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MASTERRIND

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M A G A Z I N F Ü R Z U C H T, B E S A M U N G & V E R M A R K T U N G

π DHV-Schau in Oldenburg π 1. Best of – Fleischrinder-Färsenchampionat π Jungzüchter-Triathlon π agra Leipzig

JULI 2009


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EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser, mit enorm viel Herzblut, Hingabe und Motivation waren unsere Züchter und Jungzüchter aus dem Milch- und Fleischrinderbereich mit ihren Tieren auf den Schauen des Frühjahrs sowie jüngst auf der Deutsche Holstein-Schau in Oldenburg vertreten. Beobachtet man dies, ist einem um die Zukunft der Rinderproduktion eigentlich nicht bange. Wenn dann die Mühe und der Einsatz durch erfolgreiches Abschneiden mit Siegertiteln in der Spitze versüßt wird, resultiert daraus zusätzliche Motivation und weiterer Ansporn. Es gibt wohl nur ganz wenige Bereiche in der Wirtschaft, in der sich die Protagonisten derart mit ihrer Tätigkeit, den Aufgaben und den Resultaten identifizieren, wie das die Landwirte und die Rinderhalter tun. Selbstverständlich lebt die Landwirtschaft nicht nur von Gefühlen und Emotionen, denn auch Leistungsfähigkeit und Produktivität der Unternehmen des Berufsstandes haben enorm zugenommen und suchen ihresgleichen. Natürlich ist auch uns nicht entgangen, dass insbesondere die Situation für die Milcherzeuger nach wie vor sehr angespannt ist und keine gerechte Entlohnung des Einsatzes erfolgt. Die Erzeugerpreise sind nach wie vor in einem nicht akzeptablen Tal. Die veränderten Strukturen in den Erzeugerbetrieben werden von uns als deren Partner zukünftig auch andere Dienstleistungen verlangen. Hier ist das gesamte MASTERRIND-Team gefordert, die entsprechenden Ideen weiterzuentwickeln, um diese produktiv zum Nutzen der Rinderhalter einzusetzen. Wie Sie in den Berichten zu den Vertreterversammlungen lesen können, hat sich die MASTERRIND GmbH zu einem stabilen Unternehmen für Sie als Mitglied entwickelt. Dennoch ist sie nicht in der Lage, an der Situation des globalen Milchmarktes etwas zu verändern. Mit der ständigen Verbesserung unseres Produkt- und Dienstleistungsangebotes unterstützt unser gesamtes MASTERRIND-Team die Milchviehhalter in der täglichen Arbeit. Dazu steht Ihnen hervorragende Genetik unserer besten Vererber mit höchster Leistungssicherheit zur Verfügung, die die in letzter Zeit viel diskutierten genomischen Zuchtwerte erst einmal unter Beweis stellen müssen. Es ist schon interessant, wenn man Züchter fragt, worauf sie, den Einsatz von Besamungsbullen betreffend, Wert legen. Sicherheit und Verlässlichkeit der Zuchtwerte genießen neben dem Preis noch immer die höchste Priorität. Wenn auch die genomische Selektion die Rinderzucht revolutionieren wird, ist doch verwunderlich, wie hoch die Akzeptanz von DNA-getesteten Bullen ist, deren Sicherheit nur bei 60 % liegt und so ein beträchtliches Risiko eines Fehlgriffs trägt. Insbesondere die letzte Zuchtwertschätzung hat gezeigt, dass Genetik einer Vielzahl solider nachkommengeprüfter Bullen zur Verfügung steht, mit der preiswert eine leistungsfähige Zukunftsgeneration in den Zuchtbetrieben produziert werden kann. Die Rindervermarktung konnte in der ersten Hälfte des Jahres positive Absatzzahlen vermelden. Die gesamten Aktivitäten konzentrieren sich dabei auf die Auslandsmärkte in Südeuropa sowie Nordafrika. Sicher wird der Absatz während der heißen Sommermonate spürbar nachlassen, dennoch sehen wir gute Perspektiven für die Herbstmonate, um mit dem Rinderverkauf zusätzliche Betriebseinnahmen zu realisieren. Jeder Sturm und jede steife Brise flaut nach einer gewissen Zeit auch wieder ab. Auch in der Vergangenheit gab es zahlreiche Krisen in der Landwirtschaft, die Sie erfolgreich gemeistert haben. Gerne werden wir Sie auf diesem Weg unterstützen. Titel: Good-Tochter NOG Meriva Foto: Wolfhard Schulze

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INHALT

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Inhalt Juli 3 Editorial

Jungzüchter

Zucht / Besamung 6 10 12 14 16 17 18 20 22 23

DHV-Schau in Oldenburg Neues aus Karkendamm agra 2009 in Leipzig RMV-Verbandsschau Rind aktuell Exzellentkühe 100.000-l-Kühe MASTERRIND-Partner ISB Genetic Tschechien

Ankündigung Tarmstedter Ausstellung

6

4

2. MASTER-Typ-Cup Vorführwettbewerb Vogtland Fittingseminar Vorführwettbewerb agra Leipzig Vorführwettbewerb DHV-Schau Jungzüchter-Informationstag Fahrt JZC Altkreis Hoya

Ankündigung Sächsische Holsteintage Cavertitz

Top-Kühe extensiv

Intern 54 56 58

Vertreterversammlung Verden Generalversammlung Meißen Fahrten und Züchertreffen

Landesfleischrindschau auf der agra Auktion Best of

Management

Highlandschau in Delmenhorst

62

Abgangsursachen bei Milchkühen

6. Galloway Open Alsfeld Jahresversammlung der Charolaiszüchter

Persönliches

Rasseschau Welsh Black

64

Züchterfahrt nach Polen

Jubiläen und Nachrufe

1. Jungzüchter-Bundeswettbewerb

Rubriken

Vermarktung 38 40

13. Jungzüchter-Triathlon in Verden

Institut für Milchuntersuchung in Verden

Fleischrinder 24 26 28 30 31 32 33 34 36

42 46 48 49 50 51 52 53

66 67

Holstein Fleischrinder

DHV-Schau in Oldenburg

26 1. Best of - Fleischrinder

Kurzinfos Termine

42 Jungzüchter-Triathlon

12 agra Leipzig


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ZUCHT & BESAMUNG

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Deutsche Holstein-Schau 2009

MASTERRIND-Züchter dominierten Als zweijährig durchgeführte Veranstaltung wartet die Deutsche Holstein-Schau in ungeraden Jahren mit hochklassigen Tieren aus dem gesamten Bundesgebiet und Österreich auf. 45 der insgesamt 233 am 18. Juni in den beiden Farbschlägen gestarteten Tiere stammen von MASTERRIND-Züchtern, eine glückliche Hand scheinen insbesondere die Besitzer der Zweitkalbskühe aus Sachsen und Niedersachsen gehabt zu haben: Siegerin, Reservesiegerin und Drittplatzierte waren von dort angereist. MASTERRIND-Trio Lys Adia, Goldwin-Tochter der Agrargenossenschaft Hainichen, ging in der ersten Zweitkalbsklasse in den Ring, der, mit grünen Spänen gestaltet, ein wenig einer schattigen Frühlingswiese glich. Mit trockenem Körperbau und idealem Euter hatte das Tier bereits im Februar bei der Schau der Besten einen Reservesieg errungen. In ihrer hochqualitativen Klasse verwies sie Mona, ei-

ne Tochter des Testbullen Lindgren von Volker Carstens aus Rosebruch, auf den 1b-Platz und nach dem Richten aller fünf Zweitkalbsklassen auch auf den des Reservesiegers. Bei der Siegerauswahl auf den dritten Platz stellte der Ringrichter Lys Adias Stallgefährtin Amstel (V. Laudan). Obgleich ihr neben einer 1a-Platzierung in ihrer Klasse keine weitere Auszeichnung zugesprochen wurde, kann man bei den jungen Kühen durchaus

MASTERRIND-Trio: Lys Adia, Mona und Amstel bei der Siegerauswahl jung

von einem Dreifachsieg der MASTERRIND-Züchter sprechen. Die weiteren 1a-Platzierungen gingen an andere Verbände: Integrity-Tochter GLH Illino stammt vom Zuchtbetrieb Gloningen in Ellwangen und damit aus dem Gebiet der RBW, DRH Denise (V. Talent 2) ist ein ostfriesisches Zuchterzeugnis von Dietmar Richter, Hinte, und aus Thüringen kam mit WFD Mae

eine weitere Talent 2-Tochter, in diesem Fall vom Rinderzuchtbetrieb Wiesenfeld. Der Erfolg der MASTERRINDZüchter bei den Zweitkalbinnen spiegelt sich auch in den 1bund 1c-Platzierungen wider. DO Odelina, schauerfahrene Tochter des MASTERRIND-Vererbers Lexikon aus dem Stall von Alex Dittmer aus Oldershausen, erreichte nach einer 1a-Platzierung auf der Schau der Besten in Oldenburg 1b. Aus demselben Stall stammt DO Okimba (V. Gibson), die wie LaudanTochter Harpune von Wilfried Hoeft, Bassum, 1c erreichte.

Beginn mit Erstkalbskühen

Siegerin der jungen Klassen: Lys Adia (V. Goldwin) von der Agrargenossenschaft Hainichen-Bockendorf

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Zuvor waren selbstverständlich die Erstkalbskühe gerichtet worden. In der ersten der vier Klassen dieser Gruppe gingen gleich fünf MASTERRIND-Tiere in den Ring. Für keines davon reichte es bis nach vorn. Der 1a-Preis ging an eine ostfriesische Elias-Tochter der Zuchtstätte Vienna in Jemgum. Bestes MASTERRINDTier wurde mit 1d Goldwin-Tochter Ideal von Volker Carstens. An der späteren Siegerin der Erstkalbinnen, der kraftvollen ZS E mail (V. Ticket) von Thomas


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n Zweitkalbskühe lobten Euters - an eine weitere Goldwin-Tochter. Auch DRH Esprit ist ein ostfriesisches Erzeugnis. Sie wurde von Dietmar Richter, Hinte, vorgestellt.

Erstklassige mittlere Klassen

Foto: Dr. U. Scheper, www.cattle.de

Wiethege, Halver (RUW), scheiterte in der folgenden Klasse knapp Laudan-Tochter Metaxa von Joachim Fahrenholz, Oyten. 1c erreichte hier BH Polly, Goldwin-Tochter der Agrargenossenschaft Bockendorf. Auch Fux Spotlight (V. Shottle), Siegerin der Färsen bei der Schau der Besten, wollte es in Oldenburg wissen. Für das hervorragende Tier der Hahn/Radke Holsteins GbR aus Eppendorf reichte es vier Monate nach dem großen Erfolg jedoch nur für die 1b-Platzierung. Der Reservesieg der Erstkalbinnen ging schließlich – besonders wegen ihres hochge-

Zu den mittleren Klassen zählen bei der DHV-Schau Kühe mit drei oder vier Kalbungen. 29 Drittkalbskühe standen hier 20 Viertkalbinnen gegenüber. Die Hahn/Radke Holsteins GbR konnte in der ersten Klasse eine weitere 1b-Platzierung erringen. Fux Belved, Spross der Ugela Klasse

Präm.

1. Kalb

S RS 2. Kalb S RS 3./4. Kalb S RS mind. 5. Kalb S RS 1. Kalb

S RS 2./3. Kalb S RS mind. 4. Kalb S RS

Tiername

Schwarzbunt ZS E mail DRH Esprit Lys Adia Mona Krista Bessy Eke Lesta HSK Hawaii Rotbunt Clara Tiana RH Maxima Hazia Dunja Lor

Amstel (V. Laudan) von der Agrargenossenschaft Hainichen-Bockendorf erreichte 1a

Reservesiegerin der jungen Klassen: Mona (V. Lindgren) von Volker Carstens, Visselhövede

Bell-Tochter Fux, hatte nur gegenüber einer Champion-Tochter von Johannes Hempen aus

Wippingen (WEU) das Nachsehen. Die Ausnahmekuh mit dem Namen Bessy zeigte einen ge-

Vater

Besitzer

Verband

Ticket Goldwin Goldwin Lindgren Stormatic Champion Starleader Juote

Wiethege, Halver Richter, Hinte Agragen. Hainichen-Bockendorf Carstens, Visselhövede Seeger/Windlooper, Bissel Hempen, Wippingen Ekenhorst, Heesterkante Ahrens, Midlum

RUW VOSt MASTERRIND MASTERRIND WEU WEU WEU MASTERRIND

Talent Joyboy Talent 2 Rustler Faber Lentini

Hatke und Cloppenburg, Bösel Köster KG, Steinfurt Maxima Syndikat, Wiesenfeld Fassnacht, Horb Milchhof, Gr. Wesenberg Friedrichs, Hengstlage

WEU RUW LTR RBW RSH WEU

KIH Chaya, Tochter des MASTERRIND-Testbullen Charo, von G. und W. Blaschke, Neuhausen

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ZUCHT & BESAMUNG

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waltigen Körper, den der Ringrichter nach eigenem Bekunden auch gern bei der GesamtsiegerAuswahl gesehen hätte. Das verhinderte letztlich aber die spätere Siegerin der mittleren Klassen, Krista von Jörg Seeger & Windlooper Holsteins, Bissel. Die Stormatic-Tochter hatte zuletzt auf der Agra in Leipzig den Gesamtsieg errungen (Bericht in diesem Heft) und konnte auch hier mit einem harmonisch ausbalancierten Körperbau und sehr viel Milchtyp überzeugen. Hinter Krista gingen wieder zwei MASTERRIND-Tiere: an 1b RamosTochter Angelika von Jürgen Seebörger, Oberndorf, dahinter RT Lassie vom Milchhof Diera. Reaktor-Tochter Lassie kann der Schwanz von Angelika dabei bekannt vorgekommen sein: Bei der Schau der Besten war Angelika vor Lassie Siegerin der Drittkalbskühe geworden. Der Rinderzuchtbetrieb Derboven in Warpe erreichte bei den Viertkalbskühen eine 1c-Platzierung. Champion-Tochter Alabama zählt ebenfalls zur Schau der Besten-Besetzung und hatte dort zuletzt 2008 einen Reservesieg errungen. Direkt hinter sie stellten die Richter eine schauerfahrene Tochter des MASTERRINDBullen Blauer. Christa wurde von Jürgen Brase, Vahlde, gezüchtet.

Junge Alte Als alt gilt in Oldenburg eine Kuh, die auf mindestens fünf

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Kalbungen zurückblicken kann. Dass man dann noch absolut nicht alt aussehen muss, bewiesen die 16 Kühe, die in den zwei Klassen dieses Segments in den Ring kamen. Von Seiten der MASTERRIND-Mitglieder waren zum Beispiel Outside-Tochter Rieke von Jürgen Kreth, Starleader-Spross Geha von der Ahrens GbR, Hespe, und HSK Hawaii (V. Juote) von Rainer Ahrens, Midlum, dabei. Sie alle hatten bei der vergangenen Schau der Besten vordere Plätze, bis hin zu einem Reservesieg erreicht. Doch erreichtes ist kein Garant für neue Titel. Einzig Hawaii konnte an diesem Tag ein Wort mitreden. Während sie im Februar in Verden von den zuvor genannten Damen die hinterste Platzierung erreicht hatte, sprachen die Richter ihr heute den Reservesieg zu. Jugendlichkeit und ein hoch aufgehängtes Euter bescherten ihr den zweiten Platz hinter Eke Lesta (V. Starleader) von Hein Ekenhorst, Laar (WEU).

Rotbuntwettbewerb Wie üblich hatten die Organisatoren der DHV-Schau den rotbunten Tieren einen eigenen Wettbewerb gegönnt. Hier wurde in drei Gruppen gerichtet. Neben den Erstkalbskühen gab es junge – hierzu zählten Kühe mit zwei bis drei Kalbungen – und

Faber-Tochter Daisy von Wilfried Rabe, Asendorf, erreichte die beste MASTERRIND-Platzierung bei den Rotbunten

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Reservesiegerin alt: HSK Hawaii von Rainer Ahrens, Midlum Foto: Han Hopman

alte Klassen. Anders als bei den Schwarzbunten bereits Kühe ab vier Kalbungen. Dem Vorkommen des Farbschlages entsprechend, traten bei den Rotbunten nicht allzu viele MASTERRINDZüchter an. Dabei waren Alex Dittmer, Klaus-Dieter Weseloh aus Schneverdingen und Wilfried Rabe aus Asendorf. Mit 1d ging die beste Platzierung an seine Faber-Tochter Daisy, die als Zweitkalbskuh angetreten war. Bei den Erstkalbinnen ging der Sieg an die etwas breitere und stärker gebaute Talent-Tochter Clara von Hatke & Cloppenburg, Bösel (WEU), vor der feineren und jugendlicheren Tiana (V. Joyboy), die Besitzer Fassnacht (RBW) erst bei der Auktion am Vorabend für 5.000 Euro ersteigert hatte. Eng wurde es bei den mittleren Klassen. RH Maxima, vielfach ausgezeichnete TalentTochter des Maxima-Syndikats in Wiesenfeld (LTR) siegte vor Rustler-Tochter Hazia von Gerhard Fassnacht. Der eine oder andere Zuschauer hätte vielleicht andersherum entschieden. Maxima, erst im Mai abgekalbt, bewegte sich hervorragend, befand sich jedoch noch nicht wieder in optimaler Schaukondition. Hazia konnte ihrerseits mit einem nahezu perfekten Euter punkten.

Bei den alten Rotbunten sicherte sich schließlich Faber-Tochter Dunja vom Milchhof Wesenberg (RSH) mit frischem Euter und optimaler Kondition den Sieg vor der deutlich länger in Milch stehenden Lentini-Tochter Lor. Sie stammt aus der Zuchtstätte Friedrichs in Hengstlage (WEU).

Gesamtsieg für Krista Dank eines etwas aus den Fugen geratenen Zeitplans wurde die Gesamtsieger-Auswahl verspäteter Höhepunkt der Veranstaltung. Vier schwarzbunte Kühe und drei Artgenossinnen des anderen Farbschlages stellten sich


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noch einmal dem Urteil der beiden Richter, Martin Biederbick und Markus Mock. Beeindruckend waren sie anzusehen, die Bekanntgabe von Krista als Siegerin überraschte letztlich nicht, hatte man sie doch bereits bei der Vorauswahl entsprechend zu würdigen verstanden. Nach dem nur wenige Wochen zuvor erlebten Erfolg in Leipzig ein weiterer Triumph für die fünfjährige Stormatic-Tochter.

Nachzucht-Präsentation Nicht fehlen darf auf der DHVSchau eine umfangreiche Nachzucht-Präsentation. Insgesamt wurden auf diese Weise 15 Bullen gewürdigt, mit Janos darunter einer der MASTERRIND. Der Jocko Besne-Sohn hatte erstmalig auf der Schau der Besten 2007 beeindruckt und war 2009 erneut vorgestellt worden. Sein Zuchtwert bescheinigt ihm eine sehr gute Milchmenge mit positiven Eiweißprozenten. Die gezeigten Töchter präsentierten sich als gut mittelrahmige Kühe, die über eine gute Körpertiefe und Stärke verfügen. Abfallende und breite Becken sind weitere positive Eigenschaften der Janos-Töchter. Die Fundamente sind optimal gewinkelt, sehr gut gestellt und verfügen über eine sehr gute Knochenqualität. Die Euter sind hoch angesetzt, mit

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einem guten Zentralband ausgestattet und optimal in der Strichplatzierung. Die Vordereuteraufhängung sollte in der Anpaarung beachtet werden. Janos gilt als Allrounder und kann vielseitig eingesetzt werden, da auch seine Zuchtwerte für Fruchtbarkeit, Melkbarkeit und Nutzungsdauer im gewünschten Bereich liegen. Janos stammt aus dem bewährten H-Stamm von Birgit und Dirk Mahnken in Hamersen. Diese Kuhfamilie zeichnet sich durch Langlebigkeit und Härte aus und unterstreicht dies mit durchschnittlich 6,8 Abkalbungen in fünf Generationen. Der 1a-Platz ging an Tessa von Joachim Fahrenholz, Oyten, 1b an Lorielle von der Reeker Milch KG, Bremen.

Auktion DHV-Genetik Bereits am Vorabend wurde die Sonderauktion „DHV-Genetik“ durchgeführt. Auktionator Dieter Brockhoff konnte 21 Tiere zum Durchschnittspreis von 4.538 Euro und damit rund 100 Euro über dem der Vorveranstaltung zuschlagen. Den Spitzenpreis von 10.200 Euro erlöste die Talent-Tochter BT Party-Girl von Familie Hauck, Schiffelbach (ZBH). Zum zweithöchsten Preis von 9.500 Euro wechselte die Lou-Tochter HLM Sammylou von der Zuchtstätte Hellmuth,

Informationen rund um die Rinderzucht: Der MASTERRIND-Stand

Haina (ZBH), in die Niederlande. Von MASTERRIND-Mitgliedern wurden zwei im März geborene Kälber verkauft. Für 5.000 Euro trennte sich Hermann Meyer aus Lilienthal von der ProntoTochter Adleen, die nach Luxemburg ging. Für 4.000 Euro war WEH Olivia zu haben. Die Gavor-Tochter stammt aus dem Stall von Jürgen Hintze, Trebel. 䡵

Hermann Bischoff

Klasse

1. Kalb. 1. Kalb. 1. Kalb. 1. Kalb. 1. Kalb. 1. Kalb. 1. Kalb. 1. Kalb. 1. Kalb. 1. Kalb. 1. Kalb. 1. Kalb. 2. Kalb. 2. Kalb. 2. Kalb. 2. Kalb. 2. Kalb. 2. Kalb. 2. Kalb. 2. Kalb. 2. Kalb. 2. Kalb. 2. Kalb. 2. Kalb. 2. Kalb. 2. Kalb. 3. Kalb. 3. Kalb. 3. Kalb. 3. Kalb. 3. Kalb. 3. Kalb. 4. Kalb. 4. Kalb. 4. Kalb. 4. Kalb. 4. Kalb. ≥ 5. Kb. ≥ 5. Kb. ≥ 5. Kb. ≥ 5. Kb. ≥ 5. Kb. Janos Janos

Tiername

Ideal KIH Chaya Heidestern Estella Rose Metaxa BH Polly Riverdance Sonate Elanka BcH Jasmin Fux Spotlight Lys Adia Mona Beta Lämmchen DO Odelina Bella DO Ofretete Harpune DO Leonor Ranke Amstel Padua DO Okimba Electra Fux Belved Petzi Ellen Angelika RT Lassie Fantasy Alabama Christa Schoenste Memel Lakaline HSK Hawaii Geha Portugal Berti Rieke Tessa Lorielle Rotbunt 1. Kalb. WHC Nikita 1. Kalb. DO Ongelin 2. Kalb. Daisy

Vater

Warb für ihren Vater: Janos-Tochter Lorielle von der Reeker Milch KG, Bremen

Besitzer

Goldwin Carstens, Volker, Visselhövede Charo Blaschke, W. u. G., Neuhausen Talent 2 Goedeker, Friedr.-Wilhelm, Varrel Dundee Hahn/Radke Holsteins GbR, Eppendorf Damion Schwarze, Wilken, Dörverden Laudan Fahrenholz, Joachim, Oyten Goldwin Agrargen. Bockendorf, Hainichen Duplex Derboven, Rinderzuchtbetr., Warpe Spencer Renzelmann GbR, K. u. M., Wagenfeld Leduc Zachmann u. Moser GbR, Bovenden Instinct Wentrot GbR, Rinderzucht, Gleichen Shottle Hahn/Radke Holsteins GbR, Eppendorf Goldwin Agrargen. Hainichen-Bockendorf Lindgren Carstens, Volker, Visselhövede Talent 2 Grimmelmann, Fritz, Schweringen Goldwin Ehmann, Klaus, Oberschöna Lexikon Dittmer, Alex, Marschacht Talent 2 Lattwesen GbR, Hohnhorst September Dittmer, Alex, Marschacht Laudan Hoeft, Wilfried, Bassum Titanic Dittmer, Alex, Marschacht Californo Ahrens, Ewald, Walsrode Laudan Agrargen. Hainichen-Bockendorf Laudan Martens, Erhard, Trebel Gibson Dittmer, Alex, Marschacht Juote Tiedemann, Hinrich-J., Bremervörde Gibson Hahn/Radke Holsteins GbR, Eppendorf Format Blaschke, W. u. G., Neuhausen Allen Reeker Milch KG, Bremen Ramos Seeboerger, Juergen, Oberndorf Reaktor Milchhof Diera KG, Diera-Zehren Spy Wentrot GbR, Rinderzucht, Gleichen Champion Derboven, Rinderzuchtbetr., Warpe Blauer Brase, Juergen, Vahlde Rieu Wentrot GbR, Rinderzucht, Gleichen Lee Seeboerger, Juergen, Oberndorf Jocko Besne Gropengiesser, Heinrich, Herzberg Juote Ahrens, Rainer, Midlum Starleader Ahrens GbR, Hespe Ford Hadrossek GbR, R. u. K., Hitzacker Rudolph Grimmelmann, Fritz, Schweringen Outside Kreth, Juergen, Oberndorf Fahrenholz, Joachim, Oyten Reeker Milch KG, Bremen September Weseloh, Klaus-D., Schneverdingen Economic Dittmer, Alex, Marschacht Faber Rabe, Wilfried, Asendorf 9


ZUCHT & BESAMUNG

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Aktuelles aus der NOG-Bullenmütter p Seit das letzte Mal über die Bullenmütterprüfung der NORD-OST Genetic GmbH & Co. KG auf dem Versuchsbetrieb Karkendamm des Instituts für Tierzucht und Tierhaltung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel geschrieben wurde, ist schon wieder einige Zeit vergangen. Wir berichteten über die leistungsstarken, kompakten Shottle-Töchter, über die Manager-Töchter mit drüsigen, ausbalancierten Eutern aber auch über die fundamentstarken Laudan-Töchter mit guten Sekundäreigenschaften. Gleichzeitig kündigten wir die Flut der Jocko Besne-Söhne an und informierten über einen starken Färsenjahrgang im Prüfjahr 2008 und können dies mittlerweile auch mit Zahlen belegen. Interessant Im letzten halben Jahr haben wieder viele Färsen verschiedener Väter in Karkendamm abgekalbt oder gar die Bullenmütterprüfung bereits abgeschlossen. Dies liefert wieder viele wertvolle Informationen über die einzelnen Bullen, worauf bei der Anpaarung der Töchter besonders zu achten ist. Die Bullen mit einer repräsentativen Töchteranzahl sollen hier kurz erwähnt werden. Während die euter- und eiweißstarken Mascol-Töchter eher mittel in Rahmen und Milchmenge sind, sind die Töchter von Modest große, schwere Kühe mit viel Milch und weiterer Strichplatzierung. Bei Goldwin fielen die Jungrinder durch

Schliff und Eleganz auf, könnten jedoch als Abgekalbte etwas mehr Substanz vertragen. Dennoch ist er in der Lage, wirkliche Spitzentiere zu produzieren. Die Nachkommen der beiden Jocko Besne-Söhne, Janos und Jefferson, sind sehr funktionelle, leistungsstarke Kühe, denen vereinzelt etwas mehr Festigkeit im Bereich der Vordereuter zu wünschen wäre. Jefferson-Töchter zeigen zudem eine korrekte Beckenlage und -breite, während die Janos-Töchter sich mit mehr Schärfe präsentieren und etwas offener in der Rippenpartie sind.

Ein starker Jahrgang Im Prüfjahr 2008 kalbten in Karkendamm ca. 165 Färsen ab, die sich anschließend dem Ver-

gleich unter einheitlichen und praxisnahen Bedingungen stellten. Bisher konnten sich 40 Färsen das Prädikat „NOG-Bullenmutter“ verdienen, was einer Selektionsrate von knapp 25 % entspricht. Da aber noch nicht alle Färsen, die in 2008 abkalbten, ihre Prüfung beendet haben, können sich diese Zahlen noch leicht nach oben korrigieren. Wie eingangs erwähnt, stammen die meisten qualifizierten Kühe des Jahrgangs von Bullen wie Shottle, Manager und Laudan ab. In die Aufzählung reihen sich aber auch Bullen wie Murphy, Modest, Okendo und Augustine ein, während Janos, Jefferson und Goldwin sicherlich die nächste Prüfgruppe beherrschen werden. Aber nicht nur ihre Abstammung macht diese Tiere interessant, sondern auch die in Karkendamm erbrachten Leistungen spiegeln die Qualität dieser Tiere wider. Der Tabelle 1 ist zu entnehmen, auf welch hohem Niveau diese Färsen produzieren, und mit einer durchschnittlichen Einstufung von 85,4 Punkten ist dies das beste Ergebnis einer Prüfgruppe seit Bestehen der NOG-Bullenmütterprüfung.

Kurz vorgestellt In der nebenstehenden Übersicht sind die jüngsten qualifizierten NOG-Bullenmütter aufgelistet. Einige von ihnen sollen hier näher beschrieben werden, um über ihre Kuhfamilien zu informieren. Die eher spätreife Shottle-Tochter NOG CANDY VG-85 zeichnet sich durch eine gute Persistenz in Kombination mit hohen Eiweißprozenten aus. Sie wurde erfolgreich mit Million und Bogart gespült und ein Virzil-Sohn befindet sich bei der NOG in der Aufzucht. Ihre Mutter, NOG CHANTAL GP-84, hat ebenfalls die NOG-Bullenmütterprüfung absolviert und mehrere Söhne im Test. Sie befindet sich gerade in der vierten Laktation, hat eine Lebensleistung von über 40.000 kg Milch vorzuweisen und geht über Rudolph und Astre auf eine kanadische Kuhfamilie zurück. AMH NOG POPHELIE VG-86 – in Luxemburg geboren mit niedersächsischen Wurzeln. Diese schicke und leistungsstarke Goldwin geht über Morty, Jocko Besne und Fatal auf die Blackstar-Tochter PATSY EX-90 von Hartwig Lühmann aus Elsdorf zurück. Nach der Bestandsaufgabe Lühmanns hat Jean-Paul Flammang aus Luxemburg in die Morty-Tochter PRICILLA VG88 investiert, was sich im Nachhinein als echter „Glückskauf“ herausstellte. Diese Morty entwickelte sich nämlich zu einer richtig guten Zuchtkuh. Nicht nur sie selbst ist eine stark nachgefragte Bullenmutter, vor allem ihre Leif-Tochter weckt das Interesse vieler europäischer Besamungsstationen.

Tabelle 1: Laktationsabschnitte der NOG-Bullenmütter aus dem Prüfjahrgang 2008

AMH NOG Pophelie – interessanter Import aus Luxemburg ; Bes.: J.P. Flammang , LUX

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Anzahl

M-Tg

M-kg

F-%

F-kg

E-%

E-kg

40 Färsen 32 Färsen 22 Färsen

100 200 305

3.537 7.081 10.660

3,72 3,62 3,53

132 256 376

3,16 3,25 3,32

112 230 354


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r prüfung AMH NOG POPHELIE befindet sich aktuell im ET-Programm, kann aber schon einen BoltonSohn bei der NOG vorweisen. Mit HMO NOG GOLDEN GLOBE VG-85 qualifizierte sich eine der ersten Jefferson-Töchter überhaupt. Sie wurde von Hermann Meyer, Oberende, gezüchtet und geht über Ford und Lukas auf die Aerostar-Tochter GOLDINA VG-88 zurück – die BONATUS-Familie! HMO NOG GOLDEN GLOBE ist eine mittelrahmige, kompakte Kuh mit fest ansitzendem Euter und auch sie bestätigt die hohe Inhaltsstoffvererbung dieser Kuhfamilie. Sie wird weiter über ET genutzt und hat bisher zwei Billion 3-Söhne in der Aufzucht bei NOG. Eine weitere Jefferson-Tochter, mit nicht weniger prominentem Pedigree als die zuvor erwähnte, ist RR NOG PERLE VG-86. Sie wurde von Uwe Reinermann, Rüstfort, gezüchtet und hat eine VG-88 Best-Tochter zur Mutter, die wiederum aus der bekannten DURHAM PRINZESSIN VG-86 mit US-Hintergrund stammt. Diese Familie macht immer wieder durch extreme Leistungen und hohe Verkaufserlöse auf Auktionen auf sich aufmerksam.

NOG Candy – Shottle-Tochter kanadischen Ursprungs; Bes.: MASTERRIND GmbH, Verden

RR NOG PERLE selbst ist eine rahmige Kuh mit bester Eutergesundheit und ebenfalls hohen Eiweißprozenten. Auch sie befindet sich zurzeit im ET-Programm und hat bereits einen Virzil-Sohn bei der NOG. Mit NOG DESIRE VG-87 befindet sich aktuell eine der am höchsten eingestuften Färsen in der NOG-Bullenmütterprüfung, die diese je durchlaufen haben. Diese Kuh wurde im Rahmen des RSH-Zuchtprogramms als Embryo aus Kanada importiert und befindet sich im Besitz der

Rinderzucht Kaack GbR aus Mözen. Diese leistungsstarke Goldwin-Färse besticht vor allem durch ihr Exterieur und kann ein Pedigree mit vielen „HolsteinGrößen“ vorweisen – Goldwin x Dundee x Rudolph x Skychief x Blackstar x Inspiration x Starbuck! Auch sie befindet sich im ET-Programm und soll intensiv genutzt werden.

die Selektion von Bullenmüttern entscheidend, sondern vielmehr wird ein „Gesamtpaket“ gesucht. Dieses „Gesamtpaket“, also die Kuh, muss eine entsprechende Kombination aus Leistungsveranlagung, Exterieur und Fitnesseigenschaften vorweisen, um so die Zuchtorganisationen von ihrem Vererbungspotenzial überzeugen zu können. Bis aus all diesen Bereichen Informationen von einer Kuh vorliegen, ist es, wie wir alle wissen, ein sehr langer Weg. In der NOG-Bullenmütterprüfung werden von jeder einzelnen Kuh enorm viele Daten aus den aufgezählten Bereichen gesammelt, um frühzeitig eine gewissenhafte Selektionsentscheidung treffen zu können. Auf diesem Wege möchten wir uns bei den Züchtern für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken und hoffen auch weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit. Ein Dank gilt auch allen Mitarbeitern des Instituts für Tierzucht und Tierhaltung der CAU sowie der Tierdaten GmbH Brux.

Fazit Nicht nur einzelne Merkmale oder Leistungsbereiche sind für

Ingo Schnoor, NOG

Die jüngsten NOG-Bullenmütter, Stand: März 2009 Name

Vater

Mutter

MV

NOG Candy NOG Silla NOG Hortensie NOG HF Silva NOG Illuna 6 NOG Pophelie NOG Golden Globe NOG Perle NOG Desire NOG Idaho NOG Caro

Shottle Modest Goldwin Modest Mascol ET Goldwin Jefferson Jefferson Goldwin Jefferson Goldwin

NOG Chantal Signorina Dörte HF Sina NOG Illuna Priscilla Goldtaler RR Premiere Lexis D. Desire NOG Fossil NOG Chantal

Marshal ET Mtoto Jocko Besne Riverland Zunder Morty Ford Best Dundee Spy Marshal ET

Einstufung

STAT-INDEX

VG 85 VG 87 VG 85 VG 85 VG 85 VG 86 VG 85 VG 86 VG 87 GP 84 VG 85

1150 1140 1120 1080 1040 1060 1050 1050 1040 1040 1050

Züchter

MASTERRIND GmbH, Verden Wiebusch Klaus-Heinrich, Deinste Zucht u. Milchvieh, Stoltebüll NOG GmbH Seydaland RZ GmbH & CO KG, Seyda J. P. Flammang, Luxemburg RBB RBB Rinderzucht Kaack GbR, Mözen Kölling, Garbsen Rhinmilch Agrar GmbH Fehrbellin

Die jüngsten RSH-Bullenmütter ROTBUNT, Stand: März 2009 Name

Vater

Mutter

TH NOG Ulan RF TH NOG Heldin RF

Jordan Titanic

G.M.Utota Ghezzi Mtoto TH Cassy Stadel

MV

Einstufung

STAT-INDEX

VG 86 VG 85

1120 1060

Züchter

Thormählen Martin, Holtsee Thormählen Martin, Holtsee 11


ZUCHT & BESAMUNG

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29.06.2009

7:09 Uhr

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Holsteins auf der agra 2009 Vom 23. bis 26. April fand auf dem Gelände der Neuen Messe in Leipzig die alle zwei Jahre durchgeführte agra statt, eine traditionsreiche Veranstaltung mit Ausstellern rund um die Landwirtschaft. In bester Position, eingebettet zwischen den Milchkühen für den Schauwettbewerb und den zahlreich vertretenen Fleischrindern, hatte die MASTERRIND GmbH ihren Messestand aufgebaut. Neben der Vorstellung des umfangreichen Sortiments an Agrarprodukten war eines der Ziele, über das aktuelle Vererberangebot des Zuchtunternehmens zu informieren. Eine Gruppe von zwölf Nachzuchtkühen acht verschiedener Vererber mit einem durchschnittlichen Gesamtzuchtwert von 125 konnte hier sicher visuell unterstützen. Es wurden je zwei Töchter der Bullen Malpas, Parade, Finish und Zanzibar sowie je eine von Alert, Stewart, Zinfandel und dem rotbunten Jotan präsentiert. Begeistern konnten unter anderem die Töchter des Bullen Malpas, dem höchst notierten Vererber nach RZM der

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aktuellen deutschen Liste. Zwei Kühe, die mit besten Eutern und von hinten wie von vorn mit viel Breite ausgestattet waren. Aber auch die jugendliche rotbunte Jotan-Tochter, ein hoffnungsvoller neuer Vererber aus KampsHollow Altitude RF EX 95, oder die Zanzibar-Töchter (Best x Ocean-View Mandel Zandra EX 95) konnten viel Begeisterung hervorrufen und eindrucksvoll die Vielfältigkeit unseres Zuchtprogrammes demonstrieren. Neu an dem Konzept der Messe war der erstmals stattfindende und mit sehr hohen Preisgeldern ausgestattete offene mitteldeutsche Wettbewerb für Holstein-Milchkühe. 47 Kühe aus vier verschiedenen Bundesländern traten hierfür an, um den Titel der „Miss agra“, Siegprämien in den einzelnen Kategorien von 2.000 j sowie zusätzliche 5.000 j für den Gesamtsieg zu erringen. Gerichtet wurde von dem international anerkannten Kuhstylisten Paolo

Gesamtsiegerin Stormatic-Tochter Krista

Petriffer aus Südtirol. Zügig und absolut souverän fand er in den einzelnen Klassen die besten Kühe. Schnell konnte man erkennen, dass es ihm vor allem Tiere mit allerbesten Eutern und viel Qualität angetan hatten. Dieser

Entscheidung blieb er bis zum Schluss treu und ernannte letztendlich die Stormatic-Tochter Krista vom Syndikat MertensSeeger-Windlooper zum Sieger der Schau. Krista, eine sehr moderne Kuh mit super trockenem, feinzelligem Skelett und allerbestem Euter ausgestattet, konnte schon im Vorfeld die Kategorie der


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Betreungsteam der MASTERRIND-Nachzuchten

Tochter Nikita, die amtierende „Miss Hessens Zukunft“, Allen Paola vom gleichen Betrieb, die bekannte Schaukuh Champion Passion von Manfred Uhrig, Wade Petale von der Agrargenossenschaft Bockendorf oder Talent Mae (Mutter WFD Monica) von Martin Rübesam, um nur einige dieser Schaudiven zu nennen. Die Spitze in den einzelnen

Torsten Lenk

Martin Häberer gewinnt Hauptpreis

Mirella – Siegerin der Jungkühe

mittleren Kühe für sich gewinnen. Beste Jungkuh wurde die Mr. Sam-Tochter Mirella von Martin Rübesam aus Thüringen, beste Altkuh die Ramos-Tochter Angelika von Jürgen Seeboerger

Klassen hatte durchaus nationales Niveau und viele von diesen Kühen werden wir sicher in Oldenburg wiedersehen. Das neue Konzept der Messe ging auf. Es zeigte, dass trotz anhaltend niedrigem Milchpreis ein ungebrochenes Interesse an Schauen besteht.

aus Niedersachsen. Aber auch viele andere sehr gute Kühe konnte man auf dieser Schau bewundern. So zum Beispiel die von Eckhard Hauck aus der Schweiz importierte Rustler-

Jungkühe im Ring, vorn Zanzibar-Tochter von G. Pfaff

Im Rahmen der agra 2009 auf dem neuen Messegelände in Leipzig bestand für Besucher des MASTERRIND-Standes die Gelegenheit, sich an einem Gewinnspiel zu beteiligen. Neben einer

Vielzahl anderer Sachpreise gab es einen Stalllüfter als Hauptpreis zu gewinnen. Martin Häberer aus Hirschfeld war schließlich der Glückliche. Die MASTERRIND gratuliert recht herzlich.

Ines Fuchs, verantwortlich für Agrarprodukte in Sachsen, bei der Übergabe des Stalllüfters

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ZUCHT & BESAMUNG

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29.06.2009

9:45 Uhr

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RMV-Verbandsschau – Rind aktuell Seine 11. Verbandsschau Rind aktuell führte NOGPartner Rinderzuchtverband Mecklenburg-Vorpommern am 18. März in Karow durch. Drei Altersgruppen traten zur Wahl der Miss Karow an. Färsen Vier Klassen zu je neun Färsen hatte Preisrichter Jürgen Ballmann zu richten. In Klasse 1 gewann BCH Peggy, eine euterund körperstarke Mascol-Tochter des Zuchtbetriebes Augustin. Klasse 2 ging an Douglas-Tochter Maja, präsentiert von Familie Peters, Körchow, mit Körper, guter Vorhand und bestens ausbalanciertem Euter. BCH Baronessa, Mr. Sam-Tochter von Klaus-Dieter Augustin, wurde Erste in Klasse 3. Sie zeigte das beste Euter ihrer Klasse und wirkte fein und harmonisch. Durham-Enkelin Wirole von Bruce Johnston wurde Beste in der letzten Färsenklasse. Sie zeigte sich als starke, breite Kuh mit genügend Stil. Den Sieg erreichte BCH Baronessa vor BCH Peggy.

Kühe mit zwei Kalbungen 27 Zweitkalbskühe traten in drei Klassen in den Ring. Auch hier ging in der ersten Klasse ein Augustin-Tier vorn: Predello-Tochter BCH Anabel war bereits im Vorjahr als Reservesiegerin der Färsen aus dem Ring gegangen. Auch in diesem Jahr konnte sie

mit Weiblichkeit und einem hohen, breiten Hintereuter diesen Titel gewinnen. In ihrer Klasse befand sich auch eine Teilnehmerin mit MASTERRIND-Vergangenheit. Titanic-Tochter Emma war im Rahmen eines aufgabebedingten Herdenverkaufs des Züchters Heinrich Schröder aus dem niedersächsischen Bassum-Stühren in den Betrieb von Dr. Sven Grupe, Wendhof, gekommen. Dort entwickelte sich das Tier zu einer bemerkenswerten Schaukuh und konnte nun eine 1c-Platzierung erreichen. Die spätere Siegerin der Altersgruppe kam anschließend in den Ring: September-Tochter BCH Sofie, mit erstklassigem Euter, sehr guten Übergängen und enormer Rippe, erneut vom Betrieb Augustin. Laudan-Tochter Rieke, dritte Klassensiegerin der Zweitkalbskühe, zeigte sich harmonisch in den Bewegungen, mit guten Übergängen und fester Mittelhand. Sie stammt aus der Zucht der Familie Peters.

Kühe mit mindestens drei Kalbungen Die letzte Altersstufe vereinte alle Kühe, die mindestens dreimal

Die Siegerin: BCH Berolina, Bes. RZ Augustin KG, Neuendorf

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gekalbt hatten. Bei den Drittkalbinnen siegte Bruce Johnston mit einer Tochter des MASTERRIND-Bullen Pedant. Sie bestach – wie ihre zuletzt 2005 auf der Schau der Besten in Verden als Nachzucht präsentierten Halbschwestern – mit extrem hoch angesetztem Hintereuter, breiter und starker Vorhand und viel Kaliber. Bei den Kühen in der vierten Laktation siegte wieder die Rinderzucht Peters, dieses Mal mit Starleader-Tochter Sille, die Vorzüge in Kraft, Stärke und Euteraufhängung mitbrachte. Zu guter Letzt traten die ältesten Kühe in den Ring: darunter Lynch-Tochter BCH Berolina (5 Kalbungen), Siegerkuh Mittel RUW-Schau 2004. Sie holte sich mit Stil, tadellosem Körper und Euterausstrahlung den Klassenund anschließend vor PedantTochter Paula den Sieg in ihrer Altersgruppe.

Miss Karow Bei der Wahl zur Miss Karow hatte der Betrieb Augustin die besten Chancen. Zwei der drei Siegertiere stammten aus dem Stall in Neuendorf und der Zuspruch, den BCH Berolina bereits erfahren hatte, ließ erwarten, dass Ballmann ihr den Vorzug geben würde.

Nachzuchtpräsentation Insgesamt wurden in Karow sechs Nachzuchten präsentiert. Die RMV-Bullen Luxus und Ravens, beide noch ohne Zuchtwert, ihre Verbandsgenossen Lyon, Camillo und Mister, sowie Labiate, Gastbulle aus Schleswig-Holstein. Luxus stammt aus Dänemark und geht auf eine Vollschwester der Mutter des erfolgreichen Stormatic-Sohnes Strobel zurück. Seine Töchter zeigten sich feinzellig mit bestem Fundament und ausbalancierten Eutern. Ra-

Emma, Bes. Dr. Sven Gruppe, Wendhof (2. LA, 1c-Preis)

vens ist ein Sohn des RMV-Bullen Emil aus der Familie der Blackstar Markwell Raven. Seine Gruppe zeigte Milchtyp und Harmonie im Körperbau. Lucente-Sohn Lyon entstammt einer tiefen, französischen Familie mit Milchvermögen. Im Ring sah man sich gut bewegende Töchter mit Kapazität und breiten, abfallenden Becken. Camillo ist ein Champion-Sohn aus einer Vollschwester des angesehenen Bullen Douglas. Die typbetonten, exterieurstarken Töchter zeigten sich sehr rahmig und mit funktionalem Fundament sowie guter Harmonie. Mr. Ships-Sohn Mister stammt aus der Familie des französischen Vererbers Esquimau. Seine Töchter zeigten neben beeindruckenden Eutern Kraft, Länge und Körpertiefe. Labiate steht im Stall der Rinderzucht Schleswig-Holstein, ist ein Sohn des Bullen Ladin und stammt aus einer bekannten, sehr erfolgreichen deutschen Kuhfamilie, die sehr viel Funktionalität und damit hohe Lebensleistung sichert. Seine Töchter zeigten sich besonders kraftvoll und robust mit viel Leistungspotenzial. Zur Siegerin der Nachzuchten kürte Preisrichter Ballmann Luxus-Tochter Lupe der Gebrüder Behn, Faulenrost. Der Reservesieg ging an Ravens-Tochter Ramine der Agrargenossenschaft Crivitz. Die Newcomer überzeugten also besonders. Hermann Bischoff


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ZUCHT & BESAMUNG

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Exzellentkühe

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Name

Ohrmarke

Vater x Muttersvater

LA

Einstufung MTyp Körper Fund.

Euter

Ges.

Besitzer

Alabama EX2 Askona Bine Elbe Ellena Estefa Eugenie Fantasy Flory Friesin Goldengel Goldstern EX2 Jamke Laura Luna Many Mystique Oklahoma Padua Pinka Riviera Ukraine

48261800 16036262 00752826 48111092 46507996 45023112 48442068 48216525 46800480 48216586 48124706 43603283 46740994 48438664 48217159 48521773 46670880 48271112 41737678 48268135 48261935 46800394

Champion x Black Jack Emerson x Tonic Bonatus x Nelson Ramos x Olympic Lee x Lieutenant Wade x Good Luck Outside x Lee Spy x Jocko Besne Stormatic x Lee Best x Jocko Besne Champion x Zack Lucky Leo x Aerostar Catapult x Lee Jesther x Inquirer Cadon x Rusto Patrick x Eminenz Raider x Lee Ramos x Meastro Neriton x Tonic Ramos x Landor Titanic x Rudolph Integrity x Como

04 03 08 03 04 06 03 03 04 03 03 07 04 03 03 03 02 03 08 03 03 04

93 91 91 90 88 92 90 92 92 91 91 89 90 91 91 90 90 86 90 88 91 92

92 90 92 89 90 92 89 91 88 91 89 91 90 90 89 89 89 90 88 89 90 90

92 90 91 90 90 93 90 91 90 90 90 91 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90

Derboven RZB, Warpe Niederhausen, Siegfried, Bremen APG Weideland e.G., Bad Gottleuba Bollhorst GbR, Wetschen Egelriede, Cord, Donstorf Milchhof Diera KG, Diera-Zehren Egelriede, Cord, Donstorf Wentrot GbR, Gleichen Wentrot GbR, Gleichen Wentrot GbR, Gleichen Meyer, Hermann, Oberende Meyer, Hermann, Oberende Junge, Peter, Echem Meyer, Hermann, Oberende Schweers GbR, Dörrieloh Wiechering-Sudmann KG, St. Hülfe Derboven RZB, Warpe Dittmer, Alex, Oldershausen Hanne-Sustrath GbR, Vardegötzen Kastens GbR, Ströhen Derboven RZB, Warpe Wentrot GbR, Gleichen

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92 90 90 90 92 90 92 90 91 89 93 91 90 89 90 90 90 90 90 90 90 90

91 88 91 90 90 95 89 90 91 90 90 92 90 90 90 90 90 90 92 91 90 90


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100.000-Liter-Kühe Kalbg. Besitzer

Name

Vater

Alaska Angelie Anita Annabell Annemarie Ariane Assi Assy Atlanta Balu Baronesse Biggi Birte Bonita Bonny Carina Caty Cilly Dana Doris Edith Eleika Enka Exe Fatima Fenja Fine Flieder Flori Florida Frauke Gunni Helmi Helmste Hille Ida Iris Julia Kasta Kati Koralle Lana Laura Lena Lena Lene Liane

Amadeus 7 Black Jack 7 Gardist 9 Loriot 8 Empur-F -B 11 Maritim ET 12 Bilner 7 Aquavit 11 Starleader 9 Lupino 9 Status 11 Cleitus 9 Dondolo 8 Bonatus 8 Leadman 14 Bakkara ET 9 Calay 10 Aerostar 9 Rudolph 8 Lusaka 11 Taiwan 10 Cosmio 8 Aerostar 10 Aerostar 9 Lux 9 Victor 9 Bonatus 8 Mtoto 7 Bakkara ET 9 Blackred RF 9 Rendsburg 11 Lakritz 8 Rudolph 7 Brian ET 8 Blackred RF 9 Brian ET 7 Clown 8 Bakkara ET 9 Sattel 8 Raider 8 Bakkara ET 10 Spencer 7 Blackred RF 9 Lee 7 Lotto ET 9 Bosch 11 Blackred RF 9

Herzogswalder Agrar GmbH RZB Derboven, Warpe Wilhelm Moehring, Diepenau DOMEQ GbR, Sehnde Bruens KG Lucky Cow, Emtinghausen Boecker GbR, Coppenbrügge Arndt Grotepass, Trebel Gerd Haack, Drochtersen Arndt Grotepass, Trebel Proland Agrar GmbH, Einbeck Boese/Hartje GbR, Thedinghausen Jürgen Rademacher, Beverstedt Hans Renken, Schneverdingen Agrargen. Jänkendorf/Ödernitz e.G. Ulrich Brandt, Vierden Axel Maack, Visselhövede Agrargen. „Osterzgebirge“ Börnersdorf e.G. Wolfgang Jerebic, Northeim H.-J. Tiedemann, Bremervörde Rudi Weseloh, Scheeßel Dirk Peters, Estorf Jürgen Kinast, Bad Münder Fritz Stegen, Bokel Hinrich Schriefer, Lintig H.-L. Martens, Düdenbüttel Nicole Peyer, Nettgau Diedrich von Döhlen Jun., Langen Bollhorst GbR, Wetschen Thorsten Lucks, Wolfsburg H.-W. Breuer, Heinbockel Matthias Beneke, Kirchdorf Carsten Renzelmann, Varrel Heinrich Wiegels Jun., Drage K.-H. Wiebusch, Deinste Lüllmann-Kleine KG, Bassum Joachim Janssen, Wanna Milchhof Diera KG, Diera-Zehren Seher GbR, Stolzenau Johann Wohlers, Ahlerstedt Magret Banse, Wittingen Matthias Schubert, Wagenfeld Schweers GbR, Varrel Heinz-Dieter Sethmann, Bremervörde Gerhard Budde, Zeven Pott und Tiarks GbR, Harsefeld Heinfried Stimbeck, Munster Torsten Korte, Dedelstorf

Kalbg. Besitzer

Name

Vater

Lisbet Loni Luisa Malin Marianne Martina Melisse Mianka Milena Mona Nelli Norma Olida DE 14.011 51172 DE 15.02631216 DE 22.63012755 Osanna Otavia Otter Padua Palina Paloma Pepe Rosi Sandra Schöne Sigrid Stallnr. 108 Stallnr. 137 Stallnr. 210 Stallnr. 231 Stallnr. 30 Stallnr. 346 Stallnr. 41 Stallnr. 43 Stallnr. 54 Stallnr. 73 Steffi Symphonie Tekla Theresa Tina Urania Urte Valerie Vicy

Comenius Cleiber ET Juwel Rudolph Bakkara ET Cargus Delight Lento Cardinal Rudolph Sterlan ET Calay ET Rudolph Markstar Acres Charmeur Skat Lee Peterpan N Neriton Claudio ET Bonatus Status Reichstag Sioux Clown Wuad Perth Indigo Kortusivan Bonsai Bookie Aerostar Illo Starleader Torus Stefan Splendour Bildon ET Lieutenant Manamo Pocket Abino Belt Lew

9 10 8 7 9 12 7 8 8 10 13 8 7 6 7 10 9 7 10 8 10 7 13 9 5 10 10 10 10 12 9 8 7 7 11 8 10 8 10 10 9 6 10 11 9 4

Andreas Inselmann, Schneverdingen Rodewald-Schulz GbR, Bad Bodenteich Herbst GbR, Gleichen Norden KG, Kirchlinteln Fedderke GbR, Walsrode H. u. S. Gellermann, Dassel Wiechering-Sudmann KG, Diepholz Meier GbR, Ahlerstedt Schweers GbR, Varrel Rieckmann KG, Winsen Frank Bitter, Ihlienworth von Fintel GbR, Schneverdingen Alex Dittmer, Marschacht Agrargen. Schönberg e.G. Agrarcentr. Grünberg GmbH & Co.KG Agrargen. Krögis/Heynitz e.G. Klaus Dittmer, Ostereistedt Wilhelm Rohde, Cuxhaven Gerd Spinck, Nordleda Hanne-Sustrath GbR, Pattensen Jürgen Bammann, Gyhum Friedhelm Siebert, Uchte Sebastian Rach, Wanna Jörg von Thaden, Odisheim Agrargen. Jänkendorf/Ödernitz e.G. GbR Hof Nieghorn, Langenbach Holger Wärner, Schiffdorf Ralf Leydecker, Geversdorf Wilfried Nackenhorst, Wagenfeld Christian Sancken, Langen Agrargen. Wörlitz eG, Vockerode Armin Neumann, Gnarrenburg Walter Burfeindt, Bremervörde BG Schäferhof KG, Süstedt Eits GbR, Nordholz Helmut Ramdohr, Winsen Wilhelm Daekau, Drebber Pretzschendorfer Landwirt. u. Dienstl. GmbH Hermann Meine Jun., Hambühren Ulrich Brandt, Vierden Kurt Block, Rethem Milchgut Reichenbach/Gebelzig GmbH Heinrich Schröder, Groß Ippener Rohlfs KG, Ehrenburg Rust GbR, Stolzenau Agrargen. Jänkendorf/Ödernitz e.G.

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ZUCHT & BESAMUNG

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30.06.2009

6:35 Uhr

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MASTERRIND-Partner international

ISB-Genetic in der Tschechischen Rep u Die Firma ISB-GENETIC s.r.o. befindet sich in der malerischen Umgebung des Böhmisch-Mährischen Hochlandes in Havlíckv Brod. An der Gründung der Firma im Jahre 1992 waren die Firmen RPN Verden (heute MASTERRIND) und BVS Herbertingen (heute RBW) beteiligt. Beide Firmen halten in ISB-Gentic weiterhin ihre Anteile. Auf der tschechischen Seite waren es drei Draufgänger, die die mangelnden Kontakte, Finanzen und Erfahrungen mit Mühe und Mut ausglichen, alle Hindernisse überwanden und in der tschechischen Viehzucht neue Wege gegangen sind. Ihr gemeinsames Ziel war, die Viehzucht in der Tschechischen Republik voranzubringen. Die Station von ISB erwarb 1994 als erste in der Tschechischen Republik den EUStatus. Heute beschäftigt das Unternehmen 40 Mitarbeiter, die enge Kontakte zu Züchtern und Partnern pflegen.

Tätigkeitsfelder Haupttätigkeit der Firma ist die Zucht von Vererbern der wichtigsten Milch- und Fleischrassen sowie die Spermaproduktion und -vermarktung im In- und

Das Team von ISB-GENETIC

18

Ausland, bis hin nach Brasilien. Der Stall besitzt eine Kapazität von 75 Plätzen. Die Bullen stammen aus züchterisch hochwertigen und seuchenhygienisch sicheren, tierärztlich geprüften Herden. Viele junge Bullen werden in Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern getestet. Jedes Jahr gehen acht bis zwölf Holstein- und fünf bis sechs Fleckvieh-Bullen in den Testeinsatz. Darunter von der MASTERRIND Duty, Malpas, Matan, Jund und der Bulle Hak aus Tschechien. Ihre ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Die jüngere Generation im Testeinsatz bilden zurzeit Bullen wie Boycott, Rotarius, Tasmin, Flavio (MASTERRIND) und Lang (ISB), der sich aktuell in Sachsen im Testeinsatz befindet. Ein wichtiger Aufgabenbereich von ISB ist die Tierbesamung

Tab. 1: Ergebnisse der Milchkontrolle bei einzelnen Rassen 2008 im Wirkungsgebiet von ISB-GENETIC Laktation

Tage

Milch-kg

Fett %

Eiw. %

F. + E. kg Alter/ZKZ

Holstein 1. gesamt Fleckvieh 1. gesamt

300 299 295 293

8062 8722 6141 6765

3,82 3,83 4,11 4,03

3,29 3,26 3,43 3,38

573 619 463 502

Rasse

durch eigene Besamungstechniker und der Verkauf von Portionen an private Züchter, Tierärzte, freie Techniker und sonstige Kunden in der ganzen Republik. Die verantwortlichen Mitarbeiter arbeiten auf höchstem fachlichen und technischen Niveau. Betriebsspezifische Zucht- bzw. Anpaarungsprogramme werden den einzelnen Zuchtbetrieben und Partnern sozusagen auf Maß angefertigt. Wir helfen bei

27/04 419 29/06 401

der Umsetzung der speziellen betrieblichen Wünsche und Ziele. ISB führt ebenfalls die Milchkontrolle in den Betrieben durch (in der Tschechischen Republik ist das erlaubt). Ebenfalls bietet ISB eine Frühdiagnostik der Trächtigkeit mit Ultraschall bei Kühen und Sauen an. Die Mitarbeiter widmen sich gleichzeitig auch der Fruchtbarkeitsberatung und schlagen Maßnahmen vor, die zur Verbesserung der Repro-


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p ublik duktionskennzahlen erforderlich sind und helfen bei der Rationsgestaltung. In der Zusammenarbeit mit der Veterinär- und Pharmazeutischen Universität in Brno (Brünn) wird Embryotransfer durchgeführt. Ein vom Samenverkauf und der Beratung untrennbares und sich ständig weiterentwickelndes Tätigkeitsfeld ist der Tierhandel.

Tschechische Rinderzucht in Zahlen Während der mehr als siebzehnjährigen Zusammenarbeit mit der Firma MASTERRIND und ihren Vorgängerorganisationen ist die Milchleistung deutlich gestiegen (siehe Tab. 1 und 2). Daran haben sowohl die eingesetzten Zuchtbullen als auch der Import von mehr als 2.000 deutschen Zuchtfärsen ihren Anteil. Die Kuhzahl in der Tschechischen Republik sinkt ständig. Gleichzeitig ändert sich auch die Rassenstruktur (siehe Tab.3). Die Größe der Betriebe ist in der Tschechischen Republik sehr unterschiedlich. Sie liegt zwischen zehn und 1.000 Kühen. Die Durchschnittgröße der Betriebe im Wirkungsgebiet der ISB-GENETIC beträgt 174. Das Verhältnis Holstein zu Fleckvieh ist 56 zu 44. Mit dem stetig wachsenden Interesse an der Zucht von Fleischrindern entwickelt sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit beim Einkauf von Zuchtbullen auf MASTERRIND-Auktionen. Heute werden in der Tschechischen Republik 85.000 Fleischrasse-Zuchtrinder gehalten. Am häufigsten sind die Rassen Simmental/Fleckvieh Fleisch, Charolais, Blonde d’Aquitaine und Angus. Eine Rarität stellt noch die Zucht der Rasse Salers dar. Die

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6:36 Uhr

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ersten Färsen, sozusagen die Begründerinnen dieser Zucht, wurden ebenfalls von MASTERRIND importiert.

ISB-GENETIC zuverlässiger Partner Bei steigender Milch- und Fleischleistung reduzieren sich die Rinder- und Kuhbestände. Damit sinkt die Zahl der ISBKunden. Gleichzeitig ändern sich auch die Eigentumsverhältnisse. Wie in allen anderen Ländern haben auch die tschechischen Milchbauern mit einem dramatisch sinkenden Milchpreis zu kämpfen. Das erschwert die ohnehin nicht leichte Situation der Landwirte. Unsere Unternehmungspläne werden dadurch nicht unwesentlich

Blick auf das Gebäude der Besamungsstation ISB-GENETIC

beeinflusst. Wir erweitern ständig unser Dienstleistungsangebot. Dabei sind wir stets auf hohem Niveau. Die Züchter werden sich auch zukünftig auf eine hochwertige und umfassende Betreuung durch ISB verlassen können. Gleichzeitig vertiefen wir die internationale Zusam-

menarbeit mit unseren Partnern, mit dem Ziel einer weiteren erfolgreichen Entwicklung sowohl auf züchterischer als auch ökonomischer Seite.

Dr. Jan Stastn´y, Geschäftsführer ISB-GENETIC 䡵

Tab. 2: Ergebnisse der Milchkontrolle 1993 - 2008 im Wirkungsgebiet von ISB-GENETIC Zeitraum

1993 - 1994

2000 - 2001

2003 - 2004

2004 - 2005

2005 - 2006

2006 - 2007

2007 - 2008

Laktation

Tage

Milch-kg

Fett %

Eiw. %

F. + E. kg

Alter/ZKZ

1. 2. und höher insgesamt 1. 2. und höher insgesamt 1. 2. und höher insgesamt 1. 2. und höher insgesamt 1. 2. und höher insgesamt 1. 2. und höher insgesamt 1. 2. und höher insgesamt

290 289 289 301 298 299 297 294 295 297 294 295 297 295 295 297 295 296 298 296 297

3869 4453 4273 6038 6585 6410 6406 6932 6756 6724 7320 7117 6955 7641 7401 7075 7885 7600 7265 8150 7835

4,36 4,34 4,35 4,20 4,22 4,21 4,11 4,11 4,10 4,06 4,05 4,06 4,08 4,06 4,07 4,00 4,00 4,00 3,93 3,90 3,91

3,19 3,26 3,24 3,34 3,33 3,34 3,36 3,33 3,34 3,33 3,30 3,31 3,36 3,34 3,35 3,33 3,31 3,32 3,34 3,29 3,31

293 339 323 456 497 484 478 514 503 497 539 525 518 565 549 519 577 556 529 586 565

28/29 398 29/05 404 28/15 407 28/16 411 28/06 408 28/03 410 27/29 411

Tab. 3: Entwicklung der Rassenstruktur bei den Milchkühen mit Milchleistungsprüfung Rasse / Kuhbestand im Jahr

Kühe insgesamt - davon Fleckvieh - davon Kreuzrassen mit RedHolstein-Anteil von 50% und mehr - Schwarzbunt - Holsteins (inkl. Verdrängungsskreuzung) - Kreuzungssrassen mit weniger als 50% Schwarzbunt-Anteil - Sonstige Milchkühe

1990

1995

2000

2005

2008

1 221 749 637 392

667 973 369 289

481 162 244 263

421 708 189 397

391 584 166 771

nicht ermittelt

19 611

20 689

22 767

17 434

382 283

207 770

197 968

206 214

201 395

118 484 83 590

43 380 47 534

29 310 9 621

14 761 11 336

11 507 11 911

Bemerkung: Bis 1990 gab es in der CR fast keine Rinderrassen in Reinzucht

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ZUCHT & BESAMUNG

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Institut für Milchuntersuchung – Neub Im Beisein von Heiner Ehlen, Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung in Niedersachsen, wurde am 3. Juni das neue Labor- und Bürogebäude des Institut für Milchuntersuchung (IfM) in Verden eingeweiht. Rund 1,4 Millionen Euro wurden in den neuen Gebäudekomplex investiert. Standort Verden Verden wurde aufgrund der günstigen Verkehrslage und der allgemeinen Akzeptanz als neutraler und zentraler Standort durch die Gesellschafter ausgewählt. Verden ist durch VIT und MASTERRIND für zentrale Dienstleistungen in der Rinderzucht international bekannt und bot sich daher als Platz für den Neubau an. Das 5.700 m2 große Grundstück im Gewerbegebiet Finkenberg liegt verkehrsgünstig direkt an der A27. Bei der Gebäudeplanung wurde Wert auf eine effektive Bauweise und eine flexible Raumaufteilung gelegt. Das Labor gliedert sich in drei Gebäudeteile. Diese umfassen EDV und Verwaltung, das eigentliche Labor und die Probenlogistik mit der dazugehörigen Technik. Die einzelnen Bauabschnitte sind freitragend und können eventuellen zukünftigen Nutzungen angepasst werden. Energieeffizienz und Einsparpotenziale wurden durch die Nutzung von Solarenergie zur

Das Milchlabor von innen

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Warmwasserbereitung und durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung genutzt. Alle Spülmaschinen zur Reinigung der Probeflaschen werden nun mit Warmwasser betrieben. Die überschüssige Wärme des Gebäudes wird über die Lüftungsanlage mit integriertem Wärmetauscher weiter genutzt, um die Probeflaschen energiesparend zu trocknen. Zukünftige Umweltaspekte wurden durch die Einrichtung eines Sammeltanks für die Restmilch berücksichtigt. Die gut 150 Kubikmeter Probenmilch werden getrennt gesammelt und der Biogasanlage der Stadt Verden zugeführt. Durch diese Maßnahme wird das Kanalnetz entlastet und wiederum Energie gewonnen.

Vom Regionallabor zum Institut Das Institut für Milchuntersuchung Niedersachsen Bremen GbR wurde 1999 gegründet, um die Milchuntersuchungen im Rahmen der Milchleistungs-

und Qualitätsprüfung kostengünstig an einem Laborstandort zu bündeln. Die regional tätigen Rohmilchlaboratorien in Zeven, Seckenhausen und Göttingen verlagerten die Untersuchungen an den Standort Zeven. Über die Jahre konnten weitere Kunden und Gesellschafter von der Idee der zentralen Milchuntersuchung überzeugt werden und der Probenumfang nahm stetig zu. 1998 waren noch neun regionale Untersuchungsstellen im ehemaligen Kammerbereich Hannover tätig, heute sind es noch zwei Labore, die Milchuntersuchungen durchführen. Mit dem Bau des Regionallabors in Zeven wurde 1977 begonnen. Durch mehrfache An- und Umbauten wurde in den Jahren versucht, den veränderten Bedingungen (Untersuchungstechnik,

Probenanzahl, Abläufe) Rechnung zu tragen. Ende 2007 wurde es in den auf dem Gelände der Nordmilch gemieteten Räumen zu eng und sinnvolle Erweiterungsmöglichkeiten standen nicht zur Verfügung. Die Gesellschafter entschieden sich nach intensiver Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Chancen für einen Neubau. Dieser wurde dann nach nur acht Monaten Bauzeit am 30. März 2009 zusammen mit dem Landeskontrollverband für Milchwirtschaft Niedersachsen Bremen e.V. (LKV) bezogen.

Masse und Klasse Heute stellt sich das IfM als ein kompetenter Partner für Milcherzeuger und Milchverarbeiter aus 5 Bundesländern dar. Durch

Das Milchlabor führt auch Resistenztests durch


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6:49 Uhr

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ubau in Verden

einen flexiblen Probenkurierdienst werden die Proben von Sammelpunkten abgeholt und umgehend nach Verden gebracht. Jährlich werden über 3,5 Millionen Proben von den 250.000 Kühen in der Region auf Inhaltsstoffe, Keim- und Zellgehalt, Hemmstoffe, Gefrierpunkt und weitere Parameter analysiert. Die gewonnenen Daten sind Grundlage für gesetzliche Qualitätskontrollen, Milchgeldzahlungen der Molkereien und für die Leistungsprüfung bei Kühen. Eine besondere Dienstleistung bilden die Untersuchungen auf

Mastitiserreger und die mikrobiologische Kontrolle von Vorzugsmilch und Milchprodukten. Maßnahmen zur Verbesserung der Tierernährung und Tiergesundheit, Verbraucherschutz, Produktsicherung sowie Zucht und Vermarktung von Kühen sind ohne die Untersuchungsergebnisse des IfM kaum vorstellbar.

Aufgaben, Leistungen, Kunden 26 Mitarbeiter führen für 22 Molkereien, fünf Kontrollverbände, dreizehn Kontrollvereine und

über 40 Direktvermarkter Untersuchungen durch. Hierzu zählen die • Inhaltsstoffuntersuchung von Rohmilch und Magermilch (Fett, Eiweiß, Laktose) • Bestimmung der somatischen Zellzahl von Milch • Hemmstoffuntersuchungen (Antibiotisch wirksame Substanzen) von Milch • Gefrierpunktbestimmungen (Referenz und Routineverfahren) • Harnstoffuntersuchung mittels Infrarotverfahren • Erhitzungsnachweise • Mastitiserreger-Nachweise inkl. somatischer Zellzahl • Resistenz-Tests • Bestimmung von Hefen und Schimmelpilzen • Tupferproben von Euter oder Melkzeug auf Mastitis-Erreger • Tupferausstriche von Schlachtkörpern auf Enterobakterien (VRBD Agar) bzw. Keimzahl (PC Agar) • Laktatvergärende Sporenbildner (Clostridien) nach der vereinfachten Nizo-Methode

• Hygieneuntersuchungen von Milch und Milchprodukten, sowie Sammelmilch (Aerobe Gesamtkeimzahl, somatische Zellzahl, coliforme Keimzahl, Escherichia coli, Staphylococcus aureus, Streptokokken, Salmonellen, Listerien, Hemmstoff, Phosphatase) Darüber hinaus werden umfangreiche weitere Dienstleistungen angeboten. Beispielhaft sollen die Untersuchung auf Rückstände und Schadstoffe im Rahmen des QM-Milchmonitoring-Programms, Forschungsarbeiten zu Weideparasitosen und Antibiotika-Resistenztests von Mastitiserregern genannt werden.

Kontakt Wenn Sie einmal in Verden sind, schauen Sie doch einfach herein. Um eine vorherige Terminabsprache unter der Telefon Nr. 04231/9895-0 wird gebeten. Wir stellen Ihnen gerne unser und Ihr Labor vor. Jörg Buermeyer, IfN

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ZUCHT & BESAMUNG

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29.06.2009

9:47 Uhr

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Tarmstedter Ausstellung – umfangreiches Tierschauprogramm Altbewährtes und Brandneues bietet die MASTERRIND auf der diesjährigen 60. Tarmstedter Ausstellung, die am bekannten Veranstaltungsort vom 11. bis 14. Juli stattfinden wird. Täglich von 10 bis 18 Uhr präsentieren rund 600 Aussteller auf über 15 ha Fläche ihre Produkte und Dienstleistungen. So auch die MASTERRIND. Wie in den vergangenen Jahren werden im großflächigen Zelt nahe des Tierschaugeländes die Dienstleistungen des Verbandes und eine Auswahl von Nachzuchten interessanter Vererber präsentiert. Das Schaugeschehen wird von der MASTERRIND durch drei verschiedene Veranstaltungen bereichert: die 14. Landesschau der Fleischrinder, die 3. Offene Tarmstedter Färsenschau und den Vorführwettbewerb der Jungzüchter.

onsveranstaltung. Rund 180 Tiere aus den Zuchtgebieten Niedersachsen und Sachsen sowie aus Schleswig-Holstein und den Nachbarbundesländern sind für den Schauwettbewerb gemeldet. Freunde der verschiedenen Rassen und andere Interessierte sind eingeladen, sich den Wettbewerb anzusehen, das Gespräch mit Fachleuten zu suchen und beim JungzüchterWettbewerb den Nachwuchs zu unterstützen.

13. Landesschau der Fleischrinder am 11. Juli

3. Offene Tarmstedter Färsenschau am 13. Juli

Mit ihrem erneut großen Auftrieb gilt die Landesschau bereits seit längerem als Traditi-

Die 3. Offene Tarmstedter Färsenschau wird am AusstellungsMontag durchgeführt. Hier tre-

Siegerin der 2. Offenen Tarmstedter Färsenschau: RSB Canada von Wiechers und Westerkamp Holsteins, Walsrode

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ten die besten Färsen des gesamten MASTERRIND-Zuchtgebietes, einschließlich Sachsens, an. Sie mussten bereits vor längerer Zeit zur Teilnahme gemeldet werden. In den darauffolgenden Wochen hatte der Züchter Gelegenheit, das Tier ideal vorzubereiten und zu beobachten. Im Juni galt es dann zu entscheiden, ob die Färse an den Start gehen soll. Züchter, die ihrem Tier keine ausreichenden Chancen auf einen vorderen Platz beimaßen, konnten es zurückziehen. Seien Sie dabei,

wenn sich die schönsten rund 45 Färsen aus dem MASTERRIND-Zuchtgebiet in Tarmstedt präsentieren.

Nachzuchtpräsentation an allen Tagen Wie gewohnt werden während aller Ausstellungstage im MASTERRIND-Zelt interessante Vererber des Verbandes durch eine Nachzuchtauswahl vorgestellt. Die MASTERRIND Rinderzucht und Vermarktung freut sich auf Ihren Besuch. 䡵

Mister Tarmstedt 2008: Limousin-Bulle Renoir von Gerrit Klatte, Sandhatten


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9:48 Uhr

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Sächsische Holstein-Tage 2009 – Nachfolgerin von Schöne gesucht Am 16. und 17. Oktober 2009 finden zum 11. Mal die Sächsischen Holstein-Tage statt. Die Suche nach der Nachfolgerin von Schöne bietet wieder eine spannende Mischung aus Information und Schau. Besucher wie Beschicker werden einen interessanten und erlebnisreichen Tag im Gestüt Sachsen des Gutshofes Cavertitz erleben. Nach bewährtem und beliebtem Konzept besteht der züchterische Bereich aus den Kernbereichen Saxonian Genetic Advantage Sale, Nachzuchtpräsentation und Schauwettbewerb.

Schaubedingungen Nach einer Vorauswahl auf Basis der Ergebnisse der aktuellen Zuchtwertschätzung werden die MASTERRIND-Mitarbeiter eine Vorbesichtigung in Frage kommender Nachzuchten vornehmen. Danach erfolgt die Entscheidung, welche Töchtergruppen präsentiert werden.

Schaukollektion Um den Titel der Miss Sachsen und lukrative Preisgelder bewerben sich die besten Kühe aus den Zuchtgebieten Sachsen und Hannover.

12th Saxonian Genetic Advantage Sale Zur Auktion angemeldet werden können abgekalbte und tragende Spitzenfärsen sowie Kühe, Jungrinder und Kälber aus hochinteressanten Abstammungen und Kuhfamilien (nur absolute Spitzentiere).

Tiermeldungen Anmeldeschluss für Verkaufstiere ist der 1. August, für Schautiere der 1. September 2009. Sächsische Züchter richten Tiermeldungen bitte an Torsten Lenk, niedersächsische an Sieglinde Reineke. T. Lenk, Tel. 0178/8470400 Fax 03521/455-666 E-Mail tlenk@masterrind.com S. Reineke, Tel. 04231/679-131 Fax 04231/679-277 E-Mail sreineke@masterrind.com

Saxonian Genetic Advantage Sale: Auktionstiere jetzt melden

Gesundheitsstatus Zugelassen werden nur BHV1freie Tiere im Sinne der Bundesverordnung. Der wesentliche Erfolg der Veranstaltung hängt von der Qualität der präsentierten Tiere ab. Daher scheuen Sie sich nicht, Ihre besten Tiere für die Aus-

wahl zu den Sächsischen Holstein-Tagen 2009 vorzustellen. Ob Sie mit Ihren Tieren am Schauwettbewerb teilnehmen, interessante Nachzuchtkühe präsentieren oder die Auktion beschicken: Es winken lukrative Preisgelder oder außergewöhnliche Spitzenpreise für Sie als Teilnehmer und Züchter. 䡵

Miss Sachsen 2008: Schöne (V. Champion) von Rainer Engelke, Asendorf

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26.06.2009

11:12 Uhr

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FLEISCHRINDER

Die Besten der MASTERRIND

Top-Kühe Extensivrassen Die Besten der MASTERRIND Name

Tier

Shorthorn Gwenda

DE01.12773774

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Highland Kerstin Stefka Clementine Ilona Doris II Silis Dina Cairistiona 2nd Sobrach Gealach of Eilene Dixi Betsy Penny 2 Evita Fox Sophie Pearl 1st Deidre 5 Catarina Penny 2 Sandy Meggy 71th Aprilia Bell Loni

DE03.43797388 DE03.40228912 DE03.43860838 DE14.00905106 DE03.40205228 DE03.42131105 DE03.43878934 DE03.40205239 DE05.32917603 NL02.17385796 DE03.40422779 DE03.43782367 DE14.00236544 DE03.43906485 DE03.43706158 DE14.00882891 DE03.43906480 DE03.45818768 DE03.44566069 DE03.45818774 DE14.01535224 DE03.45818788 DE03.45762089 DE14.01128428 DE14.00685862

45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45 45

Welsh Black Anke Karolien Mareika Paola Paula Wilka Galloway Blaettchen Carmen Sula Siggie Blenda Carola Debbie Konstanze 24

Rasse NK

T

B

S

ZKZ

Betrieb

5

8

7

7

358

Kuepker, Rosche

13 10 10 10 9 8 8 7 7 7 7 7 7 6 6 6 5 5 5 5 5 4 4 4 4

9 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 9 8 8 8 8 8 8 8 8 7 8 8 8

8 8 7 7 7 7 7 8 7 8 7 7 7 7 7 8 8 7 7 7 7 7 7 7 7

8 7 7 8 8 8 7 8 8 7 7 7 8 8 7 8 8 8 7 7 7 8 7 8 8

384 367 369 373 366 357 338 368 373 366 373 354 370 355 380 375 364 365 366 377 373 333 395 380 383

Clausen, Wulmstorf Lange, Dannenberg Helmerichs, Blocken Spinnler, Plauen Beduerftig, Hollen Beduerftig, Hollen Linxweiler & Lorberg, Wedemark Beduerftig, Hollen Hamper, Kampen Clausen, Wulmstorf Heuerding, Adenstedt Marschalk, Elmlohe Link, Löbnitz Frerichs, Schiffdorf Helmerichs, Blocken Link, Löbnitz Beduerftig, Hollen Beduerftig, Hollen Witt, Ziallerns Beduerftig, Hollen Weber, Erlbach Beduerftig, Hollen Nawrath, Seefeld Link, Löbnitz Erdmann, Thiergarten

DE03.41592272 DE03.43847644 DE03.43858975 DE03.42153877 DE03.45938094 DE03.46225677

46 10 46 9 46 9 46 5 46 4 46 4

7 8 7 8 8 8

7 8 7 7 7 7

8 8 8 7 7 7

358 362 399 362 346 384

Michaelis, Rätzlingen Michaelis, Rätzlingen Sielken-Ratjen, Spieka Hacke, Uelzen Hacke, Uelzen Sielken-Ratjen, Spieka

DE03.43830457 DE03.43853907 DE03.40874466 DE14.00606715 DE03.40247406 DE03.43771275 DE05.76924427 DE03.40747783

47 47 47 47 47 47 47 47

8 9 8 8 8 8 8 9

8 8 8 7 7 7 7 8

8 368 7 395 7 321 7 366 7 361 7 379 7 357 8 360

15 15 12 12 10 10 10 9

Wiechering-Sudmann, St. Huelfe Kruse, Radbruch Oetje-Weber, Edewecht Haupt, Niederbobritz Linderkamp-Ostermann GbR, Camp. Heins, Boitzen Schlüter, Espelkamp Wiegmann, Stehlen

Bessy von der Bruchwiese

Wieder einmal präsentieren wir Ihnen die besten Kühe der extensiven Rassen Galloway, Highland und Welsh Black sowie Shorthorn, die die MASTERRIND in ihrem Zuchtgebiet vereint. Die Kriterien für die Aufnahme in diese Top-Tier-Liste sind deutschlandweit wie folgt festgelegt: • Bewertung Typ und Skelett ≥ 7 und i. d. Summe ≥ 15 • ≥ 4 Nachkommen im Herdbuch A • ZKZ ≤ 400 Tage • Mutter des Tieres in Abteilung A eingetragen Rangiert sind die Kühe nach der Anzahl der in der Abteilung A des Herdbuches eingetragenen Nachkommen. Es sind nur die lebenden Kühe gelistet. Die Basis für fruchtbare, langlebige und leistungsstarke Top-Exterieurkühe ist dank der Arbeit unserer Züchter breit. Weiterhin viel Erfolg in den Herden und auf den Märkten! 䡵


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26.06.2009

11:13 Uhr

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Die Besten der MASTERRIND Name

Tier

Galloway Mary Irene Susi Jule Mariah Roswitha Sallei Sonja Klara Trina Steffi Resi Kora Ashly Cream Nikita Lightning Alice Tamara Uschka Camilla Felicita Bright Eye Cilly Coleen Wilma Gira Birte Vera Blissa United Emmi RW-Bell Degina Pepita Taura Pennyword Triene Franziska 2 Tira Mayday Sierra Ina Comtesse 2 Sina Mary Fantasy Dörte Felina Annabell Queen Bee Dalinka Fritillary Molli Gina Milka Asta

Rasse NK

DE03.40874465 DE03.40347691 DE03.40347698 DE03.43860128 DE03.40534606 DE14.00606665 DE03.40874467 DE05.78207885 DE03.40347709 DE03.40565245 DE03.43711771 DE03.42073701 DE03.44005260 DE03.43881640 DE03.42035187 DE03.44005255 DE03.43910817 DE03.44070802 DE03.43421891 DE03.44393042 DE03.43000816 DE03.45309953 DE03.43908507 DE03.43880856 DE03.42330812 DE03.43768454 DE03.43468497 DE05.78531268 DE14.01198856 DE03.46295203 DE03.44393039 DE03.43768483 DE03.44342457 DE03.45544075 DE03.45827061 DE03.45309960 DE03.44516562 DE03.44909052 DE05.78875822 DE05.78875825 DE03.44230187 DE03.44956491 DE14.01059761 DE03.44393041 DE12.70261461 DE03.46394161 DE03.45908768 DE12.69191661 DE03.47360208 DE03.44432242 DE03.46295214 DE03.45544097 DE03.44516565 DE05.79242102 DE05.79058616 DE03.46248656 DE03.46274084

47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47 47

9 9 9 9 9 9 8 8 8 8 8 8 7 7 7 7 7 7 7 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4

T

B

S

ZKZ

8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 7 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 7 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8

8 8 8 8 7 8 8 8 7 7 8 7 8 8 8 8 7 7 7 8 8 8 7 7 7 7 7 7 7 7 8 8 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 8 8 8 7 8 8 8 7 7 7 7 7 7 7

8 373 7 369 7 375 7 350 7 366 8 360 8 398 8 365 8 388 8 389 7 367 7 381 7 366 7 365 7 399 7 383 7 368 8 337 7 367 8 384 7 362 7 364 7 388 7 383 7 341 7 370 7 365 7 357 7 353 8 374 7 399 7 392 7 351 7 367 8 371 7 346 7 365 7 346 7 346 7 363 7 355 7 367 7 359 8 389 8 391 8 371 8 348 7 362 7 365 7 389 7 333 7 331 7 352 7 359 7 366 7 373 7 386

Betrieb

Oetje-Weber, Edewecht Harms u. Kinder GbR, Jork Harms u. Kinder GbR, Jork Stührmann, Bassum Behrens, Alfhausen Haupt, Niederbobritz Oetje-Weber, Edewecht Kölling, Rinteln Harms u. Kinder GbR, Jork Heitkamp, Oppenwehe Wiegmann, Stehlen Buddensiek, Antendorf Wiegmann, Stehlen Gerstenkorn, Dahlenburg Heitkamp, Oppenwehe Böckmann, Leopoldshöhe Mallunat GbR, Diepholz Henke, Stroehen Behle, Barßel Wiegmann, Stehlen Wiegmann, Stehlen Dwertmann, Cappeln Bachmann, Struecken Keisenberg, Seeburg Kruse, Radbruch Harms u. Kinder GbR, Jork Dwertmann, Cappeln Schlüter, Espelkamp Börner, Pockau Wiechering-Sudmann, St. Huelfe Wiegmann, Stehlen Harms u. Kinder GbR, Jork Peters, Reinsdorf Haase, Dinklage Haase, Dinklage Dwertmann, Cappeln Goettke-Krogmann, Kroge Heitkamp, Oppenwehe Heitkamp, Oppenwehe Heitkamp, Oppenwehe Kölling, Rinteln Janssen, Neuenburg Fischer, Liebenau Wiegmann, Stehlen Wiegmann, Stehlen Kalter, Wennigsen Uhle, Wolfsburg Gellermann, Jarlingen Dwertmann, Cappeln Menke, Ganderkesee Wiechering-Sudmann, St. Huelfe Haase, Dinklage Goettke-Krogmann, Kroge Schwagmeier, Hüllhorst Lange, Petershagen Kölling, Rinteln Markus, Leezdorf 25


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agra 2009

FLEISCHRINDER

Attraktive Fleischrinder im Dreiländer Mit Spannung wurde der Fleischrinderschau anlässlich der agra 2009 auf der Neuen Messe in Leipzig entgegengesehen. Sollte es doch diesmal ein „Mitteldeutscher Wettbewerb“ sein, der unter Federführung der Messeleitung durchgeführt wurde. Neben dem Bundesland Sachsen waren somit sehr zahlreich und engagiert auch Züchter aus Thüringen und SachsenAnhalt vertreten. In der Vergangenheit waren die Fleischrinder oftmals Anziehungspunkt für zahlreiche Messebesucher gewesen. Die Farb- und Formenvielfalt stößt immer wieder auf großes Interesse, sind weidende Rinderherden bei Reisen durch Mitteldeutschland doch nur noch selten zu sehen. Mit der Anlieferung der sächsischen Tiere begann für die Züchter ein sehr langes Schauwochenende. Es muss bedacht werden, dass in dieser Zeit für die Mutterkuhhalter der Weideauftrieb sowie auch die Abkalbung auf dem betrieblichen Arbeitsplan stehen. Sicherlich keine Selbstverständlichkeit, dann Tiere führig zu machen und vier Tage unterwegs zu sein. Sehr erfreulich war, dass viele junge Leute und Züchter vor Ort waren, die das erste Mal an einer Schau teilnahmen. Nachdem die erste Hürde der Anlieferung ge-

nommen war, die Tiere versorgt und beruhigt waren, begann auch schon die erste Generalprobe zum mehrfach am Tage stattfindenden Schaubild. Schon am ersten Tag boten die zahlreich erschienenen Altbullen ein beeindruckendes Bild. Die Reihe der Altbullen, die bei dem MASTERRIND-Stand aufgestallt waren, stieß auf großes Interesse und war oftmals von Besuchern regelrecht umringt. Am Freitagabend reisten die Züchterkollegen aus Thüringen und Sachsen-Anhalt an. Somit konnte der mit Spannung erwartete „Dreiländerkampf“ am Sonnabend beginnen.

Jugend zuerst Pünktlich um 9.00 Uhr startete die „Mitteldeutsche Fleischrindschau“ parallel zum Holsteinwettbewerb. Die noch spärlich gefüllten Besucherplätze füllten

Mala von Lothar Eulitz, Gesamtsiegerin der Kühe, Extensivrassen Foto: Schuhmann

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Ein attraktiver Blickfang: Präsentation der Fleischrinder auf der agra 2009

sich zunehmend. Die Jungrinder der Rasse Angus stellten sich als erstes dem Urteil von Preisrichterin Dr. Sabine Schmidt vom Rinderzuchtverband Mecklenburg-Vorpommern. Mit Irina, einer schwarzen Färse vom Zuchtbetrieb Klaus Möbius, Mittelbach, stand der erste 1a-Sieg alsbald fest. Leider war dieser Rasseblock sehr spärlich besetzt und stellte somit nicht die Bedeutung der Rasse in allen drei Ländern dar. Als zweite Richtgruppe überzeugten drei Jungrinder der Rasse Blonde d’Aquitaine, alle vom Zuchtbetrieb Frank Groba, Schwarzkollm. Mit Marinka konnte sich eine sehr typvolle und bestens bemuskelte Färse gegen ihre Stallgefährtinnen durchsetzen. Sehr beeindruckend war auch die Ruhe, mit der sich die drei Färsen im Ring bewegten. Bei der Rasse Charolais überzeugte Alberta vom

Zuchtbetrieb Eric Ebert, Neuwartensleben, mit sehr guter Bemuskelung, Typ und viel Ausstrahlung. Mit Spannung wurde die erste Richtgruppe der Rasse Fleischfleckvieh erwartet. Die Rasse zählt in allen drei Bundesländern zahlenmäßig mit zu den bedeutendsten. Entsprechend groß war die Präsenz auf der Messe. Unter einer hochkarätigen Richtgruppe stach insbesondere ein Tier hervor: Nora, 1a-Preisträgerin vom Zuchtbetrieb Feißel GbR, Käthen. Ein Tier mit einer für sein Alter unglaublichen Entwicklung im Einklang mit Rassetyp und Bemuskelung, das für Aufsehen unter den Fleckviehzüchtern sorgte. Es war nur natürlich, dass diese Ausnahmefärse abschließend ebenfalls als bestes Jungrind (unter 18 Monate) der Intensivrassen ausgezeichnet wurde. Den Beginn der Färsenklasse

Valeska P von der Koberland e.G., überragende Gesamtsiegerin der Kühe, Intensivrassen Foto: Schuhmann


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Kühe und Kühe mit Kalb folgten

r kampf

Foto: Schuhmann

über 18 Monate machte die Rasse Charolais. Mit Gandi von der MKH-Agrar GmbH Teichröda konnte der sehr namhafte und erfolgreiche Zuchtbetrieb auch diesmal den 1a-Sieger stellen. Im anschließenden Ring der Fleckviehfärsen überzeugte Natalie vom Zuchtbetrieb Claudia Pieter. Bei den Limousins war der stark bemuskelten und sehr typvollen Helia vom Limousinhof Klemm der Gruppensieg nicht zu nehmen. Helia setzte sich ebenfalls im Wettbewerb um das beste Jungrind intensiv gegen die weiße und gescheckte Konkurrenz durch und konnte auch diesen Titel für sich verbuchen. Besonders knifflig für die erfahrene Richterin wurde es im Ring der Highland-Färsen. Waren doch acht Tiere recht unterschiedlichen Alters im Ring. Dass die Highland-Züchter immer wieder zu den aktivsten Ausstellern gehören, bewiesen sie zahlenmäßig auch hier. Nach einer langen und reiflich überlegten Auswahl ging der Gruppensieg und gleichzeitig auch der Titel „Bestes Jungrind über 18 Monate extensiv“ an Sharon vom Zuchtbetrieb Claudia Weber, Erlbach. Ein hart erkämpfter Sieg in dieser sehr starken Konkurrenz. Bei den in den Farbschlägen schwarz und dun vertretenen Galloways konnte die dunfarbene Sheila vom Zuchtbetrieb Schöning aus Garsena überzeugen und den 1a-Titel erringen.

Als erste Gruppe der Kühe mit Kalb bei Fuß starteten die Charolais den Wettbewerb der erwachsenen Tiere. Ein sehr beeindruckendes Bild bot die sehr homogene Richtgruppe der wuchtigen Charolaiskühe. Mit Ovina von der MKH-Agrar GmbH Teichröda errang eine sehr elegante und im Skelett sehr korrekte junge Kuh den 1aPlatz. Dass sie mit einem hohen Milchvolumen ausgestattet ist, war ihrem sehr gut entwickelten Kalb deutlich anzusehen. Lang erwartet wurde die Richtgruppe der Fleckviehkühe; wie bereits erwähnt, eine Rasse mit besonderer Bedeutung in den drei Ländern. Gleich acht Tiere präsentierten sich in sehr hoher Qualität. Augenscheinlich wurde das hohe züchterische Niveau dieser Richtgruppe. Dass sich unter den zum großen Teil schauerfahrenen Kühen ein Neuling ganz vorn wiederfinden würde, konnte man vorher nicht vermuten, aber im Ring sehen. Valeska von der Koberland e.G. beeindruckte über alle Maßen; ausgestattet mit enormer Bemuskelung, sehr drüsigem Euter und dazu einem sehr korrekten Gangwerk. Dieser absoluten Ausnahmekuh, die auf dieser Messe ihr Schaudebüt gab, war der Titel “Beste Kuh und Kalb intensiv“ einfach nicht zu nehmen. Die Gruppe der Extensivrassen startete mit den Dexterkühen. Zum ersten Mal war die Rasse, alle vom Zuchtbetrieb Stefan Dürre, Zschoppach, mit einer Richtgruppe hier vertreten. Mit Iris konnte die schwarze Jung-

kuh vor allem im Typ überzeugen. Mit einer weiteren dunfarbigen und einer roten Kuh zeigte der engagierte Zuchtbetrieb alle drei Farbschläge der Rasse. Beim Highland Cattle ging der 1a-Preis an Sophie vom auch in der Vergangenheit schon sehr erfolgreichen Zuchtbetrieb Doris Link. Sophie zeigte sich äußerst typvoll, korrekt und topgestylt. Bei den Galloways konnte die sich in Topform befindliche und sehr typvolle schwarze Kuh Mala vom Zuchtbetrieb Lothar Eulitz in ihrem Rasseblock durchsetzen. Bei der anschließenden Wahl zur „Besten Kuh mit Kalb extensiv“ konnte sie ebenfalls ihre Konkurrenz dominieren. Auch diese Spitzenkuh gab auf der Messe ihr Schaudebüt.

Beeindruckende Bullen im Ring Mit Spannung erwarteten die Zuschauer auf den nun sehr gut besetzten Plätzen den Richtwettbewerb der Bullen. Bei den Jungbullen bestach insbesondere der in Frankreich gezogene und im Besitz des Limousinhofes Klemm befindliche Copain-Ben. Ein Bulle mit viel Typ und exzellenter Bemuskelung. Mit fünf Altbullen der Rasse Limousin in einer absolut hochkarätigen Gruppe zeigten die Züchter der Rasse erneut ihr hohes Engagement. Mit Tigris, dem amtierenden Paris-Champion, wurde der im LVG Köllisch gezüchtete und im Besitz der Agrozucht Burkersdorf befindliche Ausnahmebulle erneut Gruppensieger. Bei den Hereford-Altbullen überzeugte vor allem Fenton vom Zuchtbetrieb Wiegand/Schubert

Sächsische Bullenparade, die „Ruhe vor dem Sturm“

Foto: Schuhmann

Glückwunsch für Tigris, den Grand Champion der agra 2009

Sharon von Claudia Weber, Reservesiegerin der Extensivrassen

mit enormem Rahmen, sehr guter Bemuskelung und ebenso mit einem sehr guten Gangwerk. Bei den Extensivrasse-Bullen überzeugte der dunfarbige Faun vom Zuchtbetrieb Schöning, Garsena, mit einer für sein hohes Alter (10 Jahre) sehr frischen und korrekten Erscheinung.

Tigris würdiger Gesamtsieger Zum Abschluss war mit den Siegertieren der verschiedenen Rasseblöcke ein Bild von enormer genetischer Qualität zu sehen. Ein wirklich schwieriges Unterfangen, den „Grand Champion“ zu küren. Der Reservesieg ging an den Gallowaybullen Faun für seine erstaunliche Fitness. Zum besten Tier der Schau wurde ein Bulle gewählt, der den Titel „Grand Champion agra 2009“ in die Reihe seiner zahlreichen nationalen und internationalen Erfolge einreihen kann: Tigris von der Agrozucht Burkersdorf. Herzlichen Glückwunsch ins Erzgebirge und besten Dank an alle Züchter der drei Bundesländer, die wesentlich mit dazu beitrugen, dass diese Schau zu einer sehr sehenswerten und erfolgreichen Veranstaltung wurde. Carsten Oeser

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FLEISCHRINDER

Erfolgreiche Premiere des Best of Färs e Fünf Verbände, sieben Rassen, 63 weibliche Zuchtrinder – eine mutige Idee fand am 5. und 6. Mai 2009 im „Brandenburger Rindermarkt“ in Groß Kreutz ihre erfolgreiche Umsetzung! Ziel war es, mit der ersten Veranstaltung von „Best of“ eine Schau und Auktion für weibliche Spitzengenetik zu etablieren, die in dieser Form gute Tradition werden könnte. Gelungene Veranstaltung mit erstklassigen Tieren In Zeiten von Krise und Stagnation beschritten die beteiligten Organisationen MASTERRIND, RBB, RMV, RSH und FHB einen neuen Weg, um Absatz für hochkarätige Fleischrind-Genetik zu schaffen. Der Erfolg war keineswegs von vornherein gewiss, die Veranstaltung alles andere als ein Selbstläufer. Aber Dank intensiver Vorarbeit – beginnend bei der Auswahl und Vorbereitung der Tiere durch die Züchter, über die langfristige Werbung und gezielte Arbeit mit möglichen Kaufinteressenten, bis hin zu einer hervorragenden Organisation der zwei Veranstaltungstage – können die Beteiligten auf eine gelungene Veranstaltung mit erstklassigen Tieren, einem zahlreichen fachkundigen Publikum und besten Verkaufsergeb-

nissen zurückblicken. „Die richtige Wahl ist getroffen, wenn der Besitzer das Rind am liebsten selbst behalten möchte!“ – mit diesem Ansatz gingen Zuchtverbände und Züchter an die Selektion der Verkaufsfärsen. Und so vereinte der Katalog für „Best of“ tatsächlich jede Menge „Sahnestücke“, begonnen beim 10 Monate alten Jungrind bis hin zur 21/2 jährigen tragenden Färse. Rund 90 Rinder der Rassen Angus, Blonde d’Aquitaine, Charolais, Fleckvieh, Hereford, Limousin und Uckermärker standen im Katalog. „Lieber 3 Bullen führig machen als eine Färse!“ – diese Feststellung konnte man im Vorfeld des Auftriebs aus manchem Züchtermund hören. Unbedingte Führigkeit war jedoch Grundbedingung und ein wichtiges Verkaufsargument. Nicht jedes vorgesehene Rind fand daher den

Die Championwahl bei der mittleren Alterklasse entschied die Blonde d'Aquitaine-Färse Idiella Pp (rechts) für sich. Daneben ist das teuerste Tier der Veranstaltung, die hornlose Stefka, platziert. Das teuerste niedersächsische Rind stellte mit Tomara der Zuchtbetrieb Beu (links)

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Die Championwahl bei den tragenden Färsen entschied Limousin-Färse Orelia aus dem Zuchtbetrieb von Marvin Campe, Staffhorst, für sich

Weg nach Groß Kreutz. Am Ende standen schließlich 63 bestens vorbereitete schmucke, junge „Damen“ im Verkaufsstall des Brandenburger Rindermarktes. Mit 50 % Marktanteil bewiesen die MASTERRIND-Züchter ihr Engagement und ihre Zuverlässigkeit.

MASTERRIND-Züchter räumten ab Um die absoluten Spitzentiere herauszustellen und den Kaufinteressenten eine Orientierung über die im Katalog abgedruckten Angaben hinaus zu geben, fand am Nachmittag des Auftriebstages die Prämierung der Verkaufsrinder statt. Mit besonderer Spannung wurde natürlich die Wahl der rasseübergreifenden Champions in den Kategorien „tragende Rinder“, „Jungrinder Geburtsjahr 2007“ und „Jungrinder Geburtsjahr 2008“ erwartet. Die Vorführung der zur Auswahl stehenden Ia-Tiere am Vormittag des Auktionstages war bereits ein besonderer Augenschmaus. Die schwere Aufgabe, unter den Besten nun die Allerbesten auszuwählen, kam den Zuchtleitern Friedrich Averbeck und Dr. Josef Dissen zu.

In der jüngsten Kategorie fiel insbesondere die bestechend entwickelte hornlose Herefordfärse Inghua (Kat.-Nr. 62) aus dem Zuchtbetrieb HERENOMAD, Beilrode (MASTERRIND), ins Auge, ein im oberen Rahmenbereich stehendes, dabei sehr schön tiefes, perfekt harmonisches Tier mit australischkanadischer Blutlinienführung, das trotz seiner Jugend schon sehr viel Reife erkennen ließ. Die mittlere Altersklasse konnte die ebenfalls genetisch hornlose Blonde d’Aquitaine-Färse Idiella (Kat.-Nr. 21) aus der Zucht von Klaus-Dieter Golze, Dassel (MASTERRIND), für sich entscheiden. Bei gut mittlerem Rahmen gefiel Idiella durch Ausstrahlung und den femininen Gesamteindruck, darüber hinaus durch eine hervorragend plastische Bemuskelung mit langer Keule und ausgewogener Körpertiefe. In ihrer Genetik vereint Idiella französische Linien auf der Vaterseite mit kanadischem Hornlosblut über die Mutter. Die Entscheidung bei den tragenden Färsen war vor dem Hintergrund eines unterschiedlich angestrebten Erstkalbealters und dadurch entstandener Al-


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s enchampionats tersunterschiede von exakt einem ganzen Jahr sicherlich die schwierigste und damit spannendste – gut nachvollziehbar dennoch die Wahl der Limousinfärse Orelia (Kat.-Nr. 68) aus der Zuchtstätte Marvin Campe, Staffhorst (MASTERRIND). Mit 21/2 Jahren ließ Orelia in ihrer Entwicklung und weiblichen Ausstrahlung bereits die spätere Zuchtkuh deutlich erkennen, überzeugte durch Zuwachs, Tiefe und Bemuskelung ebenso wie durch ein sauberes Skelett, gute Übergänge und harmonische Bewegungsabläufe. Ein toller Erfolg der MASTERRIND Züchter, die somit in allen drei Kategorien die Siegerschärpen überstreifen durften.

Flüssige Auktion mit gutem Kaufinteresse In einer flüssigen Auktion mit flotten Geboten und einer positiven Gesamtstimmung konnten 61 Rinder von Auktionator Ralf Mahling, RBB, zu einem Durchschnittspreis von 1.830 Euro verkauft werden – ein Ergebnis, das die Erwartungen der Organisatoren sehr zufriedenstellen konnte. Wenn auch im Vorfeld der ein oder andere Züchter für sein Tier etwas mehr erhofft hatte, sind die Gebote marktgerecht

und sehr qualitätsorientiert abgegeben worden. Zielte die Veranstaltung in den Anfangsplanungen ursprünglich schwerpunktmäßig auf ausländische Kaufinteressenten ab, so zeigte sich erfreulicherweise, dass auch im Inland ein interessierter Markt für die angebotene führige Spitzengenetik besteht, der die gegenwärtig eher schwache Nachfrage aus dem Ausland gut auffangen konnte. Honoriert wurden von den Käufern neben einer sehr guten Optik und Entwicklung der Färsen interessante aktuelle Genetik, sowie genetische Hornlosigkeit bei gutem Rassetyp. Der höchste Einzelpreis (3.300 Euro) wurde für das 11/2-jährige genetisch hornlose LimousinJungrind Stefka aus der Zucht von Dr. Jan Christoph Bielfeldt erlöst. Die Koberland e. G., Langenbernstorf, erzielte für zwei tragende Fleckviehfärsen stolze 2.900,- Euro und 2.800,- Euro . Ebenso konnte Marko Beu, OHZ, den Tageshöchstpreis für die Rasse Charolais erringen – 2.800,- Euro bot ein Züchter aus

So sehen Sieger aus: Herefordrind Inghua Pp von HERENOMAD, Beilrode, und Blonde d'Aquitaine-Färse Idiella Pp von Golze, Dassel, siegten in den beiden jüngeren Altersklassen

Sachsen-Anhalt für die enorm typvolle Tomara. Die ChampionRinder Inghua Pp mit 2.700,Euro sowie Idiella Pp mit 2.500,Euro stellten den Spitzenpreis bei ihren Rassen Hereford bzw. Blonde d'Aquitaine. Lediglich das Angebot der Rasse Angus konnte in Quantität und Qualität nicht restlos überzeugen, und so gestaltete sich der Verkauf etwas zurückhaltend. Nach Niedersachsen verkauft wurden 20 Rinder und nach Sachsen konnten 5 Rinder transportiert werden.

Beschicker und Organisatoren von „Best of“ danken allen Kunden, die mit ihrem Kauf zum Gelingen der ersten Färsenauktion beigetragen haben, für das erwiesene Vertrauen und wünschen Freude an den erworbenen Tieren, Züchterglück und viele gute Nachkommen! Wir freuen uns mit Ihnen auf „Best of – die Zweite“ im nächsten Jahr! Text: S. Schmidt, Torsten Kirstein Fotos: M. Gassan

Verkaufsergebnisse der Fleischrindfärsenauktion Rasse

Champion bei den Jungrindern: Hereford-Färse Inghua

Angus Blonde d'Aquitaine Charolais Fleckvieh Hereford Limousin Uckermärker Gesamt

angeb.

verk.

Ø-Preis

von

bis

9 5 14 10 5 13 6 62

9 5 13 10 5 13 6 61

1.250 k 1.960 k 2.042 k 2.040 k 1.610 k 1.938 k 1.733 k 1.830 k

900 j 1.600 j 1.100 j 1.500 j 1.100 j 1.400 j 1.100 j 900 k

1.700 j 2.500 j 2.800 j 2.900 j 2.700 j 3.300 j 2.400 j 3.300 k 29


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FLEISCHRINDER

16. Jungtierschau für schottische Highlands in Delmenhorst Auf einem hervorragend geeigneten und bestens vorbereiteten Gelände des MASTERRIND-Zuchtbetriebes Michael Glander fand die Highland Cattle Jungviehschau 2009 statt. Nicht nur wegen des optimalen Präsentationsrahmens und des sehr schönen Wetters wird die Veranstaltung allen Highland Cattle-Züchtern in Erinnerung bleiben. Insbesondere war es auch die außerordentlich gute Qualität der aufgetriebenen Tiere, die auf ganzer Linie überzeugte. Mehr als 70 Jungtiere, verteilt auf 15 Richtklassen, gingen in den Ring. Nie vorher lag die Qualität der Tiere innerhalb der Richtklassen so nahe beieinander und nie vorher war auch die zahlenmäßige Besetzung der Klassen, insbesondere bei den weiblichen Tieren, so gut. In neun Altersklassen holten die Niedersachsen Ia-Plätze und sechs mal den Ib-Platz. Bei den Bullen hatte Gerold Lintelmann, Delmenhorst, in den drei jüngsten Klassen mit drei Ia-Bullen jeweils die Nase vorn. Mit dem besten Bullen der dritten Alterklasse, Orwell of Greenfield, stellt er gleichzeitig auch den Siegerbullen der Schau. Das Top-Exterieur dieses Ausnahmebullen wurde untermauert durch ein exquisites Pedigree, das auf niedersächsischer Seite auf die Zucht der Familie Helmerichs, Stuhr, zurückgeht. Auch der Re-

servesieger-Bulle kommt aus einem niedersächsischen Zuchtbetrieb. Car Dhu vom Isenbeck war bester Bulle der vierten Altersklasse und präsentierte sich mit einem sehr überzeugenden Exterieur, viel Rassetyp und Korrektheit im Körperbau. Die Familie Heuer-Jungemann, Nienwohlde, freute sich außerordentlich über die gute Platzierung. Die besondere Klasse der weiblichen Zuchttiere zeigte sich in den Preisrichterkommentaren zu einzelnen Richtgruppen. Nur Nuancen entschieden wiederholt über den Klassensieg und der Qualitätsabstand vom ersten zum letzten Platz innerhalb einer Gruppe war wiederholt so gering wie auf keiner Bundesschau vorher. Die Aufstellung der Klassenbesten zur Siegerauswahl war beeindruckend und belegte den hohen Zuchtstandard und den deutlich sichtba-

Der Gruppensieger in der vierten Altersklasse, Car Dhu von Familie Heuer-Jungemann, Stadensen, wurde Reservesieger der Schau

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Absolute Spitze

Wie Perlen auf einer Schnur stehen hier die Spitzenrinder zur Siegerauswahl bereit

ren Zuchtfortschritt in den Highland Cattle-Zuchtbetrieben Deutschlands. Dabei hinterließ die jüngste Klassensiegerin von Peter Frey, Syke, ein ebenso gutes Bild wie die älteste Klassensiegerin von Herbert Diers, Bassum. Einen ganz besonderen Eindruck hinterließen die besten Färsen der Altersklassen 11, 12, 13 und 14. Dies waren Valerie of Greenfield von Gerold Lintelmann, Delmenhorst, Belinda II vom Fläminghof von Falko Schlüter, Blönsdorf, Madita von Stelle von Hannelore Uhlhorn, Twistringen, und Ciline vom Stührener Berg von Herbert Diers aus Bassum. Bei so viel Qualität der Rasse Highland Cattle war es letztendlich der Geschmack des Preisrichters, der ausschlaggebend dafür war, dass sich der Zuchtbetrieb Falko

Schlüter über den Reservesieg freuen durfte und der Siegertitel an die Zuchtstätte Diers ging. Den Organisatoren der 16. Jungtierschau darf man ein sehr großes Kompliment für die reibungslose Veranstaltung mit außerordentlich guten, sehr führig vorgestellten Tieren und gut besetzten Klassen aussprechen. Den ausstellenden Züchtern gebührt ein sehr großes Lob für die vorgestellten Zuchttiere. Auf keiner großen Schau vorher wurde ein so breites Feld hochwertiger Zuchttiere in den Wettbewerb geschickt. Die Delmenhorster Veranstaltung war Werbung vom Feinsten. Die MASTERRIND GmbH gratuliert den dort erfolgreichen Niedersachsen. Friedrich Averbeck

Gerold Lintelmann, Delmenhorst, präsentiert den Sieger der Jungtierschau, Orwell of Greenfield


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Sechste Galloway Open

Niedersachsens Gallowayzüchter waren erfolgreich In den ungeraden Kalenderjahren gibt es bekanntermaßen keine Olympischen Spiele, keine FußballWelt- und Europameisterschaften und keine Bundesgallowayschau. Dafür wird regelmäßig das vom BDG und der Ig GZ Hessen organisierte Galloway-Open in Alsfeld abgehalten. 92 Schautiere aus sechs Bundesländern stellten sich am ersten Maiwochenende dem Preisrichter Jost Grünhaupt, ZBH, zur Prämierung vor. In Quantität und Qualität bestätigten die niedersächsischen Gallowayzüchter erneut ihre Ausnahmestellung. In sechs der zehn Färsenklassen wurde das Ia-Rind von MASTERRIND-Züchtern aus Niedersachsen präsentiert. Überzeugende Darstellungen boten die Zuchtbetriebe Carsten Haase, Dinklage, mit Dalina vom Kronenhof; Georg Menke, Ganderkesee, mit Sinte und Surprise vom Machandelhof; Fritz Wiegmann, Sulingen, mit Kimba und Anne aus dem Suletal. Den Ia-Preis der ältesten Färsenklasse sicherte sich Jörg Büttemeyer, Espelkamp, mit Marainchen vom Zuchthof

Wilhelm Ernst, Burgwald, wird eingerahmt von den MASTERRIND Siegerrindern: links B. Kinkhorst, Barnstorf, mit der rigget-Siegerfärse Moline und rechts Jörg Büttemeyer, Espelkamp, mit der Reservesiegerin Marainchen

Lömker und somit auch den Reservesiegertitel. Den Siegertitel konnte erstmals eine rigget-Färse einstreichen. Moline aus der Zucht von Bernd Kinkhorst, Barnstorf, triumphierte im hochklassigen Wettbewerb. Die beste red-Belted-Gallowaykuh stellte Dieter Bojes, Barnstorf, mit der schauerprobten Gianna.

In sechs Richtklassen wurden anschließend die Bullen gekürt. Mit dem Digo-Sohn Domino konnte Hans Dieter Frank, Bösel, seinen Neuerwerb vom Fleischrindertag in Verden präsentieren – und erfuhr neben dem Klassensieg die Bestätigung für den passenden Einkauf. Jörg Büttemeyer dominierte mit dem Emperor-Sohn Elias die zweite Altersklasse und erzielte bei der Siegerauswahl den hochwertigen Reservesiegertitel. Anschließend durften die Gallowayzüchter in mehreren Altersklassen ihr Können beweisen.

Hannes Gerstenkorn, Dahlenburg, Torben Bachmann, Rinteln, und Stephanie Haase, Dinklage, hatten ihre Tiere bestens im Griff und zeigten, dass sie nicht zum ersten Mal an einem Vorführwettbewerb teilnahmen. Insgesamt eine harmonische, gut organisierte Veranstaltung, die die Vorfreude auf die große Bundsschau im Januar 2010 anlässlich der Grünen Woche in Berlin anwachsen ließ.

Torsten Kirstein

Strohmehl • Stroh-Häcksel • Stroh-Feinmehl

Der Vorsitzende des BDG, Georg Menke, gratuliert dem Zuchtbetrieb Büttemeyer / Lömker zum Double (Reservesiegerrind und Reservesiegerbulle)

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Jahresversammlung der Charolaiszüchter in Niedersachsen

FLEISCHRINDER

Spitzenbesuch im Norden Mehr als 130 Gäste nahmen an der diesjährigen Jahrestagung in Niedersachsen teil. Aus allen Bundesländern, dem Elsass und Luxemburg waren sie angereist, um sich über die Charolaiszucht im Land Niedersachsen zu informieren. Immerhin 180 Mitglieder zählt der Verband derzeit, und mit mehr als 9.000 eingetragenen Herdbuchkühen deutschlandweit findet sich die Rasse Charolais im großen Spektrum aller Fleischrinderrassen unter den „Top drei“ wieder. Anlässlich der Generalversammlung wurde detailliert über Verbandsaktivitäten, einen regen Zucht- und Nutzviehmarkt in den verschiedenen Regionen Deutschlands und über geplante Werbeaktivitäten berichtet. Vorne an im Verbandsinteresse steht derzeit die Förderung der Jungzüchterarbeit durch Schulung und Verbandsintegration. Finanziert wird dies künftig durch eine Sonderumlage bei allen Mitgliedern. Das dreitägige Besuchsprogramm führte die Gäste quer durch das westliche Zuchtgebiet der MASTERRIND Niedersachsen. Zunächst wurde die 45-köpfige Mutterkuhherde von Klaus Müller in Stelle, WL, besucht. Seit mehreren Jahren werden hier genetisch hornlose Charolais gezüchtet. Insbesondere die Genetik aus Schweden hat es der Familie Müller angetan. Durch eine detaillierte Herdenvorstellung konnten die Besu-

cher ein sehr gutes Bild vom Zuchtfortschritt in der Herde gewinnen. Weiter ging es zur Besichtung der Herde von Familie Pralle auf dem Hof Willingen bei Soltau. Seit 45 Jahren werden hier Charolais gezüchtet, und insbesondere französische Genetik über Besamung und Natursprung bildet die solide Grundlage der 40-köpfigen Mutterkuhherde. Zu Ehren des langjährigen Vorsitzenden des Verbandes, Werner Pralle, der unter anderem den französischen Verdienstorden für seine Arbeit für die Rasse Charolais erhielt, pflanzten die Tagungsteilnehmer vor Ort einen Apfelbaum. Die Geste des Dankes ist verbunden mit dem Wunsch, dass Werner Pralle noch zahlreiche Früchte seiner Arbeit zur Kenntnis nehmen darf und zahlreiche Äpfel vom Baum pflücken kann. Nach einer Firmenpräsentation der MASTERRIND GmbH in Verden folgte der Besuch des Hannoveraner Warmblutverbandes und der Besamungsstation. Die Besucher zeigten sich begeistert von Vorführungen und Ausführungen vor Ort. Als dritter Zuchtbetrieb stand die kleine aber feine schauerfah-

Top-Tiere besichtigten zahlreiche Besucher auf dem Betrieb Beu, Isehorn

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rene Herde der Familie Arndt in Okel bei Syke im Mittelpunkt. Erläuterungen zur Exterieurbewertung durch französische Züchter und Einstufungsübungen durch die Tagungsteilnehmer sorgten vor Ort für viel Aufmerksamkeit. Viel Beifall erhielten nicht nur die Tiere, sondern auch das hervorragende Mittagessen, das die Familie Arndt zubereitet hatte. Die nächste Station war der Zuchtbetrieb der Familie Einemann aus Ottersberg. Seit 30 Jahren wird hier aktiv Charolaiszucht betrieben. Sowohl die genetisch hornlosen Tiere, als auch die im französischen Typ stehenden Kühe zeigten sich ausgeglichen und sehr rahmig. Zum Abschluss der Etappe stand die Besichtigung der 80köpfigen Mutterkuhherde der Familie Voigt in Lehrden bei Visselhövede auf dem Programm. Milchreiche problemlose Kühe sind das Herzstück der Herde, die auf eine mehr als 40-jährige Geschichte zurückblicken kann. Insbesondere der sehr gute weibliche Jahrgang und der in dieser Herde befindliche TenorSohn aus der Zucht der Familie Beu beeindruckte die Gäste stark. Der gemütliche Züchterabend vor Ort fand viel Beifall bei den Teilnehmern. Den Ausklang der Veranstaltung bildeten die Besuche der Zuchtbetriebe Meyerdierks und Lilienthal in Lilienthal und die Zucht-

Zu Ehren des langjährigen Vorsitzenden Werner Pralle (li. mit Familie) pflanzten die Charolais-Züchter einen Apfelbaum auf Hof Willingen

stätte Beu in Isehorn bei Osterholz-Scharmbeck. Die Besucher aus Nah und Fern wurden von den engagierten jungen Betriebsleitern über ihre Herden informiert und eine hervorragende Präsentation von Spitzentieren auf dem Betrieb Beu zeigte noch einmal das Ergebnis engagierter und kontinuierlicher Zuchtarbeit. Zahlreicher Besuch, eine sehr positive Grundstimmung unter den Tagungsteilnehmern, interessante Gespräche, gute Herden und ein gutgelaunter Wettergott trugen dazu bei, dass die Charolais-Jahrestagung 2009 in Niedersachsen den Gästen sicher über den Tag hinaus in Erinnerung bleiben wird. Auf allen Betrieben zeigten motivierte Betriebsleiter engagierte Zuchtarbeit und auf allen Betrieben gibt es derzeit Nachwuchs, der in die Fußstapfen der Betriebsleiter treten wird. Das stimmt sehr zuversichtlich! Den gastgebenden Betrieben gilt ein ganz herzliches Dankeschön für ihre grenzenlose Gastfreundschaft. Friedrich Averbeck

Hervorragende Charolais in idyllischer Lage auf dem Betrieb Voigt, Lehrden


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Welsh Black Bundesschau auf dem Schüttenhof Mehr als 1.000 Zuschauer haben am 1. Mai 2009 die Bundesschau der Rasse Welsh Black verfolgt. Es waren 42 Tiere für die Schau angereist. Richter Jost Grünhaupt von der Zucht- und Besamungsunion Hessen hatte die Qual der Wahl, die hochklassigen Tiere zu rangieren.

Bei den Bullen gingen vier Gruppen an den Start. Zuschauer und Züchter waren gespannt auf den schauerfahrenen DelmiSohn Darius aus der Zuchtstätte Michaelis, Rätzlingen. Darius wurde mit dem Ia-Preis in seiner Klasse ausgezeichnet. Auch bei den Färsen war der Züchtername Michaelis nicht unbekannt, denn in der älteren Klasse war ebenfalls eine Tochter Benita des australischen Spitzenbullen

Delmi vorn. Benita wurde im Anschluss zur Bundessiegerin gekührt. Der Reservesieg ging ebenfalls an die Stallgefährtin Elkana, Tochter des schauerfahrenen Bullen Kaspar. Auch bei der Bundessiegerin Katinka der jüngeren Kategorie war der Zuchtbetrieb Michaelis nicht zu schlagen. Katinkas Pedigree ist mit Kaspar x Karoline für den Erfolg vorprogrammiert, denn beide Vorfahren sind er-

So sehen Gewinner aus: Rudi Michaelis, Franziska Michaelis, Jan Skoupin und Reinhardt Wullbrandt(von links)

folgreiche Bundessieger. Der Reservesieg der jungen Tiere ging an Birke aus dem Zuchtbetrieb Wullbrandt aus Rahden.

Wir wünschen den Welsh Black Züchtern weiterhin viel Erfolg. Timo Heimsoth

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Fleischrinderzüchter auf Tour

FLEISCHRINDER

Informative Fahrt nach Polen Anfang Juni reisten 50 niedersächsische Fleischrinderzüchter der MASTERRIND im Rahmen einer Informationsfahrt zu polnischen Züchterkollegen. Dort zeigte sich, dass das Interesse an Belangen polnischer Züchterkollegen mit sehr viel Information belohnt wurde.

Zunächst stand die Agro-Firma Wittkowo in der Nähe von Stargard, 50 km östlich von Stettin auf dem Programm. Der 78-jährige, äußerst rüstige Präsident Marian Ilnicki ließ es sich nicht nehmen, seine Gäste zu begrüßen und eine Vielzahl an Fragen zu beantworten. Das eintägige Besichtigungsprogramm wurde in hervorragender Weise von Abteilungsleiter Marek Tomaszewski begleitet. Bewirtschaftet werden von der Aktiengesellschaft 13.500 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. 3.000 ha Grünland werden mit 1.400 Mutterkühen und 2.300 Milchkühen genutzt, Hähnchenmast, Geflügelzucht, Schweinemast und Schweinezucht sowie ein hervorragender Ackerbau kennzeichnen den Betrieb zusätzlich.

Selbstvermarktung Ein großer Teil der erzeugten Produkte wird in eigenen Lebensmittelläden vermarktet. Ausgangspunkt für die Fleischvermarktung ist dabei ein eigener modernisierter Schlachthof. Mehr als tausend Mitarbeiter arbeiten im straff geführten Unternehmen und sind Anteilseigner zugleich. Alle Mutterkühe sind im Herdbuch eingetragen. Gezüchtet werden die Rassen Angus, Charolais, Hereford, Limousin, Salers und Simmental. Die größten Herden mit jeweils ca. 350 Mutterkühen bilden Angus und Simmental. In den Großherden am problemlosesten zu halten sind die Rassen Angus, Salers und Simmental. Das geschmackvollste Fleisch

1.000 Rinder und 300 Pferde auf einer Sommerweide von 700 ha am Ufer der Warthe

liefern Angus und Hereford und die besten Erlöse bringen Charolais und Limousin. Das war die eindeutige Aussage des Betriebsleiters. Weil alle Tiere, die nicht in die Zucht gehen, im eigenen Schlachthaus geschlachtet werden, kann der Betrieb alle Vorteile der Rassen nutzen. Zudem ermöglicht ihm das unterschiedliche Reifestadium in der Mast eine kontinuierliche Schlachtung über das ganze Jahr. Das sehr straff organisierte Unternehmen begeisterte die Teilnehmer der Informationsfahrt sehr.

Große Mutterkuhherden der Rassen Angus, Charolais, Hereford und Limousin sahen die Gäste auf den Weiden der AgroFirma Wittkowo . Den größten vorgestellten Block stellte die Rasse Angus

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Am zweiten Tag standen zwei sehr unterschiedliche Betriebe auf dem Besuchsprogramm. Zunächst ging es nach Slonsk, östlich von Küstrin. Hier bewirtschaftet Dariusz Matkowski einen Betrieb mit 5.000 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche. Nur 500 ha davon sind Ackerland. Der Rest ist absolutes Grünland, von dem 3.500 ha im Überflutungsgebiet der Warthe liegen. Winterliche Hochwasser gehören zur Normalität und machen trockene Not- und Winterweiden unabdingbar. 200 Milchkühe und 1.000 Mutterkühe mit Nachzucht beweiden diese Flächen. 500 Kaltblutstuten mit Nachzucht ergänzen die Rinderhaltung und dienen der zielorientierten Grünlandpflege. Diese ist im Einzugsgebiet der Warthe ausgelegt auf die Förderung seltener Vogelarten. Die Beweidungs- und Nutzungsauflagen werden durch eine angemessene öffentliche Förderung ausgeglichen und dadurch attraktiv. Der Besuch einer 700 ha großen Sommerweide am Wartheufer, auf der die Mitarbeiter des Betriebes über 1.000 Rinder und mehr als 300 Pferde auf kleinem Raum gesammelt hatten, versetzte die Besucher in grenzenloses Staunen und demonstrier-


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Extensive Weidehaltung von Rindern ist ein Bestandteil der Forschung von Dr. W. Halicki, Chef des „Ökologischen Institutes“ in Skorzyn

der hochengagierte Chef den Bau eines Tagungshotels mit 300 Betten, in dem das hoteleigene Abwasser aufbereitet wird, um es für die Toilettenspülung und Pflanzenbewässerung zu nutzen.

Musterbetrieb

Spitzen-Limousin mit französischer Blutführung waren an der Oder in Bieganow zu bewundern

te in eindrucksvoller Weise eine „andere Art“ der Landwirtschaft.

Forschungsauftrag Dass es auch kleiner geht, zeigte Dr. Halicki, der am ökologischen Institut in Skorzyn mit zehn Mitarbeitern Wasserhaushalt, Grundwasserveränderungen und -qualitäten sowie ökologische Wasseraufbereitung erforscht. Zurzeit wird auf dem Betrieb eine 50-köpfige Hereford-Kreuzungsherde gehalten. Das Produktionsziel liegt bei 400 Schlachttieren, für die in Kürze ein kleines Schlacht- und Vermarktungszentrum gebaut wird. Ergänzt wird die Fleischrinderhaltung durch ökologischen Gemüsebau, für den es vor Ort reißenden Absatz gibt. Für die Besucher von besonderem Interesse war ein alternati-

ves Wohnhaus, das sich selbst mit Strom und Wasser versorgt. Die Bewohner leben ausschließlich von gespeichertem und aufbereitetem Niederschlagswasser und vor Ort erzeugter Energie (Wind + Solar). Derzeit betreut

Ein züchterischer Leckerbissen war der landwirtschaftliche Betrieb von Provimi Polska, einem Kraftfutterbetrieb unter holländischer Flagge, der jährlich 120.000 t Kraftfutter herstellt. Der landwirtschaftliche Betrieb umfasst 2.400 ha, davon 560 Grünland. Sowohl 140 HolsteinKühe mit einer Durchschnittsleistung von 9.200 kg Milch bei 5,6 durchschnittlichen Laktationen als auch die 600köpfige Limousinherde hinterließen einen hervorragenden Eindruck. Die Limousinherde in Bieganow ist eine Herde der Schausieger und französischen Spitzengenetik. Sehr gute Deckbullen und außerordentlich typvolle und kali-

brige Herdbuchkühe waren Insidern bereits auf der letzten nationalen Schau in Pocznan aufgefallen. Hochengagierte Mitarbeiter in der Milchviehherde, in der Mutterkuhherde und in der Betriebsleitung sind Garanten für weitere Erfolge. Auf der diesjährigen Informationsfahrt der MASTERRIND GmbH gab es für die Teilnehmer eine große Menge an Eindrücken und Informationen zu verarbeiten. Die besichtigten polnischen Betriebe waren alle sehr gut organisiert, straff geführt und gut aufgestellt. Die Besucher wurden mit großer Gastfreundschaft aufgenommen, ohne Vorbehalte offen informiert und hervorragend bewirtet. Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeitern des polnischen Fleischrinderverbandes, die die Reise begleiteten und insbesondere der Dolmetscherin Iwona Soltys, die sachkundig und charmant durchs Programm führte. Friedrich Averbeck

Gruppenfoto der 50-köpfigen Züchterschar inmitten des weitläufigen Grünlandes von Wittkowo

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FLEISCHRINDER

2. Bundesjungzüchter-Trainingslager Das zweite Bundesjungzüchter-Trainingslager fand vom 27. bis 29. März in der Niedersachsenhalle Verden statt. Mit 55 hatte sich die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Neben den hiesigen reisten Jungzüchter aus den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt an. Zum Vorführen und Üben wurden 39 führige Tiere am Abend auf die Jungzüchter verteilt. Hier hieß es Verantwortung allein oder zu zweit für das Tier zu übernehmen, inklusive des Waschens, Einstreuens und Fütterns. Am Samstagmorgen startete dann die Arbeit in der Niedersachsenhalle. Ausmisten, Einstreuen, Waschen und Versorgen der Tiere standen auf dem Programm. Hier halfen sich die Jungzüchter sehr gut, so dass alle schnell fertig waren und noch die einzelnen Rassen beschrie-

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ben und erklärt werden konnten. Ein umfangreiches Rassenkontingent mit Angus, Blonde d´Aquitaine, Charolais, Limousin, Galloway, Highland, Hereford, Aubrac und Fleckvieh wurde beschrieben. Im theoretischen Teil zeigte von Sebastian Petri vom RBB, wie Tiere richtig ausgewählt, vorbereitet und präsentiert werden. Natürlich gab er auch Tipps, was man nicht machen sollte! Torsten Kirstein von der MASTERRIND beurteilte ein Charolais-Rind und erklärte im Einzelnen was in welche Note ein-

fließt. Im Anschluss mussten die Teilnehmer drei CharolaisRinder eigenständig beurteilen. Danach übte Thekla Zachert von der RBB mit den Jungzüchtern und ihren zugeteilten Tieren das Aufstellen im Ring. Am Abend stand dann wieder die Tierbetreuung und -verpflegung auf dem Plan. Nach dem lehrreichen Tag wurden beim Abendessen in der Jugendherberge Fachfragen disku-

tiert und den Abend ließen wir im Stall der Niedersachsenhalle ausklingen. Die kleinen Teilnehmer hatten sich aus den Strohballen eine Rutsche gebaut, das war der Favorit des Abends. Am dritten Tag ging es müde an die Versorgung der Tiere. Heute mussten die Tiere auf Hochglanz poliert werden, weil am späten Vormittag der Vorführwettbewerb stattfinden sollte, wo es „um die Wurst ging“ und


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informative, lustige Tage verbracht und einige neue Bekanntschaften gemacht. Am Ende der Veranstaltung bekam jeder Teilnehmer als Andenken eine kleine Erinnerung. Besonderer Dank gilt den Helfern, allen Betrieben, die Tiere für das Trainingslager bereitgestellt haben, und den Betrieben Beu und Arndt für die Bereitstellung der Tiere zur Tierbeurteilung. Bis zum nächsten Mal. Timo Heimsoth

einige Eltern sowie andere Zuschauer sich angekündigt hatten. Die jüngsten Teilnehmer starteten mit ihren Tieren. Sie hatten sich alle viel Mühe mit dem Waschen und Vorbereiten gemacht, waren sehr aufgeregt und wollten nun auch das Erlernte der letzten Tage in die Tat umsetzen. Die Teilnehmer des Bundesjungzüchter-Trainingslagers waren sehr zufrieden, sie hatten drei

Die Klassensieger Hilko Pupkes mit Orlando (Charolais) Melissa Einemann mit Fleckchen (Fleckvieh) Jan-Marten Rust mit Hugo (Hereford) Marco Zorn mit Jackson (Charolais) Jan Einemann mit Matador (Charolais) Gruppensieg jung: Marco Zorn Reservesieg jung: Jan Einemann Katharina Giese mit Jackson (Charolais) Christian Kropp mit Idealist (Charolais) Dennis Meyerdierks mit Astor (Charolais) Eugenia Zachert mit Dalina (Galloway) Sina Langhorst mit Fanny (Hereford) Gruppensieg alt: Dennis Meyerdierks Reservesieg alt: Katharina Giese

1. Bundeswettbewerb

Niedersächsische Jungzüchter zeigten in Brandenburg ihr Können

Erstmals trafen sich anlässlich der Messe BraLa am 22. und 23. Mai in Brandenburg Jungzüchter aus ganz Deutschland, um gemeinsam einen Wettbewerb durchzuführen. 26 Teilnehmer traten an, darunter vier aus Niedersachsen. Gefragt waren die besten Vorführleistungen sowie das Beurteilen und Rangieren der Fleischrinder. Am Samstag startete der Entscheid mit dem Vorführwettbewerb. Richter waren Martina Genkel (RMV) und MASTERRIND-Mitarbeiter Timo Heimsoth. Sieben Klassen waren zu richten. Jan Einemann aus Ottersberg (Klasse 2) ging mit dem Bullen Matador in den Ring und zeigte eine sehr gute Vorführung, die dem Gespann eine Ib-Platzierung hinter dem Bundessieger (jung), Lars König aus Brandenburg, erbrachte. In Klasse vier erreichte Christian Kropp aus Bremen eine Id-Platzierung mit dem Charolais-Rind

Branca. Die achte Klasse war sehr stark besetzt, hier konnte Sina Langhorst mit der Ic-Platzierung glänzen. Sie führte den Hereford-Bullen Cliff souverän und ruhig vor. Dahinter ging Hereford-Rind Hsp-Fanny mit Julia Spechtmeyer. Sieger und gleichzeitig Bundessieger (alt) wurde hier Sebastian Petri aus Brandenburg. Den Sieg im Tierbeurteilungswettbewerb (jung) konnte Christian Kropp für sich verbuchen. Beim Richtwettbewerb der älteren Teilnehmer konnten sich Sina Langhorst und Julia Spechtmeyer auf das Siegertreppchen stellen. Vielen Dank dem Veranstalter, der Rinderproduktion BerlinBrandenburg, für diese rundum gelungene Veranstaltung. Ein Dank auch an die MASTERRIND-Jungzüchter, die uns beim Bundeswettbewerb vertreten haben. Timo Heimsoth

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Nachfrage nach abgekalbten Färsen

VERMARKTUNG

Im Vermarktungsbereich Export ist zurzeit nur sehr geringe Nachfrage zu verzeichnen. Der Blick in den Spätsommer und zum Herbstbeginn lässt jedoch hoffen. Dann werden die Vermarktungsmöglichkeiten allein jahreszeitlich bedingt aufgrund nachlassender Hitze in den südlichen Ländern wieder anziehen.

Innerhalb Deutschlands drückt die angespannte Milchmarktsituation allgemein auf Stimmung und Preis. Erfreulicherweise sind die abgekalbten Färsen gut an die unmittelbaren Nachbarn Italien, Spanien und Portugal abzusetzen, hier hält die Nachfrage auch über die Sommermonate an.

Mängeln im Exterieur oder einer täglichen Milchleistung unter 30 kg finden nur über den Auktionsring schwer den Weg in einen neuen Stall. Aufgrund der erneuten Qualitätsspanne der angebotenen Tiere kam es auf den letzten Auktionen zu leichten Rückgängen beim Durchschnittspreis. Bitte beachten Sie bei Ihren Auktionsanmeldungen, dass es sich bei den angemeldeten Färsen auch wirklich um Auktionstiere handelt, das garantiert den Absatz. Qualitätsrinder sind absolut gefragt und werden entsprechend honoriert. Beim Bullenverkauf ist nach einem schwächeren Frühjahr eine Marktbelebung zu bemerken, es wurden wieder mehr Vatertiere nachgefragt.

Auktion Der Großteil der abgekalbten Färsen wird über die vier niedersächsischen Auktionsplätze der MASTERRIND vermarktet. Entgegen dem aktuellen Trend im Bundesgebiet werden passende Auktionsfärsen zu guten Preisen vermarktet, Kunden aus Italien sichern derzeit das gute Preisniveau. Zu unserer Freude wird das Zukaufinteresse auch in den nächsten Wochen anhalten. Der Fokus dieser Auktionskunden liegt auf ausgesprochen guter Qualität, schwächere Färsen mit

Export Das typische Sommerloch hat uns momentan voll erfasst. Besonders die Märkte in Osteuro-

Preise der Auktionsfärsen

1750 N 1550

N

1350 1150

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N

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N N

N N N

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2007

N

2008 2009

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N N N N

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NN

N N

N N

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Euro / Tier 650

N

N N

500 450 N 400 350

Nov. Dez.

Jan.

N

N

600

300 Feb. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Zuschlagspreise in Verden ohne MwSt.

N

550 N

950 Jan.

Insbesondere Nordafrika, die Länder Marokko, Algerien, Libanon und Libyen, werden wieder als Käufer aktiv werden. Nach heutiger Einschätzung werden zur gleichen Zeit auch die östlichen Länder Polen, Ukraine und Russland wieder mit ins Geschäft einsteigen, so dass eine spürbare Marktbelegung zu erwarten ist. Unsere Empfehlung:

Preise der weiblichen Zuchtkälber

Euro / Tier 2150 1950

pa zögern aufgrund der dortigen unsicheren Blauzungen-Situation mit dem Zukauf. Der sehr starke nordafrikanische Markt hat wegen der großen Hitze den Import für die nächsten Wochen eingestellt, die letzten Tiere sind aber erst vor kurzem auf die Reise gegangen. Für die Herbstmonate wurden jedoch schon wieder größere Aufträge avisiert.

N N N

2007 2008 2009

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N N

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Feb. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Zuschlagspreise in Verden ohne MwSt.

Nov. Dez.


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DHV-Elite-Auktion 23. 11. 2009:

Anmeldungen bis 1. September Die DHV-Elite-Auktion in Hamm gilt traditionell als idealer Marktplatz für hochwertigste Holstein-Tiere. Die internationale Nachfrage ermöglichte in der Vergangenheit häufig Preise, die deutlich über 10.000 Euro lagen.

Auch aus der Luft betrachtet ist der Milchmarkt angespannt – nutzen Sie daher Vermarktungschancen

Belegen Sie weiterhin die Rinder altersgemäß, denn insbesondere beim Export in die so genannten Drittländer spielt das Erstkalbealter eine wesentliche Rolle.

Ab-Hof Innerhalb der letzten Monate wurde eine erhebliche Anzahl an geschlossenen Aufgabeherden vermarktet. Leider wird sich diese Tendenz auch für die nächsten Monate fortsetzen. Ob der Markt diese große Anzahl an Kühen aufnehmen kann, bleibt abzuwarten. Zusätzlich gibt es aktuell ein größeres Aufkommen an Jungvieh, nutzen Sie daher die guten Möglichkeiten, den eigenen Bestand durch frisches Blut zu ergänzen. Die Nachfrage nach abgekalbten und tragenden Rindern ist eher mäßig, insbesondere im tragenden Segment bie-

ten sich gute Zukaufsmöglichkeiten.

Fazit Dank der intensiven und guten Kontakte der MASTERRIND, insbesondere in den südeuropäischen Raum, ist davon auszugehen, dass in den nächsten Monaten besonders bei den abgekalbten Rindern eine problemlose Vermarktung möglich ist. Aber auch hier wichtiger denn je: Zufriedene Kunden sind das Potential von morgen. Anspruch sollte es sein, nur Qualitätsrinder ohne Mängel anzubieten und zu verkaufen. Das berühmte Sommerloch für die Exportrinder, die im dritten bis fünften Monat tragend sind, wird sicherlich ab August/September abgelöst werden. Christiane Soller

Gute Absatzmöglichkeiten wird die Auktion auch in diesem Jahr für alle Altersgruppen bieten. Erstklassige Pedigrees und sehr gut entwickelte abgekalbte oder tragende Rinder erzielten in den vergangenen Jahren die besten Verkaufserlöse. Für tadellos herausgebrachte Zuchtrinder mit hervorragenden Vererbungsanlagen gibt es nach wie vor eine kleine, aber feste Gruppe von Kaufinteressenten, die ständig auf der Suche nach außergewöhnlichen Zuchttieren ist. Die-

se Züchter nutzen besonders die DHV-Elite-Auktion, um einerseits die Produktionsleistungen der eigenen Herde zu verbessern und andererseits das eine oder andere Spitzentier für die kommende Schausaison zu erstehen. Ob Sachsen oder Niedersachsen, der Vermarktungsweg über diese Auktion bietet auch für die Züchter aus dem Zuchtgebiet der MASTERRIND eine attraktive Alternative. Dies gilt allerdings nur für außergewöhnliche Zuchtrinder. Daher melden Sie Ihre Spitzentiere für die EliteAuktion bitte bis zum 1. September bei der MASTERRIND an und achten dabei insbesondere auf ein hervorragendes Exterieur. Anmeldungen bitte an: Frau Reineke, Tel.: 04231/679-131, Fax: 04231/679-277, E-Mail sreineke@masterrind.com Die Auswahl erfolgt anschließend durch Andreas Oltrogge. 䡵

Gracia, Ramos-Tochter von Harm Vollmers aus Estorf, wechselte 2007 für 3.900 Euro den Besitzer

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Nach der Saison ist zugleich vor der Saison

VERMARKTUNG

In Abhängigkeit vom Produktionsverfahren der Mutterkuhhaltung mit dem üblichen Weidegang in den Sommermonaten ruht die Auktionsvermarktung der Absetzer traditionell bis zum Saisonstart im August. Das Ab-Hof-Geschäft hingegen wird ganzjährig fortgeführt, wobei zurzeit nur geringe Stückzahlen zur Vermarktung angeboten werden. Generell sollten Tiere, die zum Verkauf vorgesehen sind, frühzeitig angemeldet werden, um eine sorgfältige Vorplanung zu ermöglichen und eine optimale Platzierung am Markt zu gewährleisten. Neben der rechtzeitigen Meldung ist unbedingt darauf zu achten, dass alle wesentlichen Vermarktungsvoraussetzungen erfüllt sind. In Stichpunkten aufgelistet sind dies insbesondere: 1. Sicherstellung eines gültigen BHV1-,Leukose- und Brucellosefreiheitsstatus 2. Blauzungenimpfung mit Eingabe in die HIT-Datenbank 3. Parasitenbekämpfung zur Gesunderhaltung 4. Geschlechtertrennung zur Vermeidung von Frühgeliebten

5. Kontrolle der Doppelohrmarkung und der Tierpässe Die Erfahrung hat ganz eindeutig gezeigt, dass Betriebe, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, in aller Regel auch mit den besten Verkaufserlösen belohnt wurden. Dies natürlich nur unter Berücksichtigung der Genetik, der entsprechenden Entwicklung der Tiere und der passenden Vermarktungsplanung. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation zeigt sich ein neues, stärker ausgeprägtes, an der Qualität orientiertes Einkaufsverhalten. Der konsequenten Selektion in den Herden und dem Einsatz von Spitzenbullen kommt daher eine immer größere Bedeutung zu. Eine schlechte Kuh produziert ein schlechtes Kalb – ein schlechter Bulle produziert nur

Der Einsatz von Spitzengenetik macht sich bezahlt

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schlechte Kälber. Im Hinblick auf die Vermarktungsoptimierung spielt zudem das Angebot von größeren einheitlichen Partien und das äußere Erscheinungsbild eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ein guter Pflegezustand und die gegebenenfalls vorgenommene Enthornung sind sicherlich Pluspunkte, die sich auch im Preis niederschlagen. Hier gilt der Satz „Das Auge kauft mit!“ uneingeschränkt. Zur besseren Vorausplanung finden Sie die nächsten Auktionstermine für Qualitätsmastvieh in der Verdener Niedersachsenhalle in der nebenstehenden Übersicht. Die Fleischrinderabteilung der MASTERRIND GmbH bedankt sich auch an dieser Stelle für das dem neuen Auktionator Torsten Kirstein entgegengebrachte Vertrauen und die hervorragende Unterstützung in der abgelaufenen Saison. Für die neue Vermarktungsperiode zählen wir weiterhin auf eine gleicherma-

Auktionstermine Qualitätsmastvieh in Verden jeweils Mittwoch ab 11.00 Uhr 26. 9. 23. 14. 28. 18. 16. 20.

August 2009 September 2009 September 2009 Oktober 2009 Oktober 2009 November 2009 Dezember 2009 Januar 2010

Kontakt: Tel.: 04231/679-128 oder -125 Fax: 04231/679-288

ßen vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Verkäufern und Käufern. Anmeldungen und Anfragen richten Sie bitte direkt an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten der Fleischrinderabteilung. Neue Kunden sind herzlich willkommen! Johannes Röttger


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13. Jungzüchter-Triathlon in Verden

Jung an Jahren und dennoch alte Has e

JUNGZÜCHTER

Wie unterschiedlich und außergewöhnlich Hobbys sein können, zeigten am letzten Samstag im April rund 140 Jungzüchter im Alter von fünf bis 25 Jahren, überwiegend aus dem niedersächsischen Zuchtgebiet. Da die Jungprofis aus Sachsen an diesem Wochenende auf der agra in Leipzig unterwegs waren, wurde die enorme Teilnehmerzahl vom Vorjahr knapp verfehlt. Austragungsort beim JungzüchterTriathlon ist nicht etwa Schwimmbecken oder Asphaltbahn, vielmehr wurde die Niedersachsenhalle am 25. April erneut zur Wettbewerbsarena. Wie auch im athletischen Wettbewerb ist die Vorbereitungsphase von längerer Dauer, statt der Muskeln sind jedoch Konzentration und das feine Auge zu trainieren. Wer zu den besten Vorführern gehören will, ist bereits mehrere Wochen vor dem Tag des Wettstreits auf der heimischen Trainingsbahn – in den meisten Fällen der elterliche Hof – unterwegs. Die richtige Körperhaltung des Vorführers sowie des Kalbes ist bedeutsam, kleinste Nuancen könnten bei der späteren Urteilsfindung des Richters eine entscheidende Rolle spielen. Wer neben dem Vor-

Die Triathlonmeister 2009: Saskia Gödeker, Varrel, und Dorothee Derboven, Warpe

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Die erfolgreichen Vorführer, alle Klassensieger zusammen mit dem Richterteam

führwettbewerb auch das Rangieren und Beurteilen erfolgreich absolviert, hat am Ende des Tages die Chance, einen der beiden begehrten Titel des Triathlon-Meisters zu ergreifen.

Tag des Wettkampfes Wer nicht bereits am Vorabend zum MASTER-Typ-Cup angereist war, machte sich ganz früh am Morgen auf den Weg nach Verden, um pünktlich um 9 Uhr bei der ersten Disziplin an den Start gehen zu können. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Jungzüchterbeirates, Cord Hormann, ging es direkt mit dem ersten Wettbewerb – dem Rangieren – los. Bei dieser Disziplin geht es darum, zwei Gruppen mit jeweils 8 Kühen nach Schönheit zu sortieren. Für die Teilnehmer galt es, dem Urteil des Profis Cord Hormann besonders nah zu kommen, sieht man die Reihenfolge genauso wie der Juror, ist der erste Platz in dieser Diszplin geradezu gesichert. Bei den jüngeren Teilnehmern – bis 15 Jahre – zeigte Kristina Oltrogge, Schweringen, äußersten Sachverstand und den richtigen Blick und sicherte sich mit bemerkenswerten 22 Abweichungspunkten den ersten Platz.Ihr folgten auf Rang

Beret Höpfner wurde Siegerin bei den jungen Vorführeren, Platz zwei ging an Merle Spannhake

zwei: Ronja Niebuhr, Meinersen, und auf Rang drei: Julia Meier, Kirchlinteln. Bei den älteren Teilnehmern wurde es noch knapper – bis auf 12 Abweichungspunkte kam das Siegerurteil von Cathrin Derboven, Warpe, an das des Spezialisten heran. Auf Platz zwei und drei folgten mit Dorothee Derboven und AnneMette Evers, Syke, ebenfalls Hoyaer Mädels. Gerade erst die Rangierbögen abgegeben, schon ging es weiter mit der Tierbeurteilung. Eine Kuh muss nach 23 unterschiedlichen Kriterien, aufgeteilt in Einzelmerkmal oder Merkmalskomplex, bewertet werden: Wie sind die Beine und die Klauen beschaffen? Ist die Kuh gut im Fundament? Wie ist das Euter

aufgehängt? Auch hier punktet, wer dem Richturteil des Profis am nächsten kommt. Bevor die rund 100 Teilnehmer jedoch er-

Die Sieger im Teamwettbewerb Hoya IV mit Jan-Dirk Ahnemann, Meike und Kristina Oltrogge (vorn) und Hoya VI mit Anne-Mette Evers, Cathrin und Dorothee Derboven


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ze. Dicht auf den Färsen war ihnen mit Saskia Gödeker, Celine und Vivian Fiedler das Team aus Sulingen-Diepholz. Auch die über 16-jährigen wurden von einem Hoyaer Jungzüchterclub dominiert. Erstplazierter war hier der Club Hoya IV, zusammengesetzt aus den Schwestern Cathrin und Dorothee Derboven sowie Anne-Mette Evers. Platz zwei ging mit Thorsten Korf-Jahrens sowie Carsten und Eike Martens an ein Männerteam aus Lüchow-Dannenberg.

s en

Vorführern später sogar den Reservesieg der jungen Vorführer (5 bis 9 Jahre) davontragen. Nach Richteransicht noch eine Nuance besser sahen sie Beret Höpfner aus Bovenden. Sie wurde mit ihrem Kalb Ramona ebenfalls Klassensiegerin und die spätere Siegerin in der Gruppe der Jüngsten über insgesamt fünf Klassen.

Beim Vorführwettbewerb füllen sich die Ränge

Carolin Schwarze siegte bei den mittleren Vorführern vor Hilke Nadolny

neut Zettel und Stift in die Hand nahmen, erläuterte Chef-Klassifizierer Ulrich Böckmann an einer Beispielkuh, was zu beachten ist. Bei den jüngeren Teilnehmern setzte sich dieses Mal Vivian Fiedler aus Wagenfeld an die Spitze. Sie verwies Meike Oltrogge aus Schweringen und Saskia Gödeker aus Varrel auf die Plätze zwei und drei. Bei den älteren Teilnehmern schien es Cathrin Derboven an der Spitze besonders zu gefallen, nach dem Sieg im ersten Wettbewerb konnte sie ihre Fachkenntnis auch bei der Einzeltierbeurteilung anwenden und trug erneut einen Sieg davon. Lena Fahrenholz aus Oyten und Henrik Nackenhorst aus Wagenfeld schlossen sich auf Rang zwei und drei an.

Drei Fachleute bilden ein Team Einzelkämpfer müssen leider draußen bleiben, heißt es beim Teamwettbewerb. Drei Jungzüchter bilden ein Team, jeder Jungzüchter rangiert und beurteilt für sich, am Ende werden die Ergebnisse der Teammitglieder addiert. Die einzelnen Kandidaten sollten einen annähernd gleichhohen Kenntnisstand haben, denn so erhöhen sich die Chancen auf einen vorderen Platz. Erfolgreiche Teamzusammstellungen hatten die Hoyarer Jungzüchter getroffen, bei den jüngeren Teilnehmern ging Hoya VI, bestritten durch Jan-Dirk Ahnemann, Kristina und Meike Oltrogge, an die Spit-

Die wohl bedeutendste und für den Zuschauer interessanteste Disziplin, das Vorführen, begann mit etwas Verzögerung um kurz nach 10 Uhr und somit warteten Eltern, Geschwister und alle angereisten Fans auf die kleinen Stars. Begonnen wurde mit den Jüngsten, gerade mal fünf Jahre alt und schon kleine Profis im Umgang mit ihren Kälbern. Die angereisten Richter Andrea Uhrig aus Hessen und Jürgen Krämer aus Rheinland-Pfalz hatten keine leichte Aufgabe. So hieß es für das Richterduo herauszufinden, bei welchem Paar die Zusammenarbeit am harmonischsten verläuft. Passen Vorführer und Rind hinsichtlich der Größe zueinander, befolgt das Tier die Anweisungen des Jungzüchters und zieht es die gewünschten Kreise durch die Bahn? Aber nicht nur die Handhabung der Tiere trug zur Urteilsfindung bei, die Richter schienen besonders wissbegierig und so galt es für die jüngeren Teilnehmer, auch die ein oder andere Fachfrage zu beantworten. Merle Spannhake aus Sulingen überzeugte in beiderlei Hinsicht, Kälbchen Kim folgte den Anweisungen ihrer Vorführerin und diese konnte dem Juroren-Interview tadellos standhalten. Somit konnte Jungzüchterin Merle nach Klassensieg bei den den 5- bis 7-jährigen

Anna Topp und DM Auqill gingen bei den 13- bis 15-jährigen Vorführern vorn

Bei den 13- bis 15-jährigen Vorführern holte Johanna Wortmann den Reservesieg

Timo Carstens sicherte sich den Siegertitel bei den Jungprofis

Linda Hahlbohm holte sich erneut den Reservesiegertitel der Jungprofis

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Mittlere und alte Vorführer sowie Jungprofis Weiter ging es mit den 10- bis 12-jährigen Vorführmeistern, in dieser Altersgruppe wurde nach weiteren fünf Klassen der Vorführmeister Mittelalt nominiert. Hier ging der Siegertitel letztlich an die 12-jährige Carolin Schwarze aus Dörverden mit RosariaDu. Wie auch schon mehrere Jahre zuvor hatte sie bereits den Klassensieg davongetragen, dieses Jahr setzte sie jedoch noch einen drauf. Ebenfalls Klassen-

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siegerin und am Ende Reservesiegerin der mittleren Vorführer wurde Hilke Nadolny (10 Jahre), Leerssen, mit Cleo. Zwar noch nicht in Besitz eines Personalausweises, so gehören sie bei den Jungzüchtern doch bereits zu den älteren Teilnehmern, die 13- bis 15-jährigen stellen in den Klassen 11 bis 13 den Vorführmeister alt. Anna Topp (15 Jahre) aus Derental zeigte mit ihrem Rind DM Aquill eine sehr harmonische Vorführleistung und wurde zunächst Klassen- und anschließend auch Gruppensie-

Platzierungen jung

JUNGZÜCHTER

Platz

1 2 3 4 4 6 7 8 8 10 1 2 3 4 4 4 7 7 9 10 10 1

2

3

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 44

Name

Tierbeurteilung Fiedler, Vivian Oltrogge, Meike Gödeker, Saskia Schwarze, Maren Wortmann, Johanna Carstens, Fiona Oltrogge, Kristina Fiedler, Celine Marben, Rieke Reinecke, Lars Rangierwettbewerb Oltrogge, Kristina Niebuhr, Ronja Meier, Julia Gödeker, Saskia Topp, Anna Drögemüller, Henner Dröse, Cäcilia Kumlehn, Gerrit Reinecke, Sonja Evers, Marie Fiedler, Celine Mannschaftswettbewerb Ahnemann, Jan-Dirk Oltrogge, Kristina Oltrogge, Meike Fiedler, Celine Fiedler, Vivian Gödeker, Saskia Enskat, Anna-Lena Niebuhr, Ronja Tangermann, Jorne Triathlonwertung Gödeker, Saskia Topp, Anna Oltrogge, Kristina Carstens, Fiona Fiedler, Vivian Fiedler, Celine Heepe-Horstmann, Carola Tangermann, Jorne Kumlehn, Gerrit Dröse, Cäcilia

gerin. Johanna Wortmann aus Beppen musste sich der Altersgenossin knapp geschlagen geben, so dass die Beppenerin ihr Rind Katri zum Klassensieg und final zum Reservesieg bei den älteren Teilnehmern führte. Mit fortschreitender Tageszeit, mittlerweile war die Mittagsstunde überschritten, betraten die ältesten Jungzüchter den Ring. Um keine falschen Rückschlüsse zu ziehen, die Jungprofis haben sicherlich keine Probleme, den Weg aus dem Bett zu finden, schließlich ist ein Großteil von

Irgendwann mussten auch die Letzten ihr Nachtlager räumen

ihnen in der landwirtschaftlichen Ausbildung oder auf dem heimischen Betrieb mit im Einsatz. Mit sechs Klassen war die Gruppe der Jungprofis am stärksten besetzt, die über 16-jährigen mussten sich zunächst ge-

Platzierungen alt JZC

Platz

Diepholz I Hoya VI Diepholz I Verden III Verden III Rotenburg Hoya VI Diepholz I Lüneburg-Harburg Celle

1 2 2 4 5 6 7 8 9 10

Hoya VI Harburg-Lüneburg I Verden Diepholz I Rotenburg Celle

1 2 3 4 5 6 6 8 9 9 9

Südhannover Celle Gifhorn-Isenhagen III Diepholz I Hoya VI Hoya VI Hoya VI Diepholz I Diepholz I Diepholz I Harburg-Lüneburg I Harburg-Lüneburg I Harburg-Lüneburg I

1

Diepholz I Rotenburg Hoya VI Rotenburg Diepholz I Diepholz I Südhannover Harburg-Lüneburg I Südhannover

1 2 3 4 4 6 7 8 9 10

2

3

Name

Tierbeurteilung Derboven, Cathrin Fahrenholz, Lena Nackenhorst, Henrik Derboven, Dorothee Berlin, Anika Evers, Anne-Mette Kastens, Friederike Evers, Sophie Manke, Jörn Evers, Friederike Rangierwettbewerb Derboven, Cathrin Derboven, Dorothee Evers, Anne-Mette Schwarze, Insa Meyer, Torben Berlin, Anika Funke, Benedikt Everding, Hannes Korf-Jahrens, Torsten Martens, Carsten Ruprecht, Nora Mannschaftswettbewerb Derboven, Cathrin Derboven, Dorothee Evers, Anne-Mette Korf-Jahrens, Torsten Martens, Carsten Martens, Eike Evers, Friederike Flebbe, Kerstin Kastens, Friederike Triathlon Derboven, Dorothee Evers, Anne-Mette Schwarze, Insa Evers, Sophie Meyer, Torben Carstens, Timo Topp, Henrike Hohls, Kirstin Funke, Benedikt Harries, Sönke

JZC

Hoya IV Verden I Sulingen-Diepholz III Hoya IV Gifhorn-Isenhagen Hoya IV Hoya III Gifhorn-Isenhagen Verden II Hoya III Hoya IV Hoya IV Hoya IV Verden II Lüneburg-Harburg II Gifhorn-Isenhagen Südhannover Lüchow-Dannenberg II Lüchow-Dannenberg II Mariensee Hoya IV Hoya IV Hoya IV Lüchow-Dannenberg II Lüchow-Dannenberg II Lüchow-Dannenberg II Hoya III Hoya III Hoya III Hoya IV Hoya IV Verden II Gifhorn-Isenhagen Lüneburg-Harburg II Rotenburg Sulingen-Diepholz II Celle Südhannover Verden II


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gen sieben andere Teilnehmer durchsetzen, um den Klassensieg zu erreichen. Bei der letzten Siegerauswahl wurde die Anspannung der Teilnehmer noch einmal richtig groß, letztlich betraten zwölf wahrlich alte Hasen, alle schon seit mehreren Jahren erfolgreiche TriathlonTeilnehmer, den Ring. Für den einen oder anderen bot sich die letzte Gelegenheit, das Etappenziel zum Triathlonmeister mit dem Gruppensieg zu beenden. Am Ende sollten jedoch nicht die Ältesten, sondern vielmehr der Triathlonmeister aus 2007, Timo Carstens (21 Jahre), Visselhövede, die Nase vorn haben. Der Reservesiegertitel scheint einer jungen Damen besonders anzuhängen, denn bereits im letzten Jahr wurde Linda Hahlbohm (20 Jahre), Lemgow, Reservesiegerin der Jungprofis.

Rechenaufgabe Wer nun alle drei Disziplinen absolviert hatte, hatte die Chance, den begehrten Titel „TriathlonMeister 2009“ zu tragen. Schnell wurden die letzten Vorführergebnisse eingegeben und die Gesamtsieger konnten errechnet werden. Carsten Dierks ließ es sich nicht nehmen, auch in diesem Jahr die Siegerehrung persönlich vorzunehmen. Wenn er sich nicht doch noch umstimmen lässt, wird er es in diesem Jahr zuletzt getan haben, um die Nachwuchsarbeit an noch jüngere Kollegen zu übergeben. Die Stimmung hatte gegen 16 Uhr den Höhepunkt erreicht und die

Beim Jungzüchter sitzt die Frisur, nun geht es ans Kalb

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Ob klein oder groß – eine Aufstellung in Reihe scheint kein Problem zu sein

Sieger der Einzeldisziplinen wurden verlesen, dann endlich folgte die Prämierung des Triathlon-

meisters. Der zweite Platz beim Rangieren, Vierte in der Tierbeurteilung und wiederum ein

Prämierungsliste Vorführwettbewerb Triathlon Kl. Präm.

1 1a+RS 1b 2 1a 1b 3 1a 1b 4 1a+S 1b 5 1a 1b 6 1a+RS 1b 7 1a 1b 8 1a+S 1b 9 1a 1b 10 1a 1b 11 1a 1b 12 1a+S 1b 13 1a+RS 1b 14 1a 1b 15 1a+RS 1b 16 1a 1b 17 1a 1b 18 1a 1b 19 1a + S 1b

Tiername

Vorführer jung Kim NHQ Dorin Schwalbe Sissi Emma Biene Ramona Mona Rosi Perle Vorführer mittel Cleo Tiffany Portugisi Emily-Red Rosaria-Du KNS Passi Sternchen Perle Jule WH Sara-R Vorführer alt Moonlight Midnight DM Aquill Frantisco Katri Petula Jungprofis Lady Lady Rae Apple Georgie Aseeana-Du Red Label Leane DO Ophrod Sabette Hannah Nostra Lara

Vorführer

Spannhake, Merle, Sulingen Matthies, Elisabeth, Quarrendorf Kumlehn, Clemens, Holzminden Gödeker, Fenna, Brümmerloh Witte, Hanna, Drochtersen Heilemann, Anneke, Rotenburg Höpfner, Beret, Bovenden Spannhake, Rieke, Sulingen Marben, Niklas, Hunden Reinecke, Jens, Bannetze Nadolny, Hilke, Leerssen Bockelmann, Steffen, Kirchlinteln Heepe-Horstmann, Carola, Sohlingen Schwarze, Christoph, Dörverden Schwarze, Carolin, Dörverden Gödeker, Saskia, Brümmerloh Kuhmlehn, Gerrit, Kapellenbrink Dröse, Cyriak, Dolgen Büntemeyer, Hannes-Jakob, Ritzenbergen Tangermann, Jorne, Handorf Schwarze, Judith, Dörverden Fiedler, Vivian, Ströhen Topp, Anna, Derental Schwarze, Maren, Dörverden Wortmann, Johanna, Beppen Carstens, Fiona, Visselhövede Topp, Henrike, Brümmerloh Derboven, Dorothee, Helzendorf Hahlbohm, Linda, Lemgow Binkert, Barbara, Bünkemühle Schwarze, Insa, Dörverden Funke, Benedikt, Derental Harries, Sönke, Bruchhausen-Vilsen Meyer, Torben, Oldershausen Güber, Julia, Mellinghausen Sudmann, Eike, St. Huelfe Carstens, Timo, Visselhövede Flebbe, Kerstin, Pattensen

zweiter Platz beim Vorführen ließen Dorothee Derboven aus Warpe Triathlon-Meisterin bei den über 16-jährigen werden. Bei den jüngeren Teilnehmern gelang es Saskia Gödeker aus Varrel, den Titel zu holen. Platz drei in der Tierbeurteilung, Platz vier beim Rangieren der Kuhklassen und ein toller zweiter Platz beim Vorführwettbewerb ließen sie am Ende strahlende Siegerin werden. Beim finalen Endspurt sind zwei Dinge Tradition und die Jüngsten fiebern einem besonders entgegen. Endlich durften sich die Teilnehmer des Vorführwettbewerbes am Präsentetisch bedienen und im Handumdrehen wiesen die zuvor prall gefüllten Tische einen einer Steppe ähnlichen Zustand vor, dafür waren die Gesichter umso strahlender. Jetzt blieb nur noch die Frage: Wer darf Corinna, das Verlosungskalb, das am Freitag neben der Jungzüchter-Milchbar eingezogen war, mit nach Hause nehmen. Juror Jürgen Krämer durfte das Los ziehen und wurde für Cord Matthias, Höfer, zur Glücksfee. Der Landwirt aus dem Landkreis Celle durfte die Jango-Tochter am Ende des Tages sein Eigen nennen. Nach einem langen Tag ging der 13. Jungzüchter-Triathlon zu Ende, ob Teilnehmer, Besucher oder Veranstalter, alle schienen sichtlich zufrieden und freuen sich schon jetzt ein klein wenig auf den nächsten im Jahr 2010. Christiane Soller

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7:30 Uhr

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Zum zweiten Mal:

MASTER-Typ-Cup bei den Jungzüchte r

JUNGZÜCHTER

Nach der Schau der Besten im Februar, zeitgleich mit der agra in Leipzig und vor der DHV-Schau im Juni, reihte sich der MASTER-Typ-Cup am 24. April in die Schausaison 2009 ein. Normalerweise dauert es immer etwas, bis sich eine neue Veranstaltung etablieren kann, anders scheint es bei dem vom Jungzüchterbeirat organisierten Typ-Tierwettbewerb. 2008 war man den mutigen Weg gegangen, die Typtier-Nominierung vom eigentlichen Jungzüchter-Triathlon zu lösen, um sich bei getrennten Wettbewerben besser auf die Tiere oder auch auf die Vorführleistung konzentrieren zu können. Mit dem erfolgreichen Konzept wurde somit auch 2009 der Wettbewerb ausgeschrieben und es gingen gut 95 Tiere am Vorabend des Triathlons in den Ring. Der MASTER-Typ-Cup ist als offener Holstein-TyptierWettbewerb für Kälber, Jungrinder und tragende Färsen ausgeschrieben. Aber nicht nur Jungzüchter stellten sich dem Richturteil Maik Volbers aus Schenkenhorst, auch der ein oder andere versierte, dem Jungzüchteralter entwachsene, Züchter ging an den Start.

Kälber und Jungrinder Um 19 Uhr war es soweit: Der Vorsitzende des Jungzüchterbeirates, Cord Hormann, begrüßte alle Teilnehmer und Zuschauer und die erste der zehn Klassen hielt Einzug in den Richtring. Juror Volber zeigte ein gutes Gespür und hohe Sensibilität für die kleinen Vorführer, ließ aber nichtsdestotrotz sein fachmännisches Auge nicht außer Acht und fand in Sissi, einer Baxter 2Tochter, vom Betrieb FriedrichWilhelm Gödeker, Varrel, die Siegerin der ersten Klasse. In Klasse zwei gingen acht Kälber mit 8 und 9 Monaten an den Start, hier konnte sich schließlich der Betrieb Günter Kastens, Stuhr, mit der Gibson-Tochter GHH Bijou durchsetzen. Noch zwei Klassen waren zu richten, bevor

Gibson-Tochter Marielle wurde Siegerin bei den jungen Tieren

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Durham-Tochter Aseeana-Du gewann zum zweiten Mal den MASTER-Typ-Cup, dieses Mal bei den älteren Tieren

der Champion jung ermittelt werden konnte. Die Rotbunte Emily-Red (V. Rampage R.), ausgestellt von Wilken Schwarze aus Dörverden, setzte sich in der dritten Klasse an die Spitze. Die vierte und letzte der jungen Klassen war hoch besetzt, züchterisch überaus interessierte und engagierte Jungzüchter hatten ihre Tiere in den Ring geschickt. Am Ende hatte Gibson-Tochter Marielle, ausgestellt von Wilcor Holsteins (Gleam of Hope Holsteins), Großenvörde, die Nase

vorn. Zur Siegerauswahl Kälber und Jungrinder kamen die 1aund 1b-Platzierten der Klassen 1 bis 4 erneut in den Ring. Volber schien die Entscheidung nicht leicht zu fallen, ließ letztendlich dann aber die feinzellige Marielle mit der Siegerschärpe schmücken. Die Laurin-Tochter Rihanna vom Rinderzuchtbetrieb Derboven, Warpe, zeigte in der Endauswahl eine Steigerung, sodass ihr nach 1b in der eigenen Klasse letztlich der Reservesiegertitel zugeteilt wurde.

Laurin-Tochter Rihanna – Reservesiegerin in der Kategorie jung


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e rn Einjährige Rinder und belegte Färsen In sechs Klassen wurden die älteren Rinder und belegten Färsen gerichtet, um am Ende den Champion alt des zweiten MASTER-Typ-Cups benennen zu kön-

7:30 Uhr

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nen. Wilken Schwarze schickte mit Moonlight, aus der Anpaarung Alliancell x Starleader, ein weiteres von fünf Tieren an diesem Abend in den Ring und wurde mit dem 1a-Platz bedacht. Klasse sechs wurde mit den 14 und 15 Monate alten Rindern besetzt, als Siegerin ging die Champion-Tochter Joanna vom Rinderzuchtbetrieb Derboven, Warpe, hervor. Der gleiche Betrieb stellte dann auch die Siegerin in Klasse sieben: Lady Rae aus der Anpaarung Duplex x Ti-

Duplex-Tochter Lady Rae – Reservesiegerin in der Kategorie alt

Prämierungsliste MASTER-Typ-Cup Kl.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Präm.

Kat.Nr.

Name

Besitzer

1a 1b 1a 1b 1a 1b 1a + S 1b + RS 1a 1b 1a 1b 1a + RS 1b 1a + S 1b 1a 1b 1a 1b

206 200 212 215 217 220 231 226 238 235 254 251 256 257 267 268 275 280 288 295

Sissi NHQ Dorina GHH Bijou NHO Estoni Emily-Red Rosaria-Du Marielle Rihanna Moonlight Camouflage Joanna DM Aquilla Lady Rae Georgie Aseeana-Du Cheyenne Arizona Nostra Fiona Germany

Goedeker, Friedr.-Wilhelm, Varrel Matthies, Marco, Hanstedt Kastens, Guenter, Stuhr Hohls, Henning, Bergen Schwarze, Wilken, Dörverden Schwarze, Wilken, Dörverden Wilcor Holsteins, Großenvörde RZB Derboven, Warpe Schwarze, Wilken, Dörverden Hormann, Wilhelm, Warmsen RZB Derboven, Warpe Topp GbR, Derental RZB Derboven, Warpe RZB Derboven, Warpe Schwarze, Wilken, Dörverden Meyer-Evers, Imke, Syke Carstens, Volker, Visselhövede Carstens, Volker, Visselhövede Strassemeyer, Udo, Warmsen Hohls, Henning, Bergen

tanic wurde zunächst Klassenund spätere Reservesiegerin der Gruppe. In Klasse acht betrat die Vorjahressiegerin der jungen Klassen, Aseeana-Du vom Betrieb Wilken Schwarze, Dörverden, den Ring. Die DurhamTochter hatte sich glänzend weiterentwickelt und konnte Juror Volber problemlos von ihrer Klasse überzeugen. Er sprach ihr zunächst den Klassensieg und später den Gesamtsieg der älteren Rinder zu. Die Klassensiege in neun und zehn gingen an die Lichtblick-Tochter Arizona ausgestellt von Volker Carstens, Visselhövede, sowie an den Zuchtbetrieb Udo Strassemeyer für seine Zesty-Tochter Fiona.

Gemütlicher Ausklang Nach Siegerehrung, Fototerminen und abschließender Stallarbeit zeigten sich alle Teilnehmer und Veranstalter sichtlich zufrieden und widmeten sich dem gemütlichen Teil des Abends. Die Jüngsten bauten ihr Nachtlager im Stroh, die Älteren kamen in geselliger Runde zusammen. Es wurden Tische und Getränke im Stall bereitgestellt und noch etwas Fachsimpelei betrieben. Und alle waren sich in einem einig: eine Fortsetzung für 2010 ist beschlossen.

Christiane Soller

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29.06.2009

6:59 Uhr

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14. Vogtländischer Jungzüchtervorführwettbewerb

JUNGZÜCHTER

Am 7. Juni fand wie gewohnt der Vogtländische Jungzüchterwettbewerb in Neudörfel auf dem Gelände der Familie Scheibner statt. Zum ersten Mal gingen auch Kühe aus sehr guten Zuchtbetrieben der Region an den Start. Alle Jungzüchter reisten am Sonntagmorgen schon sehr zeitig an, um die Tiere optimal auf die Schau vorzubereiten. Dabei erhielten die Jüngeren und Jungzüchter, die zum ersten Mal am Wettbewerb teilnahmen, bereits im Vorfeld und am Schautag Unterstützung von den Älteren. Somit konnten alle Tiere exzellent auf ihre Darbietung vorbereitet werden. Gegen 10 Uhr eröffnete Christoph Lenk, Vorsitzender des Jungzüchterclubs, die Veranstaltung. Anschließend überbrachte die Schirmherrin und Leiterin des Landwirtschaftsamtes in Plauen noch ein paar Grußworte an die Teilnehmer und Gäste. Schön war es, die zahlreichen

Wahl zur Miss Vogtland

Die Teilnehmer des Jungzüchterwettbewerbes Neudörfel 2009

Ehrengäste begrüßen zu können. So Herrn Dr. Beier von der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Herrn Döhler, Herrn Böhnisch, Herrn Delling sowie Herrn Höltje. Als Richterin fungierte Maren Krüger aus Mecklenburg-Vorpommern. Für sie war es keine leichte Aufgabe, die 37 Teilnehmer in den sechs Klassen zu richten, da alle Jungzüchter hochmotiviert an den Start gingen und mit Professionalität ih-

Prämierungsliste Kuhwettbewerb Kl. Platzier.

Betrieb

Vater

7 1a Hartmut Kuhn GbR Advantage 1b Hartmut Kuhn GbR Alert II 8 1a Hartmut Kuhn GbR Ramos 1b Gundram Lenk, Irfersgrün Jolus Miss Vogtland: Larissa (V. Ramos), Hartmut Kuhn GbR Schönberg Beste Euterkuh: Pauline (V. Parade), Bernd Schlesinger, Ebersbrunn

Zum ersten Mal am Start – Kühe aus vogtländischen Zuchtbetrieben

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re Tiere präsentierten. An den Vorführleistungen konnte Maren Krüger die intensive Vorarbeit mit den Tieren auf den Betrieben spüren. Die Richterin hatte damit die schwierige Aufgabe, den Sieger zu finden, da nur Nuancen die Vorführer differenzierten. Nach reichlicher Überlegung sprach sie Tobias Döhler aus Wildenau den Siegertitel zu. Der Reservesieg ging an Teresa Kempe aus Amtsberg. Zum Besten Typtier des Wettbewerbs wurde eine rotbunte Classic PSTochter aus der Agrargenossenschaft Unterheinsdorf gewählt. Bester Teilnehmer des Tierbeurteilungswettbewerbs wurde Markus Kuhn aus Schönberg. Anschließend an den Jungzüchterwettbewerb kämpften elf sehr gute Kühe der ersten bis dritten

Marie Burghardt mit ihrer rotbunten Färse

Laktation in zwei Klassen um den Titel der Miss Vogtland. Diesen konnte sich die sehr harmonische und typvolle RamosTochter Larissa aus der Hartmut Kuhn GbR in Schönberg sichern. Beste Euterkuh wurde Pauline, Parade Tochter aus dem Testeinsatz vom Betrieb Bernd Schlesinger aus Ebersbrunn. Sie bestach durch ihr fest angesetztes,

Die Richterin mit den Siegern des Wettbewerbes


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gut aufgehängtes Euter. Am Ende konnten die Jungzüchter und Gäste wieder auf eine gelungene Veranstaltung zurückblicken. Der JungzüchterClub und der vogtländische Rinderzucht- und Kontrollverein möchten sich bei allen Ausstellern und Sponsoren bedanken. Ein herzliches Dankeschön gilt auch denen, die in der Vorbereitung und Durchführung zu einem guten Gelingen der Veranstaltung beitrugen. Kathlen Glück

29.06.2009

8:07 Uhr

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Prämierungsliste Jungzüchtervorführwettbewerb Kl. Platzier.

Name

bestes Typtier

Betrieb

1 1a 1b 2 1a 1b 3 1a 1b 4 1a 1b 5 1a 1b 6 1a 1b

Leon Seifert, Schönberg Chris Volkmann, Schönberg Philipp Müller, Pechtelsgrün Marie Burghard, Unterheinsdorf Teresa Kempe, Amtsberg Yasin Zeh, Syrau Tobias Schossow, Hartmannsdorf Marcel Weiß, Ebersbrunn Tobias Döhler , Wildenau Falk Mei, Amtsberg Björn Göller, Wildenau Christin Müller, Treuen Sieger aller Klassen: Reservesieger:

Jever-Kalb

Volkmann, Schönberg

Starfire-Jungrind

Ag. Heinsdorfer Grund

Jolton-Färse

Milchgut Triebtal GbR

Griff-Färse

Döhler Wildenau

Dublin-Färse

Döhler Wildenau

Classic PS-Färse

Ag. Heinsdorfer Grund

Tobias Döhler, Wildenau Teresa Kempe, Amtsberg

Einblick in die Kunst des Fittens Am 3. und 4. April fand in der Niedersachsenhalle Verden ein Fittingseminar mit den Profis Dieter Hoos und Hinrich Henke statt. Bei Ankunft am Freitagmorgen warteten schon 15 Rinder – ungewaschen, ungeschoren, noch nie an einem Halfter gewesen – auf uns. Dieter Hoos und Hinrich Henke stellten sich vor und erläuterten zunächst einmal den Ablauf der nächsten zwei Tage. Mit Gummistiefeln und Waschausrüstung ausgestattet, gab es gleich zu Beginn den ersten Kampf, die Rinder überhaupt zum Waschplatz führen. Nach dem Waschen wurde uns gezeigt, wie man richtige Betten aus Stroh und Spänen baut. Natürlich versuchten wir es alle gleich selbst. Die fertigen Strohbetten wurden dann auch sofort genutzt, wir führten die Rinder auf ihre Plätze, banden sie fest und versorgten sie mit Futter. Als auch das letzte Rind versorgt war, gingen wir zum Mittagessen und bezogen unsere Zimmer in der Jugendherberge. Nach einer kleinen Pause ging

Die Seminarteilnehmer mit den Ausbildern Dieter Hoos und Hinrich Henke (1. und 2. v. li.)

es weiter. Die Profis zeigten und erklärten uns die Dinge, die zum Fitten gebraucht werden. Neben uns ohnehin recht bekannten Gegenständen wie Kamm und Föhn kommt es hier besonders auf das richtige Schermesser an. Mit dem Werkzeug in der Hand ging es zu den Rindern, um sie das erste Mal zu scheren. Danach haben wir die Rinder für die Nacht versorgt und sind zum Abendessen gefahren. Am Abend kam noch die Theorie auf uns zu, der Sinn des Fittens wurde uns näher erläutert. Den Rest des Abends verbrachten wir

auf unseren Zimmern. Am nächsten Morgen um 6:00 Uhr mussten als erstes wieder die Rinder gewaschen werden. Erst nach dem Waschen gingen wir etwas frühstücken und nutzten die Gelegenheit, unsere Sachen für die spätere Heimreise zu packen. Zurück in der Niedersachsenhalle durften wir endlich anfangen, die Topline aufzustellen. Dieses erwies sich doch schwerer als angenommen. Unter Anweisung gelang es schließlich aber allen Teams recht gut. Nachdem wir jedes einzelne Tier noch einmal ange-

schaut hatten, wurde ein Rind zur Demostration fertig gefittet. Hinrich Henke zeigte uns, was das Fitten ausmacht. Er fittete eine Seite und die andere wurde nur grob mit einem Schermesser geschoren. Das Ergebnis verblüffte uns alle. Am Ende waren wir erschöpft, aber um einige interessante Erfahrungen reicher. Wir bedanken uns noch einmal herzlich bei Dieter Hoos und Hinrich Henke sowie der Familie Wortmann für die Bereitstellung ihrer Rinder. Alena Wortmann

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29.06.2009

7:32 Uhr

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Qualifizierung für Bundesjungzüchter-Wettbewerb

Jungzüchter-Vorführwettbewerb auf der agra 2009

JUNGZÜCHTER

Der offizielle Start des sächsischen Jungzüchterjahres 2009 war zugleich das zehnte Jubiläum der agra im neuen Messegelände in Leipzig. Vom 23. bis 26. April konnten Züchter aus fünf Bundesländern ihre Tiere präsentieren. Darunter Schafe, Ziegen, Schweine, allerlei Arten von Geflügel, Pferde, Fleischrinder und natürlich die Holsteinkühe und -jungrinder. Ein Highlight der agra war der erste mitteldeutsche rasseoffene Jungzüchtervorführwettbewerb am 24. April, welcher zugleich für die sächsischen Jungzüchter die Qualifizierung für den Bundesjungzüchterwettbewerb zur DHV-Schau in Oldenburg war. Im Alter von sieben bis 25 Jahren nahmen insgesamt 43 begeisterte Vorführer teil. Darunter Franz Ziem. Er setzte sich mit seinem Jungrind Valencia (LWB Wolfgang und Gisela Blaschke, Neuhausen) bei den Jüngsten gegen Franz Kempe durch. Den Klassensieg bis 15 Jahre holte sich Teresa Kempe (LWB Rüdiger Kempe, Amtsberg) mit ihrer Jobert-Tochter Jacky. Torsten Oesteritz gewann für den Rinderzuchtverband Berlin-Brandenburg die Altersklasse 16 bis 20 Jahre. In der „Oldieklasse“, 21 bis 25 Jahre, siegte Eike Span-

genberg mit seiner Red-Holsteinfärse Open End (LWB Michel, Frankenberg-Geismar). Zugleich wurde er von dem Preisrichter, Herrn Paolo Petriffer (Italien), zum Gesamtsieger dieses Wettbewerbs gekürt. Für die hervorragende Leistung aller Klassensieger und des Gesamtsiegers wurde ein Preisgeld ausgeschrieben. Von Chris Wagner wurde das beste Typtier, eine Dolman-Tochter von der Rinderzucht GmbH & Co. KG Seydaland, vorgeführt. Herzlichen Glückwunsch allen Siegern und Platzierten! Am darauffolgenden Tag fand der Mitteldeutsche Fleischrinderwettbewerb statt. Richterin war hier Frau Dr. Sabine Schmidt (RMV). Zeitgleich erfolgte der Leistungswettbewerb um den Titel der „Miss agra 2009“ bei den Holsteins. Richter war ebenfalls

Franz Ziem (links), Sieger der jüngsten Klasse, und Franz Kempe

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Gesamtsieger Eike Spangenberg mit der Red Holsteinfärse Open End

Paolo Petriffer aus Italien. In mehreren Klassen wurden insgesamt 47 Kühe aus fünf Bundesländern in der ersten bis sechsten Laktation vorgestellt. Auf die Spitzenposition setzte sich die Kuh Krista, eine Stormatic-Tochter in der dritten Laktation, vom Betrieb Jörn Wedermann aus Wangerland in Niedersachsen. Die Fütterung, Betreuung sowie das Styling und Vorführen einiger dieser Schaukühe erfolgte durch das sächsische Jungzüchter-Betreuungsteam.

Am späten Nachmittag des 26. April endete die größte sächsische Landwirtschaftsausstellung 2009 mit einer Besucheranzahl von insgesamt 49.300. Es war eine sehr gelungene Veranstaltung und alle sächsischen Jungzüchter freuen sich schon auf die kommenden Jungzüchterwettbewerbe in Oldenburg, Neudörfel, Altmittweida, Cavertitz und vielleicht auch auf der kommenden agra 2011. Teresa Kempe, Amtsberg

Den Klassensieg bis 15 Jahre holte sich Teresa Kempe mit Jacky (V. Jobert)


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7:32 Uhr

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Bundes-Vorführwettbewerb in Oldenburg Anlässlich der Deutschen Holstein-Schau wurde am 17. Juni in Oldenburg auf Bundesebene ein Vorführwettbewerb für Jungzüchter durchgeführt. 45 Nachwuchszüchter, die sich über verbandsinterne Entscheide qualifiziert hatten, nahmen in zwei Altersgruppen teil.

Anne Monsees und Andreas Oltrogge, die MASTERRIND-Betreuer der Jungzüchter, hatten offenbar keinen Grund zur Sorge

Junge Starter Angefangen wurde mit den jüngeren Teilnehmern im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. In diesem Feld startete mit 4 Teilnehmern exakt die Hälfte des MASTERRIND-Kontingentes. Tobias Blaschke aus Neuhausen war in der ersten Klasse dabei. Mit seiner Delia, einer eineinhalbjährigen Shottle-Tochter, erreichte der 17-jährige in der Klasse der späteren Reservesiegerin, Annika Martens aus Detern (VOSt), mit 1e eine mittlere Platzierung.

Nur knapp an der Siegerauswahl vorbei ging es in der nächsten Klasse für die 20-jährige Linda Hahlbohm. Die Lemgowerin war mit der Roy-Tochter Apple in den Ring gegangen. Letzte junge Teilnehmerin aus MASTERRIND-Reihen war Henrike Topp, ebenfalls 20, aus Derental. Mit Joyboy-Tochter Aquila wurde sie von Preisrichter Thomas Hannen, Tönisvorst (RUW), an 1d rangiert. In ihrer Klasse befand sich auch der spätere Sieger, Jonas Melbaum aus Haselünne (WEU).

Henrike Topp hat den Richter genau im Blick, Aquilla (V. Joyboy) wirkt eher abwesend

Ältere Teilnehmer Bei den älteren Startern, die 21 bis 25 Jahre Lebenserfahrung mitbringen durften, waren zunächst Kerstin Flebbe mit Ivana, beide aus Pattensen, und Martin Häberer aus Irfersgrün mit Enje gefordert. Sie stellte der Richter hintereinander. Die 25-jährige Kerstin Flebbe mit ihrer Laurick-Tochter an 1c, den zwei Jahre jüngeren Mitstreiter mit seiner RanchoTochter an 1d. Timo Carstens aus Visselhövede, hochdekorierter 21-jähriger MASTERRINDJungzüchter, war in der nächsten Klasse dran. Auch er verfehlte mit Arizona, Tochter des rotbunten MASTERRINDVererbers Lichtblick, und 1c, nur knapp die abschließende Siegerauswahl. Die konnten die beiden Führenden der letzten Klasse, Georg Jansen aus Haselünne (WEU) und Carsten Martens aus Detern (VOSt), für sich ent-

Tina Scholz führte Dell-Tochter Cora von Gerd Pfaff, Gahlenz, sicher auf 1a

scheiden. An ihnen versuchte sich Marc Bernhardt (22) aus Somsdorf. Für ihn und Fortune3Tochter Ice-Lady blieb 1e. Hermann Bischoff

Mehr Milchtyp durch Ziehen der Ganasche, Kerstin Flebbe beherrscht´s

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29.06.2009

7:01 Uhr

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Info-Veranstaltung

Mit Tierbeurteilung und BauernhofEis Jungzüchter werden Am 6. Juni fand der diesjährige Jungzüchter-Informationstag auf dem Betrieb von Reinhard Müller in Ettenbüttel, Kreis Gifhorn, statt. 28 Kinder und Jugendliche aus den Gebieten Königslutter, Hannover/Peine, Celle und Gifhorn hatten den Weg nicht gescheut und erfuhren Interessantes über die Jungzüchterarbeit der MASTERRIND.

JUNGZÜCHTER

Vorbereitung Nach der Begrüßung durch Kirstin Hohls, stellvertretende Vorsitzende des MASTERRINDJungzüchtervorstandes, wurden an einem Rind die Grundlagen des Scherens erklärt. Da ein Rind für die Teilnahme an einem Vorführwettbewerb aber nicht nur eine „angemessene Frisur“ besitzen, sondern auch sauber in den Ring gehen sollte, zeigte Anna Kastens, ebenfalls Mitglied des Vorstandes, worauf es beim Waschen eines Rindes ankommt. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf den Umgang mit dem Rind gelegt, damit Jungzüchter

und Tier angenehm zusammen arbeiten können. Denn das ist auch beim Vorführen sehr wichtig. Erste Kontaktaufnahme mit dem Tier zur Vorführübung

Vorführung Das richtige Vorführen wurde anschließend von Simon Müller, Anna Kastens und Kirstin Hohls an einem Rind demonstriert, das auf dem diesjährigen Triathlon bereits Erfahrungen im Ring gesammelt hatte. Mithilfe des MASTERRIND-Leitfadens für Jungzüchterwettbewerbe und dem Wissen der Teilnehmer konnte so zusammen erarbeitet werden, wie man sein Rind optimal präsentiert.

Die Teilnehmer und Organisatoren der Jungzüchter-Infoveranstaltung in Ettenbüttel

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Anschließend führte Henning Ahrens von der MASTERRIND die Interessierten in die Tierbeurteilung ein. Jungzüchter, die sich bereits mit der Thematik auskannten, konnten ihr Wissen bei der Beurteilung einer Kuh unter Beweis stellen. Denjenigen, denen diese Disziplin noch neu war, erklärte Henning Ahrens interaktiv, wie die einzelnen Merkmalskomplexe der Kuh richtig zu bewerten sind.

Geselligkeit Nach „getaner Arbeit“ wurde beim geselligen Grillen eine Präsentation der Jungzüchterarbeit gezeigt, die mit vielen Bildern die zahlreichen Facetten des Jungzüchterdaseins untermauerte. Als krönenden Abschluss des Infotages bekam jeder Teilnehmer die Möglichkeit, das von Familie Müller eigens produzierte Bauernhofeis zu probieren, was bei Jung und Alt auf große Begeisterung stieß. Ein großer Dank ist nicht nur Familie Müller für die Bereitstellung ihres Betriebes auszusprechen, sondern auch ganz besonders den Zuchtinspektoren Berend Raupers und Anne Monsees, die keine Arbeit und Mühe gescheut haben, um den Infotag zu einem Erfolg werden zu lassen! Ein Dankeschön geht ebenso an die Eltern der Teilnehmer, die es ihren Kindern ermöglicht haben, beim Infotag dabei zu sein. Und wer weiß, vielleicht sieht man den einen oder anderen schon bei den nächsten Jungzüchterwettbewerben? Kirstin Hohls


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29.06.2009

7:01 Uhr

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Frühjahrsfahrt des JZC Altkreis Hoya Unsere alljährliche Frühjahrsfahrt führte uns in diesem Jahr ins Emsland und in den Osnabrücker Raum. Vorab hatte der Vorstand einstimmig beschlossen, dieses Mal keine landwirtschaftlichen Betriebe zu besichtigen, sondern sich dem vor- und nachgelagerten Bereich zu widmen. Somit standen diesmal eine Werksbesichtigung der Firma Krone in Spelle und der Besuch der Donoren-Station der Osnabrücker Herdbuchgesellschaft (OHG) in Melle an. Dass diese Entscheidung genau richtig war, zeigte sich am Abfahrtsmorgen. Neben einigen bekannten Gesichtern hatten sich auch viele Neulinge, trotz schönen Wetters und zeitgleicher Auktion in Verden, schon früh am Morgen bei Puvogel in Ochtmannien eingefunden. Nach mehrmaligem Durchzählen konnten wir, nachdem auch das letzte Vorstandsmitglied in Begleitung lebensnotwendiger Kaltgetränke erschienen war, mit dem Bus in Richtung Emsland starten. Nach anderthalb Stunden Fahrt erreichten wir das Werk der Firma Krone in Spelle. Krone ist einer der weltweit führenden Fabrikanten für Erntemaschinen im Futterbau und stellt neben

mehreren Geräten zur Futterbergung den weltweit größten Häcksler für Grüngut her. Nach kurzer Irrfahrt um das Werksgelände und „BigX-Parkplatz“ wurden wir am Besucherbereich empfangen und erhielten eine exklusive Werksführung. Hierbei konnten wir nach kurzer Einführung in den betrieblichen Werdegang, die Entstehung eines BigX 1 000 und zahlreicher anderer Maschinen von der ersten Schraube bis zum fertigen Produkt hautnah miterleben. Nach geschätzten 10 km Fußmarsch durch die beeindruckend großen Werkshallen stärkten wir uns beim anschließenden Mittagessen im Gasthaus Krone. Anschließend hatten wir dann noch die Möglichkeit, die Gebrauchtmaschinenabteilung zu besichtigen und die Exponate auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Nach kurzer Zeit waren durch das lautstarke Dauerhupen wohl

auch die letzten Passanten und Dorfbewohner darauf aufmerksam geworden, dass sich an diesem Tag eine landwirtschaftlich wohl recht interessierte Besuchergruppe an den Ausstellungsstücken zu schaffen machte. Die weniger ackerbaulich Interessierten nutzten derweil die Gelegenheit in der „Melkmaschinen-Second-Hand-Abteilung“ zu stöbern, um eventuell das eine oder andere Schätzchen aus Opas Zeiten ans Tageslicht zu fördern. Nachdem sich alle Mitfahrenden wieder am Bus eingefunden hatten, ging es weiter zum zweiten Programmpunkt des Tages, der Donoren-Station der OHG GmbH in Osnabrück-Melle. In dieser Teststation werden potentielle Bullenmütter hinsichtlich ihrer Eigenleistung geprüft. Erfüllt eine Kuh die entsprechenden Anforderungen, wird sie mit dem Prädikat DT ausgezeichnet und in das Osnabrücker Zuchtprogramm als Bullenmutter aufgenommen. Mit diesem System hat die OHG in den letzten Jahren bekannte Vererber wie z.B. Magnum, Lancelot, Ramos und Jose hervorgebracht. An der Station empfing uns Herr Ortmann und erläuterte

uns zunächst die Philosophie des bei der OHG angewandten MOET-Programms. Im Anschluss hatten wir dann die Möglichkeit, den voll besetzten Anbindestall mit 40 hervorragend vorbereiteten Kühen von der ersten bis zur dritten Laktation zu besichtigen, während Herr Ortmann für Fragen hinsichtlich des Produktionsablaufes zur Verfügung stand. Zum Abschluss des Tages stärkten wir uns noch einmal an gesponsertem Kaffee und Keksen, bevor wir mit dem Bus gemütlich Richtung Heimat schaukelten. Im Namen des gesamten Vorstandes des Jungzüchterclubs Altkreis Hoya möchten wir uns bei beiden Firmen für die Gastfreundschaft bedanken. Wir hoffen, dass es allen Teilnehmern der diesjährigen Frühjahrsfahrt gefallen hat und der eine oder andere beim nächsten Mal wieder mit dabei ist. Bleibt nur noch zu sagen, dass wir uns bei allen denen entschuldigen, die gern mitgefahren wären, aber zu gleichen Zeit in Verden auf der Auktion waren. Wir werden nächstes Mal dran denken. Anne-Mette Evers

Der Jungzüchterclub Altkreis Hoya auf Reisen

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29.06.2009

7:38 Uhr

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Versammlung der niedersächsischen MASTERRIND-Vertreter

Die Grenze von 100 Mio. Euro durchb r Vor rund 280 gewählten Vertretern stellten die Geschäftsführer, Dr. Otto-W. Marquardt, Ralf Strassemeyer, Cord Höltje und Dr. Dettmar Frese, sowie Prokurist Ulrich Brehmer am 23. März das Ergebnis des zweiten MASTERRIND-Geschäftsjahres vor. Verwaltungsratsvorsitzender Otto Lattwesen eröffnete die Veranstaltung mit einem kurzen Rückblick auf ein schwieriges aber dennoch erfolgreiches Jahr und gab angesichts der im Anschluss an die Sitzung geplanten Verabschiedung von Henning Beinsen zügig an die Geschäftsführung ab.

INTERN

Das Podium: die Geschäftsführer Strassemeyer, Höltje, Dr. Frese, Dr. Marquardt und Vorsitzender Lattwesen

Das Geschäftsjahr 2007/2008 war geprägt von wechselnden Milchpreisen, die die Verfügbarkeit von Zuchttieren beeinflussten, aber positive Auswirkungen auf das Preisniveau hatten. Die Blauzungenkrankheit führte zu erheblichen Marktstörungen, sowohl national als auch international. Mit 101,8 Mio. Euro wurde das Vorjahresergebnis um 6,5 % übertroffen. Das Vertriebsergebnis im engeren Sinne beläuft sich auf 97,1 Mio. Euro und liegt damit 5,3 Prozent höher als im Vorjahr. Die MASTERRIND führte im Betrachtungszeitraum 574.011 Erstbesamungen durch und kontrollierte mehr als 422.000 Herdbuchkühe, davon 411.000 im Bereich Holstein, was einem Anteil von 25 % der deutschen Holsteinpopulation entspricht. Es wurden mehr als 68.000 Rinder und 2,1 Mio. Dosen Sperma vermarktet.

Herdbuchwesen Die Zahl der Herdbuchkühe im Bereich Holstein hat um 2,2 Prozent zugenommen. Steige54

rungen in Niedersachsen um 3,8 Prozent standen Abnahmen in Sachsen um 0,9 Prozent gegenüber. Bei insgesamt 508.000 MLP-Kühen beträgt die Herdbuchdichte 81 Prozent, wobei 80 Prozent bei der ZEH e. G. 72 Prozent bei der SRV e. G. gegenüberstehen. Die Zahl der Herdbuchbetriebe nahm besonders bei der ZEH e. G. ab (-4,1 Prozent) und ist Ausdruck des Strukturwandels, durch den sich in den letzten 30 Jahren die Zahl der milchviehhaltenden Betriebe auf 30 Prozent reduziert hat.

Tiervertrieb Mit einem Anteil von 65 Prozent stellt der Tiervertrieb die wichtigste Umsatzsparte der MASTERRIND dar. Zwei externe Faktoren beeinflussten das Umsatzergebnis. Zum einen bewirkte der Anstieg der Milchpreise eine spürbare Zurückhaltung des Angebotes sowie einen rasanten Anstieg insbesondere der Zuchtviehpreise um mehr als 25 Prozent. Zum anderen führte die Blauzungenkrankheit zu erhebli-

chen Störungen im nationalen und internationalen Absatz und deutlichen Mehrkosten bei der Abwicklung durch Untersuchungen, Quarantäniserungen und andere Maßnahmen. Der Stückumsatz der MASTERRIND verfehlte mit 68.180 Tieren das Vorjahresergebnis um 10,3 Prozent. Eine Preissteigerung über alle Verkaufssparten hinweg von 16 Prozent, bei Auktionen sogar um 28 Prozent, bewirkte, dass sich das Umsatzergebnis um 2,7 Prozent auf 63,9 Mio. Euro erhöhte. Der Tiervertrieb weist nach wie vor große Unterschiede zwischen Niedersachsen und Sach-

sen auf. Vom Stückumsatz des Unternehmens entfallen mit 61.852 Tieren 91 Prozent auf Verden. Die Vergleichszahlen beim Wertumsatz betragen 58,4 Mio. Euro bzw. 91,4 Prozent. Das Auktionsgeschäft erzielte einen Zuwachs der Verkaufszahlen um ein Viertel, beim Umsatz dank Preissteigerung um 62 Prozent. Exporte bleiben die weitaus wichtigste Tiervermarktungssparte. Hier verfügt die MASTERRIND über einen Marktanteil von 36,2 Prozent. Wichtigste Exportländer waren Russland mit 3.880, Marokko mit 3.220 und die Ukraine mit 1.188 Tieren.

Besamungen Insgesamt konnte die MASTERRIND im abgelaufenen Geschäftsjahr 574.011 Erstbesamungen verbuchen, was einem Zuwachs von 0,5 Prozent entspricht. Auch die stagnierende Zahl der Erstbesamungen ist Ausdruck des Strukturwandels. Ende der 80er Jahre war dieser Wert allein im Bereich der RPN höher als heute im Gesamtgebiet der MASTERRIND. Die Zahl der sogenannten weiteren Besamungen hat sich gegenüber dem Vorjahr stärker erhöht. Die Struktur der Besamungsdurchführung ist in beiden Zuchtgebieten grundverschieden. Während Besamungen in Nieder-

Mehr als 280 gewählte Vertreter wohnten der Vertreterversammlung bei


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b rochen

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wies ein Ergebnis von 2,08 Mio. (+5,4 %) verkauften Portionen im Werte von 20,8 Mio. Euro (+11,2 %) auf. 65 Prozent blieben im eigenen Zuchtgebiet. Die Verkäufe nach außerhalb beinhalten im Wesentlichen auch Exporte. Gesextes Sperma wurde seit Beginn der Verfügbarkeit nur verhalten nachgefragt, der Anteil lag unter 3 %.

Biotechnik

Der ZEH-Vorsitzende Heinrich Ruprecht (li.) zeichnete im Beisein des Malers Busemann (re.) Marc Benninghoff mit dem Heinrich-EngelkePreis aus

sachsen zu 91 Prozent durch firmeneigene Servicemitarbeiter bzw. Vertragstierärzte durchgeführt wurden, betrug dieser Anteil in Sachsen lediglich 23 Prozent, was auf historischen Gründen beruht. Die Kosten aus dem Besamungsservice der MASTERRIND haben sich für die Mitglieder trotz Ausweitung des Serviceangebotes und interner Kostensteigerung seit Jahren nicht erhöht.

Spermavertrieb In der Rangfolge der am stärksten genutzten Vererber unterscheiden sich die beiden Zuchtgebiete aufgrund unterschiedlicher Betriebsstrukturen, Ausrichtungen und Anforderungen. Über beide Gebiete am stärksten nachgefragt wurde mit 37.122 Portionen Alves. Ihm folgten mit 36.194 Dosen Jonk und mit 30.514 Emtoro. 31 Prozent der Top 100 Vererber der deutschen Holsteinzucht befinden sich im Besitz der MASTERRIND, im Verband der NOG werden gar 51 % der Top-Bullen gehalten. Der Spermavertrieb

Mit 2,02 Mio. Euro erzielte der Embryotransfer zwar nur 2 Prozent der Umsatzerlöse, hat aber eine weit darüber hinausgehende Bedeutung auch als Stätte von Forschung und Entwicklung. Nach einer Erlösminderung im Vorjahr zeigte das Geschäftsjahr 2007/2008 ein sehr erfolgreiches Umsatzwachstum (+ 42 Prozent). Die Geschäftsführung sieht hier weiteres Wachstumspotential, dem mit einem kurz vor der Fertigstellung stehenden Neubau auf der Embryo-Transferstation in Nückel Rechnung getragen wird.

Heinrich Engelke-Preis 2009 Für den von ihm gezüchteten, international gefragten Zuchtbullen Emtoro wurde Marc Benninghoff aus Bevern im Landkreis Rotenburg ausgezeichnet. Von dem siebenjährigen Emtoro wurden bereits mehr als 100.000 Portionen Sperma verkauft, ein Großteil davon ins Ausland. Allein im vergangenen Wirtschaftsjahr wurden 30.514 Dosen abgesetzt. Sein Vater ist Emerson; Windsor, eine von rund 420 Herdbuch-Kühen im Beverner Stall, die Mutter. Etwa ein Dutzend ihrer Söhne sind getestet. So gehen beispielsweise die Bullen Janosch, Jannsen, Jackpot und Picasso auf Windsor zurück. Einige ihrer Töchter sind bereits ebenfalls Bullenmütter und sichern so die nächste Generation hochwertiger Zuchtrinder.

Verabschiedungen und Neuwahlen Bereits bei der GesellschafterVersammlung waren mehrere Verabschiedungen und Neuwahlen vorgenommen worden. Heinrich Ruprecht aus Stöckse ist neuer Vorsitzender des Vorstandes der ZEH und stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates der MASTERRIND und löste damit Henning Beinsen aus Immensen ab, der im Anschluss an die Vertreterversammlung feierlich verabschiedet wurde. Aus dem Aufsichtsrat schied Peter Rabe aus Sülze aus, zu dessen Nachfolger Christopher Hammann aus Hagen gewählt wurde. Ebenfalls in den Aufsichtsrat wurde Alfred Dröse aus Dolgen gewählt. Den Vorstand der RPN verließen Heiner Eckhoff aus Heeslingen und Ernst-Hermann Priehs aus Achim-Baden. Zu ihren Nachfolgern wurden Gerhard Budde und Jürgen Ernst gewählt. Aus dem Aufsichtsrat in den ZEHVorstand wechselte Alex Dittmer aus Oldershausen. Er vertritt die Züchter gleichzeitig im Verwaltungsrat der MASTERRIND GmbH.

Henning Beinsen verabschiedet Im Anschluss an die Vertreterversammlung wurde Henning Beinsen aus dem Ehrenamt verabschiedet und für seine Leistungen für RPN, ZEH, NORDRIND und MASTERRIND gewürdigt. Otto Lattwesen blickte sichtlich bewegt auf die langjährige Zusammenarbeit mit Henning Beinsen zurück. Die Rinderzucht hat im Hause Beinsen eine fast 100-jährige Tradition. Schon 1980 würdigte der damalige Niedersächsische Landwirtschaftsminister diese Leistung mit der Auszeichnung des Staatsehrenpreises. 1975 übernahmen Henning Beinsen und Ehefrau Gertrud den Immensener Betrieb. Heute wird dieser vom Sohn geführt und melkt

rund 190 Kühe. Neben der Milchproduktion wird intensiver Marktfruchtanbau mit Kartoffeln und Zuckerrüben betrieben. Neuentwicklungen wurden dabei immer mutig und innovativ integriert. 1977 wurde Beinsen Mitglied des Aufsichtsrat der ZEH, im Folgejahr des Verwaltungsrates der RPN. Nach der Wahl in den ZEH-Vorstand 1991 wurde er 1999 zum Vorstandsvorsitzenden gewählt und danach ebenfalls in den Vorstand des Deutschen Holstein Verbandes berufen. Mit der Gründung der NORDRIND GmbH – an der er maßgeblich beteiligt war, wurde Beinsen zum stellvertretenden Verwaltungsratsvorsitzenden gewählt. Das Amt, das er auch nach der MASTERRINDGründung bekleidete. Henning Beinsen zeichnet sich durch Energie, Unternehmergeist und Beharrlichkeit aus. Hilfreich bei seinen ehrenamtlichen Aktivitäten war das große Vertrauen das er anderen Menschen entgegenbringt und umgekehrt auch genießt. Sein Ehrenamt erfüllte Henning Beinsen mit großer Hingabe, stets unterstützt von der Ehefrau. Künftig kann der Altenteiler sich wieder etwas mehr auf dem heimischen Betrieb einbringen, der MASTERRIND wird er sicher weiter eng verbunden bleiben. Hermann Bischoff

Otto Lattwesen (Mi.) bedankte sich bei Henning Beinsen und Ehefrau Gertrud für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit

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Generalversammlung des SRV 2009 Am 19. März 2009 fand an traditioneller Stelle in Groitzsch die Generalversammlung des Sächsischen Rinderzuchtverbandes e.G. (SRV) statt. Dr. Gerhard Schneider, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, führte durch die Veranstaltung. Nach der Begrüßung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Karl-Heinz Hahn richtete Frau Domschke vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft ein Grußwort an die zahlreich erschienenen Mitglieder.

INTERN

Zukunft der Milcherzeugung Frau Domschke ging auf die aktuell schwierige Marktsituation ein. Anders als Banken und Autobauern schenke die Öffentlichkeit den Milchproduzenten und Rinderzüchtern zu wenig Aufmerksamkeit und versage ihnen die erforderliche Unterstützung. Die Rinderzucht sei einer der wichtigsten Wertschöpfungsund Erzeugungszweige der Landwirtschaft und spüre täglich hautnah die Turbulenzen am Markt für Milch und Fleisch. Die Auszahlungspreise für Milch deckten bereits seit langem nicht mehr die Kosten, so Frau Domschke. Vom Handel und den Molkereien kommende Signale deuteten darauf hin, dass die Talsohle noch nicht erreicht sei. Die Ministerialbeamtin wies

Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat

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auch darauf hin, dass staatliche Eingriffe das Problem schwankender Märkte und Preise mittelfristig nicht lösen können. Weder Mengenreduzierungen noch intensivere, gar regionale Quotenregelungen hätten keinen steuernden Einfluss auf die weltweit miteinander verflochtenen Märkte. Noch vor knapp zehn Jahren sei jeder vierte Liter Milch in Europa produziert worden, heute nur noch jeder fünfte. Eine regionale Konzentration der Milcherzeugung erwartet Frau Domschke nach einem Ende der Quotenregelung. Der Betriebsgrößenstrukturwandel verlaufe stetig, den Vorsprung sächsischer Betriebe gelte es zu nutzen, um zu den Gewinnern in diesem Prozess zu gehören. Unbedingt erforderlich sei es dabei, die Kosten in Relation zu den Leistungen zu optimieren.

müssen ihren Preis haben! Es sei an der Zeit, auch die landwirtschaftliche Erzeugung zu unterstützen. Zwar sei die Lobby gering, anders als in der Finanzwelt würden mit der Landwirtschaft jedoch täglich Werte geschaffen.

Verabschiedungen und Neuwahlen Dieter Schlunke beim Geschäftsbericht

Bericht des Vorstandes Vorsitzender Dieter Schlunke verlas den Bericht des Vorstands. Nach schwierigen Jahren habe der Verband wieder positive Zahlen schreiben können. Grundlage dafür sei die positive Entwicklung der MASTERRIND GmbH. Die Partner SRV, ZEH und RPN hätten mit ihr eine solide, auf die Zukunft ausgerichtete, Vermarktungsorganisation geschaffen, die ihresgleichen in Deutschland suche. Man könne stolz auf diese junge Vereinigung ehemals konkurrierender Organisationen sein, so Schlunke. Dem Wort „Wir“ müsse zukünftig aber noch mehr Bedeutung beigemessen werden, nur dann könne jeder Partner seine Potenzen darin umsetzen. Auch Dieter Schlunke verwies auf die gegenwärtig dramatische Erlössituation in der Milchproduktion. Der vor einem Jahr spürbare Aufwärtstrend bei den Erlösen für Milch und Zuchtvieh sei mit steigendem Kostendruck einhergegangen. Dennoch habe man einen Aufwind in und mit der Arbeit gespürt. Doch dieser sei jäh zusammengebrochen. Schlunke verdeutlichte, dass die Erzeugerpreise bis zu 50 % gesunken seien und insbesondere größere Betriebe deutliche Probleme bei der Entlohnung ihrer Mitarbeiter hätten. Seine Forderung: Hochwertige Lebensmittel

Zwei Begründer des Sächsischen Rinderzuchtverbandes e. G. wurden anlässlich der Generalversammlung verabschiedet: Friedrich Jahn schied aus dem Verwaltungsrat der MASTERRIND, Dr. Gerhard Schneider aus dem Vorstand des SRV aus. In einer Laudatio würdigte Dieter Schlunke das langjährige, aktive Wirken beider in ihren Ehrenämtern. Sie besäßen einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der erfolgreichen Entwicklung von SRV und MASTERRIND. Neu in den Vorstand gewählt wurde Bernd Barfuß von der Agrar GmbH Auligk u. Co. KG. Die übrigen Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Prüfungsergebnis und Geschäftsbericht Herr Hahn verlas die Zusammenfassung des Prüfungsergebnisses des Mitteldeutschen Genossenschaftsverbandes e.V..

Meistgenutzte Vererber in Sachsen Bulle

Alves Jonk Emtoro Alert II Windspiel Braveheart Jobess Labiate Jurus

Portionen

23.661 22.756 17.599 8.964 8.903 8.045 7.670 7.573 5.467


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Jango, derzeitiger Spitzenvererber der MASTERRIND

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft ist geordnet. Die Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr war zufriedenstellend. Der Umsatz erhöhte sich von 483.800 Euro auf 1.330.000 Euro. Der nach der satzungsmäßigen Vorwegeinstellung in die gesetzliche Rücklage verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 38.200 Euro soll den Rücklagen zugewiesen werden. Den Geschäftsbericht der MASTERRIND GmbH stellte Ge-

schäftsführer Cord Höltje vor. Das vergangene Geschäftsjahr habe erneut mit einer positiven Umsatzentwicklung abgeschlossen werden können. Dies sei nicht unwesentlich dem attraktiven Bullenangebot zu danken. 31 MASTERRIND-Bullen seien aktuell in den deutschen Top 100 nach Gesamtzuchtwert RZG vertreten. Die am häufigsten eingesetzten Vererber kamen aus dem eigenen Zuchtgebiet. Als Beispiele führte Höltje unter anderem Jango, Jobess, Alves,

Windspiel, Emtoro, Braveheart und Alert II an. Um das Zuchtprogramm weiter erfolgreich zu gestalten und die folgende Zuchtbullengeneration aufziehen zu können, habe man in Hohenfichte Wartebullenplätze umfassend renoviert bzw. neu geschaffen. In diesem Rahmen sei die nicht mehr genutzte Station Schellenberger Straße in Hohenfichte verkauft worden. Deutlich positiv habe sich auch der Spermaexport entwickelt. Dies sei durch Nutzung und Erweiterung des beim SRV aufgebauten internationalen Netzwerkes möglich gewesen. Seit Anfang 2008 vermarktet die MASTERRIND die eigenen Bullen selbst weltweit. Auf diese Weise festige man den Unternehmensnamen als Marke für hochwertige Rindergenetik, national und international. In einem Fachvortrag referierte Frau Dr. Anke Wangler, Institut für Tierproduktion der LfA Mecklenburg-Vorpommern, Dummerstorf, zum aktuell stark diskutierten Thema: ,,Steigerung der Lebensleistung und Nutzungsdauer bei Milchkühen –

Dank an Friedrich Jahn

Dank an Dr. Gerhard Schneider

gewinnt dies unter gegenwärtiger Erlös- und Kostenentwicklung an Bedeutung?“. Diesen Vortrag finden Sie als Artikel in der Rubrik Management in diesem Heft. 䡵

Am Standort Hohenfichte wurden neue Wartebullen-Plätze geschaffen

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Rindviehhaltung in der Lenzer Wische

INTERN

Im Mai reisten die Stader MASTERRIND-Mitglieder in die Lenzer Wische nach Brandenburg. Begleitet wurden sie von Zuchtinspektor Helmut Haak und seinem ehemaligen Kollegen Ulrich Degenhardt, der nicht nur das Besichtigungsobjekt ausgesucht hatte, sondern viel Interessantes über die frühere Grenzregion berichten konnte. Das dünn besiedelte Gebiet bietet kaum Berufsmöglichkeiten. Die Masse der Werktätigen pendelt nach Hamburg oder Lüneburg. Wenige Kilometer von Dömitz beginnt die Lenzer Wische. Einer der Betriebsleiter, Herr Jammer, machte mit uns zunächst eine Rundreise durch das Tiefland zwischen Elbe und Löcknitz. Bereits zu DDR-Zeiten wurde ein umfangreiches Entwässerungsprogramm mit nachfolgender Eindeichung durchgeführt und eine Groß-LPG installiert. Der heutige Rechtsnachfolger, die Lenzer Wische Rinderzucht GmbH, verfügt über eine Fläche von 1.000 ha Acker- und 3.700 ha Extensiv-Grünland. 60 Personen arbeiten hier. 800 ha Getreide und Mais stehen der Viehhaltung zur Verfügung, 200 ha Raps werden verkauft.

Auf den Grünlandflächen grasen 1.100 Mutterkühe der Rassen Fleckvieh und Salier, aufgeteilt in 17 Herden und einige Jungviehherden. Die Mastendprodukte werden als „Prignitzer Weiderind“ über die Bio-Schiene vermarktet. Die Hauptabnehmer dafür sind Edeka und Alete Kindernahrung. An verschiedenen Standorten findet die Endmast der Bullen auf Stroh statt. Die Tiere werden mit einem Hakengewicht von weit über 400 kg verkauft und erlösen einen Preis, der 1,00 Euro/kg über dem üblichen Marktpreis liegt. Der zweite Schwerpunkt der GmbH ist die Milchproduktion mit dem Zentrum in Kietz. In dem Neubau mit 28er Karussell stehen 500 melkende HF-Kühe mit mehr als 11.000 kg Durchschnittsleistung. Abnehmer der

Auf offene Ohren stieß der Vortrag über den umfangreichen Betrieb der Lenzer Wische Rinderzucht GmbH

Milch ist die Molkerei Hansa Upal, die für Mai 2009 wahrscheinlich 20 Cent zahlen wird. Die Entmistung des Liegeboxenlaufstalles erfolgt durch Faltschieber auf Gummiauslegeware. Das hat den Vorteil, dass die Tiere sehr trittsicher gehen können. Nachteilig ist jedoch der zu geringe Klauenabrieb, deshalb benötigen die Kühe mehrere Klauenschnitte im Jahr. Die Tiere tragen Pedometer aber keine Transponder. Die Hochleistungsgruppe erhält eine TMRMischung, berechnet auf 33 Kilo tägliche Milchleistung.

Darüber hinaus wird JungviehLohnaufzucht für den eigenen und acht andere Betriebe durchgeführt. Monatlich werden 125 Rinder besamt, zum Teil mit gesextem Sperma. Verkauft wird je nach Wunsch der Betriebe – angedeckt, hochtragend oder als abgekalbte Kuh in der Produktion. Weiteres Standbein ist eine 440 KW Biogasanlage, die mit Silage, Getreide und der frischen Gülle aus dem Milchviehstall befahren wird.

Arthur Steyer

Züchtertreffen des BV Soltau Am 11. Juni trafen sich rund 60 Mitglieder des Besamungsvereins Soltau auf dem Betrieb von Familie Renken in Königshof bei Neuenkirchen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Dirk Eggers, stellte Jürgen Renken den Betrieb vor. Bewirtschaftet werden 124 ha LN auf Sandböden zwischen 18 und 32 Bodenpunkten. Neben dem Futterbau nimmt die Direktvermarktung von Kartoffeln einen sehr hohen Stellenwert ein. Diese werden über die Supermärkte in der Region vermarktet. Die 60 Kühe werden in 58

einem 1996 erbauten Boxenlaufstall mit Hochboxen gehalten. Mit im Schnitt 9.000 kg abgelieferter Milch pro Kuh und Jahr, bei 3,54 % Eiweiß und einem Durchschnittsalter von 5,6 Jahren gehört dieser Ausbildungsbetrieb zur absoluten Spitze. Dabei ist die Fütterung sehr ein-

fach gehalten. Die Grassilage wird komplett in Rundballen gewickelt. Diese werden dann zusammen mit Mais und Kartoffeln an das Fressgitter gestellt. Wie wichtig Familie Renken die Nutzungsdauer ihrer Kühe ist, erläuterte Jürgen Renken anhand von Zahlen und Fotos seiner besten Kühe in einem kleinen Vortrag. Durch den hohen Eiweißgehalt der Milch und die Verkäufe der dank hoher Nutzungsdauer entbehrlichen Färsen können auch schlechte Zeiten auf dem Milchmarkt über-

wunden werden, so der Züchter. Nachdem sich jeder einen Blick von den Tieren im Stall gemacht hatte, ging es zum Kaffeetrinken in die Scheune. Dort wurden noch Preise und Sperma-Gutscheine verlost, die die MASTERRIND und Semex-Deutschland gestiftet hatten. Nach einem besonderen Dank an Familie Renken ging das diesjährige Züchtertreffen mit vielen neuen Eindrücken zu Ende. Eike Weseloh


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Züchterreise nach Irland

Zu Besuch auf der grünen Insel Im Rahmen einer von Dr. Gerhard Kramer organisierten Züchterfahrt reisten Mitte April 39 Teilnehmer nach Irland. Das Programm umfasste Besuche verschiedenster Rinderzuchtbetriebe sowie eines Vollblutgestütes. Auf der Reiseroute, die von der Ostküste (Dublin) bis zur Westküste führte, bekamen wir einen guten Eindruck von dem interessanten Land. Die „grüne Insel“ machte ihrem Namen alle Ehre, die Grünlandflächen, welche über 70 % der Nutzfläche einnehmen, zeigten sich in sattem Grün, auf denen Rinder und Schafe schon ihr Futter fanden. In Irland gibt es gegenwärtig ca. 125.000 Landwirtschaftsbetriebe. Die durchschnittliche Fläche je Betrieb beträgt 33 ha. Fast 70 % der LF liegen in benachteiligten oder Bergregionen. Es werden 6,8 Millionen Rinder gehalten, davon eine Million Milchkühe (20 % British Friesian) und eine Million Fleischrindkühe. Die durchschnittliche Milchleistung liegt bei 5.000 kg. 80 % der Milch und Milchprodukte werden exportiert. Die Fütterung basiert vorwiegend auf Gras. Die Weideperiode beginnt im April und endet im November. Die typischen Weidebetriebe haben eine gedrängte Abkalbung von Februar bis April. Einige Betriebe sollen beispielhaft beschrieben werden. Die HF-Farm von Tom und Rhona Kelly in Ballymakenney ist seit sechs Generationen im Famili-

enbesitz und eine der besten HF-Zuchtherden in Irland, sieben Mal wurde schon der erste Platz im Land erreicht. Bereits 1890 wurde mit der Pedigreezucht begonnen, damals mit Shorthorns. 1950 erfolgte die Umstellung auf British Friesian und ab 1980 auf HF. Der Betrieb bewirtschaftet 200 ha, es werden 220 Kühe gehalten, davon sind 55 in EX eingestuft. Gefüttert wird eine TMR, neun Monate im Jahr wird Gras in die Ration gemischt. Die Durchschnittsleistung liegt bei etwa 10.000 kg Milch. Die Zuchtstrategie zielt auf langlebige Kühe mit hoher Milchleistung und gutem Exterieur. Zum Einsatz kommt Sperma von internationalen Spitzenbullen. Der HF-Betrieb von George und Kathleen Lowe in Groagh ist auf Trinkmilcherzeugung spezialisiert und umfasst 65 Kühe mit einer Durchschnittsleistung von 11.140 kg Milch bei 3,38 % Fett und 3,29 % Eiweiß. Innerhalb dieses Jahres sank der Milchpreis von 46 auf 27 Cent. Die Kalbung beginnt im September. Die Färsen werden mit gesextem Sperma besamt, der Trächtigkeitserfolg beträgt 50 % (45 – 50 j/Portion). Es werden 174 ha

Die Groagh-Herde, ausgezeichnet in Typ, Ausgeglichenheit, Tiefe und Genetik

bewirtschaftet, 54 davon sind Pachtland. Die Sommerration besteht aus Gras, Gras- und Maissilage sowie Konzentrat. Die Arbeit wird vom Besitzer und seinem Vater bewältigt, die Ehefrau führt die im Haus eingerichtete Pension. Ein spezieller Punkt war der Besuch der Friesian-Farm von Sean Treacy in Littleton. Auf 48 ha LF werden 60 British-FriesianMilchkühe und Jungvieh gehalten. In dieser unter unseren Verhältnissen kaum anwendbaren Produktionsrichtung werden in Irland ca. 200.000 Kühe gehalten und etwa 70.000 EB realisiert. Die Fütterung basiert auf Weidehaltung, wobei je Kuh während der Melkperiode 600 kg Konzentrate eingesetzt werden. Die Winterfütterung basiert auf Grassilage. Die Kalbungen sind auf die Zeit von Ende Februar bis Ende April konzentriert. Die Durchschnittsleistung der Herde betrug im letzten Jahr 6.900 kg Milch mit 3,85 % Fett und 3,50 % Eiweiß. Die männlichen Tiere werden als Ochsen auf der Weide gehalten. Das Unternehmen unterhält auch Beziehungen zur RBB, von wo zur Erweiterung der Blutführung schon mehrere Jungbullen aus der Branderburger Genreserve DSN-Zucht angekauft wurden. Da wir auch gern über den Zaun gucken, besuchten wir auch das Vollblutgestüt Coolmore Stud in Fethard, das zur Welt-Spitzenklasse gehört. Zurzeit stehen 34 Deckhengste im parkähnlichen Gestüt. Jährlich werden etwa 2.000 Stuten aus der ganzen Welt bedeckt. Spitzenhengste erhalten in einer Deckzeit bis zu 100 Stuten zugeteilt, in der

Galileo, der beste Vollbluthengst in Europa mit einer Renn-Gewinnsumme von 3.586.415 engl. Pfund

Spitzenzeit täglich bis zu fünf. Die Taxe für eine Bedeckung liegt zwischen 40.000 und 400.000 j! Zum Gestüt gehören 1.000 ha Grünland, insgesamt sind im Gestüt 150 Personen und weltweit 600 beschäftigt. Als der gegenwärtig erfolgreichste Hengst in Europa wurde uns Galileo in voller Pracht vorgestellt. Ein kultureller Höhepunkt, um Irland kennen zu lernen, war die Fahrt bei herrlichem Sonnenschein zu den Cliffs of Moher, dem spektakulärsten Abschnitt von Irlands Steilküsten mit anschließender Weiterfahrt durch die Burren, einer bizarren eigenartigen Kalksteinlandschaft. Am Ende unserer Fahrt konnten wir feststellen, dass wir wieder ein sehr interessantes Programm hatten und viele neue Eindrücke gewannen. Dr. Gerhard Kramer wurde dafür der herzliche Dank ausgesprochen in der Hoffnung, dass er auch im kommenden Jahr eine Informationsreise organisiert. Text: Prof. Siegfried Zelfel Fotos: Dr. Gerhard Kramer

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11:09 Uhr

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MASTERRIND-Züchterreise ins Land d

INTERN

Gemäß dem bekannten Spruch, dass Reisen bildet, hatte MASTERRIND auch in diesem Jahr eine Züchterreise organisiert. Diesmal ging es vom 5. bis 8. Mai nach Ungarn, ins Land der Magyaren. Knapp 30 Teilnehmer, ungefähr die Hälfte jeweils aus Niedersachsen bzw. Sachsen, nahmen das Angebot an. Das Programm der Züchterfahrt vereinte Besuche von Landwirtschaftsbetrieben und einer Besamungsstation, eine Weinverkostung und die Stadtbesichtigung von Budapest, der Hauptstadt von Ungarn. Ungarn zählt gegenwärtig mehr als zehn Millionen Einwohner auf einer Fläche von rund 93.000 Quadratkilometern. Damit ist Ungarn nur halb so dicht besiedelt wie Deutschland. Aktuell werden etwa 320.000 Kühe gehalten (Milch- und Fleischrinder). Bei den Milchrindern dominieren eindeutig die Holsteins, gefolgt von ungarischem Fleckvieh. Pro Betrieb werden im Durchschnitt 345 Kühe gehalten. Damit steht Ungarn weit vorn in der Weltspitze. 80 % der Betriebe besitzen mehr als 100 Kühe. Auch die ungarischen Landwirte haben mit einem dramatischen Rückgang der Milch-

preise zu kämpfen. Betrug der Preis pro Liter im Januar 2008 noch umgerechnet 30 Eurocent, so waren es ein Jahr später nur noch 20 Cent. Und es ging weiter abwärts. Im April gab es nur noch 17-18 Cent.

Zweimal Holsteins und einmal Charolais – landwirtschaftliche Betriebe In das Programm war der Besuch von drei Landwirtschaftsbetrieben eingebaut. Alle drei Betriebe befanden sich im nordöstlichen Ungarn. Der erste Betrieb beeindruckte durch ein hervorragendes Management und eine ausgezeichnete Qualität der Tiere. Insgesamt werden 2.500 ha bewirtschaftet. Drei Personen halten 95 % des Kapitals. Weiteren 30 Personen gehört der Rest von 5 %. Mitte der neunziger Jahre wurde mit dem Kauf von vorwiegend niederländischen Holstein-Färsen der Aufbau des Betriebes begonnen. Der damalige Leistungsdurch-

Teilnehmer der Züchterfahrt auf der Fischerbastei in Budapest

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Reichlich Platz für die Kühe auf Tiefstreu

schnitt der 400 Kühe betrug 6.000 kg Milch. Aktuell werden 10.000 kg Milch bei 3,95 % Fett und 3,5 % Eiweiß gemolken. Der Kuhbestand wurde stetig vergrößert und beträgt derzeit 1.200 Kühe, die zweimal täglich gemolken werden. Die Jungviehaufzucht erfolgt hauptsächlich auf der Weide, mit Zufütterung. Die Besamung der Färsen beginnt mit 15 Monaten. Das durchschnittliche Abkalbealter liegt bei 25 Monaten. Die Kühe werden unter Schleppdächern auf Tiefstreu gehalten. Die Kühe bekommen reichlich Platz zur Verfügung, da Kuhkomfort einen sehr hohen Stellenwert hat. Des Weiteren besitzt der Betrieb eine eigene Molkerei, die stark in den arabischen Raum exportiert sowie eine Wels- und Karpfenzucht.

Im zweiten Betrieb konnte eine Charolaisherde besichtigt werden, die sich im Aufbau befindet. Aktuell werden 200 Charolais-Kühe in einem Betriebsteil gehalten. Ziel ist es, auf insgesamt 400 Kühe zu erweitern. Nachdem bisher ausschließlich Deckbullen zum Einsatz kamen, soll im kommenden Jahr zunehmend auf künstliche Besamung (ausschließlich französische Genetik) umgestellt werden. Normalerweise befinden sich die Tiere auf der Weide. Zur Präsentation wurden sie extra hereingeholt. In einem weiteren Betriebsteil stehen rund 120 LimousinKühe. Insgesamt werden vom Betrieb 5.000 ha bewirtschaftet, wobei der Ackerbau vorherrschend ist. Auf 300 Hektar stehen Obstbäume, hauptsächlich Äpfel und Pfirsiche. Milchrinder und Mastschweine bestimmen die Tierhaltung im dritten Betrieb. Er bewirtschaftet ca. 6.500 ha. Insgesamt gibt es 1.600 Kühe (Holsteins). Am besichtigten Standort werden 700 Kühe gehalten. Aktuell beträgt die durchschnittliche Milchleistung 9.000 kg/Kuh. Die Kuhställe wurden 2004 modernisiert. Bis 2013 soll das gesamte Entmistungssystem erneuert werden. Interessant war auch ein im Dezember 2008 neu in Betrieb gegangener Boumatic-Melkstand mit 50 Plätzen.


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der Magyaren Bullenpräsentation bei BOS-Genetic Die ungarische Besamungsstation BOS-Genetic wurde 1985 gegründet. Ab 1991 startete ein eigenes Testbullenprogramm, das sich sehr erfolgreich entwickelte. Nachdem am Anfang fünf bis sechs Bullen pro Jahr getestet wurden, gehen heute jährlich reichlich 30 Bullen in den Testeinsatz. In den letzten Jahren haben BOS-Genetic und SRV bzw. MASTERRIND eine größere Anzahl von Bullen gemeinsam getestet. Ein Beispiel dafür ist der leistungsstarke MarmaxSohn Marok RF, der unter dem ungarischen Namen BG Camelot Marmax die ungarische Topliste anführt. Nach ein paar einleitenden Worten von Mihali Balogh hatten die Teilnehmer der Züchterfahrt die Gelegenheit, bei einer Bullenpräsentation Ver-

Orsolya Szöke beim Übersetzen

Charolais-Herde bei der Fütterung

Zsolt Körösi stellt die ungarische Holsteinzucht vor

treter aus dem Zuchtprogramm von BOS-Genetic zu sehen. Dazu gehörten sowohl die gemeinsam getesteten Bullen Duty und Golden Eye als auch Hornet, der aktuell beste ungarische Eutervererber. Abgerundet wurde das Gesamtprogramm der Züchterfahrt mit drei weiteren interessanten Punkten. Zsolt Körösi vom ungarischen Holsteinverband, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiert, berichtete in einem interessanten Vortrag über die ungarische Holsteinzucht und über die Aufgaben des Verbandes. Mit einer Weinverkostung in Tokaj und einer Stadtbesichtigung von Budapest kam auch der kulturelle Teil nicht zu kurz. Die Reisegruppe bedankt sich bei allen, die an der Organisation der Tour beteiligt waren. Ein

Modernisierte Kuhställe mit Auslauf

Mihàly Balogh bei der Vorstellung der Bullen, im Hintergrund verlässt Duty den Ring

besonderer Dank gilt dabei Orsolya Szöke von MASTERRIND Ungarn, die uns die gesamte Fahrt begleitete, wesentlich bei der Organisation vor Ort in Un-

garn unterstützte und bei der auch die Hauptlast der Übersetzung lag. Steffen Feurich

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Zu hohe Abgänge bei Milchkühen – Abb. 1: Abgangsrisiko in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Behandlung 80

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Klauen + Glieder

70 Abhängigkeitsrisiko (%)

Einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der entscheidende Kostenfaktor für die Rentabilität der Milchproduktion sind die hohen Abgangsraten bei Kühen. Daraus resultieren hohe Reproduktionsraten, die aus zweierlei Gründen unökonomisch sind: Zum einen verringert sich dadurch die Nutzungsdauer der Kühe, zum anderen erhöhen sich die Tiereinsatzkosten bezogen auf die Herde, denn die Erzeugung jeder tragenden Färse ist teuer.

Euter

67

60

Fruchtbarkeit

50 40

39

30 20 10 0

Welche Kühe werden hauptsächlich gemerzt, warum und wann? Um diese und weitere Fragen beantworten zu können, wurden an 6.200 Holstein-Kühen Untersuchungen zu Abgangsursachen und Erkrankungen durchgeführt. Die Datenerfassung erfolgte über 7 Jahre in Betrieben mit einem Kuhbestand von 200 bis 1.500 Kühen. Die Auswertungen beziehen sich auf alle Abgänge außer zur Zucht.

Abgangsursachen

MANAGEMENT

Die Hauptabgangsursachen waren Eutererkrankungen, Fruchtbarkeitsstörungen und Erkrankungen an Klauen und Gliedmaßen. Das ist vergleichbar mit den Abgangsursachen aller ost-

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deutschen Bundesländer. Tendenziell angestiegen sind die Abgänge aufgrund von Stoffwechselstörungen. Die Anzahl der Behandlungen von Stoffwechselproblemen hat sich jedoch nicht erhöht, sodass von einer exakteren Dokumentation der Abgangsursachen ausgegangen werden kann.

Abgangsrisiko Dass Kühe, die innerhalb einer Herde häufiger behandelt werden, ein höheres Abgangsrisiko haben, wurde in zahlreichen Veröffentlichungen belegt. In den vorliegenden Untersuchungen wurde analysiert, zu welchem Zeitpunkt der Laktation das Abgangsrisiko am höchsten ist. Die

0-30

31-100

>100

TS

Laktationstag p.p.

in Abbildung 1 dargestellten Ergebnisse belegen, dass das höchste Merzungsrisiko für Kühe besteht, die innerhalb der ersten 30 Tage der Laktation erkranken. Dies gilt sowohl für Klauen- und Gliedmaßen- als auch für Eutererkrankungen, am stärksten jedoch für Fruchtbarkeitsstörungen.

Abgangszeitpunkt innerhalb der Laktation

Abgänge nach Laktationen

Nicht nur, dass der Anteil gemerzter Jungkühe so hoch ist, sie gehen auch noch innerhalb der Laktation am ehesten ab. Die Untersuchungen ergaben, dass 22 % der gemerzten Jungkühe bereits innerhalb ihrer ersten 30 Laktationstage den Bestand verließen (Abb. 3).

Von allen Merzungen entfiel der größte Anteil auf Jungkühe. 29 % aller Abgänge (außer zur Zucht) waren Kühe in der ersten Laktation (Abb. 2). Das ist dramatisch, denn einerseits hat eine Jungkuh die hohen Kosten ihrer Aufzucht noch nicht amortisiert und andererseits sind diese Kühe noch nicht ausgewachsen und stellen ihr volles Leistungspotential erst später unter Beweis. Nach Angaben des VIT wird die höchste Leistung erst in der dritten bis vierten Laktation erreicht. Im Vergleich zur ersten Laktation geben Kühe in der vierten Laktation im Mittel 18 % mehr Milch. Derzeit gehen Holstein-Kühe durchschnittlich bereits mit 2,5 Laktationen aus dem Bestand (Sachsen: 2,4 Laktationen). Bezogen auf das aktuelle Leistungsniveau entspricht das einem Verlust von 14.500 kg Milch je Kuh gegenüber Stallgefährtinnen, die erst nach der vierten Laktation gemerzt werden.

Bei älteren Kühen betrug dieser Anteil nur 6 %. Wo liegen die Ursachen für diese frühen Merzungen? Ein Grund ist die hohe Anzahl von Erkrankungen zu Laktationsbeginn. 43 % aller Behandlungen innerhalb einer Laktation werden in den ersten 30 Tagen p.p. durchgeführt. 70 % aller Stoffwechsel- und Fertilitätsstörungen entfallen in diesen Zeitraum. Die Einsatzleistung hatte hingegen nur einen geringen Einfluss auf das Abgangsrisiko. Lediglich Kühe mit einer sehr geringen Leistung zur ersten MLP wurden früher gemerzt. Auch das Leistungsniveau der ersten Laktation ist nicht der entscheidende Merzungsgrund. Betriebe mit den geringsten Zwangsmerzungsraten wiesen weniger Abgänge bei Jungkühen auf, insbesondere aufgrund von Eutererkrankungen. Die Tiere wurden älter, erbrachten höhere Leistungen und die Reproduktionsrate war geringer. Diese Betriebe konnten einen deutlich höheren Anteil


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wo liegen die Ursachen? Fazit

Abb. 2: Anteil Abgänge nach Laktationsnummer

• Viele Kühe schaffen es nicht, sich zu amortisieren. 29 % der Abgänge bereits in der ersten Laktation sind zu viel. Ursache sind meistens Erkrankungen zu Laktationsbeginn. • Den Kühen in der Frühlaktation muss mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Innerhalb der ersten 30 Tage p.p. wurden 22 % aller Merzungen bei Jungkühen registriert. Kühe, die hier gesund bleiben, haben die größte Chance, alt zu werden.

Abb. 3: Verteilung des Abgangzeitpunktes innerhalb der Laktation 25 22

15 10

30

29

25

29 25

20

29

15 10 5 0 1.

2.

Laktationstag bei Abgang

421-450

361-390

301-330

241-270

181-210

121-150

61-90

0

3.

>=4.

Laktation

• Wichtig dafür ist eine trainierte Tierbeobachtung, insbesondere bis zum 30. Tag p.p. Fieber messen in den ersten sieben Laktationstagen hilft, um Krankheiten rechtzeitig zu erkennen und routiniert die Tierbeobachtung! Fruchtbarkeitsstörungen nach der Kalbung sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, sie führen immer häufiger zur Merzung.

5

1-30

Abgänge (%)

20

35

Merzung (%)

an Leistungsselektion realisieren (28 % gegenüber 12%). Nach ökonomischen Berechnungen müssen Kühe eine Leistung je Lebenstag von mindestens 15 kg Milch erbringen. Daraus resultiert eine Lebensleistung von 30.000 kg Milch in 3,5 Laktationen. Das bedeutet bei einem derzeitigen durchschnittlichen Abgangsalter von 2,4 Laktationen in Sachsen, dass sich die Nutzungsdauer um eine Laktation erhöhen muss. Dabei ist eine weitere Leistungssteigerung ebenso wichtig, denn entscheidend ist die Leistung je Zeiteinheit.

• Für die Effizienz der Milchproduktion ist die Leistung je Zeiteinheit entscheidend. Kühe müssen eine Lebenseffektivität von mindestens 15 kg Milch erbringen. Das ent-

spricht einer Lebensleistung von 30.000 kg Milch in 3,5 Laktationen. • Die Nutzungsdauer von derzeit 2,4 auf 3,5 Laktationen zu erhöhen, ist aus ökonomischen Gesichtspunkten notwendig und aus ethischen Aspekten gerechtfertigt. • Wenn jede aufgezogene Färse im eigenen Betrieb eingesetzt wird, sind hohe Reproduktionsraten vorprogrammiert. Dr. Anke Wangler, Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern

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Dr. Frank Müller

Leitender Tierarzt in Sachsen im Ruhestand

Am Ende des vergangenen Jahres wurde mit Dr. Frank Müller unser langjähriger leitender Stationstierarzt in Sachsen in den Ruhestand verabschiedet. Dr. Müller war einer der Pioniere des Embryotransfers in der DDR und hat sich über Jahrzehnte maßgeblich für die Etablierung und Entwicklung des Embryotransfers im sächsischen Zuchtgebiet eingesetzt. Er gilt

deutschlandweit als anerkannter Fachmann auf diesem Gebiet. Weiterhin war er für die Bullenbestände in Meißen und Hohenfichte sowie für die Besamungsstation und Spermaproduktion verantwortlich. Mit seinem Fachwissen und seiner Erfahrung hat er entscheidend zur Sicherung der Qualität des in Sachsen produzierten Spermas beigetragen und damit auch einen nicht unwesentlichen Anteil an den Erfolgen in der nationalen und internationalen Spermavermarktung. Wir danken Dr. Frank Müller für die geleistete Arbeit und wünschen ihm viel Freude, Aktivität und vor allem Gesundheit im neuen Lebensabschnitt. Cord Höltje

PERSÖNLICHES

Heinrich Friedrichs neu im Tiervertrieb

Seit dem 1. Oktober 2008 verstärkt Heinrich Friedrichs den Tiervertrieb in Niedersachsen. Der 26-Jährige verfügt über umfangreiche Erfahrungen. Auf einem Mischbetrieb in Eystrup (Landkreis Nienburg) als eines von sechs Kindern aufgewachsen, erlernte Friedrichs nach der Mittleren Reife den Beruf des Landwirts, unter anderem im renommierten Zuchtbetrieb Engelke, Brebber. Es schloss sich die 64

einjährige Fachschule mit dem Abschluss des staatlich geprüften Wirtschafters an. Nach einem Praxisjahr, unter anderem auf einer 10.000-ha-Rinderfarm in Namibia, besuchte Heinrich Friedrichs die zweijährige Fachschule und ließ sich zum staatlich geprüften Betriebswirt ausbilden. Direkt im Anschluss absolvierte er im Landhandel eine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel. Seine umfangreichen landwirtschaftlichen und kaufmännischen Kenntnisse wendet er nun als Vertriebsassistent im zentralen Tiervertrieb an und unterstützt hier die Vermarktungswege Auktion und Ab-Hof-Geschäft. Hermann Bischoff

25-jähriges Jubiläum von Wolfgang Lühring Wolfgang Lühring wurde am 25. Februar 1957 in Husum (Landkreis Nienburg) geboren. Nach der Mittleren Reife durchlief er eine landwirtschaftliche Lehre auf dem elterlichen Betrieb. Anschließend besuchte er die einjährige Fachschule für Landbau und legte erfolgreich die Prüfung zum staatlich geprüften Wirtschafter ab. Nach weiteren Jahren auf dem heimischen Betrieb und einer Beschäftigung im Landkreis Wolfenbüttel gelang es Wolfgang Lühring am 1. Juni 1984, eine Beschäftigung bei der RPN zu erreichen. Die Ausbildung zum Besamungsbeauftragten erfolgte in Bremen-Marßel, den praktischen Teil vermittelte Waldemar Krüger in und um Bassen. Im März 1985 legte Wolfgang Lühring in Neustadt an der Aisch erfolgreich die Prüfung ab. Als Besamungstechniker kam er

zunächst nur freitags und samstags zum Einsatz. Allerdings in einem extrem großen Bereich: als Vertretung zwischen Hannover und Stade. Bis Ende 1985 arbeitete Lühring von montags bis donnerstags in Marßel in der Samenentnahme und -verarbeitung. 1986 übernahm er dann den Bezirk von Hubert Rüther im Raum Bederkesa (Landkreis Cuxhaven). In Spitzenzeiten brachte er es hier auf 4.700 Erstbesamungen jährlich, für die er ca. 40.000 km zurücklegte. Heute ist Lühring Teil des Teams in Steinau. Wolfgang Lühring ist seit über dreißig Jahren verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Er lebt in Drangstedt, seine Familie ist sein wichtigstes Hobby, darüber hinaus interessiert er sich für die Pferdezucht und die Reiterei. Kollegen und Landwirte danken Wolfgang Lühring für die langjährige, angenehme Zusammenarbeit und wünschen ihm und seiner Familie für die Zukunft alles Gute. Hermann Bischoff

Volker Meins verstärkt Spermaexport Seit dem 1. März ist Volker Meins Teil der MASTERRIND-Abteilung Spermaexport. Für diese Tätigkeit bringt der 40-jährige Agraringenieur beste Voraussetzungen mit. Gebürtig aus Bremen studierte Meins nach einer landwirtschaftlichen Lehre Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt Tierproduktion an der Universität Kiel. Neben einer kurzen Be-

schäftigung beim MelktechnikHersteller Lemmer-Fullwood sammelte der zweifache Vater umfangreiche Vertriebserfahrungen als Area Sales Manager bei der GGI in Cloppenburg. Neben der internationalen Vermarktung von Rindergenetik kümmerte er sich hier auch um die Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsorganisation und Gästebetreuung. Der begeisterte Wintersportler und Jäger bearbeitet für die MASTERRIND nun die Märkte in Skandinavien, dem Baltikum, China, der Türkei, Griechenland, Zypern und Österreich. Hermann Bischoff 䡵


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Christoph Lenk aus Linda verstorben

Dr. W. Romanowski verstorben

Am 4. März 2009 verstarb der ehemalige Vereinsvorsitzende des Vogtländischen Rinderzucht- und Kontrollvereins, Christoph Lenk, im Alter von 70 Jahren. Ereignisreich und bewegt war sein Leben bis zuletzt. Die letzten Jahre waren von schweren Krankheiten gezeichnet. Schon seit seiner frühesten Kindheit war sein Leben ohne Tiere auf dem elterlichen Hof nicht denkbar. Er züchtete bereits seit seiner Schulzeit Rinder und Pferde. Von 1960 bis 1970 leitete er die Genossenschaft in seinem Heimatdorf in Linda. In der darauffolgenden Zeit war er als Handelsinstrukteur beim VEB Tierzucht Gera tätig. Von 1993 bis 2001 übernahm er den Vorsitz unseres Vereins. Mit seiner langjährigen Berufserfahrung und dem Neuen aufgeschlossenen gegenüberstehend, war er für uns von unschätzbarem Wert. Die Arbeit mit der Jugend war ihm immer ein Bedürfnis und eine Freude und somit war die Begleitung des Vogtländischen Jungzüchterclubs für ihn stets eine Herzensangelegenheit. Wir alle, besonders aber der Vogtländische Rinderzucht- und Kontrollverein sowie der Vorstand des Vogtländischen Jungzüchterclubs werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Im April verstarb der ehemalige Geschäftsführer der RPN, Dr. Walter Romanowski, im Alter von 82 Jahren. In Ostpreußen geboren und zur Kriegsgeneration gehörend, legte er 1947 das Abitur ab. Das Studium der Veterinärmedizin schloss er 1954 mit der Promotion ab. Als Assistent verschlug es Romanowski in die Gegend um Bremen, kurz darauf begann seine Beschäftigung bei der dortigen Zentralbesamung. Als er später die Leitung der Besamungsstation übernommen hatte, zählte er zu den Pionieren der Tiefgefrierung von Sperma. Als diese erfolgreich umgesetzt war, widmete er sich dem Ausbau eines effizienten Vertriebsnetzes und ermöglichte so den überregionalen Einsatz erstklassiger Zuchtbullen. 1964 wurde Walter Romanowski Geschäftsführer der ZB Bremen-Niedersachsen und war so auch 1971 einer der Umsetzer der RPN-Gründung. Sich stets weiterer Themen annehmend, widmete er sich fortan der IBR/IPV-Sanierung allein durch hygienische Maßnahmen. Auch hier war er erfolgreich. Als dann 1976 die ersten Ergebnisse im Embryotransfer bekannt wurden, nahm Dr. Romanowski dies zum Anlass, auch in den Räumen der RPN auf diesem Feld tätig zu werden. Die ET-Station Nückel war geboren. Walter Romanowski wirkte beruflich noch bis 1987, aus gesundheitlichen Gründen legte er seinerzeit sein Amt nieder und widmete sich fortan seiner Familie. Mitarbeiter und Züchter der MASTERRIND halten Dr. Walter Romanowski in dankbarer Erinnerung und sprechen seinen Hinterbliebenen ihr Mitgefühl aus.

Dietrich Becher

Carsten Meyer jetzt Zuchtinspektor Die Züchter im Bezirk 14 kennen ihn bereits aus dem Vertretungseinsatz: Carsten Meyer aus Fintel im Landkreis Rotenburg. Der 40-jährige Landwirtschaftsmeister ist seit November 2008 Mitarbeiter der MASTERRIND und wurde seither auf die Tätigkeit des Zuchtinspektors vorbereitet. Der Vater dreier Kinder ist bereits seit vielen Jahren in Landwirtschaft und Tierhandel tätig. Nach der Mittleren Reife absolvierte er eine Ausbildung zum Landwirt, um anschließend die einjährige Fachschule zu besuchen und die Prüfung zum staatlich geprüften Wirtschafter abzulegen. Nach mehreren Jahren der Praxis auf

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dem elterlichen Betrieb folgte der Besuch des Meisterkurses in Rotenburg, der 1993 abgeschlossen wurde. Im selben Jahr übernahm er den elterlichen Betrieb, der bis 1999 im Vollerwerb geführt wurde. Es folgten sechs Jahre als Angestellter auf einem Mischbetrieb, bis Carsten Meyer 2005 eine Position im Einkauf eines privaten Viehhandelsunternehmens angeboten wurde, die er bis zu seinem Wechsel zur MASTERRIND bekleidete. Ausgleich findet Carsten Meyer auf seinem Nebenerwerbsbetrieb mit Bullenmast und Anbau von Mais, der an die Betreiber einer Biogasanlage verkauft wird. Darüber hinaus ist er im Schützenverein engagiert und Mitglied des Prüfungsausschusses für die Ausbildung von Landwirten.

Gerhard Schulze aus Mahnburg verstorben Am 22. Mai verstarb im Alter von 77 Jahren Gerhard Schulze aus Mahnburg bei Wittingen. Der engagierte Rinderzüchter war von 1978 bis 1994 Mitglied des Aufsichtsrats der ZEH. In dieses Amt war er über sein Engagement im Besamungsverein Isernhagen-Hankensbüttel gewählt worden, der heute Teil des BV GifhornIsernhagen ist. In den siebziger und achtziger Jahren zählte der Betrieb Schulze, der heute vom Sohn geführt wird, zu den aktiven Beschickern der Auktionen in Uelzen und Verden. In Uelzen war Gerhard Schulze auch aktiv für die Viehhalle tätig. Der stets humorvolle Landwirt war Vater von fünf Kindern und engagierte sich privat in einem Gesangsverein. Das besondere Mitgefühl der Züchter der Region und der Mitarbeiter der MASTERRIND gilt der Familie Gerhard Schulzes. Hermann Bischoff

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MASTERRIND-ET-Spezialisten referierten in Spanien

Auf Einladung von Prof. Perez Marin hielten Dr. Daniela und Dr. Knut Roschlau am 27. und 28. März fünf je einstündige Vorlesungen im Rahmen eines Embryotransfer-Kurses an der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Cordoba (Spanien). Das Auditorium bestand aus 15 Studenten aus Spanien und Portugal sowie 20 Tierärzten aus Spanien, Ecuador und Niger. Am zweiten Tag der Veranstaltung wurden auf einem staatli-

chen Gut praktische Übungen (Rektalisieren, Ultraschalldiagnostik an den Eierstöcken, Spülungen u.a.) ausgeführt. Im Labor wurde das Aufsuchen und Beurteilen von Embryonen demonstriert und geübt sowie der Ablauf des Einfrierens von Embryonen gezeigt. Dr. Knut Roschlau

Referenten Dr. Daniela Roschlau, Dr. Knut Roschlau, Prof. Carrasco, Prof. Perez Marin, D. Martinez Bello

An Blauzungen-Impfung denken Auch im laufenden Jahr besteht weiter Impfpflicht gegen die Blauzungenkrankheit (BT). Ziel ist es, Tiere im impffähigen Alter unter Impfschutz zu stellen und so Schäden durch BT zu vermeiden. Von den 1,85 Mio. Rindern Niedersachsens sind bisher le-

diglich 1,2 Mio. als geimpft dokumentiert. Auch wenn evtl. noch nicht alle Impfungen in die Datenbank eingegeben wurden

KURZINFOS

Jango-Töchter in China

Bereits Ende 2008 wurden die ersten Jango-Töchter Chinas geboren. Sie sind das Ergebnis der seit rund zwei Jahren bestehenden Geschäftsbeziehungen mit 66

dem Reich der Mitte. Inzwischen sind bereits viele weitere Kälber – auch von anderen MASTERRIND-Vererbern – geboren oder werden erwartet. 䡵

und die im Laufe des Jahres geborenen Tiere noch fehlen, zeichnet sich ab, dass der Impfpflicht teilweise nicht nachge-

kommen wurde. Im Interesse der Vermeidung von Tierverlusten – Entschädigungen für nicht geimpfte Tiere werden nicht gewährt – und der erfolgreichen Vermarktung Ihrer Tiere, sollten Impfungen schnellstmöglich veranlasst werden. 䡵

Spitzenpreise bei After Show Sale Zum wiederholten Male fand in Bissel bei Cloppenburg im Anschluss an die DHV-Schau eine Verkaufsveranstaltung statt, die Semex-Deutschland und der Zuchtbetrieb Seeger organisiert hatten. Laut Veranstalter wohnten rund 2.000 Gäste der Versteigerung bei, 29 handverlesene Tiere und zwei Embryonen-Pakete kamen zum Verkauf. Teuerstes Tier wurde mit 16.500 Euro die hervorragende rotbunte Mr Burns-Tochter Scarlette von der Hahn-Radke Holstein GbR in Eppendorf. Die bekannte Züchter-Familie hatte die Tochter der berühmten Gen-I-Beq September Sacha von der MASTERRIND erstanden, die Scarlette als Teil eines Embryonen-Paketes aus Kanada importierte. Das rund sieben Monate alte Tier wurde nun nach Dänemark verkauft. Für 15.100 Euro wechselte eine erste Wahl aus zwei weiblichen Trächtigkeiten der Anpaarung Million x Calbrett Shottle Lisamaree vom Canadian Cattle Club aus Beringstedt nach Frankreich. 14.000 Euro erzielte Hermann Meyer aus Lilienthal für eine erste Wahl aus zwei weiblichen Trächtigkeiten der Paarung Baxter x MS Atlees Gold Abigail. Darüber hinaus verkaufte Meyer für 6.800 Euro ein Goldwin-Kalb mit dem Namen Tracy in die Schweiz. Der Milchhof Diera im sächsischen Zehren hatte das Mr. Burns-Kalb Solution RF angeboten. Es wurde von einem deutschen Käufer für 8.000 Euro ersteigert. Insgesamt wurde ein Durchschnittspreis von 7.389 Euro erlöst. Hermann Bischoff


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KÄLBER-Vermarktung Abnahme jeden Dienstag Selbstanlieferung:

Halle Uelzen 9 - 10 Uhr Halle Verden 13 - 14 Uhr b Sammeltransporte im gesamten Zuchtgebiet je nach Region montags oder dienstags b Sammlung Sachsen-Anhalt - Brandenburg 14-tägig. Anmeldung: Tel. (0 42 31) 6 79-126, -127 Fax (0 42 31) 6 79-233

IMPRESSUM:

MASTERRIND MAGAZIN ISSN 1867-2809

Auktionen 2009 Verden

Sonderveranstaltungen 2009

Tag der offenen Tür

Juli 2009

• 5. Juli 2009, ab 11 Uhr Auf dem Betrieb Elke und Andreas Wielert, Wenzen, findet anlässlich des Tages der Offenen Tür die Betriebsbesichtigung des RZV Südhannover und BV Hameln statt. Weiterhin wird ein Jungzüchter-Vorführwettbewerb durchgeführt.

10.-13. Tarmstedter Ausstellung in Tarmstedt • 11.7. 13. Landesschau • 12.7. Jungzüchterwettbewerb • 13.7. 3. Offene Färsenschau

RZV Südhannover und BV Hameln

Herausgeber: C. Kohlmann Druck & Verlag GmbH 37431 Bad Lauterberg Hauptstraße 36 - 38 Telefon (0 55 24) 85 00-0 Telefax (0 55 24) 85 00-39

Di., Di., Di., Di., Di., Di.,

Schriftleitung:

Verden – Absetzer

MASTERRIND GmbH, ein Unternehmen von RPN/SRV/ZEH 27283 Verden Osterkrug 20 Telefon (0 42 31) 6 79-5 Telefax (0 42 31) 6 79-7 80 info@masterrind.com 01662 Meißen Schlettaer Straße 8 Telefon (0 35 21) 47 04-10 Telefax (0 35 21) 47 04-18 info-meissen@masterrind.com www.masterrind.com Hermann Bischoff, Niedersachsen Steffen Feurich, Sachsen Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Bilder und Bücher keine Haftung. Rücksendung nur, wenn Porto beigefügt ist. Alle Nachrichten werden nach bestem Wissen veröffentlicht, eine Gewähr wird nicht übernommen. Namentlich gekennzeichnete Artikel Dritter müssen nicht immer der Auffassung der Redaktion entsprechen. Bezugspreis jährlich (4 Ausgaben): 10,00 Euro einschließlich 7 % MwSt. und Postgebühren. Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 8 vom 1. 10. 2008.

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7. 4. 1. 29. 3. 1.

26. 9. 23. 14. 28. 18. 16.

Juli August September September November Dezember

August September September Oktober Oktober November Dezember

Bremervörde Di., Di., Di., Di., Di.,

18. 15. 13. 10. 15.

August September Oktober November Dezember

Eigenbestandsbesamerlehrgänge Die nächsten Eigenbestandsbesamerlehrgänge finden vom 26. bis 29. Oktober 2009 23. bis 26. November 2009 14. bis 17. Dezember 2009 bei der MASTERRIND GmbH in Verden statt. Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen. Weitere Informationen und Anmeldungen bei der MASTERRIND GmbH, Frau Cordes, Tel. 04231-679-917.

Uelzen Mi., 8. Juli Mi., 16. September Mi., 14. Oktober Mi., 11. November Mi., 16. Dezember

Northeim Do., 1. Oktober Do., 12. November Do., 17. Dezember

Infofahrt nach Sachsen-Anhalt 20./21. August 2009 Die Besamungsvereine Scheeßel, Visselhövede, Rotenburg und der RVZV Rotenburg veranstalten eine Informationsfahrt nach Sachsen-Anhalt.

JungzüchterTermine Juli 2009 5.

Vorführwettbewerb des RZV Südhannover/ BV Hameln auf dem Betrieb Wielert, Wenzen

WWW.JUNGZUECHTER-SACHSEN.DE

Fachreise nach Belgien RZV Südhannover • 4. bis 6. September 2009 Fahrtkosten: 220 Euro/Person, EZ-Zuschlag 20 Euro/ Nacht Anmeldungen schriftlich unter Angabe der Telefon- und Faxnummer an Walter Schmidt, Ringstr. 14, 37620 Bremke

Satzungen im Internet abrufbar Die Satzungen von ZEH eG und SRV eG sind über die MASTERRIND-Website abrufbar. Sie können sich die Satzung unter folgendem Pfad downloaden: MASTERRIND/Unternehmen/Publikationen/Satzungen.

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7:47 Uhr

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MASTERRIND Juli 2009  

Magazin für Zucht, Besamzung und Vermarktung

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