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Masterrind

Heft 15

M A G A Z IN F Ü R Z U C H T, B E S A M U N G & V E R M A R K T U N G

m Zuchtwertschätzung Holsteins m Elite-Auktion Hamm m Internationaler Jungzüchterwettbewerb m Jahresbericht 2010/2011

D e z e m b e r 2 0 11


r a u r b e F m i e g a T e d n e n

33.

Span

Niedersächsische Fleischrindertage

Niedersachsenhalle  Verden

10./11. Februar

2012

Programm: Freitag, 10. Februar 2012 • Körung und Vorstellung der Verkaufsbullen • Züchterabend • Sonderauktion Verdener Spätlese Samstag, 11. Februar 2012 • • • •

Jungzüchterwettbewerb Goldmädel Bullenparade, Mr. Verden-Wahl Auktion

MASTERRIND GmbH, ein Unternehmen von RPN/SRV/ZEH 27283 Verden, Osterkrug 20, TELEFON 0 42 31. 6 79-5, TELEFAX 0 42 31. 6 79-780 INTERNET www.masterrind.com, info@masterrind.com


EDITORIAL

Liebe Leser, in den siebziger und achtziger Jahren ahnte niemand, welchen Einfluss das digitale Zeitalter auf die Tierzucht und den gesamten Tierproduktionsbereich nehmen würde. Schon der Einzug der künstlichen Besamung sowie die Einführung der systematischen Zuchtwertschätzungssysteme wurden von zeitgenössischen Mahnern mit dem Untergang der praktischen Tierzucht und einem kompletten Qualitätsverlust der Produktions- und Zuchttiere gleichgesetzt. Sicher gab es Situationen in denen Züchter geneigt waren, den Zweiflern Recht zu geben, aber die prognostizierte Katastrophe hat dennoch nicht stattgefunden. Denn sowohl die Produktions- als auch seit ungefähr sieben bis acht Jahren die sogenannten funktionalen Leistungen der Milchkühe haben eine enorm positive Entwicklung zu verzeichnen. Die Produktivität in der Rinderhaltung ist gestiegen und wird weiter steigen. Die Geschwindigkeit wird in den nächsten Jahren sogar noch zunehmen. Moderne Tierzucht ist sicher nicht transparenter geworden, sondern im Gegenteil – es ist immer schwerer zu verstehen, wie Dinge, wie die genomische Selektion oder das Sortieren von Rindersamen, funktionieren. Aber mal ehrlich, auch wenn wir alle Technik-Freaks sind, verstehen wir denn heute, wie ein moderner Dieselmotor mit „Commonrail-Technik“ funktioniert? Dennoch wird diese Technik ohne Hinterfragen benutzt. Digitale Welt und technischer Fortschritt hin oder her, es ist und bleibt der Mensch, der Resultate oder Qualität neuer Entwicklungen bewertet, oder anders ausgedrückt: die Produkte müssen besser sein und wirtschaftlich funktionieren. Das ist doch das einzig Wichtige an Neuentwicklungen. Wenn es dann auch noch den Spaß vergrößert, na dann umso besser. Die Verfügbarkeit und das Angebot der genomischen Jungbullen ermöglicht den Züchtern die individuelle Anwendung moderner Genetik auf einem nie dagewesenen hohen Niveau und hoher Sicherheit. Trotz einiger Unkenrufe haben sich die Plausibilität des neuen Verfahrens und die entsprechenden Parameter bestätigt. Unter Beachtung einer ausreichenden Pedigreevielfalt erhöht der Einsatz dieser Bullen die Möglichkeiten und den Fortschritt in den Rinderherden. Bisher verharrt der Anteil der genomischen Jungbullen in unseren Betrieben bei einem Viertel des eingesetzten Spermas – eine Erhöhung auf 35 bis 40 % ist sicher empfehlenswert. Im kommenden Jahr ist es soweit. Die Innovationen angewandter Biotechnologie machen es möglich. MASTERRIND beschreitet die Welt des „Sexings“ mit dem Einstieg in die Produktion von geschlechtssortiertem Rindersamen im eigenen Labor mit einem eigenen Sortierverfahren. Die Anlagen befinden sich schon im Arbeitsbetrieb. Sobald die Einlaufphase abgeschlossen ist und die Qualität des sortierten Samens stimmt, wird es ein erstes MASTERRIND-Angebot marktfähiger Produkte spätestens bis zum Frühjahr 2012 geben. Die MASTERRIND-Betriebe können dann in die systematische Jungtierproduktion einsteigen und selbst bestimmen, wie viele weibliche oder männliche Tiere in der Folgegeneration geboren werden sollen. Da zu erwarten ist, dass sich das Zuchtrinderangebot in den kommenden Jahren weiter verknappen wird, sollte das die Motivation erhöhen, gesextes Rindersperma einzusetzen, um damit ausreichend Jungvieh für den eigenen Betrieb oder den Bedarf des Marktes zur Verfügung zu haben. Das abgelaufene Geschäftsjahr ist für unser Unternehmen sehr erfolgreich gewesen. Neue Märkte konnten erschlossen werden, zukunftsweisende Investitionen wurden getätigt. Die Schaffung des neuen Regionalzentums und der Vermarktungsanlage in Meißen sind dafür stellvertretend als klares Zeichen für eine Weiterentwicklung des Unternehmens zu verstehen. Diese Maßnahmen werden sich langfristig für eine verbesserte Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedsunternehmen und Kunden auszahlen. Das Jahr neigt sich schon wieder dem Ende zu. Daher möchten wir uns bei Ihnen für die bisherige gute Zusammenarbeit und Unterstützung bedanken. Gern möchten wir gemeinsam mit Ihnen die Zukunft der Rinderzucht und Vermarktung zu Ihrem Nutzen weiterentwickeln. Dabei wird das Kommende schneller sein, als es das Vergangene jemals war. Für Ihre Familien und Betriebe wünschen wir Ihnen alles Gute und viel Erfolg.

Titel: Fortschritt – Die MASTERRIND nimmt eigene Sortieranlage für ­Sperma in Betrieb Foto: Christiane Soller

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INHALT

Inhalt Dezember 3

Editorial Zucht / Besamung

6 14 15 16 18 22 24 25 26 27 28 29

Zuchtwertschätzung Holsteins Brachyspina – ein neuer Gendefekt ALL – Arbeitsgemeinschaft Lebenslinien Bedeutung des Embryotransfers wächst Bezirkstierschau in Sulingen DHV-Elite-Auktion in Hamm 17. Blickpunkt Rind in Brandenburg 39. Schau der Besten in Verden World Dairy Expo in Madison Exzellentkühe 100.000-Liter-Kühe Ergebnisse der Milchleistungsprüfung 2011

Fleischrinder 30 32 33 34 36 37 38 39 40

Sächsischer Fleischrindertag Frido-Peper-Ehrenpreis 32. Fleischrindertage in Verden Schwarz-Rot-Gold in Alsfeld Highland-Veranstaltungen Angustreffen im Süden Charolaistreffen im Norden Limousintreffen im Osten 3. Deutsches Färsenchampionat Best of Jungzüchterwettbewerb in Bayern

Vermarktung 41 42

Fleischrinder Holstein

Wettbewerb in Altmittweida Landesentscheid Niedersachsen Vorführwettbewerb in Dannenberg Sächsische Jungzüchter in Niedersachsen Tagesfahrt des JZC Rotenburg Niedersächsische Jungzüchter in Dänemark Reise nach Birmingham Portrait: Manuel Weyhe Die Kinderseite

Management 61 62 64 66 67 69 70 72 73 74 75 77

Planet Kuh: Großes Interesse am Thema Tierwohl England: Milchproduktion zwischen den Meeren Sicherheit bei der Besamung Der Tierzuchttechniker Info-Workshop Fruchtbarkeit 5. Milcherzeuger-Forum Sächsischer Milchrindtag Sächsische Rinderhalter im Landeswettbewerb Melkwettbewerbe in Sachsen Erweiterungsmodul für Heatime Trächtigkeitsuntersuchung mittels Ultraschall Kalzium gegen Milchfieber

Intern 78 81 85 86

Jahresbericht der MASTERRIND Züchterreisen / Züchtertreffen Goldene Olga Neubau in Meißen / Änderung der Kuheinstufung

Persönliches 88

Jungzüchter 44 46 48

50 52 53 54 55 56 57 58 60

Internationaler Wettbewerb in Battice Vorführwettbewerb in Sulingen Jungzüchter-Triathlon und MASTER-Typ-Cup im April

Nachrufe und Ehrungen

Kurzinfos 90 91

Staatsehrenpreis Termine

Umsatz Gesamt Mio. € 70 60 50 40 30 20 10 0

6 Zuchtwertschätzung Holsteins

4

22 DHV-Elite-Auktion in Hamm

44 Internationaler JZ-Wettbewerb

2009/2010 2010/2011

78 Jahresbericht 2010/2011


BAP Bullen-Anpaarungs-Programm m Optimale Nutzung des genetischen Potenzials Ihrer Herde

m Einbeziehung des kompletten Bullenangebotes m Vermeidung von Inzucht durch Berücksichtigung der Abstammung Ihrer Kühe m Einstufung Ihrer Herde durch Zuchtberater der MASTERRIND m Übernahme der aktuellen Leistungs und Abstammungsdaten ihrer Kühe vom VIT, Verden m Gemeinsame Definition Ihrer betrieblichen Zuchtstrategie

Wir beraten Sie gern!

MASTERRIND GmbH, ein Unternehmen von RPN/SRV/ZEH 27283 Verden, Osterkrug 20, TELEFON 0 42 31. 6 79-5, TELEFAX 0 42 31. 6 79-780 INTERNET www.masterrind.com, info@masterrind.com


Zucht & Besamung

Zuchtwertschätzung Holsteins Dezember 2011

Neue Vererber bereichern das Angeb Zur aktuellen Zuchtwertschätzung kann die ­MASTERRIND, zusätzlich zum bekannten umfangreichen Angebot, attraktive neue Vererber präsentieren, die die Bullenliste bereichern. Dabei ist besonders erfreulich, dass diese neuen Bullen mit zum Teil anderen Bullenvätern aufwarten können. Damit zeigt sich, dass neue Bullenväter in die Phalanx von Shottle, Goldwin und O-Man einbrechen wollen. Ob es ihnen gelingt, wird sich in den nächsten Zuchtwertschätzungen zeigen. Zumindest werden sie ­helfen, die genetische Variabilität auf den Angebotslisten zu verbessern. Attraktive Newcomer Angeführt wird die Riege der Newcomer von Broderick. Mit ihm kann die MASTERRIND den höchsten Bolton-Sohn der deutschen Topliste anbieten. Broderick entstammt der milchund eiweißstarken italienischen Kuhfamilie von Zani Mascot Stefy, in der u. a. Brodericks Mutter, Zani O-Man Oriella, mit beeindruckenden 4,07 % Eiweiß bei über 14.000 kg Milch aufwarten kann. Mit seinem Vater Bolton und seinem Muttersvater O-Man kombiniert Broderick zwei Ausnahmevererber der Holsteinzucht in seinem Pedigree, die auch mit zehntausenden

Töchtern aus dem Wiedereinsatz dem Ansturm jüngerer Bullen die Stirn bieten. Beide befinden sich noch immer in den Top 40 der US-amerikanischen Topliste nach TPI. Broderick selbst vererbt viel Milch und Eiweiß, besitzt ein attraktives Linear und kann auf eine hohe Nutzungsdauer verweisen. Seine Töchter sind rahmige, milchtypische Kühe, die mit genug Tiefe ausgestattet sind und über breite, geneigte Becken verfügen. Die ausgezeichneten Euter sind hoch und fest aufgehängt. Broderick ist ein neuer, vielseitig einsetzbarer Bulle, dessen Popularität wöchentlich steigt. Einen nahezu kompletten Ein-

Broderick, der beste Bolton-Sohn in Deutschland – Broderick-Tochter Biene

6

Twinkle, ein nahezu kompletter Sohn von Toystory

druck hinterlässt auch der neue Toystory-Sohn Twinkle. Auffällig ist seine durchgehend gute Exterieurvererbung, die er mit positiven Fitnessmerkmalen kombiniert. Twinkle gehört zu den Top 4 der deutschen Toystory-Söhne. Er geht auf die Caltoned EX-93-Familie mit den beiden exzellenten Kühen Gladystar und Graystar zurück. Ein aktueller genomischer Bulle aus dieser Kuhfamilie ist z. B. der Jurus-Sohn Juffin. Twinkle vererbt etwas über dem mittleren Rahmen stehende Kühe mit breiteren, leicht geneigten Becken. Sie bewegen sich auf optimal gewinkelten Beinen, die mit klaren Gelenken ausgestattet sind. Die Euter von TwinkleTöchtern sind fest aufgehängt. Weiterhin ist Twinkle in der Lage, eine weite Vorderstrichplatzierung zu korrigieren. Ashmore ist ein weiterer hochwertiger Neueinsteiger. Er kommt aus der bekannten USamerikanischen Kuhfamilie von Henkeseen M Hillary EX-94, die eine Menge populäre Vererber wie Sanchez, Howie, Duplex und Hilton hervorgebracht hat. Er ist der erste und bisher einzige Artic-Sohn in der deutschen Topliste und zeigt neben einem guten Leistungs- auch einen

ausgezeichneten Exterieurzuchtwert. Nutzungsdauer und Eutergesundheit lassen keine Wünsche offen. Die derzeit in der ersten Laktation stehenden, jugendlich wirkenden AshmoreTöchter sind mit reichlich Stärke und leicht geneigten Becken ausgestattet. Die steileren, parallel gestellten Fundamente verfügen über eine gute Knochenqualität, hohe Trachten und ermöglichen eine ausgezeichnete Bewegung. Die insgesamt guten Euter sind vorn und hinten fest aufgehängt und besitzen eine geringe Eutertiefe. Mit dem Goldwin-Sohn Garion und dem Wildman-Sohn Wayang besitzt die MASTERRIND zwei neue Bullen, die mit einem RZE von 139 einen außergewöhnlichen Exterieurzuchtwert vorweisen können. Garion besitzt ein tiefes US-amerikanisches Pedigree und geht über die DurhamTochter Nanny VG-88 auf Ronland Nita Merv Natasha EX-92, die Halbschwester vom Outcrossvererber Jimtown Nita Nelson, zurück. Hinter Garion steht ein Pedigree mit acht Generationen VG oder EX eingestuften Kühen. Er vererbt große, milchtypische Kühe mit genügend Körpertiefe und optimaler Beckenform. Weiterhin fallen die


ot der MASTERRIND

Ashmore stammt aus bekannter Kuhfamilie, Ashmore-Tochter Amelie

klaren Gelenke und die fest angesetzten Euter mit geringer Eutertiefe und guter Textur auf. Garion ist ein Vererber mit durchgehend positiven Fitnessmerkmalen. Wayang stammt aus der inhaltsstoffstarken Ricarda EX-90-Familie von Reinermann. Seine Großmutter RR Riveira VG-86 ist die Halbschwester zu Tesk Riva VG-86, die Mutter des populären Rudolph-Sohnes Riverland. Mit seiner Väterfolge Wildman x Stormatic x Esquimau passt Wayang für viele Pedigrees der aktuell zur Anpaarung stehenden Kühe. Wayang-Töchter stehen etwas über dem mittleren Rahmen und bestechen durch Körpertiefe und reichlich Stärke. Die guten Fundamente sind etwas steiler, aber parallel gestellt und ermöglichen eine ausgezeichnete Bewegung. Das Glanzstück seiner Exterieurvererbung sind die Euter. Hier lässt er keine Wünsche offen. Sie sind fest aufgehängt, mit hohen und breiten Hintereutern versehen sowie mit optimaler Strichplatzierung und -länge ausgestattet. Komplettiert wird die Gruppe an neuen Vererbern von zwei Goldwin-Söhnen, Goleo und NOG Greco. Goleo geht über seine Mutter Claynook Tina Allen

VG-88 auf ein kanadisches Pedigree zurück. Sowohl Goleo als auch NOG Greco zeigen eine gute Exterieurvererbung und besitzen durchgehend positive Werte für die Fitnessmerkmale. Weiterhin sind sie für Färsenbesamungen geeignet.

Bekannte Goldwin-Söhne bleiben interessant Bekannte Goldwin-Söhne wie Goldberg, Guarini und Gunnar haben nichts an ihrer Attraktivität eingebüßt. Goldberg und auch Guarini konnten sogar noch einmal zulegen. Aktuell führt Guarini die Liste der Goldwin-Söhne in der deutschen Topliste an. Seit seinem offiziellen Einstieg in die Riege der töchtergeprüften Vererber im April dieses Jahres ist seine Popularität ungebrochen. Bisher hat er mit jeder Zuchtwertschätzung Töchter hinzubekommen. Mittlerweile gehen bereits 150 Töchter in seinen Milchzuchtwert ein. Guarini folgt nach den beiden O-Man-Söhnen Snowman und Omega auf Platz 3 der deutschen Topliste nach Gesamtzuchtwert RZG. Nach dem bekannten Wiedereinsatzvererber Mascol auf Platz 4 der deutschen Topliste, steht

Wayang bietet eine etwas andere Väterfolge, Wayang-Tochter Wyomie

Gunnar als zweitbester deutscher Goldwin-Sohn auf Platz 5. Die bei der letzten Zuchtwertschätzung gemachte Aussage, dass es sich bei Gunnar-Töchtern um kraftvolle, milchtypische Kühe mit gesunden Spitzeneutern handelt, kann bestätigt werden. Gunnar gehört weiterhin zu den besten Milchmengenvererbern unter den Goldwin-Söhnen. Mit seinen Töchtern, die reichlich Stärke und Körpertiefe besitzen, bleibt Goldberg aus der kanadischen Kuhfamilie von Willdina Sorm Hill EX-91 etwas Besonderes innerhalb der Gruppe an Goldwin-Söhnen. Dies kombiniert er mit breiten Becken sowie mit

fest aufgehängten Eutern, die mit hohen und breiten Hintereutern versehen sind. Zur letzten Zuchtwertschätzung neu eingestiegen war Golden Eye, der Goldwin-Sohn aus der bekannten Schaukuh DT Spottie EX-93. Die auf die bekannte Sunnylodge Prelude Spottie zurückgehende Ausnahmekuh war zweimal Siegerin der Schau der Besten in Verden. Neben Golden Eye kann DT Spottie mit dem Alves-Sohn Alson auf einen weiteren positiven Vererber verweisen. Damit zeigt sie sich nicht nur im Schauring erfolgreich, sondern auch als Produzentin interessanter Zuchtbullen. Golden Eye ist bei richtiger

Goldberg, ein etwas anderer Goldwin-Sohn, Goldberg-Tochter Gina in 2. LA

7


Zucht & Besamung

Top 20 Deutschland nach RZG und ausgewählte Vererber Schwarzbunt – töchtergeprüft Rang Bulle

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

8

HB-Nr.

Geb.Jahr Vater

 Muttersvater

Besitzer

Si.

M kg

MILCHLEISTUNG EXTERIEUR TEILZUCHTWERTE F % F kg E % E kg Mtyp Körp. Fund. Euter RZM RZS RZE RZN RZR RZD RZG

Snowman Omega Guarini Mascol Gunnar Omagic Orson Mavid Malix Maracas Gibor Mace Shandar Mainau Toylord Showtime Sesterz Ramado BG E.T. Leko

634400 802670 811141 840515 804049 674301 259065 674596 505916 831738 667908 674933 258420 831688 840866 804016 567451 674027 889033 811087

05 04 06 00 06 06 06 06 06 04 97 06 05 04 07 05 06 05 05 05

O-Man O-Man Goldwin Mtoto Goldwin O-Man O-Man Mascol Mascol O-Man Gibbon Mascol Shottle O-Man Toystory Shottle Shottle Ramos Shottle Laudan

BW Marshall Manat O-Man Rudolph Ford Lambada Ramos Eminenz O-Man Convincer Sunnyboy BW Marshall Brett BW Marshall O-Man Brett Adam II Aaron Jocko Besne Jocko Besne

GOEP RMV RBB LTR RMV RUW OHG,RBW WEU WEU MAR RUW RUW OHG MAR LTR RMV RMV RUW OHG RBB

99 96 95 99 94 93 85 95 93 95 99 89 93 95 89 94 94 93 78 94

+2784 +1081 +1037 +964 +1408 +1851 +1152 +827 +1174 +2103 +1422 +1426 +2491 +1952 +1746 +2013 +1834 +1372 +1938 +1551

-0,27 +0,32 -0,07 +0,17 -0,11 +0,00 +0,18 +0,24 +0,13 -0,30 -0,28 -0,10 -0,24 -0,41 -0,17 -0,13 -0,27 -0,04 -0,20 -0,21

+82 +77 +36 +56 +46 +76 +66 +57 +62 +53 +29 +48 +75 +35 +53 +69 +46 +52 +57 +41

-0,15 +0,24 +0,16 +0,18 +0,05 -0,03 +0,08 +0,25 +0,13 -0,09 -0,04 -0,04 -0,10 -0,08 +0,04 -0,14 -0,08 +0,10 -0,10 -0,02

+76 +61 +51 +51 +53 +60 +47 +53 +53 +61 +44 +44 +73 +57 +63 +53 +53 +57 +55 +50

109 82 109 103 120 82 85 96 90 81 84 100 115 96 97 103 106 100 113 106

126 100 119 100 117 91 114 94 108 90 86 86 131 102 107 127 123 109 115 112

124 110 111 119 115 116 104 121 119 114 124 121 107 120 112 115 102 102 113 132

121 98 132 104 133 93 93 104 101 105 109 110 93 98 100 123 116 108 119 111

146 139 127 130 129 136 128 131 131 134 121 124 143 129 135 131 128 132 131 126

125 114 124 123 113 112 118 118 130 115 125 131 104 124 116 111 113 122 116 120

132 101 132 111 134 98 100 110 110 103 109 111 110 108 107 129 118 108 124 126

123 130 126 130 116 118 128 122 120 127 130 126 115 118 117 114 127 119 123 124

89 108 112 108 111 110 125 110 107 101 118 105 95 114 102 102 107 106 91 95

92 97 101 107 100 103 103 107 107 95 86 103 94 89 101 104 106 98 86 97

154 147 145 144 143 142 142 142 142 142 141 140 140 140 140 139 139 139 139 139

Eight Massey Lonar Suarez Mendez Broderick Gloy NOG Guardi Schaffner ALH Duke Terbium Eminem Goldberg Jobess Brigade Janosch Goleo Laudan Ron Beagle Jango Armstrong Samuel Twinkle Lemmna Coach Ashmore NOG Greco Golden Eye Garion Samburu Leif NOG Tosco Zar Mergim Shelter Alson Tilo Wayang Tovero Sascha Windspiel Acme RF Labiate Alex Duty Daiquiri Braveheart Samitoro Zabing RF

503981 889073 811067 811100 811139 832129 567455 490680 468294 634394 566635 810944 831982 463395 505762 810815 804071 810695 506367 505986 831082 889042 804046 832020 566666 506021 832127 490685 831945 832032 811107 801705 490699 802593 464701 468501 831737 802653 832123 832070 811019 461920 468122 565521 505896 831566 832073 505422 468001 565916

04 07 05 05 06 07 06 06 06 05 04 02 06 02 04 00 06 98 05 06 00 06 06 06 05 06 07 06 06 06 05 99 07 03 04 06 05 04 07 06 04 02 05 02 05 04 06 02 06 03

O-Man Mascol Laudan Shottle Mascol Bolton Goldwin Goldwin Shottle O-Man Titanic Eminenz Goldwin Jocko Besne Best Jocko Besne Goldwin Lukas Laudan Elegant Jocko Besne Toystory Shottle Toystory Laudan Goldwin Artic Goldwin Goldwin Goldwin Shottle Lukas Toystory Zappa Merv 2 Shottle Alves Titanic Wildman Toystory Step Willstar Talent 2 Ladin Goldwin Durham Damion BW Marshall Mr. Sam Zunder

Mtoto Bret II Design Jocko Besne Jesther O-Man Lentini RF Ramos Rubens RF Durham Rudolph Maloy Morty Airliner Durham Mandel Allen Raider Igniter Stormatic Lukas O-Man Jocko Besne Jocko Besne Jocko Besne O-Man O-Man Titanic Derry Durham Jesther Zack Riverland Amaretto Storm Allen Derry Webster Stormatic Durham Esar Metro Durham Salto Champion Integrity Manat Luke Encore Rudolph

USA USA RBB RBB RBB MAR MAR NOG MAR GOEP RSH RBB MAR MAR RSH RBB RMV RBB CAN MAR MAR USA RMV MAR RSH USA MAR NOG MAR MAR RBB RMV NOG RMV MAR MAR MAR RMV MAR MAR RBB MAR MAR RSH MAR MAR MAR MAR MAR RSH

84 75 94 93 94 88 92 92 93 98 95 99 94 99 94 99 90 99 84 94 99 78 93 90 94 94 88 88 93 91 94 99 91 99 96 93 96 95 89 92 96 99 95 99 95 95 89 99 95 98

+1270 +1152 +952 +1528 +1614 +1782 +1254 +266 +1083 +1414 +1253 +730 +924 +1677 +525 +1620 +1041 +1099 +1089 +1280 +1530 +1278 +1000 +1677 +989 +675 +1267 +834 +746 +601 +1285 +432 +1748 +902 +697 +979 +1075 +581 +1212 +1283 +1175 +1056 +111 +1094 +434 +770 +690 +869 +78 +286

+0,02 -0,01 -0,11 -0,15 -0,30 -0,30 +0,00 +0,45 -0,20 -0,13 +0,12 +0,06 +0,06 -0,08 +0,55 -0,30 -0,06 -0,29 -0,21 -0,23 -0,23 +0,02 -0,08 -0,38 -0,29 -0,11 -0,38 -0,13 -0,07 -0,34 -0,28 +0,27 -0,39 +0,16 +0,28 -0,09 -0,27 +0,04 -0,26 -0,33 -0,34 -0,63 +0,16 -0,01 +0,07 -0,20 -0,49 -0,26 +0,05 -0,05

+54 +46 +28 +47 +34 +41 +51 +53 +24 +45 +64 +36 +44 +60 +74 +35 +36 +16 +23 +29 +39 +55 +33 +28 +12 +18 +13 +21 +24 -8 +24 +43 +30 +53 +56 +32 +17 +27 +23 +19 +14 -20 +19 +43 +25 +12 -20 +10 +7 +7

+0,14 +0,08 +0,05 -0,12 -0,07 -0,07 +0,05 +0,13 -0,07 +0,02 -0,02 +0,16 -0,05 -0,08 +0,18 -0,08 +0,01 -0,07 +0,00 -0,17 -0,02 -0,10 +0,03 -0,20 -0,05 -0,01 -0,06 +0,03 +0,02 +0,01 -0,13 +0,03 -0,18 +0,04 +0,05 -0,11 +0,02 +0,10 -0,15 -0,18 -0,19 -0,10 +0,11 -0,08 -0,02 -0,09 +0,04 -0,20 +0,06 +0,00

+57 +47 +38 +39 +47 +53 +47 +21 +29 +50 +40 +40 +27 +48 +35 +47 +36 +30 +37 +26 +49 +34 +37 +35 +28 +22 +37 +31 +27 +21 +31 +18 +40 +34 +29 +22 +39 +30 +26 +25 +20 +26 +14 +29 +13 +18 +27 +10 +8 +10

86 92 131 107 96 113 126 114 118 106 105 112 116 94 109 111 123 106 109 98 101 104 98 110 110 111 103 122 119 125 112 80 103 88 107 115 112 96 105 119 111 102 115 98 129 108 110 103 109 108

112 103 109 125 106 113 117 104 114 122 96 90 127 102 121 95 114 78 109 126 116 121 116 115 105 119 119 105 127 116 110 118 120 91 109 110 111 114 118 129 104 95 113 104 113 122 130 102 127 124

108 107 124 109 121 107 123 108 122 130 115 114 115 118 127 126 115 114 111 125 109 116 119 118 131 124 125 126 109 122 112 102 116 102 115 109 105 123 121 106 128 126 118 117 121 122 116 138 113 126

106 118 125 118 108 124 112 131 129 111 111 120 125 110 114 118 124 117 119 134 120 117 121 119 110 125 123 127 128 134 119 115 111 116 112 115 127 127 139 123 123 120 134 114 124 124 106 121 114 122

133 126 118 120 123 127 126 112 112 127 124 121 113 127 123 123 118 111 117 110 125 118 118 115 110 107 115 113 111 103 112 109 118 119 116 109 117 113 109 108 105 104 103 115 103 103 105 98 98 99

119 123 123 127 118 101 109 111 124 110 108 102 120 108 106 92 116 119 118 103 96 120 103 114 124 118 116 112 111 111 104 129 118 125 118 111 105 104 113 108 98 112 101 106 118 100 102 112 103 111

109 113 133 124 116 123 126 125 134 128 113 117 132 114 128 122 129 111 121 139 121 124 125 125 123 133 131 132 132 139 122 112 120 106 118 118 124 130 139 128 129 122 135 117 132 132 121 131 124 133

120 124 130 125 117 113 110 129 126 109 114 118 119 106 115 111 112 130 119 113 106 115 107 118 124 119 113 110 121 118 133 123 111 107 102 125 109 107 107 121 121 116 117 103 116 117 117 115 120 106

114 114 95 104 104 102 103 110 103 89 105 104 113 99 90 105 108 109 101 115 99 95 110 102 106 119 99 108 108 118 92 117 98 97 107 104 93 98 98 104 107 106 107 96 103 99 104 100 106 99

98 109 102 95 109 115 93 116 92 102 97 130 97 102 102 103 109 113 98 102 94 92 96 107 104 109 98 103 103 108 99 95 97 87 96 106 109 92 114 105 116 96 112 96 100 104 102 80 111 107

143 141 136 135 134 133 133 132 132 131 131 131 131 130 130 130 130 130 129 129 128 128 128 128 128 128 127 127 127 127 126 126 125 124 123 123 122 122 122 122 122 120 120 119 119 117 116 116 113 111


Beagle bleibt populär; Beagle-Tochter Geranie

Anpaarung in der Lage, Schautiere zu produzieren. Seine Töchter sind große, starke Kühe mit perfekten Eutern. Gleichfalls ein Neueinsteiger der letzten Zuchtwertschätzung ist Gloy. Neben Gunnar gehört er zu den milchmengenstärksten GoldwinSöhnen im Angebot, und dies bei positiven Inhaltsstoffen.

Beagle, Tovero & NOG Tosco Beagle, einer der komplettesten Neueinsteiger der letzten Zuchtwertschätzung, entstammt einer berühmten Kuhfamilie, zu der auch die bekannte Zuchtkuh Regancrest PR Barbie EX-92 gehört. Seitdem der Zuchtwert von Beagle erstmalig publiziert wurde, ist seine Popularität ungebrochen. Dies hat mehrere Ursachen. Eine davon ist, dass Beagle mit dem BW MarshallSohn Elegant einen etwas anderen Bullenvater vorweisen kann. Seine Väterfolge Elegant x Stormatic ermöglicht die Nutzung für viele aktuelle Blutlinien. Eine weitere Ursache ist die Kombination von guter Leistungsvererbung mit einem nahezu perfekten Linear. Die Beagle-Töchter sind sehr ausgeglichen. Beagle vererbt über dem mittleren Rahmen stehende Kühe, die reichlich Stärke und optimale Becken, sowohl in Breite als auch Neigung, besitzen. Ausgezeichnet ist weiterhin seine Eutervererbung. Die Fundamen-

te sind durch eine gute Knochenqualität, hohe Trachten und parallele Beinstellung charakterisiert, was den Beagle-Töchtern eine exzellente Mobilität ermöglicht. Die beiden frühen, zur letzten Zuchtwertschätzung neu eingestiegenen Toystory-Söhne Tovero und NOG Tosco, sind eine wichtige Bereicherung des Bullenangebotes. Tovero geht über die VG-85 eingestufte Durham-Tochter Praline auf Windy-Knoll-View Promis EX-95 als Großmutter zurück. Windy-Knoll-View Promise EX-95 erhielt 2007 den AllAmerican-Titel und kann auf viele hoch produktive und exzellente Töchter verweisen. Tovero hat seit der letzten Zuchtwertschätzung 41 weitere Töchter in Milch hinzubekommen. Er ist einer der komplettesten deutschen Toystory-Söhne. Tovero produziert große, lange und milchtypische Kühe mit breiten Becken und fest angesetzten Eutern mit geringer Eutertiefe. Zusammenfassend gesagt, ist er ein interessanter, leichtkalbiger Allrounder mit durchgehend positiven Werten für Fitness und eignet sich unter anderem gut für O-Man und Shottle-Blut. NOG Tosco stammt aus der in der NOG-Bullenmütterprüfung erfolgreich getesteten RiverlandTochter NOG Finale, die wiederum auf die leistungsstarke Manfred-Tochter Apachin zurückgeht. NOG Tosco vererbt viel Milch und Eiweiß, kann auf

Tovero, der leichtkalbige Allrounder; Tovero-Tochter Tina

positive Werte für Eutergesundheit und Nutzungsdauer verweisen und besitzt eine ansprechende Exterieurvererbung.

Populäre Shottle-Söhne Schaffner aus der Rubens-Tochter Carla EX-95 bleibt als kompletter Shottle-Sohn stabil. Seine funktionalen Töchter hatten einen guten Start in die zweite Laktation und bestätigen das in ihn gesetzte Vertrauen. Sie zeigen sich weiterhin als im größeren Rahmen stehende Kühe mit genügend Stärke und optimalen Becken sowie fest aufgehängten Eutern. Ausgezeichnet bleiben auch seine Werte für Nutzungsdauer und Eutergesundheit. Mit einem RZFit von 134 gehört er zu den führenden deutschen Fitnessvererbern. Aus der erfolgreichen DelliaFamilie von Southland Farms in

den Niederlanden, stammt Sesterz. Er ist ein Halbbruder zu Madello. Weitere, bekannte Familienmitglieder sind z. B. die bereits sich im Einsatz befindenden Bullen Malpas und Lancy. Gegenüber der letzten Zuchtwertschätzung konnte sich Sesterz noch einmal verbessern. Er produziert rahmige, kraftvolle Kühe mit breiten, optimal gelagerten Becken, kräftigem Knochenbau und guten, fest aufgehängten Eutern. Sowohl bei der Nutzungsdauer als auch der Eutergesundheit kann er auf deutlich positive Werte verweisen. Einen weiterhin intensiven Einsatz erlebt Samburu, der solide Allroundvererber aus der Blackrose-Familie. Nachdem er im Leistungsbereich zur letzten Zuchtwertschätzung ein paar Punkte hat abgeben müssen, feiert er jetzt ein fantastisches

Schaffner, gefragt nicht nur wegen hohem Fitnesszuchtwert; Schaffner-Tochter Gusta

9


Zucht & Besamung Alson, der ältere Halbbruder zu Golden Eye

Comeback mit einem Zuwachs von 6 RZG-Punkten. Dieser Anstieg resultierte zum einen aus dem wieder gestiegenen Milchleistungszuchtwert, den die hohen absoluten Leistungen seiner Töchter in der zweiten Laktation erwarten ließen. Zum anderen hatte Samburu einen gewaltigen Anstieg im Merkmal Nutzungsdauer auf RZN 133. Mit diesem RZN gehört er zur absoluten Spitze der Holsteins in Deutschland. Ein guter Allroundvererber bleibt Suarez, der leicht zulegen konnte. Suarez stammt aus dem bekannten E-Stamm von Hermann Meyer, Oberende. Dieser Kuhstamm ist durch bestes Exterieur und hohe Eiweißprozente gekennzeichnet. Suarez besitzt eine Vielzahl positiver mütterli-

cher Voll- und Halbbrüder. Auch Samuel, aus der französischen Jocko Besne-Tochter Radieuse EX-91, konnte Punkte gutmachen. Dass die Anpaarung von Shottle auf Radieuse gut passt, zeigen eine Vielzahl von Vollbrüdern mit gutem Zuchtwert.

Söhne von ­alternativen Vätern Die Diskussion darüber, was bei Bullenvätern als Outcross bezeichnet werden kann, hängt stets vom entsprechenden Zuchtgebiet ab. Eines ist bei Alson, Eminem und Mergim aber sicher: Ihre Väter Alves, Eminenz und Merv 2 tauchen äußerst selten als Bullenväter in den verschiedenen Angebotslisten auf.

passt. Glücklicherweise ist die Versorgungslage jetzt stabil. Gut zu dieser Gruppe passt auch Sascha, der Sohn von Step. Der Patron-Sohn Step kam nur eingeschränkt als Bullenvater zum Einsatz. Sascha ist sein mit Abstand bester Sohn. Das Linear zeigt Sascha als ausgezeichneten Fundament- und Eutervererber. Abgerundet wird diese Gruppe von den beiden Vererbern Zabing RF (V. Zunder) und Zar (V. Zappa).

Der Alves-Sohn Alson ist der ältere Halbbruder zu Golden Eye und besitzt damit ebenfalls die zweimalige Schau der BestenGewinnerin DT Spottie EX-93 als Mutter. Sein Zuchtwert ist stabil. Alson-Töchter sind funktionale, hart arbeitende Kühe, die sich für nahezu alle Managementbedingungen eignen. Sie sind mittelrahmig, mit guter Körpertiefe und fest angesetzten Eutern ausgestattet. Alson eignet sich überall dort, wo Alves gar nicht oder nur eingeschränkt zum Zuge kam. Die Nachzucht von Eminem (V. Eminenz) hat auf der letzten RBB-Schau Blickpunkt Rind beeindruckt. Seine Töchter zeigten sich als jugendliche Kühe mit viel Entwicklungspotenzial, perfekt geneigten Becken, sehr sauberen Knochen und hoch und fest angesetzten Qualitätseutern. Viele Besucher waren gar der Ansicht, eine der besten Nachzuchtpräsentationen der letzten Jahre gesehen zu haben. Wer sich für den Merv 2-Sohn Mergim entscheidet, nutzt einen nahezu kompletten Allrounder mit solider Leistung, positiven Inhaltsstoffen, attraktivem Linear und guten Fitnessmerkmalen. In seinem Pedigree stehen langlebige, hart arbeitende Kühe. Mergim ist ein Outcrossvererber, der in nahezu jede Herde

Schaupotenzial aus ­exterieurstarker Familie Das Pedigree des bekannten rotbunten Vererbers Jotan und des Rotfaktorträgers Acme RF steht für herausragende Exterieurqualität. Hinter ihrer Mutter, Kamps-Hollow Altitude RC EX-95, befinden sich weitere Generationen exzellent eingestufter Kühe (Familie von D-R-A August EX-96). Auch die Töchter beider Bullen zeigen ebenfalls ein ausgesprochen attraktives Exterieur. Auch aus diesem Grund ist die Popularität von Jotan und Acme RF ungebrochen. Zusätzlich zur schon vorhandenen Popularität gab es vor kurzem ein weiteres Ereignis, dass die Aufmerksamkeit auf die Familie beider genannter Verer-

Top 10 Deutschland nach RZG und ausgewählte Vererber Rotbunt – töchtergeprüft Rang Bulle

Geb.Jahr Vater

 Muttersvater

Besitzer Si.

M kg

MILCHLEISTUNG EXTERIEUR TEILZUCHTWERTE F % F kg E % E kg Mtyp Körp. Fund. Euter RZM RZS RZE RZN RZR RZD RZG

1

Tableau

916966

04

Talent 2

Faber

RUW

128 109 125 124

87 121

137

Tocar

915938

01

Topred

Lucky Leo

RUW

95 +1265 -0,36 +20 +0,19 +61 99 +1338 +0,37 +90 +0,23 +67

109

2

114 108 110 104

142

80 111

134

3

Maximo-Red 258115

05

Marmax RF

R. Marshal

OHG

92 +2191 -0,16 +75 -0,05 +70

120 107 101 112

140 105 113 101

92

99

133

4

Jerudo

922393

03

Jerom

Rudolph

VOST

96

+905 +0,20 +56 +0,11 +40

105 117 110 110

121 119 117 113 118 105

132

5

Westpoint

917069

05

Westwind

Kian

RUW

94

+247 +0,16 +23 +0,15 +20

88 106 119 118

106 122 119 131 121 103

131

6

Malvoy

916301

02

Marmax RF

Celsius

RUW

99 +2141 -0,70 +20 -0,11 +62

101 105 124 106

127

90

131

7

Ludini

922697

05

Ludox

Lentini RF

ZBH

86 +1341 +0,12 +67 +0,11 +56

93 105 102 104

132 100 104 111

96 101

131

8

Golden Eye

917097

06

Gogo

Lightning

RUW

93 +1617 -0,24 +45 +0,05 +60

111 119 120

131 110 113 108

98

99

131

9

Liek

917028

05

Ludox

Lee

RSH

91 +1121 +0,29 +73 +0,19 +55

127 121

132

97 108

129

Serano

916998

04

September

Stoll

RUW

96 +1399 +0,08 +66 -0,08 +40

107

122 105 109 110 115 109

129

Carmano

915758

01

Cadon

Lay Out

RUW

99

+579 -0,10 +16 -0,05 +16

113 105 133 124

101 121 132 124 120

95

126

Taurus

802687

05

Talent 2

Clifhanger

RMV

95

+795 -0,23 +13 +0,25 +49

113 117 120 114

121 103 124 108

98

99

126

Jotan

831644

04

Jordan-Red Durham

MAR

97

+362 +0,24 +34 +0,18 +27

106 108 125 126

111

96 130 115

97 108

122

Tassoni

466028

05

Talent 2

Stadel

MAR

97

+901 -0,31 +10 +0,03 +33

109

99 113 120

111 104 119 121

99 111

122

Fanetto

466098

04

Faber

Breeze

MAR

97

+890 -0,07 +31 -0,02 +29

114

97 105 113

111 109 111 114 107 109

120

Falindo

463564

03

Faber

Boliant

MAR

98

+376 +0,29 +39 +0,01 +14

128 104 120 126

104

92 130 115 101 124

116

Flash

831409

02

Faber

Rubens RF

MAR

94 +1078 -0,25 +25 -0,01 +36

121

94 104 108

114

95 108 104 107 109

116

Famos

831344

02

Faber

Talent RF

MAR

98 +1363 -0,33 +27 -0,11 +37

127 111 120 117

114

88 126

114

10

10

HB-Nr.

98 121 124

94

97 104

94 107 111

96 111 109

96 116 104 110

96 111 110

99

92 115


KHW-Regiment Apple-Red EX-94, Halbschwester von Jotan und Acme RF

ber zog. Zur World Dairy Expo 2011 in den USA konnte sich das gesamte internationale Fachpublikum vom Exterieur- und Schaupotenzial dieser Genetik begeistern lassen. Jotans und Acme RF’s Halbschwester, KHW-Regiment Apple-Red EX-94, errang nicht nur den Titel bei den alten Kuhklassen sondern wurde auch Grand Champion der Red Holsteins. Äußerst erfolgreich war auch einer ihrer Klone. KHW Regiment Apple 3-Red, die im Frühjahr für 60.000 US-Dollar nach Kanada verkauft wurde, holte sich bei den jungen Kühen den Titel. Insgesamt eine beeindruckende Demonstration dessen, wozu die Genetik dieser Familie in der Lage ist.

Gestandene ­Wiedereinsatzvererber Die permanente Zunahme an Töchtern bei Wiedereinsatzbullen wie Braveheart, Jango, Janosch, Jobess, Labiate, Laudan und Leif zeugt von deren lang anhaltendem Einsatz. Ein Teil von ihnen erfreut sich weiter anhaltender Popularität oder erlebt einen zweiten oder dritten „Frühling“. Ein Blick auf diese gestandenen Vererber lohnt sich allemal. Weiß man doch was man bei ihnen bekommt. Durch die hohe Sicherheit ist das Risiko unangenehmer Überraschungen deutlich verringert. Alle Vererber dieser Gruppe wurden in unterschiedlichem

Umfang auch als Bullenväter genutzt. Nicht nur aufgrund seines Alters zeigen sich bei Laudan bereits deutliche Erfolge. Mit einer Vielzahl an hochwertigen, töchtergeprüften Söhnen hat er schon bewiesen, dass er nicht nur auf der weiblichen Seite hervorragende Arbeit geleistet hat. Als Beispiel für seine hervorragende Arbeit als Bullenvater sollen die Bullen Leko, Lonar und Lemmna genannt werden, die allesamt erfolgreich im Einsatz sind.

Zunehmendes Angebot genomischer Vererber Bei den jungen, genomischen Vererbern wird die intensive Arbeit der Zuchtverantwortlichen seit Einführung der genomischen Typisierung deutlich sichtbar. Mit jeder Zuchtwertschätzung wird das Paket an jungen Bullen mit hohen Zuchtwerten und interessanten Pedigrees kompletter. Die Jungbullen, die noch vor Einführung der genomischen Typisierung angekauft wurden, werden jetzt von einer neuen Riege junger Bullen verdrängt, bei deren Ankauf der genomische Zuchtwert bereits bekannt war. In den aktuellen Top 10 sind allein vier junge MASTERRINDBullen vertreten: Genesis, Masterplan, Macareno und Plan Z. Der aktuelle Listenführer ist der Gerard-Sohn Genesis, der mit der Spermaproduktion jetzt

begonnen hat und von dem im Frühjahr dann Sperma zur Verfügung stehen wird. Mit RZG 154 und RZG 153 gehören die beiden Vollbrüder Masterplan und Macareno, die über ihre Mutter Miss Dolly Daisy EX-90 und zwei weitere exzellent eingestufte Kühe auf Miss Mark Maui EX-95 zurückgehen, zur Elite der deutschen Man-O-Man-Söhne. Beide werden als Bullenväter genutzt. Der aus der Conant Acres Zita EX-94-Familie stammende Plan Z ist der höchste deutsche Planet-Sohn. Er glänzt nicht nur auf deutscher Basis mit einem hohen Gesamtzuchtwert von RZG 150, auch auf US-Basis kann er einen attraktiven TPI von 2155 vorweisen. Pioneer, die Nummer 3 der deutschen Planet-Söhne aus Hendel Shottle Mica VG-88, bestätigt seinen Bullenvaterstatus mit einem RZG von 145 auf deutscher und mit einem TPI von 2314 auf US-Basis. Aktuell gehört Pioneer zu den meistgenutzten Vererbern im MASTERRIND-Zuchtgebiet. Beständiger Popularität erfreut sich auch weiterhin Mowambo, ein Sohn des seltenen Bullenvaters Moscow. Er präsentiert sich weiterhin als Allrounder mit hervorragenden Zuchtwerten im Fitnessbereich. Zu den besten Exterieurvererbern unter den genomischen Bullen gehört zweifellos der Man-O-Man-Sohn Monreal. Er geht auf die bekannte Gloriette

Masterplan gehört zur Elite der deutschen Man-O-Man-Söhne

Pioneer ist intensiv im Einsatz

EX-92-Familie zurück, aus der u. a. Bonatus stammt. Die Schwester von Monreals Mutter, HMO Goldmiene VG-87, ist die frühere Nummer 1-Kuh nach RZG, HMO Goldstück VG-87. Mit einem RZE von 139 gehört er als wahrer Exterieurspezialist zu den zehn besten deutschen Exterieurvererbern. Seinen Ausnahmestatus unterstreicht Monreal ebenfalls dadurch, das er auch auf US-amerikanischer Basis mit herausragenden Zahlen aufwarten kann (TPI 2386, PTAT 3.84). Monreal wird sowohl in den USA als auch den meisten europäischen Ländern als Bullenvater genutzt.

Monreal, international genutzter Bullenvater

11


Zucht & Besamung X-Man vererbt enorme Milchmenge

Filippo bietet komplettes Paket

Lewitan ist reinerbig hornlos

Top 10 Deutschland nach RZG und ausgewählte Vererber Schwarzbunt & Rotbunt – genomisch Rang Bulle

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

RBT RBT RBT RBT RBT RBT RBT RBT RBT

12

HB-Nr.

Geb.Jahr Vater

 Muttersvater

Besitzer Si.

M kg

MILCHLEISTUNG EXTERIEUR TEILZUCHTWERTE F % F kg E % E kg Mtyp Körp. Fund. Euter RZM RZS RZE RZN RZR RZD RZG

Genesis Bilstein Maxim Masterplan Maximum Marmor Brisbane Macareno Sunday Plan Z

474896 619006 261380 473892 678170 804266 568596 832544 261530 832464

10 10 10 10 10 11 10 10 10 09

Gerard Billard Man-O-Man Man-O-Man Man-O-Man Man-O-Man Bowser Man-O-Man Super Planet

Mascol Ramos Goldwin Goldwin Laudan Goldwin O-Man Goldwin Shottle Shottle

MAR LTR/ZBH OHG MAR RUW RMV RSH/RMV MAR OHG MAR

73 71 73 73 72 73 71 73 73 73

+2132 +2173 +1620 +1485 +1811 +1569 +2091 +1418 +2254 +1680

-0,26 -0,32 +0,18 +0,24 -0,23 +0,22 -0,24 +0,24 -0,21 -0,07

+58 +53 +85 +86 +50 +88 +59 +83 +69 +61

+0,03 +0,00 +0,15 +0,27 +0,04 +0,22 -0,01 +0,27 -0,11 -0,03

+76 +74 +71 +79 +66 +77 +70 +76 +64 +54

90 102 119 120 105 114 93 120 105 109

102 108 124 123 98 106 117 123 117 102

112 113 115 125 115 114 109 125 115 106

121 111 114 111 117 108 117 110 129 130

143 141 145 150 136 149 140 148 138 131

119 125 113 110 121 107 121 110 117 122

117 115 125 128 117 115 118 127 130 123

129 126 120 115 129 116 128 115 128 134

105 111 112 99 118 111 108 100 97 110

101 96 109 91 102 93 97 91 92 107

156 154 154 154 154 154 153 153 151 150

Bordun BY Manpower Borsati Bugarini Pioneer Marsian Marinero Manouk Boucane NOG Jefrim Piedro Magicboy NOG Mavali Micat Xiras Goldtime Monreal Mowambo X-Man Muffin Conte NOG Josef Sorley Boyle Arrow Carlos Barnaby Goldfield NOG Lestro Mitar PP RF NOG Motiv Dellboy Pp Sheldon P RF

804258 568557 811243 811390 832498 832492 811385 832546 832502 491115 804279 506510 491103 832535 811377 473716 473821 472462 474901 473565 811375 491106 832550 832251 568594 568585 832221 473281 491101 832553 491108 832557 473467

10 10 08 10 09 10 10 10 10 10 10 10 10 10 10 09 10 09 10 09 10 10 10 08 10 10 08 09 10 10 10 10 09

Bolton Man-O-Man Bolton Bogart Planet Man-O-Man Man-O-Man Man-O-Man Bogart Jeeves Prince Man-O-Man Man-O-Man Million Xacobeo Goldwin Man-O-Man Moscow Xacobeo Mac Cricket Jake Snowman Bolton Super Jeeves Mr. Burns Goldwin Legend Mitey Million Moscow Shottle

O-Man Goldwin O-Man Goldwin Shottle Shottle Goldwin Goldwin Goldwin Laudan Shottle Goldwin Goldwin Goldwin Goldwin Shottle Shottle Goldwin Goldwin O-man Shottle Encino Mr. Sam Shottle Goldwin Goldwin Shottle Shottle Shottle Lawn Boy Shottle Bolton Dar

RMV MAR RBB RBB MAR MAR RBB MAR MAR NOG RMV MAR NOG MAR RBB MAR MAR MAR MAR MAR RBB NOG MAR MAR RSH RSH/RMV MAR MAR NOG MAR NOG MAR MAR

73 72 74 73 73 73 73 73 72 73 73 73 72 73 73 73 73 73 73 73 73 72 73 73 73 73 73 73 73 73 73 73 73

+1559 +1160 +1968 +1206 +1630 +1562 +1691 +958 +1690 +1526 +705 +1304 +1652 +1477 +2111 +1223 +1177 +1658 +2305 +900 +1330 +2000 +1782 +1959 +1434 +1227 +1065 +824 +774 +1193 +1049 +1005 +659

+0,15 +0,27 -0,09 -0,08 -0,32 -0,12 -0,17 +0,20 -0,10 -0,17 +0,28 +0,05 -0,10 +0,14 -0,52 -0,09 +0,16 -0,39 -0,61 +0,11 -0,17 -0,22 -0,15 -0,13 -0,34 -0,20 -0,02 +0,14 -0,01 -0,07 +0,03 -0,25 -0,04

+80 +75 +71 +41 +33 +52 +52 +60 +59 +45 +56 +59 +57 +75 +29 +41 +65 +26 +26 +48 +37 +58 +57 +66 +24 +30 +42 +48 +31 +41 +46 +16 +23

+0,06 +0,25 -0,03 +0,15 -0,11 +0,06 -0,07 +0,23 -0,06 -0,08 +0,09 +0,15 +0,00 -0,02 -0,13 -0,07 +0,08 -0,14 -0,19 +0,15 +0,04 -0,02 +0,01 -0,09 -0,05 -0,09 +0,06 +0,03 +0,10 +0,03 -0,05 -0,07 +0,08

+59 +65 +63 +56 +43 +60 +50 +55 +51 +44 +33 +59 +56 +48 +57 +34 +48 +42 +57 +46 +49 +65 +61 +56 +43 +33 +42 +31 +36 +43 +30 +27 +30

104 114 107 103 103 105 121 111 98 106 108 111 108 111 118 120 115 115 112 103 93 108 105 122 104 102 114 117 95 114 112 105 102

116 114 123 107 101 114 112 128 112 99 109 117 105 111 107 111 133 110 113 108 119 119 119 116 111 113 127 111 118 103 113 113 117

112 114 110 113 121 107 125 113 115 111 132 115 118 116 120 121 118 123 128 109 112 121 117 114 107 118 125 122 125 108 118 111 114

123 114 129 120 131 120 131 122 111 121 127 124 124 129 127 130 131 121 122 121 127 113 118 133 127 119 127 121 132 111 140 124 110

137 141 138 130 121 134 127 133 129 123 119 135 132 130 128 117 129 119 127 126 125 137 135 133 120 115 122 117 117 122 116 110 113

125 112 130 117 121 124 117 110 124 118 119 104 104 116 109 130 125 125 111 118 132 101 115 106 128 118 114 120 115 115 120 122 104

125 121 130 120 128 120 137 129 117 118 134 128 125 130 130 134 139 128 131 119 126 124 125 134 123 124 138 129 135 114 137 124 118

123 115 119 123 136 119 125 117 123 133 133 116 119 121 123 135 117 129 120 117 121 110 117 118 130 135 117 127 122 121 126 121 117

100 107 87 114 114 104 103 108 110 116 113 100 104 99 104 109 95 116 102 123 102 97 85 87 108 117 102 111 111 104 93 103 102

88 113 95 95 102 86 105 105 103 112 111 109 107 101 106 99 101 100 98 95 99 103 104 115 94 105 99 101 115 115 116 102 93

148 147 145 145 145 144 144 143 143 143 143 142 142 142 142 142 141 141 140 140 140 139 139 139 139 138 136 136 136 133 133 125 122

Fill-In Dertour Amor Red Laron P Filippo Runi Lasumo Pp Parma PP Lewitan PP

917381 599474 473942 923151 832532 832494 832283 599490 832467

10 10 10 08 10 08 08 10 09

Fidelity Destry Lawn Boy Lawn Boy Fidelity Mr. Burns Lawn Boy Mitey Lawn Boy

Goldwin Malvoy Goldwin Shottle Goldwin Advent-Red Lichtblick Perk Red Perk Red

RUW RSH MAR ZBH MAR MAR MAR RSH/RMV MAR

73 73 73 74 73 73 73 73 74

+1654 +1018 +608 +1137 +1378 +940 +1291 +89 +716

-0,06 -0,25 +0,13 -0,06 -0,38 -0,27 -0,21 +0,20 -0,34

+63 +21 +37 +42 +23 +16 +35 +20 +1

+0,10 +0,15 +0,25 -0,03 +0,03 +0,09 +0,08 +0,18 +0,08

+66 +48 +42 +36 +49 +40 +52 +17 +31

103 109 117 109 102 116 115 107 105

109 112 100 105 109 117 98 118 94

130 126 121 121 123 118 108 111 110

115 139 134 131 120 121 125 126 124

137 121 120 117 121 116 125 104 108

108 100 105 115 130 108 98 122 109

126 140 132 131 125 128 121 128 118

112 118 124 128 120 117 104 121 104

93 111 112 112 97 113 100 115 108

107 101 106 102 90 94 100 111 98

141 138 138 138 136 129 127 124 117


Mit der aktuellen Zuchtwertschätzung kommen die ersten Söhne des Ausnahmevererbers Snowman ins Angebot. Snowman selbst führt noch immer souverän die deutsche Topliste der töchtergeprüften Bullen an. Als früher Snowman-Sohn kommt Sorley zum Einsatz. Er stammt aus der bekannten Kuhfamilie von Tirsvad Luke Classic. Für die Freunde extremer Milchmengenvererbung sollen die Bullen X-Man (V. Xacobeo), Xiras (V. Xacobeo), NOG Josef (V. Jake) und die beiden BoltonSöhne Borsati und Boyle genannt werden. Die drei Erstgenannten vererben mindestens 2000 M-kg, die beiden Bolton-Söhne liegen knapp darunter. Einer der interessantesten Vererber der rotbunten Holsteins ist Amor Red. Seine Großmutter ist keine Geringere als die DurhamTochter Kamps-Hollow Altitude EX-95. Somit gehört er zur Familie von Jotan und Acme RF. Da er auch auf US-amerikanischer Basis sehr gute Zuchtwerte aufweisen kann (TPI 2035, PTAT 2.48), wird er sowohl in Deutschland als auch international als Bullenvater genutzt. Bullenvaterstatus hat bei den Rotbunten auch Filippo, ein Fidelity-Sohn aus der GoldwinTochter Apina Massia 110 VG-87. Aus dieser erfolgreichen niederländischen Apina Massia-Kuhfamilie stammen zum Beispiel die bekannten Bullen Kairo und Curtis. Der leichtkalbige Filippo bietet ein komplettes Paket, das eine gute Leistungsvererbung mit einem attraktivem Linear verbindet. Auffällig sind hier die geneigten Becken sowie die

Mitar, Hornlosvererber mit sehr hohem Zuchtwert

ausgezeichneten Fundamente und Euter. Hervorragend sind auch die Werte für Nutzungsdauer und Eutergesundheit. Auf einen ausgezeichneten Exterieurzuchtwert kann Dertour verweisen. Er ist ein DestrySohn aus einer Malvoy-Tochter und geht auf die Familie von Morningview Converse Judy EX-93 zurück. Für Interessenten an hornlosen Holsteins wird das Angebot mit jeder Zuchtwertschätzung umfangreicher. Mit der genomischen Typisierung der Bullen eröffnen sich jetzt Möglichkeiten, die es vor zwei Jahren noch nicht gab. Besonderes Interesse erwecken zumeist die homozygot hornlosen Vererber, da alle Nachkommen keine Hörner tragen. Beispiele dafür sind die beiden Rotbunten Lewitan PP und Parma PP sowie Mitar PP als Schwarzbunter. Etwas andere Väter haben die beiden schwarzbunten, heterozygot hornlos vererbenden Bullen Dellboy P (V. Moscow) und Sheldon RF P (V. Shottle). In den folgenden Monaten werden in gewohnter Weise weitere Gruppen an neuen genomischen Vererbern folgen und das hier vorgestellte Angebot ergänzen. Sowohl bei der Auswahl des passenden genomischen Bullen (MASTERGEN) als des passenden töchtergeprüften Vererbers (MASTERPROVEN) wird Ihnen Ihr zuständiger Außendienstmitarbeiter gern helfend und beratend zur Seite stehen. Besuchen Sie auch die Website der MASTERRIND (www.masterrind.com). Zusätzlich finden Sie weitere Informationen auf der aktuellen Bullenkarte. Nutzen Sie all diese Möglichkeiten, um sich in Ruhe einen Überblick über das Angebot an aktuellen Vererbern zu verschaffen. Für jede Herde sollten die passenden Bullen zu finden sein. Bei der Auswahl wünschen wir Ihnen viel Spaß und ein glückliches Händchen. Steffen Feurich

Wie sicher sind die genomischen Zuchtwerte? In der Dezember-Ausgabe von Top Agrar wurde in einem Beitrag die Sicherheit der genomischen Zuchtwerte als überschätzt dargestellt. Anhand einiger Beispiele wurden extreme Differenzen zwischen den genomischen und den töchterbasierten Zuchtwerten von Bullen dargestellt. Diese Form der Darstellung ist spektakulär und entspricht dem Stil der Zeitschrift. Sachdienlich, objektiv und informativ ist sie nicht. Hierzu hätte man das VIT befragen müssen, wo schon umfangreiche Auswertungen vorliegen, die teilweise im Milchrind 3-2011 veröffentlicht wurden. Die Fakten sehen also anders aus. Im Durchschnitt der ausgewerteten Bullen haben die genomischen Zuchtwerte eine hohe Erwartungstreue, aber es gibt natürlich keine Garantie für „Punktlandungen“. Bei einer Sicherheit des rein genomischen gRZG von 65 % ist das auch nicht zu erwarten. Zu erwarten ist vielmehr, dass von 100 genomischen Bullen ca. 27 mit ihrem töchterbasierten Zuchtwert zwischen 7 und 13 Punkte höher oder niedriger von ihrem genomischen Zuchtwert abweichen, ca. 5 Bullen werden zwischen

14 und 19 Punkten höher oder niedriger abweichen und 1 Bulle wird eine Abweichung von 20 Punkten oder mehr haben. 67 Bullen werden also nicht mehr als 6 Punkte von ihrem genomischen Zuchtwert abweichen! Dies zeigt, dass die genomischen Zuchtwerte ein hohes Maß an Sicherheit gebracht haben. Deshalb ist es auch zukünftig zu empfehlen, ca. 40 % der Besamungen mit genomischen Bullen durchzuführen, weil sie den älteren, töchtergeprüften im Zuchtfortschritt voraus sind. Beim Einsatz genomischer Bullen soll aber aus den o. g. Gründen nicht alles auf eine Karte gesetzt werden. Es ist wichtig, die Vielfalt des Angebotes zu nutzen, um das Risiko möglichst gering zu halten.

Dr. Dettmar Frese

m

Parma PP 599 490 (Mitey x Perk Red x Rubens RF) In der diesem Heft beiliegenden Bullenkarte sind dem Bullen Parma PP falsche Zuchtwerte zugewiesen worden. Die richtigen genomischen Zuchtwerte lauten: gRZG 124 gRZS 122 gRZN 121 gRZR 115 +89 M-kg +0,20 F-% +20 F-kg +0,18 E-% +17 E-kg gMTyp 107 gKörp. 118 gFund. 111 gEuter 126 gRZD 111 Kalbeverlauf 102

gRZM 104 gRZE 128

m 13


Zucht & Besamung

Brachyspina – ein neuer Gendefekt Unter Brachyspina versteht man primär eine verkürzte Wirbelsäule, wobei es bei der Paarung von zwei Defekt-Trägern (die jeweils mit „BY“ gekennzeichnet sind) in der Regel zu einem embryonalen Frühtod kommt. Der Ursprung dieses Gendefektes ist auf den Bullen Sweet Haven Tradition zurückzuführen, und auch sein einflussreichster Sohn Bis-May Tradition Cleitus ist ein Anlageträger. Häufig eingesetzte Träger sind folgende Bullen: Bolton BY, Ramos BY, Convincer BY, Cassano BY, Calysto BY, Leadman BY, Champion BY, Jordan BY, Jerrick BY und Cricket BY. Da es sich um ein rezessives Gen handelt, muss das Krankheitsgen (Allel) auf beiden Chromosomen vorhanden sein (bb). Ein Träger hat ein abweichendes und ein normales Allel (Bb). Dieses Tier wird normalerweise lebend geboren, ohne Abweichungen, und ist normal lebensfähig. Untersuchungen zeigen, dass ca. sechs Prozent der Holstein-Population BrachyspinaTräger sind. Trächtigkeiten mit zwei Allelen des Brachyspina-Gens (bb) entstehen nur aus der Paarung von zwei Trägern (Bb). Und selbst dann liegt die Wahrscheinlichkeit für das Krankheitsgen nur bei 25 Prozent. Zudem werden kaum Tiere mit Brachyspina geboren, weil diese schon frühzeitig in der Embryonalphase sterben. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kalb mit Brachyspina geboren wird, ist daher minimal. Momentan gibt es weltweit nur sieben geborene und registrierte Brachyspina-

Kälber. Die Grafik zeigt, wie hoch die Chance auf Brachyspina ist, wenn zwei Träger (Bb x Bb) gepaart werden. Der deutsche Holstein Verband hat entschieden, Tiere, die getestet sind und nicht Träger sind, mit TY zu markieren und Träger mit BY.

Einfluss von ­Brachyspina Brachyspina ist nicht deutlich erkennbar, weil 25 Prozent der Kälber aus einer Paarung von zwei Trägern frühzeitig abortieren. Brachyspina hat einen negativen Einfluss auf die Konzeptionsrate und damit direkt auf die Tochterfruchtbarkeit. Obwohl dies in der Zuchtwertschätzung berücksichtigt wird, findet man trotzdem Träger mit positiver Tochterfruchtbarkeit. Der Bulle Ramos BY ist diesbezüglich ein gutes Beispiel. Brachyspina hat keinen Einfluss auf die Überlebensrate von gesund geborenen Kälbern. Man kann den Einfluss von Brachyspina mindern, indem man – mittels gezielter Anpaarungsprogramme – die Anzahl der Paarung von Trägern soweit wie

25 % bb embryonaler Frühtod bxBY Allel

25 % bB

Aktueller Stand der ­Untersuchungen bei der MASTERRIND Im Jahr 2011 wurde ein Gentest entwickelt, mit dem der Gendefekt identifiziert werden kann. Dieser ist seit Herbst 2011 verfügbar. Die MASTERRIND hat alle Bullen des aktuellen Bullenangebotes (Bullenkarte) untersuchen lassen. Folgende Bullen sind Träger des Brachyspina-Defektes Herdbuchnr. Rasse

BY Colbert 10.831970 RBT BY Bordun 10.804258 SBT BY Velvet 10.503741 SBT Zukünftig werden alle untersuchten Bullen mit TY (frei) oder (BY) veröffentlicht. 14

25 % BB

BxNormal Allel

möglich beschränkt bzw. vermeidet. Glücklicherweise ist die wirtschaftliche Bedeutung dieses Gendefektes jedoch gering. Nach holländischer Schätzung ist die Non-Return-Rate des Trägerbullen um ein Prozent reduziert. Zudem sind bei sechs Prozent Allelfrequenz statistisch nur 9 von 10.000 Trächtigkeiten (0,09 %) betroffen. Wenn durch die Nutzung von Anpaarungsprogrammen Trägertierpaarungen vermieden werden, wird es sogar zu keinerlei Schäden kommen.

Erg. Name

25 % Bb gesunde Kälber

Untersuchung von ­weiblichen Tieren Bei weiblichen Tieren macht die Untersuchung von potenziellen Bullenmüttern Sinn, wenn mit ihnen Embryotransfer geplant wird. Wird ein weibliches Tier rechtzeitig als Träger (BY) erkannt, kann noch entschieden werden, ob mit dem Tier ET gemacht oder nur eine normale Besamung durchgeführt werden soll. 50 % der Kälber einer Brachyspina-Trägerin sind ebenfalls Anlagenträger (BY). Dies ist bei Kuhkälbern kein Problem. Bullenkälber, die Anlagenträger sind, werden aber zukünftig von Besamungsstationen nicht mehr gekauft. Deshalb sollte man abwägen, ob man angesichts der erhöhten Kosten und der eingeschränkten Verkaufschancen für Bullenkälber mit einer Anlagenträgerin ET macht oder nicht. Bei Interesse an der Durchführung des Brachyspina-Gentests zum Preis von 36,- € zzgl. USt. wenden Sie sich bitte an: Frau Ilka Kleemiß, Tel.: 0 42 31 - 67 96 14, E-Mail: ikleemiss@masterrind.com oder Frau Kristina Häußler, Tel.: 0 35 21 - 47 04 60, E-Mail: khaeussler@masterrind.com m


Arbeitsgemeinschaft Lebenslinien

Die ALL stellt sich vor

Entstehungsgeschichte Im Winter 1987/88 gründeten 32 aktive Züchter in OstwestfalenLippe unter Leitung des Geschäftsführers der BesamungsGenossenschaft Hündersen, Dr. Wittenberg, die Arbeitsgemeinschaft Lebenslinien „ALL“, um gemeinschaftlich eine Alternative zur etablierten Schwarzbuntzucht, die ihnen zu einseitig auf die Milchleistungssteigerung zum Nachteil von Gesundheit, Nutzungsdauer und Lebensleistung ausgerichtet schien, zu verfolgen. In der Satzung wurde ein allgemein gültiges, ganzheitliches Zuchtziel verankert, um sicherzustellen, dass die Abgangsraten sich verringerten, die Rentabilität verbessert werden konnte, bewährte Kuhfamilien weiterentwickelt wurden und eine möglichst breite Linienführung erhalten blieb. Außerdem

Keystone Drummer Louise

sollte das erfolgreiche Hünderser Zuchtprogramm im Rahmen einer etwaigen Fusion in der neuen Organisation fakultativ weitergeführt werden. Man war auch überzeugt, dass solchermaßen auf Konstitutionsstärken erzeugte Zuchttiere sich auch im in- wie ausländischen Markt behaupten könnten. Als Modell-Kuh wurde KeystoneDrummer-Louise 4 x Ex 94, Mutter mit mehr als 90.000 kg Lebensleistung der vier bekannten Vererber Kai, Silver, Louis und Bote ausgewählt, die auch im Logo der ALL ihre Würdigung findet.

Erste Maßnahmen und Ergebnisse Drei bis vier Mal im Jahr wird an die Mitglieder ein Info-Blatt verschickt, in welchem die empfehlenswerten ALL-Vererber aufgelistet werden, Fachbeiträge zum Abdruck kommen und zwei ALL-Veranstaltungen pro Jahr angekündigt werden. Zur Erforschung des Mitgliederwillens werden regelmäßig in mehrjährigen Abständen Umfragen und Besuche, verbunden

mit entsprechender Beratung, durchgeführt. Mit solchen Maßnahmen konnte vielen Betrieben geholfen werden, den durch die Leistungssteigerung gewachsenen Ansprüchen der Kühe mit angepassten Management-Verbesserungen zu begegnen. Es gilt, die genetischen Veränderungen und die Gesamtheit der Umwelteinflüsse im Einklang zu halten. Von Anfang an sollten die Gesundheitsmerkmale und die Lebensleistung stärker in der Selektion der Elterntiere von Nachwuchsbullen beachtet werden. Bereits 1996 wurde mit VIT Verden ein Gesamt-Zuchtwert „GZ-LL“ entwickelt, der alle bis dahin verfügbaren Einzelwerte, nach züchterischer und betriebswirtschaftlicher Bedeutung gewichtet, einbezieht. Als Beispiel sei erwähnt, dass die Fett- und Eiweiß-Mengen-Leistung aus erster Laktation nur mit 10 %, die der dritten Laktation mit 50 % gewichtet wird. Dieser GZ-LL wurde im Lauf der Jahre durch neue Teilzuchtwerte erweitert und an die aktuellen Erfordernisse angepasst. Es wäre wünschenswert, dass auch die Persistenz und das Steigerungsvermögen von Laktation zu Laktation einbezogen werden könnten. Mit der Besamungsstation Hündersen und später mit der RUW wurden jedes Jahr ca. zehn Jungbullen aus einem gemeinsamen Zuchtprogramm geprüft. Daraus sind mehrere namhafte Vererber hervorgegangen, die besondere Stärken in ihren Gesundheits-Profilen und im RZN nachweisen

können, wie z. B. Perfekt, Orlo, Eskan, Desylv, Traum, Kongo, Ottokar, Zimpall, Girod, Nidall und gerade jetzt Carall, dessen Töchtergruppe von den ca. 4.500 Zuschauern auf der diesjährigen DHV-Schau in Oldenburg als beste deklariert wurde. Zum 10-jährigen Jubiläum der ALL, im Jahre 1998, konnte auf einer gemeinsamen Schau in Hamm, an der sich viele der auf ca. 300 angewachsenen ALLMitglieder beteiligten, die Qualität der Kühe, insbesondere in den wirklich alten Klassen und den auch ausgestellten Bullenmüttern, eindrucksvoll demons­ triert werden. 2009 wurde das ALL-Logo namens- und zeichenrechtlich offiziell unter Schutz gestellt, um die so ausgezeichnete Qualität auch im Marketing vorteilhaft darstellen zu können.

Gegenwarts- und ­Zukunftsthemen Mit der zukünftig zur Verfügung stehenden genomischen Analyse sollten die altbewährten Überzeugungen der Züchter in der Praxis nicht vergessen werden. Die praktischen Erfahrungen haben gelehrt, dass ein züchterisches Optimum in der Harmonie der Anlagen und nicht in einem Höchstwert eines einzelnen Merkmals liegt. Eine Überbetonung geht fast immer mit eklatanten Schwächen in anderen wirtschaftlich wichtigen Merkmalen einher. Unsere Favoriten sind „ALL-Rounder“! Für die Vergabe eines ALL-Logos an einen solchen Vererber sind Selektions-Kriterien maßgebend, die Interessenten auf der Internet-Seite www.all-rind.de aufgelistet finden können. Georg Michaelis, ALL

m 15


Zucht & Besamung

Im Zeitalter der genomischen Selektion

Bedeutung des Embryotransfers  wächst rasant Wenn es in der jüngeren Vergangenheit auch immer noch Züchter gab, die meinten, die Rinderzucht käme gut ohne Embryotransfer (ET) aus, ist spätestens jetzt – etwas über ein Jahr nach der Einführung genomischer Zuchtwerte – vollkommen klar, dass derjenige, der auf die Nutzung moderner Biotechnologien verzichtet, im internationalen Zuchtgeschäft hoffnungslos ins Hintertreffen gerät. Zucht wird heute mit jungen Tieren betrieben – jungen, genomisch getesteten Bullenmüttern, von denen mittels des ET möglichst viele Nachkommen erzeugt werden, und ebensolchen Besamungsbullen. Dadurch wird das Generationsintervall drastisch reduziert und in der Folge der jährlich erreichbare Zuchtfortschritt mehr als verdoppelt. Die Beschleunigung des Zuchtfortschrittes kommt am Ende über die Besamung allen Milchproduzenten zugute: Das Zuchtziel, im Stall robuste, langlebige und fruchtbare Kühe zu haben, die viel Milch mit den gewünschten Inhaltsstoffen geben, kann schneller erreicht werden!

35 Jahre bewährt Seit der Embryotransfer beim Rind vor etwa 35 Jahren in die Praxis eingeführt wurde, wird er als wichtiges Instrument in der züchterischen Arbeit genutzt. Neben dem rein privaten Interesse einzelner Landwirte, von ihrer besten Kuh im Stall mehr weibliche Nachkommen zu erzeugen, spielte der ET von Anfang an eine große Rolle bei der Erzeugung der nächsten Generation von Besamungsbullen. Wenn eine Station eine Kuh oder ein Rind als Bullenmutter einstufte, wurde mit dem Besitzer dieses Tieres ein Anpaarungsvertrag abgeschlossen. 16

Der Besitzer verpflichtete sich, für einen im Vertrag festgelegten Betrag möglichst innerhalb eines Jahres ein gesundes Bullenkalb aus der gewünschten Anpaarung an die Station zu liefern. Im Gegenzug subventionierte die Station den durchzuführenden ET, denn nur bei Nutzung dieser Biotechnologie konnte mit einiger Sicherheit davon ausgegangen werden, dass innerhalb eines Jahres auch wirklich mindestens ein Bullenkalb geboren würde. Als Konsequenz erhöhte sich der Anteil der über den ET produzierten Besamungsbullen immer mehr und erreichte weltweit auf den Holsteinstationen 80 % und mehr. Die herkömmliche Zuchtstrategie erwies sich als äußerst erfolgreich – neben einem verbesserten Management und der Fütterung auf wissenschaftlicher Grundlage ist es vor allem dem breiten Einsatz von leistungsgeprüften Besamungsbullen zu verdanken, dass in den vergangenen 60 Jahren die mittlere Milchleistung in Deutschland von 2.500 kg auf fast 10.000 kg je Kuh und Jahr gesteigert werden konnte. Zwischenzeitlich wurde das Zuchtziel dahingehend modifiziert, dass funktionalen Merkmalen, wie Langlebigkeit, Tiergesundheit, Kalbeverlauf u.a., stärkere Beachtung geschenkt wurde – also weg von

RZG

Bestes Bullenkalb

150

140

P.I.

130 1. Spülung

2. Spülung

3. Spülung

Abb. 1: Bullenkälber (Vollgeschwister) aus drei Spülungen. Ausgehend von einem bekannten P.I. (Pedigree-Index) hat jedes Kalb einen individuellen Zuchtwert, der im genomischen Zuchtwert (gRZG) zum Ausdruck kommt. Aus den ersten beiden Spülungen gibt es ein bestes Kalb – in der dritten Spülung wird ein noch besseres gefunden!

der „nur“ milchproduzierenden Kuh hin zur wirtschaftlichen Kuh.

Junge Bullenmütter Auf Grund des damaligen Wissensstandes beinhalteten konventionelle Zuchtprogramme allerdings mehrere Schwachstellen. Solange ältere Kühe als Bullenmütter eingesetzt wurden, gab es zwar (relativ) viele Informationen über den genetischen Wert dieser Tiere – allerdings war das Generationsintervall sehr groß, was sich negativ auf den möglichen Zuchtfortschritt auswirkte. Vor mehr als 10 Jahren gingen deshalb viele Stationen dazu über, junge Rinder als potenzielle Bullenmütter zu verwenden (z. B. NOG-Programm), von denen aber lediglich Pedigree-Informationen verfügbar waren. Diese Informationen sagen nur eingeschränkt etwas über den tatsächlichen Zuchtwert eines Tieres aus – Theorie und Praxis zeigen, dass der tatsächliche Zuchtwert eines Individuums bis zu 25 Punkten

nach oben bzw. unten von dem erwarteten Pedigree-Zuchtwert abweichen kann. Vor dem gleichen Dilemma standen die Stationen, wenn sie ein konkretes Bullenkalb aus einer gewünschten Anpaarung für den späteren Testeinsatz auszuwählen hatten – „Nieten“ wurden so nicht selten aufwändig aufgezogen und getestet, während dagegen potenzielle Besamungsbullen oft nicht erkannt und schon als Kalb geschlachtet wurden. Diese Situation hat sich mit der Einführung der genomischen Selektion grundlegend geändert. Bullenmütter sind heute jung und genomisch getestet, so dass es möglich ist, aus einer Vollgeschwistergruppe mit identischem Pedigree-Zuchtwert das tatsächlich beste Rind auszuwählen. In der gleichen Weise kann auch das tatsächlich beste Bullenkalb anhand seines genomischen Zuchtwertes für die Besamungsstation selektiert werden. Vorteilhaft ist es dabei immer, wenn eine breite Selektionsbasis vorhanden ist – also möglichst viele Vollgeschwister


aus einer Anpaarung erzeugt wurden. In Abbildung 1 ist eine mögliche Konstellation nochmals deutlich dargestellt.

Anpaarungsverträge Um den Züchter zu stimulieren, möglichst viele Nachkommen aus einer Anpaarung zu erzeugen, wurden bei der MASTERRIND die Subventionen für den ET (Spülungen und OPU/IVP) im Rahmen von Anpaarungsverträgen im vergangenen Jahr um ein Mehrfaches erhöht. Die ET-Station der MASTERRIND in Nückel ist für die erhöhten Anforderungen – nämlich noch mehr Embryonen von ausgewählten jungen Bullenmüttern in die Hand zu bekommen – bestens gerüstet. Neben dem herkömmlichen ET (Superovulationsbehandlung und Spülung) bietet die Station als einzige in Deutschland seit mehr als 15 Jahren das Absaugen von Eizellen direkt aus den Eierstöcken (OPU – ovum pick up) und die anschließende Erzeugung von Embryonen im Labor (IVP – In vitro production) als Service an. Während bei dem herkömmlichen Verfahren die Ergebnisse schon seit Jahren weltweit stabil bei 5 – 6 transfertauglichen Embryonen (Rasse Holstein) je Spülung liegen, konnte die Ausbeute an solchen Embryonen nach OPU/IVP durch methodische Veränderungen und durch den überwiegenden Einsatz von Samen von

Jungbullen in Nückel im abgelaufenen Geschäftsjahr nahezu verdoppelt werden – von 1,7 Blastozysten je OPU-Sitzung bei Jungrindern und Kühen in den letzten Jahren auf mehr als 3 Blastozysten im vergangenen Geschäftsjahr (Abb. 2)! Die sehr guten Trächtigkeitsraten nach Frischtransfer der IVP-Embryonen konnten dabei mit 54,8 % stabil gehalten werden (Abb. 3).

Zuchtwert von ­Embryonen Wenn mehr Embryonen erzeugt werden sollen, heißt das natürlich auch, dass mehr Transfers durchgeführt werden müssten. Um das aus Kostengründen (für den Züchter) und auf Grund der immerwährenden Knappheit an Empfängertieren zu vermeiden, wird weltweit und auch auf der ET-Station der MASTERRIND daran gearbeitet, Methoden so weiter zu entwickeln, dass der genomische Zuchtwert schon am Embryo ermittelt werden kann. Im Gegensatz zur genomischen Analyse von Tieren, bei denen eine Blutprobe entnommen wird, in der ausreichend DNA (Erbmaterial) für eine Untersuchung vorhanden ist, können vom Embryo nur wenige Zellen (etwa 10) abgetrennt werden, in denen die DNA für eine Analyse bei Weitem nicht reicht. Ein ergänzender Schritt in der Methodik erfordert also, dass die vorhandene Menge an Erbmaterial möglichst korrekt

Abb. 4: „Züchtertreffen“ an den OPU-Tagen auf der ET-Station in Nückel

tausende Male vermehrt (amplifiziert) werden muss. Wenn alle methodischen Voraussetzungen geschaffen sind, könnte dann in der Folge schon auf der frühembryonalen Entwicklungsstufe eine Selektion dahingehend vorgenommen werden, dass nur die Embryonen transferiert werden, die auch einen hohen genomischen Zuchtwert aufweisen. Die Strategie des Teams der MASTERRIND geht dahin, dass zunächst eine Geschlechtsdiagnose an den Embryonen vorgenommen werden soll, so dass alle weiblichen Embryonen ohne genomische Analyse übertragen werden können – weibliche Nachkommen aus hervorragenden Anpaarungen sind für den Züchter in jedem Fall interessant. Eine eventuelle Selektion von Bullenmüttern daraus kann dann später an den Kälbern erfolgen. Männliche Embryonen müssen nach der Entnahme von Zellen für die genomische Analyse zunächst tiefgefroren werden, da Zuchtwerte (gegenwärtig) frühestens nach mehreren Tagen (oder sogar Wochen) bekannt sind. Aus dieser Strategie ergibt

sich zwingend die Notwendigkeit, die Einfriermethodik – insbesondere für IVP-Embryonen – weiter zu verbessern, um höhere Trächtigkeitsraten nach der Übertragung tiefgefrorener Embryonen zu erreichen. Auch daran wird auf der ET-Station in Nückel gearbeitet.

Fazit Zusammenfassend wird konstatiert, dass die Bedeutung des ET im Rahmen von modernen Zuchtprogrammen rasant ansteigt. Den Züchtern der MASTERRIND steht auf der ET-Station in Nückel mit dem konventionellen ET und OPU/IVP das volle Repertoire an modernen Reproduktionsmethoden zur Verfügung, um durch den kombinierten Einsatz dieser Biotechnologien die besten Rinder und Kühe optimal vermehren zu lassen. Mit den erreichten Ergebnissen und der Einführung neuer Methoden hat die ET-Station ihre gewichtige Stellung im nationalen und internationalen Rahmen weiter gefestigt. Dr. Knut Roschlau

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%

n

3,5

80

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3,12

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30

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20

0,5

10 0

0 2009/2010 n =1118 OPU-Sitzungen

Geschäftsjahr

2010/2011 n = 848 OPU-Sitzungen

Abb. 2: Durchschnittliche Anzahl IVP-Embryonen in den letzten beiden ­Geschäftsjahren

Okt Dez Feb Apr Jun Aug Okt Dez Feb Apr Jun Aug 09 09 10 10 10 10 10 10 11 11 11 11

Oktober 2009 - August 2011

TU+ mittl. TU+

Abb. 3: Trächtigkeitsraten nach Frischtransfer von IVP-Embryonen auf der ET-Station in Nückel

17


Zucht & Besamung

Traditionsschau in Sulingen Oft hört man nicht von ihr, nur alle vier Jahre wird sie aktiv und stellt eine der hochkarätigsten Regionalschauen im Zuchtgebiet der MASTERRIND auf den Rasen: die Arbeitsgemeinschaft Rinderschau ­Sulingen. Doch hinter dem meist ruhenden Komitee stehen mit den Besamungsvereinen Harpstedt, Mariensee und Schaumburg sowie den Rinderzuchtvereinen Diepholz Nord, Grafschaft Hoya und SulingenDiepholz zahlreiche sehr engagierte Zuchtbetriebe, die auch auf den häufiger stattfindenden Verbandsschauen bereits viele Titel abräumten. Neben erstklassigen Tieren, von denen die Züchter der genannten Vereine Anfang September erneut 114 auf die eigens auf das Nachbargrundstück der Sulinger Vermarktungshalle gezimmerten Tierstände brachten, rundeten mehrere Ausstellungsstände das Angebot für die Besucher ab. Nicht nur die Aussteller am hübsch dekorierten Schauring unterstützten die Sulinger Rinderschau, auch ungezählte Unternehmen aus dem Umland waren vom Organisationskomitee angesprochen worden und hatten den Schaukatalog mit einer Anzeige bereichert. Kurzum: es mangelte nicht an Förderern und auch das Wetter spielte mit. Wie bei der Veranstaltung im Herbst 2007 fiel kein Tropfen

Regen, die während des Sommers stets gefragten Schirme blieben im Auto oder gleich daheim.

Schauerfahrene Färsen Nachdem bei der vorhergehenden Auflage der Schau noch mit den ältesten Tieren begonnen worden war, hatte man sich in diesem Jahr dazu entschieden, auch in Sulingen die sonst übliche Vorstellung von jung bis alt zu wählen. So begann das Richten mit den 36 Färsen, die die Ringrichter Marko Radke aus dem sächsischen Eppendorf und Lambert Weinberg aus Isterberg (Grafschaft Bentheim) in fünf Klassen vorgeführt wurden. Die erste Klasse schloss

Loga (V. Roy), Siegerin der Färsen, von der Kastens Holstein GbR aus Stuhr

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mit einem Doppel-Triumpf der Lattwesen KG aus dem Schaumburger Hohnhorst ab. Mit der Morty-Tochter Georgia hatte Familie Lattwesen bei der letzten Schau vor vier Jahren die Miss Sulingen 2007 gestellt, deren lange Regentschaft an diesem Tag zu Ende gehen sollte. Doch zurück zur ersten Klasse: die Lattwesen KG machte mit den beiden Baxter 2-Töchtern Laurina und Lavina erstklassige Werbung für die MASTER-

RIND-ET-Station in Nückel. Per Em­bryotransfer mit zehn Tagen Altersunterschied aus der Goldwin-Tochter Laureen 64 hervorgegangen, erreichten sie 1a und 1b der ersten Klasse. In der zweiten Klasse rangierte ein Tier des Schaubetriebes der Saison 2011, Familie Hormann aus Warmsen, vorn. Ihre Goldwin-Tochter Nicolette stellte Radke vor Josefine (V. Mr. Burns) von Friedhelm Steenken aus Ehrenburg. Anschließend betrat mit Loga

Darling (V. Goldwin) von Rainer Engelke, Asendorf, wurde beste Zweitkalbskuh


Haifa (V. Goldwin) von Familie Hormann ließ niemanden an sich vorbei

bereits in Oldenburg und Tarmstedt dabei gewesen und verwies die Zenith-Tochter Toscana von der Ahrens GbR aus Hespe auf 1b.

Schaukuh des ­Jahres 2011 eine Roy-Tochter der Kastens Holstein GbR den Ring. Sie hatte bereits bei der im Juni durchgeführten DHV-Schau auf Bundesebene eine beachtliche 1d-Platzierung errungen und erreichte in Sulingen zunächst eine 1a-Platzierung vor Nossi, der Tochter des MASTERRINDVererbers Alert II. Züchterin Christa Hoeft hatte mit Nossi im Juli in Tarmstedt auf der 5. Offenen Färsenschau den sechsten Platz erreicht. 1a ging an den Rinderzuchtbetrieb Derboven aus Warpe. Grace, mit Offspring ebenfalls auf einen MASTERRIND-Bullen zurückgehend, war

Erwartungsvoll blickten die Besucher bei der letzten Färsenklasse in den Ring. Die bereits erwähnte Familie Horman ging mit Odessa an den Start. Die Starfire-Tochter gilt als das Erfolgstier der laufenden Saison: Siegerin der Färsen bei der Schau der Besten, Miss Sachsen, schönste Färse Deutschlands bei der DHV-Schau und Siegerin der 5. Offenen Färsenschau in Tarmstedt. Auch in Sulingen dominierte sie ihre Klasse und wurde von Lambert Weinberg an 1a gestellt. Dahinter landete mit Ronja eine JangoTochter der Wiechering-Sud-

Reservesieg für Odessa (V. Starfire) von Familie Hormann aus Warmsen

mann KG aus Diepholz. Bei der Sieger-Auswahl reichte es aber dann doch nicht für einen neuerlichen Sieg Odessas. Marko Radke und Lambert Weinberg stellten Loga nach vorn, bei der – genau wie bei Odessa – alles stimmte, die aber an diesem Tag doch etwas mehr Ausstrahlung hatte. Züchter Wilhelm Hormann bestätigte zustimmend das Urteil der Richter, war mit dem Reservesieg zufrieden, hatte aber noch weitere Asse im Ärmel. Doch dazu später mehr.

Die Preisrichter: Marko Radke (li.) und Lambert Weinberg

Wenn ein Ballen frei war, setzte man sich auch schon mal in den Ring

Hochklassige ­Zweitkalbskühe Zweitkalbskühe gab es 34 zu richten, auch sie waren in fünf Klassen aufgeteilt. In der ersten lag erneut Christa Hoeft vorn. Dieses Mal mit der Donley-Tochter Schnicka, die vor Heidemarie (V. Delight) von der Keller GbR in Sulingen ging. Auch Ice Pack-

Reservesieg für Karina (V. Talent2) von der Lattwesen KG, Hohnhorst

Fachgespräche am Rande der Schau gehörten dazu

Riverdance (V. Duplex) vom RZB Derboven wurde Zweitbeste der Mittleren

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Zucht & Besamung

Tochter Bonny von Fritz Grimmelmann, Schweringen, erreichte 1a, vor Talent 2-Tochter Emalie von Friedrich Schilling aus Wagenfeld. Einen Sonderpreis für den höchsten Zuchtwert erhielt die in dieser Klasse an 1g rangierte O-Man-Tochter Alabama von der Rust GbR in Stolzenau. Anschließend lagen zwei Goldwin-Töchter vorn: Darling, von Rainer Engelke aus Asendorf und Georgie vom Rinderzuchtbetrieb Derboven. Beide Betriebe waren 2007 mit je einem Siegertitel dabei gewesen. Christa Hoeft erreichte mit der NOG Jumit-Tochter Hallig einen weiteren Klassensieg. Romania (V. Samuelo) von Fred Schierholz aus Sulingen stellten die Richter auf 1b. In Klasse 10 kam die Lattwesen KG erneut ins Geschäft: Talent 2-Tochter Karina brachte sehr viel Eleganz in den Ring und verwies Nira (V. Bolton) von Udo Strassemeyer aus Warmsen auf 1b. Bei der sich anschließenden Siegerauswahl jung stellten Weinberg und Radke die Goldwin-Tochter Darling nach vorn. Rainer Engelke konnte damit an seinen Erfolg von 2007 anknüpfen. Der Reservesieg ging an Familie Lattwesen und Karina.

Französin besiegt ­mittlere Klassen Auf vier Klassen hatte die Schauleitung die 26 mittelalten Kühe

Die Ältesten zuletzt

Benzouka (V. Shottle) knüpfte an vorige Erfolge an – Sieg mittel für Familie Hormann

verteilt, zu denen Tiere mit drei Kalbungen zählten. Schon deutlich vor Weihnachten war Lametta gefragt. Die Goldwin-Tochter dieses Namens stammt aus dem Stall von Friedhelm Steenken. Hinter ihr auf 1b rangierte Talent 2-Tochter Laura von Carsten Renzelmann aus Varrel. Familie Derboven, die zu den stärksten Beschickern dieser Schau gehörte, punktete kurz darauf mit Duplex-Tochter Riverdance. Für Otto Helmsmüller aus Hüde mit Goldwin-Tochter Liesel blieb 1b. Eines der bereits erwähnten Asse zog Familie Hormann in Klasse 13. ShottleTochter Benzouka hatte bereits einiges abgeräumt. Bei der Schau der Besten konnte sie einen Reservesieg, bei der Sächsischen Holsteinschau einen

Reservesieg für Valencia (V. Ramos) von der Wiechering-Sudmann KG, Diepholz

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Klassensieg erringen. In Benzoukas Klasse hatte Christa Hoeft mit Mr. Sam-Tochter Adelaine das Nachsehen. Die Lattwesen KG kam in der Folgeklasse mit einer weiteren Goldwin-Tochter in den Ring. Laureen erreichte vor einer Tochter des MASTERRIND-Vererbers Lexikon namens Tamara von Udo Strassemeyer 1a. Lambert Weinberg und Marko Radke schritten zur nunmehr dritten Siegerauswahl und ließen nach Alter Aufstellung nehmen, den Klaps für die Siegerin erhielt die in Frankreich geborene Benzouka, als Reservesiegerin wurde Riverdance vom RZB Derboven ausgezeichnet. Die Richter brachten Benzoukas Vorzüge auf den Punkt: Stil, Fundament und Euter.

Für Sulingen erstmalig bis zuletzt mussten sich die alten Kühe gedulden. Die Tiere mit mindestens vier Kalbungen verteilten sich auf drei Klassen, in denen sich 18 Tiere maßen. Fritz Grimmelmann aus Schweringen erzielte mit Talent 2-Tochter Beta eine weitere 1a-Platzierung, Familie Derboven mit Gila (V. Boss Iron) 1b. Beta wurde für die höchste Laktationsleistung des Teilnehmerfeldes mit einem Sonderpreis geehrt. Zwei Ausnahmetiere führten Klasse 16 an: Haifa, eine Goldwin-Tochter aus dem Hormann-Portfolio, und Valencia, eine typvolle RamosTochter von der Wiechering-Sudmann KG. Sie sollten bei der letzten Gruppensieger-Auswahl deutlich mitreden. In der letzten Klasse ging jedoch zunächst noch Ellen (V. Boss Iron) von Friedhelm Steenken vor LinjetTochter Mallorca, einem weiteren Derboven-Tier. 1c erreichte Mtoto-Tochter Elite, das älteste Tier des Entscheides. Die Kuh, die aus der Zucht von Friedrich Schilling aus Wagenfeld stammt, blickt auf 7 Kalbungen zurück und wurde für die höchste Lebensleistung mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Höhepunkt Sieger­ auswahl Bei der Siegerauswahl der älteren Tiere blieben Marko Radke

Älteste Teilnehmerin und höchste Lebensleistung: Elite (V. Mtoto) von Familie Schilling aus Wagenfeld (Foto 2010)


und Lambert Weinberg in der vorletzten Klasse: Die sich etwas nervös, aber in vorzüglicher Form präsentierende Haifa siegte vor ihrer Klassenkameradin Valencia. Haifa blieb im Ring. Die Auswahl der Miss Sulingen 2011 stand auf dem Programm. Zusammen mit Loga, Darling und Benzouka nahm die Siegerin der älteren Tiere diagonal Aufstellung. Lambert Weinberg stellte noch einmal die Vorzüge aller Siegerinnen heraus und versäumte nicht, die Qualität des Gesamtfeldes zu würdigen, das auch einer Verbandsschau zur Ehre gereicht hätte. Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt, als Radke sich anschickte, den Siegerklaps auszuführen. Nach mehreren Anläufen hob er schließlich hinter dem ältesten Tier die Hand und wählte Haifa aus, die sich das nicht ganz ohne Widerstand gefallen ließ. Familie Hormann hatte erneut gesiegt. Dieses Mal mit Haifa, an der wegen ihres sehr scharfen Typs, ihres glasklaren Fundamentes und ihres drüsigen Euters keine Wettbewerberin vorbeikam. Nach der Vergabe verschiedener Medaillen an die Siegertiere war die Sulinger Rinderschau 2011 vorbei. In den nächsten Wochen gab es noch einiges zu tun für die Arbeitsgemeinschaft Rinderschau Sulingen: Listen mussten geführt, Überweisungen getätigt und Manöverkritik geübt werden. Doch nach den Abschlussarbeiten wurde es für den Vorsitzenden Heinfried Sudmann, Zuchtinspektor Carsten Dierks und die anderen Mitglieder des Gremiums ruhiger. Für die nächsten dreieinhalb Jahre dominiert wieder das Tagesgeschäft, doch im Frühjahr 2015 wird man wieder von der Arbeitsgemeinschaft Rinderschau hören.

Der Niederländer Alex Arkink hatte ein Freilichtstudio eingerichtet

Ergebnisse der Bezirkstierschau Sulingen Klasse

Präm.

Name

Vatername

Besitzername

Ort

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1a 1b 1c 1a 1b 1c 1a + S 1b 1c 1a 1b 1c 1a + RS 1b 1c 1a 1b 1c 1a 1b 1c 1a + S 1b 1c 1a 1b 1c 1a + RS 1b 1c 1a 1b 1c 1a + RS 1b 1c 1a + S 1b 1c 1a 1b 1c 1a 1b 1c Miss 1b + RS 1c 1a 1b 1c

Laurina Lavina Chikita Nicolette Josefine Rihanna Loga Nossi Nikita Grace Toscana Despina Odessa Ronja Lorina Schnicka Heidemarie Rumba Bonny Emalie Fenna Darling Georgie Antilope Hallig Romania Daisy Karina Nira Laura Lametta Laura Fabienne Riverdance Liesel My lady Benzouka Adelaine Sophia Laureen Tamara Robina Beta Gila Galere Haifa Valencia Daisy Ellen Mallorca Elite

Baxter 2 Baxter 2 Laramee Goldwin Mr.Burns Dolman Roy Alert II Starfire Offspring Zenith Pronto Starfire Jango Bolton Donley Delight Derek 2 Ice Pack Talent 2 Champion Goldwin Goldwin Buckeye NOG Jumit Samuelo Janosch Talent 2 Bolton Lamisto Goldwin Talent 2 Faber Duplex Goldwin Talent 2 Shottle Mr. Sam Spencer Goldwin Lexikon Talent 2 Talent 2 Boss Iron Optimal Goldwin Ramos Faber Boss Iron Linjet Mtoto

Lattwesen KG Lattwesen KG Derboven Hormann Steenken Remmert Kastens Holsteins GbR Hoeft Graeper Derboven Ahrens GbR Berghorn GbR Wilcor-Hormann Wiechering-Sudmann KG Helmsmueller Hoeft Keller GbR Derboven Grimmelmann Schilling Schäferhof KG Engelke Derboven Steenken Hoeft Schierholz Mackenstedt GbR Lattwesen KG Strassemeyer Horstmann Steenken Renzelmann Renzelmann GbR Derboven Helmsmueller Derboven Wilcor-Hormann Hoeft Renzelmann GbR Lattwesen KG Strassemeyer Schierholz Grimmelmann Derboven Schilling Wilcor-Hormann Wiechering-Sudmann KG Rabe Steenken Derboven Schilling

Hohnhorst Hohnhorst Warpe Warmsen Ehrenburg Rehden Stuhr Bassum Warmsen Warpe Bückeburg Diepenau Warmsen Diepholz Hüde Bassum Sulingen Warpe Schweringen Wagenfeld Süstedt Asendorf Warpe Ehrenburg Bassum Sulingen Rehden Hohnhorst Warmsen Mellinghausen Ehrenburg Varrel Wagenfeld Warpe Hüde Warpe Warmsen Bassum Wagenfeld Hohnhorst Warmsen Sulingen Schweringen Warpe Wagenfeld Warmsen Diepholz Asendorf Ehrenburg Warpe Wagenfeld

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3

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17 Hermann Bischoff

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Zucht & Besamung

Abends in Hamm



Sulinger Tierschau-Teilnehmer v

Als am 21. November der Deutsche Holstein-Verband (DHV) zur alljährlichen Elite-Auktion nach Hamm geladen hatte, schnitten die MASTERRIND-Züchter sehr gut ab. Insbesondere die Teilnehmer der gut zwei Monate zuvor stattgefundenen Sulinger Rinderschau ließen aufmerken. Richtwettbewerb Bei dem der Auktion vorgeschalteten Richtentscheid der abgekalbten und tragenden Rinder, dem Marko Radke aus Eppendorf (Sachsen) als Preisrichter vorstand, gingen zwei der sechs zu vergebenden 1a-Preise an MASTERRIND-Züchter. Die Kastens GbR aus Stuhr hatte die Sulinger Siegerfärse (Bericht in diesem Heft) vorgeführt. GHH Loga hatte auch rund zehn Wochen später nichts von ihrer Qualität eingebüßt. Nachdem sie bereits bei der DHV-Schau in Oldenburg einen beachtlichen 1d-Preis errungen hatte, wurde die Roy-Tochter in Hamm schließlich Siegerin der abgekalbten Rinder und erlöste folgerichtig auch bei der Elite-Auktion den Spitzenpreis der Veranstaltung, der 7.500 Euro betrug. Ihr

Käufer war aus Spanien angereist. Auch Torsten Ruprecht aus Coppenbrügge erreichte mit der exterieurstarken Matson-Tochter Illusion 1a. Das knapp zweieinhalbjährige Tier geht auf die Europaschau-Kuh GH Ilene zurück, die ihre Großmutter ist. Illusion überzeugte mit Fundamenten und Euter, sie wurde später mit einem Zuschlagspreis von 7.000 Euro das drittteuerste Tier der Auktion und ging nach Österreich. Der dritte 1a-Preis der Abgekalbten ging nach Ostfriesland. Die RamosTochter Hannita von der Kleemann GbR in Wittmund wurde Reservesiegerin in ihrer Kategorie und fand später für 4.000 Euro einen Abnehmer in Belgien. In das Gebiet der RUW ging der letzte 1a-Preis der Abgekalbten. Die Howie-Tochter Sandra

Wilcor Odessa (V. Starfire), All German-Siegerin der Holsteinfärsen, von Familie Hormann aus Warmsen bei einem ihrer Schauerfolge auf der agra Leipzig

aus der Zuchtstätte Buttighoffer in Nachrodt wurde für 3.400 Euro von einem Niedersachsen ersteigert. Die tragenden Rinder wurden in nur zwei Klassen gerichtet. Gleich in der ersten wurden die spätere Siegerin und ihre Reserve vorgestellt. Siegerin wurde mit ViG Pia eine weitere Ostfriesin. Die Lightning-Tochter stammt aus der Zucht von Jannes Vienna, Jemgum, und sollte am Abend einen Steigpreis von 4.000 Euro, geboten von einem Käufer aus Rheinland-Pfalz, erlösen. Karl Gleiser aus dem hessischen Stadtallendorf erreichte mit seiner mit Goldday tragenden Million-Tochter RZG Jeanne den letzten 1a-Platz. Sie war einem Luxemburger Käufer 4.300 Euro wert.

Hoher Durchschnittspreis

Wölkchen (V. Cento) von Ralf-Günther Ritz, Uelzen, Reserve-Siegerin bei den Färsen im All-German-Holstein-Wettbewerb

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Insgesamt zeigte sich der DHV mit dem Verkaufsergebnis der um 19.00 Uhr von DHV-Präsident Georg Geuecke eröffneten Auktion zufrieden. Mit einem Durchschnittspreis von 3.502 Euro über die 64 verkauften Tiere – aufgetrieben worden waren 78 – lag das Ergebnis um rund 270 Euro über dem des

Vorjahres. Besonders gefragt waren wie so oft die Jungrinder. 17 Stück kamen davon unter den Hammer und der Durchschnittspreis lag mit 3.797 Euro um 607 Euro über dem des Vorjahres. Teuerstes Jungrind wurde mit 7.500 Euro SnowmanTochter CCC Karo vom Canadian Cattle Club aus Struxdorf. Deren Vollschwester wird am 22. Februar bei der Verdener Elite-Auktion zum Verkauf kommen. 27 abgekalbte Rinder wurden für durchschnittlich 3.461 Euro verkauft, ein Zuwachs von 540 Euro gegenüber 2010. Sinkende Durchschnittspreise verbuchte man bei Kälbern und tragenden Färsen. Sechs Kälber erlösten durchschnittlich 3.150 Euro (- 767), 14 tragende Rinder 3.371 Euro (- 389). Eines der beiden teuersten Kälber verkaufte Volker Carstens aus Visselhövede. Seine Gerard-Tochter Indira ging für 3.500 Euro an einen brandenburger Züchter.

All German HolsteinWettbewerb Beim in einer Auktionspause durchgeführten All German Holstein Wettbewerb schlug dann wieder die Stunde einer Teilnehmerin der Sulinger Rin-


orn dabei derschau. Bei Wilcor Odessa, einer Starfire-Tochter der Familie Hormann aus Warmsen, war der Auftritt in Sulingen allerdings nur eine von vielen Erfolgsstationen des zu Ende gehenden Jahres. Dort hatte sie hinter der an diesem Abend teuer verkauften GHH Loga den Reservesieg errungen. Darüber hinaus war Odessa Siegerin der Färsen bei der Schau der Besten, Miss Sachsen, schönste Färse Deutschlands bei der DHVSchau und Siegerin der 5. Offenen Färsenschau in Tarmstedt geworden. Vier stichhaltige

Argumente für ihren heutigen Sieg bei den schwarzbunten Färsen. Der Reservesieg in dieser Kategorie ging an Ralf-Günther Ritz aus Uelzen. Zusammen mit der Mock GbR aus Markdorf hatte er die CentoTochter Wölkchen ins Rennen geschickt. Wölkchen hatte Ende 2010 an der Europaschau im italienischen Cremona teilgenommen und dort mit einem dritten Platz die beste Wertung für ein deutsches Tier errungen. Bei den Red Holstein-Färsen siegte Starmark-I Red Rose (V. Advent) von der Uhrig GbR in Sulzbach. Beste Zweitkalbskuh (sbt.) wurde Kerndtway Ranya (V. Goldwin) von der Mock GbR in Markdorf, bei den rotbunten Mittelalten siegte Irmi (V. Vincente) von der Hollmann GbR in

Matson-Tochter Illusion von Torsten Ruprecht aus Coppenbrügge ging für 7.000 Euro nach Österreich

Die Preise Elite-Auktion 2011

Elite-Auktion 2010

Differenz

abgekalbte Rinder Anzahl Tiere 27 29 -2 Durchschnittspreis 3.461 k 2.921 j 540 Höchstpreis 7.500 k 5.500 j 2.000 tragende Rinder Anzahl Tiere 14 10 4 Durchschnittspreis 3.371 k 3.760 j -389 Höchstpreis 4.500 k 5.700 j -1.200 Jungrinder Anzahl Tiere 17 10 7 Durchschnittspreis 3.797 k 3.190 j 607 Höchstpreis 7.500 k 10.000 j -2.500 Zuchtkälber Anzahl Tiere 6 6 0 Durchschnittspreis 3.150 k 3.917 j -767 Höchstpreis 3.500 k 4.800 j -1.300 Insgesamt Anzahl Tiere 64 55 9 Durchschnittspreis 3.502 k 3.231 j 271 Oesterdeichstrich. Siegerin alt rotbunt wurde Mylene (V. Talent) von Paul Manthey aus Luxemburg, bei den ältesten Schwarzbunten lag Eke Lesta von Hein Ekenhorst, Hesterkante, vorn. Siegerin der Schwarzbunten der Altersgruppe Mittel und später auch Gesamtsiegerin wurde Krista von der Cording/ Seeger GbR und Windlooper Holsteins aus Großenkneten, Grand Champion der DHVSchau 2011. Weder Krista noch Odessa oder die anderen Nominierten und Sieger mussten sich für den All German Holstein-Wettbewerb in Hamm einfinden. Der Entscheid

ist als Foto-Wettbewerb konzipiert, die Einsendung eines Seitenfotos reichte aus. Teilnehmen konnten alle Tiere, die in der vergangenen Saison an einer Verbandsschau teilgenommen hatten. Aus dem MASTERRINDGebiet nominiert waren desweiteren Mr. Burns-Tochter Shannon von der Hahn/Radke GbR in Kleinhartmannsdorf, Veenhuiser Winnie (V. Damion) vom Milchhof Diera, DO Odelina (V. Lexikon) von Alex Dittmer aus Marschacht und Faber-Tochter Daisy von Wilfried Rabe aus Asendorf. Hermann Bischoff

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Die Sieger des All German Holstein-Wettbewerbs Klasse Platz Name Abstammung Besitzer

Holstein-Färsen S RS Red Holstein-Färsen S RS Holstein, 2 Abkalbungen S RS Red Holstein, 2 u. 3 Abkalbungen S RS Holstein, 3 u. 4 Abkalbungen GS RS Red Holstein, 4 und mehr Abk. S RS Holstein, 5 und mehr Abk. S RS

Wilcor Odessa Wölkchen Starmark-I Red Rose BT Highjoy Kerndtway Ranya ZR Imke Irmi WIT Gänseblume Krista Saly Mylene Dunja Eke Lesta aha Carla

(Starfire x Aspen) Familie Hormann, Warmsen (Cento x Lee) Ralf-Günther Ritz, Uelzen, Mock GbR, Markdorf (Advent x September) Uhrig GbR, Sulzbach (Joyboy x Moonlight) Franz Pöchhacker, Österreich (Goldwyn x Metro) Mock GbR, Markdorf (Goldwyn x Minister) Thomas Rohdemann, Berumerfehn (Vincente x Intensif ) Hollmann GbR, Oesterdeichstrich (Talent x Decreti) Thomas Wiethege, Halver (Stormatic x Mtoto) Cording/Seeger GbR, Windlooper Holsteins, Großenkneten (Starleader x Cevis) Gstöhl, Kronberger, Großpötzl, Knittl-Frank, Österreich (Talent x Lightning) Paul Mathay, Luxemburg (Faber x Roels) Milchhof Wesenberg (Starleader x Rudolph) Hein Ekenhorst, Hesterkante (Rubens RF x Stardom) Meutes/Gitzinger, Rommersheim 23


Zucht & Besamung

17. Blickpunkt Rind in Brandenburg Mitte November führte NOG-Partner Rinderproduktion Berlin Brandenburg (RBB) in Paaren/Glien die Verbandsschau „Blickpunkt Rind 2011“ durch. Mehr als 100 Kühe traten an. Eminem

Schausieger

Von dem mit 91 Punkten exzellent eingestuften Eminem war eine beeindruckende Töchtergruppe aus dem Wiedereinsatz zu sehen. Nach Meinung einiger Zuschauer zählte sie zu den besten Nachzuchten, die RBB je gezeigt hat. Die sieben Töchter, alle mit verschiedenen Muttersvätern im Pedigree, präsentierten sich in absoluter Einheitlichkeit. Sie boten im Ring ein gutes Spiegelbild für die Vererbungsleistung ihres exterieurstarken Vaters. Aus der Eminem-Nachzucht wählte der Preisrichter mit Emely, Agrargenossenschaft Frankena eG, und März, Fred Ziem, auch die Siegerin und Reservesiegerin der Nachzuchtkühe aus.

SL Jazzdance (Captain x Duplex) heißt die „Miss Blickpunkt Rind 2011“. Die „vom Kopf bis zur Schwanzspitze“ korrekte Kuh, so Preisrichter Marko Radke aus dem sächsischen Eppendorf, steht in der zweiten Laktation und beeindruckt nicht zuletzt mit ihrem enorm breiten, gut ausbalancierten Euter sowie dem trockenen Skelett. Damit geht der Gesamtsieg erneut an die Seydaland Rinderzucht GmbH & Co. KG, mit 18 Tieren größter Beschicker der Schau. Die Vorjahressiegerin SL Lausina, in der dritten Laktation Siegerin der vier älteren Kuhklassen, musste sich in der spannenden Endauswahl knapp geschlagen geben. Sie ist nach

Siegerin der Nachzuchten wurde Emely (Eminem x Said) von der Agrargenossenschaft Frankena eG

wie vor eine beeindruckende Kuh, mit optimaler Beckenlage und enormer Hintereuterbreite und -höhe sowie korrektem Fundament. Auch die Siegerin der vier Jungkuhklassen, die Shottle-Tochter Doris 3, stammt aus Seyda. Die ReservesiegerTitel gingen an die hervorragenden Kühe Abelina (Mr. Sam x

Jefferson) von der GRÜPA-Hof GbR, Klein-Mutz (Jungkühe), Irina (Jefferson x Probst) von der LSV Landwirtschafts GmbH Vehlefanz (mittlere Kühe) und Branie (Aspen x Rudolph) von der Bauernhof Paries GbR, Klein-Mutz (ältere Kühe).

Sonderpreise In den Spitzen der einzelnen Kategorien wurde ein hohes Niveau erreicht. Besonders die Qualität der Euter und Fundamente stellte Preisrichter Radke in seiner Kommentierung heraus. Zwei Sonderpreise wurden für die Veranstaltung gestiftet: Die Arbeitsgemeinschaft Lebenslinien (ALL) zeichnete den Züchter von Eminem aus (Agrarproduktion Oderbruch GmbH & Co. KG Neulewin). Für ihre 3-Generationen-Leistung von über 191.000 kg Milch erhielt SL Ordnung (Finley x Nobel, Seyda) einen weiteren ALLPreis. Leistungsstärkste Kuh der Schau war mit 5.032 Fett- und Eiweiß-kg SL Jella, ebenfalls aus der Seydaland Rinderzucht GmbH & Co. KG.

Miss Blickpunkt Rind wurde SL Jazzdance (Captain x Duplex), Besitzer Seydaland Rinderzucht GmbH & Co. KG

24

RBB

m


Schau der Besten

Spitzenveranstaltung für Holstein-Züchter Bereits zum 39. Mal öffnet die Niedersachsenhalle in Verden am 22. und 23. Februar 2012 ihre Tore für die Schau der Besten. Die abwechslungsreiche Mischung aus Auktion, Schauwettbewerb, Informationen für Rinderzüchter und Show verspricht auch in diesem Jahr einen erlebnisreichen, mit Spannung geladenen Tag in der Rinderzuchtmetropole Verden.

Ausstellung als ­Informationsbörse

Zu nennen sind hier Shelter, Beagle, Golden Eye, Broderick und Tovero.

Schauwettbewerb der Besten

Erneut erwarten die Organisatoren der Veranstaltung Rinderzüchter aus aller Welt, die sich von Informationen um die Rinderzucht, der Top-Genetik-Auktion am Abend des 22. Februar und der Spannung während des Schauwettbewerbes am Donnerstag, den 23., in den Bann ziehen lassen. Die Züchter der MASTERRIND bilden mit ihren hochklassigen Tieren wie immer die Grundlage für den interessanten Wettstreit und sind Garant für ein alljährlich begeistertes Publikum.

Top-Genetik-Auktion am Eröffnungsabend Zum inzwischen dritten Mal wird die Veranstaltung am Vorabend der Schau durch die Top-Genetik-Auktion eröffnet. Sie garantiert am 22. Februar ab 18:30 Uhr knisternde Spannung im Ring der Niedersachsenhalle. Das Verkaufsangebot besteht aus abgekalbten sowie tragen-

den Färsen, Jungrindern und wenigen hervorragenden Spitzenkälbern. Das ausgewogene Sortiment wird Tiere präsentieren, die jedes Züchterherz höher schlagen lassen. Insgesamt bietet die Auktionskollektion internationales Spitzenniveau aus hervorragenden Kuhfamilien, sowohl für Käufer von Schau-Tieren als auch für Züchter, die ein Maximum an Zuchtfortschritt wünschen.

MASTERRIND-­ Spitzenvererber mit Töchtergruppen Eine noch umfangreichere Nachzuchtpräsentation interessanter MASTERRIND-Vererber wird die besonderen Stärken der einzelnen Besamungsbullen demonstrieren. Zu sehen sein werden Töchter bereits bekannter Vererber sowie hoffnungsvoller Newcomer. In der noch laufenden Vorauswahl befinden sich bereits bekannte Namen, wie Janos und Jango, aber auch mehrere neue Hoffnungsträger.

Im Schauwettbewerb präsentieren die Züchter aus den MASTERRIND-Zuchtgebieten Niedersachsen und Sachsen ihre absoluten Spitzentiere. In den verschiedenen Altersgruppen (Färsen, Zweit- und Drittkalbskühe sowie Kühe mit vier Kälbern und mehr) konkurrieren sie um den Siegerpreis der einzelnen Altersklassen. Als Höhepunkt beendet die Wahl der Miss Schau der Besten den Tag. Dank des Engagements der Hauptsponsoren Deutsches Milchkontor, Uelzener Allgemeine Versicherung und Bayer Healthcare, sowie vieler weiterer Unterstützer gibt es für die Züchter lukrative Preisgelder zu gewinnen. Gesamtsiegerin der letzten Veranstaltung und somit amtierende Miss Schau der Besten 2011 ist Petale (V. Wade) von der Agrargenossenschaft Bockendorf e.G. im sächsischen Hainichen. Darauf, wer am Ende der 39. Schau der Besten ganz oben auf dem Treppchen stehen wird, kann noch spekuliert werden.

Neben einer interessanten Verlosungsaktion wird die Fachausstellung „Rund ums Rind“ Besuchern eine zusätzliche Möglichkeit bieten, sich auf dem gesamten Gebiet der Rinderproduktion ausgiebig zu informieren. Wie in den vergangenen Jahren stellen zahlreiche Aussteller ihre Produkte sowie ihr Serviceprogramm vor.

Busreise aus Sachsen Für sächsische Gäste wird auch in diesem Jahr eine Busreise angeboten. Für Anfragen und Buchungen wenden Sie sich bitte unter der Telefonnummer 0 35 21 / 47 04-10 an die Geschäftsstelle in Meißen.

Programm der 39. Schau der Besten Mittwoch, 22. Februar 2012 18.30 Uhr: Top-Genetik-Auktion Donnerstag, 23. Februar 2012 9.30 Uhr: Beginn der Veranstaltung • Schauwettbewerb der Spitzenkühe • Präsentation der Töchtergruppen aktueller MASTERRINDVererber 15.00 Uhr: Wahl „Miss Schau der Besten“ 15.30 Uhr: Ende der Veranstaltung m 25


Zucht & Besamung

World Dairy Expo

In Madison trifft sich die Weltelite In gewohnter Weise besuchte auch in diesem Jahr eine Gruppe von Züchtern und Fachleuten aus dem MASTERRIND- und RBB-Gebiet die weltgrößte Kuhschau, die World Dairy Expo in Madison (USA). Sie gilt mit insgesamt 68.000 Besuchern, darunter 2.700 internationalen Gästen, als wichtigste Schau auf dem amerikanischen Kontinent. Auch in diesem Jahr wurde sie wieder durch Töchter von Goldwyn und Advent dominiert. Neben 2.587 Tieren aus sieben verschiedenen Milchrassen war die Messe mit über 800 ausstellenden Firmen aus 28 Ländern, 43 US-Bundesstaaten und sieben kanadischen Provinzen ein Anziehungspunkt.

Interessante HolsteinBetriebe Einige Tage vor und nach der Holsteinschau wurden mehrere US-amerikanische Züchter besucht, die eine Vielzahl von attraktiven Zuchttieren mit hohem genetischen Potenzial zeigten. Immer wieder sehenswert ist die Farm von Regan­crest, die durch ihre Kuhfamilien, u. a. von Regancrest-PR Barbie EX-92, weltweit bekannt ist. Auch bei den Zuchtbetrieben Jeffrey-Way und Opsal, wo die

Kühe noch in Anbindeställen gehalten werden, konnte sich jeder vom hohen Zuchtfortschritt der langlebigen und stabilen Kuhfamilien überzeugen. So steht beispielsweise bei Opsal die in Amerika höchste rotbunte Holsteinkuh, Ladinodal Lawn Boy Amanda-Red mit +1955 GTPI. Überwältigend in ihrem Management waren auch die Betriebe De-Su, Hendel und Milksource mit bis zu über 8.000 Kühen. Alle hatten helle und luftige Liegeboxenställe mit Sandeinstreu und hohem Kuhkomfort. Auch im Jungvieh- und Kälberbereich konnte man gute StallLösungen sehen, wie zum Beispiel bei Sandy-Valley oder Siemers in Newton, Wisconsin. Siemers hat 3.000 Kühe und ist mit über 15.000 kg pro Kuh und Jahr der Betrieb mit der höchsten Milchleistung in Amerika. Hier werden die Kälber nach der

KWH Regiment Apple, Halbschwester von Jotan und Acme

Geburt in einem Zeltstall in Einzelboxen eingestallt und mit Eimertränken, die mit einem Milchtaxi befüllt werden, versorgt. Als Zufutter wird Kälbermüsli mit ganzem Mais und Getreide gereicht. Nach sechs Wochen werden drei Einzelboxen durch Herausziehen der Zwischenwände zu einer Box und die drei Kälber als Gruppe in zwei Wochen abgetränkt, so dass sie nach einer relativ stressfreien achtwöchigen Aufzuchtperiode ausgestallt werden können. Auch bei Larson Acres, Evansville, konnten wir uns von einem neuen Stallhaltungssystem überzeugen. Dort wird auf einer Seite Frischluft in den Stall geblasen, während auf der gegenüberliegenden Seite mit gewaltigem Gebläse die verbrauchte Luft abgesaugt wird. Somit wird eine konstante Raumtemperatur von 12-15 Grad gewährleistet.

Attraktive Holsteins auf der Schau

Eastside Lewisdale Gold Missy

26

Bei der Schau in Madison trifft sich die Weltspitze an Kühen und Rindern. Überwältigend ist vor allem auch die Rassenvielfalt

der Schau in züchterisch höchster Qualität, denn neben den bekannten Holsteins und Red Holsteins werden auch Brown Swiss, Jersey, Guernsey und Milking Shorthorn aufgetrieben. Die Holsteinschau wurde von den beiden Preisrichtern Gerald Couglin und Joel Phoenix aus Ontario gerichtet. Erstaunlich und immer wieder faszinierend ist, wie die Richter in relativ kurzer Zeit Kuhklassen mit mehr als dreißig Tieren so gut richten können. Letztendlich konnte sich die EX-95 eingestufte Goldwyn-Tochter Eastside Lewisdale Gold Missy in der 3. Laktation von der Morsan Farm durchsetzen und den Grand Champion Titel mit nach Hause nehmen. Sie bestach durch ihre harmonische, jugendliche Ausstrahlung mit enorm offener und langer Rippe, tadellosen Fundamenten und einem lebhaften, funktionalen Euter vor der eleganten Silvermaple Damion Camomile von Silvermaple & Stanhope-Wedgwood, Victoria BC. Auch bei der Supreme Champion-Auswahl, die als Höhepunkt der World Dairy Expo gilt und als atemberaubende Show durchgeführt wird, entschieden sich die Richter für


Kälberstall bei Siemers Holsteins

Goldwyn Missy vor dem Champion der Rasse Jersey. Bei der Red-Holstein-Schau präsentierte sich KHW Regiment Apple-Red, Halbschwester der MASTERRIND-Vererber JOTAN und ACME RF, eindrucksvoll als Siegerin der alten Klassen und wurde deutlich Grand Champion. Zusätzlich machten zwei Klone von Apple-Red auf sich

Kälberboxen bei Siemers Holsteins

aufmerksam und mit KHW Regiment Apple 3-Red-CL wurde eine Kopie sogar Siegerin der mittleren Klassen. In das Programm eingebettet waren auch der Planet-Sale mit einem Durchschnittspreis von 31.044 Dollar bei 59 Katalognummern sowie der World Classic Sale. Beim Planet-Sale machte ein Paket von einer Observer

und einer Domian aus Jimtown Shottles Nominate EX-90 für 170.000 Dollar auf sich aufmerksam. Aus der gleichen Kuhfamilie stammt der MASTERRINDVererber GARION, einer der höchsten Exterieurvererber in Deutschland. Den höchsten Preis auf dem World Classic Sale erzielte eine hornlose Tochter von Magna P mit 82.000 Dollar.

Insgesamt ist festzuhalten, dass Madison uns in der Holsteinzucht gute Ansätze mit auf den Weg gegeben hat, um auch in Deutschland gute funktionale und langlebige Milchkühe zu züchten.

Cord Höltje Andreas Fritzsch

m

Exzellentkühe Name

Ohrmarke

Vater x Muttersvater

LA

MTyp Körper Fund. Euter

Ges.

Besitzer

Petale Ilona Stall-Nr. 336 Marita Carmen Ideal Gila EX2 Riverdance Shakira Beta EX2 Adelaine Robine Benzouka Lorena Jarina Rimini Carla Dolores MHD Pedale Ubony Lassie Gabi Lametta Ellen Cinema Alexia Valencia Lillifee Geha EX3 Gretchen

FR 69.50073479 03.50425100 03.51072012 03.45691163 03.50197590 03.50507168 03.50390169 03.50390226 03.50187217 03.48939255 03.62887604 14.02393270 FR 53.58071356 03.50930909 03.48082128 03.50505280 03.50505302 03.48439561 14.02368660 FR 29.29952304 03.49173550 03.48863368 03.50634071 03.48400619 03.51318869 03.51318864 03.48849686 03.49565248 03.46146923 03.50706241

Wade x Isar Lead Talent 2 x Outside Derek 2 x Juote Rudolph x Bonatus Ramos x Emerson Goldwin x Gelpro Boss Iron x Raider Duplex x Titanic Goldwin x Champion Talent 2 x Rudolph Mr. Sam x Rudolph Durham x Integrity Shottle x Nactif Roy x Lismore Boss Iron x Belt Goldwin x Outside Laudan x Basar Ramos x Prelude Blauer x Dennis Lonard x Charm Reaktor x Spion Lucifer x Rudolph Goldwin x Eminenz Boss Iron x Rudolph Damion x Boss II Marbach x Webster Ramos x Blauer Titanic x Mtoto Starleader x Lee December x Mattie G

7 4 3 8 3 3 4 3 3 4 3 3 3 3 6 3 3 3 5 5 4 4 3 5 3 3 4 4 7 3

94 89 88 92 90 92 89 91 91 90 89 91 91 90 88 90 89 88 90 90 91 91 89 89 90 90 90 88 93 87

96 90 90 91 90 90 90 91 91 91 90 90 91 90 90 90 90 90 90 90 91 91 90 90 90 90 90 90 93 90

Agrargen. Bockendorf e.G., Hainichen Ahrens, Günther, Sandbostel Ahrens, Rainer, Midlum Brünicke/Busse GbR, Brünkendorf Buchholz, Fred, Nordholz Carstens, Volker, Rosebruch Derboven RZB, Warpe Derboven RZB, Warpe Engelke, Rainer, Asendorf Grimmelmann, Fritz, Schweringen Höft, Christa, Bramstedt Hahn/Radke Holsteins GbR, Eppendorf Hormann, Wilhelm u. Cord, Warmsen Horstmann, Heinz-Jürgen, Mellinghausen Lackmann, Heinrich, Königshof Martens, Erhard, Gedelitz Martens, Erhard, Gedelitz Milchhof Klintworth KG, Fredenbeck Milchhof Diera KG, Diera-Zehren Milchhof Diera KG, Diera-Zehren Milchhof Diera KG, Diera-Zehren Milchhof Diera KG, Diera-Zehren Steenken, Friedhelm, Schmalförden Steenken, Friedhelm, Schmalförden Wentrot GbR, Gelliehausen Wentrot GbR, Gelliehausen Wiechering-Sudmann KG, St. Hülfe Wielert, Andreas, Wenzen Wilharm-Lohman, Dieter, Meinsen Zimmermann GbR, Beienrode

96 90 89 92 91 88 90 90 90 91 88 90 90 92 92 90 88 92 90 90 90 92 89 91 90 90 89 90 90 89

95 90 90 92 90 88 91 89 90 90 90 90 90 89 92 90 90 88 90 90 90 90 91 90 90 90 90 90 94 90

96 89 90 92 90 91 90 92 92 91 91 89 91 89 89 91 90 90 89 89 91 90 90 90 90 89 90 90 93 90

27


Zucht & Besamung

100.000-Liter-Kühe Name

Vater

Iris Käthe Maria Gisela Amsel Nora DE 14.01151355 DE 14.01004764 Christin Priska Sabette DE 14 00824738 Wera Princes Salome Tessi Julia Elfi Betty Sille Hanni Bluete DE 0345503591 DE 0346342243 Bontje Olga DE 0343545206 Leuchte Enna Losangeles Love Johanna Rahel Anka DE 0343753071 DE 0344153578 Edelrose Friesin Emma DE 14 00363669 Maisje Rodesia Lane Susanne Conni Inka LIM Havanna Susanne DE 0343583289 FUX Wilma Lisa Stani Alm DE 0343595689 Nautke Lancia Flamme Lena Anita Julchen Edit DE 0342424223 Marika Verdi Sellie Selita Belladonna Obba DE 0346002056 Aska

Ilius Kol Nixon Manat Loriot Amos Noah Dempsey Noah Clown Pretin Anton Victory Bakkara ET Lee Mr. Minit Lee Loriot Bo ET Blackred RF Bonatus Afghane Basket Rudolph Lentini RF Bonatus Copper Abino Lasso Blackred RF Black Jack Trademark Brodin Ajux Patrick Lee Bilanz ET Basar Bonatus Aeroline Clown Larryet Outside Lee Preval Clown Pedant Hilton Bilner Manta Webster Tober ET Rowdy Loriot Laurenzio Bildon ET Pavian Lee Lentini Benno Blackred RF Agent Bonatus Lanso Design Lasso Bildon ET Rubens RF Weltin Balonko RF Esquimau

28

Klb. Besitzer

10 9 7 10 9 9 10 10 10 8 9 11 7 6 8 6 10 9 10 7 11 10 8 7 10 7 11 8 9 8 7 6 6 7 9 7 10 11 8 10 9 8 8 8 9 7 8 11 9 7 10 9 10 8 8 8 7 7 7 8 9 8 9 8 8 10 8 8 7 8

Agrargen. Affalter-Lößnitz e.G. Agrargen. Altmittweida e.G. Agrargen. Dorfchemnitz e.G., Zwönitz Agrargen. Langenchursdorf e.G., Callenberg Agrargen. Oberes Elbtal e.G., Reinhardtsdorf Agrargen. Rathendorf e.G., Narsdorf Agrargen. Schönberg e.G. Agrargen. See e.G., Niesky Agrargen. Sohland Am Rotstein e.G. Agro-Agrarprodukte GmbH, Methau Ahlden GbR, Kirchlinteln A. Jungmichel, Neustadt-Rückersdorf Rolf Baden, Neuenkirchen Joachim Banse, Wittingen Hinz-Henning Bartels, Wittingen Bartels GbR, Staffhorst Dirk Beese, Cremlingen Waltraud Benecke, Thedinghausen Karl-H. u. C. Bliefernicht GbR, Ehrenburg Maik Blohm, Stade Eckhard-Heinrich Bode, Uetze Böse/Hartje GbR, Thedinghausen Brinkmann GbR, Kirchwistedt Brokering Milch KG, Eydelstedt Marvin Campe, Staffhorst Volker Carstens, Visselhövede Wilhelm Cording, Wagenfeld Wilhelm Cording, Wagenfeld Heinrich Dammann, Apensen Rinderzuchtbetrieb Derboven, Warpe Rinderzuchtbetrieb Derboven, Warpe Hans Joachim, Diercks, Kirchwalsede Wolfgang Dittmer, Brietlingen Wilh. u. Kerstin Dückering GbR, Wetschen Arno Duecker, Flögeln Albert Eckhoff, Brest Jörn Eckhoff, Heeslingen Jörn Eckhoff, Heeslingen Carsten Ellmers, Verden Erzgebirg. Wirtschaftshof Schlettau e.G. Helmut Evers, Wahrenholz zum Felde GbR, Ahlerstedt Fiedler GbR, Wagenfeld Thorsten Föge, Wingst GbR Horschig, Markersdorf GbR Glameyer-Schlueer, Steinau Gottfried Bernhardt, Somsdorf Stephan Granz, Kranenburg Herbert Grüning, Lachendorf Hahn/Radke Holsteins GbR, Eppendorf Hakenhäuserort GbR, Wagenfeld Ewald Hambruch, Bad Fallingbostel Thomas Hammann, Drochtersen Bernd Hansen, Himmelpforten Reiner Hauschild, Sauensiek Cord-Peter Hellberg, Eschede Wilhelm Hormann, Warmsen IMPA Agrarwirtsch. GmbH, Härtensdorf Matthias Kirchhoff, Neustadt Klaus KG, Sandstedt Johann Koehler, Asendorf Wolfgang Krieger, Beverstedt Henry Kriete, Selsingen Betriebsgem. Landwehr GbR, Ehrenburg Landwirtschaftsk. Niedersachsen, Echem Landwirtschaftsk. Niedersachsen, Echem Lattwesen KG, Hohnhorst Lehmann GbR, Priestewitz-Nauleis Jost u. Andre Löhden GbR, Ahlerstedt Karl-Friedrich Lohmann, Auetal

Name

Charlotte Lotte Wicky Gunda Resi DE 0345904732 DE 0345904725 Ara Uri Ines Felice Candys Cyrill Estefa Nicole Prinzessin Samone Sibille Manja Lolita Frauke Susanne Jelena Berlinda Madora DE 0345915437 Gerlinde Moni Marlen Ghana Montana Utina Romania Odessa Doli Asta Ulli Hella Panda DE 0344418510 DE 0344029404 Agfa Heia Safari DE 0345974237 Levi Anja Loreen Laurine Belke Teekanne Holunder Emsa Berina Gabi Christine DE 0344005159 Leosina Lady Geranie Loana Dona Ferina Walli Martina DE 0340040911 Ilse Eike Gerbera Irma

Vater

Caleu Basar Bonatus Aconit Bonatus Rudolph Rudolph Monet Red Basar Bake ET Fugela Clown Clown Wade Presto Pretin Preval NOG Pussta Arko Preval Bo ET Blackred RF Bonatus Amadeus Blackred RF Bildon ET Lee Manat Manat Lasso NOG Maala Lee Esquimau Starleader Review Landor Granger Preval Andreas Rudolph Legan Lee Pavian Bleep Ranger Red Winchester Bonatus Louvre s Patrick Lemir Barley Anton Piepo Apoll Shadow 2 Murilo Bildon ET Bolero Prelat Ganwind Storm Bildon ET Rudolph Lee Storm

Klb. Besitzer

11 8 9 9 9 8 9 9 8 9 11 8 8 8 9 9 6 7 8 8 10 9 11 8 8 7 9 6 8 9 7 9 7 8 7 7 7 9 10 8 9 9 9 9 7 9 9 6 8 6 8 11 6 9 10 9 10 10 10 9 10 11 9 8 8 12 Blackred RF 9 Pavian 7 Rudolph 7 Chauffeur 11

Lorette Modlich, Meerane Lüllmann-Kleine KG, Bassum Heinrich Maschke, Varrel Hermann Meyer, Schneverdingen Walter Meyer, Syke Johann und Jost Meyer GbR, Farven Johann und Jost Meyer GbR, Farven Werner Meyer GbR, Oberndorf Meyer/Seevers GbR, Weyhe Bodo Michaelis, Dorstadt Milchgut Reichenbach/Gebelzig GmbH, Hohendubrau Milchgut Reichenbach/Gebelzig GmbH, Hohendubrau Milchgut Reichenbach/Gebelzig GmbH, Hohendubrau Milchhof Diera KG, Diera-Zehren Milchhof Fiedler GbR, Dorf Wehlen Milchland Schönau GbR MPM GmbH & Co. KG, Höfer H. u. T. Müller GbR, Kirchlinteln Mangels Müller Jun., Lamstedt Johann Offermann, Wingst Klaus Otten, Hipstedt Horst Pickert, Wunstorf Plesse/Graas-Plesse GbR, Essel Gerhard Putensen, Garlstorf Christoph Rademacher, Hipstedt Johann Rademaker, Fredenbeck Jens Reyels, Bülkau Rinderprod. e.G. Neusorge, Rothenburg Rinderprod. e.G. Neusorge, Rothenburg Rodewald-Schulz GbR, Bad Bodenteich Wilhelm Rohde, Cuxhaven Wilhelm Rohde, Cuxhaven Wilhelm Rohde, Cuxhaven Wilhelm Rohde, Cuxhaven Wilhelm Rohde, Cuxhaven Thorsten Runnebaum, Eydelstedt SAG Sadisdorfer Agrar AG, Schmiedeberg Schlake GbR, Barver K. u. Jan-D. Schmonsees GbR, Bramstedt Klaus Schnakenberg, Bremervörde Friedhelm Schröder, Heerstedt Wilhelm Schulz, Wieren Schulz/Both-Schulz GbR, Wittingen Joerg-Joachim Schulze, Wittingen Petra Schumacher, Cuxhaven Friedhelm Steenken, Ehrenburg Stelling GbR, Bremervörde Strasburger Landbetr.Ges.mbH, Bremervörde Strasburger Landbetr.Ges.mbH, Bremervörde Udo Strassemeyer, Warmsen Udo Strassemeyer, Warmsen Jens Stüven, Engelschoff Tangemann GbR, Rehden Heinz Tangermann, Handorf Christian Tiede, Altenmedingen Volker Tobaben, Sauensiek Robert Walter, Stuhr Warnecke GbR, Uslar Rinderzucht Wentrot GbR, Gleichen Werner Schmiedel, Schlettau Klaus-Dieter Weseloh, Schneverdingen Cord Wichmann, Mellinghausen Willi Wichmann, Wittingen Wiechering-Sudmann KG, Diepholz Jan Wiechers, Walsrode Juergen Windhorst, Ritterhude Herbert Witte, Drochtersen Friedel Wulf, Hemsbünde Gerd Zerwer, Neustadt Zimmermann GbR, Gleichen


Kuhzahlen bleiben stabil Die Gesamtzahl der Milchkühe in den MASTERRIND-Zuchtgebieten Sachsen und Niedersachsen hat sich im abgelaufenen Kontrolljahr mit einem leichten Zuwachs von 1,7 % auf 422.392 stabilisiert. Die 534 Holsteinzüchter in Sachsen hielten am 30. September 2011 128.201 Kühe. Die sächsischen Berufskollegen konnten

RIND-Magazins berichtet. Jahr für Jahr steigt die Anzahl dieser bemerkenswerten Milcherzeugerinnen. Dass mit 100.000 kg noch lange nicht Schluss sein muss, belegt die Übersicht der Tiere mit den höchsten Lebensleistungen. Die Produktivität der Milcherzeuger in den MASTERRIND-Gebieten bewegt sich auf einzigartig hohem Niveau. Eine gute Basis für eine rentable Rinderhaltung in der Zukunft. m

Lebensleistung steigt weiter

erneut eine der höchsten Produktionsleistungen in Deutschland erzielen. Die dortigen Betriebe produzierten 9.214 kg Milch bei 4,03 % Fett und 3,40 % Eiweiß. Die niedersächsischen Kollegen konnten trotz weiterer Steigerung mit 9.032 kg Milch bei 4,10 % Fett und 3,40 % Eiweiß daran nicht heranreichen.

Besonders erfreulich bleibt erneut die Entwicklung der Lebensleistung der kontrollierten Kühe. Über neue Kühe, die die magische Schwelle von 100.000 kg Lebens-Milchleistung überschritten haben, wird in jeder Ausgabe des MASTER-

Beste Herdenleistungen nach F + E kg Betrieb (Vorname, Name, Ort)

> 15 bis 39,9 Kühe Heino Maack, Brüttendorf Heinz Bolowski, Wingst GbR Scheppelmann-Hellmann, Dörverden 40 bis 59,9 Kühe Uwe Funck, Ahlenfalkenberg Spannhake KG, Rehden Hergen Brüning, Bassum 60 bis 99,9 Kühe Heinfried Mädje, Ohlenrode Wilfried Brockmann, Ostervesede Henning Zedler, Schneeren 100 bis 199,9 Kühe Rinderproduktions eG Neusorge Eberhard Mysegades, Winzlar Jens Martens, Kehdingen 200 bis 499,9 Kühe Bollhorst GbR, Wetschen Agrargenossenschaft Doberschütz Alpers GbR, Mulsum > 500 Kühe Agrargesellschaft Ruppendorf Agrar GmbH Zschopautal, Großolbers. Claus Luerssen, Uthlede

Eiweiß-%

Eiweiß-kg

F + E kg

Anzahl Kühe

Milch-kg

Fett-%

Fett-kg

27,72 15,98 34,43

12.566 11.244 12.676

4,52 5,10 4,05

568 574 513

3,50 3,42 3,41

440 384 432

1.008 958 945

48,47 53,74 43,68

11.162 11.942 11.757

4,35 4,12 3,84

486 474 451

3,40 3,40 3,37

379 391 396

865 865 847

61,88 96,99 63,44

11.821 11.104 11.141

3,95 4,29 4,26

467 476 475

3,41 3,54 3,47

403 393 387

870 869 862

198,0 103,16 108,92

12.686 12.627 11.813

3,87 3,81 3,96

491 481 468

3,24 3,30 3,35

411 417 396

902 898 864

232,40 328,0 212,1

11.810 11.973 11.456

4,31 4,08 4,16

509 489 476

3,40 3,31 3,44

401 396 394

910 885 870

1.169,0 1.399,2 783,86

11.647 11.301 10.719

4,22 4,03 4,06

492 455 435

3,27 3,50 3,42

381 395 367

873 850 802

Spitzenleistung – Färsen (305 Tage) nach F + E kg Besitzer

Name/Nr. der Färse

Vater

Hermann Meyer, Oberende Heiner Lange, Hellwege Dietmar Kaluza, Arensch Strasburger Landbetr.Ges., Bevern Heino Maack, Brüttendorf

Sinja 03.51783258 St.-Nr. 30 03.51630467 Bella 03.51779318 St.-Nr. 269 03.51673523 Sorba 03.51668752

Dolman Janos Laurick Donley Shottle

Milch-kg

14.063 14.819 15.719 13.985 11.894

Fett-%

Fett-kg

Eiweiß- %

4,39 4,26 3,88 4,29 4,94

617 632 610 600 587

3,83 3,46 3,28 3,46 3,83

Eiweiß-kg

538 513 516 484 456

F+E kg

1.155 1.145 1.126 1.084 1.043

Spitzenleistung – Kühe (305 Tage) nach F + E kg Besitzer

Abk.

Schleppelmann-Hellmann, Donnerhorst Schleppelmann-Hellmann, Donnerhorst Rainer Ahrens, Midlum Heinrich Lackmann, Bleckwedel Strasburger Landbetr. Ges., Bevern

6 5 7 4 6

Name/Nr. der Kuh

Vater

Luisa 03.48404069 Tessa 03.45550520 Haiwaii 03.46529431 Milena 03.48481410 Stall-Nr. 344 03.48425619

Raider Ladin Juote Dante Finley

Milch-kg

Fett-%

Fett-kg

21.168 18.076 17.471 15.129 18.991

5,06 5,08 4,30 5,66 3,72

1.071 918 752 856 707

Eiweiß- % Eiweiß-kg

2,95 3,02 3,50 3,34 3,33

624 545 612 506 633

F+E kg

1.695 1.463 1.364 1.362 1.340

Höchste Lebensleistung (nach Milch-kg) Name/Nr. der Kuh

Vater

Geb.-Jahr

Abk.

Christina 03.40483299 Anemone 03.40098767 Oslo 03.41541124 Tasmania 03.42390473 Desiree 10.21458846

City Cleiber Aerostar Blizzard Lion

1995 + 1996 + 1996 1998 1994

11 12 12 9 13

Milch-kg

Fett-%

Fett-kg

166.393 166.269 158.660 154.947 153.486

3,77 3,70 3,63 4,41 3,78

6.266 6.158 5.760 6.833 5.797

Eiweiß- %

3,32 3,37 3,54 3,32 3,40

Eiweiß-kg F + E kg

5.517 5.596 5.619 5.140 5.215

11.783 11.754 11.379 11.973 11.012

Besitzer

Tiedemann, D. W., Lüdingworth Cordes, Henning, Stöcken Rohde, Wilh., Lüdingworth Strassemeyer, Udo, Hauskämpen Brüggemann, Lars, Deblinghausen

Zeichenerklärung: + = Abgang Abk. = Abkalbungen

29


Fleischrinder

20. Sächsischer Fleischrindertag in M Nachdem in jüngst zurückliegender Zeit die Preise für Schlachtvieh, vor allem der Mastbullen und schweren Kühe, die Produzenten sehr zuversichtlich stimmten, traf das Thema „Rindermast – Möglichkeiten der Rindfleischerzeugung“ den Nerv der ­aktuellen Situation und lockte um die 100 Besucher nach Meißen. Rindfleischerzeugung: positiver Beitrag zum Betriebsergebnis oder nur Teil der Landschaftspflege? Ingo Heber, LfULG Sachsen Für die Erhaltung von Grünland ist die Nutzung durch Wiederkäuer eigentlich unverzichtbar. Obwohl in Deutschland mittlerweile jede siebte Kuh eine Mutterkuh ist, spielt Deutschland mit einem Anteil an der Rindfleisch-Weltproduktion mit nur 1,8 % praktisch keine Rolle. Die Erzeugung in den Exportnationen wie den USA, Brasilien, China oder auch einigen afrikanischen Ländern muss ökologisch allerdings sehr kritisch hinterfragt werden. Allerdings, so Heber, werden in Deutschland schöne Tiere in schöner Landschaft wohl auch zukünftig vom Verbraucher nicht bezahlt werden. Obwohl mit der Erhaltung des Grünlandes ein nachweisbarer gesellschaftlicher Nutzen vollbracht wird. So konnte z. B. nachgewiesen werden, dass die Verbreitung von Zecken (Überträger der Borreliose beim Menschen) auf beweideten Flächen um 54 % niedriger ist als auf sogenannten Naturschutz- und Stilllegungsflächen. Somit liegen die Ziele von Mutterkuhhaltern und Mästern klar auf der Hand. Rentabilität erreichen, Liquidität sichern, also unternehmerisch handeln. Obwohl im letzten Jahr der Durchschnitt der sächsischen Mutterkuhbetriebe ein positives Betriebsergebnis erreichte, sei die Kapitalrentabili30

tät mit 0,4 % noch viel zu gering. Als wesentliche Möglichkeiten der Kostensenkung nennt Heber u. a. folgende Punkte: - Betriebliche Intensität dem Standort anpassen - Höhere Futterqualität - Optimale Arbeitsorganisation - Ausschöpfung und Steigerung des genetischen Potenzials - Orientieren an den besten Betrieben - Flexible u. gezielte Vermarktung

Mit erfolgreichen Mastverfahren erfolgreich am Rindfleischmarkt Dr. Manfred Golze, LfULG In seinem Vortrag erläuterte Dr. Golze verschiedene Alternativen zur konventionellen Bullenmast. So kann die Weidemast von Rindern unter entsprechenden natürlichen Bedingungen für einige Betriebe sinnvoll sein (Ochsen, Färsen). Hierbei spielt der Grünland-Anteil ebenso wie die Vermarktung eine wesentliche Rolle. Für Profis ist die sogenannte Färsenvornutzung geeignet. Die Reproduktionsleistung weiblicher Masttiere wird durch frühe Belegung genutzt. So können eine junge Schlachtkuh und ein wertvolles Mastkalb erzeugt werden. Weiterhin, so Dr. Golze, wird das ernährungsphysiologische Fleisch von Weiderindern (fettärmer, weniger Cholesterin, mehr Vitamin A, D, E, mehr schnell verfügbares Eisen gegenüber intensiv gemästeten Stallrindern) in keiner Weise von den konventio-

Angusherde Betrieb Lommatzsch GbR

nellen Vermarktungsschienen honoriert. Viele Dinge sprechen für „Mehr Fleisch aus Gras“. Jedoch zeigt sich die aktuelle Entwicklung anders. Für Mutterkuhhalter wie für Schafhalter sind die steigenden Pachtpreise für Grünland durch die Konkurrenzsituation der Agrargasproduktion ein ernstzunehmendes Problem der Zukunft. Wenn in Zukunft nicht die Leistungserhaltung des Grünlandes und somit Erhaltung des Artenreichtums von der Gesellschaft vergütet werden, werden Mutterkuhhaltung und Fleischrindzucht es in Deutschland künftig schwer haben, so Dr. Golze. Ergebnisse der Fresseraufzucht und Bullenmast bei Einsatz verschiedener Proteinträger und Grassilagen Dr. Thomas Ettle, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft Im Allgemeinen bereitet die Energieversorgung der Mastrin-

der keine Schwierigkeiten, da als Grundfutter meist Maissilage dient. In Anbetracht ständig steigender Preise für Maissilagen und Eiweißfuttermittel durch die zunehmende Konkurrenz der Energiepflanzenproduktion wurde untersucht, mit welchen Austauschstoffen sich die Kosten der Ration senken lassen, ohne dabei die Tierleistung gleichfalls zu senken. Als Versuchsgruppen dienten Fleckviehfresser aus Milchviehhaltung. Die Grundlage des Vergleiches waren die Futtermittel Sojaschrot, Rapsextraktionsschrot und Trockenschlempe. Weiterhin wurde Maissilage durch 30 % und 60 % Grassilage im Grundfutter ersetzt. Fazit: Teures Sojaschrot kann durchaus durch Rapsschrot ersetzt werden. Dabei war die Futteraufnahme bei Raps etwas niedriger als bei der Soja-Testgruppe. Ebenso war die Fettstufeneinteilung der Schlachtkörper etwas höher. Dieser Nachteil kann mit dem Einsatz von 30 %

Gruppenvergleich bei Grundfutter Maissilage und gleicher Eiweißversorgung

Gruppe 1

Gruppe 2

Gruppe 3

Anteil Grassilage 0 % 30 % 60 % Mastdauer/Tage 316 308 321 Tägl. Zunahme/g 1595 1615 1550


eißen

hochwertiger Grassilage ausgeglichen werden. Schlempe eignet sich nicht als alleiniges Eiweißfutter, da der Lysin-Gehalt zu niedrig ist. In Folge dessen waren auch die Zunahmen der Testgruppe erheblich niedriger. Jedoch kann das Eiweißfutter zu 50 % aus Schlempe bestehen. Als Grundfutter kann Mais bis zu 30 % durch Grassilage ersetzt werden (optimaler Schnittzeitpunkt!). Hierbei wurde eine erhöhte Futteraufnahme der Bullen gemessen. Bei höherem Grasanteil gingen die Zunahmen zurück und es wurde eine Gelbfärbung des Fettes beobachtet, was bei der Vermarktung problematisch werden kann. Obwohl die Fettgelbfärbung vom erhöhten Beta Karotin-Gehalt des Futters stammt, und ernährungsphysiologisch keinesfalls nachteilig ist, stößt dies den Verbraucher meist ab.

zum Teil extremen Hanglagen gibt es keine Alternative zur Mutterkuhhaltung. Damals begann man mit dem Verfahren Färsenvornutzung. Heute besitzt das Unternehmen 260 Mutterkühe der Rasse Fleischfleckvieh. Ein Teil der Herde befindet sich im Herdbuch und somit unter Leistungsprüfung. Großen Wert legt Herr Kindl auf die Auswahl der Deckbullen, welche meist von der Auktion in Meißen stammen. Ebenso wird ein Teil der Herde mit ausgewählten Vererbern besamt. Mit leistungsfähiger Genetik, qualifizierten und motivierten Mitarbeitern sowie ausgefeiltem Management (Kurzrasenweide) wird ein positives Betriebsergebnis erzielt. Neben der Produktion von Qualitätsabsetzern für die Mast wird auch Zuchtvieh als weiteres Standbein produziert. So grasen heute Herdbuch-Zuchtrinder aus Drebach z. B. auf Gran Canaria ebenso wie auf Weiden in Litauen. Exkursion 1: Volkmar Zietschmann, ­Kmehlener Fleischrinder GmbH „Grünland mulchen stand nie zur Debatte“ Die Kmehlener Fleischrinder GmbH ist ein Tochterunternehmen der Kmehlener Agrarprodukte GmbH. Das Mutterunternehmen bewirtschaftet mit 20 AK ca. 1.550 ha Ackerland und ca. 80 ha Grünland. Ange-

baut werden neben Getreide, Raps, Sonnenblumen und Mais auch Kartoffeln auf 140 ha und in geringen Maße Hopfen. Auch eine Schweinezucht mit 1.200 Sauen dänischer Genetik gehört zum Unternehmensverbund. Im Jahre 2001 wurde die Milchproduktion eingestellt. Zu hoch wären die notwendigen Investitionen gewesen. Somit fiel die Entscheidung zur Mutterkuhhaltung. HerefordRinder wurden aufgrund ihres ruhigen Charakters gewählt. Diese Entscheidung erwies sich als richtig. Oftmals ist gerade in der Erntesaison wenig Zeit für die Tierkontrolle, trotzdem präsentieren sich die ca. 80 Kühe mit Nachzucht sehr ruhig dem Besucher. In den entkernten Milchviehställen war genügend Platz, und Mais ist bei der großen Ackerfläche vorhanden. Die Kühe bekommen Anwelksilage, Heu und nach der Kalbung Rübenschnitzel. Die Mastbullen werden mit Maissilage, Rübenschnitzel und Soja gefüttert. Da der Herdenaufbau abgeschlossen ist, wird seit drei Jahren die Hälfte der Kühe mit einem Blonde d‘Aquitaine Bullen belegt. In der Säugeperiode ist kein Unterschied in der Zunahme zwischen reinrassigen Hereford und Kreuzungstieren zu erkennen. Jedoch ab einem Gewicht von ca. 400 kg warten die F1Tiere mit deutlich mehr Zunahmen auf. Die Fettstufe der Kreuzungen ist um eine Klasse bes-

ser und die Schlachtkörpermasse um 20 % höher! Allerdings müssen die F1-Tiere auch etwas länger gemästet werden. Da der Betrieb mit Hereford im Herdbuch organisiert ist, werden ebenfalls nur gekörte Herefordbullen aus Zukauf und eigener Zucht verwendet. Auch aus Kmehlen konnten schon Zuchtfärsen nach Kroatien exportiert werden. Exkursion 2: Günther Hedtrich, Geschäftsführer Saatzucht v. Kameke Lommatzsch GbR „Auf Ackerflächen erzeugtes Futter hat in der Fleischrinderfütterung nichts zu suchen“ Mit sehr eindrucksvollen Worten stellte Günther Hedtrich die Mutterkuhhaltung seines Betriebes vor. Das Unternehmen bewirtschaftet am Rande der Lommatzscher Pflege ca. 1.000 ha Ackerland und 110 ha Grünland mit 6,5 AK (inklusive Betriebsleiter und Buchhaltung). Die Viehhaltung besteht aus 90 Mutterkühen samt Nachzucht sowie ca. 50 Mastbullen. Ebenfalls werden auf 2.600 qm Stallfläche Elterntiere für die Putenzucht gehalten.

Mutterkuhhaltung Mitte der neunziger Jahre fiel die Entscheidung, vorhandene Stallanlagen und Grünland, das auch aus Hanglagen, Streuobstwiesen und Naturschutzflächen

Ergebnisse und Erfahrungen mit der Absetzererzeugung Egbert Kindl, RZD Rinderzucht Drebach GmbH „Jedes tote Kalb ist für mich eine persönliche Niederlage.“ Die Erfahrungen mit Mutterkuhhaltung reichen bis 1975 zurück. Auf diesem typischen erzgebirgischen Grünlandstandort mit

Deckbullen der Kmehlener Fleischrindzucht GmbH

31


Fleischrinder

besteht, mit Mutterkühen zu nutzen. Angusrinder zeigten sich wegen vieler positiver Eigenschaften wie Frühreife, Leichtkalbigkeit, hohe Aufzuchtleistung, Mütterlichkeit, Hornlosigkeit und angenehmes Temperament als ideal. Eine hohe Aufzuchtrate der geborenen Kälber im Betrieb unterstreicht diese Eigenschaften. Die Kälber werden zur besseren Überwachung im Stall von Dezember bis Januar geboren. Sie bleiben für zehn Monate an der Mutter, um die Milchleistung der Kühe bestmöglich auszunutzen. Es erfolgt keinerlei Zufütterung der Kälber auf der Weide. Abgesetzt wird Ende Oktober. Weibliche Jungrinder werden mit 14 bis 15 Monaten belegt. Hierbei wird auch KB mit ausgesuchten Vererbern praktiziert. Die Fütterung besteht je zur Hälfte aus Grassilage und Rübenschnitzeln. Weibliche Mastrinder gehen im zweiten Jahr auf die Weide und werden im Alter von 22 Monaten geschlachtet. Da die Herde im Herdbuch geführt wird, konnten in den letzten

Jahren regelmäßig Tiere exportiert werden. Auf den hochwertigen Ackerböden wurde auf Feldfutterbau konsequent verzichtet, da dies in keiner Weise wirtschaftlich darstellbar ist. Jedoch werden Koppelprodukte wie Rübenschnitzel und Grassamenstroh als Futtermittel verwendet. Alle männlichen Tiere werden aufgemästet. Die Ration der Mastbullen besteht aus 30 % Grassilage und 60 % Rübenschnitzel pro Tier/Tag. 0,5 kg Sojaschrot erhält jeder Bulle als notwendigen Eiweißausgleich. Mit dieser kostengünstigen Fütterung werden beachtliche Ergebnisse erzielt: 390 kg Schlachtgewicht im Alter von 20 Monaten; 60 % in Handelsklasse U2, 40 % Handelsklasse U3; Tiere in der Fleischigkeitsklasse R sind die Ausnahme. In der Mutterkuhhaltung ist für den Betriebsleiter Kostenminimierung und Produktionseffektivität oberstes Gebot. Der Arbeitsaufwand muss so gering wie machbar gehalten werden. Auf jegliche Grünlandextensivie-

Autokorso durch Kmehlener Weiden

rungsprogramme verzichtet Hedtrich, um die Ertragsfähigkeit des Grünlandes nicht zu schmälern. Als Futterstoffe werden ausschließlich Stoffe verwendet, die nur über den Wiederkäuer verwertbar sind. Hohe Priorität genießt jedoch die Jungvieh-Aufzucht. Günther Hedtrich kontrolliert die Abkalbungen persönlich. Jedes verlorene Kalb ist eines zu viel. Die Herdenbullen sucht der Betriebsleiter, meist von Auktions­

standorten (Hessen, Niedersachsen), selbst aus. Sollten sich in den nächsten Jahren die Rahmenbedingungen oder die Preise für Mutterkuhhaltung verschlechtern, macht G. Hedtrich kein Hehl daraus, die Rinder abzuschaffen. Allerdings stellt er sich die Frage, welchen Werteverlust nicht mehr genutztes Grünland dann dauerhaft für den Eigentümer hat. Carsten Oeser

Erstmals Frido-Peper-Ehrenpreis vergeben Anlässlich der Jahresversammlung der niedersächsischen Fleischrinderzüchter am 6. Dezember wurde erstmals der Frido-Peper-Ehrenpreis vergeben. Der Preis geht jährlich an einen Fleischrinderbetrieb, der sich sehr verdient um die Fleischrinderzucht, die Vermarktung und den Betriebszweig gemacht hat. Dies trifft im besonderen Maße auf Marlene und Hermann Maack zu, die seit mehr als 40 Jahren im Dienste der Mutterkuhhaltung, der Vermarktung 32

von Zuchtvieh und der Direktvermarktung stehen. Ein Bild ihres in Öl gemalten Welsh Black-Bullen Sammy wird sie nun künftig an eine interessante Zeit und einen besonderen Tag „Nikolaus 2011“ erinnern.

Friedrich Averbeck

m

Marlene und Hermann Maack freuen sich über den Frido-Peper-Ehrenpreis

m


33. Fleischrindertage in Verden

Fleischrinderfreunde treffen sich

Am 10. und 11. Februar 2012 führen die niedersächsischen Fleischrinderzüchter zum 33. Mal ihren Schau- und Auktionstag in der Verdener Niedersachsenhalle durch. Zu diesem züchterischen Höhepunkt der deutschen Fleischrinderszene werden erneut zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland erwartet. Der Züchterabend am Freitag, 10. Februar, findet wie gewohnt im Auktionsring der Niedersachsenhalle statt und bietet den passenden Rahmen für die ab 21.00 Uhr stattfindende Verdener Spätlese, eine Elite-Auktion für weibliche Tiere.

Jungzüchter am Morgen Der folgende Tag wird um 9.00 Uhr mit dem JungzüchterWettbewerb eröffnet. Die besten

Jungzüchter des Wettbewerbes der Landesfleischrinderschau 2011 in Tarmstedt konkurrieren im Anschluss miteinander. Die Top-Vererber verschiedener Rassen präsentieren sich ab 10.30 Uhr als Goldjungs im Ring. Im Anschluss folgt die Verdener Bullenparade, bei der alle 1a-prämiierten Verkaufsbullen vor großer Kulisse zur Siegerauswahl präsentiert werden. Sie endet mit der Wahl des Mister Verden.

Auktion am Mittag Die Bullenauktion beginnt am Samstagmittag um 12.15 Uhr. Ca. 120 ausgesuchte Vererber mit interessanten Abstammungen und sehr guten Leistungsdaten der verschiedenen Fleischrassen werden zur Versteigerung kommen. MASTERRIND-Auktionator Torsten Kirstein wird die Bieter im Auge behalten und beste Bullen für die kommende Decksaison

anbieten. Freunde der Mutterkuhhaltung, von der extensiven Highland-Kuh bis zum intensiven Blonde d‘Aquitaine-Bullen, und Schaulustige, die Spaß an hervorragend vorbereiteten Auktionstieren haben, sind eingeladen, in Verden dabei zu sein. Detailauskünfte erteilt die MASTERRIND unter Telefon 0 42 31 / 6 79-114, per Fax -288 oder E-Mail fleischrinder@ masterrinder.com. m

33


Schwarz-Rot-Gold

FLEISCHRINDER

Fleischrinderzüchter mit

Alle Sieger und Reserve-Sieger der MASTERRIND-Züchter im Alsfelder Ring

Anlässlich der 3. Bundesschau für die Rassen Angus, Blonde d‘Aquitaine, Charolais und Limousin unter dem Motto Schwarz-Rot-Gold gingen in der Alsfelder Hessenhalle 270 Schautiere in den Wettbewerb. Bei allen Rassen waren sechs Titel zu gewinnen, bei allen Rassen waren auch die hochengagierten MASTERRIND-Züchter mit im Ring. Im Rasseblock Angus kommen das SiegerJungrind und auch das Reservesieger-Jungrind aus unserem

Zuchtgebiet. Im Rasseblock Charolais stellten niedersächsische Züchter die Siegerkuh, das Siegerrind und das Reservesieger-Jungrind. Bei den Limousin gingen der Titel der Siegerkuh und bei den Jungbullen der Reservesieg nach Niedersach-

Foto: Schulte

sen. Der Siegertitel bei den Blonde-d‘Aquitaine-Rindern und der Reserve-Sieg bei den Jungrindern gingen ins sächsische Zuchtgebiet. Zusätzlich holten die MASTERRIND-Züchter in 25 Klassen, an denen sie beteiligt waren, weitere acht 1a- und sechs 1b-Plätze. Ein Spitzenerfolg und Lohn für ein vorbildlich hohes Züchterengagement.

Friedrich Averbeck

Die Besten MASTERRIND-Tiere der Schwarz-Rot-Gold-Schau 2011 in Alsfeld

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Rasse

Kategorie

Titel

Kat.-Nr.

Name

Angus Angus Angus Blonde d‘Aquitaine Blonde d‘Aquitaine Charolais Charolais Charolais Charolais Charolais Charolais Charolais Charolais Charolais Charolais Charolais Charolais Charolais Limousin Limousin Limousin Limousin Limousin

Jungrinder Jungrinder Kühe mit Kalb Jungrinder Rinder Jungbullen Jungbullen Jungbullen Jungrinder Jungrinder Jungrinder Kühe mit Kalb Kühe mit Kalb Rinder Rinder Rinder Rinder Rinder Altbullen Jungbullen Jungbullen Kühe mit Kalb Rinder

Sieger R.-Sieger Ib R.-Sieger Sieger Ia Ib Ib R.-Sieger Ia Ia S.-Kuh Ia S.-Rind Ia Ia Ib Ib Ib R.-Sieger Ib Sieger Ib

65 55 29 145 132 164 174 182 255 277 265 197 201 219 209 240 208 234 292 318 316 326 398

Bounty Luci Bo

Züchter

Meyer, Dieter, Bissendorf Ahlers, Th., Visselhövede Meyer, Dieter, Bissendorf Groba, Frank, Hoyerswerda Pia Göpfert, M. & B., Frauenstein Othello Moormann, Rainer, Herbergen Phoenix Beu, M., Osterholz-Scharmbeck Bob Beu, M., Osterholz-Scharmbeck FeineDeern Beu, M., Osterholz-Scharmbeck Oswana Bourgeois, H., Hartmannsdorf Fabiola Beu, M., Osterholz-Scharmbeck Labell Beu, M., Osterholz-Scharmbeck Okeline Arndt, E. A., Syke Gina Arndt, E. A., Syke Oklerin Arndt, E. A., Syke California Fraas, Josef, Vechta Domaene Beu, M., Osterholz-Scharmbeck Belle Star Fraas, Josef, Vechta Klemm e. K., M., Hartmannsdorf Bichon Orkan Willen, Jochen, Löningen Klemm e. K., M., Hartmannsdorf Satmen Henriette Wortmann, Manfred, Sulingen Josi SEL Scheffer, Josef, Messingen

m


Top-Erfolgen

Ehrung der Siegerkuh Limousin „Henriette“ mit der goldenen Plakette der ADR. (v. l.) Besitzer Helmut Wortmann, Sulingen, Eduard Hillens, Herr Wirtz (BDF), Bernd Möller (Vorsitzender BDL) Foto: Schmitt-Schech

Das Siegerrind Pia von den Besitzern Birgit und Manfred Göpfert aus Frauenstein ließ die Konkurrenz hinter sich Foto: Schulte

(V. l.) Thorsten Ahlers, Visselhövede, mit Reservesiegerin Luci und Marietta Meyer mit Siegerin Bounty bei den Jungrindern Foto: Schmitt-Schech

Hubert Bourgeois aus Hartmannsdorf nimmt Aufstellung mit dem Ia-Jungrind Oswana Foto: Schulte

Melkarbeit bei Limousin-Kuh In Zeiten guter Milchpreise sind selbst Herdbuch-Limousinkühe nicht vor der Melkmaschine sicher.

Die zweieinhalbjährige hornlose Conquis-Tochter Diana brachte Ende August ein nicht lebens­ fähiges Bullenkalb zur Welt. Das gut gefüllte Euter der Kuh animierte Züchter Friedrich Nietfeld aus Asendorf, diese kostbare Quelle nun konventionell zu nutzen. Lammfromm und ohne Zucken ließ Diana die tägliche

Melkarbeit über sich ergehen. Mit einer Tagesleistung von 12 kg füllt sie zwar keine riesengroßen Milchtanks, aber: Für den Betrieb Nietfeld wird die Superabgabe für 2012 wohl fällig werden.

Torsten Kirstein

m 35


Fleischrinder

Erfolgreiche Hochlandrinder-­ Jubiläumsbundesschau Unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Landwirtschaftsministers, Gert Lindemann, veranstaltete der Highland-Bundesverband am 1. Oktober die 25. Bundesschau in der herrlich geschmückten Münsterlandhalle in Cloppenburg. 125 erstklassige Zuchttiere aus über 55 Zuchtbetrieben stellten sich dem Urteil des schottischen Preisrichters Angus Mackay. Erstklassig führige und exzellent präparierte Schautiere in allen Altersklassen führten diese sehr gut besuchte Veranstaltung zu einem vollen Erfolg. Die Highlandzüchter aus dem MASTERRIND-Gebiet waren mit 30 Tieren am Start und können auf eine überaus erfolgreiche Teilnahme zurückblicken. Hervorzuheben sind u. a. sechs hochwertige 1a-Platzierungen, die in großen Richtklassen (bis zu 10 Tiere) erzielt werden konnten. Gerd Bedürftig, Hollen, glänzte mit der rahmigen, dreijährigen Doris 9 von Heise in der ältesten Färsenklasse und schrammte nur knapp am Bundessieg

vorbei. In der mittleren Kuhklasse konnten Karl und Holger Groba aus Sachsen mit der typvollen Ottine von der Elsterheide mit Kuhkalb bei Fuß überzeugen. Die älteste Kuh des Wettbewerbes, die zwölfjährige Dixi von der Wachholzer Heide von Ferdinand Marschalk, Elmlohe, präsentierte sich sehr frisch und mit bestens entwickeltem Bullenkalb bei Fuß. Zwei hoffnungsvolle Jungbullen aus Niedersachsen dominierten ihre Altersklassen. Zum einen André Martens aus Sellstedt mit dem sehr korrekten Soldier ut Sells, zum anderen Hannelore Uhlhorn aus Twistringen mit

Drei Kurzhaarige präsentieren zwei Zottelige (v. l. Bundessieger Seumas 18 mit Stefan Wreczycki, Ferdinand Marschalk, Bundesreservesieger Seumas 10 und André Martens)

dem sehr typvollen Cornel von Stelle. Enorm spannend wurde es bei der finalen Klassenentscheidung der Altbullen. Die beiden exzellenten Vollbrüder Seumas 10 vom Lehstener Moor im Besitz von André Martens, Sellstedt, und Ferdinand Marschalk, Elmlohe, und Seumas 18 vom Lehstener Moor von Stefan Wreczycki aus Voltlage zeigten sich in meisterlicher Verfassung. Der fachkundige Besucher ahnte es, und der Preisrichter entschied folgerichtig: Der jüngere Klassensieger, Seumas 18, wur-

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de abschließend zum neuen Bundessieger und der 1b-platzierte Seumas 10 erneut zum Bundesreservesieger gekürt. Ein toller Erfolg für die beteiligten Zuchtbetriebe, die stolz auf die mit dem „Siegergen“ ausgestattete Blutsführung sein dürfen. Insgesamt eine hochklassige und lebendige Schau, die auch den zahlreichen ausländischen Besuchern den hohen Standard der deutschen Highlandzucht aufzeigen konnte. Torsten Kirstein

1b, 1c, 4b, 4c für leicht bis mittelschwer vergärbares Siliergut (Milchleistung)

2 für Verbesserung der aeroben Stabilität bei CCM, LKS, Feuchtmais und NEUfür Maissilage 1a für schwer silierbares Futter für schwer silierbares Futter

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Beste Stimmung bei HerbstSammelkörung Die Jahresversammlung der niedersächsischen ­Highland-Cattle-Züchter und die damit verbundene Herbstkörung und Bullenschau war in diesem Jahr sehr gut besucht. Bei allerbestem Herbstwetter und sehr gut vorbereiteten Tieren waren die Besucher auf dem Betrieb der Familie Heinrich Brand in Rinteln-Volksen allerbester Stimmung. Der beste Körbulle war auch gleichzeitig Siegerbulle in der Bullenpräsentation. Camillo vom Winterbach ist ein Sohn des bekannten Camelot of Greenfield und wurde von Fritz Hadeler aus Pennigsehl gezogen. Vorgestellt wurde der Bulle von seinem Besitzer Günter Brand aus Rinteln-Steinbergen. Camillo ist ein ausgesprochen kompletter Bulle mit starker Entwicklung und viel Ausstrahlung. Er wurde in den

Merkmalen Typ, Bemuskelung und Skelett jeweils mit der Note 8 bewertet. Man darf gespannt sein, wie dieser erst eineinhalbjährige Hoffnungsträger sich in der Zucht vererbt und wie er sich weiter entwickelt. Einen weiteren 1a-Preis bei der Bullenpräsentation erhielt der Orkan of Greenfield-Sohn Onos von der Egge, der von Gastgeber Heinrich Brand vorgestellt wurde. Der älteste Bulle der Präsentation ist Onassis of Sitterman. Dieser in NordrheinWestfalen geborene Vererber präsentierte sich mit einem außergewöhnlich starken Typ. Schon neunjährig, wirkte der

Günter Brand aus Rinteln-Steinbergen mit Camillo vom Winterbach

von Torben Meyer, Porta Westfalica, vorgestellte Altbulle äußerst frisch und einsatzfähig. Ein großes Dankeschön von Seiten der MASTERRIND für die

sehr gut organisierte Herbstveranstaltung der Highland-CattleZüchter. Friedrich Averbeck

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Angustreffen im Süden Die niedersächsischen Anguszüchter und -halter trafen sich in diesem Jahr im Süden des Zuchtgebietes auf den Betrieben der Familie Brockmann in Hessisch Oldendorf und der Familie Eickermann / Nitsche in Bad Pyrmont. Auf dem Betrieb der Familie Brockmann wird auf Nebenerwerbsbasis eine kleine aber feine Mutterkuhherde gehalten. Mit viel Züchterpassion stellte Friederike Brockmann den elterlichen Betrieb vor. Ihre besondere Liebe zu den Angus brachte sie besonders zum Ausdruck. So kennen wir die Jungzüchterin von ihren engagierten Auftritten in Verdener Jungzüchterwettbewerben. Nach der Besichtigung der Tiere und des neuen Stalles stand der zweite Betriebsbesuch auf dem Programm. Die Betriebsgemeinschaft Eickermann/ Nitsche GbR in Stukenhecke bei Bad Pyrmont bewirtschaftet

224 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, davon 50 % Grünland überwiegend auf Pachtbasis. Seit 1989 ist der Betrieb Bioland-

zertifiziert. Die besondere Lage des Betriebes ist gekennzeichnet durch 45 ha Naturschutzflächen, 14 ha Heilquellenschutzgebiet, 38 ha Wasserschutzgebiet und 40 ha Quellenschutzgebiet. Derzeit werden mehr als 60 Angus-Herdbuchkühe mit Nachzucht auf dem Betrieb gehalten. Ziel ist die Ausweitung des Herdbuchbestandes. Klaus

Katrin Nitsche (Bild Mitte) stellt mit viel Detailkenntnis ihre Herde vor

Eickermann und Katrin Nitsche vermarkten ihre Tiere ausschließlich über die MASTERRIND. Die meisten Bullen gehen an einen Top-Mastbetrieb an der Elbe und die weibliche Nachzucht geht zu Zuchtzwecken in den Export. Wegen sehr gut laufender Zuchtviehgeschäfte finden derzeit zu wenig weibliche Tiere den Weg in die eigene Herdenaufstockung. Die Besucher erlebten zwei Betriebsleiter, die ihren Betrieb voll im Griff haben, die keine Antwort schuldig blieben, die mit sehr viel Einsatz arbeiten und die sehr nüchtern analysieren, um vorwärts zu kommen. Es ist eine Freude, derart engagierte Betriebe zu besuchen. Ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle für das reichliche Kuchenbuffet! Friedrich Averbeck

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Charolaistreffen im Norden Fleischrinder

Das diesjährige niedersächsische Charolaistreffen fand im Küstenraum, in Bockhorn und in Carolinensiel, statt. Zunächst stand der Zuchtbetrieb der Familie Kuper aus Bockhorn auf dem Tagesprogramm. Hier fanden die mehr als 70 Teilnehmer eine Spitzen-Charolaisherde vor. Sehr viel französische Genetik prägt das Bild der

Der sehr gute Besuch wurde von Frau Kuper mit sehr guter Bewirtung belohnt

30-köpfigen Mutterkuhherde mit Nachzucht. Schwere und typvolle Kühe im relativ ausgeglichenen Outfit prägen das Bild. Von Anfang an wurde in der Kuperschen Herde konsequent selektiert. Das trägt heute seine Früchte, eine scharfe Selektion fiel in diesem Betrieb nie schwer, weil von Familie Kuper eine sehr gut laufende Ladenschlachterei betrieben wird. Dies kam auch den zahlreichen Gästen bei der Bewirtung vor Ort zu Gute. Fazit: Charolais und Bewirtung vom Feinsten! Gut gestärkt ging es dann zum Betrieb der Familie Sassen in der Nähe von Carolinensiel. Der Betrieb bewirtschaftet 320 ha

landwirtschaftliche Nutzfläche mit einem 30-prozentigen Grünlandanteil. Die Bewirtschaftung der Seemarsch mit schluffigem Ton und stark lehmigem Sand erfordert eine im Ackerbau aufwändige und an die schwierigen Verhältnisse gut angepasste Wirtschaftsweise. Hier wurden 160 Mutterkühe mit Nachzucht besichtigt. Nicht die Zucht sondern Produktion von leistungsstarken Absetzern steht im Mittelpunkt des Geschehens. Zusätzlich werden 20 Stück Rotwild gehalten und eine Windkraftanlage, eine Photovoltaikanlage und drei Ferienwohnungen runden die Produktionspalette ab. Je nach Marktlage werden die Absetzer ausgemästet oder auch ein Teil an spezialisierte Mäster verkauft. Betriebsleiter Jörg Sassen hat den Ackerbau und die Mutterkuhhaltung „voll im Griff“. Mit viel Fachwissen

Jörg Sassen (links im Bild) informierte umfassend über alle Betriebsabläufe

antwortete er auf Fragen zu allen Bereichen seines Betriebes. Die für viele Besucher zum Teil weiten Anfahrtswege haben sich unbedingt gelohnt. Mit guten Eindrücken zu den Tieren der Betriebe und mit vielen Anregungen im Gepäck steuerten sie gegen Abend wieder ihre eigenen Herden an. Friedrich Averbeck

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Niedersächsisches Limousintreffen im Osten des Zuchtgebietes In diesem Jahr fand das Treffen der niedersächsischen Limousinzüchter in den Landkreisen Uelzen und Gif horn statt. Das Restgrünland des Ackerbaubetriebes der Familie Dehrmann in Hansen wird mit 30 LimousinHerdbuchkühen plus Nachzucht genutzt. Christoph Dehrmann und seine Ehefrau Claudia zeigen ein hohes Maß an Einsatz in der Zuchtarbeit. Sowohl französische als auch hornlose Genetik bilden die Basis für den Zuchtfortschritt in der Herde. Außerdem unterstützt der Betrieb das Schauwesen der MASTERRIND, wo immer die Notwendigkeit besteht. Auf dem Betrieb von Marc Grüssing in Langwedel werden auf 38

126 ha Grünland 110 Limousinkühe mit Nachzucht gehalten. 95 ha Forst und 43 ha Ackerland runden die Betriebsfläche ab. Zusätzlich ist Marc Grüssing an einer Ackerbau GmbH & Co. KG beteiligt, die 740 ha bewirtschaftet. Zu überbetrieblichen Tätigkeiten gehören zusätzliche Mähdrusch-Arbeiten sowie Heu-, Silage- und Strohwerbung in erheblichem Ausmaß. Das Herz des Betriebsleiters hängt eindeutig an der Limousinzucht. Eine sehr gepflegte Herde, Spitzengenetik auf der Vaterseite und ein Top-Stallneubau belegen das

überdurchschnittliche Betriebsleiter-Engagement für diesen Produktionszweig. Der Betrieb Grüssing ist optimistisch in die Zukunft ausgerichtet und plant weitere Wachstumsschritte auch in der Mutterkuhhaltung. Die Teilnehmer am diesjährigen

Limousintreffen nahmen konstruktive Anregungen mit nach Hause. Die besichtigten Betriebe werden sicher auch künftig Anlaufpunkt für besonders interessierte Züchter sein. Friedrich Averbeck

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Im neuen Stall fühlen sich Tiere und Betreuer wohl. In der ersten Reihe knien Marc Grüssing (2. v. l.) mit Partnerin und Christoph Dehrmann und Frau (2. v. r.)


Best of

4. deutsches Färsenchampionat für Fleischrinder Best of, die erfolgreiche Färsenauktion, erlebt ihre 4. Auflage. Die zentrale Auktion für Spitzenprodukte der Fleischrinderzucht wird am 18. April 2012 ihre Fortsetzung finden – nahezu alle deutschen Zuchtorganisationen beteiligen sich an dieser Veranstaltung. Die Rassen Angus, Blonde d‘Aquitaine, Charolais, Fleckvieh, Hereford, Limousin und Uckermärker werden dabei präsent sein. Dass der Markt für diese Qualität der Extraklasse bereit ist, haben die flotten Auktionen der Vergangenheit gezeigt. 2012 werden ca. 80 weibliche Zuchttiere im Alter von zwölf Monaten bis hin zum tragenden Rind in der Top-Genetik Auktion unter dem Motto „Best of“ angebo-

ten. Der Name ist auch der Leitgedanke. Nur mit interessanter Abstammung, überzeugender Leistung und bestem Exterieur wird am 18. April 2012 im RBB-Vermarktungszentrum Groß Kreutz gepunktet, darüber sind sich alle Beteiligten im Klaren.

Marietta Meyer, Bissendorf, erzielte für ihre Angusfärse Binia 3.400 Euro

Best of 4. Deutsches Färsen-Championat Termin Ort

Rassen

Tiere

18. April 2012

RBB Vermarktungszentrum 14550 Groß Kreutz (Havel) Lehniner Straße 9 Tel. +49-33207 533-025 Angus

Charolais

Fleckvieh

Hereford

Limousin

Uckermärker

ca. 100 Rinder vom Jährling bis zur tragenden Färse

Schau

Einlass ab 9.00 Uhr

Es wird also etwas Besonderes geboten. Interessierte Züchter, Neueinsteiger in die Fleischrinderzucht und alle Neugierigen sind schon jetzt herzlich eingeladen. Seien sie dabei! Gehen Sie mit uns neue Wege und nutzen Sie diese Gelegenheit zum Kauf von gut selektierten, leistungsstarken und führigen Fleischrindfärsen. Noch einmal für Ihren Terminkalender:

Best of – deutsches Färsenchampionat 18. April 2012

Präsentation der Verkaufstiere ab 10.00 Uhr Wahl der Rasse-Champions

Auktion

13.00 Uhr

Weiterführende Informationen und Beratung erhalten Sie über Ihre Zuchtorganisation.

Die Auktion beginnt um 13.00 Uhr, vorher werden ab 10.00 Uhr die besten Tiere im Ring präsentiert und die Cham-

pions der beteiligten Rassen gekürt. Veranstaltungsort ist das RBBVermarktungszentrum in 14550 Groß Kreutz (Havel), Lehniner Str. 9. Die gute Verkehrsanbindung, der kurze Weg zur Autobahn (A2 und A10) und die günstige Erreichbarkeit für Interessenten aus Osteuropa waren mit ausschlaggebend für die Standortwahl. Für weiterführende Informationen sowie züchterische Beratung stehen Ihnen unsere Fleischrindprofis gern zur Verfügung. Der Katalog wird rechtzeitig vor der Veranstaltung im Internet veröffentlicht und auf Wunsch zugesandt. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Friedrich Averbeck

m 39


Fleischrinder

Fleischrinder

Jungzüchterwettbewerb in Bayern Im August führten die Fleischrinder-Jungzüchter in Bayern anlässlich eines Weidefestes den dritten Bundeswettbewerb durch. 32 Jungzüchter aus BadenWürttemberg, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Hessen und Niedersachsen (6 Teilnehmer) hatten sich mit ihren Tieren nach vierwöchiger Quarantäne auf den Weg gemacht. Samstagmorgen, nachdem die Tiere versorgt und gewaschen waren, startete der Rangierwettbewerb, bei dem fünf Uckermärker von den Jungzüchtern gerichtet wurden. Im Anschluss wurde eine Angusfärse vorbeurteilt, danach konnten die Jungzüchter ihr Wissen an zwei weiteren Angusfärsen testen. Diese Ergebnisse flossen in die Endentscheidung für den Grand Champion ein. Nach dem Mittag begann der Vorführwettbewerb. In der ersten Gruppe holte Sophie Peters, Waddeweitz (MASTERRIND), mit ihrem Welsh Black-Rind Prinzi den Klassensieg nach Hause. Sie beeindruckte die Richter, Sebastian Petry von der RBB und Timo Heimsoth von der MASTERRIND, durch ihre ruhige Vorführleistung und den ständigen Blickkontakt zum Richter. In Klasse zwei startete der Bundessieger 2010, Tobias Knurbein aus Lindern (MASTERRIND),

mit dem Limousin-Jungbullen Urano. Er hatte sein Tier perfekt im Griff und errang den 1b-Platz und den späteren Reservesieg der jüngeren Teilnehmer. 1a in dieser Gruppe wurde Marco Zorn von der RBB. Er errang im Anschluss den Bundessieg.

40

sehr elegant und bot eine hohe Qualität beim Vorführen. Die Ausgeglichenheit machte die beiden zum 1b-Träger. Nur knapp dahinter musste sich Franziska Michaelis, Rätzlingen (MASTERRIND), mit dem Welsh Black-Bullen August auf dem 1c-Platz geschlagen geben. Auch sie zeigte Qualität beim Vorführen. Diese Klasse gewann Eugenia Zachert (RBB), sie wurde Reservesiegerin der Älteren. Grand Champion wurde Tobias Bauerreiß aus Bayern, auch er konnte den Klassensieg für sich verbuchen. Timo Heimsoth

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Die Teilnehmer aus Niedersachsen Sophie Peters, Waddeweitz Tobias Knurbein, Lindern Helke Focke, Sulingen Lara Eickhorst, Hatten Friederike Brockmann, Hess. Oldendorf Franziska Michaelis, Rätzlingen

Beilagen­ hinweis Bitte beachten Sie die Beilage „Mais + Gras 2011/2012“ der Firma Limagrain GmbH in dieser Ausgabe des MASTERRIND-Magazins.

Helke Focke startete mit dem Fleckvieh-Bullen Padre. Auch dieses Gespann beeindruckte die Richter und wurde mit dem 1b-Preis belohnt. Mit einem Hereford-Rind startete Lara Eickhorst, sie erreichte einen 1d-Platz. In der vorletzten Gruppe starteten Stefanie Pietsch und Anja Kröner von der RBB. Diese Jungzüchter machten es perfekt. Stefanie Pietsch siegte in der Klasse und wurde auch später Bundessieger in der Gruppe der Älteren. Ein Angusrind der Extraklasse namens Sahna, geführt von Friederike Brockmann, Hess. Oldendorf (MASTERRIND), bewegte sich

Die MASTERRIND-Teilnehmer in Bayern

mit Welsh-Black-Rind Prinzi mit Limousin-Bulle Urano mit Fleckvieh-Bulle Padre mit Hereford-Rind mit Angus-Rind Sahna mit Welsh-Black-Bulle August

1a 1b Res.-Sieger 1b 1d 1b 1c


Vermarktung

Erfolgreiche Jubiläumsauktion  zum Jahresschluss Am 14. Dezember stand die inzwischen 250. Verdener Absetzerauktion auf dem Veranstaltungs­ kalender der Niedersachsenhalle. Alle 537 aufgetrie­ benen Tiere wechselten bei einem sehr flotten ­Auktionsverlauf den Besitzer. Erfreulicherweise konnte Auktionator Torsten Kirstein passend zum Jubiläum ein umfangreiches und qualitativ überwiegend hochwertiges Auktionskontingent ankündigen und eine große Käufer- bzw. Besucherschar begrüßen. Nach einem kurzen Rückblick auf nunmehr 26 Jahre Absetzerauktion mit über 85.000 vermarkteten Tieren begann die Auktion mit zügigen Geboten und Spitzenpreisen für Topgruppen.

Qualität wird bezahlt Der Trend qualitätsbewussten Einkaufens setzte sich deutlich sichtbar unverändert fort! Große und einheitliche Verkaufsgrup-

pen erfahren in zunehmendem Maße die Wertschätzung der Kunden und beschleunigen den Auktionsverlauf. Hinsichtlich der Rassen dominierten wie gewohnt Charolais- und Limousinherkünfte in Reinzucht und Kreuzung. Zudem waren größere Stückzahlen der Rassen Fleckvieh und Angus sowie einige Blonde d‘Aquitaine-Kreuzungen

Eine Spitzen-Limousingruppe auf der Winterweide

im Auktionskontingent vertreten. Die Gewichte der angebotenen Tiere variierten von 180 kg bis 450 kg, wobei der Schwerpunkt zwischen 250 und 350 kg lag. Die positive Grundstimmung der letzten Auktion im laufenden Kalenderjahr wurde durch eine kleine Verlosungsaktion sowie verschiedene Überraschungsgeschenke seitens der MASTERRIND noch weiter gesteigert.

Preise steigen Für die nächsten Absatzveranstaltungen im Januar und März zeichnet sich eine eher verkäuferfreundliche Markttendenz ab. Analog zu den Vorjahren ist aufgrund des saisonal bedingt geringer ausfallenden Angebo-

Charolais-Rinder erobern den Auktionsring

tes durchaus mit steigenden Preisen zu rechnen. Betriebe, die zur Vermarktung anstehende Tiere bereitstehen haben, sollten diese daher möglichst rechtzeitig anmelden. Die Fleischrinderabteilung der MASTERRIND bedankt sich auch an dieser Stelle nochmals ausdrücklich für die jahrelange Unterstützung des Verdener Absetzermarktes und freut sich auf die Fortsetzung der fairen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Beschickern und Kunden. Neue Geschäftspartner auf beiden Seiten sind herzlich willkommen. Kontakt 0 42 31.6 79-128 oder per Fax 0 42 31.6 79-288 oder ­fleischrinder@masterrind.com Johannes Röttger

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250. Absetzerauktion am 14. Dezember 2011 in Verden – Preise nach Gewichtsklassen (netto ohne MwSt.) Männliche Absetzer: Kilopreise Rasse

Charolais Charolais-Krzg. Limousin Limousin-Krzg. Ø-Preis über alle Rassen

Weibliche Absetzer: Stückpreise

200 - 250 kg

250 - 300 kg

300 - 350 kg

350 - 400 kg

3,19 3,20 3,09 2,96

3,05 2,54 2,80 2,67

2,79 2,42 2,73 2,61

2,40 2,41 2,58 2,54

2,98

2,72

2,66

2,47

Rasse

Charolais Charolais-Krzg. Limousin Limousin-Krzg. Ø-Preis über alle Rassen

200 - 250 kg

250 - 300 kg

300 - 350 kg

350 - 400 kg

507,450,499,437,-

525,530,547,473,-

552,550,595,572,-

– 610,699,613,-

457,-

501,-

562,-

639,41


Export  •  Ab-Hof  •  Auktion

Zuchtrinder gesucht

Auch im neuen Jahr setzt sich die enorme Nachfrage fort. Neben abgekalbten Färsen stehen insbesondere niedertragende Rinder im Fokus. Ab Hof • Abgekalbte Färsen für das gesamte Zuchtgebiet gesucht • Hochtragende Färsen für Bayern nachgefragt (Bayern ab 1.11.2011 BHV1-frei, daher Lieferung nur nach Quarantäne möglich)

Vermarktung

• Herden, insbesondere Laufstall, aber auch Anbindestall, rege nachgefragt • Jungvieh ab 6 Monaten für zahlreiche Färsenaufzüchter und aufstockende Betriebe gesucht

Auktion • Durchschnittspreise auf sehr hohem Niveau • Blauzungen-Impfung für dieses Segment weiterhin enorm wichtig, um Auslandsmärkte bedienen zu können • Kalbezeitraum von 2 – 7 Wochen vor der

Vermarktung-Preise_Preise Auktion beachten 12.12.11 14:43 Seite 1

• Keine Kompromiss-Tiere über diesen Weg vermarkten

Export

Preise der Auktionsfärsen

• Sehr gute Vermarktungssituation bleibt bestehen • Neben Nordafrika, Russland, der Ukraine usw. finden jetzt auch diverse Türkei-Ankäufe statt

1550 1350

• Rinder ab 2 ½ Monaten Trächtigkeit anmelden

Jan.

◆ ◆

600

400

Jan.

Feb.

350

◆ ◆

◆ ◆

◆◆

2011

42

◆ ◆

◆ ◆

6

4

3 Feb.

März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Zuschlagspreise in Verden ohne MwSt.

Okt.

Nov. Dez.

Ländern und ein stabiles Milchpreis-Niveau im Land sorgen

◆ ◆

◆◆ ◆

auch für die nächsten ­Wochen und Monate für ein absolut ◆◆

März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Zuschlagspreise in Verden ohne MwSt.

Okt.

­stabiles Preisniveau. Selektieren Sie daher Ihre Bestände und melden Sie passende

◆ ◆

Tiere zur Vermarktung an.

300 Dez.

◆ ◆

◆ ◆

Eine solch breit gestreute Nachfrage aus den verschiedensten

2010

◆ ◆

Fazit

Euro / Tier 650

450

2011

950

Preise der weiblichen Zuchtkälber

550

◆ ◆

◆ ◆

E

2010

1150

• Neben Gewicht und Abstammung ist die äußere Erscheinung enorm wichtig, daher lohnen sich Parasiten bekämpfung, Scheren und eine gute Präsentation

500

1750

• Wöchentliche Ankäufe in den Gebieten realisierbar

◆ ◆

1950

• Preisniveau durch diese Situation nochmals gesteigert

P

Euro / Tier 2150

Nov. Dez.

VZ = Trächtig Bei allen Fragen zu RZ diesem Thema20steht TageIhnen Ihr zuständiger

Zuchtinspektor gern zur Verfügung. Brunst

Brunst


3. Weihnachtsauktion in Uelzen Der Weihnachtszauber vor dem alten Rathaus in Uelzen lädt die Besucher 24 Tage lang, bis kurz vor Heiligabend, ein, um den vorweihnachtlichen Zau­ ber zu genießen. Das und noch etwas mehr schaffte das Uelzener Vermarktungsteam der MASTERRIND an nur einem Tag. Bereits zur dritten Weihnachts­ auktion wurde dieses Jahr in die Uelzener Viehhalle an der Eschemannstraße eingeladen. Volles Haus an allen Ecken und Kanten, mit 120 aufgetriebenen Tieren, einigen Ausstellern rund um die Milchproduktion und einem Glühweinstand, der von den Eimker Landfrauen betrieben wurde, war der Stall bis auf den letzten Platz belegt. Die Stimmung hätte nicht besser sein können, als es mit dem ersten Programmpunkt, der Exzellenteinstufung, losging, und wer sich noch keinen Sitzplatz gesichert hatte, konnte sich schon einmal mit einem Stehplatz anfreunden. In MASTERRIND-Geschäftsführer Dr. Dettmar Freses und Verwaltungsrat Alex Dittmers´ Händen lag nun die Entscheidung, welche der vorgestellten Kühe künftig das Prädikat Exzellent tragen dürfen.

Exzellentkühe Heinz Tangermann aus Handorf und die Hadrossek GbR aus Hitzacker durften die Glückwünsche entgegennehmen. LHH Bachstelze (V. Energy) und Elfi (V. Spy) wurden in der dritten bzw. sechsten Laktation mit jeweils EX 90 bewertet. Während

Die Hadrossek GbR erhält für Spy-Tochter Elfi das Prädikat EX 90

Auktionator Michael Hellwinkel überreicht Heinz Tangermann den Hauptgewinn der Tombola

einer kurzen Pause freute man sich über die exzellente Verpflegung durch die Landfrauen und nutzte die Möglichkeit, sich an den Ausstellungsständen über Neuigkeiten zu informieren. Man war jedoch gut beraten, sich zeitig einen Sitzplatz zu sichern, denn bereits als Auktionator Michael Hellwinkel das erste Tier in den Vermarktungsring bat, waren die Reihen erneut gut gefüllt.

Stabile Preise 100 Rinder wurden mit schnellem Hammerschlag einem neuen Käufer zugewiesen und fanden zum Teil ihre neue Heimat in Hamburg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Baden-Würt-

Nicht nur reges Treiben am Glühweinstand …

temberg oder gar Italien. Nicht ganz so weit musste die andere Hälfte des Kontingents reisen, denn sie verblieb im Großraum Uelzen. Ob nun längere Fahrt in die neue Heimat oder eine vergleichbar kurze, alle Färsen erzielten zusammen einen Durchschnittspreis von 1.660 Euro und konnten damit die stabile Marktlage bestätigen. Im Hinblick auf den Tageshöchstpreis von 2.500 Euro gab es ein erfolgreiches Duo. Ein Stammkunde nördlich von Hamburg schien besonderes Interesse an den Färsen der LVA in Echem zu haben, denn beide von ihr vorgestellten Färsen gingen in diesen Stall. Beide Färsen, sowohl die Jonk-Tochter, gerade erst fünf Wochen in Milch, als auch die Gittano-Tochter beeindruckten den Käufer mit ihren sehr guten, breiten und hoch angesetzten Eutern und waren dem Schleswig-Holsteiner diese Investition wert.

Tombola zum Abschluss Die 15 angebotenen Kälber vervollständigten das Angebot und gaben den Uelzener Züchtern die Chance, die eigene Herde mit neuer und frischer Genetik zu ergänzen. Käufer und Aussteller zeigten sich erfreut über das breite Angebot, zumal alle von ihnen noch Aussicht auf ein kleines Weihnachtsgeschenk hatten. Mittels einer Tombola wurden Sachpreise wie Futterergänzungsmittel, Gummistiefel und Jacken sowie ein Hofschild verlost. Dieses wird künftig den Stall von Heinz Tangermann in Handorf zieren. Für den Betrieb Tangermann dürfte die dritte Weihnachtsauktion auch eine Art vorweihnachtliche Bescherung gewesen sein – eine Exzellentprämierung, ein sehr guter Auktionsverkauf und am Ende noch der Hauptgewinn bei der Tombola. Christiane Soller

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… sondern auch auf den Stallgassen

43


Platz 2 für die MASTERRIND-Jungzüc

Jungzüchter

Bereits zum 12. Mal wurde die European Young Breeders School (EYBS) im belgischen Battice veranstaltet. Insgesamt 19 Teams aus ganz Europa, darunter Dänemark, Frankreich, Finnland, Belgien, die Niederlande, England, Irland, Italien, Norwegen, Polen und Schweden, aber auch die kanadische Provinz Québec nahmen am fünftägigen Seminar für Nachwuchszüchter teil. Die MASTERRIND stellte eines der insgesamt drei deutschen Teams. Tim Ahrens hatte sich beim Triathlon im Frühjahr 2011 in Verden in allen drei Disziplinen auf vorderen Plätzen positioniert und war somit für die Teilnahme in Battice nominiert worden. Dorothee Derboven, Anja Fritzsch, Stephanie Zabel und Johanna Wortmann hatten schon zahlreiche Platzierungen bei Vorführwettbewerben, von der Kreisebene bis hin zur Bundesebene, geholt und sicherten sich somit ihren Fahrschein für die European Young Breeders School 2011. Vervollständigt wurde das Team durch Marion de Groot, Manuel Quaas und Manuel Weyhe, alle drei sind seit Jahren im MASTERRINDBetreuungsteam engagiert und mit Schauabläufen bestens vertraut. An insgesamt fünf Tagen hieß es für die Nachwuchszüchter, sechs Workshops zu besuchen und am Ende in einem Tagebuch zusammen zufassen:

Stephanie Zabel, hier bewaffnet mit Fön und Bürste beim Fitten der Topline, wurde Zweite beim Richtwettbewerb

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Dienstag, 30. August Am Dienstag trafen wir uns alle voller Vorfreude bei der MASTERRIND. Da wir von Anfang an die Order bekamen: „Mädels bitte haltet euer Gepäck klein“, taten wir es auch. Allerdings kamen die Jungs mit schwerem Gepäck daher, damit hatte natürlich niemand gerechnet. Also stellten wir uns der Herausforderung, den Bus millimetergenau zu beladen, so dass unsere Taschen, so wie die vielen Stand­utensilien und die Tierversorgungmaterialien gut verpackt waren. Es konnte losgehen, nach einem Zwischenstopp aufgrund eines vergessenen Portemonnaies, einer Mittagspause und leichten Verkehrsbehinderungen trafen wir nachmittags in Battice ein. Dort hatten wir die Möglichkeit, uns das Schaugelände anzusehen. Abends wurden wir von den Gastfamilien abgeholt. Eine wirklich spannende Erfahrung, wo man die nächsten Nächte wohl schlafen würde und ob es mit der Verständigung klappt, denn nicht alle Gastfamilien konnten gut Deutsch und wir konnten nicht alle gut Französisch. Dennoch waren alle Familien sehr nett und haben uns freundlich aufgenommen.

Mittwoch, 31. August Am Mittwoch trafen wir uns frisch und munter gegen elf auf

Das komplette Team: Acht Jungzüchter und ihre Betreuer reisten für die MASTERRIND nach Belgien

dem Gelände. Nach der Eröffnung und der Vorstellung der Teambetreuer ging es dann gleich los mit dem ersten Workshop: Strohlager und Waschen. Adrian Steinmann und Erika Reijneveld erläuterten uns mittels einer Livepräsentation wie ein akkurates Bett auszusehen hat. Das Stroh sollte erst sorgfältig auseinander geschüttelt werden, damit später kein zusammen geklebtes Stroh im Bett auftaucht, ansonsten wird das Lager ungleichmäßig. Nach einigen Lagen Stroh und Spänen, die immer sorgfältig festgeklopft werden mussten, entstand eine ca. 15 cm hohe Strohmatte. Das Festklopfen dient der Verdichtung des Strohs, so stehen die Tiere auf dem Stroh und nicht darin. Zusätzlich erhielten wir ein „Bettboard“, um am hinteren Ende des Lagers eine saubere und ordentliche Kante zu erhalten. So teilte sich also unser Team in Wäscher und Bettenbauer. Nachdem wir begonnen hatten das Strohlager zu bauen, zeigten und erklärten uns die Trainer noch einmal worauf es beim Waschen ankommt und auf was man besonders achten sollte. Die Tiere sollten möglichst kurz angebunden werden. Es darf kein Wasser in die Ohren des Rindes gelan-

gen, sonst lässt sie das Tier später hängen. Die Waschpaste wird erst auf der Oberlinie aufgetragen und dann am ganzen Körper mit einer Bürste verteilt. Starke Verunreinigungen, z. B. von Kot verklebtes Fell, darf niemals abgerissen werden, sonst entsteht eine kahle Stelle im Haarkleid, die später nach dem Scheren deutlich zu sehen ist. Nachdem alle Teams ihre Tiere fürs erste fertig gewaschen hatten, besuchten wir noch den Workshop „Fütterung und Schauroutine“, in dem uns erklärt wurde, wie wir unser Tier in diesen Tagen bestmöglich füttern sollten. Im 12-stündigen Rhythmus wurde getränkt und jeweils eine Hand Kraftfutter und vorgeweichte Rübenschnitzel verabreicht, um die Rinder an den Geschmack des Futters zu gewöhnen und sie am Schautag richtig voll zu füttern. Heu wurde rund um die Uhr angeboten. Als wir mit der abendlichen Fütterung fertig waren, fuhren wir alle zurück in die Gastfamilien, bei denen wir zum Abendessen eingeladen waren.

Donnerstag, 1. September Am Donnerstag startete unser Tag um 5 Uhr. Unsere Arbeiten


hter in Battice vor dem Frühstück bestanden aus Waschen, Pflegen und Füttern der Rinder sowie natürlich dem Herrichten der Strohbetten. Hier war es besonders wichtig, eine feste und hohe Strohmatratze über die Tage zu bilden. Da wir genügend Leute waren, konnten sich in dieser Zeit auch schon die ersten um die Standgestaltung Gedanken machen und mit dem Aufbau beginnen. Nach dem Frühstück gab es zwei sehr interessante Programmpunkte, zum einen das Clipping und zum anderen das Vorführen. Bei beiden Programmpunkten wurde uns genau erklärt, worauf es ankommt wie man z. B. eine Topline stylt oder mit welchen Messerlängen man welche Körperteile schert. Genauso beim Vorführen, hier wurde uns erklärt, worauf die Richter auf der internationalen Ebene achten. Für uns alle die Erkenntnis, dass es teilweise enorme Unterschiede zu der deutschen Vorführphilosophie gibt. Als diese Punkte dann abgeschlossen waren, gab es bei gefühlten 50 Grad Mittagessen. Anschließend ging es gleich weiter mit dem Bus zu einem Milchviehbetrieb im Nachbarort. Hier bekamen wir die Aufgabe, verschiedene Gruppen von Rindern, Färsen, Zweit- und Drittkalbskühen zu beurteilen. Besonders spannend war die Aufgabe, als man uns eine Kuhgruppe vorstellte und wir entscheiden sollten, wieviele Stunden die Kühe auf welchem Viertel nicht gemolken werden sollen, damit sie auf einer Schau möglichst perfekt aussehen. Als wir mit dem Beurteilen fertig waren, gab es noch für jeden von uns die typischen belgischen Waffeln. Es war wirklich schön zu sehen, wie viel Mühe man sich für alle Teilnehmer machte. Am Abend stand dann wieder das Versorgen unserer Rinder

auf dem Plan. Nachdem auch wir unser Abendbrot zu uns genommen hatten, stand dann der letzte Workshop für heute auf dem Programm. Wir bekamen Vorträge über Fütterung, Klauenpflege, Clipping-Material und durften uns im Anschluss sogar noch mit einem renommierten Preisrichter austauschen. Anschließend sind wir alle sehr müde, aber zufrieden zu unseren Gastfamilien gefahren.

Freitag, 2. September Auch am Freitag startete unser Tag in aller Frühe um 5 Uhr mit den täglichen Arbeiten: Waschen, Pflegen und Füttern der Rinder und dem Strohbettenbau. Nach dem Frühstück ging es dann auch gleich weiter mit der Praxis, das Vorführtraining war für den heutigen Tag eine der Hauptaufgaben, stets unter den kritischen Augen unserer Trainer Adrian und Erika. Dem Wettbewerb am Samstag sahen wir mit kritischen Augen entgegen, denn leider waren unsere Rinder alle etwas klein, sodass das bei uns in Deutschland so wichtige Größenverhältnis zwischen Rind und Vorführer nicht passte. In jeder freien Minute arbeiteten wir weiter an unserem Messestand, um uns einheitlich und besonders professionell dem Publikum, aber natürlich auch der Jury, zu präsentieren. Die Nervosität Richtung Wettbewerb wurde langsam bei allen spürbar.

Samstag, 3. September Es war soweit, der Tag des Wettbewerbes und es gab viel zu tun. Wie jeden Morgen mussten unsere Tiere getränkt und gefüttert werden. Nachdem das erledigt war, teilten wir uns auf: Zwei fingen an, unsere Tiere nochmals gründlich zu waschen, der Rest baute die Betten

und perfektionierte unseren Stand. Nachdem die Rinder trocken waren, galt es, keine Zeit mehr zu verlieren, da uns ja noch die Topline gelingen musste. Anja, Tim und Johanna mussten als erstes in den Ring. Am Ring warteten auch schon die Trainer, die unsere Arbeit genau unter die Lupe nahmen und bewerteten. Zuletzt gingen Martin, Stephanie, Marion, Manuel und Dorothee in den Ring, um ihr Können zu beweisen. Als das überstanden war, galt es nun, dem Richter unser weiteres Können zu präsentieren. Als der Wettbewerb sein Ende nahm, mussten wir die Topline unserer Rinder auswaschen, wobei es am Ende doch zum Komplettwaschgang kam. Das ging auch an uns nicht vorbei, da auf dem Waschplatz unter allen Teilnehmern eine riesen Wasserschlacht entbrannte. Dies diente nicht nur zur Abkühlung, sondern auch zum Kennenlernen anderer Mitstreiter. Langsam brach der Abend herein und die Europatour der Gastronomie begann. Wir konnten uns durch die kulinarischen Köstlichkeiten von elf verschiedenen Nationen probieren und lernten auch neue Sachen kennen, auch wenn es nicht immer ganz unser Fall war. Auch an unserem Stand flossen die Getränke, was man einigen auch noch am nächsten Morgen ansehen konnte.

Sonntag, 4. September Routine war eingekehrt, das Waschen, Fitten und der Bettenbau liefen in voller Routine ab. Gegen 8:00 Uhr startete die Typtierbewertung nach Altersklassen, der Wettbewerb ging bis zum frühen Nachmittag. Für uns jedoch ohne große Erfolge, unsere Rinder schienen bei der Jury nicht gefragt. Die anschließende Siegerehrung wurde für uns jedoch zum Erfolg. Alle Mannschaften waren mit ihren Flaggen einmarschiert und warteten gespannt auf die No-

Dorothee Derboven ist versierte Vorführerin und wurde beste deutsche Teilnehmerin in der Einzelwertung

minierungen der Jury. Stephanie holte für unser Team einen tollen zweiten Platz im Richtwettbewerb. Dorothee erzielte in der Gesamtwertung einen beachtlichen neunten Platz und war somit nicht nur die beste aller deutschen Teilnehmer, sondern konnte sich direkt nach den starken Schaunationen aus Kanada, England und Irland einreihen. Beim Mannschaftswettbewerb gingen insgesamt 19 Teams in die Bewertung ein. Um hier den Siegertitel zu erzielen, wurden zunächst die Einzelwertungen aller Teammitglieder herangezogen und hier kam für uns der größte Erfolg: Platz 2 für das MASTERRIND-Team, das gab es noch nie! Dieser Sieg musste ausgiebig gefeiert werden in Battice und auch noch auf der Heimfahrt nach Niedersachsen und Sachsen. Die Teilnehmer in Battice

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Unglaublich, wie viele unterschiedliche Schermaschinen es gibt

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Vorführwettbewerb in Sulingen

Gödecker-Mädels: Zwei Schwestern –

Jungzüchter

Während nicht nur die Aktiven, sondern auch die Zuschauer beim bloßen Zusehen auf der Sulinger Rinderschau Anfang September dank strahlender Sonne und sommerlicher Temperaturen ins ­Schwitzen kamen, schien Petrus für den Folge- und damit Nachwuchstag nicht so gnädig. Die Optimisten waren in kurzer Hose angereist, schienen ihre Kleiderwahl jedoch bei Ankunft auf dem Sulinger Tierschaugelände mit leichtem Nieselregen vorerst zu bereuen. Zu diesem Zeitpunkt war für die Jungzüchter das Wetter noch unbedeutend, denn sie waren so oder so mit Gummistiefeln, Regenjacke und Waschbürste bewaffnet, um ihrem Rind auf dem Waschplatz den letzten Schliff zu geben. Pünktlich zum Wettbewerbsbeginn kamen sie dann aber doch hervor, die Sonnenstrahlen, und hielten zum Glück auch bis zum Veranstaltungsende durch. Ob nun Petrus ein Einsehen hatte oder die Optimisten in Sommerbekleidung die Sonne hervorgelockt hatten, war einerlei, entscheidend war vielmehr, dass sich die Vorführer bei diesem Wetter ausschließlich auf ihre Vorführleistungen konzentrieren konnten.

Vorführen in drei ­Altersgruppen Insgesamt 63 Teilnehmer konnten, aufgeteilt in drei Altersgruppen (4 bis 9 Jahre, 10 bis 15 Jahre und 16 bis 21 Jahre), ihre Vorführleistungen untereinander messen. Während bei den älteren Teilnehmern leichte Anspannung und Nervosität herrschte, denn schließlich trägt man den Siegertitel des besten Vorführers vier Jahre bis zur nächsten Sulinger Tierschau, galt das Auge der jüngeren ausschließlich ihren Kälbern. Die Streicheleinheiten und Bürstenstriche durch Kinderhände kamen in keinem Fall zu kurz, auch wenn man zwischendurch schon den einen oder anderen Blick zur Hüpfburg riskierte. Mit Betreten der ersten sieben Vorführer des Rings fiel der Startschuss für den Wettbewerb pünktlich um 11 Uhr, und der

Siegerin alt wurde Vivian Fiedler (re.), Reservesiegerin Alena Wortmann (li.)

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26-jährige Juror, Steffen Ham­ bruch aus Vierde, sah eine schwierige Aufgabe vor sich. Greta Engelke ist zwar erst vier Jahre alt, kennt aber keine Scheu. Als Tête führte sie mit Kälbchen Mathilda die Gruppe souverän an und wusste auch noch mit erstem Fachwissen zu überzeugen, so dass ihr der Sieg in dieser Klasse sicher war. In der folgenden Klasse konnten Katharina Hesterberg (6 Jahre) und ihr Tier Rotkopf den Klassensieg für sich verbuchen. In Klasse 3 betraten sechs Vorführer den Ring, darunter auch Kim Flieger, die Rosi vom Betrieb Cord Spannhake in Sulingen am Führstrick hatte. Kim hatte ihre

erfolgreiche Premiere auf dem Triathlon im April gehabt und hatte offenbar auch dieses Mal mit Rosi genug trainiert, denn nach einem Klassensieg kam zusätzlich noch der Reservesieg der Altersgruppe 4 bis 9 Jahre dazu. Nicht zu schlagen weder in der eigenen Klasse noch im Finale jung war Fenna Gödecker mit Primadonna. Bereits im April hatte sie, damals mit Donna, den Vorführwettbewerb beim Triathlon gewonnen, und auch dieses Mal präsentierte die Neunjährige ihr Kalb mit höchster Professionalität und sicherte sich einmal mehr den Siegertitel. Zwar fertig mit dem Richtwettbewerb, aber noch nicht aus

In der mittleren Altersgruppe lag Saskia Gödecker vor Timo Schmidt


Die Erstplatzierten des Vorführwettbewerbs am 4. September in Sulingen

zwei Siegertitel

Kl.

Präm.

Tiername

Vater

Vorführer

1

1a 1b 1a 1b 1a + RS 1b 1a + S 1b 1a 1b 1a 1b 1a + RS 1b 1a + S 1b 1a + RS 1b 1a 1b 1a + S 1b 1c

Mathilda Fiona Rotkopf Emma Rosi Ujana Primadonna Ramona Paula Olivia Gerry Sweety Lava Pranitiere Tamani Charmante Roxi Galetta Xarina Schnucki Talina Lady Rocket Medina

Xacobeo Lawn Boy Topline Stewart Million Eight Bogart Epic-ET Davidos Gody Stromer Goldwin Dusk Ralstorm Shottle Bogart Jake Roy September Spontan Germano Germano Man-O-Man

Greta Engelke Levke Spannhake Katharina Hesterberg Johannes Schrader Kim Flieger Mariel Westrup Fenna Gödecker Merle Spannhake Alexander Johanning Fin Müller Johanna Hesterberg Rieke Spannhake Timo Schmidt Jan Windhorst Saskia Gödecker Celine Fiedler Alena Wortmann Ann Christin Lindhorst Rena Ordes Hinrich Schlamann Vivian Fiedler Kristina Oltrogge Heidrun Loch

2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

dem Amt entlassen waren nun die jüngsten Teilnehmer. Wer den Schauring hinter sich gelassen hatte, konnte sich direkt zum Fototermin begeben. ­Christa Hoeft bat in ihr grünes Fotostudio vor einem Staudenknöterich, um Einzelporträts als Erinnerung für jeden Teilnehmer aufzunehmen.

Wie die Kleine, so die Große Aus den Sieger und Reservesiegern der nächsten vier Klassen galt es für Nachwuchs-Juror Hambruch, den nächsten Sieger, den Sulinger Vorführmeister mittel, zu benennen. Um letzt-

lich eine gute Platzierung davontragen zu können, hieß es für die Vorführer, nicht nur die korrekte Vorführhaltung zu beachten, sondern auch den Richter im Auge zu behalten und ihm stets freie Sicht auf das Tier zu geben. In Klasse 5 zeigten Alexander Johanning (12 Jahre) und Paula die beste Gesamtleistung, und damit ging erstmals auch ein männlicher Vorführer an der Spitze einer Klasse. Während Katharina bereits einen Klassensieg bei den Jüngeren für das Haus Hesterberg nach Steyerberg geholt hatte, schloss sich nun ihre fünf Jahre ältere Schwester Johanna an. Sie holte sich mit Gerry ebenfalls eine

Siegerin jung wurde Fenna Gödecker (re.) vor Kim Flieger

1a-Platzierung. Timo Schmidt und das rotbunte Jungrind Lava imponierten im Schauring mit sehr viel Harmonie und Aufmerksamkeit, was zunächst mit dem Klassensieg und im Finale mittel mit dem Reservetitel belohnt wurde. Wie die kleine Schwester so auch die große hieß es nicht nur bei Hesterbergs, auch Saskia Gödecker durfte sich nicht nur über Fennas Sieg freuen. Die 14-Jährige überzeugte wieder einmal durch ihr Einfühlungsvermögen für das Tier und ihr wachsames Auge Richtung Juror. Sie bekam somit nach dem Klassensieg

auch den Gesamtsieg der mittleren Vorführer zugesprochen.

Höchste Routine Obwohl in dieser Gruppe eine Klasse weniger an den Start ging, war die Siegernominierung bei den 16- bis 21-Jährigen besonders schwer. Die fast schon professionelle Leistung der ältesten Teilnehmer machte Steffen Hambruch die Auswahl schwer. Um letztlich eine Entscheidung fällen zu können, stellte er auch die Aufmerksamkeit der Ältesten auf die Probe: Wer befolgte wirklich auch das

Greta Engelke, jüngste Teilnehmerin in Sulingen

47


Am 20./21. April 2012

16. Jungzüchter-Tri

Jungzüchter

Kuschelstunde in der Vorführpause

kleinste seiner Handzeichen, wer zeigte die beste Harmonie mit seinem Rind, und wer gab ihm die beste Sicht auf sein Tier, ohne dabei hektisch zu wirken? In Klasse 9 konnte Alena Wortmann (19 Jahre) zunächst eine 1a-Platzierung für sich und Roxi verbuchen und durfte sich im Finale über den Reservesieg freuen. Die Klasse 10 wies bei lediglich einem weiblichen Teilnehmer in der Klasse eine starke männliche Dominanz auf. Das ließ die 20-jährige Rena Ordes jedoch absolut unbeeindruckt, denn sie verwies die Männer auf die Plätze und trug mit Xarina den Klassensieg davon. In Klasse 11 und damit der letzten waren gleich mehrere über Jahre erfolgreiche Vorführer am Start. Erfolge beim Triathlon und bundesweiten Vorführwettbewerben wurden von diesen Jungprofis bereits erzielt. Die beste Form an diesem Tag zeigte letztlich

Auch Tierbetreuer müssen rasten

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Vivian Fiedler (16 Jahre) mit Talina und das auf ganzer Linie, nach dem Klassensieg ging der Siegertitel der Vorführer alt ebenfalls an die Schülerin aus Wagenfeld. Von Regen immer noch keine Spur, strahlte nicht nur die Sonne über Sulingens Tierschaugelände, auch die Augen der kleinsten Teilnehmer taten es ganz besonders. Seit über zwei Stunden hielten sie nun schon ihre Ehrenpreiskarten parat, hatten sie lediglich während des Besuchs der Hüpfburg in vertrauensvolle Hände gegeben, um sie nun am Geschenketisch einzulösen. Wer nun auch noch den gewünschten Preis gegen seine Karte am Tisch tauschen konnte, belohnte die Zuschauer mit einem glücklichen Kinderlächeln.

Christiane Soller

Nach einem gelungenen Jubiläum im April 2011 wird auch beim nächsten Triathlon, am dritten Aprilwochenende 2012, die Niedersachsenhalle in Verden wieder ganz dem Nachwuchs gehören. Maximal drei Wettbewerbe können von den Nachwuchszüchtern bestritten werden, wer am Ende den heißbegehrten Titel des Triathlon-Meisters für das Jahr 2012 tragen möchte, muss, wie es der Name schon sagt, auch alle drei Wettbewerbe vollständig bestreiten. Am Ende stellt sich nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für die gespannten Zuschauer die Frage: Welches ist das beste Typtier bei den Kälbern, Jungrindern oder auch Färsen? Wer ist bester Vorführer, Beurteiler und Rangierer der MASTERRIND?

Bewährtes Konzept bleibt erhalten Zum mittlerweile vierten Mal wird der MASTER-Typ-Cup am Vorabend des Triathlons veranstaltet und zusätzlich hoffentlich auch wieder einige dem Jungzüchteralter Entwachsene zum Teilnehmen motivieren. Auch wenn die meisten Triathlon-Teilnehmer den Wettbewerb bereits als erste Einstimmung für ihren Hauptauftritt am Samstag nutzen, ist der Wettbewerb offen für

das gesamte MASTERRINDGebiet und dank des Preisgeldes sicherlich auch interessant. Tiere, die beim MASTER-TypCup an den Start gehen, müssen nicht zwangsläufig zum Triathlon gemeldet werden, jeder Tierhalter darf an diesem Tag mit den Nachwuchszüchtern in den Ring. Angemeldet werden können Tiere der Rassen Holstein und Red Holstein – vom Kalb bis zur tragenden Färse. Es wird eine einmalige Anmeldegebühr von 15,00 Euro erhoben, diese ist vorab per Lastschriftverfahren zu entrichten. Die entstandene Gewinnsumme wird am Schautag wieder komplett an die vorderen Platzierungen ausgezahlt. Anmeldeschluss ist der 12. März, bitte nutzen Sie hierzu das unten stehende Anmeldeformular.

m

Sieger des 3. MASTER-Typ-Cups: Kitty (V. Rose Royce), W. Schwarze, Dörverden


athlon und 4. MASTER-Typ-Cup

Triathlon am Samstag Im Frühjahr 2012 wird der Triathlon bereits zum 16. Mal veranstaltet und die Niedersachsenhalle wieder mit Leben füllen. Jungzüchter bis zum Alter von 25 Jahren sind im Wettbewerb gefragt, wer älter ist, ist herzlich als Zuschauer und Fan eingeladen. Für die Züchterjugend hat der Wettbewerb zunehmend an Bedeutung gewonnen, schließlich gilt ein Sieg im Triathlon als Eintrittskarte für viele weitere nationale Wettbewerbe. Die drei Disziplinen, Vorführen, Rangieren und Beurteilen, müssen von den Teilnehmern absolviert werden und wer letztlich in der Summe am besten abschneidet, erhält den Titel des TriathlonMeisters 2012. Der Titel wird in den Altersklassen jung (bis einschl. 15 Jahre) und alt (16 bis

einschl. 25 Jahre) ermittelt. Am Wettbewerbstag gilt es in der Tierbeurteilung für die jüngeren Teilnehmer, zwei Kühe zu bewerten. Die älteren Teilnehmer haben hingegen drei Kühe linear zu beschreiben. Beim Rangieren müssen zwei Kuhgruppen mit bis zu acht Kühen nach Exterieur- und Zuchtwerten rangiert werden. Die dritte und sicherlich auch trainingsintensivste Disziplin, das Vorführen, wird in vier unterschiedlichen Altersklassen ausgewertet: von fünf bis neun, zehn bis zwölf, 13 bis 15 und 16 bis 25 Jahren. Wer nicht an allen drei Wettbewerben teilnehmen möchte, kann selbstverständlich auch nur in einer oder zwei Disziplinen an den Start gehen. Wer den Gesamtsieg und somit den Titel des Triathlon-Meisters für sich behaupten möchte, muss je-

doch alle drei Disziplinen absolvieren. Der Mannschaftswettbewerb rundet die Veranstaltung ab. Drei Jungzüchter eines Clubs bilden hierbei ein Team und werden zusammen gewertet. Die Zusammenstellung der Mannschaften erfolgt erst am Schautag und wird durch die entsprechenden Clubvorsitzenden gemeldet.

Ablauf am Triathlon-Tag 7.00 bis 8.30 Uhr: Auftrieb 9.00 Uhr: Begrüßung und Vorbeurteilung einer Beispielkuh 9.30 bis 12.00 Uhr: Rangieren und Beurteilen 10.00 bis 15.00 Uhr: Vorführwettbewerb mit Siegerauswahl ca. 15.00 Uhr: Siegerehrung

Die Teilnahme ist nur mit BHV1und BVD-freien Tieren möglich. Die Größenverhältnisse zwischen Vorführer und Tier sollten einen harmonischen Eindruck hinterlassen. Anmeldungen bitte bis zum 12. März 2012 per ­Telefon (0 42 31.6 79-118), Fax (0 42 31.6 79-216) oder E-Mail (csoller@masterrind.com) an die MASTERRIND GmbH, Christiane Soller. Anmeldungen für den Rangierund Tierbeurteilungswettbewerb sind am Schautag bis 8.00 Uhr durch die Vertreter der einzelnen Jungzüchterclubs vorzunehmen.

Christiane Soller

Anmeldeformular für Master-Typ-Cup und Jungzüchter-Triathlon am 20./21. April 2012 Teilnahme bei:

V MASTER-Typ-Cup am 20. April 2012

m

V Vorführwettbewerb am 21. April 2012

Vorname, Name (des Vorführers): Anschrift: Telefon:

Geb.-Datum des Teilnehmers:

Ohrmarke:

Ich bin damit einverstanden, dass die Anmeldegebühr für den ­MASTER-Typ-Cup in Höhe von 15,00 Euro vom nachfolgenden Konto abgebucht wird

Name des Tieres:

Konto-Nr., BLZ:

Besitzer des Tieres:

Kreditinstitut:

Ort, Datum:

Unterschrift:

Anmeldeformular steht auch im Internet zum Download bereit

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Jungzüchterwettbewerb beim 15. Erntedankfest

Altmittweida, wieder ein voller Erfolg

Jungzüchter

In gewohnter Tradition fand auch in diesem Jahr am 18. September zum 15. Erntedankfest in Altmittweida unser Jungzüchterwettbewerb statt. Nur war es ­dieses Mal der erste sachsenoffene Wettbewerb, der nun in Zukunft als fester Termin alle zwei Jahre im ­Wechsel mit einer sachsenoffenen Milchrindschau stattfinden wird. Trotz des schlechten Wetters am Sonntagmorgen hatte Clara ein Herz für uns und öffnete pünktlich um 10 Uhr den Himmel und bescherte uns fast für den ganzen Wettbewerb trockenes Wetter. 55 Jungzüchter aus ganz Sachsen waren zum Wettbewerb angereist. So ein großes Starterfeld hatte es bisher hier in Altmittweida noch nie gegeben.

Gute Vorbereitung Schon während der Eröffnungsrede vom Chef der Arbeitsgruppe Tierschau, Herrn Weinert, füllten sich die Ränge mit Zuschauern, die nicht schlecht staunten, als unsere Jüngsten, alle im Alter zwischen fünf und acht Jahren, den Ring betraten. Sie hatten sich sehr gut vorbereitet und wurden mit reichlich Beifall für ihre hervorragende Leistung belohnt. Der Richter unseres Jungzüchterwettbewerbes, Nikolai Niermann aus Schipplage, bewertete nicht nur

die Vorführleistung unserer jüngsten Teilnehmer, sondern testete sie auch mit Fragen rund um ihr Kälbchen. Wie heißt es? Wer sind die Eltern? Wann ist es geboren? Was frisst es? Am Ende entschied er sich für das Geschwisterpaar Larissa Lohse als Sieger und Philipp Lohse als Reservesieger der Klasse. Beide kommen von der Dittmannsdorfer Agrargenossenschaft „Einheit“ e.G.. Da sich alle sehr große Mühe gegeben hatten, wurden auch alle mit einem Pokal und reichlich Geschenken belohnt. Das gleiche galt auch bei der zweiten Klasse im Alter von neun bis zehn Jahren, nur dass hier einige Teilnehmer schon mehrmals an einen Wettbewerb teilgenommen hatten. Hier wurde Franz Kempe aus Amtsberg Sieger und Reservesieger David Gläßer mit einem Jerseykalb von der Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf e.G..

Franz Kempe – bestes Typtier(V. Lasumo) und Maria Lenk – Sächsische Milchkönigin

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Teresa Kempe, Siegerin in ihrer Altersstufe

Erstklassige Teilnehmer In der dritten Klasse im Alter von elf bis 15 Jahren bekam den Siegerpokal Thomas Hentschel vom Betrieb Tilo Eulitz aus Erlau und den Reservesiegerpokal Jessica Fritzsch vom Betrieb Denise Pfaff aus Gahlenz. Bei der Siegerauswahl in der Altersklasse bis 16 Jahre war es dann schon etwas schwerer, die Besten zu ermitteln. Dennoch entschied sich Nikolai für Franz Kempe als Sieger und Thomas Hentschel als Reservesieger. In der Altersklasse 16 bis 20 Jahre gingen 22 Jungzüchter in drei Klassen an den Start. Das war das größte Starterfeld des Wettbewerbes. Einige von ihnen konnten schon mehrere Siege

Andreas Bamberg gibt wertvolle Tipps

und Platzierungen über die Landesgrenzen hinaus, angefangen beim Bundesjungzüchterwettbewerb bis hin zum Europawettbewerb in Battice (Belgien), verzeichnen. Trotz alledem musste sich der Richter für einen Sieger und Reservesieger entscheiden. Sieger in dieser Altersklasse wurde Teresa Kempe aus Amtsberg und den Reservetitel holte sich Tobias Blaschke aus Neuhausen.

Großes Interesse auch bei Älteren Nun gingen unsere Großen mit zwei Klassen im Alter von 21 bis 29 Jahren an den Start. Hier sieht man, dass das Interesse bei unseren Älteren, an einem Jung-


Franz Kempe im Ring

züchterwettbewerb teilzunehmen, immer noch groß ist, was man auf vielen Wettbewerben deutschlandweit nicht immer erkennen kann. Der Richter entschied sich in dieser Klasse für Pierre Dabow vom Milchhof Diera als Sieger, Reservesieger wurde Jan-Bernd Wille vom Betrieb Blaschke aus Neuhausen. Nun kam es zum ersten Höhepunkt des Wettbewerbes, der Auszeichnung des besten Typtieres. Dieses wird aus jeder einzelnen Klasse ermittelt. Das beste Typtier wurde Lasagne, eine hornlose Lasumo PP-Tochter vom Landwirtschaftsbetrieb Rüdiger Kempe aus Amtsberg. Ein schickes Rind mit viel Harmonie, offener Rippe und sehr guten Fundamenten.

Champion Im Anschluss daran fand die Nominierung des Champions statt. Die jeweiligen Sieger und Reservesieger der drei Altersklassen betraten den Ring. Die Spannung stieg mehr und mehr. Der Richter veranlasste sogar

Nicolai Niermann – Richter des Wettbewerbes

Sieger Gruppenwettbewerb AG Hainichen Pappendorf – von links: Martin Quaas, John Röhrle, Tina Lutz, Friedrich Jahn

einen Tierwechsel, um zu erkennen, ob sich auch jeder mit dem Rind eines anderen gut präsentieren kann. Dabei konnte man erkennen, wie jeder auf das Tier des Anderen einging. Die Entscheidung war gefallen. Nikolai ließ alle aufmarschieren und mit einem Handschlag auf das Rind standen Sieger und Reservesieger fest. Champion des ersten sachsenoffenen Jungzüchtervorführwettbewerbes wurde Teresa Kempe aus Amtsberg, Reservechampion ihr Bruder Franz. Rundum ein souveräner Sieg der ganzen Familie Kempe, da das beste Typtier ebenfalls von ihr kommt. Mit einem riesigen Beifall wurden sie für ihren Einsatz und gezeigte Leistung belohnt. An dieser Stelle auch an alle anderen Teilnehmer herzlichen

Glückwunsch für ihre gezeigten Leistungen, macht alle weiter so.

Gruppenwettbewerb Im Anschluss folgte noch ein Gruppenwettbewerb. An den Start gingen neun Gruppen zu je drei Teilnehmern. Voraussetzung dafür war, dass mindestens drei Teilnehmer aus dem gleichen Betrieb an den Start gehen mussten. Ziel des Gruppenwettbewerbes ist es, im Team zu arbeiten. Jede Gruppe muss sich harmonisch, ausgeglichen und möglichst im gleichen Tempo darstellen. Da das Vorführviereck größenmäßig begrenzt war, musste in zwei Klassen gelaufen werden. Letztendlich wurde die Gruppe von der Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf e.G. Beste vor der Gruppe vom Milchhof Diera KG.

Abschließend möchten wir uns bei allen Sponsoren des Wettbewerbes und des Erntedankfestes bedanken. Sie ermöglichten uns die Durchführung eines so hervorragenden Wettbewerbes. Weiterhin gilt unser Dank der Arbeitsgruppe Tierschau, der MASTERRIND, allen Helfern hinter den Kulissen, Richter Nikolai Niermann, Herrn Jahn als Vorsitzender des KZKV Hainichen-Mittweida und Herrn Bamberg von der AG Bockendorf, der die meisten Sponsoren für unseren Wettbewerb gewinnen konnte. Wir freuen uns natürlich auch auf unseren nächsten sachsenoffenen Jungzüchtervorführwettbewerb im Jahr 2013, in gewohnter Weise zum Erntedankfest in Altmittweida. Andreas Fritzsch m

Altmittweida – die Platzierten Kl. Präm.

Name

Alter

Betrieb

Tiername

1 1a 1b 2 1a S 1b 3 1a RS 1b 4 1a S 1b 5 1a 1b 6 1a 1b RS 7 1a RS 1b S 8 1a 1b

Larissa Lohse Philipp Lohse Franz Kempe David Gläßer Thomas Hentschel Jessica Fritzsch Teresa Kempe Marleen Krüger Alena Wortmann Martin Quaas Tina Scholz Tobias Blaschke Jan-Bernd Wille Pierre Dabow Kathleen Haubold David Groß

5 7 10 10 15 12 16 17 18 19 20 20 21 24 29 26

Dittmannsdorfer Agrargenoss. „Einheit“ e.G. Dittmannsdorfer Agrargenoss. „Einheit“ e.G. Kempe, R., Amtsberg Agrargenossensch. Hainichen-Pappendorf e.G. Eulitz, T., Erlau Pfaff, D., Gahlenz Kempe, R., Amtsberg Pfaff, D., Gahlenz Kirschenhof Blaschke Agrargenossensch. Hainichen-Pappendorf e.G Pfaff, D., Gahlenz Kirschenhof Blaschke LWB Blaschke Milchhof Diera KG Agraset Naundorf e.G Agrozuchtfarm Breitenau e.G.

Monja Lilian Lasagne HPH Costa-Riga Sally Jess Viola Rosen Delia Rosel Jess Night Live Viola Eske Sunshine Britt

Championauswahl Champion Teresa Kempe Res.-Ch. Franz Kempe Gruppenwettbewerb Sieg Res.-Sieg

Agrargenossensch. Hainichen-Pappendorf e.G. Milchhof Diera KG 51


Tierbeurteilung – Milchkuh

Thomas Schulte-Lohmüller  ist Landessieger

Jungzüchter

Am Donnerstag, dem 8 September, fand der diesjährige Landesentscheid in der Tierbeurteilung statt. Zu diesem Wettbewerb, der im zweijährigen Abstand durchgeführt wird, reisten die Nachwuchs-Beurteiler in diesem Jahr ins Zuchtgebiet der Osnabrücker Herdbuchgenossenschaft (OHG). Veranstaltungsort war der Betrieb der Milch und Holstein GbR in Belm-Haltern. Für diesen Wettbewerb hatten sich die Jungzüchter der MASTERRIND im Verlauf der Jahre 2010 und 2011 qualifiziert: Eine Hälfte des Feldes bildeten die zehn erfolgreichsten Teilnehmer des Bezirksentscheides des Tierbeurteilungswettbewerbs in Tarmstedt, die andere bestand aus Jungzüchtern der Verbände OHG, Weser-Ems-Union (WEU) und dem Verband Ostfriesischer Stammvieh-Züchter (VOST). Die Teilnehmer mussten drei Milchkühe nach dem linearen Bewertungssystem beurteilen und zwei Klassen mit je sechs Milchkühen rangieren. Als Richter fungierten Dr. Jakob Groenewold, Landwirtschaftskammer Niedersachsen; Henning Ahrens, MASTERRIND, und Gerd Meier, OHG. In der Tierbeurteilung lag die Teilnehmerin Lena Fahrenholz, Oyten, mit 61 Abweichungs-

punkten an der Spitze. Für Lena sprang am Ende des Tages der dritte Platz in der Gesamtwertung heraus, sie war hiermit die erfolgreichste Teilnehmerin der MASTERRIND-Jungzüchter. In der ersten Kuhklasse erzielte Eike Sudmann aus Sankt Hülfe mit acht Abweichungspunkten das beste Ergebnis. Diese Klasse war durch größere Abweichungen gekennzeichnet. Eike wurde Dreizehnter des Wettbewerbs. In der zweiten Klasse lagen dann Jungzüchter aus dem WEU-Gebiet vorne. Hier startete auch Thomas Schulte-Lohmüller aus dem nordrhein-westfälischen Borsum. Er war 2010 bereits Richter beim Jungzüchter-Triathlon in Verden gewesen. In Belm hatte er unter den 28 Teilnehmern das beste Auge für die Tiere und erkannte die Stärken und Schwächen der Milchkühe am sichersten. Thomas Schulte-

Die Jungzüchter beim Rangieren der Kühe

Lohmöller siegte vor Tjabe Ulferts aus Böhmerwold und Lena Fahrenholz aus Oyten. Heinrich Grupe, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, gratulierte den Siegern und überreichte Urkunden und Ehrenpreise. Die Milch und Holstein GbR in Belm-Haltern wird von den Familien Klemann und Linkmeyer betrieben. Die beiden Familien bewirtschaften ihre Betriebe seit zwei Jahren in Kooperation. Sie melken derzeit ca. 130 Milchkühe mit einem Herdendurchschnitt von 10.380 kg. Geplant

ist, den Milchviehbetrieb demnächst zu erweitern. Der Landesentscheid Tierbeurteilung wurde von der Landjugendberatung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit Unterstützung durch die OHG organisiert. Im Anschluss an diesen Wettbewerb ist der Landwirtschaftskammer und der OHG für die Ausrichtung des Wettbewerbs zu danken. Ihnen ist es gelungen, einen würdigen Rahmen für einen Landesentscheid zu schaffen. Henning Ahrens

Die besten fünf Teilnehmer Rang

Name

PLZ

Ort

1 2 3 4 5

Thomas Schulte-Lohmüller Tjabe Ulferts Lena Fahrenholz Kristina Oltrogge Torben Melbaum

26899 26844 28876 27333 49740

Rhede/Borsum Böhmerwold Oyten Schweringen Haselünne

Weitere Teilnehmer der MASTERRIND

Heinrich Grupe, Vizepräsident der LWK, gratulierte den Siegern

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Name

PLZ

Ort

Jan Albers Carsten Lück Anna Michaelis Meike Oltrogge Hauke Schnars Insa Schwarze Maren Schwarze Eike Frederik Sudmann Volker von Horsten

27404 28879 29664 27333 27612 27313 27313 49356 21762

Freckenbostel Grasberg Walsrode Schweringen Loxstedt Dörverden Dörverden Diepholz Osterbruck

m


Jungzüchter-Vorführwettbewerb  in Dannenberg Welches sind die Voraussetzungen, um einen gelungenen Jungzüchtervorführwettbewerb durchzuführen? In erster Linie Vorführer und Rinder, ein Juror, ein Veranstaltungsplatz und am besten noch gutes Wetter und Zuschauer. All diese Kriterien wurden am zweiten Septemberwochenende vollkommen erfüllt. Im Hermann-Stolte-Stadion schien schon die Sonne und der Vorführring war mittels kleiner weißer Planken abgesteckt, als die Kleinsten den Ring betraten. Die Vorführer durften mit ihren Kälbern und Rindern sogar den großen Ring, in dem im letzten Jahr gerade wieder einmal die Bezirkstierschau veranstaltet worden war, betreten. Dort wartete auch schon Nachwuchsrichter Alexander Braune aus dem benachbarten Zuchtgebiet Sachsen-Anhalt auf die insgesamt 40 Jungzüchter. In sieben Alterklassen hatte er die besten Vorführer zu ermitteln, um final dann die Sieger jung (3 bis 10 Jahre) und alt (11 bis 19 Jahre) zu küren. In der ersten Klasse, mit den jüngsten Teilnehmern mit gerade mal 3 und 4 Lebenszählern, gab es gleich drei Sieger, alle Teilnehmer hatten hier nach Alexanders Ansicht den ersten Platz verdient und bekamen neben einer Medaille auch noch einen Pokal überreicht. In Klasse 2 ging es dann richtig zur

Sache. Sechs Teilnehmer (5 und 6 Jahre) mussten nicht nur ihre Vorführkünste präsentieren, sondern dem Juror auch Rede und Antwort stehen, schließlich wollte er wissen, welche Ohrmarkennummer oder gar welchen Vater das vorgeführte Kalb hatte. Als Beste ging hierbei die fünfjährige Sophie Krüger mit ihrem Kalb Clara hervor. Erste der nächsten Klasse (7 und 8 Jahre) wurden Beverly Jung und ihr Kalb Mareike, sie konnten sich bei der Siegerauswahl dann auch noch den Reservesiegertitel jung erführen. Klasse 4 war die letzte, die für den Gruppensieg jung in den Ring ging. In dieser Klasse konnte Jan Hintze mit Edition zunächst eine 1aPlatzierung erzielen und im direkten Anschluss, im Finale, sogar noch den Siegertitel. Als bestes Typtier der Kälber kürte der Juror, der selbst auch aktiver Jungzüchter ist, das Kalb Lilo aus der Anpaarung Lenny x Luca vom Betrieb Jürgen Riebau in Lemgow, Oke Mertens hatte das

Gespanntes Warten auf die Auswahl des Siegers

sechs Monate alte Kalb vorgestellt.

Zweite Hälfte Mit einem Alter von elf Jahren gilt man in Dannenberg bereits als alter Vorführer, auch wenn man zum ersten Mal an den Start geht. Drei Klassensieger und die jeweiligen Reservesieger beschritten für den Siegertitel alt im Finale den Ring. Als Beste gingen aus den einzelnen Klassen die Vorführer Lars Flöter mit Antonia in Klasse 5, Philipp Flöter mit Mandel in Klasse 6 und Dominik Bertram mit Lupine in Klasse 7 hervor. Bester im

Ergebnisse des Vorführwettbewerbs in Dannenberg Kl.

Präm.

Tier

Besitzer

Vorführer

1

1a 1a 1a 1a 1b 1a + RS 1b 1a + S 1b 1a 1b 1a 1b 1a + S 1b + RS

Edel Emili Linsa Clara Perle Mareike Mireli Edition Dimara Antonia Laska Mandel Alisa Lupine Mily

Hadrossek GbR, Hitzacker Jörg Schröder, Dannenberg Hadrossek GbR, Hitzacker Adolf Barge, Hitzacker Jürgen Riebau, Lemgow Günther Riebau, Langendorf Brünicke u. Busse GbR, Höhbeck Jürgen Hintze, Trebel Günther Riebau, Langendorf Brünicke u. Busse GbR, Höhbeck Günther, Riebau, Langendorf Brünicke u. Busse GbR, Höhbeck Karsten Bätge, Wustrow Hadrossek GbR, Hitzacker Brünicke u. Busse GbR, Höhbeck

Kira Hadrossek Ronja Schmand Lukas Hadrossek Sophie Krüger Cynthia Schulz Beverly Jung Milena Dießel Jan Hintze Carlotta Krüger Lars Flöter Jacqueline Klein Philipp Flöter Robin Bätge Dominik Bertram Mareike-Julia Endruweit

2 3 4 5 6

7

Finale wurde dann Dominik vor Mareike-Julia Endruweit und Mily. Nach einer 1b-Platzierung in der letzten Klasse gelang der Schülerin nun sogar der Reservesieg. Nach einem Erfolg bei den jungen Teilnehmern ging auch dieses Mal der Titel erneut in einen Riebau-Stall, allerdings zu Günther Riebau nach Langendorf. Jaqueline Klein hatte Laska (Derek x Emtoro) vorgestellt und holte damit die Prämierung an die Elbe. Ein besonders schönes Bild bot sich den Besuchern bei der finalen Siegerehrung. Der Vorsitzende des Jungzüchterclubs Lüchow-Dannenberg, Carsten Martens, überreichte allen Teilnehmern Medaillen und Präsente vom Ehrenpreistisch sowie den Siegern einen Pokal. Für Günther Riebau gab es nun noch eine zweite Auszeichnung. Er wurde vom Vorsitzenden für die langjährige Beschickung der Jungzüchterwettbewerbe, auch über die Grenzen Dannenbergs hinaus, ausgezeichnet. Seit 30 Jahren unterstützt der Betrieb Riebau in Langendorf die Nachwuchsarbeit tatkräftig. Christiane Soller

m 53


Sächsische Jungzüchter  besuchen Niedersachsen

Jungzüchter

Das Ziel der diesjährigen Fahrt der sächsischen Jungzüchter am 21. Oktober war Niedersachsen. Bei dieser Gelegenheit konnten sich beide MASTERRINDJungzüchterverbände näher kennenlernen, was sonst meist nur zur Schau der Besten, zum Triathlon oder in Tarmstedt möglich ist. 30 Jungzüchter aus ganz Sachsen waren dabei und wurden von Christiane Soller und Alena Wortmann im Verdener Verwaltungsgebäude herzlich empfangen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen erzählte uns Bernhard Weber einiges über die Geschichte der MASTERRIND und präsentierte im Anschluss das Depot und die Bullenstation. Unsere Jungzüchter waren überwältigt von der modernen Haltung der Besamungsbullen und von den neuen Maschinen zur Spermasortierung, die ab Dezember dieses Jahres gesextes Sperma von wertvollen MASTERRIND-Vererbern produzieren werden.

Rinderzuchtbetrieb ­Derboven Anschließend fuhren wir zum Rinderzuchtbetrieb Derboven in Warpe. Schon bei der Hinfahrt zum Hof haben wir uns etwas wie in Kanada gefühlt, denn das Anwesen wurde im kanadischen Stil erbaut. Auf dem Betrieb stehen 400 Milchkühe und deren Nachzucht in drei Ställen, die in einem 2 x 20 Swingover von einer Person gemolken werden. Außerdem gehört zum Betrieb eine eigene Biogasanlage, die vorwiegend auf Güllebasis läuft. Bei der Betriebsbesichtigung wurden uns auch sehr gute alte Zuchtkühe gezeigt, da Herr Derboven auf alte Kühe setzt, „denn die bringen die 54

Milch“, so seine Worte. Bei einem anschließenden Gespräch im Empfangsraum kamen wir auch auf die Biogasanlage zu sprechen. Hier sagte Herr Derboven, dass er sich selbst eingestehen musste, dass die Biogasanlage mit einem Anteil Maissilage und Getreide besser Strom erzeugt, als nur mit Gülle. Wir hätten noch Stunden den Ausführungen von Herrn Derboven zuhören können, aber der Weg zur Jugendherberge in Bremen war noch weit und so mussten wir uns verabschieden und wünschten der Familie weiterhin ein gutes Gelingen, alles Gute und immer Gesundheit für Mensch und Tier. Am nächsten Tag besuchten wir früh die ET-Station in Nückel.

MASTERRIND-Mitarbeiter Reinhard Strehl gab uns Auskunft über die Entstehungsgeschichte des Embryotransfers generell und in Nückel. Die ET-Station hat heute einen modernen neugebauten Trägertierstall mit 320 Plätzen und verfügt mit einem noch genutzten Anbindestall über reichlich Kapazität, um alle wertvollen Embryonen vom gesamten MASTERRIND-Gebiet schnellstens übertragen zu können.

Hof Junkernhose Anschließend fuhren wir zum Betrieb Heusmann, Hof Junkernhose, der von zwei Brüdern

Im 2 x 20 Swing over im RZB Derboven, Warpe, kann von einer Person ­gemolken werden

bewirtschaftet wird. Auch er hat 400 Milchkühe mit Nachzucht und eine Biogasanlage mit 150 KW, die auf 250 KW erweitert werden soll. Einer der Brüder ist gelernter Tierarzt und somit kann vieles kostengünstiger gestaltet werden. Seine Stärken liegen in der Kälberaufzucht, wovon man sich deutlich überzeugen konnte. Trotz alter Ställe, die etwas modernisiert wurden, sahen alle Kälber sehr vital aus. Hier wurden die Kälber mit vier Liter Kolostrum nach der Geburt gedrencht. Man könne auch sechs bis acht Liter drenchen, so die Aussage von Herrn Heusmann, das würde die Gesundheit stärken und das Wachstum fördern. Nach dem Mittag kamen wir zum Kulturprogramm. Mit einem Stadtbus und Reiseführer besichtigten wir Bremerhaven. Wir hatten Glück, ins Innere des Hafens zu gelangen, was von der Stadt nur Reisegesellschaften genehmigt wird. Alle waren überwältigt vom Ausmaß und der Größe des Hafens, denn er ist einer der größten Containerhäfen Deutschlands. Am Abend besuchten wir mit einigen niedersächsischen Jungzüchtern den Bremer Freimarkt, eines der größten Volksfeste in Deutschland, was uns nochmal einen schönen Abschluss von Bremen bot.


Der Kuhstall auf dem Hof Junkernhose

Familie Martens in Gedelitz Am Sonntagmorgen machten wir uns zeitig in Richtung Heimat auf den Weg. Unterwegs besuchten wir noch den Zuchtbetrieb Martens in Gedelitz. Die Familie hat einen 300er Kuhstall auf grüner Wiese gebaut, welcher im Mai dieses Jahres mit der Produktion begonnen hat.

Melkroboter von Alfalaval im Betrieb Martens in Gedelitz

Aufgestallt sind die Kühe in einem sehr hellen und luftigen Boxenlaufstall mit Kalk-Strohmatratze und werden von vier Melkrobotern der Firma Alfalaval im freien Kuhverkehr gemolken, was sichtlich sehr gut funktioniert. Bei einem kleinen Imbiss fachsimpelten wir über den neu gebauten Stall und über aktuelle Themen in der Landwirtschaft. Abschließend

wünschten wir der Familie alles Gute, Gesundheit und immer gesunde Kühe im neu gebauten Stall. Nach einem reichlichen Mittagessen in Gorleben, vielen bekannt durch das Atomendlager, traten wir zufrieden mit der wirklich sehenswerten Reise die Heimfahrt an. Abschließend möchten sich die sächsischen Jungzüchter bei der MASTERRIND, Frau Kuhlmann,

Frau Norden, Frau Soller und allen Mitorganisatoren bedanken, die es uns ermöglichten, eine so gut organisierte Lehrfahrt ins schöne Niedersachsen zu erleben und hoffen, die niedersächsischen Jungzüchter auch mal in Sachsen begrüßen zu dürfen.

Andreas Fritzsch

m

JZC Rotenburg

Tagesfahrt Am 29. Oktober 2011 trafen sich die Mitglieder des Jungzüchterclubs Rotenburg, um mit weiteren Interessierten zwei Milchviehbetriebe im Landkreis Rotenburg zu besichtigen. Los ging es bei Uwe Hartjen in Tarmstedt. Dort sahen wir einen vor rund zwei Jahren errichteten Aussiedlungsstall für 600 Milchkühe. Über die Anlage führte uns Betriebsleiter Thomas Meyer. Er berichtete über das Personal- und Herdenmanagement. Alle anfallenden Arbeiten werden durch zwölf Fremdarbeitskräfte ausgeführt. Die gesamte Nachzucht wird verkauft und die Remontierung erfolgt durch Zukäufe. Beim Melken wird nicht nur auf das Tierwohl geachtet, auch der Komfort für das Melkpersonal wird groß geschrieben. So kann das Melkhaus von den Mitarbeitern eben-

erdig betreten werden, zusätzlich sind eine Heizung und eine Lüftung sowie ein höhenverstellbarer Fußboden vorhanden. Gemolken wird dreimal täglich in einem Doppel-24-Melkstand mit Frontaustrieb. Zum Abschluss zeigte uns Betriebsleiter Uwe Hartjen die 300-KW-Biogasanlage, in der auch Futterreste verwertet werden. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in Sandbostel machten wir uns auf den Weg nach Minstedt, zum zweiten Milchviehbetrieb. Der Betrieb wird von Klaus Schnackenberg und seinen Söhnen sowie zwei Auszubildenden bewirtschaftet.

Uwe Hartjen stand den Jungzüchtern Rede und Antwort, ob nun gerade erst fünf oder schon 25 Jahre

Auch auf dem Betriebsrundgang begleiteten uns die Brüder Jörn und Jan Schnackenberg, um uns zusammen mit ihrem Vater den 300-Kuhbetrieb vorzustellen. Die weibliche Nachzucht wird im Gegensatz zu dem vorigen Betrieb selbst aufgezogen und überzählige Tiere werden in den Export oder auf Auktionen vermarktet. Das Melken findet in einem Trigon-Melkstand statt. Auffallend war, dass trotz der

beengten Lage im Dorfmittelpunkt der Betrieb auf eine solche Größe wachsen konnte. Für uns war es sehr interessant, zwei zukunftsorientierte und dennoch sehr unterschiedliche Betriebe zu besichtigen. Ein Dank gilt den Betriebsleitern, die uns einen Einblick in ihre Konzepte ermöglicht haben und für Fragen offen waren. Marion de Groot

m 55


Niedersächsische Jungzüchter  in Dänemark

Jungzüchter

Am 11. November starteten die niedersächsischen Jungzüchterclubs Süd-Hannover, Sulingen-Diepholz und Verden mit 28 motivierten Jungzüchtern nach Dänemark, um dort interessante Zuchtbetriebe zu besuchen. Erste Station der Mehrtagesfahrt war die Brauerei Beck’s in Bremen. Nach einem interessanten Film über die Geschichte des Unternehmens Beck’s & Co. folgte ein kleiner Rundgang durch das Museum, in dem uns die alten Brautechniken des Gründers Beck nähergebracht wurden. Sehr interessant waren die Weiterentwicklung der Flaschen sowie die Befülltechnik und die Etikettierung. Bereits im 19. Jahrhundert war es dank einer Maschine möglich, 1.000 Flaschen in der Stunde zu etikettieren. Nachdem uns die Kunst des Bierbrauens näher gebracht worden war, kamen wir zum interessantesten Teil der Besichtigung: der Verkostung. Das erste Bier musste erraten werden, wobei Beck’s Alkoholfrei, Haake Beck und Beck’s Gold in den Raum geworfen wurden. Nach der Auflösung stellten wir fest, dass nur drei der 28 Jungzüchter die Biersorte richtig erraten hatten. Gut gestimmt ging es nun weiter zum ersten Zuchtbetrieb auf dieser Tour. Die Mahnken GbR in Hamersen bewirtschaftet einen Betrieb mit 177 Schwarzbunten, 650 Mastschweinen

Im Stall bei Hans Peder Nissen in Kruså

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und 250 Ferkelplätzen. Die Fläche von 155 ha, davon 90 ha Ackerland und 65 ha Grünland, bewirtschaftet die Familie eigenständig. Der im Jahr 1987 gebaute Boxenlaufstall und der Fischgräten-Melkstand wurden stetig erweitert. Nach der Besichtigung und vielen Fragen machten wir uns auf in Richtung Flensburg. Dort bezogen wir das Hostel und fuhren mit dem Bus in die Innenstadt. Nach einer deftigen Stärkung verteilten wir uns auf die umliegenden Cocktailbars und Clubs. Der Samstag wurde ganz der Rinderzucht gewidmet. Um 10 Uhr startete der Bus zur dänischen Grenze und bereits nach kurzer Zeit erreichten wir den ersten Milchviehbetrieb in Kruså. Betriebsleiter Hans Peder Nissen zeigte uns den beeindruckenden Boxenlaufstall mit sieben Robotern. In dem langen, ohne Holz gebauten Stall stehen vier kleine Spitzdachhäuschen mit je zwei Lely-Astronaut-3-Robotern. Diese hat der Betriebsleiter gebraucht gekauft und ist sehr zufrieden. Die Herde mit 400 Kühen und Nachzucht hat eine Durchschnittsleistung von 10.500 kg. Peder Nissen bewirt-

Die Teilnehmer der Jungzüchterfahrt

schaftet zusätzlich 350 ha Land und informierte uns über die ländlichen Gegebenheiten in Dänemark.

High Genomics live Anschließend fuhren wir zu dem Zuchtbetrieb Stortoft Holsteins in Henne. Dieser Betrieb beeindruckt mit einer Durchschnittsleistung von 12.500 kg Milch, 4,02 % Fett und 3,28 % Eiweiß. „Diese Leistung ist nur mit einer kompletten Umstellung der Fütterung möglich“, erklärte uns Betriebsleiter Torben Kragh. Gefüttert wird mit einem Futterroboter, der mehrmals am Tag den Kühen kleine Portionen vor­gibt, dies begeisterte sowohl die Technik- als auch die Kuhfans unter uns. Gemolken wird auf diesem Betrieb mit einem Melkkarussell. Nachdem der Futter­roboter betrachtet und zahlreiche Fragen gestellt worden waren, ging es zu dem eigentlichen Highlight dieses Betriebes: dem Show- und Verkaufsstall. Dieser beherbergt Kühe mit Top-Genetik, die aus dem Einsatz bekannter Blutlinen und Embryonen aus Kanada resultieren. Dies macht ihn zu einem der besten Zuchtbetriebe Dänemarks. In seinem Stall stehen Kühe wie Stortoft Inquirer Betty VG-89 mit einer Leistung von 17.000 kg in der ersten Laktation oder Stortoft Inquirer

Laura VG-87, welche als Embryo aus der Camphols Rudolph Laurona EX-92 gekauft wurde. Diese Kuh gehört zu der bekannten Comestar Laurie SheikFamilie und brachte schon viele züchterisch interessante Töchter hervor. Die Jungzüchter stellten dem erfolgreichen Züchter zahlreiche Fragen und nahmen viele nützliche Informationen mit nach Hause. Am frühen Abend kamen wir im Hostel in Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks, an und machten eine kurz Pause, um gut erholt ins Nachtleben der alten Wikinger-Stadt abzutauchen.

Jersey Auf der Rückreise am Sonntag standen noch zwei Betriebe auf dem Plan. Zunächst ging es auf die Jersey-Farm der Familie

Die Kälber mussten in Dänemark bleiben, da der Busfahrer deren Mitnahme verweigert hat


Sørensen. Die 480 Jersey-Kühe werden in sechs Lely-Astronaut3-Robotern gemolken. Mit einer durchschnittlichen Herdenleistung von 7.500 kg Milch und 5,00 % weckte diese Jersey-Herde das Interesse der Jungzüchter. Die über 320 ha Land bewirtschaftet Betriebsleiter Ole Sørensen mit zwei Angestellten komplett eigenmechanisiert, mit der Begründung, nur so den optimalen Schnittzeitpunkt für die Grundfutterproduktion garantieren zu können. Interessant waren auch die für die Herden angepassten Maße (von z. B. Liegeboxen und Robotern) und

der Einstreuroboter für die Liegeboxen. Die Brunsterkennung bei den Rindern wurde mit den Heatime-System, welches auch in Deutschland bekannt ist, sichergestellt und so der „Reproduktions-Preis“ von Dänemark gewonnen. Nachdem der Busfahrer die Mitnahme kleiner Kälber verweigert hatte, ging es auf in Richtung Deutschland. In Bering­ stedt besuchten wir den Betrieb von Heiko und Christine Wendell-Andresen. Heiko WendellAndresen ist bekannt für sein Selbstbewusstsein und sein gutes Händchen in der Rinder-

zucht. Er legt viel Wert auf gute Kuhfamilien und vertraut mehr auf die Blutlinien als auf den Zuchtindex. Bekannte Vererber aus dem Wiedereinsatz stammen aus seiner Herde. Unter ihnen die Bullen „Manager“, „NOG Metz“ und „NOG Jeremy“. Herr Wendell-Andresen versucht, der Kombination von Leistung und Exterieur gerecht zu werden. Gemolken werden die 500 Kühe in einem 50er Außenmelker mit einer Leistung von 9.480 kg, 4,06 % Fett und 3,35 % Eiweiß. Die Stallanlage im nordamerikanischen Stil wurde von der Familie Wendell-

Andresen nach ihren eigenen Vorstellungen und Erfahrungen erbaut und beeindruckte dadurch, dass sie bis ins kleinste Detail durchdacht war. Ein zusätzlicher Betriebszweig sind die 350-KW-Photovoltaikanlage und die 380-KW-Biogasanlage, in der die Gülle via Pipeline fließt. Die 405 ha Fläche sind komplett an Lohnunternehmen abgegeben. Wir bedanken uns recht herzlich bei den Betrieben und bei Henrike Topp, die diese sehr interessante und lehrreiche Fahrt organisierte. Alena Wortmann

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Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben Ganz in diesem Sinne traten fünf niedersächsische Jungzüchter im September eine Reise zur National All Breeds Show im südenglischen Birmingham an. Nach einem aufregenden Flug mit Ryanair, der für manche der erste in ihrem Leben war, und der Busfahrt von Stansted Airport nach Birmingham war das erste Ziel der Reise erreicht. Am nächsten Tag besuchten wir das Dairy Event, eine Art Eurotier rund um Kühe, auf dessen Gelände die Nationalschau stattfinden sollte. Neben einem Young Breeders Wettbewerb, der Beurteilung der Jungtiere und der Färsenschau folgte für uns ein kleines Highlight: Die Siegerinnen der Färsenklassen Holstein, Brownswiss, Jersey und Ashire wurden als eine Klasse gerichtet, welche die HolsteinVertreterin Berryholme Golden Flo souverän gewann. Mit großem Interesse folgten wir der Schau, die vom Deutschen Markus Mock gerichtet wurde und entdeckten nette englische Traditionen, z. B. dass Klassensieger und beste Euterkuh mit roten und grünen Schleifen am

Schwanz versehen wurden. Mit der ansteigenden Anzahl an Kalbungen mehrten sich auch die Zuschauer, und durch die fehlende Zuschauertribüne mussten sich die Kleinsten unter uns frühzeitig die besten Plätze am Ring sichern. Von der stimmungsvollen Atmosphäre angesteckt, fieberten auch wir nun der Grand Champion-Auswahl entgegen. Wir fanden letztlich auch unsere Favoriten in der Endlinie wieder, wobei die „Junior Cow“, Castellhyfryd Spirte Rosina, ihre älteren Mistreiterinnen „in die Tasche steckte“ und zum Grand Champion gekürt wurde. Reserve-Champion wurde Richaven Goldwin Adrienne, die uns später auch zum Foto­ shooting zur Verfügung stand, und die beeindruckende „weiße Kuh“ Styche Lyster Sally wurde HM Grand Champion. Nachdem die Schau durch die Betriebskollektionen abgeschlossen wurde, verließen wir, mit

Fotoshooting mit Reserve-Champion Richaven Goldwin Adrienne

unseren Koffern bepackt, Birmingham und setzten uns in den Bus Richtung London, um auch das Sightseeing nicht zu vernachlässigen. So kam es, dass wir in der kurzen Zeit, die wir in London verbrachten (Ankunft Mittwoch 20.30 Uhr, Abfahrt zum Flughafen Donnerstag 15.00 Uhr), gefühlt 25 km gelaufen sind und somit Tower Bridge, Big Ben, London Eye,

Buckingham Palast, Harrods und einige andere Sehenswürdigkeiten „abgehandelt“ haben. Dank der tollen Organisation von Steffen Hambruch war diese Reise eine besondere Erfahrung, von der wir viele Eindrücke mit nach Deutschland genommen haben.

Henrike Topp

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Porträt Manuel Weyhe

Zuchtinteresse fand Unterstützung b

Jungzüchter

Wer auf einem Milchviehbetrieb aufwächst, kommt zwangsläufig bereits im Kindesalter mit den Schwarzbunten und ihren großen Kulleraugen in Kontakt. Manuel Weyhe aus Langen, in der Nachbarschaft Bremerhavens, ging es da nicht anders. Bereits mit fünf war er am liebsten im Stall unterwegs. Seine Eltern Eide und Kirsten Weyhe bewirtschaften einen Betrieb mit 65 Kühen in der wichtigsten Milchproduktionsgegend Niedersachsens, der heute auch von dem drei Jahre älteren Bruder Daniel mitgeleitet wird. Von jeher legte man im Betrieb Weyhe das Hauptaugenmerk auf die Milchproduktion, funktionale und leistungsstarke Kühe waren Hauptziel von Manuels Eltern. Klar, die Schau der Besten wurde auch besucht, aber maximal als Zuschauer und niemals mit dem Wunsch, eine eigene Kuh in den Richtwettbewerb zu schicken. Dazu musste sich erst Manuel für die Tierschauen begeistern und seine große Liebe für die Kühe entdecken. Tierzuchttechniker Wolfgang Lühring, der lange Jahre

den Betrieb betreute, und Manuels Onkel Diedrich von Döhlen waren die Befürworter des Zuchtinteresses des damals 10-Jährigen. Nur zwei Jahre später, mit gerade mal zwölf Jahren, gehörte der Bullenkatalog zum festen Arbeitsmaterial, die Vererber der damaligen RPN wurden ausführlich studiert und ihren Vorzügen nach für die entsprechenden Kühe im ­Weyheschen Stalle ausgewählt. Manuels Vater nahm die Hilfe dankend an und ließ ihn zusammen mit dem Besamungstechniker die Anpaarung der Kühe bestimmen. Für sein Konfirmationsgeld kaufte sich der Realschüler auf einer Verdener Zuchtrinderauktion im Sommer 2004 das teuerste Kalb der Auktion. Eine TicketTochter hatte es dem Schüler

Schon als Fünfjähriger war Manuel am liebsten im Stall unterwegs ...

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Weyhe 4

angetan, und 480 Euro wurden aus der Spardose an den Verkäufer gegeben. Die Kuh steht auch heute noch bei Weyhes im Stall und hat inzwischen sechs Kälber hervorgebracht. Auch einige Töchter durften bleiben und in die Milchproduktion in Langen einsteigen. In einer Region, in der die Milchproduktion sicherlich vor dem züchterischen Interesse – zumindest mit der Zielsetzung, eine Rinderschau zu beschicken

– steht, ist es für einen Jungzüchter dann auch gar nicht so einfach, Fuß zu fassen. Wenn man dann allerdings auf einen Ausbildungsbetrieb kommt, auf dem beides erfolgreich kultiviert wird, darf man es auch Glück nennen. Zumindest Manuel dürfte es so empfunden haben, als er nach der theoretischen Ausbildung im Berufsgrundbildungsjahr in Schiffdorf zunächst zur praktischen Ausbildung zu Hans-Hinrich Ehmann in Krem-

... und übte sich im Umgang mit den Kälbchen


eim Besamungstechniker

pel und dann zu Marc Benninghoff nach Bevern kam. Benninghoff betreibt die Strasburger Landbetriebsgesellschaft und ist seit Jahren auch Beschicker der Schau der Besten in Verden. Für Manuel war damit der Weg ins Betreuungsteam der MASTERRIND geebnet und Termine wie Schau der Besten und DHVSchau Oldenburg fest im Terminkalender. Benninghoff schickt seine Auszubildenden während der Schau der Besten

Schau der Besten 2011

und deren Vorbereitung für einige Tage nach Verden unter die Fittiche von Andreas Oltrogge und seinem Betreuungsteam, um ihnen das Schaugeschehen näher zu bringen. Für den einen hat das nachhaltige Folgen wie den sogenannten Schauvirus – andere scheinen hingegen nahezu immun zu sein. Manuel war vom ersten Tag an infiziert, denn neben der verantwortungsvollen Arbeit – schließlich geht es um wertvolle Schaukühe, die in die Betreuung gegeben werden – stehen auch der Spaß und der Austausch mit den vielen anderen Gleichgesinnten ganz weit oben. Im Team ist eben auch nachts um 1 Uhr Rinderwäsche, morgens um 5 Uhr Strohbettenbau und Melken sowie stundenlanges Scheren nicht wirklich ein Problem. Nach einer anstrengenden Woche erfreut man sich dann meist vieler neuer Kontakte und eines Berges voll Erfahrung in Sachen Rinderschau. Drei Mal war Manuel bereits im Betreuungsteam dabei, nur 2010 nicht – da war er zwar auch auf der Schau der Besten, aber mit eigener Kuh. Erstmalig ging damit eine Färse aus dem Langener Betrieb zur Schau der

Besten, Initiator und Zuchtexperte im Hause Weyhe war selbstverständlich Manuel. Er hatte die Färse selbst gezogen oder vielmehr die Anpaarung des Bullen Dolman vor vier Jahren mit der Kuh Bianca (V. Bonatus) gewünscht und sich damit die erste eigene Schaukuh gezüchtet. Brianna startete in der Färsenklasse, und auch wenn sie nicht auf den ersten Plätzen zu finden war, war es für Manuel und seine Familie ein besonderes Erlebnis. 2011 war er zur Freude von Anne Kuhlmann, zusammen mit Andreas Oltrogge die Chefin der MASTERRIND-Jungzüchter, wieder im Betreuungsteam dabei, denn auf jemanden, der verantwortungsbewusst und zuverlässig ist, verzichtet man nur ungern. Dieses Engagement sollte nicht ohne Folgen bleiben, denn als es im Juni hieß, die Teilnehmer für die Europäische Jungzüchterschule anzumelden, waren sich die Verantwortlichen schnell einig. Nicht nur besonders erfolgreiche Jungzüchter auf Vorführwettbewerben sollten in den Genuss dieser hochangesehenen Ausbildung kommen, son-

dern vielmehr auch einer, der durch seinen Arbeitseinsatz und seine Teamfähigkeit im Betreuungsteam auffiel. Manuel bekam die Chance und schien im ersten Moment doch etwas erstaunt, dass man ihn nominiert hatte. Wie sich in Battice zeigte, aber eine sehr gute Entscheidung, denn gerade sein Teamgeist und seine Ideen bei der Standpräsentation waren letztlich auch ein Teil des grandiosen Erfolges. Das MASTERRIND-Team sicherte sich den zweiten Platz von insgesamt 19 europäischen und kanadischen Teams (Bericht in diesem Heft). Seit August besucht Manuel die Zweijährige Fachschule Agrarwirtschaft der Albrecht-ThaerSchule in Celle. Da heißt es nun erst einmal wieder von montags bis freitags die Schulbank drücken, aber die Kühe, die bleiben am Wochenende und in den Ferien. Da ist er auch gerne bereit, die MASTERRIND auf einer der diversen Fototouren zu unterstützen. Was er nach dem Besuch der renommierten Landwirtschaftsschule macht, wird sich zeigen, aber mit Zucht und Bullenanpaarung kann es nach Manuels Vorstellung gerne zu tun haben, denn eine schöne Kuh kann er sich stundenlang ansehen.

Christiane Soller

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Für begeisterte Vorführer gehört auch das Fitten dazu

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X R KINDERSEITE Schneeflöckchen, Weißröckchen ...

MAnAgeMent JUngZüchter

Warum schneit es?

Wenn in einer Wolke die Temperatur unter den Gefrierpunkt, also unter 0 Grad Celsius, sinkt, bilden sich in ihr keine Wassertröpfchen, sondern kleine Eiskristalle. Diese kleinen Kristalle wachsen in regelmäßiger Form zu immer größeren Kristallen und verketten sich zu Schneeflocken. Die größer werdenden Flocken werden schließlich so schwer, dass sie zur Erde fallen. Die Schneeflocken kommen jedoch nur dann als Schnee am Boden an, wenn die Temperaturen auf dem ganzen Weg, also von der Wolke bis zum Boden, unter dem Gefrierpunkt liegen.

Wie entstehen die unterschiedlichen Formen der Schneeflocken? Die einmaligen Formen der Schneeflocken hängen mit der Temperatur und dem Wassergehalt in der Wolke zusammen. Zwar haben alle Eiskristalle jeweils sechs Seiten und sechs Spitzen, aber dennoch hat jede Schneeflocke ihre ganz eigene, individuelle Gestalt: Bei tieferen

Temperaturen bilden sich eher sechseckige Schneeplättchen. Die Schneeflocken werden dann kleiner. Bei höheren Temperaturen, um die 0-Grad-Grenze, entstehen kunstvoll wirkende, sechsarmige Sterne, diese Flocken sind schön groß und weich. Da die Geschwindigkeit und die Richtung des Wachstums von Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängen und diese nie für alle Schneeflocken völlig gleich sind, sieht jede Schneeflocke ein klein wenig anders aus als die andere.

Warum hören eiskristalle und Schneeflocken auf zu wachsen?

Solange die kleinen Eiskristalle und größeren Schneeflocken in einer Wolke mit hoher Luftfeuchtigkeit und niedrigen Temperaturen herumwirbeln, wachsen sie weiter. Die Schneeflocken aber werden durch die relative große Menge an gefrorenem Wasser immer schwerer. Sie sinken zu Boden und verlassen damit den Bereich, in welchem so gute Wachstumsbedingungen herr-

Der Gewinner des September-Rätsels ist Martin Scheibe aus Lauba

Herzlichen Glückwunsch!

Dezember-rätsel Zwei Kinder finden auf einer Wiese ein paar Stücke Kohle, eine Möhre und einen verbeulten topf. niemand hat die gegenstände an diese Stelle gelegt, trotzdem wundern sich die beiden Kinder nicht. etwas traurig sind sie aber schon. Was ist passiert? Schickt die Lösung an: MASTERRIND GmbH, Christiane Soller, Osterkrug 20, 27283 Verden

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schen und nun können die Kristalle nicht mehr wachsen, die Schneeflocke hat ihre Größe erreicht.

der Badewanne Schaum erzeugen, auch der Schaum erscheint weiß, weil das Licht in ihm millionenfach abgelenkt wird.

Warum ist Schnee weiß und nicht durchsichtig?

Warum ist Schnee manchmal grau?

Wenn Schnee doch nun gefrorenes Wasser ist, warum ist er dann weiß und nicht durchsichtig? Zwischen den Schneekristallen befindet sich Luft. An den Grenzflächen zwischen dem Eis und der Luft wird Licht abgelenkt, diesen Vorgang nennt man Lichtbrechung. Sowohl das Spiegeln als auch das Lichtbrechen bewirken, dass Schnee auf uns einen milchigen und weißen Eindruck macht. Einen ähnlichen Effekt erleben wir, wenn wir in

Frischer neuer Schnee sieht am schönsten aus, er glitzert und strahlt in einem hellen Weiß. Wenn Schnee jedoch mehrere Wochen liegt, dann ändert sich die Farbe in einen grauen oder schmutzigen Farbton. Die Ursache dafür sind Staub und Schmutz, die sich aus der Luft an der Oberfläche ablagern. Je länger Schnee liegt, ohne dass Neuschnee hinzukommt, desto dunkler und schmutziger kann er wirken. m

Basteltipp: eis-Leuchte In Skandinavien, also ganz im Norden, stellen die Menschen Winter-Leuchten aus Eis vor ihre Haustür. Das sanfte gemütliche Licht flackert im Schnee und heißt Nachbarn und Freunde willkommen. Du kannst auch eine eigene Winterleuchte bauen. Viel brauchst du dafür nicht, nur einen Eimer Wasser und klirrend kaltes Winterwetter. Los geht’s: Du lässt einen Eimer voll Wasser laufen und stellst

ihn, wenn es friert, hinaus vor die Tür. Das Wasser gefriert zuerst an den Rändern und an der Oberfläche. In der Mitte und am Boden bleibt erst einmal Wasser. Das gefriert als letztes, doch solange darfst du nicht warten! Lasse den Eimer in einem beheizten Raum ungefähr eine halbe Stunde auftauen, bevor du die „Eisform“ aus dem Eimer kippst, aber bitte nicht im Wohnzimmer! Jetzt stellst du die Leuchte mit einer Kerze vor die Haustür. m


Planet Kuh

Thema Tierwohl stößt auf enormes Interesse Tierwohl in der Rinderhaltung ist für jedermann ein Thema, so schien es zumindest am 27. Oktober im Verdener Niedersachsenhof. Bereits zum dritten Mal hatte die MASTERRIND zum Vortragsforum für Milch­erzeuger eingeladen. Erstmalig jedoch nicht nur mit reinen Fachvorträgen für den Landwirt, was auch die Zahl von mehr als 300 Tagungsteilnehmern unterstrich. Zunächst referierte Christian Fischer, Milcherzeuger und Rinderzüchter aus Brunsbek, über modernes Management im Kuhstall. Fischer verdeutlichte den Zuhörern, dass nur gesunde und glückliche Kühe hohe Leistungen erbringen und entsprechend alt werden können. Denn schließlich lebe der landwirtschaftliche Betrieb nicht nur von den Kühen, sondern mit ihnen, so Fischer.

Forschungsarbeit Dr. Jochen Langbein, Biologe am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf, konnte erweiternde Einblicke in Untersuchungen zum Tierwohl geben. Leider sei die Forschung auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden. Das müsse jetzt aufgeholt werden, um für zu schaffende Tierschutzregularien eine entsprechende Datengrundlage zu erstellen und diese Erkenntnisse in die Gestaltung von Zuchtund Haltungsmaßnahmen einbinden zu können, resümierte der Verhaltensforschungsexperte. Mit viel Spannung wurde Frigga Wirths von den Zuhörern erwartet. Sie ist seit 2007 Fachreferentin für Tiere in der Landwirt-

schaft an der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn. Als gelernte Landwirtin, mit späterem Studium sowohl der Tiermedizin als auch der Agrarwissenschaften, ist sie bestens mit der Materie vertraut. Frau Wirths sieht eine Vielzahl von Verbesserungsmöglichkeiten in der Haltung von Milchkühen. Bezüglich des Wohlbefindens einer Kuh werde beispielsweise das Sozialverhalten innerhalb einer Herde oftmals unterschätzt, so dass die Tiere in größeren Ställen oder im Optimalfall ganz auf der Weide gehalten werden sollten. Doch auch Frau Wirths musste einräumen, dass nicht alle Wunschvorstellungen umsetzbar seien.

Tierschutzplan Heidemarie Helmsmüller, Abteilungsleiterin für Verbraucherschutz, Tiergesundheit und Tierschutz beim Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, ließ es sich nicht nehmen, als erstes auf die Wichtigkeit der Niedersächsischen Landwirtschaft hinzuweisen. Schließlich sei dieser Zweig der zweitwichtigste in Niedersachsen. Sie versicherte, dass

Ein voller Saal unterstrich die Bedeutung des Themas

die Zukunft der Landwirtschaft gesichert und nicht aufs Spiel gesetzt werden solle. Sie unterstrich die Notwendigkeit von Tierschutzplänen, damit die Landwirtschaft in der Gesellschaft nicht an Akzeptanz verliere. Den Schluss der Vorträge rundete Georg Keckl vom Statistischen Landesamt Niedersachsen in Hannover ab. Mit der Erfahrung zahlreicher Berufsjahre in der Landwirtschaft zunächst als Betriebshelfer und später als Gutsverwalter, appellierte er nun an seine Berufskollegen, sich als erfolgreiche Ernährer einer wachsenden Bevölkerung zu sehen und das auch zu kommunizieren. „Die traditionelle Landwirtschaft muss ihren Standpunkt modern beschreiben und ihre Weltaufgabe erkennen“, so Keckl.

Diskussion

Zielen gar nicht weit auseinander liegen. Während der Tierschutz auf Extensivierung mit der Rückkehr zu ursprünglichen Werten pocht, weist die Agrarwirtschaft zu Recht darauf hin, dass nicht nur die Weltbevölkerung weiter wachsen wird, sondern der Nahrungsmittelverbrauch überproportional steigen wird und Landwirtschaft einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren in Niedersachsen ist. Diese Diskussion wird auch in naher Zukunft mehr oder weniger heftig weitergeführt werden. Deutlich wurde jedoch ebenfalls, dass die Verbraucher zu wenig über zeitgemäße Produktionssysteme in der Tierhaltung wissen. Daran muss die Landwirtschaft aktiver arbeiten und mit einer weiteren Öffnung der Höfe die Produktion von Nahrungsmitteln und die Haltungssysteme transparenter machen. Christiane Soller

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In der Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass sowohl Verbraucher und Tierschützer als auch die Milchviehhalter in den

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Reise nach England

Milchproduktion zwischen den

Management

In Großbritannien hat sich in den vergangenen ­Monaten eine immer stärkere Nachfrage nach abgekalbten und tragenden Zuchttieren entwickelt. Mit dem Ziel, die örtlichen Gegebenheiten besser kennen zu lernen und eine kontinuierliche Belieferung mit Zuchttieren genauer planen zu können, reisten ­MASTERRIND-Mitarbeiter im November 2011 nach Bristol, England. Besichtigt wurden drei Betriebe der Willes Farming Ltd., deren Betriebsleiter, Richard Mardsen, beständiger Kunde der MASTERRIND im Ab-Hof-Ankauf sowie auf den verschiedenen Auktionen ist. Nahe Bideford werden auf drei wenige Kilometer entfernt liegenden Betrieben insgesamt 2.100 Milchkühe der Rasse Holstein gehalten. Eine Erweiterung um 1.000 Kühe ist in Planung. Insgesamt werden dort jährlich 22 Mio. kg Milch produziert, die in der betriebseigenen Molkerei zum bekannten Cheddar-Cheese verarbeitet werden. Außerdem wird aus umliegenden Betrieben Milch für die Käse-Produktion zugekauft. Die Kühe bleiben ca. 3,4 Laktationen im Betrieb, Hauptabgangsursache sind Euterkrankheiten.

Gemolken wird drei Mal täglich im Fischgrätenmelkstand bzw. Side-by-Side in 12-StundenSchichten durch lettische Mitarbeiter. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit durch die Nähe zum Bristol-Kanal, dem Ärmelkanal und dem Atlantik sind alle Stallgebäude luftig und offen gehalten. Kleine Luftschlitze zwischen den Dachplatten sorgen zudem für ausreichende Luftzirkulation. Regenmengen von ca. 1.500 mm/Jahr erschweren die Silagegewinnung, wobei bis zu sechs Schnitte im Jahr möglich sind. Jedoch ist die Anbaufläche äußerst knapp. Bodenqualität und die Landschaftsstruktur verhindern regionsweise den Anbau von Mais. Daher werden alle Kühe der Willes Farming Ltd. mit einer TMR ohne Mais

Betriebsleiter Richard Mardsen im Fachgespräch mit Exportleiter Carsten Hoops, MASTERRIND

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Die kleinzellige Flächenstruktur erschwert in Verbindung mit den Witterungsbedingungen den Maisanbau

gefüttert. Sie enthält Grassilage, Apfeltrester, Silage aus Stroh und gequetschtem Getreide, Futterfett, Sojahülsen und Kraftfutter. Die daraus resultierende Milchleistung von gut 10.000 kg spricht für sich. Die Kühe im Betrieb stehen im mittleren Rahmen und haben auffallend gute Fundamente und Euteranlagen. Dem Kuhkomfort

wird u.a. mit sandgefüllten Liegeboxen Rechnung getragen, sehr wenige Tiere haben Gelenkprobleme. Zudem sorgt ein gewisser Anteil Sand auf den planbefestigten Laufwegen für Trittsicherheit. Die Brunstbeobachtung fällt daher nicht schwer. Ein Mitarbeiter betreut die Betriebe der Willes Farming Ltd. sowie einen weiteren Betrieb in

Insgesamt werden 2.100 Kühe an drei Standorten gehalten


Meeren

Sachen Fruchtbarkeitsmanagement. Er hält sich täglich über einen bestimmten Zeitraum in jeder Herde auf und führt Besamungen bzw. Trächtigkeitsuntersuchungen durch. Auf den Einsatz zusätzlicher Technik wird bei der Brunstbeobachtung verzichtet. Die Herde machte einen sehr ruhigen Eindruck und

konnte problemlos besichtigt werden. Aufgrund des geringen Futter- und Platzangebots im Betrieb werden alle Tiere mit Sperma der Rasse Weiß-BlaueBelgier besamt und die Kälber innerhalb von 14 Tagen nach der Geburt verkauft. Da die Selbstversorgung mit Milchprodukten in Großbritan-

Apfeltrester

Die TMR wird mit einer Silage aus Stroh und gequetschtem Getreide sowie Apfeltrester ergänzt

nien derzeit bei 81 % liegt, ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Milch- und somit Zuchtrindern stabil bleibt bzw. weiter steigt. Die klimatischen und betrieblichen Gegebenheiten erfordern auch weiterhin einen regelmäßigen Import

von Zuchtvieh. Als bewährter Partner wird MASTERRIND in Zukunft Willes Farming Ltd. noch intensiver mit hochwertigem Zuchtvieh beliefern.

Almut Hertz-Kleptow

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Die Kühe liegen in mit Sand eingestreuten Boxen, der Sand auf den ­Laufflächen sorgt für Trittsicherheit

Gesunde Kälber? r?

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Erfolgreiche Besamung – ohne Hals-

Management

Morgens halb zehn im Kuhstall. Tierzuchttechniker Horst soll mehrere Rinder und Kühe bei Bauer Mus­ termann belegen, bis zum Mittag hat er außerdem noch zwei weitere Servicetermine bei Landwirten in der Umgebung ausgemacht. Die Zeit drängt, da Horst seine Landwirte ungern in ihrer Mittagspause stört. Um sechs Uhr hat er sich be­ reits mit seinen Kollegen im Teambüro getroffen, nochmal das Tonband abgehört, abge­ sprochen wer welche Betriebe anfährt und Agrarartikel einge­ packt, die seine Kunden bei ihm bestellt hatten. Danach ist er die Betriebe angefahren, deren Tiere tagsüber Weidegang haben, um deren Besamungen noch im Stall durchführen zu können. Einer seiner Betriebe melkt in einem Durchtreibemelkstand auf der Weide und Horst ver­ sucht auch ihn noch zu errei­ chen, bevor die Kühe wieder frei auf der Weide laufen.

notdürftig einen Laufgang ab­ trennt. Die optimale Lösung ist das sicher nicht, die Besamung gelingt jedoch endlich. Tiere und Menschen sind gestresst. Zu lange dauerte es, bis Horst den für das Tier aufgetauten Samen einsetzen konnte. Zum Glück wird bei der ganzen Aktion niemand verletzt. Horsts Zeit­ plan ist im Eimer, die anderen Landwirte muss er in der Mit­ tagspause stören. Und Bauer Mustermann wundert sich spä­ ter über die schlechten Besa­ mungsergebnisse.

So nicht!

So sieht es zum Glück nicht überall aus! Viele Landwirte kennen die Tour ihres Besa­ mungstechnikers, wissen in etwa, wann er ihren Stall auf­ sucht und stellen sich darauf ein. Manche sprechen auch aufs

Leider ist Bauer Mustermann nirgends anzutreffen. Auf dem Tonband hatte er nur die kurze Nachricht: „Mustermann, Mus­ terdorf, mehrere Kühe und Rin­ der bullen“ hinterlassen. Auf dem Betrieb findet Horst einen Schmierzettel vor, auf dem Stallnummern vermerkt sind, weiter nichts. Der zufällig vor­ beikommende Auszubildende weiß auch nicht mehr. Immerhin hilft er Horst dabei, die notier­ ten Tiere im Stall zu suchen. Je länger Techniker und Lehrling suchen, umso hektischer wer­ den die Tiere. Besonders die Jungrinder laufen immer im Kreis und treten in alle Richtun­ gen aus. Es gibt leider keine Möglichkeit, sie im Fressgitter zu fixieren oder sie in eine Ecke zu treiben. Horst sucht sich ein Stück Strohband, mit dem er 64

Es geht auch anders

Soll der Techniker das richtige Tier finden, ist es ratsam, dieses vorher ­festzubinden

Tonband, wann sie bei den Tieren anzutreffen sind. Kommt der Techniker auf den Hof, sucht er auf einzelnen Betrieben zuerst die Stiefelkam­ mer auf: Um die Übertragung von Krankheiten wie Mortellaro zu vermeiden, stellen manche Landwirte den Besamungstech­ nikern und den Tierärzten eige­ ne Stiefel mit Sicherheitskappe zur Verfügung, ebenso Overalls. Eine Investition, die sich schnell lohnen kann! Auf Schweinebe­ trieben ist die Bereitstellung von Stallkleidung bereits vorge­ schrieben, um Krankheitsver­ schleppung zu verhindern. Rindviehbetriebe sind bislang von solch strengen Vorschriften verschont geblieben.

Informationen zum Tier Gut ist es, wenn der Techniker alle benötigten Informationen an einem festen Platz vorfindet. Das ist häufig im Stallbüro der Fall oder in den guten alten Wandkästen. Um die Besamung durchzuführen, werden die Besamungskarten des Betriebes gebraucht. Dadurch werden unter anderem Belegungen mit unterschiedlichen Bullen ver­ mieden, die weitere Kosten für

Ist die Kuh nicht fest fixiert, sie des Technikers Zeitplan ruiniert

Herkunftsnachweise nach sich ziehen würden. Verwendet man die Ohrmarke, um das Tier zu identifizieren, geht man den sicheren Weg. Verlässt man sich nur auf die Stallnummer, kann es leicht zu Verwechslungen kommen – jeder weiß, wie schnell eine Nummer vom Halsband abfallen kann! Hilfreich für den Techniker ist auch, wenn der Landwirt ihm das letzte Kalbedatum und die Abstammung des Tieres notiert, damit Inzucht vermieden wer­ den kann. Der Landwirt sollte mithilfe des Bullenkataloges den passenden Vererber auswählen. Er kennt seine Tiere am besten, der Tierzuchttechniker steht bei Fragen gern zur Seite. Werden von der MASTERRIND im Vor­


und Beinbruch

Was Sie tun können, um eine stress- und ­gefahrfreie Besamung zu ermöglichen: • beim Bau auf Einfangmöglichkeiten und Schlupflöcher für Per­ sonen achten • den Stall nicht überbelegen, um Übersichtlichkeit und Flucht­ möglichkeiten zu haben • auf ausreichende Beleuchtung (Stall und Vorräume) achten, Leuchtstoffröhren kontrollieren • optimale Brunstkontrolle, möglichst nur brünstige Tiere melden (siehe Infobox) • notieren, welches Tier mit welchem Bullen belegt werden soll • Tiere möglichst vor Eintreffen des Technikers fixieren • den Besamungstechniker im Stall begleiten

aus Anpaarungslisten per Bul­ lenanpaarungs-Programm (BAP) erstellt, sind die Vorfah­ ren bereits berücksichtigt und die Auswahl eines geeigneten Bullen fällt leichter. Die Erstel­ lung einer solchen Liste gehört zum kostenlosen Service-Ange­ bot und enthält neben dem Bullennamen auch den jeweili­ gen Preis der Spermaportion. Die Lis­ten sind besonders hilf­ reich, wenn unterschiedliche Personen im Stall beschäftigt sind und z.B. der Auszubildende einen Bullen auswählen soll. Der Landwirt selbst kann bei der Erstellung einer BAP-Liste vorge­ ben, welche Bullen er einsetzen möchte und worauf er züchte­ risch Wert legt.

Je mehr Fakten, desto besser Ist der Landwirt bei der Besa­ mung selbst vor Ort, können eventuell Aussagen zum Verlauf der letzten Abkalbung und zur Brunst gemacht werden. In manchen Fällen lassen sich so unnötige Besamungen verhin­ dern, etwa wenn die Kalbung weniger als 60 Tage zurückliegt, der optimale Besamungszeit­ punkt im Verlauf der Brunst noch nicht erreicht ist oder das Tier bereits abgeblutet hat. Das spart bares Geld! Der Tierzucht­ techniker ist nur einen kurzen Moment beim Tier, der Tierhal­

ter selbst ist für das Fruchtbar­ keitsmanagement im Betrieb und die Brunstkontrolle zustän­ dig. Eine erfolgreiche Belegung ist daher auch von der Zusam­ menarbeit zwischen Züchter und Tierzuchttechniker abhän­ gig! Die Unfallverhütungsvorschrif­ ten (UVV) der Berufsgenossen­ schaften fordern, dass Tiere während der künstlichen Besa­ mung sicher fixiert sind und dass zum Absondern von Tieren aus einer Gruppe eine weitere Hilfsperson zur Verfügung steht. Leider ist dies nicht immer der Fall! Wie im oben genannten fiktiven Beispiel, verbringen die Mitarbeiter der MASTERRIND oft einen großen Teil ihrer Ar­ beitszeit damit, Tiere in Ställen aufzusuchen und möglichst zu fixieren. Dabei sollte es in Ihrem Interesse als Tierhalter sein, zum einen Einfangmöglichkeiten zu haben und zum anderen die Rinder bereits vor Eintreffen des Technikers anzubinden oder von der Herde abzutrennen. Bewährt haben sich Selektionsboxen mit Fressfanggittern. Ist dies nicht möglich, so hilft zum Beispiel bei Kühen ein einfacher Strick, der hinten an der Liegebox fest­ gemacht wird, damit das Tier diese nicht verlassen kann. Planbefestigte Laufstallböden sollten von Zeit zu Zeit abge­ schoben werden, um die Rutsch­ gefahr für Mensch und Tier zu

Bei Fragen sprechen Sie gern Ihren Techniker an! Zusammen ­besprochene Probleme und eine gemeinsame Lösung verhelfen sowohl Ihnen als auch Ihrem Techniker zu mehr Erfolg!

reduzieren. Durch diese Maß­ nahmen wird Ihre eigene Sicher­ heit und die des Besamungs­ technikers e­ rhöht und der Zeit­ aufwand pro Tier verringert sich!

Aufgetautes Sperma schnell versamen In diesem Jahr sind viele Tiere durch die Blauzungenimpfungen besonders unruhig, und es sollte jedem Landwirt daran gelegen sein, zusätzlichen Stress in der Herde zu vermeiden. Sind die Tiere festgemacht, kann die Besamung schnell erfolgen und der Besamungstechniker verlässt zügig und sicher wieder den Stall. Bei bereits fixierten Rindern kann der aufgetaute Samen schneller eingesetzt werden, die Spermien sind mobiler und der Besa­

mungserfolg wird verbessert! Nach getaner Arbeit sollte ein Mülleimer für den Besamungs­ handschuh und die Seminette bereitstehen, ebenso ein Wasch­ becken zum Waschen der Hände und ein Wasserschlauch, um die Stiefel zu reinigen – schließlich möchten auch Sie nicht, dass ein Besamungstechniker mit ungerei­ nigten Stiefeln Ihren Stall betritt! Hat der Tierzuchttechniker alle Daten in seinen Computer einge­ geben und den Beleg-Aufkleber gedruckt, heißt es „Auf Wiederse­ hen!“ und es geht weiter zum nächsten Termin. Hoffentlich in einem Stall, in dem sich stress­ frei und ungefährlich arbeiten lässt. Text: Annette Brokering Zeichnungen: Kai-Uwe Müller �

Tipps zur Brunstbeobachtung • Brunstkalender führen (sprechen Sie den Techniker an) • mindestens dreimal täglich 20 Minuten Brunstkontrolle • allen im Stall Beschäftigten die Brunstkontrolle nahelegen • dem Lehrling als Ansporn eventuell eine kleine Prämie bieten • alle Auffälligkeiten bei den Tieren notieren (Brunst, Schleim, ­Abbluten) • Rindergruppen einteilen (tragend/nicht tragend) • Hilfsmittel nutzen (Heatdetector, Schrittzähler/Pedometer, ­Auf kleber, ...) 65


Der Tierzuchttechniker

Freude am Umgang mit  Mensch und Tier Die MASTERRIND GmbH Rinderzucht und Vermarktung hat einen umfangreichen Mitarbeiterstab im Innen- und Außendienst. Enges Bindeglied zu den Betrieben in Niedersachsen und Sachsen ist der Tierzuchttechniker. Er leistet seit Jahrzehnten wichtige Zuchtarbeit und ist für seine Kunden Ansprechpartner und Berater zugleich. Doch wie läuft die Ausbildung eines Tierzuchttechnikers und welche Voraussetzungen muss er für eine erfolgreiche Tätigkeit mitbringen? Das beantwortet Max Knöllner, MASTERRINDTechniker in Niedersachsen.

Management

Zu meiner Person

Frage, was ich nach meiner recht umfangreichen Ausbildung machen könnte. Mein größtes Interesse galt immer den Tieren, somit recherchierte ich nach passenden Berufsbildern im Internet und wurde so auf die MASTERRIND GmbH aufmerksam, die Tierzuchttechniker-Stellen zu besetzen hatte.

Ich bin 25 Jahre alt und in und um Hannover aufgewachsen. Bevor ich mich für den Job des Welche Voraussetzung Tierzuchttechnikers entschieden brauche ich, um den habe, hatte ich nach meinem Beruf auszuüben? Schulabschluss zunächst die Ausbildung zum Landwirt erMeine Vorstellungen von den folgreich abgeschlossen. Im Anforderungen an Bewerber Anschluss besuchte ich die passten recht gut zu dem, was Fachoberschule Agrarwirtschaft ich in der Stellenausschreibung und die Einjährige Fachschule las. Für mich waren folgende Agrarwirtschaft in Hannover. Punkte besonders wichtig: FlexiDa ich nicht von einem Hof bilität, landwirtschaftliches Anzeige-Tierzuchttechniker_Anz-Techniker 19.12.11 13:02 Seite 1 komme, stellte sich für mich die Fachwissen, vor allem aber Die MASTERRIND GmbH ist das international führende Unternehmen in der Rinderzucht. Qualifizierte und hochmotivierte Mitarbeiter bilden eine enge Brücke zu Mitgliedern und Kunden. Für den Ausbau unseres Service-Netzes suchen wir eine/n einsatzfreudige/n

 Tierzuchttechniker/in als Service-Partner/in für unsere Mitglieder. Ihre Qualifikationen:  Landwirtschaftlicher Hintergrund  Kommunikations- und Teamfähigkeit  Engagement und Flexibilität  Überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft Wir bieten einem begeisterungsfähigen Mitarbeiter eine interessante, verantwortungsvolle, vielseitige Tätigkeit mit langfristiger Perspektive in einem hochmotivierten Team. Auf Ihre Bewerbung freuen wir uns. MASTERRIND GmbH, Herr Heino Wahlers 27283 Verden, Osterkrug 20, TEL. 0 42 31.6 79-0 FAX 0 42 31.6 79-780, E-MAIL info@masterrind.com

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Der Techniker ist wichtiger Ansprechpartner für den Betriebsleiter

Kuhverstand und Aufgeschlossenheit. Ideal ist es natürlich, wenn man bereits einen Lehrgang für Eigenstandsbesamer besucht hat. Das wird zwar nicht verlangt, man bekommt dort aber schon einen ersten Einblick in die späteren Aufgaben und kann erste Erfahrungen sammeln.

den Prüfungen, den ich im mecklenburgischen Schönow besucht habe. Nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung erlangt man den Berufstitel des „staatlich anerkannten Tierzuchttechnikers“.

Wie verläuft die ­Ausbildung?

Bevor ich mich für den Beruf entschied, bin ich mehrere Tage mit einem Techniker unterwegs gewesen. All die vielfältigen Aufgaben, die zu erledigen waren, trafen meine Vorstellungen: der Umgang und die Arbeit mit den Tieren, der Kontakt zu den Landwirten, der Interessenaustausch und z. B. Hilfestellungen bei der Fruchtbarkeitsverbesserung.

Als Mitarbeiter im Außendienst sollte man natürlich auch über die Arbeit im Innendienst einer Zuchtorganisation informiert sein. In den ersten Wochen der Ausbildung erhielt ich Einblicke in fast alle Abteilungen der Zentrale in Verden. Anschließend wird man einem erfahrenen Kollegen zugewiesen, der als praktischer Ausbilder fungiert. In dieser Zeit erlernt man das Besamen der Tiere, Fruchtbarkeitskontrolle, Trächtigkeitsuntersuchungen und einzelne Unterschiede der Zyklusstadien. Um die praktischen Erfahrungen zu festigen, folgt ein mehrwöchiger Lehrgang mit anschließen-

Warum übe ich genau den Beruf aus?

Was ist das Interessante an dem Beruf ? Man arbeitet eigen- und selbstständig, der tägliche Arbeitsablauf muss daher möglichst genau geplant werden. Selbstverständlich sind auch der Austausch mit den Kollegen und


Wie läuft ein Tag bei einem Tierzuchttechni­ ker ab?

• Fachgerechte Durchführung von Besamungen • Ultraschalluntersuchun­ gen (Scannerdienst) Insbesondere in wachsenden stellt das Stempel Workshop_Stempel Workshop 12.12.11 07:35 Seite Betrieben 1 • Rektale Trächtigkeitsunter­ Herdenmanagement große Anforderungen an den suchungen zur Erkennung nichtträchtiger Tiere Betriebsleiter. Der Erfahrungsaustausch mit den • Besamungs-Servicepro­ ­Berufskollegen, aber auch Fachleuten aus der Veterigramm vom Kalben bis närmedizin oder des Fruchtbarkeitsmanagements zur nächsten Trächtigkeit • Zuchtberatung – wir helfen gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Ihnen beim Management Ihrer Herde now e.V. (IFN) in Bernau bei • Computergestütztes Bul­ Berlin. Seit 2003 ist der Tierarzt len-Anpaarungsprogramm hier beschäftigt und widmet (BAP) sein Wirken insbesondere dem • Auf Wunsch Einlagerung Bereich Fruchtbarkeitsmanagebestimmten Bullensperment. mas Termine • Übertragung von Embryo­ 9. Januar, Cuxhaven (10 Uhr) nen 9. Januar, Elmlohe (19 Uhr) • Beratung über und Auslie10. Januar, Deinstedt (10 Uhr) Seit 2009 bietet die MASTERferung von Agrarproduk­ 10. Januar, Stade (19 Uhr) RIND für ihre Mitglieder in ten 11. Januar, Kirchlinteln (10 Uhr) Sachsen und Niedersachsen in • Stickstofflieferung für 11. Januar, Worpswede (19 Uhr) den Wintermonaten Workshops Kaltbrand 12. Januar, Affinghausen (10 Uhr) zu wichtigen Themen der Rin• Betreuung der Eigenbe­ 12. Januar, Moringen (19 Uhr) derhaltung an. Der inzwischen standsbesamer 13. Januar, Erpensen (10 Uhr) dritte Workshop dieser Reihe 13. Januar, Trebel (19 Uhr) widmet sich im Januar 2012

N 3. I F

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Max Knöllner in Aktion

3. Info-Workshop in Niedersachsen

W OR

Es gibt Tierzuchttechniker mit eigenem Bezirk und sogenannte Vertretungstechniker. Als solcher bin ich zur Zeit im Einsatz. Vertretungstechniker fahren die Frei- sowie Urlaubstage der Bezirkstechniker. Üblicherweise wird der Vertreter einem bestimmten Team zugeordnet, ich bin derzeit im sogenannten Team 6, dessen Büro sich in Sottrum befindet. Das heißt ich fahre fest bei mehreren Bezirkstechnikern und bewege mich von Achim/Oyten bis nach Buxtehude und Munster. Morgens plant man zunächst seine Tour und los geht es. Auf den Höfen warten dann unterschiedliche Aufgaben, wie Besamung oder Kontrolle des Zyklus oder der Gebärmutter, Beratung zur Verbesserung der Fruchtbarkeit, Bullenanpaarung und vieles mehr.

Schon vormerken:

Dienstleistungs­ spektrum der MASTERRIND-­ Tierzuchttechniker

012

P

Teamarbeit sehr wichtig. Täglich hat man mit neuen Situationen zu tun und die Arbeit ist immer wieder anders. Kein Tier ist gleich, jedes muss anders behandelt werden. Der Techniker kommt viel herum und kann viele Eindrücke sammeln.

KSHO

Weiterbildung möglich

Das Berufsbild des Tierzuchttechnikers bietet Möglichkeiten der Weiterbildung. Mit dem Abschluss des Fachagrarwirts qualifiziert man sich auch für Führungsaufgaben. Der Lehrgang dauert zehn Wochen und findet ganztägig jeweils von Montag bis Freitag statt und endet mit einer Prüfung. Zu den Themen gehören neben allgemeinen Punkten, wie Rhetorik, Betriebswirtschaft und Rechnungswesen, auch sehr fachbezogene Bereiche. Zu nennen sind hier Fruchtbarkeitsmanagement, Anatomie, Physiologie, Hygiene, Fütterung und Tierhaltung. Ein dritter Block vermittelt technisches Wissen, wie Labortechnik und Biotechnologien. Max Knöllner

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dem Thema: Brunsterkennung – der Schlüssel zum guten Fruchtbarkeitsmanagement. Die Themenbereiche • Grundlagen rund um die Brunst • Hilfsmittel zur Brunsterkennung • Überprüfung der Besamungstauglichkeit Der Referent Dr. Markus Jung ist Direktor des Instituts für Fortpflanzung landwirtschaftlicher Nutztiere Schö-

Der letzte Workshop stieß auf großes Interesse

Bereits im November wurde dieses Seminar in Sachsen, ebenfalls unter Dr. Jungs Leitung, mit einer sehr guten Resonanz durchgeführt. Einen Bericht zur Einstimmung auf das niedersächsische Seminar finden Sie somit auf der folgenden Seite (S. 68). Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen gibt Ihnen auch Ihr Techniker oder Fachberater. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt, es entscheidet der Eingang der Anmeldung. Der Workshop ist für MASTERRIND-Mitgliedsbetriebe kostenlos. Anmeldungen bitte an: Sonja Ahrens, Tel.: 0 42 31.6 79-675, Fax: 0 42 31.6 79-736 oder E-Mail: info-seminar@masterrind.com  m 67


MASTERRIND-Veranstaltung

Fruchtbarkeitsworkshop in Sachsen

Management

In der Zeit vom 7. bis 11. November fanden an ver­ schiedenen Standorten in Sachsen Workshops zum Thema: „Brunsterkennung – der Schlüssel zum gu­ ten Fruchtbarkeitsmanagement“ statt. Gemeinsam mit Dr. Markus Jung vom Institut für Fortpflanzung landwirtschaftlicher Nutztiere Schönow e.V. organi­ sierte die MASTERRIND diese Veranstaltungsreihe, die sich ganz besonders an Praktiker wandte, also an den Personenkreis, der täglich mit der Brunstbeob­ achtung zu tun hat. Da diese Schulungen jeweils einen theoretischen und einen praktischen Teil umfassen sollten, wurden in Sachsen fünf Milchproduktionsbetriebe gefunden, die dafür ideale Voraussetzungen boten, wie z. B. Schulungsraum, separierte mit Prostaglandin vorbehandelte Kühe sowie eine (nicht unwichtige) Tagungs- und Pausenversorgung. Schon vorweg, die Resonanz an allen Veranstaltungstagen war erwartungsgemäß sehr groß, so dass die vorher angedachte max. Teilnehmerzahl von 15 Personen nicht eingehalten werden konnte. Da sich für einen Tag 34 Personen angemeldet hatten, erwies sich Dr. Jung als so flexibel, dass er kurzerhand einen zweiten Fachmann

aus Schönow mitbrachte und somit zwei Kurse parallel laufen konnten.

Rund um die Brunst Der erste theoretische Teil befasste sich mit den Grundlagen rund um die Brunst. Zyklusphasen, hormonelle Regelmechanismen, Brunstsymptome sind nur einige Stichpunkte daraus. Diskussionsstoff gab es dann zum Thema „Organisation der Brunstbeobachtung“. Wer? Wie oft? Wie lange? Nicht nur in Sachsen deckt die Beantwortung dieser Fragen (zu viele, zu wenig, zu kurz) entscheidende Reserven im Fruchtbarkeitsmanagement auf. Die Vorstellung aktueller technischer Hilfsmittel zur Brunsterkennung (wie z. B.

Kursteilnehmer in der Agrargenossenschaft Jänkendorf e.G.

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Heatime) sowie Hormonprogramme zur Brunststeuerung rundeten dieses erste Tagesprogramm ab. Für die Arbeit dann im Stall hatten die Betriebe jeweils zehn Kühe mit Prostaglandin „in Brunst gebracht“. Herr Dr. Jung gab nun die Aufgabe an die Kursteilnehmer, die Kühe auf Besamungstauglichkeit zu überprüfen. Das heißt unter Hinzuziehung des Vorberichtes und der Erkennung äußerer Brunstsymptome dieser Kühe zu entscheiden, ob sie zur Besamung vorgestellt werden können. Jede Entscheidung wurde dann von Dr. Jung sachlich kommentiert und er wies immer wieder darauf hin, dass das Puzzle „brünstige Kuh“ sich nur aus den viele Einzelhinweisen (Brunstschleim, Rötung und Schwellung der Vulva, Abschürfungen durch Aufspringen, Vorbericht...) zusammensetzt. Eine kurze Demonstration an Schlachtorganen rundete auch hier für die Teilnehmer den Informationsgehalt ab. Mit einer Auffrischung des schon vorhandenen Wissens, mit neuen Erkenntnissen und mit der Motivation für ihre Aufgaben rund um die Brunst fuhren die Teilnehmer dieses Work-

Lehrbuchartiger Brunstschleim

shops wieder nach Hause. Vielen Dank an Dr. Markus Jung vom Institut für Fortpflanzung landwirtschaftlicher Nutztiere Schönow e.V. für die gelungene Veranstaltungsreihe. Den Betrieben Agrargenossenschaft Jänkendorf e.G., Agrarproduktion „Am Bärenstein“ Struppen e.G., Agrarhof Gospersgrün e.G., Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf e.G. und dem Agrar- und Beteiligungsunternehmen AGROSS e.G. an dieser Stelle ein großes Dankeschön, da sie durch die super Vorbereitung und Unterstützung zum Gelingen erheblich beigetragen haben. Torsten Ott

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Demonstration an Schlachtorganen in der AGROSS e.G. Großstolpen; links Dr. Markus Jung


5. Milcherzeugerforum in Harsefeld  mit 270 Besuchern Sehr zufrieden zeigten sich die Landwirtschafts­ kammer Niedersachsen, die MASTERRIND GmbH und die Land und Forst als Veranstalter des diesjäh­ rigen 5. Milcherzeugerforums, das am 30. November 2011 in der Festhalle Harsefeld durchgeführt wurde. So konnte Vorstandsmitglied Erich Hinrichs in Vertretung des erkrankten Kammerpräsidenten Arendt Meyer zu Wehdel 270 interessierte Landwirte aus der Region als Zuhörer begrüßen. Angesichts der aktuellen Diskussionen um Tierschutz und Tierwohl stand die „Optimale Haltung / Aufzucht von Kälbern und Milchkühen“ als Themenschwerpunkt auf dem Tagungsprogramm.

Kälberfütterung

Dr. Hans-Jürgen Kunz

Dr. Hans-Jürgen Kunz vom Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp (SH) und Andreas Pelzer vom Landwirtschaftszentrum Haus Düsse (NRW) informierten in zwei sehr praxisbezogenen, lebendigen Vorträgen über aktuelle Fragen der Kälberaufzucht und Milchviehhaltung. Dabei ging Kälberexperte Dr. Kunz speziell auf die Intensität der Aufzucht in den ersten Lebenswochen ein. Nach neueren Untersuchungen sollen die neugeborenen Kälber in den ersten drei bis vier Wochen deutlich mehr Vollmilch bekommen (evtl. sogar zur freien Aufnahme) oder eine Milchaustauschertränke mit einer Konzentra-

tion von 160 g je Liter Tränke. Die höhere Energiedichte der Tränke wirkt sich sehr positiv auf die Organentwicklung aus und führt zu deutlich höheren Tageszunahmen. Gleichzeitig erkranken die intensiv gefütterten Kälber weniger häufig, sind insgesamt robuster und haben geringere Verlustraten. Diese höhere Intensität soll sich nach verschiedenen Untersuchungen sogar positiv bis zur ersten Laktation auswirken, mit höheren Milchleistungen und geringeren Abgangsraten. Speziell ging Dr. Kunz noch einmal auf die Bedeutung der Biestmilchversorgung „als Lebensversicherung“ für das neugeborene Kalb

Die Veranstaltung war gut besucht

ein. Hier gilt eine möglichst schnelle Versorgung mit Biestmilch kurz nach der Geburt als Grundlage für eine gute Kälbergesundheit. Es sollen bei der ersten Milchgabe mindestens zweieinhalb und sogar bis zu vier Liter Biestmilch aufgenommen werden. Die restliche Biestmilch soll dem Kalb über eine Nuckeltränke leicht angesäuert zusätzlich zur freien Aufnahme angeboten werden. Früher geäußerte Bedenken, dass zu große Biestmilchmengen zu Durchfallproblemen führen, verneinte der Experte, da sich dies in neueren Untersuchungen nicht bestätigt habe. Angesicht des bevorstehenden Winters wurde auch noch einmal auf den höheren Energiebedarf der Kälber bei niedrigen Temperaturen oder Frost hingewiesen. Um hier einen Ausgleich zu schaffen, soll die Tränkemenge um einen Liter erhöht werden.

Lebensleistung Im zweiten Vortrag ging Andreas Pelzer, Rinderexperte in Haus Düsse, auf die Anforderungen von Milchkühen im Hinblick auf eine möglichst hohe Lebensleistung ein. Er stellte deutlich heraus, dass hochleistende Tiere ein Maximum an Tierkomfort im Stall benötigen. Dies gelte insbesondere für die Gestaltung möglichst weicher Liegeboxen, wobei der Referent sowohl gut gepflegte Tiefboxen (höherer Einstreu- und Arbeitsbedarf, aber von den Kühen bevorzugt) als auch Hochboxen mit weicher Liegematte und ausreichend Einstreu als geeignete Haltungsvariante empfahl. Wichtig sei immer ein gutes Boxenmanagement mit dem Ziel, die Liegeflächen möglichst sauber und trocken zu halten. Hier gäbe es

in vielen Milchviehbetrieben noch einiges zu verbessern. Wichtig seien auch rutschsichere Laufgänge (möglichst mit Gummimatten), eine ausreichende Zahl von Tränken verteilt an verschiedenen Stellen im Stall, eine gute Beleuchtung und ein optimal gestalteter Futtertisch. Hochleistungskühe, so Andreas Pelzer, benötigen „ein Fünf-Sterne-Hotel mit Luxussuiten und keine Jugendherberge“. Dann fühlen sie sich wohl, bleiben gesund und danken es über viele Jahre mit hohen Leistungen.

Aus der Praxis Im Praktikervortrag stellte mit Stefan Schulte-Lohmöller aus Rhede-Borsum, ein bekannter Milchviehzüchter und Schaubeschicker, seinen Betrieb vor. Er erreichte mit seiner 200-köpfigen Milchviehherde, die im Familienbetrieb mit Bruder, Vater und zwei Auszubildenden geführt wird, bei dreimaligem Melken der Hochleistungsgruppe aktuell eine Herdenleistung von über 11.800 kg Milch. Die Remontierungsrate liegt im 10-jährigen Durchschnitt bei 22,9 %. Es verwundert daher nicht, dass die Abgangstiere mit knapp 40.000 kg Milch eine weit überdurchschnittliche Lebensleistung erzielen. Um solche Erfolge zu erzielen, ist das Betriebsmanagement im Betrieb Schulte-Lohmöller darauf ausgerichtet, sehr gute Haltungsbedingungen vom Kalb bis zu den Kühen zu schaffen, die Tiere optimal zu füttern und eine konsequente Gesundheits- und Fruchtbarkeitsbetreuung zu gewährleisten. Dr. Jakob Groenewold, LWK Niedersachsen

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Sächsischer Milchrindtag 2011

Mit gesunden und fruchtbaren Milch

Management

Ganz nach der alten Bauernweisheit „Alte Kühe, ­junge Hühner sind des Bauern Portemonnaie“ lassen sich die Empfehlungen des Sächsischen Milchrind­ tages am 2. November 2011 in Pulsnitz zusammen­ fassen. Bereits in der Eröffnung der gemeinsamen Fachtagung mit dem Sächsischen Landeskontrollverband e.V. und der MASTERRIND GmbH spannte Norbert Eichkorn, Präsident des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), den Bogen von den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hin zu den Vortragsthemen rund um die Gesundheit und Fruchtbarkeit der Milchkühe. Zwar seien die Milchpreise derzeit moderat, doch auch die Kosten sind deutlich gestiegen. Unter diesen Bedingungen bedarf es nicht nur einer günstigen Kosten- und Erlösstruktur sondern in erster Linie Verständnis für die Biologie der Milchkuh und vor allem der Fähigkeit, die Milchkuh auf Dauer im biologischen Optimum gesund und fruchtbar zu halten. Dass die sächsischen Milcherzeuger hier mit Fleiß und Beharrlichkeit auf einem guten Weg sind, zeigt die jährlich wachsende Liste der leben-

den Dauerleistungskühe. Viele dieser Tiere haben über acht und mehr Laktationen ihre Leistung unauffällig in der Mitte großer Herden erbracht und stehen in namhaften Zuchtbetrieben. Anlass genug, um diese Leistungen von der Sächsischen Milchkönigin Maria Lenk und Ullrich Delling, Geschäftsführer des Sächsischen Landeskontrollverbandes e.V., in der Moderation zu würdigen. Doch mit Einzelleistungen lässt sich keine nachhaltige Wirtschaftlichkeit erzielen. Bei der Jahresmilchleistung kann Sachsen zwar auf Spitzenleistungen verweisen, aber die Kennzahlen Lebensleistung mit 24.205 kg und Anzahl Laktationen mit 2,5 sind nur Mittelmaß. Darauf machte Annett Rindfleisch (LfULG) zu Beginn ihres Referates aufmerksam. Verschiedene Untersuchungen zeigten, dass mindestens 3,5 Laktationen, eine Lebensleistung je Kuh von mindestens 30.000 kg Milch und eine Milchleistung von über 15

Wie wichtig das Thema Lebensleistung für die sächsischen Milchbauern aus wirtschaftlicher Sicht ist, erläuterte Annett Rindfleisch (LfULG) an Hand von Kennzahlen

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Über 240 Teilnehmer kamen am 2. November 2011 in die Pfefferkuchenstadt und folgten aufmerksam den Fachvorträgen zur Verbesserung der Lebensleistung

kg je Lebenstag und Kuh ermolken werden müssen, ehe die Milchproduktion wirtschaftlich wird. Bezogen auf den sächsischen Durchschnitt müsste jede gemerzte Kuh noch eine Laktation länger in Produktion gehalten werden.

Ausgewogene ­Versorgung Um diese Eckzahlen zu erreichen, müssen die Kühe ausgewogen und nach ihrem Bedarf versorgt werden. Hochleistungskühe stellen hohe Anforderungen an das Futter. Leider werden bei der täglichen Fütterung allzu häufig grundlegende Fehler gemacht, resümierte Professor Dr. Manfred Hoffmann aus seiner Beratungspraxis beim Sächsischen Landeskontrollverband. Die vier primären Schwachstellen sind nach seiner Meinung eine ungenügende Grobfutteraufnahme, die primär zum Energiemangel führt, eine ungenügende Strukturwirksamkeit des Futters, ein Überschuss an Stärke und Zucker sowie das Auftreten von oxidativem Stress. Die Kenntnis der Futteraufnahme und die Kontrolle des Restfutters sind Voraussetzung für eine bedarfsgerechte Grundversorgung der Milchkühe. In der Rationsoptimierung steht dann als erstes die Sicherung der Strukturwirksamkeit der Futtermischung noch vor der bedarfsgerechten Energie- und Protein-

versorgung. Unter- als auch Überversorgung an Energie und Protein führen unweigerlich zu Belastungen des Stoffwechsels bis hin zu nachhaltigen Ernährungsschäden mit vorzeitigem Produktionsausfall und Verlust der Milchkuh. Erst an vierter Stelle ist die richtige Ergänzung des Futters mit Mineralstoffen und Vitaminen vorzunehmen. Allein auf Futterergänzungsstoffe zu setzen, bringe nichts, wird das 1 x 1 der Wiederkäuerfütterung nicht beachtet. Unter dem Titel „Auch alte Kühe können Kälber bekommen“ stellte Dr. Ilka Steinhöfel (LfULG) ihre mehrjährigen Analysen zur Fruchtbarkeit in sächsischen Betrieben zur Diskussion. Mehr als ein Viertel aller Jungkühe werden bereits in der ersten Laktation gemerzt. Verschwindend klein ist der Anteil an Kühen, die in die elfte oder zwölfte Laktation gehen. Basis für eine lange Nutzungsdauer sind gesunde Kälber. Anhand ihrer Untersuchungen konnte sie darlegen, dass die Abgangswahrscheinlichkeit in der ersten Laktation umso höher ist, je öfter das Kalb in den ersten Lebensmonaten krank war. Welchen Gewinn „alte“ Kühe dem Landwirt bringen, zeigte Ilka Steinhöfel an den knapp 25.000 ausgewerteten Abkalbungen auf. Jungkühe kalben sehr verlustreich ab. Die Kälberverluste bei Einlingsgeburten erreichten 15 % und stiegen bei


kühen Geld verdienen Mehrlingsgeburten auf fast 40 %. Die Verlustraten reduzieren sich in den folgenden Laktationen auf etwa 5 %. Jede Schwer- und Totgeburt ist immer auch ein Abgangsrisiko für die Kuh. Mit zunehmendem Alter neigten Kühe jedoch zu mehr Frühgeburten, zu stärkerer Verfettung, höherem Gebärpareserisiko und zu schlechterem Besamungserfolg. Zusammenfassend empfahl Ilka Steinhöfel, lieber mehr junge Kühe älter, als alte Kühe noch älter werden zu lassen.

Abgangsursache Eutererkrankungen sind die häufigste Abgangsursache für Milchkühe und euterkranke Tiere kosten den Landwirt richtig Geld. Dr. Karin Eulenberger von der Sächsischen Tierseuchenkasse rechnete den über 240 Zuhörern vor, wie sich der durchschnittliche Erlösverlust von 269 € je Mastitisneuerkrankung zusammensetzt. Mit rund 60 % bleibt das Geld bei der nicht verkehrsfähigen Milch und bei der infolge von Mastitis eintretenden Leistungsdepression des Drüsengewebes. Die Kosten für die Behandlung sind dagegen eher gering. Nach den Erfahrungen des Rindergesundheitsdienstes schätzten viele Landwirte die Eutergesundheit ihrer Tiere falsch ein und übersehen die ursächlichen Probleme. Häufig werden Therapien zu spät begonnen, zu kurz oder falsch durchgeführt und anschließend nicht bewertet. Eine Schwachstelle ist auch die mangelhafte Primärdatenerfassung von Mastitiserkrankungen. Das Prinzip „Selektieren, Sanieren, Stabilisieren“ werde oft missachtet. Eine Verbesserung der Eutergesundheit schafft der

einzelne Betrieb nur mit der konsequenten Umsetzung eines strategischen Sanierungskonzeptes. Dieses muss herdenbezogen sein und sich an den Leitkeimen orientieren, Fragen der Haltung, Hygiene und Fütterung umfassen sowie Diagnose, Therapie und Kontrolle beinhalten. Die Verantwortung hierfür liegt allein beim Landwirt, der jedoch seine Mitarbeiter, den Tierarzt und gegebenenfalls seinen Berater mit einbeziehen sollte.

Leistungsfähig bleiben Als wichtigste Maßnahme für die Sicherung der Leistungsfähigkeit unserer Milchkühe bezeichnete Andreas Pelzer, Landwirtschaftskammer NordrheinWestfalen, den Erhalt der Klauengesundheit. Klauenerkrankungen sind in der Regel das Resultat verschiedener Ursachen und erfordern umfassende Analysen der Zucht, Haltung, Fütterung sowie des Managements. Agieren statt reagieren, lautet die Devise für eine nachhaltige Klauengesundheit. Sobald auf Veränderungen an den Klauen reagiert werden muss, beginnt die Klauenbehandlung. Die Früherkennung von lahmen Kühen und rechtzeitiges Handeln schmälern das Erkrankungsrisiko. Voraussetzung ist die Schaffung tiergerechter Haltungsbedingungen, wie trittsichere, hindernisfreie Laufbereiche, ausreichende Beleuchtung und das Vermeiden von Überbelegung. Ebenso ist die Fußbodengestaltung für Kälber und Jungrinder an ihren Bewegungsbedarf anzupassen. Für eine gute Klauenpflege fordert Andreas Pelzer weiterhin eine wiederkäuergerechte Fütterung, ein ordentliches Hygienema-

nagement und eine für den Betrieb passende Zuchtstrategie, damit die Kühe auf starken Klauen alt werden können. Wie man mit züchterischen Mitteln auf eine höhere Lebensleistung und Fitness hinarbeiten kann, erörterte Dr. Uwe Bergfeld, Abteilungsleiter im LfULG. Die intensive Leistungsselektion der letzten Jahrzehnte ermöglichte einen mittleren genetischen Fortschritt von 82 kg Milch je Jahr und führte die ostdeutsche Milchrindpopulation auf ein Leistungsniveau von über 9.000 kg Milch je Kuh und Jahr. Inzwischen werden in der Zuchtarbeit neben der Milchleistung zu über 50 % Fitnessmerkmale beachtet. Die züchterischen Möglichkeiten zur Verbesserung dieser Merkmale sind jedoch begrenzt. Trotzdem gibt es in der Reinzucht noch ausreichend Spielraum für betriebsindividuelle Zuchtziele. Bei einer klaren Zuchtstrategie und einer konsequenten organisatorischen Umsetzung können unter bestimmten Betriebssituationen auch Kreuzungszuchtprogramme die Fitness in den Herden verbessern. Je höher das Leistungs- und Managementniveau liegt, umso geringer fallen die Heterosisvorteile jedoch aus.

Welchen Beitrag die Reinzucht oder Kreuzung zur Verbesserung der Fitness in der sächsischen Milchrind­ population erbringen kann, erörterte Dr. Uwe Bergfeld (LfULG) in seinem Vortrag

Uwe Bergfeld verwies zudem auf die Möglichkeiten der genomischen Selektion, durch die eine noch effektivere Selektion zur Verbesserung der Fitness und Lebensleistung möglich wird. Mit der Betriebsbesichtigung von zwei regionalen Milchviehbetrieben, den Landwirtschaftsbetrieb Andreas Kaiser in Großnaundorf und der Agrargenossenschaft Großröhrsdorf, fand der Sächsische Milchrindtag einen praxisorientierten Abschluss. Weitere Informationen zum Milchrindtag finden Sie unter: http://www.landwirtschaft.sachsen.de/landwirtschaft/7629.htm Dr. Steffen Pache, Sächsische Landesanstalt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Köllitsch

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Wie die Agrargenossenschaft Großröhrsdorf e.G. ihre Milchviehhaltung ausge­ baut hat und welche Leistungen erreicht wurden, erläuterte Thomas Alder den zahlreichen Teilnehmern der Betriebsbesichtigung

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Tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2011/12

Sächsische Rinderhalter im Landeswettbewerb

MITTELDEUTSCHER GENOSSENSCHAFTSVERBAND

(Raiffeisen/Schulze-Delitzsch) e.V.

Management

Beim gestarteten Landeswettbewerb „Tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2011/12 in Sachsen“ stehen artgerechte Nutztierhaltung und umweltschonende Produktion im Mittelpunkt. Der Wettbewerb wird in der vor uns liegenden Periode 2011/2012 differenziert für Milchkühe, Kälber/Jungrinder und Fleischrinder durchgeführt. Wie bereits in der zurückliegenden Wettbewerbsperiode wurde nach einem Ausschreibungsverfahren der Mitteldeutsche Genossenschaftsverband (MGV) mit der Organisation des Wettbewerbs beauftragt. Auch an der Zielstellung hat sich nichts geändert. Mit dem Wettbewerb wird die Absicht verfolgt, • den aktiven Tier- und Umweltschutz durch Landwirte am Beispiel besonders tiergerechter und umweltverträglicher Lösungen bei der Haltung von Rindern darzustellen, • die Anstrengungen zur Verbesserung der tier- und umweltgerechten Haltung von Rindern zu würdigen und • die Öffentlichkeit über den in Sachsen erreichten Stand bei der tiergerechten und umweltverträglichen Haltung von Rindern zu informieren.

Landeswettbewerb braucht rege Teilnahme Für den Erfolg des Wettbewerbs ist eine rege Teilnahme unerlässlich. Deshalb wenden wir uns an rinderhaltende Betriebe, Verbände und selbstverständlich auch an die staatliche Verwaltung: Nehmen Sie am Landeswettbewerb teil oder werben Sie für eine Teilnahme, wenn Sie mit Betrieben zu tun haben, die die 72

Voraussetzung erfüllen, also über eine gute Tierhaltung verfügen! Alle notwendigen Informationen sind auf der Webseite www. gute-tierhaltung-sachsen.de zu finden. Die Teilnahme ist einfach. Es müssen lediglich die Teilnahmeerklärung und eine Erklärung ausgefüllt werden, dass es keine Verstöße gegen Cross Compliance-relevante Vorschriften gegeben hat oder Verfahren laufen. Die Teilnahmeerklärung kann im Internet heruntergeladen oder direkt ausgefüllt und per E-Mail an uns gesendet werden. Selbstverständlich nehmen wir die Anträge auch auf dem Postweg oder per Fax entgegen.

Teilnahme bis 29. Februar 2012 Die Teilnahmefrist endet am 29. Februar 2012. Im März nimmt die vom Landesamt zu berufende Bewertungskommission ihre Arbeit auf. Die Kommission wird vor Ort prüfen, ob die Wettbewerbskriterien erfüllt werden. Die Kriterien sind ebenfalls auf der erwähnten Web-Seite zu finden. Neben der Einhaltung der Umweltvorschriften bezüglich der Lagerung und Ausbringung der organischen Dünger geht es vor allem um alle Fakto-

Besonders tiergerechte und umweltverträgliche Haltung wird honoriert und der Öffentlichkeit nahegebracht

ren, die das Wohlbefinden der Tiere beeinflussen, von der Unterbringung, dem Stallklima über die Fütterung und Betreuung bis zur Seuchenprophylaxe.

Ehrung als „Betrieb der ausgezeichneten ­Tierhaltung“ Die Teilnehmer, die die Vorgaben erfüllen, werden mit dem Titel „Betrieb der ausgezeichneten Tierhaltung“ und damit als Sieger im Landeswettbewerb „Tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2011/12 in Sachsen“ gewürdigt. Die Ehrung der Besten soll im Rahmen einer öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung – zum Beispiel dem „Tag des offenen Hofes“ – erfolgen. Wir hoffen, dass wir auf diesem Weg mehr öffentliche Aufmerksamkeit erzielen und am Beispiel der Siegerbetriebe die Fortschritte in der tiergerechten und umweltverträglichen Haltung einer breiteren Öffentlichkeit, letztlich also dem Verbraucher, vorstellen können. Dabei werden wir sehr stark

darauf setzen, die Menschen vorzustellen, die selbst die Tiere pflegen oder dafür verantwortlich sind. Jüngste Umfragen belegen, dass die Personen, die schon einmal in die Landwirtschaft hineingeschnuppert haben, die einen Landwirt persönlich kennen, ein positiveres Bild von der Landwirtschaft haben, als Leute, die sich ihre Meinung ausschließlich über die Medien bilden. Wir wollen Skeptiker durch anschauliche Beispiele überzeugen. Für die Organisation des Wettbewerbs sind im Mitteldeutschen Genossenschaftsverband der Bereichsleiter Agrargenossenschaften, Frank Illing, sowie Dr. Gerald Thalheim verantwortlich. Anfragen sind schriftlich an den MGV zu richten: 09120 Chemnitz, Helbersdorfer Straße 46 – 48, oder telefonisch an Frank Illing (03 71) 27 88-170, -171 bzw. (01 72) 2 54 93 89 (Dr. Gerald Thalheim), E-Mail: bag-mgv@mgv-info.de, Internet: www.gute-tierhaltungsachsen.de. m


In Sachsen

Regionale Melkwettbewerbe 2011 Auch in diesem Jahr fanden in Sachsen die herbstlichen Regionalwettbewerbe im Leistungsmelken statt. Von August bis Oktober wurden in insgesamt 26 Wettbewerben die besten Melker Sachsens ermittelt. Acht regionale Träger organisierten das Leistungsmelken auf Regionalebene für über 200 Melkprofis und Auszubildende aus mehr als 100 sächsischen Milcherzeugerbetrieben. Gemolken wurde in den Kategorien Handmelken, Fischgrätenmelkstand, Karussellmelken Einzel und Karussellmelken Team. Alle Sieger haben sich damit für das Landesmelken 2012 qualifiziert. Die Erhaltung und Fortführung dieser Melkwettbewerbe sollte trotz schwieriger Rahmenbedingungen unbedingt angestrebt werden, um das Image unseres Berufsstandes zu festigen bzw.

zu steigern. Allen Ausrichtern, Organisatoren, Teilnehmern, Preisrichtern und nicht zuletzt den vielen Sponsoren, die die Wettbewerbe mit Geld- und Sachspenden unterstützen, gilt unser großer Dank! Ein weiterer Höhepunkt war das diesjährige länderoffene Teamkarussellmelken in Thüringen. Anfang November starteten die Sieger des Landesmelkens 2010 (Karussell Team) Jaqueline Dautert und Marco Tartsch vom Milchcenter Prausitz als Vertreter für Sachsen in diesem seit 2000 stattfindenden Wettbewerb. Im Karussell der Wipper-

Teilnehmer am Regionalmelken im Milchgut Oberlungwitz (RBV Westsachsen e.V.)

dorfer Agrargesellschaft mbH & Co. KG in Wipperdorf/Thüringen kämpften sie um den begehrten Pokal der besten Teammelker in Deutschland. Unterstützt von ihrer Betreuerin, Kerstin König, ebenfalls vom Milchcenter Prausitz, belegten sie einen hervorragenden zweiten Platz hinter der gastgebenden Mannschaft. Für

diese Leistung sprechen wir dem Team unsere herzlichsten Glückwünsche aus und bedanken uns bei der Firma MASTERRIND für die Ausstattung unserer sächsischen Melker.

Romy Wartenberger, LKV Sachsen e.V.

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Sieger der Melkwettbewerbe des RBV „Hermann Schulze-Delitzsch“ Delitzsch e. V.

Marco Tartsch und Jaqueline Dautert vom Milchcenter Prausitz, Zweitplatzierte beim länderoffenen Wettbewerb Karussellmelken in Thüringen

Siegerehrung der vogtländischen Melker beim Kartoffelfest in Tirschendorf

Die Gewinner der Melkwettbewerbe der Rinderzuchtgemeinschaft Großenhain

73


Ruminact

Interessantes Erweiterungsmodul für

Management

Heatime ist ein innovatives elektronisches System zur Brunsterkennung. Über einen an der Kuh angebrachten Aktivitätssensor werden Bewegungen der Kuh erfasst und beim Passieren einer Antenne auf das System übertragen und ausgewertet. Auf diese Weise werden brünstige Kühe an ihrem Bewegungsprofil erkannt und zur Besamung vorgeschlagen. Im Umkehrschluss bietet Heatime auch die Möglichkeit, besonders inaktive und damit kranke Tiere zu erkennen. Tiefere Informationen zu den Gründen der Inaktivität wurden nicht ermittelt. Hier setzt nun das Zusatzmodul Ruminact an.

einen internen einjährigen Speicher, USB-Port und die Fähigkeit, Alarmmeldungen per SMS zu versenden. Wie bei Heatime üblich, werden Alarmsignale klar und deutlich auf dem Bildschirm oder durch eine externe rote Alarmleuchte angezeigt.

Touchscreen

Pansenmotorik als ­Informationsgrundlage

Heatime-Ruminact® Plug&Play ist eine Steuereinheit mit Touchscreen. Wie das herkömmliche Heatime-System zeichnet es sich durch einfache Installation aus. Mit diesem innovativen System können die Informationen über das motorische und Wiederkäu-Verhalten der Kühe gleichzeitig verwaltet werden. Es unterstützt bis zu 59 Antennen. Es ist möglich, die Daten von bis zu 1.000 Kühen zu verwalten. Das System verfügt über

Wenn sich die Pansenmotorik oder das Wiederkäu-Verhalten deutlich verändern, wird automatisch auf dem Farbbildschirm ein Alarmsignal mit einer Liste aller Kühe eingeblendet, die auffälliges Verhalten zeigen. Da jede Kuh über eine „individuelle Karteikarte“ registriert ist, können auch andere Informationen angezeigt werden. Sobald Veränderungen im Bewegungsumfang oder im Wieder-

Nebeneinander von Bleistift und Elektronik: Brunstkalender und Heatime

74

0

13

Erfasst: Beim Passieren der Antenne werden die Bewegungsdaten an Heatime übertragen

käu-Verhalten erkannt werden, zeigt das Steuergerät eine entsprechende Grafik dazu an. Auf der Grundlage dieser Informationen kann der Züchter geeignete Maßnahmen einleiten: z. B. die Besamung vornehmen, einen Tierarztbesuch anfordern oder Behandlungen durchführen. Mit diesem neuen Produkt lässt sich das Herdenmanagement einfacher und professioneller gestalten. Denn viele Funktionen und Informationen über die Zuchttiere können über ein einziges Steuergerät verwaltet werden! Darüber hinaus gestattet Heatime-Ruminact® die Einteilung der Tiere in unterschiedliche Gruppen, z. B. nach Alter oder nach Ernährung, um eine konstante und optimale Überwachung zu gewährleisten. Die Ruminact-Box ersetzt bei einer eventuellen Erweiterung das entsprechende Modul des Heatime-Systems. Die Installati-

Der Ruminact Touchscreen

on ist unkompliziert, und die Antennen werden normalerweise am Ein-/Ausgang des Melkraumes oder über einer der Tränken des Stalles angebracht. Heinz-Dieter Maack

Weitere Informationen: Heatime Heinz-Dieter Maack MASTERRIND GmbH Tel. 04231/679-630 mobil 0160/5355899 hdmaack@masterrind.com

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Trächtigkeitsuntersuchung Heatime mittels Ultraschall Brunst­erkennung mit Heatime Was ist Heatime®? Ein innovatives System zur Brunsterkennung, das auch schwache Brunstsignale sicher erkennt. Auf bau des Heatime®Systems Das System besteht aus drei Hauptelementen: • Display mit HintergrundBeleuchtung, optischem und akustischem Signal • Aktivitätsmesser • Identifizierungsantenne Vorteile des Heatime®Systems • Sichere Erkennung brünsti­ger Tiere • Auch unteraktive Tiere werden erkannt und behandelbar • Einfache Installation und Bedienung • Reduktion von Zwischenkalbezeit und Erstkalbealter • Deutlich bessere Fruchtbarkeitskennziffern Funktionsweise des Heatime®-Systems • An der Kuh angebrachter Aktivitätsmesser regis­ triert und verarbeitet alle Aktivitäten der Kuh in einem Zweistunden-Paket • Daten werden bei jedem Passieren der Antenne vom System aufgenommen • Datenübertragung über störungssichere Infrarotverbindung • Leuchtendes Alarmsignal bei brünstiger Kuh • Direktes Ablesen der erfassten Daten am Display • Möglichkeit der Datenübertragung auf ein Mobiltelefon

Neben der manuellen Trächtigkeitsuntersuchung gewinnt die aus der Humanmedizin bekannte Ultraschalluntersuchung auch in der Rinderzucht an B ­ edeutung. Worin der Vorteil dieser auch als Scannen bezeichneten Methode liegt, stellt der folgende Beitrag dar. Nutzen der TU mittels Ultraschall Der Nutzen der Trächtigkeitsuntersuchung (TU) mittels Ultraschall liegt in der Verkürzung der Güstzeit durch Früherkennung nicht tragender Tiere. Eine beschleunigte Intervention durch Verabreichung von Prostaglandin oder erneute Besamung wird ermöglicht. Der Zeitraum zwischen künstlicher Besamung (KB) und TU hat entscheidende Auswirkungen auf die Eingriffsmöglichkeiten im Falle einer Nichtträchtigkeit. Bei der konventionellen TU ist erst ab dem 42. Tag nach der KB eine sichere Diagnose zu stellen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Brunst, die zu einer erneuten Besamung hätte genutzt werden können, zumeist jedoch bereits

FWZ

KB 1 Brunst

Abb. 2: Einführung des Schallkopfes

KB 2 49 d

TU –

Brunstbeobachtung

80

49 d

TU +

143  GZ = 143 d rektale TU ohne PG VZ = 63

FWZ

KB 1

80

32 d

TU –

PG

3d

KB 2

32 d

TU +

GZ = 115 VZ  = 35

Abb. 1: Dauer der Verzögerungszeit (VZ) in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der TU. TU ab dem 37. Tag nach KB, 14tägiges Kontrollintervall. Tier rindert einmal um, wird als brünstig erkannt und besamt. Konzeption bei 2. KB

75


Abb. 3: MASTERRIND-Mitarbeiter Stefan Johanning bei der Ultraschall-Untersuchung

vorüber. Wertvolle Zeit ist verloren.

Management

Genauigkeit der TU ­mittels Ultraschall Auch bei der TU mittels Ultraschall gilt: Anders als bei der konventionellen TU jedoch bei Färsen bereits ab dem 25. Tag, bei Kühen ab dem 29. Tag, sicher möglich. Die Fruchtblase, wichtigstes Hilfsmerkmal der Ultraschall-Untersuchung, ist ab diesem Zeitpunkt aufgrund ihrer Größe deutlich erkennbar. Der wesentliche Vorteil der Ultraschall-Untersuchung liegt demzufolge in der früheren Erkennung nicht tragender Tiere. Die erneute Besamung in einer früheren Brunst wird ermöglicht. Ohne die biologisch wichtige freiwillige Wartezeit (FWZ) zu verkürzen, kann so die Güstzeit des Tieres reduziert und die Rentabilität des milcherzeugenden Betriebes gesteigert werden.

Vorteile nutzen Die vorgezogene TU ist nur dann sinnvoll, wenn im Falle einer Nichtträchtigkeit konsequent verfahren wird. Erfolgt die 76

Untersuchung kurz vor dem 42. Tag, steht die nächste Brunst möglicherweise kurz bevor und kann direkt genutzt werden. Idealerweise wird zwischen dem 29. und 35. Tag untersucht. In diesem Stadium reagiert das nicht tragende Tier sehr gut auf eine Prostaglandin-Gabe. Das Tier könnte somit bereits zwischen dem 32. und 38. Tag nach der KB erneut besamt, die Güst-

zeit somit um weitere fünf bis zehn Tage verkürzt werden. Im Beispiel (Abb. 1) ist das Rind (FWZ 60 Tage) nach der ersten Besamung nicht tragend, rindert um und wird in dieser Brunst neu besamt. Die Verzögerungszeit (VZ) liegt in diesem Beispiel bei 20 Tagen. Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Güstzeit, desto produktiver die Milchproduktion. Gegenüber der konventionellen TU ermöglicht die Nutzung von Ultraschallgeräten bei konsequenter Anwendung somit deutliche Rentabilitätssteigerungen. Die wirtschaftliche Ersparnis wird durch die Kosten einer ungenutzt verstrichenen Brunst bestimmt und liegt zwischen 80 und 150 Euro je erkannt nicht tragendem Rind.

Einfluss des Kontrollintervalls auf die Güstzeit Ein weiterer entscheidender Faktor ist der zeitliche Abstand zwischen den routinemäßigen TUs auf dem jeweiligen Betrieb. Bei wöchentlicher TU ab dem 42. Trächtigkeitstag werden beispielsweise nur Tiere zwischen 42 und 48 Tagen nach KB

untersucht. Wird nur alle 14 Tage untersucht, werden Tiere bis zu 55 Tagen Trächtigkeit kontrolliert.

Durchführung der Ultraschalluntersuchung Vor der Untersuchung sollten die Tiere fixiert werden. Dies verhindert zum einen Schäden an Mensch und Gerät und sorgt gleichzeitig für genauere Untersuchungsergebnisse. Der Ablauf der Untersuchung unterscheidet sich nur in Details von der konventionellen TU (Abb. 2). Zunächst wird das Rektum entleert. Anschließend sollte eine manuelle Kontrolle des inneren Genitaltraktes durchgeführt werden. Der Schallkopf des Ultraschallgerätes wird in das Rektum eingeführt und über dem Genitaltrakt platziert. Beide Uterushörner sowie beide Ovarien werden dabei abgetastet (Abb.3). Bei Fragen zum Thema wenden Sie sich an die Spezialisten der MASTERRIND oder direkt an die Zentrale in Verden (Tel. 0 42 31 / 6 79-0).

Heino Wahlers

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Milchfieber

Dieses Problem kennt jeder Rinderhalter Milchfieber ist eine der verlustreichsten Erkrankungen bei Kühen. Die Ursache für Milchfieber ist ­Kalziummangel im Blut. Während Erstkalbinnen seltener betroffen sind, steigt das Risiko zunehmend nach dem zweiten bis dritten Kalben und höherer Leistung. Betroffen sind im Durchschnitt 5 % der Kühe.

l a r e Min Milchfieber verursacht pro Kuh einen Verlust von ca. 300,- €. Die Kosten entstehen durch geringere Milchleistung, verminderte Fruchtbarkeit und ein erhöhtes Sterberisiko. Darüber hinaus leiden 75 % der Kühe an subklinischem Milchfieber, ohne sichtbar krank zu werden. Die negativen Auswirkungen von leichtem Kalziummangel werden oft unterschätzt. Die Futteraufnahme und Milchproduktion sinkt, die Kühe sind weniger aktiv und werden anfälliger für Krankheiten. Deshalb ist eine Milchfieberprophylaxe von großer Bedeutung und es wird empfohlen, die Kuh nach dem zweiten Kalben vorsorglich mit Kalzium zu versorgen. Auch die richtige Fütterung in der Trockenstehzeit unterstützt die Milchfieberprophylaxe und Gesundheit in der kommenden Laktation. So kann beispielsweise eine abgestimmte Versorgung mit Spurenelementen nachhaltig die Abkalberate und Fruchtbarkeit verbessern. Nicht zuletzt ist eine ganzjährige Zufuhr an Mineralstoffen und Spurenelementen für wichtige Stoffwech-

selvorgänge beim Rind unverzichtbar. Je nach Haltungsform gibt es verschiedene Möglichkeiten, um Spurenelemente wie Kobalt, Kupfer, Jod, Selen und Zink zu ergänzen. Der AgrarproduktVertrieb der MASTERRIND bietet verschiedene Boli zur gezielten und bedarfsgerechten Versorgung an. Mit MEGABRIC CALCIUM BOLUS wird die Kalziumversorgung rund um das Kalben unterstützt und dem Milchfieber vorgebeugt. Darüber hinaus enthält MEGABRIC CALCIUM auch Vitamin D3 für eine bessere Kalziumaufnahme. Für weitere Einsatzfelder werden empfohlen: JUNIORTOP für ein gesundes Wachstum von Jungtieren, MINERALTOP für Rinder und Kühe und PREPAVEL für Trockensteher. Die gleitfähigen Boli werden mit einem Eingeber verabreicht.

Fazit und Empfehlung Alle prophylaktischen Maßnahmen dienen dem Ziel, Verluste zu vermeiden und zahlen sich

langfristig aus. Immer mehr Landwirte setzen aus Überzeugung Boli ein und unterstützen die optimale Entwicklung und Leistungsfähigkeit ihrer Tiere. Sie stellen fest, dass sich das Vorbeugeprogramm rechnet. Sprechen Sie die Agrarproduktabteilung in Verden (0 42 31 / 6 79-610) oder Ihren Servicemitarbeiter vor Ort an.

Nicole Bender, Casa Verde

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27283 Verden Telefon 04231/679-610 www.masterrind.com Casa Verde Naturprodukte GmbH 44149 Dortmund Telefon 0231-5655760 www.casaverde-natur.de

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Umsatzrekord bei der MASTERRIND

Intern

Die MASTERRIND GmbH hat das abgelaufene Geschäftsjahr zum 30. September 2011 mit einem neuen Umsatzrekord abgeschlossen. Durch alle operativen Geschäftsfelder konnte ein deutliches Wachstum erzielt werden. Insbesondere der Spermaverkauf und der Besamungs- sowie Fruchtbarkeitsservice waren dafür verantwortlich. Aber auch die Tiervermarktung hat trotz des hervorragenden ­Vorjahresniveaus nochmals deutlich zugelegt. Denn die Nachfrage nach Zuchtund Nutzrindern ist so gut wie nie zuvor, daraus konnte der gesamte Bereich ­Kapital schlagen. Selten zuvor hat der Lebendtierverkauf den Lieferanten derart hohe Preise beschert. Zusätzlich zahlen sich natürlich die Anpassungsprozesse und Investitionen des Unternehmens in neue Technologien, Angebote und Märkte aus. Dieses Ziel soll auch zukünftig weiter verfolgt werden, um ein sicheres Fundament für die Zukunft zu schaffen. Die allgemeine wirtschaftliche Situation in der Rinderhaltung und Milchproduktion hat sich im vergangenen Jahr noch einmal nachhaltig verbessert. Die Milcherzeugerpreise verzeichneten bis Dezember 2011 eine stabile Aufwärtsentwicklung, die sich nicht nur in Europa, sondern weltweit vollzogen hat. Die Weltmilchproduktion hat im gleichen Zuge deutlich angezogen, das Investitionsklima in der Rinderproduktion war teils sehr euphorisch geprägt. Das Gleiche galt für die Rindermast, die ebenfalls selten zuvor diese stabilen Marktverhältnisse realisiert hat. Wie lange diese Situation anhält, lässt sich nicht präzise vorhersagen, aber es ist zu erwarten, dass schon im kommenden Jahr ein gewisser Konsolidierungsprozess einsetzen wird.

78

Anz. Söhne Bullenväter

16 8 6 4 3

2

Man-O-Man Gerard, Super Snowman Beacon, Million Bogart, Bronco, Destry, Legend, Xacobeo Cricket, Dotson, Freddie, Garrett, Jake, Niagra, Planet, Sanchez

Fleischrind-Population Rassen

Limousin Charolais Angus Fleckvieh Galloway Hereford Welsh Black Bl. Aquitaine Andere Gesamt

Sachsen Züchter

Kühe

Bullen

28 30 26 39 20 6 1 10 47 207

1.143 486 537 868 181 280 11 119 374 3.999

50 29 25 50 16 17 1 13 25 209

Dieses günstige Klima hat sich natürlich positiv auf die Geschäftsfelder der MASTERRIND GmbH ausgewirkt. Mit einem Umsatzzuwachs von 7 % stiegen die Verkaufserlöse auf 120 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr. Mit einem Zuwachs von 4,5 Mio. Euro (+5,7 %) hat der Tiervertrieb den größten Anteil am Wachstum erzielt, während der Spermaverkauf und Besamungsservice mit dem Zuwachs von 2,6 Mio. Euro mit +9,3 % aber deutlich stärker prozentual zugelegt hat.

Zucht und Produktion Grundlage für die gesamte Zuchtarbeit sind die registrierte

Niedersachsen Züchter Kühe

151 117 80 14 110 25 34 34 130 695

2.099 1.393 1.170 225 833 254 346 289 814 7.423

Bullen

100 112 62 12 37 4 14 19 30 390

Rinderpopulation auf der einen sowie die flächendeckende Leistungsprüfung auf der anderen Seite. Im Milchviehsektor hat sich die Gesamtzahl der Milchkühe mit einem leichten Zuwachs +1,7 % auf 422.392 im MASTERRIND-Gebiet stabilisiert. Die 534 Holsteinzüchter in Sachsen hielten zum 30. September 2011 128.201 Kühe. Die sächsischen Berufskollegen konnten erneut eine der höchsten Produktionsleistungen in Deutschland erzielen. Die dortigen Betriebe produzierten 9.214 kg Milch bei 4,03 % Fett und 3,40 % Eiweiß. Die niedersächsischen Kollegen konnten trotz weiterer Steigerung mit 9.032 kg Milch bei 4,10 % Fett

Holstein-Population und -Leistung

Gesamt (Vgl. Vj. %/Eh) Niedersachsen (Vgl. Vj.%/Eh) Sachsen (Vgl. Vj.%/Eh)

Eingestallte Bullen nach Vätern (n = 95)

Umfang Betriebe

A+B Kühe

Kuhzahl

Leistung Milch kg

Fett %

kg

Eiweiß %

kg

4.397 (-4,5) 3.863 (-4,6) 534 (-3,3)

422.392 (+1,7) 294.192 (+4,0) 128.201 (-0,8)

96,01 (+6,3) 76,2 (+7,6) 240,1 (+2,5)

9.087 (-12) 9.032 (+19) 9.214 (-40)

4,09 (-0,01) 4,1 (-0,01) 4,03 (-0,02)

375 (+2) 376 (+4) 374 (+1)

3,4 (-0,02) 3,4 (-0,02) 3,4 (-0,01)

313 (+2) 311 (+2) 317 (+2)

und 3,40 % Eiweiß daran nicht heranreichen. Die kleine Fleischrinderpopulation mit 11.422 Mutterkühen teilt sich wie bisher in mehr als 20 verschiedene Rassen auf. Während die niedersächsischen Züchter am 30. September 2011 7.423 Zuchtkühe hielten, waren es in Sachsen 3.999. Schlüssel für ein erfolgreiches Zuchtprogramm ist die möglichst gute Ausbeute von männlichen Vererbern für die Samenproduktion. Natürlich gehört auch ein glückliches Händchen dazu, um die entsprechenden Jungbullen zu finden. Die Zahl der eingestellten Bullen hat sich mit der Nutzung der genomischen Selektion deutlich reduziert. Aufgrund der sehr hohen Anforderungen und der scharfen Selektion qualifizierten sich lediglich 95 junge Vererber, die gut genug für den Einsatz waren. Mit einem gRZG von 138 Punkten konnte dabei ein sehr beachtliches Niveau erreicht werden. Während die Ergebnisse im innerdeutschen Vergleich für die MASTERRIND mit einem Anteil von 23 % der Top100-Bullen sehr gut waren, wurde mit einem Anteil von 18 % etwas Potenzial bei den töchtergeprüften Vererbern eingebüßt. Während die Neuzugänge im Exterieurbereich sowie den funktionalen Merkmalen sehr gute Ergebnisse brachten, fehlten die absoluten Top-Ergeb-


im abgelaufenen Geschäftsjahr nisse im Leistungsbereich. Die Spermajahresproduktion belief sich auf knapp 2,0 Mio. Portionen. Das waren 10 % weniger als im Jahr zuvor. Sehr starker Nachfragezuwachs ergab sich in der Anpaarungsberatung. 1.150 Betriebe nutzen in der Zwischenzeit die Computeranpaarungsplanung. Das ist ein Anstieg von +30 % gegenüber dem Vorjahr. Während in den vergangenen Jahren im Bereich Embryotransfer starke Rückgänge zu verzeichnen waren, zog die Nutzung dieses Servicebereichs wieder deutlich an. Die Zahl der übertragenen Embryonen hat dabei um mehr als 30 % zugenommen.

Top-100-Vererber ZWS 12/11 ... ... mit Töchterinformation Unternehmen

20 18 10 8 8 7,5 7 6 5 3 3 2,5 2

3 ±0 1 -1 1 1,5 -1 -2 -1 1 ±0 0,5 ±0

... ohne Töchterinformation Unternehmen

Anteil % Veränderung

MASTERRIND RUW ZBH RMV RSH RBB OHG LTR NOG RSA WEU VOSt Greifenberg RBW

Besamung und ­Spermaverkauf Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten die Verkaufserlöse im Spermaverkauf und Reproduktionsservice mit +9,3 % auf 31,81 Mio. Euro deutlich ausgedehnt werden. Während die Portionszahl im Spermaverkauf in Sachsen um -1,84 % von 521.683 auf 512.068 etwas sank, erhöhten sich die Besamungen in Niedersachsen um +3,75 % auf 755.835 gegenüber den Ergebnissen des Vorjahres. Die Topvererber der MASTERRIND haben wie im Vorjahr knapp 75 % der Besamungen oder des Samenverbrauches in

Anteil % Veränderung

RUW MASTERRIND LTR WEU OHG RMV RBB RSA RBW NOG VOSt RSH Göpel

23 17 7,5 7 6 6 6 5,5 5 5 4 4 2 2

3 -2 -1,5 1 1 1 1 0,5 ±0 -1 -3 1 -1 ±0

Sachsen und Niedersachsen ausgemacht. Aktuell meistgenutzter Vererber ist der ShottleSohn Schaffner. Leider sind mit Malpas und Samson zwei der populärsten deutschen Vererber aus dem MASTERRIND-Bestand abgegangen und stehen daher nicht mehr zur Verfügung. Die Nutzung der genomischen

Biotechnik OVP/IVP

OPU-Sitzungen taugl. Embryonen Embryonen/Sitzung Frischtransfers Transfers TG-Embr. TG ET

Spender taugl. Embryonen Embryonen/Spülung Frischtransfers Transfers TG-Embry. TG

2010/2011

2009/2010

Vergleich Vorjahr

943 2.958 3,1 1.368 578 1.302

1.184 2.040 1,7 1.013 315 826

-0,24% 45,00% 82,40% 35,00% 83,50% 57,60%

2010/2011

2009/2010

Vergleich Vorjahr

338 1.680 5,0 906 1.464 771

322 1.695 5,3 697 1.327 996

5,00% -0,90% -5,70% 30,00% 10,30% -22,60%

Genomischer Vererber: Plan Z

Meistgenutzte Vererber Niedersachsen (Besamung)

Sachsen (Portionen)

Export (Umsatz)

Schaffner Malpas Mergim Lonar Samson Samburu Braveheart Markesch Zabing Duty

Samburu Shopper Samson Lonar Lancy Malpas Mergim Alex Schaffner Lanin

Jobert Jango Jotan Red Acme Lancy Mainau Samson Jobess Tivano Solero

Jungbullen ist auf insgesamt 25 % angestiegen. Hier bestehen sicher noch Reserven, denn aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und des Zuchtfortschritts sollte die Nutzung intensiviert werden, sodass 35 bis 40 % des Anteils der eingesetzten Vererber mit dem Einsatz von genomischen Bullen in den Betrieben erreicht werden. Wenn auch die Sicherheit der Jungbullen mit 70 % niedriger als die der Töchtergeprüften ist, liegen die Resultate der angebotenen Jungbullen in den Zuchwertschätzungsergebnissen sehr viel höher. Eine steigende Nachfrage konnte ebenfalls im gesamten Bereich des Reproduktionsservice erzielt werden. Immer mehr Betriebe nutzen die erweiterten Angebote der Besamungs­teams in der Begleitung der weiblichen

Rinder von der Kalbung bis zur erneuten Trächtigkeit. Mit einem Rückgang von -14,9 % in den Verkaufserlösen musste der Spermaexport, nach dem starken Vorjahresanstieg, etwas Federn lassen. Stärkste Vermarktungsregion ist der Ostblock, gefolgt von Westeuropa, Afrika und Südamerika.

Vermarktung der Zuchtund Nutzrinder Die MASTERRIND-Tiervermarktung hat nochmals zugelegt. Wenn auch die Zahl der verkauften Tiere nicht erneut gesteigert werden konnte, haben sich die Verkaufserlöse dieses Sektors um +5,7 % im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum auf 82,3 Mio. Euro erhöht. Insgesamt betrug die vermarktete Stückzahl 84.804 Tiere. Das ist bei einem 79


Tierzahl Export

35.000 30.000 25.000 20.000 15.000 10.000 5.000 0

Umsatz Tiervertrieb Mio. €

70

2009/2010

60 70 50 60 40 50 40 30 30 20 20 10 10 0 0

2010/2011

Milchrinder-Zucht zu verzeichnen. Die knappe Ware hatte starke Preiseffekte zur Folge. Insbesondere auf den Auktionen waren Durchschnittspreise von bis zu 1.950 Euro keine Vision. Ein solches Preisniveau hat es bisher noch nie gegeben. Die hohen Preise einerseits sowie das fehlende Angebot andererseits führten zu einem Rückgang in den Auslandsverkäufen von nahezu -12 %. Die stärksten Absatzregionen waren Nordafrika, Europa und Länder Zentralasiens. Mit mehr als +20 % konnten die Verkaufserlöse in der Nutz- und Schlachttiervermarktung gesteigert werden, dabei haben ebenfalls auch die Tierzahlen deutlich zugelegt.

leichten Rückgang um 0,38 % nahezu der Wert des Vorjahres. Die Preise für Zucht- und Nutzals auch Schlachtrinder legten deutlich zu und erreichten in der Zuchtviehsparte Rekordhöhen. Während der Auslandsverkauf in den vergangenen Jahren den überwiegenden Motor des Tierverkaufs darstellte, haben die starken Bestandsausweitungen im Inland die Preise zusätzlich getrieben. Nach dürren Perioden vergangener Jahre konnten sich die Lieferanten über gute Verkaufseinnahmen freuen. Das Angebot von Tieren über alle Qualitäten und Sparten gestaltete sich im Verhältnis zur Nachfrage sehr knapp. Daher gab es doch deutlichere Rückgänge der Verkaufszahlen in der Kategorie

2009/2010

2010/2011

Spermaverkauf nach Kontinenten Verteilung der Portionen:

Osteuropa 46,4 %

Westeuropa 15,7 %

Asien & Ozeanien 4,3 %

Afrika 15,4 %

Latein- u. Mittelamerika 15,2 %

Die größten Veränderungen ergaben sich im Zuchtrinderverkauf des Fleischrinderbereichs. Insbesondere durch neuentwickelte Märkte in Zentralasien ergaben sich Absatzmöglichkeiten für mittelrahmige Fleischrinderrassen, wie Angus oder Hereford. Der Zuchtviehverkauf dieses Sektors legte insgesamt

Gesamtergebnis Spermavertrieb und Agrarprodukte

Umsatzerlöse ges. Sachsen Sperma Export Besamungen Niedersachsen Agrarartikel

GJ 09/10 Anzahl

Umsatz €

512.060 702.644

31,81 Mio. 6,35 Mio. 1,82 Mio.

521.683 839.825

29,12 Mio. 5,97 Mio. 2,14 Mio.

-1,84 -16,33

+9,23 +6,28 -14,94

755.835

16,26 Mio.

728.507

15,05 Mio.

+3,75

+8,00

2,61 Mio.

2,09 Mio.

1900

37

Naher Osten 2%

Ostblock 13 %

1600

31

Euro

1700

33

1500

29

80

Ralf Strassemeyer

1800

35

25

+24,89

um +44,5 % bei den Verkaufserlösen zu. Der Absetzerverkauf aus der Mutterkuhhaltung hat sich auf einem hohen Niveau bei erfreulichen Absatzzahlen stabilisiert. Der Ausblick für die zukünftigen Monate gestaltet sich aus heutiger Sicht sehr positiv. Sollten in den kommenden Wochen keine neuen Tierseuchen oder -krankheiten erfunden oder der Tierverkehr nicht mit neuen gesetzlichen Maßregelungen erschwert werden, sollte sich diese sehr gute Entwicklung sowohl für die Mitglieder der MASTERRIND als auch unser Unternehmen fortsetzen.

1400

Milchauszahlung

Zuchtrinder

Okt. Nov. Dez. Jan. Feb. Mar. Apr. Mai Jun Jul

Aug Sep Okt Nov

1300 1200



Exportregionen Zuchttiere

2000

39

27

Abweichungen % Anzahl Umsatz €

Umsatz €

Auktions- und Milchpreise Oktober 2010 – November 2011

EURO-Cent

INTERN

GJ 10/11 Anzahl

Nordamerika 3,0 %

Nordafrika 53 %

Europa 32 %


Besamungsverein Anhalt

Unterwegs im Raum Dresden –  Freiberg – Meißen Nach zweijähriger Pause unternahm der Besamungsverein Anhalt im September wieder eine mehrtägige Besichtigungstour. In diesem Jahr ging es ins Nachbarbundesland Sachsen. Erster Stopp war die Agrargenossenschaft Beerendorf e. G. in Delitzsch. Herr Loose, Betriebsleiter, führte die interessierten Sachsen-Anhaltiner durch seinen Milchviehbetrieb. Interessant war neben der Milchviehherde der Westfalia Surge-Melkstand. In diesem wurde eine Testanlage für automatisches Dippen installiert. Die ersten Auswertungen und Erfahrungen von Herrn Loose hörten sich sehr vielversprechend an. Damit war das Thema Kuh für diesen Tag erledigt und die Reisegruppe widmete sich ganz der Kultur. In Dresden wurde ein mehrstündiger, geführter Rundgang durch die Altstadt mit Zwinger, Frauenkirche und Semperoper unternommen. Anschließend wurde der Pillnitzer Park besichtigt. Nach der Betrachtung einiger botanischer Räritäten, wie z. B. eine 200 Jahre alte, über 8 Meter hohe Kamelie, ging es mit dem Schiff zurück nach Dresden. Tag zwei der Reise war ganz dem Vieh gewidmet. Erste Ancoupon_mentho_2008

10.05.2008

Gratisprobe anfordern

laufstelle war die Marienhöher Milchproduktion Agro Waldkirchen GmbH u. Co KG in Lengenfeld. Die Milchkühe werden hier mit acht Lely-Melkrobotern gemolken. Herr Mothes erklärte den interessierten Kollegen sein ausgeklügeltes Managementsystem. Neben der Milchviehherde werden als weiteres Standbein Mutterkühe und Milchschafe gehalten. Die Produkte werden im betriebseigenen Hofladen produziert und vermarktet. Am Nachmittag wurden gleich zwei Spitzenbetriebe der MASTERRIND besichtigt. Als ersten Betrieb besuchte die Delegation die Heimat der Miss Schau der Besten 2011, Petale, auf der Agrargenossenschaft Bockendorf e. G.. Geschäftsführer Andreas Bamberg führte die Besucher durch seine Stallungen und den Westfalia-Surge Melkstand. Im zweiten Betrieb stellte Geschäftsführer Friedrich Jahn die Agrargenossenschaft HainichenPappendorf e.G. vor und führte die beeindruckten Besucher durch die Ställe. 14:35 Uhr

Mitglieder des Besamungsvereins bei der Stadtführung in Dresden

Am folgenden Tag wurde zunächst das Meißener Vermarktungszentrum der MASTERRIND besichtigt, anschließend der Milchhof Diera KG in DieraZehren. Herr Schlunke stellte uns seine Spitzentiere vor und führte durch die Anlage. Der Milchhof plant eine Stallerweiterung, erste Bauarbeiten wurden schon begonnen. Die Gruppe bedankte sich auch bei Herrn Schlunke, wie bei allen anderen, mit Köstlichkeiten aus dem

Birgit Gippner

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Anhaltinischen und steuerte mit dem Bus die letzte Station der Reise, die Porzellanmanufaktur Meißen, an. Alle Mitreisenden waren sich wieder einig, auch dieser Ausflug des Besamungsvereins Anhalt war ein tolles Erlebnis mit vielen neuen Eindrücken und einem regen Erfahrungsaustausch unter Kollegen.

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Exkursion Rinderzucht- und ­Leistungskontrollverein Freiberg Den Rinderzucht-und Leistungskontrollverein Freiberg führte seine Jahresexkursion Anfang November zuerst in die Gänsewelt Eskildsen nach Wermsdorf. Wenn man von dort jährlich 500.000 produzierten Gänseküken oder 10.000 Mastgänsen hört, fällt einem zunächst das negative Image der Massentierhaltung ein. Doch wir wurden eines Besseren belehrt. In der gläsernen Manufaktur zeigte man uns zunächst die Brutkammern, die Freilandhaltung und die Schlachtstrecke vom Töten bis zur verkaufsfertigen Gans. Der Betrieb genießt Akzeptanz in der Bevölkerung. Bei der Schlachtung werden die Gänse nicht gebrüht sondern teilmaschinell trocken gerupft. Das typische Gänsearoma bleibt erhalten. Der Absatz der Gänseküken erfolgt weltweit, z. B. nach England, Kanada, aber auch in die ehemaligen Exportländer Ungarn und Polen.

Intern

Flugtaubenschau Eine weitere Attraktion und reif für den Zirkus war die Flugtaubenschau bei Herrn Sebastian Raca in Calbitz. Zirka 200 Tauben verschiedener Rassen, auch Herkünfte anderer Länder, sind in mehreren Ställen unterge-

Die Reisegruppe

bracht. Für die Dressur brauchte der Züchter einen langen Stock und das immer begehrte Körnerfutter. Herr Raca erkennt jede Taube an Federn, Kopf, Augen und Habitus.

Hubertusburg Ganz in der Nähe, unweit des Berges Collm (318 m ü. N.N.) liegt Hubertusburg, die ehemalige königlich-sächsische Hofresidenz und das größte Jagd-

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schloss Sachsens, ehemals sogar Europas. Kurfürst Friedrich August I (August der Starke) ließ das Schloss 1721 für seinen Sohn, den königlichen Prinzen und späteren König August II erbauen. Dieser vervollständigte die Anlage später mit Opernhaus, Schlosskapelle, Marstall und Rundflügel.

Landwirtschaftsbetrieb Böhnich/Großvoigtsberg Abschluss und Höhepunkt der Tagesexkursion war der Besuch des in vierter Generation wirtschaftenden Betriebes Böhnich in Großvoigtsberg. Der ehemalige Vierseitenhof war schon vor der Kollektivierung 1960 ein führender Herdbuchzuchtbetrieb für Pferde, Rinder und Schweine. 1990 bildeten Rita und Ina Böhnich eine GbR. Im alten Kuhstall mit Rohrmelkanlage konnte sofort die Milchproduktion beginnen. In Eigenleis-

tung bauten die Männer einen modernen Kuhstall für 120 Kühe mit Melkstand, danach Jungviehstall mit Bergeraum. Später wurde ein neuer Boxenlaufstall mit Melkroboter, ausgelegt für 150 Kühe, gebaut. Die anderen Stallanlagen werden fürs Jungvieh genutzt. Auf dem Futtergang läuft auch ein Roboter, der in festgelegten Abständen das Mischfutter an den Futtertrog schiebt und die Kühe ständig zum Fressen animiert. Das tüchtige Züchterehepaar Falk und Ina Böhnich hat sich zum Ziel gesetzt, Qualitätsmilch von gesunden, robusten Kühen mit langer Nutzungsdauer zu produzieren. Für die offenen Worte und den reichlichen Imbiss zum Abend möchten wir uns bei Fam. Böhnich ganz herzlich bedanken, ebenso bei den Organisatoren für die gelungene Exkursion. Eberhard Weber

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Marienberger Rinderzüchter auf Tour Der Rinderzucht- und Leistungskontrollverein Marienberg führte im November eine Exkursionstour mit 28 Landwirten aus dem Gebiet des ehemaligen Kreises Marienberg durch. Gestartet wurde im Olbernhauer Landwirtschaftsbetrieb e.G.. Diese Agrargenossenschaft bewirtschaftet mit 22 Arbeitskräften 1.230 ha mit einem Grünlandanteil von mehr als 50 %. Gemolken werden im 32er-Außenmelkkarussell zweimal täglich derzeit 380 Milchkühe. Vorstand Klaus Fiedler erklärte die Melktechnik, die Milchkühlung sowie den Selektionsbereich im neuen Milchviehstall, den Kälberbereich, die Siloanlagen und den umgebauten Jungviehstall. In Wernsdorf stellte Geschäftsführer Bernd Helbig die Erzgebirgische Agrargenossenschaft Forchheim e.G. vor. Der Betrieb bewirtschaftet mit 24 Arbeitskräften insgesamt 880 ha, davon sind 500 ha Ackerland und 380 ha Grünland. Der Rinderbestand beläuft sich insgesamt auf 1.000 Stück – derzeit werden 600 Kühe gemolken. Darunter befinden sich mehr als 50 %

Jungkühe. Für die Erhöhung der Kuhzahl wurden u.a. Kälber und Färsen zugekauft. Ziel ist es, den Kuhbestand auf 800 aufzustocken. Gemolken werden die Kühe – mit Ausnahme der Altmelker – dreimal pro Tag in einem 40er-Außenmelkkarussell. Frau Andreas, die Tierproduktionsleiterin von der Vereinigten

Agrar e.G., empfing uns in dem 2007 umgebauten Stallkomplex in Berthelsdorf. Auf diesem Standort werden insgesamt 620 Rinder, darunter 340 Kühe, gehalten. Die Kühe werden in einem 2x15-Side-by-Side-Melkstand gemolken. Interessenten durften sich sogar zur Melkerin in den Melkstand gesellen. Zum Objekt gehört auch eine 240-kW-Biogasanlage. Herr Fischer von der Brander Weidehof GmbH stellte seinen Betrieb vor. Er betreut mit zwei Mitarbeitern 550 Tiere, darunter 240 Mutterkühe und einige

Bullen der Rassen Limousin, Charolais und Fleckvieh. Um ein unproblematisches Abkalben zu garantieren, wird auf Hornlosigkeit gezüchtet. Auf 290 ha Pacht- und Eigentumsfläche sowie 50 ha zur Nutzung überlassenem Grünland werden diese Tiere gehalten. Diese Stallbesichtigungstour hat allen sehr gut gefallen. Jeder konnte sich die eine oder andere Anregung für den eigenen Stallneu- oder -umbau mitnehmen.

Susanne Dähnert

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Die Teilnehmer der Exkursionstour

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Besamungsverein Tostedt

Sommertreff Im August trafen sich die Mitglieder des Besamungsvereins Tostedt zu einem Züchtertreffen auf dem Betrieb von Andreas Masuth, Klein Todtshorn. Der Betrieb Masuth hat als Erster im Vereinsgebiet in 2009 auf ein automatisches Melksystem umgestellt. Vereinsvorsitzender Harald Behrens, Heidenau, konnte fünfzig Mitglieder begrüßen. 120 Kühe werden im gelenkten Kuhverkehr mit zwei Robotern gemolken. Nach einer sechstägigen Einarbeitungszeit werden mittlerweile 2,9 Melkungen pro Kuh und Tag bei einer Tagesleistung von 34 Litern/Kuh erzielt.

Ein Hauptgrund, auf ein automatisches Melksystem umzustellen, war für den Betriebsleiter die flexibler zu gestaltende Arbeitszeit. Der Betrieb bewirtschaftet eine Fläche von 185 ha LF. Neben dem Anbau von Winterraps, Wintergerste und Winterroggen liegt der Anbauschwerpunkt mit 75 ha bei Silomais und der Bewirtschaftung von 55 ha Grünland. Der angebaute Silomais dient als Futtergrundlage der

Die Teilnehmer des Züchtertreffens

Milchviehherde inklusive weiblicher Nachzucht und der jährlichen Ausmast von vierzig Bullen. Zusätzlich ist der Betrieb noch in der Grassilageernte überbetrieblich tätig. Diese stark termingebundenen Arbeiten kollidierten in der Vergangenheit oft mit den starren Melkzeiten, sodass in der Arbeitserledigung neue Lösungen gefunden werden mussten. Entsprechend

wurde der alte Fischgrätenmelkstand durch zwei Roboter ersetzt. Neben dem Betriebsleiter sind auch die Ehefrau und die zwei Auszubildenden in der Lage, die Anlage zu kontrollieren. Bei Bier, Bratwurst und bestem Sommerwetter ging dieser informative Sommertreff in gemütlicher Runde zu Ende. Dirk Tewes

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Besamungsverein Lüneburg/Neuhaus/Winsen

Züchtertreffen

Intern

Anfang September veranstalteten der Besamungsverein Lüneburg/Neuhaus/Winsen und die Züchtergruppe Elbmarsch ihr diesjähriges Treffen auf dem Betrieb der Blecken/Meyer KG in Hunden.

Herr und Frau Blecken und Hund aus Hunden

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Diese Veranstaltung stand ganz im Zeichen der Qualitätsmilch­ erzeugung, hatte der Betrieb in der Vergangenheit doch zahlreiche Auszeichnungen für hervorragende Milchqualitätslieferungen erhalten und lockte 60 Teilnehmer an. Zu Beginn stellte Dietmar Blecken kurz den Betrieb vor, der seit 2004 in Kooperation mit der Familie Meyer aus Mover bewirtschaftet wird. Von der Betriebsgemeinschaft werden 200 ha Fläche bearbeitet, die sich in 80 ha Winterweizen, 30 ha Winterraps, zehn ha Wintergerste, 20 ha Silomais und 60 ha Grün-

land aufteilen. 105 Kühe und die weibliche Nachzucht werden im Boxenlaufstall gehalten. Die Leistung bewegt sich jährlich bei 9.500 kg abgelieferter Milch mit 4,20 % Fett und 3,40 % Eiweiß, sowie Zellzahlwerten von 100.000. „Die erzielten Milchqualitäten lassen sich nur erreichen“, so der Betriebsleiter, „wenn viele Faktoren konsequent berücksichtigt werden.“ So hat der Betrieb nach aufkommenden Problemen seine ältere Melkanlage modernisiert und den Erfordernissen einer Hochleistungsherde mit großem Milchfluss angepasst. Mastitisauffällige Tiere werden in Verbindung mit dem Hoftierarzt nachhaltig behandelt und bei erfolgloser Behandlung auch konsequent gemerzt. Trotzdem bewegt sich die Remontierungsrate mit 30 % auf normalem Niveau. Zweimal tägliche Boxenreinigung und das Zitzendippen nach dem Melk-

vorgang sind Standard. „Ein ruhig ablaufender Melkvorgang mit ausreichend Arbeitskräften führt zu ,sauberem‘ Melken“, ist sich der Betriebsleiter sicher. Die Hygiene im Liegebereich wird durch den Einsatz trockener Sägespäne, versetzt mit keimhemmenden Kalk, gewährleistet. Zweimal jährlich durchgeführte Klauenpflege beugt Lahmheiten und Entzündungen im Fundamentbereich vor. Abschließend ging Herr Buermeyer, Laborleiter des Institut für Milchuntersuchung in Verden, in einem Kurzvortrag auf Möglichkeiten des Mastitismonitorings ein. Details zu diesem Thema im MASTERRIND-Magazin, Heft September 2011, ab Seite 48. In gemütlicher Runde mit Bier und Bratwurst wurde dieser sehr informative Züchterabend abgeschlossen. Dirk Tewes

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Goldene, silberne & bronzene Olga gingen ins MASTERRIND-Gebiet Die Qualität des Herstellungsprozesses rückt gerade bei Lebensmitteln immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses. Verbraucher und Handel wollen und sollen wissen, unter welchen Bedingungen Lebensmittel erzeugt werden. Die Qualität von Milchprodukten fängt mit der Kuh an und ist schließlich das Ergebnis einer engen Partnerschaft zwischen Erzeugung, Verarbeitung, Vermarktung und Überwachung im Qualitätsmanagement Milch, kurz QM-Milch. QM-Milch garantiert dem Verbraucher höchste Sicherheit beim Verzehr von Milchprodukten. Damit das kein Geheimnis bleibt, hat die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) mit dem Milcherzeugerwettbewerb eine Plattform geschaffen, diese Werte zu kommunizieren und sie in den Blickpunkt des berufsständischen und öffentlichen Interesses zu stellen: die Goldene Olga.

Gold für Familie Exner Familie Exner aus Bevern bei Bremervörde hat es geschafft. Sie darf sich mit ihrem Milchviehbetrieb „Bester Milcherzeu-

Die goldene Olga ging an Familie Exner

ger Niedersachsens 2011“ nennen. Uta und Carsten Exner erhielten Anfang Dezember im „Alten Kurhaus“ in Bad Zwi­ schen­ahn aus den Händen des Niedersächsischen Ministers für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Gert Lindemann, die „Goldene Olga 2011“ und einen Geldpreis in Höhe von 3.500 Euro. Der Betrieb Exner ist seit dem 17. Jahrhundert in Familienbesitz, 1973 erfolgte die Aussiedlung. Der 23-jährige Sohn Eike, der zurzeit einen Meisterlehrgang absolviert, möchte den 116-ha-Betrieb übernehmen. Auf dem Hof der Exners werden 155 Kühe und 80 Kopf Nachzucht gehalten. Die Milchleistung betrug zuletzt im Durchschnitt 10.432 kg bei 4,08 % Fett und 3,37 % Eiweiß. Die Stallungen sind auf dem neuesten Stand, 2009 und 2010 wurde je ein Boxenlaufstall errichtet.

Die geehrten Betriebe

Für den zweiten Platz konnte der Minister die „Silberne Olga 2011“ und 2.000 Euro an Maike und Heiko Meyer aus Oldendorf im Landkreis Stade überreichen. Auch der Betrieb Meyer wurde vor 400 Jahren erstmals erwähnt. Mit einem 3,5 ha großen Hofeichenbestand befindet er sich in Dorflage, ist seit zehn Generationen im Familienbesitz und wird heute von zwei Generationen bewirtschaftet. Gehalten werden 200 Milchkühe, 180 weibliche Nachzuchttiere und 80 Mastbullen. Die Herdenleistung liegt bei durchschnittlich 9.200 kg Milch mit 4,05 % Fett und 3,42 % Eiweiß. Die Gesamtfläche des Betriebes beträgt 169 ha. Die „Bronzene Olga 2011“ geht in diesem Jahr nach Otterstedt im Kreis Verden. Dort können sich Helga und Dieter Holsten sowie Merle und Christian Holsten über die hohe Auszeichnung und ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro freuen. Der Hof, der heute eine Fläche von 121 ha bewirtschaftet, geht auf eine alte Köthnerstelle zurück. Er ist über die Jahre durch Zukauf und Pacht stetig gewachsen. Mit dem Namen Holsten besteht der Betrieb seit acht Generationen und auch für die neunte ist

bereits gesorgt: Die Übernahme durch Sohn Christian ist geplant. Die 140 Milchkühe der Familie Holsten geben pro Jahr durchschnittlich 9.851 kg Milch bei 4,14 % Fett und 3,51 % Eiweiß. Darüberhinaus werden 130 weibliche Nachzuchttiere und 90 Mastbullen gehalten. Hinter den drei Erstplatzierten sicherten sich Frauke Mennenga-Otte und Ulrich Otte aus Bakum-Lüsche im Landkreis Vechta (WEU) sowie die MASTERRIND-Züchter Bianca und Rolf Schröder aus Uchte im Landkreis Nienburg Platz vier und fünf. Sie erhielten ein Preisgeld in Höhe von 1.000 beziehungsweise 500 Euro. Auszeichnungen wurden bis Platz 20 verliehen. Eine erfolgreiche Platzierung unter den Top Twenty bestätigt nicht nur dem jeweils ausgezeichneten Betrieb beste Qualität des Rohstoffes Milch und hervorragende Führung des Betriebes, sondern ist für die verarbeitende Molkerei und den Berufsverband ein Aushängeschild für Kompetenz und Leistungsfähigkeit der heimischen Milcherzeugung. Quelle: Landesvereinigung Niedersächsische Milchwirtschaft m 85


Ein volles Haus in Vermarktungszentrum & neuem Bürobau

Tag der offenen Tür in Meißen Die MASTERRIND rief, und viele, viele kamen. Das Interesse, einen Blick in das Vermarktungszentrum und das neue Bürogebäude zu werfen, war groß. Der am 7. Dezember dieses Jahres stattgefundene Tag der offenen Tür kann als voller Erfolg gewertet werden. Über 600 Besucher zählten die Kollegen, die als Einweiser die PKW der Gäste auf die ­verschiedenen Parkmöglichkeiten verteilten. ­Dazu trug nicht unwesentlich das attraktive ­Rahmenprogramm bei. diesem Tag über ihre Aktivitäten und nutzten die Möglichkeit, nach potenziellen neuen Mitstreitern Ausschau zu halten. Gleichzeitig gab es für verschiedene Partner der MASTERRIND die Gelegenheit, sich mit einem eigenen Stand den Besuchern vorzustellen. Tiere locken immer, schaffen bei vielen landwirtschaftlichen Veranstaltungen erst die richtige Atmosphäre. Erst recht gehören Tiere zu einem Unternehmen wie MASTERRIND. So gab es für die zahlreichen Besucher die Gelegenheit, Altbullen der Fleisch­rindrassen Limousin, Charolais, Fleckvieh Fleisch, Red Angus, Blonde d‘Aquitaine, Hereford, Belted Galloway und Aubrac im Vermarktungszent-

rum zu besichtigen. Ein wirklich beeindruckendes Bild. Für die Holsteinzüchter repräsentierten Töchter neuer, attraktiver Vererber das Zuchtprogramm der MASTERRIND. So konnten Töchter des höchsten deutschen Bolton-Sohnes, Broderick, des höchsten deutschen ElegantSohnes, Beagle, und des höchsten deutschen Wildman-Sohnes, Wayang, besichtigt werden. Abgerundet wurde das Bild mit Töchtern von Goldberg, Ash­ more, Golden Eye, Garion und Daiquiri. Im zweiten Teil der Veranstaltung nutzten einige Redner, wie Dieter Schlunke, Vorstandvorsitzender des SRV und Verwaltungsratsmitglied der MASTERRIND, Herr Klingor, Bürgermeis-

ter der Gemeinde Käbschütztal, Dr. Lothar Beier, Referatsleiter Tierische Erzeugung im sächsischen Agrarministerium, Otto Lattwesen, Vorsitzender des MASTERRIND-Verwaltungsrates, und der Architekt Manfred Sturm, die Möglichkeit, ein paar Worte an die Besucher zu richten. Cord Höltje, Geschäftsführer der MASTERRIND, gewährte den Gästen in seiner Rede einen kurzen Rückblick. Er wies darauf hin, dass bereits 2007 das Ziel der Zusammenführung aller Mitarbeiter unter einem Dach formuliert wurde. Mehrere Varianten wurden in dieser Zeit geprüft und wieder verworfen. Im Jahr 2009 bot sich dann die Gelegenheit, ein Grundstück

Intern

Ab 14.00 Uhr standen das Vermarktungszentrum und das neue Bürogebäude für Besucher offen. Im Vermarktungszentrum präsentierten MASTERRINDMitarbeiter an verschiedenen Ständen ihre Arbeitsbereiche und suchten den Kontakt zu den Besuchern. So gab es die Möglichkeit, sich z. B. mit Kollegen der Buchhaltung, des Herdbuches oder der Tier- und Spermavermarktung zu unterhalten. Viele Gäste nutzten die Chance, sich die Vorwärtsbeweglichkeit von Spermien im Mikroskop anzusehen. Besonderes Interesse weckte auch der Informationsstand zum Thema Trächtigkeitsdiagnostik mittels Ultraschall. Auch die sächsischen Jungzüchter informierten an

Konstruktion des neuen Bürogebäudes

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Interesse am Heatime-Brunsterkennungssystem


von knapp einem Hektar gegenüber dem Standort Schlettaer Strasse zu erwerben. Anfang 2011 wurde die Baugenehmigung erteilt und am 22. März begannen die Arbeiten mit dem Abschieben des Mutterbodens. Der vom Planungsbüro Sturm eingebrachte Entwurf wurde bis zum Einzug in das neue Bürogebäude am 11. Oktober umgesetzt. Sowohl das Vermarktungszen­ trum als auch das neue Verwaltungsgebäude ist gelungen, dies wurde uns von vielen Besuchern und Gästen bestätigt. Es wurde ein attraktiver, zentraler Standort mit einer langfristigen Perspektive für die Betreuung unserer Betriebe geschaffen. Steffen Feurich

Wissensquiz zum Tag der offenen Tür Im Rahmen des Tages der offenen Tür wurde ein Wissensquiz durchgeführt an dem sich alle Besucher beteiligen konnten. Insgesamt wurden 13 Fragen aus den verschiedenen Geschäftsbereichen der MASTERRIND gestellt. Der Hauptpreis war eine Fahrt nach Verden zur Schau der Besten 2012 für 2 Personen inklusive Übernachtung. Gewonnen hat:

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Symbolische Schlüsselübergabe vom Architekten Manfred Sturm (rechts) an den Geschäftsführer Cord Höltje

Ab dem 1. Januar 2012

Veränderungen in der ­Kuheinstufung Was in der Nachzuchtbewertung bestens ­funktioniert, findet nun ab 1. Januar 2012 auch Anwendung bei der Kuheinstufung in der ersten Laktation. Es wird ein Notenvorschlagsprogramm genutzt, das die gesammelten Informationen aus der linearen Beschreibung, den zusätzlichen vier Pflichtmerkmalen und der Mängelliste ­auswertet. Das Ergebnis wird nach einer Formel in die Merkmalskomplexnote umgewandelt, den sogenannten Notenvorschlag. Die zu erfassenden Datenmengen bekommen dadurch eine neue Dimension, auch ist der Zeitaufwand höher. Aus diesen Gründen hat sich die MASTERRIND entschlossen, strukturelle Änderungen durchzuführen, die aber vornehmlich die niedersächsischen Mitgliedsbetriebe betrifft, da hier die Kuheinstufung von den Zuchtin­spektoren durchgeführt wird.

Färseneinstufung nur noch durch die Klassifizierer Auf Beschluss des DHV muss die Einstufung in der ersten Laktation mit Linearprofil erfolgen, dieser Beschluss wird bei der MASTERRIND ab sofort umgesetzt. Die Färseneinstufung erfolgt dann grundsätzlich über die beim DHV lizensierten MASTERRINDKlassifizierer.

Wie in der Vergangenheit sollen diese Tätigkeiten jahreszeitlich gebündelt durchgeführt werden, zusätzlich ist zwischen Färseneinstufung und Kühen höherer Laktation zu unterscheiden. Die Anmeldungen erfolgen über die zuständigen Zuchtinspektoren oder die Geschäftsstellen, mit einem entsprechenden Hinweis. Eine direkte Anmeldung ist über die Homepage der MASTERRIND oder per E-Mail (kuheinstufung@masterrind. com) möglich. Geben Sie bei der Anmeldung bitte den Betriebsschlüssel, die ungefähre Anzahl der einzustufenden Kühe und ob es sich um eine Färseneinstufung handelt an. Folgende drei Anmeldetermine stehen in Zukunft pro Jahr zur Auswahl: jeweils bis 15. Februar, 15. Juni und 15. Oktober eines jeden Jahres. Zu den Auktionsterminen wird auf den Auktionsplätzen künftig ein Klassifizierer vor Ort sein.

Ulrich Böckmann

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Erläuterung der Ultraschalldiagnostik am lebenden Tier

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MASTERRIND ehrte langjährige Mitarbeiter Bereits im September ehrte die MASTERRIND in Verden und Meißen zahlreiche langjährige Mitarbeiter im Rahmen von Feierstunden. 40 Jahre 40-jähriges Betriebsjubiläum begingen Eduard Hillens, HansHeinrich Lampe und Hermann Schulze. Alle drei arbeiten seit Beginn ihrer Beschäftigung als Tierzuchttechniker in der Besamung. Eduard Hillens aus Balge wurde 1969 in Hannover und Neustadt an der Aisch ausgebildet und ist seit seinem Eintritt in das Unternehmen auf den Milchviehbetrieben im Raum Nienburg tätig. 1994 absolvierte Eduard Hillens einen berufsbegleitenden Embryotransfer-Lehrgang in Schönow. Auch der Ahlerstedter Hans-Heinrich Lampe wurde 1969 in Hannover ausgebildet. Nachdem er einige Zeit im Labor tätig war, betreut er seit 1973 einen Besamungsbezirk im Raum Ahlerstedt/Hees­ lingen. 1987 legte Hans-Heinrich Lampe die Prüfung zum Fachagrarwirt ab. Hermann Schulze stammt aus Steinhorst und trat 1971 die Ausbildung zum Besamungsbeauftragten an. Die Prüfung legte er 1973 in Neustadt/Aisch ab. Nach einer Zeit als Vertretungstechniker übernahm er im Raum Hermannsburg einen eigenen Bezirk.

Persönliches

25 Jahre Auf ein Vierteljahrhundert Betriebszugehörigkeit blicken Carsten Kuhnt, Carsten Dierks, Klaus Maronde, Marion Intemann, Frank Wülbers-Mindermann, Johann Winkelmann, Harry Heitmann und Jürgen Plaumann-Radtke zurück. Der Kirchlintelner Carsten Kuhnt wurde von der MASTERRINDVorgängerorganisation RPN zum Tierzuchttechniker ausgebildet. Seit rund zehn Jahren ist er inzwischen im Embryo-Transfer tätig. Carsten Dierks stammt aus 88

Asendorf und wirkt seit 25 Jahren als Zuchtinspektor. Vor seinem Eintritt ins Unternehmen hatte der Landwirt eine Fachschulausbildung absolviert. Klaus Maronde lebt in Verden. Als Tierpfleger kümmert er sich seit seinem Eintritt ins Unternehmen im Bullenstall um das Wohl der Vererber. Die Verdenerin Marion Intemann trat als Auszubildende zur Bürokauffrau in das Unternehmen ein. Unterbrochen von Erziehungszeit wirkte sie im Sekretariat und ist heute im Agrarlager des Unternehmens tätig. Frank Wülbers-Mindermann stammt aus Bassen, ist gelernter Landwirt und hat bei der Bundesfachschule Vieh und Fleisch eine kaufmännische Ausbildung durchlaufen. Er steht heute der innendienstlichen Exportabwicklung vor. Johann Winkelmann aus Hohenaverbergen wurde 1986 als Tierpfleger eingestellt. Während seiner Beschäftigung besuchte er die landwirtschaftliche Meisterschule. Heute ist er Stallmeister im Jungbullenstall. Dort ist auch Harry Heitmann als Tierpfleger tätig. Der gelernte Landwirt stammt aus Kirchwalsede und hatte vor Antritt seiner Beschäftigung bei der damaligen RPN als Kraftfahrer gearbeitet. Der ursprünglich aus dem Westfälischen stammende Jürgen Plaumann-Radtke hat vor seiner Beschäftigung bei der MASTERRIND lange Jahre als Melker gearbeitet. Nach seinem Eintritt in das Verdener Unternehmen war er zwei Jahrzehnte in der Samenentnahme tätig. Heute ist er im Agrarlager beschäftigt.

10 Jahre 13 Mitarbeiter wurden für zehnjährige Mitarbeit geehrt: Die im

Jubilare in Verden

Verdener Agrarlager tätige Simone Kramer, Christine Rechholtz aus der Buchhaltung, Fuhrparkleiterin Hella-Rita Penk, die im Spermalabor wirkende Karin Zuch, Zuchtinspektor Joachim Brüning sowie die Tierzuchttechniker Mathias Henke, Jörg Joachim und Andreas Meyer. Ebensolange dabei sind Gunther Gleisner, EDV-Leiter in Meißen, Bullenpfleger Maik Fiedler sowie die Tierzuchttechniker Annelie Schmidt, Peter Jost und KarlHeinz Witthuhn.

Ruhestand In den Ruhestand verabschiedet wurden nach teilweise mehr als 40 Jahren Zugehörigkeit bei der MASTERRIND und deren Vorgängerorganisationen acht verdiente Kollegen. Wilfried Kreikenbaum wurde 1945 in Portenhagen im Landkreis Northeim geboren. Nach einer landwirtschaftlichen Berufsausbildung übernahm er zunächst den elterlichen Betrieb. 1981 trat er dann in Bremen die Ausbildung zum Tierzuchttechniker an, die er im selben Jahr in Schönböken mit der Prüfung abschloß. Direkt im Anschluß daran übernahm Wilfried Kreikenbaum einen eigenen Bezirk in seiner Heimatregion, den er bis zu seiner Pensionierung Ende 2010 betreute. Der Ruheständler steht dem Unternehmen bis heute als Urlaubs- und

Krankheitsvertretung zur Verfügung. Haro Kosuch wurde 1946 in Steyerberg geboren. Nach einer landwirtschaftlichen Ausbildung arbeitete er zunächst am MaxPlanck-Institut in Mariensee. Als die dortige Besamungsstation einen Tierzuchttechniker suchte, wechselte Haro Kosuch in die Besamung. Im Alter von nur 21 Jahren übernahm er nach erfolgreicher Ausbildung einen eigenen Bezirk, der 1983 auch auf die Region um seinen Geburtsort ausgeweitet wurde. Nebenberuflich arbeitete Haro Kosuch als Klauenpfleger. Auch der Rotenburger Bernhard Fajen wurde 1946 geboren. Bis 1967 arbeitete er auf dem landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern und besuchte währenddessen auch die Landwirtschaftsschule. Bis er 1985 als Tierzuchttechniker-Anwärter in die Besamung wechselte, arbeitete er in einer Landmaschinenwerkstatt und beim Straßenbau. Die Ausbildung zum Techniker durchlief er in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Seinen ersten eigenen Bezirk erhielt Bernhard Fajen im Raum Ottersberg. Bis zu seiner Pensionierung war Bernhard Fajen hier tätig. Angelika Koloschinski wurde nach knapp 11-jähriger Betriebszugehörigkeit in den Ruhestand verabschiedet. Angelika Koloschinski wurde 1951 geboren


und lebt in Dörverden. Vor ihrem Eintritt in die MASTERRIND, wo sie im Empfang tätig war, hatte Frau Koloschinski in der Buchhaltung einer Tabakfa­ brik, als Stenotypistin in einem Handelshaus und als Sekretärin bei einem Straßenbauunternehmen gearbeitet. Berufsbegleitend ließ Angelika Koloschinski sich zur Buchhaltungsfachkraft weiterbilden. Bärbel Nullmeyer trat 1981 in die RPN ein. Die 1946 geborene Verdenerin arbeitete während der ersten zehn Jahre ihrer Beschäftigung in der Erfassung der Besamungsdaten, die wegen der Neuerungen in der elektronischen Datenverarbeitung erheblichen Änderungen unterlag. Anschließend wechselte Frau Nullmeyer in die Finanzbuchhal-

tung. Im September 2009 begann die Ruhephase der Altersteilzeit, die mit der Vollendung des 65. Lebensjahres in die Rente mündete. Auch Fritz Kleine befand sich seit Ende 2009 in der Ruhephase der Altersteilzeit und wurde nun in den Ruhestand verabschiedet. Fritz Kleine wurde 1946 geboren und stammt aus Marklohe, wo er nach der landwirtschaftlichen Ausbildung auch zunächst den elterlichen Betrieb übernahm. Dem Unternehmen bereits als Schaubeschicker und -besucher verbunden, trat er 1985 als Zuchtin­spek­tor in die MASTERRIND-Vorgängerorganisation ZEH ein und wirkte bis zu seinem Ausscheiden in der Region um seinen Heimatort im Landkreis Nienburg.

Frank Haase verstorben Am 28. September, kurz vor Vollendung seines 48. Lebensjahres, verstarb nach langer Erkrankung Fachberater Frank Haase aus Belgern, Landkreis Nordsachsen. Seit März 1995 war er für die MASTERRIND und ihre Vorgängerorganisationen in der Beratung und im Spermaverkauf tätig. Nach der Allgemeinbildenden Oberschule und anschließenden Lehre folgte das Studium an der Agrarwissenschaftlichen Fakultät in Leipzig, das er mit dem Grad Diplom-Agraringenieur abschloss. Im März 1990 wurde Frank Haase Leiter der Milchproduktion der Kaisaer Agrargenossenschaft und gehörte nach der Umbildung im April 1991 zu den Gründungs- und Aufsichtsratsmitgliedern der Kaisaer Agrargenossenschaft e.G.. Nachdem er im Oktober 1994 kurz als Leiter der Milchviehanlage Krippehna im Einsatz war, folgte im März 1995 der Start bei der damaligen RPN. Zunächst arbeitete Frank Haase mehrere Jahre als Fachberater im Gebiet Sachsen, bevor er dann das Vertriebsgebiet in Thüringen übernahm. In seiner Freizeit engagierte er sich im Vorstand des Mockrehnaer Rindviehzuchtvereins und war leidenschaftlicher Handballspieler. Hier setzte er sich besonders für die Nachwuchsförderung ein und trainierte mit großer Begeisterung seine beiden Söhne. Durch seine Fachkompetenz und Zuverlässigkeit genoss Frank Haase bei seinen Betrieben und Kollegen gleichermaßen einen ausgezeichneten Ruf und großes Vertrauen. Aufgrund seiner Erkrankung konnte er ab Ende 2008 seine Betriebe nicht weiter betreuen. Mit dem Tod Frank Haases ist ein geschätzter Kollege und Freund gegangen, an den sich alle sehr gern zurückerinnern werden. Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Frau Ellen und seinen Söhnen Thomas und Thilo. Bernhard Weber

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Jubilare in Meißen

Otto Wöhler wurde 1950 geboren und wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der heutigen Region Hannover auf. Nach der allgemeinschulischen Ausbildung erlernte er den Beruf des Landwirts und übernahm den elterlichen Betrieb. 1979 trat er in die RPN ein und stellte die Versorgung der Tierärzte mit Stickstoff zur Spermaeinlagerung sicher. Als dieser Bereich 2001 umstrukturiert wurde, übernahm Otto Wöhler Aufgaben in der Lagerhaltung, die er bis zum Eintritt in die Ruhephase der Altersteilzeit im Jahre 2009 innehatte. Jochen Hirz wurde 1948 in Plei-

ßa geboren. Er trat 1965 eine Lehre zum Rinderzüchter in der LPG „Empor“ Pleißa an. Hinz arbeitete dann in der Jungviehaufzucht und Milchkontrolle, berufsbegleitend besuchte er von 1969 bis 72 die Meisterschule. 1972 schloss sich dann bei der VEB Tierzucht die Ausbildung zum Besamungstechniker an. Als 1973 die Besamungstechniker auf die Zuchtbetriebe delegiert wurden, wechselte Herr Hirz zur LPG LimbachOberfrohna. 1991 begann seine Arbeit für die MASTERRINDVorgängerorganisation SRV, wo Herr Hirz die um Chemnitz liegenden Betriebe betreute. m

Tierzuchttechniker Ulrich Ewert verstorben Im Alter von 62 Jahren verstarb am 13. Oktober Tierzuchttechniker Ulrich Ewert. Ulrich Ewert wurde 1949 in Oppeln im Land Hadeln geboren. Nach der 1964 abgeschlossenen Volksschule absolvierte er eine Schlachterlehre, der sich auch – unterbrochen vom Wehrdienst – eine Zeit als Geselle anschloss. Nach einigen dann folgenden Jahren als Kraftfahrer begann Ulrich Ewert am 1. September 1978 seine Ausbildung zum Tierzuchttechniker. Diese durchlief er auf der Station in Bremen und in Schönböken in Schleswig-Holstein. Nach erfolgreich verlaufener Prüfung wurde Ulrich Ewert durch Dr. Romanowski von der RPN in Verden eingestellt. Sein neuer Arbeitgeber entsandte den damals dreißigjährigen Techniker auf die Mitgliedsbetriebe im Landkreis Osterholz, denen er trotz verschiedener Umstrukturierungen bis zu seiner Pensionierung treu blieb. Als 2001 die Besamungstechniker der RPN in Teams zusammengefasst wurden, wurde Ulrich Ewert zunächst Teil des Teams 5 in Harendorf. Nach einer Veränderung in den Teambezirken wurde er dann aber 2008 dem Team 6 in Sottrum zugeordnet. Hier blieb er bis zum Eintritt in die Ruhephase der Altersteilzeit im Jahre 2010 aktiv. Seine neu gewonnene Freizeit verbrachte Ulrich Ewert gern auf dem Golfplatz. Im Jahr 2012 wäre Ulrich Ewert pensioniert worden. Das Mitgefühl der von ihm betreuten Züchter sowie seiner Kollegen gilt seiner Frau sowie seinen Kindern und Enkelkindern. Hermann Bischoff

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Staatsehrenpreis für  Marc Benninghoff Den niedersächsischen Staatsehrenpreis für Tierzucht übergab Friedrich-Otto Ripke, Staatssekretär im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, Mitte Dezember an Marc Benninghoff aus Bevern (Landkreis Rotenburg-Wümme). In seiner Laudatio hob der Staatssekretär die züchterischen Verdienste des Preisträgers hervor. So hat der Betrieb allein in den letzten fünf Jahren rund 40 Bullen in die Besamung gebracht, darunter Namen wie die der Vollbrüder Jackpot, Janosch und Jannsen oder des Emerson-Sohnes Emtoro. Die von Marc Benninghoff gezüchteten Vererber haben damit nicht nur maßgeblichen Einfluss auf die deutsche Holsteinzucht genommen, sondern auch in angrenzenden Ländern des europäischen Auslandes Akzente gesetzt. Derart ausgezeichnete und überragende Leistungen und ein – wie Ripke sagte – untrügliches Bauchgefühl haben Marc Benninghoff mittlerweile nicht nur zu einem der TopZüchter im Zuchtgebiet der MASTERRIND, sondern auch bundesweit zu einem der bedeutendsten Experten der Holsteinzucht werden lassen.

Ehrenamtlich aktiv Auch das Engagement des Preisträgers außerhalb des Betriebes hob Friedrich-Otto Ripke hervor: „Wir haben mit Marc Benninghoff einen Preisträger für den Staatsehrenpreis

gefunden, der nicht nur züchterische Erfolge vorweisen kann, sondern sich auch stark ehrenamtlich engagiert.“ Als Beispiele nannte der Staatssekretär unter anderem Benninghoffs Engagement bei MASTERRIND und Rinderproduktion Niedersachsen (RPN), den Vereinigten Informationssystemen Tierhaltung w. V. (vit), aber auch seine ehrenamtliche Tätigkeit als Delegierter der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter. Zahlreiche Vertreter und Weggefährten aus verschiedenen Institutionen der Landwirtschaft, aber auch Landrat Hermann Luttmann und der Beverner Ortsbürgermeister Matthias Betz gratulierten dem Preisträger beim Festakt in einem Beverner Lokal. „Wachstum ohne Ellenbogen“, bescheinigte der Beverner Berufskollege Heinz Korte in seiner Eigenschaft als Vizepräsident des niedersächsischen Landvolks dem Preisträger. Benninghoff sei nicht nur „ein feiner Kerl“, sondern habe auch im Ehrenamt viel bewegt. Überdies sei es ihm gelungen, züchterischen mit unternehmerischem Erfolg zu verbinden, betonte Korte. Professionelles Management bei der Herden-

Tierwohl – ein Blick in den Beverner Stall

2009 erhielt Benninghoff für den von ihm gezogenen Emerson-Sohn Emtoro den Heinrich-Engelke-Preis

führung und im Stallbau zeichne den Landwirt ebenso aus wie die Fähigkeit, ein großes Mitarbeiterteam zu führen.

Tierwohl im Stall Erfolg in der Zucht gehen auf dem Hof von Benninghoff Hand in Hand mit der Milcherzeugung. Gleich elf 100 000-LiterKühe hat der 40-Jährige unter seinen 500 Kühen auf dem Beverner Hof. Nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus sollen es im nächsten Jahr 800 Tiere sein. „Auch die Zahl der Mitarbeiter wird im nächsten Jahr von zurzeit zehn auf 15 erhöht“, sagte Benninghoff bei einer Betriebsführung vor der Preisverleihung. Ripke und Benninghoff betonten, dass Tierschutz und das Wohlergehen der Kühe heutzutage nichts mit der Größe eines landwirtschaftlichen Betriebes

zu tun hätten, sondern mit der hohen Qualität der Tierhaltung in einem modernen Betrieb. „Auch dafür steht der Name von Benninghoff“, betonte Ripke. Der Staatsehrenpreis wird seit den 6oer-Jahren für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Tierzucht vergeben. Jedes Jahr werden auf Vorschlag der Landwirtschaftskammer zwei Zuchtbetriebe vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung geehrt. Hermann Bischoff

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MASTERRIND-Vorsitzender Otto Lattwesen (re.) und Geschäftsführer Dr. Dettmar Frese (2. v. re.) gratulierten Marc Benninghoff mit Ehefrau Diana und Mutter Karin

Kurzinfos

Hochzeitsmelker Walter Hormann Gut drei Dutzend Hochzeiten erleben im Normalfall wohl nur Standesbeamte und Pastoren. Walter Hormann kann mit Stolz behaupten, ebenfalls ein wichtiger Bestandteil dieser Trauungen zu sein. Bereits 40 junge Paare hat der ehemalige Milchleistungsprüfer auf den Weg ins 90

gemeinsame Glück unterstützt. Wenn Braut und Bräutigam auf dem Weg zur Kirche sind, kommt der mittlerweile 71-jährige Nindorfer immer wieder gerne auf die Betriebe, um die Kühe zu melken, denn auch die Melkzeit muss am schönsten Tag des Lebens eingehalten werden. In

Bergen und umzu bedient er nun schon zum 40. Mal die komplizierten Melkanlagen. Vielleicht kommt er auch das eine oder andere Mal mit dem Fahrrad, das er auf der 38. Schau der Besten gewonnen hat. Christiane Soller

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Er melkt, während andere heiraten


Termine • Termine • Termine IMPRESSUM:

MASTERRIND MAGAZIN ISSN 1867-2809

Herausgeber: C. Kohlmann Druck & Verlag GmbH

Auktionen 2012

Sonder­ veranstaltungen

Verden

Januar 2012

Di., Di., Di., Di., Di., Di., Di., Di., Di., Di., Di.,

20.-29. Grüne Woche, Berlin

31. Januar 6. März 3. April 8. Mai 5. Juni 3. Juli 7. August 4. September 2. Oktober 6. November 4. Dezember

• Termine goes

Februar 2012 10./11. Niedersächsische Fleisch­rindertage, Verden 20./21. 21. Zentrale Fleischrind­ körung u. -auktion, ­Meißen 22./23. Schau der Besten, Verden

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März 2012

im Weg.

Mi., 11. Januar Mi., 14. März Mi., 25. April Mi., 23. Mai Mi., 15. August Mi., 12. September Mi., 26. September Mi., 17. Oktober Mi., 31. Oktober Mi., 21. November Mi., 12. Dezember

22.

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Bremervörde

13.-16. EuroTier, Hannover

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Di., 10. Januar Di., 14. Februar Di., 20. März Di., 24. April Mi., 6. Juni Mi., 8. August (Abendauktion) Di., 18. September Di., 16. Oktober Di., 13. November Di., 18. Dezember

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www.masterrind.com Hermann Bischoff, Niedersachsen Steffen Feurich, Sachsen Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Bilder und ­Bücher keine Haftung. Rück­­­ sendung nur, wenn Porto beigefügt ist. Alle Nachrich-

Uelzen

ten werden nach bestem

Mi., 11. Januar Mi., 15. Februar Mi., 21. März Mi., 9. Mai Mi., 11. Juli Mi., 19. September Mi., 17. Oktober Mi., 14. November Mi., 12. Dezember (Weihnachtsauktion mit Exzellent-Einstufung)

Wissen veröffentlicht, eine Gewähr wird nicht übernommen. Namentlich gekennzeichnete Artikel Dritter müssen nicht immer der Auffassung der Redaktion entsprechen. Bezugspreis jährlich (4 Ausgaben): 10,00 Euro einschließlich 7 % MwSt. und

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Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 8 vom 1. 10. 2008.

Generalversammlung Sächsischer Rinderzucht­ verband, Meißen

Juni 2012 3.

Tierschau in Moringen

Juli 2012 6.-9. Tarmstedter Ausstellung

November 2012

Jungzüchter April 2012 20./21. MASTER-Typ-Cup & Jungzüchtertriathlon, Verden

Eigenbestands­ besamerlehrgänge Die nächsten Eigenbestandsbesamerlehrgänge finden vom 16. bis 19. Januar 2012 13. bis 16. Februar 2012 12. bis 15. März 2012 bei der MASTERRIND GmbH in Verden statt. Mindestteil­ nehmerzahl: 20 Personen. Weitere Informationen und ­Anmeldungen bei der MASTERRIND GmbH, Frau Cordes, Tel. 04231-679-917, E-Mail ­kcordes@masterrind. com, Fax 04231-679-780.

­MASTERRIND auch bei Facebook. Dem inter­aktiven ­Austausch steht nichts mehr Schauen Sie doch mal vorbei.

Treffen & Versammlungen Januar 2012 5. RZV Land Hadeln 19.30 Uhr, Generalversammlung, Marc 5 in ­Cadenberge 11. BV Scheeßel, Visselhövede, Rotenburg und RZV Roten­ burg 11 Uhr, Informationsveranstaltung auf dem Betrieb der Familie Jan Kaiser, ­Ippensen, Vierden 20. BVe Hannover-Peine, Celle, Gif horn-Isenhagen und Königslutter Gemeinsame Vortragsveranstaltung um 10 Uhr im Gasthaus Deutscher Kaiser in Uetze. Thema: Junge Kühe sind anders, Fütterungsvergleiche zwischen Ein- und Mehrkalbskühen mit Frau Dr. Mahlkow aus SchleswigHolstein. 25. BV Scheeßel, Visselhövede, Rotenburg und RZV Roten­ burg 10 Uhr, Generalversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Westenholz, Thema: Heatime, das neue Brunsterkennungs-System – Vorstellung und Praktikerbericht 91


39Besten . Schau der

er t h c ü einz t s l o H r ü f t ven E P O Das T

Niedersachsenhalle Verden

22./23. Februar

2012

Highlights der Top-Gene tik-Au ktion 22. Februar 18.30 Uhr Top-Genetik-Auktion

23. Februar 9.30 Uhr Beginn • Schauwettbewerb • Nachzuchtpräsentation • Wahl „Miss Schau der Besten“ Fachausstellung an beiden Tagen

Höchste Snowman-Tochter, gRZG 148, aus Goldwyn Konny VG 87

Höchste Gerard-Tochter, gRZG 139, aus Misty Springs Shottle Satin VG 86

Die Veranstaltung wird unterstützt von:

www.masterrind.com, info@masterrind.com


MASTERRIND Dezember 2011