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3 | 2013 Juni / Juli 2013 4,90 Euro

Der Mittelstand. www.bvmw.de

Das Unternehmermagazin

Themenschwerpunkt: Mittelstand und Innovation

Innovativer Mittelstand – Produkte für die Welt von morgen Innovationsleistung der mittel­ ständischen Unternehmen....... S. 6

Im Bundestag: Anhörung zur er­ folgreichen Strom-Petition...... S. 8

Innovative BVMW-Mitglieder berichten................................ S. 32

Dr. Philipp Rösler

Matthias Schweiger

Bernd Ratmeyer


Mittelstandsbank

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E

Foto: Silke Borek

EDITORIAL

Mit vollen Händen Ein Dammbruch mit fatalen Folgen: Die Bundestagswahl im Blick, will die Bundeskanzlerin offen­bar Rot-Grün in der Sozialpolitik noch links überholen. Zu den verheißenen Wohltaten zählen mehr Kindergeld, eine verbesserte Mütter­rente und eine Mietpreisbremse. Unter dem Strich kostet uns Merkels wahltaktische Spendier­laune bis zu 28 Milliarden Euro. Zu der Freigebigkeit im eigenen Land kommen weitere Geldspritzen für Euro-Schwachländer. In diesen Wochen geht Deutschland neue Risiken in Milliardenhöhe ein. Die gefährlichste, weil verdeckte Operation vollzieht sich gerade unbemerkt von der Öffentlichkeit in Brüssel. Im Kern geht es um die Aufweichung der Defizitkriterien. Der Trick ist ebenso simpel wie durchschaubar. Erhält etwa Griechenland Mittel aus einem EUFonds, muss Athen kofinanzieren. Bisher waren das in der Regel 50 Prozent. Jetzt soll dieser Eigenanteil auf das griechische Staatsdefizit angerechnet werden. Das würde die Schuldenlast spürbar verringern – nur auf dem Papier. So leicht lassen sich die Finanzmärkte nämlich nichts vormachen. Investoren wissen, dass die EU den Kofinanzierungsanteil für Griechenland und Zypern längst stillschweigend auf bis zu fünf Prozent gesenkt hat. Umso verheerender ist die Signalwirkung: Brüssel lädt andere Krisenländer zum Schuldenmachen ein. Dies gilt gleichermaßen für das geplante Global­ darlehen. Deutschland gewährt Spanien generös einen Kredit von 800 Millionen Euro. Das Geld wird von der KfW an die spanische Staatsbank ICO überwiesen, die mittelständische Unternehmen mit Krediten versorgt. Dazu kommen 200 Millionen Euro in Mezzanine-Fonds. Sie sollen Investoren für spanische Betriebe anlocken. Soweit die Theorie. Tatsächlich hat Berlin keinerlei Kontrolle über den Geldfluss. Denn die ICO darf Kredite nur an andere spanische

Der Mittelstand. | 3 | 2013

Geldhäuser vergeben. Es kommt noch besser: Durch die Aufsplittung bleibt das Gesamtvolumen unter der parlamentarischen Zustimmungsgrenze von einer Milliarde Euro. Der Bundestag wurde ausgetrickst. Nicht nur hier ist die rote Linie überschritten. Die KfW ist eine Staatsbank, de facto gibt Deutschland also direkt Kredite an andere europäische Staaten. Das weckt Begehrlichkeiten. Lissabon hat bereits Interesse bekundet. Einem zweiten Globaldarlehen steht lediglich eine formale Hürde im Weg. Portugal hat bislang keine staatliche Förderbank. Das Taktieren und Lavieren in Brüssel verärgert die Menschen in zunehmendem Maße. Meinungsforscher konstatieren sinkende Sympathiewerte für Euro und europäisches Haus. Nicht einmal jeder zweite Europäer denkt derzeit günstig über die EU. Allein gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Minus von 15 Prozentpunkten. Mit 60 Prozent Zustimmung liegt Deutschland weit über dem Schnitt – noch … Das dürfte sich nach der Bundestagswahl ändern. Dann steht in Berlin ein Kassensturz an. Der kurzen Freude über die sozialen Morgengaben folgt der lange Verdruss, wenn die Rechnung für Wahlversprechen und Währungsrettung präsentiert wird. Brüssel bestellt, Berlin beschließt, am Ende zahlen Betriebe und Bürger. Fast noch schwerer wiegt die zu erwartende Enttäuschung. Sie resultiert aus der Erkenntnis, dass die Bundesregierung sowohl in der Sozialpolitik als auch in Sachen Europa nicht nur uneigennützige Ziele verfolgt. So verbindet sie mit dem Spanien-Kredit erklärtermaßen die Hoffnung auf ein besseres Image bei unseren EU-Nachbarn. Im Klartext: Steuermilliarden für Merkels Marketingmaßnahmen. Ihr Mario Ohoven

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INHALT

POLITIK

IBWF

14  Patentflut aus dem

28 Das Einheitliche

Reich der Mitte

Patent kommt

POLITIK

6 Innovationsleistung der

mittelständischen Unternehmen

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Im Bundestag: Anhörung zur erfolg­ reichen Strom-Petition des BVMW

9 Ein Rundgang durch die Welt von morgen 10 Empfang durch Europas Politikerelite 12 Mittelstandspräsident auf Finanzgipfel in Dublin und beim Expertentreffen der Clinton Foundation in Berlin

14 Patentflut aus dem Reich der Mitte 17 NRW eröffnet Clearingstelle Mittelstand 18 Kaum Kredite für die Kleinen 20 Bildungspolitik vor neuer Herausforderung

2 4 26

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News aus Brüssel

IBWF

2 8 30

Das Einheitliche Patent kommt Methoden für Mittelständler

SERVICE

32 Gefördert und ausgezeichnet: BVMW-Mitglieder berichten

36 Wege durch das Förderdickicht 38 Zwei Fliegen mit einer Klappe 40 Sprengstoff im Befristungsrecht 42 Gesetzliche Unfallversicherung 44  Ventile, Dichtungen und schwarze Listen

46  Lokale Währung schlägt Leitwährung

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Der Schritt nach Indien

Der Mittelstand. | 3 | 2013

Qualitätsmanagement mit Zertifikat


INHALT

Service

BVMW

56 Ego-Marketing zwischen

68 Weltneuheit aus Lübeck

Himmel und Hölle

50 Fachkräfte intern akquirieren 52  „Managed in Germany“ als Qualitätssiegel

53 Unternehmerpreise 54 Patentüberwachung auch in China 56  Ego-Marketing zwischen Himmel und Hölle

58 Mehr Erfolg durch Namenmerken 60 Briefing ist die Basis 62 Buchtipps 64  Urlaubsanspruch verfällt auch im Krankheitsfall

BVMW

65 Kurz vorgestellt 66 Bahn frei für BVMW-Bobby-Cars

Der Mittelstand. | 3 | 2013

68 Weltneuheit aus Lübeck 70 „Wir wollen keine Eintagsfliege sein“ 72 Mit der Hundenase zum Erfolg 74 Koscheres für Israel 76  Eisenbahnwaggons gehen vakuum­ verpackt auf große Reise

78 Jahrestagung auf höchstem Niveau 80 ANTRIEB MITTELSTAND – fit für die digitale Zukunft

82 Ausgezeichnete BVMWMitgliedsunternehmen

8 4 Wahlaufruf 85 Nachruf 86 Impressum

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Politik

D 6

Das Jahr 2013 bringt gute Nachrichten für das innovative Deutschland: Über 1.500 deutsche Unternehmen sind Weltmarktführer in ihrem Marktsegment. Neun von zehn dieser Spitzenunternehmen sind Mittelständler. Der „German Mittelstand“ wird zunehmend als Marke wahrgenommen. Deutschland ist ein ausgezeichneter Innovationsstandort. Zahlreiche Innovationsberichte, die Deutschland im internationalen Vergleich immer mit an der Spitze sehen, belegen dies.

Der Mittelstand. | 3 | 2013

Die Unternehmen in Deutschland investieren so viel in Forschung und Entwicklung wie nie zuvor. Im Jahr 2011 gaben sie insgesamt 50,3 Milliarden Euro für Forschungszwecke aus. Für 2012 werden ca. 51,3 Milliarden Euro und für 2013 sogar knapp über 53 Milliarden erwartet. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Innovationsausgaben. In diesem Jahr könnte die Schwelle von 140 Milliarden überschritten werden. Auch dies ist mehr als je zuvor.

Foto: pressmaster - Fotolia.com

Innovationsleistung der mittelständischen Unternehmen


Politik

Die Probleme bei den Staatsfinanzen in Europa und in den USA sind auch bei uns spürbar. Gleichwohl bleibt Deutschland auf Wachstumskurs. Forschung und Entwicklung (FuE) sind hier der richtige Ansatz. Aufgrund knapper finanzieller wie auch personeller Ressourcen können die mittelständischen Unternehmen weniger Mittel in FuE investieren als größere Unternehmen. Sie brauchen daher einen verlässlichen, maßgeschneiderten Förderrahmen zum Ausgleich ihrer Wettbewerbsnachteile. Ich trete dafür ein, die Rahmenbedingungen für Innovationen weiter zu verbessern, und die Förderung des innovativen Mittelstandes auch in Zeiten der dringend nötigen Konsolidierungspolitik auf hohem Niveau fortzusetzen. Das gilt erst recht, weil wir den Ehrgeiz haben, auch weiterhin in möglichst vielen Wirtschaftssektoren zu den Weltmarktführern zu gehören. Die Technologieförderung für den innovativen Mittelstand ist Teil einer breit angelegten Forschungs- und Innovationspolitik der Bundesregierung. Ziel ist es, Deutschland bis 2020 in den internationalen Rankings in der Spitzengruppe der technologie- und innovationsfreundlichsten Länder der Welt fest zu etablieren sowie unsere vordere Position bei Technologieexporten nicht nur zu halten, sondern noch weiter auszubauen. In dieser Legislaturperiode hat das Bundeswirtschaftsministerium daher die Fördermittel für den innovativen Mittelstand aus dem Bundeshaushalt von 650 Millionen Euro (2009) auf 900 Millionen Euro (2013) beträchtlich gesteigert. Die FuE-Programme des Bundeswirtschaftsministeriums sind bewusst marktorientiert ausgerichtet und themen- sowie technologieoffen gestaltet. Denn die

Unternehmen kennen die Entwicklungserfordernisse des Marktes selbstverständlich am besten. Das Flaggschiff der Technologie- und Innovationsförderung des Bundeswirtschaftsministeriums für die mittelständische Wirtschaft ist das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Es handelt sich dabei um ein praxistaugliches Förderangebot für den innovativen Mittelstand. Von 2009 bis 2012 wurde das ZIM im jährlichen Innovationsreport des DIHK viermal hintereinander als „best practice“ bzw. „Goldstandard“ der Mittelstandsförderung herausgestellt; Ende 2011 erhielt das ZIM als beste Innovationsförderung die Dieselmedaille des Deutschen Instituts für Erfindungswesen. Wichtig für den Mittelstand sind aber auch die Rahmenbedingungen. Auch hier steht das Bundeswirtschaftsministerium an der Seite der mittelständischen Wirtschaft und ihrer Anliegen: Wir setzen uns für gute allgemeine Rahmenbedingungen, wie günstige steuerliche Regelungen und Bürokratieabbau ein. Auch Fachkräftesicherung, Bezahlbarkeit von Energie, Klimawandel und demographischer Wandel sind Herausforderungen, derer wir uns annehmen. Unser besonderes Augenmerk gilt schließlich innovativen Gründern. Um sie zu unterstützen, haben wir ein ganzes Portfolio entwickelt, das von der Gründung (EXIST-Programm) über Eigenkapitalhilfe (Hightech-Günderfonds) bis zum neuen Investitionszuschuss Wagniskapital reicht, mit dem wir Investitionsanreize für so genannte „Business Angels“ schaffen. All dies braucht ein gesellschaftliches Umfeld, das offen ist für neue Technologien. Wir dürfen bei technologischen Neuentwicklungen nicht nur die Risiken,

Der Mittelstand. | 3 | 2013

sondern sollten vor allem die Chancen sehen. So sollten wir etwa bei der Nanooder Gentechnologie die Chancen sehen, die diese beispielsweise bietet, wenn es darum geht, Krankheiten zu heilen. Wir sollten denjenigen, die mit neuen Ideen und Produkten unternehmerische und persönliche Risiken eingehen, die gesellschaftliche Anerkennung zukommen lassen, die ihnen gebührt; im Übrigen gerade auch denjenigen, die einen zweiten Anlauf wagen. Denn das gehört zu erfolgreichen Innovationen: Neugier auf die Zukunft und der Mut, Neues zu wagen. Der „German Mittelstand“ kann stolz auf seine Leistungen sein. Denn Deutschland und die Menschen, die hier leben, sind stolz auf ihn.

Dr. Philipp Rösler Bundesminister für Wirtschaft und Technologie www.bmwi.de

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Politik

Im Bundestag: Anhörung zur erfolgreichen StromPetition des BVMW Mit einem Plädoyer für bezahlbaren und nachhaltigen Strom hat Mittelstands­ präsident Mario Ohoven den Bundestagsabgeordneten im Petitionsausschuss das Energiekonzept des BVMW vorgestellt. „Die Explosion der Strompreise gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Steigt der Strompreis weiter, wird jeder

dritte Mittelständler nach einer aktuellen Umfrage Investitionen und Neueinstellungen zurückstellen“, betonte Ohoven und forderte eine Senkung der Stromsteuer. Das Anliegen des BVMW traf bei den Ausschussmitgliedern auf offene Ohren. Die Obleute aller parteien dankten Ohoven ausdrücklich für die Petition. In der an-

schließenden Fragerunde waren sich die Abgeordneten fraktionsübergreifend einig, dass die Petition ein wertvoller und wichtiger Impuls für die weitere Regierungsarbeit ist. In der Diskussion unterstrich Reinhard Schneider, Vorsitzender der BVMW-Energiekommission, noch einmal die derzeitigen Fehlentwicklungen und skizzierte Lösungsansätze.

Vorsitzender der Geschäftsführung Werner & Mertz und Vorsitzender der BVMW-Energie­ kommission Reinhard Scheider und BVMW-Präsident Mario Ohoven (v. li.).

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Der Mittelstand. | 3 | 2013

Matthias Schweiger BVMW Politik und Volkswirtschaft

Foto: Christian Kruppa

Mit der Petition für bezahlbaren und nachhaltigen Strom hat der BVMW dem deutschen Mittelstand eine Stimme gegeben. Die mittelständische Wirtschaft und die Privathaushalte ächzen unter der immer weiter an Fahrt aufnehmenden Preisspirale. Verfehlte Förderpolitik und ein dogmatisches Festhalten an unrentablen Technologien, wie Offshore-Windenergie, verschwenden viel Geld und Ressourcen. Der BVMW hat klar gemacht, dass Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz miteinander vereinbar sind. Nun ist es an der Politik, die notwendigen Prozesse voranzutreiben.


Politik

Ein Rundgang durch die Welt von morgen Innovationsmotor Mittelstand Ein zentraler gesellschaftlicher Auftrag an die Wissenschaften ist bis heute unverändert: Es ging und es geht darum, einen Beitrag zu einer lebenswerteren Welt zu leisten. Es geht um die Bedürfnisse des Menschen und die Lösung globaler Her­ ausforderungen – in der heutigen Zeit also um klimafreundliche Energie, leistungsfähige Medizin, sichere und schnelle Kommu­ nikation. Diese Bedürfnisse stehen daher auch im Mittelpunkt der Hightech-Strategie der Bundesregierung, die sich an der Welt von morgen ausrichtet.

werden intelligent und vernetzen sich miteinander – in der Energieversorgung, im Verkehrswesen, in der Industrieproduktion oder in der Gestaltung von Wohnungen. Die deutsche Wirtschaft hat die Chance, diese vierte industrielle Revolution aktiv mitzugestalten und im internationalen Wettbewerb einen Innovationsvorsprung aufzubauen. Mit dem Zukunftsprojekt Industrie 4.0 will die Bundesregierung diesen Prozess unterstützen. Innovationen sind der Schlüssel zu mehr Wohlstand und Lebensqualität für uns alle. Deutschland steht für Entdeckerfreude und muss auch in Zukunft der Innovationsmotor Europas bleiben.

Foto: BMBF

Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka hat sich mit Vertretern der Deutschen Forschungsunion Wissenschaft – Wirtschaft getroffen, um über die Weiterentwicklung der Hightech-Strategie zu sprechen. Nationale und internationale Experten auf der Konferenz waren sich einig, dass die hohe Innovationskraft Deutschlands nicht zuletzt in der Stärke des Mittelstands und in der Kooperationsstärke zwischen Wirtschaft und Wissenschaft begründet ist.

Thomas Rachel MdB, ist seit 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Die Hightech-Strategie der Bundesregierung hat ein klares Ziel: Deutschlands Innovationskraft zu stärken. Dafür bündelt sie die Kräfte der Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Dafür definiert sie Missionen, an denen sich die Forschungsagenda orientiert. Und dafür verknüpft sie Forschungsthemen mit der Gestaltung von günstigen Rahmenbedingungen. Ein Beispiel ist das Zukunftsprojekt Industrie 4.0. Durch das Internet getrieben, wachsen reale Produktionswelt und virtuelle Informationswelt immer stärker zusammen. Maschinen

Für die Hightech-Strategie spielt der Innovationsmotor Mittelstand eine wichtige Rolle. So wird derzeit zu Industrie 4.0 ein breiter Agenda-Prozess unter Beteiligung der Wirtschaft geführt. Das Zukunftsprojekt hat starke Impulse für eine Umsetzung innerhalb der Wirtschaft gegeben. Allein im Bereich der Basistechnologien zählt ein Drittel der an den verschiedenen Vorhaben beteiligten Unternehmen zum Mittelstand. Erst jüngst wurde im Rahmen der Hannover Messe die Umsetzungsplattform Industrie 4.0 initiiert. Deutschland besitzt dank seines innovativen Mittelstands das Potenzial, substanziell zur Lösung der globalen Herausforderungen beizutragen. Forschung und Innovation sind der Schlüssel zu den Produkten, Dienstleistungen und Technologien, mit denen wir die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft stärken, neue Exportchancen schaffen, den Wohlstand der Bürgerinnen und Bürger sichern – damit Deutschland auch in der Welt von morgen ein lebenswertes Land bleibt.

Der Mittelstand. | 3 | 2013

Thomas Rachel, MdB

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Politik

Empfang durch Europas Politikerelite Bundeswirtschaftssenat in Brüssel

Nach einer substanzreichen Begrüßungsrede durch Mittelstandspräsident Mario Ohoven hielt Europaabgeordneter Michael Theurer, Vorsitzender des Haushaltskontrollausschusses des Europäischen Parlaments, einen kurzen Impuls zur Situ­ation der Europäischen Union. Im Anschluss an eine Besichtigung der Landesvertretung Baden-Württembergs traf sich die Delegation mit Rainer Wieland, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, zu einem Gedankenaustausch im kleinen Kreis. Während der offenen Diskussion verliehen die Wirtschaftsvertreter ihren Sorgen zur weiteren Entwicklung der Euro-Krise und den daraus drohenden Konsequenzen Ausdruck. Vizepräsident Wieland unterstrich, dass Europa vor nie dagewesenen Herausforderungen stehe. Das Parlament werde sehr genau auf die Sparbemühungen der europäischen Krisenländer schauen und habe auch genug Pfeile im Köcher. Absoluter Höhepunkt der Brüsselreise war der Empfang bei der EU-Kommission durch Vizepräsident Antonio Tajani und Kommissar

Günther Oettinger. Trotz vollgespickten Terminkalendern nahmen sich Energiekommissar Oettinger und Industriekommissar Tajani über eine Stunde Zeit für die Fragen des Bundeswirtschafts­senats. Neben der Energiepolitik Brüssels standen vor allem Fragen rund um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft im Vordergrund. Tajani erläuterte auf beeindruckende Art und Weise seine Strategie für Europa. „Nachhaltige Krisenpolitik heißt sich auf die industriellen Wurzeln Europas zu besinnen“, konstatierte der Vizepräsident. Er forderte eine dritte industrielle Revolution, die vor allem auf den starken Schultern des Mittelstands ruhen soll. Der besondere Dank Tajanis galt Mario Ohoven, der den Vizepräsidenten bei zahlreichen Delegationsreisen, wie zuletzt nach Tunesien, als Vertreter der Klein- und Mittelbetriebe begleitet hat. Abgerundet wurde das hochkarätige Tagesprogramm durch ein Galadinner samt eindringlicher Rede von Kommissar Oettinger. Er warnte vor einem Ausruhen auf vergangenen Erfolgen. Angesichts von Staatsschuldenkrise und härter werdendem internationalen Wettbewerb müssen die Deutschen ihre „Sattheit“ schnellstens ablegen. Ansonsten werde aus dem derzeitigen europäischen Musterknaben wieder der „kranke Mann Europas“, wie vor einem Jahrzehnt so treffend vom Economist beschrieben.

Matthias Schweiger BVMW Politik und Volkswirtschaft

Die Delegation des Bundeswirtschaftssenats in Brüssel zu Gast bei Antonio Tajani, Vizepräsident der EU-Kommission sowie …

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Der Mittelstand. | 3 | 2013

Fotos: Alain Bienenstock

Nach Brüssel führte Ende Mai die traditionelle Delegations­ reise des Bundeswirtschaftssenats. Das Spitzengremium der mittelständischen Wirtschaft wurde von der europäischen Politikelite zu Hintergrundgesprächen in der belgischen Hauptstadt empfangen. Dem Wirtschaftssenat gehören mehr als 200 Unternehmerpersönlichkeiten an, deren Betriebe 1,1 Millionen Mitarbeiter beschäftigen und einen Umsatz von rund 96 Milliarden Euro erwirtschaften.


Politik

EU-Kommissar für Energie Günther Oettinger mit Mario Ohoven und BVMW-Vorstandsmitglied Dr. Helmut Baur (v. li.).

Foto: BVMW

EU-Vizekommissionspräsident Antonio Tajani und Mittelstands ­ präsident Mario Ohoven.

… bei Rainer Wieland, Vizepräsident des Europäischen Parlaments.

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Politik

Mittelstandspräsident auf Finanzgipfel in Dublin … Finanzierung für Mittelständler erleichtern: Die EU-Kommission und die irische Regierung diskutieren mit hochrangigen Wirtschaftsvertretern die Finanzierungssituation des europäischen Mittelstands.

BVMW-Präsident Mario Ohoven nahm auf Einladung von Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und EU-Kommissar für Industrie und Unter­nehmertum, des irischen Finanzministers und des irischen Mittelstandsministers sowie hochkarätiger Bankenvertreter an dem EU-Finanzgipfel in Dublin teil.

Foto: Stefan Zickgraf

Mittelstandspräsident Ohoven sprach sich für die Einführung eines Trennbankensystems aus. Die derzeitige Praxis der Abwälzung von Risiken aus dem Investmentbanking auf das Kreditgeschäft sei für den deutschen Mittelstand nicht weiter tragbar. Er wies auch auf das schwierige Finanzierungsumfeld in den südeuropäischen Krisenländern hin. In seiner Keynote hob er die große Bedeutung des EU-Programms für die Wettbewerbsfähigkeit von KMU (COSME) sowie des europäischen Rahmenprogramms für Forschung und Innovation (HORIZON 2020) hervor.

Mario Ohoven und der irische Wirtschaftsminister Richard Bruton auf dem SME Finance Forum in Dublin.

Er plädierte dafür, im Rahmen von COSME und HORIZON 2020 innovative Existenzgründer stärker als bisher zu fördern. Dank des innovativen Mittelstands habe Deutschland die Finanzund Wirtschaftskrise besser als andere EU-Mitgliedsstaaten bewältigt. Für COSME stehen von 2014 bis 2020 rund 2,5 Milliarden Euro bereit. Das Rahmenprogramm HORIZON 2020 umfasst in diesem Zeitraum ein Budget von 87 Milliarden Euro.

Auf Einladung des früheren US-Präsidenten Bill Clinton nahm Mittelstandspräsident Mario Ohoven an einem Expertentreffen der Clinton Foundation in Berlin teil. Zum Thema „Chancenkontinent Afrika“ sprach Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel sehr substanzvoll und kompetent. Er wurde begleitet von der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Gudrun Kopp. In einem persönlichen Gespräch informierte Ohoven den ehemaligen US-Präsidenten über das soziale Engagement von BVMW-Mitgliedsunternehmen in Afrika. So baut der Verband gemeinsam mit der Stiftung UNESCO – Bildung für Kinder in Not in Burkina Faso ein Berufsausbildungszentrum für Jugendliche auf. Die Clinton Foundation unterstützt bei der Ver­bes­se­rung von glo­ba­ler Gesund­heit, stärkt die Wirt­schaft, und schützt die Umwelt weltweit durch Partner­schaften zwischen Regierungen, Unter­nehmen, Nicht­re­gierungs­or­ga­ni­sa­tio­nen und Bürgern.

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Ex-US-Präsident Bill Clinton und Mario Ohoven in Berlin.

Der Mittelstand. | 3 | 2013

Foto: Paul Hahn

… und beim Expertentreffen der Clinton Foundation in Berlin


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Politik

Patentflut aus dem Reich der Mitte

P

Plagiate aus China überschwemmen den europäischen Markt und richten erhebli­ chen wirtschaftlichen Schaden an. Doch nun droht der asiatische Konkurrent mit patentierten Entwicklungen. Sie bedro­ hen vornehmlich Produktbereiche, in de­ nen traditionell der deutsche Mittelstand innovativ tätig ist. Dieser indes reagiert falsch oder zu spät. Der Grund sind veral­ tete Vorstellungen vom internationalen Patentrecht. Das ist das Ergebnis der jüngst veröffentlichten Studie „Von der Imitation zur Innovation – Die dritte Welle aus China“ des Münchener IP-Beratungsunternehmens WURZER & KOLLEGEN. „IP“ steht für „Intellectual Property“ – geistiges

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Eigentum. Dieses geistige Eigentum ist in einer wachstumsorientierten, innovativen Wirtschaft, die vornehmlich von mittelständischen Unternehmen getragen wird, das wohl wichtigste immaterielle Gut. Entsprechend sorgsam muss man es schützen, vor allem gegen Angriffe vom aggressiv wachsenden chinesischen Konkurrenten. Professor Dr. Alexander Wurzer, Co-Autor der Studie, weiß, wovon er redet: Er bildet Patentanwälte aus und ist Geschäftsführer von WURZER & KOLLEGEN. Er sieht die wirtschaftliche Expansion Chinas in drei Wellen vor sich gehen. Zunächst fluten billige Plagiate oft minderer Qualität den Markt, in einer zweiten Welle ermöglicht die chinesische Geldpolitik seinen Unternehmen, Tech-

Fotos: Andrea Izzotti & Tom - Fotolia.com

Billige Kopien aus Asien sind eine Gefahr für die deutsche Wirtschaft. Aber Vorsicht: Die eigentliche Bedrohung sind chinesische Patente.


Politik

Patente sind, betriebswirtschaftlich klug eingesetzt, eine effektive strategische Waffe, die eigenen Wirtschaftsinteressen auf der Basis geistiger Eigentumsrechte durchzusetzen.

nologie, Know-how, Marken und Patente (zum Teil durch aggressives M&A) in hohem Umfang zu akquirieren und schlussendlich kann China eigene Innovationen entwickeln und auf den Markt bringen. Das an sich ist ein natürlicher Vorgang in einem freien Markt, das Problem für den deutschen Mittelstand und seine Innovationskraft liegt in der cleveren Schutzrechtepolitik der Asiaten. China überzieht Europa mit Patenten – die nichts anderes als Verbietungsrechte sind. Betriebswirtschaftlich klug eingesetzt, sind sie eine effektive strategische Waffe, die eigenen Wirtschaftsinteressen „auf der Basis geistiger Eigentumsrechte durchzusetzen“, so Wurzer. Er nennt das „strategisches Patentieren“.

China betreibt ein aggressives IP-Management Im Jahr 2000 gingen beim europäischen Patentamt 160 Anmeldungen aus China ein; 2011 waren es 16.946. Das chinesische Patentamt bereitet sich für 2015 auf zwei Millionen Anmeldungen heimischer Unternehmen vor – pro Jahr. Diese Patentierungspolitik bedroht ganz unmittelbar den deutschen Mittelstand. China ist ein Schwellenland auf dem Weg zur Industrienation und braucht bestimmte Technologien, die die Aufrüstung zur technologischen Weltmacht ermöglichen: Werkzeugmaschinen- und Anlagebau, Fördertechnik, Logistik, Relais, Hydraulik – allesamt Innovationsfelder kleinerer und mittlerer Unternehmen aus Deutsch-

Der Mittelstand. | 3 | 2013

land. Diese Unternehmen unterschätzen das aggressive, proaktive, strategische Patentieren notorisch, so Wurzers Einschätzung. Strategisches Patentieren nutzt Eigenheiten des internationalen Patentrechts, unter anderem die, dass Patentämter herzlich wenig daran interessiert sind, ob eine Patentanmeldung auch zu einem innovativen Produkt führt. Es muss nur theoretisch möglich sein. In einem gesättigten Markt, der mit Produkten ausgereifter Technologien überschwemmt wird, können sich wahre Innovationen nur in Differenzierungen zeigen – ein Hersteller gestaltet ein Produkt, das etwas schneller arbeitet, etwas bedienfreundlicher ist, etwas hübscher aussieht als das der Konkurrenz. Wenn genügend

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Politik

Patente erlauben nichts, sie verbieten Der innovative deutsche Mittelstand ist gleichwohl durchdrungen von einem sehr bodenständigen Erfinderwillen, der stets ein neues Produkt im Auge hat. Dies soll geschützt und geadelt werden durch ein Patent. Wurzer bezeichnet das als Mythos. „Unternehmen glauben, wenn sie viele Patente haben, dann seien sie geschützt. Doch die Annahme, dass ein Patent erlaubt, das eigene Produkt herzustellen, ist schlicht falsch. Ein Patent erlaubt erst mal gar nichts, es ist ein Verbietungsrecht.“ Wesentliche Teile einer Innovation – eben jene Differenzierungen – können nämlich schon lange im Schutzrecht anderer Produkte enthalten sein. Es geht nicht um die eigene technische Lösung, sondern um mögliche andere technische Lösungen, die denselben Wettbewerbsvorteil erzielen. Ein strategisches

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IP-Management muss also schon vor der Produktentwicklung einsetzen, denn das Patent auf das fertige Produkt bringt erst mal gar nichts und kommt erfahrungsgemäß zu spät. Wurzer empfiehlt eine klare Formulierung der Zielsetzungen, damit ein Unternehmen gemäß seiner Ressourcen und seines Geschäftsmodells ein individuelles Leistungsschutzrecht entwickeln kann: Wer kann wie etwas nachahmen und mir damit wirtschaftlich schaden? Wem kann ich was verbieten und welche Vorteile entstehen mir daraus?

„Die Annahme, dass ein Patent erlaubt, das eigene Produkt herzustellen, ist schlicht falsch.“ 95 Prozent aller Patente sind wirkungslos Aus der Beantwortung dieser Fragen müssen ein Businessplan und ein Geschäftsmodell entstehen, die schließlich die innovative Entwicklung eines Produkts

Der Mittelstand. | 3 | 2013

bestimmen. Ein gesundes IP-Management sorgt für die richtigen Verbietungsrechte. Bei den deutschen KMU sieht Wurzer hier erheblichen Nachholbedarf, da sie Produkte erst nach ihrer Entwicklung aus Angst vor Imitation anmelden. Er ist überzeugt, dass aus genau diesem Grund 95 Prozent der Patente wertlos sind: Sie verbieten zu wenig oder das Falsche; ihre Wirkung verpufft. Die Folgen sind betriebswirtschaftlich desolat: nicht nur ist die eigene Investition in Forschung und Entwicklung vergebens, man bleibt unter Umständen auch noch auf Lizenzgebühren sitzen. Wurzer empfiehlt eine gesunde Distanz zum Produkt, denn die Verliebtheit in die eigene Idee und Erfindung verstellt oft den Blick auf die markt- und betriebswirtschaftlichen Realitäten: Nicht das Produkt muss geschützt werden, sondern der Wettbewerbsvorteil, der aus den innovativen Differenzen zu anderen Produkten entsteht. Das ist geistiges Eigentum, das auch kleinen Unternehmen die Eroberung von Märkten und Marktnischen ermöglicht.

Bernd Ratmeyer Wissenschaftsjournalist und Lektor

Foto: openwater - Fotolia.com

Kunden bereit sind, genau diese innovative Differenz zum Wettbewerbsprodukt gut zu bezahlen, kann ein Unternehmen erfolgreich konkurrieren. Doch nur dann, wenn es diesen Differenzierungsvorteil schützt. Das ist die wesentliche Strategie der chinesischen Patentpolitik: Verbietungsrechte so klug und vorausschauend zu nutzen, dass sie Konkurrenten mit Verboten aus dem Wettkampf beißen, um die Zahlungsbereitschaft der Kunden selbst abzuschöpfen.


Politik

NRW eröffnet Clearing­ stelle Mittelstand

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S

Unternehmer hoffen auf Lernprozess Seit Anfang Mai verfügt Nordrhein-West­ falen über ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt. In einer „Clearingstelle Mit­ telstand“ sollen künftig Gesetzesinitiativen und Verordnungsvorhaben der Landespoli­ tik auf den Prüfstand gestellt werden. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) erbte das Projekt vor Jahresfrist durch das Ausscheiden seines Vorgängers Harry K. Voigtsberger (SPD), auf dessen Initiative sämtliche Ressorts in NRW unter Beobachtung einer Normenkontrolle genommen werden sollen, die die Perspektive des Mittelstands einnimmt. Die Clearingstelle wurde bei der Industrie-und Handelskammer NRW (IHK NRW) verortet und soll frühzeitig auf rechtliche Entwicklungen aufmerksam machen, die kleinen und mittleren Unternehmen neue Belastungen und zusätzliche Bürokratie aufbürden. Sie ist das Herzstück des neu aufgelegten Mittelstandsförderungsgesetzes NRW. Die Landesregierung in Düsseldorf zeigte sich optimistisch und erhofft sich einen offenen Dialog mit der Wirtschaft. Wirtschaft bleibt vorsichtig optimistisch Die verwies ausnahmslos auf die Erfahrungen der Vergangenheit und die Tatsache, dass es zunächst grotesk erscheine, überbordende bürokratische Entwicklungen mit einer neuen „Behörde“ zu erkennen und wirksam zu bekämpfen. Einer der zentralen Kritikpunkte aus der Sicht des NRW-Mittelstands ist der Zeitpunkt der Gründung. Die Verzögerung führte dazu, dass teure Gesetzesvorhaben wie das Klimaschutzgesetz NRW oder der Zankapfel schlechthin, das landeseigene Tariftreuegesetz, den Landtag passierten und folglich nicht mehr zur Diskussion der Clearingstelle vorgelegt werden. Genau an dieser Stelle scheiden

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sich nämlich die Geister. Landespolitiker in Nordrhein-Westfalen werden stets, wenn Parteibeschlüsse und eigene Lobbyinteressen überwiegen, auf Linie bleiben und Mittel und Wege suchen, die Diskussionen mit der Clearingstelle zu umgehen oder zu unterdrücken. Clearingstelle darf nicht zum „Salon“ werden Die Problematik ist offenkundig: Der Mittelstand in Nordrhein-Westfalen erhält zwar durch die neue Institution eine eigene Diskussionsplattform, die Landespolitik und Wirtschaft an einen Tisch bringt, kann aber kein materielles Recht aus ihr ableiten. Die Gefahr besteht demnach, mittelstandsrelevante Rechtsvorhaben im salonartigen Diskurs zu zerreden. Die Effektivität des Clearingverfahrens soll zudem einmal im Jahr durch einen Mittelstandsbeirat, zusammengesetzt aus Vertretern der Wirtschaft, überprüft werden. Es wird sich zeigen, ob es in den vor uns liegenden Jahren gelingt, eine ordnungspolitische Kehrtwende in Nordrhein-Westfalen herbeizuführen, die unseren Betrieben eine unternehmerische Verwaltungspraxis einbringt, neue Belastungen erspart und, dies wäre ein revolutionärer Schritt, einen Lernprozess auf politischer Seite in Gang setzt, der das Verständnis für die Probleme des Mittelstands weckt. Weitere Infos unter www.ihk-nrw.de

Thomas Kolbe BVMW-Pressesprecher Nordrhein-Westfalen

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Politik

Kaum Kredite für die Kleinen Die deutsche Wirtschaft hält der Krise beneidenswert gut stand. Dafür sorgt wesentlich der innovationsstarke Mittel­ stand. Daher ist es gesellschaftlicher und politischer Wille, die Innovationsleistung kleiner und mittlerer Unternehmen zu fördern. Doch einigen kleineren Unter­ nehmen ist der Weg zu privaten Fremd­ mitteln, wie Krediten versperrt. Innovationen sind immer mit einem hohen Risiko verbunden. Je kleiner das Unternehmen, desto größer ist die Gefahr, durch Investitionen in vorerst immaterielle Ideen betriebswirtschaftlichen Schaden zu nehmen. So gesehen, ist die politische Innovationsförderung durch Förderprogramme und Zuschüsse eine Art Risikoentschädigung. So beschreibt es Heike Belitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Innovation, Industrie, Dienstleistung am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW). Sie und ihre Kollegen haben in einer aktuellen Studie die Zahlen zur Förderpolitik von Bund, Ländern und EU untersucht und zahlreiche KMU be-

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fragt. Belitz kommt zu dem Ergebnis, dass die deutsche Förderpolitik wesentlich dazu beiträgt, dass der Mittelstand gut durch die Krise kommt. Auch äußert sich eine Vielzahl der befragten Unternehmer zufrieden mit der Finanzierungslandschaft (wohlgemerkt beschäftigt sich die Studie nur mit Unternehmen, die auch gefördert wurden). In der Tat hat der Bund seine Innovationsförderung von 602 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 1,5 Milliarden in 2011 mehr als verdoppelt, davon entfallen aktuell 71 Prozent auf die technologieoffene Förderung, die vor allem von kleinen Unternehmen wahrgenommen wird. 15 Prozent der innovativen Unternehmen brauchen Kredite Belitz unterscheidet dabei drei Gruppen innovativer KMU: Jene, die in geringem Maß auf Zuschüsse angewiesen sind und über Eigenmittel verfügen, jene, die intensiv durch Förderprogramme unterstützt werden und schließlich all jene, die auf private Fremdmittel angewiesen sind, die Kreditnehmer. Sie machen 15 Prozent

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der befragten Unternehmen aus und sind zugleich jene, die am unzufriedensten mit ihrer Finanzierungslage sind. Nach Lage der Daten vermutet Belitz jene 15 Prozent in einer ganz besonderen Situation. Es handelt sich wahrscheinlich um mittelgroße Unternehmen, die zu solider FuE Tätigkeit fähig sind und vor der Markteinführung eines neuen Produktes stehen, vor der „Umsetzungsphase“. Sie sind dementsprechend wachstumsorientiert und expansiv ausgerichtet. Doch gerade für diese sensible und kostenintensive Phase greifen die Förderprogramme selten. Solche Unternehmen auf Wachstumskurs erhalten von allen drei Gruppen die geringsten (nicht rückzahlbaren) Zuschüsse aus Förderprogrammen, haben geringe Eigenmittel und brauchen daher vermehrt Fremdmittel (Kredite). Das setzt sie vermehrt unter Wachstumsdruck, um die Kredite zurückzahlen zu können; entsprechend gering ist bei diesen Unternehmen die Gefahr eines Mitnahmeeffektes. Das hat den skurrilen Effekt, dass gerade jene KMU mit vielversprechenden

Fotos: Tatjana Balzer & kebay - Fotolia.com

Fremdfinanzierung durch Kredite ist für bestimmte KMU schwierig.


Politik

KMU mit vielversprechenden Innovationen und Wachstumspotenzial haben die größten Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Innovationen und Wachstumspotenzial die größten Schwierigkeiten bei der Finanzierung haben. Kreditgeber investieren in Ideen, nicht in Dinge Die Gründe hierfür sind altbekannt: Externe Kreditgeber fürchten das MoralHazard-Problem – sie wollen naturgemäß in möglichst sichere Projekte investieren,

der Kreditnehmer natürlich in seine wagnisreichsten. Die Risikoaversion ist bei einem immateriellen Gut wie einer Erfindung hoch: Was vorerst nur in den Köpfen oder auf Notizblöcken steht, kann auch schnell wieder verschwinden – im Unterschied zum Hausbau oder der Eigentumswohnung. Heike Belitz vermutet auch notorische Informationsasymmetrien: So verweist die Hausbank selten auf alternative

Kreditprogramme wie die der KfW Bank, die gezielt günstige Kredite für Innovationsprogramme anbietet. Innovationskredite für wachstumsorientierte Unternehmen bleiben also ein Problem, solange sie für die Hausbanken unattraktiv sind. Belitz fordert eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Förderung und privater Finanzierung kleiner Projekte – wenn denn ein politischer Wille existiert: „Viel braucht es eigentlich nicht dafür: Schließlich gibt der Staat in diesem Fall lediglich eine Ausfallbürgschaft und subventioniert die Zinsen für die Kredite“.

Bernd Ratmeyer Wissenschaftsjournalist und Lektor

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Politik

Bildungspolitik vor neuer Herausforderung Fachkräftemangel folgt auf Lücken im Bildungswesen

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Politik

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Eine asiatische Weisheit besagt, dass, wer nach Wissen sucht, auch Tag für Tag etwas hinzugewinnt. Es lässt sich viel für unsere Gesellschaft gewinnen, wenn wir Entwicklungsprozesse als Folgewirkung dieser Haltung verstehen lernen. Dabei lässt sich Wissen auf allen Ebenen ent­ wickeln. Das duale Bildungssystem ist ein gutes Beispiel für die Verknüpfung von the­ oretischem und praktischem Wissen.

Foto: WavebreakmediaMicro - Fotolia.com

Der Zugang zu Wissen und seine Nutzbarmachung sind kulturbildende Faktoren und Fundament unseres Wohlstands. Eine Umschichtung der Staatsausgaben zugunsten des Bildungswesens ist bei steigenden Steuereinnahmen eine politische Option, die im Kampf gegen den Fachkräftemangel erfolgversprechend ist. Deutschland bringt laut OECD, berücksichtigt man private und öffentliche Ausgaben, etwa 5,3 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für die Bildungspolitik auf und liegt damit mit einem Prozentpunkt unter dem Niveau der OECD-Staaten. Nach Ansicht der OECDExperten sollte der Bildungsetat Deutschlands um jährlich 25 Milliarden Euro angehoben werden, um aufzuschließen und den Ansprüchen der Wissensgesellschaft dauerhaft gerecht zu werden. Gefährlicher Trend zum Analphabetismus Auf den ersten Blick klingt die Forderung angesichts des ökonomischen Erfolgs der Bundesrepublik vermessen. Doch in gewisser Hinsicht trügt der Schein. Es gilt: „Wehret den Anfängen.“ 2011 ermittelte die Universität Hamburg Daten in ihrer „leo.-Level-One Studie“, die allein in Deutschland bei 7,5 Millionen Menschen erhebliche Lese-Rechtschreibschwächen konstatierte. Ein Wert, der Grund zur Besorgnis gibt. Strukturell scheint sich wenig geändert zu haben: Viele Lehrpläne sind nach wie vor auf dem Stand von 1990, Klassengrößen von über dreißig 30 Schülern sind keine Seltenheit. Allein im vergangenen Jahr haben 60.000 Schüler das deutsche Schulsystem ohne Abschluss

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verlassen, 300.000 befinden sich in Warte­ schleifen des Ausbildungssystems, was jährliche Kosten in Höhe von drei Milliarden Euro verursacht.

Jetzt ist die Zeit zu handeln, aus dem demografischen Wandel vielleicht sogar Nutzen zu ziehen. Demografie-Gewinne nutzen Die Demografie lässt die Bevölkerung in Deutschland schrumpfen, wodurch die Rekrutierungsprobleme im Mittelstand wachsen. Wir können es uns nicht leisten, dass auch an Universitäten die Abbrecherquoten steigen und an mancher technischen Fakultät jeder Zweite das Handtuch wirft. Laut VDI-Monitor (Februar 2013) hat diese Entwicklung dazu geführt, dass mittlerweile 70.000 Ingenieure fehlen. Deutschland verliert damit eine jährliche Wertschöpfung von acht Milliarden Euro. Jetzt ist die Zeit zu handeln, aus dem demografischen Wandel vielleicht sogar Nutzen zu ziehen. In den kommenden sieben Jahren sinkt die Schülerzahl um über 20 Prozent oder 2,4 Millionen. Geringere Schülerzahlen könnten die Intensität des Unterrichts erhöhen und mehr individuelle Förderung Wirklichkeit werden lassen. Eine Chance, die nicht vertan werden darf.

Thomas Kolbe BVMW-Pressesprecher Nordrhein-Westfalen

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Politik

News aus Brüssel Starke Worte Unternehmerinnen und Unternehmer seien „die Helden unserer Zeit“, sagte EU-Industriekommissar Antonio Tajani bei einer Präsentation des Aktionsplans zur Förderung von Unternehmertum. Tatsächlich ist jedoch der Wunsch zur unternehmerischen Selbstständigkeit in Europa nicht stark ausgeprägt. Nach einer Umfrage wären nur 37 Prozent lieber ihr eigener Chef als angestellt. In Deutschland sind es sogar nur 29 Prozent. In der Wirtschaftskrise, so Tajani, dürfe die Lust, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen, nicht nachlassen. Mit starken Worten erklärte er: „Wenn es uns gelingt, Europas unternehmerisches Potential zu nutzen, dann können wir die EU auf den Wachstumspfad zurückbringen“. Kernpunkte seines Aktionsplans sind: Besserer Zugang zum Kapital, Hilfen für die kritischen ersten fünf Jahre nach der Gründung, Vereinfachung bei Unternehmens­übertragungen

und Bürokratieabbau. Unklar bleibt, in welchen Bereichen die EU-Kommission Gesetzesvorschläge machen will und in welchen sie auf Aktionen der Mitgliedsstaaten setzt. www.ec.europa.eu/commission_2010-2014/tajani

Deutschland auf Platz neun Mit 30,40 Euro kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland 2012 zwar mehr als im EU-Durchschnitt, aber weniger als in vielen EU-Nachbarländern. Höher waren die Arbeitskosten in Schweden, Dänemark, Belgien, Luxemburg, Frankreich, in den Niederlanden, Finnland und Österreich. Der durchschnittliche Lohn für eine Arbeitsstunde liegt laut EU-Statistikamt in den 27 Mitgliedsstaaten bei 23,40 Euro, im Euroraum bei 28 Euro . Dabei reicht die Spanne von nur 3,70 Euro pro Stunde in Bulgarien bis 39 Euro in Schweden. Im Vergleich zu 2008 stiegen die Arbeitskosten in Deutschland um 9,1 Prozent, in allen 27 EU-Ländern nur um 8,6 Prozent. www.bda-online.de

Patente und Patentanträge

Neuer Rekordwert Im vergangenen Jahr hat das Europäische Patentamt so viele Patente auf neue Erfindungen und Entwicklungen erteilt wie nie zuvor. Die Zahl der Patente legte um etwa 5,8 Prozent auf 65.700 zu. Auch die Zahl der Patentanträge erreichte mit 258.000 einen neuen Rekordwert. Deutschland kam mit rund 34.600 Anmeldungen auf Platz 3 nach den USA und Japan. Auch Unternehmen aus China und Korea legten bei den Patenten erheblich zu. www.epo.org

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Arbeitskosten in Europa

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Fotos: Marco2811 (li.); Eisenhans (Mitte); Gina Sanders (re.) - Fotolia.com

Unternehmertum fördern


EU plant neue Rechenschaftspflicht

Furcht vor neuen Belastungen Müssen größere mittelständische Unternehmen bald Rechenschaft über ihre gesellschaftlichen Aktivitäten in Umwelt und Sozialem ablegen? Nach einem Vorschlag der Europäischen Kommission müssen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern und 40 Millionen Euro Jahresumsatz künftig im Rahmen der Bilanzierung über ihr Engagement in den Bereichen Umwelt, Soziales, Menschenrechte und Korruption

berichten. Eine Gefahr sieht die mittelständische Wirtschaft darin, dass diese Schwelle jederzeit tiefer angesetzt werden kann. Begründet wird der EU-Vorstoß mit weitergehenden Vorschriften in Frankreich, Großbritannien oder Spanien. In Deutschland können Unternehmen selbst entscheiden, ob sie Informationen über ökologische oder soziale Aspekte veröffentlichen. Eine gesetzliche Verpflichtung würde zu einem erheblichen bürokratischen Aufwand führen. www.iasplus.com/de/resources/ european-commission

Erfolg für BVMW

KMU-Finanzierung erleichtert Das Europäische Parlament hat für das Bankenreformpaket gestimmt. Dieses schränkt die spekulativen Risiken ein, er-

höht die Mindesteigenkapitalanforderungen, verstärkt die Bankenaufsicht und führt eine Höchstgrenze für Banker-Boni ein. Ab Januar 2014 wird es schrittweise in Kraft treten. Vorher muss der EU-Ministerrat zustimmen. Die Risikogewichtung für KMU-Kredite wurde gesenkt und die Retailgrenze angehoben – ein großer Erfolg für den BVMW, auf den beide Änderungen zurückgehen. So konnten steigende Zinsen für Mittelstandskredite verhindert werden. www.europarl.europa.eu/news/de >Pressearchiv >Bankenreform

Fotos: Andres Rodriguez (li.); PhotographyByMK (re.) - Fotolia.com

Politik

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Politik

Der Schritt nach Indien

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Indien ist ein heterogenes Land. Seine kulturelle Vielfalt ist mit der des europä­ ischen Kontinents vergleichbar. Neben sprachlichen und kulturellen Unterschie­ den gibt es auch regional abweichen­ de Auslegungen der Gesetze. Um böse Überraschungen zu vermeiden, muss ein Mittelständler seinen ersten Schritt nach Indien sorgfältig vorbereiten. Bevor ein Unternehmen seinen Markteintritt in Indien plant, ist eine gründliche Analyse der regionalen Märkte unabdingbar, um Vertriebs- oder Produktionsstandorte optimal auszuwählen. Zwar haben viele deutsche Unternehmen bereits lokale Geschäftspartner in Indien, jedoch sind diese zumeist nicht in der Lage, das volle Marktpotenzial Indiens zu erschließen, da sie

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regional gebunden und häufig nur in ihrer Heimatstadt erfolgreich sind. Die schlecht ausgebaute Infrastruktur ist ebenfalls ein kritischer Standortfaktor: Etwa 60 Prozent der Frachtgüter werden über die Straße befördert – und das zum größten Teil per LKW, die im Schnitt nicht schneller als 35 km/h fahren. Hinzu kommen Mautkosten für den Frachtverkehr, die regional unterschiedlich hoch ausfallen können. Zudem ist der bürokratische Aufwand nicht einheitlich. So können für ein und dasselbe Produktionsgut in verschiedenen Bundesstaaten unterschiedlich strenge Auflagen bestehen. Das kann zu langwierigen Prozessen und finanziellen Verlusten führen, wenn die Fabrik bereits aufgebaut ist, aber wichtige Lizenzen für die Produktion noch nicht erteilt wurden.

Foto: WONG SZE FEI - Fotolia.com

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Achtung: Worauf der Mittelstand vor Markteintritt achten muss


Ganz gleich, wie man in Indien präsent sein möchte – durch ein Joint Venture, eine eigene Niederlassung oder ein Branch/ Liaison Office – die Regularien für eine Gründung scheinen seitens des „Ministry of Corporate Affairs“ recht übersichtlich und verständlich zu sein. In der Praxis ergeben sich aber häufig enorme Probleme beim Beantragen und Einholen der gründungsrelevanten Unterlagen. Zeitverzögerungen durch einzelne Behörden sind dabei durchaus beabsichtigt und zielen insbesondere bei ausländischen Investoren auf die Zahlung von Bestechungsgeldern ab – „Speed Money“ … Um solche Situationen zu vermeiden, ist es ratsam, einen Partner oder Dienstleister vor Ort zu haben, der im Umgang mit Behörden erfahren ist und die Unternehmensinteressen gesetzeskonform vertritt. Sind die Weichen fürs Indiengeschäft gestellt, beginnt die schwierige Arbeit der Personalsuche. Deutsche Personaler klagen vor Ort oft über mangelndes Ausbildungsniveau, fehlenden Praxisbezug und einen Fachkräfteengpass. Die Absolventen renommierter Unis sind stark umworben und heuern bevorzugt bei den Branchengrößten an. Erfahrene Führungskräfte, die sich bei westlichen Firmen bewährt haben, verlangen zudem Gehälter auf Westniveau. Deutsche Firmen sind als Arbeitgeber zwar begehrt, die meisten gut ausgebildeten Inder arbeiten aber lieber bei amerikanischen und englischen Unternehmen und bei großen Konzernen. Das führt dazu, dass deutsche Mittelständler in Indien erhebliche Schwierigkeiten haben, überhaupt qualifizierte Mitarbeiter zu finden, auch wenn zu jeder Anzeige Tausende von Bewerbungen eingehen. Oft bekommen sie nur über Headhunting wirklich gute Mitarbeiter. Vor allem die Einschätzung der Persönlichkeit erfordert interkulturelle und interpersonelle Kompetenz: Stimmt die Chemie zwischen Bewerber und dem zukünftigen Vorgesetzten? Passt die Persönlichkeit zu dem Unternehmen? Kann der Kandidat die Firmenphilosophie auch in Indien mittragen? Schlüsselpositionen vor Ort richtig zu besetzen, entscheidet unmittelbar über den Unternehmenserfolg und zahlt sich langfristig aus. Unternehmer sollten in Indien geduldig und offen sein. Für ihre Geschäftsbeziehungen gilt: Je persönlicher sie diese pflegen, desto mehr Respekt und letztlich auch Erfolg können sie erwarten. Hat man selbst noch keine unternehmerischen Erfahrungen in Indien, empfiehlt sich daher ein erfahrener Partner oder Dienstleister, der das Projekt mit seinem Know-how und Netzwerk vor Ort unterstützt.

Daniel Raja und Julia Seeler Project Manager bei Asia-Pacific Management Consulting GmbH (APMC) www.asia-pacific.de


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Das Einheitliche Patent kommt Wie Sie jetzt die richtigen Entscheidungen treffen Nach jahrzehntelangen Diskussionen und Verhandlungen steht das europäische Patentgerichtssystem vor den größten Ver­ änderungen seit seiner Bildung. Das geplante EU-Patent wird erstmals in fast der gesamten Europäischen Union einheitliche Gültigkeit haben und für Patentinhaber große Änderungen mit sich bringen. Was wurde beschlossen? Fast alle EU-Mitgliedstaaten (Ausnahme Italien und Spanien) haben zwei EU-Verordnungen zum Patent mit einheitlicher Wirkung und zu Übersetzungsfragen verabschiedet. Mitte Februar wurde nun das „Übereinkommen über das Einheitliche Patentgericht“ (EPGÜ) von den teilnehmenden Staaten unterzeichnet. Mit

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dem EPGÜ wird eine eigene Gerichtsbarkeit auf dem Gebiet des Patentwesens geschaffen, das EU-weite Entscheidungen treffen kann. Es muss von jedem teilnehmenden Staat ratifiziert werden. Die Verordnungen und das EPGÜ beanspruchen erst dann Gültigkeit, wenn das EPGÜ von mindestens dreizehn Staaten (darunter zwingend Deutschland, Frankreich und Großbritannien) ratifiziert wurde, frühestens im Januar 2014. In Fachkreisen geht man davon aus, dass das neue Patentsystem Anfang 2015 in Kraft treten wird. Wie sieht das neue Gericht aus? Das Gericht besteht aus einer Zentralkammer mit Sitz in Paris sowie Außenstellen in London für Pharma und München für

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IBWF

Maschinenbau sowie dezentralen, über die Mitgliedstaaten verteilten Kammern. Vereinfacht gesagt, ist die Zentralkammer für isolierte Nichtigkeitsverfahren zuständig, Lokal- und Regio­ nalkammern für Verletzungsverfahren. Allerdings dürfen die dezentralen Kammern auch über eine Nichtigkeitswiderklage entscheiden. Wie wird aus einem „Europäischen Patent“ ein „Einheitliches Patent“? Europäische Patente werden vom Europäischen Patentamt (EPA) erteilt. Der Inhaber eines Europäischen Patents, das nach Inkrafttreten des neuen Systems erteilt wird, kann innerhalb eines Monats beim EPA die einheitliche Wirkung beantragen.

Fotos: Alterfalter & Olivier Le Moal - Fotolia.com

Welche Patente sind von den Neuerungen betroffen? Patentverordnungen und EPGÜ gelten für die neu geschaffenen Einheitlichen Patente. Das neue Gerichtssystem unter dem Dach des EPGÜ gilt jedoch auch für die Europäischen Patente in ihrer bisherigen Form. Welche Kosten kommen auf mittelständische Unternehmen zu? Patentkosten bestimmen sich nach einer Reihe von Faktoren: Erteilungsverfahren (Amtsgebühren/Patentanwalt), Übersetzung, Validierung und Rechtsverfolgung (Gericht, Anwälte). Für das neue Einheitliche Patent und das neue Gerichtssystem ist bisher nur klar, dass die Übersetzungskosten geringer werden, da zunächst das Patent nur noch ins Englische übersetzt werden muss, wenn die Verfahrenssprache vor dem EPA deutsch ist. Alle übrigen Kostenfaktoren sind noch im Unklaren. Sicher ist jedoch, dass für ein Einheitliches Patent über die gesamte Laufzeit progressiv gestaffelte Jahresgebühren fällig werden. Eine Kostenreduzierung durch Fallenlassen des Patents in einzelnen Ländern ist nicht mehr möglich. Auch Gerichtskosten und Kosten für Rechts- und Patentanwälte werden aus hiesiger Sicht steigen. Allerdings können sich deutsche Unternehmer in Zukunft europaweit von ihren angestammten Anwälten vertreten lassen, deren Zulassung in allen teilnehmenden Mitgliedstaaten gilt. Welche Übergangsfristen gelten? Was muss in der Übergangszeit beachtet werden? Für Patente mit einheitlicher Wirkung gibt es keine Übergangsfristen, für diese ist also stets das neue Gericht zuständig. Für herkömmliche Europäische Patente gilt eine Übergangsfrist von sieben Jahren (verlängerbar um maximal weitere sieben Jahre). In dieser Zeit kann die Zuständigkeit des neuen Gerichts durch eine Erklärung gegenüber dem EPA ausgeschlossen werden. Solange die Erklärung nicht eingegangen ist, kann jedermann

eine Klage entweder wie bisher vor einem nationalen Gericht oder vor dem neuen europäischen Gericht anhängig machen. Dieses Recht steht nicht nur dem Inhaber, sondern auch potenziellen Verletzern zu. Zwei Beispiele sollen die Problematik verdeutlichen: Ein deutscher Unternehmer stellt fest, dass ihm das Patent eines Konkurrenten in seinen Kernmärkten in Europa gefährlich werden kann. Er fürchtet mit einem Urteil des neuen Gerichts um seinen gesamten Markt. Er sollte daher in einem für ihn nicht relevanten Mitgliedstaat auf Nichtigkeit klagen. Diese Klage sperrt das Patent dauerhaft für das neue System. Umgekehrt gibt es nicht die Möglichkeit, die eigenen Patente durch eine einfache Erklärung rechtssicher an das neue System zu binden. Dies ist nur möglich, wenn eine Klage vor dem neuen System anhängig gemacht ist (denkbar wäre auch eine Klage gegen ein Tochterunternehmen). Auch wenn die Klage nicht weiter verfolgt wird, ist mit der einmal anhängigen Klage der Weg vor die nationalen Gerichte dauerhaft gesperrt. Was passiert mit nationalen Patenten? Für nationale Patente und Gebrauchsmuster gibt es keine Änderungen. Wo kann ich mich über aktuelle Entwicklungen informieren? Sowohl die EU (http://ec.europa.eu/internal_market/indprop/ index_de.htm) als auch das EPA informieren auf ihren Internet­ angeboten über aktuelle Entwicklungen.

Andreas Haberl Rechtsanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz mit Schwerpunkt Patentrecht, Designschutz und Wettbewerbsrecht; Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz

Konstantin Schallmoser, LL.M. (Paris II) Rechtsanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz mit Schwerpunkt Patentrecht PREU BOHLIG & PARTNER, München Mitglied im IBWF e.V. www.preubohlig.de

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IBWF

Methoden für Mittelständler Erfolgreiche Innovationen aus der unternehmerischen Praxis – aber wie? Wer immer nur auf der Stelle tritt, kommt nicht voran. Das gilt auch für Unternehmen. Sie müssen offen sein für neue Ideen und den Mut haben, sich zu verändern. Durch erfolgreiche In­ novationen, neue Produkte oder Dienstleistungen können sich gerade auch kleinere und mittlere Betriebe von der Konkur­ renz abheben. Das Wissen, wie innovative Prozesse entstehen und kontinuierlich verbessert werden, wird deshalb mehr und mehr zu einem Erfolgsfaktor, der im Fokus des unternehmeri­ schen Handelns stehen muss. Managementwerkzeuge wie die moderne InCaS (Intellectual Capital Statement)-Methode, die Innovationsmarktforschung und das Ideenmanagement helfen, Innovationen im Unternehmen gedeihen zu lassen. Die InCaS-Methode ist ein praxiserprobtes modernes Instrument zur gezielten Darstellung des Entwicklungspotenzials eines Unternehmens. Es geht darum, Zusammenhänge zwischen den Unternehmenszielen, den Geschäftsprozessen sowie den Kenntnissen der Mitarbeiter aufzuzeigen und auf der Grundlage dieses Wissens eine zukunftsorientierte Analyse vorzunehmen. Dabei stehen eine auf die Quantität, Qualität und Systematik

Foto: Sergey Nivens - Fotolia.com

Strategien und Trends zur Nutzung des Ideenmanagements und Experten­ beiträge unter: • w ww.experto.de/b2b/unternehmen/ unternehmensstrategie/innovations­ management-und-ideenmanagementerfolg-fuer-kmu.html • w ww.zentrum-ideenmanagement. de/meetingpoint.html

ausgerichtete dreidimensionale Stärken-Schwächen-Analyse und die Wirkungsanalyse im Mittelpunkt. Bei Letzterem handelt es sich um einen Ansatz, der auf der Methode des vernetzten Denkens basiert. Ein Mitarbeiterteam aus allen Funktionsebenen und Hierarchiestufen erarbeitet die Ergebnisse der Analysen in moderierten Workshops. Dieses Vorgehen eignet sich besonders für die Initialzündung einer Innovationsoffensive in fast allen Unternehmensbereichen.

Was können wir besonders gut und wo kann diese Kompetenz von Nutzen sein? Mittelständische Unternehmen konzentrieren sich oft auf Marktnischen. Nur dort können sie sich aufgrund ihrer Größe und Struktur langfristig positionieren. Innovationsmarktforschung ist eine Methode, die ausgehend von dieser Spezialkompetenz und diesem Spezialwissen nach neuen Geschäftsfeldern sucht. Ziel ist es, Merkmale zu definieren, die als Ansatzpunkte für die Markforschung genutzt werden können. Es handelt sich dabei sowohl um Merkmale, die etwa ein Produkt, einen Werkstoff oder eine Funktion beschreiben, als auch um solche, die besondere Leistungsmöglichkeiten herausstellen. Es geht also immer um die Frage: Was können wir besonders gut und wo kann diese Kompetenz von Nutzen sein? Während Strategien zum Ideenmanagement in der Vergangenheit vorrangig in produzierenden Betrieben zu finden waren, hat sich diese Methode inzwischen auch in anderen Unternehmen, in öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen wie Verwaltungen und Behörden, in Vereinen sowie im Handwerk und in kleinen und mittleren Betrieben bewährt.

Gerd Zillmer, Maria E. Schmidt, Hans-Rüdiger Munzke B | O | A GmbH Mitglied im IBWF e. V.

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Mit erfahrenen Experten schnell und sicher ans Ziel! Für Ihr mittelständisches Unternehmen finden Sie den spezialisierten Mittelstandsberater im Beraternetzwerk des IBWF Institut e.V.

Mitglieder sind etwa 1.000 geprüfte Unternehmensberater Rechtsanwälte/Notare, Steuerberater/Wirtschaftsprüfer. Das IBWF ist das größte fachübergreifende und flächendeckende Beraternetzwerk aus diesen Berufsgruppen in Deutschland. Das IBWF benennt als Mitglieder seines Beraternetzwerks nur solche Berater, die hinsichtlich Ausbildung und Beratungsqualität besondere Kriterien erfüllen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) akzeptiert die Zertifizierung durch das IBWF als Qualitätskriterium für Ihre Beratungsförderung. Die IBWF-Netzwerkstrategie macht es auch spezialisierten Kanzleien und Beratungsunternehmen möglich, ein für Ihr Unternehmen und Ihre Aufgabe optimal zugeschnittenes und/oder umfassendes Beratungsangebot bieten zu können. Durch die über den jeweiligen Fachbereich hinausgehende Zusammenarbeit Ihrer Berater profitieren Sie – so gewünscht – stets vom aktuellsten Fachwissen in allen beteiligten Disziplinen. Weitere Informationen und Beraterdatenbank unter

Gestaltung: www.modus-vm.de

www.mittelstandsberater.de

IBWF Institut

für Betriebsberatung, Wirtschaftsförderung und -forschung e.V. im Verbund mit dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V.

Bundesgeschäftsstelle: Leipziger Platz 15 · 10117 Berlin · Tel. 030 /53 32 06 11 · ibwf@ibwf.org


SERVICE

Gefördert und ausgezeichnet: BVMW-Mitglieder berichten Warum Forschung und Entwicklung unverzichtbar sind Zahlreiche mittelständische Unter­ nehmen erhalten Förderungen für Forschung und Entwicklung und viele werden für ihre innovativen Produkte ausgezeichnet. Drei BVMW Mitglie­ der berichten über ihre Erfahrungen auf dem Weg zum innovativen Unter­ nehmen. Ein mittelständisches Unternehmen der Magnettechnologie, ein junges Start-up und ein etablierter Softwareentwickler – sie haben entweder Innovationsförderung erhalten oder wurden für ihre Entwicklungen mit Preisen geehrt. So unterschiedlich sie sind, so gemeinsam stehen sie zu der Überzeugung, dass Innovation kein zeitgeistgetriebener Luxus ist, den man sich je nach Konjunkturlage mal mehr, mal weniger leisten kann. Forschung und Entwicklung sind im Gegenteil Unternehmensstrategien, die das Überleben im zunehmend international geführten Wettbewerb sichern helfen.

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SERVICE

Fotos: Andrii Muzyka (li.); Olivier Le Moal (re.) - Fotolia.com

Magnettechnologie aus Thüringen: Kern Technik Hans Jürgen Kern, Geschäftsführer der Kern Technik GmbH & Co. KG im thüringischen Schleusingen, weiß genau, was Innovationsdruck bedeutet. Nach der Wende war das 1941 gegründete Unternehmen zwar technologisch gut aufgestellt und den Konkurrenten aus den alten Ländern ebenbürtig, doch die angestammten Kunden, die Kombinate, existierten nicht mehr. So mussten nicht nur durch beharrliche Akquise, sondern auch durch neue Produkte Kunden gewonnen werden. Die Investitionen, vor allem in neue Fertigungs- und Rechentechnik, waren beträchtlich. Damals halfen Investitionsförderungen von bis zu 45 Prozent. Kern ist heute noch stolz darauf, dass er in jedem Ressort kühl kalkuliert, aber bei seiner Entwicklungsabteilung nie gespart hat – entgegen dem damals häufig gehörten Ratschlag, Forschung und Entwicklung (FuE) abzuwickeln: „Ich wollte nicht den Ast absägen, auf dem wir sitzen.“ Das stete Investment in Innovation hat Kern immer beibehalten. Auch in den jüngsten Krisen hat Kern Technik an allem gespart, nur nicht an seiner Entwicklungsabteilung. Das kommt dem thüringischen Unternehmen heute zugute: Es entwickelt und baut Elektromagnete, die zahlreiche Funktionen innerhalb der Steuer- und Regelungstechnik erfüllen, vor allem im Bereich der Hydraulik und Ventilsteuerung. Sie finden Anwendung

im Werkzeugmaschinenbau, der Elektromobilität und Windkraft sowie in Energieschaltanlagen.

Die Trends der Branche müssen frühzeitig erkannt werden.

Kern ist schon zu lange dabei, um nicht zu wissen, dass Innovationen nicht aus der Luft kommen. Sie sind das Ergebnis aus den Anforderungen, die tagtäglich von der Industrie an ihn herangetragen werden, und auf die er reagieren muss. Zugleich müssen die Trends seiner Branche frühzeitig erkannt werden. Das führt durchaus auch zu Entwicklungen, für die nicht gleich ein Abnehmer bereit steht. Das ist das Risiko innovativer Tätigkeit. Kern weiß zu schätzen, dass Innovationsförderprogramme mittelständischen Unternehmen helfen, dieses Risiko zu tragen. Seine Entwicklungen wurden bereits vom Bund durch die AiF (Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V.) und vom Land durch die Thüringer Aufbaubank unterstützt. Der Aufwand von

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der Vorbereitung über die Dokumentation bis zur Abrechnung ist beträchtlich, aber es lohnt sich. „Vor allem bei größeren Projekten mit einem Volumen über einer Million Euro ist man dankbar über jede Risikominimierung. Die Entwicklung kleinerer Projekte können wir hingegen aus betrieblichen Mitteln finanzieren.“ Dass Kern Technik nach der Wende erfolgreich Innovationen auf den Markt bringt, verdankt sein Geschäftsführer weniger den Förderungen, als dem Standort Thüringen. Denn es sind die Partner aus Forschung und Lehre, die Kerns Entwicklungsarbeit erst möglich machen: Universitäten, Fachhochschulen, wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen, sie alle bilden ein vorbildliches wissenschaftliches Netzwerk und helfen Mittelständlern bei der Umsetzung von technologischen Maßnahmen und der notwendigen Grundlagenforschung. Kerns Forderung an die Politik: Solche Infrastrukturen weiterhin fördern und ausbauen! Kein Wunder, das Hans Jürgen Kern 2012 den „Ernst-Abbe-Preis für innovatives Unternehmertum“ erhielt – als Würdigung nicht nur seines Lebenswerkes, sondern auch für herausragende Verdienste um den Standort Thüringen.

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Mittelständischer Nachwuchs: 6Wunderkinder Szenenwechsel und Generationenwechsel: Aus dem beschaulichen Schleusingen geht es nach Berlin, zu einem jungen Unternehmen, geführt von jungen Menschen: 6Wunderkinder entwickelt Apps für Smartphones, Tablets und PCs. Doch die FuE dieses Unternehmens folgt hier einer anderen Marktlogik als beim Traditionsunternehmen Kern: Die Innovation des Berliner Softwareunternehmens war ein Zufall: Wunderlist heißt die App, die das alltägliche Informationsmanagement erleichtern soll. „Wunderlist wurde in drei Wochen als Testprodukt entwickelt, um Erfahrungen im App-Marketing zu gewinnen“, berichtet Steffen Kiedel, kaufmännischer Geschäftsführer von 6Wunderkinder. Obwohl also Entwicklungsarbeit wesentlicher Bestandteil

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der IT-Brache ist, kann sie nie langfristig angelegt werden, weil der Markt und seine Anforderungen viel zu agil sind.

„Staatliche Förderprogramme erwarten einen Prosa-Businessplan und andere auf­ wändige Dokumente.“

Umso mehr müssen Innovationen hochwertig sein, denn nur so kann man in dieser Branche ein Alleinstellungsmerkmal erzielen: Hoher Entwicklungsaufwand ist für Kiedel alles andere als Luxus. Um diesen zu finanzieren, hat 6Wunderkinder 2010 eine Förderung aus dem High-Tech-Gründerfonds des Bundes erhalten. Kiedel fühlte sich gut betreut, gleichwohl suchte und sucht 6Wunderkinder auch private VentureCapital Geber, denn „staatliche Förderprogramme erwarten einen Prosa-Businessplan und andere aufwändige Dokumente, die gemessen am Tempo der Branche eine geringe Halbwertszeit haben“.

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Geistiger Eigentumsschutz ist in dieser zwangsläufig innovativen Branche ein echtes Problem, erzählt Kiedel. Das IP von 6Wunderkinder besteht wesentlich aus dem innovativen Design und der Benutzerfreundlichkeit der Anwendungen. Diese zu schützen, ist rechtlich schwierig; die juristischen Prozesse „sind langwierig und können nicht mit der Geschwindigkeit des Marktes mithalten“. Eher sieht Kiedel politische Versäumnisse beim Thema Datensicherheit. Als Anwendungsentwickler ist er auf den internationalen Markt angewiesen, und die beiden größten Märkte, die EU und die USA, einigen sich nicht über ein Standardabkommen zum Datenschutz: „Das führt zu Nachteilen gegenüber amerikanischen Unternehmen.“ Aber aus dem gleichen Grund sieht Kiedel die Euro-Krise gelassener als viele andere deutsche Mittelständler des produzierenden Gewerbes. „Unser Produkt findet weltweiten Absatz – nur ein geringer Teil der Nutzer sitzt hier in Deutschland. Dieser internationale Trend wird sich in unserer Branche immer stärker durchsetzen, rein lokal orientierte Unternehmen werden es schwer haben, sich gegen international aufgestellte Player zu behaupten.“ Foto: Scanrail - Fotolia.com

SERVICE


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SERVICE

Fortschritt in der Baudokumentation: SKILL Software

Skillbaudoc wurde ohne jede staatliche oder private Innovationsförderung entwickelt. Es war im Frankfurter BVMWNetzwerk, wo Reh zufällig seinen künftigen Partner traf. Die beiden komplementär ausgerichteten Unternehmen taten sich

zusammen, die Kooperation war fruchtbar und traf einen akuten Marktbedarf. „Die Idee stand im Raum und konnte innerhalb von vier bis sechs Wochen entwickelt werden. Einen ZIM-Antrag zu stellen, hätte das Projekt unnötig verschoben und so haben wir es aus Eigenmitteln finanziert.“ Mit Innovationsförderungen kennt sich Reh schon seit den 1980er Jahren aus – und hat enttäuschende Erfahrung gemacht. Bei der hessischen Beteiligungsgesellschaft etwa musste er aufwändige Businesspläne abgeben, um erst nach Monaten zu erfahren, dass prinzipiell keine Softwareprojekte gefördert werden. Reh sieht drei realistische Arten, kostspielige Entwicklungsarbeit zu finanzieren: Hemmungslose Selbstausbeutung, einen finanzstarken Geschäftspartner an der Seite, der die Entwicklungsidee versteht und die Zusammenarbeit mit Referenzkunden. Nun sind Referenzkunden für Produktneuheiten, die noch gar nicht existieren, naturgemäß schwer aufzutreiben, aber Reh rät dennoch zur Akquise. Er vergleicht es mit einer Art Fundraising: „Unternehmen müssen potenzielle Kunden überzeugen, vorab zu investieren, mit der Garantie auf Sonderpreise und bevorzugte Behandlung.“ So kann durchaus ein Teil der Entwicklungskosten gedeckt werden. Gleichwohl lehnt Reh staatliche Innovationsförderung nicht ab, sie muss nur zur Art der Innovation und zum Planungsstadium passen. Das Zentrale Innovations-

programm Mittelstand (ZIM) etwa vergibt nur Förderungen, wenn mit dem Projekt bei Antragstellung noch gar nicht begonnen wurde. „Für ein griffiges und gut definiertes Produkt wie Skillbaudoc wäre ZIM viel zu langwierig gewesen.“ Für größere, personalintensive Projekte im Planungsstadium kann ZIM durchaus die richtige Förderung sein. Unternehmen müssen sich jedoch darüber klar sein, dass der bürokratische Aufwand für solche Förderungen hoch ist. Wer in der Entwicklungsphase den geplanten Weg verlässt, um auf Marktveränderungen zu reagieren, muss darüber Rechenschaft ablegen. Und schließlich helfen ZIM und Co. nicht in der schwierigen Phase der Markteinführung, aber dort fängt die Arbeit oft erst richtig an. Rehs Ratschlag für innovationswillige Kleinunternehmen: an die Kunden denken, sich frühzeitig Referenzkunden heranziehen, ohne sich abhängig zu machen, immer das Gespräch mit den Anwendern suchen, damit man nicht am Markt vorbeiplant, ein wenig von dem deutschen Perfektionismus verlieren und lieber früher mit seiner Innovation auf den Markt drängen, als zu spät – und: gelassen bleiben. „Nicht zu früh aufgeben, sondern in Netzwerken Rat von innovationserfahrenen Unternehmen suchen!“ Foto: Gerhard Seybert - Fotolia.com

Dieselbe Branche, andere Zielgruppe: Auch das Frankfurter Unternehmen SKILL Software GmbH entwickelt Apps, nicht jedoch für den Alltag, sondern um gezielt einen anderen mittelständischen Sektor durch Innovation effizienter und schneller zu machen: das Baugewerbe. Die Skillbaudoc-App organisiert alle Baudokumente: Pläne, Aufträge und Leistungen werden in der Cloud angelegt und sind auf PC, Tablet und Smartphone jederzeit abrufbar. Korrekturen, Mängelberichte und Planungsänderungen vor Ort werden direkt synchronisiert. Keine schweren Leitzordner mehr am Bau, keine verdreckten Dokumente. Zugleich können Bauabnahmen gleich vor Ort ausgedruckt und unterschrieben werden, „denn dort, wo Entscheidungen gefällt werden, sind die Dokumente meistens nicht zur Hand“, weiß Edgar Reh, geschäftsführender Gesellschafter der SKILL Software GmbH. Seine App verringert den Aufwand für Berichte und Dokumentationen um bis zu 80 Prozent, senkt die Fehlerquote dramatisch und beschleunigt Bauvorhaben um 40 bis 60 Tage. Diese innovative, mobile Dokumentationstechnologie brachte dem hessischen Mittelständler 2012 den „Innovationspreis Mittelstand“ der Telekom ein.

Bernd Ratmeyer Wissenschaftsjournalist und Lektor

Drei Möglichkeiten der Innovations­ finanzierung: Hemmungslose Selbstausbeutung, einen finanzstarken Geschäftspartner und die Zusammen­ arbeit mit Referenzkunden.

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SERVICE

Wege durch das Förderdickicht Innovationsförderung durch den Bund Der Bund fördert Forschung und Entwicklung. Da Innovation zum großen Teil vom deutschen Mittelstand ausgeht, versuchen die Ministerien, besondere Programme für KMU aufzulegen. Ein kleiner Wegweiser durch das Behördendickicht. Es sind im Wesentlichen zwei Bundesministerien, die sich um die Belange des deutschen Mittelstandes kümmern: das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Aber auch die Ministerien für Verkehr, für Ernährung und für Umwelt unterstützen themenspezifische Entwicklungsarbeit.

Das Epizentrum der staatlichen KMU-Förderung heißt seit 2008 Zentrales Innova­ tionsprogramm Mittelstand (ZIM). Noch bis 31. Dezember 2014 sind Antragstellungen für mehrere Fördervarianten möglich. Grob unterscheidet ZIM zwischen: • ZIM-Einzelprojekten (einzel­betriebliche FuE-Förderung) • ZIM-Kooperationsprojekten (Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und von Unternehmen mit Forschungseinrichtungen) • ZIM-Kooperationsnetzwerken (Netzwerkmanagement und FuE-Projekte). Alle Programme sind technologie- und branchenoffen und richten sich genauso an wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen, Fachhochschulen und Universitäten. Synergieeffekte sind dabei erwünscht und erhofft. Je nach Förderungsart (Einzelbetriebe oder Netzwerk) wechseln die Ansprechpartner, es lohnt ein Blick auf: www.zim-bmwi.de

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SERVICE

Wer genauer weiß, in welche Richtung er gefördert werden will und ob landesspezifisch oder vom Bund, startet seine Suche am besten bei der Förderdatenbank des BMWi. Neben allgemeinen Informationen kann über die Schnellsuche im Fenster „Förderbereich“ unter „Innovation und Forschung“ zwischen technologieoffener und technologiespezifischer Förderung gewählt werden. Wer klare Vorstellungen von seinem Unterstützer hat: In der linken Menüleiste listet der Menüpunkt „Förderorganisationen“ momentan 152 Institutionen auf, von den Bundesministerien bis zur kleinen Landesbank, die Entwicklungskredite anbietet. www.foerderdatenbank.de

Innovationskompetenz Ost (INNO-KOM Ost) Richtet sich an externe industrielle Forschungseinrichtungen, um dort Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen, marktorientierte und umsetzungsfähige Forschung zu unterstützen und wendebedingte Wettbewerbsnachteile zu kompensieren. EuroNorm GmbH PT INNO-KOM-Ost Stralauer Platz 34, 10243 Berlin Tel.: 030 97 003-00 www.fue-foerderung.de

Die Industrielle Gemeinschaftsfor­ schung (IGF) will technologische Plattformen fördern, die branchenübergreifend und vernetzt arbeiten und so KMU den Zugang zu praxis­nahen Forschungsergebnissen ermöglichen, um einen „Ausgleich größenbedingter Nachteile kleiner und mittlerer Unternehmen im Bereich Forschung und Entwicklung“ zu schaffen. AiF Bayenthalgürtel 23, 50968 Köln Tel.: 0221 37680-0 www.aif.de

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) vergibt Innovationsgutscheine für eine Innovationsberatung zur Professionalisierung des Innovationsmanagements oder für eine Beratung zur Steigerung der Rohstoff- und Materialeffizienz im Unternehmen.

Unternehmen mit einer Projektidee können sich bei der Förderberatung „Forschung und Innovation“ des Bundes einen ersten Überblick verschaffen und sich beraten lassen. Ein Anruf lohnt, so können Irrwege im Förder­dschungel vermieden werden. Alle Beratungsangebote sind kostenfrei. Förderberatung „Forschung und Innovation“ des Bundes Lotsendienst für Unternehmen Tel.: 0800 26 23 009 beratung@foerderinfo.bund.de www.foerderinfo.bund.de

Das BMBF will mit seinem Programm KMU-innovativ die Spitzenforschung des Mittestandes fördern: Unterstützt werden „industrielle Forschungs- und vorwettbewerbliche Entwicklungsvorhaben“. Hier ist also eher Grundlagenforschung gefragt. Forschungszentrum Jülich GmbH Zimmerstr. 26-27, 10969 Berlin Lotsendienst für Unternehmen Tel.: 0800 26 23 009 www.bmbf.de – HightechStrategie – Querschnittförderung – KMU-innovativ

Foto: kantver - Fotolia.com

Die BMWi-Innovationsgutscheine decken 50 Prozent der Ausgaben für externe Beratungsleistungen durch vom BMWi autorisierte Beratungsunternehmen. go-innovativ Modul Innovationsmanagement EuroNorm GmbH Stralauer Platz 34, 10243 Berlin Tel.: 030 97003-43 www.inno-beratung.de

go-effizient Modul Rohstoff- und Materialeffizienz Deutsche Materialeffizienzagentur VDI/VDE Innovation + Technik GmbH Steinplatz 1, 10623 Berlin Tel.: 030 310078-220 www.demea.de

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Bernd Ratmeyer Wissenschaftsjournalist und Lektor

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SERVICE

Zwei Fliegen mit einer Klappe Warum Zeitarbeit für den Mittelstand sinnvoll ist

Große Unternehmen kommen mit Schwankungen der Auftragslage in der Regel besser zurecht. Sie sind organisatorisch beweglich und können es sich leisten, ein gewisses Maß an Flexibilität durch Personalreserven, Arbeitszeitkonten oder interne Versetzungen zu erreichen. In kleineren, mittelständischen Unternehmen fallen weniger arbeitsteilige Tätigkeiten an, die bei Bedarf von Kollegen erledigt werden können. Deshalb kommt der Zeitarbeit als Flexibilisierungsmittel für den Mittelstand eine große Bedeutung zu. Es würden für ein mittelständisches Unternehmen vielfältige Verluste entstehen, wenn ein zusätzlicher Auftrag wegen eines zu geringen Personalbestands abgelehnt oder die Lieferfristen verlängert werden müssten. Um Kunden nicht zu

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verärgern, wird lieber Zeitpersonal nachgefragt. In kleineren mittelständischen Unternehmen, die keinen Betriebsrat haben, entfallen dabei auch Mitwirkungserfordernisse. Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten, um auf einen Auftragsüberhang oder Auftragsrückgänge zu reagieren. Hierzu gehört die Neueinstellung von Mitarbeitern. Eine Neueinstellung zwingt aber bei einem Auftragsrückgang zu betriebsbedingten Kündigungen, die eine komplexe Sozialauswahl notwendig machen. Das kann dazu führen, dass der Ausgang eines Verfahrens nicht eindeutig vorhersehbar ist. In der Praxis kommt es deshalb oft zu Abfindungszahlungen, was die Unternehmen veranlasst, hohe Abfindungsrückstellungen zu bilden. Wird ein Kündigungsschutzverfahren bis in die letzte Instanz ausgefochten, besteht aus Arbeitgebersicht das Risiko, aus Gründen des Annahmeverzugs dem Arbeitnehmer seinen Lohn weiter zahlen zu müssen. Selbst bei durchschnittlich bezahlten Arbeitnehmern kann dies schnell zu Beträgen führen, die je nach Länge des Kündigungsschutzprozesses zwischen 20.000 und 50.000 Euro liegen und

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Fotos: Osterland & Daniel Ernst - Fotolia.com

Unsichere Auftragsentwicklung, weltweite Krisensituationen, krankheitsbedingte Ausfälle von Mitarbeitern – das sind nur einige der Gründe, die Unternehmen dazu zwingen, ihre Arbeit und Produktion möglichst flexibel zu gestalten. Zeitarbeit bietet sich hierzu an. Gleichzeitig kann sie als Mittel zur Rekrutierung von Personal dienen.


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einen kleineren Betrieb wirtschaftlich gefährden können. Eine Nichtübernahme von Leiharbeitnehmern muss dagegen nicht begründet werden, sodass negative Auswahlentscheidungen nicht zu Missstimmungen führen. So können durch Zeitarbeit betriebsbedingte Kündigungen, die den betrieblichen Frieden empfindlich stören und wirtschaftliche Risiken bergen, vermieden werden. Eine weitere Flexibilisierungsalternative zur Zeitarbeit besteht darin, abgegrenzte Produktionslinien mittels eines Werk- oder Dienstvertrages auszugliedern. Allerdings ist die korrekte Abfassung und Durchführung solcher Werkverträge mit juristischem Aufwand verbunden. Werden Stamm- und Fremdkräfte vermischt, oder den Werkarbeitnehmern gegenüber arbeitsbezogene Weisungen erteilt, wie z.B. durch die Anordnung von Überstunden, droht der Vorwurf illegaler Arbeitnehmerüberlassung. Wer also eine Arbeit zum Beispiel in gemischten Teams von eigenen und Fremdkräften durchführen lassen will, kann dies nicht mittels eines Outsourcing-Werkvertrages tun, sondern ist auf die Arbeitnehmerüberlassung angewiesen. Als weiterer wichtiger Grund spricht für die Zeitarbeit, dass Arbeitskräfte risikolos erprobt werden können und dadurch ein erheblicher Aufwand bei der Personalakquise wegfällt. So werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Dies kann

gerade für mittelständische Unternehmen mit kleinen Personalabteilungen ein erheblicher Vorteil sein. Hierin besteht auch ein Vorteil der Zeitarbeit gegenüber der oft zeitintensiven Auswahl von befristet Beschäftigten. Die Befristung von Arbeitsverhältnissen hat gegenüber der Nutzung von Zeitpersonal außerdem den Nachteil, dass die Frist zumindest für die vereinbarte Zeit bindend ist, während bei der Zeitarbeit eine bedarfsgerechte Steuerung möglich ist. Gerade für den Mittelstand ist die Zeitarbeit daher ein unverzichtbares Mittel der Flexibilisierung und Arbeitskräfteerprobung.

Prof. Dr. Hansjürgen Tuengerthal Rechtsanwalt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Werkverträge und Zeitarbeit

Michael Rothenhöfer Rechtsassessor, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Werkverträge und Zeitarbeit www.werkvertrag-zeitarbeit.de

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Sprengstoff im Befristungsrecht Die neueste Rechtsprechung zu befristeten Arbeitsverhältnissen Befristete Arbeitsverhältnisse sind ein Instrument für Unternehmer, flexibel den Bedarf an Arbeitskräften zu steuern. Der richtige Umgang damit war bisher schon nicht immer einfach. Durch die jüngste Rechtsprechung des Bundesarbeitsge­ richtes und die Vorgaben des Europäi­ schen Gerichtshofes ticken aber für viele Unternehmen jetzt Zeitbomben mit hoher Explosionsgefahr.

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Befristung auf Zeit Die gesetzliche Regelung ist eindeutig. Mit einem Arbeitnehmer kann ein auf die maximale Zeitspanne von zwei Jahren befristeter Arbeitsvertrag abgeschlossen werden, ohne dass es hierfür einer besonderen Begründung bedarf. Einzige Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer bei demselben Arbeitgeber zuvor nicht schon einmal befristet oder unbefristet beschäftigt war.


SERVICE

Das Bundesarbeitsgericht hat mit seinem viel beachteten Urteil im April 2011 die bisherige Rechtsprechung aufgegeben. Vorbeschäftigung im Sinne der gesetzlichen Regelung sei nur dann gegeben, wenn das frühere Arbeitsverhältnis nicht mehr als drei Jahre zurückliegt. Diese für die Unternehmen günstige Rechtsprechung ist aber risikobehaftet. Das Bundesarbeitsgericht hat sich mit diesem Urteil vom Willen des Gesetzgebers entfernt und sich gegen den klaren Wortlaut des Gesetzes gestellt. Dies wird spätestens mit einer Neubesetzung des Senats auf den Prüfstand gestellt werden.

Foto: Gina Sanders - Fotolia.com

Altersgrenzen In nahezu allen Arbeitsverträgen findet sich eine Regelung, wonach das Arbeitsverhältnis endet, wenn der Mitarbeiter das 65. Lebensjahr beendet hat oder Altersrente bezieht. Seitdem mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz das Verbot, wegen des Alters einen Arbeitnehmer zu benachteiligen, ins Arbeitsrecht eingezogen ist, werden diese Vertragsklauseln auf den Prüfstand des Diskriminierungsrechtes gestellt. Der Europäische Gerichtshof hat mit Urteil vom 5. Juli 2012 dargestellt, dass Regelungen in Arbeitsverträgen und Tarifverträgen wirksam sind, die eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses vorsehen, wenn der Arbeitnehmer die Regelaltersgrenze erreicht hat. Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitnehmer eine Rente bezieht, die den Lebensunterhalt nicht sicherstellt. Begründet wird dies mit dem arbeitsmarktpolitischen Konzept, wonach jüngere Arbeits­ kräfte erst dann Zugang zum Arbeitsmarkt haben, wenn ältere die Arbeitsplätze frei machen. Anders stellt sich die Rechtslage dar, wenn das Arbeitsverhältnis enden soll, bevor der Arbeitnehmer Regelaltersrente in Anspruch nehmen kann. Große Unternehmen vereinbaren insbesondere mit ihren Führungskräften häufig eine Regelung, wonach das Arbeitsverhältnis mit Vollendung des 60. oder des 62. Lebensjahres enden soll. Solche Regelungen sind zwingend unwirksam. Der Europäische Gerichtshof hat dies 2011 entschieden, das Bundesarbeitsgericht hat sich dieser Rechtsprechung angeschlossen. Danach steht fest, dass Regelungen unwirksam sind, wenn sie auf eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses abstellen, die vor Erreichen der Regelaltersgrenze liegt. Die Unwirksamkeit leitet sich aus dem Verbot der Benachteiligung eines Arbeitnehmers wegen seines Alters ab. Die Rechtslage ist für die Unternehmen in doppelter Hinsicht misslich. Zum einen besteht die Gefahr, dass die Arbeitnehmer die Unwirksamkeit der Altersklausel gerichtlich geltend machen, andererseits schuldet ein Arbeitgeber, der einen Arbeitnehmer wegen seines Alters benachteiligt, nicht nur Schadenersatz, sondern auch eine Entschädigung, eine Art Schmerzensgeld. Kettenbefristungen Weitere Unsicherheit besteht bei sogenannten Kettenbefristungen. Der Europäische Gerichtshof hat zwar in Januar 2012 festgestellt, dass ein ständiger Vertretungsbedarf Kettenbefristungen

rechtfertigen kann, kommt aber gleichzeitig zum Ergebnis, dass Missbrauch vorliegen kann, wenn die Zahl und die Gesamtdauer der Befristungen ein akzeptables Maß überschreitet. Im Anschluss an dieses Urteil hat sich das Bundesarbeitsgericht in zwei Entscheidungen geäußert, wonach bei einem über elfjährigen Arbeitsverhältnis mit dreizehn Befristungen ein Missbrauch naheliege, jedoch bei einem Arbeitsverhältnis von weniger als acht Jahren und vier Befristungen keinesfalls. Irgendwo dazwischen wird sich die Rechtsprechung einpendeln. Rechtssicherheit entsteht erst, wenn der Mitarbeiter nicht innerhalb einer Frist von drei Wochen nach der Beendigung des befristeten Vertragsverhältnisses keine Entfristungsklage beim Arbeitsgericht erhoben hat.

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SERVICE

Gesetzliche Unfallversicherung Pflicht und Nutzen für Existenzgründer

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SERVICE

Checkliste für Existenzgründer 1. B  ei welchem Unfallversicherungs­träger muss ich mich anmelden? Die neun gewerblichen Berufsgenossenschaften sind nach Branchen gegliedert. Zu welcher Berufsgenossenschaft das neue Unternehmen gehört, kann ein Existenzgründer über die kostenlose Infoline der gesetzlichen Unfallversicherung (0800 6050404) erfahren.

kann sich freiwillig gegen die Risiken von Arbeitsunfall und Berufskrankheit versichern. Im Gegensatz zu privaten Versicherungen gibt es in der gesetzlichen Unfallversicherung – außer bei der Höhe der Geldleistungen – keine Leistungs­ obergrenze. Das heißt, nach einem Unfall werden Leistungen zur Rehabilitation so lange erbracht, wie es notwendig ist, Rentenleistungen sogar lebenslang.

2. Bin ich selbst auch versichert? In einigen Branchen sind auch die Unternehmer selbst pflichtversichert. Grundlage dafür ist entweder das Gesetz – zum Beispiel bei Selbstständigen im Gesundheitswesen oder in der Wohlfahrtspflege – oder die Satzung der Berufsgenossenschaft.

4. Welche Beiträge muss ich zahlen? Grundsätzlich errechnet sich der Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung nach der Höhe der an die Beschäftigten gezahlten Arbeitsentgelte und dem Gefährdungsgrad des ausgeübten Gewerbes.Sind Unternehmer selbst versichert, wird die gewählte Versicherungssumme berücksichtigt.

3. Kann ich mich auch freiwillig versichern? Jeder Unternehmer, der nicht bereits selbst versichert ist,

Weitere Infos unter: http://publikationen.dguv.de

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Welche Berufsgenossenschaft ist für mein künftiges Unternehmen zuständig? Und welche Leistungen kann ich von ihr erwarten? Jungunternehmer haben diese Fragen zunächst nicht im Blick. Präventi­ onsberater der Berufsgenossenschaft ge­ ben telefonisch und auch persönlich Tipps zum Thema Arbeitssicherheit. Sie haben Erfahrung und wissen, wo die Gefahren lauern. Gerade Existenzgründer sollten sich rechtzeitig beraten lassen und in ihrer Planung die gesetzliche Unfallversiche­ rung nicht außer Acht lassen. Sofern der Unternehmer nicht selbst zuvor als Arbeitnehmer einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit erlitten hat, hatte er meist keinen persönlichen Kontakt zu Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung. Auf dem Gehaltszettel taucht die Unfallversicherung im Gegensatz zur Renten- oder Krankenversicherung nicht auf. Denn die Berufsgenossenschaften

finanzieren sich allein aus den Beiträgen der Arbeitgeber. „Nur wenige Gründer kennen den Aufbau und die Leistungen der Unfallversicherung“, sagt Stephanie Weber von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) in Berlin. „Die gesetzliche Unfallversicherung bietet deshalb zusammen mit Industrie- und Handelskammern und den Handwerkskammern gezielte Beratungen an.“ Eine Pflichtversicherung Grundsätzlich gilt: Jeder, der sich selbstständig macht, muss sich auch bei der für seine Branche zuständigen Berufsgenossenschaft anmelden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das neue Unternehmen Beschäftigte hat oder nicht. Auch eine Unternehmenshaftpflicht oder eine private Unfallversicherung befreit nicht von der Mitgliedschaft in der gesetzlichen Unfallversicherung, denn sie ist eine Pflichtversicherung. Mit ihren Beiträgen sichern die Arbeitgeber ihre Beschäftigten gegen die

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Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten ab. Im Gegenzug werden sie bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten von der Haftung freigestellt. Sie müssen deshalb keine Schadensersatzklagen ihrer Beschäftigten fürchten. Beratung von Anfang an Die gesetzliche Unfallversicherung ist aber nicht nur für Rehabilitation und Entschädigung nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit zuständig. Zu ihren Aufgaben zählt an erster Stelle die Prävention.

Stefan Boltz DGVU – Deutsche gesetzliche Unfallversicherung www.dgvu.de

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SERVICE

Ventile, Dichtungen und schwarze Listen Nicht nur Rüstungsgüter unterliegen Handelsbeschränkungen

Exportkontrolle bezieht sich nicht nur auf Rüstungsgüter. Der Anwendungsbereich ist sehr viel weiter und erfasst eine Vielzahl von Gütern, die auf der Ausfuhrliste beschrieben werden, wie Ventile, Filter, Dichtungen, Frequenzumwandler, Sensoren, oder Halbleiter. Zudem unterliegt nicht nur das in der Ausfuhrliste genannte Endprodukt der Kontrolle, sondern es kann auch ein nicht gelistetes Produkt in den Bereich der Beschränkungen fallen. Voraussetzung dazu ist, dass in diesem Produkt ein Bauteil verwendet wurde, welches auf der Ausfuhrliste steht. Das kann so etwas scheinbar

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Harmloses wie ein Ventil mit bestimmten Eigenschaften sein. Der Hersteller muss also nicht nur sein Endprodukt im Hinblick auf exportkontrollrechtliche Beschränkungen überprüfen, sondern auch die Bauteile, aus denen dieses besteht. Dies kann insbesondere dann besonders komplex werden, wenn der Hersteller sich zahlreiche Komponenten zuliefern lässt. Darum muss jeder Unternehmer wissen, ob seine Produkte einschließlich ihrer Bauteile von der Ausfuhrliste erfasst sind. Andernfalls riskiert er hohe Geldbußen bis zu Haftstrafen. Die zweite Frage, mit wem ich überhaupt Geschäfte machen darf, ist vielleicht von noch größerer Bedeutung. Denn diese Frage trifft jedes Unternehmen – unabhängig davon, ob die hergestellten Güter exportkontrollrechtlich überwacht werden und sogar, ob das Unternehmen überhaupt exportiert. Die entsprechenden europäischen Bestimmungen verbieten im Ergebnis jeglichen geschäftlichen Kontakt

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zu Personen und Unternehmen, die auf sogenannten schwarzen Listen geführt werden. Auf diesen finden sich auch europäische Adressen. Die Zahl der verbotenen Geschäftskontakte vervielfacht sich noch dadurch, dass auch mittelbare Kontakte verboten sind. Selbst wenn der Geschäftspartner nicht auf der schwarzen Liste geführt wird, ist ein Geschäft dann verboten, wenn die Muttergesellschaft des Partners gelistet ist. Die Strafen im Fall von Verstößen sind erheblich. Daher ist jedem Unternehmen anzuraten, ein Überwachungssystem zu etablieren, das gelistete Personen erkennt und vor verbotenen geschäftlichen Kontakten schützt.

Stephan Müller Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei Oppenhoff & Partner, Köln www.oppenhoff.eu

Foto: thomaslerchphoto - Fotolia.com

Sind die von mir produzierten Güter ex­ portkontrolliert? Mit wem darf ich über­ haupt Geschäfte machen? Diese Fragen müssen sich Exporteure stellen, insbe­ sondere im Bereich innovativer, tech­ nisch anspruchsvoller Produkte, um nicht unwissentlich gegen außenwirtschafts­ rechtliche Gesetze zu verstoßen.


SERVICE

Lokale Währung schlägt Leitwährung Geld sparen bei internationalem Zahlungsverkehr

Es ist ratsam, vor dem Sprung ins Ausland zu klären: • Wo gibt es verlässliche Auskünfte über die Bonität des Geschäftspartners beziehungsweise des Kunden? • W ie sieht ein rechtsbindender Vertrag im Zielland aus? • Welche Zoll- und Außenwirtschaftsvorschriften bestehen im jeweiligen Land? • W ie sind die Warenlieferungs- und Zahlungsmodalitäten? • Was ist in Bezug auf steuerliche Aspekte zu beachten? • Gibt es besondere Regelungen beim Forderungsmanagement? Die Beantwortung dieser Fragen erfordert Landeskenntnis und Routine im Umgang mit den vorherrschenden Strukturen.

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Hier stehen Auslandshandelskammern und Mittelstandsverbände wie der BVMW mit Rat und Tat zur Seite. Doch welchen Weg geht das Geld? Kostenüberblick und Schnelligkeit bei Auslandszahlungen Viele Unternehmen lassen aus Gewohnheit auch den internationalen Zahlungsverkehr über ihre Hausbank abwickeln. Je nach Überweisungsbetrag können die Gebühren im Verhältnis zu den Geldbeträgen sehr teuer werden. Zudem erschwert oft eine Staffelung der Gebühren die exakte Kostenkalkulation. Währungsschwankungen vergrößern das finanzielle Risiko zusätzlich, wenn zwischen Vertragsabschluss und Zahlungsanweisung die dem Vertrag zugrunde liegende Währung weltweit abgewertet wird. Ebenfalls unterschätzt wird die Zeitspanne des Geldtransfers, die auf dem Umweg über eine Leitwährung wie den US-Dollar anfällt. Deshalb sollte das Unternehmen überlegen, ob ein Geldtransfer in der

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Währung des Geschäftspartners, beispielsweise in Chinesischen Renminbi oder Japanischen Yen, nicht Vorteile bietet. Unter Umständen können die Gebühren für einen Währungswechsel sogar ganz wegfallen. Da auch der Geschäftspartner kein Wechselkursrisiko trägt, kann er günstigere Preise anbieten. Dies kommt wiederum dem importierenden Unternehmen zu Gute. Spezialisten für internationale Zahlungsdienstleistungen können mit Fixpreisen und Echtzeit-Wechselkursen deutliche Einsparungen gewährleisten. Häufig lässt sich beim Überweisen noch Geld sparen.

Robert Krakau Leiter Western Union Business Solutions in Deutschland business.westernunion.de

Foto: lafralavaga - Fotolia.com

Im Zuge der Globalisierung und auf der Suche nach neuen Absatzmärkten en­ gagiert sich der deutsche Mittelstand zunehmend im Ausland. Dies birgt Chan­ cen wie Herausforderungen. Dabei wird oftmals ein Thema unterschätzt, das große Einsparpotentiale aufweist: der Zahlungsprozess.


SERVICE

Qualitätsmanagement mit Zertifikat Mit System zum unternehmerischen Erfolg

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Keine andere Norm ist so verbreitet wie die ISO 9001, welche die Mindestanforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem festlegt. Weltweit sind über eine Million Organisationen in 178 Ländern nach diesem Standard zertifiziert. Trotz des Welt­ ruhms der Marke „Made in Germany“ liegt Deutschland dabei keineswegs auf den vorderen Plätzen. Andere Länder sind auf dem Weg, der deutschen Wirtschaft ernst zu nehmende Konkurrenz zu machen. Sollten mittelständische Unternehmen sich verstärkt um einen international anerkannten Qualitäts­ nachweis bemühen? „Unsere Wirtschaft kann und wird den internationalen Wettbewerb nur über Innovation und Qualität gewinnen“, so der thüringische Wirtschaftsminister Matthias Machnig in einer Rede anlässlich der Verleihung des 11. Thüringer Staatspreises für Qualität. In fast jeder Branche finden sich die Marktführer unter denjenigen, die ihre Prozesse nach den Grundlagen der ISO 9001 managen. Dass ein umfassendes, an kontinuierlicher Verbesserung orientiertes Handeln zum wirtschaftlichen Erfolg beiträgt, hat das Fraunhofer-Institut in einer Studie aus dem Jahr 2010 nachgewiesen: Bei 79 Prozent der erfolgreichen Unternehmen ist Qualitätsmanagement fest in der Unternehmensstrategie verankert. Auch im Mittelstand gewinnt „zertifizierte Qualität“ an Bedeutung – nicht nur in produktions- und technikorientierten Branchen, sondern auch im Dienstleistungsbereich. Unterneh-

merisches Handeln, das alle Prozesse laufend an Kundenanforderungen, Kundenzufriedenheit und Kundennutzen ausrichtet, schafft die Voraussetzungen für stetige Verbesserung. In einem Umfeld, in dem alle Vorgänge bewusst gesteuert und mögliche Fehlerquellen analysiert werden, kann Neues entstehen und sich nachhaltig entwickeln. Mitarbeitern und Lieferanten kommt eine zentrale Bedeutung bei der Verwirklichung des Qualitätsanspruchs zu. Zertifizierte Qualität ist deshalb immer auch ein Siegel für Innovationsfähigkeit. Die Zahl der ISO-Zertifikate zeigt, dass sich der internationale Wettbewerb dieser Bedeutung zunehmend bewusst wird. Damit Qualitätsmanagement ein dauerhafter Faktor in der Strategiearbeit mittelständischer Unternehmen bleibt, müssen Aufwand und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen. In vielen Unternehmen sind die wertschöpfenden Prozesse bereits gut angelegt. Die Vorbereitung auf eine ISO-Zertifizierung hilft, diese zu systematisieren, messbar zu machen und Verfahren zu deren permanenter Verbesserung festzuschreiben.

Dr. Regine Komoß Geschäftsführerin EUROPANOZERT GmbH www.europanozert.de

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SERVICE

Fachkräfte intern akquirieren Der Ideenmanager – gelassen, erfahren und kompetent

Mehr Einsatz: Teilzeitkräfte erhöhen ihre Arbeitszeit, Vollzeitkräfte leisten Überstunden oder eigentlich bereits im Rentenalter stehende Beschäftigte arbeiten, vielleicht in Teilzeit, weiter im Betrieb mit.

Ideenmanager müssen die Produkt- beziehungsweise Dienstleistungserstellung in ihrem Unternehmen gründlich kennen und Erfahrungen in möglichst unterschiedlichen Positionen gesammelt haben. Qualifizierterer Einsatz: Im Betrieb wird nach Fachkräften gesucht, die die zu besetzende Stelle ausfüllen können, derzeit aber eine weniger anspruchsvolle Tätigkeit ausüben. Möglicherweise ist hier eine Qualifizierungsmaßnahme oder eine Einarbeitungsphase notwendig. Selbstverständlich muss dann für die Tätigkeit, die die so qualifizierte Fachkraft zuvor ausgeübt hat, ein Nachfolger gefunden werden. Aber häufig ist es leichter, für eine weniger anspruchsvolle Tätigkeit einen geeigneten Bewerber auf dem externen Arbeitsmarkt zu finden. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die Wertschätzung, die den aufrückenden Beschäftigten auf diese Weise vermittelt wird.

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Interne Personalbeschaffung bietet sich insbesondere für Stellen an, auf denen ein hohes Maß an Betriebs-, Berufs- und Lebenserfahrung notwendig ist. Eine typische Stelle dieser Art ist der Ideenmanager, in einigen Betrieben auch KVP- oder BVW-Beauftragter, Leiter Kaizen oder Produktivitätstrainer genannt. Ideenmanager müssen die Produkt- beziehungsweise­ Dienstleistungserstellung in ihrem Unternehmen gründlich kennen und Erfahrungen in möglichst unterschiedlichen Positionen gesammelt haben. Sie müssen mit unterschiedlichsten Menschen professionell umgehen können und in den unvermeidlichen Konflikten ein hohes Maß an Gelassenheit mitbringen. Die Arbeit eines Ideenmanagers ist skalierbar, ein vielleicht schon im offiziellen Ruhestand stehender Ideenmanager kann auch mit einer viertel oder halben Stelle sinnvoll mitarbeiten. Schließlich kennen viele Beschäftigte das Ideenmanagement, so dass ein Wechsel in diese Tätigkeit zwar eine neue Herausforderung, aber kein unbekanntes Gebiet darstellt. Inzwischen wird die bewährte Praxis auch von Ideenmanagern mit Personalverantwortung aktiv aufgegriffen, indem das Thema zum Beispiel unter der Überschrift „Personalentwicklung im Ideenmanagement & Ideenmanagement in der Personalentwicklung“ in der Arbeitsgruppe „Impulsgeber Metropole Ruhr“ systematisch aufgearbeitet wird, um dem Zentrum Ideenmanagement eine Expertise als Handlungsempfehlung zur Verfügung stellen zu können.

Dr. Hans-Dieter Schat Projektleiter am Fraunhofer ISI und Lehrbeauftragter an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management www.fom.de

Dipl.-Ing. Hans-Rüdiger Munzke Leiter Ingenieurbüro Ideennetz www.ideennetz.com

Der Mittelstand. | 3 | 2013

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Der demografische Wandel führt zunehmend zu einem Mangel an Nachwuchskräften. Interne Personalbeschaffung ist ein Weg, der grundsätzlich bei jeder Personalakquisition in Be­ tracht gezogen werden sollte, nicht nur dann, wenn die externe Personalbeschaffung keine Resultate liefert. Interne Personal­ beschaffung heißt, bereits im Betrieb beschäftigte Fachkräfte nach und nach für qualifiziertere Aufgaben einzusetzen.


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Einfacher zum europäischen Patent Wer als Unternehmer im Mittelstand eine innovative Idee hat, sollte sich diese schnell schützen lassen – möglichst sogar europaweit mit dem europäischen Patent. Dies kann in Deutschland beantragt und erteilt werden, doch wirksam ist es erst nach der Validierung durch die Patentämter der Zielnationen. Bislang führte das zu einer aufwändigen Abstimmung zwischen Patentanwälten und Übersetzern in ganz Europa. Das schwedische Unternehmen Direct Validation hat den Prozess deutlich vereinfacht. Wie Unternehmer in Deutschland mit seinem Service Geld sparen und Innovationen beschleunigen können, erklärt der Direct Validation-Marketingmanager Stefan Jochheim.

Warum ist die Validierung mit Direct Validation deutlich einfacher? Weil wir den Ablauf bündeln und keine Mittelspersonen benötigen: Sobald Ihnen das europäische Patent erteilt wurde, übernehmen wir den kompletten Validierungsprozess für alle Länder. Da wir fast überall auf ausländische Patentanwälte und externe Übersetzer verzichten, spart das sehr viel Zeit und letztendlich auch Kosten. Nationales Patentamt

Patentanwalt

Was ist an der europäischen Patentanmeldung so aufwändig? Stefan Jochheim: Solange es noch nicht das einheitliche euro­ päische Gemeinschaftpatent gibt – was nach Expertenmeinung nicht vor 2016 der Fall sein wird, da sich Länder u. a. nicht über die Gebühren einigen können – ist der Ablauf wie folgt: Sie oder Ihr Patentanwalt beantragen ein europäisches Patent beim Euro­ päischen Patentamt (EPA), z. B. in München. Wird es erteilt, zer­ fällt es in ein Bündel einzelner nationaler Patente. Diese werden zwar von den 40 Ländern des Europäischen Patentabkommen automatisch anerkannt. Allerdings nur, wenn Sie alle Schritte der Validierung einhalten, für die Sie nur 3 Monate Zeit haben. Für die Validierung müssen Sie für alle Länder, in denen Sie einen Patentschutz wollen, die Patentschrift in die jeweilige Landes­ sprache übersetzen, dann die Unterlagen bei den nationalen Patentämtern vor Ort einreichen sowie die unterschiedlichen Ge­ bühren bezahlen. Weil dies so umständlich ist, beauftragen viele Unternehmer ihren Patentanwalt mit der Validierung. Doch auch das ist zeit­ und kostenintensiv, denn dieser gibt das Patent an seine Kollegen im jeweiligen Zielland weiter, jene wiederum an Übersetzungsagenturen. Zum Schluss landet Ihr Text bei einzelnen Übersetzern, von denen Sie nicht wissen, ob diese Ihre vielleicht sehr technischen Texte verstehen. Die Folge können rechtliche Unsicherheiten mit erheblichen Nachteilen für Ihren Patentschutz sein. Die nachfolgende Grafik zeigt diesen umständlichen Prozess.

Patentanwalt oder europäischer Patentanwalt

Ausländischer Patentanwalt

Übersetzungs­ büro

Selbstständiger Übersetzer

Nationales Patentamt

Ausländischer Patentanwalt

Übersetzungs­ büro

Selbstständiger Übersetzer

Nationales Patentamt

Ausländischer Patentanwalt

Übersetzungs­ büro

Selbstständiger Übersetzer

Nationales Patentamt

Ausländischer Patentanwalt

Übersetzungs­ büro

Selbstständiger Übersetzer

Nationales Patentamt

Ausländischer Patentanwalt

Übersetzungs­ büro

Selbstständiger Übersetzer

Nationales Patentamt

Patent-Validierung ohne Direct Validation: Viele Ansprechpartner verursachen hohen Zeit- & Geldaufwand und führen zu Kontrollverlust bei der Validierung.

Alle Übersetzungen & EP-Einrichtungen aus einer Hand

Nationales Patentamt Nationales Patentamt Nationales Patentamt Nationales Patentamt

Patent-Validierung mit Direct Validation: Sie haben nur einen Ansprechpartner, sparen dadurch Zeit & Geld und behalten immer die Kontrolle über die Validierung.

Und auch die hohe Qualität der Übersetzungen vereinfacht die Prozesse: Unsere Übersetzer sind alle Ingenieure oder ehema­ lige Patentanwälte und werden nur in ihrem jeweiligen Fachge­ biet eingesetzt. Sie kennen alle Fachbegriffe und übersetzen ausschließlich in ihre Muttersprache. Jede Übersetzung wird außerdem intern von einem Qualitätsprüfer gecheckt. Erst dann gehen die Unterlagen an die Patentämter. Was kostet die Leistung von Direct Validation? Das hängt vom Umfang der Patentunterlagen ab und der Anzahl der Zielländer. Erfahrungsgemäß ist die Validierung über uns 30­50% günstiger. Konkrete Kosten für Ihr vorhandenes Patent können Sie übrigens sofort online auf unserer Homepage kalkulieren lassen. Wer sind Ihre Kunden? Wir arbeiten sowohl direkt für große Konzerne als auch für kleine und mittlere Unternehmen. Und Patentanwälte nutzen unseren Service, um sich mehr auf ihr eigentliches Kerngeschäft konzentrieren zu können, d. h. die Beratung der Mandanten und die Patentanmeldung beim EPA.

Über DIRECT VALIDATION Direct Validation ist aus dem führenden schwedischen Institut für Patentübersetzungen (gegr. 1988) hervorgegangen und heute eine europaweit agierende und anerkannte Patentvalidierungsagentur mit über 180 Mitarbeitern. Zu den Kunden zählen z. B.: Gardena, Volvo, Electrolux, ABB, Husqvarna, Autoliv, D Young, Atlas Copco, DeLaval, etc. Infos und Online-Preiskalkulator: www.directvalidation.de

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SERVICE

„Managed in Germany“ als Qualitätssiegel Studie: Mittelstand sieht Chancen außerhalb des Euroraums aus dem deutschen Mittelstand befragt wurden. Die Studie trägt den Titel „Neue Märkte, neue Chancen – Wachstums­ motor Internationalisierung“ und zeigt, welche Risiken und welche Möglich­ keiten die Unternehmer derzeit für ihr internationales Geschäft sehen. Um jedem Irrtum vorzubeugen: Nach wie vor ist „Made in Germany“ im Ausland ein sehr gefragtes Qualitätssiegel. Den Mittelständlern gelingt es aber erfreulicherweise, die Wertschätzung von den Produkten auch auf ihre Prozesse zu übertragen. Für internationale Kunden ist wichtig, dass ein deutsches Unternehmen den Produktionsprozess steuert. Diese

3. Wie muss sich unsere Volkswirtschaft in Zukunft verändern, um die Herausforderungen 3. Wie muss sichzu unsere Volkswirtschaft in Zukunft verändern, um die Herausforderungen der Euro-Krise meistern? der Euro-Krise zu meistern? Mittelstand in Mittelstand in Deutschland Deutschland (ab 2,5 Mio. €) (ab 2,5 Mio. €)

Die deutsche Volkswirtschaft … Die deutsche Volkswirtschaft …

Ökonomen Ökonomen

... muss sich auf Grenzen des Wachstums einstellen. ... muss sich auf Grenzen des Wachstums einstellen.

88 88

(41) (41)

... muss den Außenhandel jenseits der Euro-Zone intensivieren. ... muss den Außenhandel jenseits der Euro-Zone intensivieren.

85 85

(69) (69) (43) (43)

68 68

... braucht moderatere Löhne, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. ... braucht moderatere Löhne, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.

60 60

... muss den Dienstleistungsbereich liberalisieren, um mehr Wachstum zu schaffen. ... muss den Dienstleistungsbereich liberalisieren, um mehr Wachstum zu schaffen.

(46) (46)

27 27

(32) (32)

... muss mehr importieren, um die Kaufkraft der Kunden im Ausland zu stärken. ... muss mehr importieren, um die Kaufkraft der Kunden im Ausland zu stärken.

26 26

(21) (21)

Quelle: Commerzbank

... braucht ein höheres Lohnniveau, um die Binnenkonjunktur zu beleben. ... braucht ein höheres Lohnniveau, um die Binnenkonjunktur zu beleben.

... muss ihre Exporte zurückfahren, um die Leistungsbilanzüberschüsse ... muss ihre Exporte zurückfahren, um die Leistungsbilanzüberschüsseabzubauen. abzubauen. *5er-Skala sehr wahrscheinlich – sehr unwahrscheinlich *5er-Skala sehr wahrscheinlich – sehr unwahrscheinlich Angaben in % Angaben in %

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Mehrfachnennungen Mehrfachnennungen nn == 4.000 4.000

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(12) (12) Top Two* Top Two* n=145 n=145

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Erfahrung machen 79 Prozent der Unternehmen mit Auslandsabsatz. Erst an zweiter Stelle steht die Herstellung der Produkte oder Dienstleistungen in Deutschland (63 Prozent). „Made in Germany“ wird durch „Managed in Germany“ erweitert. Was die großen Automobilunternehmen, die längst nicht mehr nur in Deutschland produzieren, vorgemacht haben, das gelingt jetzt auch dem Mittelstand. Chancen für den Mittelstand gibt es im internationalen Geschäft also eine ganze Menge. Sie liegen nach Meinung der befragten Unternehmer vor allem außerhalb des Euroraums, dessen wirtschaftliche Entwicklung sie äußerst pessimistisch beurteilen: 81 Prozent fürchten eine schwache Konjunktur im Euroraum für die nächsten drei bis fünf Jahre. Die Unternehmer bewerten die wirtschaftlichen Aussichten so schlecht, dass ihre Skepsis ins Grundsätzliche geht: So stimmen 88 Prozent der befragten Mittelständler sogar der Aus­ sage zu, dass wir uns generell auf Grenzen des Wachstums einstellen müssen. Durch die pessimistische Sicht auf die Perspektiven im Euroraum ergibt sich in Hinblick auf die Internationalisierungsaktivitäten des Mittelstands ein geteiltes Bild: Auf der einen Seite die Unternehmen, die schon seit Jahren erfolgreich international agieren, ihre Präsenz vor Ort intensivieren und zunehmend in Ländern auch jenseits

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Wenn man im Ausland Menschen danach fragt, was sie mit deutscher Wirtschaft verbinden, dann stehen die Chancen gut, dass nicht nur große Markennamen ge­ nannt werden, sondern auch der Begriff „Mittelstand“. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass Mittelständler aus Deutsch­ land nicht nur erfolgreich exportieren, sondern auch mehr Präsenz in den aus­ ländischen Märkten zeigen. Jeder dritte Mittelständler hat sich vertraglich an ausländische Partner gebunden, jedes vierte Unternehmen hat inzwischen sogar einen eigenen Auslandsstandort. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie der Commerzbank-Initiative Unternehmer­ Perspektiven, für die 4.000 Unternehmer


Foto: abcmedia - Fotolia.com

SERVICE

Unternehmerpreise Mitmachen lohnt sich – gute Presse ist Wettbewerbsgewinnern sicher! Und Unternehmensgründern winken Fördergelder. Eine kleine Auswahl von aktuellen Unternehmerpreisen: Corporate Health Award Gesundheit beginnt am Arbeitsplatz – zum fünften Mal wird darum der Corporate Health Award verliehen. Unternehmen und Organisationen können ihre Konzepte und Strategien zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement einreichen.

„Ideen finden Stadt“: Ideen für die Stadt der Zukunft gesucht Ab sofort suchen die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank die 100 besten Ideen für das Leben in den Städten und Gemeinden der Zukunft. Prämiert werden Projekte aus allen Regionen Deutschlands, die zeigen, welche Antworten es auf die Herausforderungen von morgen gibt. Teilnehmen können Unternehmen, Forschungsinstitute, Kunst- und Kultureinrichtungen und Initiativen.

Bewerbungsschluss ist der 30. Juni 2013.

Bewerbungsschluss ist der 30. Juni 2013.

www.corporate-health-award.de

www.ausgezeichnete-orte.de

Darboven IDEE-Förderpreis 2013 Unternehmerinnen mit einer wegweisenden und erfolgversprechenden Gründungsidee werden mit dem Darboven IDEE-Förderpreis ausgezeichnet. Teilnehmen können Existenzgründerinnen und junge Unternehmerinnen, die nicht länger als drei Jahre selbstständig sind. Der Preis ist mit insgesamt 65.000 Euro dotiert.

KfW-Award GründerChampions 2013 Die KfW-Bankengruppe sucht erfolgreiche Start-Up-Unternehmer in allen Bundesländern. Die 16 Landessieger werden von einer PR-Agentur professionell unterstützt, um ihre Erfolgsgeschichte öffentlichkeitswirksam zu vermarkten. In drei Kategorien werden zudem Preisgelder in Höhe von je 6.000 Euro vergeben.

Bewerbungsschluss ist der 31. Juli 2013.

Bewerbungsschluss ist der 1. August 2013.

www.gruenderwettbewerb.de

der inzwischen etablierten Wachstumsmärkte wie China ausbauen. Auf der anderen Seite gibt es Betriebe, die Internationalisierungspläne derzeit zurückstellen, weil die Aussichten im Euro-Raum so trübe sind. Sie scheuen sich, ihre erste Auslands­erfahrung gleich in einem der weiter entfernten Wachstumsmärkte zu sammeln. Und nur neun Prozent der ausschließlich in Deutschland aktiven Unternehmen denken derzeit über Internationalisierung nach. Zum Vergleich: In einer UnternehmerPerspektiven-Studie von 2007 lag dieser Anteil noch bei 23 Prozent. Risikobewusstsein ist gut, sollte aber nicht den Blick auf Wachstumschancen verstellen. Es gibt etliche Märkte, in denen die deutschen Unternehmer 2012 deutlich mehr absetzen konnten als in den Vorjah-

ren – hier wären Rumänien und Bulgarien zu nennen, aber auch Russland, Japan oder die Asean-Staaten. Und auch, wenn die Wachstumsaussichten in den naheliegenden, zum Teil dem deutschen Markt sehr ähnlichen Nachbarländern nicht rosig sind, sollte man auch diese klassischen „ersten“ Auslandsmärkte nicht abschreiben, denn gerade für kleinere Unternehmen bieten sich hier immer noch Möglichkeiten, ihr Geschäft auszubauen und sich auf ein ausgedehnteres Auslandsgeschäft vorzubereiten. Wenn Unternehmen bei der Internationalisierung aber eine Stufe auslassen und gleich den Schritt in weiter entfernte Märkte wagen, gilt es umso mehr, eine passende Strategie zu entwickeln und sich beraten zu lassen. Gleiches gilt für

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www.kfw.de/award

den Ausbau von Auslandsbeziehungen über den Export hinaus. Für die Banken heißt das beispielsweise, für die Kunden nicht nur Finanzierungen zu planen und Zahlungsverkehr abzuwickeln, sondern sie auch mit Markteinschätzungen zu versorgen, ihnen vor Ort deutschsprachige Ansprechpartner zur Seite zu stellen und sie bei der Vernetzung zu unterstützen.

Markus Beumer Mitglied des Vorstands der Commerzbank AG und verantwortlich für die Mittelstandsbank. www.commerzbank.de

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SERVICE

E

Patentüberwachung auch in China Schwimmende Tagung zum Schutz geistigen Eigentums Ein schwimmender Tagungsraum mit­ ten auf dem malerischen Starnberger See bei München bot die Kulisse für die zweite InnovationShip-Tagung des Berger Unternehmens EUROPATENT in Kooperation mit dem BVMW Bayern. Un­ ternehmer und Experten folgten einen Nachmittag lang den Kurzvorträgen zum Thema Geistiges Eigentum (Intellectual Property, IP), zu Patentstrategien, Li­ zenzmanagement sowie Eintritt in neue Märkte in Asien.

Die MS Starnberg bot nicht nur unge­ wohnte Blicke auf historische Bauwer­ ke entlang des vierzig Kilometer langen Sees, sondern erwies sich auch als per­ fekte schwimmende Netzwerk-Plattform. Experten aus dem Patentrecht, Vertreter des Europäischen Patentamts und anderer öffentlicher Einrichtungen sowie mittel­ ständische Unternehmer und Unternehme­ rinnen aus ganz Deutschland tauschten ihre Erfahrungen mit dem Schutz geistigen Eigentums untereinander aus.

Schwimmende Tagung auf dem Starnberger See: Die InnovationShip 2013.

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SERVICE

„Es ist immer wieder erschreckend festzustellen, wie unbedarft viele Unternehmen mit Patentinformationen umgehen, wenn sie selbst in allgemein zugänglichen Datenbanken recherchieren, ohne dabei zu bedenken, dass die Daten ohne Verschlüsselung für jedermann auslesbar sind“, so Geschäftsführer Günther Gottschalk zu einem der weit verbreiteten Probleme beim Management von Intellectual Property im Mittelstand. Weltweite Recherchen mit hohem Qualitäts- und Sicherheitsanspruch Ein Schwerpunkt des umfangreichen Beratungsangebots von EUROPATENT im IP-Bereich liegt in individuell angepassten Services auf dem Gebiet der Patentüberwachung – stets verbunden mit einem hohen Sicherheits- und Qualitätsanspruch. Mit Hilfe von PATOFFICE, einem EDV-basierten Verwaltungssystem, das Patentinformationen in den Workflow der Unternehmen integriert, hat die Firma ein wirksames Instrument entwickelt, um die Fülle von Neuveröffentlichungen nach Branchen und Themenbereichen zu kanalisieren. Mit Volltextanalysen und einer automatischen Vorbewertung der Treffer werden die umfangreichen Recherche-Ergebnisse für das jeweilige Unternehmen vorab nach Prioritäten sortiert. „Im Gegensatz zu großen Konzernen mit eigenen IP-Fachabteilungen ist der Mittelstand beim Thema ‚IP-Management‘ meist sehr schlank aufgestellt. EUROPATENT versteht sich so als Bindeglied zwischen Patentanwaltskanzleien und mittelständischen Unternehmen.“

Foto: Hans-Peter Hoeck

Vorbewertung von Schutzrechten auch im asiatischen Raum Mit einer ständig steigenden Flut an Patenten – allein 500.000 Neuanmeldungen im Jahr 2012 innerhalb Chinas – gewinnt der asiatische Markt auch für den Mittelstand an Bedeutung. „In Asien ist das Thema Intellectual Property in den Chefetagen der Unternehmen angekommen. Viele Firmen patentieren inzwischen nicht nur gerne und genauestens ihre Eigenentwicklungen, sondern verfolgen darüber hinaus ausgefeilte IP-Strategien, um die Konkurrenz bereits in einem frühen Stadium vom Wettbewerb auszuschließen“, sagt Experte Gottschalk. EUROPATENT bietet deshalb seit Neuestem auch IP-Überwachungen speziell für den chinesischen Markt an, wobei stets die Original-Patentquellen in fachspezifischer Übersetzung in den Überwachungsprozess einfließen. Damit haben mittelständische Unternehmen jetzt auch die Möglichkeit, die Entwicklung von Schutzrechten im asiatischen Raum zu verfolgen und ihre IPStrategie entsprechend anzupassen. „Wir sind keine anonyme Datenbank“ betont Gottschalk mit Bezug auf die öffentlich verfügbaren Quellen der nationalen und internationalen Patentämter. „Mit unseren Experten kann man sprechen, auch auf Deutsch. Der direkte Kontakt zu unseren

Kunden ist unser größtes Kapital, denn gerade mittelständische Unternehmen brauchen oft spezielle Hilfestellungen bei der Erschließung von Patentinformationen.“ Gemeinsam mit dem BVMW plant EUROPATENT deshalb weitere Informationsveranstaltungen, um das zentrale Thema „Intellectual Property“ für den Mittelstand verständlich und dienstleistungsorientiert darzustellen.

Achim von Michel BVMW-Pressesprecher Bayern Anzeige

Quelle: www.istockphoto.com Fotograf: LUGO

Es gibt viele Wege zum Glück: Herzkranken Kindern zu helfen ist einer davon!

In Deutschland kommen jedes Jahr ca. 7.000 Kinder mit einem kranken Herzen auf die Welt. Ihre Hilfe kann die bestmögliche Versorgung dieser kleinen Kinderherzen sichern. Investieren Sie in eine lebenswerte Zukunft herzkranker Kinder als Stifter oder Spender!

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SERVICE

Ego-Marketing zwischen Himmel und Hölle Warum Unternehmer sichtbar sein sollten

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Kein Wunder also, dass sehr viele Unternehmer sich ganz aus der ‚Hölle‘ der Imagepflege zurückgezogen haben. Multinationale haben eigene PR-Abteilungen. Aber selbst die können im Krisenfall massive Flops landen. Spektakulär war zum Beispiel die Verdopplung der Katastrophe für BP bei der Ölpest im Golf von Mexiko. Auf das faktische Unglück folgte eine völlig verunglückte Kommunikation. Man hat Imagepflege mit Hochglanz verwechselt. Daher wurde eine modelartige PR-Frau nach vorne geschickt. Sie versicherte im blütenweißen Arbeiteroverall mit Helm, es sei alles nicht so schlimm. Schlimmer geht’s aber nimmer. Vom CEO war derweil

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tagelang nichts zu hören und zu sehen. Der Mann, die Frau an der Spitze, das Führungsteam sind aber Dreh- und Angelpunkt jedweder Kommunikation. Nach innen wie nach außen. Das ist vielen gar nicht angenehm. Sie möchten sich auf die Leistungen, auf Führung, auf Produkte und Organisation konzentrieren können. Und deren Qualität möge dann für sich selbst sprechen. Da das allein selten geschieht, akzeptiert man natürlich Marketing, Werbung und PR als Kernfunktionen für Unternehmen und Produkte. Aber bitte doch nicht den Chef als Person in der Öffentlichkeit herausstellen.

Foto: lassedesignen - Fotolia.com

„Die Hölle, das sind die anderen“, im Original „L’Enfer c’est les autres“. Das schreibt Jean-Paul Sartre in einem Dra­ ma. Die Aussage lässt sich gut auf die Kommunikation im unternehmerischen Alltag beziehen. Da steht eine AG in ih­ ren Ergebnissen glänzend da und hat doch mit schlechter Presse bis hin zur Ruf­ schädigung zu kämpfen. Der Kurs bricht ein … Da hat sich ein Unternehmensfüh­ rer beim Interview in einem Nebensatz ungeschickt geäußert. Schon wird nur dieser eine Satz herausgestellt und ihm und der Firma zum Vorwurf gemacht. Ich kenne nahezu keinen Chef, dem das nicht schon widerfahren wäre.


SERVICE

Wichtig ist, sich über die Bedeutung der Ausstrahlung der eigenen Person klar zu werden.

Der hat Wichtigeres zu tun, hat keine Zeit, findet das Schnickschnack. Und wenn zumal mittelständische Unternehmer zu Dauergästen in Talkshows oder auf dem Roten Teppich werden, haftet ihnen ganz schnell der Ruch übertriebener Eitelkeit an. Egal wie erfolgreich sie sein mögen. Die anderen ziehen sich dann noch weiter zurück, weil sie das Risiko öffentlicher Exponiertheit mit allen möglichen Folgen meiden. So wird auch das Image einer ganzen Branche, ja eines ganzen Standes von einigen wenigen geprägt. Die meisten Leistungsträger und mit ihnen ihre Leistungen sind in der Öffentlichkeit eher unsichtbar. Ausgerechnet in der Krise aber

Industrielenker im Zeitalter des Internets Es wär ja wunderbar, wäre die Gesellschaft so vornehm wie es, hoffentlich, die meisten Industrielenker sind. Dann sprächen Qualität und Mühen wirklich für sich selbst. Tatsache ist aber, dass unser Leben heute und übrigens immer schon massiv von subjektiven Eindrücken, von vorherrschendem Meinungsklima und öffentlicher Resonanz geprägt wird. Dies hat sich im Zeitalter von Internet und Facebook noch mal vervielfacht. Images und besonders Ego-Images können zum Welterfolg ganzer Unternehmen sogar dann beitragen, wenn sie eigentlich ‚nur‘ besonders gute Technologie bieten. Die im Juni 2013 wieder einmal von Apple zur Positionierung genutzte Entwicklerkonferenz zeigte es: Mit Steve Jobs war nahezu jede Präsentation ein Selbstläufer gewesen. Mit dem Fehlen eines ähnlichen Charismatikers ist das unsicher. Natürlich kann nicht jeder ein Steve Jobs sein. Vor lauter Firmenstars sähe man die Produkte nicht mehr. Und ein solider schwäbischer Unternehmer wird kaum Lust auf flammende Reden und öffentliche Bühne haben. Aber, so leid es mir tut, das Gesicht eines Unternehmens IST der Chef, die Chefin. Der Begriff Gesicht, verwandt mit Image, sagt es schon. Ego-

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Marketing ist kein überflüssiger Zeitvertreib für eitle Fatzkes. Ego-Marketing muss auch nicht zur Ganztagsbeschäftigung für die Persönlichkeitspflege werden. Wichtig ist im ersten Schritt, sich überhaupt über die Bedeutung der Ausstrahlung der eigenen Person klar zu werden. Dazu gibt es sogar professionelle Methoden. Auch vor unangenehmen Wahrheiten darf man nicht zurückschrecken. Es ist doch besser, von anderen kritisch gesehene Eigenschaften zu kennen, als die Kritik hinter dem Rücken zu belassen. Doch vor allem entsteht ein neues positives Potenzial. Der ehrliche und glaubwürdige, durchaus bescheidene Mensch an der Spitze ist immer noch der beste Botschafter für eine Firma, ein Produkt. Wer das gut hinbekommt, auch professionell begleitet, dem sind die anderen: Der Himmel, Le Ciel. Das klingt sogar schön.

Foto: Christine Halina Schramm

lässt sich die Sichtbarkeit nicht mehr vermeiden. Wehe, man hat dann nicht schon ein gutes Image.

Prof. Dr. Jo Groebel Direktor Deutsches Digital Institut, Berlin; Dozent u.a. an den Unis Aachen, St. Gallen, Amsterdam und Los Angeles. www.german-digital-institute.com

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SERVICE

Mehr Erfolg durch Namenmerken Sich Namen zu merken, bereitet vielen Menschen große Schwierigkeiten. Doch wer nicht weiß, wie sein Gegenüber heißt, kann im Berufsleben Chancen verpassen.

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Ob als Geschäftsführer oder Vertriebs­ chef, ob bei beruflichen Netzwerkveran­ staltungen, bei Seminaren, in Sportclubs oder bei Feiern: Jeder muss sich jeden Tag unzählige Namen merken. Warum ein gutes Gedächtnis sowohl für den berufli­ chen als auch den persönlichen Erfolg so wichtig ist, verrät der Gedächtniskünstler und -trainer Jens Seiler. Der Mittelstand: Herr Seiler, Sie halten mehrere anerkannte Weltrekorde in der Gedächtniskunst. Sie betreiben das Namenmerken aber nicht nur als Sport, sondern bieten dazu auch Seminare und Vorträge in Unternehmen an. Warum ist das auch im Beruf so wichtig? Jens Seiler: Möchten Sie mit „Hey, Sie“ angeredet werden? Bevorzugen Sie nicht auch Restaurants und Geschäfte, in welchen Sie persönlich angesprochen werden? Der Name ist mit das Persönlichste

Wer muss sich Namen merken können, um beruflich erfolgreich zu sein? In erster Linie natürlich all diejenigen, die viel mit Menschen zu tun haben. Verkäufer und Vertriebler profitieren durch die gewonnene Aufmerksamkeit genauso wie Teilnehmer an Verhandlungen. Unser Geschäftsalltag ist gespickt mit Konferenzen, Verkaufsgesprächen, Gesprächsrunden. Was denken Sie? Welcher Teilnehmer der Gesprächsrunde wirkt am souveränsten und kann das Gespräch in seine Richtung lenken? Es ist der, der nach der Vorstel-

Heinrich

Ronald Hans

eines Menschen. Spreche ich mein Gegenüber von Anfang an mit Namen an, nehme ich ihn ernst, werde selbst als Persönlichkeit wahrgenommen. Eine direkte An­ sprache ermöglicht mir, den Augenkontakt zu halten. So ziehe ich die Aufmerksamkeit der angesprochenen Personen auf mich, nicht auf meinen Nebenmann.

Sabrina

Julia

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Malte

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lungsrunde die Namen der Anderen abgespeichert hat. Ein Argument, das personifiziert an eine Person herangetragen wird, ist stärker als dasselbe Argument, welches in den Raum geworfen wird oder an »Sie« adressiert ist. Sind Sie der Einzige in der Runde, der von Anfang alle Namen beherrscht, stärkt das Ihre Position. Und auch als Vorgesetzter sollte ich immer wissen, wie der Mitarbeiter mir gegenüber heißt. Dies hat eine unglaublich positive Wirkung auf das Betriebsklima und die Motivation der Arbeitnehmer. Denn es zeigt, dass Sie als Chef echtes Interesse an der Person haben.

nickt, der Name gar nicht verstanden. Ein Merken wird somit unmöglich. Dann verbildliche ich den Namen. Dies geschieht über gedankliche Fantasien und Emotionen. Die Fähigkeit, diese Attribute gezielt einzusetzen, ist vielen Menschen leider verlorengegangen.

Was ist der größte Fehler beim ersten Kontakt?

Die Studienergebnisse der Intelligenzforschung dazu, wie viel Intelligenz angeboren ist, schwanken. Fest steht aber, dass jeder genügend Raum zur eigenen Entwicklung hat. Ein gutes Gedächtnis funktioniert hauptsächlich durch den Abgleich mit vorhandenem Wissen oder mit dem bewussten Einsetzen von Emotionen. Gerade beim Hervorrufen oder Erfinden emotionaler Emotionen spielt der IQ keine Rolle.

Foto: alphaspirit - Fotolia.com

Wenn Sie den richtigen Augenblick verpassen. Ein Beispiel: Auch im Mittelstand werden viele Geschäfte erst nach Feierabend gemacht. Uns wird jemand vorgestellt. Wir geben freundlich die Hand, speichern aber den Namen nicht ab. So werden wir von Minute zu Minute gestresster und hoffen, den Gesprächsteilnehmer oder Tischnachbarn nicht mit Namen ansprechen müssen. Haben Sie nämlich den richtigen Augenblick verpasst, hilft nur noch Glück, einer peinlichen Situation zu entkommen. Wer gibt schon gerne zu, ausgerechnet beim Persönlichsten, dem gegenseitigen Vorstellen nicht bei der Sache gewesen zu sein? Verwenden Sie eine bestimmte Technik, um das Gedächtnis für Namen zu trainieren? Am wichtigsten ist es, sich bei der Vorstellung Zeit zu nehmen. Oft wird nur abge-

Sie sind Mitglied in der Akademie für neurowissenschaftliches Bildungs­ management und beschäftigen sich dort mit den neuesten Erkenntnissen der Hirn­ forschung. Ist ein gutes Gedächtnis abhän­ gig vom Intelligenzquotienten? Und kann jeder sein Gehirn erfolgreich trainieren?

Und wie lange dauert es, bis das Gedächtnis spürbar besser funktioniert? Meine Gedächtnisseminare zeigen es immer wieder: Schon nach der Erklärung der Basis sind alle Teilnehmer überrascht, was sie sich jetzt schon merken können. Da die Seminare zwar inhaltsschwer sind, die Inhalte aber mit Fantasie und Emotionen bedient werden, ist sowohl der Unter­ haltungswert, der Praxistransfer und nicht zuletzt die Nachhaltigkeit garantiert. Das Interview führte Claudia Mattheis

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Jens Seiler arbeitet seit Mitte der 80er Jahre als Gedächtniskünstler und -trainer sowie als SchnellleseTrainer und hat zahlreiche Bücher zu diesen Themen veröffentlicht. Als „Jens der Denker“ hält er mehrere Weltrekorde im Bereich der Gedächtnistechniken und beherrscht u.a. den kompletten Brockhaus auswendig. Mit seinen Shows zu den Themen Gedächtnis- und Gehirnleistungen trat er bislang in 30 Ländern auf, z. B. bei „Wetten, dass …?“ oder dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Er ist Mitglied der Akademie für neurowissenschaftliches Bildungsmanagement – AFNB – und vermittelt bei seinen unterhaltsamen Gedächtnisseminaren und Vorträgen in Unternehmen und Verbänden auch die aktuellsten Erkenntnisse der Hirnforschung. www.jens-der-denker.de

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SERVICE

Briefing ist die Basis Wie Sie als Unternehmer bessere Werbung erhalten Für viele Unternehmer im Mittelstand ist Werbung Chefsache. Denn anders als bei großen Konzernen ist eine Marketingabtei­ lung entweder sehr klein oder gar nicht vorhanden. Und auch die Werbebudgets sind häufig knapp kalkuliert. Viel Zeit, sich um Werbeaktionen zu kümmern, bleibt neben der alltäglichen Arbeit allerdings kaum. So werden die Aufträge für das neue Logo, den Flyer, die Broschüre, die Anzeige oder Webseite oft eher nebenbei bei Werbedienstleistern angefragt und beauftragt. Doch wer als Unternehmer in der Kommunikation mit „den Kreativen“ nicht klar formuliert, was er erwartet, riskiert enttäuschende Ergebnisse, unnötige Korrekturschleifen und Zusatzkosten. Ein gutes Briefing am Anfang der Zusammenarbeit kann dies ver­ hindern und somit Zeit wie auch Geld sparen. Welche Punkte dabei wichtig sind, und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten, erklärt dieser Artikel. Was heißt Briefing? Der Begriff (engl. brief = kurz, briefing = Einsatzbesprechung) stammt aus der Militärsprache und bezeichnet eine kurze Lagebesprechung und die Erteilung der Tagesbefehle. Und genau dies ist ein Briefing auch in der Zusammenarbeit mit Werbedienstleistern: Der „Marschbefehl“ beinhaltet in Kurzform alle wichtigen Informationen zu Kommunikations-Aufgabe und -Ziel. Doch was so einfach klingt, wird in der täglichen Praxis erstaunlich oft vernachlässigt. Dabei entscheidet sich gerade beim ersten Gespräch mit Ihrer Werbeagentur (bzw. Grafiker, Texter, Webdesigner), wie eine Projekt läuft. Und das gilt unabhängig davon, ob Sie Logo, Broschüre, Mailingaktion, Messestand, Webseite o. ä. planen.

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Dies sind die häufigsten Briefing-Fehler:

1.

Briefing-Fehler: Kein Selbst-Briefing

Typische Aussagen: „Dafür habe ich keine Zeit.“oder „Die Werber sind doch die Fachleute und sollen mir sagen, was zu tun ist “. Eine gute Agentur bzw. ein erfahrener Designer kann Sie zwar auf dem Weg der Selbsterkenntnis mit den richtigen Fragen unterstützen. Doch idealerweise haben Sie sich schon vor dem ersten Termin Gedanken über folgende Punkte gemacht und schriftlich fixiert: • Was ist das Ziel der Werbeaktion, d. h. was wollen Sie erreichen? (Soll z.B. das Image verbessert oder ein bestimmtes Produkt verkauft werden?) • Welche Zielgruppe wollen Sie erreichen? • Für welche Wünsche und Probleme Ihrer Zielgruppe ist Ihr Angebot geeignet? Was ist Ihre Kernbotschaft, die Sie kommunizieren möchten? Wer sind Ihre Wettbewerber? • Welche Inhalte müssen erstellt werden und was ist bereits vorhanden? Haben Sie bereits Logo, Slogan, Grafiken, Texte, Bilder, etc. bzw. was davon benötigen Sie neu oder als Überarbeitung? • W ie ist Ihr Budget, und bis wann benötigen Sie welche Leistung?

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SERVICE

2.

4.

Briefing-Fehler: Zu wenig Informationen

Typische Aussage: „Wenn ich der Werbeagentur Informationen über unser Unternehmen und den Wettbewerb gebe, dann sind die nicht mehr kreativ.“ Wer so denkt und nur oberflächlich brieft riskiert, dass auch das Ergebnis entsprechend oberflächlich und beliebig wird. Kreativität findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern benötigt als Basis (Fach-)Kenntnis des Alten und Bewährten. Gleichzeitig ist sie die Fähigkeit zu gestalten, Bekanntes neu zu kombinieren, Bestehendes zu verändern und so neue Ideen zu finden. Oder um Rudi Carrell zu zitieren: „Man kann nur etwas aus dem Ärmel schütteln, wenn man vorher etwas hinein getan hat.“ Und auch wenn gute Kreative sich schnell in neue Sachverhalte einarbeiten können: Das Fachwissen aus Ihrer Branche und Ihrem Unternehmen haben nur Sie. Lassen Sie also Ihre Agentur daran teilhaben und achten Sie gleichzeitig auf genügend Freiraum für neue Ideen.

3.

Briefing-Fehler: Zu viele Informationen

Typische Aussage: „Ich gebe den Kreativen alles, was ich an Werbematerial jemals gemacht und bei Wettbewerbern gesammelt habe, dann können die sich raussuchen, was wichtig ist.“

Typische Aussage: „Für ein ausführliches Briefing habe ich keine Zeit, das mache ich schnell per Telefon!“ Der Umfang Ihres Briefings ist natürlich abhängig davon, ob es sich um einen Erstauftrag handelt oder die Kreativen Ihr Unternehmen und Produkt bereits kennen und schon für Sie arbeiten. Und auch der Gegenstand Ihrer Anfrage bestimmt die Länge, der Nachdruck einer Visitenkarte ist etwas anderes als die Neugestaltung einer Broschüre. Sobald es aber etwas komplexer wird, sollten Sie Ihr Briefing immer schriftlich formulieren. Denn dann bekommen Sie nicht nur mehr Ordnung in Ihre Gedanken, sondern können Ihre Anforderungen präziser formulieren und so auch für Ihre Mitarbeiter und Außenstehende besser nachvollziehbar machen. Und nur mit einem konkreten Briefing werden Ihre Werbedienstleister realistische Angebote kalkulieren. Damit haben Sie zusätzlich Planungssicherheit bei Ihren Werbeausgaben und vermeiden ungeplanten Mehraufwand. Beispiel: Auf eine vage Anfrage, was die Gestaltung einer Broschüre mit ca. 20-40 Seiten kostet, werden Sie ziemlich sicher keine verbindlichen Angebote erhalten. Schreiben Sie also besser auf, was Sie konkret benötigen und welche Materialien und Daten bereits vorhanden sind bzw. neu erstellt werden müssen. Prüfen Sie u. a. auch, welche Qualität Ihr Fotomaterial hat und ob eine Bildbearbeitung notwendig ist. Soll ein vorhandenes Layout adaptiert oder ein neues entwickelt werden? Wünschen Sie komplett neue Werbetexte oder sollen die bisherigen übernommen werden? Sind weitere Sprachen geplant? Fazit: Ein Briefing optimiert Ihre Zusammenarbeit mit Werbeagenturen und Designern – und das schon bei der ersten Anfrage. Nehmen Sie sich also die Zeit, Sie werden mit Preistreue, schnellerer Umsetzung und vor allem besseren Ideen belohnt!

Fotos: olly (li.); Rudie (re.) - Fotolia.com

Zu viele Informationen sind genauso schlimm wie zu wenige und führen zu unnötigem Ballast und Verwirrung bei Ihren Krea­ tiven. Betrachten Sie Ihr Briefing als lnformationskonzentrat, in dem alle wichtigen Informationen in kürzester Form enthalten sind. Beispiele bisheriger Werbeaktionen von Ihnen bzw. der Wettbewerber sind nur dann hilfreich, wenn Sie damit konkret etwas aussagen beziehungsweise bebildern wollen (z. B. Texte, Fotos oder Gestaltungen, die Ihnen bei anderen Marktteil­ nehmern gefallen oder auch nicht; Kampagnen aus Ihrem Unternehmen, die Erfolg hatten bzw. nicht funktionierten).

Briefing-Fehler: Mündliche Schnell-Briefings

Claudia Mattheis Geschäftsführerin mattheis. Werbeagentur GmbH www.mattheis-berlin.de

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SERVICE

Marke ohne Mythos Das erste ehrliche Markenbuch oder warum so viele Menschen einen Mini brauchen Die Hauptbotschaft des Buches ist: Marke ist keine Frage der Größe. Jede Dönerbude um die Ecke kann strahlende Markenkraft aufbauen. Die Autoren Dr. Arnd Zschiesche und Dr. Oliver Errichiello gelten als MarkenPunks im Anzug. Die Markensoziologen und -berater beschäftigen sich hauptberuflich mit Fragen der strategischen Markenführung und starten ihr Buch mit allerlei provokanten Thesen und Kritik gegen die eigene Branche wie „Das gesunde Bauchgefühl eines guten Chefs kann 1000 Berater ersetzen (und deren Rechnungen).“ Kapitel für Kapitel räumen sie mit Marken-Mythen, Kreativgeschwafel und Werbephrasen auf. Dazu gibt es glasklare Antworten z. B. auf: Wie entsteht Markenkraft mit Sogwirkung? Warum wechseln wir unsere Lieblingsmarken nicht? Karl Ulrich Mayer (Hrsg.)

Das Autoren-Team kritisiert, dass selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Millionen Euros sinnlos in Werbung versenkt werden. Ihre Lösung: Eine Marke sollte sich nicht über Emotionen, Kreativität oder einen USP erklären. Die Ursachen für jeden Markenerfolg können nur im Unternehmen liegen. Fazit: Dieses Buch richtet sich an Unternehmer, die immer schon wissen wollten, wie Marke wirklich funktioniert und was sich hinter dem allgegenwärtigen Faszinosum verbirgt. Das ansprechende Seitendesign, der lockere Sprachstil und die anschaulichen Beispielen machen die Lektüre kurzweilig. Und es ist ein Buch speziell für alle, die Marketing-Fach­ literatur sonst niemals lesen würden.

Hans-Dietrich Genscher, Heinrich A. Winkler

Zukunft leben. Die demografi­ sche Chance.

Europas Zukunft – in bester Verfas­ sung?

Nicolai 160 Seiten

Herder 85 Seiten

19,95 €

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Warum ist Marke so immens wichtig? Was eigentlich ist Marke?

10,00 €

Der Mittelstand. | 3 | 2013

Arnd Zschiesche, Oliver Errichiello Marke ohne Mythos Gabal 276 Seiten

29,90 €

Gabor Steingart

Unser Wohlstand und seine Feinde Knaus 272 Seiten

19,99 €


SERVICE

No such Future Ein Trainingslager für mittelständischen Unternehmerverstand Gerade Unternehmer im Mittelstand kennen den tagtäglichen Trendterror per Tele­ fon, Mails oder in Seminaren: Ihnen wird geraten, sich stärker der Zukunft anzunehmen? Einschlägige Trends zu beachten? Strategien für morgen zu entwickeln? Endlich Nachhaltigkeitsricht­linien zu formulieren? Fragen Sie sich als Führungskraft oder Unternehmer nicht auch, ob dieser Wahnsinn Methode hat? Agenturen und Berater lassen nichts unversucht, um immer neue sprachlich hochgetunte Trend- und Management-Hypes zu verkünden und diese als unverzichtbar für die Unternehmenszukunft zu verkaufen. Dass viele aufgeschlossene Unternehmer hier Zeit und Geld investieren, ist mangels Alternativen zwar verständlich − entschuldbar ist es nicht. Dies meint zumindest die Autorin Dr. Friederike MüllerFriemauth und kontert mit einem sehr pragmatischen Tipp: Nur selber denken hilft! Daher ist ihr Buch auch als Anti-Planungsbuch für den Mittelstand konzipiert. In kritischer Auseinandersetzung mit dem Mainstream im Management und Reinhard Blomert

der dazu passenden Trend- und Zukunftsbranche identifiziert die Autorin den schnellen aber intelligenten Kurswechsel als wichtigstes Erfolgsgeheimnis. Vor allem, weil kleine und mittelständische Unternehmen dies ohnehin viel besser können als die Großen.

Die Andere Bibliothek 300 Seiten

34,00 €

Alle Bücher erhalten Sie versandkostenfrei!

Fazit: In einer Kombination aus sportlicher Spielanleitung (mit starken FußballAnklängen) und methodischem Leitfaden zeigt das Buch, wie kluges situatives Taktieren für Mittelständler aussehen kann. Interessant sind dabei auch die Einblicke in das Beratergewerbe, welches die Autorin als Insiderin – sie arbeitet seit 20 Jahren als PR-Referentin und Business Coach in der Zukunfts- und Trend­ forschung – kritisch hinterfragt. Friederike Müller-Friemauth No such Future Gabal 252 Seiten

29,90 €

Karsten Eichner

Adam Smiths Reise nach Frankreich

Bitte richten Sie Ihre Bestellungen an: BVMW-Servicegesellschaft mbH, Berlin theresa.collberg@bvmw.de www.shop.bvmw.de Tel. 030-533206-26

Frank Bärmann

Mordskarriere – Krimikurz­ geschichten

Social Media im Personal­ management

Frankfurter Allgemeine Buch 224 Seiten

mitp 271 Seiten

17,90 €

Der Mittelstand. | 3 | 2013

39,95 €

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SERVICE

Urlaubsanspruch verfällt auch im Krankheitsfall Ein Anspruch des Arbeitnehmers auf bezahlten Jahresurlaub besteht grundsätzlich auch dann, wenn dieser während des gesamten Urlaubsjahres arbeitsunfähig erkrankt war oder das Arbeitsverhältnis wegen Bezuges einer Erwerbsminderungsrente geruht hat. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) entschied mit Urteil vom 7.08.2012 (Aktenzeichen: 9 AZR 353/10) unter Verweis auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), dass Urlaubsansprüche jedenfalls 15 Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres verfallen. Nach Ablauf dieses Zeitraums scheidet folglich auch eine Abgeltung aus. In seiner „KHS/Schulte“-Entscheidung (November 2011) hatte der EuGH den Verfall von Urlaubsansprüchen 15 Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres als grundsätzlich zu­ lässig angesehen.

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Sachverhalt Dem Urteil des BAG lag folgender Sachverhalt zugrunde: Eine schwerbehinderte Arbeitnehmerin war vom 1. Juli 2001 bis zum 31. März 2009 in einer Rehabilitationsklinik angestellt. Im Laufe des Jahres 2004 erkrankte sie jedoch und bezog ab dem 20. Dezember 2004 eine befristete Rente wegen Erwerbsminderung. Die Arbeitnehmerin nahm ihre Tätigkeit bis zum Ende ihres Arbeitsverhältnisses am 31. März 2009 nicht mehr auf. Nach den einschlägigen tarifvertraglichen Regelungen ruhte das Arbeitsverhältniss während dieser Zeit. Die Arbeitnehmerin verklagte die Rehabilitationsklinik auf Zahlung einer Urlaubsabgeltung für die nicht genommenen Urlaubstage aus den Jahren 2005 bis 2009. Verfall des Urlaubsanspruchs Das BAG sprach der Arbeitnehmerin lediglich einen Anspruch auf Abgeltung des gesetzlichen Erholungsurlaubs und Zusatzurlaubs aus den Jahren 2008 und 2009 zu. Zwar seien,so das Gericht, Abgeltungsansprüche auch für den Zeitraum vor 2008 entstanden. Diese Ansprüche seien jedoch erloschen. Auch bei langjährig

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arbeitsunfähigen Arbeitnehmern verfallen offene Urlaubsansprüche aus Sicht des Europarechts spätestens 15 Monate nach Ablauf des jeweiligen Urlaubsjahres.

Dr. Lorenz S. Mitterer Rechtsanwalt www.zl-legal.de

Dr. Benjamin Weiler Rechtsanwalt Mitglied im IBWF www.zl-legal.de

Die BVMW-IBWF-Rechts­hotline erreichen Sie: Mo. und Mi. 10.00 – 15.00 Uhr, Do. 10.00 – 17.00 Uhr Tel.: 030 / 533206-63 Fax: 030 / 533206-50 rechtshotline@bvmw.de

Foto: Aamon - Fotolia.com

Spätestens 15 Monate nach Ablauf des Ur­ laubsjahres entfällt der Urlaubsanspruch eines Arbeitnehmers. Dies ist auch dann der Fall, wenn dieser während des ge­ samten Urlaubsjahres arbeitsunfähig erkrankt war oder das Arbeitsverhältnis währenddessen geruht hat.


SERVICE

Kurz vorgestellt

Foto: José Carlos Pires Pereira - istockphoto.com

Hier bieten wir Mitgliedern unseres Verbands die Möglichkeit, ihr Unternehmen vorzustellen Abass GmbH

acameo – Agentur für Kommunikation

Ancofer Stahhandel GmbH

Seit 18 Jahren bietet das Systemhaus abass GmbH im Rhein-Main Gebiet seine Dienstleistungen an. Abass bietet einen IT-Service ohne Wartungsverträge, welcher individuell an die Bedürfnisse der Kunden angepasst wird. Die abass GmbH bietet einen umfangreichen ITService in den Bereichen Service on demand, Helpdesk, dem Rechenzentrum und der Durchführung von IT-Projekten, sowie bei der Unterstützung beim Hard- und Softwareeinkauf.

Die Acameo – Agentur für Kommunikation ist eine Full-Service-Werbeagentur und Marketingberatung aus Tübingen. Strategie, Kommunikation und Gestaltung sorgen für eine einheitliche Darstellung nach innen und außen. Das Team aus Rhetorikern, Designern und Programmierern sorgt für passgenaue Internetlösungen, ästhetische Designs und überzeugende Visualisierungen für die Kunden. Die Agentur bietet auch 3D-Visualisierungen an.

Die europaweit agierende Ancofer Stahl­ handel GmbH ist auf die Bereiche Grobbleche, Brennzuschnitte und Hohlprofile spezialisiert. Ancofer bietet ein großes Spektrum an Güten und Abmessungen, so unter anderem Bleche in Dicken bis 400 mm, Breiten bis 4.050 mm und Längen bis 20.000 mm und fast 800 Hohlprofilabmessungen. Bei allen Produkten und Leistungen der Ancofer Stahlhandel GmbH steht Qualität an oberster Stelle.

Hauptsitz: Langen (Hessen) www.abass.de

Hauptsitz: Tübingen (Baden-Württemberg) www.acameo.de

Hauptsitz: Mülheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen) www.ancofer.de

appeal advertising GmbH

Autohaus Bernd Förster GmbH & Co.KG

BERGI PLAST GMBH

Mit klarer Kommunikation und starker Emotionalisierung der Botschaft lassen sich Einstellungen beeinflussen und Vertrauen aufbauen. Klassische Werbung, Pressearbeit, Verkaufsförderung, Direct Mailing und Social Media und Internet dienen einem Ziel: Kontakte herstellen! Appeal advertising hat sich darauf spezialisiert, Unternehmen mit Rat und Tat zu unterstützen und das Zusammenspiel von Marketing und Vertrieb zu optimieren.

Das 1991 in Pirna gegründete Autohaus Bernd Förster GmbH & Co. KG hat neben dem Stammsitz in Pirna Niederlassungen in Bautzen und Cottbus. In allen Betriebsteilen wird auf kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter Wert gelegt. Diese kümmern sich um das Wohl des Kunden von A-Z, A wie Ankauf von Fahrzeugen bis Z wie Zubehörverkauf. Der Kunde steht beim Autohaus Bernd Förster im Mittelpunkt und dabei wird es auch bleiben.

150 Jahre Tradition, 50 Jahre Erfahrung und hochmotivierte Mitarbeiter begründen den Erfolg der Bergiplast GmbH bei der Entwicklung und Produktion technischer Präzisionsteile, unter anderem für die Fahrzeugindustrie und innovativer Verschlüsse für die Verpackungsindustrie im Kunststoff-Spritzgussverfahren. Die Konstruktion, Anfertigung und Wartung der Werkzeuge erfolgt bei Bergiplast im eigenen Werkzeugbau.

Hauptsitz: Aschaffenburg (Bayern) www.appeal-advertising.de

Hauptsitz: Pirna (Sachsen) www.team-foerster.de

Hauptsitz: Berggießhübel (Sachsen) www.bergi-plast.de

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Bahn frei für BVMW-Bobby-Cars Mainzer Mittelstand plant eigene Kindertagesstätte Die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber misst sich nicht mehr ausschließlich an Gehalt, Aufstiegschancen und Wachstumsprognosen. Immer wichtiger werden Faktoren wie eigene Betreuungsangebote für den Nachwuchs der Mit­ arbeiter. Dabei haben gerade Mittelständler oft das Nachsehen gegenüber Großunternehmen, die strukturbedingt sehr viel leichter eine eigene Kita einrichten können. Das muss doch auch anders gehen, dachten sich Mainzer Unternehmen unter der Leitung des BVMW – und planen eine von mehreren Firmen betriebene Betreuungseinrichtung.

Und so steht das „Elternhaus“ in den Startlöchern. Doch vor dem Startschuss mit einem arbeitsplatznahen und arbeitszeitkonformen pädagogischen Angebot muss noch einiges geleistet werden.

Die Gründer versprechen sich mannigfaltige Effekte von einer Mittelstands-Kita: Laut einer Studie der Universität Münster vergrößert eine solche Initiative das Bewerberpotenzial erheblich und erhöht Produktivität, Motivation und Bindung der Mitarbeiter. Rechtsform Als optimal gilt die Genossenschaft, die als juristische Person eingetragen wird und bei der die Haftung auf das Vermögen der Gesellschaft begrenzt bleibt. Förderung Das Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“ unterstützt Unternehmen bei der Schaffung neuer Betreuungsgruppen/plätze für Mitarbeiterkinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr – in bestehenden oder in neuen Einrichtungen. Pro Platz wird ein pauschaler Zuschuss zu den laufenden Betriebskosten gewährt. Mehr Infos dazu gibt es beim Netzwerkbüro des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: www.erfolgsfaktor-familie.de

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Foto: BVMW

„Angesichts des Fachkräftemangels und des ,war for talents‘ gilt Mitarbeiterbindung längst als strategische Maßnahme“, so Hans-Jürgen Volz vom BVMW Rheinhessen-Nahe. Er hatte die Idee und treibt das Projekt seither mit Unterstützung von Elisabeth Kolz-Josic mit viel Herzblut voran. Eigentlich ganz einfach: Wenn ein Unternehmen allein keine Kita gründen kann, tun sich eben mehrere zusammen. Dabei gleicht die Projektarbeit dem klassischen Henne-EiDilemma: Mitmacher wollen Konkretes, ohne Mitmacher keine Genehmigung, und ohne Betreiber geht gar nichts – von einem geeigneten Gelände oder Gebäude ganz zu schweigen. Ohne die kurzen Entscheidungswege mittelständischer Unter­ nehmen wäre das Vorhaben von Anfang an aussichtslos gewesen. So aber fanden sich schnell die ersten Firmen, die bereit sind, einzelne Plätze zu buchen, sich also finanziell und logistisch zu engagieren. Derzeit laufen die Verhandlungen mit einem Betreiber, der die pädagogische Qualität sicherstellt, auch ein geeignetes Gelände für einen Neubau wurde bereits in Aussicht gestellt. Dennoch ist es noch ein weiter Weg, und so bleibt es spannend, wann die ersten Bobby-Cars unter der Flagge des BVMW durch Mainz rollen!

Guido Augustin BVMW-Pressesprecher Rheinhessen-Nahe

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Wir stärken Ihr Eigenkapital. Business Angels, Seed- und Venture-Kapital sowie klassische Eigenkapitalfinanzierungen: So stärken wir Ihr Eigenkapital. Damit erhalten Sie günstigere Konditionen für Finanzierungen, verbessern Ihre Wettbewerbsfähigkeit und diskutieren mit kompetenten Partnern über geeignete Finanzierungsmaßnahmen – zum Beispiel für die Entwicklung marktfähiger Lösungen für mehr Energieeffizienz. Fragen Sie uns: Tel. 0211 91741-1421. www.nrwbank.de


BVMW

Weltneuheit aus Lübeck 3D-Bauteile für die globale High-Tech-Industrie Wenn es um generative Fertigungsanlagen für Kleinserien- und Prototypenproduktionen geht, ist die SLM Solutions GmbH in Lübeck weltweit eine der ersten Adressen. Seit mehr als 50 Jahren unterstützt das Unternehmen seine internationalen Kun­ den mit Lösungen in den Bereichen Vakuum- und Metallgießen. SLM Solutions ist Pionier auf dem Gebiet der metallbasierten additiven Fertigung mit Hilfe von Lasertechnologie. „SLM Solutions war und ist eines der ersten Unternehmen, das sich mit dem generativen 3D-Aufbau von metallischen Bauteilen mittels Laserschmelzen beschäftigt“, erklärt Henner Schöneborn, Kaufmännischer und Technischer

Direktor der SLM Solutions GmbH. „Unsere Stärke ist es, kundenspezifische Lösungen zu erarbeiten, um den Übergang von konventionellen Fertigungsverfahren zu generativen Ver­ fahren innerhalb der Produktionslandschaft so effektiv wie möglich zu gestalten.“ Weniger technisch ausgedrückt bedeutet dies, dass die Lübecker Spezialisten Laser­schmelzanlagen herstellen, mit denen Prototypen und Kleinstserien in völliger Geometrie­ freiheit formlos produziert werden können. Dieses selek­tive Laser­ schmelzen funktioniert ähnlich wie ein 3D-Drucker. Mikroskopisch kleine Metallpulverschichten aus Stahl-, Titan-, Aluminium- oder Nickelbasislegierungen werden dabei mit Hilfe von Lasern nach und nach hochpräzise zu einem

Zum weltweiten Kundenkreis gehören Unternehmen der Energietechnik, Automobil­industrie, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik und Konsumelektronik.

Hüftpfanne aus Titan.

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Luftfahrt Bracket aus Aluminium.

festen Bauteil verschmolzen. Die Daten für die Führung des Laser­s trahls werden aus einem 3D-CAD-Körper mittels Soft­ware erzeugt. Zum weltweiten Kundenkreis gehören Unternehmen der Energietechnik, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik und Konsumelektronik. Rund 65 Mitarbeiter sind im Einsatz. „Nach dem Motto Pioneers from Prototyping to Production liegt unser Erfolg in nachhaltigen Entwicklungen, die vielfach auch von unseren Wettbewerbern übernommen werden“, so Schöneborn. Bestes Beispiel für diese Vorreiterrolle ist die jüngste Weltneuheit von SLM Solutions – die selektive Strahlschmelzanlage SLM ® 500 HL. Die SLM Solutions GmbH gehört aber nicht nur in puncto Technologie zu den Besten ihrer Branche. Service heißt das Zauberwort und ergänzt den Erfolg. Um auch diesen Anspruch

Henner Schöneborn, Kaufmännischer und Technischer Direktor (li.), und Geschäftsführer Hans-Joachim Ihde.

zu erfüllen, haben die Lübecker im vergangenen Jahr die Tochter­firma SLM Solutions NA, Inc. in den USA gegründet, um den Anforderungen des nordamerikanischen Marktes optimal gerecht zu werden. Eine Partnerschaft mit DPE Deutsche Private Equity GmbH wurde dieses Jahr geschlossen. „Als entwicklungsstarkes Unternehmen, das maßgeblich dazu beige­ tragen hat, Selective Laser Melting in der Null- und KleinserienFertigung zu etablieren, wollen wir mit Unterstützung unseres neuen Gesellschafters die Technologie weiter voranbringen und als neue Fertigungstechnologie für alle Industrien etablieren“, erklärt deren Geschäftsführer Hans-Joachim Ihde. „Dafür haben wir in der DPE den richtigen Partner gefunden, um das hierdurch erwartete starke Marktwachstum zu begleiten und zu unterstützen. Der Kunde steht im Mittelpunkt. Wir wissen, worauf es in den Branchen unserer Kunden ankommt. Mit unserem Know-how unterstützen wir ihre innovativen Produktentwicklungen“ so Ihde. Schon für die nahe Zukunft strebt das Lübecker Unternehmen den Status Global Player an. Bereits heute ist SLM ein weltweit führendes Unternehmen. Neue Technologien erobern neue Welten: die Lübecker sind dabei.

Fotos: SLM Solutions GmbH

Weitere Informationen unter: www.slm-solutions.com

Ingrid Hausemann SLM ® 500 HL: neueste Innovation der SLM Solutions GmbH im Bereich Selective Laser Melting.

BVMW-Pressesprecherin Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein

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„Wir wollen keine Eintags­ fliege sein“ Berliner Zahnarzt als Pionier im Informatikbereich

Bis vor fünf Jahren praktizierte der gebürtige Berliner als Zahnarzt in dem Berliner Ortsteil Siemensstadt. Als Pionier lotete er Anfang der 90er Jahre zusammen mit einer Gruppe Berliner Zahnärzte neue Möglichkeiten wie die Spracherkennung für die Praxisverwaltung aus. Der Computer sollte nicht nur im Büro und beim Rechnen helfen, sondern jeden Mitarbeiter in der Praxis bei seiner täglichen Arbeit unterstützen. Traditionelle Eingabewege aufbrechen, war das Ziel. Das Team suchte sich Informatiker, die Das Firmenlogo als Skulptur in den Teltower Geschäftsräumen. in der Lage waren, die

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Vorgaben für die Bedürfnisse der deutschen Zahnarztpraxen umzusetzen. Schließlich brachte DENS 1992 die erste Software mit Sprach­erkennung für Zahnarztpraxen auf den Markt. Seitdem wurde das Produkt weiterentwickelt, es reifte im täglichen Einsatz und wurde optimiert. Neue Produkte kamen hinzu. Die Innovation für die Zahnarztpraxis heißt heute DOX 7 (DENSoffice EXPERIENCED). Die Verwaltungssoftware sorgt für den reibungslosen Ablauf. Egal ob Patientendokumentation, Abrechnung, Planung oder Statistik, das Programm deckt sämtliche Bereiche der Praxisverwaltung ab. Spracherkennung macht es möglich, einen Zahn zu ziehen, zu bohren oder eine Füllung zu legen und gleichzeitig die Behandlung zu dokumentieren. Daneben kann die Eingabe aber auch per Tastatur, Maus und Touchscreen erfolgen. Die Software kann an die individuellen Bedürfnisse der Praxis angepasst und jederzeit nachgerüstet werden. Zusatzmodule wie Infrarotkameras, digitale Röntgensysteme, Fremdsoftware und elektronische Taschentiefenmessgeräte können je nach Bedarf angebunden werden. Nach wie vor ist es für Rohleder ein Muss, dass die Bedürfnisse und Wünsche der Anwender in die Produkte einfließen. Seit zehn Jahren ist Dr. Robby Hecker mit an Bord der Softwareschmiede. Hecker hat neben Zahnmedizin Medizininformatik studiert. Er hält Rohleder für einen großen Visionär, ihm sei es gelungen, traditionelle

Fotos: BVMW

Peter Rohleder sind ständig wechselnde Oberflächen, kleinteiliger Bildaufbau und Unübersichtlichkeit bei Softwareproduk­ ten ein Gräuel. Der Berliner Zahnarzt ist Gründer und Geschäftsführer der DENS GmbH, die bereits vor mehr als 20 Jahren eine Windows basierte Software auf den Markt brachte. Heute gehört DENS zu den drei Markführern für dentale Softwarelö­ sungen in Deutschland. Rohleder geht es vor allem um Lösungen aus der Praxis für die Praxis. „Der Kunde soll ein Produkt vorfinden, das intuitiv be­ dienbar ist“, sagt er.


BVMW

Seit 2009 ist die DENS GmbH in den Geschäftsräumen einer ehemaligen Bank in Teltow ansässig.

Geschäftsführer Peter Rohleder.

Abläufe in der Zahnarztpraxis aufzubrechen. Spracherkennung und Touchscreen waren Anfang der 90er nur in Fachkreisen ein Thema. Rohleder habe Trends vorausgesehen und ein Gespür entwickelt für die Dinge, die kommen werden. Herzblut, Geld und Zeit wurden ins Unternehmen investiert. Der Einsatz hat sich gelohnt, die Produkte wurden zum Selbstläufer. Das Unternehmen wuchs langsam und blieb bodenständig. „Auf Dauer geht es nicht um die Menge der verkauften Produkte“, betont Rohleder „sondern um Kundenzufriedenheit. Und wir sind erfolgreich, weil die Kunden zufrieden sind.“ Rohleder und sein Team mit rund 20 Mitarbeitern werden von den Kunden als Kollegen wahrge-

wissen oft nicht, was das für die betrieb­ liche Praxis bedeutet. Erst recht nicht, wenn es um medizinische High-Tech-Software geht. Darum steht Rohleder bei neuen Gesetzesvorhaben beratend zur Seite. Beschlüsse, wie die Einführung – und neuerdings die Abschaffung – der Praxisgebühr, müssen bei der Entwicklung einer Software eben auch berücksichtigt werden.

nommen. Neue Kunden kommen vor allem über Empfehlung, das ist eine besondere Anerkennung und Auszeichnung. „Inzwischen hat der Computer in der Zahnarztpraxis eine zentrale Position“, weiß Rohleder, „umso wichtiger ist es, dass die Programme absolut zuverlässig sind.“ Darum investiert DENS in den Service: Über die gebührenfreie Hotline ohne Warteschleife ist sein kompetentes Team täglich erreichbar. Spätestens nach dem vierten Klingeln muss ein Mitarbeiter antworten. Und „Manche Gespräche müssen eben länger dauern, bei uns gibt keine Drei-Minuten-Medizin.“ Für Rohleder war es von Anfang an wichtig, Kunden auch nach Kaufabschluss gut zu beraten. Gespräche werden ausführlich dokumentiert, um Inhalt und Maßnahmen auch im Nachhinein nachzuvollziehen. „Was wir machen, wollen wir besonders gut machen“, sagt Rohleder, „wir konzentrieren uns auf das, was wir können und verheimlichen dem Kunden gegenüber auch nicht die Schwächen.“

DOX7, das Rundumprogramm für die moderne Praxisverwaltung.

Software für Zahnarztpraxen herzustellen heißt auch, sich mit Gesetzen und Verordnungen auseinandersetzen, denn diese haben immer Auswirkungen auf das Produkt. Politiker, die Gesetze verabschieden,

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In den kommenden Jahren wird es neue Herausforderungen für die Branche geben. Die Zahl der Zahnarztpraxen wird sich von bundesweit 55.000 auf 40.000 reduzieren. Die einstige Männerdomäne wird weiblich, inzwischen sind 75 Prozent der Absolventen in der Zahnmedizin Frauen. Aufmerksamkeit, Sensibilität, besondere Wahrnehmung und ein offenes Ohr für die Wünsche und Erwartungen der Kunden, sind für Rohleder eine Selbstverständlichkeit. Delfine haben bekanntlich eine ausgeprägte Wahrnehmung. Rohleder hat sich mit Bedacht dieses sensible Säugetier als Logo für sein Unternehmen ausgesucht.

Friederike Pfann BVMW

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Mit der Hundenase zum Erfolg Innovative Technik: aus dem thüringischen Geschwenda in die ganze Welt Innovation sei der Schlüssel der Umweltsensorentechnik (UST)zum Erfolg, betont Geschäftsführer Dr. Olaf Kiesewetter mehrfach. Für über 1200 Kunden weltweit produziert UST inno­ vative keramische Sensorelemente. Mehr als 100 Mitarbeiter entwickeln und produzieren im thüringischen Geschwenda kundengerechte Spezialsensoren, die überwiegend in Produk­ ten der Automobilindustrie sowie in einem breiten Feld indust­ rieller Mess- und Regelungstechnik zum Einsatz kommen.

seinen Sinnesorganen Gerüche wahrzunehmen, die zum Beispiel eine Früherkennung von Gefahren und Krankheiten ermöglichen? Den UST-Forschern und -Entwicklern gelang dies gemeinsam mit Partnern unter Nutzung der patentierten Technologie des UST Triplesensor ®. Ein Ergebnis ist die Produktion von Geräten zur sofortigen Feststellung von Leckagen aus Gasleitungen und -anlagen zur Verminderung der Brand- und Explosionsgefahr. Mehrere Millionen Gas- und Temperatursensorelemente sowie mehrere tausend Gasspürgeräte wurden weltweit verkauft und kommen in hochtechnisierten Anlagen sowie im Gas-Installationshandwerk zum Einsatz. Weitere Sensorelemente werden nach kundenspezifischen Anforderungen, zum Beispiel für Systeme der Lüftungsklappensteuerung, der Temperaturregelung und der Abgasreinigung im Automotive-Bereich hergestellt. Des weiteren wurden gemeinsam mit Partnern spezifische Sensorsysteme für zahlreiche sicherheitstechnische Lösungen unter anderem zur Schwelbrandfrüherkennung in Braunkohlekraftwerken oder zur Brand- und Gefahrendetektion in der Stockholmer U-Bahn entwickelt.

„Die elektronische Nase“ bestehend aus Platin-Dünnschicht-Temperatur­ sensorelementen (links) und dem UST Triplesensor ® -Gas-Sensormodul.

Zum ständigen Entwicklungsteam des Unternehmens gehören 17 Ingenieure. Hinzu kommen zahlreiche Forschungskooperationen und eine enge Zusammenarbeit mit Hoch- und Fachschulen. Diese Entwicklungsstrategie führte inzwischen zu 50 erteilten Patenten. Schutzrechte für die patentierten Innovationen bestehen für Deutschland, Europa und China. Wesentliche Schwerpunkte in Forschung und Entwicklung sind innovative Sensoren zur Gasdetektion und Temperaturmessung. Dazu gehört die Beantwortung der spannenden Frage: Wie gelingt es einem Hund mit

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Gegenwärtig wird ein Steuerungsgerät entwickelt, welches die Luftqualität in Innenräumen analysiert. Bei Anreicherung schädlicher Gase wird signalisiert, dass der Raum belüftet werden muss. Der BVMW unterstützt die UST dabei, dass dieses aktuelle Forschungsprojekt in Altenheimen zum Einsatz kommt. Eine innovative Sensation ist die Entwicklung der künstlichen Nase, die gemeinsam mit Forschungspartnern der Fachhochschule Jena, des Jenaer Universitätsklinikums und der Medizintechnik gelang. Bestandteile der Ausscheidungen des Körpers über die Haut oder in der Atemluft können auf eventuelle Erkrankungen hinweisen. Künftige medizintechnische Detektionsgeräte

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Fotos: Umweltsensorentechnik GmbH

Die UST produziert diese Sensorelemente seit Jahren serien­ mäßig und liefert sie an Kunden, die diese in ihren Sicherheits­ lösungen einsetzen. Der Umweltschutz als Teil des Firmennamens verweist auf das Kerngeschäft der UST: Sensortechnik für Lösungen zur Verringerung der Umweltbelastung, der Energie­ effizienz, der Sicherheitstechnik und der Früherkennung von Krankheiten.


BVMW

Die UST Umweltsensortechnik GmbH, Geschwenda/ Thüringen, wurde 1991 gegründet. Dr. Olaf Kiesewetter führt das Unternehmen seit seiner Gründung. Der geschäftsführende Gesellschafter ist die treibende Kraft für Forschung und Entwicklung der innovativen Sensortechnik. www.umweltsensorentechnik.de von Alleinstellungen und Patenten eine gewisse Monopolstellung haben, nutzen wir diese Situation nicht einseitig zu Lasten hoher Preise bei unseren Kunden aus. Vielmehr suchen wir gemeinsam mit ihnen nach der besten Lösung, die ihre Wettbewerbsfähigkeit und damit auch die der UST sichert.“

Dr. Olaf Kiesewetter mit einer Mitarbeiterin im Bereich der SensorenFertigung.

mit diesen Sensoren können Ärzte bei der Erkennung und Früherkennung von Krankheiten unterstützen. Für die Entwicklung dieser Sensoren stand die Bionik, speziell die Geruchsfähigkeit der Hundenase, Pate.

Eine innovative Sensation ist die Entwicklung der künstlichen Nase. Auf die Frage nach der im Mittelstand beispielgebenden Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit, antwortet der geschäftsführende Gesellschafter und BVMW-Wirtschaftssenator Dr. Olaf Kiesewetter: „Seit der Unternehmensgründung vor 22 Jahren setzen wir auf Forschungskooperationen und lassen unsere Erfindungen so weit wie möglich als Patent schützen. Für mich und mein Team hat oberste Priorität: Was wollen die Kunden? Wie kann ich mich am besten in die Lösungsstrategie der Kunden versetzen und auf ihre Wünsche eingehen? Auch wenn wir aufgrund

Kiesewetter studierte Anfang der 80er Jahre an der Technischen Hochschule Ilmenau und schloss das Studium als Diplomingenieur für Elektrotechnik ab. Er promovierte auf dem Gebiet der Festkörperanalytik zum Dr.-Ing. Danach war er als Gruppenleiter Forschung und Entwicklung im Geraberger Thermometerwerk tätig. Hier liegt offensichtlich der Ursprung für die Erkenntnis, dass Messtechnik und intelligente Sensorik breite Einsatzgebiete haben. Anfang der 90er Jahre dann die Entscheidung, als Existenzgründer mit einem eigenen Unternehmen auf dem Gebiet der Sensortechnik zu starten. Vorteilhaft zur Realisierung der ersten Aufträge war die Förderung von Forschungsprojekten durch Programme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. In der gegenwärtig verschärften Wettbewerbssituation ist die UST gut aufgestellt. Zur Gewinnung neuer Kunden und Märkte werden die Aktivitäten in Indien und China verstärkt. Diese Wachstumsmärkte werden vor allem durch Präsenz und Kundenbetreuung vor Ort und die Zusammenarbeit mit strategischen Partnern aus diesen Ländern erschlossen. Besonders vorteilhaft für die Kundengewinnung waren und sind Messebeteiligungen im Inland, wie jüngst in Hannover, der Electronica in München, der Messe SENSOR + TEST in Nürnberg, sowie auf zahlreichen Messen im Ausland. Für sein beispielgebendes unternehmerisches Engagements erhielt Dr. Olaf Kiesewetter mehrere hochkarätige Preise und Ehrungen, wie die Diesel-Medaille in Gold, die Goldmedaille der Internationalen Genfer Innovationsmesse, Gold auf der Nürn­ berger Erfindermesse und den BVMW-Mittelstandspreis.

Günther Richter BVMW Landesgeschäftsführer Thüringen

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Koscheres für Israel Sprühsahne, Soße und ein Schulprojekt Auf ihr Logo mit der Aufschrift „koscher parve“ ist Kirsten Hartung besonders stolz. Mit diesem Siegel wird der Sprüh­ sahne aus pflanzlichen Ausgangsstoffen die Eignung nach den jüdischen Speise­ gesetzen bestätigt. Die Unternehmerin aus Laucha im Unstruttal setzt auf neue Absatzmärkte und entdeckte Israel als erfolgversprechenden Nischenmarkt. „Nach den jüdischen Regeln muss eine strenge räumliche und zeitliche Tren­ nung zwischen Speisen, die Fleisch, und solchen, die Milch enthalten, erfolgen. Produkte ohne Milch oder Fleisch werden als Parve bezeichnet und dürfen sowohl mit Milch- als auch mit Fleischspeisen

zusammen verzehrt werden. Sie sind also sozusagen neutral“, erklärt die 42-jährige Unternehmerin. Die Dosen mit hebräischen Schriftzeichen werden in erster Linie nach Israel, aber auch nach Polen und Frankreich geliefert. Die koschere Sprühsahne bringt inzwischen 20 Prozent des Umsatzes der LeHA Lebensmittel Hartung GmbH. Parve ist ein Glücksfall, zumal das Produkt auch für Veganer geeignet ist und keine Laktose enthält. Auf anderen Dosen findet sich die deutsche Aufschrift „Schlagfix“. Vor zehn Jahren kam das Erzeugnis, das 2012 zum „Produkt des Jahres“ gewählt

Kirsten Hartung mit ihrem Erfolgsprodukt.

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wurde, auf den Markt. Dieses Jahr hatte eine weitere Neuentwicklung auf der Grünen Woche in Berlin Premiere: eine spezielle „Schulküchen-Tomatensoße“ in Dosen. „Die traditionelle Rezeptur konnten wir nicht 1:1 übernehmen“, berichtet Hartung, denn beim Herstellungsprozess gingen sonst Farbe und Geschmack verloren. Mit einem Gastronomen aus Naumburg, der die Soße seit einiger Zeit täglich frisch herstellt, habe man lange experimentiert, um die optimale Lösung zu finden. Solche Fertiggerichte sollen nun ein zweites Standbein der Firma werden. Bis zum Herbst kommt die nächste Leckerei auf den Markt.


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Fotos: Klaus-Peter Voigt

Eigentlich kam die umtriebige Firmenchefin eher durch Zufall in die Lebensmittelbranche. Die Sportlehrerin hatte kurz nach der Wende ihr Studium abgeschlossen, suchte aber eine andere Herausforderung. Sie widmete sich im väterlichen Deponiebetrieb der Erstellung von Umweltkonzepten. Dann entstand durch private Kontakte nach Bulgarien die Idee, in dem südeuropäischen Land eine Molkerei mit zu betreiben. Das Projekt gelang nicht, aber das Interesse an Nahrungsmitteln war geweckt. So wurde in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern ein rein pflanzlicher Kaffeeweißer und das koschere Schlagfix entwickelt. „Die Investitionskosten für einen eigenen Betrieb waren uns zu hoch“, sagt Hartung. So habe man sich entschieden, Hersteller zu suchen, die die LeHAErzeugnisse fertigen. Das Konzept hat sich bewährt. Inzwischen gesellen sich weitere Produkte dazu. Hartung kooperiert in der Forschungsarbeit eng mit der Hochschule Anhalt. Der Professor für Lebensmittelverfahrenstechnik Thomas Kleinschmidt sieht diese Zusammenarbeit als Chance für beide Seiten. Hochschulen brauchen Praxispartner, und gerade Mittelständler ohne eigene Abteilung für Forschung und Entwicklung erhalten die Möglichkeit, innovative Produkte auf den Markt zu bringen. Allein in seinem Fachbereich würden gegenwärtig 14 Stellen von Mitarbeitern aus Drittmittelvorhaben finanziert. „Und ein solches Projekt, wie die Entwicklung koscherer Lebensmittel, ist für uns schwierig und reizvoll. Die Herausforderung haben wir gern angenommen“, sagt der Wissenschaftler. Mit LeHA wurden bislang drei gemeinsame Projekte realisiert. Das Unternehmen habe für geraume Zeit einen Mitarbeiter direkt in die Forschung geschickt, um die Verbindung zur Wirtschaft unkompliziert zu gestalten. Kleinschmidt bedauert aber auch, dass

Die Preisträgerin als Schulchefin im Gespräch mit Physiklehrerin Elisa Neutag (rechts).

kleine und mittelständische Betriebe und Universitäten oder Hochschulen noch zu selten zueinander fänden. Da liege sehr

„Ohne Mut zum Risiko und immer neue Ideen wäre ich nicht erfolgreich.“ viel Potenzial brach. Die Lauchaer Unternehmerin prägt inzwischen auch die Bildungslandschaft im Saale-Unstrut-Tal mit. Als studierte Pädagogin fiel es ihr leicht, 2010 die Geschäftsführung für das Freie Gymnasium Geiseltal zu übernehmen. Manchmal ist es jedoch schon eine Herausforderung, dies neben den Aufgaben im eigenen Betrieb zu meistern. „Der Erfolg macht mir Mut, dabei am Ball zu bleiben“, stellt sie aber

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fest. Zu den nächsten Plänen gehört die Einrichtung eines Abiturjahrgangs, der die Möglichkeit bietet, einen Berufsabschluss parallel zu erwerben. Das erfolgreiche Konzept aus DDR-Zeiten soll wieder belebt werden. Inzwischen lernen 140 Mädchen und Jungen an der Schule. Das von der Gemeinde renovierte Gebäude muss jetzt erweitert werden. Für den notwendigen Anbau steht nun die Suche nach soliden Partnern an. Wer Kirsten Hartung einmal erlebt hat, weiß, dass sie mit ihrer charmanten und hartnäckigen Art zum Ziel kommt. „Ohne Mut zum Risiko und immer neue Ideen wäre ich nicht erfolgreich“, lautet die kurze Selbsteinschätzung. www.leha-web.de

Klaus-Peter Voigt BVMW-Pressesprecher Sachsen-Anhalt

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Eisenbahnwaggons gehen vakuumverpackt auf große Reise Logistiker aus Sachsen-Anhalt tüfteln an einzigartigen Lösungen für den Versand Komplette Eisenbahnwaggons treten ihre Reise nach Australien, Neuseeland oder Indien in Folie eingeschweißt an. Eine zweite maßgeschneiderte Haut schließt die Fahrzeuge vollständig ein. Im Inneren dieser Hülle herrscht ein Vakuum. Feuchtes und wechselndes Klima auf der langen Tour bis zum Be­ stimmungsort kann damit der Elektronik oder Eisenteilen nichts anhaben. Fachleute aus Groß Ammensleben bei Magdeburg haben dieses Verfahren entwickelt, das europaweit einzigartig ist. Rainer Fricke, Geschäftsführer der S & W Verpackung GmbH, bringt die Schwierigkeiten des Verfahrens auf den Punkt: „Damit wir das Vakuum auf der mehrwöchigen Schiffspassage garantieren können, ist eine Menge logistischer Feinarbeit notwendig. Scharfe Kanten und

andere Außenteile müssen so gesichert werden, damit sie die Spezialfolie nicht durchschneiden.“ Die Experten aus Sachsen-Anhalt machen hochwertige Maschinenteile, Kompressoren für die Erdölförderung in Saudi-Arabien, Transformatoren oder ganze Fabrikausrüstungen reisefertig. Die Hälfte der Mitarbeiter des Unternehmens ist ständig unterwegs, um direkt beim Kunden zu arbeiten, berichtet Rainer Fricke. Das könne in Italien ebenso sein, wie in Frankreich, Polen oder Litauen. Die Globalisierung sorgt dafür, dass der Fluss großer Waren­ströme rund um den Erdball Normalität geworden ist. Das Verpackungsgeschäft der S & W Verpackung GmbH kennt keine Standardlösungen. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen. Von empfindlichen Elektronikteilen über Werkzeugmaschinen bis zu Wasser-

Foto: Klaus-Peter Voigt

„Osteuropa ist für uns nach wie vor ein interessanter Markt.“ Rainer Fricke, Geschäftsführer S & W Verpackung GmbH

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aufbereitungsanlagen reicht die Produktpalette, die ordentlich geschützt und gesichert lange Wege hinter sich bringt. Die gesamte ingenieurtechnische Vorbereitung dafür erfolgt in Sachsen-Anhalt. Mitunter gilt es, die Fracht so zu verpacken, dass sie nicht nur den Transport übersteht. Manches Stück steht an seinem Bestimmungsort noch lange Zeit, bis es beispielsweise beim Bau einer Fabrik auch tatsächlich Verwendung findet. Maschinenbauer aus Magdeburg oder Dessau greifen auf die Fertigkeiten der Logistiker zurück, Glaswerke kaufen bei ihnen ihre Verpackungen. Viele der tonnenschweren Teile treten über den Hafen in Aken ihre Reise zu den großen Überseehäfen an. Binnenwasserstraßen erweisen sich dabei als idealer Weg, verglichen mit Schwerlasttransporten über die Straße, die wegen des hohen Aufwands teurer sind. Nur eher kleine Teile, oft von Auftraggebern aus der Region, kommen direkt in den Betrieb, um von dort aus optimal gesichert verschickt zu werden. In den eigenen Hallen entstehen Holzelemente, die für die unterschiedlichen Aufträge nötig sind. „Osteuropa ist für uns nach wie vor ein interessanter Markt“, sagt Rainer Fricke. Diese Erfahrung vermittelt er mit Engagement auch im Netzwerk des BVMW. Die S & W Verpackung dachte schon früh an die Erweiterung ihres Absatzgebietes. Seit 2003 engagierte man sich in Polen. Im Landkreis Jaroslaw ist der Mann aus Sachsen-Anhalt längst kein Unbekannter, hilft inzwischen anderen Betrieben


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Seemäßige Verpackung eines Eisenbahndrehgestells, eingeschweißt in PE-Folie.

Fotos: S & W Verpackung GmbH

dabei, Geschäftskontakte zu knüpfen. Die Firmentochter S & W Verpackung Polska Sp. z.o.o. an der Grenze zur Ukraine in Laszki ergänzt das Portfolio des Unternehmens, schafft logistisch interessante Möglichkeiten, beispielsweise in Polen und der Slowakei. Der Ort übt zudem einen besonderen Reiz auf poten­zielle Investoren aus. Er ist nämlich Teil einer Sonderwirtschaftszone, was ihm aus der Sicht von Investoren einen besonderen Charme verleiht.

Das notwendige Können und Wissen für Industrieverpackungen haben sich die Spezialisten aus Sachsen-Anhalt seit Anfang der 1990er Jahre angeeignet. Zu DDR-Zeiten arbeitete eine „Produktionsgenossenschaft des Handwerks“ in dem Dorf vor den Toren Magdeburgs. Anfang der 70er Jahre war sie wie viele andere verstaatlicht worden. Zu den Hauptkunden für die damals hergestellten Verpackungs­materialien zählten vor allem die Betriebe des Magde­ burger

Schwermaschinenbaus. Mit der Reprivatisierung 1990 und der späteren Gründung der GmbH wurde das Unternehmen grundlegend modernisiert, fit für die Marktwirtschaft gemacht. Der Weg dorthin erwies sich allerdings als steinig. Von den über hundert Mitarbeitern blieben 1996 nur sieben übrig. „Diese Zeit war für uns entscheidend“, berichtet Rainer Fricke. Die Aufträge aus der Bauwirtschaft, mit denen die Nachwendezeit gut gemeistert wurde, brachen Stück für Stück weg. Die Entscheidung fiel daher damals für das volle Engagement im Verpackungsmittelbereich. Das Konzept ging auf, erwies sich als tragfähig. Heute arbeiten 48 Beschäftige in Deutschland, weitere 27 in Polen. Bei den Fachkräften setzt das Unternehmen auf eigene Lehrlinge und die ständige Qualifizierung der Mitarbeiter für die oft komplizierten Prozesse. „Da finden wir keine Experten auf dem Markt, sondern müssen das notwendige Fachwissen und die Fertigkeiten selbst vermitteln“, sagt Fricke.

Klaus-Peter Voigt Seemäßige Verpackung einer Kurbelwelle, eingeschweißt in Aluminiumverbundfolie.

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BVMW-Pressesprecher Sachsen-Anhalt

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Jahrestagung auf höchstem Niveau Expertenrat für den Erfolg der Mitgliedsunternehmen Mit einer fulminanten, sehr substanzvollen und motivierenden Rede eröffnete Präsi­ dent Mario Ohoven die zweite Jahresta­ gung des BVMW im sächsischen Radebeul unter dem Motto „Erfolg ist das Ergebnis unseres Denkens“. Die mehr als 200 Ver­ bandsrepräsentanten, darunter Vertreter der Auslandsbüros in aller Welt, dankten es ihm mit Standing Ovations.

Von den Besten für den unternehmerischen Erfolg der Mitglieder lernen, dazu leisteten Topreferenten ihren Beitrag. Mit Gerhard Fuchs sprach ein Marketingspezialist der Sonderklasse anschaulich über das Thema Kundenloyalität. Die BVMW„Basis“ bekam kompetente Antworten auf Fragen, wie aus einem Interessenten ein Empfehler wird, oder wie sich die Kundenzufriedenheit im Verband noch steigern lässt. Als Energiebündel wirbelte Star-Coach Stefan Verra über die Bühne, ein führender Experte zum Thema Körpersprache.

Freiwillige aus dem Publikum bekamen eine Kurzlektion: Wie stehe ich da? Was sagt mein Gang über meine Persönlichkeit aus? Wieder zeigte sich: Was ich denke, das strahle ich aus – und was ich ausstrahle, ziehe ich an. Am Galaabend überbrachte der Staatssekretär im Sächsischen Wirtschafts­ ministerium, Roland Werner, die Grüße der Landesregierung. Für die Wettiner, eines der ältesten Adelsgeschlechter Deutschlands, richtete Arne Prinz von Sachsen ein Grußwort an Vorstand, Bundesgeschäftsführung und Repräsentanten des BVMW. Als musikalisches Highlight brillierte Starsopranistin Jana Sibiera mit klassischen Arien. Spitzenmagier Jay Niemi schlug schließlich die Zuschauer mit verblüffenden Tricks in seinen Bann.

Fotos: Thomas Kube

Zu den Höhepunkten zählte die Podiumsdiskussion des Politischen Beirats. Mit Staatssekretärin a. D. Dagmar Wöhrl (CSU), der früheren Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) – jetzt Mitglied in Steinbrücks „Schattenkabinett“, dem stellvertretenden Vorsitzenden der FDPBundestagsfraktion und Vorsitzenden des Finanzausschusses Dr. Volker Wissing, Grünen-Chef Cem Özdemir und dem SPDKommunalexperten und Staatssekretär

a. D. Dr. Hans Kremendahl debattierten Spitzenpolitiker über die Bundestagswahl, die Wahlprogramme der Parteien und deren (finanzielle) Auswirkungen auf den Mittelstand.

Abgeordnete im Dialog: Bundesjustizministerin a. D. Brigitte Zypries MdB; Dr. Volker Wissing, Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion; Dr. Wolfgang Gerhardt, Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung.

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1. Wegweisend: Mittelstandspräsident Mario Ohoven. 2. In Aktion: Der Meister der Körpersprache Stefan Verra. 3. Potenziale erschließen: Topreferent und Marketingspezialist Gerhard Fuchs. 4. P  olitische Beiräte auf dem Podium: Dr. Volker Wissing, Bundes­­justizministerin a. D. Brigitte Zypries, Moderator Eberhard Vogt, Staatssekretärin a. D. Dagmar Wöhrl, Grünen-Chef Cem Özdemir, Kommunalexperte Dr. Hans Kremendahl (v. li.). 5. Voneinander lernen: Arbeit in einem Workshop. 6. Zauberhafter Galaabend: Der finnische Starmagier Jay Niemi. 7. B  VMW weltweit: Auslandsrepräsentanten nahmen weiteste Wege in Kauf.

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ANTRIEB MITTELSTAND – fit für die digitale Zukunft Wie Unternehmen höheren Umsatz erzielen können „Holen Sie mehr aus Ihrem Unternehmen heraus“, so lautet das Motto der digitalen Wachstumsinitiative ANTRIEB MITTEL­ STAND, die vom BVMW und der Deut­ schen Telekom im Jahr 2012 gemeinsam ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, den Mittelstand fit zu machen für das digitale Zeitalter. Unterstützt wird das deutsch­ landweite Aktionsbündnis von führenden IT- und Telekommunikationsunterneh­ men, darunter Dell und Nokia. ANTRIEB MITTELSTAND setzt Zeichen: Bei den ersten drei Veranstaltungen – in Hamburg, Oberhausen und München – wurden mehr als 1.700 mittelständische Unternehmer mit den aktuellen Chancen digitaler Lösungen vertraut gemacht. Dazu gehört es unter anderem, die Zusammenarbeit im Betrieb durch Vernetzung zu optimieren, online den Umsatz zu steigern und Firmendaten optimal in der Cloud zu speichern. In verschiedenen Themenforen und praxisnahen Vorträgen erläutern erfahrene Referenten, was es mit der Cloud auf sich hat, und wie sich Kunden im Internet gewinnen lassen. ANTRIEB MITTELSTAND liefert Antworten für die Praxis und bietet anwenderfreundliche Lösungen für den Arbeitsalltag. Erfolgsgeschichten runden das Programm ab. Weitere nationale

und regionale Partner bis hin zu Medien­ partnern wie „Die Welt“ und „impulse“ unter­stützen die Initiative tatkräftig. Die bisherigen Veranstaltungen haben gezeigt, dass viele mittelständische Betriebe ihre ersten Schritte in Richtung Digitalisierung unternommen haben: Computer, Laptops und Smartphones sind aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken. Rund 80 Prozent der Deutschen nutzen das Internet. Fest steht aber auch, dass zahl­reiche mittelständische Unternehmen die Potenziale des Internets bei weitem nicht ausschöpfen. Die Telekom Deutschland engagiert sich als Mit-Initiator in herausragender Weise. Dies gilt besonders für Christian Rätsch, Bereichsleiter Marketing KMU/ Geschäftskundenmassenmarkt, der die Initiative mit großem persönlichen Engagement voranbringt: „Der Mittelstand ist der Motor unserer Wirtschaft. Die Digitalisierung wirkt als Superkraftstoff, der den Firmen auch bei wirtschaftlichem Gegenwind ordentlich Schwung verleiht.“ ANTRIEB MITTELSTAND habe es sich zur Aufgabe gemacht, „Hürden abzubauen, die den Unternehmern den Weg in die digitale Arbeitswelt versperren“.

Christiane Kampling, Marketing Director Consumer & Small Business beim BVMWPartner Dell in Frankfurt, meint zur neuen Initiative: „Mittelständler können den hohen Anforderungen der Internet-Welt meist nicht allein gerecht werden.“ Die Initiative ANTRIEB MITTELSTAND helfe ihnen dabei, die komplexen Technologien zu meistern.

Weitere Infos über Tipps, Trends und Entwicklungen in der digitalen Welt unter www.antrieb-mittelstand.de Über die Social Media-Kanäle Face­ book und Twitter haben Unternehmer die Möglichkeit, sich aktiv an Diskussionen zu beteiligen und fachliche Fragen zu stellen. Ein regelmäßig erscheinender News­ letter liefert zusätzliche Ratschläge. Darüber hinaus gibt die Initiative regelmäßig Studien zum InternetNutzerverhalten sowie zur Digitalisierung des deutschen Mittelstands in Auftrag, deren Ergebnisse künftig ebenfalls auf der Homepage ver­ öffentlicht werden.

Foto: Antrieb Mittelstand

Die nächsten Termine: • 18.06. Hannover • 25.06. Dresden • 29.08. Darmstadt • 20.09. Stuttgart • 26.09. Köln

Michael Woltering Get together im Marktplatz-Forum bei Antrieb Mittelstand in München.

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BVMW Marketing


Die Reihe – Forum Führung „Forum Führung“ will Impulse geben, für zündende Dialoge sorgen und eine Neuorientierung ermöglichen. In einem insgesamt 3-stündigen Vortrag eines hochkarätigen Referenten erhalten Sie wertvolle Information zur Führung Ihres Unternehmens und nutzen Sie das hervorragende Netzwerk des BVMW beim Get-together für den wichtigen Erfahrungsaustausch.

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Forum Führung. Impulse – Dialoge – Orientierung.

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Veranstaltungstermine und -orte

Klaus Kobjoll Klaus Kobjoll, einer der bekanntesten und erfolgreichsten Autoren und Referenten zu den Themen Total Quality Management und Mitarbeitermotivation. Er ist zudem Inhaber eines der bekanntesten Hotels Deutschlands, dem Schindlerhof. 14 Auszeichnungen, einschließlich dem European Quality Award, bestätigen, was mit Planung, einer klaren Vision und im Team machbar ist. Sein Thema: Wa(h)re Herzlichkeit

18. Juni 2013 in Münster Dieter Lange – Leader-Personality

11. Juli 2013 in Mönchengladbach Klaus Kobjoll – Wa(h)re Herzlichkeit

Dieter Lange Dieter Lange studierte Betriebswirtschaftslehre und Psychologie, verbrachte viele Jahre mit ethnischen Studien verschiedener Kulturen. Er verfügt über breite Erfahrung aus der Wirtschaft als Produktmanager und als Marketingmanager und verbindet stets Westliches Wissen mit Östlichen Weisheiten. Er zählt zu jenen seltenen Top-Führungskräfte-Trainern, von denen entscheidende Impulse für Veränderungen in Unternehmen ausgehen. Sein Thema: Leader-Personality

17. Juli 2013 in Mannheim Prof. Dr. Arnold Weissmann – Strategische Unternehmensführung

©Wolfgang List / Perfectfotos

Prof. Dr. Arnold Weissmann Als Erfolgsstratege ist Prof. Dr. Weissmann besonders bei inhaber- und familiengeführten Unternehmen gefragt. Weissmanns Leidenschaft für den Mittelstand und seine Besonderheiten machen ihn zu einem der führenden Experten der strategischen Entwicklung – insbesondere auch deshalb, weil er in seinen Ansätzen theoretisches und praktisches Wissen vereint und bündelt. Sein Thema: Strategische Unternehmensführung Jens Corssen Ein erfolgreicher Unternehmer bewältigt bedrohliche Veränderungen, schwierigste Herausforderungen und verkörpert Ausstrahlung und Durchhaltevermögen. Vor allem: Er hört nie auf, sich selbst zu entwickeln. Jens Corssen hat die Philosophie und Praxis des Selbst-Entwicklers® erschaffen. In seinem gehalt- und humorvollen Vortrag vermittelt Jens Corssen die Quintessenz seiner 40-jährigen Erfahrung als Psychologe, Konfliktberater und Coach. Sein Thema: Der Selbst-Entwickler® – die Persönlichkeit macht den Unterschied.

05. September 2013 in Mainz Prof. Dr. Arnold Weissmann – Strategische Unternehmensführung

15. Oktober 2013 in Bielefeld Jens Corssen – Der Selbst-Entwickler® – die Persönlichkeit macht den Unterschied

22. Oktober 2013 in Hamburg René Borbonus – Respekt! Ansehen gewinnen bei Freund und Feind – Wie erreiche ich Wertschöpfung durch Wertschätzung / Respekt?!

René Borbonus René Borbonus gehört zum renommierten Kreis der Top 100 Excellence Speakers and Trainers und bewegt sich – als Buchautor, Vortragsredner und einer der führenden Kommunikationstrainer im deutschsprachigen Raum – bewusst an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis. Sein Thema: Respekt! Ansehen gewinnen bei Freund und Feind – Wie erreiche ich Wertschöpfung durch Wertschätzung / Respekt?!

Die Veranstaltungsreihe „Forum Führung“ wird unterstützt von unseren Partnern

Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.forum-fuehrung.bvmw.de BVMW - Bundesverband mittelständische Wirtschaft · Unternehmerverband Deutschlands e.V. Leipziger Platz 15 · 10117 Berlin · Tel.: 030 533206-0 · Fax: 030 533206-50 · E-Mail: forum-fuehrung@bvmw.de

www.bvmw.de


BVMW

Green Star: Erneut Gold-Status für das Dolce Bad Nauheim Das Hotel Dolce Bad Nauheim wurde wiederholt mit dem Green Star in Gold der International Association of Conference Centers (IACC) ausgezeichnet. Das IACC würdigt mit der Auszeichnung die Maßnahmen des Hotels für mehr Nachhaltigkeit. Das Vier-Sterne-Plus-Hotel war somit die ideale Location für die Premiere der neuen Veranstaltungsreihe „Wirtschaftsforum – Gespräche im Spiegelsaal“ mit dem Thema Energie.

Foto: Annette Hausmanns

Ausgezeichnete BVMWMitgliedsunternehmen

Auftraktveranstaltung des Wirtschaftsforums: Rüdiger Muth, BVMW Hessen; Dr. Alois Friderichs, Fresenius Kabi; Klaus Breil, Energiepolitischer Sprecher FDP-Bundestagsfraktion; Stefan Günther, BVMW Wetterau; Michel Prokop, General Manager, Hotel Dolce; Katja Weigand, BVMW Wetterau; Boris Karkowski, Chefredakteur Markt und Mittelstand; Rainer Schwarz, Vorsitzender des Vorstandes, ovag AG; Tarek Al-Wazir, Spitzenkandidat Bündnis 90 / DIE GRÜNEN, Hessen; Dieter Balkhausen, Moderator (v. li.).

Fotos: Trivid (li.); 360report (Mitte); steelconcept (re.)

www.dolce-bad-nauheim-hotel.de

Mittelstandspreis-Jury American Express mit Angelika Hänssler und Sergej Müller von Trivid (Mitte).

Dr. Christian Lüdtke, Gründer und Geschäftsführer der etventure Investments GmbH und Hardy Nitsche, Gründer und Geschäftsführer der 360report GmbH (v. li.).

Geschäftsführer Roger Herold mit dem Energy Masters Award vor der preisgekrönten Industriehalle des steelconcept Firmengebäudes in Chemnitz.

Online Marketing von Trivid räumt ab Das Stuttgarter Start-Up und BVMWMitglied Trivid hat den Pro Cloud Award 2012 sowie den Hauptpreis des Mittelstandsprogramms 2012 gewonnen. Der Pro Cloud Award zeichnet Unternehmen aus, die mit ihren Produkten das Cloud Computing unterstützen. Die Trivid GmbH entwickelt und vermarktet Video-Software und Multimedia-Applikationen.

360report GmbH gewinnt Green IT Award Das Berliner Unternehmen 360report hat die Best of 2013 – Green IT Auszeichnung gewonnen. Die Softwarelösung von 360report ermöglicht es Unternehmen mit einfachen Mitteln, Nachhaltigkeitsberichte zu erstellen, was nicht nur die Umwelt schont, sondern den Unternehmen auch einen klaren Wettbewerbsvorteil verschaffen kann.

Steelconcept und WätaS-Lösung ge­ winnen Energy Masters Award 2013 Die steelconcept GmbH hat ihre Produktionsstätte von der WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH mit einem energie­e ffizienten Heizsystem ausstatten lassen. Steelconcept konnte seine Heizkosten so von 30.000 Euro auf 7.000 Euro senken. Das Gesamtkonzept und die erfolgreiche Umsetzung wurden mit dem Energy Masters Award 2013 gewürdigt.

www.trivid.com

www.360report.org

www.steelconcept.de / www.waetas.de

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Innovationen aus dem Mittelstand. Der Weg von einer Idee zum wirtschaftlichen Erfolg. Die SKILLsoftware GmbH aus Frankfurt wurde mit dem Telekom-Innovationspreis ausgezeichnet für ihre mobile Baustellendokumentation „SKILLbaudoc“. Eindrucksvoll zeigt das Telekom-Innovationspreis-Video den Einsatz & Nutzen der mobilen Anwendung (siehe unter www.mobile-daten.de). Die Consist Software Solutions GmbH aus Kiel hat mit Splunk beim Thema „Big Data Analyse“ das Potenzial zum Hidden Champion. Das schnell wachsende Unternehmen Splunk wurde zum viert innovativsten Unternehmen der Welt gekürt. Der BVMW-Arbeitskreis „Innovation“ und dessen Innovationsmanagement-Experten präsentieren das Konzept „B.I.S.T.R.O“. Mit dem methodischen Vorgehen können zukünftig auch kleine, mittelständische Unternehmen viel leichter neue Produkte & Lösungen entwickeln und erfolgreich in den Markt bringen.

Lernen Sie diese und weitere interessante Unter nehmen & Konzepte kennen beim: 12. BVMW-Unternehmer-Treffen „IT & Medien-Kompetenz“ am 13.06.2013 um 18.30 Uhr im Unternehmen Giegerich & Partner GmbH Robert-Bosch-Str. 18, 63303 Dreieich

© peshkova - Fotolia.com

13. BVMW-Unternehmer-Treffen „IT & Medien-Kompetenz“ am 12.09.2013 um 18.30 Uhr im Unternehmen IBM Deutschland GmbH Wilhelm-Fay-Str. 30-34, 65936 Frankfurt

Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.innovationen-aus-dem-mittelstand.de

Ihr Ansprechpartner zum Thema „Innovationen aus dem Mittelstand“ Herr Kay Lied BVMW-Frankfurt Telefon: 069 93540017 E-Mail: Kay.Lied@bvmw.de

www.bvmw.de


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Wahlaufruf Die ordentlichen Mitglieder des BVMW gemäß § 3 bis § 5 der Satzung in Verbindung mit der Wahlordnung können aus ihrer Mitte Wahlvorschläge bis zum Freitag, den 30. August 2013, 17.00 Uhr beim Wahlausschuss (Leipziger Platz 15, 10117 Berlin) einreichen.

1. Dr. Stefan Feuerstein (Wahlleiter/Vorsitzender) 2. Rechtsanwalt und Notar Hans-Günther Lennartz (stellvertretender Wahlleiter/Vorsitzender) 3. Rechtsanwalt Prof. Dr. Wolfgang Fahrenkamp geben folgendes gemäß § 4 der Wahlordnung des BVMW bekannt: Der Bundesvorstand hat gemäß § 2 Abs. 1 der Wahlordnung in seinen Sitzungen vom 25. Januar 2013 und 22. Februar 2013 in Berlin folgende Mitglieder in den Wahlausschuss berufen: Dr. Stefan Feuerstein, Rechtsanwalt Prof. Dr. Wolfgang Fahren­ kamp, Rechtsanwalt und Notar Hans-Günther Lennartz, als Ersatzmitglieder Rechtsanwalt Hans-Gerd Bullhorst, Dipl.-Finanzwirt Wilfried Krauss und Rechtsanwalt Stefan Teske. Die Anschrift des Wahlausschusses lautet: BVMW-Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e. V. – Wahlausschuss – Leipziger Platz 15 10117 Berlin

Es wird darauf hingewiesen, dass nur fristgerecht eingegangene Wahlvorschläge berücksichtigt werden. Die Wahlvorschläge nach § 10 Absatz 1 Wahlordnung müssen Familiennamen, Vornamen und Wohnanschrift der vorgeschlagenen Bewerber sowie eine Erklärung enthalten, dass der Bewerber kandidiert und für welche Ämter. Den Wahlvorschlägen sind unterschriebene Einverständniserklärungen der Vorgeschlagenen beizufügen. Die Vorgeschlagenen haben zugleich zu erklären, dass ihnen Umstände, die eine Wählbarkeit ausschließen, nicht bekannt sind. Der Wahlausschuss hat hierzu gemäß § 3 Abs. 3 der Wahlordnung einen Form-Wahlvorschlag beschlossen, der beim Wahlausschuss oder im Internet unter www.bvmw.de abgerufen werden kann. Im Übrigen wird auf die Satzung, die Wahlordnung und die Schieds- und Schlichtungsordnung des BVMW-Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e. V. verwiesen.

Die Wahlen des Bundesvorstandes des BVMW e. V. finden am Freitag, den 29. November 2013 statt.

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Dr. Stefan Feuerstein, Notar Hans-Günther Lennartz, Prof. Dr. Wolfgang Fahrenkamp

Foto: Andrey Burmakin - Fotolia.com

Die Mitglieder des Wahlausschusses, bestehend aus


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Nachruf Das IBWF-Institut trauert um sein langjähriges Vorstandsmitglied Dr. rer. nat. Manfred Hahn, der viel zu früh im Alter von 65 Jahren am 3. Mai 2013 an den Folgen eines operativen Eingriffs verstorben ist. Bekanntmachung zum Wählerverzeichnis Der Wahlvorstand gibt zum Wählerverzeichnis nach § 5 der Wahlordnung bekannt: In das Wählerverzeichnis sind alle ordentlichen Mitglieder einzutragen, die ihre Mitgliedschaft vor Schließung des Wählerverzeichnisses begründet haben. Nichtrechtsfähige ordentliche Mitglieder müssen die Eintragung im Wählerverzeichnis beim Wahlausschuss beantragen. Hierzu ist die Vorlage des letztgültigen, die Wahlen enthaltenden Protokolls ihrer Mitgliederversammlung erforderlich und die schriftliche Erklärung eines gewählten Organs, dass es sich dabei um das letztgültige Wahlprotokoll handelt. Die Unterlagen bitten wir, nebst Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis an den BVMW-Wahlausschuss, Leipziger Platz 15, 10117 Berlin zu senden. Das Wählerverzeichnis kann während der üblichen Geschäfts­zeiten (bitte vorher anmelden) in der BVMWBundesgeschäftsstelle in 10117 Berlin, Leipziger Platz 15 und nur persönlich durch die Wahlberechtigten eingesehen werden. Die Auslegung beginnt mit dem Tag dieser Bekanntmachung. Das Ende der Auslegungsfrist wird auf Donnerstag, den 7. November 2013, 17.00 Uhr festgesetzt. Einsprüche gegen das Wählerverzeichnis können spätestens bis Donnerstag, den 14. November 2013, 17.00 Uhr schriftlich und unterschrieben durch den Einspruchsführer beim Wahlausschuss (Leipziger Platz 15, 10117 Berlin) eingelegt werden. Im Übrigen wird auf die Wahlordnung, die Satzung und die Schiedsgerichtsordnung des BVMW hingewiesen. Ferner weist der Wahlvorstand nochmals darauf hin, dass die Form-Wahlvorschläge aus dem Internetauftritt des BVMW e. V. – www.bvmw.de – heruntergeladen werden können.

Dr. Hahn, Diplom-Psychologe und Spezialist für die Personalentwicklung im Bankensektor, trat dem IBWF als Unternehmensberater 1998 bei und wurde bereits 2001 in den Vorstand gewählt. Er übernahm nach kurzer Zeit den Bereich Fortbildung für Berater und war Begründer und Leiter der IBWF BeraterAkademie. Hinzu kam später auch die Organisation und Leitung der jährlichen Fachtagung, eines der Aushängeschilder des IBWF. Die Qualität der IBWF Berater war immer sein Anliegen und so war er auch ein Mitglied der Aufnahmekommission für die Zertifizierung der Unternehmensberater. Viele Beraterkollegen haben ihn in den Aufnahmegesprächen erlebt. Dr. Hahn war auch Mitbegründer und aktives Mitglied des IBWF-Bundesarbeitskreises InCaS, an dessen Weiterentwicklung und Organisation er maßgeblich beteiligt war. Dr. Hahn war ein engagiertes und lebenskluges Vorstandsmitglied mit vielen guten Ideen und einer feinen Diskussionskultur, gewürzt mit trockenem Humor, immer mit dem Willen zur Einigung auf einer möglichst breiten Basis. Dieses wichtige Element werden wir in seinem Andenken auch künftig pflegen. Nach einem Herzinfarkt vor wenigen Jahren begann er, sein Leben und seine Arbeitsbelastung umzustellen, ohne aber sein Engagement für die Vorstandsarbeit einzuschränken. Vor einigen Wochen wurde dann eine schwere Erkrankung bei ihm diagnostiziert, die aber gute Heilungschancen versprach. Leider hat sich diese optimistische Erwartung nicht erfüllt. Am 13. Mai wurde Dr. Hahn unter großer Anteilnahme von An­gehörigen und Freunden sowie Vertretern von IBWF und BVMW auf dem historischen Melatenfriedhof in Köln beigesetzt. Vorstand, Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Mitglieder des IBWF werden Dr. Manfred Hahn in bester und ehrender Erinnerung behalten.

Karl-Heinz Thor Präsident IBWF – Institut für Betriebsberatung, Wirtschafts­förderung und -forschung e. V.

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Impressum Der Mittelstand. Unternehmermagazin des BVMW Herausgeber BVMW – Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e. V. Präsident Mario Ohoven Mosse Palais, Leipziger Platz 15 10117 Berlin www.bvmw.de Redaktion Tel.: 030 / 53 32 06-16 Fax: 030 / 53 32 06-50 mittelstand@bvmw.de

Eberhard Vogt (Chefredakteur) Rotger H. Kindermann (Korrespondent) Friederike Pfann Jonas Stoll Titelbild: Umweltsensorentechnik GmbH Verlag mattheis. werbeagentur gmbh Kastanienallee 4 10435 Berlin Tel.: 030 / 34 80 633-0 Fax: 030 / 34 80 633-33 info@mattheis-berlin.de www.mattheis-berlin.de

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Druckerei Möller Druck und Verlag GmbH, Zepelinstraße 6 16356 Ahrensfelde, OT Blumberg Das Magazin „Der Mittelstand.” ist das offizielle Organ des BVMW. Mitglieder des Verbandes erhalten das Magazin im Rahmen ihrer Mitgliedschaft. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge sowie Selbstdarstellungen von Unter­nehmen müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Nachdruck und Verbreitung mit Angabe der Quelle gestattet. Druckauflage: 30.000

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Beratung unter der kostenlosen Ruf-Nr. 0800 330 6009 oder per E-Mail: verbaende-vorteil@telekom.de Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Angebot gültig bis 30.06.2013 bei Neuvertrag im Rahmenvertrag RV 21754. 1) Angebot gültig bis 30.06.2013. Monatlicher Grundpreis 58,78 € netto (mit Handy) bzw. 47,44 € netto (ohne Handy), bei Abschluss eines Neuvertrages mit Handy beträgt der monatliche Grundpreis für die Dauer von 6 Monaten 47,44 € netto anstatt 58,78 € netto. Bereitstellungspreis 25,17 € netto. Mindestlaufzeit 24 Monate. Die HotSpot Flat gilt nur für die Nutzung an HotSpots der Telekom Deutschland GmbH. Die Nutzung von VoIP ist nicht Gegenstand des Vertrages. Ab einem Datenvolumen von 1 GB wird die Bandbreite im jeweiligen Monat auf max. 64 KBit/s (Download) und 16 KBit/s (Upload) beschränkt. Zudem beinhaltet der Tarif in der Daten-Roaming-Option Travel & Surf 6 kostenfreie Nutzungen des WeekPass inklusive (50 MB) innerhalb von 24 Monaten in der Ländergruppe 1. 2) Das Angebot gilt nur bei Abschluss des Tarifes Complete Comfort L Business. Mindestvertragslaufzeit 24 Monate. Gilt zu den in 1) genannten Konditionen. Gültig im RV 21754 Ein Angebot von: Telekom Deutschland GmbH, Landgrabenweg 151, 53227 Bonn.


DER MITTELSTAND Ausgabe 3-2013  

„Der Mittelstand“ ist das moderne Unternehmermagazin des Bundesverbandesmittelständische Wirtschaft (BVMW). Es erscheint 6 x p.a. in einer I...

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