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Ich kann es kaum glauben. „Guten Tag!“ ruft es aus dem Apparat. „Ich habe heute Tasche gesehen, habe mir gedacht von dir!“ Es ist der griechische Opa, der uns mitgenommen hat. Der unseren Rucksack hat. Er verspricht mir, heute Abend um halb sechs zur Abzweigung zu kommen. „Halb sechs, oder zwanzig nach fünf! Alles verstanden?“, will er wissen. Ungläubig lege ich den Hörer auf. Die drei Polizisten schauen mich an. Ich weiß nicht, was sie denken. Ich will ihnen erklären, dass wir von Anfang an dachten, dass es unser Fehler war, wie wir unsicher wurden, weil uns alle das Gegenteil sagten. Wie froh ich bin. Doch sie fangen an zu lachen und winken ab: „Only greek, sorry!“ Sie verstehen kaum Englisch. Ob sie die Geschichte verstehen? Abends warten wir mit einem Blumenstrauß an der Abzweigung. Der alte Mercedes ruckelt pünktlich auf die Minute an. Langsam und etwas wackelig steigt der Rentner aus und gibt uns den Rucksack. „Guckt nach, alles muss Ordnung haben!“ Ich schaue nicht nach. Ich weiß, das alles drin ist. Meine Wertsachen, mit denen ich so viel abheben kann wie ich will – mehr als 60€ pro Tag. Mein Urlaubsgefühl. Meine Sorglosigkeit. Und mein Glauben an dieses Land. Auf nach Griechenland. Jetzt erst recht!

A! ON IST D I T K E L L E KO DIE NEU

Mit neuer Inhaberin

de

r

Wir laufen zur Polizeistation in Parga. Es ist heiß. Touristen schieben ihre sonnenverbrannten Körper durch die Gassen. Immer tiefer versinke ich in vernichtenden Flüchen über ein für mich plötzlich faules, korruptes und chaotisches Land und merke, wie ich mich nach deutscher Sicherheit sehne. Der Eingang zur Polizei liegt neben der Post. Eine Polizistin in blauer Uniform macht die Tür auf. „We lost everything in a car“, erkläre ich ihr. Sie zieht vielsagend die Augenbrauen hoch und läuft ins Nebenzimmer. Dort sitzen zwei Kollegen und schauen neugierig, aber auch etwas träge herüber. Wir bleiben unter dem Luftzug der eiskalten Klimaanlage stehen und warten. Die Polizeistation ist in einer 3-ZimmerWohnung untergebracht. In jedem Raum steht ein dicker Holzschreibtisch, darauf jeweils die griechische Flagge. Alte Telefone, Haufen von Papieren. Kurz darauf winken uns die Polizisten herüber, ich soll den Hörer nehmen: „The driver!“

. . . A A A R HUR

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Bölschestraße 116 . 12587 Berlin Mo – Fr 10 – 13Uhr & 14 – 18Uhr . Sa 10 – 13Uhr T 030 25562228 . info@novali.de . www.novali.de Für große Familien oder Gruppen bieten wir auch gerne Termine außerhalb der Öffnungszeiten an. bisgaard

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Maulbeerblatt 86  

Die eiskalt relaunchte Ausgabe nach der Sommerpause: Fette vierzig Seiten mit prallen Themen aus dem Berliner Südosten. Ab 03. September an...

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