Issuu on Google+

MR-1-Titel.qxd

30.06.2010

7:18 Uhr

Seite 1

MASTERRIND

HEFT 9

M A G A Z I N F Ü R Z U C H T, B E S A M U N G & V E R M A R K T U N G

π Genomische Selektion – MASTER GEN π Fleischrinder-Auktion Best of π Besamungsserviceprogramm π Betriebsreportage

JULI 2010


MR-2-Semex.qxd

30.06.2010

7:19 Uhr

Seite 1


MR-3-Editorial.qxd

30.06.2010

15:24 Uhr

Seite 1

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser! Gespannt warten Sie seit mehr als einem Jahr auf die in vielen Artikeln der deutschen Fachpresse beschriebene Revolution der deutschen Rinderzucht. Kein Monat vergeht, ohne dass die Auswirkungen der genomischen Selektion nicht in verschiedenen Publizierungen – teils euphorisch und enthusiastisch – beschrieben werden. Doch trotz aller Ankündigungen der Veröffentlichung und Anerkennung des neuen Verfahrens hat sich für Sie als Züchter bisher wenig getan. Denn nicht, wie gemutmaßt, im Januar dieses Jahres, sondern erst jetzt im August 2010 werden die ersten Resultate zusammen mit dem Rechnerlauf der konventionellen Zuchtwerte veröffentlicht. Dieser Termin gilt als sicher, denn die Anerkennung des Verfahrens ist international erfolgt und die nationalen Aufsichtsbehörden werden die Genehmigung bis dahin vollziehen. Wenn auch die Züchter und Rinderhalter bisher wenig Veränderungen gespürt haben, hat sich für die Zuchtorganisation schon Wesentliches verändert. Der Wartebullenbestand der MASTERRIND hat sich aktuell nahezu halbiert; ein Testprogramm in bekannter Form wird es in Zukunft nicht mehr geben, denn genomische Zuchtwerte lassen sich schon anhand von kleinen Zellproben ermitteln. Somit kommt zukünftig nur über vorselektierte Bullen hochwertige neue Genetik in Form von Sperma auf den Markt. Das ist ohne Zweifel eine Revolution für die Zucht und die Züchter. Durch die Ermittlung sicherer Zuchtwerte von jungen Vererbern, die noch keine Nachkommenprüfung abgeschlossen haben, kann das Generationsintervall deutlich verkürzt werden. Dadurch erhöht sich theoretisch der genetische Fortschritt und somit die Qualität der Tiere. Dennoch müssen die ermittelten Resultate laufend überprüft werden. Das wird auch zukünftig automatisch über die Milchleistungsprüfung der Nachkommen erfolgen. Der Stand der heutigen Entwicklung ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, sondern erst der Beginn einer Entwicklung neuer Programme und Technologien, die die Vorhersage der Vererbungsleistungen von Tieren sicherer und effizienter gestalten. Züchter und Milchviehhalter, die auch weiterhin auf die sicheren Vererber der Nachkommenprüfung und den Wiedereinsatz setzen, werden auch künftig keine falschen, sondern eher die sicheren vorsichtigen Entscheidungen treffen. Neben dem züchterischen Potenzial ist die MASTERRRIND weiterhin bestrebt, das Unternehmen weiter zu entwickeln. Mit der Zusammenlegung der beiden Verdener Geschäftsstellen am Standort der Besamungsstation ist dazu ein weiterer Schritt im Herbst vollzogen. In Meißen wird die bisherige Besamungsstation in ein Vermarktungszentrum für Rinder umgebaut. Auch diese Maßnahme wird im Herbst abgeschlossen sein. Danach erfolgt die Zusammenlegung der beiden Meißener Geschäftsstandorte mit dem Neubau eines Regionalzentrums, das spätestens bis zum Frühjahr 2011 fertiggestellt sein soll. Diese Investitionen müssen natürlich erwirtschaftet werden, führen aber unweigerlich dazu, Reserven im Unternehmen aufzudecken und mittel- und langfristig zu mehr Wirtschaftlichkeit durch den Ausbau der Vermarktungstätigkeit einerseits sowie Senkung der Kosten andererseits. Die Situation der Milcherzeuger hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten nicht nur stabilisiert, sondern die Milcherlöse haben sich verbessert und die Perspektiven sehen schon deutlich positiver aus. Diese Entwicklung wirkt sich auch erfreulich auf das operative Geschäft der MASTERRIND aus. Die Nachfrage nach Zuchtrindern hat merklich angezogen – sowohl für den Export als auch für die Binnennachfrage. Diese Entwicklung wird auch über die kommenden Monate anhalten und die Zuchtrinderpreise sich weiter stabilisieren. Im MASTERRIND-Gebiet finden in den kommenden Wochen und Monaten wieder mehrere Tierschauen statt. Wie immer ist im Juli die Tarmstedter Ausstellung ein Highlight mit der Niedersächsischen Fleischrinderschau, dem Jungzüchter-Triathlon sowie der Bezirks- und der offenen Färsenschau im Holsteinbereich. Die Kreistierschau in Lüchow-Dannenberg ist eine der letzten Veranstaltungen dieser Art mit einem ganz besonderen Flair und das Erntefest in Altmittweida mit einer offenen Holsteinschau für Sachsen schließt im September diesen Veranstaltungsreigen. Wir würden uns freuen, Sie als Teilnehmer oder als Besucher auf diesen Veranstaltungen begrüßen zu können. Der Informationsaustausch unter Berufskollegen und Experten ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil für die Weiterentwicklung der Zucht und der Produktionsbetriebe. Titel: Jango-Tochter Janne von Jan Burfeind aus Bremervörde Foto: Wolfhard Schulze

3


INHALT

MR-4-Inhalt.qxd

01.07.2010

11:22 Uhr

Seite 1

Inhalt Juli 3 Editorial

Vermarktung

Zucht / Besamung 6 8 10 11 12 14 15 16 17 18 19

6

Genomische Selektion MASTER GEN MASTERRIND-Partner in Spanien Velvet – Eine Erfolgsgeschichte Kuhfamilien bei Rainer Engelke Wie die künstliche Besamung auf die Betriebe kam RMV-Verbandsschau – Rind aktuell

4

Holstein

36 38 39 40

Sachsenoffener Vorführwettbewerb in Somsdorf

41

14. Jungzüchter-Triathlon in Tarmstedt

15. Vogtländischer Vorführwettbewerb Jungzüchtertag in Dannenberg Landesmelkwettbewerb Niedersachsen Neuer JZC Südhannover

Management

Europaschau in Cremona

42 44

Tarmstedter Ausstellung 100.000-l-Kühe Sachsenoffene Leistungsschau in Altmittweida Exzellentkühe

Auktion Best of Jahresversammlung Charolais Schwedische Reisegruppe in Stelle 17. Bundesjungtierschau Highland

Züchtertreffen Blonde d’Aquitaine 3. Sächsisches Fleckvieh-Simmental-Treffen

44 45 50 52 54 56 57

Tierbeurteilungsseminar in Schleswig-Holstein

12 Kuhfamilien bei Rainer Engelke

Online-Meldung von Totgeburten

Besamungsverein Harzvorland MASTERRIND-Außendienst Spermavertrieb Vertreterversammlung in Verden Generalversammlung in Meißen Betriebsreportage: zum Felde, Ahlerstedt 5. Fortbildungskurs für Absamtechniker Kinderseite

Persönliches 58

Jubiläen und Ehrungen

Rubriken

Betriebsreportage: Tietjen, Oberende 3. Bundesjungzüchter-Trainingslager Fleischrind

Besamungsserviceprogramm

Intern

Galloway-Stammtisch gegründet

Nachzuchttour

Fleischrinder

Jungzüchter

Nachzuchttour

Fleischrinder 20 22 23 24 25 26 27 28 30 32

33 34

60 63

Kurzinfos Termine

20 Auktion Best of

54 Betriebsreportage


MR-5-SwissGenetics.qxd

30.06.2010

7:20 Uhr

Seite 1


ZUCHT & BESAMUNG

MR-6-7-Zucht-Nachzuchttour.qxd

30.06.2010

7:22 Uhr

Seite 1

Nachzuchttour

Töchter von MASTERRIND-Vererbern Im Rahmen einer Nachzuchttour wurden Ende April auf acht sächsischen Betrieben die Töchter von sieben interessanten MASTERRIND-Vererbern in Augenschein genommen. Darunter Best-Sohn Zanzibar, der auf den sächsischen Holsteintagen die beste Nachzucht gezeigt hatte, Malpas, der an gleicher Stelle gezeigt worden war und der international gefragte Jocko-Besne-Sohn Jango. ZANZIBAR (Best x Mandel) Zanzibar ist ein Best-Sohn aus der bekannten Mandel-Zandra. Die Zanzibar-Töchter zeigen sehr viel Größe und Breite. Sie sind sehr lang mit ebenem Becken. Die Fundamente sind von sehr guter Qualität, mit trockenen Sprunggelenken und hohen Trachten. Die Euter sind hoch und breit aufgehängt und zeichnen sich durch ein starkes Zentralband aus. Die Strichplatzierung ist optimal.

MALPAS (O-Man x Addison) Malpas ist ein O-Man-Sohn aus der Southland-Dellia-Familie. Den gesehenen Malpas-Töchtern konnte man ihre enorme

Zanzibar-Tochter Evita

6

Leistungsbereitschaft sehr gut ansehen. Sie präsentieren sich im überdurchschnittlichen Rahmen mit viel Stärke und breiten, geneigten Becken. Die Fundamente überzeugen mit hohen Trachten. Die gut aufgehängten, drüsigen Euter haben hohe und breite Hintereuter.

Beste Nachzucht in Cavertitz: Die Töchter des Bullen Zanzibar

ter Klauenqualität. Die drüsigen Euter sind hoch und lang angesetzt. Sie präsentieren ein gutes Zentralband mit optimaler Strichplatzierung.

gut angesetzt, breit und hoch im Hintereuter sowie mit einem starken Zentralband ausgestattet. Die Strichplatzierung hinten ist optimal.

JANGO (Jocko-Besne x Lukas)

LANCY (Lancelot x Inquirer)

Jango stammt aus der schaubewährten Salve-Kuhfamilie aus Ostfriesland. Jango-Töchter sind sehr rahmig, mit offener Rippe und breiten, gut gelagerten Becken. Die Fundamente können durch hohe Klauen und Trachten überzeugen. Die Euter sind sehr

Lancy kommt wie Malpas aus der Southland-Dellia-Familie. Die einheitlich sehr großen Lancy-Töchter zeigen sehr viel Milchtyp mit ebensoviel Körpertiefe. Die abfallenden Becken haben genügend Breite. Die LancyTöchter bewegen sich auf soli-

RAMIREZ (Ramos x Lancelot) Die Ramirez-Töchter ähneln sehr dem Vererbungsprofil seines Vaters Ramos. Ramirez-Töchter sind mittelgroße milchtypische Tiere. Die Becken zeigen eine gute Neigung und genügend Breite. Die Fundamente sind klar und trocken mit optimal gewinkelten Hinterbeinen und gu-

Malpas-Tochter Malica


MR-6-7-Zucht-Nachzuchttour.qxd

30.06.2010

7:22 Uhr

Seite 2

besichtigt

Lancy-Tochter Lancona

dem Fundament und überzeugen durch hoch und fest aufgehängte Euter.

FINISH (Finley x Brett) Finish-Töchter sind gut mittelrahmige Tiere mit guter Körpertiefe. Sie gefallen vor allem durch ihre extrem breiten und ebenen Becken. Im Fundament zeigen sie eine gute Winkelung mit hohen Klauen. Die Euter sind sehr hoch und fest aufgehängt. Die Striche sind optimal platziert und von einer guten Länge.

Finish-Tochter Fistje

DELL (Best x Durham) Dell ist ein Best-Sohn und stammt aus der Blackstar-Raven-Familie. Dell-Töchter zeigen sich als mittelrahmige, im mittleren Milchtyp stehende Kühe. Die Becken sind eben mit genügend Breite. Die Fundamente sind von sehr guter Qualität. Sie sind parallel gestellt, trocken im Sprunggelenk, haben einen optimalen Winkel und hohe Klauen. Die Euter sind mit einem starken Zentralband ausgestattet. Ralph Hesse

䡵 Dell-Tochter Cora

Ramirez-Tochter Raja

Foto: W. Schulze

Jango-Tochter Janika

7


ZUCHT & BESAMUNG

MR-8-9-Genomische.qxd

01.07.2010

14:20 Uhr

Seite 1

Genomische Zuchtwertschätzung wird offiziell

Nach knapp eineinhalb Jahren intensiver Entwicklungsarbeit wird die genomische Zuchtwertschätzung im August 2010 in Deutschland offiziell eingeführt. Damit wird ein neues Zeitalter in der Rinderzucht eingeläutet, das viele Veränderungen bringen wird. Grundlagen der neuen Methode Die bisherigen Verfahren der Zuchtwertschätzung basieren auf der Erfassung von Leistungsinformationen des Tieres selbst (Eigenleistung) und verwandter Tiere (Eltern, Geschwister, Nachkommen), aus denen mit Hilfe von Korrekturen auf nicht genetische Effekte und Anwendung von populationsgenetischen Parametern Zuchtwerte für alle erfassten Merkmale errechnet werden können. Das neue Verfahren basiert auf der Untersuchung des Erbmaterials eines jeden Tieres, dessen Zuchtwert geschätzt werden soll. Hierzu wird an 50.000 „Referenzstellen“ eines Rindergenoms die genetische Struktur anhand der dort vorhandenen Basenpaare und deren Reihenfolge ermittelt. Die individuellen Unterschiede in diesen sogenannten Single Nucleotid Polymorphism (SNP) ermöglichen die Differenzierung zwischen verschiedenen Rindern. Da die SNP-Informationen allein noch nichts über die erbliche Veranlagung in den wichtigen Merkmalen aussagen, muss hier eine Verbindung hergestellt werden. Hierzu wird eine möglichst große Zahl von Bullen zu einer

Lernstichprobe herangezogen, deren Zuchtwerte auf der Basis von großen Töchterzahlen mit hoher Sicherheit geschätzt worden sind. Mit aufwendigen Rechenverfahren werden die SNP-Informationen jedes einzelnen Bullen mit seinen errechneten Zuchtwerten in Verbindung gebracht, sodass erkennbar wird, welche SNP-Informationen für bestimmte Merkmale wichtig sind und diese entweder positiv oder negativ beeinflussen. Mit den so gewonnen Informationen über die Wirkung von bestimmten SNP-Konstellationen können Aussagen über die erbliche Veranlagung von Tieren gemacht werden, von denen noch gar keine Leistungsinformationen vorliegen (z.B. Kälber). Die auf diese Weise von jedem einzelnen Tier gewonnenen Informationen über die erbliche Veranlagung in den verschiedenen Merkmalen werden mit den aus der konventionellen Zuchtwertschätzung bekannten Informationen (Eigenleistung, Leistung von verwandten Tieren) zu einem genomischen Zuchtwert (gZW) kombiniert. Dieser gZW hat somit eine deutlich verbesserte Sicherheit, da er die genomische Information des Tieres selbst in sich trägt.

Bakombre 832378 – Baxter 2 x VG 86 Goldwin x VG 87 O-Man x EX 92 Durham. Bakombre geht auf die Blackstar Raven Familie zurück, aus der Derek und Braveheart auch stammen. Er ist der höchste Baxter2-Sohn in Deutschland

Wie sicher sind die genomischen Zuchtwerte? Natürlich können die genomischen Zuchtwerte nicht die Sicherheit von nachkommengeprüften Vererbern mit über 100 Töchtern erreichen. Allerdings wurde durch die Zusammenfassung der Lernstichproben aus Deutschland, Frankreich, Holland und Skandinavien unter dem Namen EUROGENOMICS die weltweit größte Lernstichprobe mit 17.000 nachkommengeprüften Bullen gebildet. Diese Maßnahme hat zu einer 10% igen Steigerung der Sicherheit der genomischen Zuchtwerte geführt - ein Quantensprung, der nur durch den Zusammenschluss der 4 Partner erreicht werden konnte. In Tabelle 1 sind die Sicherheiten der Zuchtwerte in verschiedenen Merkmalen gegenübergestellt.

Tabelle 1: Sicherheiten der konventionellen und genomischen Zuchtwerte Merkmal

Milch (RZM) Exterieur (RZE) Zellzahl (RZS) Nutzungsdauer (RZN) Reproduktion (RZR) 8

Sicherheit % konventioneller Pedigree-ZW

Sicherheit % genomischer ZW (gZW)

33 30 31 27 28

75 69 75 53 48

Sicherheit des gZW entspricht Töchterinformationen von ...

50 25 85 100 80

Tö mit 3PM (1. La) Tö mit Einstufung Tö mit 3PM (1. La) Tö (1. La) + 70 Tö (2. La) Tö (1. La)

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Verbesserung der Sicherheit durch die Verwendung von genomischen (gZW) gegenüber den bisher verfügbaren Pedigreezuchtwerten. Die Höhe der Sicherheiten ist nach Merkmalen unterschiedlich und hängt mit den jeweiligen Erblichkeitsgraden zusammen. Der Vergleich der Sicherheiten der genomischen Zuchtwerte mit der Anzahl von Töchterinformationen, die man zur Erzielung derselben Sicherheit benötigt, zeigt aber schon den großen Fortschritt, der durch die genomische Zuchtwertschätzung erreicht werden kann. Die „Treffgenauigkeit“ der genomischen Zuchtwerte kann am besten überprüft werden, indem man die genomischen Zuchtwerte von nachkommengeprüften Bullen den auf Basis von Töchterinformationen geschätzten Zuchtwerten gegenüberstellt. Hier kommt man zu dem Ergebnis, dass bei ca. 75 % der Bullen die genomischen Zuchtwerte zwischen –6 und +6 Punkten vom jeweiligen „Töchterzuchtwert“ abweichen. Etwa 22 % der Bullen weichen im Bereich von –7 bis –12 bzw. +7 bis +12 Punk-


MR-8-9-Genomische.qxd

01.07.2010

ten und 3 % der Bullen weichen in ihren genomischen Zuchtwerten mehr als 12 Punkte vom „Töchterzuchtwert“ ab. Somit erreichen die genomischen Zuchtwerte eine gute „Erwartungstreue“, in Einzelfällen können die Bullen jedoch erheblich positiv oder negativ von ihren Erwartungswerten abweichen. Die Sicherheiten der genomischen Zuchtwerte sind in jedem Fall ausreichend, um die besseren von den schwächeren Tieren zu unterscheiden. Deshalb kann die Methode sehr effektiv bei der Auswahl von Jungbullen für den Besamungseinsatz angewendet werden. Mittlerweile kaufen alle Besamungsstationen nur noch genetisch deutlich überlegene Jungbullen an, sodass die Risiken des früheren Testeinsatzes weitgehend ausgeschlossen worden sind und ein Testeinsatz im bisher üblichen Sinne nicht mehr stattfindet.

Unter diesem neuen Logo ist unser Angebot der neuen genomischen Bullen zusammengefasst. Mit offizieller Einführung der genomischen Zuchtwertschätzung im August werden die Bullen mit ihren genomischen Zuchtwerten veröffentlicht. Sie werden sich prinzipiell in der Darstellung nicht von den nachkommengeprüften Vererbern unterscheiden, da für alle Merkma-

14:20 Uhr

Seite 2

Wie geht es weiter? Nach EU-Vorschriften dürfen Bullen nur in den uneingeschränkten Besamungseinsatz gebracht werden, wenn deren Zuchtwert in den Produktionsmerkmalen über 50 % Sicherheit hat. Hinsichtlich der Produktionsmerkmale hat man sich international auf das Merkmal Eiweißmenge geeinigt. Die Länder, die genomische Zuchtwertschätzverfahren entwickelt haben, müssen diese von INTERBULL als neutraler Stelle validieren lassen. Ein positives Validierungsergebnis von INTERBULL ermöglicht dem jeweiligen Land den Spermaverkauf von genomisch geschätzten Bullen in der EU. Die Ergebnisse der Validierung werden Anfang August erwartet. Die Validierung aller übrigen Merkmale in der genomischen Zuchtwertschätzung, die von der EU nicht gefordert werden (z.B. Exterieur, Zellzahl, le die entsprechenden Zuchtwerte vorliegen. Unterschiede treten in den Sicherheiten der Zuchtwerte auf. Natürlich fehlen die Angaben über die Anzahl von Töchtern und deren Leistungsangaben (z.B. Milch, Inhaltsstoffe, Melkbarkeit). Zu den offiziellen Zuchtwertschätzterminen im April, August und Dezember werden alle Zuchtwerte der Bullen aktualisiert, die in den Einsatz gehen oder im Einsatz sind. Sie werden in den Veröffentlichungen des VIT erscheinen. Bullen, die zwi-

Boyle 832251 – Bolton x VG 88 Shottle x EX 91 Jesther x VG 89 Esquimau hat US-amerikanische Wurzeln. Mutter Shottle Zadia 15 überzeugt mit dem höchsten Bolton-Sohn Boyle und dem höchsten Planet-Sohn PlanZ (im Besitz der MASTERRIND)

etc.), erfolgt erst im September 2010 durch Interbull. Interbull wird dann die Länder veröffentlichen, die auch die Validierung in den übrigen Merkmalen bestanden haben. Es kann somit der Fall eintreten, dass Sperma von genomischen Bullen aus Ländern angeboten wird, die zwar die Validierung im Merkmal Eiweißmenge nicht, aber in anderen wichtigen Merkmalen bestanden haben. Hier sollten sich interessierte Käufer vor dem Kauf über die erzielten Validierungsergebnisse informieren lassen. Die offizielle Einführung der genomischen Zuchtwertschätzung ist in Deutschland für den 9. August 2010 geplant.

Wie soll man genomische Bullen einsetzen? Aufgrund des Zuchtfortschrittes liegen die besten genomischen Bullen im Durchschnitt um ca. 5-6 RZG-Punkte höher als die schen den Zuchtwertschätzterminen in den Einsatz gehen, werden wir über geeignete Medien (Zeitung, Internet, Flyer etc.) veröffentlichen. Beim Vergleich der Zuchtwerte von genomischen Bullen muss beachtet werden, dass die Söhne der einzelnen Bullenväter im Durchschnitt unterschiedlich hohe genomische Zuchtwerte haben. So sind z.B. die mittleren gZW-Werte der Mac-Söhne höher als die der Shottle-Söhne, obwohl beide Väter herausragende Vererber sind. Die Gründe für

Marnie 832298 – Mac x EX 91 O-Man x EX 93 Roy x EX 91 B.W. Marshall ist die Nr. 3 nach RZG aller in Deutschland getesteten Mac-Söhne. Hinter seiner EX 91 B.W. Marshall Urgroßmutter kommen noch 5 Generationen exzellenter Kühe

besten nachkommengeprüften Vererber. Sie liegen allerdings in der Sicherheit der Zuchtwerte 15 - 20 % unter den nachkommengeprüften Bullen. Aufgrund der bereits beschriebenen möglichen Abweichungen der genomischen Zuchtwerte von den töchterbasierten Zuchtwerten empfiehlt es sich, beim Einsatz von genomischen Bullen nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern eine größere Zahl von genomischen Bullen zu nutzen. So wird ein mögliches Risiko besser verteilt. Nach heutigem Wissensstand ist ein guter Mix aus genomischen Bullen (ca. 30 %) und nachkommengeprüften Vererbern (ca. 70 %) die beste Lösung für den Einstieg in dieses neue Zeitalter der Rinderzucht. Wir werden hierzu ein umfangreiches und vielfältiges Angebot mit sehr hoher Qualität zur Verfügung stellen. Dr. Dettmar Frese

diese Unterschiede sind bisher nicht bekannt. Um aber eine ausreichende Vielfalt und Variation von Blutlinien anbieten zu können und Inzuchtgefahr zu vermeiden, befinden sich auch genomische Bullen mit tendenziell geringeren genomischen Zuchtwerten im Angebot, an deren Vererbungsqualitäten aufgrund zusätzlich vorhandener Informationen keine Zweifel bestehen. Das Gesamtangebot genomischer Bullen wird im August mit detaillierten Informationen veröffentlicht.

Spontan 470512 – Shottle x VG 87 Laudan x VG 87 Jocko Besne x EX 90 Lucky Leo. Davor stehen noch 5 Genrationen EX bzw. VG eingestufte Kühe. Als höchster Shottle-Sohn nach RZG macht Spontan auf sich aufmerksam

9


ZUCHT & BESAMUNG

MR-10-11-Zucht-Spanien-Velvet.qxd

30.06.2010

7:23 Uhr

Seite 1

MASTERRIND-Partner International

Breite Produktpalette bei Albaitaritza in Spanien Albaitaritza wurde 1983 von den Tierärzten Pello Astiz und Jose Manuel Azurmendi, die zusammen in Elizondo, einem Dorf im Norden der Region Navarra (Nordspanien), arbeiteten, gegründet. Sie begannen, den landwirtschaftlichen Betrieben der Region ihre Dienstleistungen anzubieten, und nach und nach vergrößerte sich die Gruppe der Tierärzte. 1987 wurden zwei kleine Läden für Produkte rund um die Tiergesundheit an unterschiedlichen Orten der Navarra eröffnet. Verursacht durch einen starken Anstieg der Nachfrage vergrößerte sich das Angebot an Produkten und Dienstleistungen in den folgenden Jahren.

Zwei Geschäftsbereiche Heute ist Albaitaritza in zwei Geschäftsbereiche geteilt. Albai-

kide ist eine Gruppe von 15 Tierärzten, die hauptsächlich in der Region Navarra, aber auch in angrenzenden Regionen jede Art von Dienstleistung für rinder-, schafe- und pferdehaltende Betriebe bereithält. Zum größten Teil werden die Dienstleistungen von Milchvieh-Betrieben in Anspruch genommen, denn derzeit gibt es in Navarra ca. 22.000 Milchkühe. Albaikide deckt mit Programmen zur Reproduktion,

der künstlichen Besamung sowie Ultraschalluntersuchung und Fütterungsberatung das vollständige Dienstleistungsprogramm ab und betreut bei Bedarf 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr vor Ort. Der zweite Betrieb ist Albaitaritza. Dieser entstand als Laden und Lager mit Zentrum in Irurtzun (im Norden von Navarra) sowie in Elizondo. Außer diesen Läden hat Albaitaritza verschiedene weitere Ausgabestellen in anderen Regionen Nordspaniens. Das Verkaufsnetz erstreckt sich inklusive der Verkäufer auf ganz Spanien. Dazu kommt je ein Verkäufer in Portugal und Frankreich.

Hauptumsatz aus dem Medikamentenverkauf In der Produktpalette wird versucht alles anzubieten, was der Tierhalter benötigen könnte, wobei der Hauptanteil des Umsat-

Treffen in Spanien: Das Team von Albaitaritza mit Cord Höltje und Almut Hertz-Kleptow von der MASTERRIND

10

zes aus dem Medikamentenverkauf kommt. Dabei werden die Produkte aus verschiedenen Teilen der Welt bezogen, um sie den örtlichen Landwirten zu verkaufen. Seit einigen Jahren ist man im Reitsportgeschäft mit der Marke Albaitack aktiv.

Holsteingenetik schwerpunktmäßig aus Europa Eine der wichtigsten Sparten von Albaitaritza ist jedoch der Verkauf von Genetik, denn in Spanien gibt es 825.000 Milchkühe der Rasse Holstein. Verkauft wird Sperma aus den USA, Kanada und Europa, wobei Albaitaritza schließlich den Schwerpunkt auf Sperma aus Europa gelegt hat. Seit etwas mehr als einem Jahr arbeitet Albaitaritza mit der MASTERRIND GmbH zusammen. Mehrmals wurde der Firmensitz besucht und die Zusammenarbeit ausgebaut. Exklusiv wurden und werden verschiedene Bullen in Spanien verkauft. Dazu zählt mit vielen Portionen der Jocko Besne-Sohn Jobess. Aber auch der Bulle Jobert erfährt eine große Akzeptanz, was sich in der großen Nachfrage ausdrückt. Weitere populäre Bullen sind Finish und Parade. Darüber hinaus wurden bereits Färsen von der MASTERRIND an die Landwirte in der Region Navarra verkauft. Diese zeigten sich mit den Tieren überaus zufrieden. Wir freuen uns auf eine weitere und intensivere Zusammenarbeit in der Zukunft. Joxe Huarte, Albaitaritza


MR-10-11-Zucht-Spanien-Velvet.qxd

30.06.2010

7:24 Uhr

Seite 2

Eine Erfolgsgeschichte

MASTERRIND-Vererber Velvet Nicht jeder neue Vererber wird überall und von Anfang an geliebt. Dafür kann sich seine Karriere umso erfolgreicher entwickeln. Ein Beispiel dafür ist Heather Holme Velvet, so sein voller Name. Velvet ist ein außergewöhnlicher Gibson-Sohn, der über seine Mutter Heather Holme Leader Delta EX-92 auf eine exterieurstarke kanadische Kuhfamilie

Velvet, selbst EX-94 eingestuft

zurückgeht. Velvet selbst ist mit außergewöhnlichen EX-94 eingestuft. Zusätzlich zu seinen Töchtern in Deutschland und den USA, die bereits in seinen Zuchtwert eingehen, werden jetzt auch Töchter in Kanada hinzukommen. Nachdem wir bereits deutlich positive Reaktionen zu Velvet aus den USA erhalten haben, erreichte uns nun vom Zuchtbetrieb Velvets in Kanada, Heather Holme Holsteins, eine erfreuliche Information. Anlass war, dass eine Enkelin von Velvets Mutter, die Goldwin-Tochter Heather Holme Golden Desiree, VG-88-3YR eingestuft wurde (siehe Foto).

Erfolg in Kanada Heather Holme Golden Desiree, Enkelin von Velvets Mutter

Interessanter war die zusätzliche Information über die aktuellen Einstufungen der Velvet-

Wegner-Lann Tolea, Velvet-Tochter in den USA

Töchter in Kanada. Von bisher 35 klassifizierten Töchtern sind 6 VG (Very Good), 25 GP (Good Plus) und 4 G (Good) eingestuft. Das bedeutet, 89 % der Einstufungen sind GP und besser. Das außergewöhnliche Exterieurpotenzial von Velvet zeigt sich aber erst wirklich im Vergleich zu Einstufungen von Bullen, die weltweit als exterieurstark in aller Munde sind. So erreicht Shottle 88 % GP und besser und Goldwin 83 %. Zur folgenden Zuchtwertschätzung

werden die neuen kanadischen Töchter in den Zuchtwert von Velvet eingehen. Wir glauben, dass der August-Zuchtwert von Velvet seinen Ruf als außergewöhnlicher Exterieurvererber bestätigen wird. Und dies kombiniert er weiterhin mit sehr attraktiven Werten für Nutzungsdauer und Eutergesundheit. Velvet wird eine wahrhafte Erfolgsgeschichte.

Steffen Feurich

11


ZUCHT & BESAMUNG

MR-12-13-Zucht-Engelke.qxd

30.06.2010

7:26 Uhr

Seite 1

Kuhfamilien bei Rainer Engelke

Schöne, Shakira und Rihanna Namen wie Shakira und Rihanna verbindet der Musikfreund mit hochkarätigen internationalen PopKonzerten. Doch die im Folgenden genauer beschriebenen Stars gleichen Namens stammen nicht vom amerikanischen Kontinent, sie leben im beschaulichen Brebber, nahe der Bundesstraße 6 im Landkreis Diepholz, und damit weit weg vom Trubel der Medienwelt. Dennoch: Auch ihr Ruf reicht weit, Holstein-Freunde kennen die Namen und bringen sie mit Rainer Engelke, ihrem Züchter, in Verbindung. Wer ein gutes Archiv an alten Zeitschriften der RINDERPRODUKTION besitzt, könnte jetzt aktiv werden und in der Ausgabe Sommer 1982 nachlesen, was damals zu den bekannten Kuhfamilien des Betriebes Engelke geschrieben wurde. „Fortsetzung folgt!“ ist dort zwar nicht zu lesen, doch aufgrund der jüngsten Schauerfolge in Sachsen und auch auf der Schau der Besten in Verden möchten wir mit diesem Artikel auf die interessantesten Kuhfamilien des jetzigen Bestandes

von Rainer Engelke eingehen. Zurzeit stehen in Engelkes Stall 65 Milchkühe, ausnahmslos Schwarzbunte, die 2009 eine Durchschnittsleistung von 10.618 kg Milch, 3,85% und 409 kg Fett sowie 3,31% und 351 kg Eiweiß erreichten. Aus den beiden ältesten Kuhfamilien, dem D-Stamm und dem M-Stamm, finden wir heute nach wie vor 20 Kühe im Bestand. Die jüngsten Schauerfolge aus diesen Familien hatte die Derry-Tochter Mona. Sie erreichte den Reservesieger-Preis der Viertkalbskühe auf der Schau der Besten 2009 sowie den Siegertitel der mittleren Kuhklassen auf der Bezirkstierschau in Sulingen.

Rainer Engelke mit der erfolgsverwöhnten Shakira (V. Goldwin), Miss Schau der Besten 2010

Kanadisches Blut Bereits im Jahre 1975 wurde die Emperor-II-Tochter Schelle aus Kanada importiert. Allein 15 Tiere des heutigen Kuhbestandes gehen auf diesen Import zurück, u.a. die sehr erfolgreichen Kühe Schöne (Vater Champion), die im Jahre 2008 zur „Miss Sachsen“ gekürt wurde, sowie Shakira (Vater Goldwin), die 2009 zur „Miss Sachsen“ gewählt wurde

Shakira (V. Goldwin), derzeit erfolgreichster Spross des S-Stammes, und Schöne (V. Champion), 2008 Miss Sachsen

12

und im Jahre 2010 auf der Schau der Besten zur „Miss Schau der Besten“. Die exzellente Vererbung von Schelle bis hin zu Shakira ist anhand der nebenstehenden Abstammungsübersicht gut zu verfolgen. Ebenfalls ist der Zweig der Kuhfamilie über die Dombinator-Tochter Schelle EX 91 aus Aerostar Schicke zu erwähnen. Schelle wurde mit dem sehr erfolgreichen Bullenvater Jocko Besne angepaart, woraus die in Karkendamm positiv getestete NOG Soraya entstand. Aus Soraya wurden zwei Töchter (eine Bolton- und eine TitanicTochter) über die Schau der Besten verkauft. Die Titanic-Tochter Sonate wurde Anpaarungskuh im Zuchtprogramm der MASTERRIND. So vereint diese Kuhfamilie eine hervorragende Exterieursicherheit mit höchsten Leistungseigenschaften, eine Kombination, die für jeden Milchviehhalter oberste Priorität hat. Eine weitere Dominanz im Bereich der Herde hat mittlerweile der R-Stamm eingenommen, der durch Embryonenimport 1988 mit der Chief-MarkTochter Roma aus der bekannten Tony-Tochter Tomb Pride Mars Perfector die Ära einer neuen erfolgreichen Kuhfamilie


MR-12-13-Zucht-Engelke.qxd

30.06.2010

7:26 Uhr

Seite 2

Drei Sprossen der R-Leiter: Romina, Roxy und Ruby gehen auf die Chief Mark-Tochter Roma zurück

einleitete. Aktuell sind u.a. drei exzellente Kühe aus diesem Kuhstamm in der Herde: die Ticket-Tochter Roma, die Rudolph-Tochter Roxy mit inzwischen über 100.000 kg Milch, und die Stormatic-Tochter Romina. Die interessantesten jungen Kühe aus dieser Kuhfamilie sind die Goldwin-Tochter Rosemarie, eingestuft mit 86 Punkten, der Talent-Spross Ribana mit 87 Punkten sowie die Kite-Tochter Rihanna mit 87 Punkten, die ebenfalls auf der Schau der Bes-

ten in der Färsenklasse vertreten war. Auch der R-Stamm stellt mit derzeit zwölf Kühen eine starke Präsenz dieser Kuhfamilie im Bestand dar.

E-Linie aus den USA Zu erwähnen ist auf jeden Fall noch die E-Linie, die ebenfalls 1971 über den Import der Aristocrat-Arlo-Tochter Eva aus den USA ihren Grundstock im Bestand hat. Hier ist besonders die Acme-Tochter Evelyn zu erwäh-

Generationsfolge S-Stamm

R-Stamm

E-Stamm

M-Stamm

Shakira Schöne Schottin Schneewittchen Schwalbe Schicke Schlehe Schwabin Schwalbe Schelle Rihanna Romina Ruby Roxy Romina Roma Perfector Evelyn Evita Elba Esine Ester Extra Evita Evchen Eva Mona Moris Moneda Mona Monja Minerva Milde Melisse

VG 89 EX 91 VG 85 VG 85 VG 88 EX 90 VG 88 EX 93 VG 87 EX 93 VG 87 EX 90 EX 90 EX 91 VG 87 EX 90 EX 93 VG 88 VG 87 VG 87 VG 89 VG 88 VG 87 VG 88 GP 83 4.0 / 5.0 EX 91 VG 87 VG 88 VG 85 EX 90 VG 86 EX 90 5.0 / 4.5

Goldwin Champion Dante Windstar Starleader Aerostar Inspiration Commerce Gardenia Emperor II Kite Stormatic Dante Rudolph Benefit Chief-Mark Tony Acme September Bonatus City Mandingo Triple Chef II Tayside Aristocrat Arlo Derry Rubens Prima Cleitus Sheik Elevation Kreuzer Page

nen, die in diesem Jahr auf der Schau der Besten den Reservesieger-Preis der Nachzuchtkühe für sich beanspruchen konnte. Ansonsten prägt diese Kuhfamilie mittlerweile die Herde von Familie Hadrossek in Nienwedel. Sie hat im Jahre 1979 die Apollo-Tochter Eveline gekauft. Aus dieser Familie ist auch die Kuh Ebene (Vater Juror) zu erwähnen, die für Familie Hadrossek den „Miss Schau der Besten“-Titel im Jahre 2002 erringen konnte und an der Europaschau 2000 in Brüssel teilnahm. Als Väter stellen in der Herde im Moment folgende Bullen eine gewisse Dominanz dar: Talent, Stormatic, Goldwin, Lerox und Lyster. Auf der aktuellen Besamungskarte finden wir einen verstärkten Einsatz von Bullen wie Alert II und Knowledge, Ross, Damino und Sanchez.

Neue Genetik Neben den erfolgreichen und bewährten Kuhstämmen baut Rainer Engelke aber auch auf neue Genetik. So steht seit Januar dieses Jahres eine TalentTochter aus EX 93 Charles x EX

Aktueller Star der M-Linie ist Mona (V. Derry)

Reservesiegerin der Nachzuchten bei der Schau der Besten 2010 wurde Acme-Tochter Evelyn

94 Fond Matt im Bestand sowie eine im September 2009 geborene Goldwin-Tochter aus Sky Chief x Encore x Chief Mark Dellia. Als drittes ist noch eine Savard-Tochter zu nennen, sie geht auf Rubens x Nox Rachel EX 94 und weitere fünf Generationen Exzellent zurück. Dem Betrieb Engelke wünschen wir auch für die Zukunft eine weiterhin erfolgreiche Zuchtarbeit, um auch in späteren Jahren mit Kühen wie Schöne, Shakira und Rihanna „auf verschiedenen Hochzeiten zu tanzen“. Carsten Dierks

Bereits 1972 stellte Vater Heinrich Engelke die Siegersammlung auf der DLGSchau in Hannover

13


ZUCHT & BESAMUNG

MR-14-15-Zucht-KB-RMV.qxd

30.06.2010

7:27 Uhr

Seite 1

Wie die künstliche Besamung auf die Betriebe kam

Die Geschichte der künstlichen Besamung reicht weiter zurück als gemeinhin vermutet wird. Entsprechend groß waren anfänglich Vorurteile und Skepsis. Doch auch die größten Ressentiments waren nicht in der Lage, den Siegeszug der Besamung aufzuhalten. Wie sie auf die landwirtschaftlichen Betriebe kam, erläutert dieser Bericht. Interesse bei Junglandwirten

Besamung statt Krankheiten

In den Nachkriegsjahren war der größte Teil der arbeitenden Menschen noch in der Landwirtschaft auf den Bauernhöfen tätig. Bereits in dieser Zeit wurde auf einigen innovativen Betrieben in Deutschland die künstliche Besamung beim Rind durchgeführt. Das TiefgefrierVerfahren war noch nicht entwickelt, der Samen kam als Frischsperma von den ersten gegründeten Besamungsstationen. Die Besamung auf den Betrieben wurde damals selbstverständlich von Tierärzten durchgeführt. Züchter, die die künstliche Besamung seinerzeit nutzten, waren häufig auch in der Nachwuchsausbildung aktiv. Junge Menschen zeigten sich auch früher schon eher empfänglich für Neues und so kam es, dass manch ehemaliger Auszubildende nach seiner Lehrzeit auch die neue Erfahrung der künstlichen Besamung mit nach Hause nahm.

Leicht war es natürlich für die jungen Menschen nicht, den Dorfbullen, der bisher für die Belegung der Kühe und Rinder auf den Betrieben in seinem Wirkungskreis zuständig gewesen war, zu verdrängen. Gesundheitliche Probleme in den Herden waren es, die der Innovation in die Hände spielten. Seinerzeit sorgten Deckseuchen dafür, dass die Tiere schlecht tragend und vermehrt frühe Totgeburten festgestellt wurden. Gespräche mit Hoftierärzten machten auch diese neugierig, und nach und nach begannen auch Veterinäre, die sich bisher nicht für die künstliche Besamung interessiert hatten, Informationen darüber zu beschaffen. Ansprechpartner waren naturgemäß die noch jungen Besamungsstationen im Land. Deren Leiter gaben den Veterinären das erforderliche Rüstzeug mit und halfen gern bei der weiteren Verbreitung der künstlichen Besa-

mung. Die Tierärzte wurden mit den Besamungsmaterialien ausgerüstet und mit der ersten Lieferung Frischsperma konnte es losgehen.

Viele Fragen Doch für eine zunächst geringe Zahl an Züchtern lohnte sich der Aufwand nicht. Weitere Landwirte mussten überzeugt werden. Regionale Großversammlungen für Landwirte fanden gute Besucherresonanz. Der frisch ausgebildete Tierarzt erklärte den Landwirten auf der Versammlung, wie die künstliche Besamung funktionierte und welche Vorteile sie für Zucht und Züchter bringen würde. Aus heutiger Sicht absurde Fragen wurden gestellt. So wurde gefragt, ob das Ergebnis einer Besamung künstliche Kälber seien, ob diese auch wie ein normales Kalb aussehen würden oder ob sie später als Kuh auch Milch geben können. Gut Ding will Weile haben. Trotz der neuen Informationen zogen viele Bauern weiter zum Bullen. Jene, die sofort mit der künstlichen Besamung begannen, stellten schnell fest, dass die Tiere gut tragend wurden. Sie wurden häufig von Nachbarn besucht, die sehen wollten, wie die künstliche Besamung funktionierte.

Erste Geburten

Verlor durch die künstliche Besamung zunächst langsam an Bedeutung: der Deckbulle

14

Dann wurden die ersten Kälber geboren. Zur großen Überraschung der Skeptiker kamen sowohl die weiblichen als auch die männlichen Kälber gesund auf die Welt. Nichts fehlte: Kopf, Beine und Schwanz waren richtig angeordnet, die Tiere sahen völlig normal aus. Nun stieg die Nachfrage drastisch. Die Tier-

Ein neues Berufsbild entstand: der Absamer

ärzte erhielten viele Anfragen, deren Übermittlung bereitete jedoch Schwierigkeiten, da Telefone kaum verfügbar waren. Zumeist gab es im Ort ein einziges Telefon, hier wurden die Anmeldungen gesammelt und an den Tierarzt durchgegeben. Im günstigsten Fall war der Telefonist selbst Züchter, es konnten aber auch Dorfschmiede oder Gastwirte im Dienste der Besamungsmeldung eingesetzt sein, sofern sie im Besitz eines Fernsprechers waren. Es konnte aber auch auf sehr unkonventionellem Weg gemeldet werden. So ist von einem Ort im Raum Verden bekannt, in dem der Schmied die Aufgabe hatte, Besamungsmeldungen zu sammeln und im Bedarfsfall vor der verkehrsgünstig gelegenen Schmiede einen Besen an der Straße aufzustellen. Der Veterinär kam dann vorbei, nahm die Meldeliste an sich und arbeitete sie ab. Mehr und mehr wurde die künstliche Besamung genutzt. Skurrile Fragen wurden weiter gestellt. Als einmal ein totes Kalb geboren worden war, fragte der Halter seinen Tierarzt, ob er die Kuh wohl mit totem Sperma besamt habe. Eine Überlegung, die unter den Bauern schnell die Runde machte.


MR-14-15-Zucht-KB-RMV.qxd

30.06.2010

Besamung auch durch Techniker Mitte der sechziger Jahre war die Bedeutung der künstlichen Besamung deutlich gestiegen. Der Gesetzgeber befasste sich mit der Thematik und schuf ein neues Gesetz, das es Nichtvete-

7:28 Uhr

Seite 2

rinären erlaubte, Kühe und Rinder zu besamen. Die Besamungsstationen stellten die ersten Besamungstechniker ein. Diese wurden an staatlich anerkannten Spezialschulen ausgebildet. In dieser Zeit lag der Anteil der künstlich besamten Kühe und Rinder bei ca. 20 Pro-

zent. 80 Prozent zogen weiter zum Dorfbullen. Inzwischen hatte man auch begonnen, Auswertungen der positiven und negativen Bullen zu veröffentlichen. Die ersten positiven Bullen entwickelten sich zu Rennern. Die Umstellung auf tiefgefrorenes Sperma brachte weitere Impul-

se, die künstliche Besamung moderner Prägung hielt Einzug. Zweifel an der Echtheit aus künstlicher Besamung hervorgegangener Tiere bestehen heute glücklicherweise nicht mehr.

Dietrich-Eckhard Streckenbach 䡵

RMV-Verbandsschau – Rind aktuell Am 17. März 2010 führte der NOG-Partner RMV (Rinderzucht Mecklenburg-Vorpommern) in Karow seine zwölfte Verbandsschau Rind aktuell durch. Nachzuchtpräsentation Sechs Nachzuchten stellte der Veranstalter dem interessierten Publikum vor. Mit Showtime, Raik und Taurus drei davon noch ohne Zuchtwerte. Bereits geprüft zeigte man Lauritz, Beach und NOG Salem. Shottle-Sohn Showtime zeigte sehr einheitliche, rahmige Kühe mit viel Substanz, starker Vorhand, breiten Becken sowie guten Eutern und Fundamenten. Auffallend die trockenen Fundamente, optimal gewinkelt und parallel gestellt. Trotz der hohen Einsatzleistungen überzeugten die Euter durch Hintereuterhöhe, ein starkes Zentralband und hohe Euterböden. Raik (V. Ramos) zeigte feinzellige und sehr jugendliche Kühe

mit viel Entwicklungspotenzial und durchschnittlichem Rahmen. Besonders überzeugend die hervorragende Knochenqualität und die in allen Merkmalen sehr guten Euter. Talent-Sohn Taurus wurde durch junge Färsen vertreten, die ein optimales Zusammenspiel von mittlerem Rahmen mit ausreichenden Stärken- und Tiefenmaßen zeigten. Die Becken waren ideal gelagert und breit, die Fundamente tadellos. Besonderer Blickfang die extrem fest aufgehangenen Euter mit einer idealen vorderen Strichplatzierung. Lauritz sieht seinem Vater Laudan sehr ähnlich. Auch die in Karow aufgetriebenen Töchter trugen deutlich die Handschrift ihres Großvaters. Die hellen Tiere zeigten optimal gelagerte

Becken, sehr gute Euter und funktionale Fundamente. Die Gruppe Beach-Töchter wurde aus Erst- und Zweitkalbskühen selektiert. Beeindruckend an der Nachzucht des Best-Sohnes waren außergewöhnlich gute Euter und überdurchschnittlich gute Fundamentqualität. Von NOG Salem (V. Sierra) wurden Töchter aus dem Wiedereinsatz gezeigt. Darunter auch Karlotta, die bereits in Neumünster die Nachzuchtpräsentation gewonnen hatte und nach der RSH-Schau verkauft worden war. Auch in Karow wurde sie Siegerin der Nachzuchten.

Kühe nach der 1. Kalbung In insgesamt 10 Klassen stellten sich die Schönsten des Landes dem Urteil von Preisrichter Christian Fischer aus SchleswigHolstein. NOG Salem Tochter Sahara von der LWB Griepentrog KG erreichte einen 1a-Preis. In einer weiteren Färsenklasse siegte die ADAP RZ Ahrenshagen mit RZA Zansiba, die mit Kapazität und hohem, breitem Hintereuter punktete. Die beiden weiteren Erstplatzierten dieser Altersgruppe stammen aus dem Besitz von Bruce Johnston: eine jugendliche, typstarke Lester-Tochter und Tribute-Tochter Olympia, die später Siegerin jung wurde.

Mittlere Kühe

Miss Karow 2010: Olympia (V. Tribute)

Die besten Kühe in der zweiten Laktation waren die euterstarke Franka der ADAP RZ Ahrensha-

gen, die mit tollem Seitenbild und guten Übergängen auffallende Sterntochter Benita, RZ Augustin KG, und deren Stallgenossin, Jackpottochter BcH Belsina. Letztere kürte Niermann – nicht zuletzt wegen ihres hohen und breiten Hintereuters – zur Siegerin mittel.

Ältere Kühe Als alt bezeichnen die Mecklenburger Veranstalter Kühe ab der dritten Laktation. Die erste 1a-Position ging an die Reservesiegerin Mittel des Vorjahres, Predellotochter BcH Anabel. In der nächsten Klasse folgte Valentina von der Zuchtstätte Augustin. In der letzten Klasse dann ausschließlich Kühe mit vier und mehr Kalbungen. Die schauerfahrene THI Blackwhite der ADAP RZ Ahrenshagen krönte eine lange Karriere verdient mit Ia und dem Sieg alt. Bei der Auswahl der Miss Karow entschied sich Niermann für die erst fünf Wochen melkende Jungkuh und Tribute-Tochter Olympia. Bruce Johnston errang so zum zweiten Mal mit einer Jungkuh den Titel Miss Karow. Dies war ihm zuletzt an gleicher Stelle 2006 gelungen. Seinerzeit mit Samstar-Tochter Safari. Sie hatte Johnston auf einer Zuchtrinderauktion im niedersächsischen Uelzen für 1.200 Euro aus der Zucht von Monika Krassmann aus Neu Darchau (Landkreis Lüchow-Dannenberg) erstanden. RMV

䡵 15


ZUCHT & BESAMUNG

MR-16-17-Zucht-Cremona-Tarmstedt.qxd

30.06.2010

7:29 Uhr

Seite 1

Züchterreise vom 28. bis 31. Oktober

Europaschau in Cremona

Dom mit Baptistenkirche

Die Holstein und Red Holstein Europaschau findet im Rahmen der 65. Internationalen Messe für Milchviehzucht statt. Bereits für 2008 war die Europaschau im norditalienischen Cremona geplant und musste aufgrund der neu aufgetretenen Blauzungenkrankheit ausfallen. Genau zwei Jahre später soll es nun aber endlich soweit sein, und die Stadt des berühmten Geigenbauers Antonio Stradivari wird Gastgeberin für den wichtigsten internationalen Wettkampf von Holsteins und Red Holsteins. Der Wettbewerb findet am 29. und 30. Oktober 2010 in

Cremona statt. Bei der von der European Holstein Confederation und ANAFI (Nationale Züchtervereinigung für Holsteinrinder in Cremona) organisierten Veranstaltung treffen über 15 europäische Länder zusammen und lassen ihre besten Kühe antreten. Allen Zuchtverbänden Deutsch-

lands zusammen steht ein Kontingent von zehn rot- und zehn schwarzbunten Kühen sowie fünf Verkaufstieren für den European Star Sale am Freitagabend zur Verfügung. Zusätzlich werden Italien und Deutschland als einzige Länder Nachzuchten präsentieren. Die MASTERRIND wird vor dieser großartigen Kulisse eine Nachzucht des Bullen Jango präsentieren, die derzeit von der Auswahlkommission in Augenschein genommen wird.

Tiermeldungen noch möglich Für den Schauwettbewerb können außerdem noch außergewöhnliche, absolut erstklassige Kühe angemeldet werden. Interessante Tiere bitte umgehend, bis zum 15. Juli, an die Herren der Schaukommission der MASTERRIND – für Niedersachsen Herr Andreas Oltrogge, Tel. 01605355 962, oder für Sachsen Herr Torsten Lenk, Tel. 01788470 400 – melden. Programm 29. Oktober: • Europäischer Jungzüchterwettbewerb • Eliteauktion – European Star Sale 30. Oktober: • Europaschau der Holstein und Red Holsteins • Nachzuchtpräsentation

16

Züchterreise über vier Tage Die MASTERRIND bietet ihren Mitgliedern die Gelegenheit, dieses einmalige Schauereignis hautnah mitzuerleben. Das Programm wird durch ein kulturelles und züchterisches Rahmenprogramm vervollständigt. Zu einem Kostenbeitrag von 650 Euro werden Ihnen vier unvergessliche Tage geboten, die sicherlich das Herz eines jeden begeisterten Züchters höher schlagen lassen. Anmeldungen richten Sie bitte bis zum 6. August 2010 verbindlich an Frau Anke Hacker, info-meissen@ masterrind.com, Tel. 03521470 410, Fax 035221 470 418. Reiseleistungen: • Flug ab/bis Hannover bzw. Dresden • Transfer in Italien im Reisebus • Unterbringung (Doppelzimmer) im Hotel nahe Cremona • Eintritt und Katalog zur Europaschau • Besuch verschiedener Hochzuchtbetriebe, wie z. Bsp. Spinelli, Aquila Holsteins in Brescia und Go-Farm • deutsche Reiseleitung Zur Durchführung der Reise ist eine Mindestteilnehmerzahl von 15 Personen Voraussetzung. Christiane Soller


MR-16-17-Zucht-Cremona-Tarmstedt.qxd

30.06.2010

7:30 Uhr

Seite 2

Vier MASTERRIND-Schauen

Volles Programm in Tarmstedt Vom 9. bis 12. Juli findet die 62. Tarmstedter Ausstellung statt. Die MASTERRIND wird den Besuchern der Traditionsmesse in diesem Jahr das umfangreichste Schauprogramm aller Zeiten bieten. Neben der 15. Landesschau der Fleischrinder, der 6. Tarmstedter Bezirkstierschau und der 4. Offenen MASTERRIND-Färsenschau wird am Sonntag, dem 11. Juli, erstmals ein Jungzüchter-Triathlon außerhalb Verdens durchgeführt. 15. Landes-Fleischrinderschau Der Samstag der Tarmstedter Ausstellung gehört den Fleischrinder-Züchtern. Am 10. Juli führt die MASTERRIND ihre 15. Landesschau durch. Erwartet

14. Jungzüchter-Triathlon Wegen Umbauarbeiten an der Verdener Niedersachsenhalle findet der 14. Jungzüchter-Triathlon in Tarmstedt statt. Bei hoffentlich sonnigem Wetter wird der Dreikampf aus linearer Beschreibung, Rangierung und Vorführentscheid nun am Sonntag, dem 11. Juli, erstmals unter freiem Himmel durchgeführt.

4. Offene Tarmstedter Färsenschau Mister Tarmstedt 2009 wurde Palue von F. Wiegmann, Sulingen

werden erneut rund 180 Fleischrinder verschiedenster Rassen. Neben Tieren aus dem MASTERRIND-Zuchtgebiet werden auch Leistungsträger aus anderen Bundesländern erwartet.

Seit vielen Jahren Tarmstedter Höhepunkt für Holstein-Züchter ist der die Ausstellung abschließende Montag. Am 12. Juli finden sowohl die 4. Offene Färsenschau als auch die 6. Bezirkstierschau statt. Bei der Färsenschau werden die besten Fär-

Siegerin der 3. Offenen Tarmstedter Färsenschau: Jerland Dolly von G. Bernhardt, Freital

sen aus dem gesamten Zuchtgebiet der MASTERRIND gegeneinander antreten. Ermittelt wird in einem spannenden Entscheid über mehrere Runden die Nachfolgerin von Dolly. Die GoldwinTochter von Gottfried Bernhardt aus dem sächsischen Freital hatte im vergangenen Jahr den Sieg errungen.

Tarmstedt“. Diesen hält derzeit die Juote-Tochter Hawaii von Rainer Ahrens aus Midlum. Die Siegerin alt der diesjährigen Schau der Besten könnte erneut dabei sein und hätte dann sicher gute Chancen, ihren Titel zu verteidigen.

Nachzuchtpräsentation 6. Tarmstedter Bezirkstierschau Im zweijährigen Rhythmus durchgeführt, ist die Bezirkstierschau regelmäßiger Höhepunkt der Milcherzeuger in der Region um Tarmstedt. Knapp 180 Tiere, von der frischmelkenden Jungkuh bis zum routinierten Schautier, werden zur 6. Veranstaltung dieser Art in Tarmstedt erwartet. Ihr aller Ziel ist der Titel „Miss

Wie gewohnt wird die MASTERRIND in einem großräumigen Infozelt an allen Tagen der Tarmstedter Ausstellung für die Züchter und Kunden im Land vor Ort sein. Auch in diesem Jahr werden mehrere Nachzuchten interessanter MASTERRINDVererber im Tierzelt präsentiert. Die Mitarbeiter Ihrer MASTERRIND freuen sich auf Ihren Besuch. 䡵

Miss Tarmstedt 2008 wurde HSK Hawaii von R. Ahrens, Midlum

17


ZUCHT & BESAMUNG

MR-18-19-Zucht-ExLiterKuh-Altmittweida.qxd

30.06.2010

7:31 Uhr

Seite 1

100 000-Liter-Kühe Kalbg. Besitzer

Name

Vater

Adante Aera Aja Ameise Anika Anna Ara Arma Auguste Bande Berit Bimba Binka Bonfire Briska Camilla Cassia Cherry Chico Clärchen Clematis Cloni Conchita DE 14.00265488 DE 14.00352920 DE 14.00482028 DE 14.00802899 DE 14.01042420 DE 14.01104302 DE 14.01389494 Doreen Dorfgirl Doria Dörthe Emma Erla Erla1 Evi Felina Fiona Fuchsie Galante

Bonatus 10 Aeskular 8 Ajux 8 Afghane 8 Tonic 12 Status 9 Bo ET 9 Ludwig 11 Starleader 8 Berger 9 Preval 8 Clint Red 9 Afghane 9 Bonatus 11 Rudolph 8 Cavalier 9 Clown 9 Amadeus II 7 Monet Red 6 Clown 10 Clown 7 Clown 9 Timo 8 Part 10 Clown 10 Design 10 Luger 10 Clown 9 Ajux 8 Aerostar 8 Preval 7 Loriot 8 Dominat 8 Drendel 9 Cleitus 9 Error 10 Lee 6 Evilor 9 Cleiber ET 8 Finn 8 Fugehamas 10 Calay ET 9

Ludwig Beneker, Eydelstedt APROHA Agr.prod. u. Handels GmbH, Juchhöh LBG Seifersdorf GbR, Hartha Wilfried Benecke, Wittingen A. + V. Nünning GbR, Wegenstedt Zachmann Harste A+M GbR, Bovenden Wilfried Meyer, Gnarrenburg Johann Fehlhaber, Wittorf Ralf Claussen, Lintig Carsten Renzelmann, Varrel Stefan Schomaker, Kutenholz Holsten GbR, Ottersberg Detlef Bösch, Himmelpforten Stöckser KG milk is more, Stöckse zum Felde GbR, Ahlerstedt Lichtenberger Agrar GmbH & Co KG Koberland e.G., Langenbernsdorf Brunckhorst KG, Anderlingen Ralf Hillmann, Warpe Leubner GbR, Großhennersdorf-Neundorf T. Neumann, Schöpstal-Girbigsdorf Agrargen. Hainichen-Pappendorf e.G. Ute Steffens, Schneverdingen Landwirtschaftl. Gen. e.G. Herold, Thum Uwe und Karin Kupfer GbR, Trebsen Birgit u. Michael Zeeh GbR, Bockau Milchhof Diera KG, Diera-Zehren Mike Schmiedel, Schlettau Milchhof Diera KG, Diera-Zehren Uwe und Karin Kupfer GbR, Trebsen Siegfried Niederhausen, Bremen Reeker Milch KG, Bremen Landfarm Melaune GbR, Vierkirchen-Melaune Heide-Agrar Söllichau GmbH, Bad Schmiedeberg Hans-Albert Müller, Langwedel Jürgen Meenken, Langenstein Jürgen Meenken, Langenstein Agr.prod. Bluno GmbH „Heideland“, Elsterheide AMRO Milchteam KG, Breddorf Agrargen. Altmittweida e.G. Agrargen. Affalter-Lößnitz e.G. Wilhelm Thielker, Kirchdorf

Stroh-Feinmehl Die sparsame Minimaleinstreu für alle weichen Gummimatten, sehr saugfähig, günstig im Verbrauch, auch mit Kalkzusatz, Ballenware palettiert, preisgünstig durch Direktbezug. Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern. Hersteller: Cordes-Grasberg Tel. 0 42 08 / 91 86-0 www.cordes-grasberg.de

18

Kalbg. Besitzer

Name

Vater

Galate Galatea Gana Golda Grata Halke Haube Heike Helge Jana Juleika Kati Klette Landina Laura Lea Liesel Loni Loreen Lotti Madley Magnolie Marina Mascha Melanie Merle Mia Mila Minga Monika Mosel Oktavia Orlinda Osaka

Lucky Red 6 Ganwind 9 Ganwind 8 Starleader 10 Blackred RF 10 Lee 9 Lanso 8 Pirat 11 Stix 9 Cleison 10 Plaza 9 Bonatus 7 Bonatus 8 Starleader 8 Basar 8 Luckner 10 Pit 11 Bips ET 9 Lee 6 Lee 9 Mancha 8 Magnus 9 Amato ET 9 Bonatus 7 Salino ET 13 Lee 6 Bips ET 6 Aeroline 8 Edu 9 Status 13 Storm 8 Eminenz 7 Sampson 8 Manfred 6

Sally Saskia Stallnr. 27 Stallnr. 65 Stallnr. 85 Stallnr. 469 Stallnr. 611 Stefanie Story Teresa Tibke Tipsi Tracy Tutzi Ulme Vanna1 Waldfee Walli Wanda Zilli Zimpel

Rudolph 9 Luner 8 Bonatus 8 Berger 9 Andy 8 Preval 7 Brian ET 12 Sloffy 8 Addison 7 Reality 9 Blackred RF 11 Brauni 8 Tobias 6 Racker 7 Bilanz ET 9 Outside 7 Mtoto 7 Status 10 Poker ET 12 Risiko 8 Loriot 7

Wolfgang Arendt, Langen Cunnersdorfer Agrar GmbH Agrargen. Großschirma e.G. Albert Vogt, Wagenfeld Wilfried Baden, Deinstedt D. & B. Mahnken GbR, Hamersen Volker Tobaben, Sauensiek Hans-Wilhelm Breuer, Heinbockel Hermann Spreckels Jun., Hammah W. u. B. Wienecke, Oberweser Proland Agrar GmbH, Einbeck Hinrich Buthmann, Hassendorf AMRO Milchteam KG, Ostereistedt Rinderzuchtbetr. Derboven, Warpe Heinfried Maedje, Landwehr Heide-Agrar Söllichau GmbH, Bad Schmiedeberg Gustav Ahrens, Westfeld Thorsten Runnebaum, Eydelstedt Karsten Nordmeyer, Garbsen Hartmut Dranges, Neustadt Agrargen. Hainichen-Pappendorf e.G. Agrargen. Schönberg e.G. Stephan Granz, Kranenburg Schoth/Kehrbach GbR, Eickeloh Märtens-Blesse GbR, Pennigsehl Hans-Peter Detjen, Wohnste Jaeger GbR, Bregenstedt Melkhoff Rieckmann KG, Winsen H. u. T. Schimmelpfennig GbR, Lamstedt Detlef Jungclaus, Engelschoff Hans-Hinrich Müller, Ostereistedt Hartmut Hennecke, Freden Neuber GbR, BG Kühren, Wurzen Landgut Lichtenwalde, Hutschenreuter KG, Niederwiesa Christoph Rademacher, Hipstedt Dirk Reinecke, Winsen Mohrmann KG, Langen Holger Busse, Lübbow Gerhard Schumacher, Cuxhaven J. u. A. Löhden GbR, Ahlerstedt Borchardt GbR, Schiffdorf Andreas Lindner, Burgstädt Rinderzucht Wentrot GbR, Gleichen Carsten Winkelmann, Adelheidsdorf Sven Papenhausen, Kirchlinteln Krause/Schulz GbR, Uelzen Gut Trossin Verwaltungsges. mbH Jörg Hattendorf, Lehrte Ehler Salher, Bassum Jürgen Meenken, Langenstein Strasburger Landbetr. GmbH, Bremervörde Uwe Hinck, Bad Bederkesa Joachim Kroeger, Ahlerstedt E. Mysegades, Rehburg-Loccum Christian Büchtmann, Burgwedel


MR-18-19-Zucht-ExLiterKuh-Altmittweida.qxd

01.07.2010

10:18 Uhr

Seite 2

In Altmittweida

Sachsenoffene Leistungsschau Zum bereits 14. Mal findet am 18. und 19. September das Altmittweidaer Erntedankfest statt. Erstmalig wird der festliche Rahmen dazu genutzt, dort eine sachsenoffene Leistungsschau der Milchrinder durchzuführen. Am zweiten Tag des Festes, dem 19. September, treffen sich hier die besten rot- und schwarzbunten Holsteinkühe Sachsens. Als Preisrichter der Schau konnte der weithin bekannte Züchter und Richter, Klaus Dieter Augustin aus dem Zuchtverband des NOG-Partners RMV, gewonnen werden. Nutzen Sie die einzige große sächsische Schau in diesem Jahr, um die besten Kühe Ihres Betriebes zu präsentieren. Die Altmittweidaer Leistungsschau soll zukünftig in den Jahren zwischen der Agra in Leipzig und dem Altmittweidaer Erntedankfest zur Tradition werden. Bei Fragen und weiteren Informationen wenden Sie sich bitte an: Friedrich Jahn, Tel. 0152/ 54693990, oder Andreas Bam-

berg, Tel. 037207/2524. Anfragen per E-Mail richten Sie bitte an ag-bockendorf-eg@tonline.de.

Umfangreiches Rahmenprogramm Besuchern wird neben der Leistungsschau vieles geboten. Freunde des Reitsports können ein hochkarätiges Reit- und Springturnier sowie eine umfangreiche Pferderassenschau erleben. Am Sonntag werden Fans alter Traktoren bei einem Geschicklichkeitswettbewerb auf ihre Kosten kommen. Natürlich präsentieren Fachhändler auch moderne Technik verschiedener Hersteller und beantworten Fragen rund um deren Einsatz.

Darüber hinaus stellen diverse Vereine ihre Tätigkeitsbereiche vor. Dazu zählen auch verschiedene Tierzuchtvereine, die vom Alpaka bis zum Zwergkaninchen die unterschiedlichsten Zuchtergebnisse vorstellen.

Ablauf des Holsteinwettbewerbs 1. Jungkühe (1. Laktation) 2. Mittlere Klasse (2. Laktation) 3. Ältere Klasse (3. und 4. Laktation) 4. Senioren-Klasse (ab 5. Laktation) 5. Betriebskollektion Teamwettbewerb In jeder Klasse werden Sieger, Reservesieger und die beste Euterkuh gewählt. Aus den Siegern werden die Miss Altmittweida und die beste Euterkuh der Schau gekürt. Des Weiteren ist ein Teamwettbewerb vorgesehen, an dem sich die ausstellenden Betriebe mit je drei Kühen als Kollektion beteiligen können. 䡵

Programm und Tiermeldung Auftrieb: 18. September 16 - 18 Uhr 19. September 6 - 8 Uhr Ort: Tabakhalle Agrargenossenschaft Altmittweida, Hauptstr. 81 Beginn der Schau: 19. September 2010 – 10 Uhr Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt über MASTERRIND in Meißen, Frau Schubert, und über Zuchtberater Telefon: 03521/455630 Anmeldeschluss: 10. 9. 2010

Exzellentkühe Name

Ohrmarke

Vater x Muttersvater

LA

Einstufung MTyp Körper Fund.

Euter

Ges.

Besitzer

California Erona Ita Laureen Leyla Lolita MHD Ute Ofretete Ogina Oranje Parma Patricia Silly St.-Nr. 93 Talina Task Teddina Terese Teri Time

48918752 48930649 48648099 46953808 48407465 47903640 02609260 50142499 48688282 02469971 46137064 44102406 49266009 48272493 48017304 50330141 48849606 50187574 48363355 46001567

James x Stormatic Lexikon x Stormatic Titanic x Bonatus Pedant x Lentine Dacapo x Lake Ramos x Dannix September x Laibert September x DO Odessi Sinsum x Lee Marmax x Lucky Leo Patrick x Rudolph Rudolph x Bonatus Lyster x Rudolph Starleader x Tromso Panda x Mongo Risiko x Rubens Blauer x Rudolph Laudan x Hansi Talent2 x Champion Inquirer x Lasso

3 3 4 5 4 3 3 3 3 3 6 9 3 4 4 3 3 3 3 6

89 89 90 91 91 91 91 90 91 88 90 89 88 90 90 89 90 91 90 92

89 89 90 90 89 89 88 89 90 90 93 90 89 90 90 89 89 90 91 91

90 90 90 90 90 91 90 90 90 90 91 90 90 90 90 90 90 90 90 91

Kröger, Hans-Herm., Ahrenswohlde Schröder, Jörg, Predöhlsau Ahrens, Guenther, Sandbostel Carstens, Volker, Visselhövede Hoops, Cord, Jeerhof M. Schönherr, Augustusburg/Grünberg Milchhof Diera KG, Diera-Zehren Dittmer, Alex, Oldershausen Dittmer, Alex, Oldershausen Wiechering-Sudmann KG, St. Huelfe Lüchau/Oltmann GbR, Borstel Lüchau/Oltmann GbR, Borstel Gut Trossin, Trossin Döhlen Jun., Diedrich v. Neuenwalde Ahlden, Cord, Vethem Stöckser KG, Stöckse Wiechering-Sudmann KG, St. Huelfe Eggers, Dirk, Schneverdingen Schumacher, Egon, Bülkau Stöckser KG, Stöckse

90 90 89 90 91 91 92 90 91 90 91 90 90 90 90 90 91 91 89 91

90 90 90 91 90 93 90 90 90 90 89 89 91 90 90 90 90 90 88 89

19


MR-20-21-FR-Best of.qxd

01.07.2010

10:23 Uhr

Seite 1

Best of, die 2. – mit neuer Bestmarke

FLEISCHRINDER

Limousinrind Friedhild Pp für 7.500 k Das zweite deutsche Färsenchampionat Best of am 21. April in Groß Kreutz, Brandenburg, war ein großer Erfolg. Sieben der elf deutschen Fleischrinderzuchtverbände nutzten die Gelegenheit zum Wettstreit um die beste Färse bzw. das beste Jungrind innerhalb der Rassen Angus, Blonde d’Aquitaine, Charolais, Fleckvieh, Hereford, Limousin und Uckermärker. Am Auktionsvortag gestaltete sich der Auftrieb unter der erfahrenen Leitung des RBB-Teams flott und reibungslos. Leider konnten einige Verbände ihre zugesagten Auftriebszahlen aus unterschiedlichen Gründen nicht erfüllen. So verblieben letztlich 63 Rinder für Wettbewerb und Auktion. Nachdem am Nachmittag die 1a- und 1b-Rinder der Altersklassen und Rassen zügig gerichtet worden waren, folgte abschließend ein rustikaler und gemütlicher Züchterabend für Aussteller und Verbandsmitarbeiter.

Ein Champion je Rasse Spannend wurde es am Auktionstag ab 10.00 Uhr mit der Auswahl der Champions. Erstmalig wurde je Rasse ein Champion gekürt. Diese Neuerung wurde sowohl vom inzwi-

schen zahlreich eingefundenen Publikum als auch von Züchterseite sehr positiv aufgenommen. Friedrich Averbeck, MASTERRIND, und Jost Grünhaupt, ZBH, die Fleischrinderzuchtbeauftragten ihrer Landesverbände, hatten die ehrenvolle Aufgabe, aus den vortags gekürten 1aKandidatinnen die Rassechampions auszuwählen. Eine äußerst schwere Aufgabe bei der Rasse Angus, die mit einer hochwertigen und homogenen Kollektion glänzen konnte. Letztendlich siegte Verena K vom Gut Karow, RMV. Sie war die jüngste 1a-Vertreterin und überzeugte in Rassetyp und Korrektheit. Den zahlenmäßig stärksten Auftrieb hatten die Charolaisrinder. Die enorm entwickelte und exzellent bemuskelte Donate von Rainer Hildenbrand, ZBH, beherrschte die Konkurrenz, und neben der Sie-

Torsten Ahlers, Visselhövede, erhielt für seine typstarke Ia-Färse Helia 2.000 Euro

20

Verkaufsergebnisse Best of Rasse

Angus Blonde d’Aquitaine Charolais Fleckvieh Hereford Limousin Uckermärker gesamt

aufgetrieben

verkauft

Ø-Preis k

von j

bis j

9 4 17 14 4 12 3 63

9 4 16 14 4 12 3 62

1622,2200,1847,2100,1463,2808,1783,2052,-

1200,1900,1300,1400,1200,1500,1050,1050,-

2100,2600,3000,3500,1900,7500,2200,7500,-

gerschärpe erhielt sie zudem die Super-Champion-Auszeichnung über alle Rassen. Auch die Fleisch-Fleckviehzüchter präsentierten wiederum ein durchgängig genetisch hornloses und hervorragendes Angebot. Champion wurde hier die hessische Vertreterin Bella von der Scheuermann und Schleich GbR. In exzellenter Schaukondition, mit trockener Bemuskelung und femininem Rassetyp, überstrahlte sie die Mitbewerberinnen. Den qualitativ hochwertigsten Wettbewerb stellte abschließend die Rasse Limousin. Die Präsentation der 1a-Rinder war Spitze und die Entscheidung für den Champion Elane, eine tragende Manhatten-Färse von Stefan Kohlmann, ZBH, die logische Konsequenz. Insgesamt ein großartiger Erfolg der hessischen Züchter, die neben drei

der vier Champions weitere ausgezeichnete Fleischrinder auftreiben konnten.

Auktion Pünktlich um 13.00 Uhr startete die Auktion in der inzwischen mit ca. 500 Besuchern vollbesetzten Arena. Hier zeigte sich schnell, dass die Käufer die hervorragende Qualität der Rinder zu schätzen wussten. Bestens präsentierte und gut führige Rinder, zügige Gebote sowie eine gute Stimmung führten zu einem zum Vorjahr um 222 Euro verbesserten Durchschnittspreis von 2.052 Euro. Die von der MASTERRIND aufgetriebenen Verkaufstiere hinterließen in der Auktion einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Überdurchschnittlich gut honoriert wurden fünf MASTERRIND-Verkaufstiere: Eine sehr korrekte und au-

H. Bourgeois wurde für die gut entwickelte Färse Iskara mit 1.900 Euro belohnt


MR-20-21-FR-Best of.qxd

30.06.2010

7:33 Uhr

Seite 2

k versteigert ßerordentlich gut bemuskelte Blonde d’Aquitaine-Färse vom Zuchtbetrieb Klaus-Dieter Golze aus Dassel erhielt einen Zuschlagspreis von 2.600 Euro. Zwei von Thorsten Ahlers, Visselhövede, angebotene tragende Angusfärsen wurden für ihre starke Entwicklung und ihr hervorragendes Exterieur mit 2.100 bzw. 2.000 Euro Zuschlagspreis belohnt. Einen außerordentlichen Erfolg konnte auch Helmut Freibote aus Groß Ippener verzeichnen. Er erzielte für zwei deckfähige Limousinfärsen mit erlesenem Pedigree, sehr guter Entwicklung und bestem Exterieur 2.400 bzw. 2.700 Euro. Beim Spitzenpreis der Veranstaltung hatte ein Zuchtbetrieb aus Nordrhein-Westfalen das Glück auf seiner Seite. Als die Katalognummer 85, die deckfähige Friedhild Pp von Cord Niemeyer, FHB, den Ring betrat, schnellten die Kataloge und Hände hoch. In einem spannenden Bieterduell, begleitet von tosendem Applaus, hatte letztendlich ein renommierter Limousinzüchter aus Schleswig-Holstein die Nase vorn, als der Hammer bei 7.500 Euro fiel. Von den 62 verkauften Rindern konnten zwei nach Polen verladen werden. Mit 20 Rindern ging die größte Anzahl nach Niedersachsen und 17 Rinder dürfen fortan in Brandenburg grasen. Die 3. Best of wirft bereits heute ihre Schatten voraus. Die Vorbereitungen für den 19. April 2011 in Groß Kreutz sind angelaufen. Nehmen wir die positiven Erkenntnisse und den Zuchtfortschritt mit, so sollte unter Mitwirkung aller deutschen Verbände eine dreistellige Auftriebszahl möglich sein. Packen wir’s an! Torsten Kirstein Friedrich Averbeck

Den besten Preis für sein Tier aus MASTERRIND-Sicht erhielt Hellmuth Freibote aus Groß Ippener (Dritter v. l.). Die typvolle und gut entwickelte Limousinfärse Enrike erzielte 2.700 Euro im Ring

Verkaufsfärsen „Best of“, Groß Kreutz 21. April 2010 Rasse

Präm.

Name

Besitzer

Fleckvieh

Champion Ia Ia Ia Ib Ib Ib Ib Ia Ib Ia Ib Ia Ib S. Champ. Ia Ia Ia Ib Ib Ib Ib Ia Ia Champion Ib Ib Ib Champion Ia Ia Ia Ib Ib Ib Ib

Bella Erwine Ronja GH Alpenrose Froni Rebecca Mitternacht Sina Topsy Tilla Franka Ninette Ruwraba Birte Donate Iskra Taube Juni Maja Comtesse Francis Vicki Ladina Helia Verena K Sally Molly Vivien Elane Goldy Friedhild Mona Empore Hostess Gloria Floria

Scheuermann u. Schleich GbR, Homberg, ZBH Röder, Brigitte, Wulferstedt, RSA Engfer GbR, Mölln, RMV Niederpölln. MK GmbH, Harth-Pöllnitz, LTR Bock, Michael, Rathmannsdorf, RSA Fleckvieh-Hof Hansel, Madlitz-Wilmersdorf, RBB Niederpölln. MK GmbH, Harth-Pöllnitz, LTR Karstädter Rinder GmbH, Karstädt, RBB Agrar GmbH Biesen, Wittstock, RBB Agrar GmbH Biesen, Wittstock, RBB Gimmlitztaler Mutterkuh., Hartmannsdorf-Reichenau, MASTERRIND Hoss, Christoph, Birstein, ZBH HERENOMAD, Beilrode, MASTERRIND Agrar GmbH Biesen, Wittstock, RBB Hildenbrand, Rainer, Eiterfeld, ZBH Bougeois, Hubert, Hartmannsdorf-Reichenau, MASTERRIND MKH-Agrar GmbH, Remda-Teichel, LTR Arndt, Ernst-August, Syke, MASTERRIND LW-Betr. T. Schössler, Schwedt, RBB Imöhl, Johannes, Medebach, FHB Klawitter, Jens, Eichenbarleben, RSA Reinhard, Volker, Brechen, ZBH Reichert, Günther, Dessau-Roßlau, RSA Ahlers, Thorsten, Visselhövede, MASTERRIND Gut Karow GbR, Karow, RMV Bethge, Joachim, Bismark, RSA Sippel, Friedrich-Wilhelm, Korbach, ZBH LfULG, Arzberg, MASTERRIND Kohlmann, Stefan, Eiterfeld, ZBH Freibote, Hellmuth, Gr. Ippener, MASTERRIND Niemeier, Cord, Lemgo, FHB Panzner, Steffen, Vetschau, RBB Kohlmann, Stefan, Eiterfeld, ZBH Fischer, Heiko, Neukyhna, MASTERRIND Pflanz, Ulrich, Schlitz, ZBH Klemm e. K., M., Hartmannsdorf-Reichenau, MASTERRIND

Uckermärker Blonde d’Aquitaine Hereford Charolais

Angus

Limousin

21


MR-22-23-FR-Charolais.qxd

30.06.2010

7:34 Uhr

Seite 1

Jahresversammlung der Charolais in Thüringen

FLEISCHRINDER

Erst Charolais – dann Fußball Fast 100 Gäste nahmen an der diesjährigen Jahrestagung in Thüringen teil. Verbandsmitglieder und Gäste aus dem Elsass, aus Luxemburg und allen Bundesländern waren angereist um sich über die Charolaiszucht im Land Thüringen zu informieren. Das zweitägige Programm startete mit der Generalversammlung, die außerordentlich gut besucht war und mit regen Wortbeiträgen und Diskussionen einmal mehr zeigte, dass im Verband der Deutschen Charolaiszüchter konstruktive Aktivität den Ton angibt.

Großer Verband 570 Charolaiszuchtbetriebe gibt es deutschlandweit. Diese halten mehr als 9.000 Herdbuch-

kühe. Die meisten Charolaiskühe findet man in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Die durchschnittlich größten Zuchtherden stehen in Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen. Trotz rasanten Stukturwandels und BiogasKonkurrenz in der Fläche hielt sich die Zahl der Zuchtbetriebe und auch der Herdbuchbestand im letzten Jahr konstant. Im Verband der Deutschen Charolaiszüchter sind 180 Mitglieder or-

Die Charolais-Jahrestagung war sehr gut besucht

ganisiert. Das ist sicherlich eine stolze Zahl. Betrachtet man aber die Anzahl der Züchter deutschlandweit, dann hat die Rasse durchaus noch mehr Unterstützung verdient. Mit Abstand die meisten Mitglieder stellt das Bundesland Niedersachsen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen-Anhalt. Unter den 24 in deutschen Herdbüchern geführten Fleischrinderrassen nimmt Charolais in der Anzahl der eingetragenen Herdbuchkühe den dritten Rang ein. Am Rande bemerkt halten die vier Rassen Fleckvieh, Limousin, Charolais und Angus alleine mehr als 70 % des deutschen Fleischrinder-Herdbuchbestandes.

Leistungsstarke Rasse Blickt man auf die Leistungsdaten der Rasse Charolais, dann wird deutlich, warum Charolaistiere auf den Absetzerauktionen und im organisierten Ab-Hof Geschäft in Deutschland eine ganz wesentliche Rolle spielen. Die tägliche Zunahme der in den letzten drei Jahren gekörten Bullen liegt bei deutlich über 1.400 g und die auf den Betrieben erfassten 200- und 365-Tage-Gewichte weisen Charolais neben Fleckvieh ebenfalls als deutlich führende Rasse aus. Dass dabei für eine wirtschaftliche Mutterkuhhaltung insbeson22

dere auch die funktionale, fruchtbare und milchreiche Kuh im Vordergrund steht, war vielfaches Thema in Gesprächen unter den Züchtern. Auch im vergangenen Jahr waren Charolaisabsetzer – ob männlich oder weiblich – stark nachgefragte Produkte auf den spezialisierten Märkten der Bundesländer. Das Preisniveau insbesondere für Bullen tendierte durchgehend fest und die Mäster im In- und Ausland zeigen auch zurzeit eine starke Nachfrage.

Erfolgreicher Nachwuchs Wegen mangelnder Nachfrage zeigt sich der Zuchtviehmarkt leider nicht so rege. Alle Rassen hatten hier im letzten Jahr deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Mit deutschlandweit mehr als 800 verkauften Zuchttieren konnte die Rasse Charolais ihren dritten Platz im Konzert aller Fleischrinder-Marktteilnehmer gut festigen. Ohne guten Nachwuchs kann man auf Dauer den Erfolg nicht programmieren. Das betrifft sowohl die Tierbestände als auch die Struktur der Mitgliedsbetriebe. Insofern darf sich der Charolaisverband über aktiven und inzwischen gut organisierten Nachwuchs freuen. Die Jungzüchter planen eigene Aktivitäten und Fortbildungen und sind auch im Wettbewerbswesen auf Augenhöhe.


MR-22-23-FR-Charolais.qxd

30.06.2010

7:34 Uhr

Seite 2

Betriebsbesuche An die Generalversammlung am ersten Tag schloss sich ein hervorragend organisiertes Besuchsprogramm am Folgetag an. Zunächst ging es zu Europas größtem Haflingergestüt nach Meura, wo mehr als 300 Pferde gehalten werden. Beeindruckend waren die Tiere und auch das Engagement der Mitarbeiter auf dem Gestüt. Nach den Pferden standen die Rinder im Mittelpunkt des Geschehens. Über die Grenzen bekannt durch Schauerfolge und Top-Qualitäten auf Auktionen ist die Mutterkuhhaltung in Teichröda. Das gesamte Unternehmen ist umfangreich und vielfältig aufgestellt. Die Agrargenossenschaft Teichel e.G. bewirtschaft insgesamt 1.798 ha. Davon gehören zum gesonderten Betrieb der MKH Teichröda 196 ha Grünland. Die Direktvermarktung tierischer Produkte nimmt einen hohen Stellenwert ein. Hier gehen

Sehr einheitliche Tiere wurden den Besuchern von der MKH Teichröda vorgestellt

Schweine, Wild, Geflügel und Fisch an den Endverbraucher. Ekkhard Blöttner und seine Mannschaft präsentierten den Besuchern natürlich Charolais vom Feinsten. Die Freunde der weißen Rasse erhielten einen hervorragenden Einblick in alle Bereiche der 128-köpfigen Charolaisherde. Bemerkenswert war die Einheitlichkeit der einzelnen

vorgestellten Teil-Herden. Das zeugt von konsequenter Selektion in der jungen Zuchtgeschichte des Betriebes.

Fest am Abend Mit einem abendlichen, sehr gelungenen und stimmungsvollen Charolaisfest klang die Jahrestagung 2010 in Thüringen aus.

Zum Sonntag löste sich die Zusammenkunft dann wieder in alle Himmelsrichtungen auf. Nach Charolais ging es mit gleichgroßem Fangeist nahtlos zum Fußball. Den Gastgebern vor Ort ein herzliches Dankeschön für die sehr gute Organisation und die grenzenlose Gastfreundschaft. 䡵

Friedrich Averbeck

Schwedische Reisegruppe bei Familie Müller in Stelle Am Samstag, den 29 Mai, besuchte eine schwedische Reisegruppe den Charolaisbetrieb Klaus Müller in Stelle.

Nach einem reichhaltigen Mittagessen ging die Besuchergruppe gestärkt an die Begutachtung des fast hornlosen Bestandes. Der schwedische Vorsitzende Gäran Mansson war begeistert von der züchterischen Arbeit, die aus einigen Schwedenimporten hervorgegangen ist. Die gesamte Gruppe war gespannt auf den homozygot hornlosen Bullen Viking, der in Malmö Schausieger war und in Schweden für die künstliche Besa-

mung genutzt wird. Er wurde im Herbst 2009 von der Familie Müller importiert und ist der neue Star der Züchterfamilie. Nachdem vier Weiden mit hervorragenden Tieren gezeigt worden waren, endete der Aufenthalt mit einer gemütlichen Kaffeerunde. Lars-Johann Joelsson, Vorstand des schwedischen Verbandes, bedankte sich für die Gastfreundschaft und wünschte der Familie Müller weiterhin alles Gute und viel Erfolg in der Zucht. Timo Heimsoth

䡵 23


MR-24-25-FR-Highland-Galloway.qxd

29.06.2010

14:17 Uhr

Seite 1

FLEISCHRINDER

17. Bundesjungtierschau für schottische Hochlandrinder Auf einem hervorragend vorbereiteten Schaugelände der Züchterfamilie Wreczycki, Voltlage, fand bei allerbestem Frühjahrswetter die diesjährige Jungviehschau statt. Die Schautiere überzeugten durch ihre hervorragenden Qualitäten und die Züchter lieferten sich einen äußerst spannenden Wettbewerb.

Mehr als 80 Jungtiere – eine neue Rekordmarke – verteilt auf 14 Richtklassen gingen in den Ring. Wie schon im letzten Jahr, lag die Qualität der Tiere innerhalb der Richtklassen sehr nahe beieinander, und wieder war auch die zahlenmäßige Besetzung der Klassen insbesondere bei den weiblichen Tieren ausgezeichnet. Die Bullen gingen in sechs Richtklassen in den Wettbewerb. Jeweils zwei 1a-Plätze gingen nach Schleswig-Holstein, Niedersachsen und NordrheinWestfalen. Der Siegerbulle Seumas 18 vom Lehestener Moor, gezogen von Falko Steinberg, Leisterförde, und im Besitz von Stefan Wreczycki, Voltlage, überzeugte einmal mehr durch seinen sehr guten Rassetyp und sein Top-Exterieur. Den Reservesieger stellte Gerold Lintelmann

aus Delmenhorst. Orloff of Greenfield steht im mittleren Rahmen und überzeugte durch sehr viel Qualität der Rasse und eine starke und ausgeglichene Bemuskelung. Dass in Nordrhein-Westfalen und SchleswigHolstein hervorragende Vererber herangezogen werden, zeigten die vier weiteren jungen Bullen aus den Zuchtstätten Berens, Ahrensberg; Hoof, Schacht-Audorf; Rohrmoser, Husum, und Gordes, Ahrensberg. Exzellente Jungbullen mit 1b-Platzierungen zeigten die niedersächsischen Zuchtbetriebe Fritz Hadeler aus Pennigsehl mit Casanova vom Winterbach, Michael Glander aus Delmenhorst mit Vernando von Hackenstedt, Günter Brand, Rinteln, mit Clemens auf dem Weuren und nochmals Fritz Hadeler mit Carlo vom Winterbach. Damit, dass Ferdinand Mar-

schalk mit Pibrach of Eekkeloh in der ältesten Klasse der Bullen ebenfalls einen 1b-Platz belegte, gingen fünf der sechs möglichen zweiten Plätze in den Richtgruppen an niedersächsische Betriebe. Das ist nicht nur ein hervorragendes Ergebnis im Wettbewerb, sondern auch ein Beleg für die besondere Güte der vorgestellten Bullen. Die besondere Klasse der weiblichen Zuchttiere wurde wiederholt vom Preisrichter hervorgehoben und nur Nuancen entschieden über den Klassensieg. Der Qualitätsabstand innerhalb der Richtgruppen vom ersten zum letzten Platz war mehrere Male genauso gering wie schon auf der außerordentlich starken Jungviehschau des Vorjahres. In acht Richtgruppen holten sich die Niedersachsen viermal den ersten und sechsmal den zweiten Platz. Siegerfärse wurde die sehr korrekte und äußerst typstarke Doris 9. von Heise aus der Zucht von Gerd Bedürftig, Hollen. Der Reservesieg ging an den Zuchtbetrieb Hoof, SchachtAudorf. Penny 2 vom Kiebitzmoor präsentierte sich stark entwickelt und mit einem überzeugenden Exterieur. Als Klassen-

Die stolzen Züchter (v. l. n. r.) Gerd Bedürftig mit Doris 9 von Heise und Stefan Wreczycki mit Seumas 18 vom Lehestener Moor präsentieren ihre Siegertiere

24

beste für die niedersächsische Highland-Cattle-Zucht warben Lory von der Egge aus der Zucht von Heinrich Brand, Rinteln, Ranya vom Winterbach aus der Zucht von Fritz Hadeler, Pennigsehl, und Piola vom Höhneroog aus der Zucht von Sven Frerichs, Loxstedt. Typstarke und gutentwickelte Färsen aus niedersächsischer Zucht, die mit einem 1bPlatz ausgezeichnet wurden, waren Verona of Greenfield von Gerold Lintelmann, Mor 3rd of Cullfoich, in Großbritannien gezogen und im Besitz von Gerold Lintelmann, Delmenhorst; Emma Dubh vom Isenbeck, aus der Zucht von Familie Heuer-Jungemann, Nienwohlde; Amanda von Adenstedt, vorgestellt von Herbert Diers, Bassum; Delia of Eekkeloh aus der Zucht von Ferdinand Marschalk, Elmlohe; und die ebenfalls britisch gezogene Erin of Bien ESK, von Gerold Lintelmann, Delmenhorst. Den Organisatoren der 17. Bundes-Jungviehschau darf man wieder einmal ein sehr großes Kompliment für die reibungslos verlaufene Veranstaltung mit außerordentlich guten und sehr führigen Tieren sowie sehr gut besetzten Richtklassen aussprechen. Es gab kaum ein Tier, dem die Teilnahme am Wettbewerb nicht zugestanden hätte. Viele qualitativ hochwertige Spitzentiere aus anderen Bundesländern sorgten für starke Konkurrenz und damit für einen hochklassigen Wettbewerb. Die Voltlager Veranstaltung wird den Teilnehmern und dem Preisrichter über den Tag hinaus in sehr guter Erinnerung bleiben. Die MASTERRIND gratuliert den dort erfolgreichen Niedersachsen und bedankt sich für den Einsatz vor Ort. Friedrich Averbeck


MR-24-25-FR-Highland-Galloway.qxd

29.06.2010

14:18 Uhr

Seite 2

Gründung des GallowayStammtisches Sachsen-Thüringen Am Sonntag, den 16. Mai, fand in Bobritzsch bei Freiberg der erste GallowayStammtisch für Sachsen und Thüringen statt. Es fanden sich über 65 Züchter und Halter und deren Familienangehörige ab 14 Uhr auf dem Hof der Familie Haupt ein.

Auch der Vorsitzende des BDG (Bundesverband Deutscher Gallowayzüchter), Georg Menke, und der Geschäftsführer, HansDieter Frank, waren den weiten Weg aus Niedersachsen gekommen, um den sächsischen und thüringischen Gallowayzüchtern bei ihrer Stammtischgründung unter die Arme zu greifen. Der sächsische Fleischrindzuchtleiter, Carsten Oeser von der MASTERRIND, war ebenfalls dabei, um das Vorhaben der Galloway-

züchter zu unterstützen. Die Züchter wurden mit Kaffee und Kuchen empfangen und von Johann Haupt von der Bobritzschtalgalloways Haupt GbR begrüßt. Georg Menke machte einige Ausführungen über den BDG und erklärte den Züchtern, wie man so einen Stammtisch zukünftig ausgestalten kann. Nach gut einer Stunde lockerer Unterhaltung besichtigten die Gallowayfreunde die Belted-Galloway-Herde der Familie Haupt.

Bei der Bobritzschtalgalloways GbR werden auf 80 ha über 120 Tiere gezüchtet, davon ca. 40 Mutterkühe. Hinter dem Hof wurden die Färsenherde und die Mutterkuhherde mit dem RedBelted-Zuchtbullen Mylord begutachtet. Auf dem Weg zur Gaststätte wurde die über 30 Kopf starke Jungbullenherde betrachtet. Dort angekommen, wurde den Gallowayzüchtern noch ein Vortrag über die extensive, ganzjäh-

rige Haltung von Mutterkühen dargeboten. Nach lockerer Diskussion über die Galloways und die Zukunft des Stammtisches sowie einem Abendessen mit Gerichten vom Galloway ließ man es gemütlich ausklingen. Ort und Datum des nächsten Stammtischs sind noch nicht fest geplant. Ein Stammtisch wird aber definitiv im Herbst stattfinden. Demnächst werden dazu Informationen auf der Stammtischwebsite des BDG zu finden sein: www.gallowaydeutschland.de/stammtisch_ sachsen.aspx. Interessierte Züchter und Halter können sich gern an info@gall-o-way.de wenden.

Johann Haupt

25


MR-26-27-FR-Blonde-Fleckvieh.qxd

01.07.2010

7:07 Uhr

Seite 1

Bei Frank Groba in Ostsachsen

FLEISCHRINDER

Züchtertreffen Blonde d’Aquitaine Nachdem im letzten Jahr die Agozucht Burkersdorf Gastgeber des 1. Sächsischen BA-Treffens war, lud am 8. Mai Familie Groba Züchter und Interessierte nach Schwarzkollm in Ostsachsen ein. Um die 25 Züchter und interessierte Mutterkuhhalter fanden sich auf der Hofstelle des kleinen sagenumwobenen Ortes – dazu später mehr – ein. Betriebsleiter Frank Groba berichtete von den Anfängen seines Betriebes, der im Jahr 1991 gegründet wurde. Der anfängliche Viehbestand umfasste zwei schwarzbunte Ammenkühe mit vier Kreuzungskälbern.

Große Herde Seitdem hat sich viel geändert, heute grasen auf 340 Hektar Grünland um die 230 Mutterkühe samt Nachzucht. Die bis 2002 praktizierte ganzjährige Freilandhaltung wurde aufgegeben, da die Böden der Region bei anhaltenden Niederschlägen zu Staunässe neigen. Seitdem finden alle Tiere im Winter in einem großzügigen und luftigen Tiefstreustall Platz. Es werden die Rassen Fleckvieh Fleisch, Limousin sowie seit einigen Jah-

ren Blonde d’Aquitaine-Rinder gezüchtet. Die Kühe erhalten ausschließlich Grundfutter. Kraftfutter wird an Kälber und wachsende Tiere verabreicht. Neben guter Futterverwertung sowie hoher Milchleistung legt Frank Groba großen Wert auf die Hornlosigkeit bei allen drei Rassen. Enthornungsmaßnahmen sind bei dieser Betriebsgröße einfach nicht praktikabel. Bei nur zwei Arbeitskräften war sicherlich auch der Arbeitsschutz ein wichtiges Argument, dieses Merkmal auch verstärkt bei den Blonden züchterisch zu bearbeiten. So war die genetische Hornloszucht bei Blonde d’AquitaineRindern auch das Hauptthema der Veranstaltung.

Sächsische Landesanstalt Im Vortrag erläuterte Dr. Golze von der Sächsischen Landesanstalt Ergebnisse und Eindrücke am Beispiel der ersten hornlo-

Besamungsbulle Rumcajs – Besitzer und Foto: Genoservic a.s.

26

Primus P (V: Pretty Boy P)

sen Fleckviehbullen. Diese waren in Bezug auf Leistung und Exterieur ernüchternd. Züchter, die früh den Nutzen dieses Merkmales erkannten, mussten mit dem Hohn der Kollegen leben. Heute ist die Vermarktung eines gehörnten Fleckviehzuchtbullen praktisch kaum noch möglich. Zunehmend erfährt dieses Merkmal auch bei den Rassen Limousin und Charolais größere Bedeutung. Des Weiteren wurden frühe Kreuzungsergebnisse mit Blonde-Bullen vorgestellt, welche Vorteile in den Merkmalen Kalbeverlauf und Mastendgewicht sowie Ausschlachtung verdeutlichten. Besonders in der Kreuzung mit mittelintensiven Rassen, wie Angus und Hereford, sind die Vorteile mess- und sichtbar. Da der Grundstein für die Hornloszucht der Blonden in Europa im wesentlichen von den drei nordamerikanischen Bullen Liahn Poll Cat, Topper P und Bellamy Kenwood gelegt wurde und somit die Blutführung relativ eng ist, wurde auch ein neuer Besamungsbulle aus Tschechien vorgestellt, welcher mit hoher Leistung und viel Typ aufwartet. Sperma ist über die MASTERRIND verfügbar.

Hornlosigkeit Nach einer kräftigen Stärkung, natürlich Braten vom Blonde d’Aquitaine, wurden die Tiere im großzügigen Stall besichtigt. MASTERRIND-Mitarbeiter Carsten Oeser zeigte an verschiedenen Tieren die z. T. noch bestehenden Typunterschiede zwischen gehörnten und hornlosen Tieren auf. So sahen die Gäste anhand der Hornträger die Ausgangsposition bzw. das Zuchtziel der Rasse. Danach wurden einige hornlose Tiere vorgestellt, denen sicher noch etwas die typische plastische Bemuskelung der Mittelhand und Feinheit und Eleganz fehlte. Aber genauso wurden auch Bullen gezeigt, die dem Zuchtziel sehr nahekommen. Frank Groba berichtete über den bisherigen Bulleneinsatz. In der Vergangenheit deckte Pretty Boy P (Polly P) mit sehr guten Ergebnissen, vor allem im Merkmal Fleischansatz. Die aktuellen Herdenbullen sind zum einen der wiederum hornlose Toni P (Topper P), aber auch der sehr typvolle und topbemuskelte Bonilo (Boldor). Mit dem letztgenannten Bullen wird ein sehr guter Hornträger eingesetzt, um


MR-26-27-FR-Blonde-Fleckvieh.qxd

die rassetypischen Merkmale zu stabilisieren. Zweifelsohne ist bei der Zucht von hornlosen Blonde-Linien noch ein Stück Weg zu beschreiten, um Rassetyp und Homogenität im Exterieur zu festigen. Jedoch lohnt sich dieser Weg. Gerade große Kreuzungsbetriebe entdecken zu-

29.06.2010

14:19 Uhr

Seite 2

nehmend die Rasse, wobei hornlose Tiere bei annähernd gleicher Leistung fast immer den Vorzug vor Hornträgern finden. Die oben genannten Gründe spielen mit zunehmender Betriebsgröße eine wichtige Rolle. Jüngst konnten zwei hornlose Bullen zu überdurchschnittlichen Preisen über die

MASTERRIND nach Tschechien exportiert werden. Als Abschluss und kulturelles Highlight besuchten wir noch die „Schwarze Mühle“, ein Original Nachbau aus dem vor zwei Jahren in den Kinos laufenden Film Krabat. Das düstere Märchen, das hier in Schwarzkollm seinen Ursprung hat, ist in

Deutschland relativ wenig bekannt, in Nordamerika jedoch Schullektüre. Herzlichen Dank an Familie Groba für einen gelungenen und informativen Tag rund um die Rasse Blonde d’Aquitaine.

Carsten Oeser

In der Oberlausitz

3. Sächsisches FleckviehSimmental-Treffen

Am 5. Juni kamen auf Initiative des Verbandes der deutschen Simmentalzüchter und Halter (VDSI) und der MASTERRIND etwa 25 Fleckviehfreunde zum 3. Sächsischen Rassetreffen in der Oberlausitz zusammen. Nach wochenlangem Regenwetter wurde bei strahlendem Sonnenschein die Besichtigung der Herde der Heinke GbR in Großschweidnitz ein bleibender Eindruck für die bis aus dem Vogtland angereisten Besucher. Jens Heinke stellte den Betrieb mit 470 ha Acker und 51 ha Grünland den Besuchern vor. Aufbauend auf zwei Zukäufen tragender Färsen aus Österreich Anfang der neunziger Jahre, haben seine Eltern und er konsequent eine leistungsfähige Zuchtherde mit den fleckviehtypischen Merkmalen Rahmen, Bemuskelung und Milchleistung aufgebaut. Bei den letzten beiden Feldprüfungen erreichten die männlichen Kälber 1.583 und die weiblichen Kälber 1.469 Gramm durchschnittliche Tageszunahme. Die älteste der etwa 30 Kühe hat inzwischen 13 Kälber aufgezogen und steht unmittelbar vor der elften Abkalbung. Die Deckbullen wurden bundesweit bei namhaften Zuchtbetrieben erworben. Aktuell steht der herausragende Gigantsohn Ginger PP (RZF 118/57 % Si.) von der

Koberland e.G. in der Herde. Inzwischen wird der überwiegende Teil der Nachzucht über die MASTERRIND als Zuchtvieh vermarktet. Zuletzt gingen tragende Färsen sowie Zuchtbullen nach Tschechien und Jungrinder nach Niedersachsen. Als zweiter Betrieb wurde Reinhard Mosig in Großhennersdorf besucht. Er bewirtschaftet 360 Hektar Acker, 1.900 Schweinemastplätze und 28 Hektar Grünland. Nach einem Verkauf von 16 Zuchttieren im April in die Schweiz konnte nur noch der Rest der schon vorher kleinen Herde besichtigt werden: zwei rahmige Kühe von Moses und Rocky. Etwa zehn potentielle Bullenmütter und deren Besamung mit internationaler Genetik und Bullen aus der Zweinutzung sind für die Zukunft geplant. Anschließend ging es zu Kaffee und Kuchen in das Schützenhaus Dürrhennersdorf. Dort berichtete Thomas Eydner vom VDSI unter anderem über den inzwischen auf 108 Mitglieder angewachsenen Verein, die Bundesjungviehschau im Sep-

Ginger PP, ein Gigant-Sohn der Koberland e.G.

tember zu den Grünen Tagen in Erfurt, das Bundestreffen Ende September in Bayern und eine Züchterreise im Oktober nach Irland. Einige Anwesende bekundeten ihr Interesse, im VDSI mitzuarbeiten. Umfangreich wurde die Blauzungenproblematik diskutiert und die notwendige Beibehaltung der Schutzimpfung betont. MASTERRIND-Mitarbeiter Cars-

ten Oeser stellte neue internationale Besamungsbullen vor und erinnerte, Bemuskelung und Milchleistung der Population im Auge zu behalten. Das Treffen schloss mit der einhelligen Meinung der Besucher, dass sich die Reise in den schönen fernen Osten der Republik gelohnt hat. Reinhard Mosig

ELKO NAGEL · 24797 BREIHOLZ

Kraftfutter lagern • Innen- und Außensilos von 3 - 30 t • Schnecken und Spiralen direkt vom Hersteller zu äußerst günstigen Preisen www.mecansysteme.de Tel. (0 43 32) 3 62 · Fax (0 43 32) 18 17

27


MR-28-29-FR-Tietjen.qxd

29.06.2010

14:20 Uhr

Seite 1

Familienbetrieb von Claus Tietjen jun. in Oberende

FLEISCHRINDER

Rendite durch gezielte Vermarktung Auf dem Familienbetrieb von Claus Tietjen jun. im Lilienthaler Ortsteil Oberende, eingebettet in die Wümmewiesen, hat die Mutterkuhhaltung schon eine lange Tradition. Bereits der Vater wusste die Vorzüge der Fleischrinder in der Grünlandnutzung und Qualitätsfleischerzeugung zu schätzen, so dass der konsequente Ausbau des Produktionsverfahrens durch den jetzigen Betriebsleiter nur logisch erscheint. Zurzeit hält der Hof Tietjen über 100 Mutterkühe sowie die dementsprechende Nachzucht. Neben einigen Kühen mit Abstammung werden hauptsächlich Produktionstiere gehalten. Der vor vielen Jahren eingeschlagene Weg der Verdrängungskreuzung und damit der Zucht von reinrassigen Limousin wird aus Überzeugung umgesetzt.

Geschlossene Herde Inzwischen macht die Herde optisch einen fast geschlossenen reinrassigen Eindruck. Nur bei genauem Hinsehen erkennt man die noch vorhandenen Kreuzungstiere auf der Mutterseite. Für das Deckgeschäft zeichnen augenblicklich drei gekörte Spitzenbullen verantwortlich. Besonderes Augenmerk wird bei der Bullenauswahl auf Bemuskelung, Korrektheit, Rassetyp und Cha-

rakter gelegt. Die Qualität der erzeugten Kälber entscheidet über den weiteren Einsatz der Vatertiere. Produktionstechnisch bevorzugt Claus Tietjen zwei Abkalbeperioden. Während ein Teil der Herde im Herbst kalbt, steht die zweite Gruppe im Frühjahr zur Kalbung an. Bis auf die benötigte weibliche Nachzucht werden alle Absetzer gezielt zur speziellen Vermarktung in enger Zusammenarbeit mit der FleischrinderAbteilung der MASTERRIND produziert. Die männlichen Tiere verlassen den Betrieb ab Hof und werden vom Betriebsleiter direkt nach dem Absetzen zur Ausmast in den nahe gelegenen Betrieb von Klaus Wichels in Westertimke geliefert.

Qualitätsfleisch Dort werden die Jungbullen im Rahmen des Naturwert-Qualität-

Qualitätsabsetzer für den italienischen Markt

28

Landschaftspflege mit Limousin

Rindfleischprogramms ausgemästet und dann im Alter von 18 bis 21 Monaten mit einem Gewicht von 400 bis 450 Kilogramm vermarktet. Die Auswertung der Schlachtdaten liefert wertvolle Selektionshilfen und dokumentiert die hohe Qualität der gelieferten Absetzer. Die Bezahlung für die Absetzer erfolgt in Anlehnung an die Verdener Auktionspreise. Die weiblichen Absetzer werden entweder über

die Absetzerauktion oder über die Sammelstelle in den Italienexport vermarktet. Auf der Mai-Auktion gehörte eine Tietjen-Gruppe mit 640,Euro Zuschlagspreis zur Spitzenklasse. Durch die konsequente und frühzeitige Blauzungenimpfung des gesamten Bestandes erfüllt der Betrieb auch diese enorm wichtige Vermarktungsvoraussetzung.


MR-28-29-FR-Tietjen.qxd

29.06.2010

14:21 Uhr

Seite 2

Gewusst wie – Claus Tietjen demonstriert seinen Treibwagen mit Behandlungsmöglichkeit

die dort gemeinsam mit zahlreichen Pensionspferden auf großen Standweiden zu Hause ist. Um auf diesen Extensivflächen erfolgreich wirtschaften zu können, gehört eine systematische Parasitenbekämpfung sicherlich ebenso zu den unverzichtbaren Maßnahmen wie eine gut durchdachte Besatzdichte und Weideführung.

Winter im Tieflaufstall

Impfung wichtig Wissend um die arbeitswirtschaftliche Problematik der Impfung, hat Claus Tietjen das Handling seiner Herde weiter optimiert. Ein großer Fangwagen mit integrierter Behandlungsmöglichkeit liefert beste Voraussetzungen, um nötige Impf- bzw. Behandlungsmaßnahmen auch in der Weide möglichst kurzfristig durchführen zu können. Eine kleine Demonstration beim letzten Betriebsbesuch (siehe Fotos) zeigte, wie einfach das Einfangen sein kann, wenn man über die entsprechenden Hilfsmittel verfügt und einen guten Kontakt zu seiner Herde hält. Über regelmäßige Herdenbesuche und Anfütterung mit Mehl gelingt es Tietjen, seine Herde zu dirigieren. Ein weiteres effektives Hilfsmittel ist ein Treibband, das er gemeinsam mit seinem Lehrling einsetzt, um Tiere aus der Herde herauszuselektieren. Wie einleitend schon ange-

deutet, spielt die Nutzung von absolutem Grünland im Betrieb Tietjen eine herausragende Rolle. Ein Großteil der Herde dient der Landschaftspflege im Bereich Fischerhude, wo Naturschutzflächen durch die Beweidung offengehalten werden. Viele Naturfreunde haben sich dort schon an der beeindruckenden Limousinherde erfreuen können,

Das Winterhalbjahr verbringt ein Herdenteil im Tieflaufstall auf dem Hof Tietjen, während der andere Teil der Herde ganzjährig draußen verbleibt. Dazu dient ein Maisacker mit Rundraufen und ausgeprägtem Strohlager. Neben der passionierten Fleischrinderhaltung ist der Betrieb gekennzeichnet von einer professionell betriebenen Pferdewirtschaft. 50 Pferde gehören mittlerweile zur festen Betriebs-

ausstattung. Geleitet von Ehefrau Jessica, werden in der neuen hofeigenen Reithalle mit Solaranlage umfangreicher Unterricht angeboten, Pensionsboxen bereitgestellt und sogar Reiterferien für Kinder und Jugendliche organisiert. Eine Ferienwohnung rundet das umfangreiche und gastfreundliche Angebot von Familie Tietjen ab. Insgesamt bewirtschaftet der Betrieb 180 ha, davon 120 ha Grünland, davon wiederum 50 ha Naturschutzfläche in Fischerhude. Auf 60 ha Ackerland wird zum Teil für eine Biogasanlage produziert. Das beeindruckende und vielseitige Paket vom Tietjen-Hof zeigt, was durch Ideenreichtum, Flexibilität, Marktorientierung und Kundennähe möglich ist, wobei die hohe Arbeitsbelastung selbstverständlich nicht unerwähnt bleiben darf. Johannes Röttger

Zukünftige Mutterkühe auf dem Hof Tietjen

29


MR-30-31-FR-Jungzüchter.qxd

29.06.2010

14:23 Uhr

Seite 1

FLEISCHRINDER

3. Bundesjungzüchter-Trainingslager Vom 4. bis 6. Juni fand zum zweiten Mal das Bundesjungzüchter-Trainingslager Fleischrind in der Niedersachsenhalle in Verden statt. Bei insgesamt 50 Teilnehmern kamen mit 28 mehr als die Hälfte von der MASTERRIND. Die Verbliebenen waren mit Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und NordrheinWestfalen etwas weiter angereist. Bis zum späten Freitagnachmittag waren dann aber alle Teilnehmer eingetroffen. Die niedersächsischen Jungzüchter brachten eigene Tiere und zusätzlich noch weitere für die auswärtigen Teilnehmer mit. Insgesamt 28 führige Tiere wurden noch am gleichen Abend auf die einzelnen Jungzüchter verteilt, so dass die Verantwortungen für die nächsten Tage in Sachen Waschen, Einstreuen und Füttern geklärt waren.

Praktische Arbeit Nach einigen weiteren organisatorischen Aufgaben, wie beispielsweise die Zimmerverteilung – auch hier sollten natürlich Wünsche berücksichtigt werden – klang der Abend mit gemütlichem Beisammensein aus. Am zweiten Tag ging es gleich in die Praxis, denn auch das Ausmis-

Volle Konzentration war gefragt

30

ten, Einstreuen, Waschen und Versorgen der Tiere ist Aufgabe des Züchters. Um den fachmännischen Blick zu schulen, hieß es dann „Wiegen“, aber nicht etwa die Jungzüchter, sondern selbstverständlich ist es wichtig, das eigene Rind einschätzen zu können. Dazu wurden zunächst drei Tiere gewogen und dann bei elf weiteren Tieren aus dem Kontingent das Gewicht geschätzt. Die geschätzten Gewichte wurden von jedem Teilnehmer aufgeschrieben und zur Auswertung abgegeben. Große Spannung entstand bei der Auflösung, wer hatte wohl am besten geschätzt? Das beste Auge für das Gewicht hatten: Jüngere Teilnehmer 1. Marco Zorn (RBB) 2. Berenike Peters (MASTERRIND) 3. Christian Lilienthal (MASTERRIND)

Die Teilnehmer

Ältere Teilnehmer 1. Franziska Guhl (RMV) 2. Christin Heibült (MASTERRIND) 3. Ann Kristin Wiekenberg (MASTERRIND)

der RBB erklärte an dem Tier die guten und weniger guten Merkmale, im Anschluss war dann wieder Eigeninitiative gefragt, zwei Limousintiere waren zu beurteilen.

Rassemerkmale

Beurteilungschampions wurden: Jüngere Teilnehmer 1. Marco Zorn (RBB) 2. Tobias Knurbein (MASTERRIND) 3. Jaqueline Ropers (MASTERRIND) Ältere Teilnehmer 1. Christian Kropp (MASTERRIND) 2. Clemens Braschos (FHB) 3. Marco Brockmann (MASTERRIND)

Martina Genkel vom RMV erklärte den Teilnehmern die einzelnen Rassemerkmale direkt am Tier. Die Rassen Angus, Charolais, Limousin, Galloway, Highland, Hereford, Fleckvieh Fleisch und Rotbunt-Doppelnutzung wurden hierzu in ihren Buchten aufgesucht. Zur Vorbeurteilung stand ein LimousinRind parat. Thekla Zachert von

Sandrina Lippold mit ihrem Herefordrind


MR-30-31-FR-Jungzüchter.qxd

29.06.2010

14:25 Uhr

Seite 2

r Fleischrind wurden von einem zum anderen gegeben.

Gruppenarbeit

Um noch individueller geschult zu werden, wurde die Gruppe nun zweigeteilt. Eine Gruppe durfte mit ihren Tieren im Ring das Vorführen üben, die andere wurde von Paul Bierstedt, RBB, theoretisch geschult. Die professionelle Präsentation und das richtige Umgehen mit einem Tier machte allen viel Spaß und spornte für den Vorführwettbewerb am Folgetag an. So kam es dann auch, dass am Sonntag alle Jungzüchter schnell mit der Versorgung der Tiere fertig waren, um sich auf den Vorführwettbewerb vorzubereiten. Alle Tiere wurden auf Hochglanz poliert. Der Fön lief beinahe schon heiß und die Putzmittel

Die Richtgruppen wurden nach Alter eingeteilt. Insgesamt gab es fünf Gruppen mit jüngeren (bis 14 Jahre) und vier Gruppen mit älteren (ab 15 Jahre) Teilnehmern. Pünktlich um 10 Uhr startete vor den Augen der Eltern und anderer interessierter Zuschauer der Wettbewerb. Die Jungzüchter setzten mit viel Engagement das Gelernte der letzten zwei Tage in die Tat um. Nach fast drei Tagen war auch der letzte Teilnehmer etwas mü-

Jungzüchter bei der Rassebeschreibung

de, aber alle glücklich und zufrieden. Am Ende gab es neue Bekanntschaften, lustige Tage und Abende und zahlreiche Anregungen für den Wettbewerb. Das Miteinander zwischen Groß und Klein ist bemerkenswert.

Die Kleinen sind nie allein mit ihren Tieren und Problemen. Vielen Dank an alle Helfer und an die Züchter, die Tiere bereitgestellt haben. Timo Heimsoth

Sieger der jüngeren Teilnehmer beim Vorführen Gruppe

Platz

Jungzüchter

Tier

1 1a Johann Hülsmann Charolais-Rind Sofie 2 1a Hilko Pupkes Charolais-Rind Sofie 3 1a Tamara Fuchs Charolais-Bulle Marco 4 1a Sascha Kirchhoff Fleckvieh-Rind Ricarda 5 1a Marco Zorn Limousin-Rind City Gesamtsieger der jüngeren Gruppe wurde Marco Zorn vom RBB

Verband

MASTERRIND MASTERRIND FHB MASTERRIND RBB

Sieger der älteren Teilnehmer beim Vorführen Gruppe

Platz

Jungzüchter

Tier

6 1a Marko Brockmann Limousin-Rind Asti 7 1a Katharina Giese Charolais-Bulle Marco 8 1a André Brockmann Limousin-Rind City 9 1a Franziska Guhl Limousin-Rind Caille Gesamtsieger der älteren Gruppe wurde Franziska Guhl vom RMV

Marco Zorn, Klassensieger Gruppe 5 und Sieger der Jüngeren (RBB)

Verband

MASTERRIND MASTERRIND MASTERRIND RMV

Franziska Guhl, Klassensieger Gruppe 9 und Sieger der Älteren (RBB)

31


MR-32-33-FR-Tierbeurt-Vermarkt.qxd

29.06.2010

14:27 Uhr

Seite 1

FLEISCHRINDER

Tierbeurteilungsseminar in Schleswig-Holstein Die deutsche Fleischrinderpopulation umfasst 60.000 Herdbuchkühe mit mehr als 20 Rassen. Wenn bei solchen Gegebenheiten Exterieurnoten aussagekräftig sein sollen, ist es um so wichtiger, dass wirkliche Vergleichbarkeit gegeben ist.

Um die Mitarbeiter im Außendienst diesbezüglich zu schulen, gibt es hierzu jährlich ein Treffen. Zur vierten Zusammenkunft dieser Art trafen sich 15 Mitarbeiter aus sechs Zuchtverbänden in diesem Jahr in SchleswigHolstein. Die Veranstaltung war vom RSH optimal vorbereitet, so dass effektiv gearbeitet werden konnte. Fazit: zu 80 Prozent stimmt die Linie, am Optimum

ist weiter zu arbeiten. Die größte Übereinstimmung gibt es bei den Typ- und Bemuskelungsnoten. Die meisten Diskussionen gab es bei der Bewertung des Skeletts. Wir bleiben im Sinne unserer Züchter am Ball und treffen uns zu unserer fünften Veranstaltung im Juni 2011, dann in Sachsen-Anhalt. Friedrich Averbeck

15 Mitarbeiter aus sechs Zuchtverbänden auf dem Limousinbetrieb von Ute Lucanus, Fargau-Prajau

Angus

Charolais

Paker 10/204275

Howard Pp 10/204276

geboren 09.10.2008

geboren 04.11.2008

Mit Paker R bietet die MASTERRIND einen neuen, rein rot gezogenen Angusbullen in der Besamung an. Sein Vater Plakat ist ein durchschlagender Vererber mit Spitzen-Zunahmeleistungen und starker Bemuskelung. Belegt wird dies durch die Eigenleistungsdaten im Feld und zur Körung. Sein RZF liegt mit 122 im Spitzenfeld. Vatersvater Pluto zeichnete sich ebenfalls durch gute Zunahmeleistung und hervorragende Bemuskelung aus. Dass dieser Bulle sich sehen lassen konnte, belegt der Landessieger-Titel. Auf der Mutterseite finden wir Fruchtbarkeit, Langlebigkeit und gute Nachkommen-Leistungen. Paker R selbst präsentiert sich mit überdurchschnittlichen Zunahmeleistungen im Feld, guten Körnoten, gutem RZF und ebenfalls gutem Exterieur. Er ist der passende Vererber zur Leistungssteigerung in Reinzucht und Einkreuzung. Gezüchtet wurde Paker R von Heinz-Wilhelm Riekenberg aus Engensen bei Hannover.

Mit Howard bietet die MASTERRIND einen neuen genetisch hornlosen Charolaisbullen in der Besamung an. Auf der Vaterseite finden wir neues „Hornlos-Blut“ aus Tschechien. Auf der Mutterseite spiegeln sich Langlebigkeit, Fruchtbarkeit und Leistungsstärke wider. Howard zeigt außergewöhnliche Leistungsstärke. Seine Typstärke ist gekoppelt mit hervorragender Bemuskelung und einem überragenden Exterieur. Die Zunahmeleistungen im Feld sind sehr hoch und sein eigenes Geburtsgewicht sowie das der Vaterlinie lassen normale Geburtsverläufe erwarten. Der heterozygot hornlose Howard lässt Zuchtfortschritt in Reinzucht und Einkreuzung erwarten. In der Reinzucht ist er von besonderem Interesse, weil sich in ihm Hornlos-Genetik mit Typstärke und bestem Exterieur paart.

32


MR-32-33-FR-Tierbeurt-Vermarkt.qxd

29.06.2010

14:27 Uhr

Seite 2

Fleischrinder-Vermarktung

Rückblick auf eine erfolgreiche – und Ausblick auf die neue Saison

Mutterkuhhalter eindeutig verbessert. Die absolut höchsten Durchschnittspreise wurden anlässlich der Mai-Auktion erzielt, was aufgrund des saisonal knappen Angebots nicht verwundert. Vorausschauend auf die neue Auktionssaison, die am Donnerstag, den 26. August, aufgrund des Umbaus im Auktionszelt an der Niedersachsenhalle eröffnet wird, sind einige wichtige Fakten unbedingt zu beachten. Die rechtzeitige Blauzungenimpfung der zur Vermarktung anstehenden Tiere bleibt eine ganz wichtige Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Verkauf. Ohne Impfung besteht grundsätzlich keine Chance zur Exportvermarktung. Dies würde insbesondere bei den weiblichen Absetzern zu einem deutlichen Überangebot im Inland führen und drastische negative Folgen für das gesamte Preisniveau haben. Seit Juni ist

Rindermarkt Absetzer (männlich)

Kreuzung Kreuzung Reinrassig Reinrassig

3

250-300 kg 300-350 kg 250-300 kg 300-350 kg

Durchschn. Erlös (EUR/Tier)

2,9 2,8 2,7 2,6 2,5 2,4 2,3 2,2 2,1 2 26. Aug

9. Sep

23.Sep

14. Okt

28. Okt

18. Nov

16. Dez

20. Jan

17. Mär

28. Apr

250-300 kg 300-350 kg

Reinrassig 250-300 kg Reinrassig 300-350 kg

600 580 560 540 520 500 480 460 440 420 400 26. Aug

Insbesondere die Winter- und Frühjahrsauktionen waren stark frequentiert und boten mit durchschnittlich über 500 Tieren hervorragende Zukaufmöglichkeiten für die Kunden. Auch das qualitative Fazit fällt durchaus positiv aus, da der Anteil der Spitzenqualitäten weiter ausgebaut werden konnte. Ein Preisvergleich der Reinzucht- und Kreuzungstiere der beiden Hauptrassen Charolais und Limousin unterstreicht, über die gesamte Saison betrachtet, die Möglichkeiten, die in der Qualitätsselektion liegen. Bei gleichem Arbeitsaufwand lassen sich nicht zu unterschätzende Preisaufschläge erzielen und weitere Absatzpotenziale erschließen, da die Nachfrage nach Topqualitäten stetig steigt. Auffällig war ebenfalls, dass die Tiere im Durchschnitt deutlich schwerer angeboten werden, was die Erlössituation für den

Kreuzung Kreuzung

Rindermarkt Absetzer (weiblich) Durchschn. Erlös (EUR/Tier)

Rückblickend auf elf Verdener Qualitätsmastviehauktionen von August 2009 bis Mai 2010 kann insgesamt von einer erfolgreichen Saison gesprochen werden. Erfreulicherweise wurde der Verdener Auktionsplatz wieder sehr gut angenommen. Bis zum Start der nächsten Auktion im August steht bei der AbsetzerVermarktung das Ab-Hof-Geschäft im Vordergrund.

9. Sep

23.Sep

14. Okt

28. Okt

die BVD-Verordnung in Kraft gesetzt, so dass alle Betriebe intensiv darauf hinarbeiten sollten, einen BVD-unverdächtigen Status zu erlangen. Ab Januar 2011 dürfen definitiv nur noch BVD-negative Tiere vermarktet werden. Das heißt, die Verkaufstiere müssen entweder über die neue Ohrstanzprobe untersucht sein oder, falls noch mit den alten Ohrmarken gekennzeichnet, vor dem Verkauf geblutet werden. Darüber hinaus gilt es selbstverständlich, den BHV1-und Leukose/Brucellosestatus auf dem

18. Nov

16. Dez

20. Jan

17. Mär

28. Apr

27. Mai

laufenden zu halten. Neben der angesprochenen Auktionsvermarktung bietet die MASTERRIND GmbH ganzjährig die Vermarktung aller Tierkategorien direkt ab Hof bzw. über die Sammelstelle in Verden an. Betriebe, die zum Verkauf stehende Tiere anzubieten haben, können sich hierzu jederzeit an die Fleischrinderabteilung wenden. Sie erreichen uns über Tel. 04231/679128, Fax: 04231/679-288, oder fleischrinder@masterrind.com. Johannes Röttger

Ab-Hofverkauf stärken Die Fleischrinderabteilung der MASTERRIND ist mit ihren Verdener Absetzerauktionen Preisbarometer und Preismacher in Norddeutschland. Qualitätsabsetzer aus Verden sind ein Begriff für die Kunden der Region und des Auslandes. Das gilt auch für das AbHofgeschäft. Dieser Betriebszweig spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle im Tagesgeschäft und wird weiter ausgebaut. Für regelmäßige Lieferungen während des ganzen Jahres suchen wir laufend Tiere und damit auch neue Lieferanten. Ob über Auktion oder Ab-Hof – wir sind kompetenter Handelspartner in der kontinuierlichen Vermarktung von Qualitätsabsetzern aus Mutterkuhhaltung während des ganzen Jahres. Sprechen Sie uns jederzeit an! Zentrale: Johannes Röttger 04231/679-125 oder 0172/2133251 Außendienst: Thorsten Ahlers 0172/2923404, Timo Heimsoth 0151/17436743 und Torsten Kirstein 0172/4345596

27. Mai

33


MR-34-35-Vermarktung-HF.qxd

29.06.2010

14:29 Uhr

Seite 1

Marktnotizen

Am

VERMARKTUNG

Rinder gesucht Die Situation auf dem Zuchtviehmarkt bietet den Verkäufern nahezu ideale Vermarktungsmöglichkeiten. Die Kombination aus starker Inlandsnachfrage und regem Exportgeschäft sorgt für ein interessantes Preisniveau. Wer jetzt verkauft, hat beste Chancen, gute Geschäfte zu machen, eine zwingende Voraussetzung ist jedoch nach wie vor der aktuelle Blauzungen-Impfschutz. Fehlt er, ist eine Vermarktung nach außerhalb nahezu unmöglich. standorten fördern das Interesse der potentiellen Käufer.

Auktion Die Vermarktungsplattform schlechthin für abgekalbte Färsen ist und bleibt die Auktion. Färsen, die frisch laktierend sind, deren Abkalbung also nicht länger als acht Wochen zurückliegt, sind hier gefragt. Wichtig für die Auktionskunden ist zudem die Einsatzleistung, denn beim Blick in den Katalog weckt sie neben dem Kalbedatum das erste Interesse für die Färse. Die Tagesleistung sollte in jedem Fall mindestens 26 Liter betragen. Kommen noch gute Fundamente und entsprechende Euteranlagen hinzu, hat Ihre Färse sicherlich die besten Chancen, im höheren Preissegment auf der nächsten Auktion dabei zu sein. Melden Sie infrage kommende Färsen direkt an, denn hohe Auftriebszahlen auf den einzelnen Auktions-

Die nächsten Auktionen 14. Juli => Uelzen 10. August => Verden 11. August => Bremervörde 7. September => Verden 14. September => Bremervörde 15. September => Uelzen

Export Marokko, Algerien, Kroatien ... die Liste ist beliebig zu verlängern. Die Nachfrage nach tragenden Holstein-Friesian-Rindern ist momentan stark wie lange nicht mehr. Das in anderen Jahren bekannte Sommerloch scheint in diesem Jahr im Urlaub zu sein. Nutzen Sie somit diese komfortable Vermarktungssituation. Für den Export werden vorrangig tragende Rin-

Preise der Auktionsfärsen N N N

1950

N N

1150

bleiben!

N N

N N

N N

N N

N N N

Jan.

von sechs bis acht Wochen infrage kommen.

der mit einer Trächtigkeit ab 10 Wochen und einem Mindestgewicht von 470 kg gesucht. Sicherlich findet auch in Ihrer Region in naher Zukunft ein entsprechender Ankauf statt, bitte wenden Sie sich direkt an Ihren Zuchtinspektor oder an die Zentralen in Verden oder Meißen und wir kommen auch bei Ihnen zur Besichtigung Ihrer Rinder vorbei. Parallel zu den tragenden hat sich im Exportgeschäft die Nachfrage nach abgekalbten Färsen spürbar weiterentwickelt. Aufgrund des zurzeit stabilen Milchpreisniveaus innerhalb der Europäischen Union ist das Angebot in dieser Gattung zu gering. Nutzen Sie also auch in diesem Segment die guten Vermarktungschancen und melden passende Färsen an. Bitte beachten Sie, dass hier nur Färsen mit einer maximalen Abkalbezeit

Ab-Hof Die Situation lässt sich sehr exakt beschreiben: Kuhkälber sind im Angebot, alle übrigen Kategorien werden gesucht. Die Jungtiere können somit in größerer Stückzahl auch von einem Betrieb zu aktuell marktfreundlichen Preisen erworben werden. Eine sehr große Nachfrage herrscht hingegen in den Bereichen der Jungrinder, abgekalbten Färsen und ganzen Herden. Warten Sie mit der Vermarktung Ihrer Tiere also nicht bis zum Herbst, sondern profitieren Sie von der ungewöhnlich guten Marktsituation in diesem Sommer. 䡵

Carsten Hoops

Euro / Tier 650

2008 2009

N N

600

2010

N N

N N N N

N N

N N

N N

500 450 N 400 350

N

300

950

34

Also: Am

550

1750

1350

Die zahlreichen Informationen über Internet, E-Mail, Katalog sowie diese Zeitschrift sind bei vielen Landwirten positiv aufgenommen worden. Vielen Dank dafür, dass uns durch frist- und fachgerechte BT-Impfung und Datenspeicherung der Exportmarkt offengehalten wurde. Dennoch gibt es noch zu viele Tiere, die keine optimalen Preise erzielen, weil die BT-Impfung fehlt oder unvollständig ist. Daher nochmals: 1. Grundimmunisierung (zweimaliges Impfen) des Jungviehs und danach Wiederholungsimpfung jeweils im Jahresabstand. 2. Grundimmunisierung spätestens 60 Tage vor der Belegung abschließen, besser jedoch noch früher, da ein Export in viele Länder dann nicht mehr möglich ist.

Preise der weiblichen Zuchtkälber

Euro / Tier 2150

1550

bleiben – ohne BT-Impfung kein Export

Feb. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Zuschlagspreise in Verden ohne MwSt.

Nov. Dez.

Jan.

N N

N

N N N

N N

N N

N

N N

N N

N N

N N N

N

N

Feb. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Zuschlagspreise in Verden ohne MwSt.

2008 2009 2010

N N

Nov. Dez.


MR-34-35-Vermarktung-HF.qxd

29.06.2010

14:30 Uhr

Seite 2

Tiermeldungen bis zum 1. 9. 2010

DHV-Elite-Auktion am 29.11.2010 Die DHV-Elite-Auktion in Hamm gilt traditionell als idealer Marktplatz für hochwertigste Holstein-Tiere. Die internationale Nachfrage ermöglichte in der Vergangenheit häufig Preise, die deutlich über 10.000 Euro lagen.

Nutzen Sie unser Vermarktungsangebot: • Abholung ab Hof – jede Woche • ständiger An- und Verkauf von Futtervieh • optimale Vermarktung durch Sortierung und Angebotsbündelung • schnelle Abrechnung und Bezahlung Ihre Ansprechpartner: Sachsen: Niedersachsen: Manfred Israel 04231/679-126 Westerzgebirge/Vogtland: Kerstin Schäffner 0178-6623824 0172/2133258 Mittelsachsen: Cord Block 04231/679-127 Götz Jäschke 0178-6623808 0172/4346775 Obersachsen: Büro: Carolin Clausen 04231/679-129 Franz Kieschnick 0178-6623043 Fax 04231/679-233 E-Mail nutzkaelber@masterrind.com

Gute Absatzmöglichkeiten wird die Auktion auch in diesem Jahr für alle Altersgruppen bieten. Erstklassige Pedigrees und sehr gut entwickelte abgekalbte oder tragende Rinder erzielten in den vergangenen Jahren die besten Verkaufserlöse. Für tadellos herausgebrachte Zuchtrinder mit hervorragenden Vererbungsanlagen gibt es nach wie vor eine kleine, aber feste Gruppe von Kaufinteressenten, die ständig auf der Suche nach außergewöhnlichen Zuchttieren ist. Diese Züchter nutzen besonders die DHV-Elite-Auktion, um einerseits die Produktionsleistungen der eigenen Herde zu verbessern und andererseits das eine oder andere Spitzentier für

die kommende Schausaison zu erstehen. Ob Sachsen oder Niedersachsen, der Vermarktungsweg über diese Auktion bietet auch für die Züchter aus dem Zuchtgebiet der MASTERRIND eine attraktive Alternative. Dies gilt allerdings nur für außergewöhnliche Zuchtrinder. Daher melden Sie Ihre Spitzentiere für die Elite-Auktion bitte bis zum 1. September bei der MASTERRIND an und achten dabei insbesondere auf ein hervorragendes Exterieur. Anmeldungen bitte an Frau Reineke, Tel.: 04231/679-131, Fax: 04231/679-277, E-Mail: sreineke@masterrind.com. Die Auswahl erfolgt anschließend durch Andreas Oltrogge. 䡵

Auszahlungspreise für Ø HF-Bullenkälber Euro / Tier 160

N

140 120 100 N 80 N N 60

N N N

N N

N N

N N

N N N

N N N

N N

N N

2010 2009 2008

N N

N

N

N N

N

N

40 Jan.

Feb. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. (inkl. MwSt.) +/- Qualitätsauf- und abschläge

Nov. Dez.

Maine, Durham-Tochter von Wilhelm Hormann aus Warmsen, wechselte 2009 für 8.500 Euro den Besitzer

35


MR-36-37-JZ-Somsdorf.qxd

29.06.2010

14:31 Uhr

Seite 1

In Somsdorf

Sachsenoffener Jungzüchtervorführw e

JUNGZÜCHTER

Alle zwei Jahre findet in Somsdorf ein sachsenoffener Jungzüchtervorführwettbewerb statt, zu dem sich am 12. Juni 36 Jungzüchter aus ganz Sachsen bei Familie Bernhardt, einem der besten Leistungs- und Zuchtbetriebe Sachsens, einfanden. Durchgeführt wurde die Veranstaltung auf dem angrenzenden Gelände der Agrargenossenschaft Dresdner Vorland. Deren geräumiger Bergeraum diente der Unterbringung der Tiere, der angrenzende Platz schaffte für den Wettbewerb beste Voraussetzungen. Das i-Tüpfelchen setzte Clara auf die Veranstaltung. Das Hochdruckgebiet sorgte während der gesamten Veranstaltung für bestes Wetter.

Ab sechs Jahre Das Richten übernahm mit Martin Häberer der stellvertretende Vorsitzende des Vogtländischen Jungzüchterclubs, die Eröffnungsrede hielt Denise Pfaff,

Vorsitzende des JungzüchterClubs Sachsen. Pünktlich um 11.00 Uhr betraten die Jüngsten, im Alter zwischen sechs und neun Jahren, den Ring. Außer Till Schubert von der Dittmannsdorfer AG, mit sechs Jahren jüngster Teilnehmer, waren alle anderen Jungzüchter schon oft bei Wettbewerben dabei gewesen, was Martin Häberer das Richten natürlich gewaltig erschwerte. Sieger der ersten Klasse wurde Franz Kempe aus Amtsberg vor Nico Pinkert von der Dittmannsdorfer AG. Bei der Klasse 2 (bis 16 Jahre) waren zwei neue Starterinnen dabei. Franz’ Schwester Teresa Kempe aus Amtsberg und Madlen Krüger vom Betrieb Denise

Gruppenwettbewerb

Klauenpflege bei Milchkühen und Rindern bundesweit Walter Meyer, Moorwinkel 3, 21702 Ahlerstedt Telefon 0 4166 - 8418 68, Handy 0171 - 5 54 74 52 E-Mail Klauenmeyer@hotmail.com 36

Sieger im Gruppenwettbewerb wurde die Mannschaft der AG Hainichen-Pappendorf

Pfaff aus Gahlenz lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide hatten schon öfter einen Sieg mit nach Hause nehmen können, aber schließlich entschied sich der Richter ganz knapp für Teresa als Klassensiegerin und Madlen als Zweite. In der Klasse 3, der Lehrlingsklasse, siegte souverän Tobias Blaschke aus Neuhausen vor Martin Quaas von der AG Hainichen-Pappendorf. Die stärkste Klasse war die Klasse 4. Die sechs Jungzüchter waren alle sehr konzentriert und folgten immer sofort den Anweisungen des Richters. Letztendlich entschied sich der Richter für Tina Scholz vom Betrieb Denise Pfaff aus Gahlenz vor Luise Heiden vom Betrieb Bernhardt aus Somsdorf. Auch in der Klasse 5 waren Profis am Start, die es dem Richter bei seinen Entscheidungen nicht leicht machten. Hier siegte Sebastian Voigtländer von der AG Hainichen-Pappendorf vor Stefanie Zabel vom Milchhof Diera.

de ein wichtiger Zwischenentscheid durchgeführt. In Vorbereitung auf den Bundesjungzüchterwettbewerb, der am 30. und 31. Juli in Bismarck stattfinden wird, wurde entschieden, dass dort die Sieger der Altersklassen 16 bis 20 und 21 bis 25 Jahre aus den beiden Jungzüchterwettbewerben Vogtland(Neudörfel) und Somsdorf an den Start gehen werden. Die drei Sieger der Klassen 3 bis 5 mussten so um die Nominierung kämpfen. Hier zog der Richter alle Register, z.B. Tiertausch und Aufstellen, um den Sieger zu ermitteln. Schließlich gab er Tina Scholz durch einen Klaps auf ihr Rind zu verstehen, dass sie für den

Für Bundesentscheid qualifiziert Bevor die Teilnehmer der letzten Klasse, im Alter von 20 bis 24 Jahren, den Ring betraten, wur-

Champion Tina Scholz und die Vorsitzende des JZC, Denise Pfaff


MR-36-37-JZ-Somsdorf.qxd

01.07.2010

w ettbewerb

Bundeswettbewerb qualifiziert wurde. Bei den Großen, in der Altersklasse 21 bis 25 Jahre, siegte Marc Bernhardt vom gastgebenden Betrieb vor Julia Urbansky von der AG Schönberg und konnte sich somit gleichzeitig für den Bundeswettbewerb nominieren. Im Vogtland wurden Tobias Döhler aus Wildenau bei den 16bis 20-Jährigen und Marc Schlesinger aus Lichtentanne in der Altersklasse 21 bis 25 nominiert.

Alert II-Tochter bestes Typtier Als nächstes wurde das beste Typtier ermittelt. Hier entschied sich der Richter für die ganz

Aufstellung der Klasse 5

7:11 Uhr

Seite 2

schicke und milchtypische Alert II-Tochter Rosalie vom Betrieb Denise Pfaff aus Gahlenz, die aus der bekannten Starbuck-Rosalind-Familie des Larry Jerome stammt. Nun war es endlich so weit, die Sieger und Reservesieger der sechs Klassen betraten den Ring, um den Championtitel unter sich auszumachen. In diesem Moment schlug sicher bei jedem das Herz höher, wenn man sah, wie professionell sich hier die Jungzüchter präsentierten. Auch hier ließ der Richter mehrere Lektionen durchführen und veranlasste einen Tiertausch, um letztendlich den Besten herauszufinden. Sieger und schließlich Champion des sachsenoffenen Jungzüchtervorführwettbewerbes wurde Tina Scholz vom Betrieb Denise Pfaff aus Gahlenz . Der Reservesieg ging an Franz Kempe aus Amtsberg. Auch allen anderen Teilnehmern des Wettbewerbes einen herzlichen Glückwunsch für die erreichten Siege und Platzierungen und ein Dankeschön für die Teilnahme.

Gruppenwettbewerb als Abschluss Als letzte Prüfung stand der Gruppenwettbewerb auf dem Programm. Drei Jungzüchter aus jedem teilnehmenden Betrieb mussten sich nebeneinander harmonisch, ausgeglichen und möglichst gleichmäßig prä-

sentieren. An den Start gingen sieben Gruppen, die in zwei Klassen mit jeweils vier und drei Gruppen eingeteilt wurden. Von den vier Gruppen der Betriebe AG Hainichen-Pappendorf, AGRASET Naundorf, W. & G. Blaschke Neuhausen und der Dittmannsdorfer AG in der ersten Klasse siegte ganz deutlich die Mannschaft von der AG Hainichen-Pappendorf. In der zweiten Klasse mit den Mannschaften von der AG Schönberg, den LWB Kempe aus Amtsberg und dem LWB Denise Pfaff aus Gahlenz hatte die Gruppe von der AG Schönberg die Nase vorn. Bei der Gesamtsiegerauswahl beider Gruppierungen siegte ganz knapp die Mannschaft von der AG Hainichen-Pappendorf vor der Gruppe der AG Schönberg. Mit diesem Abschlussbild beider Siegermannschaften und einem kleinen Dankeschön an alle Organisatoren ging wieder ein erfolgreicher Jungzüchterwettbewerb zu Ende. Abschließend möchten wir uns noch einmal bei allen Sponsoren bedanken, die uns bei diesem Wettbewerb unterstützt haben – denn ohne sie könnten wir keinen so gelungenen Jungzüchterwettbewerb durchführen. Danke auch an die fleißigen Fitter Denise Pfaff, Ronny Reichenbach, Markus Schönherr und Albrecht Roericht sowie an die Firma Hermes Stallbau, die die Anbindungen und die Fitterplätze zur Verfügung gestellt und auch installiert hat. Außerdem möchten wir uns bei den Kreiszuchtvereinen Freiberg und Weißeritzkreis, der Agrargenossenschaft Dresdner Vorland, der Familie Bernhardt und den vielen kleinen Helfern nochmals ganz herzlich bedanken, die uns bei der Organisation und Durchführung des Jungzüchtervorführwettbewerbes hier in Somsdorf so tatkräftig unterstützt haben.

Andreas Fritzsch

䡵 37


MR-38-39-JZ-Vogtland-Dannenberg.qxd

01.07.2010

7:10 Uhr

Seite 1

15. Vogtländischer Jungzüchtervorführwettbewerb Wie gewohnt konnte der Vogtländische Jungzüchtervorführwettbewerb am Sonntag, dem 6. Juni, eine große Zahl von Zuschauern begeistern und davon überzeugen, dass im Rahmen dieser Veranstaltung nicht nur professionelles Arbeiten mit Zuchttieren demonstriert wird, sondern dass es auch immer wieder Spaß machen kann, sich mit Rindern zu beschäftigen.

JUNGZÜCHTER

Schulung zu Beginn

Preisrichter Alexander Braune

Dass inzwischen einige Jungzüchter diese Veranstaltung prägen und ihre Erfahrungen an Jüngere weitergeben, ist sinnvoll und macht zugleich Freude bei dieser gemeinsamen Arbeit. Nach Eröffnung unserer Veranstaltung durch den Vorsitzenden des Jungzüchterclubs, Christoph Lenk, richtete unsere Schirmherrin und Amtsleiterin des Landwirtschaftsamtes Plauen, Frau Dr. Trompelt, einige Worte an uns.

Vor Beginn des Vorführens erklärte Preisrichter Alexander Braune, selbst Junglandwirt, 19 Jahre und auf dem elterlichen Betrieb in Sachsen-Anhalt tätig, den Teilnehmern und Zuschauern, wie die Tiere präsentiert werden und auf welche Details die Jungzüchter besonders Wert legen sollten. 37 Jungzüchter gingen an den Start und kämpften in sechs Altersklassen. Hierbei rangierte der Preisrichter alle Teilnehmer und hatte die Aufgabe, das beste Typtier je Klasse herauszufinden. Gerade in den älteren Klassen war es dem Preisrichter aufgrund der ausgeglichenen Präsentation nicht leicht gefallen, die entsprechende Rangierung vorzunehmen. Bei der anschließenden, mit großer Spannung erwarteten, Auswahl des besten Vorführers im Wettbewerb, ging kein Weg an Tobias Döhler aus

Tobias Döhler (links) wurde Bester Vorführer

38

Finish-Tochter Fistje erhielt die Auszeichnung Beste Euterkuh

Platzierung Kuhwettbewerb Klasse

Platz

Betrieb

Vater

VII

1a 1b 1a

AG Bockendorf AG Bockendorf Lenk, Irfersgrün

Finish NL Wildman US Hanno

VII

Wildenau vorbei, der wieder einmal seine Vorführleistung optimal präsentierte. Den Reservesieg konnte mit Stolz Tobias Schosser, Lehrling im Betrieb Müller in Hartmannsdorf, davontragen, der demzufolge den Gesamtsieg seines Meisters streitig machen wollte. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden zwei Kuhklassen vorgestellt. Sie kämpften um den Titel Miss Vogtland und Beste Euterkuh. Wieder mit großer Spannung erwartet wurde die Auswahl der

Miss Vogtland. Eine HannoTochter, in der 3. Laktation. stehend, vom Betrieb Lenk in Irfersgrün, errang diesen Titel. Reservesiegerin und zugleich beste Euterkuh wurde eine FinishTochter von der AG Bockendorf.

Clown-Tochter Cassandra Zwischen dem Vorführwettbewerb und dem Schauwettbewerb präsentierte sich die Dauerleistungskuh Cassandra (V. Clown), 121.000 kg Milch in der 10. Lakt. stehend, von der Landwirtschaftsverwaltung Waldkirchen. Diese sehr vitale Kuh, ihrem Alter entsprechend im sehr guten Milchyp stehend, zeigte sich in ihrer Gesamtheit als unübertrefflich. Hervorzuheben ist ihr hervorragendes Beinwerk und ein für den Melker sehr brauchbares Euter. Um diese im Großbestand immer gesund gewesene Kuh kann man den Betrieb beneiden und zugleich immer wieder beglückwünschen. Alljährlich wird auch an diesem Tag der Sieger oder die Siegerin des sechs Wochen zuvor auf dem Betrieb Glück in Kobitz-


MR-38-39-JZ-Vogtland-Dannenberg.qxd

schwalde stattgefundenen Tierbeurteilungswettbewerbes aus-

29.06.2010

14:36 Uhr

gezeichnet. Den ersten Preis konnte Marcel Weiß, Lehrling im

Seite 2

Betrieb Schlesinger, Ebersbrunn, entgegennehmen.

Klassensieger im Vorführwettbewerb Bestes Typtier Klasse Platz

Name

Betrieb

Tier

Besitzer

I

Lukas Barth Jessica Riedel Chris Volkmann Luise Seifert Judith Döhler Marie Burghardt Tobias Schosser Marcel Weiß Tobias Döhler Christin Müller Marc Schlesinger

Bart GbR, Stürzengrün Zeh, Thierbach Volkmann, Schönberg Kuhn, Schönberg Döhler, Wildenau AG Reichenbach Müller, Hartmannsdorf Schesinger, Ebersbrunn Döhler, Wildenau AG Reichenbach Schlesinger, Ebersbrunn

Gilligan-Kalb -Goldwin Gilligan-Jungrind

Kuhn, Schönberg

Starfire-Färse

AG Reichenbach

Gidget-Färse

Zeh, Thierbach

Shoeberg-Färse

Lenk, Irfersgrün

Golden-Färse

Döhler, Wildenau

II III IV V VI

1 2 1 2 1 2 1 2 1 2 1

Kuhn, Schönberg

Zusammenfassend kann man sagen, dass diese Veranstaltung wieder bei vielen Menschen gut angekommen ist. Dieser Erfolg war aber nur durch das große Engagement vieler Jungzüchter möglich und dies wiederum durch die Unterstützung von ihren Familien. Wir möchten uns hiermit bei allen Teilnehmern und Helfern bedanken. Ein besonderes Dankeschön gilt auch allen Sponsoren.

Dietrich Becher

Jungzüchtertag in Dannenberg „Alles richtig gemacht“ – so lautet wohl das Fazit der Vorsitzenden im Jungzüchterclub Lüchow-Dannenberg. Als feststand, dass in Predöhlsau mit den Betrieben Schröder, Marquard und Möller gleich drei Schwarzbunt-Betriebe beim Tag des offenen Hofes dabei sein würden, war auch schon fast der Entschluss gefasst, den diesjährigen Vorführwettbewerb an diesem Tag durchzführen. konnte. Auch die zahlreichen Zuschauer hatten sich zeitig ihre Plätze am Vorführring gesichert. Gerade die Kleinsten sind immer wieder ein Publikumsmagnet und sie glänzen nicht nur durch ihre beeindruckenden Vorführkünste. Bis zum Alter von neun Jahren zählt man zu den jüngeren Vorführern und hat, anders als die Großen, auch noch Fragen zum Tier zu beantworten. Nacheinander kamen dann insgesamt acht Klassen in den Ring und holten sich ihr Ur-

Der Betrieb Marquard stellte dann auch noch das Vorführareal zur Verfügung. Am 16. Juni war es dann so weit, die 50 gemeldeten Jungzüchter im Alter von vier bis 21 Jahren waren zeitig angereist, um ihren Tieren für den Wettbewerb den letzten Feinschliff zu geben. Bereits kurz vor 11 Uhr hatten sich Preisrichterin Friederike Evers aus Syke-Leerßen und die erste zu richtende Gruppe auf dem Platz eingefunden, damit es dann auch pünktlich losgehen

Die Besten an diesem Tag waren: Platzierung

Name

Vorführer

Sieger Jung Res.-S. Jung Sieger Mittel Res.-S. Mittel Sieger Alt Res.-S. Alt

Maily Reni Selena Tempo Patoche Milster

Lena Behrendt, Brünkendorf Tjake Mertens, Trebel Max Hinneberg, Neu Darchau Lucie Hahlbohm, Lemgow Carsten Martens, Trebel Julian Stegemann, Dangenstorf

Fast die gesamte Vorführtruppe auf einen Blick

teil bei der Richterin ab. Während die Kleinen durch Fachwissen glänzten, galt es für die Älteren, noch tiefer in die Vorführpraxis zu gehen, denn auch das korrekte Aufstellen will gelernt sein. Am Ende wurden drei Sieger und Reservesieger in den Kategorien jung, mittel und alt ausgemacht, wobei man hier bereits mit 16 Jahren als alt gilt. Gut, dass das nicht immer so ist. Das beste Typtier wurde von Thiemo Schmand aus Dannenberg vorgeführt, sein Kalb Lilly (V. Shottle)wurde hierfür mit einem Sonderehrenpreis belohnt, über den sich der Besitzer, Jörg Schröder aus Dannenberg, sicherlich freuen wird. Die Jungzüchter, die an diesem Tag ohne Rind angereist waren, sich aber

trotzdem im Wettbewerb messen wollten, bekamen die Gelegenheit, dieses in der Tierbeurteilung zu tun. Hier waren auf den ersten Blick zwar nur ein Kugelschreiber und der Bewertungsbogen zu beherrschen. Wer genauer hinblickte, dem fiel aber sofort auf, dass überaus viel Sachverstand vonnöten war, um die insgesamt 19 linearen Merkmale einer Kuh richtig einzuschätzen und dem Urteil des Richters möglichst nah zu kommen. Ob nun in der Tierbeurteilung oder beim Vorführen, jeder Jungzüchter bekam seine Chance und war nach dem Wettbewerb sicherlich dankbar, sich an einem der Bewirtungsstände stärken zu können. Christiane Soller

䡵 39


MR-40-41-JZ-Melkwettbewerb-Triathlon.qxd

29.06.2010

14:39 Uhr

Seite 1

Niedersachsen

Landesmelkwettbewerb Mitte März trafen sich zwölf niedersächsische Nachwuchsmelker, die sich zuvor in sechs Vorentscheiden qualifiziert hatten, auf dem Betrieb von Torben Peters in Lunsen (Landkreis Verden) zum Landesentscheid.

JUNGZÜCHTER

Im theoretischen Prüfungsteil ging es zunächst um verschiedenste Fragen der Milcherzeugung. Anschließend lieferten sich die Teilnehmer in einem Melkkarussell mit 28 Plätzen ein Kopf-an-Kopf-Rennen, was die Sorgfalt beim Melken betraf. Jeder Teilnehmer hatte sechs Kühe zu melken und danach den Eutergesundheitstest durchzuführen.

Die Entscheidung über den Sieg war dann knapp. Das Teilnehmerfeld bewegte sich zwischen 98 und 118 Gesamtpunkten, bei einer möglichen Höchstpunktzahl von 130. Überlegener und strahlender Sieger des Wettbewerbs wurde mit 117,7 Punkten Kai Bühring aus Brahmstedt vor Sascha Thiel aus Loxstedt (108,3 Punkte), beide bei Bremerhaven, und

Die strahlenden Sieger des Landesmelkwettbewerbs der LWK Niedersachsen mit Präsident Arendt Meyer zu Wehdel (re.) und Kammer-Mitarbeiter Erich Meyer

Julia Schate aus Brechtorf bei Wolfsburg (108,2). Sie vertraten das Bundesland Niedersachsen

nun beim Bundesmelkwettbewerb, der im April in Almesbach, Bayern, stattfand. 䡵

Ab in den Süden – dem Jungzüchterclub hinterher So könnte die Motivation für alle interessierten Jungzüchter südlich Nienburgs lauten, denn endlich gibt es auch im südlichen Zipfel des Zuchtgebietes wieder einen Jungzüchterclub. Nachdem der Jungzüchterclub in Hannover-Peine 2000 aufgelöst wurde, war es für die interessierten Nachwuchszüchter zwischen Hannover und Göttingen oder auch Holzminden schwierig, sich mit Gleichge-

sinnten zu treffen. Das soll nun anders werden, denn seit Ende Mai gibt es einen neuen Jungzüchterclub in Südhannover. Engagierte Jungzüchter aus der Region fassten den Entschluss, einen neuen Jungzüchterclub zu

Der frischgewählte Vorstand des neuen Jungzüchterclubs in Südhannover

40

gründen. Nun musste der Plan nur noch in die Tat umgesetzt werden.

Gründungssitzung in Wenzen Mit Unterstützung der Eltern und den vor Ort zuständigen Zuchtinspektoren Jörg Speckmeier und Herbert Willms wurde am 30. Mai auf dem Betrieb der Familie Wielert in Wenzen ein Tierbeurteilungslehrgang mit anschließender Gründungssitzung durchgeführt. Um die Interessierten auf den Geschmack der Jungzüchterarbeit zu bringen, hieß es zunächst ran ans Tier. Anhand einiger Beispielkühe erklärte Chefklassifizierer Ulrich Böckmann die linearen Merkmale zur Bewertung einer Kuh und stand den neugierigen Fragen der Jungzüchter parat. Nachdem Neugierde und, dank eines kleinen Mittagsimbisses, auch der Hunger gestillt

waren, fiel es nicht mehr schwer, voller Enthusiasmus weiterzumachen. Bei der ersten Versammlung des Jungzüchterclubs Südhannover wurden die Vorsitzenden mit voller Zustimmung gewählt. Ab sofort wird somit Henrike Topp aus Uslar den Posten der ersten Vorsitzenden besetzen, als zweite Vorsitzende steht ihr Kira Jörn aus Uslar zur Seite. Die Einbeckerin Theresa Traupe wird als erste das Amt der Kassenwartin übernehmen. Neben ihrer Schwester wurde auch Anna Topp in den Vorstand gewählt, sie hat sich als Schriftführerin zu Verfügung gestellt. Um nicht den Eindruck zu bekommen, dass hier ausschließlich Frauen am Werk sind, wird Daniel Grünewald aus Dransfeld die Männerfraktion im Vorstand des Jungzüchterclubs Südhannover bilden.

Christiane Soller


MR-40-41-JZ-Melkwettbewerb-Triathlon.qxd

29.06.2010

14:41 Uhr

Seite 2

Über 100 Anmeldungen zum Vorführwettbewerb

Tarmstedter Jungzüchter-Triathlon „Bei Auflage 14 zum ersten Mal nach Tarmstedt“, so lautet das diesjährige Motto für den JungzüchterTriathlon. Nach anfänglicher Skepsis, ob Tarmstedt denn nun genauso gut wie die Verdener Niedersachsenhalle als Austragungsort geeignet ist, kamen, je näher der Anmeldeschluss für den Vorführwettbewerb rückte, immer mehr Nennungen ins Haus der MASTERRIND. Man scheint sich einig zu sein, Sonnenschein, sofern Petrus es will, ist schöner als das künstliche Licht in der Halle. Nach Meldeschluss heißt es, dass stolze 105 Teilnehmer im Vorführwettbewerb an den Start gehen und sich am 11. Juli in Tarmstedt messen werden. Neben dem Vorführen bilden die Disziplinen Rangieren und Beurteilen die Kernelemente des Triath-

lons. Der Triathlon-Meister wird in den Altersklassen Jung (bis einschl. 15 Jahre ) und Alt (16 bis einschl. 25 Jahre) ermittelt. Bei der Tierbeurteilung heißt es für die jüngeren Teilnehmer zwei Kühe zu bewerten. Die älteren Teilnehmer haben hingegen drei Kühe linear zu bewerten. Im Rangierwettbewerb gilt es zwei vorgestellte Kuhgruppen nach Merkmalen in der Reihe zu ord-

nen. Wie bei der Führerscheinprüfung folgt nach der Theorie auch beim Triathlon die Praxis: das Vorführen. Es wird in vier unterschiedlichen Altersklassen ausgewertet: von fünf bis neun, zehn bis zwölf sowie 13 bis 15 und 16 bis 25 Jahren. Wer Lust hat, an nur einem der Wettwerbe teilzunehmen, kann das natürlich auch. Anmeldungen für den Rangier- und Beurteilungswettbewerb sind sogar noch am Veranstaltungstag selbst möglich. Wer TriathlonMeister werden möchte, muss aber selbstverständlich alle drei Disziplinen absolvieren. Der Mannschaftswettbewerb rundet die Veranstaltung ab. Drei Jungzüchter eines Clubs bilden hierbei ein Team und werden zusammen gewertet. Die Zusammenstellung der Mannschaften erfolgt am Schautage durch die entsprechenden Clubvorsitzenden. Christiane Soller

Der Blick zum Richter ist das A und O

Höchste Konzentration bei Tier und Vorführer

Der Ablauf am Triathlon-Tag 6.00 bis 08.30 Uhr 9.00 Uhr 9.30 bis 12.00 Uhr 10.00 bis 14.00 Uhr ca. 15.00 Uhr

Auftrieb Begrüßung und Vorbeurteilung einer Beispielkuh Rangieren und Beurteilen Vorführwettbewerb mit Siegerauswahl Siegerehrung

Auch die Jüngsten sind mit Eifer dabei

Die Sieger des 13. Jungzüchter-Triathlons mit den Preisrichter

41


MR-42-43-Management-Besamungsservice.qxd

30.06.2010

7:36 Uhr

Seite 1

Das Besamungsserviceprogramm der MASTERRIND

30.000 Kühe unter Vertrag Einer der wesentlichen Faktoren einer wirtschaftlichen Milcherzeugung ist die Fruchtbarkeit. Die Tierzuchttechniker der MASTERRIND bieten in diesem Bereich bereits seit Langem mit dem Besamungsserviceprogramm eine interessante Dienstleistung an. Zurzeit stehen bei den Technikern der MASTERRIND 30.000 Kühe für diese Dienstleistung unter Vertrag.

MANAGEMENT

Komponenten des Besamungsserviceprogramms Alle Kühe werden ca. drei Wochen nach der Kalbung einer ersten gynäkologischen Untersuchung unterzogen, um die Funktion der inneren Geschlechtsorgane und mögliche krankhafte Veränderungen zu erfassen. Ziel ist es, Erkrankungen eher zu ermitteln und diese Tiere frühzeitig einer gezielten tierärztlichen Behandlung zuzuführen. Hierdurch kann die biologische Rastzeit ( bis ca. 6 Wochen nach der Kalbung) und auch die freiwillige Wartezeit (mindestens 60 – 70 Tage nach dem Kalben, vor erneuter Besamung) sinnvoll für tierärztliche Maßnahmen genutzt werden. Wenn Störungen der Eierstockund Gebärmutterfunktion erst

nach dieser Zeit erkannt und behandelt werden, kommt es bereits zu einer Verlängerung der Rastzeit (zwischen Abkalbung und erster Besamung nach dem Kalben), was gleichzeitig negative Auswirkungen auf die Zwischenkalbezeit hat und wirtschaftliche Verluste mit sich bringt. Frühzeitig erkannte Störungen werden dann umgehend von einem Tierarzt behandelt, die Rastzeit wird zur Ausheilung genutzt, die meisten Kühe sind danach zuchthygienisch gesund, der Rest befindet sich in der Ausheilung. Wichtig ist, dass gehäuft auftretende Störungen früh als Herdenproblem erkannt werden, die Suche nach der Ursache beginnt und der Schaden in Grenzen gehalten wird. So wird die Zwischenkalbezeit wirksam verkürzt.

Das A und O des Herdenmanagements ist die regelmäßige und umfangreiche Dokumentation

42

Regelmäßige Untersuchungen bilden die Grundlage der Beratung – Landwirt Heinz-Hermann Vajen und Techniker Andreas Meyer

Gynäkologische Untersuchung Eine zweite gynäkologische Untersuchung wird ca. acht Wochen nach der Abkalbung bei jenen Tieren durchgeführt, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht sichtbar gebullt bzw. bei denen sich nach der ersten Untersuchung noch krankhafte Veränderungen (z. B. eitriger Ausfluss, Bandlosigkeit etc.) entwickelt haben. Die Untersuchung zu diesem Zeitpunkt ist besonders wichtig, da hier die letzte Möglichkeit besteht, eine tierärztliche Maßnahme einzuleiten, ohne dass die Rastzeit wesentlich verlängert wird. Ziel ist es, alle Tiere am Ende der freiwilligen Wartezeit geschlechtsgesund der Besamung zuführen zu können. Tiere, die zu einem bestimmten Zeitpunkt nach Ende der freiwilligen Wartezeit (ca. 90 – 100 Tage nach der Kalbung) immer noch nicht belegt worden sind, müssen unbedingt einer weiteren Untersuchung unterzogen werden, da es sonst zu einer starken Verlängerung der Zwischenkalbezeit kommt. Eine zu diesem Zeitpunkt durchge-

führte „Sterilitätsuntersuchung“ mit evtl. anschließender Behandlung und Brunstinduktion bietet den Vorteil, dass diese Tiere angeschaut werden müssen, was nicht nur im Hinblick auf die Geschlechtsgesundheit, sondern auch im Hinblick auf Lahmheiten und andere Erkrankungen sehr informativ sein kann. Den Abschluss dieses begleitenden Kontroll- und Überwachungsprogrammes bildet die frühestmögliche Untersuchung auf „Nichtträchtigkeit“. Dabei sollten die nicht tragenden Tiere einer eingehenden gynäkologischen Untersuchung und gegebenenfalls einer tierärztlichen Behandlung unterzogen werden, damit sie möglichst schnell erneut besamt werden können. Durch regelmäßige Untersuchungen können auch bestandsweise sich entwickelnde Fruchtbarkeitsprobleme frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Alle Untersuchungsergebnisse werden vom Tierzuchttechniker dokumentiert und liegen somit auch für den Betriebsleiter und den Tierarzt vor.


MR-42-43-Management-Besamungsservice.qxd

30.06.2010

7:37 Uhr

Herdenmanagement am PC – hier laufen alle Daten zusammen: Kuhplaner, Fütterung, elektronische Brunsterkennung

Nebeneinander von Elektronik und Bleistift: Landwirt Vajen nutzt die Brunsterkennung mit HEATIMETM

Verfügung gestellten Brunstkalender oder Tierkarten vermerkt werden. Auch technische Hilfsmittel – wie die elektronische Brunsterkennung HEATIMETM – können zur Überwachung der Tiere eingesetzt werden und die Beobachtung erleichtern. Damit die Untersuchungen zügig

aller Ereignisse, die von der Geburt an und im weiteren Verlauf auftreten (z. B. Probleme bei der Geburt, Nachgeburtsverhalten, Auftreten der ersten Brunst nach dem Kalben und weiterer Brunsten, Intensität der Brunstausprägung etc.). Dieses alles kann auf dem von der MASTERRIND zur

Betriebsleiter gefragt Ohne die Mitarbeit des Betriebsleiters kann das Besamungsserviceprogramm nur eingeschränkte Erfolge bringen, da wertvolle Informationen über die Tiere fehlen. Hierzu gehört eine gute Beobachtung und Dokumentation

Seite 2

durchgeführt werden können, sollten alle zu untersuchenden Tiere vorab auf einer Arbeitsliste notiert und nach Möglichkeit auch fixiert sein. Erkrankte Tiere müssen dem Tierarzt unverzüglich zur Behandlung vorgestellt werden. Der Besamungsservicevertrag schließt auch die Untersuchung der Rinder mit ein.

freiwillige Wartezeit

Zusammenfassung

biologische Rastzeit

Geburt 3

5

1. Untersuchung Bei krankhaften Veränderungen Tierarzt hinzuziehen

Besamungsbeginn

7

9

11 13 Wochen

2. Untersuchung Bei krankhaften Veränderungen Tierarzt hinzuziehen

15

3. Untersuchung aller Tiere, die noch nicht gerindert haben. Ggf. Tierarzt hinzuziehen, Besamung

6-7 Wo. nach letzter Besamung 4. Untersuchung auf Nichtträchtigkeit Nichttragende Tiere dem Tierarzt vorstellen

Mit dem Besamungsserviceprogramm werden Ihre Tiere vom Abkalben bis zur erneuten Trächtigkeit systematisch durch den MASTERRIND-Servicemitarbeiter begleitet und betreut. Nähere Informationen zur Durchführung sind beim zuständigen Tierzuchttechniker oder direkt bei der MASTERRIND, Tel.: 04231 679-634, zu erhalten. 䡵

43


MR-44-Management-Totgeburten.qxd

30.06.2010

7:38 Uhr

Seite 1

Holstein-Friesian und Fleischrinder

Online Meldung von Totgeburten

MANAGEMENT

Neben der Erfassung von Geburtsdaten für HI-Tier können jetzt zusätzlich Totgeburten, gegebenenfalls auch mit fehlenden Deckdaten, erfasst werden.

Auf der Startseite der VITHomepage (www.vit.de) müssen Sie nur den Button RinderGeburtsmeldung anklicken. Nach Eingabe der 12-stelligen Registriernummer des Betriebes und des 6-stelligen PIN für HITier, kommen Sie zur Meldeübersicht. Hier können Sie alle für die Meldung erforderlichen Daten erfassen. Bereits bekannt ist das Erfassen von Geburtsmeldungen lebender Kälber. Hier werden über die Auswahl der noch zur Verfügung stehenden Ohrmarken alle geburtsrelevanten Daten, wie Verbleib des Kalbes, Kalbeverlauf, Embryotransfer, Deckdaten (sofern es sich um die Belegung mit einem Deckbullen handelt), Name des Kalbes etc., eingegeben. Um über dieses System eine Totgeburt einzugeben, wählen Sie oberhalb der Ohrmarkenliste

den Link Totgeburten. Das weitere Meldefahren ist wie oben beschrieben. In beiden Fällen erfolgt die Datenweitergabe, sodass zur Milchleistungsprüfung der Kühe die Daten nicht nochmals erfasst werden müssen. Erfolgen diese Meldungen zügig und zeitnah, kann bei den Ergebnissen der Milchkontrolle eine bessere Daten- und Informationsqualität gewährleistet werden.

Wichtiger Hinweis Geburten können über die vitFunktion nur einmalig für den Rinderpass gemeldet werden. Änderungen relevanter Daten sind direkt beim HI-Tier möglich, solange die Regionalstelle noch keinen Rinderpass erzeugt hat. Totgeburten werden nicht an HI-Tier gemeldet. 䡵

Besamungsverein Harzvorland – aus drei wird eins

Die Zeiten und die Geschichte der Milchproduktion haben sich im Gebiet Südhannover stark verändert. 1972, zu Gründungszeiten von RPN und ZEH, wurden in der Region – „Neu Harzvorland“ genannt – rund 30.000 Erstbesamungen durchgeführt. Das neue Gebiet geht von Salzgitter; Liebenburg über Seesen, Einbeck bis Dassel und nördlich an der Leine bis Sarstedt. Heute sind es rund 260 Milchbetriebe mit rund 10.000 Erstbesamungen inklusive einiger Fleischrinder. Die Region ist geprägt zum größten Teil durch sehr gute Ackerböden und dazwischen Berge, Täler, Bäche und Flüsse wie Oker, Innerste, Leine und Il44

me. Dieses sorgt für Grünland und Rinderhaltung, die bei der Milchproduktion ohnehin zu 50 % von Mais lebt. Nach 24 Monate währender Diskussion und der Feststellung, die Besamungsgenossenschaft Ambergau eG am Harz aufzulösen, entstand eine neue Situation. Seit dem 1. Oktober 2009, dem Beginn der Besamungssaison 2009/2010, werden alle Mit-

glieder der Genossenschaft Ambergau von MASTERRIND betreut, und selbstverständlich sind auch die Besamungstierärzte als Vertragspartner übernommen worden. So war ein geschlossenes Besamungsgebiet nordwestlich vom Harz bis zum Solling entstanden und der Weg klar für die Gründung des Besamungsvereins Harzvorland. Diese wurde am 12. Januar 2010 einstimmig im Seesener Hotel Wilhelmsbad von den anwesenden Mitgliedern der MASTERRIND aus den Gebieten der Rinderbesamung Ambergau, Harzvorland

und Sarstedt rückwirkend zum 1. Oktober 2009 beschlossen. Zu Vertretern wurden gewählt: W. Schaper-Jesussek, Lichtenberg; F. Probst, Kalefeld; Fr.-W. Wolper, Vogelbeck; G. Hanne, Vardegötzen, und S. Mues, Osterode. Die Ersatzvertreter sind H. Mädje, Ohlenrode; A. Stoffregen, Woltershausen; J. Möhle, Everode; F. Funke, Ammensen und L. Albrecht, Osterode. Zum Vorsitzenden wurde Erhard Garve bestimmt, Geschäftsführer ist Wilhelm Abmeyer. Wilhelm Abmeyer


MR-45-49-Intern-Spermavertrieb.qxd

30.06.2010

15:19 Uhr

Seite 1

Außendienst Spermavertrieb Tierzuchttechniker in Niedersachsen Team 1

Lauentheil 5, 21775 Steinau (siehe Karte S. 48) Tel.: 04756/85057-10, Fax: 04756/85057-29 E-Mail: team01@masterrind.com

Team 3

Mitarbeiter

Kreise/Gebiet

Pieter Dros (Teamleiter)

Otterndorf, Neuenkirchen, 01605355 860 Nordleda, Altenbruch, Lüdingworth, Westerwanna Schiffdorf, Bramel, Donnern, 01605355 858 Stinstedt, Bexhövede, Nückel, Loxstedt, Düring, Sellstedt Bülkau, Oppeln, Wingst, 01605355 867 Varrel, Nordahn, Westersode, Ahrensflucht, Straßdeich, Ihlienworth Meckelstedt, Lintig, Ankelohe, 016097217 470 Kührstedt, Wüstewohlde, Bederkesa Steinau (Norderwesterseite), 016090539 569 Ihlienworth, Süderleda, Osterwanna, Ahlenfalkenberg, Krempel Osterbruch, Bülkau, Belum, 01605355 885 Neuhaus, Geversdorf, Balje, Oederquart, Wischhafen, Osten, Isensee, Oberndorf, Wingst, Cadenberge Hymendorf, Fickmühlen, 01605355 893 Flögeln, Neuenwalde, Bederkesa, Holßel, Sievern-Heide Wollingst, Wehdel, Altlune01605355 898 berg, Geestenseth, KöhlenStühbusch, Alfstedt, Ringstedt Bederkesa, Steinau, Odis01605355 914 heim, Stinstedt, Bovenmoor, Neubachenbruch Elmlohe, Drangstedt, Wehden, 01605355 945 Laven, Spaden, Debstedt, Sievern, Holßel Spieka-Neufeld, Wremen, 01605355 950 Langen, Padingbüttel, Dorum, Midlum, Misselwarden Vetretungstechniker 01605355 924 Vetretungstechniker 01605355 850

Alexander Bültmann Thomas Griemsmann

Mathias Henke

Thomas Kuchenbecker

Mathias Küver

Wolfgang Lühring

Wilfried Meyer

Rainer Oetjen

Roland Uelzen

Jochen Wohlers

Olaf Rüther Ronny Witte

Mobil

Gewerbering 15, 27432 Bremervörde (siehe Karte S. 48) Tel.: 04761/7485-10, Fax: 04761/7485-29 E-Mail: team03@masterrind.com

Mitarbeiter

Kreise/Gebiet

Joachim Koch (Teamleiter) Andy Friedrich

Samtgemeinden Selsingen, Bevern, Hanstedt, Seedorf Farven/Grafel, Kutenholz, Hedendorf Samtgemeinde Geestequelle, Frelsdorf, Mehedorf Alfstedt, Dornsode, Langenmoor, Großenhain, Heinschenwalde, Neu Ebersdorf, Ebersdorf Samtgemeinde Ahlerstedt, Heeslingen, Wenze, Groß Ippensen Langeln, Hollen, Arnstorf, Mittelstenahe, Wohlenbeck, Heeßel Schwinge, Hagenah, Heinbockel, Klein Fredenbeck, Groß Fredenbeck, Deinste, Helmste, Horneburg, Agathenburg, Hagen Bremervörde, Gnarrenburg, Land Hadeln, Selsingen Samtgemeinden Oldendorf, Elm, Hesedorf Börde Lamstedt, HemmoorBasbeck, Hechthausen Stadt Stade,Stadermoor, Bützflethermoor, Götzdorf, Schölisch, Haddorf, in der Samtgemeinde Himmelpforten die Gemeinden Mittelsdorf, Hammah, Groß Sterneberg, Himmelpforten, Duedenbüttel, Wasserkrug, Engelschoff, Neuland, Großenwörden, in der Samtgemeinde Drochtersen die Gemeinden Huell, Dornbuschermoor, Wischafenersand, Drochtersermoor, Asselermoor, Asselersand Vertretungstechniker Vertretungstechniker

Manfred Grimm Wilhelm von Holten

Hans-Heinrich Lampe Klaus Mangels

Werner Schneider

Henning Schütte Manfred Schröder Volker Stemmermann Toni Wilmsmeier

Olaf Tamm Holger Wegner

Mobil

01605355 881 01605355 922 01605355 868 01605355 877

01605355 889

01605355 895

01605355 932

01605355 935 01605355 934 01605355 940 01605355 949

01605355 931 01605355 968 45


MR-45-49-Intern-Spermavertrieb.qxd

Team 6

10:22 Uhr

Seite 2

Industriestr. 1, 27367 Sottrum (siehe Karte S. 48) Tel.: 04264/3701-10, Fax: 04264/3701-29 E-Mail: team06@masterrind.com

Mitarbeiter

Kreise/Gebiet

Team 8

Mobil

Borgfeld, Lilienthal, Blockland, 01605355 869 Lesumstotel, Stendorf Gemeinde Scheeßel, Stadt 01605355 900 Rotenburg, Samtgemeinde Sottrum, Gemeinde Ottersberg, Grasberg und Wilstedt Heinz-Dieter Samtgemeinde Hambergen, 01605355 854 Blohm Osterholz-Scharmbeck, Gnarrenburg Friedrich Castens Visselhövede, Walsrode, 01605355 859 Bad Fallingbostel, Soltau Bernhard Fajen Nartum, Winkeldorf, Horstedt, 01605355 864 Hesedorf, Ehestorf Jan-Ulrich Fleißig Samtgemeinde Hagen 01605355 930 Jan-Dirk Klee Heuslingen, Neuenkirchen, 01605355 915 Wolterdingen, Wietzendorf, Soltau, Bispingen, Schneverdingen Dietmar Mehrtens Samtgemeinde Beverstedt 01605355 896 ohne die Ortschaften Frelsdorf u. Wollingst Andreas Meyer Gemeinde Scheeßel, Stadt 016097246 162 Rotenburg, Samtgemeinde Sottrum, Gemeinde Ottersberg, Grasberg und Wilstedt Robeer Mrutzek Worpswede, Grasberg, 01605355 871 Teufelsmoor, Penningbüttel, Osterholz-Scharmbeck, Moorhausen, Niederende Marko Pätzold Gemeinde Scheeßel, Stadt 01605355 887 Rotenburg, Samtgemeinde Sottrum, Gemeinde Ottersberg, Grasberg und Wilstedt Ralf Preuß Fintel, Tostedt, Hollenstedt, 01605355 918 Wohnste, Buxtehude, Rosengarten, Jesteburg, Wintermoor, Todtshorn Hajo Schmidt Uthlede, Harriersand, 01605355 928 Schwanewede Wilfried Vajen Posthausen, Langwedel, 01605355 946 Achim, Oberneuland, Oyten, Bassen Alexander Lier Vertretungstechniker 01605355 883 Markus Röhrs Vertretungstechniker 01605355 937 Karsten Habers (Teamleiter) Wilfried Bassen

INTERN

01.07.2010

46

Am Wolfsbaum 26, 27232 Sulingen (siehe Karte S. 48) Tel.: 04271/95308-10, Fax: 04271/95308-29 E-Mail: team08@masterrind.com

Mitarbeiter

Kreise/Gebiet

Karl Spreen (Teamleiter)

Stuhr, Weyhe, Bremen, Bassum, Groß Ippener Sulingen, Schwaförden, Schmalförden Diepholz, Lemförde, Wagenfeld, Rehden Bassum, Twistringen, Harpstedt, Wildeshausen Liebenau, Steyerberg, Petershagen, Uchte, Borstel Spreckelshorst, Aldorf, Drebber, St. Hülfe, Dickel, Düste, Rehden, Wetschen Gemeinden Warmsen, Diepenau, Ströhen, Raddestorf, Ortschaften Wehe, Ströhen, Tonnenheide Barenburg, Dörrieloh, Brümmerloh, Wehrbleck, Barver, Wagenfeld, Klein Lessen, Groß Lessen, Varrel Mellinghausen, Siedenburg, Staffhorst, Warpe, Schweringen, Hoya, Wulmstorf, Okel, Syke, Süstedt, Bruchhausen-Vilsen, Ochtmannien, Affinghausen Kirchdorf, Woltringhausen, Holzhausen, Ströhen, Renzel, Darlaten, Scharringhausen, Bahrenborstel Vertretungstechniker Vertretungstechniker

Walter Brinkmann

Edelhard Garling

Harald Johannes

Haro Kosuch

Hans Meyer-Diercks

Friedhelm Möhring

Wilhelm Riedemann

Bernd Schröder

Karl Wohlers

Stefan Johanning Udo Schlichte

Mobil

01605355 938

01605355 855

01605355 865

01605355 878

01605355 882

01605355 897

01605355 912

01605355 923

01605355 933

01605355 951

01605355 879 01605355 927


MR-45-49-Intern-Spermavertrieb.qxd

Team 10

30.06.2010

Hahnenkamp 1, 27308 Klein Linteln (siehe Karte S. 48) E-Mail: team10@masterrind.com Fax: 04236/943 729

Mitarbeiter

Kreise/Gebiet

Thomas Redenius (Teamleiter) Egon Bolze

Verden, Rotenburg, Dörverden, Langwedel Walsrode, Verden, Dörverden, Rotenburg Walsrode, Verden, Rethem

Jörg Joachim

Team 11

15:20 Uhr

Mobil

01605355 920 01605355 913 01605355 967

Seite 3

Team 12

Ringstr. 12, 37620 Bremke (siehe Karte S. 48) Fax: 05533400 329 E-Mail: team12@masterrind.com

Mitarbeiter

Kreise/Gebiet

Jörn Lohmann (Teamleiter) Wilfried Kreikenbaum Reinhard Mäffert

Holzminden, Hameln, Höxter, Kassel, Northeim, Lippe Northeim, Holzminden

Hans-Heinrich Sustrath Danilo Aguilar

Rehburger Str. 25, 31535 Neustadt-Mardorf E-Mail: team11@masterrind.com Fax: 05036924 929

Schaumburg, Hameln, Lippe-Detmold, Minden Hannover, Hildesheim, Goslar, Hameln Vetretungstechniker

Mobil

01605355 891 01605355 884 01605355 894 01605355 942 01605355 890

Team 14

Mitarbeiter

Lothar Block (Teamleiter) Heinz-Otto Engelking Eduard Hillens

Friedrich Lühring

Claus Zerwer

Torsten Ruprecht

Kreise/Gebiet

Nordkreis Schaumburg, Seelze, Garbsen, Wunstorf Peine, Gifhorn, Braunschweig, Hildesheim, Hannover, Celle Balge, Wietzen, Holte, Holdorf, Linsburg, Stöckse, Steimke, Wenden, Nöpke, Laderholz, Rodewald, Apensen, Vesbeck, Lutter, Mandelsloh, Plumhof Gemeinde Husum, Samtgemeinde Landesbergen, Stadt Rehburg-Loccum, Hagenburg, Groß Heidorn, Porkehagen, Neustadt-Bordenau, Frielingen, Osterwald, Heitlingen, Berenborstel, Otternhagen, Scharrel, Metel, Basse Rodewald, Stöcken, Rethem, Heemsen, Gandesbergen, Eystrup, Ahlden Vertretungstechniker

Mobil

01605355 853 01605355 862 01605355 873

01605355 892

01605355 953

01605355 925

Mitarbeiter

Kreise/Gebiet

Mobil

Südkreise in Lüchow01605355 851 Dannenberg und Uelzen sowie Altmarkkreis Salzwedel Wolfgang Götje Wittingen, Hankensbüttel, Groß 01605355 866 Oesingen, Knesebeck, Radenbeck Marco Hellmann Kreis Celle, Hermannsburg, 01605355 875 Soltau-Fallingbostel, Schneeheide Joachim Kaiser Künsche, Nordkreis Lüchow01605355 880 Dannenberg, Rosche, Klein Thondorf, Pommeißel Dieter Möhring Kreis Lüneburg nördlich B 209, 01605355 911 Kreis Harburg Lars Reichardt Wolfsburg, Gifhorn, Helmstedt, 01605355 926 Wolfenbüttel Holger Steinke Wahrenholz, Wesendorf, Gamsen, 01605355 939 Mühen, Uetze, Bröckel, Altencelle, Grebshorn, Hohne, Ummern Holger Tapper Landkreise Lüneburg und Uelzen 01605355 943 (teilweise) Gerhard Brunhöber Vertretungstechniker 01605355 857 Markus Hohls Vertretungstechniker 01605355 916 Rainer Thies Vertretungstechniker 01605355 944 Karsten Bätge (Teamleiter)

47


MR-45-49-Intern-Spermavertrieb.qxd

01.07.2010

10:26 Uhr

Seite 4

Fachberater/Betreuer Eigenbestandbesamer in Niedersachsen A

B

Ralf Hesse 0160 53 55 872

Landkreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg Gebiet nördlich der B74 C

Team 1

Eike Weseloh 0160 90 52 4 3 30

Team 3

A

D

Hinrich Henke 0160 53 55 963

B

Team 6

Landkreis Rotenburg und Lüneburg Gebiet südlich der B74 Landkreise Osterholz und Harburg

Team 10

D

Nico Thielker

Team 8

0160 53 55 965

Team 11

C

Team 12

Landkreise Uelzen, Lüchow Dannenberg, Celle, Gifhorn, Raum Hannover sowie das Gebiet südlich der Autobahn 2

Landkreise Diepholz, Nienburg, Soltau Bad Fallingbostel, Gemeinde Visselhövede

Fachberater in Sachsen Sieghard Weber

Martin Hohlfeld

Volker Kühne

Andreas Fritzsch

0178 66 23 805

0178 66 24 247

0172 27 73 144

0178 66 24 258

Zwickau Stadt, Zwickau Land, Aue-Schwarzenberg, Plauen Stadt, Vogtlandkreis

Mittweida, Chemnitzer Land, Stollberg Erzgebirge, AnnabergBuchholz

Torgau-Oschatz, Delitzsch, Muldentalkreis, Leipzig Stadt, Leipziger Land

Klaus-Dieter Reimann

Karl-Georg Sprenger

0178 66 23 812

0172 56 76 954

Riesa-Großenhain, östl. Teile Kamenz, Dresden Stadt, Meißen, Döbeln, Weißeritzkreis

INTERN

Freiberg, Chemnitz Stadt, Mittlerer Erzgebirgskreis

Kamenz, Sächsische Schweiz, südwestl. Bautzen, westl. Teil von Löbau-Zittau

Wilfried Spichale

Christina Sattler

0178 66 24 253

0172 42 53 934

Görlitz Stadt, Löbau-Zittau, Niederschlesischer Oberlausitzkreis, nordöstl. Bautzen

Thüringen

Fachberater in Sachsen-Anhalt

Dagmar Mann 0172 80 36 396 48

Dessau-Roßlau Halle (Saale) Anhalt-Bitterfeld Burgenlandkreis Harz Mansfeld-Südharz Saalekreis Salzlandkreis Wittenberg

Stendal Jerichowerland Stendal östl. der Elbe Altmarkkreis Salzwedel (östlicher Teil)

Amt Neuhaus Börde Stendal (westlich der Elbe) Altmarkkreis Salzwedel (westlicher Teil)

Gerhard Hesse

Jutta Zillmann

0172 80 27 668

0172 40 68 939


MR-45-49-Intern-Spermavertrieb.qxd

02.07.2010

7:14 Uhr

Seite 5

Tierzuchttechniker in Sachsen Ring 1

Ring 3

Ring 6

Ring 8

Anne-Marie Thiele

Ingo Faßmann

Ronald Schmidt

0160 53 55 952 Delitzsch, Eilenburg

0178 66 24 255 nordwestl. Plauen

0178 66 91 540 Erzgebirgskreis, Zwickau

Frank Thiele

Mathias Schimbke

Jochem Hirtz

0178 66 23 828 Vertretung

0178 66 23 833 östl. Plauen, Reichenbach

0178 66 24 249 nördl. Chemnitz

Gerd Thieme

Jürgen Ehrenberg

Joachim Müller

Benno Hänel

0160 96 95 2687 Eilenburg, Torgau

0178 66 23 817 Zwickau

0178 66 23 807 Vertretung

0178 66 24 243 mittl. Görlitz

Eric Faßmann Ring 2

0178 66 24 254 Vertretung Lothar Ließ 0178 66 24 250 Leipzig

Annelie Schmidt 0178 66 21 875 Erzgebirgskreis

0178 66 23 830 Muldentalkreis

Peter Jost 0178 66 24 251 westl. Chemnitz, Glauchau

Ralf Richter 0178 66 23 829 Döbeln

Dietrich Reinhold 0178 66 93 903 Marienberg

Manfred Kolbig 0178 66 15 334 Vertretung

Wolfgang Marschke 0178 66 21 871 südl. Görlitz

Ring 7 Reinhard Böhme 0178 66 23 825 Kamenz, Bischofswerda

Ring 4

Harald Kunze

Karl-Heinz Witthuhn 0178 84 70 401 Weißwasser, Görlitz

Ralf Wahode

David Achtert

0178 66 23 834 östl. Bautzen

0160 53 55 876 Vertretung

Siegfried Wolf 0178 66 23 050 Pirna

Jens Berger

Ralf Waage

0178 66 24 244 Bischofswerda, Pirna

0178 66 23 804 Serviceprogramm

Ring 5 Christoph Poppe 0178 66 24 246 Meißen, nördl. Freiberg

Achim Gärtner 0178 66 23 827 Vertretung

49


MR-50-51-Intern-Vertreter.qxd

30.06.2010

7:41 Uhr

Seite 1

Vertreterversammlung der MASTERRIND

Umsatzwachstum trotz Krise in der

INTERN

Trotz der Krise in der Landwirtschaft blickt die MASTERRIND GmbH Rinderzucht und Vermarktung auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Anlässlich der Vertreterversammlung im Niedersachsenhof Verden stellten die Geschäftsführer, Dr. Dettmar Frese, Cord Höltje und Ralf Strassemeyer sowie Prokurist Ulrich Brehmer den erschienenen rund 250 landwirtschaftlichen Vertretern am 15. März das Ergebnis vor. Das dritte Geschäftsjahr seit Bestehen der MASTERRIND GmbH wurde am 30. September 2009 abgeschlossen. Heinrich Ruprecht, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates der MASTERRIND, führte durch die Veranstaltung. Das Unternehmen habe mit 102,62 Mio. Euro Umsatz (+ 2,5 %) ein historisches Ergebnis erwirtschaftet, ein Jahresfehlbetrag von 673.600 Euro relativiere den Erfolg jedoch. Auf die Gründe gingen anschließend die Geschäftsführer des Unternehmens, das seit 2006 die Aktivitäten der Zuchtrinder-Erzeugergemeinschaft Hannover, der Rinderproduktion Niedersachsen sowie des Sächsischen Rinderzuchtverbandes bündelt, ein. Der für den Bereich Tiervertrieb verantwortlich zeichnende Ralf Strassemeyer stellte dar, dass die Misere in der Landwirtschaft und im internationalen Finanzbereich auch die Geschäftstätigkeit

der MASTERRIND nachhaltig beeinflusst habe. Die daraus resultierende, deutlich verhaltenere Investitionsbereitschaft der Mitglieder und Kunden habe die Rahmenbedingungen für die MASTERRIND ungünstig verschärft. Die Situation der hiesigen Milcherzeuger sei nach wie vor sehr angespannt, gute Qualität im Service und im Vermarktungsbereich sowie in den genetischen Produkten noch wichtiger geworden. In der Außenvermarktung stelle sich die Situation nicht wesentlich besser dar. Dennoch hätten gerade die sogenannten Exportmärkte im Handel mit Rindersamen sowie Zucht- und Nutzrindern das Potenzial für zusätzliche Verkaufserlöse geschaffen. Obwohl die Wirtschaftskrise weltweit die Agrarmärkte beeinflusst habe, zahle es sich aus, dass die MASTERRIND sich international ausrichte, um die Chancen zu nut-

Gut besucht: Rund 250 gewählte Vertreter wohnten der Veranstaltung bei

50

Mergim (V. Merv2) war 2009 der Verkaufsschlager der MASTERRIND

zen, die sich für den Verkauf von Zuchtprodukten aus den hiesigen Mitgliedsbetrieben und dem Unternehmen böten. Die Tiervermarktung habe trotz erheblich gesunkener Einzeltierpreise nochmals deutlich zulegen können, während der Besamungsbereich und der Spermaverkauf Einbußen hinnehmen mussten.

Tiervermarktung Der Tiervertrieb ist in der MASTERRIND eine tragende Säule des Unternehmenserfolges. Mit einem Anteil von ca. 68 % der gesamten Verkaufserlöse habe dieser Bereich im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter zulegen können, so Strassemeyer. Insgesamt seien 74.374 Tiere verkauft worden, ein Zuwachs von 9 % gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil der Zuchttiere mit 42.500 Rindern betrug 57 % von allen verkauften Lebendtieren. Die Zuchtrindervermarktung sei eine der Säulen der MASTERRIND GmbH. Trotz deutlich erhöhten Absatzes seien die Verkaufspreise für Zuchtrinder um ein Viertel gesunken. Aus die-

sem Grunde seien die Verkaufserlöse im Tiervertrieb insgesamt nur knapp, um vier Prozent, gestiegen. Die dominierende Rolle in der Zuchtrindervermarktung spielte der Export. In diesem Bereich habe man 53 % der Tiere abgesetzt und 78 % der Verkaufserlöse erzielt. Mehr als 21.000 Zuchtrinder seien exportiert worden, zuzüglich der Auslandsverkäufe, die über Zuchtrinder-Auktionen realisiert wurden. Mit einem Marktanteil von 34 % führe die MASTERRIND das Ranking der deutschen Zuchtunternehmen mit großem Vorsprung an. Strassemeyer misst den Exportmärkten auch in den nächsten Jahren entscheidende Auswirkungen auf die Preise und Absatzmöglichkeiten bei. Die Finanzkrise habe einen empfindlichen Einfluss auf den gesamten Exportmarkt. Während der ehemalige Ostblock in der Vergangenheit die Absätze dominiert habe, bestimmten aktuell die südeuropäischen Länder und Nordafrika das Geschehen. Insbesondere Marokko sei einer der interessantesten Absatzmärkte. Im vergangenen Ge-


MR-50-51-Intern-Vertreter.qxd

30.06.2010

7:41 Uhr

Seite 2

Landwirtschaft schäftsjahr konnte die MASTERRIND mehr als 8.000 Tiere direkt in das Königreich exportieren.

Zuchtpopulation Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr gaben zahlreiche Milcherzeuger ihre Betriebe auf. Der Rückgang der Mitgliedsbetriebe lag bei 1,9 %, wirkte sich in Niedersachsen aber mit minus 2,3 % deutlich stärker aus. Die Zuchtpopulation der Milchrinder hingegen ist auf jetzt insgesamt 415.748 Kühe nochmals gewachsen. Mit 282.996 Kühen stehen zwei Drittel des Bestandes in Niedersachen, ein Drittel, 132.752 Kühe, wird in Sachsen gemolken. Die durchschnittliche Milchleistung hat sich nochmals deutlich erhöht, wobei das Niveau in Sachsen mit durchschnittlich 9.106 kg Milch um 230 kg höher liegt als in Niedersachsen.

Zuchtprogramm und Spermaproduktion Aus dem MASTERRIND-Zuchtprogramm berichtete Geschäftsführer Dr. Dettmar Frese. Das Programm sei die Wiege der nachkommengeprüften Top-Vererber, deren Sperma dann für die Vermarktung bereitgestellt werden könne. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe das Unternehmen insgesamt gut 2 Millionen Portionen produziert. Für den Ankauf der Jungbullen aus gezielten Anpaarungen seien 303 Verträge geschlossen worden; mehr als 60 Bullenväter, die dabei zum Einsatz gekommen seien, belegten die Vielfalt der kommenden Bullengeneration. Im Vergleich mit den anderen deutschen Verbänden halte die

MASTERRIND mit Stand Januar 2010 einen Anteil von 34 % in der Top-100-Liste, der Sammlung der erfolgreichsten Bullen des Landes. Weitere 17 % befänden sich im Besitz der Partner im Verbund der Nord-Ost-Genetic, man könne die Züchter im Land so mit einer einzigartigen Auswahl erstklassiger Vererber bedienen. Die Nachfrage nach gesextem Sperma, das ausschließlich weibliche Nachkommen garantiert, stagniere, so Dr. Frese. Auch international seien die Kapazitäten in diesem Feld nicht ausgelastet. Die Ursachen dafür lägen in nach wie vor deutlich niedrigeren Trächtigkeitsraten beim Einsatz gesexten Spermas. Die Entwicklung der genomischen Zuchtwertschätzung bringt nach Aussage Dr. Freses erhebliche Veränderungen für das Unternehmen mit sich. Der Bullenbestand könne so drastisch reduziert werden. Im wesentlichen seien bisher bereits geprüfte Vererber und Jungbullen auf diese Weise typisiert worden. Die Untersuchung weiblicher Tiere stoße jedoch auch auf zunehmendes Interesse.

Besamungen und Spermaverkauf Aus Besamung und Spermaverkauf berichtete Geschäfstführer Cord Höltje. Die Besamungszahlen und der Spermaverkauf des Vorjahres konnten im MASTERRIND-Gebiet nicht ganz gehalten werden. Während in Niedersachsen die Besamungszahlen nahezu konstant blieben, sei der Spermaverkauf in Sachsen um 4,8 % zurückgegangen. Neben den rückläufigen Verkaufszahlen sei ein überproportional sinkender Erlös in der Spermavermarktung zu erken-

nen. Diese Entwicklung spiegele die Reaktion der Milchviehbetriebe wider, die aufgrund der unbefriedigenden Erlöse auch beim Einsatz von Genetik zu sparen versuchten. Erfreulich sei jedoch, dass sich der Anteil des in den Zuchtgebieten Sachsen und Niedersachsen verkauften Spermas aus unternehmenseigener Produktion deutlich erhöht habe. Drastisch zulegen konnte das Unternehmen im Export von Sperma. Mit einem Plus von 41,6 % seien insgesamt 771.433 Portionen Rindersamen exportiert worden, so Höltje. Interessant für die Vertriebsaktivitäten in der internationalen Spermavermarktung seien dabei insbesondere Regionen im Aufbau einer eigenen Milchproduktion. Dazu gehören die Länder Nordafrikas, des gesamten Ostblocks sowie Ostasien. Geschäftsführer Höltje blickte auch in die Zukunft. Ab Juni 2010 seien die genomischen Zuchtwerte offiziell. Dann verfüge die MASTERRIND über die deutschen Nummer-1Söhne nach genomischem Gesamtzuchtwert von 37 verschiedenen Bullenvätern. Darunter international bekannte Namen wie Shottle, Mac, Fortune oder Toystory.

Ausblick Nach dreieinhalb Jahren MASTERRIND sei das Unternehmen mit den Mitgliedern Sachsen und Niedersachsen zusammengewachsen und eine stabile Einheit geworden. Entsprechend des Unternehmenszieles müsse sowohl die Markt- als auch die Kostenführerschaft ausgebaut werden. Genau wie sich die Strukturen der Mitglieder und der Märkte verändern, müsse sich auch die MASTERRIND anpassen und noch effizienter arbeiten. Hier sei insbesondere das Greifen der genomischen Selektion und der damit verbundene Rückgang des Bestandes an Zuchtbullen ein wichtiger Faktor.

Heinrich-Engelke-Preis Für einen von ihr gezüchteten, international gefragten Zuchtbullen wurde abschließend die Familie Wiebusch aus Deinste im Landkreis Stade ausgezeichnet. Merv 2-Sohn Mergim war im vergangenen Jahr der meisteingesetzte Vererber der MASTERRIND. Heinrich Ruprecht stellte dar, dass der im Jahr 2004 geborene Bulle über eine sehr interessante Abstammung verfügt. Mit Vorfahren wie Storm, Lindy, Starbuck und Piräus sei Mergim ein Unikat und das mache ihn so interessant. Mergim vererbt eine hohe Milchmenge mit viel Eiweiß. Der Körperbau und die Beine seiner zahlreichen Töchter sind vorbildlich, ihre Euter erstklassig und der wesentliche Grund für die hohe Nachfrage nach Sperma von Mergim, das sowohl in Deutschland als auch im Ausland vermarktet wird. Familie Wiebusch melkt rund 140 Kühe und vermarktet über die MASTERRIND jährlich zahlreiche Zuchtrinder. Der Heinrich Engelke-Preis wurde 1992 zu Ehren des langjährigen Vorsitzenden der MASTERRIND-Vorgänger-Organisation ZEH, Heinrich Engelke, Brebber, gestiftet. Seither wird er dem Züchter des Bullen verliehen, der im abgelaufenen Besamungsjahr im Zuchtgebiet der MASTERRIND das beste Ergebnis der Leistungsprüfung erzielt hat und sich noch im Einsatz des Zuchtverbandes befindet. Hermann Bischoff

Jan Wiebusch (li.) wurde von Heinrich Ruprecht mit dem Heinrich-Engelke-Preis ausgezeichnet

51


MR-52-53-Intern-GV Meissen.qxd

30.06.2010

7:43 Uhr

Seite 1

Generalversammlung des SRV

Vielbeachtete Fachvorträge Am 24. März eröffnete der langjährige Vorsitzende des Aufsichtsrates des Sächsischen Rinderzuchtverbandes, Karl-Heinz Hahn, letztmalig die Generalversammlung und übergab die Versammlungsleitung an Herrn Bernd Barfuß, der wie sein langjähriger Vorgänger, Herr Dr. Gerhard Schneider, ebenfalls ruhig und souverän durch die Versammlung führte. führte hierzu auch das noch bestehende Programm der investiven Förderung an. Da die Milcherzeugung eine der wichtigsten Wertschöpfungszweige in unserer Landwirtschaft ist, wünschte Frau Domschke sich stellvertretend für das Staatsministerium, dass Betriebsleiter und Rinderzüchter auch zukünftig in der Fläche, sei es in den Kreiszuchtvereinen oder Jungzüchterclubs, ihrer Passion nachgehen und sprach dem Sächsischen Rinderzuchtverband e. G. (SRV) sowie der MASTERRIND GmbH auch hier zukünftig volle Unterstützung zu.

Berichte von Vorstand und Geschäftsführung Anschließend stellte der Geschäftsführer der MASTERRIND GmbH, Herr Cord Höltje, das Ergebnis des abgelaufenen Ge-

INTERN

Zu Beginn überbrachte Frau Domschke vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft die Grußworte von Staatsminister Kupfer und dankte allen Rinderzüchtern und dem SRV für die geleistete Arbeit der vergangenen Jahre, die letztendlich wieder dazu geführt hat, dass die sächsischen Kühe im Bundesländervergleich zum wiederholten Male den ersten Platz nach Fett- und Eiweißmenge erreichen konnten. Frau Domschke blickte zurück auf die extrem schwierige Situation des Jahres 2009 und zeigte sich erfreut, dass im Vergleich zu anderen Bundesländern die sächsischen Milchviehhalter in wesentlich geringerer Zahl die Milchproduktion eingestellt haben. Das sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft wird auch zukünftig unterstützend wirken und sie

schäftsjahres vor. Die MASTERRIND GmbH konnte das Vertriebsergebnis erneut von 98,9 Mio Euro auf 102,16 Mio Euro steigern. Während der Bereich Besamung und Spermavermarktung bedingt durch den Milchpreisrückgang um 4,2 % Punkte im Vergleich zum Vorjahr zurückgeht, konnte das Vertriebsergebnis im Bereich Tiervermarktung um 6,4 % gesteigert werden. Der Rückgang im Bereich Besamung/Sperma beruht fast ausschließlich auf einen gesunkenen Durchschnittspreis des eingesetzten Spermas im eigenen Gebiet der MASTERRIND. Der Spermaabsatz in andere Gebiete Deutschlands und im Export konnte wertmäßig sogar gesteigert werden. Erfreulich ist, dass im gesamten Mitgliedsgebiet der Eigenspermaanteil inzwischen weit über 75 % beträgt. Dies unterstreicht eindrucksvoll die Qualität des eigenen Bullenangebotes. Die aufgezeigte Entwicklung mit weiterer Umsatzausweitung und starker Nachfrage nach Sperma der Vererber des Zuchtprogramms der MASTERRIND setzt sich auch im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres fort. Bedingt durch den günstigeren Spermaeinkauf

Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurden Uwe Matthes und Gottfried Bernhard, im Bild mit Bärbel Höver, Günter Meyer, Egon Günther und Henry Beger (v.l.n.r.)

52

der eigenen Mitglieder war die MASTERRIND leider gezwungen, ein negatives Jahresergebnis auszuweisen. Die konsolidierte Bilanz einschließlich der Jahresergebnisse aller Mütter (RPN, SRV, ZEH) weist eine Bilanzsumme von 42,8 Mio. Euro bei einem positiven Jahresergebnis in Höhe von 398.000 Euro aus. Somit hatte sich auch in diesem schwierigen Jahr die Konstruktion der MASTERRIND bereits bewährt. Cord Höltje führte aus, dass vor dem Hintergrund dieser schwierigen Situation Geschäftsführung und Verwaltungsrat der MASTERRIND GmbH rechtzeitig bereits wichtige Maßnahmen eingeleitet haben. Hier ist zum einen die erhebliche Reduktion des Wartebullenbestandes vor Einführung der genomischen Selektion zu nennen und zum anderen die Entscheidung, dass die KBR in Meißen zu einem Vermarktungszentrum für die Tiervermarktung im sächsischen Gebiet umgebaut und umgenutzt werden wird. Damit werden zukünftig Voraussetzungen geschaffen, die sich positiv auf die Zuchttiervermarktung in Sachsen auswirken wird. Herr Höltje beschrieb weiterhin die Zielstellung der MASTERRIND GmbH, auch zukünftig den Export von Zuchttieren und Sperma der eigenen Vererber als wichtige Stütze der MASTERRIND und der Mitglieder auszubauen. Abschließend werden noch die Entscheidungen des Verwaltungsrates für die langfristige Entwicklung der Standorte Verden und Meißen vorgestellt. So sollen in Verden die beiden Standorte zusammengelegt werden und in Meißen nach Aufgabe der ELP ebenfalls ein neuer Verwaltungstrakt entstehen.


MR-52-53-Intern-GV Meissen.qxd

Dieter Schlunke beschrieb in seinem Bericht des Vorstandes die nunmehr konsolidierte Entwicklung des SRV. Die Anzahl der Mitglieder hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr geringfügig um 15 auf 1.206 erhöht. Die Leistung der Herdbuchkühe ist weiterhin um fast 100 kg auf inzwischen 9.143 kg Milch bei 4,07 % Fett und 3,41 % Eiweiß gestiegen. Die Anzahl der Erstbesamungen ist vor dem Hintergrund der aktuellen Milchpreissituation doch leicht rückläufig gewesen. Herr Schlunke wies besonders darauf hin, dass die Gesamtleistung des lebenden Bestandes im Vergleich zum Vorjahr um 207 kg Milch anstieg und die Lebensleistung der abgegangenen Kühe um immerhin 320 kg auf 23.410 kg angestiegen ist. Er stellte aber auch heraus, dass hier sicherlich noch erhebliche Reserven für die Zukunft liegen. Weiterhin stellte er die wichtige Säule der Fleischrinderzucht in Sachsen mit einem Anstieg um 544 Herdbuchkühe, immerhin fast 8 %, vor. Die aktuelle Marktsituation sowie die niedrigen Nahrungsmittelpreise für die Erzeuger unterstrichen die Notwendigkeit einer noch besseren Effizienz der MASTERRIND von der Nordsee bis zum Erzgebirge und die Arbeit der Gremien verfolgt langfristig und mit Nachdruck dieses Ziel. Abschließend dankte er Gerd Pfaff für seine konstruktive Mitarbeit im Vorstand des SRV und Herrn Karl-Heinz Hahn für seine sehr lange Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender des SRV und Mitglied des Verwaltungsrates der MASTERRIND. Beide schieden aus Altersgründen aus den Gremien aus. Herr Kai Hähl von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Ferschen GmbH stellte den Jahresabschluss des SRV den Mitgliedern vor. Die Geschäftstätigkeit des SRV ist im wesentlichen durch die Geschäftsbesorgung der MASTERRIND GmbH gekennzeichnet und somit inzwi-

02.07.2010

7:15 Uhr

Seite 2

schen konsolidiert, nachdem in den vergangenen Jahren einige Turbulenzen aufgetreten waren. Der Jahresgewinn liegt bei 73.600 Euro und damit nahezu auf Vorjahresniveau. Die Versammlung folgte später dem Vorschlag, den Gewinn in die Rücklage einzustellen, so dass die Eigenkapitalquote des SRV auf 86,2 % ansteigt.

Neue Mitglieder in den Gremien Für den aus Altersgründen ausscheidenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Karl-Heinz Hahn, und das aus persönlichen Gründen ausscheidende Mitglied des Aufsichtsrates, Frank Illing, wurden Gottfried Bernhard aus Somsdorf und Uwe Matthes von der Agrargenossenschaft Marbach unter der Moderation der Wahlleiterin, Frau Höver, neu in den Aufsichtsrat gewählt. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender ist Andreas Bamberg und wird von Günter Meyer vertreten. Für den aus dem Vorstand ausgeschiedenen Herrn Pfaff wurde Iris Hahn-Radke in den Vorstand des SRV gewählt. Zum Vorstandsvorsitzenden wurde erneut Dieter Schlunke mit den Stellvertretern Cord Höltje und Bernd Barfuß gewählt. Zukünftig vertreten Dieter Schlunke, Bernd Barfuß, Andreas Bamberg und Henry Beger den SRV im Verwaltungsrat der MASTERRIND.

Fachvorträge finden breites Interesse Frau Dr. Eulenberger von der Sächsischen Tierseuchenkasse berichtete über den aktuellen Stand und das aktuelle Vorgehen bei der Bekämpfung von BVD/MD in Sachsen sowie über den Stand zur weiteren Impfung gegen die Blauzungenkrankheit. Frau Dr. Eulenberger stellte praxisnah und doch präzise die Notwendigkeit der Bekämpfung von BVD/MD dar. Nicht nur

Karl-Heinz Hahn (re.) wurde von Dieter Schlunke verabschiedet

durch die Einführung der Bundesverordnung zum 01.01.2011, sondern auch durch die erheblichen wirtschaftlichen Schäden, die eine Infektion mit BVD/MDErregern hervorrufen kann, ist die Bekämpfung sinnvoll. Weiterhin beschrieb sie die aktuelle Situation bezüglich der Impfung gegen die Blauzungenkrankheit und appellierte an alle Betriebe, die inzwischen auf freiwillige Impfung umgestellte Vorgehensweise zu unterstützen. Besonders hervorgehoben wird die große Bereitschaft der Betriebe, weiterhin zu impfen. Herr Dr. Rensing vom Rechenzentrum vit in Verden beschrieb in seinem lebhaften Vortrag über „Genomische SelektionAuswirkungen auf die Praxis“, welche Änderungen die Einführung dieses verbesserten Zuchtwertschätzverfahrens mit sich bringen wird. Er führte aus, wie mit direkt aus dem Erbgut abgeleiteten Ergebnissen wichtige Information zur verbesserten frühzeitigen Zuchtwertschätzung ermittelt werden. Zukünftig wird es möglich sein, bereits für junge Kälber ohne Eigenleistung Zuchtwerte für alle relevanten Merkmale mit einer Sicherheit von bis zu 70 % zu berechnen. Somit könnte man Jungbullen ohne Töchterinformationen zukünftig als bereits zuchtwertge-

schätzte Vererber bezeichnen und damit ist der Testeinsatz in der bisherigen Form zukünftig eigentlich nicht mehr notwendig. Herr Dr. Rensing beschrieb, wie durch den zu erwartenden jährlichen Zuchtfortschritt im Jahre 2010 und 2011 sehr junge Bullen mit älteren Bullen verglichen werden und somit, zumindest vorübergehend, ein sehr gutes und breites Angebot von Bullen mit hohen Zuchtwerten zur Verfügung stehen wird. Im Laufe der Jahre wird sich dies jedoch wieder relativieren und langfristig wird die Akzeptanz der Züchter und Betriebe für dieses neue Verfahren von Faktoren wie Sicherheit der Zuchtwertschätzung und natürlich vom Spermapreis abhängig sein. Er wies auf die auch zukünftig notwendige gute Informationsgrundlage der deutschen Leistungsprüfung hin und stellte heraus, dass Deutschland mit der weltweit größten Lernstichprobe insgesamt im internationalen Vergleich hervorragend positioniert ist. Abschließend dankte Dieter Schlunke allen Mitgliedern für das entgegengebrachte Vertrauen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das Engagement. Cord Höltje

䡵 53


MR-54-55-Felde.qxd

01.07.2010

11:30 Uhr

Seite 1

MASTERRIND-Mitgliedsbetriebe im Blick

zum Felde GbR in Ahlerstedt-Bokel Begrenzt durch die Elbe und in direkter Nachbarschaft zu Hamburg, befindet sich im nördlichen Niedersachsen der Landkreis Stade. Weithin bekannt durch das größte zusammenhängende Obstbaugebiet Europas, das Alte Land, spielt jedoch auch die Milcherzeugung in der Region eine bedeutende Rolle. Im Südkreis Stade, auf der Stader Geest gelegen, sind intensive Veredelungsbetriebe die Regel. Die Bodenwertzahlen liegen hier zwischen 18 und 42 Punkten bei einer Jahresniederschlagsmenge von 720 mm.

Grünland. Desweiteren wird Silomais zugekauft und im gleichen Zuge auch Gülle abgegeben. Vor der Spezialisierung auf Milchproduktion waren auch noch 60.000 Hähnchenmastplätze vorhanden.

Vom Gemischtbetrieb zum spezialisierten Milchprofi

In 15 Jahren von 70 auf 770 Kühe

Einer dieser intensiven Veredelungsbetriebe wird von der Familie zum Felde betrieben. Gegründet im Jahre 1822, wird der Betrieb heute in der sechsten Generation von Silke und Uwe zum Felde bewirtschaftet. Die Eigentumsfläche beträgt gegenwärtig 145 ha, davon liegen 136 ha direkt am Betrieb. Auf den Eigentums- und Pachtflächen wird ausschließlich Silomais angebaut, und 120 ha dienen als

1986 wurde von Vater CordHartwig zum Felde der erste Boxenlaufstall gebaut. Er bot 80 Kühen Platz. Zehn Jahre später erfolgte eine Erweiterung um weitere 80 Kühe. Im Jahre 2000 wurde der Hof dann an Silke und Uwe zum Felde übergeben. Sie bauten zwei Jahre später auf bis dahin grüner Wiese ein neues Melkhaus mit einem Doppel16-er Fischgrät-Melkstand, Vorwartehof und Selektion, der vom Innovationsteam Brandes ge-

plant worden war. In 2006 wurde dann nach neuesten Gesichtspunkten ein neuer Boxenlaufstall mit 436 Plätzen errichtet und bezogen. Wiederum zwei Jahre später wurde in der Nachbarschaft ein ehemaliges Mühlengelände gekauft, das derzeit als Komponentenlager genutzt wird. 2009 wurde mit der Färsenaufzucht ein Betriebszweig in das 330 km entfernte Neu Boltenhagen ausgelagert.

INTERN

Der neue Stall bringt viel Kuhkomfort

Gruppenbild mit Hund: Drei Generationen zum Felde

54

Nur Kühe, die sich wohlfühlen, geben Milch. Dem Wohlbefinden der Kühe schenkt die Familie zum Felde auch bei Baumaßnahmen große Aufmerksamkeit. Insbesondere der letzte Bauabschnitt wurde dem sogenannten Kuhkomfort gewidmet. Offenbar mit Erfolg. Deutlicher Maßstab für das Wohl der Tiere ist die in der Herde der Familie zum Felde erkennbare Leistungssteigerung. Betrug die durchschnittliche Milchleistung 1997 bei 150

Betriebsspiegel Silke u. Uwe zum Felde Standortverhältnisse Fläche 120 ha Grünland Boden 18 – 42 Punkte Maiszukauf ab Feld Tierbestand 770 Kühe 325 Kälber/Rinder auf Stammbetrieb 356 Rinder in Färsenaufzucht in Neu Boltenhagen Milchleistung Kontrolljahr 08/09 10.309 kg – 3,68 % Fett – 3,38 % Eiweiß Remontierung 13,8 % Erstkalbealter 26 Monate Zwischenkalbezeit 415 Tage Melkarbeit 3 x täglich Personal Familie AK 1,2 Fremdarbeitskräfte Vollzeit 8 Teilzeit 5 Anteil Arbeitszeit im Betriebszweig Milch: 80 % Innenwirtschaft 20 % Außenwirtschaft


MR-54-55-Felde.qxd

01.07.2010

Kühen noch 8.500 kg Milch, so waren es in 2007 bei 460 Kühen bereits 10.300 kg Milch. Mit dem Neubau entfiel dann auch vorerst das Kuhtreiben aus den Altgebäuden. Der Slogan für den neuen Stall lautet: „Die Ruhe bringt die Milch!“ Die Tiefboxen und die großzügigen Laufgänge mit Rautenmuster werden gut angenommen. Die Familie beurteilt die Arbeitswirtschaft für den einfach gehaltenen Stall außerordentlich positiv.

770 einzelne Kühe Milcherzeugung ist bei Familie zum Felde Leidenschaft und Überzeugung. Uwe zum Felde bringt es auf den Punkt: „Wir haben 770 mal eine Kuh und nicht 770 Kühe“, so sein Credo,

11:30 Uhr

Seite 2

das zwar auch die gesamte Herde insbesondere aber das Wohl des Einzeltieres ins Auge faßt. Und Familie zum Felde steht dahinter, denn sie wollte schon immer nur mit Kühen arbeiten. Mit niedrigen Reproduktionsraten (Durchschnitt der letzten 3 Jahre 12,2%) wurde die Herde aus eigener Nachzucht im geschlossenen System aufgebaut. Leistung ist das Eine, übrigens wird bereits seit September 2003 dreimal täglich gemolken, aber dieser Milchproduktionsbetrieb hat auch einen züchterischen Hintergrund. Der Betriebsleiter favorisiert Kühe, die lange im Betrieb bleiben, deshalb legt er besonderen Wert auf flache Leistungskurven, gute Fundamente, feste Euter, und er hasst ansteigende Becken. „Die Herde sollte homogen sein“, betont er. Uwe zum Felde setzt bei der Bullenauswahl auf geringstmögliche Fehler bei den Vererbern und nutzt nicht unbedingt die neuesten. Gern greift er auch auf Testbullen aus bewährten Kuhfamilien zurück. Die Richtigkeit seiner Strategie wird dadurch unterstrichen, dass der Betrieb zum Felde bereits neun 100.000-Liter-Kühe hervorbrachte.

Einst Dean Pabst-Tochter, heute Laudan-Sohn Im Jahre 1974 importierte CordHartwig zum Felde die Dean Pabst-Tochter Susi. Aus ihr ging der hoch positive Primo-Sohn Puls hervor. Auch die Penstate Ivanhoe Star-Tochter Summe brachte es auf eine Lebensleistung von 125.000 kg Milch. Der zur Zeit im Wiedereinsatz befindliche Lordas, über Laudan, Storm und Horton gezogen,

Beim großzügigen Stallneubau wurde Wert auf Kuhkomfort gelegt

Eingang zum Arbeitsplatz für drei Schichten: das Melkhaus

Vom Wartehof werden die Kühe automatisch in den Melkstand geführt

Im Fischgrät-Melkstand finden 32 Kühe Platz

geht in der 7. Generation auf Susi zurück.

Seit 2009 schnuppern die Färsen Ostseeluft Aus Gründen der Arbeitswirtschaft wurde vor einem Jahr damit begonnen, die Färsenaufzucht in das 330 km entfernte Neu-Boltenhagen bei Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern

auszulagern. Eine Vermarktung der weiblichen Kälber und der Zukauf von Färsen kommt für zum Feldes nicht in Frage. Sie wollen nicht vom Tierzukauf abhängig sein, wollen ihre eigenen Tiere behalten, sprich die eigene Genetik, und sehen dieses als Grundlage für eine erfolgreiche Milchproduktion. Eine Entscheidung, die konsequent erscheint, bedenkt man, dass die Familie die oben erwähnte drastische Herdenvergrößerung aus eigener Nachzucht bestritten hat. Die Färsenaufzucht läuft in Mecklenburg nun in Kooperation mit einem flächenstarken Betrieb. Helmut Haak

䡵 55


MR-56-57-Intern-Fortbildung-Kinder.qxd

30.06.2010

7:47 Uhr

Seite 1

Besuch in Verden

5. Fortbildungskurs für Absamtechniker

Absamtechnikern und Tierpflegern von Besamungsstationen obliegt nicht nur das Wohlbefinden und die Gesundheit der wertvollen Vatertiere, sondern zum Teil auch deren wirtschaftlicher Erfolg. So dauert es bisher etwa fünfeinhalb Jahre, bis aus einem verheißungsvollen Bullenkalb ein Zuchtwert-bewährter Besamungsbulle werden kann. Erst dieser ist in der Lage, seine genetische Überlegenheit an zukünftige Töchter weiterzugeben und dem Landwirt einen hohen Zuchtfortschritt im Milchviehstall zu sichern. Somit muss ein Bulle über viele Jahre in bester Zuchtkondition gehalten werden, bevor seine reproduktive Phase beginnt. Mit Erreichen eben dieser Phase sind Zuchtwert-bewährte Besamungsbullen bereits Herren mittleren Alters, die in der Zwischenzeit eigene Vorlieben, Charaktere und unterschiedliche Temperamente entwickelt haben und mit oftmals mehr als 1.200 kg keine Kuscheltiere sind.

INTERN

Sicheres Auftreten Im Bullenstall sind dementsprechend Mitarbeiter gefragt, die weder über mangelnden noch übermäßigen Respekt verfügen. In dieser Position zählen Abgeklärtheit, Erfahrung und Einfühlungsvermögen, um auf jede Bullenpersönlichkeit individuell einzugehen. Zwei- bis dreimal wöchentlich werden die Bullen

zum Sprungraum geführt. Der Sprung und das Absetzen des Ejakulates in die künstliche Vagina dauern bei optimaler Vorbereitung nur wenige Sekunden. Das Einleiten der Reflexkette, die sexuelle Stimulierung, ist dagegen ein individuell sehr unterschiedliches Prozedere. Prinzipiell hat jedes männliche Tier ein natürliches Paarungsbegehren, welches von unbedingten Reflexen gelenkt wird. Da im Sprungraum aus seuchenrechtlichen Erwägungen keine brünstige Kuh steht, müssen entsprechende Schlüsselreize von Bullenpfleger und Absamtechniker an einem Phantom oder einem anderen Bullen (Untermann) gesetzt werden. Diese steigern die geschlechtliche Erregung der Bullen und münden im sogenannten Kopulationsreflex und der Ejakulation in der künstlichen Vagina.

Kann länger dauern Was bei den jungen Bullen (Testbullen) in wenigen Minuten erreicht ist, kann bei älteren Tie-

Absamübungen

ren durchaus zeitaufwendiger sein. Zudem beeinflusst gerade die sexuelle Stimulierung die Menge der ejakulierten Spermienzellen. Diese wiederum ist Ausgangsgröße für die Anzahl der produzierbaren Spermaportionen und dient letztlich der ausreichenden Versorgung der landwirtschaftlichen Betriebe. Die Tätigkeiten der Bullenpfleger und der Absamtechniker werden von gelernten Landwirten oder Tierpflegern mit den bereits beschriebenen besonderen Eignungen ausgeführt. Seit dem Jahr 2005 führt das Institut für Fortpflanzung landwirtschaftlicher Nutztiere Schönow e.V. in wechselnder Kooperation mit Besamungsstationen jährlich einen zweitägigen Fortbildungskurs für diese kleine aber sehr wichtige Berufsgruppe durch.

Erfahrungsaustausch

Die Teilnehmer des Fortbildungskurses 2009

56

Hierbei ist der erste Kurstag als Vortragsveranstaltung konzipiert, an dem die Kenntnisse der Kursteilnehmer über Aufbau, Funktion und mögliche Krankheiten der Geschlechtsorgane

vertieft werden. Der zweite Kurstag findet überwiegend im Sprungraum der Besamungsbullenstation statt. Alle Teilnehmer erhalten die Gelegenheit, bei verschiedenen Bullen Absamungen durchzuführen. Die Beobachtung der Kollegen bei der Arbeit führt zu intensiven Diskussionen über das richtige Vorgehen und veranschaulicht die Lehrinhalte. Absamtechniker sind in der Regel Einzelkämpfer mit wenig Kontakt zu ihren Berufskollegen aus anderen Regionen. Dieser Fortbildungskurs hat sich als gutes Podium zum Erfahrungsaustausch etabliert. So ist das Interesse an dieser Veranstaltung auch in der fünften Auflage, die Anfang Juni erstmals in Verden stattfand, ungebrochen. Das Team des IFN Schönow sowie die Teilnehmer des Kurses bedanken sich herzlich bei den Mitarbeitern der MASTERRIND um Dr. Hinrich Osmers für die hervorragende Organisation dieses aufwendigen Fortbildungskurses. Lutz Rothe, Institut für Fortpflanzung, Schönow


MR-56-57-Intern-Fortbildung-Kinder.qxd

30.06.2010

7:48 Uhr

Seite 2

X KINDERSEITE R Leon ist gern auf dem Bauernhof unterwegs Hallo, mein Name ist Leon Uhlig, und ich bin acht Jahre alt. Meine Eltern und ich wohnen in Großrückerswalde, das liegt im Erzgebirge, und nach Tschechien ist es von hier aus nicht mehr weit. Auch wenn wir keinen eigenen Bauernhof haben, bin ich jeden Tag dort unterwegs, denn mein Papa ist Herdenmanager bei der Marienberger Agrargenossenschaft in der Nachbarschaft. Dort gibt es über 300 Kühe, die in einem Boxenlaufstall wohnen. Bei so vielen Kühen und Rindern gibt es auch für

mich fast jeden Tag etwas zu tun. Besonders gern bin ich mit dem Schäffer, das ist ein Hoflader, unterwegs. Auch mein JerseyKalb wird regelmäßig von mir ausgeführt, damit wir uns gut verstehen, denn dann ist es später einfacher beim nächsten Jungzüchter-Vorführwettbewerb. Wenn es an der Zeit ist, helfe ich immer beim Kälberfüttern, die Kleinen mag ich besonders gern. Aber auch bei uns zu Hause haben wir Tiere: unsere Katze Elli und die beiden Pferde Pico und

Astoria, die mag ich auch sehr gern. Wenn manchmal kein gutes Wetter ist und ich nicht auf dem Betrieb mithelfen kann, dann spiele ich mit meinen Freunden mit Lego Technik, da kann man ganz tolle Traktoren bauen. Aber viel lieber bin ich draußen, fahre mit meinem Freund Lukas Fahrrad und spiele verstecken, das geht auf einem so großen Hof natürlich auch besonders gut. Wenn ich mal groß bin, möchte ich gerne Polizist werden, genauso wie mein Opa.

Warum wohnst du gerne auf dem Bauernhof? Erzähl es uns!

Ein Kiefernzapfen als Wetterfrosch Sicherlich hast du schon oft beobachtet, dass deine Eltern bei jeder Nachrichtensendung immer ganz gespannt dem Wetterbericht entgegenfiebern. Vielleicht habt ihr in der Küche aber auch eine kleine Wetterstation stehen, die öfter am Tag beobachtet wird. Kein Wunder, denn für kaum jemand anderen ist das Wetter so entscheidend wie für den Landwirt, denn schließlich ist die Arbeitsplanung am

nächsten Tag davon abhängig, wie das Wetter sein wird. Wird die Sonne scheinen, dann kann das Gras gemäht und Silage gemacht werden. Damit du dich aber nicht immer auf den Wetterbericht im Fernsehen verlassen musst, kannst du dein ganz eigenes Wetterbarometer bauen. Für dieses Experiment benötigst du: - 1 Kiefernzapfen - 1 Holzstäbchen - Pappe und ein Holzbrettchen - Buntstifte Dann ist es ganz einfach. Stelle den Zapfen auf das Brett. Dahinter muss die Pappe befestigt werden. Anschließend befestigst du das Holzstäbchen an einem Samenblatt im Zapfen und stellst das Ganze nach draußen.

Da es dieses Mal so viele Einsendungen waren, haben wir uns kurzerhand entschlossen zwei Preise zu verlosen. Gewinner des März-Rätsels sind Franka Gödeker aus Varrel und Esther Hadeler aus Balje.

Herzlichen Glückwunsch! Lösung: Shakira musste Weg C gehen.

Wenn du dein Experiment draußen aufgestellt hast, markierst du die Stelle, auf die das Stäbchen zeigt. Was wird nun passieren? Bei hoher Luftfeuchtigkeit oder Regen zeigt das Stäbchen nach oben. Bei Sonne und Trockenheit nach unten. Warum ist das so? Unter den Schuppen sit-

zen die Samen, die – bis sie reif sind – vor Regen und Sturm geschützt werden müssen. Sie brauchen jedoch Sonne und Wärme, um zu reifen. Wenn schlechtes Wetter droht, schließt der Zapfen daher seine Schuppen, ist gutes Wetter in Aussicht, öffnen sie sich. 䡵

Gewinnspiel B

A

C

D Welches der Tiere passt nicht zu den anderen? Gewinnt eine tolle Überraschung! Schickt die Lösung an: MASTERRIND GmbH Christiane Soller, Lindhooper Str. 103, 27283 Verden

E

57


MR-58-59-Persoenliches.qxd

30.06.2010

15:23 Uhr

Seite 1

Auszubildende beendeten Lehrzeit Zwei der MASTERRIND-Auszubildenden erreichten soeben den angestrebten Abschluss. Kira Baeßmann (oben) und Kathrin Feldberg (rechts), beide 1989 geboren, hatten ihre Ausbildung in Verden im August 2007 begonnen. Kira Baeßmann stammt aus Häußlingen, hatte zuvor die Handelsschule besucht und schloß nun als Kauffrau im Groß- und Außenhandel ab. Auch Kathrin Feldberg hatte zu-

Kathlen Glück leitet Tiervertrieb Sachsen

vor die Handelsschule besucht. Die frischgebackene Bürokauffrau stammt aus Schneeheide. Beide Jung-Kauffrauen bleiben der MASTERRIND erhalten und sind bereits seit einiger Zeit an ihren neuen Arbeitsplätzen tätig: Kira Baeßmann in der innendienstlichen Abwicklung des Tiervertriebs und Kathrin Feldberg in der Besamungsfakturierung. Hermann Bischoff

PERSÖNLICHES

Karl-Heinz Hahn verabschiedet Karl-Heinz Hahn wurde am 9. Januar 1945 geboren und ist in Kleinhartmannsdorf aufgewachsen. Nach Schule und landwirtschaftlicher Lehre folgte die Fachschule für Landwirtschaft in Zug. Von 1968 bis 1991 war Karl-Heinz Hahn bei der LPG Vorwärts Großwaltersdorf in mehreren Positionen tätig. 1971 schloss er ein postgraduales Studium mit dem Ingenieurgrad ab und wurde Abteilungsleiter der Rinderproduktion. Nach der Wende 1991 folgte gemeinsam mit Ehefrau Christa und Bruder Armin die Übernahme des elterlichen Betriebes in Kleinhartmannsdorf. Heute hat der Betrieb ca. 120 Milchkühe, es werden insgesamt ca. 160 ha bewirtschaftet und eine Biogasanlage wurde als weitere Stütze ebenfalls errichtet. Der Betrieb ist inzwischen an Tochter Iris und Schwiegersohn Marco Radke übertragen. Karl-Heinz Hahn hat sich viele Jahre auch ehrenamt58

lich engagiert und war von 1990 bis 2002 im Gemeinderat tätig sowie langjähriger Vorsitzender des Kreiszuchtvereins Freiberg. Vom 15. April 1990 an war er ohne Unterbrechung im Aufsichtsrat des SRV tätig, dessen Vorsitzender er am 5. September 1995 wurde. Mit Gründung der MASTERRIND GmbH im Dezember 2006 wurde Herr Hahn auch in den Verwaltungsrat entsandt und hat durch seine sachliche und ausgleichende Art ganz erheblich zum Gelingen der MASTERRIND beigetragen. Der Zuchtbetrieb Hahn GbR ist auch über die Landesgrenzen durch unzählige Titel und Klassensiege auf Schauen bekannt. Stellvertretend seien hier DT Spottie, die die Schau der Besten zweimal in Folge gewinnen konnte, sowie ihre Tochter Spotlight und ihr Alves-Sohn Alson, der eine beeindruckende Nachzucht auf der Schau der Besten 2010 stellte, genannt. Wir wünschen Karl-Heinz Hahn weiterhin viel Glück und Gesundheit und danken ihm für seine geleistete Arbeit. Cord Höltje

Unter neuer Führung steht seit dem 1.7. der Tiervertrieb in Sachsen. Nach mehr als 30 Jahren Tätigkeit in der Zucht und Vermarktung von Rindern beginnt für den bisherigen Leiter des sächsischen Tiervertriebs der MASTERRIND, Mathias Rößler, die Ruhephase der Altersteilzeit. Seine Aufgaben hat nun Kathlen Glück übernommen. Sie stammt aus dem Vogtland und ist seit März 2008 bei der MASTERRIND beschäftigt. Nach einer mehrmonatigen Einarbeitungszeit, in der sie viele Abteilungen in Verden und Meißen durchlaufen hat, war sie bis zu ihrem Wechsel in die Tiervermark-

tung im Spermavertrieb in Thüringen im Einsatz. Frau Glück hatte zuvor an der Universität Halle Agrarwissenschaften mit der Ausrichtung Tierproduktion studiert. In ihrer neuen Funktion obliegt Kathlen Glück neben der sächsischen Regionalleitung im Tiervertrieb die Führung des dortigen Teams und die Betreuung von Lieferanten und Abnehmern in diesem Geschäftsfeld. Wir bitten unsere Geschäftspartner, Mitglieder und Kunden, Frau Glück das gleiche Vertrauen entgegenzubringen, das die bisherige Zusammenarbeit geprägt hat. Frau Glück ist in der Geschäftsstelle Meißen unter Tel. 03521/4556-34, mobil 0160/5355961 oder per EMail kglueck@masterrind.com zu erreichen. 䡵

Hermann Bischoff

August Grimm verstorben Kurz nach Vollendung des 80. Lebensjahres verstarb am 16. April der ehemalige Tierzuchttechniker Alfred Grimm aus Riethausen im Landkreis Diepholz. Der Landwirtssohn trat nach landwirtschaftlicher Ausbildung und Tätigkeit auf dem eigenen Betrieb 1969 eine Ausbildung zum Besamungstechniker bei der ZB-Bremen an. Nach der erfolgreichen Prüfung wurde er im Raum Hoya eingesetzt, wo er bis zum Erreichen der Altersgrenze eingesetzt war. Als Ausbilder für zahlreiche Jungtechniker gab er in väterlicher Art neben großer fachlicher Qualifikation auch menschliche Werte an die folgende Generation weiter. Mit Rat und Tat stand er auch dem regionalen Besamungsverein zur Seite und organisierte in den Jahren seines Wirkens zahllose Ausflüge und Reisen, darunter Ziele wie Polen, Österreich, Litauen, Slowenien oder auch Trakehnen. Neben seiner Tätigkeit in der Besamung engagierte sich August Grimm auch beim Aufbau des Betriebsrates und des Agrarproduktvertriebes der damaligen RPN. In seiner Freizeit befasste der Verstorbene sich mit der Pferdezucht und feierte auch hier große Erfolge. Das Mitgefühl der Mitarbeiter der MASTERRIND und der ehemals von ihm betreuten Landwirte gilt Alfred Grimms Frau, seinen Kindern und Enkeln. Hermann Bischoff


MR-58-59-Persoenliches.qxd

30.06.2010

15:23 Uhr

Seite 2

Gerd Pfaff verabschiedet Mit dem Züchter Gerd Pfaff aus Gahlenz sind MASTERRIND und Sächsischer Rinderzuchtverband e.G. von Anfang an verbunden, denn er gehörte 1990 als Vertreter der BEGA Gahlenz zu den Gründungsmitgliedern einer unabhängigen Züchtervereinigung nach der politischen Wende in Sachsen. Gerd Pfaff wurde 1943 in Chemnitz geboren. 1958 begann er eine Landwirtslehre. Ab 1960 arbeitete er in der LPG in Gahlenz, zuerst als Brigadeleiter, dann als Produktionsleiter und stellver-

tretender Vorsitzender der Genossenschaft. In den Jahren 1962 bis 1965 absolvierte er ein Fernstudium zum staatlich geprüften Landwirt. Mit der Wende wurde es ihm möglich, einen privaten Landwirtschaftsbetrieb aufzubauen. Er setzte auf die Rasse Holstein. Mittlerweile gehört der Pfaffsche Betrieb zu den erfolgreichsten Zuchtbetrieben in Sachsen. Erfolgreiche Kühe aus seiner Zucht sind z. B. die Delight-Tochter Joey VG-87, die Eland-Tochter Rosarot VG-88 und viele weitere. Gerd Pfaff

widmet sich auch der Zucht des Sächsisch-Thüringischen Schweren Warmblutpferdes. Jeder Züchter kennt die aus seiner Zucht stammenden Hengste Gerling und Edison. Im Jahre 2007 wurde er mit großer Mehrheit in den Vorstand des Sächsischen Rinderzuchtverbandes e.G. gewählt. Nun wurde er aus dem Vorstand verabschiedet. Wir möchten uns für sein Engagement für die sächsische Rinderzucht sehr herzlich bedanken und wünschen Gerd Pfaff Gesundheit, weiterhin Erfolg, nicht

versiegenden Enthusiasmus und das notwendige Glück in seinen züchterischen Unternehmungen. Wir wünschen ihm ebenfalls, dass seine Tochter Denise den Familienbetrieb in seinem Interesse mit Erfolg weiter führen kann. 䡵

Irmgard Schubert

Johannes Frank verabschiedet Am 1. Mai beging Johannes Frank seinen 65. Geburtstag. 1945 in Hornersdorf bei Stollberg geboren, begann Johannes Frank ab 1959 auf dem elterlichen Betrieb seine landwirtschaftliche Ausbildung, die er 1961 in der neu gegründeten LPG „8. Mai Gornsdorf“ beendete. Hier arbeitete er bis 1978 in der Rinderproduktion. Mit der Inbetriebnahme der 2000er Milchviehanlage in Zwönitz im Jahre

1978 bot sich für Johannes Frank eine neue Herausforderung, der er sich nach erfolgreichem Abschluss der Besamungstechnikerausbildung in Hänichen/Harz stellte. Bis 1993 war er in Zwönitz verantwortlich für die Besamung und das Fruchtbarkeitsgeschehen. Bei Betriebsvergleichen nahm die MVA Zwönitz immer vordere Plätze ein. Bei einem Leistungsvergleich der Besamungstechniker erlangte Johannes Frank im Jahre 1985 den Titel „Bester Besamungstechniker der DDR“.

Seinen großen Erfahrungsschatz nutzend, führte sein beruflicher Weg ihn 1991 zur RPN, 1995 zum SRV und letztendlich zur MASTERRIND. In diesen Jahren war er als Fachberater für die Spermavermarktung und die Betreuung der Besamungstechniker zuletzt in den Altkreisen Mittweida, Chemnitzer Land, Stollberg und Annaberg verantwortlich. Stets zeichneten ihn seine fachkompetente ruhige Art, seine Zuverlässigkeit und seine Einsatzbereitschaft bei Kunden und Kollegen aus. Johannes Frank ist viele Jah-

re Mitglied beim Verband der Besamungstechniker Rind des Landes Sachsen e.V. und seit 2009 dessen Vorstandsvorsitzender. Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir Johannes Frank viel Gesundheit und Freude, Zeit für bisher Liegengebliebenes und nie nachlassendes Interesse an der Rinderzucht. Vielen Dank auch für die Bereitschaft, bei „Engpässen“ als Vertretungstechniker oder Frischspermafahrer einzuspringen. 䡵

Torsten Ott

Manfred Albers verstorben

Karl-Wilhelm Bruns verstorben

Bereits am 8. Februar verstarb im 75. Lebensjahr der langjährige RPN-Tierzuchttechniker Manfred Albers aus Ottersberg (Landkreis Verden). Geboren am 12. August 1935 in Volkwardingen im heutigen Landkreis Soltau-Fallingbostel, kam Manfred Albers 1976 zur Besamung. Er wurde von der Besamungsstation in Bremen als Techniker-Anwärter eingestellt und durchlief die übliche, mehrmonatige Ausbildung. Das praktische Rüstzeug gab ihm sein erfahrener Kollege Johann Lohmann mit, die Prüfung zum Techniker legte Manfred Albers anschließend erfolgreich ab. Nach der Ausbildung kam Albers dann im Grenzbereich der drei Landkreise Verden, Rotenburg und Osterholz zum Einsatz und betreute hier bis zu seinem gesundheitsbedingten Ausscheiden am 30. September 1998 die Gemeinden Lilienthal, Fischerhude, Ottersberg und Sottrum. Albers’ Frau Rita folgte ihrem Mann nur wenige Monate nach dessen Tod. Das Mitgefühl der ehemaligen Kollegen und Kunden von Manfed Albers gilt seinen drei Kindern und deren Familien.

Nur wenige Tage nach Vollendung seines 69. Lebensjahres verstarb am 17. April der ehemalige Tierzuchttechniker Karl-Wilhelm Bruns. Der Verstorbene war 28 Jahre für die Rinderproduktion Niedersachsen im Schaumburger Land im Einsatz. Karl-Wilhelm Bruns wurde am 10. April 1941 geboren. Eng mit Landwirtschaft und Rinderzucht verbunden, lebte er in Sülbeck im Landkreis Northeim. Nach seiner Ausbildung zum Tierzuchttechniker arbeitete er zunächst als Vertretungstechniker, übernahm bald einen eigenen Bezirk und wurde später Gruppenleiter, eine Position, die er insgesamt zehn Jahre bekleidete. Zwölf Jahre war Karl-Wilhelm Bruns einer der gewählten Obmänner der RPNTierzuchttechniker. Von der Einführung des Betriebrates bei der RPN im Jahre 1988 bis zu seinem krankheitsbedingten Ausscheiden aus dem Unternehmen war Herr Bruns darüberhinaus Mitglied des Betriebsrates. Das Mitgefühl seiner Kollegen und ehemaligen Kunden gilt den Hinterbliebenen von Karl-Wilhelm Bruns.

Hermann Bischoff

Hermann Bischoff

59


MR-60-63-Kurzinfos.qxd

30.06.2010

15:25 Uhr

Seite 1

Erfolg für Tochter vom MASTERRINDVererber Manhattan in der Schweiz Auf der Schweizer Nationalschau EXPO Bulle 2010 errang Gauglera Manhattan Olimpia im Wettbewerb der Erstlaktierenden, beim erstmalig eingeführten Titel Championne jung, den Reservesieg. Olimpia ist eine Manhattan-Tochter und gehört Michel Clement, Le Mouret. Der MASTERRIND-Newcomer Arethusa Manhattan, so sein vollständiger Name, ist ein Sohn von Regancrest Dundee und Hillcroft Leader Melanie EX-96 2E. Sein Pedigree verspricht Exterieurpower pur. Manhattan war als Super-Sampler populär und

wurde, neben Deutschland, in weiteren Ländern (z.B. Schweiz, USA, Österreich, Australien) eingesetzt. Aktuell gibt es außerhalb Deutschlands bereits melkende Kühe in der Schweiz und den USA. Es bleibt abzuwarten, wie diese Töchter den Zuchtwert beeinflussen werden. Auf Basis seiner 98 deutschen Töchter zeigt sich Manhattan als leichtkalbiger Exterieurspezialist mit positiven Werten für Nutzungsdauer, Eutergesundheit und Töchterfruchtbarkeit. Steffen Feurich

Gauglera Manhattan Olimpia, erfolgreiche Manhattan-Tochter in der Schweiz

Eckhoff in Hemslingen

Sieben Kälber von drei Kühen

KURZINFOS

Innerhalb von neun Tagen konnte sich die Familie Eckhoff in Hemslingen (Landkreis Rotenburg) Mitte Mai über eine Drillings- und zwei Zwillingsgeburten freuen. Ticket-Tochter Sina brachte zwei Kuhkälber und ein

Bullenkalb aus einer Stewart-Besamung zur Welt. Eine Woche später gebar Stallgenossin Gerda zwei Kuhkälber und wiederum einen Tag darauf Antje ein männliches Zwillingspaar. 䡵

Angela und Martin Eckhoff mit Sohn Mirco, der sechsjährigen Sina und den Drillingen

60

MASTERRIND ist weltweit ein Begriff. Dieses Foto erschien kürzlich in einer marokkanischen Zeitung im Rahmen der Berichterstattung zur landwirtschaftlichen Landesmesse SIAM

Mit Ramira feierte auf der Landesschau in Österreich ein Tier von Weseloh Holstein Cows einen Erfolg. Die Goldwyn-Tochter hatte bereits 2008 an der Eurotier in Hannover teilgenommen und wurde dann Anfang 2009 nach Österreich verkauft Hier erreichte sie nun für die Familie Deutinger einen 2. Platz auf der Nationalschau


MR-60-63-Kurzinfos.qxd

30.06.2010

15:25 Uhr

Seite 2

Kuh ist kein Klimakiller Das Ergebnis der Untersuchungen: anders als in jüngerer Zeit häu-

fig behauptet, sind die Wiederkäuer nicht maßgeblich an der Erderwärmung beteiligt

oder gar Klimakiller. Eine Kuh mit 8.000 kg Milchleistung stößt jährlich 404 Gramm Methan aus, eine Artgenossin mit 10.000 kg

© Andi Taranczuk - Fotolia.com

Das Dummerstorfer Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (Landkreis Bad Doberan, Mecklenburg-Vorpommern) ist in einer Versuchsreihe der Frage nachgegangen, in welchem Ausmaß der Methan-Ausstoß von Kühen die globale Erwärmung beeinflusst. Hierzu wurden zehn Kühe regelmäßig zur Gasmessung geführt. Die Dummerstorfer Wissenschaftler verfügen über Atemkammern, in denen sämtliche Gasausscheidungen von Tieren gemessen werden können. Aufgezeichnet wird auch, wann und wie oft die Kühe aufstehen, sich hinlegen und wieviel sie fressen und saufen.

Milch nur 5 % mehr. Hochgerechnet auf sämtliche Rinder in Deutschland (ca. 12,7 Mio. Tiere) entsprechen die Werte einem Ausstoß von 1 Mio. Tonnen Methan jährlich. 0,22 Prozent des Weltausstoßes oder 2,1 Prozent aller deutschen Treibhausgase. Die Forscher in Dummerstorf konnten übrigens auch auf historische Zahlen zurückgreifen. Abgasmessungen bei Kühen gab es bereits in den 1960er Jahren. Seinerzeit allerdings unter anderen Fragestellungen. Gut Ding will Weile haben.

Hermann Bischoff

Richtfest bei Büroneubau in Verden Bereits bei der Gründung der NORDRIND durch RPN und ZEH im Jahre 2003 war geplant worden, das Bürogebäude der ehemaligen ZEH in der Lindhooper Straße 103 zu veräußern und die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter in einen zu errichtenden Anbau des Gebäudes Osterkrug 20 zu verlegen. Hier-

für wurde mit dem Verkauf des Grundstückes in der Lindhooper Straße im vergangenen Jahr die entscheidende Grundlage geschaffen. Nun rückt der Umzug in greifbare Nähe. Die Zusammenführung aller Verdener Mitarbeiter der heutigen MASTERRIND wird noch in diesem Jahr stattfinden. Deutlichen Aus-

Tradition: der Zimmerermeister (3. v. re.) erbat Gottes Segen

druck fand dieser Umstand in der rasanten Entwicklung der Baumaßnahmen hinter dem seit 1985 bestehenden Bürogebäude der Besamungsstation, wo nun am 21. Juni Mitarbeiter, Nachbarn und am Bau beteiligte Personen das Richtfest feierten. In traditioneller Weise bat der leitende Zimmerermeister um Gottes Segen. Statt geweihten Wassers bediente er sich dabei jedoch einer Flasche Bullenschlucks zur Unterstreichung seiner Fürbitte. Der Büroanbau am Osterkrug 20 am Tag des Richtfestes

Hermann Bischoff

䡵 61


MR-60-63-Kurzinfos.qxd

30.06.2010

7:50 Uhr

Seite 3


MR-60-63-Kurzinfos.qxd

01.07.2010

13:48 Uhr

Seite 4

TERMINE • TERMINE • TERMINE • TERMINE IMPRESSUM:

MASTERRIND MAGAZIN ISSN 1867-2809

Herausgeber: C. Kohlmann Druck & Verlag GmbH 37431 Bad Lauterberg Hauptstraße 36 - 38 Telefon (0 55 24) 85 00-0 Telefax (0 55 24) 85 00-39

Schriftleitung: MASTERRIND GmbH, ein Unternehmen von RPN/SRV/ZEH 27283 Verden Osterkrug 20 Telefon (0 42 31) 6 79-5 Telefax (0 42 31) 6 79-7 80 info@masterrind.com 01662 Meißen Schlettaer Straße 8 Telefon (0 35 21) 47 04-10 Telefax (0 35 21) 47 04-18 info-meissen@masterrind.com www.masterrind.com Hermann Bischoff, Niedersachsen Steffen Feurich, Sachsen Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Bilder und Bücher keine Haftung. Rücksendung nur, wenn Porto beigefügt ist. Alle Nachrichten werden nach bestem Wissen veröffentlicht, eine Gewähr wird nicht übernommen. Namentlich gekennzeichnete Artikel Dritter müssen nicht immer der Auffassung der Redaktion entsprechen. Bezugspreis jährlich (4 Ausgaben): 10,00 Euro einschließlich 7 % MwSt. und Postgebühren. Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 8 vom 1. 10. 2008.

Auktionen 2010 Verden Di., Di., Di., Di., Di., Di.,

6. 10. 7. 12. 9. 7.

Juli August September Oktober November Dezember

Verden – Absetzer Do., Mi., Mi., Do., Mi., Mi., Mi.,

26. 15. 29. 14. 27. 17. 15.

August September September Oktober Oktober November Dezember

Bremervörde Di., Di., Di., Di., Di.,

11. 14. 19. 16. 14.

August September Oktober November Dezember

Sonderveranstaltungen Juli 2010

Eigenbestandsbesamerlehrgänge

9.-12. Tarmstedter Ausstellung, Tarmstedt 10. 15. Landesschau der Fleischrinder, Tarmstedt 12. 4. Offene Tarmstedter Färsenschau 12. 6. Bezirkstierschau, Tarmstedt

Die nächsten Eigenbestandsbesamerlehrgänge finden vom 25. bis 28. Oktober 2010 22. bis 25. November 2010 13. bis 16. Dezember 2010 bei der MASTERRIND GmbH in Verden statt.

September 2010

Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen.

11./12. Kreistierschau LüchowDannenberg mit BezirksJungzüchterwettbewerb 19. Altmittweidaer Erntedankfest, Sachsenoffene Holsteinschau 22. Informationsveranstaltung Besamung und Fruchtbarkeit, Groitzsch 28.9.- World Dairy Expo 2010, 2.10. Madison/USA

Oktober 2010 Uelzen Mi., 14. Juli Mi., 15. September Mi., 20. Oktober Mi., 17. November Mi., 15. Dezember

2.

Sächsischer Fleischrindertag in Köllitsch 29./30. Europaschau in Cremona, Italien

Weitere Informationen und Anmeldungen bei der MASTERRIND GmbH, Frau Cordes, Tel. 04231-679-917.

Treffen & Versammlungen BV Zeven und Bremervörde, KRZV Bremervörde • 3. September 2010 Hof-/Grillfest auf dem Betrieb Andreas Heinz, Rockstedt

Northeim Do., 7. Oktober Do., 11. November Do., 16. Dezember

JungzüchterTermine Juli 2010 11.

Jungzüchter-Triathlon, Tarmstedt 30.-31. Bundesjungzüchtertreffen, Bismark

September 2010 1.-5.

Jungzüchterwettbewerb in Battice, Belgien 11./12. Kreistierschau LüchowDannenberg mit BezirksJungzüchterwettbewerb 63


MR-64-Anzeige_Servicewüste.qxd

30.06.2010

15:27 Uhr

Seite 1

Irren Sie nicht durch die

ServiceWüste

Nutzen Sie den

MASTERRIND © Rolf Langohr - Fotolia.com

Besamungsservice

MASTERRIND GmbH, ein Unternehmen von RPN/SRV/ZEH 27283 Verden, Osterkrug 20, TELEFON 0 42 31. 6 79-5, TELEFAX 0 42 31. 6 79-780 INTERNET www.masterrind.com, info@masterrind.com


MASTERRIND Juli 2010