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Structures of Surfaces

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Lösungen für effizientes Produzieren Um das Ziel der maximalen Wertschöpfung durch minimalen Ressourcen­ einsatz zu erreichen, sind technische Innovationen unerlässlich. Die Umsetzung dieser Erkenntnis in effiziente Produktionsmittel zeigten die internationalen Maschinen- und Werkzeughersteller auf der 20. Ligna. Effizienz war wichtiges Leitthema der Ligna. Energie- und Ressourceneffizienz werden zunehmend zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren. Statt maximalem Gewinn bei minimalem Kapitaleinsatz muss künftig gelten: intelligente Fertigungsprozesse bei maximaler Wertschöpfung und minimalem Ressourcenverbrauch. Losgröße-eins-Fertigung Ein Beispiel hierfür ist der Plattenzuschnitt im Möbelbau. Stückzahl eins ist das Gebot der Stunde. Homag zeigte eine Plattenaufteilanlage, in deren Mittelpunkt Weeke das Plattenaufteilzentrum „BHC 912“ in Portalbauweise stellte. Vertikale Spindeln fräsen aus Holzwerkstoffplatten Möbelteile in Losgröße eins präzise aus. Genaues Aufteilen und das Vereinzeln der Werkstücke sorgen für schnellen Materialfluss. Eine sanfte Teileführung steht im Vordergrund, um die jeweilige Oberflächenqualität besonders zu schützen. Eingebunden in Gesamtprozesse, wie zum Beispiel mit einem Lager und einer Kantenbearbeitungsanlage, beweist dieses Aufteilzentrum, besonders bei Losgröße eins, seine Stärke. IMA zeigte sein Cuttingcenter „Performance.Cut“ auf Basis einer Portalbauweise mit vertikaler Frässpindel und flexiblem Tisch. Ein Fräser trennt jedes einzelne Mö­­­44

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belteil mit hoher Geschwindigkeit aus einer Standplatte aus. IMA will damit die Zuschnittkosten schon bei kleinen Mengen reduzieren. Auch Schelling informierte auf der Ligna über eine hochflexible Zuschnittanlage für die Losgröße eins aus großformatigen Holzwerkstoffplatten. Verbesserte Werkzeuggeometrien und -beschichtungen standen bei den beiden deutschen Werkzeugspezialisten Leitz und Leuco im Zentrum: Denn so vermeiden Hersteller Fehl- und Mehrfachzerspanungen und erreichen längere Standzeiten, was auch zur Ressourcenschonung beiträgt.

wirtschaftlicheren Verfahren, solche Oberflächen zu erzeugen. Als Alternative zur klassischen Flüssigbeschichtung mit Lack stellte Kleiberit in Hannover sein „HotCoating“-Verfahren vor, während Cefla und Bürkle in der „Inert Coating“- bzw. „Inert Curing“Technologie eine wirtschaftliche Lösung sehen. Hierbei glättet nach der Walzenlackierung eine synchron zum Vorschub umlaufende transparente Folie die noch feuchte Lackoberfläche. Die Härtung mittels UV-Strahler geschieht durch die Folie hindurch bei direktem Oberflächenkontakt.

Kanten Bei der Bekantung von Möbelplatten zeigte sich auf der Ligna ein Wettstreit unterschiedlicher Kantentechnologien, um bei Möbeln die gewünschte Null-Fuge zu erzielen. Neben der Lasertechnologie versuchen sich das PlasmaVerfahren sowie das „AirTec“Verfahren, bei dem die Funktionsschicht coextrudierter Kanten mittels komprimierter Heißluft reaktiviert wird, am Markt zu etablieren.

Fahrportalbauweise Was die Maschinenbauweise anbetrifft, so setzen die Unternehmen immer stärker auf die Fahrportalbauweise und rechnen damit, dass dieses Maschinenkonzept schon bald zum Standard in der professionellen Möbelproduktion wird. Vorteile der Bauweise ist die Reduzierung von Schwingungen, was die Bearbeitungsqualität erhöht. Zudem kommen Bearbeitungszentren in Portalbauweise mit weniger Platz aus.

Hochglanz Der Wettstreit der Technologien erstreckte sich aber auch auf hochglänzende Oberflächen. Hier suchten die Maschinenhersteller nach

Bedienung Auch an die Bediener der Maschinen wurde gedacht. Die neue Maschinengeneration ist bedienungsfreundlicher gestaltet und leitet

1| Der italienische Hersteller Cefla präsentierte mit der „Inert Coating“-Technologie eine wirtschaftliche Möglich­ keit der Hochglanzbeschich­ tung. With its “Inert Coating” technology, the Italian company Cefla demonstrated an economical solution for high-gloss coating. Photo: Barth 2| Der „VEN DRY UV-LED“Trockner von Venjakob wurde für die Härtung von Lacken auf dreidimensionalen Werkstücken konzipiert. The “VEN DRY UV-LED” dryer manufactured by Venjakob was designed for curing lacquers applied to 3-dimensional workpieces. Photo: Venjakob 3| Kleiberit führte vor, wie mit dem „HotCoating“-Verfahren ein fugenloses und durch­ gängiges Design zwischen Fläche und Kante erzielt werden kann. Kleiberit demonstrated how, by means of the “HotCoating” process, a seamless, continuous design is possible between surface and edge. Photo: Kleiberit 4| IMA stellte mit der „Bima Gx30“ eine Portalmaschine mit Gantry-Antrieb vor. Under the designation “Bima Gx30”, IMA presented a portal milling machine with gantry drive. Photo: IMA

vielfach den Maschinenführer intuitiv durch die Funktionen. Große Touchscreen-Bildschirme sowie beispielsweise bei Homag einheitliche Bedienelemente bei allen

material + technik möbel Ausgabe 04/2013  

material + technik möbel zählt zu den führenden Fachzeitschriften für die internationalen Entscheider der Möbel- und Einrichtungsindustrie,...