarsch gesehen haben, wie stark seelische Er­regung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wis­sen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­ haltlosen Leiden­schaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forde­rungen des ewig heiß­hungrigen Magens wochenlang völlig in den Hintergrund tre­ten. Es ist nicht poeti­sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahrheit, wenn man sagt: die Fische er­­glü­hen während der Fortpflanzungsperiode unter dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Beispiel dafür bietet unser kleinster Karpfen­ fisch, der nur 6–7 cmI lang werdende, flinke und anmutige, ewig I In der Nähe fand Geysenheimer eine Riesenform von 10 cm Länge spiel- und necklustige Bitterling (Rho­déus amárus) oder Schneider­ karpfen, der den Namen nach seinem bitteren und ungenießbaren Fleische hat. Außerhalb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scharenweise in toten, üppig bewachsenen Fluß­armen aufhält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­lei Art ernährt, nicht sonderlich von der üblichen Färbung anderer Klein­fische ab: blaugrün auf dem Rücken, silberglänzend an den Seiten, ein tief­grüner Streif tvon der Körpermitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Beginn der Laichzeit erstrahlt das sich dann sehr aufgeregt ge­berdende Männchen, das dann auch einen eigenartigen II Prachtvoll smaragd­grün schillert dann der Streifen, glü­ kreideweißenWarzenwulst an der Oberlippe be­kommt, in herrlich hend orangerot die Bauchseite, wunderbar stahlblau und violett schimmernden RegenbogenfarbenII. Namentlich in Augen­blicken ge­ der Rücken, während schwarze schlechtlicherErregung scheint es förmlich aufzu­leuch­ten (…). Das Säume das prächtige Rot der After- und Rückenflosse noch Weib­chen behält zwar seine schlichte Färbung bei, entwickelt aber schärfer hervorhe­ben, so daß das Tierchen in seiner feurigen dafür eine mehrere Zentimeter lange Le­geröhre von rotgelber Färbung, Farbenglut der schönsten Gold­ die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß beschrieben wurde, fische und der buntesten Exoten spotten kann. während ihre Be­deutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig III So nennt man das engere erkannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in einer hochinteressanten »Zusam­men­leben« von Le­ SymbioseIII mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitterlings­pärchen erst bewesen ver­schie­dener Art, die einander wechselseitig nützen einmal eine geeignete Muschel ausfindig ge­macht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr seine Liebesbürde anzuvertrauen, da das Weibchen je­ desmal nur 1–2 Eier austreten läßt, wobei sich die Lege­röhre gewaltig steift, um gleich danach wieder zusammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fischchen sind in ihrem Fortpflanzungsgeschäft gänz­lich auf die Muschel angewiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zustande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasserstrom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB, lat.: Auto 2 (Light SmCp) KENNZEICHNUNG: Auto 2 (Light Italic), 9 pt MARGINALIEN: Auto 2 (Light Italic), 7 pt, 8 pt ZAB; in Tropfenform, schwarz 23% 50


Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschim­ merndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen setzen, nach­dem wir bereits am Rohrbarsch gesehen haben, wie stark seelische Erregung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wissen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­ haltlosen Leiden­schaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forderungen des ewig heiß­hungrigen Magens wochenlang völlig in den Hintergrund treten. Es ist nicht poeti­sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahrheit, wenn man sagt: die Fische er­­glü­hen während der Fortpflanzungsperiode unter In der dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Beispiel dafür bietet unser Nähe fand Geysenheimer eine kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm lang werdende, flinke und Riesenform von an­mutige, ewig spiel- und necklustige Bitterling (Rho­déus amárus) 10 cm Länge oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach seinem bitteren und ungenießbaren Fleische hat. Außerhalb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scharenweise in toten, üppig bewachsenen Fluß­armen aufhält und hier schlechtund recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­lei Art ernährt, nicht sonderlich von der üblichen Färbung anderer Klein­ fische ab: blaugrün auf dem Rücken, silberglänzend an den Seiten, ein tief­grüner Streif tvon der Körper mitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Beginn Pracht­ voll smaragd­ der Laichzeit erstrahlt das sich dann sehr aufgeregt ge­berdende grün schillert dann der Männchen, das dann auch einen eigenartigen kreideweißen­ Streifen, glü­hend orangerot die Bauchseite, wunderbar stahlblau Warzenwulst an der Oberlippe be­kommt, in herrlich schim­ und violett der Rücken, während schwarze Säume das prächtige Rot der mernden Regenbogenfarben. Namentlich in Augen­blicken After- und Rückenflosse noch schärfer geschlechtlicher Erregung scheint es förmlich aufzu­leuch­ten hervorhe­ben, so daß das Tierchen in seiner feurigen Farbenglut der (…). Das Weib­chen behält zwar seine schlichte Färbung bei, schönsten Gold­fische und der entwickelt aber dafür eine mehrere Zentimeter lange Le­geröhre buntesten Exoten spotten kann. von rotgelber Färbung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß beschrieben wurde, während ihre Be­deutung und Funktion erst So nennt 1869 durch Noll richtig erkannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in man das engere »Zusam­men­leben« einer hochinteressanten Symbiose mit der Malermuschel (...). Hat von Le­bewesen ver­ schie­dener Art, die ein Bitterlings­pärchen erst einmal eine geeignete Muschel ausfin­ ei­nander wechsel­ dig ge­macht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr seine Liebesbür­ seitig nützen de anzuvertrauen, da das Weibchen jedesmal nur 1–2 Eier austreten läßt, wobei sich die Lege­röhre gewaltig steift, um gleich danach wieder zusammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fischchen sind in ihrem Fortpflanzungsgeschäft gänz­lich auf die Muschel angewiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zustande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasser­ strom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben vermöchten.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB, lat.: Auto 2 (Light SmCp) KENNZEICHNUNG: Kasten: 1 pt MARGINALIEN: Auto 2 (Light Italic), 6 pt, 7 pt ZAB; Kasten: 1 pt; Linie: 1 pt 52


In der Nähe fand Geysenheimer eine Riesen­ form von 10 cm Länge

Prachtvoll smaragdgrün schillert dann der Streifen, glühend orangerot die Bauchseite, wunderbar stahlblau und violett der Rücken, während schwarze Säume das prächtige Rot der After- und Rückenflosse noch schärfer hervorheben, so daß das Tierchen in seiner feurigen Farbenglut der schönsten Goldfische und der buntesten Exoten spotten kann. So nennt man das engere »Zusammenleben« von Lebewesen verschiedener Art, die einan­ der wechselseitig nützen

Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschim­ merndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen setzen, nach­ dem wir bereits am Rohrbarsch gesehen haben, wie stark seelische Erregung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wissen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rückhaltlosen Leiden­ schaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forderungen des ewig heiß­ hungrigen Magens wochenlang völlig in den Hintergrund treten. Es ist nicht poeti­ sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahrheit, wenn man sagt: die Fische er­­glü­hen während der Fortpflanzungsperiode unter dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Beispiel dafür bietet unser kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel-und necklustige Bitterling (Rho­déus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach seinem bitteren und ungenießbaren Fleische hat. Außerhalb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scharenweise in toten, üppig bewachsenen Fluß­armen aufhält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­lei Art ernährt, nicht sonderlich von der üblichen Färbung anderer Klein­fische ab: blaugrün auf dem Rücken, silberglänzend an den Seiten, ein tief­grüner Streif von der Körpermitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Beginn der Laichzeit erstrahlt das sich dann sehr aufgeregt geberdende Männchen, das dann auch ei­ nen eigenartigen kreideweißen Warzenwulst an der Oberlippe be­kommt, in herrlich schimmernden Regenbogenfarben . Namentlich in Augen­blicken ge­ schlechtlicherErregung scheint es förmlich aufzuleuchten (…). Das Weib­chen be­ hält zwar seine schlichte Färbung bei, entwickelt aber dafür eine mehrere Zentimeter lange Le­geröhre von rotgelber Färbung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß beschrieben wurde, während ihre Bedeutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig erkannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in einer hochinteressanten Symbiose mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitterlings­ pärchen erst einmal eine geeignete Muschel ausfindig gemacht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr seine Liebesbürde anzuvertrauen, da das Weibchen jedes­ mal nur 1–2 Eier austreten läßt, wobei sich die Legeröhre gewaltig steift, um gleich danach wieder zusammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fischchen sind in ihrem Fortpflanzungsgeschäft gänz­ lich auf die Muschel angewiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zustande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasserstrom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben vermöchten.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB KENNZEICHNUNG: Position vor Marginalie MARGINALIEN: Chaparral (Light Italic), 6 pt, 13 pt ZAB; mitlaufend im Text 54


Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschim­ merndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen setzen, nachdem wir bereits am Rohrbarsch gesehen haben, wie stark seelische Er­re­gung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wis­sen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­halt­losen Leiden­schaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forde­ rungen des ewig heiß­hungrigen Magens wochenlang völlig in den Hinter­ grund treten. Es ist nicht poeti­sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahr­ heit, wenn man sagt: die Fische er­­glü­hen während der Fortpflanzungsperi­ode unter dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Beispiel dafür bietet un­ ser kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm In der Nähe fand Geysenheimer eine Riesenform von 10 cm Länge lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel- und neck­lustige Bitterling (Rho­déus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach sei­nem bitteren und un­genießbaren Fleische hat. Außerhalb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scha­renweise in to­ten, üppig be­wachsenen Fluß­ armen aufhält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­ lei Art ernährt, nicht sonderlich von der üblichen Färbung an­derer Klein­fische ab: blaugrün auf dem Rücken, silberglänzend an den Seiten, ein tief­grüner Streif von der Körpermitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Be­ginn der Laichzeit erstrahlt das sich dann sehr auf­geregt geberdende Männchen, das dann auch einen eigenartigen kreideweißen Warzenwulst an der Ober­lippe be­kommt, in herrlich schimmernden Regen­bogenfarben Prachtvoll smaragdgrün schillert dann der Streifen, glühend orangerot die Bauchseite, wunderbar stahlblau und violett der Rücken, während schwarze Säume das prächtige Rot der After- und Rückenflosse noch schärfer hervorheben, so daß das Tierchen in seiner feurigen Farbenglut der schönsten Goldfische und der buntesten Exoten spotten kann.. Namentlich in Augen­blicken ge­ schlechtlicherErregung scheint es förmlich auf­zuleuchten (…). Das Weib­chen behält zwar seine schlichte Färbung bei, ent­wickelt aber dafür eine mehrere Zentimeter lange Le­geröhre von rot­gelber Fär­bung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß beschrieben wurde, wäh­rend ihre Bedeutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig er­kannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in einer hochinteressanten Symbiose So nennt man das engere »Zusammenleben« von Lebewesen verschiedener Art, die einander wechselseitig nützen mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitterlings­ pärchen erst einmal eine geeig­nete Muschel ausfindig ge­macht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr sei­ne Lie­besbürde anzuvertrauen, da das Weibchen jedesmal nur 1–2 Eier aus­tre­ten läßt, wobei sich die Lege­röhre gewaltig steift, um gleich danach wie­der zu­sammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fisch­chen sind in ihrem Fortpflan­zungsgeschäft gänz­lich auf die Muschel ange­wiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zu­stande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasserstrom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben vermöch­ ten.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB KENNZEICHNUNG: Auto 2 (Regular), 9 pt, Position vor Marginalie MARGINALIEN: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB, durchgestrichen 0,5 pt; mitlaufend im Text 56


Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschim­ merndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen setzen, nachdem wir bereits am Rohrbarsch gesehen haben, wie stark seelische Er­re­gung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wis­sen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­halt­losen Leiden­schaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forde­ rungen des ewig heiß­hungrigen Magens wochenlang völlig in den Hinter­ grund treten. Es ist nicht poeti­sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahr­ heit, wenn man sagt: die Fische er­­glü­hen während der Fortpflanzungsperi­ode unter dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Beispiel dafür bietet un­ ser kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm In der Nähe fand Geysenheimer eine Riesenform von 10 cm Länge lang werdende, flinke und anmutige, ewig spielund neck­lustige Bitterling (Rho­d éus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach sei­nem bitteren und un­genießbaren Fleische hat. Außerhalb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scha­renweise in to­ten, üppig be­wachsenen Fluß­armen aufhält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­lei Art ernährt, nicht sonderlich von der üblichen Färbung an­derer Klein­fische ab: blaugrün auf dem Rücken, silberglänzend an den Seiten, ein tief­grüner Streif von der Körpermitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Be­ginn der Laichzeit erstrahlt das sich dann sehr auf­geregt geberdende Männchen, das dann auch einen eigenartigen kreideweißen Warzenwulst an der Ober­lippe be­kommt, in herrlich schimmernden Regen­b ogenfarben Prachtvoll smaragdgrün schillert dann der Streifen, glühend orangerot die Bauchseite, wunderbar stahlblau und violett der Rücken, während schwarze Säume das prächtige Rot der After- und Rückenflosse noch schärfer hervorheben, so daß das Tierchen in seiner feurigen Farbenglut der schönsten Goldfische und der buntesten Exoten spotten kann.. Namentlich in Augen­blicken ge­ schlechtlicherErregung scheint es förmlich auf­zuleuchten (…). Das Weib­chen behält zwar seine schlichte Färbung bei, ent­wickelt aber dafür eine mehrere Zentimeter lange Le­geröhre von rot­gelber Fär­bung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß beschrieben wurde, wäh­rend ihre Bedeutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig er­kannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in einer hochinteressanten Symbiose So nennt man das engere “Zusammenle­ ben“ von Lebewesen verschiedener Art, die einander wechselseitig nützen mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitterlings­pärchen erst einmal eine geeig­nete Muschel ausfindig ge­macht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr sei­ne Lie­besbürde anzuvertrauen, da das Weibchen jedesmal nur 1–2 Eier aus­tre­ten läßt, wobei sich die Lege­röhre gewaltig steift, um gleich danach wie­der zu­ sammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fisch­chen sind in ihrem Fortpflan­zungsgeschäft gänz­lich auf die Muschel ange­wiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen

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MARGINALIEN

Text: Auto 2 (Light), 8 pt, 11 pt ZAB, zweispaltig KENNZEICHNUNG: Zahlen: Auto 2 (Light), 9 pt, hochgestellt; Kreise: 0,25 pt MARGINALIEN: Auto 2 (Bold), 13 pt, 15 pt ZAB; Zahlen: Auto 2 (Bold), 13 pt, hochgestellt; einspaltig über Text


In der Nähe fand Geysenheimer eine Riesenform von 10 cm Länge Prachtvoll smaragdgrün schillert dann der Streifen, glühend o­range­­ rot die Bauchseite, wunderbar stahlblau und violett der Rücken, wäh­ rend schwarze Säume das prächtige Rot der After- und Rücken­flosse noch schärfer hervorheben, so daß das Tierchen in seiner f­ eurigen Farben­glut der schönsten Goldfische und der buntesten ­Exoten spot­ ten kann. 3 So nennt man das engere »Zusammenleben« von Le­bewesen ver­schie­ dener Art, die einander wechselseitig nützen. 1

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Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zu Laich­ zeit ein farben­schimmerndes Hochzeits­kleid an­legen, wird uns nicht weiter in Er­staunen setzen, nachdem wir bereits am Rohrbarsch gesehen ha­ben, wie stark see­ lische Erregung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wis­sen, daß die Allgewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht eingebüßt hat, sie vielmehr zu ge­wissen Zeiten mit einer so rückhaltlosen Leiden­schaft be­ herrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forderungen des ewig heiß­hungrigen Magens wochenlang völlig in den Hintergrund treten. Es ist nicht poetische Übertreibung, sondern es ist ­nackte Wahrheit, wenn man sagt: die Fische erglühen während der Fortpflanzungsperiode unter dem heißen Hauch der Liebe. Ein prächtiges Bei­ spiel dafür bietet unser kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm 1 lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel-und necklustige Bitterling (Rhodéus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach seinem bitte­ren und un­genießbaren Fleische hat. Außerhalb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scharenweise in toten, üppig be­wachsenen Flußarmen aufhält und hier schlecht und recht von Ge­ würm und Pflanzenkost allerlei Art ernährt, nicht son­ derlich von der üb­lichen Färbung anderer Kleinfische ab: blaugrün auf dem Rücken, silber­glänzend an den Sei­ten, ein tiefgrüner Streif von der Körpermitte bis zur

Schwanz­wurzel. Aber mit Beginn der Laichzeit er­strahlt das sich dann sehr aufgeregt geberdende Männchen, das dann auch einen eigen­artigen kreideweißen War­ zenwulst an der Oberlippe bekommt, in herrlich schim­ mernden Regenbogen­farben  2.Namen­tlich  in  Au­gen­ blicken geschlecht­licher Erregung scheint es förm­lich auf­zuleuchten (…). Das Weibchen behält zwar seine schlichte Färbung bei, entwickelt aber dafür eine meh­­ rere Zenti­meter lange Lege­röhre von rotgelber ­Färbung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß be­ schrieben wurde, während ihre Bedeutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig erkannt wurde. Der Bitter­­ ling lebt nämlich in einer hochinteressanten Symbiose 3 mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitter­lingspärchen erst einmal eine geeignete Muschel ausfindig gemacht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr seine Liebes­ bürde anzuvertrauen, da das Weibchen jedesmal nur 1–2 Eier austreten läßt, wobei sich die Legeröhre ge­wal­ tig steift, um gleich danach wieder zusammen­zufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich ein­zu­schrum­ pfen. Die Fischchen sind in ihrem Fortpflan­zungs­ge­ schäft gänzlich auf die Muschel angewiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zu­stande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasserstrom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben vermöchten.

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2

MARGINALIEN

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB KENNZEICHNUNG: Auto 2 (Light SmCp), MARGINALIEN: Auto 2 (Light) 5 pt, 13 pt ZAB, mitlaufend mit Text 60


Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschim­ merndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen setzen, nach­dem wir bereits am Rohrbarsch gesehen haben, wie stark seelische Erre­ gung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wis­sen, daß die Allgewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­ge­büßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rückhalt­ losen Leiden­schaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forde­rungen des ewig heiß­hungri­gen Magens wochenlang völlig in den Hintergrund treten. Es ist nicht poeti­sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahrheit, wenn man sagt: die ­Fische er­glü­hen während der Fortpflanzungsperiode unter dem h ­ eißen Hauch der Liebe. Ein prächtiges Beispiel dafür bietet unser kleins­ter Karpfen­fisch, der In der Nähe fand Geysenheimer eine Riesenform von 10 cm Länge nur 6–7 cm lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel-und necklustige Bitter­ling (Rhodéus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach seinem ­bitteren und ungenießbaren Fleische hat. Außer­halb der Laichzeit weicht das zier­ liche Fischlein, das sich am liebsten scharenweise in toten, ü ­ ppig be­wachsenen Fluß­armen aufhält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­lei Art ernährt, nicht sonderlich von der üblichen Färbung ande­rer Kleinfische ab: blaugrün auf dem Rücken, silber­glänzend an den Seiten, ein tiefgrüner Streif von der Körpermitte bis zur Schwanz­wurzel. Aber mit Beginn der Laichzeit er­ strahlt das sich dann sehr aufgeregt geberdende Männchen, das dann auch einen eigen­artigen kreideweißen Warzenwulst an der Oberlippe bekommt, in herrlich Prachtvoll smaragdgrün schillert dann der Streifen, glühend orangerot die Bauchseite, wunderbar stahlblau und schimmernden Regenbogenfarben. Namentlich in Augenblicken geschlecht­ ­vio­lett der Rücken, während schwarze Säume das prächtige Rot der After- und Rückenflosse noch schärfer hervorheben, so daß das Tierchen in licher Erregung scheint es förmlich aufzuleuchten (…). Das Weibchen behält zwar seiner feurigen Farbenglut der schönsten Goldfische und der buntesten Exoten spotten kann. seine schlichte Färbung bei, entwickelt aber dafür eine mehrere Zentimeter ­lange Lege­röhre von rotgelber Färbung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß beschrieben wurde, während ihre Bedeutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig erkannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in einer hochinteressanten So nennt man das engere »Zusammenleben« von Lebewesen verschiedener Art, die einander wechselseitig nützen. Symbiose mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitterlingspärchen erst einmal eine geeignete Muschel ausfindig gemacht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr seine Liebesbürde anzuvertrauen, da das Weibchen jedesmal nur 1–2 Eier aus­ treten läßt, wobei sich die Legeröhre gewaltig steift, um gleich danach wieder zusammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fischchen sind in ihrem Fortpflanzungsgeschäft gänzlich auf die Muschel angewiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zu­ stande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasserstrom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben vermöchten.

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2

MARGINALIEN

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB KENNZEICHNUNG: Auto 2 (Bold SmCp), 9 pt; Linie: 0,25 pt MARGINALIEN: Auto 2 (Light), 7 pt, 13 pt ZAB 62


In der Nähe fand Geysenheimer eine Riesenform von 10 cm Länge. Prachtvoll smaragd­grün schillert dann der Streifen, glü­hend orange­ rot die Bauchseite, wunderbar stahlblau und violett der Rücken, während schwarze Säume das prächtige Rot der After- und Rücken­ flosse noch schärfer hervorhe­ben, so daß das Tierchen in seiner feu­rigen Farbenglut der schönsten Gold­fische und der buntesten Exoten spotten kann. So nennt man das engere »Zu­ sammen­­leben« von Le­bewesen  ver­schie­dener Art, die einander wechsel­seitig nützen.

Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschim­ merndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen setzen, nachdem wir bereits am Rohrbarsch gesehen haben, wie stark seelische Er­re­gung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wis­sen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­halt­losen Leiden­schaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forde­ rungen des ewig heiß­hungrigen Magens wochenlang völlig in den Hinter­ grund treten. Es ist nicht poeti­sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahr­ heit, wenn man sagt: die Fische er­­glü­hen während der Fortpflanzungsperi­ode unter dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Beispiel dafür bietet unser kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel- und neck­lustige Bitterling (Rho­déus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach sei­nem bitteren und ungenießbaren Fleische hat. Außer­ halb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scha­ renweise in to­ten, üppig be­wachsenen Fluß­armen aufhält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­lei Art ernährt, nicht sonderlich von wder üblichen Färbung an­derer Klein­fische ab: blaugrün auf dem Rücken, sil­ berglänzend an den Seiten, ein tief­grüner Streif von der Körpermitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Be­ginn der Laichzeit erstrahlt das sich dann sehr auf­ geregt geberdende Männchen, das dann auch einen eigenartigen kreideweißen Warzenwulst an der Ober­lippe be­kommt, in herrlich schimmernden Regen­ bogenfarben . Namentlich in Augen­blicken ge­schlechtlicherErregung scheint es förmlich aufzuleuchten (…). Das Weib­chen behält zwar seine schlichte Fär­ bung bei, entwickelt aber dafür eine mehrere Zentimeter lange Le­geröhre von rot­gelber Färbung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß be­schrieben wurde, während ihre Bedeutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig er­ kannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in einer hochinteressanten Symbiose mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitterlings­pärchen erst einmal eine geeig­ nete Muschel ausfindig gemacht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr sei­ne Lie­besbürde anzuvertrauen, da das Weibchen jedesmal nur 1–2 Eier aus­tre­ten läßt, wobei sich die Legeröhre gewaltig steift, um gleich danach wie­der zu­­ sammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fisch­chen sind in ihrem Fortpflan­zungsgeschäft gänz­lich auf die Muschel ange­wiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zu­stande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasser­ strom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben vermöchten.

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MARGINALIEN

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB KENNZEICHNUNG: Auto 2 (Bold SmCp), 9 pt; Zahl: Futura Std: 48 pt MARGINALIEN: Futura Std (Light), 7 pt, 9 pt ZAB, Zahlen: Futura Std (Bold) durchgestrichen 0,5 pt; mitlaufend im Text


1In der Nähe fand Geysenheimer

eine Riesenform von 10 cm Länge

2Prachtvoll smaragd­grün schillert

dann der Streifen, glü­hend orange­ rot die Bauchseite, wunderbar stahlblau und violett der Rücken, während schwarze Säume das prächtige Rot der After- und Rücken­ flosse noch schärfer hervorhe­ben, so daß das Tierchen in seiner feu­ rigen Farbenglut der schönsten Gold­fische und der buntesten Exo­ ten spotten kann.

3So nennt man das engere »Zu­

sammen­­leben« von Le­bewesen ver­schie­dener Art, die einander wechsel­seitig nützen

Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschim­ merndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen setzen, nachdem wir bereits am Rohrbarsch gesehen haben, wie stark seelische Er­re­gung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wis­sen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­halt­losen Leiden­schaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forde­ rungen des ewig heiß­hungrigen Magens wochenlang völlig in den Hinter­ grund treten. Es ist nicht poeti­sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahr­ heit, wenn man sagt: die Fische er­­glü­hen während der Fortpflanzungsperi­ode unter dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Beispiel dafür bietet unser kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel- und neck­lustige Bitterling (Rho­déus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach sei­nem bitteren und ungenießbaren Fleische hat. Außer­ halb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scha­ renweise in to­ten, üppig be­wachsenen Fluß­armen aufhält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­lei Art ernährt, nicht sonderlich von wder üblichen Färbung an­derer Klein­fische ab: blaugrün auf dem Rücken, sil­ berglänzend an den Seiten, ein tief­grüner Streif von der Körpermitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Be­ginn der Laichzeit erstrahlt das sich dann sehr auf­ geregt geberdende Männchen, das dann auch einen eigenartigen kreideweißen Warzenwulst an der Ober­lippe be­kommt, in herrlich schimmernden Regen­ bogenfarben . Namentlich in Augen­blicken ge­schlechtlicherErregung scheint es förmlich aufzuleuchten (…). Das Weib­chen behält zwar seine schlichte Fär­ bung bei, entwickelt aber dafür eine mehrere Zentimeter lange Le­geröhre von rot­gelber Färbung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß be­schrieben wurde, während ihre Bedeutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig er­ kannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in einer hochinteressanten Symbiose mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitterlings­pärchen erst einmal eine geeig­ nete Muschel ausfindig gemacht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr sei­ne Lie­besbürde anzuvertrauen, da das Weibchen jedesmal nur 1–2 Eier aus­tre­ten läßt, wobei sich die Legeröhre gewaltig steift, um gleich danach wie­der zu­­ sammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fisch­chen sind in ihrem Fortpflan­zungsgeschäft gänz­lich auf die Muschel ange­wiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zu­stande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasser­ strom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben vermöchten.

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ÜBER


SCHRIFTEN


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ÜBERSCHRIFTEN

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Überschriften: Auto 2 (Bold SmCp), 14 pt; Unterstrich: 1 pt Auto 2 (Regular SmCp), 12 pt; Unterstrich: 0,75 pt, rechtsbündig mit Text Auto 2 (Regular SmCp), 9 pt; U ­ nterstrich: 0,5 pt, rechtsbündig mit Text


EINHEIMISCHE FISCHE UND IHRE VERBREITUNG

die süßwasserfische unserer heimat

Des fisches schlafgebaren

Ausnahmen von der Regel

Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­ rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterschei­ den, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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ÜBERSCHRIFTEN

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Überschriften: Chaparral Pro (Bold), 20 pt Chaparral Pro (Regular), 15 pt; Linie: 1 pt Chaparral Pro (Light), 13 pt; Linie: 0,5 pt


EINHEIMISCHE FISCHE UND IHRE VERBREITUNG DIE SÜSSWASSERFISCHE UNSERER HEIMAT

Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­ rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen.

DES FISCHES SCHLAFGEBAREN

Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät.

AUSNAHMEN VON DER REGEL

Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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ÜBERSCHRIFTEN

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB, Einzug links: 21 mm, Einzugrechts: 42 mm Überschriften: Adobe Caslon Pro (Italic), 40 pt Adobe Caslon Pro (Italic), 18 pt, Einzug links: 9 mm Adobe Caslon Pro (Italic), 18 pt, Einzug links: 21 mm


EINHEIMISCHE ­F ISCHE UND IHRE VERBREI T UN G DIE SÜSSWASSERFISCHE UNSERER HEIMAT Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­natelangem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Aus­füh­ rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auffallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nachtzeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen.

DES FISCHES SCHLAFGEBAREN

Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird erklärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät.

AUSNAHMEN VON DER REGEL

Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur innerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem gewissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten vermögen.

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ÜBERSCHRIFTEN

EINHEIMISCHE FISCHE DIE SÜSSWASSERFISCHE Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununterbrochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, so­lange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmäch­tige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas ge­radezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aqua­rium gestanden hat, wird bald auf­fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder leb­ hafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keines­wegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen.

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Überschriften: Gravur Condensed (Light), 30 pt Gravur Condensed (Thin), 17 pt Gravur Condensed (Thin), 11 pt


UND IHRE VERBREITUNG DES FISCHES SCHLAFGEBAREN Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das of­ fene Auge ihren Schlaf behüten, wohin­gegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät.

AUSNAHMEN VON DER REGEL Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Win­terkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­wissen Temperatur­optimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen.Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außerordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eis­ schollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lau­warmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wär­ me von 45 °Celsius aufweisen.

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ÜBERSCHRIFTEN

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Überschriften: Adobe Caslon Pro (Bold Italic), 38 pt Adobe Caslon Pro (Semibold Italic), 26 pt, Überschneidung mit Text Adobe Caslon Pro (Semibold Italic), 19 pt, Überschneidung mit Text


Einheimische Fische und ihre Verbreitung

Die Süßwasserfische unserer Heimat

Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wan­ derungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­ rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­­ zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne sol­ che vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachge­ lehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen u ­ nterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und ­Lurche entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

Des Fisches Schlaf­gebaren

Ausnahmen von der Regel

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ÜBERSCHRIFTEN

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Überschriften: Auto 2, 15 pt; Unterstrich: schwarz, 16 pt Auto 2 (Bold SmCp), 15 pt; Unterstrich: schwarz 74 %, 16 pt Auto 2 (Bold SmCp), 15 pt; Unterstrich: schwarz 35 %, 16 pt


Einheimische Fische und ihre Verbreitung Die Süßwasserfische unserer Heimat Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch ­piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Ver­ folgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums ­Fressen oder Ge­fressenwerden, so­lange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersätt­lichen zu wochen- und mo­nate­langem Fasten verurteilt und ganze Millionen­heere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung ­etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich ­haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aqua­rium gestanden hat, wird bald auf­fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei ­einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen.

Des Fisches Schlafgebaren Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug ­verrät.

Ausnahmen von der Regel Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den F­ ischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Er­ star­ rungs­zustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­wissen Temperatur­optimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind d ­ iese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 ­°Celsius aufweisen.

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3

ÜBERSCHRIFTEN

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Überschriften: Auto 2 (Bold SmCp), 15 pt, Unterstrich: 16 pt, schwarz; verbunden mit Linien: 4 pt; 2 pt; 1 pt, schwarz, schwarz: 35 % 80


Einheimische Fische und ihre Verbreitung

Die Süßwasserfische unserer Heimat

Des Fisches Schlafgebaren

Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, so­lange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochenund mo­nate­langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aqua­rium gestanden hat, wird bald auf­fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ­ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen.

Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augen­ lider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät.

Ausnahmen von der Regel Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­wissen Temperatur­optimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen.Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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3

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ÜBERSCHRIFTEN

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Überschriften: Chaparral Pro (Bold), 20 pt, vertikal Chaparral Pro (Regular), 15 pt, vertikal Chaparral Pro (Light), 12 pt, vertikal


DIE SÜSSWASSERFISCHE UNSERER HEIMAT

Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät.

AUSNAHMEN VON DER REGEL

DES FISCHES SCHLAF­G EBAREN

EINHEIMISCHE FISCHE UND IHRE VERBREITUNG

Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­ rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen.

Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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3

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ÜBERSCHRIFTEN

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Überschriften: Market Deco, 29 pt / Helvetica Neue (Heavy Condensed), 73 pt / Georgia (Italic), 45  pt; Verb (Extralight), / 30 pt; Linien (1 pt, 2 pt) Market Deco, 15 pt / Helvetica Neue (Heavy Condensed), 24,5 pt Verb (Extralight), 12 pt


HEI N I E

MISCH

C H S I E F

E

&

IHRE VERBREITUNG .. D I E S U S S WA S S E R F I S C H E

Des fisches

­U NSERER HEIMAT

SCHLAFGEBAREN

Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch ­piscis »Fisch«) ist ein fast ununterbrochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochenund mo­nate­langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausführung etwas geradezu Fanatisches und Hypnotisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen.

Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Haupt­ zeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehr­zahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winter­kälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt.

AU SNAH MEN VON D ER REG EL Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen.Freilich sind d ­ iese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­lich ver­ schieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lau­­war­ men Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen ­Quellen wohnen.

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ÜBERSCHRIFTEN

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DIE SÜSSWASSERFISCHE UNSERER HEIMAT

EINHEIMISCHE FISCHE UND IHRE VERBREITUNG

DES FISCHES SCHLAF­G EBAREN

AUSNAHMEN VON DER REGEL

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Überschriften: Chaparral Pro (Bold), 18 pt Chaparral Pro (Regular), 15 pt; Linie: 1 pt Chaparral Pro (Light), 12 pt; Linie: 0,5 pt Klammer: Pakt, Größe je nach Absatz

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Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­ rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen.

Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät.

{

Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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ÜBERSCHRIFTEN

EINHEI MISCHE FISCHE UND IHRE VERBREI TUNG 88

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Überschriften: Letter Gothic (Bold), 71 pt, 85 pt ZAB Letter Gothic (Regular), 37 pt, 44 pt ZAB, schwarz 74 %, hinter Text Letter Gothic (Light), 21 pt, schwarz 35 %, hinter Text


DIE SÜSSWASSER FISCHE UNSERER HEIMAT Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen.

DES FISCHES SCHLAFGEBAREN Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen be dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät.

Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den FischenREGEL unterscheiden, AUSNAHMEN VON DER nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­ che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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*


B. I.  O O

GR. AF. IE


4.1

BIOGRAFIE TABELLARISCH

Name: Chaparral Pro (Regular), 24 pt Daten: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Besonderheiten: Aufzählung mit Punkten 92


Kurt Ehrenreich Floericke * 23. 3. 1869 in Zeitz † 29. 10. 1934 in Stuttgart an Malaria · deutscher Naturwissenschaftler, Naturfreund und Verfasser zahlreicher populärwissenschaftlicher Darstellungen · Ab 1889 Studium der Naturwissenschaften in Breslau und Marburg · 1893 Promotion an der Universität Marburg mit der Arbeit »Versuch einer Avifauna Schlesiens« · Forschungsreisen nach Ost- und Südosteuropa, Nordafrika, in den Mittleren Osten, nach Südamerika · ab 1902 als Schriftsteller in Wien · Redakteur bei der KOSMOS-Zeitschrift · inspirierte die Gründung der »Süddeutschen Vogelwarte«

93


4.1

94

BIOGRAFIE TABELLARISCH

Name: Auto 2 (Regular), 24 pt Daten: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Besonderheiten: Zeitstrahl: schwarze Balken, Jahreszahl: Auto 2 (Black SmCp); rechts: Daten mit genauer Jahreszahl, links mit ungenauer Zeitangabe


Kurt Ehrenreich Floericke deutscher Naturwissenschaftler, Naturfreund und Verfasser zahlreicher populärwissenschaftlicher Darstellungen

1869

* 23. 3. 1869 in Zeitz

1889

· Studium der Naturwissenschaften in Breslau und Marburg

1893

· Promotion an der Universität Marburg mit der Arbeit »Versuch einer Avifauna Schlesiens«

1902

· als Schriftsteller in Wien

1934

† 29. 10. 1934 in Stuttgart an Malaria

Forschungsreisen nach Ost- und Südosteuropa, Nordafrika, in den Mittleren Osten, nach Südamerika

Redakteur bei der KOSMOS-Zeitschrift inspirierte die Gründung der »Süddeutschen Vogelwarte«

95


4.1

96

BIOGRAFIE TABELLARISCH

Name: Pakt, 98 / 40 / 46 pt Daten: Auto 2 (Light, Light Italic), 9 pt, 13 pt ZAB Besonderheiten: Geburts-, Todesdaten: Auto 2 (Regular / Italic), 12 pt ; † / *: Auto 2 (Black), 27 / 36 pt


KURT EHRENREICH

* †

23. 3. 1869 in Zeitz

29. 10. 1934 in Stuttgart an Malaria

FLOERICKER

deutscher Naturwissenschaftler, Naturfreund und Verfasser zahlreicher populärwissenschaftlicher Darstellungen Ab 1889 Studium der Naturwissenschaften in Breslau und Marburg 1893 Promotion an der Universität Marburg mit der Arbeit »Versuch einer Avifauna Schlesiens« Forschungsreisen nach Ost- und Südosteuropa, Nordafrika, in den Mittleren Osten, nach Südamerika ab 1902 als Schriftsteller in Wien Redakteur bei der KOSMOS-Zeitschrift inspirierte die Gründung der »Süddeutschen Vogelwarte«

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4.2

98

BIOGRAFIE FORTLAUFEND

Name: Holland Gotisch, 47 pt; im Text: 10 pt Text: Auto 2 (Light,), 9 pt, 13 pt ZAB Besonderheiten: Lebensdaten: Auto 2 (Bold), 9 pt; andere Namen: Auto 2 (Bold), 9 pt ; Eigennamen und Werke: Auto 2 (Italic), 9 pt


Curt Floericke Curt (auch Kurt) Floericke wurde am 23. März 1869 in Zeitz, im heutigen Sachsen-Anhalt, geboren. Sein Vater, Kurt Paul Floericke, entstammt einer alten brandenburgischen Oberförsterfamilie, die Mutter Selma Berta geb. Hüller einer thüringischen Rittergutsfamilie. Das Interesse an der Natur zeigte sich schon in seiner Kindheit und Jugend. Während seines Studiums der Naturwissenschaften in Marburg und Breslau beschäftigte sich Floericke intensiv mit der Erforschung der Vogelwelt Schle­siens. 1893 promovierte er mit der Arbeit »Versuch einer Avifauna S­ chlesiens«. Im selben Jahr trafen sich auf Veranlassung von Floericke Vogelfreunde in Rossitten auf der Kurischen Nehrung und gründeten am 28. August den »Verein vergnügter Vogelfreunde« (V. v. V.) Im Kreise dieser Vereinigung kam erstmal der Gedanke auf, eine ornithologische Station auf der Nehrung einzurichten. Bevor jedoch Floericke für ein paar Jahre in Rossitten sesshaft wurde, unternahm er seine ersten Reisen, die ihn nach Bosnien, Herzegowina, Bulgarien, Zypern, Kleinasien und Palästina führten. (…) Malariaanfälle zwangen ihn zur Rückkehr in die Heimat. Erste Station in Europa war Wien. Hier ging er verschiedenen Tätigkeiten nach und wurde schließlich Schriftsteller. In Wien lernte er auch seine zukünftige Frau, Melanie Reiß (1881–1971), kennen. 1907 zog er nach Stutttgart und übernahm die Redaktion der KOSMOS-Zeitschrift. Neben der schriftstellerischen und der Vortragstätigkeit verfolgte er weiterhin den Naturschutzgedanken sowie die Idee zur Gründung einer Vogelwarte. So erfolgte im Jahre 1909 in München die Gründung des Vereins »Naturschutzpark e. V.« mit Sitz in Stuttgart. Der Verwirklichung einer Vogelwarte in Süddeutschland ging die Gründung eines Fördervereins »Süddeutsche Vogelwarte e. V.« im Jahre 1919 voraus. 1928 er­öffnete der Verein »Süddeutsche Vogelwarte e. V.« schließlich im Scheffelschlösschen auf der Halbinsel Mettnau bei Radolfzell am Bodensee eine Be­obachtungs­station. Aus verschiedenen Gründen hatte der Verein ständig finan­ zielle Sorgen. 1938 musste deshalb die »Vogelwarte« nach zehnjähri­gem Be­ stehen geschlossen und der Verein aufgegeben werden. Gut, dass Floericke die Schließung »seiner« Vogelwarte auf der Mettnau nicht miterleben musste. Denn er starb nach längerer Krankheit bereits im Oktober 1934 und wurde in Stuttgart beigesetzt.

Floerickes schriftstelleriches Werk umfasst knapp 100 Bücher und über 800 Zeitschriftenbeiträge.

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4.2

BIOGRAFIE FORTLAUFEND

Name: Chaparral Pro (Semibold Italic), 40 pt Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 ZAB Besonderheiten: Daten:Auto 2 (Regular SmCp), 9 pt 100


Curt Floericke Curt (auch Kurt) Floericke wurde am 23. März 1869 in Zeitz, im heutigen Sachsen-Anhalt, geboren. Sein Vater, Kurt Paul Floericke, entstammt einer alten brandenburgischen Oberförsterfamilie, die Mutter Selma Berta geb. Hüller einer thüringischen Rittergutsfamilie. Das Interesse an der Natur zeigte sich schon in seiner Kindheit und Jugend. Während seines Studiums der Naturwissenschaften in Marburg und Breslau beschäftigte sich Floericke intensiv mit der Erforschung der Vogelwelt Schle­siens. 1893 promovierte er mit der Arbeit »Versuch einer Avifauna Schlesiens«. Im selben Jahr trafen sich auf Veranlassung von Floericke Vogelfreunde in Rossitten auf der Kurischen Nehrung und gründeten am 28. August den »Verein vergnügter Vogelfreunde« (V. v. V.) Im Kreise dieser Vereinigung kam erstmals der Gedanke auf, eine ornithologische Station auf der Nehrung einzu­ richten. Bevor jedoch Floericke für ein paar Jahre in Rossitten sesshaft wurde, unternahm er seine ersten Reisen, die ihn nach Bosnien, Herzegowina, Bulgarien, Zypern, Kleinasien und Palästina führten. (…) Malariaanfälle zwangen ihn zur Rückkehr in die Heimat. Erste Station in Europa war Wien. Hier ging er verschiedenen Tätigkeiten nach und wurde schließlich Schriftsteller. In Wien lernte er auch seine zukünftige Frau, Melanie Reiß (1881–1971), kennen. 1907 zog er nach Stutttgart und übernahm die Redaktion der KOSMOS-Zeitschrift. Neben der schriftstellerischen und der Vortragstätigkeit verfolgte er weiterhin den Naturschutzgedanken sowie die Idee zur Gründung einer Vogelwarte. So erfolgte im Jahre 1909 in München die Gründung des Vereins »Naturschutzpark e. V.« mit Sitz in Stuttgart. Der Verwirklichung einer Vogelwarte in Süddeutschland ging die Gründung eines Fördervereins »Süddeutsche Vogelwarte e. V.« im Jahre 1919 voraus. 1928 er­öffnete der Verein »Süddeutsche Vogelwarte e. V.« schließlich im Scheffelschlösschen auf der Halbinsel Mettnau bei Radolfzell am Bodensee eine Be­ obachtungsstation. Aus verschiedenen Gründen hatte der Verein ständig finanzielle Sorgen. 1938 musste deshalb die »Vogelwarte« nach zehnjähri­­ gem Bestehen geschlossen und der Verein aufgegeben werden. Gut, dass Floericke die Schließung »seiner« Vogelwarte auf der Mettnau nicht miterleben musste. Denn er starb nach längerer Krankheit bereits im Oktober 1934 und wurde in Stuttgart beigesetzt. Floerickes schriftstelleriches Werk umfasst knapp 100 Bücher und über 800 Zeitschriftenbeiträge.

101


4.2

BIOGRAFIE FORTLAUFEND

Name: Adobe Caslon Pro (Italic), 48 pt Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB, Lebensdaten ausgelassen Besonderheiten: Lebensdaten: Adobe Caslon Pro (Italic), 9 pt; Linie: 0,5 pt verbunden 102


Curt Floericke 23. März 1869

1893

28. August

1907

Curt (auch Kurt) Floericke wurde am in Zeitz, im heutigen SachsenAnhalt, geboren. Sein Vater, Kurt Paul Floericke, entstammt einer alten brandenburgischen Oberförsterfamilie, die Mutter Selma Berta geb. Hüller einer thü­ringischen Rittergutsfamilie. Das Interesse an der Natur zeigte sich schon in seiner Kindheit und Jugend. Während seines Studiums der Naturwissenschaften in Marburg und Breslau beschäftigte sich Floericke intensiv mit der Erforschung der Vogelwelt Schle­siens. promovierte er mit der Arbeit »Versuch einer Avifauna Schlesiens«. Im selben Jahr trafen sich auf Veranlassung von Floericke Vogelfreunde in Rossitten auf der Kurischen Nehrung und gründeten am den »Verein vergnügter Vogelfreunde« (V. v. V.) Im Kreise dieser Vereinigung kam erst­mal der Gedanke auf, eine ornithologische Station auf der Nehrung einzurichten. Bevor jedoch Floericke für ein paar Jahre in Rossitten sesshaft wurde, unternahm er seine ersten Reisen, die ihn nach Bosnien, Herzegowina, Bulgarien, Zypern, Kleinasien und Palästina führten. (…) Malariaanfälle zwangen ihn zur Rückkehr in die Heimat. Erste Station in Europa war Wien. Hier ging er verschiedenen Tätigkeiten nach und wurde schließlich Schriftsteller. In Wien lernte er auch seine zukünftige Frau, Melanie Reiß (1881–1971), kennen. zog er nach Stutttgart und übernahm die Redaktion der KOSMOS-Zeitschrift. Neben der schriftstellerischen und der Vortragstätigkeit verfolgte er weiterhin den Naturschutzgedanken sowie die Idee zur Gründung einer Vogelwarte. So erfolgte im Jahre 1909 in München die Gründung des Vereins »Naturschutzpark e. V.« mit Sitz in Stuttgart.

1919 1928

1938

Oktober 1934

Der Verwirklichung einer Vogelwarte in Süddeutschland ging die Gründung eines Fördervereins »Süddeutsche Vogelwarte e. V.« im Jahre voraus. er­öffnete der Verein »Süddeutsche Vogelwarte e. V.« schließlich im Schef­ felschlösschen auf der Halbinsel Mettnau bei Radolfzell am Bodensee eine Be­obachtungsstation. Aus verschiedenen Gründen hatte der Verein ständig finan­zielle Sorgen. musste deshalb die »Vogelwarte« nach zehnjährigem Be­ stehen geschlossen und der Verein aufgegeben werden. Gut, dass Floericke die Schließung »seiner« Vogel­warte auf der Mettnau nicht miterleben musste. Denn er starb nach längerer Krankheit bereits im und wurde in Stuttgart beigesetzt. Floerickes schriftstelleriches Werk umfasst knapp 100 Bücher und über 800 Zeitschriftenbeiträge.

103


4.2

104

BIOGRAFIE FORTLAUFEND

Name: Novecento Wide (Light), 44 pt Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Besonderheiten: Geburts-, Todesdaten: Auto 2 (Bold), 9 pt, auf Kreis: schwarz: 74 %, verbunden mit Linie: 2 pt, schwarz: 74 %; † / *: Auto 2 (Black), 27 / 36 pt; Eigennamen und Werke: Auto 2 (Italic), 9 pt


Curt Floericke *

Curt (auch Kurt) Floericke wurde am 23. März 1869 in Zeitz, im heutigen Sachsen-Anhalt, geboren. Sein Vater, Kurt Paul Floericke, entstammt einer alten brandenburgischen Oberförsterfamilie, die Mutter Selma Berta geb. Hüller einer thüringischen Rittergutsfamilie. Das Interesse an der Natur zeigte sich schon in seiner Kindheit und Jugend. Während seines Studiums der Naturwissenschaften in Marburg und Breslau beschäftigte sich Floericke intensiv mit der Erforschung der Vogelwelt Schle­ siens. 1893 promovierte er mit der Arbeit »Versuch einer Avifauna Schlesiens«. Im selben Jahr trafen sich auf Veranlassung von Floericke Vogelfreunde in Rossitten auf der Kurischen Nehrung und gründeten am 28. August den »Verein vergnügter Vogelfreunde« (V. v. V.) Im Kreise dieser Vereinigung kam erstmal der Gedanke auf, eine ornithologische Station auf der Nehrung einzurichten. Bevor jedoch Floericke für ein paar Jahre in Rossitten sesshaft wurde, unternahm er seine ersten Reisen, die ihn nach Bosnien, Herzegowina, Bulgarien, Zypern, Kleinasien und Palästina führten. (…) Malariaanfälle zwangen ihn zur Rückkehr in die Heimat. Erste Station in Europa war Wien. Hier ging er verschiedenen Tätigkeiten nach und wurde schließlich Schriftsteller. In Wien lernte er auch seine zukünftige Frau, Melanie Reiß (1881–1971), kennen. 1907 zog er nach Stutttgart und übernahm die Redaktion der KOSMOS-Zeitschrift. Neben der schriftstellerischen und der Vortragstätigkeit verfolgte er weiterhin den Naturschutzgedanken sowie die Idee zur Gründung einer Vogelwarte. So erfolgte im Jahre 1909 in München die Gründung des Vereins »Naturschutzpark e. V.« mit Sitz in Stuttgart. Der Verwirklichung einer Vogelwarte in Süddeutschland ging die Gründung eines Fördervereins »Süddeutsche Vogelwarte e. V.« im Jahre 1919 voraus. 1928  er­öffnete der Verein »Süddeutsche Vogelwarte e. V.« schließlich im Scheffelschlösschen auf der Halbinsel Mettnau bei Radolfzell am Bodensee eine Beobachtungsstation. Aus verschiedenen Gründen hatte der Verein ständig finan­ zielle Sorgen. 1938 musste deshalb die »Vogelwarte« nach zehnjährigem Be­stehen geschlossen und der Verein aufgegeben werden. Gut, dass Floericke die Schließung »seiner« Vogelwarte auf der Mettnau nicht miterleben musste. Denn er starb nach längerer Krankheit bereits im Oktober 1934 und wurde in Stuttgart beigesetzt.

Floerickes schriftstelleriches Werk umfasst knapp 100 Bücher und über 800 Zeitschriftenbeiträge.

105


4.2

BIOGRAFIE FORTLAUFEND

Name: Auto 2 (Black SmCp), 48 pt Text: Auto 2 (Light,), 9 pt, 13 pt ZAB, Lebensdaten = w, Chaparral Pro Unicode: 0077, 9 pt Besonderheiten: Lebensdaten: Auto 2 (Black SmCp), 11 pt, immer heller werdend wie w 106


Curt Floericke 23.  März 1869 Curt (auch Kurt) Floericke wurde am w in Zeitz, im heutigen Sachsen-Anhalt, geboren. Sein Vater, Kurt Paul Floericke, entstammt einer alten brandenbur­ gischen Oberförsterfamilie, die Mutter Selma Berta geb. Hüller einer thüringischen Rittergutsfamilie. Das Interesse an der Natur zeigte sich schon in seiner Kindheit und Jugend.

1893

Während seines Studiums der Naturwissenschaften in Marburg und Breslau beschäftigte sich Floericke intensiv mit der Erforschung der Vogelwelt Schle­ siens. w promovierte er mit der Arbeit »Versuch einer Avifauna Schlesiens«. Im selben Jahr trafen sich auf Veranlassung von Floericke Vogelfreunde in

28. August Rossitten auf der Kurischen Nehrung und gründeten am w den »Verein vergnügter Vogelfreunde« (V. v. V.) Im Kreise dieser Vereinigung kam erstmal der Gedanke auf, eine ornithologische Station auf der Nehrung einzurichten. Bevor jedoch Floericke für ein paar Jahre in Rossitten sesshaft wurde, unternahm er seine ersten Reisen, die ihn nach Bosnien, Herzegowina, Bulgarien, Zypern, Kleinasien und Palästina führten. (…)

1907

1909

1919 1928 1938 Oktober 1934

Malariaanfälle zwangen ihn zur Rückkehr in die Heimat. Erste Station in Europa war Wien. Hier ging er verschiedenen Tätigkeiten nach und wurde schließlich Schriftsteller. In Wien lernte er auch seine zukünftige Frau, Melanie Reiß (1881–1971), kennen. w zog er nach Stutttgart und übernahm die Redaktion der KOSMOS-Zeitschrift. Neben der schriftstellerischen und der Vortragstätigkeit verfolgte er weiterhin den Naturschutzgedanken sowie die Idee zur Gründung einer Vogelwarte. So erfolgte im Jahre w in München die Gründung des Vereins »Naturschutzpark e. V.« mit Sitz in Stuttgart. Der Verwirklichung einer Vogelwarte in Süddeutschland ging die Gründung eines Fördervereins »Süddeutsche Vogelwarte e. V.« im Jahre w voraus. w  er­öffnete der Verein »Süddeutsche Vogelwarte e. V.« schließlich im Scheffelschlösschen auf der Halbinsel Mettnau bei Radolfzell am Bodensee eine Beobachtungsstation. Aus verschiedenen Gründen hatte der Verein ständig finan­zielle Sorgen. w musste deshalb die »Vogelwarte« nach zehnjährigem Be­stehen geschlossen und der Verein aufgegeben werden. Gut, dass Floericke die Schließung »seiner« Vogelwarte auf der Mettnau nicht miterleben musste. Denn er starb nach längerer Krankheit bereits im w und wurde in Stuttgart beigesetzt. Floerickes schriftstelleriches Werk umfasst knapp 100 Bücher und über 800 Zeitschriftenbeiträge.

107


4.2

108

BIOGRAFIE FORTLAUFEND

Name: Pakt, 60 pt; im Text: Auto 2 (Bold SmCp) 9 pt Text: Auto 2 (Light,), 9 pt, 13 pt ZAB; Lebensdaten: Unterstrich in der Länge des Datums Besonderheiten: Lebensdaten: Pakt, 9 pt, Verbindung zu Leerzeile: schwarz: 35 %; andere Namen: Auto 2 (Light SmCp), 9 pt ;Eigennamen und Werke: Auto 2 (Italic), 9 pt


Curt Floericke *23. März 1869

1893

28. August

1907

1919

1928

1938

Oktober 1934

Curt (auch Kurt) Floericke wurde am in Zeitz, im heutigen Sachsen-Anhalt, geboren. Sein Vater, Kurt Paul Floericke, entstammt einer alten brandenburgischen Oberförsterfamilie, die Mutter Selma Berta geb. Hüller einer thüringischen Rittergutsfamilie. Das Interesse an der Natur zeigte sich schon in seiner Kindheit und Jugend. Während seines Studiums der Naturwissenschaften in Marburg und Breslau beschäftigte sich Floericke intensiv mit der Erforschung der Vogelwelt Schle­siens. promovierte er mit der Arbeit »Versuch einer Avifauna Schlesiens«. Im selben Jahr trafen sich auf Veranlassung von Floericke Vogelfreunde in Rossitten auf der Kurischen Nehrung und gründeten am den »Verein vergnügter Vogelfreunde« (V. v. V.) Im Kreise dieser Vereinigung kam erstmal der Gedanke auf, eine ornithologische Station auf der Nehrung einzurichten. Bevor jedoch Floericke für ein paar Jahre in Rossitten sesshaft wurde, unternahm er seine ersten Reisen, die ihn nach Bosnien, Herzegowina, Bulgarien, Zypern, Kleinasien und Palästina führten. (…) Malariaanfälle zwangen ihn zur Rückkehr in die Heimat. Erste Station in Europa war Wien. Hier ging er verschiedenen Tätigkeiten nach und wurde schließlich Schriftsteller. In Wien lernte er auch seine zukünftige Frau, Melanie Reiß (1881–1971), kennen. zog er nach Stutttgart und übernahm die Redaktion der KOSMOS-Zeitschrift. Neben der schriftstellerischen und der Vortragstätigkeit verfolgte er weiterhin den Naturschutzgedanken sowie die Idee zur Gründung einer Vogelwarte. So erfolgte im Jahre 1909 in München die Gründung des Vereins »Naturschutzpark e. V.« mit Sitz in Stuttgart. Der Verwirklichung einer Vogelwarte in Süddeutschland ging die Gründung eines Fördervereins »Süddeutsche Vogelwarte e. V.« im Jahre voraus.  er­ öffnete der Verein »Süddeutsche Vogelwarte e. V.« schließlich im Scheffelschlösschen auf der Halbinsel Mettnau bei Radolfzell am Bodensee eine Beobachtungsstation. Aus verschiedenen Gründen hatte der Verein ständig finan­zielle Sorgen. musste deshalb die »Vogelwarte« nach zehnjährigem Be­stehen geschlossen und der Verein aufgegeben werden. Gut, dass Floericke die Schließung »seiner« Vogelwarte auf der Mettnau nicht miterleben musste. Denn er starb nach längerer Krankheit bereits im und wurde in Stuttgart beigesetzt. Floerickes schriftstelleriches Werk umfasst knapp 100 Bücher und über 800 Zeitschriftenbeiträge.

109


4.2

BIOGRAFIE FORTLAUFEND

am 23. März 1869 in Zeitz geboren

Interesse an der Natur zeigte sich schon in seiner Kindheit und Jugend

Studium der Naturwissenschaften 1893 promoviert mit der Arbeit »Versuch einer Avifauna Schlesiens«

gründet am 28. August den »Verein vergnügter Vogelfreunde« (V. v. V.)

in Wien lernt er seine zukünftige Frau Melanie Reiß kennen 1907 Übernahme der Redaktion der KOSMOS-Zeitschfrift in Stuttgart

1909 Gründung des »Naturschutzpark e. V.«

1919 Gründung Gründung »Süddeutsche Vogelwarte e. V.«

Oktober 1934 in Stuttgart beigesetzt

110

Name: Chaparral Pro (Light Italic), 50 pt Text: Auto 2 (Light,), 9 pt, 13 pt ZAB; wichtige Lebensdaten: durchgestrichen Besonderheiten: wichtige Lebensdaten: Chaparral Pro (Light Italic), 9 pt, 13 pt , auf linker Seite, rechtsbündig


Curt Floericke Curt (auch Kurt) Floericke wurde am 23. März 1869 in Zeitz, im heutigen SachsenAnhalt, geboren. Sein Vater, Kurt Paul Floericke, entstammt einer alten brandenburgischen Oberförsterfamilie, die Mutter Selma Berta geb. Hüller einer thüringischen Rittergutsfamilie. Das Interesse an der Natur zeigte sich schon in seiner Kindheit und Jugend. Während seines Studiums der Naturwissenschaften in Marburg und Breslau beschäftigte sich Floericke intensiv mit der Erforschung der Vogelwelt Schlesiens. 1893 promovierte er mit der Arbeit »Versuch einer Avifauna Schlesiens«. Im selben Jahr trafen sich auf Veranlassung von Floericke Vogelfreunde in Rossitten auf der Kurischen Nehrung und gründeten am 28. August den »Verein vergnügter Vogelfreunde« (V. v. V.) Im Kreise dieser Vereinigung kam erstmals der Gedanke auf, eine ornithologische Station auf der Nehrung einzurichten. Bevor jedoch Floericke für ein paar Jahre in Rossitten sesshaft wurde, unternahm er seine ersten Reisen, die ihn nach Bosnien, Herzegowina, Bulgarien, Zypern, Kleinasien und Palästina führten. (…) Malariaanfälle zwangen ihn zur Rückkehr in die Heimat. Erste Station in Europa war Wien. Hier ging er verschiedenen Tätigkeiten nach und wurde schließlich Schriftsteller. In Wien lernte er auch seine zukünftige Frau, Melanie Reiß (1881–1971), kennen. 1907 zog er nach Stutttgart und übernahm die Redaktion der KOSMOS-Zeitschrift. Neben der schriftstellerischen und der Vortragstätigkeit verfolgte er weiterhin den Naturschutzgedanken sowie die Idee zur Gründung einer Vogelwarte. So erfolgte im Jahre 1909 in München die Gründung des Vereins »Naturschutzpark e. V.« mit Sitz in Stuttgart. Der Verwirklichung einer Vogelwarte in Süddeutschland ging die Gründung eines Fördervereins »Süddeutsche Vogelwarte e. V.« im Jahre 1919 voraus. 1928 eröffnete der Verein »Süddeutsche Vogelwarte e. V.« schließlich im Scheffelschlösschen auf der Halbinsel Mettnau bei Radolfzell am Bodensee eine Beobachtungsstation. Aus verschiedenen Gründen hatte der Verein ständig finanzielle Sorgen. 1938 musste deshalb die »Vogelwarte« nach zehnjährigem Bestehen geschlossen und der Verein aufgegeben werden. Gut, dass Floericke die Schließung »seiner« Vogelwarte auf der Mettnau nicht miterleben musste. Denn er starb nach längerer Krankheit bereits im Oktober 1934 und wurde in Stuttgart beigesetzt. Floerickes schriftstelleriches Werk umfasst knapp 100 Bücher und über 800 Zeitschriftenbeiträge.

111


BILD LEGENDEN


5.1

BILDLEGENDEN

BildLegende: Auto 2 (Light / Bold / Italic), 9 pt, 13 ZAB, Breite des Bildes

114


Hier die gesamte Tafel 15, lophobranchii, aus W. J. Gordons ­Publikation, illustriert von A. Lambert, veröffentlicht von ­Simpkin, Hamilton, Kent & Co. in London im Jahr 1902.

115


5.1

BILDLEGENDEN

BildLegende: Auto 2 (Light / Bold / Italic), 9 pt, 13 ZAB, rechts oben, am Bildrand

116


Hier die gesamte Tafel 15, lophobranchii, aus W. J. Gordons Publi­kation, illustriert von A. Lambert, veröffentlicht von ­Simpkin, Hamilton, Kent & Co. in London im Jahr 1902.

117


5.1

BILDLEGENDEN

BildLegende: Auto 2 (Light / Bold / Italic), 9 pt, 13 ZAB; Linie: 0,8 pt, Verbindung mit Legende und Bild 118


Hier die gesamte Tafel 15, lophobranchii, aus W. J. Gordons ­Publikation, illustriert von A. Lambert, veröffentlicht von ­Simpkin, Hamilton, Kent & Co. in London im Jahr 1902.

119


5.1

BILDLEGENDEN

BildLegende: Auto 2 (Light / Bold / Italic), 9 pt, 13 ZAB, weiß auf schwarzem Rechteck, vertikal; Linie: 3 pt, Verbindung von Legende und Bild 120


121

Hier die gesamte Tafel 15, lophobranchii, aus W. J. Gordons ­Publikation, illustriert von A. Lambert, veröffentlicht von ­Simpkin, Hamilton, Kent & Co. in London im Jahr 1902.


5.1

BILDLEGENDEN

BildLegende: Auto 2 (Light / Bold / Italic), 9 pt, 13 ZAB, unten rechts, teilweise in Bild integriert

122


Hier die gesamte Tafel 15, lophobranchii, aus W. J. Gordons Publikation, illustriert von A. Lambert, veröffentlicht von ­Simpkin, Hamilton, Kent & Co. in London im Jahr 1902.

123


5.1

BILDLEGENDEN

BildLegende: Auto 2 (Light / Bold / Italic), 9 pt, 13 pt ZAB, in Rahmen integriert; Rahmen: 0,5 pt

124


Hier die gesamte Tafel 15, lophobranchii, aus W. J. Gordons Publikation, illustriert von A. Lambert, veröffentlicht von ­Simpkin, Hamilton, Kent & Co. in London im Jahr 1902.

125


5.1

BILDLEGENDEN

BildLegende: Auto 2 (Regular / Bold / Italic), 10 pt, 15 pt ZAB, weiß, im Kreis, mittig im Bild; Kreis: schwarz, Deckkraft: 72 % 126


Hier die gesamte Tafel 15, lophobranchii, aus W. J. Gordons Publikation, illustriert von A. Lambert, veröffentlicht von ­Simpkin, Hamilton, Kent & Co. in London im Jahr 1902.

127


5.1

BILDLEGENDEN

BildLegende: Auto 2 (Regular / Bold / Italic), 13 pt, 15 pt ZAB, weiß, mittig unter Bild; Rahmen: schwarz 128


Hier die gesamte Tafel 15, lophobranchii, aus W. J. Gordons Publikation, illustriert von A. Lambert, veröffentlicht von ­Simpkin, Hamilton, Kent & Co. in London im Jahr 1902.

129


5.1

BILDLEGENDEN

BildLegende: Auto 2 (Light / Bold / Italic), 9 pt, 13 pt ZAB, unterer Seitenrand; *: Auto 2 (Black Italic); Zahl: Auto 2 (Black Italic), 20 pt / 9 pt 130


*

2

*

1

1 Hier die gesamte Tafel 15, lophobranchii, aus W. J. Gordons Publikation, illustriert von A. Lambert, veröffentlicht von S ­ impkin, Hamilton, Kent & Co. in London im Jahr 1902.

131


5.1

BILDLEGENDEN

TAFEL 15 LOPHOB RANCH BildLegende: Avenir LT Std (Black), 143 pt, 136 ZAB

132


15, B HII 133


5.1

BILDLEGENDEN

BildLegende: Auto 2 (Light / Bold / Italic), 9 pt, 13 pt ZAB, unterer Seitenrand; unter dem Bild 134


Tafel 12: gasterosteidae, centriscidae 91. gasterosteus aculeatus – Three-spined Stickleback | 92. gasterosteus trachurus – Rough-tailed Stickleback | 93. gasterosteus semi­ armatus – Half-armed Stickleback | 94. gasterosteus gymnurus – Smooth-tailed Stickleback | 95. gasterosteus spinulosus – Four-­ spined Stickleback | 96. gasterosteus pungitius – Nine-spined Stickleback | 97. gasterosteus spinachia – Fifteen-spined Stickleback | 98. centriscus scolopax – Trumpet Fish

135


5.1

BILDLEGENDEN

BildLegende: Auto 2 (Light / Bold / Italic), 9 pt, 13 pt ZAB; gleiche Position wie Fische

136


92. gasterosteus trachurus – Rough-tailed Stickleback

94. gasterosteus gymnurus – Smooth-tailed Stickleback

93. gasterosteus semiarmatus – Half-armed Stickleback

95. gasterosteus spinulosus – Four-spined Stickleback

97. gasterosteus spinachia – Fifteen-spined Stickleback

98. centriscus scolopax – Trumpet Fish

91. gasterosteus aculeatus – Three-spined Stickleback

137


5.1

BILDLEGENDEN

BildLegende: Auto 2 (Light), 23 pt, auf Pfad, angepasst an Fischform

138


m o r T 足 h: c u a , x a p olo c s s u c s i r t cen

ch s i f n p e te

139


5.1

BILDLEGENDEN

BildLegende: Adobe Caslon Pro (Regular / Italic), 40 pt, 45 pt ZAB, teilweise hinter Fisch

140


Dieses schöne E ­ xemplar ­eines centriscus scolopax, auch: ­Trompetenfisch, ist der Publikation »Our country’s fishes and how to know them« entnommen.

141


5.1

BILDLEGENDEN

Überschrift Auto 2 (Regular SmCp), 30 pt; Linie: 0,5 pt Benennung: Auto 2 (Light), 12 pt; Linien: 0,5 pt, senkrecht, nicht überschneidend 142


Skull of perch Ectopterygoid Metapterygoid Hyomandibular Premaxillary

Suprascapular

Frontal

Preorbital

Scapular Prefrontal

Opercular

Nasal

Coracoid

Subopercular

Dentary

Articulapy

Preopercular Interopercular

Maxillary Mandible

Branchiostegals Quadrate

143


5.1

BILDLEGENDEN

Überschrift Adobe Caslon Pro (Regular), 18 pt Benennung: Adobe Caslon Pro (Regular), 12 pt, alphabetisch geordnet; Zahlen auf Schädel: Adobe Caslon Pro (Regular), 15 pt 144


20

5

18 6

13

11

16

14

3

2

10

9 8

12

4

17

1

15

19

7

Skull of Perch 1 Articulapy

2 Coracoid

8 Mandible 9 Maxillary

3 Dentary

10 Metapterygoid

5 Frontal

12 Opercular

7 Interopercular

14 Premaxillary

4 Ectopterygoid 6 Hyomandibular

15 Preopercular

16 Preorbital 17 Quadrate

11 Nasal

18 Scapular

13 Prefrontal

20 Suprascalupar

19 Subopercular

145


5.2

BILDLEGENDEN MIT TEXT

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Bild: hinter Text, verringerte Sättigung BildLegende: Adobe Caslon Pro (Regular / Italic), 9 pt; Linie: 0,5 pt, rechts neben Text 146


Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschimmerndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen setzen, nachdem wir bereits am Rohrbarsch gesehen haben, wie stark seelische Er­regung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wis­sen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­ gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­halt­losen Leidenschaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forde­rungen des ewig heißhungrigen Magens wochenlang völlig in den Hinter­grund treten. Es ist nicht poeti­sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahr­heit, wenn man sagt: die Fische er­glü­ hen während der Fortpflanzungsperi­ode unter dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Beispiel dafür bietet unser kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel- und neck­lustige Bitterling (Rho­déus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach sei­nem bitteren und ungenießbaren Fleische hat. Außerhalb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scha­renweise in to­ten, üppig be­wachsenen Fluß­armen aufhält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­lei Art ernährt, nicht sonderlich von der üblichen Färbung an­derer Klein­fische ab: blaugrün auf dem Rücken, silberglänzend an den Seiten, ein tief­grüner Streif von der Körpermitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Be­ginn der Laichzeit erstrahlt das sich dann sehr auf­geregt geberdende Männchen, das dann auch einen eigenartigen kreideweißen Warzenwulst an der Ober­lippe be­kommt, in herrlich schimmernden Regen­bogenfarben. Namentlich in Augen­blicken geschlechtlicher Erregung scheint es förmlich aufzuleuchten (…). Das Weib­chen behält zwar seine schlichte Färbung bei, entwickelt aber dafür eine mehrere Zentimeter lange Lege­röhre von rot­gelber Färbung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß beschrieben wurde, während ihre Bedeutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig er­kannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in einer hochinteressanten Symbiose mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitterlings­pärchen erst einmal eine geeig­nete Muschel ausfindig gemacht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr sei­ne Lie­besbürde anzuvertrauen, da das Weibchen jedesmal nur 1–2 Eier aus­ tre­ten läßt, wobei sich die Legeröhre gewaltig steift, um gleich danach wie­der zu­ sammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fisch­chen sind in ihrem Fortpflan­zungsgeschäft gänz­lich auf die Muschel ange­wiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zu­ stande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasserstrom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben vermöchten.

gasterosteus spinachia – Fifteen-spined Stickleback

tetrodon lagocephalus – Globe Fish

balistes maculatus – Trigger Fish

147


5.2

148

BILDLEGENDEN MIT TEXT

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Bild: rechts neben Text BildLegende: unterer Seitenrand; Auto 2 (Light SmCp / Light), 9 pt; verbunden mit Bild durch Linie: 0,5


Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschimmerndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen setzen, nachdem wir bereits am Rohrbarsch gesehen haben, wie stark seelische Er­regung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wis­sen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­ gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­halt­losen Leidenschaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forde­rungen des ewig heißhungrigen Magens wochenlang völlig in den Hinter­grund treten. Es ist nicht poeti­sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahr­heit, wenn man sagt: die Fische er­glü­ hen während der Fortpflanzungsperi­ode unter dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Beispiel dafür bietet unser kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel- und neck­lustige Bitterling (Rho­déus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach sei­nem bitteren und ungenießbaren Fleische hat. Außerhalb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scha­renweise in to­ten, üppig be­wachsenen Fluß­armen aufhält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­lei Art ernährt, nicht sonderlich von der üblichen Färbung an­derer Klein­fische ab: blaugrün auf dem Rücken, silberglänzend an den Seiten, ein tief­grüner Streif von der Körpermitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Be­ginn der Laichzeit erstrahlt das sich dann sehr auf­geregt geberdende Männchen, das dann auch einen eigenartigen kreideweißen Warzenwulst an der Ober­lippe be­kommt, in herrlich schimmernden Regen­bogenfarben. Namentlich in Augen­blicken geschlechtlicher Erregung scheint es förmlich aufzuleuchten (…). Das Weib­chen behält zwar seine schlichte Färbung bei, entwickelt aber dafür eine mehrere Zentimeter lange Lege­röhre von rot­gelber Färbung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß beschrieben wurde, während ihre Bedeutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig er­kannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in einer hochinteressanten Symbiose mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitterlings­pärchen erst einmal eine geeig­nete Muschel ausfindig gemacht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr sei­ne Lie­besbürde anzuvertrauen, da das Weibchen jedesmal nur 1–2 Eier aus­ tre­ten läßt, wobei sich die Legeröhre gewaltig steift, um gleich danach wie­der zu­ sammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fisch­chen sind in ihrem Fortpflan­zungsgeschäft gänz­lich auf die Muschel ange­wiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zu­ stande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasserstrom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben vermöchten.

gasterosteus spinachia Fifteen-spined Stickleback

balistes maculatus Trigger Fish

tetrodon lagocephalus Globe Fish

149


5.2

BILDLEGENDEN MIT TEXT

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Bild: links neben Text, teilweise in Text integriert BildLegende: Auto 2 (Light Italic / Light), 9 pt; weiß auf schwarz, neben Fisch 150


gasterosteus spinachia – Fifteen-spined Stickleback

tetrodon lagocephalus – Globe Fish

balistes maculatus – Trigger Fish

Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschimmerndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen setzen, nachdem wir bereits am Rohrbarsch ge­ sehen haben, wie stark seelische Er­re­gung die Färbung der Fische zu beein­ flussen vermag, und nachdem wir wis­sen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­halt­losen Leiden­schaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forde­rungen des ewig heiß­hungrigen Magens wochen­ lang völlig in den Hinter­grund treten. Es ist nicht poeti­sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahr­heit, wenn man sagt: die Fische er­­glü­hen während der Fortpflanzungsperi­ode unter dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Beispiel dafür bietet unser kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel- und neck­ lustige Bitterling (Rho­déus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach sei­nem bitteren und ungenießbaren Fleische hat. Außerhalb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scha­renweise in to­ten, üppig be­wachsenen Fluß­armen aufhält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­lei Art ernährt, nicht sonderlich von der üblichen Färbung an­derer Klein­fische ab: blaugrün auf dem Rücken, silberglänzend an den Seiten, ein tief­grüner Streif von der Kör­ permitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Be­ginn der Laichzeit erstrahlt das sich dann sehr auf­geregt geberdende Männchen, das dann auch einen eigenar­ tigen kreideweißen Warzenwulst an der Ober­lippe be­kommt, in herrlich schim­ mernden Regen­bogenfarben. Namentlich in Augen­blicken ge­schlechtlicher Erregung scheint es förmlich aufzuleuchten (…). Das Weib­chen behält zwar seine schlichte Färbung bei, entwickelt aber dafür eine mehrere Zentimeter lange Le­geröhre von rot­gelber Färbung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß beschrieben wurde, während ihre Bedeutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig er­kannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in einer hochinteressanten Symbiose mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitterlings­ pärchen erst einmal eine geeig­nete Muschel ausfindig gemacht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr sei­ne Lie­besbürde anzuvertrauen, da das Weibchen jedesmal nur 1–2 Eier aus­tre­ ten läßt, wobei sich die Legeröhre gewaltig steift, um gleich danach wie­der zu­sammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fisch­chen sind in ihrem Fortpflan­zungsgeschäft gänz­lich auf die Muschel ange­wiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zu­stande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasserstrom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben vermöchten.

151


T A B E


L

L

E

N


6.1

154

Überschrift: Kategorien: INhalt: Zusatz:

TABELLE

Auto 2 (Regular SmCp), 9 pt Auto 2 (Regular SmCp), 9 pt; Linien: 1 pt, 2 pt Auto 2 (Light), 9 pt, zentriert Auto 2 (Light), 9 pt


Bestimmungen für Fischfang im B ­ undesland Brandenburg Fischarten

Schonzeit

Mindestmaße

Aal

­—

45 cm

Äsche

01. 12. – 31. 05.

30 cm

Aland

30 cm

Bachforelle

01.10. – 30. 04.

28 cm

Bachsaibling

01.10. – 30. 04.

25 cm

Barbe

01. 05. – 31. 07.

40 cm

Blaufelchen

01. 10. – 31. 12.

30 cm

Döbel

30 cm

Hecht

01. 10. – 30. 4.

45 cm

Lachs

01. 10. – 31. 03.

45 cm

Meerforelle

01. 10. – 31. 03.

40 cm

Karpfen

35 cm

Quappe

30 cm

Rapfen

01. 04. – 30. 06.

40 cm

Schleie

25 cm

Seeforelle

01. 10. – 31. 03.

60 cm

Wels

75 cm

Zander

01. 01. – 31. 03.

45 cm

Zope

01. 03. – 31. 05.

20 cm

Regenbogenforelle

01. 10. – 30. 04.

25 cm

* Das ganze Jahr geschützte Fischarten: Bachneunauge, Bitterling, Bachschmerle, Elritze, Gründling, Moder­ lieschen, Nase, Stör, Schlammpeitzger, Schneider, Steinbeiser, Zaerthe, Ziege

155


6.1

156

Überschrift: Kategorien: INhalt: Zusatz:

TABELLE

Adobe Caslon Pro (Semibold Italic), 15 pt, 21 pt ZAB Adobe Caslon Pro (Semibold Italic), 12 pt; Linien: 1 pt Adobe Caslon Pro, 9 pt Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB


B E S T I M M U N G E N F Ü R F I S C H FA N G I M ­B U N D E S L A N D B R A N D E N B U RG F I S C H A RT E N S C H O N Z E I T M I N D EST M A S S E

Aal

­—

45 cm

Aland

30 cm

Äsche

01. 12. – 31. 05.

30 cm

Bachforelle

01.10. – 30. 04.

28 cm

Barbe

01. 05. – 31. 07.

40 cm

Bachsaibling Blaufelchen

Döbel

01.10. – 30. 04.

01. 10. – 31. 12. —

25 cm 30 cm 30 cm

Hecht

01. 10. – 30. 4.

45 cm

Meerforelle

01. 10. – 31. 03.

40 cm

Lachs

Karpfen Quappe

01. 10. – 31. 03. — —

45 cm 35 cm 30 cm

Rapfen

01. 04. – 30. 06.

40 cm

W

01. 10. – 31. 03.

60 cm

Zander

01. 01. – 31. 03.

45 cm

Regenbogenforelle

01. 10. – 30. 04.

25 cm

Schleie

Wels

Zope

— —

01. 03. – 31. 05.

25 cm

75 cm

20 cm

Das ganze Jahr geschützte Fischarten: Bachneunauge, Bitterling, Bachschmerle, Elritze, Gründling, Moderlieschen, Nase, Stör, Schlammpeitzger, Schneider, Steinbeiser, Zaerthe, Ziege

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6.1

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Überschrift: Kategorien: INhalt: Zusatz:

TABELLE

Auto 2 (Regular), 15 pt, 21 pt ZAB Auto 2 (Semibold Italic), 12 pt; Linien: 1 pt Auto 2, 9 pt Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB


e tm aß M ind

es

on ze it Sc h

Fis

ch

art

en

Be im stim ­Bu m nd un es ge lan n f d B ür F ra isc nd hf en an bu g rg Aal

45 cm

Äsche

01. 12. – 31. 05.

30 cm

Aland

30 cm

Bachforelle

01.10. – 30. 04.

28 cm

Bachsaibling

01.10. – 30. 04.

25 cm

Barbe

01. 05. – 31. 07.

40 cm

Blaufelchen

01. 10. – 31. 12.

30 cm

Döbel

30 cm

Hecht

01. 10. – 30. 04.

45 cm

Lachs

01. 10. – 31. 03.

45 cm

Meerforelle

01. 10. – 31. 03.

40 cm

Karpfen

35 cm

Quappe

30 cm

Rapfen

01. 04. – 30. 06.

40 cm

Schleie

25 cm

01. 10. – 31. 03.

60 cm

75 cm

Zander

01. 01. – 31. 03.

45 cm

Zope

01. 03. – 31. 05.

20 cm

Regenbogenforelle

01. 10. – 30. 04.

25 cm

Seeforelle Wels

Das ganze Jahr geschützte Fischarten: Bachneunauge, Bitterling, Bachschmerle, Elritze, Gründling, ­Moderlieschen, Nase, Stör, Schlammpeitzger, Schneider, Steinbeiser, Zaerthe, Ziege,

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6.2

160

Überschrift: Kategorien: INhalt: Zusatz: Text:

TABELLE MIT TEXT

Auto 2 (Regular SmCp), 9 pt Auto 2 (Regular SmCp), 9 pt; Linien: 1 pt, 2 pt Auto 2 (Light), 9 pt, zentriert Auto 2 (Light), 9 pt Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB


Bestimmungen für Fischfang im ­Bundesland Brandenburg Fischarten

Schonzeit

Mindestmaße

Aal

­—

45 cm

Äsche

01. 12. – 31. 05.

30 cm

Aland

30 cm

Bachforelle

01.10. – 30. 04.

28 cm

Bachsaibling

01.10. – 30. 04.

25 cm

Barbe

01. 05. – 31. 07.

40 cm

Blaufelchen

01. 10. – 31. 12.

30 cm

Döbel

30 cm

Hecht

01. 10. – 30. 4.

45 cm

Lachs

01. 10. – 31. 03.

45 cm

Meerforelle

01. 10. – 31. 03.

40 cm

Karpfen

35 cm

Quappe

30 cm

Rapfen

01. 04. – 30. 06.

40 cm

Schleie

25 cm

Seeforelle

01. 10. – 31. 03.

60 cm

Wels

75 cm

Zander

01. 01. – 31. 03.

45 cm

Zope

01. 03. – 31. 05.

20 cm

Regenbogenforelle

01. 10. – 30. 04.

25 cm

* Das ganze Jahr geschützte Fischarten: Bachneunauge, Bitterling, Bachschmerle, Elritze, Gründling, Moder­ lieschen, Nase, Stör, Schlammpeitzger, Schneider, Steinbeiser, Zaerthe, Ziege

Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschimmerndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen set­zen, nachdem wir bereits am Rohbarsch gesehen haben, wie stark seelische Er­regung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wissen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­halt­losen Leidenschaft beherrscht, daß ihr ge­ genüber selbst die Forde­rungen des ewig heißhungrigen Ma­ gens wochenlang völlig in den Hinter­grund treten. Es ist nicht poetische Übertreibung, sondern es ist nackte Wahrheit, wenn man sagt: die Fische er­glü­hen während der Fortpflanzungs­­ periode unter dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Bei­ spiel dafür bietet unser kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm

lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel- und necklustige ­Bitterling (Rhodéus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den ­Namen nach seinem bitteren und ungenießbaren Fleische hat. ­Außerhalb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scha­renweise in to­ten, üppig be­wachsenen Fluß­ armen aufhält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­ lei Art ernährt, nicht sonderlich von der ­üblichen Färbung an­derer Klein­fische ab: blaugrün auf dem Rü­ cken, silberglänzend an den Seiten, ein tief­grüner Streif von der Körpermitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Be­ginn der Laich­ zeit erstrahlt das sich dann sehr aufgeregt geberdende Männ­ chen, das dann auch einen eigenartigen kreideweißen Warzen­ wulst an der Oberlippe be­kommt, in herrlich schimmernden Regenbogenfarben.

161


6.2

162

Überschrift: Kategorien: INhalt: Zusatz: Text:

TABELLE MIT TEXT

Auto 2 (Regular SmCp), 9 pt Auto 2 (Regular SmCp), 9 pt; Linien: 1 pt, 2 pt Auto 2 (Light), 9 pt, zentriertAuto 2 (Light), 9 pt; unterlegt: schwarz 8 % Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB


Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschim­ merndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen set­zen, nachdem wir bereits am Rohbarsch gesehen haben, wie stark seelische Er­regung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wissen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­halt­losen Leiden­ schaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forde­rungen des ewig heiß­ hungrigen Magens wochenlang völlig in den Hinter­grund treten.

Bestimmungen für Fischfang im ­Bundesland Brandenburg Fischarten

Schonzeit

Mindestmaße

Aal

­—

45 cm

Äsche

01. 12. – 31. 05.

30 cm

Aland

30 cm

Bachforelle

01.10. – 30. 04.

28 cm

Bachsaibling

01.10. – 30. 04.

25 cm

Barbe

01. 05. – 31. 07.

40 cm

Blaufelchen

01. 10. – 31. 12.

30 cm

Döbel

30 cm

Hecht

01. 10. – 30. 4.

45 cm

Lachs

01. 10. – 31. 03.

45 cm

Meerforelle

01. 10. – 31. 03.

40 cm

Karpfen

35 cm

Quappe

30 cm

Rapfen

01. 04. – 30. 06.

40 cm

Schleie

25 cm

Seeforelle

01. 10. – 31. 03.

60 cm

Wels

75 cm

Zander

01. 01. – 31. 03.

45 cm

Zope

01. 03. – 31. 05.

20 cm

Regenbogenforelle

01. 10. – 30. 04.

25 cm

* Das ganze Jahr geschützte Fischarten: Bachneunauge, Bitterling, Bachschmerle, Elritze, Gründling, Moder­ lieschen, Nase, Stör, Schlammpeitzger, Schneider, Steinbeiser, Zaerthe, Ziege Es ist nicht poetische Übertreibung, sondern es ist nackte Wahrheit, wenn man sagt: die Fische er­glü­hen während der Fortpflanzungs­­periode unter dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Beispiel dafür bietet unser kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel- und necklustige ­Bitterling (Rhodéus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach s­ einem bitteren und ungenießbaren Fleische hat.

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6.2

164

Überschrift: Kategorien: INhalt: Zusatz: Text:

TABELLE MIT TEXT

Auto 2 (Regular SmCp), 9 pt Auto 2 (Regular SmCp), 9 pt; Linien: 1 pt, 2 pt Auto 2 (Light), 9 pt, rechtsbündig Auto 2 (Light), 9 pt Auto 2 (Light), 9 pt, 13 pt ZAB


Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschim­ merndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen set­zen, nachdem wir bereits am Rohbarsch gesehen haben, wie stark seelische Er­ re­gung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir ­wissen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­halt­losen Leidenschaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forde­ rungen des ewig heißhungrigen Magens wochenlang völlig in den Hinter­ grund treten. Es ist nicht poetische Übertreibung, sondern es ist nackte Wahrheit, wenn man sagt: die Fische er­glü­hen während der Fortpflanzungs­­periode unter dem heißen Hauch der Liebe.

Bestimmungen für Fischfang im ­Bundesland Brandenburg Fischarten

Schonzeit

Mindestmaße

Aal

­—

45 cm

Äsche

01. 12. – 31. 05.

30 cm

Aland

30 cm

Bachforelle

01.10. – 30. 04.

28 cm

Bachsaibling

01.10. – 30. 04.

25 cm

Barbe

01. 05. – 31. 07.

40 cm

Blaufelchen

01. 10. – 31. 12.

30 cm

Döbel

30 cm

Hecht

01. 10. – 30. 4.

45 cm

Lachs

01. 10. – 31. 03.

45 cm

Meerforelle

01. 10. – 31. 03.

40 cm

Karpfen

35 cm

Quappe

30 cm

Rapfen

01. 04. – 30. 06.

40 cm

Schleie

25 cm

Seeforelle

01. 10. – 31. 03.

60 cm

Wels

75 cm

Zander

01. 01. – 31. 03.

45 cm

Zope

01. 03. – 31. 05.

20 cm

Regenbogenforelle

01. 10. – 30. 04.

25 cm

* Das ganze Jahr geschützte Fischarten: Bachneunauge, Bitterling, Bachschmerle, Elritze, Gründling, Moder­ lieschen, Nase, Stör, Schlammpeitzger, Schneider, Steinbeiser, Zaerthe, Ziege

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6.2

TABELLE MIT TEXT

Daß, wie eben erwähnt wurde, manche Fische zur Laichzeit ein farbenschim­ merndes Hochzeitskleid anlegen, wird uns nicht weiter in Erstaunen set­zen, nachdem wir bereits am Rohrbarsch gesehen haben, wie stark seelische Er­regung die Färbung der Fische zu beeinflussen vermag, und nachdem wir wis­sen, daß die All­gewalt der Liebe auch bei den kaltblütigen Fischen nichts von ihrer Macht ein­ gebüßt hat, sie vielmehr zu gewissen Zeiten mit einer so rück­halt­losen Leiden­ schaft beherrscht, daß ihr gegenüber selbst die Forde­rungen des ewig heißhung­ rigen Magens wochenlang völlig in den Hinter­grund treten. Es ist nicht poeti­sche Übertreibung, sondern es ist nackte Wahr­heit, wenn man sagt: die Fische er­glü­ hen während der Fortpflanzungsperi­ode unter dem heißen Hauch der Liebe Ein prächtiges Beispiel dafür bietet unser kleinster Karpfenfisch, der nur 6–7 cm lang werdende, flinke und anmutige, ewig spiel- und neck­lustige Bitterling (Rho­déus amárus) oder Schneiderkarpfen, der den Namen nach sei­nem bitteren und unge­ nießbaren Fleische hat. Außerhalb der Laichzeit weicht das zier­liche Fischlein, das sich am liebsten scha­renweise in to­ten, üppig be­wachsenen Fluß­armen auf­ hält und hier schlecht und recht von Gewürm und Pflanzenkost aller­lei Art er­ nährt, nicht sonderlich von der üblichen Färbung an­derer Klein­fische ab: blau­ grün auf dem Rücken, silberglänzend an den Seiten, ein tief­grüner Streif von der Körpermitte bis zur Schwanzwurzel. Aber mit Be­ginn der Laichzeit erstrahlt das sich dann sehr auf­geregt geberdende Männchen, das dann auch einen eigenarti­ gen kreideweißen Warzenwulst an der Ober­lippe be­kommt, in herrlich schim­ mernden Regen­bogenfarben. Namentlich in Augen­blicken geschlechtlicher Erre­ gung scheint es förmlich aufzuleuchten (…). Das Weib­chen behält zwar seine schlichte Färbung bei, entwickelt aber dafür eine mehrere Zentimeter lange Lege­röhre von rot­gelber Färbung, die trotz ihrer Auffälligkeit erst 1857 durch Krauß beschrieben wurde, während ihre Bedeutung und Funktion erst 1869 durch Noll richtig er­kannt wurde. Der Bitterling lebt nämlich in einer hochinteressanten Symbiose mit der Malermuschel (…). Hat ein Bitterlings­pärchen erst einmal eine geeig­nete Muschel ausfindig gemacht, so sucht es sie wiederholt heim, um ihr sei­ne Lie­besbürde anzuvertrauen, da das Weibchen jedesmal nur 1–2 Eier aus­ tre­ten läßt, wobei sich die Legeröhre gewaltig steift, um gleich danach wie­der zu­ sammenzufallen und am Schluß der Laichperiode gänzlich einzuschrumpfen. Die Fisch­chen sind in ihrem Fortpflan­zungsgeschäft gänz­lich auf die Muschel ange­wiesen, denn die Jungen entschlüpfen den Eiern in einem so unreifen Zu­ stande, daß sie außerhalb der schützenden und stets einen frischen Wasserstrom unterhaltenden Kiemen gar nicht zu leben vermöchten.

166

Überschrift: Kategorien: INhalt: Zusatz: Text:

Adobe Caslon Pro (Semibold Italic), 15 pt, 21 pt ZAB Adobe Caslon Pro (Semibold Italic), 12 pt; Linien: 1 pt Adobe Caslon Pro, 9 pt Adobe Caslon Pro, 9 pt, 13 pt ZAB Adobe Caslon Pro, 9 pt, 13 pt ZAB


B E S T I M M U N G E N F Ü R F I S C H FA N G I M ­B U N D E S L A N D B R A N D E N B U RG F I S C H A RT E N S C H O N Z E I T M I N D EST M A S S E

Aal

Äsche Aland

­—

01. 12. – 31. 05. —

45 cm

30 cm 30 cm

Bachforelle

01.10. – 30. 04.

28 cm

Barbe

01. 05. – 31. 07.

40 cm

30 cm

Bachsaibling Blaufelchen

Döbel

01.10. – 30. 04.

01. 10. – 31. 12.

25 cm 30 cm

Hecht

01. 10. – 30. 4.

45 cm

Meerforelle

01. 10. – 31. 03.

40 cm

Lachs

Karpfen Quappe

01. 10. – 31. 03. — —

45 cm 35 cm 30 cm

Rapfen

01. 04. – 30. 06.

40 cm

W

01. 10. – 31. 03.

60 cm

Zander

01. 01. – 31. 03.

45 cm

Regenbogenforelle

01. 10. – 30. 04.

25 cm

Schleie

Wels

Zope

— —

01. 03. – 31. 05.

25 cm

75 cm

20 cm

Das ganze Jahr geschützte Fischarten: Bachneunauge, Bitterling, Bachschmerle, Elritze, Gründling, Moderlieschen, Nase, Stör, Schlammpeitzger, Schneider, Steinbeiser, Zaerthe, Ziege

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PA G I N

A


170

7.1

PAGINA OHNE KOLUMNENTITEL

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Auto 2 (Light LF), 8 pt; neben äußerem Steg, über oberem Steg


171

Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.


7.1

PAGINA OHNE KOLUMNENTITEL

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Auto 2 (Bold Italic) 12 pt; nur auf rechter Seite; mittig auf äußerem Steg


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

172 – 173


7.1

PAGINA OHNE KOLUMNENTITEL

Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Auto 2 (Bold Italic) 60 pt; nur auf rechter Seite; angeglichen mit Satzspiegel


175 Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.


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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Univers (57 Condensed) 20 pt; innen: am Steg, aktuelel Seitenzahl; außen: vorhergehende und nachfolgende Seitenzahlen im Anschnitt

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Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.


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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Auto 2 (Italic), 10 pt; Balken: schwarz 13 %, Linie: 0,3 pt; nur auf rechter Seite


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

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180 Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Auto 2 (Bold Italic) 330 pt, schwarz 13 %; als Hintergrund


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen.

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Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.


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182/1 Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Adobe Caslon Pro (Bold Italic) 330 pt; teilweise über Text


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Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen.

Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.


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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Chaparral Pro (Bold), 300 pt; nur auf rechter Seite; als Pfad, Text hinter Form


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.


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Text: Auto 2 (Light ), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Auto 2 (Black SmCp), 9 pt; nur auf rechter Seite; rechts von Satzspiegel Kolumnentitel: Auto 2 (Light SmCp), 9 pt; Links von Seitenzahl; Linie: 0,5 pt


Einheimische Fische und ihre Verbreitung 187

Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.


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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Auto 2 (Light SmCp), 9 pt; nur auf rechter Seite; bündig mit Satzspiegel Kolumnentitel: Auto 2 (Light SmCp), 9 pt; links von Pagina


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

Einheimische Fische und ihre Verbeitung 188 / 189


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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Chaparral Pro (Bold Italic), 9 pt; nur auf rechter Seite;rechts von Linie: 0,5 pt, bündig mit Satzspiegel Kolumnentitel: Chaparral Pro (Italic), 9 pt, links von Linie


Einheimische Fische und ihre Verbreitung

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Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.


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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Auto 2 (Bold Italic), 60 pt; nur auf rechter Seite; bündig mit Satzspiegel Kolumnentitel: Auto 2 (Regular SmCp), 10 pt, nach Seitenzahl


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Einheimische Fische und ihre Verbreitung

Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.


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Einheimische Fische und ihre Verbreitung Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Adobe Caslon Pro (Bold Italic) 60 pt; oben auf äußerem Steg, vertikal Kolumnentitel: Adobe Caslon Pro (Bold Italic), 12 pt; nach Seitenzahl, vertikal


195 Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.

Einheimische Fische und ihre Verbreitung

Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen.


PAGINA MIT KOLUMNENTITEL

96

Einheimische Fische und ihre Verbreitung

7.2

Text: Auto (Light), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Letter Gothic Std (Bold) 47 pt; unten auf linkem Steg, vertikal Kolumnentitel: Letter Gothic Std (Medium), 12 pt, 10 pt ZAB; vertikal; nach Linie: 0,5 pt


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Einheimische Fische und ihre Verbreitung

Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen. Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.


198 EINHEIM FISC 7.2

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Text: Auto 2 (Light), 9 pt, 13 ZAB Pagina: Helvetica Neue (Thin Condensed), 200 pt; schwarz: 23 %; oben links und unten rechts, Anschnitt; Kolumnentitel: Helvetica Neue (Thin Condensed), 200 pt; mittig, hinter Text


Das ganze Dasein der »wohligen« Fische (von lateinisch piscis »Fisch«) ist ein fast ununter­brochenes Hetzen und Jagen, Verfolgen und Verfolgtwerden, alles dreht sich bei ihnen ums Fressen oder Ge­fressenwerden, solange nicht für mehr oder minder kurze Zeit der allmächtige Fortpflanzungsinstinkt alles ­andere in den Hintergrund drängt, die sonst Unersättlichen zu wochen- und mo­nate­ langem Fasten verurteilt und ganze Millionenheere zu weiten Wanderungen veranlaßt, die in der rücksichtslosen, fast brutalen Art ihrer Ausfüh­rung etwas geradezu Fanatisches und Hyp­notisierendes an sich haben. … Selbst dem Laien, der öfters vor einem Aquarium gestanden hat, wird bald auf­ fallen, daß er die Fische eigentlich jedesmal und zu jeder Tages- oder Nacht­zeit in mehr oder minder lebhafter Bewegung, jedenfalls fast nie ganz ohne solche vorfindet. Bei einigem Nachdenken muß er sich schließlich ganz von selbst fragen, ob denn diese unermüdlichen Tiere eigentlich überhaupt nicht schlafen. Diese Frage ist keineswegs so naiv, wie sie auf den ersten Anblick erscheinen mag, denn bis in die neueste Zeit hinein haben auch angesehene Fachgelehrte der Meinung zugeneigt, daß die Fische tatsächlich überhaupt keines Schlafes bedürfen.

MISCHE HE Daß diese Anschauung so lange Zeit hindurch sich behaupten konnte, wird er­klärlicher, wenn wir bedenken, daß das Hauptzeichen echten Schlafes – das geschlossene Auge – bei der Mehrzahl der Fische in Wegfall kommt, indem sie keine Augenlider haben. Das sonst so bewegliche Fisch­auge bleibt aber im Schlafe starr und ruhig, ohne jedoch seine Funktion völlig auszusetzen. Und das ist auch nötig, denn da das Gehör bei der großen Mehrzahl der Fische fast völlig versagt, muß das offene Auge ihren Schlaf behüten, wohingegen bei dem schlafenden Menschen das Gehör nicht gänzlich außer Funktion tritt und ihm eine herannahende Gefahr oft noch rechtzeitig genug verrät. Wir müssen übrigens zweierlei Arten von Schlaf bei den Fischen unterscheiden, nämlich einerseits den lethargischen Erstarrungszustand, in den gewisse ­Fische während der Winterkälte oder Sommerdürre für längere Zeit verfallen, der also ganz dem Winter- oder Sommerschlaf gewisser Säuger, Kriechtiere und Lur­che entspricht, und andrerseits den eigentlichen Nacht-, bezüglich Tagesschlaf. Der erstere ist ja schon seit längerer Zeit bekannt. Wir wissen, daß alle Fische, die bekanntlich zu den Kaltblütern gehören, nur in­nerhalb bestimmter Temperaturgrenzen zu existieren und nur bei einem ge­ wissen Temperaturoptimum ihre volle Lebenstätigkeit zu entfalten ver­mögen. Freilich sind diese Temperaturzonen bei den einzelnen Arten außer­ordent­ lich verschieden, was ja nicht weiter Wunder nehmen kann, wenn wir be­denken, daß manche Fische zwischen den Eisschollen der Nordmeere sich tummeln, andere dagegen in den lauwarmen Wassern der tropischen Riesenströme oder gar in heißen Quellen wohnen, die wie diejenigen von Aix eine Wärme von 45 °Celsius aufweisen.


V ER Z EICH N  I S S E


8.1

202

Überschrift: Kapitel: Unterkapitel: Seitenzahlen:

INHALTSVERZEICHNIS

Auto 2 (Light SmCp), 20 pt Auto 2 (Light Italic), 10 pt Auto 2 (Light), 10 pt, 15 pt ZAB Auto 2 (Light), 10 pt, 15 pt ZAB, vor Unterkapitel


INHALT Die Familie der Petromyzontidae 24 Bachneunaugen Die Familie der Acipanseridas 27 Adriastรถr 28 Hausen 29 Sibirischer Stรถr 30 Sterlet 32 Sternhausen 35 Gemeiner Stรถr Die Familie der Polyodontidae 36 Lรถffelstรถr Die Familie der Anguillidas 37 Aal Die Familie der Salmonidae 40 Huchen 43 Regenbogenforelle 45 Bachforelle 49 Seeforelle 52 Seesaibling 55 Bachsaibling

203


8.1

INHALTSVERZEICHNIS

204

Überschrift: Kapitel: Unterkapitel: Seitenzahlen:

Adobe Caslon Pro (Italic), 18 pt Adobe Caslon Pro (Italic), 7 pt Adobe Caslon Pro (Regular), 10 pt, 15 pt ZAB Adobe Caslon Pro (Regular), 10 pt, 15 pt ZAB


Inhalt Die Familie der Petromyzontidae

24

Bachneunaugen Die Familie der Acipanseridas

27 28 29 30 32 35

Adriastรถr Hausen Sibirischer Stรถr Sterlet Sternhausen Gemeiner Stรถr

Die Familie der Polyodontidae

36

Lรถffelstรถr Die Familie der Anguillidas

37

40 43 45 49 52 55

Aal Die Familie der Salmonidae

Huchen Regenbogenforelle Bachforelle Seeforelle Seesaibling Bachsaibling

205


8.1

206

Überschrift: Kapitel: Unterkapitel: Seitenzahlen:

INHALTSVERZEICHNIS

Adobe Caslon Pro (Italic), 20 pt; Wellenlinie: 4 pt Adobe Caslon Pro (Italic), 12 pt Adobe Caslon Pro (Regular), 10 pt, 15 pt ZAB Adobe Caslon Pro (Regular), 10 pt, 15 pt ZAB, verbunden mit Unterkapitel: Wellenlinie: 2 pt


I N H A LT Die Familie der Petromyzontidae

Bachneunaugen 24

Die Familie der Acipanseridas Adriastรถr

Hausen Sibirischer Stรถr Sterlet Sternhausen Gemeiner Stรถr

Die Familie der Polyodontidae Lรถffelstรถr

Die Familie der Anguillidas Aal

Die Familie der Salmonidae Huchen Regenbogenforelle Bachforelle Seeforelle Seesaibling Bachsaibling

27

28 29 30 32 35 36 37 40 43 45 49 52 55

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8.1

208

Überschrift: Kapitel: Unterkapitel: Seitenzahlen:

INHALTSVERZEICHNIS

Adobe Caslon Pro (Bold), 20 pt, Linie: 1,5 pt Adobe Caslon Pro (Italic), 9 pt, Linien: 1 pt Adobe Caslon Pro (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Adobe Caslon Pro (Bold), 9 pt, hinter Unterkapitel


I N H A LT

Die Familie der Petromyzontidae

Bachneunaugen 24

Die Familie der Acipanseridas

Adriastรถr 27 Hausen 28 Sibirischer Stรถr 29 Sterlet 30 Sternhausen 32 Gemeiner Stรถr 35

Die Familie der Polyodontidae

Lรถffelstรถr 36

Die Familie der Anguillidas

Aal 37

Die Familie der Salmonidae

Huchen 40 Regenbogenforelle 43 Bachforelle 45 Seeforelle 49 Seesaibling 52 Bachsaibling 55

209


8.1

210

Überschrift: Kapitel: Unterkapitel: Seitenzahlen:

INHALTSVERZEICHNIS

Stone Serif (Medium Italic), 100 pt Auto 2 (Regular), 10 pt, weiß auf schwarz Auto 2 (Regular), 10 pt, 15 pt ZAB Stone Serif (Medium), 10 pt


INHALT DIE FAMILIE DER PETROMYZONTIDAE B A C H N E U N A U G E N Seite 24 – 26

DIE FAMILIE DER ACIPANSERIDAS A D R I A S T Ö R Seite 27 H A U S E N Seite 28 S I B I R I S C H E R STÖR Seite 29 S T E R L E T Seite 30 – 31 S T E R N H A U S E N Seite 32 – 34 G E M E I N E R S T Ö R Seite 35

DIE FAMILIE DER POLYODONTIDAE L Ö F F E L S T Ö R Seite 36

DIE FAMILIE DER ANGUILLIDAS A A L Seite 37 – 39

DIE FAMILIE DER SALMONIDAE H U C H E N Seite 40 – 42 R E G E N B O G E N F O R E L L E Seite 43 – 44 B A C H F O R E L L E Seite 45 – 48 S E E F O R E L L E Seite 49 –51 S E E S A I B L I N G Seite 52 – 54 B A C H S A I B L I N G Seite 55

211


8.1

212

Überschrift: Kapitel: Unterkapitel: Seitenzahlen:

INHALTSVERZEICHNIS

Adobe Caslon Pro (Light Italic), 36 pt; auf Kreispfad Adobe Caslon Pro (Italic), 12 pt; auf Kreispfad Adobe Caslon Pro (Regular), 12 pt Adobe Caslon Pro (Bold), 12 pt


a h n I lt Fa Die

ida

24 Bachneunaugen

s

27 Adriastรถr

29 Sibirischer Stรถr

30 Sterlet

32 Sternhausen

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37 Aal

40 Huchen 43 Regenbogenforelle 49 Seeforelle

45 Bachforelle 52 Seesaibling

55 Bachsaibling

213


8.3

REGISTER

Register: Adobe Caslon Pro (Regular), 9 pt; 4 Spalten Buchstaben: Adobe Caslon Pro (Bold), 10 pt Seitenzahlen: Adobe Caslon Pro (Regular), 9 pt 222


A Aal 21, 67, *69 Aalleiter 72 Aalmutter 67 Aalraupe 97 Abramis brama 60 Acerina cernua 28 Acerina schraetser 27 Acipenser 98 Aland 59 Alandblecke 62 Alburnus alburnus 61 Alburnus bipunctatus 62 Alburnus mento 62 Alse 101 Anableps tetrophthalmus 37 Anguilla vulgaris 67 Äsche 90 Aspius aspius 60 Aspro streber 27 Aspro zingel 27

B Bachneunauge 99 Bachsaibling 90 Barbe 21 Barbus fluviatilis 21 Barbus petenyl 21 Barsch 65 Bartgrundel 13 Berschik 27 Bitterling 39, 40 Blaufelchen 91 Blei 60 Blicca björkna 60 Blikke 60 Brassen 60 Breitschädel 17

C Carassius carassius *55 Chondostroma nasus 62 Clupea alosa 101 Cobitis barbatula 13 Cobitis fossilis 10 Cobitis taenia *12 Coregonus albula 91 Coregonus hiemalis 92 Coregonus lavaretus 91 Coregonus oxyrhynchus 92 Coregonus wartmanni 91

Cottus gobio 15, *16 Cyprinus carpio 48

D Darmatmung 14 Dickkopf 17 Döbel 58 Donaulachs 88 Dünnbauch 34 Durstgefühl 54

H Hai 6 Hakenlachs *77 Hecht 92 Hochzeitskleid 39 Huchen 88

IJ Jahresringe 80 Ichthyophonus hoferi 84

Makrele 99 Malermuschel *40, 41 Maräne, große 91 Maulbrüter 9 Mäusefresser 58 Meerforelle 89 Messerkarpfen 34 Moderlieschen *33 Mühlkoppe 17

N E

K

Elritze 57 Entwicklung des Eis 86, *87 Esox lucius 92

Karausche *55 Karpfen 7, 8, 48, 65 Katzenhai 6, 9 Katzenwels 35 Kaulbarsch 28 Kaulhäuptlein 17 Kaulquappe 17 Kautzenkopf 17 Kiemenapparate 15 Kiemenatmung 14 Kilch 92 Körper, »roter« 54 Kropffelchen 92 Kulheet 17

F Farbenblindheit 38 Färbung 17 Farbwechselvermögen 19 Finte 101 Fischauge 36 Fischzucht, künstliche 85 Flußbarbe 21 Flußbarsch 22, *23 Föhrchen 84 Forelle 12, 15, 66, 81 Forellenbarsch 28

G Gähnen 10 Gasterosteus aculeatus 42 Gasterosteus pungitius 47 Gefühlssinn 32 Gehörorgan 29 Geruchssinn 35 Geschmackssinn 35, 36 Giftwaffen 20 Glasaal 71 Glöckchen 36 Gobio gobio 56 Gobio uranoscopus 57 Goldfisch 56 Goldorfe 59 Greßling 56 Groppe 15, *16 Grotzfisch 17 Grundforelle 90 Gründling 56, *57 Güster 60

L Lachs 70, 75 Lachsforelle 89 Lamprete 99 Lauben 62 Lederkarpfen 48 Legeröhre 40 Leptocephalus brevirostris 70 Lernfähigkeit 66 Leucaspius delineatus 33 Leuchtorgane 19 Leuciscus cephalus 58 Leuciscus erythrophthalmus 59 Leuciscus idus 59 Leuciscus rutilus 59 Lippfisch 9 Lota lota 97 Lucioperca sandra 26 Lucioperca volgensis 27

Nase 62 Neunauge 99

O Osmerus eperlanus 90 Otolith 29 Oval 54

P Panzerwels 9 Papst 17 Pelecus cultratus 34 Perca fluviatilis 22 Petromyzon fluviatilis 100 Petromyzon marinus 99 Petromyzon planeri 99 Pfaffenlaus 28 Pfäffikonmaräne 91 Pfrillen 58 Phototaxis 64 Phoxinus laevis 57 Plötze 59 Pricke 100

Q Quappe 97 Querder 100

R Rapfen 60 Regenbogenforelle 90 Rhodeus amarus 39 Roche 6 Rotauge 59 Rotzkober 17 Rümpchen 58

M Maifisch 101 Maiforelle 90 Mairenke 62

S Saibling 89 Salm 76

223


8.3

REGISTER

Register: Auto 2 (Light), 9 pt; 4 Spalten Buchstaben: Auto 2 (Black), 10 pt Seitenzahlen: Auto 2 (Light), 9 pt; rechtsbündig, verbunden mit Punkten 224


A Aal........................... 21, 67, *69 Aalleiter............................... 72 Aalmutter............................ 67 Aalraupe...............................97 Abramis brama................... 60 Acerina cernua.................... 28 Acerina schraetser...............27 Acipenser............................ 98 Aland................................... 59 Alandblecke........................ 62 Alburnus alburnus............... 61 Alburnus bipunctatus......... 62 Alburnus mento.................. 62 Alse......................................101 Anableps tetrophthalmus ...37 Anguilla vulgaris................. 67 Äsche................................... 90 Aspius aspius...................... 60 Aspro streber.......................27 Aspro zingel.........................27

B Bachneunauge.................... 99 Bachsaibling....................... 90 Barbe.................................... 21 Barbus fluviatilis.................. 21 Barbus petenyl..................... 21 Barsch..................................65 Bartgrundel ......................... 13 Berschik...............................27 Bitterling........................39, 40 Blaufelchen.......................... 91 Blei...................................... 60 Blicca björkna ..................... 60 Blikke................................... 60 Brassen............................... 60 Breitschädel......................... 17

C Carassius carassius...........*55 Chondostroma nasus......... 62 Clupea alosa.......................101 Cobitis barbatula................. 13 Cobitis fossilis......................10 Cobitis taenia..................... *12 Coregonus albula................. 91 Coregonus hiemalis............ 92 Coregonus lavaretus............ 91 Coregonus oxyrhynchus..... 92 Coregonus wartmanni......... 91

Cottus gobio................. 15, *16 Cyprinus carpio................... 48

D Darmatmung....................... 14 Dickkopf............................... 17 Döbel................................... 58 Donaulachs......................... 88 Dünnbauch......................... 34 Durstgefühl......................... 54

H Hai............................................6 Hakenlachs.......................... *77 Hecht..................................... 92 Hochzeitskleid....................... 39 Huchen.................................. 88

IJ Jahresringe.............................80 Ichthyophonus hoferi............ 84

Makrele............................... 99 Malermuschel.............. *40, 41 Maräne, große..................... 91 Maulbrüter............................ 9 Mäusefresser...................... 58 Meerforelle......................... 89 Messerkarpfen.................... 34 Moderlieschen...................*33 Mühlkoppe........................... 17

N E

K

Elritze...................................57 Entwicklung des Eis.....86, *87 Esox lucius.......................... 92

Karausche............................ *55 Karpfen..................... 7, 8, 48, 65 Katzenhai............................. 6, 9 Katzenwels............................ 35 Kaulbarsch............................ 28 Kaulhäuptlein.........................17 Kaulquappe.............................17 Kautzenkopf........................... 17 Kiemenapparate ....................15 Kiemenatmung.......................14 Kilch....................................... 92 Körper, »roter«..................... 54 Kropffelchen.......................... 92 Kulheet.................................. 17

F Farbenblindheit.................. 38 Färbung................................ 17 Farbwechselvermögen........ 19 Finte....................................101 Fischauge............................ 36 Fischzucht, künstliche........ 85 Flußbarbe............................ 21 Flußbarsch................... 22, *23 Föhrchen............................. 84 Forelle...................12, 15, 66, 81 Forellenbarsch.................... 28

G Gähnen.................................10 Gasterosteus aculeatus...... 42 Gasterosteus pungitius.......47 Gefühlssinn..........................32 Gehörorgan......................... 29 Geruchssinn.........................35 Geschmackssinn............ 35, 36 Giftwaffen.......................... 20 Glasaal................................. 71 Glöckchen........................... 36 Gobio gobio......................... 56 Gobio uranoscopus..............57 Goldfisch............................. 56 Goldorfe.............................. 59 Greßling.............................. 56 Groppe.......................... 15, *16 Grotzfisch............................. 17 Grundforelle........................ 90 Gründling..................... 56, *57 Güster................................. 60

L Lachs.................................70, 75 Lachsforelle ........................... 89 Lamprete ............................... 99 Lauben .................................. 62 Lederkarpfen ......................... 48 Legeröhre ..............................40 Leptocephalus brevirostris ... 70 Lernfähigkeit ......................... 66 Leucaspius delineatus ............ 3 Leuchtorgane.........................19 Leuciscus cephalus................ 58 Leuciscus erythrophthalmus.59 Leuciscus idus........................ 59 Leuciscus rutilus.................... 59 Lippfisch.................................. 9 Lota lota................................. 97 Lucioperca sandra................. 26 Lucioperca volgensis............. 27

Nase.................................... 62 Neunauge........................... 99

O Osmerus eperlanus............. 90 Otolith................................. 29 Oval..................................... 54

P Panzerwels............................ 9 Papst.................................... 17 Pelecus cultratus................ 34 Perca fluviatilis.....................22 Petromyzon fluviatilis........100 Petromyzon marinus.......... 99 Petromyzon planeri............ 99 Pfaffenlaus.......................... 28 Pfäffikonmaräne.................. 91 Pfrillen................................. 58 Phototaxis........................... 64 Phoxinus laevis....................57 Plötze.................................. 59 Pricke.................................100

Q Quappe................................97 Querder..............................100

R Rapfen................................. 60 Regenbogenforelle............. 90 Rhodeus amarus................. 39 Roche.................................... 6 Rotauge............................... 59 Rotzkober............................. 17 Rümpchen........................... 58

M Maifisch................................ 101 Maiforelle ..............................90 Mairenke................................ 62

S Saibling............................... 89 Salm.................................... 76

225


8.3

REGISTER

Register: Adobe Caslon Pro (Light), 9 pt, 13 pt ZAB; 4 Spalten Buchstaben: Helvetica Neue LT Std (97 Black Condensed), 50 pt; schwarz: 88 %, hinter Buchstaben Seitenzahlen: Adobe Caslon Pro (Light), 9 pt, 13 pt 226


A

D

Aal 21, 67, *69 Aalleiter 72 Aalmutter 67 Aalraupe 97 Abramis brama 60 Acerina cernua 28 Acerina schraetser 27 Acipenser 98 Aland 59 Alandblecke 62 Alburnus alburnus 61 Alburnus bipunctatus 62 Alburnus mento 62 Alse 101 Anableps tetrophthalmus 37 Anguilla vulgaris 67 Äsche 90 Aspius aspius 60 Aspro streber 27 Aspro zingel 27

Darmatmung 14 Dickkopf 17 Döbel 58 Donaulachs 88 Dünnbauch 34 Durstgefühl 54

E F

B

Bachneunauge 99 Bachsaibling 90 Barbe 21 Barbus fluviatilis 21 Barbus petenyl 21 Barsch 65 Bartgrundel 13 Berschik 27 Bitterling 39, 40 Blaufelchen 91 Blei 60 Blicca björkna 60 Blikke 60 Brassen 60 Breitschädel 17

C

Elritze 57 Entwicklung des Eis 86, *87 Esox lucius 92 Farbenblindheit 38 Färbung 17 Farbwechselvermögen 19 Finte 101 Fischauge 36 Fischzucht, künstliche 85 Flußbarbe 21 Flußbarsch 22, *23 Föhrchen 84 Forelle 12, 15, 66, 81 Forellenbarsch 28

G

Carassius carassius *55 Chondostroma nasus 62 Clupea alosa 101 Cobitis barbatula 13 Cobitis fossilis 10 Cobitis taenia *12 Coregonus albula 91 Coregonus hiemalis 92 Coregonus lavaretus 91 Coregonus oxyrhynchus 92 Coregonus wartmanni 91 Cottus gobio 15, *16 Cyprinus carpio 48

IJ K

Jahresringe 80 Ichthyophonus hoferi 84

Gähnen 10 Gasterosteus aculeatus 42 Gasterosteus pungitius 47 Gefühlssinn 32 Gehörorgan 29 Geruchssinn 35 Geschmackssinn 35, 36 Giftwaffen 20 Glasaal 71 Glöckchen 36 Gobio gobio 56 Gobio uranoscopus 57 Goldfisch 56 Goldorfe 59 Greßling 56 Groppe 15, *16 Grotzfisch 17 Grundforelle 90 Gründling 56, *57 Güster 60

H

Hai 6 Hakenlachs *77 Hecht 92 Hochzeitskleid 39 Huchen 88

Karausche *55 Karpfen 7, 8, 48, 65 Katzenhai 6, 9 Katzenwels 35 Kaulbarsch 28 Kaulhäuptlein 17 Kaulquappe 17 Kautzenkopf 17 Kiemenapparate 15 Kiemenatmung 14 Kilch 92 Körper, »roter« 54 Kropffelchen 92 Kulheet 17

L

N O P

Nase 62 Neunauge 99 Osmerus eperlanus 90 Otolith 29 Oval 54

Lachs 70, 75 Lachsforelle 89 Lamprete 99 Lauben 62 Lederkarpfen 48 Legeröhre 40 Leptocephalus brevirostris 70 Lernfähigkeit 66 Leucaspius delineatus 33 Leuchtorgane 19 Leuciscus cephalus 58 Leuciscus erythrophthalmus 59 Leuciscus idus 59 Leuciscus rutilus 59 Lippfisch 9 Lota lota 97 Lucioperca sandra 26 Lucioperca volgensis 27

M

Maifisch 101 Maiforelle 90 Mairenke 62 Makrele 99 Malermuschel *40, 41 Maräne, große 91 Maulbrüter 9 Mäusefresser 58 Meerforelle 89 Messerkarpfen 34 Moderlieschen *33 Mühlkoppe 17

Panzerwels 9 Papst 17 Pelecus cultratus 34 Perca fluviatilis 22 Petromyzon fluviatilis 100 Petromyzon marinus 99 Petromyzon planeri 99 Pfaffenlaus 28 Pfäffikonmaräne 91 Pfrillen 58 Phototaxis 64 Phoxinus laevis 57 Plötze 59 Pricke 100

Q R

Quappe 97 Querder 100

Rapfen 60 Regenbogenforelle 90 Rhodeus amarus 39 Roche 6 Rotauge 59 Rotzkober 17 Rümpchen 58

S

Saibling 89 Salm 76 Salmo fontinalis 90 Salmo hucho 88 Salmo irideus 90 Salmo lacustris 89 Salmo salar 75, 76 Salmo salvelinus 89 Salmo trutta 89 Schill 26 Schlafstellung 8 Schlammbeißer 10, 12, 14 Schlammgeschmack 14 Schlammpeitzker 8, 9, 10, 12 Schleie 56 Schmerle 13 Schnäpel 92

227


8.3

REGISTER

Register: Adobe Caslon Pro (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Buchstaben: Auto 2 (Italic), 14 pt; Kreis: 1 pt ; gepunktete Linie: 0,75 pt, verbunden mit Register Seitenzahlen: Auto 2 (Light), 9 pt 228


a

Aal 21, 67, *69 Aalleiter 72 Aalmutter 67 Aalraupe 97 Abramis brama 60 Acerina cernua 28 Acerina schraetser 27 Acipenser 98 Aland 59 Alandblecke 62 Alburnus alburnus 61 Alburnus bipunctatus 62 Alburnus mento 62 Alse 101 Anableps tetrophthalmus 37 Anguilla vulgaris 67 Aesche 90 Aspius aspius 60 Aspro streber 27 Aspro zingel 27

b

Bachneunauge 99 Bachsaibling 90 Barbe 21 Barbus fluviatilis 21 Barbus petenyl 21 Barsch 65 Bartgrundel 13 Berschik 27 Bitterling 39, 40 Blaufelchen 91 Blei 60 Blicca bjÜrkna 60 Blikke 60 Brassen 60 Breitschädel 17

c

Carassius carassius *55 Chondostroma nasus 62 Clupea alosa 101 Cobitis barbatula 13 Cobitis fossilis 10 Cobitis taenia *12 Coregonus albula 91 Coregonus hiemalis 92 Coregonus lavaretus 91 Coregonus oxyrhynchus 92 Coregonus wartmanni 91 Cottus gobio 15, *16 Cyprinus carpio 48

229


8.3

REGISTER

Register: Adobe Caslon Pro (Light), 9 pt, 13 pt ZAB Buchstaben: Adobe Caslon Pro (Light), 18 pt; Linie: 0,75 pt; gleiche Zeilenhöhe Seitenzahlen: Adobe Caslon Pro (Light), 9 pt 230


A

B

C

Aal 21, 67, *69 Aalleiter 72 Aalmutter 67 Aalraupe 97 Abramis brama 60 Acerina cernua 28 Acerina schraetser 27 Acipenser 98 Aland 59 Alandblecke 62 Alburnus alburnus 61 Alburnus bipunctatus 62 Alburnus mento 62 Alse 101 Anableps tetrophthalmus 37 Anguilla vulgaris 67 Äsche 90 Aspius aspius 60 Aspro streber 27 Aspro zingel 27

Bachneunauge 99 Bachsaibling 90 Barbe 21 Barbus fluviatilis 21 Barbus petenyl 21 Barsch 65 Bartgrundel 13 Berschik 27 Bitterling 39, 40 Blaufelchen 91 Blei 60 Blicca björkna 60 Blikke 60 Brassen 60 Breitschädel 17

Carassius carassius *55 Chondostroma nasus 62 Clupea alosa 101 Cobitis barbatula 13 Cobitis fossilis 10 Cobitis taenia *12 Coregonus albula 91 Coregonus hiemalis 92 Coregonus lavaretus 91 Coregonus oxyrhynchus 92 Coregonus wartmanni 91

E

F

G

Elritze 57 Entwicklung des Eis 86, *87 Esox lucius 92

Farbenblindheit 38 Färbung 17 Farbwechselvermögen 19 Finte 101 Fischauge 36 Fischzucht, künstliche 85 Flußbarbe 21 Flußbarsch 22, *23 Föhrchen 84 Forelle 12, 15, 66, 81 Forellenbarsch 28

Gähnen 10 Gasterosteus aculeatus 42 Gasterosteus pungitius 47 Gefühlssinn 32 Gehörorgan 29 Geruchssinn 35 Geschmackssinn 35, 36 Giftwaffen 20 Glasaal 71 Glöckchen 36 Gobio gobio 56 Gobio uranoscopus 57 Goldfisch 56 Goldorfe 59 Greßling 56 Groppe 15, *16 Grotzfisch 17 Grundforelle 90 Gründling 56, *57 Güster 60

D Darmatmung 14 Dickkopf 17 Döbel 58 Donaulachs 88 Dünnbauch 34 Durstgefühl 54

H Hai 6 Hakenlachs *77 Hecht 92 Hochzeitskleid 39 Huchen 88

231


TITEL

EI


9

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TITEL: UNTERTITEL: AutoR: ZUSATZINFOS:

TITELEI

Auto 2 (Regular), 20 pt, 24 pt ZAB; Linie: 0,5 pt Adobe Caslon Pro (Italic), 11,5 pt Auto 2 (Light), 9 pt Auto 2 (Light), 8 pt. 13 pt ZAB


DR. KURT FLOERICKE

EINHEIMISCHE FISCHE Die Süßwasserf ische unserer Heimat

Mit Abbildungen von Dr. E. Bade Franckh’sche Verlagshandlung

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9

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TITEL: UNTERTITEL: AutoR: ZUSATZINFOS:

TITELEI

Futura Std (Book), 20 pt, 24 pt ZAB; Linien: 1 pt Adobe Caslon Pro (Italic), 9 pt Futura Std (Book), 20 pt, 24 pt ZAB Adobe Caslon Pro (Italic), 8 pt, 11 pt ZAB


DR. KURT FLOERICKE EINHEIMISCHE FISCHE

Die Süßwasserf ische unserer Heimat

Mit Abbildungen von D r. E. Bade Franckh’sche Verlagshandlung

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9

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TITEL: UNTERTITEL: AutoR: ZUSATZINFOS:

TITELEI

Auto 2 (Regular), 20 pt, 14 pt ZAB Auto 2 (Italic), 11,5 pt Auto 2 (Regular), 14 pt Auto 2 (Light), 8 pt, 12 pt ZAB


DR. KURT FLOERICKE

EINHEIMISCHE FISCHE Die Süßwasserfische unserer Heimat Mit Abbildungen von Dr. E. Bade Franckh’sche Verlagshandlung

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9

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TITEL: UNTERTITEL: AutoR: ZUSATZINFOS:

TITELEI

Adobe Caslon Pro (Regular), 20 pt, 24 pt ZAB Adobe Caslon Pro (Italic), 13 pt Adobe Caslon Pro (Regular), 14 pt Adobe Caslon Pro (Light), 8 pt, 12 pt ZAB Gesamtform soll an Fischkopf erinnern


D R .  K U R T F L O E R I C K E

EINHEIMISCHE FISCHE Die Süßwasserf ische unserer Heimat Mit Abbildungen von Dr. E. Bade Franckh’sche Ver lagshand lung

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TITEL: UNTERTITEL: AutoR: ZUSATZINFOS:

TITELEI

Auto 2 (Regular), 20 pt Auto 2 (Regular), 10,5 pt Auto 2 (Regular), 9 pt, rechtsbündig Auto 2 (Regular), 7 pt, rechtsbündig


EINHEIMISCHE FISCHE D I E S Ü S S WA S S E R F I S C H E U N S E R E R H E I M AT

DR. KURT FLOERICKE Mit Abbildungen von Dr. E. Bade Franckh’sche Verlagshandlung

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TITEL: UNTERTITEL: AutoR: ZUSATZINFOS:

TITELEI

Adobe Caslon Pro (Bold), 10 pt; Unterstrich: 2,5 pt Adobe Caslon Pro (Bold), 10 pt, 15 pt ZAB; Unterstrich: 2,5 pt Adobe Caslon Pro (Bold), 10 pt; Unterstrich: 2,5 pt Adobe Caslon Pro (Bold), 10 pt, 15 pt ZAB; Unterstrich: 2,5 pt


DR . KURT FLOERICKE EI NH EIMISCH E FISCH E D I E S Ü S S WA S S ER F I S C H E U N S ER ER H EI M AT M I T A B B I LD U N G EN VO N D R . E . B A D E F R A N C K H ’ S C H E V ER L AG S H A N D LU N G

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TITEL: UNTERTITEL: AutoR: ZUSATZINFOS:

TITELEI

Adobe Caslon Pro (Bold), 30 pt Adobe Caslon Pro (Semibold Italic), 25 pt, weiß auf schwarzem Balken Adobe Caslon Pro (Bold), 18 pt Adobe Caslon Pro (Bold), 10 pt, 16 pt ZAB


DR . KURT FLOERICKE

EI N H EI M I S C H E F I S C H E

Mit Abbildungen von Dr. E. Bade

Franckh’sche Verlagshandlung

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QUELLEN Absätze Floericke, Kurt, Dr.: Einheimische Fische. http://www.gutenberg.org/files/39763/39763-h/39763-h.htm Biografien Gekürzter Auszug aus dem Buch »Dr. Curt Floericke – Naturforscher, Ornithologe, Schriftsteller« von U. Franke http://www.floericke-online.de/ Tabellen http://www.rhein-angeln.de/fischarten_schonzeiten_mindestmasse.htm Bildlegenden Gordon, W. J.: Our country’s fishes and how to know them: a guide to all the fishes of Great Britain / by W. J. Gordon with every species illustrated in colour, and many sketches in outline by A. Lambert. London: Simpkin, Hamilton, Kent & Co., [1902]

IMPRESSUM Schriften falls nicht anders ausgezeichnet: Auto 2 Papier Munken Print Cream 115 g Druck Centralstation, Berlin Bindung Buchbindewerkstatt, FH Postdam

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SATZSPIEGEL

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D A S WA R T Y P O , M A N N ! V O L L S TA N D A R D   …   O D E R ?


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