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B e o b a c h t e n 路 F o r s c h e n 路 B e r a t e n


50 Jahre FVA

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Beobachten路Forschen路Beraten

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D o k t o r wa l d

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enn ich an Kopfweh leide und Neurosen, wenn ich mich unverstanden fühle oder alt, wenn mich die Musen nicht liebkosen, dann konsultiere ich den Wald. Er ist mein Augenarzt und mein Psychiater, mein Orthopäde und mein Internist. Er hilft mir sicher über jeden Kater, ob er aus Kummer oder Kognak ist. Er hält nicht viel von Pülverchen und Pillen, doch umso mehr von Luft und Sonnenschein; und kaum umfängt mich seine Stille, rauscht er mir zu: „Nun atmen Sie mal feste ein.“ Ist seine Praxis auch oft überlaufen, seine Rezepte machen rasch gesund; und Kreislaufschwache, die heut noch heftig schnaufen, sind morgen schon, fast ohne klinischen Befund. Er hilft mir immer wieder auf die Beine, bringt meine Seele stets ins Gleichgewicht; verhindert Fettansatz und Gallensteine, Nur: - „Hausbesuche, macht er nicht“! •

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Helmut Dagenbach, Dezember 2002


4 Beobachten·Forschen·Beraten

GruS S wort e

ie Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden -Württemberg blickt im Jahr 2008 auf fünfzig sehr erfolgreiche und wechselvolle Jahre zurück. So stand zu Beginn zunächst die Zusammenführung mehrerer historisch gewachsener Einrichtungen des forstlichen Versuchswesens zu einem organischen Ganzen im Mittelpunkt. Permanente Anpassungsprozesse an sich ändernde und zumeist steigende Anforderungen, die ihren Ausdruck in Neuzuschnitten von Abteilungen und dem Aufgreifen neuer Themenstellungen je nach den Anforderungen aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft fanden, ziehen sich durch die gesamte Geschichte der FVA: Die Etablierung von Groß- und Betriebsinventuren, die Waldschadensforschung, technische Revolutionen und nun auch die Klimafolgenforschung, um nur einige zu nennen. Die fachliche Bandbreite der Arbeit waren zu jeder Zeit

eine Herausforderung für die Einrichtung und Ihre Mitarbeiter und gleichzeitig eine der herausragenden Stärken der FVA. Als einzige forstliche Ressortforschungseinrichtung im Land ist sie eine zentrale Stätte konzentrierten forstlichen Wissens aus allen relevanten Fachgebieten und spielt eine wichtige Rolle für die Politikberatung. Im Strategischen Konzept 20082012 erfolgte die jüngste Neujustierung der Ausrichtung der FVA - auf der Basis ihrer anerkannten Kernkompetenzen Langfristige Waldforschung, Forschung und Entwicklung für die Praxis sowie Wissenstransfer - beschrieben als ein mittelfristiges Arbeitsprogramm mit klarer Schwerpunktsetzung. Für die Zukunft ist sie damit gut aufgestellt. Die vorliegende Festschrift zeichnet in eindrücklichen, teilweise anekdotenhaften Beiträgen und Erinnerungen den Entwicklungsprozess der FVA nach: Über zweihundert Menschen arbeiten heute an der FVA, viele davon junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich in zeitlich befristeten Forschungsprojekten weiterqualifizieren. In einem Zeitalter der Globalisierung und eines zusammenwachsenden Europas sind Forschungskontakte und Kooperationen

im nationalen und internationalen Kontext ein integraler Bestandteil der Forschungsarbeit der FVA geworden. Ein Beispiel hierfür ist das von der EU geförderte Klimafolgenforschungsprojekt MOTIVE, das von der FVA koordiniert wird. Ein internationales Konsortium erarbeitet darin Lösungen für die Anpassung der Wälder Europas an den Klimawandel. Die gegenwärtigen Herausforderungen sind oft länderübergreifend: Dies muss auch für ihre Erforschung gelten. Ich begrüße deshalb die Entwicklung zu mehr Internationalität. Bei der Lektüre der Festschrift wünsche ich den Leserinnen und Lesern viel Vergnügen! •

Peter Hauk MdL Minister für Ernährung und Ländlichen Raum


talen und gedruckten Veröffentlichungen zur Verfügung. Dieser Transfer von Wissen aus der Forschung in die tägliche praktische Arbeit hinein ist die dritte – und wie ich meine an Bedeutung gewinnende – Säule der Kernkompetenzen der FVA. Nicht zuletzt ist die Vermittlung von Wissen über den Wald und über Waldforschung in die Öffentlichkeit hinein ein immer wichtiger werdendes Betätigungsfeld der FVA. Zum fünfzigsten Geburtstag wünsche ich unserer FVA, dass sie einerseits weiterhin so erfolgreich und mit unvermindertem Engagement ihre Forschungsarbeiten betreiben wird. Mein zweiter Wunsch ist, dass die FVA dem verstärkten Transfer von Wissen in forstliche Fachkreise, wie auch in die interessierte, nicht-fachliche Öffentlichkeit hinein, in den kommenden fünfzig Jahren noch mehr Aufmerksamkeit als bisher schon schenken wird. Mögen die kommenden fünfzig Jahre ebenso erfolgreich verlaufen wie die bisherigen. •

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Max Reger Landesforstpräsident Baden-Württemberg

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ls Betriebsforschungsinstitut ist die FVA ein unentbehrlicher Teil der Landesforstverwaltung BadenWürttemberg. In ihren acht Fachabteilungen werden alle Themen der Forstwirtschaft und der Forstverwaltung abgedeckt. Sie sichert damit das praktische Handeln der Landesforstverwaltung wissenschaftlich ab und liefert über den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die forstliche Praxis die erforderlichen Impulse für eine zeitgemäße Forstwirtschaft in BadenWürttemberg. Diese Jubiläumsschrift liefert ein eindrückliches Zeugnis von dieser Arbeit über fünfzig Jahre FVA hinweg. Eine besondere Kompetenz der FVA erwächst aus ihrem Datenschatz aus Monitoringmessreihen, die es erlauben, abgesicherte Aussagen zu langfristigen Entwicklungen zu treffen. Hier seien stellvertretend die Terrestrische Waldschadensinventur und die Bodenzustandserhebung aus dem Bereich des

forstlichen Umweltmonitorings sowie die kontinuierliche Analyse der betriebswirtschaftlichen Situation der Forstbetriebe aller Waldbesitzarten über die Testbetriebsnetze genannt. Die FVA ist ein Schwergewicht in der forstlichen Forschungslandschaft, insbesondere im Hinblick auf Entwicklungen für die Praxis. Sie nimmt als Partnerin nationaler und internationaler Forschungsnetzwerke am ständigen wissenschaftlichen Diskurs teil. In diesem Zusammenhang verdient das „Freiburger Modell“ besondere Erwähnung, das über die enge Zusammenarbeit der Fakultät für Forstund Umweltwissenschaften der Universität Freiburg und der FVA einen wissenschaftlichen Austausch zu beiderseitigem Nutzen garantiert. Das in der FVA konzentrierte, ständig aktuelle und stets abrufbereite forstliche Spezialwissen bildet die Grundlage für eine weitere wesentliche Aufgabe der FVA, die Politikberatung. Sie ist in der Lage, auf fundierter Grundlage sachgerechte Auskunft zu drängenden Problemen und aktuellen Fragestellungen zu liefern. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Praxis steht das Wissen der FVA in Form von vielfältigen Beratungs-, Aus- und Fortbildungsangeboten, Veranstaltungen sowie nicht zuletzt einer Vielzahl von digi-


6 Beobachten·Forschen·Beraten

Vorwort

n den nunmehr fünfzig Jahren seit ihrer Gründung hat sich die FVA Baden-Württemberg zu einer anerkannten Institution der angewandten forstlichen Forschung entwickelt. Sie beobachtet die Entwicklung unserer Wälder in Baden-Württemberg mit modernen Messmethoden und Monitoringinstrumenten, um daraus Schlüsse für eine optimale Waldbewirtschaftung für alle Funktionen des Waldes zu ziehen. In ihrer Forschungsarbeit fokussiert sich die FVA auf Fragen, die für die praktische Waldbewirtschaftung relevant sind, ohne dabei grundlegende Methodenentwicklungen zu vergessen. Sie ist damit in einem ständigen Spagat zwischen einerseits exzellenter Forschungsarbeit und andererseits der Vermittlung des erworbenen Wissens in die Praxis angesiedelt. Diese Position zwischen

Wissenschaft und Praxis ist einerseits eine besondere Herausforderung, weil zwei Zielgruppen gleichzeitig angesprochen werden, andererseits leitet sich aus genau dieser Lage die Daseinsberechtigung einer qualifizierten Ressortforschungseinrichtung ab. Wir, die Bediensteten des Landes Baden-Württemberg, die das Privileg haben, hier arbeiten zu dürfen, sind uns unserer Verpflichtung bewusst, dem Land Nutzen für den Wald und das Waldwesen zu bringen. Dankbar schauen wir auf fünfzig Jahre unserer Arbeit zurück, in denen wir dieser anspruchsvollen und schönen Aufgabe nachgehen durften – zum Nutzen des Waldes. Diese kleine Festschrift soll einerseits einen kurzen Rückblick auf die historische Entwicklung der Anstalt in den letzten fünfzig Jahren geben, andererseits soll sie auch die Aufgaben und die Bedeutung forstlicher Ressortforschung darstellen. Schließlich sollen aktive und auch schon im Ruhestand befindliche Mitarbeiter aller Ebenen, Kuratoriumsmitglieder, Praktiker, Kunden und Beobachter unserer Institution zu Wort kommen und in kleinen Beiträgen ihre Eindrücke darstellen. Wir hoffen damit ein zeitgerechtes

lebendiges Dokument der Arbeit unserer FVA vorlegen zu können, das die Lektüre lohnt. All denjenigen, die für diese Broschüre einen Beitrag geschrieben haben, Fotos ausgesucht haben, Anregungen gegeben haben, Informationen geliefert haben oder in einer anderen Art und Weise zum Gelingen der Broschüre beigetragen haben, gilt dafür mein herzliches Dankeschön. Ich wünsche unserer FVA weitere fünfzig erfolgreiche Jahre der angewandten Forschungsarbeit für den Wald und die Menschen, die davon, darin und damit leben! •

Prof. Konstantin Frhr. v. Teuffel Direktor der FVA


I n h a lt

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3. Ressortforschung an der FVA heute

.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

4. Quellen

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.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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5. Anhang

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2. Forschungsschwerpunkte im Wandel der Zeit

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1. Geschichtliche Entwicklung der FVA


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1. | G e s c h i c h t l i c h e E n t w i c k l u n g

v o n K a is u M a k k o n e n - S p i e c k e r

d e r F VA


Z e r s t r e u t im l a n d e

Techniker standen dem Professor zur Seite. Daher wurden viele Arbeiten auf den Versuchsflächen den Forstämtern übertragen. Die Württembergische Forstliche Versuchsanstalt wurde 1872 in Hohenheim bei Stuttgart gegründet und 1881 der Forstlichen Fakultät der Universität Tübingen angeschlossen. Bei der Verlegung der forstlichen Ausbildung von Tübingen nach Freiburg wurde die Württembergische Forstliche Versuchsanstalt 1920 der Forstdirektion Stuttgart zugeordnet. Personell war sie in den Jahren 19201939 mit durchschnittlich acht Bediensteten um einiges besser ausgestattet als die Badische Forstliche Versuchsanstalt. Auch die Forstämter waren verpflichtet, Arbeitskräfte zur Durchführung der Versuche zur Verfügung zu stellen und diese auch zu bezahlen.

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Geschäftsbereich der Großherzoglichen Domänendirektion (Finanzministerium) unterstellt. Mit der Verlegung des forstlichen Unterrichts von der Technischen Hochschule Karlsruhe an die Universität Freiburg im Jahre 1920 kam auch die Badische Forstliche Versuchsanstalt nach Freiburg und wurde dabei in die Kultusverwaltung eingegliedert. Formell wurde die Badische Forstliche Versuchsanstalt von einem Kuratorium, praktisch jedoch von einem Ordinarius der Universität Freiburg geleitet. Vorübergehend standen die Versuchsflächen allen forstlichen Instituten zur freien Verfügung, kamen aber nach 1940 in die Hand des neu berufenen Ordinarius für Ertragskunde. 1950 übernahm Prof. Gerhard Mitscherlich die Leitung der Badischen Forstlichen Versuchsanstalt. Die personelle Ausstattung war sehr bescheiden: Ein Assistent und ein

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igentlich geht es bei dem fünfzig jährigen Jubiläum der FVA um eine goldene Hochzeit, da vor fünfzig Jahren zwei bereits existierende Institutionen zu einer neuen Einheit zusammengefügt wurden: Die Badische Forstliche Versuchsanstalt und die Württembergische Forstliche Versuchsanstalt. Der getrennte Weg dieser Institutionen dauerte sogar länger als der sich anschließende ‚gemeinsame Weg‘. Daher soll hier auch die Geschichte vor dem Zusammenschluss beschrieben werden. Die Entwicklung des forstlichen Versuchswesens in Baden und in Württemberg verlief unterschiedlich: Die Badische Forstliche Versuchsanstalt wurde 1870 in Karlsruhe unter dem Ministerium des Innern gegründet und 1875 dem


10 Beobachten·Forschen·Beraten ■ 1 . G e s c h i c h t l i c h e E n t w i c k lu n g d e r F VA

K urzbeitrag

Zeitzeugen aus dem Archiv der Abteilung Waldwachstum Die Aufnahmedaten der waldwachstumskundlichen Versuchsflächen gehen bis ins Jahr 1872 zurück. Neben den Messdaten sind häufig auch Aktennotizen und Schriftverkehr erhalten, diese Dokumente geben einen interessanten Einblick in den jeweiligen forstlichen und gesellschaftlichen Zeitgeist. Auf der Suche nach Unterlagen zu alten Anbauversuchen mit Juglans und Carya (Nussbäume) fand ich einen sehr ausführlichen Schriftverkehr aus den Jahren 1940 und 1941 zwischen Herrn Oberforstrat Zimmerle, Leiter der württembergischen Forstlichen Versuchsanstalt und Herrn Marquardt von der Firma Marquardt (Skifabrik, Stockfabrik, Faltbootwerft) aus Heilbronn. Es folgen ausgewählte chronologische Zitate: Marquardt „Wir haben zu Beginn des vorigen Jahres uns des längeren und breiteren mit Ihnen unterhalten und wären Ihnen nun sehr zu Dank verpflichtet, wenn wir hören könnten, welche Ergebnisse die Anpflanzung von Hickorynußbäumen bis jetzt gezeitigt hat....“ Zimmerle „...Die seinerzeit von Ihnen dem Büro für Kulturen der Württ. Forstdirektion übergebenen Nüsse von Carya alba, etwa 7,5 kg und von Carya tomentosa, etwa 1 kg, wurden .... in dem forstl. Versuchsgarten Härdtle bei Weil im Dorf ausgesät.....“ Marquardt „ ... Wir wären der Versuchsanstalt sehr dankbar, wenn uns regelmäßig – sagen wir einmal jährlich – über die Fortschritte der Anpflanzung Bericht erstattet würde. Der Unterzeichnete seinerseits als Obmann der Fachabteilung Wintersport in der Fachgruppe

Sportartikel – und Turngeräte-Industrie wird diese Berichte an geeignete Stelle jeweils weiter melden. ... Sobald der Krieg zu Ende geht und die normalen wirtschaftlichen Beziehungen wieder hergestellt sind, werden wir nicht versäumen, unsere amerikanischen Geschäftsfreunde um Überlassung weiteren Saatgutes zu bitten. ...“ Marquardt „ ... Bei der Gelegenheit wird es Sie vielleicht interessieren – wir wissen nicht, ob Sie im Bilde sind – dass das Land Norwegen schon seit einigen Jahren in größerem Stil Hickory angepflanzt hat, ... auf Veranlassung der Foreningen til Ski-Idraettens Fremme (Vereinigung zur Förderung des Skilaufs in Oslo).... Norwegen als bis jetzt erstes Skiexport-Land hat die Absicht, durch diese Anpflanzungen wenigstens später, sich vor dem Zwang zur Einfuhr zu schützen.“ Zimmerle „Ich bestätige noch bestens dankend Ihre beiden Schreiben vom 17. und 20. d. Mts. Es hat mich interessiert zu erfahren, dass Sie meinen Bericht in dieser Angelegenheit vom 8. d. Mts. an die Reichsstelle für Holz und auch an das Reichswirtschaftsministerium weitergeleitet und einen Hinweis auf meinen Aufsatz im Deutschen Forstwirt Nr. 7/8 und 9/10 gegeben haben... Es mag aber auch sein, dass meine etwas freimütigen Ausführungen bezüglich des Versagens der seinerzeit auch vom Reichsforstamt zum Anbau warm empfohlenen Kämmerlings spätaustreibender Walnuss, ... , beim Reichsforstamt keinen großen Anklang gefunden hat. Doch glaubte ich, ..., als verantwortungsbewusster Vorstand

eines Forschungsinstituts und als echter Schwabe hier auch ein freies Wort sprechen zu dürfen. Ich stehe auch heute noch auf dem Standpunkt, dass für Zwecke der nationalen Rohstoffversorgung und für unsere Unabhängigkeitmachung gegenüber dem Ausland von den Juglandazeen hauptsächlich Juglans nigra, die weniger frostgefährdete Juglans-Art, und Carya alba, der weißen Hickory, für künftigen Anbau in Frage kommt, ...“ Marquardt „... , dass im Jahrgang 1936 des schwedischen Skijahrbuchs Pa Skidor ein Aufsatz erschienen ist: Svenska skidlöpare pa svenska hickoryskidor – en framtidström (Schwedische Skiläufer auf schwedischen Hickory-Ski – ein Zukunftstraum). .. Aus einem dieser Stämme hat die schwedische Skifabrik Gebr. Sandström auch ein Paar Ski angefertigt, die offenbar allen Ansprüchen genügt haben. ...“ Leider gibt es die Firma Marquardt nicht mehr. Ich wollte ihr mitteilen, dass das Hickory-Holz zur Ski-Produktion eingeschlagen werden kann. Andreas Ehring seit 1989 Abteilung Waldwachstum


(FVA) mit acht Abteilungen als Betriebsforschungsnstitut der Landesforstverwaltung in Freiburg gegründet. Als Betriebsforschungsinstitut der Landesforstverwaltung unterstand die FVA dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und war mit der Aufgabe betraut, Fragen zu bearbeiten, die für die forstliche Praxis von besonderer Bedeutung waren. Sie sollte sich überwiegend mit angewandter Forschung befassen. Als Sitz wurde Freiburg Standort einer Forstdirektion - gewählt, um eine enge Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg, insbesondere mit deren forstwissenschaftlicher Fakultät (damals Forstliche Abteilung an der NaturwissenschaftlichMathematischen Fakultät) zu ermöglichen. Dabei wurde die exzentrische Lage des gewählten Standortes bewusst in Kauf genommen. Als Vorteil von Freiburg wurde auch gesehen, dass die starke Höhengliederung vom wärmsten Klima des Landes am Kaiserstuhl bis zum kältesten auf dem Feldberg extreme und aufschlussreiche Versuchsmöglichkeiten bot. Die Verbindung zu der Universität Freiburg im Rahmen des ‚Freiburger Modells‘ wurde formal

durch das Kuratorium der FVA zum Ausdruck gebracht, dessen Vorsitzender der Dekan der forstwissenschaftlichen Fakultät war und dem deren hauptamtliche Professoren angehörten. Zunächst oblag den zuständigen Institutsdirektoren und Professoren der Forstlichen Abteilung der Universität Freiburg die wissenschaftliche ‚Oberleitung‘ der einzelnen Abteilungen. Die hauptamtlichen Abteilungsleiter waren jedoch die Vorgesetzten der Angehörigen ihrer Abteilung und als Angehörige der Landesforstverwaltung verantwortlich für die Forschungsaktivitäten und für die Verwendung der Haushaltsmittel. Seit 1965 hatten die jeweils zuständigen Professoren der Universität dann die Funktion eines wissenschaftlichen Beraters. 26 Jahre nach der Einführung des Freiburger Modells wurde es von dem damaligen Direktor Professor Dr. HansUlrich Moosmayer positiv bewertet (Moosmayer & Böhm 1985). In dem am 1. Januar 2000 in Kraft getretenen Statut der FVA wurde schließlich das Kuratorium neu definiert und das ‚Freiburger Modell‘ wurde 2003 in einem Kooperationsvertrag ‚aufgefrischt‘. •

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Vor der Gründung einer gemeinsamen Forschungsanstalt in dem 1952 gegründeten Land BadenWürttemberg war das forstliche Versuchswesen stark zersplittert: Es wurde insgesamt an sieben unterschiedlich ausgestatteten Forschungsstellen forstliche Forschung betrieben. Gleich nach der Gründung des Landes BadenWürttemberg hatte Hubert Rupf, damals Referent für forstliche Produktion, Versuchsund Transportwesen, später Landesforstpräsident, von dem damaligen Landesforstpräsidenten Emil Kurz den Auftrag bekommen, Vorbereitungen zu treffen, das forstliche Versuchswesen des ganzen Landes zusammenzuführen. „Psychologisch“ keine leichte Aufgabe, wie Rupf selbst später bemerkt hat. Nach teilweise sehr schwierigen und langwierigen Verhandlungen wurde schließlich am 18. Juni 1958 die BadenWü r t t emb er g i s c he Forstliche Versuchsund Forschungsanstalt

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Ehemalige Direktoren (von links) Martin Spiecker, Hubert Rupf, Fritz Lamerdin und Hans-Ulrich Moosmayer


12 Beobachten·Forschen·Beraten ■ 1 . G e s c h i c h t l i c h e E n t w i c k lu n g d e r F VA

V er ei n t i n Fr ei bu rg

Zeitgleich mit der Gründung der FVA wurden drei zusätzliche Abteilungen gegründet, was der FVA im Vergleich zu anderen damaligen forstlichen Versuchsanstalten ein außerordentlich breites Fächerspektrum verlieh. Dies bedeutete auch eine hohe Flexibilität bezüglich neuer Forschungsfelder sowie bessere Möglichkeiten, durch Bearbeitung komplexer Problemstellungen mit unterschiedlichen Methoden und fachlichen Aspekten den vielfältigen

Anforderungen der Praxis gerecht zu werden. Nach der Gründung blieb die Leitung zunächst in Stuttgart und wurde wenig später am 1. April 1959 in Freiburg etabliert. Die meisten Abteilungen befanden sich dann ‚zerstreut‘ in Freiburg, darunter die Abteilungen Ertragskunde (damals noch mit einer Außenstelle in Hechingen und Ludwigsburg); die Abteilung Wasserhaushaltstechnik und Forstliches Ingenieurwesen (von

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Verschiedene Domizile der FVA (1) Fasanengarten; (2) Wittental; (3) Sternwaldstr. 16; (4) Sternwaldstr. 14

Freudenstadt nach Freiburg verlegt); die Abteilungen Betriebswirtschaft und Biometrie (beide 1958 in Freiburg gegründet); die Forstschutzstelle Südwest (schon 1955 nach Wittental bei Freiburg verlegt) sowie die Abteilung Waldarbeit (am 1. April 1959 in Freiburg gegründet). Nur die Abteilung Botanik und Standortskunde mit den Sektionen Standortskunde, Forstpflanzenzüchtung und Pappel und Flurholzanbau, die Abteilung Bodenkunde und Düngung sowie zunächst

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Die Leitung (von rechts um den Tisch herum) G. Wellenstein, R. Zundel, E. König, W. Schöpfer, E. Löffler, F. Hockenjos und A. Seiterle

Die Anzahl der Beschäftigten hatte sich – angefangen von den drei Personen der Badischen Forstlichen Versuchsanstalt bzw. acht Personen an der Württembergischen Forstlichen Versuchsanstalt Ende der dreißiger Jahre – beträchtlich erhöht: Im Jahr 1970 waren an der FVA insgesamt 36 Beamte und 41 Angestellte sowie „ständige und unständige Arbeiter“ beschäftigt. Im Jahr 1986 waren es bereits rund 130 Beschäftigte (Jahresbericht der FVA 1986). Der erste Leiter der FVA, von 1958 bis 1972, war Landesforstpräsident Hubert Rupf. Sein ständiger Vertreter in Freiburg war Oberforstdirektor Dr. Martin Spiecker. Im Jahr 1972 wurde diese Regelung aufgegeben und die Stelle eines eigenständigen Direktors der FVA geschaffen. Diese Funktion hatte zunächst bis 1976 Forstpräsident

…und ein Programmpunkt: Wissenschaftler Hildebrand (rechts) und Büroleiter Schäufele

Fritz Lamerdin inne; von 1976 bis 1993 Professor Dr. Hans-Ulrich Moosmayer; von 1993 bis 2000 Professor Werner Schumacher. Seit 2000 leitet Professor Konstantin Frhr. von Teuffel die FVA. Die Zusammenführung der FVA wurde 1986 abgeschlossen, als alle Abteilungen, die bis dahin in verschiedenen Gebäuden in Freiburg und im Freiburger Umland, sowie in Weilimdorf bei Stuttgart (Abt. Botanik und Standortskunde) untergebracht waren, in den Neubau in der Wonnhaldestraße 4 umziehen konnten. Damit konnten nun die Möglichkeiten einer noch intensiveren Kooperation zwischen den Abteilungen verwirklicht werden. Damit ging aber auch gleichzeitig eine 39 Jahre währende forstliche Forschung im Fasanengarten in Stuttgart-Weilimdorf zu Ende. •

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auch die Abteilung Phytopathologie (Umsiedlung nach Wittental 1962) sind im Fasanengarten in StuttgartWeilimdorf geblieben. 1971 wurde die Abteilung Phytopathologie an die Abteilung Forstschutz eingegliedert. Im Laufe der Jahre kam es zu kleineren formellen Veränderungen an den Abteilungen. Auch die Bezeichnungen der Abteilungen wurden geändert, das Aufgabenfeld der FVA insgesamt ist jedoch gleich breit gefächert geblieben, wenn nicht sogar breiter geworden.

Ein Betriebsausflug in den 80er Jahren…


14 Beobachten·Forschen·Beraten ■ 1 . G e s c h i c h t l i c h e E n t w i c k lu n g d e r F VA

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Verschiedene Domizile der FVA (5) Schwaighofstr. 4; (6) Schwarzwaldstr.15; (7) Fürstenbergstr. 3; (8) Reichsgrafenstr. 12; (9) Steinhaus / Wiehre; (10) Baracke / Wiehre; (11) Erbprinzenstr. 11; (12) Wonnhaldestr. 4; (13) Günterstalstr. 61

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K urzbeitrag

A n f ä n g e d e r FVA i m L i l i e n t a l a b 1 9 5 8

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Helmut Dagenbach 1956–1992 | Technischer Leiter des Arbeitsbereichs Forstpflanzenzüchtung

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Um die Flächen möglichst rasch zu bestocken und auch um einen Vorwald zu begründen, wurde die gesamte Fläche im 5 mal 5 m Verband mit Pappeln bepflanzt. Im Schutz dieses Vorwaldes sollten dann andere Pflanzungen wachsen können. Gleichzeitig konnte man dadurch die nötige Vorlaufzeit für die Anzucht der Versuchspflanzen überbrücken. Das Anwuchsergebnis war recht gut. Aus heutiger Sicht wäre ein Vorwald nicht für alle späteren Anbauten, z. B. für die Kiefernsamenplantage oder für die Lärchensamenplantage nötig gewesen. Man muss allerdings einschränkend berücksichtigen, dass damals zwischen vielerlei Planungsvorstellungen von verschiedenen Seiten und deren Machbarkeit große Lücken klafften. Es war anfangs keineswegs in allen Fällen klar, wo, wann und welche Versuche angelegt werden konnten.

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Nach dem Ankauf des Lilienhofgutes durch die Landesforstverwaltung wurde die Abteilung Botanik und Standortskunde, damals noch in Stuttgart, beauftragt, auf dem neu erworbenen Gelände geeignete Versuchsanbauten durchzuführen. Dazu wurde uns im Kerngebiet des Geländes ca. 70 ha große Fläche zur Verfügung gestellt, mit der Auflage, die Flächen „möglichst rasch“ zu bestocken. Dass sinnvolle Versuche nicht einfach „rasch“ aus dem Hut zu zaubern waren, sondern eine Vorlaufzeit brauchen, versuchten wir der ungeduldigen Verwaltung immer wieder klar zu machen. Die Verwaltung ihrerseits stand jedoch unter einem gewissen politischen Druck, denn der Kauf wurde nur deshalb genehmigt, weil man als Argument den Bedarf der FVA an besseren, auch landwirtschaftlichen Flächen ins Feld geführt hat. Nach dem damals gültigen Gesetz durften bisher landwirtschaftlich genutzte Flächen nicht aufgeforstet werden.


16 Beobachten·Forschen·Beraten ■ 1 . G e s c h i c h t l i c h e E n t w i c k lu n g d e r F VA

K urzbeitrag

Die Anfänge der Landespflege

Zu Beginn der 60er Jahre wurde zunehmend eine Verbesserung des Naturschutzes und der Erholungsmöglichkeiten im Wald verlangt. In seinem Vortrag beim Deutschen Forstverein in Stuttgart forderte der damalige Landesforstpräsident Hubert Rupf Forstleute und Waldbesitzer zu mehr Anstrengungen auf diesen Gebieten auf. Zur Intensivierung der entsprechenden Forschungs- und Fortbildungstätigkeit wurde dann 1962 die vorhandene Abteilung „Wasserhaushaltstechnik und Forstliches Ingenieurwesen“ in die Abteilung Landespflege mit einem wesentlichen erweiterten Aufgabenspektrum umgewandelt. Dem Leiter Prof. Kirwald wurde ich auf Anweisung von Rupf als Dienstvorstand zugeordnet, da ich als langjähriger Mitarbeiter des bekannten forstlichen Naturschützers Dr. h.c. Otto Linck / Güglingen und als Autor des (erstmals selbständigen) Kapitels „Naturschutz und Landschaftspflege“ des Lehrbuchs „Der Forstbetriebsdienst“ die für den Umbau der Abteilung nötigen Spezialkenntnisse einbringen konnte.

Die Arbeit in der neuen Abteilung unterschied sich insofern von den anderen „klassischen“ Abteilungen, als sie von der Allgemeinheit besonders aufmerksam verfolgt wurde. Insofern hatten wir an zwei verschiedenen Fronten zu „kämpfen“: Nach außen gegen unsachliche Angriffe wegen der angeblich einseitigen „Holzproduktionswirtschaft“, die vor allem von Grizmeck („Wald, in dem kein Vogel singt“), die ZEIT (1965) und Roesch (dem Leiter der Landesnatur schutzstelle), ausgingen. Nachdem auch das Europäische Naturschutzkomitee einseitige Vorwürfe veröffentlicht hatte, wurde unsererseits mit mehreren Artikeln (z.B. „Muss denn Fichte Sünde sein?“) zur stärkeren standörtlichen Differenzierung aufgefordert. Eine zweite Stoßrichtung unserer Arbeit ging nach innen: Forstleute und Waldbesitzer wurden in zahlreichen Veröffentlichungen und Fortbildungsver anstaltungen aufgefordert, den landespflegerischen Belangen innerhalb (und teilweise auch außerhalb) des Waldes noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Diesem Zweck dienten z.B. der Informationsbrief des Bundesinnenministeriums „Die Bedeutung des Waldes in der Raumordnung“ (1966) sowie die Broschüren „Schutzpflanzungen“ (1967), „Landschaftspflege – und Erholungsmaßnahmen im Wald“ (1970) und „Wald – Mensch – Umwelt“ (1973). Viel besuchte Forschungs- und Demonstrationsprojekte der neuen Abteilung waren im südbadischen Umfeld Grundwassermessungen und Stauversuche am Oberrhein, biologischer Wasserbau am Neumagen bei Bad Krozingen, Baggerseekultivierungen und Schutzpflanzungen bei Breisach, Landschafts- und Wintersportplanung im Feldberggebiet und das Wald- Erholungsmodell Wonnhalde.

Rolf Zundel 1963-1975 | Abteilungsleiter Abteilung Landespflege


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18 Beobachten·Forschen·Beraten

2. | F o r

s c h u n gss c h w e r p u n k t e

v o n H a n s - U l r i c h M o o sm a y e r

F

orschungsschwerpunkte der FVA, der als ständige Aufgabe die wissenschaftliche Betreuung langfristig angelegter Messnetze obliegt, können nur auf diesem Hintergrund beschrieben werden. Diese Netze sind in vielen Fällen die unentbehrliche Grundlage für die einzelnen Forschungsprojekte, sie binden aber auch einen großen Teil der Arbeitskapazität. Die waldwachstumskundlichen Versuchsflächen der Vorläuferanstalten, aber auch die bereits für größere Flächen vorhandenen Standortskarten bildeten einen wesentlichen Grundstock für die Forschungsarbeiten der Abteilungen der neu gegründeten FVA, die bereits durch die früheren Institutionen vertretene Sachgebiete weiterführten. Dies waren die Abteilungen Ertragskunde (heute Waldwachstum), Botanik und Standortskunde (heute Waldökologie) sowie Bodenkunde und

Düngung (heute Boden und Umwelt). In diese Gruppe gehören auch die Abteilungen Forstschutzstelle Südwest (später Forstschutz, heute Waldschutz) und die bis 1971 bestehende Abteilung Phytopathologie, welche die Arbeiten früherer Institutionen fortfuhren oder an diese anknüpfen konnten. Dies zeigten auch Forschungsschwerpunkte der ersten Zeit. So wurden die Zusammenhänge zwischen Standort und Waldwachstum weiter an Hand der zunehmend verfügbaren Standortskarten intensiv erforscht. Die zahlreichen Arbeiten zu diesem Thema mündeten unter anderem in Schätzfunktionen, mit denen der standortstypische Zuwachs von Fichte und Buche hergeleitet werden konnte. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten standortsbezogene waldernährungskundliche Untersuchungen, denen die früheren Düngungsversuchsflächen wichtige Grundlagen lieferten. Auch

für den Forschungsschwerpunkt Rotfäule der Fichte waren die Standortskarten als Grundlagen unentbehrlich. Die Entwicklung von Modellen zur Bestandesbehandlung in allen Altersstufen stand mit der weitgehend abgeschlossenen Aufstellung von Ertragstafeln insofern in einem Zusammenhang, als deren überkommene Behandlungskonzepte den veränderten Rahmenbedingungen nicht mehr gerecht wurden. Im Bereich des Forstschutzes wurden bei der Wald/ Wild-Problematik die Auswirkungen und die Vermeidung von Verbissund Schälschäden mit besonderem Nachdruck untersucht. Anders war die Situation bei den neu gegründeten Abteilungen Waldarbeit (heute Waldnutzung), Betriebswirtschaft (heute Forstökonomie), Wasserhaushaltstechnik und Forstliches Ingenieurwesen (bald zur Abteilung Landespflege erweitert, heute Wald

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W a n d e l d e r Z e iT

mit der Holzindustrie (Werkeingangsvermessung, Optimierung der Holzaushaltung auf Rundholzplätzen), Erholungsforschung in stadtnahen Wäldern und waldreichen Feriengebieten oder Untersuchungen zur Raumordnung und Landschaftsökologie.

Fußballmannschaft der FVA und ihr „Trainer“ Hans-Ulrich Moosmayer 1983

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Wesentlichen aus dem Forstbetrieb, das Interesse an den Ergebnissen blieb auf den Kreis der Forstleute und Waldbesitzer beschränkt. Allerdings zeichneten sich am Ende dieser Periode bereits neue Forschungsschwerpunkte ab, die den Kreis der Interessenten erweiterten: Kooperationsprojekte

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und Gesellschaft) und Biometrie (heute Biometrie und Informatik). Sie hatten keine Vorgänger in den früheren Anstalten und mussten zunächst eine auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittene Forschungsmethodik entwickeln. Beim Setzen der Forschungsschwerpunkte war es dort nicht möglich, an bereits laufende Untersuchungen anzuschließen. Im Vordergrund standen Projekte, die der Rationalisierung des Forstbetriebs dienen sollten. Dazu gehörten die Entwicklung von Grundlagen für die Forsteinrichtung (neue Hilfstabellen, zeit- und kostensparende Inventuren), Untersuchungen zur Verbesserung der Produktivität bei der Waldarbeit und zur betriebswirtschaftlichen Situation der Hauptbaumarten. Diese erste Periode, die etwa bis zur Mitte der siebziger Jahre dauerte, war geprägt durch die neu geschaffene Forschungsvielfalt. Die Fragestellungen kamen im


20 Beobachten·Forschen·Beraten ■ 2 . F o r s c h u n gss c h w e r p u n k t e im W a n d e l d e r Z e i t

K urzbeitrag

Geburtswehen der ersten Bundeswaldinventur Forsterhebungen auf der Grundlage von Schätzungen und Befragungen haben in Deutschland eine lange Tradition, sie reichen bis weit in das 19. Jahrhundert zurück. Die letzte dieser klassischen Forsterhebungen stammt aus dem Jahr 1961, an deren Datenbereitstellung noch der Verfasser dieser Zeilen als Referendar in den Jahren 1955/56 im Fbz. Heidelberg mitwirkte. Schon damals drängte sich der Gedanke auf, künftig Erhebungen auf eine objektive Grundlage zu stellen. Diese Chance bot sich bereits Anfang der 70er Jahre, als erneut der Ruf nach einer Folgeerhebung laut wurde. 1974 stellte daher die Abt. Biometrie und Informatik anlässlich einer Tagung des Arbeitskreises Zustandserfassung in der Arbeitsgemeinschaft Forsteinrichtung in Lübeck den Antrag zur Einsetzung einer Projektgruppe zwecks Vorbereitung einer bundesweiten Waldinventur auf Stichprobenbasis. Auf Empfehlung des Arbeitskreises wurde dieser Antrag dem zuständigen Bundesminister in Bonn zur weiteren Veranlassung zugeleitet. Nachdem in einem langwierigen

Diskussionsprozess die Fachminister des Bundes und der Länder der Durchführung einer Bundeswaldinventur grundsätzlich ihre Zustimmung erteilten, setzte der Bundesminister 1978 eine aus in- und ausländischen Sachverständigen bestehende Gutachterkommission als Beratergremium ein. Als es nun Ernst wurde, kam der Rückschlag. War der Arbeitskreis Zustandserfassung bisher eine Starthilfe für eine BWI, so wurde er nun zu einem Bremsklotz: Gleich drei Ländervertreter, darunter Baden-Württemberg, lehnten ein solches Projekt kategorisch ab. Entsprechend sprach sich beispielsweise der zuständige Minister für BadenWürttemberg 1979 für eine Ablehnung des Gesetzentwurfs unter Hinweis auf das „ausreichende und aktuelle Datenmaterial der Forsteinrichtung“ aus. Den Durchbruch zu einer erneuten Initiative zur Einbringung des Gesetzentwurfs brachte dann das anhaltend positive Votum der anderen Bundesländer sowie das Ergebnis einer von der Abteilung Biometrie und Informatik geleiteten Arbeitsgruppe, die die Unvereinbarkeit einer aus unterschiedlichen Quellen erstellten kom-

pilierten Inventur aufzeigte. Jetzt endlich war die Ziellinie erreicht: 1984 wurden die gesetzlichen Grundlagen für die erste Bundeswaldinventur geschaffen, mit den Feldaufnahmen im damaligen Bundesgebiet dann 1986 begonnen. Positiv hervorgehoben werden sollte jedoch noch, dass der damalige Minister Weiser nach ausführlicher Darlegung der Argumente für eine Bundeswaldinventur nicht nur einer Beteiligung des Landes zustimmte, sondern darüber hinaus auch einer Verdichtung der Traktzahl auf das Vierfache des vom Bund geforderten Stichprobenumfangs. Diese Entscheidung des Ministers hat sich vor allem für die Aussagekraft aller kommenden Wiederholungsinventuren als außerordentlich wertvoll erwiesen.

Walter Schöpfer 1959-1995 | Abteilungsleiter Biometrie und Informatik


projekten über Wachstumsänderungen vor allem bei der Fichte geführt. Auch wenn die Waldschadensforschung in ihrer ausgeprägten Phase erhebliche Teile der Forschungskapazität beansprucht hat, gab es in dieser Zeit noch andere Projekte, die als Schwerpunkte zu erkennen sind, so die Quantifizierung der Sozialfunktionen des Waldes, die betriebswirtschaftlichen Analysen im bäuerlichen Privatwald, Untersuchungen im Problemfeld WaldForstwirtschaft-Naturschutz, die breit angelegte ökologische Forschung in den Waldschutzgebieten, die Rolle der Insektenlockstoffe im Waldschutz oder die alle Waldbesitzarten umfassende Bundeswaldinventur. Für den Übergang von der bestandesweisen zu einer betriebsbezogenen Holzvorratsinventur bei der Forsteinrichtung wurde ein Verfahren auf Stichprobenbasis mit zahlreichen Möglichkeiten der Auswertung entwickelt.

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greifenden fachlichen Gruppen, sondern auch bei den politischen Gremien, in den allgemeinen Medien und bei Verbänden des Umwelt- und Naturschutzes vorgetragen und diskutiert werden. Die Waldschadensforschung bildet bis heute einen Schwerpunkt, jedoch nicht mehr in der früheren Breite, vielmehr ist sie auf Grund der gewonnenen Erkenntnisse in erster Linie auf die Prozesse zwischen Stoffdeposition, Boden und Stoffhaushalt der Bäume ausgerichtet. Ein wichtiges Erbe der intensiven Forschungsperiode, die bis in den Anfang der neunziger Jahre gereicht hat, ist das landesweite Netz verschiedener Monitoringsysteme zur ständigen Überwachung der Abläufe und als Grundlage für die weiteren Untersuchungen. Die im Zusammenhang mit der Waldschadensproblematik geführte Diskussion über Zuwachsverluste und -gewinne hat zu Forschungs-

50 Jahre FVA

Ende der siebziger Jahre setzte mit den ersten Untersuchungen zu den „neuartigen Waldschäden“ eine Entwicklung ein, die zum zentralen Forschungsschwerpunkt der achtziger Jahre werden sollte. Im Laufe der Zeit waren daran nahezu alle Abteilungen allerdings in unterschiedlichem Ausmaß - beteiligt. Im Rahmen der Forschungskonzeption, die möglichst viele Aspekte erfasste und zu der auch zahlreiche durch Drittmittel geförderte Projekte gehörten, arbeiteten an den einzelnen Themen Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen. Das große Interesse und die Sorgen, die das „Waldsterben“ in der Öffentlichkeit auslöste, führte dazu, dass die FVA plötzlich im Rampenlicht stand. Die Forschungskonzeption und die Ergebnisse mussten nun nicht nur in ladesüber-


22 Beobachten·Forschen·Beraten ■ 2 . F o r s c h u n gss c h w e r p u n k t e im W a n d e l d e r Z e i t

Im jüngsten Zeitabschnitt, der vom Beginn der neunziger Jahre bis zur Gegenwart reicht, rückte ein neues Thema in den Mittelpunkt: der Klimawandel und seine möglichen vielfältigen Auswirkungen. Wie bei der Waldschadensforschung sind fast alle Abteilungen, oft in der Form gemeinsamer Projekte, beteiligt; wie damals besteht auch heute ein großes öffentliches Interesse. Bei den Forschungen zu den Folgen des Klimawandels spielt die Bildung von Modellen eine große Rolle, sie prägt aber auch Arbeiten in anderen Bereichen. Beispiele sind Untersuchungen zum Bodenwassertransport, wildökologische Projekte oder die Kohlenstoffbilanzierung für die Wälder. In diesem Zusammenhang sind auch

Forschungsvorhaben, wie die Weiterentwicklung von Wachstumssimulatoren und das Simulationsmodell zur Prognose der Waldentwicklung und des Holzaufkommens zu nennen. Ein neuer Forschungsschwerpunkt hat sich im Bereich Holzqualität, Holzverwendung und -vermarktung gebildet; hier haben sich bei der zuständigen Abteilung, in der lange Zeit klassische Themen der Waldarbeit im Vordergrund standen, die Gewichte deutlich verschoben. Beim Blick auf den Wandel der vergangenen fünfzig Jahre zeigt sich eine große Erweiterung der methodischen Möglichkeiten, letztlich durch die rasante Entwicklung der elektro-

Erholungswaldmodell Wonnhalde 1967 ▶

nischen Informationsverarbeitung bedingt. Außerdem fallen die Zunahme der durch Drittmittel finanzierten Projekte und die wachsende Bedeutung der nationalen und internationalen Vernetzung mit anderen Forschungsinstituten auf, wobei der Bezug zu den baden-württembergischen Verhältnissen gewahrt bleibt. Schließlich ist eine stärkere Öffnung der FVA nach außen zu beobachten, die aus der Notwendigkeit und dem Bestreben folgt, ihre Forschungen über die engeren Fachkreise hinaus bekannt zu machen. •


K urzbeitrag

Das Erholungsmodell Wonnhalde

In dieser Zeit wurde der Forstverwaltung, die sich immer stärker gegen eine Rodung von stadtnahen Wäldern einsetzte, bewusst, dass ein Bau der neuen FVA in dem von der Stadt Freiburg eingetauschten Wald forstpolitisch unklug wäre. Daraus ergab sich für uns die Chance, einen Teil der Flächen (vor allem im Bereich der früheren Pflanzschule) für die Anlage eines „Walderholungsmodells“ zu nutzen, zumal die Wonnhalde mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar war. So konnten wir die Ideen zur optimalen Ausstattung eines Erholungsschwerpunktes mit Spielgeräten, Wiesen – und Wasserflächen, ansprechender Waldrandgestaltung usw. gut verwirklichen und unzähligen Besuchern aus dem In- und Ausland vorführen. Nebenbei war die Wonnhalde bei Kindergeburtstagen oder Studentenfeten besonders beliebt und wurde nicht zuletzt für Feierlichkeiten und den Empfang von Gästen der ganzen FVA gerne genutzt.

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Rolf Zundel 1963-1975 | Abteilungsleiter Abteilung Landespflege

50 Jahre FVA

Wegen der zunehmenden Freizeit und steigenden Mobilität der Bevölkerung spielte seit Anfang der 60er Jahre (also längst vor der „Öffnung“ des Waldes durch das Bundeswaldgesetz) die Schaffung von Erholungseinrichtungen eine große Rolle. Forst- und Gemeindeverwaltungen machten bei dieser publikumswirksamen Tätigkeit bei der bautechnischen Gestaltung, der standörtlichen Platzierung und der räumlichen Strukturierung der Anlagen große Fehler. Es gab auch Auswüchse im Übereifer, so die Pflanzung von Schnitthecken an Spazierwegen und das Wegfegen des herbstlichen Laubfalls. Mancherorts endeten die Aktivitäten in einer unsinnigen „Möblierung“ des Waldes. Im Rahmen eines umfangreichen Forschungsobjektes, zunächst im stadtnahen Wald, danach in ausgewählten Wochenend- und Ferienerholungsgebieten, wurden deshalb die Wünsche und das Verhalten der Waldbesucher erfasst sowie die Besucherzählungen durchgeführt. Die Ergebnisse fanden u.a. in der Broschüre „Landschaftspflege und Erholungsmaßnahmen im Walde“ ihren Niederschlag.


24 Beobachten·Forschen·Beraten ■ 2 . F o r s c h u n gss c h w e r p u n k t e im W a n d e l d e r Z e i t

K urzbeitrag

Fraget die Bäume – und sie antworten? Bäume und Wälder verändern sich aus der Sicht des menschlichen Betrachters sehr langsam – und ein Menschenleben reicht nicht aus um die Lebenszyklen von Bäumen kennen zu lernen. Aber auch die kurzen Zeitabschnitte, die ein Mensch überblicken kann, dauern zu lange, um sie im Gedächtnis zu behalten. Langfristig angelegte, gut dokumentierte Versuchsflächen bieten dagegen die Möglichkeit, von den Bäumen zu lernen. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt beobachtet mehr als tausend professionell dokumentierte

Versuchsflächen - nicht wenige von ihnen seit mehr als einhundert Jahren. In periodischen Abständen werden umfangreiche quantitative Messungen nach klaren, standardisierten Vorgaben durchgeführt und durch qualitative Beschreibungen von besonderen Ereignissen und Beobachtungen ergänzt. Zuständig für die Betreuung einiger dieser Flächen fühlte ich mich privilegiert, das komplexe Beziehungsgefüge von Wäldern und ihrer Umwelt vor Ort in ihrer zeitlichen Dynamik erfahren zu dürfen. Die sorgfältig geführten Akten erlauben einen Rückblick auf

die Entwicklung jedes einzelnen Baumes und der Auswirkungen unterschiedlicher Behandlungen und besonderer Ereignisse auf den Wald. Vor dem Hintergrund dieser detaillierten Informationen über die Waldgeschichte den aktuellen Zustand des Waldes zu erfassen und zu interpretieren, bietet tatsächlich die Möglichkeit von den Bäumen Antworten zu erhalten.

Heinrich Spiecker 1984-1992 | wissenschaftlicher Angestellter


KURZBEITR AG

tarifeinfÜhrung mit nebenWirkungen

Der Direktor – Hans-Ulrich Moosmayer (rechts) – und sein Nachfolger – Werner Schumacher 1993

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Walter Schöpfer 1959-1995 | Abteilungsleiter Biometrie und Informatik

50 Jahre FVa

Bundesverdienstkreuz 1. Klasse an Professor Walter Schöpfer (links) ausgehändigt vom Minister Gerhard Weiser 1995

Die Rolle der Abteilung Biometrie und Informatik bei der Ablösung des Holzerntetarifs HET und der Entwicklung und Einführung des erweiterten Sortentarifs EST Anfang der 80er Jahre war auch in der Waldarbeiterschaft des Landes bekannt. Zwar wurde der neue Hauerlohntarif wegen seiner größeren Lohngerechtigkeit und seiner leichteren Durchschaubarkeit allgemein begrüßt, aber nicht auf Anhieb bei allen Mitarbeitern. So auch nicht bei den Waldarbeitern eines Reviers in Oberschwaben, die mit dem bisherigen Erntetarif offensichtlich gut verdient hatten. Gerade hier aber hatte sich der Verfasser dieser Zeilen zum Ansitz auf einen Bock angemeldet. Als er den Jagdtermin kurzfristig telefonisch absagen musste, meinte der zuständige Forstamtsleiter sichtlich erleichtert: Sind Sie froh, dass Sie nicht kommen konnten. Es geht bereits das Gerücht um, dass die Waldarbeiter Ihren Hochsitz ansägen wollten!


26 Beobachten·Forschen·Beraten

3. | R

e ss o r t f o r s c h u n g

a n

v o n K a is u M a k k o n e n - S p i e c k e r

Forschen, Beraten, Wissen vermitteln

A

nfang Januar 2000 trat ein neues Statut für die FVA, erlassen vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, in Kraft, welche das bis dahin gültige Statut vom 1973 ersetzte, und damit eine zeitgemäße Grundlage für die Arbeit der FVA schaffte. In der neuen, auch heute gültigen Anstaltsordnung werden im Paragraph zwei die Aufgaben beschrieben: Die FVA hat u. a. die Aufgabe, „insbesondere der Forst- und Holzwirtschaft rationelle Möglichkeiten zur Erfüllung der vielfältigen Funktionen des Waldes aufzuzeigen und die ökologischen Beziehungen zwischen Wald und Umwelt zu untersuchen (§ 76 LWaldG)“. Des Weiteren werden in diesem Statut die Möglichkeit der Drittmittelfinanzierung von Forschungsvorhaben sowie die Mög-

lichkeit der Vergabe von Arbeiten an externe Dienstleister festgehalten. Im Paragraph fünf des neuen Statuts wird die Berufung des Kuratoriums mit einer beratenden Funktion festgelegt; es soll die Gesamtentwicklung und -orientierung der FVA kritisch begleiten und bewerten sowie Empfehlungen für die strategische Ausrichtung, für die zukünftigen Forschungsschwerpunkte und für konkrete Forschungsvorhaben geben. Das Kuratorium besteht aus acht Mitgliedern (s. Anhang), die in unterschiedlichen Bereichen des Forstsektors beschäftigt sind und die für die Dauer von vier Jahren berufen werden. Außerdem nehmen an den Kuratoriumssitzungen teil:

der Leiter der Landesforstverwaltung, Abteilungsleiter der Abteilung Waldwirtschaft und Naturschutz im Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, der für forstliche Forschung zuständige Referatsleiter im Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum sowie der Direktor der FVA.

d e r


F VA h e u t e Das Drei-Säulen-Konzept Kontext von Wäldern zu erkennen. Für die FVA bedeutet dies eine wissenschaftliche Daueraufgabe, die durch Forschung in den Bereichen Messmethodik und Analysekompetenz gestützt wird. Die ältesten Dauerbeobachtungsflächen wurden vor mehr als einhundert Jahren angelegt.

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1 | Langfristiges Umweltmonitoring: Es basiert auf langfristig angelegte Versuchsflächen mit einem Schwerpunkt im waldwachstumskundlichen Bereich, aber auch in den Bereichen Bodenkunde und Waldernährung, Bann- und Schonwälder, Forstpflanzenzüchtung sowie forstliche Standortskartierung. Das Ziel dabei ist, langfristige Veränderungen im ökologischen, ökonomischen und sozialen

50 Jahre FVA

Nach einer umfangreichen Selbstevaluierung unter externer Beteiligung sind in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium folgende Kernkompetenzen - das Drei-Säulen-Konzept - herausgearbeitet worden, die als Leitlinie für die Arbeit der FVA gelten:


28 Beobachten·Forschen·Beraten ■ 3 . R e ss o r t f o r s c h u n g a n d e r F V A h e u t e

Das Kuratorium der FVA 2007 (von links) M. Strittmatter, F. Mohren, H. Spellmann, M. Joos, H.Mauser, M. Krott, R. Stock, K. von Teuffel, M. Reger und E. Hildebrand

2 | Angewandte Forschung und Entwicklung für die Praxis: Als Betriebsforschungsinstitut der Landesforstverwaltung hat die FVA ein weites Spektrum von Fragestellungen bezüglich aller Waldfunktionen zu bearbeiten, die in den acht Abteilungen fachübergreifend erledigt werden. Dabei wird der Bedarf aller öffentlichen und privaten Kunden der FVA berücksichtigt. Die Forschung erfolgt auch im Rahmen von interdisziplinären Forschungsprojekten.

Arbeiten bei jedem Wetter Ende der 80er Jahre | Ausgraben der Waldarbeiterhütte

Vorwärtsbewegen im Tiefschnee

3 | Beratung und Wissenstransfer: Die Hauptzielgruppe des Wissenstransfers sind die forstlichen Praktiker aller Waldbesitzarten des Landes, aber zunehmend auch die Holzindustrie, Naturschutz, andere interessierte Gruppen sowie letztlich die breite Öffentlichkeit. Einerseits versteht sich die FVA hierbei als Mitglied der wissenschaftlichen Gemeinschaft, das in nationalen und internationalen Fachorganen publiziert. Andererseits hat die FVA die Aufgabe, die wissenschaftlichen Ergebnisse in allgemein verständlicher Form unmittelbar der Praxis zur Verfügung zu stellen.

MLR-Untersuchungs- und Forschungsprogramme

FFH-Natura 2000

Monitoring Drittmittel Forschung Ressourceneinsatz in den Abteilungen im Jahre 2007 (Jahresbericht 2007)

Als Ressortforschungseinrichtung ist die FVA an das Aufgabenfeld der Landesforstverwaltung bzw. des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum gebunden und dadurch thematisch festgelegt. Stärken dieser Ausrichtung liegen in der kurzfristig abrufbaren wissenschaftlichen Kompetenz und in der Kontinuität der Forschung bei langfristig angelegten Fragestellungen. Gerade die umfangreichen Datensätze von den langfristigen Versuchsflächen stellen ein begehrtes Material für ‚auswärtige‘ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dar, und sind oft ein Bindeglied einer gemeinsamen Forschung.


Mehrwert für die Forschung durch nationale und internationale Zusammenarbeit Bei knapper werdenden Haushaltsmitteln werden die Spielräume für die Durchführung von Forschungsprojekten im Allgemeinen kontinuierlich enger. Die FVA ergänzt ihre Grundfinanzierung zunehmend durch Drittmittel. So wurden beispielsweise zwischen 2004 und 2007 insgesamt 6,3 Millionen Euro an Drittmitteln für die FVA eingeworben. Das für das verlaufende Jahr geplante Drittmittelvolumen beträgt 1,8 Millionen Euro (Quelle: Strategisches

Konzept der FVA 2008-2012). Für die Realisierung dieser Planung trägt wesentlich das internationale Klimafolgenforschungsvorhaben MOTIVE bei, das an der FVA koordiniert wird: Kürzlich wurden dafür sieben Millionen Euro EU-Fördermittel bewilligt. Rund 700.000 Euro davon stehen für die Forschung an der FVA bereit. Dieses Forschungsvorhaben ist auch deshalb interessant, weil insgesamt 20 Forschungseinrichtungen aus 14 EU-Ländern daran beteiligt sind.

Die Forstliche Ressortforschung findet auch nicht mehr ausschließlich im nationalen Kontext statt. Kontakte und Einflüsse auf europäischer Ebene prägen sowohl das politische als auch das forschungsrelevante Umfeld der FVA. Viele aktuelle Forschungsthemen betreffen außerdem größere Regionen oder sind globaler Natur, wie Klima- und Umweltfragen.

K urzbeitrag

Spieglein, Spieglein an der Wand… und Direktion einbringen. Dies kann auf Ebene von Wissenschaft, Praxis oder Management sein. Ein gutes Argument aus dem Kuratorium darf daher durchaus „weh tun“. Wenn der Schmerz vergeht, dann bleibt eine neue Erkenntnis in der Forstlichen Versuchsanstalt zurück, die diese stärkt. ….es sein denn, das Spieglein wird in der ersten Enttäuschung zertrümmert. Dennoch glauben alle Mitglieder des Kuratoriums fest daran, dass solches nur im Märchen passiert. Max Krott 2008 | Vorsitzender des Kuratoriums

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sehr fundiert neue Managementlösungen. Da wird kein Aufwand gescheut, um gute Argumente vorzubringen. Bitte alles kritisch prüfen, aber die Erwartungshaltung ist groß, Zustimmung zu erhalten. Nicht freundliches Nicken, sondern begründete positive Stellungnahmen sollen es sein. Für die Mitglieder des Kuratoriums sind die Erwartungen einerseits schön, denn sie fühlen sich ernst genommen. Andererseits ist der Druck spürbar, Abteilungsleiter und Direktion nicht zu enttäuschen. Richtig wertvoll werden Argumente des Kuratoriums aber erst, wenn diese eine erweiterte Sichtweise zu den Vorstellungen von Abteilungsleitern

50 Jahre FVA

…wer hat das beste Projekt im ganzen Land. So wird das Kuratorium gerne von Abteilungsleitern und Direktion gefragt. Die Abteilungsleiter stellen uns ihre großartigen Projektpläne vor. Jedem dieser engagierten und erfahrenen Forscher gelingt es mit Leichtigkeit, sein geplantes Projekt als das wichtigste und wissenschaftlich am besten fundierte vorzustellen. Nur die Redezeit setzt der Fülle an gewichtigen und richtigen Argumenten eine Grenze. Natürlich sollen die Kuratoriumsmitglieder kritisch prüfen, aber dann bitte auch begeistert zustimmen. Wozu wären sie denn sonst gut? Auch die Direktion präsentiert uns


30 Beobachten·Forschen·Beraten ■ 3 . R e ss o r t f o r s c h u n g a n d e r F V A h e u t e

Von einer Kooperation ist daher ein Mehrwert für die Forschung zu erwarten: So profitiert beispielsweise eine gemeinsame Forschung im Dreiländereck – Frankreich, der Schweiz und Deutschland - von den ähnlichen Wissenschaft Standortsverhältnissen bei gleichen und Verwaltung Klima- und Umweltproblemen. Auf nationaler Ebene ist Die Anfangsbuchstaben der die FVA in mehreren Sektionen beiden Begriffe liegen im Alphades Deutschen Verbandes der bet direkt nebeneinander. In der Forstlichen Forschungsanstalten täglichen Praxis an der FVA sind (DVFFA) aktiv. Sie arbeijedoch ganz unterschiedliche Sichtet mit anderen forstliten, weit auseinander liegende Erchen Versuchsanstalten, wie fahrungen und Erwartungen die mit der Nordwestdeutschen Regel. Auf der einen Seite können Forstlichen Versuchsandie Regelungen des Haushalts- und stalt und der Bayerischen Vergaberechts einen nervenaufreibenLandesanstalt für Wald den Charme entfalten, der auch in junge und Forstwirtschaft zuGesichter tiefe Falten gräbt. Auf der andesammen. Eine vetraglich ren Seite kann das Streben nach freier festgelegte ZusammenGestaltung des wissenschaftlichen Wirkens arbeit besteht auch mit zu Gestaltungen führen, die als losgelöst der Forschungsanstalt von Recht und Ordnung empfunden werden für Waldökologie und könnten. Dass es trotz der vorgezeichneten Interessenkonflikte immer gelungen ist, tragfähige Lösungen zu finden, ist vor allem den Menschen zu verdanken, die hier arbeiten oder Verantwortung für die FVA tragen. Das wechselseitige Verständnis, die gegenseitige Rücksichtnahme und gute Kollegialität werden uns auch weiter tragen - sicher auch über die nächsten 50 Jahre hinaus. K urzbeitrag

Joachim Kerrmann seit 1985 Verwaltungsleiter

Forstwirtschaft in Rheinland-Pfalz. Eine Selbstverständlich-keit sind darüber hinaus die Kooperationen mit Universitäten (insbesondere mit der Universität Freiburg) und anderen Hochschulen (u. a. mit der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg). Im internationalen Kontext ist die FVA in allen dafür wichtigen forstlichen Netzwerken vertreten: unter anderem im Internationalen Verband Forstlicher Forschungsorganisationen IUFRO und im Europäischen Forstinstitut EFI; im regionalen Netzwerk NFZforestnet, einer Kooperation der forstlicher Forschungseinrichtungen im Dreiländereck an den Standorten Nancy, Freiburg und Zürich, sowie in der Forest Based Sector Technology Platform FTP. Einen besonderen Mehrwert für die forstliche Forschung leistet schließlich das länderübergreifende Informations- und Kommunikationsangebot Waldwissen. net, das 2005 zusammen mit den Partnerforschungseinrichtungen BFW Wien, LWF Freising und WSL Birmensdorf entwickelt wurde. Zwei Jahre später, 2007, wurde das Projekt mit dem Schweighofer-Preis, dem höchst dotierten Innovationspreis der europäischen Forst- und Holzwirtschaft für Verfahren und Technologien zur Förderung der Verfügbarkeit und Nutzung von forstlicher Biomasse, ausgezeichnet.


Internationale Zusammenarbeit Conforest -Treffen an der FVA 2006

Sprungbrett und Karriereschmiede

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Publikationen sowie durch gemeinsame Projekte und Datenaustausch aus, sondern insbesondere auch durch einen intensiven personellen Austausch: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der FVA beteiligen sich an der universitären Lehre; Studierende fertigen ihre Diplom- bzw. Masterarbeit an der FVA an, oder kommen als frischgebackene Diplom-Forstwirte bzw. Diplom-Forstwirtinnen ins Haus, um hier ihre Dissertation anzufertigen. An der Universität promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finden einen Arbeitsplatz an der FVA und können diese Beschäftigung als Sprungbrett für ihre weitere Karriere nutzen.

50 Jahre FVA

Waldwachstumskundliche Zusammenarbeit zwischen der FVA und der Universität Freiburg seit drei Generationen (von rechts): Peter Abetz, Gerhard Mitscherlich und Heinrich Spiecker

Im Rahmen des „Freiburger Modells“, das 2004 in einer Kooperationsvereinbarung ‚aufgefrischt‘ wurde, arbeiten die FVA und die Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften (FFU) der Universität Freiburg enger denn je zusammen. Die beiden Institutionen ergänzen sich, indem die Universität im Wesentlichen Grundlagenforschung betreibt und die FVA die praxisorientierte Ressortforschung für die Forstverwaltung und die Forstbetriebe wahrnimmt. Diese Zusammenarbeit zeichnet sich heute nicht nur durch gemeinsame Kolloquien und gemeinsam organisierte nationale und internationale Veranstaltungen, eine gemeinsame Schriftenreihe und gemeinsame


32 Beobachten·Forschen·Beraten ■ 3 . R e ss o r t f o r s c h u n g a n d e r F V A h e u t e

K urzbeitrag

D i e FVA g i b t s i c h e i n G e s i c h t Die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit der FVA in der Forschung und Entwicklung war seit jeher maßgeblicher Indikator bei der internen Erfolgsbewertung. Das Thema Kundenorientierung der FVA gewann vor dem Hintergrund der Reform der Forstverwaltung 1998 stark an Bedeutung. Wir stellten uns die Frage nach dem Beratungs- und Informationsbedarf der Forstleute in den geänderten Verwaltungsstrukturen. Im Jahr 2000 entschieden wir uns, das Thema Kundenorientierung intensiver zu behandeln. Es gab bereits Ansätze zur Strukturveränderung im Wissenstransfer. Mit der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität wurde die gemeinsame Schriftenreihe „FFF – Freiburger Forstliche Forschung“ mit zwei Linien aus der Taufe gehoben. Ebenso erschien bereits der FVA– Einblick, der speziell auf die forstliche Praxis ausgerichtet über aktuelle Arbeiten und Ergebnisse aus dem Hause berichtete. Zur besseren Wahrnehmung der FVA–Arbeit in der forstlichen Öffentlichkeit gehört natürlich eine entsprechende Verpackung, das „Corporate Design“, welches dem Konsumenten die Herkunft der Information klar signalisiert. Mit Bernhard Kunkler konnte

ein renommierter Grafikdesigner für die Entwicklung des grafischen Konzeptes gewonnen werden. Das FVA Logo, die grafischen Grundstrukturen, die Hausschrift zu entwickeln gehörten zu seinem Auftrag. In langen Gesprächen mit Mitarbeitern aller Fachabteilungen versuchte er die Grundlinien der FVAArbeit aber auch ihre Vielfalt zu erfassen. Viele Fragen, die er stellte, berührten das Selbstverständliche der Arbeit, über das man im Tagesgeschäft normalerweise nicht mehr nachdenkt. Gerade diese Fragen lieferten bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Stoff für zahlreiche Diskussionen auf den Fluren und in der Kantine. Aus meiner Sicht ein durchaus gewinnbringender Effekt – setzte man sich doch mit seiner eigenen Rolle und der FVA als Organisation auseinander, diskutierte Art und Weise der Zusammenarbeit und reflektierte Sinn und Zweck der eigenen Arbeit sowie deren Wirkung in der forstlichen Praxis. Da ein „Corporate Design“ nicht wie ein Rezept verordnet werden kann, war die Mitarbeiterbeteiligung gefragt. Bernhard Kunkler‘s Entwürfe mussten sich in einer Fragebogenaktion der Kritik der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen. Während dieser Zeit

war das Grafikkonzept natürlich das beherrschende Thema auf den Fluren, insbesondere das neue Logo wurde kontrovers diskutiert. Bernhard Kunkler gelang ein schlüssiges und ästhetisch ansprechendes Grafikkonzept, welches eine breite Zustimmung im Hause fand. Dies gelang vor allem deshalb, weil das Konzept der thematischen Vielfalt in der FVA ihren Platz ließ, jedoch gleichzeitig in der Lage war, die Vielfalt zu umspannen, so dass die FVA als Organisation jederzeit grafisch präsent war. Mit dem neuen Gesicht der FVA wurde der Weg hin zur Stärkung des Wissenstransfers beschritten. Es folgten bald darauf der Aufbau des FVA –Internet-Auftritts und eines hauseigenen Intranet. Das Profil und die Struktur der Publikation und Verbreitung der Forschungsergebnisse wurden verfeinert und kundenorientiert ausgerichtet. Letztlich mündete der Prozess im Leitbild zu den Kernkompetenzen der FVA, das neben „Forschung und Entwicklung für die Praxis“, der „langfristigen Waldforschung“ als dritte Säule den „Wissenstransfer“ beinhaltet.

Martin Geisel 1994-2002 Direktionsreferent


So wurden an der FVA in der Vergangenheit mehrere Professoren geschmiedet, die entweder im eigenen Haus als Abteilungleiter geblieben sind oder an die Universität Freiburg oder andere Universitäten oder Hochschulen gewechselt haben. Zuerst als Abteilungsleiter an der FVA, später an die Forstwissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg wechselten beispielsweise Michail Prodan (übergangsweise an der

FVA), Gustav Wellenstein, Rolf Grammel, Peter Abetz, Ernst Hildebrand und Heinrich Spiecker (als wissenschaftlicher Angestellter an der FVA). Nach ihrer Habilitation haben viele Angehörige der FVA Lehrverpflichtungen an der Universität übernommen, so u. a. Hans-Ulrich Moosmayer, Werner Hodapp, Walter Schöpfer, Georg Kenk, Helmut Brandl, Ulrich Kohnle, Marc Hanewinkel und Klaus von Wilpert.

Aus befristeten Beschäftigungsverhältnissen heraus erfolgten in der Vergangenheit auch mehrere FirmenGründungen (spin-offs), die auf dem freien Markt agieren und damit fallweise von der FVA wiederum bei der Ausschreibung von Leistungen in Anspruch genommen werden können. - Schließlich hat der jetzige Forstminister des Landes, Peter Hauk, auch für einige Zeit an der FVA gearbeitet.

K urzbeitrag

Eine folgenschwere Reisekostenabrechnung getragen, dass ich aufgrund meiner völligen Unerfahrenheit mit „Behörden“ einige „Schrecksekunden“ brauchte, um die eigentliche Botschaft zu durchschauen. Herr Schäufele wollte mir nahe bringen, dass genügend Reisemittel vorhanden seien und ich doch zukünftig erster Klasse fahren sollte, damit die Mittel nicht verfallen. Das waren halt noch paradiesische Zeiten... Ernst E. Hildebrand 1979-1996 | zuletzt Abteilungsleiter Abteilung Bodenkunde 33

wörtlich vorlesen: „Herr Dr. Hildebrand hat eine Dienstreise mit der Deutschen Bundesbahn zur Begutachtung eines Salzschadens an Straßenbegleitgrün durchgeführt. Dazu steht ihm die Benutzung der ersten Wagenklasse der Deutschen Bundesbahn zur Verfügung. Herr Dr. Hildebrand hat jedoch dienstwidrig die zweite Wagenklasse benutzt. Die Vorprüfungsstelle ordnet hiermit an, dass Herr Dr. Hildebrand zum nächst möglichen Zeitpunkt die Dienstreise in der für ihn angemessenen Wagenklasse wiederholt“. Das Ganze hatte Herr Schäufele in so einem ernsten Ton mit überzeugendem schauspielerischem Talent vor-

50 Jahre FVA

Ich habe 1979 bei der FVA in Weilimdorf angefangen. Der Abteilungsleiter (Dr. Evers) war für einige Tage im Urlaub, auch sonst waren die meisten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dienstlich unterwegs. Ich sollte einen Salzschaden bei Ulm am Straßenrand begutachten und Lösungsvorschläge erarbeiten. Das habe ich nach bestem Wissen und Gewissen getan. Einen Tag später betrat Herr Oberamtsrat Schäufele (der damalige Büroleiter der Abteilung) mein Büro und teilte mir mit besorgter Mine mit, meine Reisekostenabrechnung sei von der Vorprüfungsstelle beanstandet worden. Er wolle mir am besten die Beanstandung


34 BeoBachten·Forschen·Beraten ■ 3 . r e S S o rt F o r S c h u n G a n D e r F Va h e u t e

Vor Ort Handeln, über die Landesgrenzen hinaus denken Durch die Ausweitung der Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene und durch die vermehrte Drittmitteleinwerbung wurde es zwanzig Jahre nach der Zusammenführung aller Abteilungen unter ein Dach notwendig, gleich zwei Abteilungen „auswärtig“ unterzubringen. Seit 2007 sind die Abteilungen Forstökonomie sowie Wald und Gesellschaft in Günterstalstraße 61 untergebracht. Mit dieser räumlichen Erweiterung war keine Schaff ung neuer fester Stellen verbunden, vielmehr wurde damit dem Bedarf an Arbeitsplätzen für zeitlich befristete Arbeitsverhältnisse Rechnung getragen. Betrug die Anzahl der Beschäftigten beim Bezug des neuen Domizils der FVA im Jahr 1986 rund 130 Personen, so sind es heute gut 220 Personen, die an der FVA beschäftigt sind. In einem festen Arbeitsverhältnis stehen jedoch nur knapp die Hälfte - 32 Frauen und 78 Männer (Stand: Ende Oktober 2008; Kordula Flaig, mündliche Information). Mit der zunehmenden Anzahl und der Größe der Forschungsprojekte

steigt auch die Zahl der befristeten Beschäftigten an. Auch die Beteiligungen der FVA an fachbezogenen Wissensnetzwerken und die Mitwirkung an nationalen und internationalen Veranstaltungen nehmen zu. Seit 1997 finden regelmäßig FVA -Kolloquienreihen statt. Die Teilnehmerzahl hat sich hier auf 5060 bei kleineren, 100-110 bei größeren Kolloquien eingependelt. Seit 2006 gehen die Forschungsergebnisse der FVA auch „auf die Reise“, in dem sie in verschiedenen Orten im Lande in „FVA vor Ort –Kolloquien“ vorgestellt werden. Auch diese Kolloquien werden von den Praktikern sehr gut angenommen. Zusätzlich zu diesen regulären Veranstaltungen fi nden an der FVA zunehmend fachliche Workshops, Seminare sowie Tagungen zu aktuellen Themen statt. Die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen der FVA nimmt stetig zu. In regelmäßigen Abständen muss die FVA ihre Ausrichtung überdenken und anpassen: so geschehen und festgehalten in dem Strategischen Konzept 2008-2012. Darin gibt sich die FVA fünf mittel-

fristige Forschungsschwerpunkte, die nach einer abteilungsübergreifenden Koordination und Zusammenarbeit der unterschiedlichen Arbeitsbereiche verlangen. Schwerpunktmäßig wird sich die FVA auf die Klimafolgenforschung, der Nachhaltigkeit und Multifunktionalität, Natura 2000, Holzenergie sowie Holzqualität und Holzsortierung konzentrieren. Nach dem Motto „Vor Ort handeln, über die Landesgrenzen hinaus denken“ werden auch diese Forschungsschwerpunkte in einer engen Forschungskooperation auf der Landesebene sowie auf nationaler und internationaler Ebene realisiert. •

Auf dem ‚Rentnerbänkle‘ Helmut Dagenbach (rechts) und Eberhard Löbell


KURZBEITR AG

von der fva Zu interra Tätigkeit an der FVA als wissenschaftlicher Angestellter, wie für viele andere auch, nach wenigen Jahren und ohne Möglichkeit einer dauerhaften Beschäftigung. Rückblickend kann ich sagen, dass meine Zeit an der FVA ein ganz wesentlicher Abschnitt meines Lebens war, meine „Nische“ im spannenden Berufsfeld der Forst- und Umweltwissenschaften zu finden.

Dietmar Zirlewagen 2008 | Interra,Büro für Umweltmonitoring, Kenzingen

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nicht in den Staatsdienst übernommen worden zu sein, währte nur kurz und wich einer zunehmenden Faszination an der Waldökosystemforschung, die nie nur Aufgabenerledigung bedeutete, sondern immer auch mit wissenschaftlichen Erlebnissen und Entdeckungen verbunden war und zur Inspiration und Bereicherung des Alltags führte. Voraussetzung hierfür war ein gerade auch in menschlicher Hinsicht sehr angenehmes Arbeitsumfeld an der FVA, das kreatives und selbstständiges Handeln stark förderte - gute Rahmenbedingungen, um ein Promotionsvorhaben erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Inzwischen bin ich seit einem Jahrzehnt als Unternehmer für verschiedene wissenschaftliche Forschungseinrichtungen im In- und Ausland tätig. Auch für mich endete die

50 Jahre FVa

Mitte der 1990er Jahre, also zu einer Zeit, als sich die beruflichen Perspektiven für Forstreferendare infolge drastischer Planstellenkürzungen im höheren Dienst der Forstverwaltung von BadenWürttemberg dramatisch verschlechterten, wurde eine nennenswerte Anzahl zeitlich befristeter Projektstellen an der FVA geschaffen. Damit sollte wenigstens einigen der „frisch gebackenen“ Forstassessoren ein Einstieg in das ForstBerufsleben ermöglicht werden. Ich selbst war auch solch ein „Glücklicher“ – froh, mit Familie wenigstens für einige Zeit etwas materielle Sicherheit gewonnen und die Chance erhalten zu haben, mich im forstwissenschaftlichen Umfeld qualifizieren zu können. Anfängliche Enttäuschung,


36 Beobachten·Forschen·Beraten ■ 3 . R e ss o r t f o r s c h u n g a n d e r F V A h e u t e

K urzbeitrag

Begegnungen im Arbeitsalltag Als badisches Urgestein beherrsche ich außer ein paar Brocken Schwäbisch keine Fremdsprachen. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb hat es mir immer Freude gemacht, mit den vielen Praktikanten, Diplomanden und Doktoranden aus aller Welt zusammenzuarbeiten: so beispielsweise mit Frau Hebel aus Chile, Frau Dacasa-Rüdinger aus Spanien (ihre Eltern waren auch mal über Weihnachten bei uns), mit Herrn Com Tsei aus Thailand oder mit Frau Tadibunba aus dem Kongo, um einige mit Namen zu nennen. Viele von ihnen habe ich auch an Wochenenden nach Hause eingeladen, um ihnen meine Heimat zu zeigen. Dadurch sind neue Freundschaften entstanden, die heute noch weiter beste-

hen. - Auch von Zivildienstleistenden als Arbeitskollegen habe interessante Erfahrungen sammeln können: von Nervensägen bis Persönlichkeiten mit teilweise sehr innovativen Gedanken reichte die Spannweite. Immer wieder habe ich den Kontakt auch zu Kollegen aus anderen Abteilungen gesucht, um etwas über den eigenen Tellerrand zu schauen oder mit ihnen einen kleinen Schabernack zu treiben. Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir außerdem die Begegnungen mit den Persönlichkeiten aus dem eigenen Hause: wenn Professor Moosmayer beispielweise im Pflanzgarten vorbeischaute und über Jagd und Jagdhundehaltung ein paar Worte mit mir wechselte; oder

wie Herr Löbell sich im Personalrat mit seinen sehr guten Kenntnissen im Tarifund Personalrecht für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eingesetzt hat. Die Liste könnte noch fortgesetzt werden... Schließlich waren die Begegnungen mit zahlreichen in der Praxis (sprich Wald) arbeitenden Berufskollegen, den Förstern und Waldarbeitern, die ich auf vielen Dienstreisen auf dem ganzen Lande getroffen habe, und mit denen ich auch einen guten Draht hatte, sehr bereichernd. Hermann Schott seit 1986 Forstwirtschaftsmeister


K urzbeitrag

Wissenschaft – kinderleicht gemacht Fest des Wissens beendet war, der abgedrehte Baum wieder dort, wo er hingehörte, die Borkenkäfer entsorgt und der letzte Krümel Waldboden im Abfallsack. Heute hat das SF ein festes Haus, ohne FVA Beteiligung, aber mit Informationen rund um den Wald. Sie können jetzt jederzeit Ihr Wissen testen und erweitern, ein Besuch lohnt sich.

Elli Mindnich seit 1992 Veranstaltungsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit 37

Wurm auf den Angelhaken pulte: „Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“. Frei nach dem Motto bin ich dann mit einem „Probefisch“, meinem Neffen Thomas, in den Wald gestiefelt. Vor uns lag eine große Sturmwurffläche, die uns Lothar zurückgelassen hatte. Thomas war begeistert: Kampfzone im Kandertal. Der Junge sprang um die umgeworfenen Bäume herum und stellte tausend Fragen. Ich brauchte nur noch mitzuschreiben und dann konnten wir das Ganze auf 12 x 10 Metern beantworten. Das SF hat den kleinen und den großen Wissenschaftlern gut gefallen. Wir waren dann allerdings sehr froh, als das

50 Jahre FVA

Als uns das Organisationskomitee des Science Festival (SF) fragte, ob wir uns an der ersten Veranstaltung in Freiburg beteiligen wollten, haben wir begeistert zugestimmt. Kindern, Jugendlichen Wissenschaft nahe zu bringen, greifbar zu machen - großartig! Aber, dann standen wir da, in der großen neuen Messehalle: wie sollten wir das anfangen? Was wollen wir denn zeigen? Poster? Klar, Poster: es werden immer Poster gezeigt, mit viel Text und schönen bunten Graphiken. Aber würde das unsere „Zielgruppe“ begeistern? Mein Großvater, ein passionierter Angler, sagte immer, wenn er einen


38 Beobachten·Forschen·Beraten

4. | Q u e l l e n L I TERATUR · Jahresberichte der FVA · Moosmayer, H.-U. und Böhm G.: Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg. AFZ 37/1985, 982-986. · Rupf, Hubert: In: 15. Hauptversammlung des Baden-Württembergischen Forstvereins und 100-Jahr-Feier der Baden-Württembergischen Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt am 7., 8. und 9. Juni 1971 in Freiburg, 2-22. · Schumacher, Werner: 125 Jahre forstliche Betriebsforschung in Baden-Württemberg. In: Beiträge zur Forstgeschichte. Freiburger Forstliche Forschung 21, 2000, 1-13. · Spiecker, Martin: In: Die Baden-Württembergische Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt. Übersicht über Entstehung, Aufgabe und Organisation der Anstalt. Herausgegeben von der Baden-WürttembergischenForstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt, Freiburg i. Br. 1971. · Strategisches Konzept der FVA 2008-2012 (im Druck) · Von Teuffel, K., M. Hanewinkel, H. Spellmann. C. Thoroe, O. Schmidt und K. Höppner: Forstliche Ressortforschung in Deutschland (unveröffentlicht) · Von Teuffel, K. und M. Krott: Aufgaben forstlicher Betriebsforschung. AFZ-DerWald 9/2003

Fotos · Archiv der FVA

· Hans-Ulrich Moosmayer

· Helmut Dagenbach

· Thomas Weidner

· Falko Haas

· Rolf Zundel

· Ernst E. Hildebrand


5. | A n h a n g O r g a n is at i o n d e r F VA

Direktion

K uratorium

Prof. Konstantin Frhr. von Teuffel, Direktor

A bt. 1 Waldwachstum

PD Dr. Ulrich Kohnle, FDir

A bt. 2 Waldökologie

Dr. EberhardAldinger, LFDir

A bt. 3 Boden und U mwelt Dr. Klaus vonWilpert, LFDir

A bt. 4 Waldschutz

Dr. Hansjochen Schröter, LFDir

A bt. 5 Wald & Gesellschaft Dr. Thomas Waldenspuhl, FDir

A bt. 6 Waldnutzung Dr. Udo H.Sauter, FDir

A bt. 7 Forstökonomie

Dr. GeraldKändler, LFDir

50 Jahre FVA

A bt. 8 Biometrie & Informatik

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Dr. ChristophHartebrodt, FDir


40 Beobachten·Forschen·Beraten ■ 5. Anhang

D i r e k t o r e n d e r F VA 1 9 5 8 - 2 0 0 8 1958-1972

Landesforstpräsident Hubert Rupf

1958-1972

Oberforstdirektor Dr. Martin Spiecker (Vertreter des Landesforst-präsidenten in der FVA-Leitung)

1972-1976

Forstpräsident Fritz Lamerdin

1976-1993

Direktor und Professor Prof. Dr. Hans-Ulrich Moosmayer

1993-2000

Direktor und Professor Werner Schumacher

seit 2000

Direktor und Professor Konstantin Frhr. von Teuffel


K u r a t o r i u m d e r F VA Gegründet 1958 Vorsitzender: Dekan der Forstwissenschaftlichen Fakultät Hauptamtliche Professoren und Vertreter der Forst- und Holzwirtschaft als Mitglieder

Mitglieder 2002-2006 Dr. K. Dummel, Kuratorium für Waldund Forsttechnik Groß-Umstadt FP F.-E. Griesinger, FD Tübingen Tübingen-Bebenhausen Prof. Dr. E. E. Hildebrand, Institut für Bodenkunde und Waldernährungslehre, Universität Freiburg Prof. Dr. M. Krott, Institut für Forstpolitik, Forstgeschichte und Naturschutz, Universität Göttingen Dr. J. Rettenmeier, Fa. Rettenmeier, Vorsitzender des Verbandes der deutschen Sägeindustrie Prof. Dr. A. Roeder, Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz, Trippstadt Prof. Dr. H. Spellmann, Niedersächsische Forstliche Versuchsanstalt, Göttingen Dr. R. Stock, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Osnabrück

Mitglieder 2006-2010 FP M. Joos, Regierungspräsidium Freiburg, Referat 8 Prof. Dr. E. E. Hildebrand, Institut für Bodenkunde und Waldernährungslehre, Universität Freiburg Prof. Dr. M. Krott, Institut für Forstpolitik, Forstgeschichte und Naturschutz, Universität Göttingen Graf K.-E. zu Neipperg, Schwaigern Prof. Dr. F. Mohren, Head of Forest Ecology and Forest Management Group, Universität Wageningen Prof. Dr. H. Spellmann, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt, Göttingen Dr. R. Stock, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Osnabrück Dr. H. Mauser, Bundesforschungsund Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft, Wien

50 Jahre FVA

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An den Kuratoriumssitzungen nehmen des Weiteren teil: Landesforstpräsident Baden-Württemberg: LFP M. Reger der für die forstliche Forschung zuständige Referatsleiter im Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg: MR R. Kwasnitschka Direktor der FVA: Prof. K. Frhr. von Teuffel


42 Beobachten·Forschen·Beraten ■ 5. Anhang

A b t e i l u n gs l e i t e r d e r F VA 1958-2008 F o r s t ö k o n o mi e Abteilung Betriebswirtschaft (bis 2001) 1958-1967 OFR Rudi Adomat 1967-1982 Prof. Dr. Werner Hodapp 1982-2002 Prof. Dr. Helmut Brandl seit 2002 Dr. Christoph Hartebrodt

Wa l d ö k o l o gi e Abteilung Botanik und Standortskunde (seit 1954) 1958-1973 Dr. Gerhard Schlenker 1974-1988 Dr. Fritz-Helmut Evers Teilung der Abteilung: Abteilung Botanik und Standortskunde (seit 1989); Abteilung Waldökologie (seit 2002) 1989-1992 Gerhard Mühlhäußer (Leitung Botanik und Standortskunde) seit 1993 Dr. Eberhard Aldinger

B o d e n u n d Um w e lt Abteilung Bodenkunde und Düngung 1958-1963 Dr. Erwin Schairer Abteilung Botanik und Standortskunde (seit 1963) 1963-1973 Prof. Dr. Gerhard Schlenker 1974-1988 Dr. Fritz-Helmut Evers Teilung der Abteilung: Abteilung Bodenkunde und Waldernährung (seit 1989) Abteilung Bodenkunde (2002-2004) Abteilung Boden und Umwelt (seit 2004) 1989-1990 Dr. Fritz-Helmut Evers 1990-1996 Prof. Dr. Ernst Hildebrand seit 1997 Dr. Klaus von Wilpert

Bi o m e t r i e u n d I n f o r m at i k Abteilung Biometrie (bis 1974) 1959-1995 Prof. Dr. Walter Schöpfer (Prof. Dr. Michail Prodan übergangsweise) 1995-2001 Prof. Dr. Joachim Hradetzky seit 2001 Dr. Gerald Kändler


Abt eilu ng Phy top at h o l o gi e ( 1 9 5 8 - 1 9 7 1 ) 1958-1971

Dr. Siegfried Schönhar

Wa l d wa c h s t u m Abteilung Ertragskunde 1958-1968 Dr. Eduard Altherr Abteilung Waldwachstum (seit 1974) 1968-1977 Prof. Dr. Peter Abetz 1977-2005 Prof. Dr. Georg Kenk seit 2005 PD Dr. Ulrich Kohnle

Abteilung Waldarbeit (seit 1959) 1959-1964 Prof. Dr. Hansjörg Steinlin 1965-1975 Prof. Dr. Rolf Grammel Abteilung Arbeitswirtschaft und Forstbenutzung (seit 1974) 1975-1984 Dr. Peter Dietz 1985-2003 Dr. Gerold Mahler Abteilung Waldnutzung (seit 2001) seit 2003 Dr. Udo Hans Sauter

Wa l d u n d G e s e l l s c h a f t Abteilung Wasserhaushaltstechnik 1958-1961 Prof. Dr. Eduard Kirwald Abteilung Landschaftspflege und Wasserhaushaltstechnik (seit 1963) Abteilung Landschaftspflege (seit 1964) Abteilung Landespflege (seit 1969) 1963-1975 Prof. Dr. Rolf Zundel 1976-2006 Dr. Helmut Volk Abteilung Wald und Gesellschaft (seit 2006) seit 2006 Dr. Thomas Waldenspuhl

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Forstschutzstelle Südwest 1958-1960 Prof. Dr. Dr. Gustav Wellenstein 1960-1967 Dr. Johannes Büttner Abteilung Forstschutz (seit 1972); Abteilung Waldschutz (seit 1974) 1967-1989 Dr. Erwin König seit 1990 Dr. Hansjochen Schröter

Wa l d n u t z u n g

50 Jahre FVA

Wa l ds c h u t z


44 Beobachten·Forschen·Beraten

Mit freundlicher Unterstützung von

Forstkammer Baden-Württemberg Waldbesitzerverband e.V.

Verein für Forstliche Standortskunde und Forstpflanzenzüchtung e.V.

Baden-Auto GmbH

Hohenloher Spezial-Maschinenbau GmbH & Co. KG

Unique Forestry Consultants


Impressum Herausgeber / Bezug Forstliche Versuchsund Forschungsanstalt Baden-W端rttemberg (FVA) Wonnhaldestr. 4 79100 Freiburg Redaktionelle Gestaltung Kaisu Makkonen-Spiecker Grafische Gestaltung Matthias Wieber, Freiburg Druck Simon Druck GmbH & Co., Freiburg


Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-W端rttemberg Wonnhaldestr. 4 79100 Freiburg Fon +49 (0) 761 / 40 18 - 0 Fax +49 (0) 761 / 40 18 - 333 fva-bw@forst.bwl.de www.fva-bw.de


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