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EDITORIAL Was für ein Jahr: Arabischer Frühling, Euro-Krise, Guttenberg, Fukushima, Stuttgart 21, der erste grüne Ministerpräsident, das letzte Mal Wetten dass...??, der Klimagipfel in Durban – um nur einige Ereignisse zu nennen. Und irgendwo dazwischen erblickt der 7. Milliardste Mensch das Licht der Welt. Eine Tendenz, eine Richtung, eine Stimmung – sie scheint oft durch: Das große Wort der

Nachhaltigkeit wird bemüht, wir versuchen uns an der Gestaltung einer Zukunft, die alles sein kann und vieles besser machen soll. Eine Farbe hat uns 2012 begleitet – wir widmen ihr dieses Heft. Viel Vergnügen bei der Lektüre!


Allgemeine

Bedeutung Grün

Grün ist frisch. Grün ist die Natur, das Leben, der Frühling. Und Grün ist die Hoffnung.

Das liegt wahrscheinlich an den erstgenannten Assoziationen. Selbst der hartnäckigste Optimist kennt den frohen Mut, den grüne Knospen nach Monaten harten Frostes und winterlicher Depression auszulösen vermögen. Dann, im Frühjahr, wenn uns die jährliche Erneuerung zuversichtlich stimmt, scheint sich alle ängstliche Anspannung des Winters aufzulösen. Die Medizin


hat Grün bereits im Mittelalter als Farbe der positiven Heilwirkung für Körper und Seele entdeckt. Und seit jeher nutzen Obrigkeiten „grünes Licht“ und grüne Farbe, um die Bürger zu lenken – im Straßenverkehr, im Notfall, auf Messskalen. Aber Grün zeigt auch an, dass etwas unreif ist. Bananen, Erdbeeren, Tomaten und – Menschen: Du bist ja noch ganz grün hinter

den Ohren! Das zieht nach sich, dass Grün auch für ungesunde Wirkung steht, giftgrün eben. Man muss einfach nur seine Sprachgewohnheiten durchforsten, um die Bandbreite der Farbe Grün zu erfahren. Grün ist die Hoffnung, grün wird man vor Neid. Grün steht für den Islam, den Katholizismus und eine politische Gesinnung. Grün ist eben vielfältig.


Think green...


Sage die Farbe der Worte


GRÜN BLAU GELB ROT Braun


Grüne Gerichte Salat Für die Salatsoße Zwiebelwürfel, je 1 TL Aprikosenmarmelade, Honig, Senf und Brühe mit einem Schuss Essig vermengen, mit Öl bedecken und nach belieben Kräuter hinzu-

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fügen. Über den kleingeschnittenen Salat geben – fertig!

Pesto Für das Pesto einfach einen Bund Basilikum mit 2 EL Pinienkernen, 60g Parmesan, zwei Knoblauchzehen und 120 ml Olivenöl mit dem Pürierstab zerkleinern. Portion Nudeln kochen, mit dem Pesto vermengen – fertig!

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Grüne Gerichte Wackelpudding Götterspeisenpulver in 250 ml kaltes Wasser einrühren, fünf Minuten zum Quellen stehen lassen,100 g Zucker dazugeben und erhitzen. Gut durchrühren! Dann in eine große Schüssel oder in Dessertschälchen füllen, fünf Stunden im Kühlschrank erkalten lassen – fertig!

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Les Herbes Bordelaises Einen Rosmarinzweig im Longdrinkglas mit einem Stößel andrücken, 5 cl Lillet Blanc, 2 Spritzer Angostura Bitter, 10 cl Sprite sowie Crushed Eis dazugeben und kurz umrühren.

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g rü n h c a d e g Gründungsmythos, Schimpfwort, Markenzeichen, Sinnbild: Für MartinSebastian Abel ist Grün schon lange kein Farbton mehr. „Ich könnte nicht neben mich treten und ihn einfach beschreiben“, sagt er. Wald, Wiese, Wackelpudding – übliche Assoziationen kommen ihm nicht in den Sinn. Der studierte Theologe verbindet mit der Farbe eher die Bedeutung in der kirchlichen Liturgie (Gründonnerstag). Der junge Politiker und Mitarbeiter des Landtagsabgeordneten Stefan Engstfeld (Die Grünen/NRW) denkt an Umwelt- und Klimaschutz. Der 26-Jährige, derzeit noch Student der Religionswissenschaft in Bochum, sitzt auch beruflich (noch) zwischen den Stühlen – wählt er nach Abschluss die Kirchen- oder die Abgeordnetenbank? Politiker oder Pfarrer ist dabei keine ungewöhn-

liche Kombination grüner Köpfe. Die Bewahrung der Schöpfung ist in beiden Bekenntnissen zu finden, Dinge bewegen kann ein Mensch schließlich hier wie dort. Abel erzählt von der Evolution seiner Partei: Von einer jungen Bewegung, die eher eine Fusion vieler Protestgruppen aus dem Umweltschutz war, gefolgt von dem Einbruch in die Realpolitik und der entstandenen inneren Zerrissenheit. Heute die vielleicht alles entscheidende Frage, wie eine grüne-industrielle Revolution möglich wird. Einen grünen Bundeskanzler hält er mittlerweile längst für möglich – und das nicht nur, weil grün eben auch die Farbe der Hoffnung ist. Vieles hat grünes Denken möglich gemacht, findet Abel und meint mehr als Dosenpfand. Er denkt an die Vorrangstellung der Deutschen im (industriellen) Klimaschutz.


ht Wasser, Sonne, Wind – beste grüne Technik made in Germany. Auch der jüngste Atomausstieg (aus dem Ausstieg) wäre nicht so schnell möglich gewesen, hätten die Grünen (in Kombination mit Rot) hier nicht schon Vorarbeit geleistet. Dass Grün bei vielen immer noch total öko meint und mit langbärtigen Jutesackträgern assoziiert wird, erheitert Martin Abel immer wieder. Kürzlich war er auf einem Empfang, an dem er – stattlich in Anzug und Krawatte gekleidet wie die anderen Anwesenden – auf den Beginn der Veranstaltung wartete. „Wir könnten ja anfangen, wenn der Vertreter der Grünen endlich kommen würde“, tönte es da von der Bühne. Tja, so kann man sich irren. Grün ist eben nicht gleich grün. http://martin-sebastian.de


Immer auf der Lauer... und immer etwas schlauer Letztens musste ich unserer Auszubildenden erklären, wer He-Man war. Schlimm genug. Und schwieriger als gedacht, denn im Nachhinein betrachtet war nicht nur dieser TV-Held der 1980er und 90er Jahre recht skurril. Ob ängstlicher Kampftiger oder humanoide Schildkröte - damals kam einiges zusammen. Anbei ein kleiner Überblick, der keinen Einspruch auf Vollständigkeit erhebt.


Captain Planet Am Ende jeder Folge gab es den finalen Super-Öko-Tipp. Irgendwie roch das alles nach Kultusministerium.

Teenage Mutant Hero Turtles Wer denkt bei Schildkröten nicht an Renaissancekünstler, Pizza, ein Leben in der Kanalisation und Ninjutsu?

Flip der Grashüpfer Die psychedelische Wiesenwelt von „Biene Maja“ war ein deutschjapanisches Anime. Hätten Sie’s gewusst?

He-Man Mit Zauberschw ert waren er und sein grüner Tiger Held en, ohne hingegen eh er ängstliche Gestalt en.


Q

uer fahrt 1959 wurde ich ins ‘Waldhaus Vupera’ im Unterengadin verschlagen. Der Kurarzt versuchte das für mich geeignete Insulin zu finden.


Mein Tes-Tape-Streifen wurde grün, wann ich ihn auch bepinkelte, wie streng ich auch Diät hielt, wie hartnäckig ich auch herumlief, stets den gleichen Weg: in eine kleine Schlucht hinein, dann über einen Steg zur rechten Seite der Schlucht, ihr entlang, und dort, wo die Schlucht zum Tal wurde, über eine Holzbrücke zur linken Talseite zurück, diese hoch und über den Berg steil den Wald wieder zum Kurhaus hinunter.

Alles war vergeblich, und ich fühle noch immer die Wut hochsteigen, wenn ich im Wald den grün gewordenen Tes-Tape-Streifen ins Unterholz warf, eine Wut, von der ich weiß, daß sie sinnlos ist, weil sie ohnmächtig ist, und die mich gerade deshalb von Zeit zu Zeit überfällt und überfiel wie damals und schon oft vorher: Der Tod hat für mich ein grünes Gesicht. Auf diesen sich ständig wiederholenden Spaziergängen, bei denen ich mehr lief als ging, fielen mir Die Physiker und Der Meteor ein, wobei ich nicht zu sagen wüßte, welcher der beiden Stoffe mir zuerst einfiel, doch erscheint es mir wahrscheinlicher, daß es der Nobelpreisträger war, der neue Lazarus, der immer wieder stirbt und immer wieder aufersteht und der doch nicht an das Wunder zu glauben vermag, das sich an ihm ereignet, der in seiner Todesraserei alle vernichtet, die in sein Sterben geraten: „Wann krepiere ich denn endlich!“ Warum mir Die Physiker auch noch einfielen, vermag ich nicht zu sagen, es sei denn, mein grüner Tes-Tape-Streifen erinnerte mich an das Orakel, das Ödipus, von Korinth kommend, in Delphi so verwirrte, daß er nach Theben und in sein Schicksal flüchtete. in: Dürrenmatt, Friedrich (1990): Turmbau. Stoffe IV-IX. 1. Auflage, Zürich: Diogenes, S. 35 f.


Prinzengarde GrĂœn-WeiSS


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ieses Jahr schlug es am elften elften zweitausendelf elf Uhr elf. Ganz schön viele Elfen. Und egal ob Zahl oder Fabelwesen (-kostüm!) – das Thema ist klar: Karneval. Helau ruft man hier in Düsseldorf. Und erst recht im Stadtteil Volmerswerth. Da wirkt nämlich die Prinzengarde Grün-Weiß. Und am ersten Samstag nach dem elften elften wurde dort der aktuelle Karnevalsprinz beim Herz-Ass ziehen gewählt (Herzlichen Glückwunsch Prinz Krzysztof I. Kudrynski nebst Venetia Mildred!). Warum hat die Prinzengarde grün-weiß eigentlich ihre Farbe? Na, weil rot und blau schon vergeben waren! Tätää, tätää, tätäää [karnevalistischbegeisterter Applaus braust auf]! Nein, die richtige Antwort liegt in der Heimat: Die Grün*dungsväter wählten 1948 die Farbe Grün, um die Verbundenheit zur

Landwirtschaft zu zeigen. Da prägte nämlich der Gemüseanbau Volmerswerth und die meisten Prinzgardisten waren Bauern.

Wir danken der Prinzengarde für Ihre informative Unterstützung! * tätää, tätää, tätäää

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Heine sagt In dem Walde sprießt und grünt es Fast jungfräulich lustbeklommen; Doch die Sonne lacht herunter: Junger Frühling, sei willkommen! Nachtigall! auch dich schon hör ich, Wie du flötest seligtrübe, Schluchzend langgezogne Töne, Und dein Lied ist lauter Liebe! in: Linder, Gisela: „Grün – Farbe des Lebens“, Frankfurt, 2008


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