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Lagerung von Gefahrstoffen in Frankreich  Gesetze, Regeln, Verantwortlichkeiten 

                                   

Lagerung von Gefahrstoffen in Frankreich Gesetze, Regeln, Verantwortlichkeiten                                                 Marc BABINGER, 2012

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Lagerung von Gefahrstoffen in Frankreich  Gesetze, Regeln, Verantwortlichkeiten 

Inhalt   Prolog/Einleitung .............................................................................................................................................. 4 Rechtliches........................................................................................................................................................... 5 Normen ............................................................................................................................................................. 5 Gesetze ............................................................................................................................................................. 5 Arbeitsgesetzbuch........................................................................................................................................ 5 Gesundheitsgesetz....................................................................................................................................... 6 Dekrete ............................................................................................................................................................. 6 Erlasse/Verordnungen................................................................................................................................... 7 Veröffentlichungen......................................................................................................................................... 7 Ausländische Gesetze ................................................................................................................................. 8 Baurecht ............................................................................................................................................................. 10 Kontrollen .......................................................................................................................................................... 12 Institutionen...................................................................................................................................................... 13 CNRS ................................................................................................................................................................ 13 INRS ................................................................................................................................................................. 13 CRAM/CARSAT (Alsace, Île-de-France).................................................................................................... 13 Verantwortlichkeiten...................................................................................................................................... 14 Brennbare Flüssigkeiten ............................................................................................................................. 15 Druckgase....................................................................................................................................................... 15 Zusammenfassung, Quintessenz................................................................................................................. 16 Fazit ..................................................................................................................................................................... 18

   

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Prolog/Einleitung Wer denkt, dass Lagerung gleich Lagerung ist, der muss schnell feststellen, dass er verkehrt liegt. Nicht nur, dass man bestimmte Stoffe oder Dinge nicht mit anderen Stoffen oder Dingen zusammen lagern darf, nein, es gibt Vorschriften, die ganz klar besagen, was man wo mit was, wie lagernd darf. Somit beginnt bei dem Thema Lagerung alles mit der Frage: „Was ist es?“. Denn wenn man weiß, um was es sich handelt, so folgen unweigerlich die antworten auf die Fragen „Wo darf ich es lagern?“ und „Womit darf ich es lagern?“. Diese Fragen sind immer zu stellen. Egal ob Gefahrstoffe oder nicht. Wer Benzin, Papier und Seife zusammen lagert, handelt sehr gefährlich und vor allem gefährdend. Jedes einzelne zu lagernde Medium ist an sich erstmal ungefährlich, doch zusammen mit den anderen ergibt das ganze eine äusserst explosive Mischung. Wo und wie man das Papier lagert ist genau so wichtig, wie man die Seife oder das leicht entzündliche Benzin lagern muss. Bei Papier gibt es keine Vorschriften. Bei Benzin und Seife ist es jedoch anders. Seife unterliegt wiederum nicht der gleichen Vorschrift, wie Benzin. Alle Gefahrstoffe müssen so gelagert werden, dass sie niemals den Benutzer und das Umfeld, sowie die Umwelt gefährden. Hierfür gibt es geltende Regeln, Vorschriften und Normen. Diese jedoch sind von Land zu Land unterschiedlich. Auch wenn es EU einheitliche Normen gibt, so ist deren Adaptation nicht immer genau geregelt. Sehr oft wird in einigen Fällen, je nach Norm und zu lagerndes Medium auf geltende Gesetze zurückgegriffen. In einem Land, ist es das Arbeitnehmerschutzgesetz, im anderen ist es das Umweltschutzgesetz und in einem dritten ist es vielleicht das Strassentransportgesetz. Es ist auf alle Fälle stets unterschiedlich. Genauso ist es mit den Behörden und Kontrolleuren, die diese Umsetzungen beobachten und ggf. ahnden. Hier wird auf die Lagerung von bestimmten Gefahrstoffen in Frankreich eingegangen. Wo werden wie, brennbare Flüssigkeiten und Gase gelagert? In wieweit wird die Norm EN 14470-1 und 14470-2 umgesetzt? Wer kontrolliert dies, wer bestimmt die Lagerung? Wer kommt wie für etwaig entstandene Schäden auf? Ganz wichtig und zu beachten ist, dass unter Umständen so manches ausländische Gesetz in Frankreich nicht unbedingt Gültigkeit, doch aber Gehör findet. Ebenfalls ist es so, dass (ebenfalls unter Umständen) Präfektorale Entscheidungen/Verordnungen strenger als geltende Gesetze sind und, dass diese eher umgesetzt werden.

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Rechtliches Titel, Dekrete, Regelungen/Erlasse/Verordnungen, Rundschreiben Normen und Gesetze sind zwar rechtlich gesehen nicht gleich gestellt, sollten jedoch gleichermassen vom Nutzer behandelt werden. Eine Norm erlaubt es gewisse Standards einzuhalten, die den Nutzer und die Umwelt vor etwaigen Gefahren schützen. Das Gesetz schützt per se Umwelt und Nutzer. Hält man die Norm nicht ein, so kann dies unter Umständen zu Gesetzesverletzungen führen, die wiederum strafrechtliche Folgen haben. Somit ist einer Norm eine gewisse Wichtigkeit beizumessen. Für den Umgang mit gefährlichen Stoffen wie beispielsweise für die Lagerung gefährlicher Stoffe bestehen in Europa seit langer Zeit gesetzliche Regelungen. So gab es schon im Jahr 1883 in Preußen eine Polizeiverordnung über den Verkehr mit Mineralölen, die 1902 und 1925 erneuert und im Jahr 1910 auf brennbare Flüssigkeiten erweitert wurde /L35/. Auch z.B. in Frankreich wurden bereits im 19. Jahrhundert Vorschriften zum Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten eingeführt.

Normen Bei der Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten gilt unter anderem die Norm EN 14470 Teil 1: Feuerwiderstandsfähige Lagerschränke - Teil 1: Sicherheitsschränke für brennbare Flüssigkeiten Bei der Lagerung von brennbaren Gasen gilt unter anderem die Norm EN 14470 Teil 2: Feuerwiderstandsfähige Lagerschränke - Teil 2: Sicherheitsschränke für Druckgasflaschen EN ISO 1182:2010 - Prüfungen zum Brandverhalten von Produkten – Nichtbrennbarkeitsprüfung Diese Norm legt ein Prüfverfahren zur Bestimmung des Brandverhaltens zur Nichtbrennbarkeit von homogenen Bauprodukten und substanziellen Bestandteilen von nichthomogenen Bauprodukten unter festgelegten Bedingungen fest. EN 1363-1 :2012 Feuerwiderstandsprüfungen - Teil 1: Allgemeine Anforderungen Diese Europäische Norm stellt allgemeine Grundsätze für die Bestimmung der Feuerwiderstandsdauer von verschiedenartigen Bauteilen auf, die unter genormten Bedingungen dem Feuer ausgesetzt werden. Diese Norm(en) gilt/gelten EU weit!

Gesetze Die französische Gesetzgebung ist in Sachen Handhabung von Gefahrstoffen am Arbeitsplatz sehr explizit und gut versorgt, was allerdings die Lagerung angeht, vor allem Lagerräume und Lagerschränke, so ist hier recht wenig vorgeschrieben. Dennoch kann man hier u. a. auf den Erlass, bzw. die Verordnung vom 04. November 1993 (Kennung, Signalisation der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz) zurückgreifen. Hier wird auf die Darstellung der Gefahren eingegangen. Was wiederum bedeutet, dass Gefahrstofflagerschränke bestimmte Gefahrensymbole aufweisen müssen. (Schwarz auf gelben Hintergrund, ggf. GHS Symbole, was wird hier gelagert, etc.) Arbeitsgesetzbuch Artikel R4412-5 vom französischen Arbeitsgesetzbuch Der Arbeitgeber hat die Risiken für Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer bei jeder Tätigkeit, die ein Expositionsrisiko gegenüber gefährlichen Chemikalien beinhalten zu bewerten. Diese Auswertung wird in regelmäßigen Abständen, vor allem nach jeder wesentlichen Änderung, die in ihren Bedingungen Einfluss auf die Gesundheit oder Sicherheit haben können, wiederholt. Artikel R4412-11 vom französischen Arbeitsgesetzbuch Der Arbeitgeber definiert und setzt adäquate Präventionsmaßnahmen ein um die Gefahr der Aussetzung gegenüber Chemischen Stoffen, die die Arbeitnehmer widerfahren zu vermindern oder zu beseitigen. § 2 – Er setzt adäquates Material zum Schutze ein. 5


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Artikel R4412-15 vom französischen Arbeitsgesetzbuch Das Risiko einem chemischen Stoff ausgesetzt zu werden und somit Gesundheit und Sicherheit zu gefährden, muss eliminiert werden! Ist eine Risikoeliminierung nicht möglich, so muss der chemische Stoff durch einen weniger gefährlichen Stoff substituiert werden.

  Artikel R4412-16 vom französischen Arbeitsgesetzbuch Ist eine solche Substituierung nicht möglich, weil (…), so müssen adäquate Maßnahmen, wie etwa geeignetes Lager- und Arbeitsmaterial ergriffen werden um den Arbeitnehmer zu schützen.

  Artikel R4412-17 vom französischen Arbeitsgesetzbuch Der Arbeitgeber muss geeignete technische Maßnahmen ergreifen um den Arbeitnehmer vor auslaufende, verdampfende oder feste chemische Stoffe zu schützen. Diese haben bei der Handhabung, Manipulation und Lagerung zu greifen. § 1 – Keine brennbaren Flüssigkeiten am Arbeitsplatz direkt lagern. § 2 – Verhinderung von Umfallen, Auslaufen oder unbeabsichtigtes Vermischen von Chemikalien (Verbrennungen, etc) Artikel R4412-23 vom französischen Arbeitsgesetzbuch Der Arbeitgeber sorgt dafür, dass die benutzen Werkzeuge und Einheiten gewartet werden und sich in einem perfekten Zustand befinden. Artikel R4412-25 vom französischen Arbeitsgesetzbuch Der Arbeitgeber ist für periodische Kontrollen, welche mindestens einmal jährlich stattfinden. Die Kontrolleure unterstehen der Verantwortung des Arbeitgebers. Artikel L4121 vom französischen Arbeitsgesetzbuch Der Arbeitgeber trifft die erforderlichen Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit und des Schutzes der körperlichen und geistigen Gesundheit der Arbeitnehmer. Gesundheitsgesetz Artikel R5132-66 vom französischen Gesundheitsgesetz Stoffe oder Zubereitungen, im Sinne des Artikels R. 5132-58, die entweder für ihre Vermarktung oder ihre Verwendung gehalten werden, müssen in verschlossenen Schränken oder Räumen, ohne freien Zugang zu firmen-/einrichtungsfremden Personen gelagert werden. Artikel R5162 vom französischen Gesundheitsgesetz Wer mit einem oder mehreren Stoffen oder Zubereitungen, welche als sehr giftig, giftig, krebserzeugend, erbgutverändernd oder als fortpflanzungsgefährdend gelten hantiert (…), muss diese in verschlossenen Schränken oder Räumlichkeiten, die nicht leicht für jede fremde Person zugänglich sind lagern. In keinem Fall dürfen in Schränken und Räumen Erzeugnisse, die für die menschliche oder tierische Nahrung bestimmt gemeinsam gelagert werden. Art. R.232-12-14 vom französischen Arbeitsgesetzbuch Lagerorte oder Räume in denen Substanzen, welche als explosiv, brennbar, entzündlich oder extrem feuergefährlich gelten, oder Materialien, die aufgrund Ihrer Beschaffenheit Explosionen oder Entzündungen hervorrufen können lagern, dürfen niemals weder eine Zündquelle, einen Brandherd, noch Flamme besitzen. Ebenso dürfen diese Lagerorte keine Fläche bieten, welche eine Selbstentzündung der dort gelagerten Materialien/Substanzen auslösen könnte. Es ist strikt verboten in diesen Bereichen zu rauchen. Diese Bereiche müssen ausreichend gekennzeichnet und belüftet sein.

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Dekrete Dekret N° 2009-1570: Artikel 4412-28 Kontrolle über die Risiken chemischer Stoffe am Arbeitsplatz Wird ein gemäß Artikel R.4412-149 festgelegter Grenzwert für die Exposition von Gefahrstoffen oder Konzentration am Arbeitsplatz oder eine Konzentration wie in Artikel R.4222-10 angegeben, überschritten, hat der Arbeitgeber unverzüglich Maßnahmen zur Vorbeugung und Schutz der Arbeitnehmer einzuleiten. Artikel 4412-29 Kontrolle über die Risiken chemischer Stoffe am Arbeitsplatz Bei Überschreitung eines Arbeitsplatz-Grenzwert Wertes, gemäß Artikel R.4412-150, hat der Arbeitgeber nach Durchführung einer Risikogefährdungsbeurteilung präventive Maßnahmen und geeignete Schutzmaßnahmen einzuleiten. Dekret N° 2011-739: Generelle Vorschriften Umweltschutzgesetz Jegliche Lagerung von Flüssigkeiten, welche als wassergefährdend eingestuft wird, muss mit einem Auffangbehälter, welcher mindestens das gleiche Volumen hat, wie das größte eingelagerte Gebinde ausgeführt werden. Entweder 100 % der Kapazität des eingelagerten Gebindes oder 50 % aller betroffenen Gebinde. Das Auffangbehältnis muss resistent gegenüber der aufzufangenden Flüssigkeit sein.

Erlasse/Verordnungen Artikel 10, des Erlasses vom 02. Februar 1998 besagt unter anderem, dass: Bezogen auf das Volumen der zu lagernden Stoffe. Jegliche Stoffe, die die Möglichkeit aufweisen, Wasser oder den Grund zu verschmutzen, müssen dort wo sie gelagert werden eine Auffangmöglichkeit erhalten, die  100% der Kapazität des größten gelagerten Gebindes aufweist  50% der Kapazität aller eingelagerten Gebinde Beim Einlagern von Einzelgebinden mit einem Volumen <= 250 L, muss das Auffangvolumen  im Falle von brennbaren Flüssigkeiten 50% der Kapazität aller gelagerten Gebinde aufweisen  in allen anderen Fällen 20%  in allen Fällen 800 L Minimum oder gleich des Komplettvolumens, wenn dieses kleiner als 800 L ist

Veröffentlichungen Das Journal officiel de la République française (auch Journal officiel, JO oder JORF genannt), ist die offizielle staatliche Tageszeitung, die in Frankreich herausgegeben wird. Darin werden sämtliche legislativen Tätigkeiten (Gesetze und Verordnungen), Regulierungen, öffentliche und Veröffentlichungen im gesetzgeberischen Bereich veröffentlicht. In Deutschland ist das Journal Officiel vergleichbar mit dem Bundesgesetzblatt oder dem Amtsblatt.

  JORF n°237 du 10 octobre 2004 page 17360, texte n° 32 In dieser Veröffentlichung werden einige nationale franzischen Normen in EU Normen (EN) umgewandelt. Unter anderem wird die EN 14470-1 für gültig erklärt!

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Ausländische Gesetze Die unter Umständen Gültigkeit in Frankreich erlangen könn(t)en OSHA 1926-150 (Gültigkeit Gebiet der Vereinigten Staaten von Amerika): Der Arbeitgeber ist verantwortlich für die Entwicklung eines Brandschutz-Programms in allen Phasen der Konstruktion und/oder Abbrucharbeiten. Er muss Feuerlöscheinrichtungen bereitstellen, wie in diesem Abschnitt angegeben. Treten Brandgefahren auf, darf es keine Verzögerung bei der Bereitstellung der notwendigen Ausrüstung geben. Brennbare Flüssigkeiten: Nur zugelassene Behälter und bewegliche Tanks dürfen für die Lagerung und Handhabung von brennbaren und entflammbaren Flüssigkeiten verwendet werden. Mengen von brennbaren und entflammbaren Flüssigkeit über 25 Gallonen sind in einen akzeptablen oder genormten Schrank, der den folgenden Anforderungen entspricht einzulagern: Zulässige Holz-Lagerschränke sind in der folgenden Art und Weise, oder gleichwertig zu konstruieren: Der Boden, die Seiten und die Decke bestehen aus einem Äußeren aus Sperrholz, mindestens 1 Zoll in der Dicke, beschichtet, nicht brechbar und unter normalen Brandversuch Bedingungen haltbar. Wenn mehr als eine Tür verwendet wird, muss es ein Einsteckverbindung Überlappung von nicht weniger als 1 Zoll sein. Stahlscharniere werden in einer solchen Weise montiert werden, dass sie nicht ihre Tragkapazität durch Lösen oder Ausbrennen der Schrauben verlieren. Solche Schränke sind innen und außen mit feuerhemmendem Lack zu beschichten. Sie müssen ausreichend mit Gefahrsymbolen „Vorsicht entzündlich/brennbar“ gekennzeichnet werden. OSHA 29 CFR 1910.106… Design, Konstruktion, und Kapazität von Lagerschränken Lagerschränke müssen so konstruiert und gebaut sein, dass die interne Temperatur nicht um mehr als 325 °F steigt, wenn ein 10-minütiger Brandversuch mit dem (US) Standard der Zeit-TemperaturKurve nach Standard Methoden für Brandkammer Tests für Baukonstruktion und Materialien durchgeführt wird. (NFPA 251-1969)

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Lagerorte (ICPE) ICPE = Installation classée pour la protection de l’environnement = Industrieanlagen welche Umweltschutzkriterien beachten müssen, quasi überwachungsbedürftige Anlagen. (Immissionsschutz, Arbeitsschutz, Strahlenschutz…) Das franz. Umweltgesetzbuch definiert die ICPE als Fabriken, Werkstätten, Lagerhallen, Baustellen, und im allgemeinen betriebene Einrichtungen die von jeder natürlichen oder juristischen Person des öffentlichen oder privaten rechts betrieben werden, von denen eine Gefahr für die Nachbarschaft, der Gesundheit, der Sicherheit, der öffentlichen Sicherheit, für die Landwirtschaft oder für den Schutz von Natur, Umwelt und Landschaft ausgeht. Artikel R4227-22 vom französischen Arbeitsgesetzbuch Der Lagerraum muss ausreichend belüftet sein. Optimal ist eine mechanische Belüftung. Minimum eine Belüftung durch Luftschlitze im oberen und gegenüber im unteren Bereich des Raumes. Eine Löschvorrichtung muss in der Nähe der Räumlichkeit vorhanden sein. Die Bausubstanz muss unbrennbar sein. Auffangwannen müssen zum Auffangen der möglicherweise auslaufenden gelagerten Flüssigkeiten vorhanden sein. Als Lagerort gilt ein Lagerraum, Lagercontainer oder Lagerschrank. Artikel R5132-66 vom französischen Gesundheitsgesetz Dieser Artikel besagt ganz klar, Gefahrstoffe müssen in Schränken gelagert werden! Zündgefahr: Artikel R232-12-14 vom französischen Arbeitsgesetzbuch Orte/Räume in denen als explosiv, brennbar oder extrem entzündlich klassifizierte Substanzen bearbeitet, manipuliert oder gelagert werden, dürfen keinerlei Zündquelle aufweisen. Diese Orte müssen permanent belüftet werden. Mit brennbaren Flüssigkeiten getränkte(r) Tücher/Abfall: Artikel 4227-26 vom französischen Arbeitsgesetzbuch Die mit brennbarer Flüssigkeit getränkten Tücher oder Abfälle müssen in geeigneten und dichten Stahlgefäßen gelagert werden. (asecos Abfalleimer) Vermeidung von Umweltbelastungen, Risiken und Schadstoffen Anlagen, welche für den Schutz der Umwelt klassifiziert sind, L511-1 unterliegen den Bestimmungen dieses Titels Fabriken, Werkstätten, Lagerhallen, Baustellen und allgemein betrieben Einrichtungen oder von jeder natürlichen oder juristischen Person des öffentlichen oder privaten, welche Gefahren für Nachbarschaft oder Gesundheit, Sicherheit, öffentliche Sicherheit oder für die Landwirtschaft oder für den Schutz von Natur, Umwelt und Landschaft, oder für die rationelle Nutzung von Energie oder für die Erhaltung der Stätten und Monumenten und archäologischen Erbes präsentieren. Schreiben der Ministerin an die Präfekten: Die Rückmeldungen der letzten zehn Jahren bestätigen die Notwendigkeit, die Kontrolle der Risiken zu verstärken, welche über Anlagen zum Schutze der Umwelt zu tun haben. Von den mehr als 10% der gemeldeten Unfälle in der Industrie in Frankreich, die durch Brände in Lagerhallen physische Schäden und wirtschaftlichen Folgen entstehen ließen, ging oft eine erhebliche Umweltbelastung aus (…) Dieses komplette Schreiben befasst sich zwar im Grunde mit Lagervolumina, zeigt jedoch, dass auch in Frankreich dieses Thema „Lagerung brennbarer Stoffe“ sehr ernst zu nehmen ist. Départementale Ebene: Laut Centre de Gestion de la fonction publique territoriale des Départements der Dordogne (24) gilt folgende Anweisung: 1. Niemals Chemikalien, welche nicht miteinander gelagert werden dürfen zusammen lagern! 2. Chemikalien müssen in Schränken oder geeigneten, entlüfteten Lagerräumen gelagert werden! Es gilt ganz klar, dass eine passende Auffangwanne in dem Schrank oder Lagerort sein muss! 9


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Baurecht Während man in Deutschland gem. DIN 4102 Feuerwiderstandsklassen von F30 bis F180 verwendet, benutzt man in Frankreich die Klassen M0 bis M4 gem. NF P. 92.507. Auf Europäischer Ebene gilt die EN 13501. Artikel R4227-22 vom französischen Arbeitsgesetzbuch (…)Die Bausubstanz muss unbrennbar sein. EN 1363-1 :2012 Feuerwiderstandsprüfungen - Teil 1: Allgemeine Anforderungen Diese Europäische Norm stellt allgemeine Grundsätze für die Bestimmung der Feuerwiderstandsdauer von verschiedenartigen Bauteilen auf, die unter genormten Bedingungen dem Feuer ausgesetzt werden. Mancher Schrankhersteller verwendet diese in Verbindung mit der EN 14470-1 89/106/CE (EG) Es obliegt den Mitgliedstaaten sicherzustellen, dass auf ihrem Gebiet die Bauwerke des Hoch- und des Tiefbaus derart entworfen und ausgeführt werden, dass die Sicherheit der Menschen, der Haustiere und der Güter nicht gefährdet und andere wesentliche Anforderungen im Interesse des Allgemeinwohls beachtet werden. Artikel 1 (1) Diese Richtlinie gilt für Bauprodukte, soweit für sie die wesentlichen Anforderungen an Bauwerke nach Artikel 3 Absatz 1 Bedeutung haben. (2) Im Sinne dieser Richtlinie ist unter "Bauprodukt" jedes Produkt zu verstehen, das hergestellt wird, um dauerhaft in Bauwerke des Hoch- oder Tiefbaus eingebaut zu werden. ANHANG I WESENTLICHE ANFORDERUNGEN 2. Brandschutz Das Bauwerk muss derart entworfen und ausgeführt sein, dass bei einem Brand - die Tragfähigkeit des Bauwerks während eines bestimmten Zeitraums erhalten bleibt, - die Entstehung und Ausbreitung von Feuer und Rauch innerhalb des Bauwerks begrenzt wird, - die Ausbreitung von Feuer auf benachbarte Bauwerke begrenzt wird, - die Bewohner das Gebäude unverletzt verlassen oder durch andere Maßnahmen gerettet werden können, - die Sicherheit der Rettungsmannschaften berücksichtigt ist.

Ausland/Frankreich Werden Gebäude zur Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten gebaut, fallen diese unter NFPA 2511969. Ganz wichtig: Löschvorrichtungen müssen vorhanden und funktionstüchtig sein.

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Feuerwiderstandsklassen Der Feuerwiderstand (auch Brandwiderstand) eines Bauteils steht für die Dauer, während der ein Bauteil im Brandfall seine Funktion behält. Die Feuerwiderstandsdauer einiger bewährter Systeme wird beispielsweise in Teil 4 der deutschen DIN 4102 katalogisiert. Als europäische Norm wurde die EN 13501 mit den Teilen 1 und 2 in die Bauregelliste 2002/1 ff. eingeführt. Im Unterschied zur DIN 4102-1 beinhaltet die europäische Norm ein wesentlich größeres Spektrum an Klassen und Kombinationen. Es werden u. A. die Rauchentwicklung und das Abtropfen oder Abfallen von Stoffen berücksichtigt und in Klassen eingeteilt. Teil 1 behandelt das Brandverhalten von Baustoffen und Bauprodukten, Teil 2 mit den Feuerwiderstandsklassen. Feuerwiderstandsklasse

Funktionserhalt über

deutsche bauaufsichtliche Benennung

F30

30 Minuten

feuerhemmend

F60

60 Minuten

hochfeuerhemmend

F90

90 Minuten

feuerbeständig

F120

120 Minuten

hochfeuerbeständig

F180

180 Minuten

höchstfeuerbeständig

EN 13501-1, Norm 2010-01 Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten - Teil 1: Klassifizierung mit den Ergebnissen aus den Prüfungen zum Brandverhalten von Bauprodukten. EN 13501-2, Norm 2010-01 Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten - Teil 2: Klassifizierung mit den Ergebnissen aus den Feuerwiderstandsprüfungen, mit Ausnahme von Lüftungsanlagen. Brandklassen EU: A1, A2, B, C, D, E, F NF P. 92.507 Feuerwiderstandsklasse

Benennung

Brennbarkeit

M0 M1 M2 M3 M4 NC

Unbrennbar brennbar brennbar brennbar brennbar nicht klassifiziert.

unbrennbar quasi unbrennbar sehr schwer entzündlich mittelm. entflammbar leicht entzündlich Nicht klassifiziert

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Kontrollen Kontrolleure: Sicherheitskontrollen CRAM (ähnl. BG in Deutschland) Sicherheitskontrolleure sind diplomierte Techniker. Sie werden ausschließlich dann eingestellt, wenn sie eine gewisse Berufserfahrung mitbringen. Sie kennen sich vor Ort genau aus. Sie gehören einer von einem Ingenieur betreuten Gruppe an. Diese agiert entweder in einem definierten gewerblichen oder geografischen Sektor. Die Kontrolleure haben eine Sonderbefugnis, welche es ihnen erlaubt jeder Zeit, ohne Vorankündigung Kontrollen in den einzelnen Betrieben durch zu führen. Sie kontrollieren gem. Arbeitnehmerschutzgesetzen und gemäß den Vorgaben der einzelnen departementalen Arbeits- und Gesundheitskassen. Sie können die gleichen Strafen verhängen, die anfallen, wenn Kontrollen der Arbeitsinspektion missachtet werden. Artikel R4623-1 vom französischen Gesundheitsgesetz Der Amtsarzt ist Berater des Arbeitgebers, Arbeitnehmers und Repräsentant der Belegschaft bei (u.a.) § 3 – Schutz der Arbeitnehmer gegen alle schädlichen Arbeitsstoffe, chemischen Arbeitsstoffen.

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Institutionen CNRS Das Centre national de la recherche scientifique (CNRS) (dt. Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung) ist als nationale französische Forschungsorganisation dem Forschungsministerium unterstellt und widmet sich der Grundlagenforschung. Es ist vergleichbar mit der deutschen MaxPlanck-Gesellschaft, allerdings wesentlich größer und damit weniger eng fokussiert. Das CNRS bildet die größte Forschungsorganisation in Europa. Vorschläge und Ideen des CNRS sind zwar keine Gesetze und auch nicht als solche zu werten, werden diese jedoch missachtet, kann es unter Umständen bei Kontrollen durch die CRAM zu Strafen, bzw. Nichtzahlungen (versicherungstechnischer Natur) im Unfall-Falle führen. INRS Das Institut national de la recherche et de sécurité (INRS) (dt. Nationales Institut für Forschung und Vorbeugung von Arbeitsunfällen) Das INRS ist den Nationalen Krankenversicherungen der Arbeitnehmer unterstellt. Seine Aufgaben sind:  Forschungen im bereich Arbeitsicherheit und Arbeitskonditionen  Verlegen von Schriften/Prospekten/Rapports zur Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz  Ausbildung von Sicherheitstechinkern CRAM/CARSAT (Alsace, Île-de-France) Die CRAM (Caisse régionale d'assurance maladie) Regionale gesundheits- Versicherungsanstalt entspricht der deutschen BG. Sie bieten pädagogische Dienstleistungen für Gesundheit und soziale Dienste an. Sie Sind verantwortlich für Prävention und Entschädigung bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Sie sind überwachen Firmen und die Arbeitsplätze.

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Verantwortlichkeiten Laut INRS liegt die Verantwortlichkeit, was die Lagerung von Chemikalien angeht beim Firmenchef! Dies bedeutet, dass im Falle eines Unfalls, Vergehens, der Firmenchef regresspflichtig ist.

  Gemäß Inspection du travail (Arbeitsaufsicht) ist der Firmenchef IMMER verantwortlich, was die Lagerung von Gasen, Chemikalien am Arbeitsplatz angeht. Passiert etwas, so ist der Chef verantwortlich! Sicherheitsdatenblätter In allen Fällen muss die Firma dafür sorgen, dass Sicherheitsdatenblätter der einzelnen Chemikalien/Gase auf Französisch vorliegen!

  Risikomanagement/Gefahrenbeurteilung: Das Risikomanagement umfasst sämtliche Maßnahmen zur systematischen Erkennung, Analyse, Bewertung, Überwachung und Kontrolle von Risiken. In großen Unternehmen gibt es spezialisierte Teams, die einen Risikomanager oder Risk-manager beschäftigen. Dieser ist soll die Risiken des Unternehmens, bewerten und verwalten. Die mittelständischen Unternehmen geben nach wie vor nur wenig Aufmerksamkeit auf das Risikomanagement. Unabhängig von der Größe des Unternehmens, erfordert jede Art von Risiko eine angemessene Reaktion durch menschliche Ressourcen, externe und/oder intern. Risikomanagementstrategien: Es gibt 3 verschiedene Arten mit Risiken umzugehen. Die Vorsorge: Maßnahmen können ergriffen werden, um das Auftreten des gefürchteten Ereignisses zu begrenzen. Die Akzeptanz: Die Akzeptanz eines Risikos bis nach einer Gefahrenstudie. Risikobegrenzung:  Alt,  aber  bewehrt…  Risikoerkennung  durch  das  Audit‐,  eine  Forschungsanalyse 

der  Risikofaktoren  und  Schwachstellen,  die  Risikokontrolle  durch  vorbeugende  Maßnahmen  und  Schutz: Der klassische Ansatz der Risikomanagementmaßnahmen.     

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Lagerung  

Brennbare Flüssigkeiten  

Druckgase Gas Propan Butan GPL

Acetylen

Sauerstoff

andere außer Butan/Propan

Verbot Kellerlagerung Kellerlagerung -

Lagerort Gut belüfteter Lagerort <50° C Gut belüfteter Lagerort <50° C Gut belüfteter Lagerort <50° C Bei Außenlagerung: mind. 8 m vom Lagerort anderer entzündbarer Stoffe Bei Innenlagerung: dürfen diese Flaschen keine Gefahr darstellen und müssen stets stehend an einem Ort gelagert werden, welcher Brandgefahren ausschließt Bei Außenlagerung: mind. 8 m vom Lagerort anderer entzündbarer Stoffe Bei Innenlagerung: dürfen diese Flaschen keine Gefahr darstellen und müssen stets stehend an einem Ort gelagert werden, welcher Brandgefahren ausschließt Bei Außenlagerung: mind. 8 m vom Lagerort anderer entzündbarer Stoffe Bei Innenlagerung: dürfen diese Flaschen keine Gefahr darstellen und müssen stets stehend an einem Ort gelagert werden, welcher Brandgefahren ausschließt

Schrank Ja Ja Ja

Außen = Gitterbox, Innen = Ja

Außen = Gitterbox, Innen = Ja

Außen = Gitterbox, Innen = Ja

Gemäß CNRS gibt es folgende Vorschläge: Aktionsplan zur Verbesserung der Sicherheit: 90 Minuten Schrank, selbsttätig abschaltende GasDetektoren mit akustischen und optischen Alarm bei Schwellenüberschreitung. Art. R.232-12-14 vom französischen Arbeitsgesetzbuch Lagerorte oder Räume in denen Substanzen, welche als explosiv, brennbar, entzündlich oder extrem feuergefährlich gelten, oder Materialien, die aufgrund Ihrer Beschaffenheit Explosionen oder Entzündungen hervorrufen können lagern, dürfen niemals weder eine Zündquelle, einen Brandherd, noch Flamme besitzen. Ebenso dürfen diese Lagerorte keine Fläche bieten, welche eine Selbstentzündung der dort gelagerten Materialien/Substanzen auslösen könnte. Es ist strikt verboten in diesen Bereichen zu rauchen. Diese Bereiche müssen ausreichend gekennzeichnet und belüftet sein.

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Zusammenfassung, Quintessenz Laut Verordnung vom 04. November 1993 (Kennung, Signalisation der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz) wird im Artikel 6 der hier genannten Verordnung auf akustische Signale eingegangen. Jegliche automatische Türschließung, zum Beispiel sollte durch ein akustisches Signal angekündigt werden. (TSA, asecos)

  Laut Centre de Gestion de la fonction publique territoriale des Departements (CDG) der Dordogne (24) gelten bestimmte Regeln und Anweisungen bezüglich der Lagerung von Chemikalien. Diese müssen entweder in Schränke oder Lagerräumen gelagert werden. Diese wiederum müssen entlüftet sein und eine passende Auffangwanne für Leckagen beinhalten. Diese CDGs gibt es für alle 95 Departements in Frankreich. Auch für Überseegebiete. CDG entspricht übersetzt: Verwaltung für öffentliche Angelegenheiten und des öffentlichen Dienstes. Das INRS, welches mit CRAM und anderen nationalen Organismen arbeitet und in manchen Fällen als Weisungsbefugte Organisation auftritt, sagt ganz klar: Verantwortlich für die Lagerung ist der Firmenchef! (ED 753 • ISBN 978-2-7398-1772-0) In der europ. Richtlinie 89/106/CE wird klar auf den Brandschutz hingewiesen. In den beiden letzten Punkten des Anhangs I, Kapitel 2 wird vorgegeben, dass für Bewohner und Rettungsmannschaften gesichert sein muss, dass diese (relativ) gefahrlos ein brennendes Gebäude verlassen können. (Typ 30/90 Minuten Schränke) Einige Hersteller, Händler, Kataloge werben in Frankreich gerne mit der OSHA 1926-150/153. Auch wenn diese gesetzlich nur auf US Gebiet ihre Gültigkeit findet, so gibt sie dem Nutzer ein gewisses Maß an Sicherheit. OSHA 29 CFR 1910.106… Design, Konstruktion, und Kapazität von Lagerschränken Da es keine geltenden direkten Gesetze gibt, werden ausländische Normen/Regelungen mit herangezogen.

Der Artikel R5132-66 vom französischen Gesundheitsgesetz besagt, (…) dass Stoffe oder Zubereitungen, welche als sehr giftig gelten, (…), dass diese in verschlossenen Schränken (…) zu lagern sind. Dies wird auch ausdrücklich vom INRS empfohlen!  Die Artikel 4227-26 und 232-12-15 vom französischen Arbeitsgesetzbuch besagen, dass alle mit brennbarer Flüssigkeit getränkten Tücher oder Abfälle in dichten, geeigneten Behältern zu lagern sind. Hier greifen bestimmte PE und Stahlabfalleimer.

  Wenn man den Artikel R.232-12-14 durchliest, so ist es klar, dass der Lagernde einen Lagerraum für Gasflaschen zu nehmen hat, der Raum jedoch durchaus auch ein Schrank sein kann/darf. G90/TRG Zum Beispiel.

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Ich muss das Lager aufräumen, gibt es hier Regeln zur Lagerung von Gefahrstoffen die berücksichtigt werden müssen? Am Arbeitsplatz gibt die Regelung vor, die Mengen auf einen Tagesbedarf zu beschränken. Deshalb muss es am Arbeitsplatz ein Lager für Gefahrstoffe geben. Dieser Lagerort muss belüftet sein, Luftumwelzung muss gewährleistet sein um der Entstehung einer Ex-Atmosphäre und dem Einatmen giftiger Dämpfe entgegen zu wirken. Diese Belüftung kann entweder natürlicher Art (Fenster) oder mechanischer Art sein. Die Chemikalien müssen auf Gitterböden stehen, welche sich über einer adäquaten Auffangwanne befinden, um etwaige Leckagen aufnehmen zu können. Der Zugang zum Lagerort oder Lagerschrank darf nur geschultem und zugelassenem Personal gewährt werden. Artikel: R.4222-1(Luft), R4412-11(adäquate Arbeitsmittel), 17(techn. Mittel), 18(Feuerschutz) & 70(Mengen) - Arbeitsgesetzbuch. Dekret n° 87-361 vom 27 Mai 1987- Benutzung von Pflanzenschutzmitteln (erbgutverändernd…) Artikel R.5232-66 des Gesundheitsgesetzes (Anlehnung an Behinderungen, Schwangere etc…)

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Lagerung von Gefahrstoffen in Frankreich  Gesetze, Regeln, Verantwortlichkeiten 

Fazit Wer in Frankreich Gefahrstoffe lagern will sollte sich sehr genau mit Gesetzen und Verordnungen auseinandersetzen, da es unter Umständen (Unfälle/Kontrollen) zu Problemen mit Behörden und Versicherungen kommen kann. Denn Fakt ist: verantwortlich für die Lagerung ist immer der Firmenchef! Kontrollen führt die Arbeitsmedizin durch und diese kann unangemeldet kommen. Versicherungen werden und können ihrer Zahlungspflicht nicht nachkommen, wenn Lagerfehler begangen wurden. Generell greifen Arbeitsrecht, Gesundheitsrecht und Umweltrecht. Ob Dekret, Gesetz oder Verordnung ist egal.

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Lagerung von Gefahrstoffen in Frankreich  Gesetze, Regeln, Verantwortlichkeiten 

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Lagerung von Gefahrstoffen in Frankreich  Gesetze, Regeln, Verantwortlichkeiten 

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Lagerung von Gefahrstoffen in Frankreich