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MASTERRIND

HEFT 6

M A G A Z I N F Ü R Z U C H T, B E S A M U N G & V E R M A R K T U N G

π Neue Zuchtwertschätzung π Landes-Fleischrinderschau π Fruchtbarkeit π Klauengesundheit

SEPTEMBER 2009


EDITORIAL

Lieber Leser, bei der Zuchtwertschätzung im August 2009 konnten die von MASTERRIND in Niedersachsen und Sachsen getesteten und bereits im Einsatz befindlichen Bullen ihre bisherigen Ergebnisse bestätigen. Mit MERGIM und MALPAS sind neben weiteren sicher geprüften, neuen Bullen auch zwei Allround-Vererber der Spitzenklasse mit Bullenvaterqualitäten hinzugekommen. Somit steht zum Start der neuen Besamungssaison ein umfangreiches Angebot von sicheren Wiedereinsatzvererbern, im Zuchtwert konstanten Bullen ohne neue Töchterinformationen und natürlich neuen Hoffnungsträgern zur Verfügung. Gerade in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation bietet uns dies die Möglichkeit, Ihnen mit dem neuen Katalog ein preiswürdiges und komplettes Angebot zu unterbreiten. Bitte vergleichen Sie unser Angebot im Hinblick auf Qualität und Preis mit denen anderer Anbieter, und Sie werden feststellen, dass es – wie bisher – vielen Ansprüchen gerecht wird. Unsere Mitgliedsbetriebe erleben täglich die Veränderungen gegenüber der Situation in den vergangenen beiden Jahren, und unsere Mitarbeiter bemühen sich besonders, auch in der Tiervermarktung die Einnahmen gerade in diesem Bereich langfristig zu sichern. Das Preisniveau im Export von Färsen folgt langsam aber doch sicher auch dem Milchpreis, und einige Abnehmer stellen zunehmend Probleme in der Finanzierung fest. Wir konnten uns dank Ihrer Unterstützung im internationalen Wettbewerb sehr gut behaupten, so dass die Stückzahlen in der Tiervermarktung insgesamt – und hier besonders im Export – gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Hier zahlt sich die langjährige, kontinuierliche Arbeit am Markt aus und versetzt uns alle gemeinsam in die Lage, zumindest diese Einnahmemöglichkeit für unsere Betriebe auch in Zukunft zu sichern. Sie können sich darauf verlassen, dass alle Mitglieder wie bisher sehr engagiert ihre Aufgabe erfüllen werden. Vor diesem Hintergrund bitten wir auch, aufmerksam die weitere Entwicklung, die laut nunmehr vorliegender Bundesverordnung zur flächendeckenden BVD-Sanierung notwendig sein wird, zu beobachten. Nach einer Übergangsfrist wird sie 2011 in Kraft treten und es gilt schon jetzt, rechtzeitig die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Wir werden Sie dabei wie immer unterstützen, da es zur langfristigen Sicherung der Märkte notwendig ist. In den vergangenen Monaten hat es aber auch viele züchterische Höhepunkte gegeben. Nicht nur die Resultate auf der DHV-Schau in Oldenburg haben eindrucksvoll gezeigt, dass unsere Züchter und Mitglieder weiterhin die Basis für die Zukunft der Milchproduktion sein werden. Das gleiche gilt auch für die Zucht, die vor der Einführung der genomischen Selektion und somit vor erheblichen Veränderungen im nächsten Jahr steht. Auf zahlreichen weiteren Veranstaltungen wie der Tarmstedter Ausstellung und natürlich den Jungzüchter-Wettbewerben in Neudörfel, Dannenberg und Wenzen wurde gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Situation die Stärke und die Zukunftsfähigkeit, die letztendlich die Grundlage für die weitere Entwicklung der MASTERRIND bilden, demonstriert. Wir möchten Sie auch ausdrücklich zum Besuch der Sächsischen Holsteintage mit Präsentation von Nachzuchtgruppen unserer Vererber einladen, um somit die Bemühungen unserer Züchter zur erfolgreichen Darstellung unserer Zuchtprodukte zu unterstützen. In vielen Gesprächen mit Mitgliedern und Kunden stellt man immer wieder die Kraft und den starken Willen, die Zukunft positiv gestalten zu wollen, fest, und wir alle sind aufgefordert, gemeinsam unsere Kräfte zu bündeln, um dann auch wieder gestärkt aus der aktuellen Situation hervorzugehen. Titel: Falindo-Tochter Bella von F. Tietjen, Wischhafen Foto: Han Hopman

Freundliche Grüße Cord Höltje 3


INHALT

Inhalt September 3 Editorial

Vermarktung 45 46

Fleischrinder Holstein

Zucht / Besamung 6 14 16 22 24 25 26 28 31 32 33 34

Relativzuchtwert Fitness Zuchtwertschätzung Holsteins international Genomische Selektion und Embryotransfer

6

4

48 50 53

Hauptabgangsursachen bei Milchkühen Prostaglandinbehandlung Klauengesundheit

Ermittlung genomischer Zuchtwerte

Jungzüchter

37. Schau der Besten 2010 11. Sächsische Holsteintage Cavertitz 61. Tarmstedter Ausstellung Tarmstedter Nachzuchtpräsentation 100.000-l-Kühe; Exzellentkühe Kreistierschau in Auligk

56 59 60 61 62

Tschechische Nationalschau in Brno

14. Landesfleischrinderschau Tarmstedt Angusschau

Wettkämpfe in Tarmstedt Vorführwettbewerb in Dannenberg Tag der offenen Tür und Wettbewerb in Wenzen Fußballturnier; Wettbewerb in Altmittweida Kinderseite

Intern 63 66

Fleischrinder 35 40 41 42 44

Management

Zuchtwertschätzung Holsteins Deutschland

Züchterfahrten und Treffen Im Blick: Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf

Persönliches 68

Jubiläen, Auszubildende, Nachrufe

Auktion in Hartmannsdorf

Rubriken

Tschechische Nationalschau

71

Züchterfahrt nach Irland

Neue Zuchtwertschätzung

35 Landes-Fleischrinderschau

Termine

50 Fruchtbarkeit

53 Klauengesundheit


ZUCHT & BESAMUNG

Zuchtwertschätzung Holsteins Deutschland

Erfolgreiche Zuchtwertschätzung für Die O-Man-Söhne

Mit Spannung wurde die aktuelle Zuchtwertschätzung erwartet, saß doch der eine oder andere neue Bulle in den Startlöchern, der auf Besonderes hoffen ließ. So geschah es dann auch. Damit wurde auch die Liste der MASTERRIND-Bullen um attraktive neue Vererber erweitert. Insgesamt sind aktuell 25 MASTERRIND-Bullen in den Top 100 nach Gesamtzuchtwert vertreten.

Neuer Fitnessindex RZFit Im Zuge der Augustzuchtwertschätzung wird erstmalig ein neuer Index veröffentlicht, der sich gezielt auf den Merkmalskomplex Fitness bezieht, der RZFit. Es steht damit ein Relativzuchtwert zur Verfügung, der eine Selektion der Bullen speziell in diesem Segment erleichtern soll. In diesem Index sind die wichtigsten Fitnessmerkmale zusammengefasst. Auf Seite 14 gibt es weitere Informationen zu diesem Thema, u. a. wie sich dieser Index zusammensetzt.

Top 100 Deutschland Väter

Jocko Besne O-Man Champion, Lukas, Mtoto, Ramos Lancelot Emerson, Riverland, Throne Bormio, Cello, Jesther, Manat, Rudolph, Webster Boss Iron, Convincer, Dutch Boy, Emil, Eminenz, Esquimau, Ford, Garter, Gibbon, Gibor, Glenwood, Lake, Lantz, Laudan, Lucky Leo, Manfred, Marmax RF, R. Marshall, BW Marshall, Merv 2, Novalis, Step, Steven, Storm, Willstar, Winchester, Zappa 6

Anz.

19 9 5 4 3

2

1

Top 20 und die häufigsten Bullenväter in den Top 100 Aktuell wird die deutsche Topliste noch von zwei alten Bekannten angeführt, die auf tausende Wiedereinsatztöchter verweisen können: Mascol (V. Mtoto) und Gibor (V. Gibbon). Aber schon auf Platz 3 und 4 folgen mit Radon (V. Ramos) und Malpas (OMan) zwei junge Vererber. Auf Platz 5 hält sich Ramos nach wie vor in der Spitzengruppe. Der auch weltweit als Bullenvater genutzte Vererber besitzt jetzt über 50 000 Töchter, die in seinen Leistungszuchtwert eingehen. Wie auch schon oben zu sehen, platzieren sich bereits einige Söhne in der Topliste. Bullen mit Töchtern aus dem Wiedereinsatz in den Top 20 sind weiterhin Jardin, Jango (beide V. Jocko Besne), Rasputin (V. Rudolph) und Laudan (V. Lukas). Letztgenannter hat ebenfalls schon erste Söhne zu bieten. Höchstnotierter ist dabei Laudator von MASTERRIND. Ein weiteres Beispiel ist auch Laudatum. Nachdem in der Vergangenheit die Toplisten mit Söhnen von Jocko Besne (z. B. Deutschland, Frankreich) oder BW Marshall (USA) stark besetzt waren, kündigt sich nunmehr ein neuer Bullenvater an, der einen entscheidenden Einfluss auf die

Malpas, der beste deutsche O-Man-Sohn – Malpas-Tochter Malica

Toplisten in der Holsteinzucht nehmen wird. Es handelt sich um O-Man (O-Bee Manfred Justice), den Manfred-Sohn aus der Bell Elton-Tochter MeyerMeadows EL Jezebel EX-92. In den USA konnten schon zur letzten Zuchtwertschätzung mehrere Söhne auf sich aufmerksam machen. Jetzt halten die männlichen Nachkommen von O-Man auch intensiv Einzug in die deutsche Topliste. Mit 9 seiner Söhne ist er in den Top 100 vertreten. Damit ist er jetzt schon Nummer 2 der Bullenväter mit den meisten Söhnen nach Jocko Besne (19 Söhne). Gefolgt wird O-Man von Champion, Lukas, Mtoto und Ramos mit 5 sowie Lancelot mit 4 Söhnen.

Die O-Man-Söhne Die Vorinformationen der Einsatzleistungen hatten es schon angekündigt, mit der aktuellen Zuchtwertschätzung wurde es zur Gewissheit, mit Malpas erhält MASTERRIND einen OMan-Sohn der absoluten Spit-

zenklasse. Malpas stammt aus der Addison-Tochter Southland Dellia 20 VG-88. Neben enormen Werten in der Leistungsvererbung kann er auf ein gutes Exterieur und positive Werte in den Fitnessmerkmalen verweisen. Dies alles katapultiert ihn auf Platz 4 der deutschen Topliste nach Gesamtzuchtwert. Er ist gleichfalls der höchste deutsche O-Man-Sohn. Malpas wurde sowohl in Deutschland als auch in Tschechien getestet. Malpas-Töchter stehen über dem mittleren Rahmen, besitzen reichlich Stärke, Körpertiefe und gut gelagerte, breite Becken. Die Euter sind gut aufgehängt, mit hohen und breiten Hintereutern und einem ausgeprägten Zentralband versehen. Malpas ist in der Lage, eine weite Strichplatzierung zu korrigieren. Er ist leichtkalbig und wird als Bullenvater zum Einsatz kommen. In den Top 20 sind mit Orcas, Ombis und Omercy drei weitere O-Man-Söhne vertreten. Dabei zeigt sich, dass speziell die Mutter von Ombis, Debbi Joy VG-87


MASTERRIND – kommen

positive Zuchtwerte für Nutzungsdauer und Eutergesundheit. Wie oben bereits erwähnt ist Mankor ein Halbbruder zum populären Finley-Sohn Finish, der sich neben einem sehr guten Exterieur auch durch deutlich positive Werte für Eutergesundheit und Nutzungsdauer auszeichnet.

Mergim – Neuer Allrounder erster Güte

Makosch, viel Milch und Eiweiß – Makosch-Tochter Makitha

(Regancrest Dellia EX-95-Familie), nicht nur bei dieser Anpaarung erfolgreich war. Die MASTERRIND kann mit Mankor einen Vollbruder, und u. a. mit Finish (V. Finish) und Bennet (V. Best) zuchtwertpositive Halbbrüder vorweisen. MASTERRIND besitzt mit Mainau einen weiteren O-Man-Sohn mit einem sehr hohen RZG (140), der nur aufgrund noch zu geringer Sicherheit den Einzug in die Top 20 knapp verpasst hat. Auffällig ist bei ihm unter anderem die gewaltige Milch-, Fett und Eiweißmengenvererbung. Mainau besitzt mehrere positive Vollbrüder, so zum Beispiel die bekannten US-Vererber Lynncrest O-Man Hanover und Lynncrest Horizon. Ein weiterer interessanter OMan-Sohn ist Makosch. Er geht über die Manat-Tochter ALH Ivonne VG-87 auf Jeffrey-Way Formation Tate EX-93 zurück. Makosch ist ein hoher Milchund Eiweißvererber. Die deutlich über dem mittleren Rahmen stehenden Töchter sind mit reichlich Tiefe und Stärke versehen.

Bei den korrekten Fundamenten fallen speziell die hohen Trachten und die gute Mobilität auf. Die Eutervererbung ist ausgeglichen positiv. Wie auch Malpas und Mainau hat Makosch gute Werte für Nutzungsdauer und Eutergesundheit. Makosch ist leichtkalbig. Mit Mania und Mankor wird das Angebot an O-Man-Söhnen der MASTERRIND vervollkommnet. Mania stammt aus der französischen Convincer-Tochter Petunia EX-90 und geht auf die amerikanische Kuhfamilie von Vision-Gen Ozzie zurück. Mankor’s Mutter ist die Brett-Tochter Debbie Joy VG-87 und geht über eine Patron und eine Tesk auf die bekannte Snow-N Denises Dellia EX-95 zurück. Mania und Mankor können beide auf positive Inhaltsstoffe verweisen. Beide genannten O-ManSöhne sind für Färsenbesamungen geeignet und besitzen

Seit der letzten Zuchtwertschätzung ist Mergim bereits im Angebot der MASTERRIND, jetzt auch in der offiziellen Topliste. Mit 126 Töchtern und einem RZG von 135 hält Mergim auf Platz 12 Einzug in die deutsche Spitze, rangiert nach RZG. Er ist ein Allrounder erster Güte, besitzt mit dem Mandel-Sohn Merv 2 einen seltenen Bullenvater. Damit eröffnet sich eine Anpaarungsalternative zu vielen bekannten Blutlinien. Als Embryo kam der aus der Sweet-Familie stammende Merv 2 in die Schweiz, wo er stark eingesetzt wurde. Im Ausland nur limitiert verfügbar, gelangte er international lediglich als Bullenvater zum Einsatz. Mergims Mutter, Simba EX-91(Storm x Lindy x Starbuck), stand auf dem

Zuchtbetrieb Wiebusch in Helmste und hat eine Lebensleistung von 85 000 Litern. Eine Halbschwester (V. Raider) zu Simba kann ebenfalls auf 90 000 Liter verweisen, was die hohe Leistung und Funktionalität der Familie unterstreicht. Zudem ist bemerkenswert, dass die letzten fünf Generationen durchschnittlich 8 Laktationen leisteten. Mergim selbst bietet ein komplettes Vererbungsmuster: Hohe Milch-, Fett- und Eiweißmenge, positive Inhaltsstoffe, Linear ohne Schwächen, gute Eutergesundheit und Nutzungsdauer, Leichtkalbigkeit. Die Töchter von Mergim sind mittelgroße, milchtypische Tiere, die alle über sehr viel Rippe und Körpertiefe verfügen. Die langen und sehr breiten Becken sind gut gelagert. Die Fundamente sind trocken, mit sehr hohen Trachten und in der Bewegung fallen die optimal eingeschienten Beine sofort positiv auf. Die Euter zeichnen sich durch die breiten und hohen Hintereuter aus und sind alle mit sehr starken Zentralbändern versehen. Strichplatzierung und Strichlänge sind optimal. Aufgrund seiner zahlreichen Stärken wird Mergim international als Bullenvater Einsatz finden.

Wolfhard Schulze

Mergim bietet ein komplettes Vererbungsmuster – Mergim-Tochter Anegret

7


ZUCHT & BESAMUNG

Ergebnisse der Zuchtwertschätzung Schwarzbunt Rang Bulle

HB-Nr.

Geb.Jahr

840515

2000 Mtoto

Vater

Besitzer

MILCHLEISTUNG F % F kg E % E kg

EXTERIEUR TEILZUCHTWERTE Si. MTyp Körp. Fund. Euter RZM RZS RZE RZN RZR RZD RZG

1 Mascol ET

TL TV

2 Gibor

TL TV

667908 1997 Gibbon

RUW

1778 -0.33 40 -0.06 55 99

3 Radon

TL TV

672586 2004 Ramos

RUW

1621 -0.07 59 0.10 66 88 100 109 115 109 129 118 115 125 114 96 143

4 Malpas

TL TV

831612

2004 O-Man

MAR

2224 -0.32 57 0.02 78 91

97 120 113 111 136 120 118 113 102 107 141

5 Ramos

TL TV

253642

1997 Rudolph

OHG

1034 -0.06 37 0.01 36 99

99 96 123 120 109 138 121 144 121 96 140

6 Jardin

TL TV

141437

2001 Jocko Besne VOST

7 Orcas

TL TV

328824 2004 O-Man

WEU

8 Bobas

TL TV

840609 2002 Dutch Boy

LTR

9 Jango

TL TV

831082

2000 Jocko Besne MAR

2093 -0.24 61 -0.04 67 95 108 123 128 129 130 97 138 103 109 97 137

10 Wizzard

TL TV

255575

2000 Webster

1689 0.47 116 0.02 59 99 106 88 113 111

11 Rainman

TL TV

257696 2004 Ramos

OHG

401 0.65

73 0.20 31 90

12 Mergim

TL TV

464701 2004 Merv 2

MAR

1551 0.22

85 0.05 58 93 115 113 119 117 128 118 125 101 106 102 135

13 Ombis

TL TV

566605 2004 O-Man

RSH

1840 -0.19

57 0.01 64 85

14 Omercy

TL TV

672598 2004 O-Man

RUW

2041 -0.01 82 -0.03 66 90 106 123 111 106 132 110 116 113 105 100 135

15 Rasputin

TL TV

801071

RMV

1306 0.07 60 -0.08 37 99

16 Cassano

TL TV

328422 2003 Champion

WEU

17 Laudan

TL TV

810695 1998 Lukas

RBB

18 Jolus

TL TV

831381

19 Eminem

TL TV

810944 2002 Eminenz

RBB

1213 0.03

20 Calysto

TL TV

566609 2004 Champion

RSH

2491 -0.30 70 -0.11 73 90 130 124 108 116 134 104 125 106 98 113 134

21 Elite

TL TV

633809 2004 Emil

ZBH

2126 0.02 89 -0.07 65 84 120 103 112 111 132 100 116 107

22 Stylist

TL TV

632644 2002 Steven

WEU

1410 0.03 61

23 Zar

TL TV

802593 2003 Zappa

RMV

1653 0.11 79 0.03 59 95

24 Aspen

TL TV

505635

2004 Lancelot

LTR

25 Rotary

TL TV

143311

26 Omallis

1997 Rudolph

LTR

M kg

August 2009

OHG

2002 Jocko Besne MAR

1619 0.09

75

0.14 69 99 105 103 121 112 134 125 118 116 110 108 144 86 90 132 113 120 128 117 132 119 88 143

1490 -0.13 49 0.24 74 99 104 106 122 119 1847 -0.06 70 2474 -0.40

0.12 75 87 106 104 106 101 136 110 105 113 110 98 139

58 -0.06 78 93 116 104 112 103

96

135 123 110 113 96 97 138 133 97 110 107 112 115 137

83 117 127 112 127 118 125 123 95 136

82 94 116 104 128 119 105 114 107 96 135 94 100 117 107 112 128 111 129 132 110 135

2109 -0.17 69 -0.08 63 95 124 125 119 112 128 122 127 106 104 106 135 1569 -0.36 29 -0.11 43 99 109 80 116 122

111 123 116 137 109 113 134

1956 -0.20 60 -0.02 65 98 108 123 112 113 128 106 121 118 96 98 134 53

0.16 57 95 117 100 119 112 124 105 119 121 103 125 134 103 134

0.21 69 95 117 108 124 121 132 98 128 108 88 110 134 97 99 105 120 128 123 113 112 97

91 134

2250 -0.47 43 -0.04 72 92 109 113 109 119 130 96 120 105 106 119 134

2003 Ramos

VOST

1533 -0.25

38 -0.03 49 93

97 123 119 110 116 128 121 122 112 100 134

672947 2004 O-Man

RUW

1459 0.11

71 0.10 60 85

94 98 104 93 128 111 97 115

MAR

1828 -0.35 39 0.07 70 94 118 103 104 110 129 103 112 117 101

27 Mallin

TL TV

831335

28 Luna

TL TV

794190 2002 Lukas

29 Jobert

TL TV

831060 2000 Jocko Besne MAR

2084 -0.26 59 -0.02 69 98 114 120 117 130

505627

2003 Throne

RSH

1613 -0.14

1998 Novalis

WEU

1196 0.09 57

MAR

2430 -0.19 79 -0.10 72 93 111 120 103 100

30 Bennwood

133 93 124 109 106 108 139

2002 Manat

GREIF. 1742 -0.06 66 0.02 62 93

98 133 133

99 105 102 109 128 96 108 116 110 108 132 131 79 134 104 97 101 132

52 0.02 57 87 101 126 124 121 123 97 131 107 107 96 132

31 Novize

TL TV

325517

32 Lombard

TL TV

830746 1998 Lukas

33 Jobess

TL TV

463395

34 Charts

TL TV

142262 2003 Champion

35 Jobak

TL TV

821252

36 Ebro

TL TV

141456

2001 Emerson

37 Janosch

TL TV

810815

2000 Jocko Besne RBB

38 Giseh

TL TV

671974 2003 Gibor

39 Marco Polo

TL TV

632464 2001 Marshal ET LTR

40 Millennium

TL CV

821119

41 Rahn

TL TV

821429 2003 Ramos

42 Junker

TL TV

810821

2000 Jocko Besne RBB

1652 -0.23 45 0.03 59 99 104 102 114 106 123 111 111 109 116 100 131

43 Jovial

TL TV

831238

2001 Jocko Besne MAR

2061 -0.33

44 Omro

TL TV

672715

2004 O-Man

1196 -0.09 41

45 Eleve

TL TV

142245

2002 Emerson

VOST

2047 -0.47 35 -0.14 55 96 126 116 129 125 119 104 137 110 104 105 130

46 Mania

TL TV

831613

2004 O-Man

MAR

1152 0.39 84

47 Cargol

TL TV

328665

2003 Champion

WEU

2682 -0.42 64 -0.12 78 94 122 111 106 93 136 111 105 105 95 112 130

48 Joke

TL TV

141101

2000 Jocko Besne VOST

49 Windfang

TL TV

830932 1999 Winchester MAR

1960 -0.39 41 -0.10 56 99 105 92 105 117 120 108 111 117 109 110 130

50 Joint

TV

632487 2001 Jocko Besne ZBH

1805 -0.36

8

2002 Jocko Besne MAR VOST

2000 Jocko Besne RSA

1999 Mtoto

VOST RUW

0.11 51 99 103 89 117 115 121 103 114 122 102

2054 -0.09 75 -0.10 60 98

135 118 109 97 108

96 103 112 112 127 113 113 116

85 132 132

91 103 132

1779 -0.28 44 -0.10 51 93 119 116 112 125 118 119 128 116 107 112 132 2029 -0.37 45 0.02 72 93 110 105 109 107 130 111 111 108 98 104 132 2292 -0.27 65 -0.08 70 95 110 109 109 106 132 93 112 110 101 106 132 2234 -0.40 49 -0.15 60 99 112 98 132 125 123 95 131 105 105 106 132 1712 -0.27 43 -0.04 54 92 102 84 118 110 120 110 110 119 107 96 131 1878 -0.33 44 -0.15 49 93

96 86 97 107

117 109 98 127 127

131

RSA

876 0.31 65 0.04 33 99 105 107 135 121 112 139 131 122 94 76 131

RSA

1339 -0.12 43 -0.08 38 93 104 100 123 116

RUW

111 126 120 125 112 90 131

51 -0.08 62 94 106 121 100 120 125 110 119 118 98 102 131 0.11 51 92 0.12 50 92

89 110 108 123 119 128 119 117 105 97 131 95 113 110 102 124 117 109 111 112

2281 -0.34 58 -0.02 75 97 118 120 113 93 134

85 130

91 110 106 102 106 130

38 0.00 61 96 106 96 117 107 123 100 112 112 107 119 130


Zanzibar produziert typstarke Kühe – Zanzibar-Tochter Evita

Weitere Neueinsteiger Das Angebot an Neueinsteigern ist mit den oben Genannten noch nicht erschöpft. Mit dem Best-Sohn Ocean-View Zanzibar steht ein ausgezeichneter Exterieurvererber mit positiven Inhaltsstoffen neu im Angebot. Zanzibar-Töchter sind rahmige, starke und trotzdem milchtypische Kühe mit ausgezeichneten Fundamenten und fest aufgehängten Eutern. Zanzibar stammt aus der bekannten Ocean-View Mandel Zandra EX-94 aus Kalifornien und ist ein Halbbruder zu Ocean-View Zenith und dem MASTERRIND-Vererber Ocean-View Zinfandel. Neu ist auch der ChampionSohn Derek aus Markwell Durham Diedra EX-91, die über Markwell Luke Rapture EX-92 auf die legendären Markwell Blackstar E Raven EX-95 zurückgeht. Markwell Luke Rapture EX92 ist auch die Mutter des bewährten MASTERRIND-Exterieurspezialisten Braveheart. Derek ist eine ausgezeichnete Kombination von Leistungsvererbung, funktionalen Merkmalen und Exterieur. Gleichzeitig ist er leichtkalbig. Aus der Vollschwester von Dereks Mutter, Markwell Durham Doreen EX91, stammt Modell, ein exterieurstarker Morty-Sohn. Er vererbt große, breite und tiefe Tiere

mit etwas steileren, aber sehr breiten Becken. In seinem Linear ist gleichfalls die sehr gute Euter- und Fundamentsvererbung auffällig. Ein weiteres Mitglied dieser Familie ist der EmilSohn RavensEmil aus Markwell Rudolph Rhoda EX-92, einer Tochter von Markwell Blackstar E Raven EX-95. Reichlich Milch und Eiweiß bietet der Finley-Sohn Canyon-Breeze Fin Able. Seine Mutter ist Canyon-Breeze EM August EX-92 und damit ein Mitglied der erfolgreichen Kuhfamilie von Clarney W C Mark Abigail EX-91. Able-Töchter sind wahre Milchmaschinen. Es sind große, auffällige Kühe mit viel Körpertiefe, guter Stärke und breiten Becken. Mit Timex steht ein neuer, leichtkalbiger Titanic-Sohn im Angebot, in dessen Linear vor allem die Fundaments- und Eutervererbung sehr positiv auffällt. Timex geht nach seiner Mutter Hol-Siens Joyful EX-90 über mehrere Generationen auf ein US-amerikanisches Pedigree zurück (Conant-Acres Tradition Joan EX-92). Tilo ist ein weiterer neuer Titanic-Sohn, der über eine ähnliche Exterieurqualität wie Timex verfügt, aber in der Fettund Eiweißvererbung höher liegt. Er ist für Färsenbesamungen geeignet. Der dritte interessante Titanic-Sohn in dieser Runde ist Deliver 2. Über seine

Mutter Regancrest Encore Darel EX-91 geht er direkt auf Snow-N Denises Dellia EX-95 zurück. Er bietet neben einer soliden Fundamantsvererbung eine sehr gute Eutervererbung, bei der unter anderem das stark ausgeprägte Zentralband auffällt. Ein weiteres positives Merkmal ist seine gute Melkbarkeit. Neu im Angebot und nur knapp die deutsche Topliste verfehlt hat Label, der nach Aspen zweithöchste deutsche LancelotSohn. Label stammt aus der Aaron-Tochter Esmeralda VG-87 und besitzt mit Lanon einen Vollbruder mit leicht darunter liegendem Zuchtwert. Aus seiner Zack-Großmutter stammt der gut rangierte Ramos-Sohn Rotary. Label besticht bei einer ausgeglichenen Exterieurvererbung vor allem durch eine enorme Milch- und Eiweißmenge. Ein weiterer neuer LancelotSohn ist Lancy. Lancy zeigt deutlich positive Inhaltsstoffe und ist leichtkalbig. Auch wenn der Step-Sohn Sascha bereits im April dieses Jahres einen ersten Zuchtwert erhielt, soll auf ihn doch noch einmal hingewiesen werden. Mit Sascha steht ein attraktiver Vererber zur Verfügung, der eine etwas andere Blutführung besitzt: Step x Esar x Gigh. Neben einer guten Leistungsvererbung fällt besonders die ausgezeichnete Fundaments- und Euterverer-

bung ins Auge. Mit einem RZE von 135 gehört er zu den Besten in diesem Bereich im Bullenangebot. Neben dem bereits vorgestellten Mergim gibt es mit Manjo noch einen zweiten Merv 2-Sohn neu im Angebot. Manjo ist ein solider Allrounder mit ausgezeichneter Fettvererbung. Hohe Milch- und Eiweißmengen vererbt Luchser, ein Sohn des italienischen Bullenvaters Lucente. Er zeigt sich als solider Allrounder mit knappen Inhaltsstoffen, aber guten Werten für Eutergesundheit und Nutzungsdauer. Mit Talendi und Tatonga gehen auch zwei neue Talent-Söhne mit Rotfaktor ins Rennen. Ergänzt wird das Angebot auch von zwei interessanten Bullen aus dem NOG-Programm: NOG Rigor und NOG Raulio. NOG Rigor ist ein Riverland-Sohn, der durchgehend positive Werte für alle Fitnessmerkmale besitzt. Im Exterieur liegen seine Stärken im Euter und Fundamentsbereich (steile Hinterbeine beachten). Mit NOG Raulio steht ein früher Raul-Sohn zur Anpaarung bereit. NOG Raul ist leichtkalbig, kombiniert positive Inhaltsstoffe mit einer soliden Exterieurvererbung und guter Melkbarkeit. Seine Vollschwester HF Ginette EX-90 konnte auf der RUW-Färsenschau 2007 den Titel einer „Ehrenhaften Erwähnung (Honorable Mention)“ erringen.

Derek aus exterieurstarker Kuhfamilie – Derek-Tochter Desideria

9


ZUCHT & BESAMUNG

Ergebnisse der Zuchtwertschätzung Rotbunt Rang Bulle

HB-Nr.

Geb.Jahr

2001 Topred

Vater

August 2009 MILCHLEISTUNG F % F kg E % E kg

Besitzer

M kg

RUW

1419 0.52 105

VOST

1341 0.18

EXTERIEUR TEILZUCHTWERTE Si. MTyp Körp. Fund. Euter RZM RZS RZE RZN RZR RZD RZG

1 Tocar

TL TV

915938

2 Jerudo

TL TV

922393 2003 Jerom

3 Malvoy

TL TV

916301

2002 Marmax RF RUW

2304 -0.62 39 -0.10 69 95 106 111 124 105 130 98 118 108 102

4 Rulead

TL TV

915854

2002 Rubens

RBW

1317 0.11 65

5 Carmano

TL TV

915758

2001 Cadon

RUW

1003 -0.07 37 -0.02 32 94 112 103 123 125 109 120 128 127 107 101 130

6 Sabiner

TL TV

922472 2003 September

ZBH

1965 -0.05 79 -0.24 45 87 113 106 111 112 121 122 116 109 105 105 128

7 Pandora

TL TV

916884 2003 Paradox

RUW

1471 0.33

8 Luizu

TL TV

597145

RSH

1706 -0.11 63 0.04 62 92 107 104 108 93 130 92 102 101 110

9 Ludox

2003 Luigi RF

0.23 68 91 112 108 109 103 140 101 110 113 87 108 136

73 0.09 53 95 106 118 116 116 127 112 123 105 112 107 134 83 133

0.16 58 91 110 115 115 120 129 113 125 109 92 84 132

91 0.01 51 86 121 96 110 110 127 113 112 107 94 100 128 83 128

TL TV

915040 1999 Lucky Red

RUW

1777 0.02 77 -0.10 51 99 114 126 111 108 125 98 119 111 95 103 128

10 Goodtime

TL TV

922045 2001 Good Luck

ZBH

1178 -0.22

11 Famos

TL TV

831344

2002 Faber

MAR

2135 -0.43 50 -0.11 63 93 132 113 125 120 128 89 132 104

12 Rupert Red

TL TV

831623

2004 Rubens

MAR

1191 0.39 84

13 Stabilo

TL TV

922092 2001 Stadel

ZBH

1453 -0.03 59 -0.09 42 93 105 105 111 118

14 Bravisi

TL TV

297571

RSH

1729 0.04

77 -0.12 48 99 131 108 105 106 123 105 113 110 97 99 125

15 Kiska

TV

916934 2004 Kian

RUW

883 0.18

52

0.21 47 87

86 103 119 112 121 120 115 111 93 90 125

16 Topstar

TV

922120 2001 Sparta

ZBH

1015 0.46

81

0.13 45 93

96 93 93 104 123 111 97 107 108 111 125

17 Speedway

TL

915024 1999 Spectrum

RUW

1566 -0.02 65 0.09 61 92 108 87 101 90 130 104 92 101 103 113 125

18 Rubinrot

TL TV

916475

2002 Rubens

RUW

498 0.59 67

19 Levico

TL TV

915579

2000 Lentini RF

RUW

1606 -0.44 29 -0.07 48 92 104

20 Vincente

TL TV

297788 2003 September

RSH

1499 0.03 67 -0.09 43 90 109 106 120 111 119 106 118 111 95 94 124

21 Faromir

TL TV

596291 2002 Faber

RSH

964 0.04 44 0.04 36 93 115 104 126 113

113 105 123 112 106 113 124

22 Starfire

TL TV

922046 2001 Stadel

ZBH

661 0.14 39 0.26 43 93 100 96 105 115

117 119 110 114 95 102 124

23 Painter

TL TV

916806 2002 Paradox

RUW

1216 0.18 67 -0.09 34 93 122 99 116 114 114 92 119 112 111 95 123

24 Ruleto

TL TV

916920 2003 Rubens

RUW

1326 -0.08 49 0.01 46 89 106 116 118 120 119 98 125 103 99 103 123

25 Cadisco

TL TV

915576

1999 Clifhanger

2000 Cadon

996152 2002 Faber

26 Flower 27 Kanzler

TL TV

597108

28 Rubens

TL TV

912929 1996 Rudi

2003 Komtur

29 Joyboy

TL TV

297572

30 Hot Shot

TL TV

916858

31 Cajuga

TL TV

915610

32 Lucca

TL TV

33 Rugard

TL TV

34 Goldhill

TV

35 Laurel

TL TV

925880 1999 Lay Out

0.15 53 94

99 80 100 102 121 99 95 119 111 107 127 85 114 127

0.16 54 87 103 88 105 111 129 108 105 103 93

126

117 105 118 123 87 103 125

0.35 44 93 100 103 112 113 122 102 114 105 99 100 124 91 98 119

117 130 108 110 98 96 124

RUW

1205 0.14 63 -0.04 37 96 107 101 107 117 116 120 115 114 94 108 123

RBW

706 0.32

55 0.26 44 93 105 106 98 109 120 110 107 106 106 92 122

RSH

677 0.40 60 0.06 28 92

RUW

912 0.34 66

1999 Clifhanger

RSH

1260 -0.20 36 -0.14 31 99 112 100 109 137 108 108 128 113 109 101 122

2003 Paradox

RUW

2091 -0.37 55 -0.17 55 91

2000 Cared

RUW

1427 -0.04 57 0.02 50 94 112 87

915290 2001 Lucko

RUW

1209 0.13 63 0.00 41 92 105 92 117 109 118 107 111 112 90 97 122

596293 2002 Rubens

RSH

1325 -0.34 27 0.03 47 95 100 102 111 110

916250 2001 Good Luck

RUW

1016 -0.02 42

0.13 45 94 103 72 116 93 118

WEU

-52 0.39 26

0.23 15 99 102 98 125 113

Janos hat weiter einen guten Ruf – Janos-Tochter Lorielle

10

31

98 113 129 126 110 111 132 107 99 108 122

0.15 43 99 103 105 110 119 120 107 118 105

91 102 122

97 110 100 100 124 112 103 104 100 84 122 85 100 122 119

91 105 108 109 122

117 116 111 107 100 95 122 77 95 116 109 107 121

99 110 119 128 119 106 121

Alert II kann Tiere mit Schaupotenzial produzieren – Alert II-Tochter Fux Akazia


Duty produziert eine uniforme Nachzucht – Duty-Tochter Dutje

Jocko Besne-Söhne mit Töchtern aus dem Wiedereinsatz Jocko Besne ist immer noch der dominierende Bullenvater in der deutschen Topliste, auch wenn er zunehmend von O-Man bedrängt werden wird. Mehr und mehr der Jocko Besne-Söhne erhalten Töchter aus dem Wiedereinsatz. Dies gilt auch für Jango. Er zeigt sich immer noch als kompletter Vererber und büßt nichts an seiner Attraktivität ein. Er gehört damit weiterhin zur Spitze im MASTERRIND-Angebot. Jobert hat 434 zusätzliche Töchter bekommen und hält seine hohen Zuchtwerte sowohl bei der Leistung als auch im Exterieur. Janos besitzt nunmehr über 10 000 Töchter. Mit Töchtern aus dem Wiedereinsatz konnte sich der Eiweißspezialist Jonk deutlich verbessern. Über 4 000 Töchter besitzt jetzt auch Janosch. Er ist einer der höchsten Milchmengenvererber unter den Jocko Besne-Söhnen. Interessant bleibt auch weiterhin Jobess.

Attraktives Angebot an typstarken Vererbern Das Bullenangebot der MASTERRIND ist weiterhin von enormer Vielfalt gekennzeichnet. Das zeigt sich unter anderem auch an der großen Menge an bewährten, exterieurstarken Vererber wie Alert II (V. Storm), Alle-

gro MR (V. Allen), Braveheart (V. BW Marshall), Velvet (V. Gibson), Duty (V. Durham), Stromer (V. Storm)und Windspiel (V. Willstar). Sie haben nichts an ihrer Attraktivität eingebüßt. Auch das Allroundtalent Parade (V. BW Marshall) kann sich mit einem RZE von 134 sehen lassen. Er produziert problemlose, etwas über dem mittleren Rahmen liegende Kühe mit reichlich Stärke, die auch unter schwierigeren Bedingungen zurechtkommen. Gleichzeitig ist er leichtkalbig. Vergessen sollten wir auch nicht die bereits oben genannten, neueren Bullen wie Modell (V. Morty), Timex (V. Titanic) und Zanzibar (V. Best). Ein weiterer interessanter Vererber ist Zabing. Er bietet mit Zunder (V. Zack) einen etwas anderen Bullenvater und hat gute Zuchtwerte für Eutergesundheit, Nutzungsdauer und Melkbarkeit. Das Paradestück in seiner Vererbung zeigt sich aber in seinem Exterieurzuchtwert von RZE 141. Damit gehört er zur absoluten deutschen Spitze.

Dan, BW Marshall-Sohn mit deutlich gestiegenem Zuchtwert; Dan-Tochter Dagas

de die passenden Bullen. Neben den bereits oben genannten Vererbern soll noch auf weitere hingewiesen werden. Der BW Marshall-Sohn Dan aus der Dellia EX-95-Familie von Regancrest konnte gegenüber der letzten Zuchtwertschätzung noch einmal deutlich zulegen. Er ist ein hochwertiger Allrounder, der zunehmend ins Blickfeld rückt. Er bietet ein ausgeglichen gutes Exterieur, bei dem lediglich auf die teilweise ebeneren Bekken geachtet werden muss. Er besitzt positive Werte für Eutergesundheit, Nutzungsdauer und Töchterfruchtbarkeit. Der Topseller Emtoro (V. Emerson) hat mit Töchtern aus dem Wiedereinsatz das in ihn gesetzte Vertrauen gerechtfertigt. Seine Zuchtwerte sind stabil. Er ist nach wie vor einer der am häufigsten eingesetzten Bullen. Der leicht gestiegene

Galini bleibt der kompletteste deutsche Garter-Sohn. Er bietet eine hohe Milch- und Eiweißvererbung. Trotz des negativen Einflusses des Pedigrees (Garter x Lucky Leo) konnte er sich im Bereich Eutergesundheit in den letzten Zuchtwertschätzungen auf einen Wert nahe dem Durchschnitt heranarbeiten. Galini glänzt durch sehr gute Werte für Melkbarkeit und Töchterfruchtbarkeit. Calysto musste seit der letzten Zuchtwertschätzung Federn lassen, gehört aber als zweithöchster deutscher Champion-Sohn nach Cassano zu den Top 20 Deutschlands. Seine Zuchtwerte für Milch-, Fett- und Eiweißmenge sind beeindruckend. Er produziert kapazitive, starke und große Kühe mit guten Eutern. Über Tirsvad Patron Claire EX-90 geht er direkt auf Tirsvad Luke

Viele genealogische Alternativen Bei der Bullenauswahl sollte stets Aufmerksamkeit darauf verwandt werden, ausreichend genetische Alternativen zur Verfügung zu haben. Das Angebot an verschiedenen Bullen mit unterschiedlichen Abstammungen ist groß und bietet für jede Her-

Offspring, ein populärer Allrounder – Offspring-Tochter Arabella

11


ZUCHT & BESAMUNG

Jotan selbst beeindruckt als ein gewaltiger Bulle

Classic EX-90 zurück. Er ist ein Halbbruder zu Mantus, dem komplettesten deutschen ManatSohn. Neben einer guten Leistungsvererbung zeigt Mantus sich als Produzent von mittelrahmigen Kühen mit guten Eutern und Fundamenten. Auffällig positiv sind auch seine Werte für Eutergesundheit, Nutzungsdauer und Melkbarkeit. Als Eiweißspezialist zeigt sich weiterhin der Eminenz-Sohn Eminem. Er kann gleichzeitig auf ausgezeichnete Werte für Nutzungsdauer und Melkbarkeit verweisen. Wer ausgezeichnete Fitnessmerkmale mit einer guten Fundamentsund Eutervererbung, bei solider Leistung, kombiniert sehen möchte, sollte einen Blick auf den Stormatic-Sohn Strobel werfen. Offspring (V. Outside) bleibt ein populärer Allrounder, bei dem u. a. neben seinem hohen Zuchtwert für Nutzungsdauer, die gute Fruchtbarkeit, sowohl paternal als auch maternal, auffällt. Der BormioSohn Beifall zeigt sich ebenfalls deutlich positiv in vielen 12

sogenannten sekundären Merkmalen wie Nutzungsdauer, Töchterfruchtbarkeit, Eutergesundheit und Melkbarkeit. Das Angebot wird weiterhin von NOG Salem und NOG Zamero bereichert. NOG Salem ist ein Sierra-Sohn mit guter Leistungsvererbung, der in seinem Linear keine Schwächen erkennen lässt. Deutlich positiv sind auch seine Werte für Eutergesundheit und Melkbarkeit. Der Zunder-Sohn NOG Zamero besitzt ein ähnliches Leistungsniveau wie NOG Salem. Auch die Exterieurvererbung ist gut. Beide gehen auf die gleiche Großmutter, die LadinTochter Walena VG-85, zurück.

Red Holsteins mit neuem Typspezialisten Bei den Red Holsteins gibt es mit Jotan (Jordan-Red x Durham x Prelude) einen neuen, herausragenden, leichtkalbigen Typvererber mit einem etwas anderen Pedigree: Jordan Red x Durham x Prelude. Mit dem Eingang der neuen Zuchtwertschätzung wurde sofort entschieden, Jotan als Bullenvater zu nutzen. Jotan hat neben Deutschland sowohl in der Schweiz als auch und den USA Töchter in Milch, die in seinen Zuchtwert eingehen. Jotan kann auf mehrere Generationen exzellente Kühe verweisen. Seine Mutter ist Kamps-Hollow Altitute EX-95. Weiter über Clover-Mist Alisha EX-93 und Clover-Mist Augy Star EX-94 geht sie auf die berühmte D-R-A August EX-96 zurück. Jotan ist ein Halbbruder zu Advent Red. Aus der gleichen Familie stammt auch der Encore-Sohn Enaro (Schwarzbunt), ein Vererber, der zum absolut Besten bei Bullenfruchtbarkeit

im Angebot der MASTERRIND gehört. Angeführt wird die deutsche Red Holstein Topliste weiterhin von Tocar (V. Topred) und Jerudo (V. Jerom). Jerudo zeigt sich dabei aber als der deutlich Komplettere. Hat er doch das vergleichsweise bessere Exterieur und kann auch mit guten Fitnesswerten punkten. Stadel hat in Deutschland weiter einen guten Ruf. Sein höchster Sohn bleibt Stabilo mit einem attraktiven Vererbungsmuster. Der beste Faber-Sohn ist weiterhin Famos. Er bleibt eine wichtige Quelle, wenn es gilt, Leistungs- und Exterieurvererbung auf hohem Niveau zu kombinieren. Seine drei paternalen Halbbrüder, Falindo, Flash und Fidelio vervollkommnen das Angebot an Faber-Söhnen. Falindo und Flash sind leichtkalbig. Ergänzt wird diese Gruppe an Faber-Söhnen jetzt durch den neuen Vererber Fanetto. Lichtblick (V. Lentini) erhält zunehmend Töchter in nahezu allen wichtigen Holsteins züchtenden Ländern. Insgesamt gehen über 10 000 Töchter in seinen Leistungszuchtwert ein, davon knapp 8 500 aus Deutschland. Im Leistungsbereich konnte er sich leicht verbessern. Positive Inhaltsstoffe und eine hohe Fettmengenvererbung bieten die beiden Komtur-Söhne Kanzler und Komro. Beide besitzen eine annähernd gleiche Leistungsvererbung. Im direkten Vergleich hat Kanzler Vorteile in der Fundaments- und Eutervererbung. Zusätzliche Informationen erhalten sie auf der Internet-Seite von MASTERRIND und über Ihren zuständigen Außendienstmitarbeiter. Gleichzeitig steht zur aktuellen Zuchtwertschätzung der neue Besamungsbullenkatalog zur Verfügung. Nehmen Sie sich etwas Zeit beim Studieren des Bullenangebotes. Das Team der MASTERRIND wünscht Ihnen dabei viel Spaß und eine glückliche Hand bei der Bullenauswahl. Steffen Feurich


Die Themen

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Der Milchmarkt – was bringt die Zukunft? Die Zukunft der Milcherzeugung gestalten! Mitarbeiter suchen, finden, binden! Jungviehaufzucht richtig managen! Fruchtbarkeit, eine Funktion der Energieversorgung!

1. Tagung in Verden (26.-27.10.2009) 1. Tag (26. Oktober 2009) ab 12.00 Uhr Eintreffen, Imbiss 13.00 Uhr Begrüßung 13.15 - 14.45 Uhr Der Milchmarkt – Was bringt die Zukunft? Dr. Torsten Hemme, IFCN Dairy Kiel 14.45 - 15.10 Uhr Pause 15.10 - 16.40 Uhr Die Zukunft der Milcherzeugung gestalten! Bernd Lührmann, LWK Niedersachsen 16.40 - 17.00 Uhr Pause 17.00 - 18.30 Uhr Mitarbeiter suchen, finden, binden - ein offenes Geheimnis? Evelyn Dreessen, Mars Deutschland 2. Tag (27. Oktober 2009) 8.30 - 10.10 Uhr Jungviehaufzucht richtig managen! Dr. Àlex Bach, IRTA Spanien 10.10 - 10.30 Uhr Pause 10.30 - 12.00 Uhr Fruchtbarkeit - Eine Funktion der Energieversorgung! Dr. Katrin Mahlkow-Nerge, LWK Schleswig-Holstein

2. Tagung in Brehna (28.-29.10.2009) 1. Tag (28. Oktober 2009) ab 12.00 Uhr Eintreffen, Imbiss 13.00 Uhr Begrüßung 13.15 - 14.45 Uhr Der Milchmarkt – Was bringt die Zukunft? Dr. Torsten Hemme, IFCN Dairy Kiel 14.45 - 15.10 Uhr Pause 15.10 - 16.40 Uhr Die Zukunft der Milcherzeugung gestalten! Dr. Stefan Weber, LMS Mecklenburg-Vorpommern 16.40 - 17.00 Uhr Pause 17.00 - 18.30 Uhr Fruchtbarkeit - Eine Funktion der Energieversorgung! Dr. Katrin Mahlkow-Nerge, LWK Schleswig-Holstein 2. Tag (29. Oktober 2009) 8.30 - 10.10 Uhr Jungviehaufzucht richtig managen! Dr. Àlex Bach, IRTA Spanien 10.10 - 10.30 Uhr Pause 10.30 - 12.00 Uhr Mitarbeiter suchen, finden, binden - ein offenes Geheimnis? Daniela Meier, IKEA Osnabrück

2. Tagung in Brehna (30.-31.10.2009) 1. Tag (30. Oktober 2009) ab 12.00 Uhr Eintreffen, Imbiss 13.00 Uhr Begrüßung 13.15 - 14.45 Uhr Die Zukunft der Milcherzeugung gestalten! Bernd Lührmann, LWK Niedersachsen 14.45 - 15.10 Uhr Pause 15.10 - 16.40 Uhr Mitarbeiter suchen, finden, binden - ein offenes Geheimnis? Daniela Meier, IKEA Osnabrück 16.40 - 17.00 Uhr Pause 17.00 - 18.30 Uhr Jungviehaufzucht richtig managen! Dr. Àlex Bach, IRTA Spanien 2. Tag (31. Oktober 2009) Fruchtbarkeit - Eine Funktion der Energieversorgung! 8.30 - 10.10 Uhr Dr. Katrin Mahlkow-Nerge, LWK Schleswig-Holstein 10.10 - 10.30 Uhr Pause 10.30 - 12.00 Uhr Der Milchmarkt – Was bringt die Zukunft? Erhard Richarts, IFE Kiel

veranstaltet von

Die Referenten Dr. Àlex Bach IRTA Spanien • Studium der Veterinärmedizin in Barcelona (Spanien) • Promotion in der Milchwirtschaft, Minnesota (USA) • Direktor der Abteilung Wiederkäuer, IRTA Institut für Tierernährung und Entwicklung Evelyn Dreessen Mars Deutschland • Studium der Lebensmitteltechnologie in Berlin • Diverse Stationen bei Mars Deutschland • Personnel Manager Mars Deutschland, Verden Dr. Torsten Hemme • Studium der Agrarwissenschaften in Göttingen • bis 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter der FAL, Braunschweig • Direktor des IFCN Dairy Research Center, Kiel Bernd Lührmann • Studium der Agrarwirtschaft in Osnabrück • Unternehmensberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Osnabrück Dr. Katrin Mahlkow-Nerge LWK Schleswig-Holstein • Studium der Tierproduktion in Berlin • bis 1999 Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern • Referentin für Rinderfütterung, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein Daniela Meier IKEA Osnabrück • Studium der Betriebswirtschaftslehre in Mannheim • bis 2006 Personalreferentin bei Ciba Chemie, Lampertheim • Personalleiterin bei IKEA, Osnabrück Erhard Richarts IFE Kiel • bis 2007 Leiter der ZMP-Abteilung Milchmarkt • Vorsitzender Informations- und Forschungszentrum für Ernährungswirtschaft e.V. Dr. Stefan Weber LMS Mecklenburg-Vorpommern • Studium der Agrarwissenschaften in Kiel • bis 1993 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundesanstalt für Milchforschung • Fachbereichsleiter bei der LMS Landwirtschaftsberatung, Bad Doberan

3 1


ZUCHT & BESAMUNG

Neuer Fitness-Index RZFit So unterschiedlich wie die Produktionsbedingungen in den Betrieben sind, so unterschiedlich können die Anforderungen an die dazu passende Bullenauswahl sein. Betriebsindividuelle alternative Zuchtziele bei der Bullenauswahl können z.B. im Bullenanpaarungsprogramm BAP realisiert werden. Für eine einheitliche, schnelle und einfache Auswahl von Bullen in den Veröffentlichungslisten mit dem Vererbungsschwerpunkt in den funktionalen Merkmalen fehlte aber bisher eine Maßzahl. Mit dem auf Anregung der Zuchtverbände eingeführten Relativzuchtwert für Fitness, RZFit, steht ein solches Kriterium jetzt zur Verfügung. Der Gesamtzuchtwert RZG ist in seiner Zusammensetzung mit 45 % Milchleistungsmerkmalen, 40 % funktionalen Merkmalen sowie 15 % Fundament+Euter ökonomisch für durchschnittliche Produktionsbedingungen optimiert. Für die schnelle und einfache Auswahl von Bullen z. B. mit dem Vererbungsschwerpunkt Milchleistungsmerkmale oder Exterieur stehen mit dem RZM bzw. RZE zusammenfassende offizielle Indices zur Verfügung. Für den Vererbungsschwerpunkt funktionale Merkmale gab es bisher keinen zusammenfassenden Index. Auf Anregung der Zuchtorganisationen hat vit jetzt einen solchen Fitnessindex RZFit entwickelt. Die Gewichtung der Merkmale wurde mit den Zuchtorganisationen abgestimmt. Die deutliche Gewichtung der Fruchtbarkeit und Kalbemerkmale im RZFit hängt auch mit der Diskussion um die Einkreuzung von anderen Rassen in Holsteins zusammen. Diese sollen insbesondere in den genannten

Merkmalen deutlich besser sein. Dabei gibt es auch innerhalb der Holsteinrasse in diesem Komplex extrem gute Vererber, die eine entsprechende Verbesserung bringen. Mit dem neuen RZFit ist es einfach möglich, aus der sehr großen Anzahl geprüfter Holsteinbullen diejenigen mit den besten Eigenschaften für die Fitnessmerkmale herauszufiltern.

20 % Fruchtbarkeit und 20 % Kalbeverlauf Gewichtet man in einem zusammenfassenden Fitnesswert ausschließlich Gesundheitswerte und rangiert die Bullen danach, so erhält man in der Spitze fast ausschließlich Bullen mit negativen Milchleistungszahlen. Zwischen den meisten Fitnessmerkmalen und der Milchleistung besteht nun einmal eine genetisch negative Beziehung. Wirklich rückwärts züchten für Milchleistung wollen aber die allerwenigsten, denn sonst würde man sich ja nicht für Holsteins, die

Tabelle 1: Zusammensetzung des RZFit und Selektionsdifferenzial der Top-100 (SBT) nach RZFit Merkmal

Töchterfruchtbarkeit (RZR) Kalbeverlauf maternal Nutzungsdauer (RZN) Fundament Euter Eutergesundheit (RZS) Milchleistung (RZM) RZFit 14

% rel. Gewicht

Ø ZW Top-100

20 % 20 % 15 % 15 % 10 % 10 % 10 % 100 %

117 104 121 115 114 117 100 128

führende Leistungsrasse, entscheiden. Nach einigen Modellrechnungen hat sich daher eine Lösung unter Berücksichtigung von 10 % Leistungsmerkmalen als geeigneter Kompromiss herausgestellt. Die Topbullen nach dem RZFit haben so im Mittel einen RZM von etwa 100. Bei Selektion nach RZFit wird also das genetische Niveau für die Milchleistung konstant gehalten. Tabelle 1 zeigt, dass die Töchterfruchtbarkeit und die Abkalbeeigenschaften mit je 20 % das höchste Gewicht im RZFit bekommen, gefolgt von der Nutzungsdauer mit 15 %. Im RZFit werden die funktionalen Merkmale damit auch relativ zueinander etwas anders gewichtet als innerhalb des RZG. Insbesondere die Betonung der maternalen Kalbemerkmale ist mit 20 % sehr viel stärker als im RZG mit dort 3 % absolut bzw. relativ etwa 6 % innerhalb der funktionalen Merkmale. Bei den maternalen Kalbemerkmalen werden Kalbeverlauf und Totgeburtenrate gleich stark gewichtet. Trotz der deutlichen Gewichtung der Kalbeeigenschaften ist die Überlegenheit der Top-Bullen nach RZFit hier deutlich geringer als bei den anderen Fitnessmerkmalen (siehe Tab. 1). Ursache ist die niedrigere Streuung der geschätzten Relativzuchtwerte für maternalen Kalbeverlauf und Totgeburtenrate verglichen mit den anderen Merkmalen. Die Überlegenheit der Top-

bullen in den anderen Fitnessmerkmalen ist mit jeweils Ø 115 bis 120 etwa gleich hoch.

Die höchsten Fitnessbullen Eine Tabelle der höchsten Bullen nach RZFit der MASTERRIND finden Sie im aktuellen Katalog. Sie enthält keine Bullen aus dem jüngsten Bullenjahrgang 2004/ 2003, denn für einen offiziellen RZFit müssen zu allen Fitnessmerkmalen Töchterinformationen vorliegen. Für Nutzungsdauer fallen Töchterdaten für die Zuchtwertschätzung als letztes an. Hier werden die geforderten 50 % Sicherheit erst erreicht, wenn ca. 20 Töchter zum zweiten Mal gekalbt haben bzw. bis dahin abgegangen sind. An der Spitze der schwarzbunten Fitnessbullen stehen mit Ramos und Gibor nicht unerwartet zwei Bullen, die auch nach RZG sehr hoch rangieren. Der höchste aktive Fitnessbulle aus dem NOG-Verbund ist NOG Lanugo und dies bei sehr hoher Sicherheit. Bullen wie Stempler oder Westwind zeigen aber auch, dass hohe oder nur durchschnittliche Milchleistungsveranlagung – anders als nach RZG – keine Voraussetzung für einen hohen Fitness-Wert sind.

RZFit-Vererber oder kreuzen? Die Holsteinrasse ist in der Milchleistungsveranlagung, aber auch der Euterqualität unangefochten führend. In den Fitnessmerkmalen, insbesondere der Fruchtbarkeit, ist ihr Ruf dagegen weniger gut. Daher wird als Lösung die Einkreuzung mit anderen Milchrassen insbesondere skandinavischen roten Rassen, die im Ruf stehen hier genetisch besser zu sein, diskutiert. Die Abb.1 zeigt, dass der genetische Trend für die Fitness bei Schwarzbunt über die letzten 10


Braveheart-Tochter MHD Bertha

Jahre nahezu konstant ist und in jüngerer Zeit – u. a. durch die Umstellungen im RZG – sogar positiv ist. Für die praktische Anwendung ist aber nicht so sehr die durchschnittliche Veranlagung interessant, sondern die Höhe der jeweils besten für den breiten Einsatz zur Verfügung stehenden Bullen. Da innerhalb der etwa 1.000 allein in Deutschland jedes Jahr getesteten Holsteinbullen eine sehr breite Variation vorliegt, gibt es auch für die Fitness in der Spitze Bullen, die aus der Masse um mehr als drei Standardabweichungen hervorstechen, also zu den besten 0,5 % gehören bzw. RZFit-Werte von >136 haben. In kleinen Zuchtprogrammen/Rassen findet man dagegen nur äußerst selten solche herausragenden Vererber. So werden pro Jahr deutlich weniger als 100 skandinavische Rotviehbullen getestet, und auch das norwegische Rotvieh kommt auf max. 120 Testbullen/Jahr. Ein evtl. vor-

Windspiel

Abb. 1: Genetischer Trend im RZFit im Vergleich zu RZM und RZG (Geburtsjahrgänge KB-Bullen, Sbt.) 110 105 100 95 90

RZFit RZG RZM

85 80 75 1991

1992

1993

1994

1995

1996 1997

handener mittlerer Rasseunterschied kann also durch die deutlich schärfere Auswahl innerhalb der Holsteins mehr als ausgeglichen werden. Praktisch lässt sich dies am Beispiel des schwedischen Rotviehbullen Peterslund aufzeigen, der mit Abstand am stärksten für die Einkreuzung empfohlen wurde. Peterslund hat daher bereits deutsche Töchter in der Zuchtwertschätzung und über Interbull insgesamt Informationen

Tabelle 2: Fitness-Zuchtwerte des schwedischen Rotviehbullen Peterslund auf Schwarzbunt-Basis (ZWS April 2009) ZW Peterslund 597199

Töchterfruchtbarkeit (RZR) Kalbeverlauf maternal Nutzungsdauer (RZN) Fundament Euter Eutergesundheit (RZS) Milchleistung (RZM) RZFit

Angler-Basis

SBT-Basis

108 108 114 107 97 106 119

123 108 119 107 83 110 98 120

1998 1999 2000 2001 2002

auf Basis von über 32.000 Töchtern. Seine offiziellen Zuchtwerte sind auf Anglerbasis ausgedrückt. Diese lassen sich aber auch auf die deutsche Schwarzbuntbasis umrechnen. Tabelle 2 zeigt, dass Peterslund insgesamt durchaus gut für die Fitnessmerkmale ist und auf einen RZFit von 120 käme. Ein Vergleich mit den höchsten schwarzbunten RZFit-Bullen zeigt aber, dass es viele schwarzbunte Vererber mit deutlich höherem RZFit gibt. Ein weiteres in der Diskussion um Kreuzungen angeführtes Argument ist die zusätzliche Nutzung von Heterosis, die für Fitnessmerkmale bei Kreuzungsnachkommen bis 10 % betragen soll. Selbst wenn man diese 10 % bei den Nachkommen unterstellt, entspricht dies etwa vier bis fünf RZFit-Punkten Zuchtwert des Bullen. Auch mit diesem „Heterosis-Zuschlag“ und entsprechend einem RZFit

von ca. 124 gibt es immer noch fast 100 Schwarzbuntbullen, die in Reinzucht Nachkommen mit besseren Fitnesseigenschaften hinterlassen als Peterslund mit Kreuzungsnachkommen. Darunter sind viele Vererber mit sowohl deutlich besserer Exterieurvererbung als auch mehr Leistung als die angebotenen skandinavischen Bullen für die Einkreuzung. Außerdem sind die Nachkommen – anders als bei Kreuzungen – reinrassig schwarzbunt. Sie werden also im Herdbuch eingetragen und können z.B. als Zuchttiere exportiert werden. Die enorm große nationale und internationale Testkapazität in den Holstein-Zuchtprogrammen mit unterschiedlicher Ausrichtung eröffnet die Möglichkeit, unter den Holsteinbullen in der Spitze bessere Bullen für die Fitnessmerkmale zu finden als sie jede andere Rasse bieten kann. Mit dem RZFit wurde eine einfach anzuwendende Maßzahl entwickelt, um diese Bullen zu finden. Dr. Stefan Rensing, VIT Verden

Eine Auswahl der Top-Fitness-Bullen für die aktuelle Besamungssaison finden Sie im MASTERRINDBullenkatalog 2010 ab Seite 6. 15


ZUCHT & BESAMUNG

Zuchtwertschätzung Holsteins International

O-Man-Söhne drängen in die in der offiziellen VIT-Topliste noch Bullen wie zum Beispiel Man-O-Man (Long-Langs Oman Oman), Lloyd (Co-Op Oman Lloyd), Dotson (Tomlu Oman Dotson), Otto (Crockett-Acres Otto), Legend (Morningview Legend) oder Jake (Lot-O-Rock Oman Jake). Dies ist erst der Anfang. Weitere O-Man-Söhne werden mit Sicherheit in den nächsten Zuchtwertschätzungen in den internationalen Toplisten veröffentlicht werden. Erfreulich, dass sich der MASTERRINDVererber Malpas als bester OMan-Sohn innerhalb der Top 10 platzieren konnte. Zweithäufigster Bullenvater ist Jocko Besne, der mit deutlichem Abstand folgt. Häufigere Bullenväter (>2 Söhne) sind weiterhin Ramos, Lukas, Champion, Addison und Mtoto (siehe Tabelle). Nachdem die USA mit dem Einbeziehen genomischer Zuchtwerte starteten, zieht jetzt auch Kanada zur aktuellen Zuchtwertschätzung nach. Allerdings gehen diese genomischen Zuchtwerte noch nicht in die INTERBULL-Zuchtwerte ein. Derzeit arbeitet INTERBULL an einer internationalen Vergleichbarkeit der genomischen Zuchtwerte.

Es gibt immer Wellen, in denen bestimmte Bullenväter in speziellen Ländern besonders viele Söhne in den Toplisten platzieren können. Jetzt aber ist ein Bullenvater dabei, in allen wesentlichen Ländern, in denen Holsteinzuchtwertschätzungen durchgeführt werden, Söhne weit vorn zu platzieren. Es ist O-Man, der Manfred-Sohn aus der Bell EltonTochter Meyer-Meadows EL Jezebel EX-92. Beim Blick auf die INTERBULLTopliste auf deutscher Basis (RZG) fällt einem die Vielzahl an O-Man-Söhnen sofort ins Auge. O-Man selbst führt die Liste an.

Ihm folgen innerhalb der Top 100 noch 31 seiner Söhne. Damit sind knapp ein Drittel aller in den Top 100 platzierten Bullen O-Man-Söhne. Dabei fehlen

Garret, zweithöchster O-Man-Sohn in den USA, Garret-Tochter Geri

Bullenväter in den INTERBULL-Top 100 nach RZG Väter

Anz.

O-Man Jocko Besne Ramos Lukas Champion Addison, Mtoto Emerson, Manfred, BW Marshall, Novalis, Rudolph, Winchester Bormio, Dutch Boy, Emil, Eminenz, Gibbon, Gibor, Hershel, James, Lancelot, Lord Lily, Lucky Leo, Luxemburg, Manat, R. Marshal, Merv 2, Riverland, Sparta, Steven, Throne, Webster, Willis, Zappa

31 12 8 5 4 3

2

1

USA Was sich bereits zur vorherigen Zuchtwertschätzung andeutete, ist jetzt noch deutlicher sichtbar: O-Man entwickelt sich zum dominierenden Bullenvater in den USA. In der TPI-Topliste ist in den Top 20 mehr als jeder zweite Bulle bereits ein O-Man-Sohn. Höchstrangierter ist dabei ManO-Man, der sich nach dem bekannten Shottle (Picstone Shottle) auf Platz 2 der TPI Topliste

USA (nach TPI) Nr.

Bulle

V x MV

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15

SHOTTLE MAN-O-MAN PLANET GARRET BRONCO BOLTON GOLDWYN OTTO O-MAN BOGART HANOVER KRAMER LES MCCORMICK JEEVES

MTOTO X AEROSTAR O-MAN X AARON TABOO X AMEL O-MAN X MTOTO O-MAN X BW MARSHALL HERSHEL X CONVINCER JAMES X STORM O-MAN X MTOTO MANFRED X BELL ELTON O-MAN X LOUIE O-MAN X BW MARSHALL O-MAN X HERSHEL BRET II X MANFRED O-MAN X DURHAM OUTSIDE X COL DUSTER

16

TPI

2232 2172 2154 2111 2072 2057 2054 2042 2039 2036 2034 2016 2011 2006 1995

F-%

F-kg

E-%

E-kg

RZM

Mtyp Körper

2135 -0,17 2178 -0,05 2552 -0,32 1768 -0,19 2153 -0,27 2651 -0,33 1263 +0,01 2260 -0,19 2013 -0,07 1456 +0,05 2176 -0,20 1926 -0,17 1182 -0,25 1076 +0,28 1540 -0,20

Mkg

70 84 69 54 60 73 53 73 75 64 68 62 25 71 43

-0,13 +0,16 -0,14 -0,04 -0,05 -0,21 +0,07 +0,01 +0,06 +0,01 -0,04 -0,14 -0,03 +0,09 -0,17

59 91 72 56 69 68 50 78 75 51 70 52 38 45 35

126 147 133 122 130 131 119 138 137 121 132 121 108 119 109

114 103 117 88 97 117 129 92 84 102 91 101 87 99 100

124 120 112 113 121 110 109 115 116 118 118 113 97 106 108

Fund.

Euter

RZE

RZN

RZS

RZG

123 114 88 128 111 116 127 106 117 122 128 128 94 116 115

137 121 122 118 123 131 133 114 109 125 108 118 126 125 124

142 125 114 125 125 131 139 114 115 131 122 128 110 124 124

127 115 108 127 128 122 110 118 129

123 111 113 119 111 107 128 124 128 122 110 117 119 120 104

145 150 134 138 137 136 142 143 152 138 137 135 119 134 128


Toplisten befindet. Man-O-Man wird bereits intensiv als Bullenvater genutzt. Leider ist die Spermaverfügbarkeit sehr knapp. Auf deutscher Basis ist er der höchste Eiweißmengenvererber, vor dem nicht in den Wiedereinsatz kommenden MASTERRINDVererber Dynamic (schwaches Exterieur), dem Italiener Raul (Vanzetti Valentein Raul) und Dotson. Nicht weit dahinter folgen auch die MASTERRIND-O-Man-Söhne Mainau und Malpas. Zweithöchster O-Man-Sohn in den USA ist Garret (Schillview Garret), der aus einer EX-91 eingestuften Mtoto-Tochter stammt und ein recht komplettes Exterieur zeigt. Nummer 3 ist Bronco (End-Road O-Man Bronco). Seine Urgroßmutter ist die Mutter von Boliver (End-Road PVF Boliver). Auch er zeigt sich als ein Vererber mit Bullenvaterqualitäten. Ihm folgen Otto und Bogart (Macomber O-Man Bogart). Ottos Urgroßmutter ist keine Geringere als WhittierFarms Lead Mae EX-95. Otto besitzt mit Eight (Crockett-Acres Eight) einen in Kanada hoch

Bolton, ein ausgezeichneter Wiedereinsatzvererber, Bolton-Tochter Lacey in 3. Laktation

rangierten Vollbruder sowie mehrere positiv getestete Halbbrüder. Bogart zeigt von den OMan-Söhnen in den Top 20, auf deutscher Basis (RZE 131), das mit Abstand beste Exterieur. Beide sind als Bullenväter im Einsatz. Interessant bleiben auch die ebenfalls als Bullenväter genutzten Kramer (Bomaz Oman Kramer 561) und Jake (Lot-ORock Oman Jake). Auffällig ist, dass speziell die Kombination O-Man x BW Marshall sehr gut funktioniert hat. Ein Beispiel dafür ist auch der bisher noch nicht genannte O-Man-Sohn Manifold (Mainstream Manifold). O-Man (O-Bee Manfred Justice) selbst hält sich als viert-

Jake, ein kompletter O-Man-Sohn, Jake-Tochter Dairyland Jake

höchster Wiedereinsatzbulle (nach Shottle, Bolton, Goldwin) stabil in den Top 10. Bei den vielen O-Man-Söhnen sollte man aber auch die Söhne anderer Bullenväter nicht aus den Augen lassen. Gut in der TPI-Liste (Platz 3) gehalten hat sich Planet (Ensenada Taboo Planet), der Taboo-Sohn, der unter Beachtung seiner knappen Fundamentsvererbung als Bullenvater zum Einsatz kam. Der Hershel-Sohn Bolton (SandyValley Bolton) bekommt jetzt zunehmend Töchter aus dem Wiedereinsatz. Das kann ihm aber nichts anhaben. Er hat sich sogar leicht verbessert, rangiert jetzt auf Platz 6 und damit einen

Platz vor Goldwin (Braedale Goldwyn). Die höchsten Outside-Söhne bleiben Jeeves (Ked Outside Jeeves) und Million (England Ammon Million). Alexander (Golden-Oaks ST Alexander) ist weiterhin der beste Sohn von Stormatic. Die vor wenigen Monaten noch dominierenden BW MarshallSöhne mussten ihre einstigen vorderen Platzierungen räumen und sie jüngeren Vererbern mit neuen Bullenvätern überlassen. Der eine oder andere behauptet sich aber noch gegen den Ansturm vor allem der O-Man-Söhne. Höchstnotierter ist der weltweit intensiv als Bullenvater eingesetzte Toystory (Jenny-Lou Mrshl Toystory). Er hat jetzt über 7000 Töchter, die in seinen Milchzuchtwert eingehen. Ihm folgt der in Europa nicht verfügbare Mac (Regancrest-HHF Mac). Interessant sieht auch noch Graybil (Chan-Lee Marshal Graybil) aus, der sicher etwas darunter leidet, dass er als BW Marshall-Sohn recht spät einen Zuchtwert erhielt. Noch nicht in der offiziellen TPIListe sind zwei hohe BoliverSöhne. Dabei könnte einer, Super (Charlesdale Superstition), vielen O-Man-Söhnen die Schau stehlen. Mit seinem TPI von 2277 käme er vor Shottle auf Platz 1 der TPI-Liste. Super kommt aus Charsdale Sweet Star VG-85, einer früh als Bullen-

Bogart zeigt sich als O-Man-Sohn mit überdurchschnittlicher Exterieurvererbung

17


ZUCHT & BESAMUNG

Cleveland, der attraktive Titanic-Sohn, Cleveland-Tochter Riomil Cleveland Lady

Eight, der beste kanadische O-Man-Sohn, Eight-Tochter Maydale Eight Juanie

mutter genutzten O-Man-Tochter. Genannte O-Man-Tochter hat mehrere positive Söhne im Rennen, darunter Astrolger (Charlesdale Astrolger), den höchstrangierten Finley-Sohn. Ein weiterer hoher Boliver-Sohn ist Niagra (Ri-Val-Re 2338 Niagra). Auch er besitzt einen TPI von über 2000 und könnte sich damit in den Top 15 platzieren. Beide Bullen haben aber speziell im Exterieur noch wenige Töchter. Einen recht kompletten Eindruck hinterlässt auch Allstar (Morningview Allstar) aus der Familie von Morningview Converse Judy EX-93. Er ist der höchstrangierte Titanic-Sohn auf der US-Topliste.

Kanada Wie in den USA haben sich die bekannten Vererber Shottle, OMan und Goldwin weit vorn platziert. In Kanada nehmen sie aktuell Platz 1, 2 und 4 der Top-

stehen fünf Generationen exzellent eingestufte Kühe. Auffallend ist seine hohe Fettvererbung. Er nimmt Platz 5 der Topliste ein. Ihm folgt der Rotfaktorträger Mr. Burns (Dudoc Mr. Burns). Bei der MASTERRIND sind die ersten Söhne bereits im Testeinsatz. Cleveland (Springway Cleveland)

liste nach LPI ein. Dazu gesellen sich noch zwei weitere Wiedereinsatzvererber, RSVP (KampsHollow Convcd RSVP) und Toystory, auf Platz 8 und 10. Von den jungen Vererbern ist Ashlar (Morningview Ashlar) die Nummer 1. Seine Urgroßmutter ist Morningview Converse Judy EX-93. Somit gehört er zur gleichen Familie wie der oben genannte US-Vererber Allstar. Ashlar ist der mit Abstand beste Sohn seines Vaters Aerowood und wird als Bullenvater genutzt. Auch in Kanada besetzten O-Man-Söhne vordere Plätze in der Topliste. Eight (CrockettAcres Eight) ist der höchste in Kanada getestete O-Man-Sohn und wird wie sein Vollbruder Otto als Bullenvater eingesetzt. Zweithöchster O-Man-Sohn ist Midnight (Darita Midnight), der einen in den USA geprüften Vollbruder besitzt. Hinter dem neuen StormaticSohn Stallion (Kerndt Stallion)

ist der höchste Titanic-Sohn. Er besitzt durchgehend gute Fitnessmerkmale. Bei der Eutervererbung gehört er mit zu den besten Bullen an der Spitze der kanadischen Liste. Auch Kanada hat mit Karik (My-John Karik) einen frühen Boliver-Sohn (DelliaFamilie von Regancrest).

Super schafft den perfekten Einstieg, Super-Tochter (siehe vorherige Seite)

Kanada (nach LPI) Nr.

Bulle

V x MV

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

SHOTTLE O-MAN ASHLAR GOLDWYN EIGHT STALLION MR. BURNS RSVP CLEVELAND TOYSTORY

MTOTO X AEROSTAR MANFRED X BELL ELTON AEROWOOD X FORMATION JAMES X STORM O-MAN X MTOTO SEPTEMBER X MTOTO MARKIM X STORM CONVINCER X BELLWOOD TITANIC X ADDISON BW MARSHALL X PATRON

18

LPI

3225 3096 2585 2583 2363 2309 2200 2078 2049 2003

F-%

F-kg

E-%

E-kg

RZM

Mtyp Körper

2135 -0,17 2013 -0,07 1527 -0,15 1263 +0,01 1431 -0,01 1159 +0,25 1539 -0,30 1791 +0,01 1114 -0,11 1934 -0,31

Mkg

70 75 48 53 57 71 34 75 35 47

-0,13 +0,06 -0,08 +0,07 +0,14 +0,03 +0,02 -0,09 +0,08 -0,17

59 75 44 50 62 43 55 52 45 49

126 137 115 119 127 118 119 123 114 117

114 84 101 129 84 118 120 112 95 114

124 116 104 109 112 120 115 122 108 115

Fund.

Euter

RZE

RZN

RZS

RZG

123 117 105 127 111 132 119 113 120 115

137 109 132 133 110 117 126 107 131 128

142 115 123 139 112 134 131 118 129 130

127 128 116 127 125 106 99 109 106

123 128 114 128 127 108 100 102 106 110

145 152 132 142 139 129 127 121 126 125


Niederlande (nach NVI) Nr.

1. 2. 3. 4. 5.

Bulle

V x MV

O-MAN RAMOS GOLDWIN G. ADUARD TYSON

MANFRED X BELL ELTON RUDOLPH X AMBITION JAMES X STORM LABELLE X SUNNYBOY O-MAN X NOVALIS

NVI

+321 +270 +239 +237 +227

F-%

F-kg

E-%

E-kg

RZM

Mtyp Körper

2013 -0,07 1034 -0,06 1263 +0,01 1330 -0,01 706 +0,53

Mkg

75 37 53 53 77

+0,06 +0,01 +0,07 +0,15 +0,27

75 36 50 60 48

137 109 119 126 123

84 99 129 88 92

116 96 109 92 99

Niederlande In den Niederlanden führen mit O-Man, Ramos und Goldwin gestandene ausländische Vererber die Topliste an. Es folgt der Labelle-Sohn Aduard (Ganvo Aduard) als höchster niederländischer Vererber. Aber auch in den Niederlanden halten die O-ManSöhne Einzug. Der Höchstnotierte, auf Platz 5, ist Tyson (Timmer Tyson), der aber aufgrund seiner Extererieurschwächen nicht zum intensiven Einsatz kommen dürfte. Interessanter (Bullenvaterqualität) sind da schon Cricket (Ralma O-Man CF Cricket) und Goli (De-Su Oman Goli). Beide besitzen reine USPedigrees. So geht Cricket über seine Mutter Ralma Christmas Fudge VG-88 auf Ralma Juror Faith EX-91 zurück, Goli über De-Su BW Marshal Georgia VG88 auf De-Su Patron Gold EX90. Etwas Besonderes bietet Fiction. Er ist ein attraktiver OMan-Sohn mit Rotfaktor. Fiction besitzt einen Vollbruder mit etwas schwächerem Exterieur sowie mehrere rotbunte Halbbrüder. Butembo (Delta Butembo), der im Frühjahr neu eingestiegene Abrian-Sohn, behauptet sich in der Spitze und konnte sich innerhalb der Top 20 platzieren. Der Willis-Sohn Bertil (Beekmanshoeve Bertil) zeigt sich weiterhin als guter Vererber von hohen Fett- und Eiweißmengen bei positiven Inhaltsstoffen und

Cricket, mit amerikanischem Pedigree in den Niederlanden erfolgreich, CricketTochter Cornelia

immer noch eine Macht. Auch wenn hier gleichfalls, wie in anderen Ländern, die Welle der OMan-Söhne anrollt. Bekannte Jocko Besne-Söhne wie Revivien, Roumare und Stol Joc, die auch als Bullenväter im Einsatz wa-

guten Werten für die sogenannten sekundären Merkmale. Von den bekannten, hochdotierten Jocko Besne-Söhnen haben sich Jorryn (Skalsumer Jorryn) und Paramount (Delta Paramount) gut gehalten. Beide besitzen Töchter aus dem Wiedereinsatz. Mit tausenden Töchtern können auch Win 395 (Art-Acres Win 395) und der Rotfaktorträger Canvas (Delta Canvas) aufwarten. Gleiches gilt für Orcival, der auf deutscher Basis immer noch beeindruckende Leistungszahlen bei positiven Inhaltsstoffen, kombiniert mit gutem Euter- und Fundamentzuchtwert, aufweist.

Fund.

Euter

RZE

RZN

RZS

RZG

117 123 127 107 116

109 120 133 109 93

115 121 139 104 102

128 144 127 115 115

128 138 128 101 126

152 140 142 128 129

ren, sind immer noch in den Top 20. Immerhin ist noch knapp jeder fünfte Bulle in den Top 50 ein Jocko Besne-Sohn. Der Dutch Boy-Sohn Teuffeur zeigt sich als stabiler, leistungsstarker Allrounder. Einen interessanten Eindruck hinterlässt Voes Tita, der höchste französische Titanic-Sohn. Die aktuelle Nummer 1 und 3 sind allerdings mit Via Thelo und Vaucluse O-Man-Söhne. Dabei hat, bei einem Vergleich der beiden, Via Thelo Vorteile im Leistungsbereich, während Vaucluse, bei immer noch hoher Leistung, Vorteile im Exterieur, speziell im Euter, besitzt. Auf Platz 2 der Topliste befindet sich Usonet Fin, ein Finley-Sohn, der mit enormer Leistungsvererbung glänzt, aber bei den Fundamenten und auch Eutern zu schwach ist.

Frankreich In Frankreich, der Heimat von Jocko Besne, sind seine Söhne

Vaucluse, ein hoher O-Man-Sohn aus Frankreich, Vaucluse-Tochter Balisa

Frankreich (nach ISU) Nr.

1. 2. 3. 4. 5.

Bulle

V x MV

VIA THELO USONET FIN VAUCLUSE REVIVIEN TUFFIAC

O-MAN X LORAK FINLEY X JANZE MOUN O-MAN X HERSHEL JOCKO BESNE X HELDOSTAR FORD X ADDISON

ISU

Mkg

F-%

188 183 181 173 173

1942 2507 1802 1745 2243

-0,04 -0,36 -0,06 -0,16 -0,40

F-kg

E-%

E-kg

RZM

Mtyp Körper

75 +0,09 64 -0,07 67 +0,05 56 +0,04 50 -0,14

75 78 67 63 62

137 136 131 127 125

86 103 85 94 103

110 127 117 90 114

Fund.

Euter

RZE

RZN

RZS

RZG

115 90 114 113 98

107 103 118 111 101

112 106 120 109 104

110 110 112

118 105 122 105 129

140 130 140 130 127 19


ZUCHT & BESAMUNG

Italien Der aktuelle Listenführer in Italien ist der Titanic-Sohn Waigoo (All. Guarise T Waigoo). Auf Platz 3 rangiert mit Lecciso (Gegania Best Lecciso) ein neuer Best-Sohn, der auch auf deutscher Basis einen sehr guten Eindruck hinterlässt und auf Tidy-Brook Sally Cleitus EX-90 zurückgeht. Er bietet ein solides Exterieur und eine hohe Leistungsvererbung bei positiven Inhaltsstoffen. Gefolgt wird er von Prince (New Farm Britt Prince), der mit Britt x Mtoto x Skywalker drei bekannte italienische Bullen im Pedigree besitzt. In die Top 10 hat sich mit September-Sohn Zeling RF (C.M.E. September Zeling) ein neuer Rotfaktorbulle mit ausgeglichenem Vererbungsmuster geschoben. Er stammt aus der BormioFamilie und ist leichtkalbig. Ihm folgt mit Ralstorm RF (ALL Gaspari Ralstorm) ein alter Bekannter.

Lecciso, neuer italienischer Best-Sohn, Lecciso-Tochter Tina

schen Vererber Laudan und Leif die Topliste nach PLI an.

Cleitus Jean- bzw. Bupplyn Rotate Jody-Familie (Stewart, Xacobeo, Lynch, Jet Stream), der sich nahezu ohne Schwächen präsentiert. In Spanien bleibt der BW Marshall-Sohn Xacobeo (Mario Xacobeo) das Maß aller Dinge. Ihm folgt der ebenfalls bekannte Durham-Sohn Duplex (Mesland Duplex). Auf dem dritten Platz befindet sich mit Golfo (Valiente Manat Golfo) ein recht interessanter Manat-Sohn. In Großbritannien führen O-Man und Goldwin sowie die deut-

Red Holsteins In den Niederlanden nimmt der Lightning-Sohn Spencer (Heihoeve Delta Spencer) Platz 1 der Topliste der Red Holsteins ein. Auffällig ist aber ein Schub an neuen, interessanten Kian-Söhnen. Der höchste dabei ist Fidelity (Delta Fidelity). Attraktiv zeigen sich aber auch zum Beispiel Curtis (Apina Curtis), Kylian (Van De Peul Kylian) und Abel

Dänemark, Spanien, Großbritannien Dänemark hat auch seine OMan-Söhne erhalten. Die weit vorn rangierten zeigen nicht das stärkste Exterieur. Innerhalb der Top 20 gibt es aber mit Ole (Dansire Oman Justi Ole) und Opman (Dansire Oman Opman) zwei interessante Vererber. Ein Bulle fällt in der dänischen Rangierung nicht so auf, zeigt sich aber ausgezeichnet auf deutscher Basis. Es ist Teis (Dansire Titanic Teis), ein Titanic-Sohn aus der Caernervon

(De Vlottenburg Abel). Der eine oder andere wird dabei sicher als Bullenvater zum Einsatz kommen. Kian selbst hält sich in den Top 10. Auch Stadel kann mit attraktiven, jüngeren Söhnen aufwarten. Beispiele dafür sind Bonfire (Lowlands Bonfire), Fandango (Delta Fandango) und Egano (Delta Egano). Damit gibt es würdige Nachfolger des international beliebten Stadel-Sohnes Classic PS (Poos Stadel Classic). Leistung und Exterieur vereinigt auf deutscher Basis Devil (Huyben’s Red Devil), ein Las VegasSohn aus der Tulip-Tochter Pietje 514. Er besitzt mehrere Vollund Halbbrüder mit positiven Zuchtwerten. Unter anderem gehört dazu auch Deejay Red (Huyben Deejay Red), der höchste in Italien geprüfte Red Holstein. Er behauptet sich immerhin innerhalb der Top 30 unter den schwarzbunten Holsteins. In den USA bleibt der in allen Rotbuntprogrammen als Bullenvater genutzte Lawn Boy (Aggravation Lawn Boy P-Red) der höchste Red Holstein. Mit Alando Red (Ladinodale Alando-Red) steht ein neuer Talent-Sohn bereit, der auf der mütterlichen Seite auf 7 Generationen exzellent eingestufte Kühe verweisen kann. Weiterhin wird der aus Kanada stammende SeptemberSohn Picolo (La Presentation Picolo Red) das Interesse der Rotbuntzüchter wecken. Er zeigt sich als nahezu kompletter Vererber. 䡵

Steffen Feurich

Fidelity, neuer Star unter den Red Holsteins, Fidelity-Tochter Emma

Italien (nach PFT) Nr.

1. 2. 3. 4. 5.

Bulle

V x MV

WAIGOO ENOC LECCISO PRINCE MISIS

TITANIC X SKYWALKER CHAMPION X MTOTO BEST X ADDISON BRITT X MTOTO O-MAN X AARON

PFT

2133 2025 2023 2017 1982

Mkg

F-%

1133 -0,08 1394 -0,19 1472 +0,05 988 -0,08 2253 -0,51

F-kg

E-%

E-kg

RZM

Mtyp Körper

Fund.

Euter

RZE

RZN

RZS

RZG

39 +0,01 39 -0,07 65 +0,03 33 -0,02 38 -0,06

40 41 54 32 71

111 112 123 106 129

100 109 108 106 106

101 118 114 108 117

122 116 117 115 119

117 107 120 113 108

120 118 125 118 120

118 -

110 121 103 137 110

122 122 126 123 134

Fund.

Euter

RZE

RZN

RZS

RZG

118 117 114 103 105

85 103 108 101 98

96 108 110 100 98

120 -

111 118 114 95 124

133 134 134 125 136

Dänemark (nach NTM) Nr.

1. 2. 3. 4. 5. 20

Bulle

V x MV

NTM

V EXCES D ONSILD D OMAR D LIMBO D ONTARIO

LUXEMBURG X LEADMAN O-MAN X JUOTE O-MAN X LUKAS LANCELOT X T FUNKIS O-MAN X JUOTE

+37 +37 +36 +36 +35

F-%

F-kg

E-%

E-kg

RZM

Mtyp Körper

1516 -0,01 1762 +0,01 1367 +0,11 1745 -0,09 1759 +0,06

Mkg

61 73 67 63 78

+0,14 +0,01 +0,11 +0,01 +0,11

65 61 57 61 71

129 128 126 127 135

96 94 80 102 91

92 98 106 92 94


Interbull-Zuchtwerte Schwarzbunt Rg. Land

HB-Nr.

Bulle

Geb. Jahr

August 2009 Vater

Tรถ. (IB)

Tรถ. (DE)

Milch

F % F kg

E % E kg

Si.

RZM

RZE

RZS

RZN

RZR

RZG

152

1 USA O-Man

TV TL 505378

1998 Manfred-ET 50466

543 2013 -0,07 75 0,06 75 99

137

115

128

128

120

2 GBR Shottle

488

TV TL 505534

1999 Mtoto

2135 -0,17 70 -0,13 59 98

126

142

123

127

100

145

3 DEU Mascol ET TV TL 840515

2000 Mtoto

6255 3922 1619 0,09 75 0,14 69 99

134

118

125

116

110

144

4 DEU Gibor

TV TL 667908

1997 Gibbon

11813 11023 1778 -0,33 40 -0,06 55 99

120

117

128

132

119

143

5 DEU Radon

TV TL 672586

2004 Ramos

6 CAN Goldwin

TV TL 503839

2000 James

7 NLD Win 395

TV

1998 Winchester 14595 2501 2672 -0,34 72 -0,12 78 99

8 DEU Malpas

TV TL 831612

2004 O-Man

9 DEU Ramos

TV TL 253642

1997 Rudolph

505479

10 DFS Oscar

17725

71 1621 -0,07 59 0,10 66 88

129

115

118

125

114

143

24880 1674 1263 0,01 53 0,07 50 99

71

119

139

128

127

109

142

137 106

92

121

106

142

89 2224 -0,32 57 0,02 78 91

136

118

120

113

102

141

53504 42675 1034 -0,06 37 0,01 36 99

137

109

121

138

144

121

140

134

107

130

123

139

2004 O-Man

139

1832 0,01 76 0,07 70 76

772

772 1490 -0,13 49 0,24 74 99

133

124

93

109

106

139

72

72 1847 -0,06 70 0,12 75 87

136

105

110

113

110

139

11 DEU Jardin

TV TL 141437

2001 Jocko Besne

12 DEU Orcas

TV TL 328824

2004 O-Man

13 CAN Eight

TV TL 503981

2004 O-Man

90

1431 -0,01 57 0,14 62 75

127

112

127

125

114

139

14 DFS Jordan 3

TV

1999 Novalis

394

2 2248 -0,27 64 0,00 77 84

136

103

113

120

96

138

15 DEU Bobas

TV TL 840609

2002 Dutch Boy

100

100 2474 -0,40 58 -0,06 78 93

135

110

123

113

96

138

16 DEU Jango

TV TL 831082

501897

2000 Jocko Besne

193

193 2093 -0,24 61 -0,04 67 95

130

138

97

103

109

137

17 NLD Goli

2004 O-Man

110

1661 0,01 69 -0,01 56 76

125

127

120

117

108

137

18 NLD Cricket

2004 O-Man

123

1634 -0,40 28 -0,03 53 76

117

131

135

123

115

137

107

19 DEU Wizzard

2000 Webster

629

629 1689 0,47 116 0,02 59 99

133

110

97

112

137

20 DFS Ontario

2004 O-Man

142

1759 0,06 78 0,11 71 76

135

98

124

114

136

21 DFS Riksmyren

2004 O-Man

146

1961 -0,03 77 0,00 67 76

132

111

111

122

136

22 DEU Rainman

TV TL 255575

TV TL 257696

23 NLD First

2004 Ramos

83

401 0,65 73 0,20 31 90

112

118

127

125

123

136

2004 O-Man

194

83

1665 0,23 91 0,05 62 78

132

107

118

120

103

136

2001 Hershel

827

7 2651 -0,33 73 -0,21 68 79

131

131

107

108

89

136

24 USA Bolton

TV TL 505807

25 DEU Mergim

TV TL 1000464701 2004 Merv 2

1551 0,22 85 0,05 58 93

128

125

118

101

106

135

26 DEU Ombis

TV TL 566605

2004 O-Man

79

54 1840 -0,19 57 0,01 64 85

128

105

119

114

107

135

27 DEU Omercy

TV TL 672598

2004 O-Man

90

90 2041 -0,01 82 -0,03 66 90

132

116

110

113

105

135

28 DFS Ole

2004 O-Man

136

1607 -0,23 43 0,05 60 76

124

122

120

112

135

29 NLD Endless

2004 Ramos

111

2118 -0,33 52 0,00 72 76

131

96

119

122

93

135

1997 Rudolph

3559 3559 1306 0,07 60 -0,08 37 99

112

111

128

129

132

135

2001 Jocko Besne

3179

48 1899 -0,18 59 0,07 72 92

133 109

158

158 2109 -0,17 69 -0,08 63 95

128

117

2651 -0,45 60 -0,12 78 75

30 DEU Rasputin

TV TL 801071

31 NLD Jorryn 32 DEU Cassano

501812

126

TV TL 328422

2003 Champion

34 DEU Laudan

TV TL 810695

1998 Lukas

35 DEU Jolus

TV TL 831381

2002 Jocko Besne

483

2004 O-Man

33 NLD Omen

2004 O-Man

36 DFS Onsild

126

38564 34962 1569 -0,36 29 -0,11 43 99 483 1956 -0,20 60 -0,02 65 98

127

91

106

113

135

122

106

104

135

135 104

117

113

113

134

111

116

123

137

109

134

128

121

106

118

96

134

179

1762 0,01 73 0,01 61 77

128 108

118

119

134

37 USA Murphy

TV TL 505505

1999 Manfred-ET 13372

180 2566 -0,35 67 -0,13 74 96

134

113

105

101

97

134

38 DEU Eminem

TV TL 810944

2002 Eminenz

117

1213 0,03 53 0,16 57 95

124

119

105

121

103

134

39 DEU Calysto

TV TL 566609

2004 Champion

91

91 2491 -0,30 70 -0,11 73 90

134

125

104

106

98

40 DEU Elite

TV TL 633809

2004 Emil

54

54 2126 0,02 89 -0,07 65 84

132

116

100

107

41 DEU Stylist

TV TL 632644

2002 Steven

138

138 1410 0,03 61 0,21 69 95

132

128

98

108

42 DFS Omar

2004 O-Man

126

1367 0,11 67 0,11 57 75

126

110

43 DFS Olander

2004 O-Man

118

2504 -0,41 58 -0,06 79 75

136

99

44 NLD Endeavor

2004 Ramos

100

2047 -0,34 49 -0,05 65 76

127

112

121

117

134 134

88

134

114

116

134

116

119

134

93

134

118

45 DEU Zar

TV TL 802593

2003 Zappa

137

137 1653 0,11 79 0,03 59 95

128

113

123

112

97

134

46 DEU Aspen

TV TL 505635

2004 Lancelot

111

111 2250 -0,47 43 -0,04 72 92

130 120

96

105

106

134

47 DEU Rotary

TV TL 143311

2003 Ramos

111

111

116

121

128

122

112

134

106

48 NLD Harpoon 49 DEU Omallis 50 DFS V Exces

TV

1533 -0,25 38 -0,03 49 93

2005 O-Man

114

2066 -0,35 49 -0,08 63 75

125

115

129

115

672947

2004 O-Man

61

61 1459 0,11 71 0,10 60 85

128

97

111

115

505695

1999 Luxemburg

25161

19 1516 -0,01 61 0,14 65 83

129

96

111

120

133 133

103

133 21


ZUCHT & BESAMUNG

Genomische Selektion – neue Bedeut In Züchterkreisen wird heute weltweit über die Auswirkungen der Einführung einer genomischen Selektion in der Rinderzucht diskutiert. Genomische Zuchtwerte haben den großen Vorteil, dass sie sich schon am Kalb und sogar am Embryo erfassen lassen und somit eine frühzeitige Leistungsvorhersage ermöglichen. Um die genomischen Zuchtwerte mit hoher Sicherheit zu ermitteln, wird über einen längeren Zeitraum ein Abgleich mit Daten aus der klassischen Nachkommenprüfung unerlässlich sein. Nachfolgend wird diskutiert, welche Bedeutung der Embryotransfer in zukünftigen Zuchtprogrammen haben wird.

Veränderte Zuchtarbeit Der Embryotransfer hat sich in den letzten Jahrzehnten als erfolgreiches Instrument der Züchtung etabliert. Die meisten Holstein-Besamungsbullen in der Welt sind über den Weg des Embryotransfers erzeugt worden und auch wertvolle weibliche Zuchttiere, die auf Eliteauktionen verkauft werden, sind meist auf diese Weise entstanden. Mit der schrittweisen Einführung von genomischen Zuchtwerten wird sich die praktische Zuchtarbeit in den nächsten Jahren nachhaltig verändern (MASTERRIND Heft 3/2008, Seite 32). Nach einer längeren Übergangsphase, in der klassische und genomische Zuchtwerte noch parallel erfasst werden, ist davon auszugehen, dass letztere in naher Zukunft insbesondere bei der Auswahl der Bullenmütter sowie bei der Selektion potenzieller Besamungsbullen genutzt werden. Letztlich wird es durch die genomische Selektion weitestgehend möglich sein, eine Rangierung der Besamungsbullen nach ihren Zuchtwerten ohne die klassischen Methoden der Nachkommenschaftsprüfungen vorzunehmen. 22

Variante 1:

Herdbuch, Computerdaten 10.000 „beste“ Kühe Besamung mit ausgewählten Bullen

Kosteneinsparungen Neben der Tatsache, dass genomische Zuchtwerte schon am neugeborenen Kalb und sogar am Embryo – also zu einem sehr frühen Zeitpunkt – bestimmt werden können, ist auch bedeutsam, dass ihre Ermittlung erheblich kostengünstiger ist, als die klassische Vorgehensweise. Das ermöglicht es, die Basis für die Auswahl von Besamungsbullen beträchtlich zu erweitern – wenn heute wenige hundert Bullen eines Jahrganges in den Testeinsatz genommen werden, um daraus schließlich etwa 10 - 50 Besamungsbullen zu selektieren, können es bei Nutzung der genomischen Selektion mehrere tausend als Ausgangsmaterial sein. In den Grafiken sind vier Varianten aufgezeigt, wie zukünftig unter Nutzung der Möglichkeiten der genomischen Selektion die Besamungsbullen rekrutiert werden können. Theoretisch könnte man alle innerhalb eines Jahres aus der künstlichen Besamung anfallenden Bullenkälber aus Tausenden der besten Herdbuchkühe testen, um daraus die allerbesten als Besamungsbullen zu selektieren. Damit würde man allerdings gegen sämtliche züchterischen Erfahrungen und wissenschaftlichen Grundsätze verstoßen, die besagen, dass mit höherer Wahrscheinlichkeit die besten Nachkommen aus Anpaarungen von den besten Müttern mit den besten Vätern hervorgehen. Folglich ist der erfolgversprechendere Weg der,

(von jeder 2. Bullenmutter ein Bulle mit je einem Vater)

5.000 Bullen Genomische Selektion 50 Besamungsbullen

(mittlerer Qualität)

Variante 2:

Herdbuch, Computerdaten Eltern, Verwandte 10.000 „beste“ Jungrinder (Verkürzung Generationsintervall)

Genomische Selektion 1.000 Jungrinder Besamung mit ausgewählten Bullen

500 Bullen

(von jeder 2. Bullenmutter ein Bulle mit je einem Vater)

Genomische Selektion 50 Besamungsbullen

dass von jeder durch die Genomanalyse ausgewählten Bullenmutter (Rind oder Kuh) möglichst viele Bullenkälber mit verschiedenen Vätern erzeugt werden, die dann die Basis für die genomische Selektion von TopBesamungsbullen sind. Unverzichtbarer Bestandteil eines solchen Weges ist der Embryotransfer (Spülungen und OPU/IVP), denn nur so können in kurzer Zeit mehrere Bullenkälber mit den unterschiedlichsten Vätern produziert werden.

Internationaler Wettbewerb Um im nationalen und internationalen Wettbewerb der Besa-

mungsorganisationen zukünftig bestehen zu können, steigt im Zusammenhang mit der Einführung der genomischen Selektion folglich die Bedeutung des Embryotransfers weiter an. Kollegen von UNCEIA (Frankreich) und CRV (Niederlande), die kürzlich die ET-Station der MASTERRIND in Nückel besuchten, erläuterten, dass genau aus diesem Grund bei beiden Organisationen vorgesehen ist, den Embryotransfer und insbesondere die Aktivitäten zum OPU/IVP auszuweiten. Im Gegensatz zum herkömmlichen Embryotransfer, bei dem Embryonen aus den Gebärmutterhörnern nicht tragender Spendertiere ausgespült werden, ist es nämlich durch OPU/IVP


ung des Embryotransfers? möglich, wöchentlich über einen längeren Zeitraum Eizellen direkt aus den Eierstöcken abzusaugen, im Labor zu reifen und dann mit den unterschiedlichsten Bullen zu befruchten. Dabei kann das wertvolle Spendertier längst tragend sein. Nur bei Nutzung aller biotechnischen Möglichkeiten ist es also realisierbar, für die genomische Selektion eine breite Palette von Söhnen von jeder ausgewählten Bullenmutter als Selektionsbasis

zur Verfügung zu stellen – alle zwei Jahre ein Bullenkalb mit einem Vater aus der Besamung, Bullenkälber mit ein bis zwei anderen Vätern aus einer Spülung und männliche Kälber mit den verschiedensten Vätern aus mehreren OPU/IVP-Sitzungen. Auf diese Weise erhöht sich die Chance, jedes Jahr exzellente Besamungsbullen zur Verfügung zu haben, erheblich. Dr. Knut Roschlau

Variante 3:

Herdbuch, Computerdaten Eltern, Verwandte 10.000 „beste“ Jungrinder Genomische Selektion 200 Jungrinder je eine Spülung + Besamung

500 Bullen

(von jeder Bullenmutter 1-3 Bullen mit 1-3 Vätern)

Genomische Selektion 50 Besamungsbullen

Variante 4:

Herdbuch, Computerdaten Herdbuch Eltern, Verwandte

10.000 Jungrinder Genomische Selektion 100 Jungrinder je 1 Spülung + 2-3 OPU + Besamung

500 Bullen

(von jeder Bullenmutter 1-6 Bullen mit 1-6 Vätern)

Genomische Selektion 50 Besamungsbullen

(Top-Qualität)

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ZUCHT & BESAMUNG

Sie haben Interesse?

Ermittlung von genomischen Zuchtwerten Ihrer Tiere Zeit zwischen Probenahme und Vorliegen des Ergebnisses liegt. Wir gehen z. Zt. von ca. vier Wochen aus. Bitte beachten Sie, dass die genomischen Zuchtwerte zunächst noch inoffiziell sind und bis zur offiziellen Anerkennung des Verfahrens in Zuchtbescheinigungen o. ä. nicht gedruckt werden.

Die genomische Zuchtwertschätzung hält nun auch in Deutschland Einzug. Nach umfangreichen Vorarbeiten für das deutsche Verfahren der genomischen Zuchtwertschätzung stehen zukünftig auch Untersuchungskapazitäten für Tiere zur Verfügung, an deren genomischen Zuchtwerten die Besitzer selbst Interesse haben. Das Verfahren Über MASTERRIND können nur Mitglieder Proben von eigenen Tieren einsenden, die im Herdbuch der MASTERRIND regis-

triert sind. Bitte faxen Sie uns die erforderlichen Angaben zu den Tieren, von denen Sie genomische Zuchtwerte haben möchten. Wir schicken Ihnen dann die vorbereiteten Untersu-

Welche Tiere untersuchen? chungsröhrchen und weitere wichtige Informationen zu. Von den Tieren müssen Blutproben gezogen und an das zuständige Labor geschickt werden, das die DNA aufbereitet und zur Typisierung an das Typisierungslabor weiterschickt. Die Typisierungsergebnisse gehen dann an das VIT Verden, wo die genomischen Zuchtwerte errechnet werden. Die genomischen Zuchtwerte gehen dann an die MASTERRIND, die dann ihrerseits die Besitzer der Tiere über die Ergebnisse informiert. Da wir jetzt erst mit dem Routineverfahren beginnen, kann noch keine exakte Aussage darüber gemacht werden, wie viel

Sie sollten zunächst Proben von Kühen, Jungrindern oder Kuhkälbern einsenden, die aus Ihrer Sicht züchterisch besonders interessant sind. Die Ergebnisse werden Ihnen bei der Entscheidung helfen (z. B. Vollgeschwister aus ET), welche Tiere züchterisch intensiver genutzt (z. B. für ET), oder welche Tiere für die Bestandsergänzung bzw. den Verkauf vorgesehen werden sollten.

Die Kosten Für die Ermittlung der genomischen Zuchtwerte eines Tieres werden dem Besitzer 250 j zzgl. Mwst. in Rechnung gestellt. Dr. Dettmar Frese

Bei Fragen ... ... wenden Sie sich bitte in Meißen an: Herr Lenk Tel. 0178-8470400 E-Mail tlenk@masterrind.com Frau Häußler Tel. 03521-455610 E-Mail khaeussler@masterrind.com ... und in Verden an: Frau Kleemiß Tel. 04231-679614 E-Mail ikleemiss@masterrind.com Frau Rosebrock Tel. 04231-679632 E-Mail hrosebrock@ masterrind.com Das Meldeformular finden Sie zum Download unter www.masterrind.com. Wählen Sie bitte die Rubrik Online-Dienste und dort die Option „Download Genetische Selektion“.

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Schau der Besten 2010

Nachfolgerin von Sunshine gesucht

Han Hopman

Am 25. Februar 2010 findet zum 37. Mal die Schau der Besten statt. Die Suche nach der Nachfolgerin Sunshines bietet wieder eine spannende Mischung aus Information und Show. Besucher wie Aussteller werden einen interessanten und erlebnisreichen Tag in der Niedersachsenhalle Verden erleben. Schaubedingungen Nach einer Vorauswahl auf Basis der aktuellen Zuchtwertschätzungsergebnisse werden die Außendienstmitarbeiter der MAS-

TERRIND eine Vorbesichtigung infrage kommender Nachzuchten von verbandseigenen Vererbern vornehmen. Danach erfolgt die Entscheidung, welche Töchtergruppen präsentiert werden.

Schaukollektion Um den Titel der „Miss Schau der Besten 2010“ und lukrative Preisgelder bewerben sich die besten Kühe aus den Zuchtgebieten Hannover und Sachsen. Alterklassen: - Färsen - junge Kühe (2. bis 3. Kalbung) - ältere Kühe (mind. 4. Kalbung)

Top-Genetik-Auktion Angemeldet werden können abgekalbte und tragende Spitzenfärsen sowie Kühe, Jungrinder und Kälber aus hochinteressanten Abstammungen und Kuhfamilien (nur absolute Spitzentiere).

Tiermeldungen bis 27. November Teuerstes Verkaufstier bei der Top-Genetik-Auktion wurde 2009 Goldstück (V. Shottle) von Hans-Peter Detjen, Wohnste

Anmeldeschluss für Schau- wie Verkaufstiere ist der 27. November 2009. Tiermeldungen rich-

Internationales Flair bei der Siegerauswahl der 36. Schau der Besten 2009

ten Sie bitte an Frau Reineke. Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer 04231/679-131, per Fax 04231/679-277 (oder E-Mail sreineke@masterrind.com).

Gesundheitsstatus Zugelassen werden nur BHV1freie Tiere im Sinne der Bundesverordnung. Der wesentliche Erfolg der Veranstaltung hängt von der Qualität der präsentierten Tiere ab. Daher scheuen Sie sich nicht, Ihre besten Tiere für die Auswahl zur Schau der Besten 2010 vorzustellen. Ob Sie mit Ihren Tieren am Schauwettbewerb teilnehmen, interessante Nachzuchtkühe präsentieren oder die Top-Genetik-Auktion beschicken: Es winken lukrative Preisgelder oder außergewöhnliche Spitzenpreise für Sie als Teilnehmer und Züchter. 䡵 25


ZUCHT & BESAMUNG

61. Tarmstedter Ausstellung

3. Offene Tarmstedter Färsenschau Einmal im Jahr geht es rund in Tarmstedt. In einer Gegend, in der sich 360 Tage im Jahr eher wenig bewegt, dreht sich immer wieder Anfang Juli ein Riesenrad von beachtlicher Größe. Knapp 100.000 Besucher tummelten sich in diesem Jahr während der inzwischen 61. Tarmstedter Ausstellung zu Füßen des Riesenrades. Wer es bestieg, konnte seinen Blick über 17 ha Ausstellungsfläche und 25 ha Parkplätze schweifen lassen. Das Interessanteste gab es dabei im äußersten Nordosten des Messeareals zu erspähen: das Tierschaugelände mit seinen zwei Vorführringen. Wenn sich in Ring 2 etwas tat, dann hatte die MASTERRIND damit zu tun. Am Samstag führte der Zuchtverband die 14. Landesschau der Fleischrinder durch, der Sonntag gehörte mit dem Vorführwettbewerb und dem Kammerentscheid in der Tierbeurteilung den Jungzüchtern (Berichte in

diesem Heft) und am Montag – traditionell der Tag der Holsteins – wurde die 3. Offene Tarmstedter Färsenschau ausgetragen.

Regenschutz Infozelt Vom Riesenrad zu den Rinderschauen oder dem Ausstellungszelt der MASTERRIND ging es vorbei an Großschleppern, Bodenbearbeitungsgeräten, Stalleinrichtungen oder allerlei nicht landwirtschaftlichen Artikeln.

Siegerin der 3. Offenen Tarmstedter Färsenschau: Jerland Dolly (V. Goldwin) von Gottfried Bernhardt, Freital

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Vom Fahrrad über den Entspannungssessel bis hin zum Massage-Hai – was auch immer das sein mag – gab es nahezu alles zu bestaunen oder kaufen. Hinter den Lamas rechts ab, fand man das MASTERRIND-Infozelt mit 270 Quadratmetern Fläche, zehn Kühen und etwa gleichvielen Mitarbeitern, die sich über das zahlreiche Fachpublikum freuten, das zwischen den Regenschauern den Weg ins Zelt fand. Wenn es regnete, und das tat es an den ersten drei Tagen meistens, konnte es allerdings schwierig sein, sich den Weg durch die zahlreichen Wetterflüchtlinge im Zelt zu bahnen. Entspannter sahen den Regen die Rinder. Nur zehn Tiere der am Montag präsentierten Nachzuchten fand man im Infozelt vor. Die vierbeinigen Teilnehmer der diversen Schauen waren aus Sicherheitsgründen hinter ei-


Richter Dirk Hassbargen aus Ihlow (re.) wurde von Uwe Meyer assistiert

gemeldeten Tieren traten letztlich 33 zum Kampf um den mit 1.000 Euro dotierten Siegertitel an. Drei Vorrunden galt es zu überstehen, um zu den sechs Finalteilnehmerinnen zu gehören. Mit je drei Tieren hatten Joachim Fahrenholz aus Oyten, er zeigte unter anderem zwei Töchter des MASTERRIND-Bullen Janos, der Milchhof Diera in Diera-Zehren und der Rinderzuchtbetrieb Derboven in Warpe die größten Betriebskontingente in der Vorrunde. Den Familien Derboven und Fahrenholz gelang es

gar, alle Tiere in die zweite Runde zu bekommen, in der noch 20 Tiere von Richter Dirk Hassbargen, der aus dem ostfriesischen Ihlow angereist war, zu begutachten waren. Im Halbfinale war das Feld dann auf zwölf Tiere ausgedünnt. Darunter befanden sich zwei JanosTöchter: die bereits erwähnte Mylady von Joachim Fahrenholz, der zusätzlich noch LaudanTochter Metaxa im Rennen hatte, und Lorielle von der Reeker Milch KG, die bereits bei der im Juni durchgeführten DHV-Schau

Die Finalistinnen nem Zaun, teilweise auch in einer Zelthalle, untergebracht. Wer sie außerhalb des Ringes sehen wollte, musste wieder an den Lamas vorbei. Die zeigten sich aber friedfertig, von Spuckattacken wurde nicht berichtet.

3. Offene Färsenschau Am letzten Tag der Schau und bei bestem Wetter stand die inzwischen 3. Offene Tarmstedter Färsenschau an. Von ursprünglich rund 80 bereits frühzeitig

Lorielle, Tochter des MASTERRIND-Vererbers Janos von der Reeker Milch KG, Bremen, scheiterte knapp an der Siegerin

Platz

Name

Vater

Besitzer, Ort

1 2 3 4 5 6

Jerland Dolly Lorielle Hanuta Metaxa GHH Lotter MHD Ester

Goldwin Janos Gibson Laudan Milton Lou

Gottfried Bernhardt, Freital Reeker Milch KG, Bremen Wilken Schwarze, Dörverden Joachim Fahrenholz, Oyten Guenter Kastens, Stuhr Milchhof Diera KG, Diera-Zehren

Schaugröße: Hanuta (V. Gibson) von Wilken Schwarze, Dörverden, gehört in Tarmstedt zum Stammpersonal

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ZUCHT & BESAMUNG

Richter-Quartett

Für Metaxa (V. Laudan) von Joachim Fahrenholz, Oyten, blieb Rang 4

in Oldenburg für ihren Vater geworben hatte. Noch stärker vertreten war der kanadische Spitzenvererber Goldwin. Volker Carstens aus Ströhen präsentierte dessen Tochter Ideal, die Agrargenossenschaft Bockendorf in Hainichen zeigte mit BH Polly eine Teilnehmerin der DHV-Schau und Gottfried Bernhardt hatte die beeindruckende Jerland Dolly aufgetrieben. Sie hatte bereits an der Schau der Besten teilgenommen und war seinerzeit vom MASTERRINDJungzüchter-Team zur besten Euterfärse gekürt worden. Zusätzlich lag von der Agrargenossenschaft Bockendorf noch BH Pusteblume im Rennen. Auch zwei der Derboven-Tiere waren weiter im Feld: Duplex-Tochter Riverdance, die bereits an der DHV-Schau teilgenommen hatte, und Champion-Tochter Goldperle. Wilken Schwarze, der am Vortag vier der sechs Typtiere des Jungzüchter-Vorführwettbewerbes gestellt hatte, war noch mit Hanuta im Rennen. Die Gibson-Tochter hatte schon als Jungtier eine entsprechende Figur gemacht: sie war in Tarmstedt 2008 beim JungzüchterWettbewerb, im selben Jahr in Verden beim Master-Typcup und beim Jungzüchter-Triathlon 2007 be30

stes Typtier gewesen. Auch im Halbfinale standen GHH Lotter (V. Milton) von Günter Kastens, Stuhr, und MHD Ester (V. Lou) vom Milchhof Diera. Bei seiner letzten Einzelentscheidung – im Finale wurde das Richteramt zusätzlich von Vertretern aus dem Ehrenamt, den Jungzüchtern sowie dem Publikum wahrgenommen – hatte Hassbargen sechs Tiere aus diesem Kreis auszuwählen. Nicht ohne darzustellen, dass auch die nun ausscheidenden sechs Tiere würdige Finalistinnen gewesen wären, gab der Ostfriese im ersten Halbfinale Hanuta, Dolly und Metaxa den ersehnten Nominierungsklaps. Im zweiten traf es Lorielle, Lotter und Esther. Bevor es ins Finale ging, wurde aber die MASTERRIND-Nachzuchtpräsentation in den Ring geführt. Insgesamt wurden Töchter von sieben verbandseigenen Bullen gezeigt. Details zu diesen Tieren in diesem Heft.

Das hochklassige Sextett der Färsenschau stand nun einem Richterquartett gegenüber. Juroren im Schautanzen gleich, waren sie mit Punktetafeln ausgerüstet worden. Hassbargens Urteil wurde ergänzt durch das des ZEH-Vorsitzenden Heinrich Ruprecht aus Stöckse, von Gerd Finken aus Hülseberg, der das Publikum und von Juliane Wentrot, die die Jungzüchter vertrat. Begonnen wurde, der niedrigsten Katalognummer folgend, mit Hanuta. Die schauerfahrene junge Kuh von Wilken Schwarze stieß besonders bei Heinrich Ruprecht auf Gefallen. Für ihn war sie die Nummer 1. Insgesamt reichte es aber mit 31 der insgesamt zu vergebenden 124 Punkte nur für Platz 3. Es folgte Jerland Dolly. Vorführer Marc Bernhard beobachtete die Richter in den vier Ecken des Ringes genau, als sie nacheinander ihre Punktetafeln hoben. Sowohl Hassbargen als auch Juliane Wentrot bedachten Dolly mit der Höchstpunktzahl. Die Luft für die verbleibenden Tiere wurde damit deutlich dünner. Der Favorit Gerd Finkens war mit Metaxa das nächste Tier. Ruprecht rangierte sie an zwei, Wentrot und Hassbargen sahen sie jedoch auf dem letzten bzw. vorletzten Platz. Insgesamt blieb so Rang vier für die Laudan-Tochter von Joachim Fahrenholz. LouTochter MHD Ester vom Milchhof Diera hatte in einem erstklassigen Feld das Nachsehen. Als viertes Tier gerichtet, brachte sie es lediglich auf 5 Punkte,

Zaungäste: kurz vor dem Auftritt durfte schon mal geguckt werden

Zaungäste: Geschäftsführung und Ehrenamt bei der Pflege von Teint und Atemwegen

Platz 6. GHH Lotter von Günter Kastens wurde wiederum uneinheitlicher gesehen. Wentrot und Hassbargen rangierten sie auf Platz 2, Ruprecht und Finken auf den vorletzten Rang, der schlussendlich auch insgesamt für die Milton-Tochter heraussprang. Einen Hochschulabschluss in Mathematik musste nicht haben, wer errechnen wollte, ob die verbleibende Lorielle der mit 40 Punkten üppig bedachten Dolly den Sieg noch streitig machen konnte. Drei dritte und ein zweiter Platz reichten für 32 Punkte und Platz 2. Damit stand fest, dass nach Sunshine und Canada die dritte Siegerin der Offenen Tarmstedter Färsenschau Jerland Dolly heißt. Vier Stunden nachdem Dolly den Thron bestiegen hatte, die Siegerin war bereits wieder auf dem Weg zurück nach Sachsen, begann die 61. Tarmstedter Ausstellung, Geschichte zu werden. Fahnen wurden eingeholt, Stühle und Tische zusammengeklappt und die ersten Fahrzeuge beladen. Auch das Riesenrad hörte auf, sich zu drehen und verschwand am Folgetag von der Bildfläche. Inzwischen dreht sich wohl nichts mehr auf dem kargen Boden des Ausstellungsgeländes, im Nirgendwo zwischen Bremen und Zeven. Aber das wird kein Zustand von Dauer sein. Hermann Bischoff


Tarmstedter Ausstellung Anlässlich der Tarmstedter Austellung präsentierte die MASTERRIND Nachzuchten von Wiedereinsatz-Vererbern sowie einzelne Töchter hoffnungsvoller Newcomer. Janos Vom stark genutzten Vererber Janos der Familie Dirk und Birgit Mahnken aus Hamersen wurden drei Töchter gezeigt. Janos ist ein Jocko Besne-Sohn aus einer grundsoliden, harten Kuhfamilie, die sechs Generationen im Schnitt mit mehr als sechs Laktationen arbeiteten. Er hat inzwischen über 10.000 Töchter in Milch. Janos-Töchter sind mittelrahmige, später reife, feinere Typen mit idealer Hinterhand in Beckenbreite und -neigung, bei klaren, leicht steileren und trockenen Knochen. Sie beeindrucken durch hohe Milchleistung mit idealem Fett/Eiweiß-Verhältnis. Die Euter präsentierten sich sehr fest aufgehängt mit gutem Zentralband. Aus der Nachzucht wurde eine Tochter mit in das Rennen bei der Färsenschau geschickt und errang die Platzierung direkt hinter der Siegerin. Bei der Anpaarung sollte jedoch auf die Vordereuter und die Strichlänge geachtet werden. Janos-Töchter könnte man als drahtige, harte Laufstallkühe mit enormer Leistung bezeichnen.

Jango Ebenfalls aus dem Wiedereinsatz stammten die Töchter von Jango, der seit Langem im Ranking an der internationalen Spitze mitspielt. Jango ist ein Jocko Besne-Sohn aus dem S-Stamm der Familie Kleemann in Hage/ Ostfriesland. Lange fieberten wir alle, die ersten Töchter aus dem Wiedereinsatz zu sehen und nun konnten wir eine ganz junge, frische, jedoch noch nicht ganz fertige Tochter hier in Tarmstedt präsentieren! Die Jango-Töchter

Nachzuchtpräsentation sind hervorragend entwickelte, große Färsen mit viel Vor- und Hinterhand, bei mittlerem Milchtyp und besonders abfallenden, breiten Becken. Sie bewegen sich auf steileren, enorm hohen Klauen mit sehr schöner Parallelität. Ihre Euter sind hoch, breit und fest aufgehängt, mit starkem Zentralband. Bezeichnend ist ihre enorme Leistungsbereitschaft mit gesunden Eutern. Jango kann als Vererber für Substanz, Körper, Fundamente und Leistung eingesetzt werden.

Alert II Tri-Day Ashlyn EX 96 von Oseeana Holsteins/USA kristallisiert sich immer mehr zu einer grundsoliden Exterieurvererberin mit ordentlichen Leistungen heraus, was sie offenbar dominant an sämtliche Nachkommen weitergibt. So auch an ihren StormSohn Alert II. Dessen Tochter präsentierte sich in Tarmstedt groß, scharf und tief in der Entwicklung stehend, mit breiten, ebenen Becken, auf hervorragenden, lange Haltbarkeit versprechenden Fundamenten. Alert IITöchter haben feste Vorder- und hohe Hintereuter mit einem starken Zentralband. Unter Berücksichtigung der Beckenneigung kann Alert mit besten Zahlen für Nutzungsdauer, Zellzahl und Töchterfruchtbarkeit als Verbesserer für Exterieur eingesetzt werden.

Finish Bereits auf der Schau der Besten wurde Finish gezeigt und fand dort großen Zuspruch. Er ist ein dänischer Finley-Sohn und geht auf die hochbewährte US-Kuhfamilie Chief Mark Dellia zurück. Seine Töchter sind etwas größer, mit viel Stärke, Milchtyp und sehr breiten Becken. Sie bewegen sich auf leicht winkeligen, parallen Beinen mit hoher Klaue. Die Beine sind im Knochen stärker, jedoch trocken. Bestechend

sind ihre Euter: fest, lang und hoch, mit mittlerem Zentralband, idealer Strichplatzierung und -länge. Finish ist unter Beachtung der Beckenneigung ein idealer Partner zu Jocko-Söhnen.

Tatonga RF Tatonga RF wurde als Embryo aus Kanada importiert. Der Talent 2-Sohn geht auf die Comestar Laurie Sheik-Familie zurück. Seine Töchter sehen in Milchtyp, Beckenbreite, Fundamenten und Euter nach Outside aus, Nutzungsdauer und Solidität lassen Rudolph erkennen, Talent 2 steuerte Inhaltsstoffe, Euteraufhängung und -beaderung sowie Rotfaktor bei. Ein Bulle, den wir weiter im Auge behalten sollten. Er ist durch Blutkombination und Familie eine willkommene Alternative. Beachtet werden sollte bei seinem Einsatz neben der Milchmenge, dass er etwas kleinere Kühe vererbt.

Zanzibar Best-Sohn Zanzibar entspringt mit der hochkarätigen Ocean View Mandel Zandra der Mutter von Zenith. Die gezeigte Zanzibar-Tochter bestach bei jungem Alter durch enorme Körperentwicklung, Größe, Schliff, Tiefe, offene Rippe, enorme Vorhandstärke und Beckenbreite. Sie bewegte sich sehr flott auf zum Körper passenden, starken, trockenen und leicht steileren Fundamenten. Im enorm hohen Hintereuter, dem starken Zentralband, einem langen und festen Vordereuter und optimaler Strichplatzierung erkennt man Zanzibars Mutter. Er sollte unter Berücksichtigung der leicht ansteigenden Becken nur auf Kühe angepaart werden!

Mergim Von Familie Wiebusch in Deinste gezogen, entspringt Mergim einer soliden, rein niedersächsischen Kuhfamilie. Mergim ist ein

Merv 2-Sohn aus einer Kuhfamilie, die sich dadurch auszeichnet, dass mehrere aufeinander folgendende Generationen eine Lebensleistung zwischen 60.000 und 100.000 kg erbracht haben. Mergim vererbt durchschnittlich große, im mittleren Milchtyp stehende, tiefe offene Kühe mit ebenen und breiten Becken. Die Euter sind vorn fest und – zur Beckenlänge optimal passend – mit starken Bändern gehalten. Mergim ist ein Leistungsvererber mit hohen Fett- und Eiweißprozenten, hohem Zuchtwert für Zellzahl. Ein idealer Färsenbulle und eine Alternative zum Jocko-Blut.

Malpas Er ist einer der wenigen in Deutschland getesteten O-ManSöhne, die zur internationalen Spitze gehören: Malpas entspringt der niederländischen Southland Dellia Familie und ist eine echte Blutalternative. Die Tochter, die in Tarmstedt stand, präsentierte das typische Erscheinungsbild: passende Größe mit wenig Milchtyp, enormer Stärke, offener Rippe und breiten, abfallenden Becken. MalpasTöchter haben starke, zum Milchtyp passende, gröbere Knochen sind, bei hoher Milchleistung auf sehr hohen Klauen und parallelen, leicht steileren Beinen unterwegs. Die Euter sind entsprechend der gewaltigen Milchmenge leicht größer im Volumen; Festigkeit und Textur lassen Haltbarkeit erkennen. Die Platzierung der relativ langen Striche ist vorn etwas enger und zeigt auch hinten eine solche Tendenz. Malpas vererbt hohe Leistung mit positiven Eiweißprozenten, bester Eutergesundheit und Nutzungsdauer, er eignet sich vor allem als Färsenbulle. Malpas wird keine Schautiere produzieren, sehr gute Laufstallkühe sind aber von ihm zu erwarten. Stefan Leineweber

䡵 31


ZUCHT & BESAMUNG

600 000 kg Lebensleistung Kühe werden geehrt, wenn sie eine Lebensleistung von 100 000 kg Milch überschritten haben. Diese äußerst beachtliche Menge wird inzwischen von immer mehr Tieren erreicht. Sehr ungewöhnlich ist es, wenn innerhalb weniger Jahre auf einem Betrieb insgesamt 15 Kühe diese Schallmauer durchbrechen. So geschehen bei der Familie Wentrot in Gleichen. Sechs Kühe wurden im Juni für ihr bisheriges Wirken geehrt: die Rudolph-Töchter Alexa, Flura und Herzchen, Patron-Sproß Flut,

Thaiwan-Tochter Fatima und Zack-Nachkomme Toskana. Innerhalb von acht Jahren produzierten sie zusammen eine Milchmenge von 632 258 kg. Herzlichen Glückwunsch an die Züchterfamilie Wentrot. 䡵

Stefan Leineweber

100 000-Liter-Kühe Kalbg. Besitzer

Name

Vater

Arabia Ariela Babette Berti Bluemchen Capri Clodin Dilli Euke Fanny Florenz Goldin Hanni Heidi Herzchen Hilde Ines Inka Inke Karin Lautacia Lizzi Lotte Maja

Bago 8 Peter 8 Clico ET 10 Bildon ET 9 Bonatus 9 Bildon ET 9 Clown 8 Poncho 10 Cleiber ET 9 Capper 8 Lasso 6 Bussum 12 Settler 8 Stix 11 Rudolph 8 Aerostar 10 Afghane 8 Bingle 8 Ernst 10 Clim ET 10 Clown 8 Design 9 Ajux 6 Blackred RF 9

Cord Spannhake, Sulingen Peter Junge, Echem Wilhelm Cording, Wagenfeld Hans Schuur Jun., Peine Gerhard Klintworth, Ahlerstedt Andreas Borchers, Wietzendorf Agrargen. Heidefarm Sdier e.G. Günter Brauße, Göhrenz Pape u.Brandt GbR, Selsingen Winkelmann/Roettjer GbR, Walsrode Peter Beneke, Heeslingen Wolfgang Vogel, Gleichen Werner Böse, Grasberg Joachim Hibbe, Soltau Rinderzucht Wentrot GbR, Gleichen Geestmann KG, Gnarrenburg Matthias Lutze, Northeim Reinhold Korte, Varrel BHW GbR, Jühnde Jürgen Goossen, Hammah Milchhof Diera KG, Diera-Zehren Dückering GbR, Wetschen Hans Joachim Diercks, Kirchwalsede Meyerhof GbR, Wietzen

Exzellentkühe

Kalbg. Besitzer

Name

Vater

Marin Molli Monika Olga Perle Petra Prinzess Rona Seemoewe Selima Stallnr. 20 Stallnr. 26 Stallnr. 54 Stallnr. 83 Stallnr. 874 Susan Tessa Ursula 1400482020 1400538623 1400898520 1401004726 2260809567 2261502370

Bonatus 10 Ajux 9 Blackred RF 10 Clown 9 Luke 10 Aerostar 9 Sambo 8 Tober ET 12 Market 9 Dondolo 8 Clus 10 Bilanz ET 8 Starleader 8 City 8 Berger 10 Cleiber ET 10 Prelude 10 Crassus 10 Ganwind 10 Clown 8 Bips 7 Bips 7 Motor 11 13

Wilhelm Rohde, Cuxhaven Hermann Lahmann, Wittingen Helmut Bruns, Walsrode APG „Weideland“ e.G., Bad Gottleuba Katrin Ellmers, Oyten Oelkers GbR, Wohnste Milchhof Christian Fiedler, Dorf Wehlen Christian Mieth, Hitzacker Jan Plath, Stade Klaus Dittmer, Ostereistedt Anette Kloss, Ringstedt Milchhof Müller KG, Ottersberg Helmut Ramdohr, Winsen Milchhof Grimmelmann GbR, Schweringen Carl Hansing, Loxstedt Jörg Mahnitz, Lemgow Hans-Peter Meyn, Marschacht Peter Gerdts, Oederquart Horst u. Michael Zeeh GbR, Bockau Agrargen. Altmittweida e.G. Agrar GmbH Zschopautal, Großolbersdorf Agrargen. See e.G. GbR Bernhardt u. Lindner, Niederfrohna Agrargen. Neukichrchen/Hirschfeld e.G.

Einstufung

Name

Ohrmarke

Vater x Muttersvater

LA

MTyp

Körper Fund.

Euter

Ges.

Besitzer

Christa Lakaline Memel EX2

13.02195476 03.48264719 03.46760804 03.46838010

Emil x Caro Blauer x Pedant Jocko Besne x Leadman Lee x Pavian

03 04 04 04

88 89 91 91

92 89 90 89

86 90 88 90

90 90 90 90

Agrargen. Beerendorf e.G., Delitzsch Brase, Jürgen, Vahlde Gropengießer, Heinrich, Pöhlde Seebörger, Jürgen, Oberndorf

32

93 91 91 90


6. Kreistierschau des Röthaer Rinderzuchtvereins Alle zwei Jahre organisiert der Röthaer Rinderzuchtverein im Landkreis Leipzig eine Kreistierschau, um den aktuellen Stand der Rinderzucht einem interessierten Publikum zu demonstrieren und sich dem Wettbewerb um den Titel Miss Leipzig zu stellen. Schon das dritte Mal hintereinander lieferte das Hoffest der Agrar GmbH Auligk & Co. KG den notwendigen Rahmen für eine sonst nur einem Fachpublikum zugängliche Veranstaltung. Am 6. Juni fanden elf Ausstellungsbetriebe mit insgesamt 28 Holsteinkühen, drei Fleischfleckviehfärsen und eine dreiköpfige Highland-Familie ein hervorragend vorbereitetes Ausstellungsgelände vor. Die Tierplätze und der Schauring waren in Hallen untergebracht, so dass die Veranstaltung wetterunabhängig stattfinden konnte. Nach den Begrüßungsworten des Veranstalters wünschte die sächsische Milchkönigin Dominique Liebers den Ausstellern viel Erfolg und gutes Gelingen. Schon Tradition und zusätzliche Anerkennung der geleisteten Arbeit ist die Vorstellung aller teilnehmenden Betriebe mit einem kurzen Betriebsspiegel. KarlHeinz Böhnisch, ehemaliger Zuchtleiter des Sächsischen Rinderzuchtverbandes, übernahm das Amt des Preisrichters.

Aufstellung der zweiten Jungkuhklasse

Foto: Bernd Barfuß

Platzierung

Name

Pedigree

Besitzer

Beste Jungkuh Reservejungkuh Beste Kuh 2. Laktation Reserve 2. Laktation Beste Altkuh Reservealtkuh Beste Euterkuh Miss Leipzig Bestes Fleischrind Reserve

Heidelinde Luena Tonica Adria Ramissa Belissima Tokessa Tonica Nikoline Harmonie

Roy x Finley Lucky Mike x Champion Toscano x Enrik Alves x Eskari Ramos x Lamiro Benimo x TVM Hesne Toscano x Jordi Toscano x Enrik Nikolaj x Eisenherz Poldau x Lando

Agrar GmbH Auligk & Co KG Agrar GmbH Auligk & Co KG Agrarproduktion Elsteraue Zwenkau Agrarprodukte Kitzen e.G. Agrar GmbH Auligk & Co KG Agrar GmbH Auligk & Co KG Agrarprodukte Kitzen e.G. Agrarproduktion Elsteraue Zwenkau Lutz Marticke, Schönau KÖG Kleinbardau

Insgesamt waren drei Jungkuhklassen, zwei Klassen Zweitlaktierende und eine Klasse mit Kühen ab der dritten Laktation zu richten. Dieses gelang Herrn Böhnisch in seiner gewohnt kommentarreichen und jeden Aussteller wertschätzenden Art

Das strahlende Siegerpaar Lydia Rothgänger mit Tonica, umrahmt von Milchkönigin Dominique Liebers und dem stellvertretenden MASTERRIND-Vorsitzenden Dieter Schlunke Foto: Sabine Prömel

und Weise. In jeder Klasse wurden Sieger, Reserve und beste Euterkuh prämiert. Vor der Siegerauswahl zur Miss Leipzig hatten die Fleischrinder ihren Auftritt. Carsten Oeser von der MASTERRIND stellte die Betriebe vor und erläuterte das Zuchtziel der vorgestellten Rassen. Ein besonderer Hingucker war natürlich die Highland-Troika mit Vater, Tochter und Enkelin, die in einer beeindruckend ruhigen Art von den Besitzern, Familie Kuhne aus Prießnitz, vorgeführt wurde. Von den drei vorgestellten Fleischfleckviehfärsen wählte Herr Oeser Nikoline von Lutz Marticke aus Schönau zum besten Fleischrind der Schau. Der abschließende und mit Spannung erwartete Höhepunkt des Tages war die Auswahl zur Miss Leipzig. Herr Böhnisch entschied sich aufgrund der Vor-

züge im Typ und der herausragenden Euterqualität für die Zweitkalbskuh Tonica (Toscano x Endrik) von der Agrarproduktion Elsteraue Zwenkau. Beste Euterkuh der Schau wurde Tokesse (Toscano x Jordi) ebenfalls in der zweiten Laktation von der Agrarprodukte Kitzen e.G. Rundherum war die 6. Kreistierschau des Röthaer Rinderzuchtvereins e.V. eine außerordentlich gelungene Veranstaltung. Das große Engagement der Agrar GmbH Auligk, die ein optimales Umfeld ermöglichte, die Aussteller, die ihre Tiere hervorragend vorbereiteten und die Sponsoren, die mit Sach- und Geldspenden die Preisträger entsprechend würdigten, machen Mut, diese Tradition auch in den nächsten Jahren fortzuführen. Torsten Ott

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ZUCHT & BESAMUNG

Tschechische Nationalschau in Brno

Lichtblick-Tochter Reservesieger bei Red Holsteins

In der Zeit vom 25. bis 28. Juni dieses Jahres versammelte sich die tschechische Züchterschaft zwei Stunden südöstlich von Prag, in Brno (Brünn), zur Nationalschau. Angetreten waren Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde und natürlich Rinder, um den Titel eines nationalen Champions zu erringen. An jeweils einem Tag fand bei den Rindern der Wettbewerb der Fleischrassen und Milchrassen statt. Bei den Fleischrassen wurde ein breites Spektrum der in der tschechischen Republik gehaltenen Rassen vorgestellt, wobei der Hauptanteil eindeutig bei den wirtschaftlich bedeutsameren Rassen lag. In der Tabelle sieht man anhand der Kuhzahlen der Herdbuchtiere die Bedeutung der einzelnen Rassen in unserem Nachbarland. Deutlich erkennbar ist dabei die Dominanz der Rassen Charolais, Angus und Fleckvieh Fleisch. Ein interessanter Fakt in der tschechischen Fleischrindzucht ist, dass eine große Anzahl von Zuchtbullen in verschiedenen Prüfstationen unter weitgehend

neutralen Bedingungen geprüft wird. So durchliefen 2009 u. a. 137 Charolais-, 104 Fleischfleckvieh-, 100 Angus-, 74 Limousinund 31 Blonde d’Aquitaine-Bullen die Stationsprüfung, um nur die häufigsten Rassen zu nennen. Die Wettbewerbe der einzelnen Rassen sind in diesem Heft in einem extra Artikel publiziert.

Reservesieg bei den Red Holsteins: Lichtblick-Tochter Storma

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Anzahl Herdbuchkühe verschiedener Fleischrindrassen in Tschechien (per 31.03.2009) Rasse

Anzahl Betriebe

Anzahl HB-Kühe

100 34 7 28 15 47 26 191 70 120 33 9

4.252 829 10 537 535 1.858 315 6.317 1.461 4.003 716 121 20.954

Aberdeen Angus Blonde d'Aquitaine Blauweiße Belgier Galloway Gasconne Hereford Highland Charolais Limousin Fleckvieh Piemonteser Salers insgesamt

Bei den Milchrindrassen waren, neben Einzeltieren der Rassen Brown Swiss und Normande, die Holsteins dominierend. Im Blick auf die Pedigrees zeigte sich, dass neben einheimischen, tschechischen Bullen, eine breite Palette internationaler Vererber genutzt wird. Besonders erfreulich für die MASTERRIND und unseren auch auf der Schau vertretenen Partner ISB-Genetic war der Red Holstein-Wettbewerb. Hier konnte die attraktive,

in der ersten Laktation stehende, Lichtblick-Tochter Storma (MV. September) den Reservesieg erringen. Ihr Besitzer ist die Besamungsstation Genoservis. Sieger bei den Red Holsteins wurde eine Tochter des in Tschechien und der Slowakei geprüften Haber Red (Faber x Tulip Pietje 514), ebenfalls im Besitz von Genoservis. Den Eutersieger der Holsteinschau stellte eine Buckeye-Tochter in der ersten Laktation, wiederum von Genoservis. Den Titel des tschechischen Grand Champions der Holsteins holte sich die Kuh Dobronin Duplica (Duplex x Magna) vom Zuchtbetrieb Dobrosev. Insgesamt war die Veranstaltung eine gelungene Präsentation der tschechischen Rinderzucht. Der Besamungsstation Genoservis gilt dabei besondere Anerkennung, war sie doch maßgeblich an der Organisation und Durchführung beteiligt. Auf ein Neues in zwei Jahren an gleicher Stelle, im Juni 2011. Steffen Feurich


14. Landesfleischrinderschau in Tarmstedt

Starker Auftritt in Zahl und Qualität Mit mehr als 130 aufgetriebenen Tieren, verteilt auf elf Rassen, überzeugte die MASTERRIND einmal mehr mit der bundesweit größten Beteiligung auf einer Landesschau. Aus allen Regionen Niedersachsens, Nordrhein-Westfalens und aus Schleswig-Holstein reisten sie zur Präsentation auf dem attraktiven Tarmstedter Schaugelände an. In drei Richtringen wurden die gut führigen Zuchtrinder rangiert. Kompetente Richtentscheidungen und ausführliche Kommentare boten dem Publikum kurzweilige Unterhaltung. Der Auftritt der Jungzüchter und des „Mr. Tarmstedt“ rundeten das attraktive Programm ab.

äußerst korrekten Vertreter seiner Rasse, der zudem durch eine Spitzen-Bemuskelung überzeugte. Einen Zuchttyp der jüngeren Altersklasse präsentierte Sonja Spicker aus Wittmund mit Tokio auf dem Ic-Platz.

Blonde d' Aquitaine

Der gut 3-jährige Charolaisbulle Beethoven von Rainer Moormann, Essen, präsentierte sich in Bestform und verkörperte das Rasseziel eindrucksvoll. Der IbBulle Snoopy von Heinz Giese, Spelle, überzeugte mit enormer Bemuskelung und in mittlerem Rahmen stehend. Auch die beiden jüngsten Charolais Bullen Vengeur von Josef Fraas, Vechta, und T-Rex von Ernst August Arndt, Okel, ließen ihre Klasse

Die Rasse Blonde d'Aquitaine wurde durch drei hervorragende Bullen präsentiert. Den Ia-Platz belegte Traudel Krüger aus Garbsen, mit Amiral. Der französisch gezogene Bulle zeigte sich mit einem hervorragendem Rassetyp und sehr ausgeglichen im Exterieur. Den zweiten Platz belegte Hans Helmut Wiekenberg, Uetze, mit Pablo, einem

Charolais

Der beste Charolaisbulle, Beethoven von R. Moormann, Herbergen, nimmt Aufstellung

aufblitzen und einen interessanten ersten Kälberjahrgang erwarten. Atlanta von Marko Beu, Isehorn, heißt die neue Landes-Siegerkuh. Nach ihren Siegen auf der Bundesschau in Alsfeld und der Landesschau in Tarmstedt 2007 als Färse, bestätigte sie nun mit exzellentem Kuhkalb bei Fuß nachhaltig ihre besondere Klasse. Mit besten funktionellen Eigenschaften präsentierte sich die harmonische Ib-platzierte Cani mit gutem Kuhkalb bei Fuß von Klaus Müller, Stelle. Die jüngste Kuhklasse wurde angeführt von der späteren Reservesiegerin Anette mit hervorragendem Bullenkalb bei Fuß, von Anke Japers, Halstenbek, RSH. Sie bestach in Rassetyp und Bemuskelung und überließ der harmoni-

schen Olympia mit Bullenkalb von Diethelm Meyerdierks, Lilienthal, die Ib-Position. In vier Altersklassen wurden anschließend die in Qualität und Quantität überzeugenden Charolais-Rinder rangiert. Die Ocean Tochter Goldlady von Ernst-August Arndt, Okel, zeigte sich in bester Schaukondition mit viel Rassetyp und errang den Klassensieg der ältesten Rinder. Carola, eine Natur-Tochter von Jens Lilienthal, Lilienthal, dominierte die zweite Altersklasse und verkörperte in Korrektheit, Harmonie und Funktionalität nahezu das Idealbild einer Charolaisfärse. Zwei Rinder, die auf der Bundesrasseschau 2008 in Northeim beste Platzierungen einheimsen konnten, führten die jüngsten Rinderklassen an. La-

Galloway-Bulle Palue: Mister Tarmstedt präsentierte sich wie gemalt

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FLEISCHRINDER

Trotz Regens ein Top-Ausblick: Limousin-Siegerkuh Gesa mit Spitzenkalb bei Fuß

Der beste Blonde d'Aquitaine Bulle Amiral von Traudel Krüger, Garbsen

mona von Marko Beu, Isehorn, sowie Italia von Josef Fraas, Vechta, bestachen in Rassetyp, Entwicklung und Bemuskelung. Bei der mit Spannung erwarteten Siegerauswahl konnte sich schließlich Carola vor Lamona behaupten.

chere Entscheidung für den reifen und kompletten Renoir. Die Romarin-Tochter Fabel mit tollem Kuhkalb bei Fuß von Manfred Wortmann, Sulingen, dominierte die älteste der drei Kuhklassen und wurde mit dem Ia-Platz belohnt. Magalie von Bernd Lilienthal, Langen, wirkte ebenfalls sehr typvoll und erreichte Ib-Platz. In der mittleren Alterklasse wurde die Ionesco-Tocher Gesa der Ahrens GbR, Hespe, auf den besten Platz der Konkurrenz gesetzt. Mit viel Rassetyp, äußerst korrekt sowie bester Mütterlichkeit, entsprach sie genau den Vorstellungen des Richters. Zum vierten Mal in Folge betrat Mary von Josef Knurbein, Lindern, den Tarmstedter Tierschauring und erneut erlangte die rahmige Malibu-Tochter einen starken IbPlatz. Frank Scheffer, Messingen, stellte mit Henny die jüngste Klassensiegerin. Die sehr rahmige Limousinkuh zeigte sich bereits sehr komplett. Die Ib-platzierte Silverbird-Tochter Daisy der Helmke KG, Elmlohe, unterlag knapp. Die Freude bei Henning Ahrens, Hespe, war riesengroß als abschließend feststand, dass die neue niedersächsische Landessiegerin Gesa heißt. Mitbesitzer Marc Benninghoff, Bevern, und Eckhard Bammann, Westerholz, ersteigerten Gesa 2007 anlässlich der Spätlese-Auktion auf

Limousin Im mittleren Tierschauring richtete Kurt Klos die Limousins. In zwei Altersklassen wurden anfangs die Bullen rangiert. Der letztjährige Mr. Tarmstedt, der inzwischen 9-jährige Renoir von Gerrit Klatte, Sandhatten, überzeugte erneut in Frische, Korrektheit, Bemuskelung sowie Rassetyp; so war der sichere IaPlatz die logische Folge.

Ute Lucanus, Fargau-Pratjau, stellte mit dem genetisch hornlos gezogenen Strauss PS einen typvollen und mit bester KeulenBemuskelung ausgestatteten Vererber, der mit der Ib-Platzierung belohnt wurde. In der Klasse der 3-jährigen Bullen ging der Ia-Platz an den Nenuphar-Sohn Nikita von Josef Knurbein, Lindern. Ein enorm entwickelter Typ-Bulle mit exzellenter Bemuskelung, der seinen Vorjahreserfolg als Mr. Lindern eindrucksvoll bestätigte. Nantos von Martin Peek, Molbergen, sowie Blason von Bernd Lilienthal, Langen, bestätigten den hohen Qualitäts-Standard der niedersächsischen Limousinzucht. Bei der Auswahl des Siegerbullens gab es eine knappe aber si-

Die beste Welsh Black-Kuh führte Zwillinge bei Fuß

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dem Verdener Fleischrindertag. „Qualität setzt sich eben durch und wirkt nachhaltig“, so der erste Kommentar. Reservesiegerin wurde Henny, die in Korrektheit und Harmonie knapp der dritten Ia-Kuh Fabel überlegen war. Die Danny Boy-Enkelin Helene von Josef Knurbein, Lindern, konnte sich bei den Limousinrindern knapp gegenüber der Vorjahressiegerin Tapsi ET von Klaus Hinrichs, Edewecht, durchsetzen. Sehr ausgeglichen und auf den Tag topfit präsentierte sich Helene, die im Klassen- wie auch später beim Siegerentscheid nur um Nuancen den Vortritt vor der exzellent bemuskelten Tapsi ET erhielt. In der jüngeren Klasse konnte sich die harmonische Oranja von Bernd Lililenthal , Langen, gegen die Hanny-Tochter Hanika von Manfred Wortmann, Sulingen, durchsetzen.

Angus Schon seit mehreren Jahren ist die Rasse Angus auf der Tarmstedter Landesschau zahlenmäßig eine feste Bank im Wettbewerb. Erfreulich war in diesem Jahr der Auftrieb von fünf im Einsatz befindlichen Vererbern im Ring. Den Ia-Platz bei den Bullen belegte Carl-Heinrich Meyer, Stemwede, mit Galaxy MS. Der Bulle zeigte sich äußerst rassetypisch feingliedrig und sehr aus-


geglichen bemuskelt. Auf dem Ib-Platz rangierte Timo Oelkers, Burgwedel, mit Frontal. Bei den Angus-Kühen setzte sich Dieter Meyer, Bissendorf, mit Belamie an die Spitze. Diese Ia-Kuh steht hervorragend im Zuchtziel, zeigte sich also rassetypisch und darüber hinaus sehr korrekt im Körperbau und ausgeglichen bemuskelt. Das sehr gut entwickelte Kalb bei Fuß spricht für eine hervorragende Aufzuchtleistung der Mutter. Im Rahmen nicht ganz so stark, aber ebenfalls sehr korrekt im Exterieur und hervorragend im Zuchttyp, präsentierte sich AnnaLena von Heinz-Gerd Müller, Garbsen, auf dem Ib-Platz. Einen hervorragenden und spannenden Wettbewerb boten die Angusrinder, die in drei Klassen gerichtet wurden. Als Sieger-Rind setzte sich Anke II gegen die beiden weiteren Ia-Preisträgerinnen durch. Eine hervorragende Länge, ein sehr feiner Knochenbau und ein überragender Rassetyp zeichnen dieses Spitzentier von Heinz-Gerd Müller aus. Reservesiegerin wurde Lexi aus der Zuchtgemeinschaft Dohrmann/Lehmkuhl, Wietzen. Die dritte Ia-Preisträgerin kommt aus der Zucht von Gerhard von Holten, Cuxhaven, die wie die Reservesiegerin das Zuchtziel der Rasse Angus sehr gut präsentierte. Auf sehr guten Ib-Plätzen rangierten jeweils zwei Rinder aus der Albrecht GbR, Golmbach, und von Jörg Fahrenholz, Schiffdorf.

Hereford Mit hervorragenden Tieren in einer Bullen- und einer Rinderklasse gingen die Herefordzüchter in die Tarmstedter Richtentscheidung. Bei den Bullen rangierte Dirst von Hergen Eickhorst, Hatten, an der Spitze. Diesen rahmigen Bullen zeichnet ein sehr gutes Exterieur aus. Auf dem zweiten Platz rangierte Cliff von Ulrich Spechtmeyer, Espelkamp. Bei den Herefordrindern rangierte Carsten Rust, Bad Fallingbostel, mit Eira unangefochten an der Spitze. Auch hier belegte der Zuchtbetrieb Spechtmeyer den Ib-Platz, in diesem Fall mit der sehr ausgeglichenen Fanny.

Fleckvieh-Fleisch Günter Hinck aus Oldendorf präsentierte dem aufmerksamen Tarmstedter Publikum seine bereits 2007 prämierte FleckviehKuh Christa mit bestem 8 Monate alten Bullenkalb bei Fuß. Christas Leistungsstärke wurde mit der Vorjahres-Tochter Cati eindrucksvoll bestätigt.

Shorthorn Einen ansprechenden Auftritt hatten die Shorthorn-Züchter zu verzeichnen. Neben der DemoKuh Zoeva C von Andreas Kühnapfel, Rullstorf, gab es eine enge Entscheidung bei der Auswahl der Siegerfärse. Alle Rinder bestachen neben dem Phänotyp noch mit hoch interessantem internationalen Pedigree. Knapp

Ia-Highland Cattle Bulle Noel von Ernst Dannheim, Peine-Edemissen

Marko Beu erhielt für sein Charolais-Reservesieger-Rind einen Ehrenpreis der MASTERRIND

die Nase vorn hatte die 19-monatige rot-schimmelfarbige Genoa von der Eggers & Kohrs GbR, Osterhever, vor der bereits tragenden Zippy-E von Andreas Kühnapfel, Rullstorf.

Welsh Black In der Schauklasse der Welsh Black-Bullen siegte Hans Stucke, Loxstedt, mit Brenin 4th. Dieser überragende Vererber wurde aus Großbritannien importiert und zeigte sich tadellos im Exterieur, bei sehr ausgeglichener Bemuskelung und einem sehr guten Rassetyp. Den Ib-Platz belegte Hermann Maack, Lübberstedt, mit Sammy. Bei den Kühen setzte sich Rudi Michaelis, Rätzlingen, mit Patrone an die Spitze. Ein sehr guter

Zuchttyp und ein sehr gutes Kalb bei Fuß überzeugten den Richter auf ganzer Linie. Auf dem zweiten Platz rangierte Torsten Rondthaler, Langwedel, mit der Kuh Hilde, die ebenfalls ein gutes Kalb bei Fuß hatte. Spannend ging es beim Wettbewerb der Rinder zu. Hier setzte sich Marianne Sielken-Ratjen, Nordholz, mit Marieke an die Spitze. Aufgrund des tadellosen Exterieurs und der sehr guten Entwicklung war ihr der Siegertitel nicht zu nehmen. Allerdings war ihr das Reservesiegerrind Anabell von Boris Biehler, Wilhelmshaven, dicht auf den Fersen. Gute Ib-Plätze belegten Hermann Maack aus Lübberstedt, mit Anka und Boris Biehler, Wilhelmshaven, mit Melody.

Ein korrekter Vertreter seiner Rasse: Bester Hereford-Bulle Dirst von Hergen Eickhorst, Hatten

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FLEISCHRINDER

Galloway

Günther Hinck stellte die Rasse Fleisch-Fleckvieh vor

Prämierungsergebnisse der Tarmstedter Landesschau 2009 Schauklasse

Platz

Charolais Bullen Charolais Kühe

Ia S RS S RS Ia Ia S RS S RS Ia S RS Ia Ia Ia Ia S RS Ia Ia Ia I Ia Ia Ia Ia Ia S RS Ia Ia Ia Ia Ia Ia I I

Charolais Rinder

Limousin Bullen Limousin Kühe

Limousin Rinder

Blonde d’Aquitaine Bullen Angus Bullen Angus Kühe Angus Rinder

Hereford Bullen Hereford Rinder Shorthorn Kühe Shorthorn Rinder Highland Bullen Highland Rinder Welsh Black Bullen Welsh Black Kühe Welsh Black Rinder

Galloway Bullen Galloway Kühe Galloway Rinder Zwergzebu Bullen Zwergzebu Rinder Fleckvieh Kühe

38

Kat.-Nr.

1 12 14 18 23 16 26 29 35a 46 48 39 57 55 60 69 77 a 78 96 90 93 102 109 113 115 117 126 132 137 143 140 146 151 158 163 176 185 187 189

Name

Besitzer

Beethoven Atlanta Anette Carola Lamona Goldlady Italia Renoir Nikita Gesa Henny Fabel Helene Tapsi Oranje Amiral MS Galaxy Belamie Anna Carin Lexi Thesie Dirst Eyra Zoeva-C Genoa Noel Maighdean Brenin 4th Patrone Marieke Anabell Juliana Palue Celine Ulla Siggi Akira Christa Cati

Moormann, Rainer, Essen, CLP Beu, Marko, Osterholz-Scharmbeck, OHZ Jaspers, Anke, Halstenbek, SH Lilienthal, Jens, Lilienthal, OHZ Beu, Marko, Osterholz-Scharmbeck, OHZ Arndt, Ernst-August, Syke, DH Fraas, Josef, Vechta, VEC Klatte, Gerrit, Hatten, OL Knurbein, Josef, Lindern, CLP Ahrens GbR, Hespe, NI Scheffer, Frank, Messingen, EL Wortmann, Manfred, Sulingen, DH Knurbein, Josef, Lindern, CLP Hinrichs, Klaus, Edewecht, WST Lilienthal, Bernd, Langen, CUX Krüger, Traudel, Garbsen, H Meyer, Carl-Heinrich, Stemwede, MI Meyer, Dieter, Bissendorf, OS Müller, H. G., Garbsen, H Dohrmann / Lehmkuhl GbR, Wietzen, NI v. Holten, Gerhard, Cuxhaven, CUX Eickhorst, Hergen, Hatten, OL Rust, Carsten, Bad Fallingbostel, SFA Kühnapfel, Andreas, Rullstorf, LG Eggers/Kohrs GbR, Osterhever, SH Dannheim, Ernst, Edemissen, PE Heuer-Jungemann, Stadensen, UE Stucke, Hans, Loxstedt, CUX Michaelis, Rudolf, Rätzlingen, UE Sielken-Ratjen, Marianne, Nordholz Biehler, Boris, Wilhelmshaven, FRI Hacke, Jörg, Uelzen, UE Wiegmann, Friedrich, Sulingen, DH Wiegmann, Friedrich, Sulingen, DH Wiegmann, Friedrich, Sulingen, DH Oldenhage, Henning, Badbergen, OS Oldenhage, Henning, Badbergen, OS Hinck, Günter, Oldendorf, STD Hinck, Günter, Oldendorf, STD

Mit Blick auf die Zuchtqualität zeigten die Gallowayzüchter in Tarmstedt Hervorragendes. Mit Blick auf die Besetzung der verschiedenen Altersklassen gab es schon stärkere Wettbewerbe. Um so mehr zählt der Auftritt derjenigen, die vor Ort für die Rasse Galloway Werbung betrieben. Bei den Bullen setzte sich Friedrich Wiegmann, Sulingen, mit Palue an die Spitze. Ein sehr guter Rassetyp, sehr harmonische Körperübergänge und eine starke und ausgeglichene Bemuskelung zeichnen diesen Spitzenbullen aus. Untermauert wird seine Qualität durch den Titel „Mister Tarmstedt“, den Palue sich gegen starke Gegner anderer Rassen erkämpfte. Auf dem Ib-Platz rangierte der Bulle Unesco aus der Zucht des Betriebes Anke Wiechering-Sudmann, Diepholz. Auch dieser Bulle zeigte einen starken Rassetyp, eine sehr schöne Tiefe in der Vorhand und in der Rippe und ebenfalls eine gute Bemuskelung. Auch bei den Kühen siegte Friedrich Wiegmann, Sulingen. Celine, eine Tochter der sehr bekannten Comtess, machte mit ihrem tadellosen Exterieur ihrer Mutter und dem Zuchtbetrieb gleichermaßen Ehre. Das ausgezeichnete Kalb bei Fuß war Spiegelbild der Zuchtleistung der Mutter und der hervorragenden Genetik in der Herde. Den IbPlatz bei den Kühen belegte Georg Menke, Ganderkesee, mit der bekannten Kuh Aphrodite. Im Exterieur ebenfalls sehr gut, zeigte auch sie ein gut entwickeltes Kalb bei Fuß. Für Zuchtbetrieb Wiegmann, Sulingen, endete die Tarmstedter Landesschau mit einem Hattrick. In der Klasse der Rinder gewann das Rind Ulla, eine Highlight-Tochter. Sie zeigte sehr viel Entwicklung, sehr korrekte Gliedmaßen und ebenfalls sehr viel Qualität der Rasse. Auf dem zweiten Platz marschierte Andrea II von Timm Boye, Jahrsdorf, dieses Rind zeigte sehr viel Ausstrah-


Die Zwergzebu-Züchter hatten beim ersten Tarmstedtauftritt regen Publikumszuspruch

Vorstellung der Rasse Shorthorn

lung und einen sehr femininen Gallowaytyp. Das hervorragende Feld der in Tarmstedt gezeigten Bullen, Kühe und Rinder der Rasse Galloway dürfte Anreiz genug gewesen sein, Züchterkollegen zu motivieren, im nächsten Jahr wieder oder zum ersten Mal in den Wettbewerb der Landesschau zu gehen.

bergen, den Bundessiegertitel und verwies Kevin Hoeft, Balje, mit Mary auf den zweiten Platz.

Highland Wie bei den Herefords, so ging auch bei der Rasse Highland Cattle jeweils eine Bullen- und eine Rinderklasse in den Wettbewerb. Bei den Bullen setzte sich Ernst Dannheim, Edemissen, mit Noel an die Spitze. Der Altbulle überzeugte insbesondere durch Rassetyp, Länge und hervorragende Vorhand. Auf dem zweiten Platz rangierte Piebrach von Ferdinand Marschalk, Elmlohe. Die Klasse der Schaurinder führte der Zuchtbetrieb Heuer-Jungemann, Stadensen, an. Mit Maighdean belegten sie den IaPlatz und mit Moira den IbPlatz. Ferdinand Marschalk belegte mit Bernice den dritten Rang bei den Rindern. Nach der überragenden Jungviehschau im April, auf der mehr als 80 Tiere in den Ring gingen, zeigten die engagierten HighlandCattle-Züchter Niedersachsens in Tarmstedt ein kleines Schaufenster aus einer breiten Palette niedersächsischer Zuchttiere.

Zwergzebu Auch die neuerdings engagiert auftretenden niedersächsischen Zebu-Züchter ließen es sich nicht nehmen, ein kleines Kontingent an Bullen und Rindern aufzutreiben. Rasseverbandsvorsitzender Henning Oldenhage, Badbergen, stellte mit Siggi und Benjamin zwei typvolle und bestens entwickelte Jungbullen zur Schau. Mit der Ia-Platzierung bestätigte das Jungrind Akira von Henning Oldenhage, Bad-

Hervorragende Plattform genutzt Die Tarmstedter Landwirtschaftsausstellung zeigte auch in diesem Jahr einen wahren Besucheransturm. Darunter waren am Tage der Landesschau nicht nur Fachbesucher aus der Region sondern aus allen Bundesländern. Mit mehr als 130 Tieren

Die Jungzüchter der MASTERRIND können sich zu Recht über ihre Leistung freuen

im Wettbewerb und 15 Jungzüchtern in vier Altersklassen zeigten die Fleischrinderzüchter der MASTERRIND und die eingeladenen Gäste aus SchleswigHolstein Spitzenprodukte in den verschiedenen Rassen. Die Fleischrinderzüchter setzten vor Ort sichere Akzente für Zuchtziel und Zuchtausrichtung innerhalb der Rassen. Ein Dank gilt der Tarmstedter Ausstellungsleitung, die wieder in gewohnt ausgezeichneter Weise für eine passende Plattform im Tierschaugelände sorgte. Nach wie vor ist die Tarmstedter Fleischrinderschau in Zahl und Rassevertretung die umfangreichste in Deutschland. Aussteller und Zuschauer freuen sich schon jetzt auf die 15. Landesschau, bei der der Regenschirm wieder gegen den Sonnenschirm getauscht wird. Friedrich Averbeck Torsten Kirstein

Jungzüchterwettbewerb Rangierung

Ia Ib Ia Ib Ia Ib Ia Ib

Jungzüchter

Alter

Tier

Kat.-Nr.

Gruppe 1 Einemann, Jan-Lüder 15 Jahre Matador 191 Eickhorst, Lara 16 Jahre Hanta 110 Gruppe 2 Sudmann, Eike 17 Jahre Unesco 148 Heuer-Jungemann, Steffen 16 Jahre Cowan 192 Gruppe 3 Meyerdierks, Dennis 20 Jahre Carmina 20 Koch, Henrik 19 Jahre Nessaja 52 Gruppe 4 Langhorst, Sina 24 Jahre Cliff 104 Michaelis, Fransziska 23 Jahre Darius 195

Rasse

Betrieb

Charolais Hereford

Einemann, Jörg Eickhorst, Hergen

Galloway Highland

Wiechering-Sudmann, Anke Heuer-Jungemann, Helmut

Charolais Limousin

Meyerdierks, Diethelm Koch, Heinrich

Hereford Spechtmeyer, Ulrich Welsh Black Michaelis, Rudolf 39


Bundesversammlung der Anguszüchter

FLEISCHRINDER

Bundesschau im Land der Rüben und Die Bundesversammlung der Anguszüchter am letzten Wochenende im Juni ist fester Termin eines jeden Anguszüchters. In diesem Jahr waren wir Gäste in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, wo Zuckerrüben- und Weinbau in der Landwirtschaft eine große Rolle spielen. Durch den Ausfall der Rasse Angus auf der letzten Bundesschau Schwarz-Rot-Gold in Alsfeld, die alle vier Jahre stattfindet, war der Wunsch von Verbands- und Züchterseite eine Bundesschau nochmals vor der nächsten Schwarz-Rot-Gold Schau 2011 durchzuführen. Doch die Planungen scheiterten immer an einem bezahlbaren Austragungsort und so erklärte sich die Familie Lang aus Rodenbach bereit, die Schau im Zuge der Versammlung auf ihrem Betrieb durchzuführen. Nachdem sich der Vorstand ein Bild vor Ort gemacht hatte und die Rahmenbedingungen stimmten, wurde auf Verbandsebene und im Betrieb Lang intensiv auf die Tage hingearbeitet. Das Programm wurde auf vier Tage erweitert, so dass die Anlieferung der Tiere am Donnerstag, dem ersten Tag, erfolgte und am Abend der offizielle Teil mit der Generalversammlung begann. Es wurde über Verbandsaktivitäten berichtet und beschlossen, dass der Bereich

Werbung weiter ausgebaut werden soll. Hierzu wurde ein zweckgebundener Betrag durch eine Sonderumlage aller Mitglieder beschlossen. Des Weiteren soll ein Antrag an den BDF gestellt werden, dass das Zuchtziel der Anguskuh auf 800 kg aufgestockt wird. In dem viertägigen Programm wurden uns neben der Bundesschau auch drei weitere Angusbetriebe vorgestellt. In der Nähe von Kaiserslautern liegt der Ort Rodenbach, wo Familie Lang ihren Aussiedlungshof mit 85 Mutterkühen bewirtschaftet. Durch den Zukauf von Herdbuchtieren in den letzten Jahren wurde die Herde immer weiter in Richtung Herdbuch ausgerichtet. Die Herde, die uns von Johann Lang vorgestellt wurde, ist ganz klar auf Wirtschaftlichkeit und Leistung ausgerichtet. Als Zweites stand die Produktionsherde der Familie Eric Smirr auf dem Programm. Auf den in 500 m Höhe gelegenen Weiden muss die 120 Kopf große Mutterkuherde mit sehr wenig Nie-

Alle Sieger der Bundesschau 2009 auf einen Blick

derschlägen auskommen und leidet im Sommer immer unter der Trockenheit, so dass in einem Großteil der Herde ein Piemonteserbulle zum Einsatz kommt, um Absetzer zur Weitermast zu produzieren. Die komplette Herde steht eher im kleinen Rahmen, um besser mit den mageren Bedingungen klarzukommen. Zu guter Letzt wurde uns der Eichelscheiderhof von Verwalter Uli Schäfer vorgestellt. Der 300 ha große Betrieb mit über 200 ha Grünland hält eine Mutterkuhherde mit 140 Kühen, aufgeteilt auf die Rassen Angus mit 100 Kühen und Blonde d’Aquitaine mit 40 Kühen. Die Begründung der zwei ganz unterschiedlichen Rassen liegt laut Herrn Schäfer in der besseren Deckbullenvermarktung. In der Wirtschaftlichkeit, so seine Aussage, liegen beide gleich, wenn jede Rasse nach ihren Bedürfnissen versorgt und gehalten wird.

Bundesschau

Bei wunderbarem Wetter präsentiert sich die Herde von Familie Lang

40

Nach der letzten gemeinsamen Schau auf Bundesebene, der Jubiläumsschau 2005 in Verden, war der Höhepunkt der

Veranstaltung sicher die Schau am Freitag, mit annähernd 70 Spitzentieren aus ganz Deutschland, die MASTERRIND-Züchter schickten immerhin 18 Schautiere in den Wettbewerb. Die Unterbringung der Tiere auf dem Betrieb Lang war wirklich hervorragend, von Anbindung über Waschplatz, Futter und Sicherheit. Der Schauring in der Bergehalle passte sehr gut ins Bild und so war die Grundstimmung unter Züchtern und Besuchern sehr gut. Bei den Bullen gab es vier Richtgruppen, die von Claudia Hoffart, Hessen, und Dr. Thomas Schmidt, Baden Württemberg, in gemeinsamer Arbeit zu prämieren waren. Die MASTERIND-Züchter stellten mit Frontal aus dem Betrieb von Timo Oelkers, Burgwedel, und Valentino aus der Zucht von Edel-Heidhues/Schecker, Bad Harzburg, zwei noch sehr junge Bullen aus, die noch voll in ihrer Entwicklung sind. Für keinen reichte es bis nach vorn, da ausgewachsene Bullen immer gewisse Vorteile durch Masse haben. In sieben von zwölf Klassen konnten MASTERRIND-Züchter auf der weiblichen Seite 1a oder 1b oder sogar beides stellen. Bei den Kühen sicherte sich Belamie


Züchterfahrt Fleischrinderzüchter Sachsen

Reben aus der Zuchtstätte Dieter Meyer, Bissendorf, einen hervorragenden 1b-Platz. Carl-Heinrich Meyer, Stemwede, konnte sich mit Ogata einen 1a-Platz sichern. Die sehr korrekte junge Kuh aus der bekannten O-Linie, eine gut mittelrahmige GagTochter, hat die Richter auf ganzer Linie überzeugt. Ebenso die 1b-platzierte rote Glen-Tochter Blank mit Kuhkalb bei Fuß aus dem Züchterstall von Uwe

Die Fahrt führt vom 4. bis 6. November 2009 nach Mecklenburg-Vorpommern. Interessenten melden sich bitte unter 03521/455620 (Frau Werner).

Heinz, Zwickau. In der letzten und jüngsten Kuhklasse hat Leonita wieder einmal auf sich aufmerksam gemacht. Sie scheiterte knapp an der späteren Siegerkuh Elena von Simon Sippel. Leonita ist heute im stolzen Besitz von Sebastian Engling, Uetze, der auf der Verdener Spätlese 2009 schon die Qualität dieses Gespanns erkannt hatte. Die erste Färsenklasse konnte Ruby von Thorsten Ahlers, Vis-

selhövede, für sich entscheiden. Die sehr typvolle, gut bemuskelte Rapid-Tochter hat in der Siegerauswahl auch den Reservetitel zugesprochen bekommen. Drei ebenfalls gute 1b-Platzierungen konnten Heiner Bähre, Burgwedel, mit Lane und Richard Albrecht, Golmbach, mit Judy und Betty für sich entscheiden. Die besten Kuhkälber der Veranstaltung sind ebenfalls im MAS-

TERRIND-Gebiet zu Hause. Den Siegertitel konnte Riki aus der Zuchtstätte Ahlers für sich verbuchen, gefolgt von Bijou aus dem Züchterstall Dieter Meyer, Bissendorf. Die MASTERRIND gratuliert allen Züchtern aus dem Zuchtgebiet und bedankt sich für die Bereitschaft, Tiere in einen bundesweiten Wettbewerb zu stellen. Thorsten Ahlers

Limousins auf der 3. Hartmannsdorfer Zuchtviehauktion

Ein Ausnahmebulle verlässt Sachsen Am 4. Juli fand im Erzgebirge die nunmehr dritte Hartmannsdorfer Zuchtviehauktion statt. Das vom Limousinzüchter Michael Klemm und seinen Züchterkollegen aus Sachsen, aber mittlerweile ebenso aus anderen Bundesländern organisierte Event wurde auch in diesem Jahr zu einem großen Erfolg. Trotz der anspannten Situation in vielen Landwirtschaftsbetrieben fanden auch diesmal zahlreiche Besucher aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Tschechien und der Schweiz den Weg auf den Hof des weithin bekannten Zuchtbetriebes. Der strahlende Sonnenschein, die perfekte gastronomische Betreuung, ein unterhaltsames Nebenprogramm und nicht zuletzt die ansprechende Landschaft rund um Hartmannsdorf sorgten für allseits gute Laune. Den Höhepunkt stellte aber selbstverständlich die Verkaufsveranstaltung von LimousinSpitzengenetik dar. Hohe Tierleistungen und große genetische Vielfalt ließen manches Züchterherz höher schlagen.

Kein Wunder also, dass auch dieses Mal 22 Zuchtbullen und neun Zuchtrinder ziemlich flott unter den Auktionshammer kamen und den Besitzer wechselten. Dabei fanden auch einige

Tigris war das teuerste Tier der Auktion

Tiere ihre neuen Besitzer im Ausland. Eine herausragende Rolle fiel jedoch einem Bullen zu, den Insider schon oft im Rampenlicht sahen: Tigris P. Das Ausnahmetier wurde im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch geboren. Die Züchter der Agrozucht Burkersdorf erkannten vor wenigen Jahren das Potenzial des damals sehr jungen, genetisch hornlosen Bullen. In der Hand der Burkersdorfer wurde aus einem Rohdiamanten ein Juwel geschliffen. Sehr weit muss-

te man zum Teil reisen, um Sieger von Paris, Eurobeef Champion oder auch AGRA Champion zu werden. Sehr verwundert war so mancher, als man Tigris P im Auktionskatalog fand. Aber ganz klar, irgendwann muss sich solch hoher Aufwand auch auszahlen. Und das tat er: Bei sage und schreibe 15.000 j fiel der Auktionshammer. Viele trauten ihren Ohren nicht. Ein dänischer Züchter und eine französische Bietergemeinschaft lieferten sich einen Wettbewerb, der zugunsten der Franzosen ausging. Somit trat ein in Sachsen gezogener, genetisch hornloser Limousinbulle seine Reise ins Mutterland der Rasse an. Ein Resümee zu ziehen ist einfach: Rundherum ein gelungene Veranstaltung. Die Hartmannsdorfer Zuchtviehauktion unter Organisation von Michael Klemm ist zu einem festen Bestandteil in Deutschlands Auktionslandschaft geworden.

Carsten Oeser

䡵 41


Tschechische Nationalschau in Brno

FLEISCHRINDER

Attraktive Fleischrindwettbewerbe Am Donnerstag, den 25. 6. 2009, fand anlässlich der Landwirtschaftsmesse im tschechischen Brno (Brünn) die Nationalschau der Fleischrinder statt. Das großflächige und sehr moderne Messegelände zieht im Rhythmus aller zwei Jahre sehr viele Schaulustige und Interessierte an. Sehr auffällig war außerdem die zahlreiche Präsenz internationaler Gäste im Bereich der Rinderzucht. Ebenso zahlreich waren Rinderzuchtfirmen aus allen Teilen der Welt mit Ständen vertreten und natürlich auch der tschechische MASTERRIND-Partner ISB Genetic. Ohne Frage besitzt die Tschechische Fleischrindzucht einen hohen Stellenwert in der nationalen Rinderproduktion. Sie ist im Wachsen. Sicher auch aufgrund der katastrophalen Situation auf dem tschechischen Milchmarkt (0,17-0,19 j/Liter) und der noch wenig verbreiteten Biogasproduktion (wenig staatliche Zuschüsse). Dabei ist, im Gegensatz zu Deutschland, eine Konzentration von wenigen Wirtschaftsrassen zu sehen. Diese sind in der Reihenfolge ihrer Anzahl: Charolais, Aberdeen Angus, Simmental, Limousin; ferner Piemonteser, Blonde d’Aquitaine und Hereford. Die Extensivrassen sind weit weniger vertreten als in Deutschland. So führt auch der Tschechische Fleischrindzuchtverband nur die Hauptrassen im Herdbuch.

Roter Angus, Sieger bei den Altbullen

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Dementsprechend fanden auch nur Richtwettbewerbe im Bereich Intensiv und Mittelintensiv statt. Internationale und tschechische Preisrichter richteten jeweils maximal zwei Rassen. Außergewöhnlich war der Ablauf der Schau: Nachdem ein oder zwei Rasseblöcke gerichtet waren, folgte eine einstündige Pause bis zur nächsten Rasse. Die Zuschauerränge waren bei den Wettbewerben stets gut gefüllt.

Aberdeen Angus In Tschechien wird das Aberdeen Angus Rind in den zwei Farbschlägen gezüchtet. Die Blutlinienführung ist amerikanisch-kanadisch. Dementsprechend waren die Tiere im Rahmen mittel bis extrem groß.

Auch im Bereich Bemuskelung und Typ waren große Unterschiede zu erkennen. Der Vorzug wird einem im oberen mittleren Rahmen befindlichen und gut bemuskelten Angustyp gegeben. Der schwarze Farbschlag dominiert, wobei rote Tiere zunehmend gefragt sind (vor allem in der Gebrauchskreuzung). Als Sieger bei den Jungrindern konnte sich jedoch eine schwarze Färse (V. Woodhill Triple Threat) mit hervorragendem Typ und ansprechendem Rahmen durchsetzen. Etwas mehr Bemuskelung wäre sicher wünschenswert gewesen, jedoch war der erste Platz des Tieres absolut gerechtfertigt. Bei den Altbullen waren die Typunterschiede offensichtlich. Der tschechische Preisrichter stellte jedoch einen roten Bullen (V. Red Strykker),

Angus, verdiente Siegerfärse

der typmäßig auch deutschen Gesichtspunkten entspricht, nach vorn. Im Merkmal Bemuskelung, ebenso im Gangwerk, konnte das Tier sehr überzeugen.

Charolais Die tschechische Charolaiszucht ist hochentwickelt und stark von französischer Genetik geprägt. Das spiegelt sich im Typ als auch in der Fleischleistung wider. Allerdings hat auch hier der Trend zur genetischen Hornlosigkeit Einzug gehalten. Allerdings wird scheinbar stärker als in Deutschland auf Charolais-typische Merkmale geachtet. In der Gesamtheit waren eher mittelrahmige, sehr fleischige Tiere zu sehen. Eine Ausnahme machte hier die Siegerkuh(V. Magique): Extrem groß und enorm bemuskelt stellte sie ihre Konkurrenz in den Schatten. Allerdings muss zu ihr gesagt werden, dass alle anderen Kühe Kälber bei Fuß führten, das Siegertier nicht. So war die Entscheidung des französischen Richters doch diskussionswürdig, wenn auch rein optisch gesehen nachvollziehbar.


beiden Cashos gefallen. Insgesamt verbuchte ein hervorragender zweijähriger Bulle den Gesamtsieg für sich. Mittelrahmig, enorm lang, sehr gut bemuskelt und genetisch hornlos: Bonus P (V. Junior, MV. Grenadier P). Dieser Bulle wurde von der Teststation Cunkov in Frankreich erworben und soll zur Spermaproduktion aufgestallt werden.

Simmental (Fleischfleckvieh)

Siegerkuh bei den Charolais

Limousin Dass die Limousin-Rinder auch in Tschechien im Trend liegen, zeigte die zahlenmäßige Präsenz. Sie stellten den stärksten Rasseblock bei den Fleischrindern, wenn auch mit zum Teil sehr unterschiedlichen Qualitäten. Kein leichtes Unterfangen für den Richter Michael Klemm aus Hartmannsdorf. Interessanterweise konnten sich zwei hornlose Färsen, beides Töchter des MASTERRIND Besamungsbullen Casho P, im Wettbewerb sehr gut schlagen. Insbesondere in Sachen Bemuskelung, aber durchaus auch im Typ, konnten die

Bonus P, Sieger bei den Limousin

Stark dänisch betont ist die aktuelle Simmentalzucht im Lande. Dementsprechend kam auch der Preisrichter aus Dänemark, Herr Hansen vom dänischen Simmentalverband. Auch in unseren Breiten ist er kein Unbekannter. Etwas unterbesetzt präsentierte sich die Gruppe der Fleckviehkühe. Im Durchschnitt waren sie recht rahmig, allerdings weniger gut bemuskelt. Dass sie sehr milchreich waren, zeigten die Euterentwicklung und auch die Kälber. Stark vertreten war die Richtgruppe der Jungbullen. Die Abstammungen waren insbesondere Atlantis und United. Siegerbulle wurde ein 14 Monate junger Bulle (V. Lykke Brumme VV. Lamhoy Supery), der mit sehr ansprechender Bemuskelung und gutem, nicht zu extremen Rahmen überzeugte. Im Skelett schien er etwas grob.

Sieger der Simmental-Jungbullen

Der Bulle wird demnächst in den Besamungseinsatz gehen. Ebenso wie bei uns, sieht man auf Viehschauen so gut wie keine Hornträger bei den Simmentals mehr. Der Zuchtfortschritt wurde augenscheinlich, wenn man die älteren Tiere mit den jüngeren verglich.

Piemonteser Zum Schluss zeigte sich noch eine, zumindest für deutsche Verhältnisse, Rarität: Piemonteser Rinder. Die Rasse hat im Gegensatz zu Deutschland in Tschechien eine gewisse Bedeutung erlangt. In der Gebrauchszucht werden Piemonteser-Bullen recht gerne eingesetzt. Warum, war im Richtring zu sehen: stark bemuskelt, trocken im Fundament und sehr attraktiv zeigten sich Jungrinder und Jungbullen.

Außerdem beeindruckten alle mit einer ruhigen und disziplinierten Ringpräsentation. Sicherlich wird die Rasse durch den sehr engagierten Auftritt der Piemonteser-Züchter in Brno weiteren Auftrieb erhalten. In ihrer Gesamtheit stellte die Nationalschau der Fleischrinder auf der Messe in Brno einen Blickfang für das Publikum dar. Die Qualität der Tiere konnte sich sehen lassen. Ebenso verdienen die Mitarbeiter der Fleischrinderabteilung der Firma Genoservis, welche für die Gesamtorganisation verantwortlich war, ein großes Lob. Mit einem mit Pausen durchzogenen Schauprogramm wurden auch „Nichtfachbesucher“ nicht überfordert und immer wieder auf die Tribüne zurückgelockt. Carsten Oeser

Piemonteser-Jungbullen im Ring

43


Züchterreise nach Irland

FLEISCHRINDER

Interessante Einblicke Ein „Volvo“ unter den Limousins

Die niedersächsischen Limousinzüchter führten Ende Juni eine von der MASTERRIND organisierte sechstägige Irland-Exkursion durch. Als Reiseleiter hatte man den gebürtigen Dittmarscher Heinz Eggert, der inzwischen fast 25 Jahre in Irland lebt, gewonnen. Der erste Betriebsbesuch führte uns zu Andre Moloney, der eine ca. 180-köpfige Mutterkuhherde hält. Hier liegt der Schwerpunkt bei der Absetzerproduktion und der Bullenmast. In der zu 60 % auf Frühjahrskalbung ausgerichteten Herde werden auf der Mutterseite vorwiegend Kreuzungstiere (Limousin x Schwarzbunt) eingesetzt, um die höhere Milchleistung nutzen zu können. Dann sahen wir den Gemischtbetrieb von Norman Stanley, Edenderry, der Schwarzbunt- und Limousinzucht betreibt. Stanley besamt grundsätzlich, setzt aber nach ca. drei Monaten zur Sicherheit einen Deckbullen ein. Abends wurde der von Heinz Eggert betreute und bestens organisierte Mutterkuhhaltungsbetrieb besichtigt. Seine Limou-

Richtgruppe auf der Schau in Athlone

44

sin-Herde präsentierte sich in Top-Form beim Sonnenuntergang. Er berichtete über Prämien von ehemals 80, heute 40 Euro je Tier, die irische Landwirte bekommen, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen: • Enthornung der Kälber bis zum 14. Lebenstag • Zufütterung vier Wochen vor dem Absetzen • Absetzen nur in kleinen Gruppen und die Mütter in kleinen Stückzahlen aus der Herde nehmen • Verkauf erst drei Wochen nach dem Absetzen Eine Augenweide für alle Besucher war der Betrieb von Dan Tynan, Portlaoise, mit seinen 140 Mutterkühen und insgesamt 600 Herdbuchtieren der Rasse Limousin. Betriebsleiter Kevin Bohan zeigte uns die aktuellen Deck- und Schaubullen Vision, Volvo und Tistou. Die ersten Abkalbungen erfolgen bei ihm mit

drei Jahren. Auch hier werden alle Tiere besamt, dann kommt der Bulle in die Herde. So wird die Kalbezeit kurz gehalten. Rund 35 Tiere werden für den Embryotransfer genutzt. Ein sehr großer Anteil der weiblichen Nachkommen wird auf eigenen Hofauktionen vermarktet. 70 % der Bullen werden Ab-Hof verkauft, der Rest über eine Auktion. Die Tiere überzeugten mit enormem Kaliber, Größe und Rassetyp. Ein exzellentes Bild machte auch der Limousin-Herdbuchbetrieb von Roger Mc Carrick. Er zeigte uns die höchste Indexkuh aus Irland, die auf seinem Betrieb steht. Die Herde präsentierte sich mit viel Rassetyp und Länge. Eingesetzt werden vorrangig sehr fleischbetonte Bullen. Zwischendurch gelang es, einige Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen sowie typische irische Gewohnheiten, wie das Wetten auf Windhunde, live zu erleben.

So zählte beispielsweise der Besuch eines sehr alten historischen Gartens, die Besichtigung des irischen National-Gestüts und des wunderschönen japanischen Gartens in Kildare zu den Höhepunkten unserer sehr abwechslungsreichen Tour. Eine interessante Bustour führte durch die beeindruckenden Wicklower Mountains zur alten Klosterruine Glendalough, die zum Innehalten einlud und mit dem Rundturm, alten Mauerwerken, Hochkreuzen und zwei idyllischen Seen begeisterte. Besucht wurde auch die Landwirtschaftsausstellung in Athlone. Insbesondere interessierte dabei natürlich das Richtgeschehen bei den Fleischrindern: BlauWeiß-Belgier, Limousin, Charolais, Fleckvieh, Angus, Salers und sogenannte Commercials beeindruckten durch Größe und zum Teil enorme Bemuskelung. Ein irischer Abend mit Livemusik bildete den zünftigen Abschluss einer äußerst harmonischen und gelungenen Züchterreise, die noch lange äußerst positiv in Erinnerung bleiben wird. Johannes Röttger und Timo Heimsoth

Limousin Top-Kuh mit höchstem irischen Index


Verdener Absetzermarkt mit flottem Saisonstart

Topqualitäten mit deutlichen Preisaufschlägen Die mit Spannung erwartete Auftaktauktion für Qualitätsmastvieh Ende August in Verden brachte den erhofften flotten Saisonstart. Alle 400 aufgetriebenen Tiere konnten bei einem insgesamt flotten Marktverlauf verkauft werden. Die Nachfrage bei den männlichen Absetzern war deutlich größer als das Angebot und die Preise knüpften nahtlos an das relativ hohe Niveau im Mai an. Für Spitzenqualitäten waren äußerst interessante Preise zu erzielen, so dass sich aus Verkäufersicht auch für die nächsten Auktionen durchaus positive Markttendenzen abzeichnen. Insbesondere Absetzer im Gewichtsbereich zwischen 250 kg und 300 kg waren stark nachgefragt. Während bei den männlichen Tieren der Exportmarkt eine eher geringe Bedeutung hat, zeigte sich bei den weiblichen Absetzern erneut die Willigkeit der Kunden aus Italien und Spanien. Ohne Exporte würden sicherlich die Durchschnittspreise

fallen und die gesamte Absatzsituation unter Druck geraten. Um so wichtiger ist daher die rechtzeitige und korrekte Durchführung der Blauzungenimpfungen! Erst 60 Tage nach der zweiten Impfung sind die Tiere direkt exportfähig, wobei auf die ordnungsgemäßen Impfabstände zu achten ist! Wiederholungsimpfungen bei älteren Tieren müssen spätestens 365 Tage nach der Grundimmunisierung durchgeführt werden, um den Impfschutz aufrecht zu erhalten. Die Relation zwischen Angebot und Nachfrage war bei den weiblichen Tieren eher ausgeglichen. Qualitativ hochwertige Ab-

26. August 2009 in Verden

Männliche Absetzer: Kilopreise nach Gewichtsklassen (netto ohne MwSt) Charolais Charolais-Kreuzung Limousin Limousin-Kreuzung Ø-Preis alle Rassen

200 – 250 kg

250 – 300 kg

300 – 350 kg

350 – 400 kg

2,58 2,67 2,67 2,45 2,57

2,65 2,46 2,60 2,37 2,48

2,49 2,23 2,59 2,33 2,23

2,37 2,05 2,52 2,21 2,20

Weibliche Absetzer: Stückpreise nach Gewichtsklassen (netto ohne MwSt) Rasse

Charolais Charolais-Kreuzung Limousin Limousin-Kreuzung Ø-Preis alle Rassen

setzer mit altersgemäßer Entwicklung, guter Bemuskelung und passender Genetik finden einen problemlosen Absatz, während abfallende Qualitäten immer schwieriger am Markt zu platzieren sind. In den Monaten September bis Dezember finden in kurzfristigen Abständen sechs Absetzerauktionen in der Verdener Niedersachsenhalle statt. Anmeldungen dazu sind jeder-

zeit möglich und am besten direkt an die Fleischrinderabteilung der MASTERRIND GmbH zu richten: (Tel.: 04231/679-125 oder 679-128, per Fax 04231/679-288, E-Mail fleischrinder@masterrind.com). Neue Beschicker und Kunden sind gleichermaßen herzlich willkommen ! 䡵

Johannes Röttger

BVD-Verordnung

Auktionsergebnisse Rasse

Charolais und Limousin, die dominierenden Rassen auf den Verdener Absetzerauktionen

200 – 250 kg

250 – 300 kg

300 – 350 kg

350 – 400 kg

399,425,466,480,443,-

514,473,535,499,509,-

551,524,573,524,544,-

604,640,684,580,615,-

Am 1. Januar 2011 tritt die BVDVerordnung in Kraft. Dann dürfen nur noch auf BVD-antigen negativ getestete Tiere in den Verkehr gebracht werden. Für neugeborene Kälber ist die Probenahme über eine Gewebeprobe, die mit Einziehen der VVVO-Ohrmarke gewonnen wird, geplant. Herden, in denen alle Tiere bereits BVD-unverdächtig untersucht sind und in denen dann ab 1. Januar 2011 alle Kälber untersucht werden, können sehr schnell den Status „unverdächtiger Bestand“ erlangen. (Das sind z. B. Betriebe im freiwilligen nieders. Bekämpfungsver-

fahren). Wir raten deswegen allen Betrieben, die in der nächsten Stallperiode ohnehin Bestandsuntersuchungen über Blutproben vornehmen lassen, auch auf BVD-antigen zu untersuchen. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Veterinäramt, ob hierzu noch der Beitritt zum freiwilligen Bekämpfungsverfahren nötig ist, oder ob Ihre Untersuchungsdaten anderweitig komplett dokumentiert sind. Nicht vergessen: Die einmalig negative Untersuchung auf BVD-antigen gilt lebenslang. Eine Infektion von Kälbern erfolgt im Mutterleib durch BVD-antigen positive Tiere! 䡵 45


Zuchtrinder-Exporte nach Nordafrika

VERMARKTUNG

Die letzten Wochen und Monate waren sowohl für die Verkäufer als auch für die MASTERRIND als Vermarktungsorganisation eher unbefriedigend. Im Exportgeschäft kam die jahreszeitlich bedingte Sommerpause zum Tragen und so konnten nur verhalten Exportankäufe durchgeführt werden. Jetzt zeichnet sich aber eine Trendwende ab. reisen. Sie werden nach wie vor aus Spanien, Italien und Portugal stark nachgefragt. Ähnliches gilt für abgekalbte Färsen, hier ist das Interesse der Mittelmeerstaaten ungebrochen und die Vermarktungsmöglichkeiten sind als durchweg positiv zu bezeichnen. Es ist davon auszugehen, dass in naher Zukunft neben Kunden aus der Ukraine einige weitere Länder ihr Interesse für Holstein-Friesian-Rinder aus Sachsen und Niedersachsen bekunden und aktiv werden. Ein weiterer Entscheidungsfaktor wird sicherlich auch sein, wie sich die Blauzungen-Krankheit im Spätsommer in unserer Region entwickeln wird. Aktuell sind glücklicherweise noch keine neuen Infektionen zu verzeichnen.

Zwar bleibt die Inlandsnachfrage aufgrund des anhaltend schwachen Milchpreises aus, es liegen jedoch wieder Kaufaufträge aus Nordafrika und Südeuropa vor. Die reisefreie Zeit geht also zuende.

Export Ab Mitte September – nach Beendigung des Ramadan in Nordafrika – liefern wieder erste Schiffe Rinder nach Algerien und Marokko. Das Viehaufkommen innerhalb des Zuchtgebietes ist derzeit noch sehr hoch, so dass die Interessenten folglich sehr gute Selektionsmöglichkeiten haben und diese selbstverständlich auch nutzen. Vorrangiges Kriterium ist bei den Kunden der Maghreb-Staaten das Gewicht der einzelnen Färse, Rinder ab vier Monaten Trächtigkeit mit mindestens 500 kg und korrekten Fundamenten können hier in den nächsten Wochen exportiert werden. Färsen, die in ihrer Trächtigkeit bereits weiter fortgeschritten sind und ein Gewicht von mindestens 600 kg vorweisen, dürfen Richtung Südeuropa

Auktion Aufgrund der ruhigen Inlandsnachfrage wurden von den letzten Auktionen mehr als 50 Prozent der angebotenen Färsen exportiert. Langjährige Kundenbeziehungen der MASTERRIND nach Italien, Spanien und Portugal kommen der Vermarktung

Preise der Auktionsfärsen

1750 N 1550

N

1350 1150

N N

N

N

N N

N N N

N N

2007

N

2008 2009

N N N

N N

N N N N

N N

N

46

Euro / Tier 650

N

Ab-Hof Die Inlandsnachfrage nach abgekalbten Färsen ist aufgrund der schwachen Milchpreise als sehr ruhig zu bezeichnen. Potentielle Aufträge entstehen dann, wenn aus Sicht des Käufers Qualität und Preis zur aktuellen Milchmarktsituation passen. Wachstumsbetriebe sollten die aktuelle Situation in jedem Fall nutzen, um ihre bevorstehende Erweiterung bei den jetzigen Färsenpreisen zu tätigen. Auch tragende Rinder, die aufgrund der Pause in den letzten zwei Monaten für den Export nicht mehr vermarktet werden konnten, sollten hier in Betracht gezogen werden. Die Nachfrage nach kompletten Herden ist nach wie vor groß; speziell Laufstallherden mit passendem

N

N

600

N

500 450 N 400

N

350 300

Feb. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Zuschlagspreise in Verden ohne MwSt.

Nov. Dez.

Jan.

N

N

550 N

950 Jan.

nachhaltig. Positives Feedback der Käufer und Zuschauer wird schnell publik und sorgt automatisch für ein gesteigertes Interesse bei folgenden Auktionen.

zugute und machen sich im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt. Voraussetzungen zur rentablen Auktionsvermarktung sind passende, d. h. überdurchschnittliche Tierqualitäten. Frisch abgekalbte Färsen mit einer Einsatzleistung von mindestens 30 Litern, bei korrekten Fundamenten und gut platzierten Eutern, sind in diesem Vermarktungszweig absolut richtig. Mindere Qualitäten haben es in der aktuellen Situation noch schwerer und können nur zu Tiefpreisen die Auktionshallen verlassen. Die Inlandsnachfrage wird mit einem hoffentlich steigenden Milchpreis in naher Zukunft wieder anziehen und die heimischen Landwirte zur möglichen Bestandserweiterung oder aber auch zur Remontierung der eigenen Herde motivieren. Eine sehr gute Verkaufskollektion, wie zuletzt auf der Auktion in Bremervörde gesehen, beeinflusst den einzelnen Auktionsstandort

Preise der weiblichen Zuchtkälber

Euro / Tier 2150 1950

Die Bremervörder Abend-Auktion war bestens besucht und ein voller Erfolg

N N N

2007 2008 2009

N

N

N

N

N N

N N

N

N N

N N

N

N N

N

N

Feb. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Zuschlagspreise in Verden ohne MwSt.

Nov. Dez.


Fester Bereich im Tiervertrieb

laufen wieder an BHV1-Status, die im Zellgehalt sowie in den Fundamenten überdurchschnittlich sind, können zu sehr interessanten Preisen vermarktet werden. Kälber und Jungvieh sind aufgrund der ruhigen Exportvermarktung in den letzten zwei bis drei Monaten derzeit weniger rege nachgefragt; allerdings wird hier in naher Zukunft bei zunehmenden Exportgeschäften wieder mit einer erhöhten Nachfrage gerechnet.

Ausblick Die Aussicht für die nächsten Wochen und Monate ist durchaus positiv und stimmt zuversichtlich. Aktuell können gerade für den Export im tragenden und abgekalbten Bereich größere Stückzahlen angekauft werden. Unser Tipp: Zögern Sie nicht und melden Tiere, die im April oder Mai erfolgreich belegt wurden, unverzüglich an. 䡵

Bremervörder Abend-Auktion

Ein voller Erfolg! Das Bremervörder Auktionsteam startete im August in die neue Vermarktungssaison. Unter dem Motto SommerabendAuktion kam es zu einem wahrlichen Besucheransturm. Um 19 Uhr war es so weit, die Auktionshalle war gut gefüllt und das recht überschaubare Kontingent zu vermarktender Rrinder zog in den Ring, um durch Michael Hellwinkels Schlag mit dem Auktionshammer ein neues Heim zu finden. Die 36 ausschließlich abgekalbten Färsen konnten hinsichtlich ihrer Qualität und Einsatzleistung absolut überzeugen, so kam es zu einem schnellen Verkauf zu durchaus interessanten Preisen. Neben den vielen regionalen Interessenten waren zusätzlich auch Kunden aus dem Süden der Republik sowie Spanien und Italien angereist und bekundeten reges Interesse. Das Angebot erwies sich letztlich als viel zu gering, es hätten weitaus mehr Tiere vermarktet werden können. Es bleibt die Hoffnung, dass die Tierzahlen auf den nächsten Auktionen wieder ansteigen. Mit beachtlichen 1.312 Euro im Durchschnitt wurde für

die Verkäufer ein enormer Preis im Hinblick auf die momentanen Milchmarktpreise erzielt. Es erwies sich wieder einmal, dass sich eine gute Zuchtarbeit mit bedachter Anpaarung auf Dauer auszahlt. Mit 1.850 Euro erzielte die Optimal-Tochter Erna aus der Zuchtstätte Hinrich Wuelpern, Sandbostel, den Tageshöchstpreis, sie wird neben vier weiteren Färsen künftig in Italien Dienst tun. Dicht auf den Fersen waren Erna mit einem Erlös von 1.800 Euro die Leif-Tochter Ina aus der Zuchtstätte Guenther Ahrens, Sandbostel, sowie die Talent 2-Tochter Maren von Diedrich Koppelmann, Burweg. Nach Auktionsende konnte man durchweg in vergnügte Gesichter blicken. Nicht nur die Verkäufer zeigten sich mit den erzielten Erlösen zufrieden, auch die aus Interesse angereisten Berufskollegen nutzten beim Freibier die Zeit zu Fachgesprächen. Eine gelungene Veranstaltung, die sicherlich auch 2010 eine Wiederholung finden wird, wenn es wieder heißt: Sommerabend-Auktion in Bremervörde. Christiane Soller

Bullenkälber & Schlachtvieh Ob Holstein-Friesian oder Fleischrind, die MASTERRIND GmbH Rinderzucht und Vermarktung ist der richtige Partner für den Verkauf Ihrer Tiere. Zuverlässige Vertriebsnetze im Inund Ausland sorgen für einen ganzjährigen Absatz Ihrer Zuchterzeugnisse. Auch die Vermarktung von Bullenkälbern und Schlachtvieh gehört seit vielen Jahren zum Leistungsspektrum Ihres Zuchtverbandes. Der direkte und enge Kontakt zu unseren Zuchtbetrieben und die Bündelung des Angebotes über das moderne Nutzviehzentrum in Verden sind die Grundlage einer effizienten Logistik, die von festen Abnehmern geschätzt wird. Verlassen Sie sich auf die Pünktlichkeit unseres Services bei gleichzeitiger Flexibilität. Eine kontinuierliche Abholung der Tiere von Ihrem Betrieb, einmal wöchentlich zur vereinbarten Zeit, erlaubt die Optimierung in-

nerbetrieblicher Arbeitsabläufe, wie beispielsweise die Reinigung der Kälberiglus. Melden Sie Ihre Tiere bis Montagmittag an, wir holen sie bereits am Morgen des Folgetages ab. Die Preisbildung erfolgt wöchentlich transparent und qualitätsbezogen. Auf diese Weise können wir Höchstpreise an unsere Züchter weitergeben. Eine schnelle Auszahlung der Erlöse sichern wir Ihnen zu. Sprechen Sie uns bitte auch an, wenn Sie am Zukauf hochwertiger Kälber für die Bullenmast interessiert sind. Wir freuen uns auf Ihren Anruf! Sie erreichen die Abteilung Bullenkälber/Schlachtvieh unter Telefon 04231/679-129, per Fax -233 oder per E-Mail nutzkaelber@masterrind.com. 䡵

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Eine langjährige Betrachtung

Sterilität und Euterstörungen Haupta

MANAGEMENT

Hauptabgangsursachen bei Milchkühen sind nach wie vor Sterilitätsprobleme und Euterstörungen. Diesem Problemkreis sollte erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Eine Langzeituntersuchung unterstreicht dies deutlich. Für die Auswertung standen insgesamt rund 16,9 Mio. Fälle zur Verfügung. Die Aufzeichnungen erfolgten durch Milchkontrolleure routinemäßig anlässlich der monatlich durchgeführten Milchkontrollen. Ausgewertet wurden die Angaben, die in den jährlichen Leistungsbüchern für die Tierzucht im Gebiet der ehemaligen Landwirtschaftskammer Hannover festgehalten waren. Hiernach verließen mehr als 5,4 Mio. Tiere vorzeitig den Betrieb.

Durchschnittliches Lebensalter nahm ab Das Lebensalter der Kühe ist beispielhaft in Tabelle 1 angegeben. Hiernach gingen Kühe bereits zwischen 1949 und 1959 immer jünger ab. Bis 2007 nahm das Lebensalter kontinuierlich ab und betrug nur noch durchschnittlich 4,8 Jahre. Die mittleren Bestandsgrößen sind von 7,5 Tieren auf 53,6 Kühe je Betrieb gestiegen. Der Herdbuchanteil nahm um 50 % von

Tabelle 1: Alter der Kühe < 5 Jahre

5,1 – 10 Jahre

10,1 – 15 Jahre

> 15 Jahre

35,0 % 56,4 % Ø 4,8 Jahre

50,2 % 38,6 %

13,7 % 4,9 %

0,6 % 0,2 %

Jahr

1949 1958 2007

Tabelle 2: Leistungen Jahr

Milch kg

Fett %

Fett kg

1949 1958 2007

3.336 4.292 8.508

3,32 3,70 4,14

111 161 352

37,3 % auf 87,4 % zu. Der Anteil der geprüften Kühe stieg von 73,5 % auf 87,7 %. Die Zahl der Milchbetriebe ist von 1959 bis 2007 von 52.081 auf 11.478 geschrumpft und verringert sich in der letzten Zeit jährlich um 3 – 4 %. Die Gesamtkuhzahl steigt pro Jahr um ca. 1 – 1,5 %. Die Leistungen der Tiere sind in der Tabelle 2 wiedergegeben. Hiernach stieg sie von 1949 – 1958 um ca. 1.000 kg und hat sich bis 2007 nahezu verdoppelt. Der Fettgehalt ist ebenfalls angestiegen und der Fettertrag in kg hat sich mehr als verdoppelt (von 161 kg auf 352 kg). Die Abgangsursachen sind in Tabelle 3 dargestellt. Die Daten wurden in 10-Jahresabschnitten (Dekaden) zusammengefasst, wovon die erste Dekade (1958 – 1967), die dritte (1978 – 1987) und die letzte (1998 – 2007) sowie die Gesamtsumme wiedergegeben sind. Die Tabelle 3 zeigt, dass die so genannten „guten“ Abgänge wegen Alters und zur Zucht gegenläufig verlaufen sind. Da das Durchschnittsalter der Kühe immer weiter sank, nahmen die Abgänge aus diesem Grunde natürlicherweise ab, von 5,02 % auf 1,65 %. Zur Zucht wurden immer mehr Tiere in andere Betrie-

be verkauft. Dieser Anteil stieg von 10,7 % auf 17,3 %.

Ausmerzung wegen schlechter Leistung rückläufig Wegen schlechter Milchleistung gingen immer weniger Tiere ab: von fast 19 % auf 3,55 %. Hier hat sich die züchterische Selektion bemerkbar gemacht. Abgänge infolge von Infektionskrankheiten sind relativ konstant geblieben und liegen im 50-jährigen Durchschnitt bei 5,16 %. Schlechte Melkbarkeit ist von der zweiten Dekade (1968 – 1977) mit 1,87 % bis zur letzten Dekade mit 1,99 % relativ konstant geblieben und belief sich im langjährigen Mittel auf 1,90 %. Abgänge wegen Klauenund Gliedmaßenerkrankungen sind von der dritten Dekade (1978 – 1987) von 4,44 % auf 8,84 % gestiegen und haben sich damit in den letzten 30 Jahren verdoppelt. Unter sonstige Erkrankungen sind alle Einzelerkrankungen wie Stoffwechselstörungen, Verletzungen, wie z. B. Beinbrüche sowie Vergiftungen, Blitzschlag u. a. mit zusammengefasst. Dieser Anteil schwankt zwischen 20 und 25 % und betrug im Mittel 22,54 %.

Tabelle 3: Abgangsursachen ganzjährig milchleistungsgeprüfter Kühe von 1958 - 2007 im Bereich der LWK Hannover (aufgeteilt in fünf Zehnjahres-Abschnitte, von denen der 1., der 3. und der 5. sowie die Gesamtsumme aufgeführt sind) Jahre

1958 - 1967 1978 - 1987 1998 - 2007 1958 - 2007 Gesamt Statistische Berechnung

Abgänge n

784 987 (22,45 %) 1 206 662 (33,60 %) 1 226 324 (38,38 %) 5 431 541 (32,04 %)

n. s. = nicht signifikant 48

Alter

%

Zucht

%

geringe Leistung

%

Sterilität

%

Infektionskrankheiten

%

Euterprobleme

39 406

5,02

84 200

10,70

147 062

18,81

260 690

33,33

7,68

73 278

6,06

133 159

11,02

364 554

30,10

5,00 2,39 3,92

36 748

92 812

Tb 41 173 Bruc. 18 983 47 433

105 317

20 224

1,65

212 425

17,30

43 558

3,55

285 218

23,25

88 239

7,22

214 487

267 988

4,93

599 811

11,04

535 476

9,85

1 546 215

28,45

277 975

5,16

577 542

n. s.

n. s.

p<0,05 = statistisch schwach gesichert

< 0,01

< 0,01

p<0,01 = statistisch gesichert

n. s.

< 0,01

p<0,001 = statistisch hoch gesichert


bgangsursachen bei Milchkühen Auch Stoffwechselstörungen können die Fruchtbarkeit beeinflussen. In den Jahren 1968 – 1977 waren hierfür 2,02 % angegeben. In den folgenden Dekaden sind Stoffwechselstörungen bei den sonstigen Erkrankungen mit erfasst worden. Nach eigener Erfahrung des Autors machen sie den größten Anteil (ca. 80 %) der sonstigen Erkrankungen aus, mehr als andere Einzelerkrankungen wie Vergiftungen, Beinbruch, Blitzschlag usw.. Euterprobleme (Entzündungen, Störungen sowie Quetschungen) sind statistisch gesicherte Abgangsursachen. Hierbei spielen aber auch mangelhafte Melkanlagen eine wichtige Rolle. Diese regelmäßig zu überprüfen ist eine wichtige Maßnahme, den durch sie bedingten Anteil der Abgänge zu verringern. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass zur Verringerung der Abgänge der Kühe in Milchbetrieben insbesondere die Fruchtbarkeit und Euterprobleme erhöhte Aufmerksamkeit erfordert, um die Milchkuhhaltung auch in Zukunft rentabel zu gestalten.

Euterprobleme, Entzündungen und Störungen sowie Zitzenkuppenverletzungen (Quetschungen) stellen nach wie vor eine der Hauptabgangsursachen dar. Der Anteil hat sich in den 50 Jahren fast vervierfacht, von 4,68 % auf 17,48 %. Die Sterilität als Abgangsursache ist in dem ausgewerteten Zeitraum um rund 10 % gesunken (von 33,33 % auf 23,25 %), ist aber in all den 50 Jahren auch jährlich immer die Hauptabgangsursache gewesen.

Ergebnis-Diskussion Unfruchtbarkeit ist seit 50 Jahren die Hauptabgangsursache von Milchkühen. Sicherlich hat die intensive Forschung und Lehre bei Studenten der Tiermedizin und Landwirtschaft zu einer kleinen Verbesserung beigetragen. Dennoch ist sie die Abgangsursache, die von den meisten Faktoren beeinflusst wird. Fütterung, Haltung, genetische Anlage, Tierbeobachtung sind wichtige Komponenten. Aber auch die verantwortlichen Organe, wie Drüsen im Gehirn, Nebennieren und Eierstöcke sowie Gebärmutter u. a. können den physiologischen Ablauf entscheidend stören.

%

4,68

Melkbarkeit

%

Erst ab 1968 erfasst

Prof. Dr. Horst Frerking, Hannover

Klauen u. Gliedmaßen

%

Erst ab 1968 erfasst

Sonstige Erkrank.

%

156 725

20,00

8,72

34 984

2,89

53 720

4,44

301 405

24,95

17,48

24 446

1,99

108 428

8,84

229 299

18,69

10,63

102 548

1,90

298 457

5,49

1 225 529

22,54

n. s.

n. s.

n. s.

49


Prostaglandinbehandlung zur Zyklusinduktion

Erfolg erfordert Aufmerksamkeit

MANAGEMENT

Vor dieser Situation hat schon jeder Tierhalter und auch Tierarzt gestanden: Im Rahmen einer gynäkologischen Behandlung, sei es eine Einzeltierbehandlung oder im Rahmen regelmäßig durchgeführter Bestandsbetreuung und Behandlung mehrerer Tiere gleichzeitig, werden den Tieren Prostaglandin oder Prostaglandinanaloga zur Einleitung der Brunst verabreicht – und nichts passiert. Die Tiere kommen (scheinbar) nicht in Brunst, und man hat den Eindruck, als sei die Behandlung vergebens gewesen. Folgebehandlungen sind notwendig – und irgendwann tritt endlich eine neue Brunst auf. Im folgenden Beitrag werden einige Gründe für den Misserfolg einer Prostaglandinbehandlung im Rahmen der Zykluseinleitung dargestellt und Maßnahmen zur Verbesserung des Behandlungserfolges gegeben.

Physiologische Grundlagen Nach Eintritt der Geschlechtsreife laufen an den Ovarien der Tiere regelmäßig sich im 21 ± 2 Tage-Rhythmus wiederholende Zyklen ab, die nur von einer Trächtigkeit unterbrochen werden. Hat keine Besamung stattgefunden, beginnt um den 15. Zyklustag der Abbau des Gelbkörpers (Corpus luteum) durch das zu dieser Zeit von der Gebärmutterschleimhaut gebildete Prostaglandin (PGF-2-). Dieser Vorgang ist um den 18. Zyklustag abgeschlossen. Zur selben Zeit kommt es durch den Einfluss des follikelstimulierenden Hormones (FSH) bereits zu einem beschleunigten Wachstum mehrerer Follikel, aus denen sich ein sog. dominanter Follikel heraus entwickelt. Er produziert die Brunsthormone (Östrogene). 50

Das Tier kommt in Brunst und zeigt mehr oder weniger deutliche äußere Brunsterscheinungen. Durch den Einfluss des luteinisierenden Hormones (LH) reift diese Eiblase zur Endausreifung und ovuliert (Follikelsprung). Hiermit ist das Stadium der äußeren und auch inneren Brunst abgeschlossen. Das Tier beruhigt sich wieder. Die nach dem Follikelsprung zurückbleibende Höhle/Vertiefung füllt sich mit Blut, und in den darauffolgenden fünf Tagen kommt es zur Anbildung des Gelbkörpers, der das Hormon Progesteron (Gelbkörper-/Trächtigkeitshormon) bildet. Durch die jetzt bestehende Progesterondominanz wird die Freisetzung der die Eiblasenbildung und -reifung auslösenden Hormone soweit unterdrückt, dass, obwohl Follikel heranreifen und auch eine gewisse Menge Brunsthormone

1

produzieren, diese nicht ovulieren können. Die Tiere können aber sehr wohl zu dieser Zeit Brunstzeichen zeigen. Eine zu dieser Zeit durchgeführte Besamung/Bedeckung ist deshalb nicht sinnvoll. Erst wenn der oben beschriebene Gelbkörperabbau erneut eingeleitet wird, kann ein neuer Zyklus beginnen und eine weitere Brunst eintreten. Aus dem Beschriebenen ergibt sich, dass ein Gelbkörper nur zu einer bestimmten Zeit während des Sexualzyklus aktiv ist. Diese kann auf ein Intervall von Tag 5 - 6 bis Tag 15 - 17 nach einer Brunst festgelegt werden.

Einsatz von Prostaglandinen Für die Steuerung der Sexualfunktion hat das Prostaglandin F-2- eine ganz wichtige Funktion. Wenn keine Befruchtung stattgefunden hat oder die Embryonen vor Ablauf der typischen Lebensdauer des Gelbkörpers bereits abgestorben sind, wird in der Gebärmutterschleimhaut bei noch bestehender Progesterondominanz das Prostaglandin F-2- gebildet und auf kürzestem Weg zum Eierstock transportiert. Hier führt es zur Rückbildung des Gelbkörpers

2

(Luteolyse) und somit zum Einstellen der Progesteronproduktion. Der Progesteronspiegel im Blut sinkt ab und die an der Follikelbildung und -Reifung beteiligten Hormone (siehe oben) können zur Wirkung kommen. Eine Wirkung auf die Eierstockfunktion kann nur bei aktiver Gelbkörperfunktion (Sekretion von Progesteron) eintreten. Diese ist unter normalen Bedingungen vom Tag 5 - 6 bis Tag 15 - 17 nach einer Brunst gegeben. Außerhalb dieser Zeit ist das Ovar für Prostaglandin nicht ansprechbar. Neben der luteolytischen Wirkung haben die in der Therapie eingesetzten Prostaglandine auch noch Einfluss auf die Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur, was man sich im Rahmen der Geburtseinleitung und der Therapie zur Ausstoßung von krankhaftem Gebärmutterinhalt zunutze macht. In der Rindergynäkologie werden Prostaglandin F-2- und seine Analoga bei folgenden Indikationen bzw. biotechnischen Verfahren eingesetzt: • Einleitung der Luteolyse zum Starten eines neuen Brunstzyklus • Behandlung von Gebärmutterentzündungen (bes. Pyometra und mit stärkeren Eite-

3

Einsatz eines Viehzeichenstiftes bei der Brunstbeobachtung: Das behandelte Tier wird mit einem „scharf begrenzten Farbstrich“ markiert (1.). Wenn das Tier besprungen wird, wird dieser Farbstrich verwischt (2.). Das bespringende Tier hat den Farbabdruck im Brustbereich (3.). Dieses Tier sollte ebenfalls auf Brunst kontrolliert werden (könnte in der Vorbrunst sein).


Schematischer Verlauf der Follikelreifungswellen und der Progesteronverlaufskurve Dominanter Follikel

Progesteron (ng/ml)

rungen einhergehende Genitalkatarrhe) • Geburtseinleitung (besonders bei einer Trächtigkeitsdauer ab 280. Tag) • Behandlung bei Ovarialzysten (bes. wenn es Hinweise für sog. Follikel-Lutein-Zysten gibt) • Im Rahmen der verschiedensten Brunstsynchronisationsprogramme und im Embryotransfer.

Keine Progesterondominanz

Misserfolg hat Gründe 0 A) Behandlung in falschem Zyklusstand Wenn die PGF-2- -Behandlung ohne Kenntnis des Zyklusstandes durchgeführt wird, besteht nur eine gut 50%ige Chance, dass sich das Tier tatsächlich in der aktiven Gelbkörperphase befindet. Üblicherweise werden Tiere, die innerhalb der nächsten 3 - 5 (7) Tage nicht gerindert haben, 10 - 11 Tage nach der ersten Behandlung ein weiteres Mal behandelt. Fiel die erste Behandlung ans Ende der Refraktärphase (Tag 4 - 5) wird die zweite Behandlung auf den Anfang der neuen Refraktärzeit fallen (Tag 15 - 16). Der Gelbkörper ist noch nicht bzw. nicht mehr ausreichend für PGF ansprechbar und es wird sich keine gute Reaktion ergeben. Erst weitere PGF-Behandlungen im gleichen Rhythmus können einen Erfolg bringen. Maßnahmen: 1. Durch konsequente Brunstbeobachtung kann der Zyklusstand der Tiere erfasst werden. Es werden nur die Tiere behandelt, die zwischen Tag 5 und 16 im Zyklus stehen. Hier kann durch eine einmalige PGF-2- -Behandlung eine hohe Erfolgsrate erzielt werden. 2. Tiere mit unbekanntem Zyklusstand sollten vor der Behandlung gynäkologisch untersucht werde. Nur Tiere mit deutlich erfassbarem Gelbkörper werden behandelt.

5

10

15

20

Phase der Progesterondominanz. Nur hier wirkt PGF-2-a Der dominante Follikel der ersten und zweiten Welle kann auch schwache Brunstsymptome auslösen, was einen scheinbar verkürzten Zyklus bedingt. Ein dominanter Follikel kann nur ovulieren, wenn er nicht unter Progesterondominanz steht. Die „schwarzen“ Follikel bilden sich wieder zurück. Eine PGF-2- -Behandlung wirkt nur zwischen dem 5. und 16. Tag

Leider gibt diese Art der Untersuchung keinen Hinweis auf die Aktivität der Progesteronsynthese des Gelbkörpers, was für den Erfolg der Therapie aber wichtig ist. So kann es passieren, dass bei Tieren mit einem scheinbar morphologisch guten Gelbkörper eine unzureichende Progesteronsynthese besteht, wodurch der Behandlungserfolg vermindert sein kann. Die Aktivität der Progesteronsynthese kann nur durch eine Hormonanalyse ermittelt werden. 3. Wenn bei Tieren mit unbekanntem Zyklus keine gynäkologische oder hormonelle Untersuchung stattgefunden hat und nach der ersten PGF2- -Behandlung scheinbar keine Brunst aufgetreten ist, sollten Folgebehandlungen nach 7 und 14 Tagen durchgeführt werden. Damit ist gewährleistet, dass sich die Tiere spätestens bei der dritten Behandlung in einer aktiven Progesteronphase befinden. B) Tiere mit echter Brunstlosigkeit (= Anoestrie, Azyklie) Bei Anoestrie/Azyklie findet über längere Zeit an den Ovarien keine Zyklusaktivität statt.

Sie sind in der Regel sehr klein und unterentwickelt. Eine normale Anoestrie/Azyklie besteht bei Jungtieren vor der Geschlechtsreife und in den ersten 18 - 25 Tagen nach dem Kalben. Später auftretende Anoestrie/ Azyklie wird häufig verursacht durch eine Unterversorgung mit Nähr- und Mineralstoffen/Spurenelementen und betrifft deshalb vermehrt hoch- und höchstleistende Tiere sowie Rinder, die unter schlechten Fütterungs- und Haltungskonditionen gehalten werden. Da kein aktiver Gelbkörper vorhanden ist, kann Prostaglandin F-2nicht zur Wirkung kommen. Maßnahme: 1. Abstellung der die Anoestrie/ Azyklie auslösenden Ursachen, bevor eine PGF-2- -Behandlung eingeleitet wird. C) Behandlung von Tieren mit zystischer Ovardegeneration häufig erfolglos Zystöse Veränderungen an den Eierstöcken treten in zwei unterschiedlichen Formen auf. Während bei der Follikel-Theca-Zyste kein progesteronproduzierendes Gewebe in die Zystenwand eingelagert ist, findet sich bei den Follikel-Lutein-Zysten eine unterschiedliche Menge an Gelbkör-

pergewebe in der Zystenwand, welches Progesteron synthetisiert. Bei der Ultraschalluntersuchung zeichnet sich die FollikelLutein-Zyste durch eine stärkere Zystenwand aus. Durch die herkömmliche rektale Untersuchung, auch von geübten Untersuchern, können beide Zystentypen in der Regel nicht sicher diagnostiziert werden. Deshalb ist eine Zystenbehandlung mit Prostaglandin F-2- in den meisten Fällen eine Versuchsbehandlung. Maßnahmen: 1. Die Diagnose kann nur durch eine Ultraschall- oder hormonelle Untersuchung erfolgen. 2. Die nicht erfolgreiche Initialbehandlung erfordert eine intensive Nachuntersuchung nach ca. 10 - 14 Tagen und die Therapie-Umstellung auf andere Hormone. 3. Bei vermehrtem Auftreten sind die Fütterungsbedingungen zu überprüfen. D) Mangelhafte Brunstbeobachtung nach der Behandlung Die Behandlung mit PGF-2- hat keinen Einfluss auf die Ausprägung der Brunstzeichen. Die Tiere können sehr deutlich aber auch nur sehr schwach rindern. Werden Tiere erst 24 - 26 Tage 51


MANAGEMENT

nach einer PGF-2- - Behandlung in Brunst gesehen oder besamt, so ist dies der sichere Beweis, dass die Behandlung doch erfolgreich war und die Tiere auch 3 - 5 Tage danach ebenfalls in Brunst gewesen waren und bereits zu diesem Zeitpunkt hätten besamt werden können. Maßnahmen: 1. Verbesserung der Brunstbeobachtung: mindestens drei Mal für je mindestens 10 - 20 Min. außerhalb der Futterund Melkzeiten. Dabei sollte die Kontrolle nicht nur vom Futtertisch aus, sondern auch direkt am Tier erfolgen. 2. Die Brunstbeobachtung kann durch den Einsatz gängiger Hilfsmittel optimiert werden. 3. Ideal ist die zweimalige Durchführung des Milchprogesteron-Tests. Bei der ersten Kontrolle am Tag der Behandlung muss der Proges-

2.

Gehäuft auftretende Sprunggelenksverletzungen durch zu knapp eingestreute Boxen.

3. terongehalt in der Milch hoch sein. Wenn er bei der zweiten Untersuchung, 3 - 4 Tage später, abgesunken ist, ist mit großer Sicherheit davon auszugehen, dass eine Brunst begonnen hat.

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E) Schlechte Oberflächenverhältnisse der Laufwege Glatte, schlüpfrige Oberflächen der Laufbereiche schränken die Bewegungsaktivität der Tiere ein. Auch zur richtigen Zeit behandelte und somit brünstige Tiere bewegen sich nur noch vorsichtig und unsicher. Obwohl die Ovaraktivität und die inneren Brunstsymptome deutlich ausgeprägt sind, zeigen die Tiere äußerlich keine Brunstzeichen. Es wird also auch hier ein Therapiemisserfolg vorgetäuscht. Maßnahmen: 1. Aufrauen der Oberflächen. 2. Behandelte Tiere sollten in den darauffolgenden Tagen als Gruppe stundenweise in einen Laufhof oder auf die Weide gebracht und hier intensiv beobachtet werden. Die oben angesprochenen Hilfsmittel können die Beobachtung verbessern helfen. F) Lahmheit Auch lahme Kühe täuschen häufig einen Therapiemisserfolg vor, da sie viel liegen und sich auch nicht von anderen Tieren bespringen lassen, obwohl innerlich eine deutliche Brunst abläuft. Maßnahmen: 1. Regelmäßig durchgeführte funktionale Klauenpflege hilft Klauenproblemen vorzubeu-

4.

5.

gen. Tiere mit Problemen werden früher erkannt und können gezielter therapiert werden. Zwischendurch auftretende lahme Kühe sollten sofort behandelt werden. Verbesserung des Kuhkomforts im Liegebereich. Bei spärlich übergestreuten Hochboxen kommt es zu einer „Schmirgelwirkung“ im Bereich der äußeren Sprunggelenke und auch der Innenseiten der Fersenbeinhöcker. Durch die verletzte Haut können Krankheitskeime eindringen und ebenfalls zu Lahmheiten führen. In regelmäßigen Abständen durchgeführte Klauenbäder können den Infektionsdruck vermindern helfen. Wiederkäuergerechte Rohfaserversorgung (täglich mindestens 400 g strukturierte Rohfaser pro 100 kg Körpergewicht [= 2400 - 2500 g Tag]) verhindert das vermehrte Auftreten von Pansenübersäuerungen während der Hochlaktation, aus denen sich sonst drei bis vier Monate später Klauenrehe und weitere Klauenprobleme entwickeln können. Das Klauenhorn kann durch längerfristige Zufütterung von Biotin zusätzlich gestärkt werden. Bei lahmen Tieren sollte mit einem PGF-2- -Einsatz erst begonnen werden, wenn die Lahmheit erfolgreich therapiert wurde.

Zusammenfassung Prostaglandin-F-2- und seine Analoga sind ein wertvolles Medikament in der Behandlung von Fertilitätsstörungen beim Rind. Der Behandlungserfolg ist jedoch abhängig vom Zyklusstadium der Tiere, der Brunstbeobachtung bei den behandelten Tieren sowie Umwelt-, Fütterungs- und Haltungsbedingungen. Dr. Rolf Dehning


Klauenbehandlung auch ohne Antibiotika möglich Erkrankungen der Klauen, die oft zu Lahmheit führen, sind in Milchviehherden ein weit verbreitetes Problem. Bisweilen fehlt es auch an Bewusstsein, dass diese Probleme einen der größten Schadensposten im modernen Milchviehbetrieb darstellen. Die Kosten von Klauenerkrankungen können durch geringere Milchleistung oder Zunahme der Zwischenkalbezeiten auf bis zu rund 300 Euro pro Kuh und Jahr ansteigen. Die die Klauenpflege begleitende Behandlung mit Medikamenten muss nicht zwangsläufig mit Antibiotika erfolgen. Ihr regelmäßiger Einsatz birgt die ernste Gefahr einer Resistenz. Steigende Anforderungen an Umweltund Verbraucherschutz führten zum Beschreiten neuer Wege, statt auf Sprays wird vermehrt auf gelartige Darreichungsformen gesetzt.

Gel als Mittel der Wahl Insbesondere bei der Anwendung gesprühter Antibiotika ist die Gefahr einer Aufnahme durch den Anwender groß. Die Folgen werden oft unterschätzt.

Im Krankheitsfall versagt die Hilfe von Antibiotika obgleich sie dringend notwendig wäre. Antibiotikafreie Substanzen wie beispielsweise Hoof fit Gel, ein Präparat des niederländischen Herstellers Intracare, enthält keine Antibiotika und ermöglicht daher eine sichere Anwendung ohne Wartezeit. Das Gel enthält Mineralien in Chelatform, hautpflegende Aloe Vera, Alkohol und ein starkes Haftmittel, das langes Verbleiben und Wirken auf der Klaue garantiert, selbst wenn das Tier umgehend nach der Behandlung wieder in die Herde zurückgelassen wird. Die Wirkung beschränkt sich dabei nicht nur auf

Wirkungsvoll auch ohne Antibiotika: Gels in der Klauenbehandlung

die Tötung der Bakterien. Pflegende Wirkstoffe (u. a. Aloe Vera) heilen Klaue und Gewebe und erschweren so eine erneute Infektion. Je konzentrierter ein Produkt angewendet wird, desto besser ist im Allgemeinen das Ergebnis. Da nicht jeder Viehhalter die Möglichkeit hat, die Klauen regelmäßig in einer Klauenbeschlagbox nach oben zu holen, wurden entsprechende Mittel in flüssiger Form entwickelt. Eine

20- bis 50-prozentige Lösung des Präparates wird dabei hinten auf die Klauen und in die Klauenspalte gesprüht. Dies kann erfolgen, wenn die Kühe am Fressgitter oder im Melkstall angebunden sind. Wichtig ist, dass die Klauen zuvor mit Wasser gereinigt werden, ein Trocknen vor der Behandlung ist nicht vonnöten. Henk van der Veght, Intracare

53


Klauengesundheit

Gesamter Betrieb ist gefragt

MANAGEMENT

Bei sinkenden Milchpreisen gilt es, sämtliche Kostenreserven im Betrieb auszuschöpfen. Oftmals wird hier an der Klauenpflege und damit an der Klauengesundheit gespart. Diese Rechnung kann aber nicht aufgehen, da nur ein gesundes Fundament eine hohe Leistung und eine lange Nutzungsdauer ermöglicht.

Führt man sich die Abgangsursachen der Milchkühe im vergangenen Jahr vor Augen, zeigt sich ein deutlicher Trend. An der Spitze steht bundesweit die Fruchtbarkeit mit 19,5 % aller abgegangenen Tiere. Danach folgen die Angaben Euter sowie Klauen und Gliedmaßen auf dem Fuße. Im vergangenen Jahr hatte z. B. in Thüringen die Zahl der Tiere mit Fundamentproblemen (16,6 %) die Zahl der Tiere mit Fruchtbarkeitsproblemen (14,9 %) sogar überholt. Diese unfreiwillig abgegangenen Tiere verursachen hohe Einbußen für die Betriebe. Remontierungsraten über 40 % sind leider keine Seltenheit – hier gibt es für die Betriebe auf dem Gebiet der Klauengesundheit erhebliche Reserven. Bei einem Senken der Remontierungsrate von 40 % auf 30 % in einer 125-köpfigen Herde können rein rechnerisch 15.000 Euro freigestellt werden (siehe Tabelle 1).

Klauengesundheit optimieren Die Bestandsergänzungskosten der Milchviehherde bilden nach den Futterkosten den zweitgrößten Block der variablen Kosten. Umso bedeutsamer ist es, die Klauengesundheit einer Milchviehherde stets auf optimalem Stand zu halten. Möglich ist dies durch die regelmäßige Beurteilung von Lahmheiten. Diese so einfach erscheinende Mög54

lichkeit der Kostenreduktion wird in den allermeisten Betrieben sträflich vernachlässigt. Nur eine frühzeitige Erkennung einer beginnenden Lahmheit senkt die Behandlungskosten, erhält die Milchleistung und minimiert Folgekosten. Lahmheiten sind in der modernen Milchviehhaltung mit hohen direkten und indirekten Kosten verbunden. Zum einen sinkt die Milchleistung der betroffenen Tiere, zum anderen ergeben sich Fruchtbarkeitsprobleme (lahmende Tiere zeigen Brunst undeutlich, werden z. T. sogar hormonell behandelt, um den Brunstzeitpunkt festzulegen, usw.), es kommt zu Gewichtsverlusten, eventuell gehen die Tiere vorzeitig ab (Remontierungsrate steigt, s. o.).

Früherkennung wichtig Denn die Abgabe der Verantwortung für klauengesunde Tiere ausschließlich an den zuständigen Klauenpfleger ist in keinem Falle eine ausreichende Maßnahme. Auch ein hervorragend arbeitender Klauenpfleger kann Kühe,

die ihm zu spät vorgestellt werden, nicht innerhalb kurzer Zeit wieder auf die Beine und in eine volle Milchleistung bringen. Eine offensichtlich lahmende Kuh hat bereits mehrere Tage, meist Wochen, hinter sich, in denen die Klauenkrankheit sich schleichend verschlechtern konnte. Zu Beginn sind wirtschaftliche Verluste durch die entstehenden Schmerzen noch gering, diese werden aber immer schwerwiegender. Durch die Praxis, lahmende Kühe vor allem beim Zutrieb zum Melken zu beobachten, werden nahezu immer nur die schwer lahmenden Tiere erkannt, da diese beim Zutrieb zurückbleiben. Werden diese nun so spät dem Klauenpfleger zugeführt, evtl. durch die wöchentlichen Termine auch erst fünf bis sechs Tage nach dem Erkennen, wird die Klauenkrankheit weit fortgeschritten sein. Die Behandlung dauert länger, es werden mehrere Nachbehandlungen nötig, die Heilung ist eventuell sogar schon unmöglich. Die Milchleistung ist inzwischen dauerhaft gesunken und erreicht auch nach Ausheilung nicht mehr die volle Höhe, die Brunstbeobachtung ist dauerhaft erschwert – diese Verlustliste wird immer länger. Somit ist es unabdingbar, im Betrieb die Lahmheitserkennung durch geeignete Schulung entsprechend verantwortlicher Personen zu verbessern. Mit relativ einfachen Maßnahmen werden dann Tiere frü-

Tabelle 1 (nach Gruis et al., 2004) Remontierungsrate in % Kosten für eine Färse, Euro ø Milchleistung je Kuh und Jahr, kg Remontierungskosten je kg Milch, Cent Remontierungskosten gesamt je Jahr, Euro (bei 1.000.000 kg Gesamtmilchmenge)

40 1.200 8.000 6 60.000

30 1.200 8.000 4,5 45.000

her erkannt, der Klauenbehandlung zugeführt und damit in ihrer bestmöglichen Leistung gehalten.

Weniger Abgänge Die mit der Lahmheitsbeobachtung betrauten Personen sind für die Wirtschaftlichkeit des Betriebes ebenso verantwortlich wie bei der Brunsterkennung und der Überwachung der Eutergesundheit, dies beweisen die Abgangszahlen. Es muss zudem eine Anlaufstelle im Stall geben, wo die zu behandelnden Tiere offen aufgeschrieben werden und jede weitere entdeckte Kuh auch von anderen Betriebsangehörigen verzeichnet werden kann. Die Daten der Klauenpflege und -behandlung sollten in die Datenverarbeitung des Betriebes eingegeben werden. Nur so ist eine sinnvolle Entscheidungsmöglichkeit für wirtschaftliche Überlegungen möglich.

Locomotion Score Ausgehend vom sogenannten Locomotion Score (nach Sprecher et al, 1997) kann die Rückenkrümmung zur Beurteilung der Gangnote eines Tieres herangezogen werden. Während einerseits die Einzeltierbeobachtung insbesondere in großen Milchviehherden v. a. aus Zeitmangel immer problematischer wird, nehmen andererseits behandlungsbedürftige Klauenschäden immer mehr zu. Hier bietet sich eine regelmäßig durchgeführte, gezielte Beurteilung der Bewegung der Kühe geradezu an, um Problemfälle gezielt zu erkennen. Diese können dann umgehend einer Behandlung zugeführt werden. Folgende Überlegungen sollten dabei berücksichtigt werden: Die


Durchführung sollte jederzeit, für nahezu jedermann, innerhalb relativ kurzer Zeit und reproduzierbar möglich sein, unabhängig vom Herausnehmen einzelner Tiere aus dem Herdenverband. Es bietet sich also nahezu zwingend an, derartige Beobachtungen am Ausgang aus dem Melkstand durchzuführen. Hier gehen die Tiere meist zügig und zielgerichtet in kleineren Gruppen, häufig in einer Reihe, eine gewisse Strecke auf relativ ebenem Boden.

Bewegungsnote 1, normal: Rücken im Stehen und beim Laufen ungekrümmt. Tritt normal auf

Intervall wählen

Bewegungsnote 3, mittelmäßig lahm: Rücken im Stehen und beim Laufen gekrümmt. Macht mit einem oder mehreren Beinen kürzere Schritte

Die Beobachtungszeit kann, abhängig von den Melkzeiten, problemlos festgelegt werden. Je nach Gruppengröße der zu beurteilenden Tiere kann der Gesamtstatus einer Herde auch zu verschiedenen Zeitpunkten erfolgen. Da Klauenkrankheiten häufig die Tendenz haben, sich unbehandelt zu verschlechtern, sollte die Durchführung einer solchen Maßnahme mindestens alle vier Wochen erfolgen, bei sehr guter Klauengesundheit könnten eventuell auch größere Abstände gewählt werden. Selbstverständlich muss dennoch jeden Tag auf neu auftretende Lahmheiten geachtet werden, durch die regelmäßig und rasch einsetzende Behandlung betroffener Tiere und die Beurteilung und Abschaffung der Lahmheitsursachen sollte die Häufigkeit von Lahmheiten jedoch stark abnehmen.

Locomotion Score nach Sprecher Sprecher et al. wandten sich 1997 bei der Beobachtung der Tiere zunächst der Krümmung des Rückens im Stand und in der Bewegung zu. Kühe mit Problemen, mit Schmerzen am Fundament, weisen eine Krümmung des Rückens auf. Ein gerader Rücken im Stehen und beim Gehen wird der Bewegungsnote 1 (normal) zugeordnet. Über Bewegungsnote 2

Bewegungsnote 5, schwer lahm: Gekrümmter Rücken. Belastet ein Bein nicht mehr. Steht nicht mehr oder nur noch unter großen Schwierigkeiten auf (Aus www.de.availa4.de)

(leicht lahm, gekrümmter Rücken nur beim Gehen) geht die Beurteilung zur Note 3 (mittelmäßig lahm). Erst hier kann neben einer Rückenkrümmung im Stehen und Gehen auch eine Schrittverkürzung festgestellt werden. Tiere, die der Note 4 (lahm) mit dauerhaft gekrümmtem Rücken und nur noch teilweisem Auftreten von einem oder gar mehrerer Gliedmaßen, zugeordnet werden, würden vermutlich auch als lahmende Einzeltiere erkannt werden. Auch Kühe mit Bewegungsnote 5 (schwer lahm), die neben einem stets gekrümmtem Rücken ein Bein gar nicht mehr belasten oder nur noch unter großen Schwierigkeiten überhaupt aufstehen, sind kaum zu übersehen.

chung des betroffenen Tieres aus wirtschaftlichen und tierschützerischen Gründen notwendig ist. Das Tier hat offensichtlich Schmerzen. Die Ursache kann, ohne sichtbare Entlastung eines Beines, natürlich auch andere organische Ursachen haben (Endometritis, Verdauungsstörung usw.). Eine gezielte Untersuchung des Tieres wird dies ausschließen, die Diagnostik im Klauenstand kann dann Aufschluss über die Ursache geben. Häufig sind es bereits behandlungsbedürftige Erkrankungen wie kleine Läsionen im Sinne der digitalen Dermati-

Es ist jedoch festzustellen, dass bereits ab einer Bewegungsnote 2 eine umgehende Untersu-

Dr. Andrea Fiedler, München

Tabelle 2: Effekt von Lahmheit auf die Fruchtbarkeit (Sprecher et al., 1997) Fruchtbarkeitsstörung

Wirtschaftliche Verluste

tis (Mortellarosche Krankheit), beginnende Rusterholzsche Sohlengeschwüre, drohende Phlegmonen o. ä.. Wird hier rechtzeitig eingegriffen (v. a. therapeutische Klauenpflege), können wirtschaftliche Verluste minimiert werden. Wird ein Tier dagegen erst bei Bewegungsnote 4 oder 5 erkannt und untersucht, sind bereits umfangreiche wirtschaftliche Schäden entstanden, die Behandlung wird oft zeit- und kostenintensiv und das Tier litt und leidet unnötig Schmerzen. Hinsichtlich der eintretenden wirtschaftlichen Verluste wurde im Rahmen einer gezielten Herdenuntersuchung mit diesem Locomotion Score ermittelt, wie hoch, abhängig vom Lahmheitsgrad, der Effekt auf die Fruchtbarkeit auf die betroffenen Tiere war (siehe Tabelle 2). Die bei den Einzeltieruntersuchungen und -behandlungen erhobenen, unbedingt zu dokumentierenden Daten geben Aufschluss über die einzelnen, vorgefundenen Erkrankungen, die Erkrankungshäufigkeit in der Herde und erlauben dadurch Rückschlüsse auf die Ursachen (z. B. Fütterungsrehe, Belastungsrehe, digitale Dermatitis Hygieneprobleme usw.). Somit werden gezielte Prophylaxemaßnahmen möglich. Eine Sanierung der Herde hinsichtlich Lahmheiten sollte umgehend erfolgen, es sollten aus wirtschaftlichen Überlegungen nicht mehr als zehn Prozent der Tiere einen Lahmheitsgrad von 2 und mehr aufweisen.

Verlängerte Rastzeit Verlängerte Güstzeit Breeding herd days Mehr Besamungen/Trächtigkeit

Risiko des Auftretens, wenn Lahmheitsnote > 2 2.8 x höher 15.6 x höher 15.6 x höher 9.0 x höher 55


Bezirkswettkampf in Tarmstedt

Sieg für Christoph Schwarze Die Tarmstedter Ausstellung hat Tradition. Das konnte man auch vor der inzwischen 61. Folge der größten Regionalmesse des Nordens durchaus sagen. Nicht ganz so oft fand der dortige JungzüchterVorführwettbewerb statt, aber auch er gehört für junge Rinderzüchter aus der Region zum festen Jahresprogramm. Am 12. Juli fanden sich erneut 33 Nachwuchs-Vorführer aus den Landkreisen Rotenburg, Stade, Verden, Osterholz-Scharmbeck und Cuxhaven im Ring 2 des Tierschaugeländes ein, um in sechs Klassen und zwei Altersstufen je einen Sieger und Reservesieger zu ermitteln.

JUNGZÜCHTER

Wissen gefragt Zunächst gingen wie gewohnt die jüngsten Teilnehmer an den Start. Mit erst sieben Jahren markierte Miriam Husemann aus Zeven das untere Ende des Teilnehmeralters. Die aus Bergen im Landkreis Celle angereiste Preisrichterin Kirstin Hohls befragte Miriam und deren

Wettbewerber detailliert zu Haltung, Fütterung und Anatomie des Rindes. Alle Jungvorführer zeigten dabei hervorragende Kenntnisse und hatten ganz nebenbei ihre Tiere voll im Griff.

Prämierungsergebnisse Vorführwettbewerb Klasse

Platz

Vorführer

Ort

Tier

Vater

1

1a 1b 1a + RS 1b + Typ 1a + S + Typ 1b 1a + Typ 1b 1a 1b + Typ S. 1a + RS + Typ 1b + S

Hanke Bammann Hergen Fehsenfeld Depke Fehsenfeld Arne Bergmann Christoph Schwarze Theresa Otten Carolin Schwarze Hannes Jakob Judith Schwarze Maren Schwarze Insa Schwarze Timo Carstens

Gyhum Thedinghausen Thedinghausen Wohnste Dörverden Lilienthal Dörverden Blender Dörverden Dörverden Dörverden Visselhövede

Anna Daisy Heidi Goldmaus Emily-Red Rolga Rosaria-Du Jule Moonlight Frantisco Aseeana-Du Nostra

Dominator Gorden Gorden Shottle Rampage-R Rasputin Durham Jurus AllianceII Charles ET Durham NOG Torino

2 3 4 5 6

Depke Fehsenfeld, Reservesiegerin jung, wurde von MASTERRIND-Mitarbeiter Heino Wahlers ausgezeichnet, Sieger Christoph Schwarze von Frank Löwentat, Ausstellungsgesellschaft

56

In der jüngsten Klasse erreichte die neunjährige Hanke Bamman aus Gyhum mit DominatorTochter Anna 1a, dicht gefolgt vom achtjährigen Hergen Fehsenfeld aus Thedinghausen, der mit Daisy (V. Gorden) in den Ring gegangen war. Vom gleichen Vater stammt auch Heidi, die mit Hergens 10-jähriger Schwester Depke angetreten war. Das Gespann beeindruckte Kirstin Hohls besonders, so dass Arne Bergmann aus Wohnste (10) mit seinem typvollen Shottle-Kalb Goldmaus das Nachsehen hatte. Nicht minder typvoll zeigte sich Emily-Red. Die Rampage-Tochter wurde vom 10-jährigen Christoph

Schwarze aus Dörverden vorgeführt, der damit vor der Lilienthalerin Theresa Otten (11) und Rasputin-Tochter Rolga 1a erreichte. Bei der Siegerauswahl wurden die 1a- und 1b-Platzierten noch einmal in den Ring gebeten.

Miriam Husemann (7), jüngste Teilnehmerin mit Typkalb Emma, im Gespräch mit Richterin Kirstin Hohls


und Timo Carstens

Kirstin Hohls machte es sich nicht leicht. Genau wurde noch einmal beobachtet, schließlich stand ihr Urteil aber fest: Christoph Schwarze siegte vor Depke Fehsenfeld.

Routiniers Routinierte Vorführleistungen sah man besonders bei den älteren Teilnehmern. Wissen fragte die Preisrichterin bei der Ermittlung des besten Vorführers alt nicht ab. Hier ging es ausschließlich um das Zusammenwirken von Tier und Vorführer. Die erste 1a-Platzierung ging an Carolin Schwarze, 13-jährige Schwester von Christoph, die mit Typtier Rosaria-DU (V. Durham) angetreten war. Hannes Jakob aus Blender (12) und seine Jurus-Tochter Jule rangierte Kirstin Hohls in dieser Klasse auf 1b. Die Geschwister Judith (13) und Maren Schwarze (14) aus Dörverden waren zwei der fünf Teilnehmer, die in der nächsten Klasse gegeneinander antraten. Sie hatten die Nase vorn. Judith ging mit Alliancell-

Tochter Moonlight vor Maren mit Frantisco. Die Tochter des Bullen Charles war bereits im Vorjahr, seinerzeit von Vetter Christoph Schwarze vorgeführt, als Typtier aufgefallen. Heute kürte Kirstin Hohls sie zum besten Typtier des Wettbewerbes. Fast schon professionelles Niveau konnten Richterin und Zuschauer in der letzten Klasse bestaunen. Mit Insa Schwarze (17) und Timo Carstens (21) traten hier unter anderen zwei besonders erfolgreiche Teilnehmer vieler Jungzüchter-Wettbewerbe ins

Geschehen. Sie machten die Frontplatzierungen dann auch unter sich aus. Die Dörverdenerin landete mit der typvollen Durham-Tochter Aseeana-Du auf 1a, nur knapp dahinter ging der Visselhöveder mit Nostra (V. NOG Torino). Eine harte Nuss hatte Kirstin Hohls bei der abschließenden Siegerauswahl alt zu knacken. Die sechs Finalisten zeigten noch einmal was sie konnten. Nach reiflicher Überlegung entschied es sich dann aber erneut zwischen Timo Carstens und Insa Schwarze. Letztere hatte in der Vorrunde zwar vorn gelegen, während der Siegerauswahl war sie aber ein einziges Mal unaufmerksam gewesen, was letztlich den Sieg für Timo Carstens bedeutete. Damit machte er den dritten Tarmstedter Gesamtsieg in Folge perfekt.

Reservesiegerin alt wurde Insa Schwarze aus Dörverden mit Aseeana-Du (V. Durham)

Weiter geht es Das Höchstalter für Jungzüchter ist 25 Jahre. Noch reichlich Gelegenheit also für Insa und die anderen Teilnehmer des Jungzüchter-Wettbewerbs, auf einen Sieg hinzuarbeiten. Weiter geht es damit im Juli 2010, wenn es in Tarmstedt wieder heißt: „Willkommen zur größten Regionalmesse des Nordens“ und natürlich zum spannendsten Jungzüchterwettbewerb der Region. Hermann Bischoff

Zum Abschluss wurde das beste Typtier bestimmt

Sieger alt: zum dritten Mal siegreich war Timo Carstens aus Visselhövede

Medaille sicher: nach dem Wettkampf werden aus Rivalen Zuschauer


Gebietsentscheid Tierbeurteilung Milchkuh

Cord Meyer siegt in Tarmstedt

JUNGZÜCHTER

Im Rahmen der Tarmstedter Ausstellung fand dieses Jahr wieder der Gebietsentscheid-Hannover in der Tierbeurteilung statt. 58 Teilnehmer und 14 Mannschaften nutzten die Gelegenheit, sich mit anderen zu messen. Im Mannschaftswettbewerb siegten die Jungzüchter aus dem Altkreis Hoya. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen organisierte gemeinsam mit der MASTERRIND den Gebietsentscheid. Die Teilnehmer hatten sich bei ca. 20 Vorentscheiden qualifiziert und sind größtenteils junge Landwirte, die sich in der Ausbildung befinden bzw. in Jungzüchterclubs aktiv sind. Für einen landwirtschaftlichen Milchviehbetrieb ist es wichtig, die eigenen Tiere im Blick zu haben und Sicherheit in der Beurteilung der eigenen Kühe zu erlangen. Auf den Gebietsentscheiden beurteilten die Teilnehmer drei Milchkühe anhand von 17 Bewertungskriterien und stuften die Kühe nach Fundament, Euter, Milchtyp und Körper ein. Es

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galt, eine möglichst geringe Abweichung vom Urteil des Richtergremiums, bestehend aus Jakob Groenewold, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, und Henning Ahrens, MASTERRIND, zu erreichen. Zur Einstimmung wurde die Bewertung

Die Teilnehmer des Gebietsentscheides

einer Milchkuh vorab erläutert. Im zweiten Wettbewerbsteil rangierten die Teilnehmer eine Gruppe aus sechs Milchkühen. Dabei wurde die Reihenfolge von der besten zur schlechtesten Kuh festgelegt. Gerhard Eimer überreichte als Vertreter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen den Siegern Preise und Urkunden. Er gratulierte den Erstplatzierten, die sich für den Landesentscheid am 5. November 2009 qualifiziert haben.

Die Sieger Einzelwertung: 1. Cord Meyer, Hambergen 2. Anne-Mette Evers, Syke-Leerßen 3. Lena Fahrenholz, Oyten 4. Friederike Kastens, Stuhr 5. Cathrin Derboven, Warpe 6. Karin Seiler, Drage Mannschaftswertung: 1. Jungzüchter Altkreis Hoya mit Friederike Kastens, Kristina Oltrogge und Anne-Mette Evers. Ellen Padeken


Jungzüchtervorführwettbewerb in Dannenberg

Erfolgreiche Premiere der Oldie-Klasse fortgesetzt Am dritten Juni-Wochenende hatten die Jungzüchter aus LüchowDannenberg zu ihrem nunmehr 26. Vorführwettbewerb ins Hermann-Stolte-Stadion nach Dannenberg eingeladen. 35 Jungzüchter traten im Wendland in sieben Klassen an, um die Vorführmeister in drei Altersklassen zu ermitteln. Pünktlich um 10 Uhr betraten die jüngsten Teilnehmer den Vorführring und zeigten bereits eine gute Routine und waren mit viel Spaß bei der Sache dabei. Jurorin AnneMette Evers aus Syke-Lerssen hatte es demnach auch nicht leicht, den besten Vorführer unter den kleinen Profis zu ermitteln. Am Ende stellte sie Max Hintze aus Trebel mit seinem Kalb Sanny an die Spitze. Emma Krassmann aus Bockleben musste sich mit Daggi knapp geschlagen geben und erreichte letztendlich den Reservesieg der Teilnehmergruppe bis neun Jahre. Im Teilnehmerfeld der 10- bis

Prämierungsliste Vorführwettbewerb Kl. Prämierung

Tier

Vorführer, Ort

1

Sanny Ellen Sara WEH Juliana Daggi Bunte Stanja Lino Romeika Loretta Mathilda Elaine OEH Annabell Lenny Apple Leonie Utella

Max Hintze, Trebel Lenja Schneider, Bockleben Jeremy Jung, Grippel Jan Hintze, Trebel Emma Krassmann, Lüneburg Lucie Hahlbohm, Bockleben Max Hinneberg, Neu Darchau Felix Jonathan Marquard, Predöhlsau Janek Schweda, Bockleben Lotta Lehmberg, Breselenz Anna Klauke, Breselenz Angelina Hessler, Schnackenburg Maria Främke, Rebenstorf Julian Stegmann, Dangenstorf Linda Hahlbohm, Bockleben von Jürgen Riebau, Lemgow von Karola Stegemann, Lübbow

1a + S 1a 1a 2 1a 1b + RS 3 1a 1b 4 1a + S 1b 5 1a + RS 1b 6 1a + RS 1b 7 1a + S 1b Typtier jung: Typtier alt:

12-Jährigen ging Felix Jonathan Marquard aus Predöhlsau mit Lino an die Spitze, dicht gefolgt von Lotta Lehmberg, Breselenz, mit Loretta. Bei den ältesten Teilnehmern wurde Anne-Mette Evers' Aufmerksamkeit nochmals besonders gefordert, denn es waren durchaus routinierte Vorführer im Richtring. Julian Stegmann, Dangenstorf, und Lenny gelang es letztlich, die beste Vorführleistung abzuliefern, der Titel des Reservesie-

gers ging an Angelina Hessler, Schnackenburg, mit Elaine. Aber nicht nur Jungzüchter waren an diesem Tage am Werk, nach einer erfolgreichen Premiere in 2008 hatte es sich der Jungzüchterclub nicht nehmen lassen, auch wieder eine OldieKlasse einzuladen. Rudi Hadrossek aus Nienwedel ging bei diesem Wettstreit am Ende als Sieger aus dem Ring. Christiane Soller

Die Vorführer in Dannenberg

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Tag der offenen Tür und Jungzüchterwettbewerb in Wenzen Für Sonntag, den 5. Juli, hatten Elke und Andreas Wielert aus EinbeckWenzen zu einem Tag des Offenen Hofes eingeladen, um der Öffentlichkeit ihren 2007 neu erbauten Boxenlaufstall für 350 Kühe sowie ein separates Melkhaus mit einem Doppel-20er-Sideby-Side-Melkstand vorzustellen. Mehr als 2.000 Interessierte fanden den Weg zu dieser Veranstaltung und konnten sich einen Überblick über die imposante Anlage verschaffen.

JUNGZÜCHTER

Startschuss mit Jungzüchterwettbewerb Anlässlich dieses Events bot der Rindviehzuchtverein Südhannover seinen Nachwuchszüchtern einen Wettbewerb an, zu dem 27 Meldungen eingingen und letztlich auch alle 27 Teilnehmer am Start waren. Auf einer Weide direkt gegenüber des neuen Stalls waren die Bedingungen ideal. Bei hochsommerlichen Tempe-

Prämierungsliste Jungzüchterwettbewerb Kl. Prämierung

Tiername

Vorführer, Ort

1

Rakete Maja Stephanie Ella Ramona Daisy Sternchen Portugisin Roeschen Dagmar Ivana Red Label

Clemens Kumlehn, Holzminden Carmen Bringemeyer, Bovenden Frederike Erle, Gelliehausen Lisa Herbst, Gelliehausen Beret Höpfner, Bovenden Maximilian Bode-Homann, Eddesee Gerrit Kumlehn, Holzminden Carola Heepe-Horstmann, Uslar Jan Gebhardt, Elvershausen Johannes Bode-Homann, Eddesse Kerstin Flebbe, Pattensen Benedikt Funke, Derental

2 3 4 5 6

1a 1b 1a 1b 1a + Sieger 1b 1a 1b 1a 1b 1a + Sieger 1b

raturen wetteiferten die Kinder und Jugendlichen unter den Augen von Preisrichter Stefan Brüning aus Dinklage um die Plat-

Strohmehl • Stroh-Häcksel • Stroh-Feinmehl Die neue Einstreu-Generation für Tiefboxen, Hochboxen und Komfortmatten. Bequem und sauber in der Anwendung – Trocken, für optimale Euterhygiene Ballenware palettiert, für Außenlagerung – Preisgünstig durch Direktbezug Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern, Hersteller: Cordes-Grasberg, Tel. 0 42 08 / 91 86-0, www.cordes-grasberg.de

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zierungen. In der Gruppe bis 10 Jahre siegte Beret Höpfner aus Bovenden, sie hatte schon auf diversen vorangegangenen Wettbewerben und beim Jungzüchter-Triathlon in Verden erfolgreich teilgenommen. Bei den älteren Teilnehmen siegte mit Kerstin Flebbe aus Oerie ebenfalls eine Teilnehmerin, die schon mehrere Erfolge für sich verbuchen konnte.

Dreimaliges Melken Nach dem Wettstreit der Jungzüchter wurden gegen Mittag die Versorgungsstände von den Besuchern regelrecht gestürmt.

Bei sengender Sonne waren diejenigen im Vorteil, die sich einen schattigen Platz sichern konnten. Um 13 Uhr gab es für alle Interessierten ein weiteres Highlight. Die Mittagsmahlzeit stand an. Dicht drängten sich die Zuschauer vor den Melkstand, wo Andreas Wielert bereitwillig Auskunft zum Melkgeschehen und der Melktechnik gab. Es wird drei Mal gemolken, um 4 Uhr, um 13 Uhr und um 20 Uhr, jeweils von zwei Personen. Sichtlich beeindruckt waren viele Zuschauer, die diese Milchproduktion der neuesten Generation auch in dieser Größenordnung bisher noch nicht gesehen hatten. Abgerundet wurde der Tag dank einer Gruppe von Ausstellern, die dem großen Publikum die Möglichkeit zu Fachgespräch oder Einkauf boten. Wir danken der Familie Wielert für die hervorragende Vorbereitung dieses Events, für die Bewirtung undim Namen der Jungzüchter - für die Möglichkeit, den Wettbewerb vor solch einem Publikum durchführen zu können. Herbert Willms


Jungzüchter Fußballturnier

Sieg trotz weitester Wegstrecke Auch in diesem Jahr wurde wieder einmal ein Jungzüchter-Fußballturnier, dieses Mal von den Stadern im nahe liegenden Kranenburg veranstaltet, durchgeführt. Am ersten Juliwochenende sorgten die Jungzüchterclubs Stade, Hadeln, Diepholz, Verden und Gifhorn-Isenhagen mit zahlreicher Teilnahme für eine gute Stimmung, sodass das Turnier auch für Nichtteilnehmer attraktiv gestaltet werden konnte. Wie in jedem Jahr wurde für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Der Ablaufplan des Turniers sah vor, dass alle Mannschaften einmal gegeneinander antreten sollten und dem Verein mit den meisten Punkten ein Wanderpo-

kal übergeben wurde, der alljährlich dem Gewinner des Fußballturniers zusteht. In diesem Jahr erkämpften sich die tapferen Gifhorner erstmalig den Triumph; sie erlangten durch Kampfgeist die meisten Treffer und durften den Sieg nach Hause fahren. Als Erstplatzierte bekamen die acht Jugendlichen zusätzlich 50 Euro überreicht, sodass sich der Tag gelohnt hatte und mit einem gemütlichen Beisammensein ausklingen konnte. Lea-Marie Schulz

Die Sieger: Niklas Boy, Sophie Evers, Helena Bartel, Marcel Vietze, Torben Thiele, Nico Barte (stehend v.l.n.r.), Lea-Marie Schulz, Lars Borchers (vorn)

Altmittweida begrüßt sächsische Jungzüchter

1. Mittelsächsischer Vorführwettbewerb Anlässlich des 12. Erntedankfestes in Altmittweida findet in diesem Jahr erstmalig der Mittelsächsische Vorführwettbewerb statt. Rund 40 Jungzüchter aus ganz Sachsen ab einem Alter von sechs Jahren werden um den Titel „Bester Vorführer“ kämpfen. Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung ist ein Gruppenwettbewerb, bei dem drei Starter mit ihren Jungrindern im Einklang harmonieren müssen. Veranstalter sind das Organisa-

tionskomitee des Erntedankfestes, die MASTERRIND und der Kreiszucht- und Kontrollverein Hainichen-Mittweida. Sie alle freuen sich auf eine rege Teilnahme sächsischer Jungzüchter und würden ebenfalls gern viele unterstützende Zuschauer beim Wettbewerb der jungen Bauern von morgen begrüßen.

Wann & Wo? Der Wettbewerb findet am Sonntag, dem 20. September 2009, um 10.00 Uhr auf dem Altmittweidaer Messegelände statt. Als besonderer Höhepunkt wird für alle Besucher ein Kuhfladenlotto durchgeführt. Es sind tolle Preise zu gewinnen. Nähere Informationen bei Andreas Fritzsch Telefon 0178/6624258 afritzsch@masterrind.com oder unter www.jungzuechtersachsen.de. Dort ist alles über die sächsische Jungzüchterarbeit zu erfahren. Andreas Fritzsch

䡵 61


X R KINDERSEITE Interview

Warum Michel gern ein Landwirtskind ist Mein Name ist Michel Peters, ich bin sieben Jahre alt und gehe in die zweite Klasse. Zusammen mit meiner kleinen Schwester Carlotta, meinen Eltern und meiner Oma wohne ich auf unserem Bauernhof in Westervesede, das ist im Landkreis Rotenburg/ Wümme. Wenn ich einmal groß bin, möchte ich ganz bestimmt Landwirt werden und auch Feuerwehrmann. Mein Papa hat zu Hause ganz viele Mastschweine. Aber noch lieber als die Schweine mag ich Kühe und Bullen. Zum Glück hat mein Patenonkel

ganz viele, und ich kann dort öfter hinfahren, um die Kühe zu besuchen. Wenn ich bei uns zu Hause bin, dann darf ich meinem Papa beim Schweineverladen helfen, und da muss man ganz schön früh aufstehen. Manchmal darf ich sogar auch schon auf dem Feld mithelfen und mit dem Trecker und der Scheibenegge ganz allein von einem Ende zum anderen fahren. Mein Papa hat mir auch schon gezeigt, wie man etwas schweißt, wenn es kaputt gegangen ist – das kann ich jetzt auch.

Wenn es gerade mal nichts zu tun gibt, dann hüpfe ich gern auf dem Trampolin im Garten oder spiele mit meinen Freunden Fußball auf dem Hof. Da geht es besonders gut, denn wir haben jede Menge Platz zum Laufen. Ich finde es ganz toll, dass mein Papa Landwirt ist, denn es gibt immer was tun und wir können alles zusammen machen. Am besten finde ich, dass immer jemand

Michel Peters

bei uns zu Hause ist und nicht alle zur Arbeit müssen. Warum wohnst Du gerne auf 䡵 dem Hof? Erzähl es uns!

JUNGZÜCHTER

Wie erkennt der Melkroboter eigentlich die Kuh? Ist der Melkroboter genauso wie Wall E, der Müll sammelnde Roboter, den wir aus dem Kino kennen? Sicher nicht, denn wir wissen, dass Roboter nicht wie wir denken und fühlen können, sondern programmiert werden und nur das was man ihnen zuvor gezeigt hat, nachmachen können. So auch ein Melkroboter, der in einem Melkstand steht und von ganz allein das Melkgeschirr an das Euter der

Kuh setzt. Wenn ein Melkroboter also im Kuhstall installiert wird, bekommt er ganz viele Informationen, damit er weiß, was er tun muss, wenn später die Kuh vor ihm steht. Wenn die Kuh dann in den Melkstand marschiert, erkennt der Roboter sie an einem Computerchip, der auch Transponder genannt wird. Diesen trägt sie um den Hals oder am Fußgelenk. Der Roboter weiß dann ganz genau, welche

Kuh vor ihm steht. Wenn die Kuh dann das erste Mal den Melkstand betritt, sammelt der Roboter alle Informationen zur Kuh und misst das Euter aus. Größe und Höhe sowie die Strichplatzierung interessieren ihn dabei. Auf diese Weise kann der Melkroboter das Melkgeschirr ganz allein, ohne jegliche Hilfe des Bauern, an das Euter der Kuh setzen. Er merkt auch, wann die Kuh keine Milch mehr

L E S RÄT E ECK

im Euter hat und nimmt dann das Geschirr wieder ab. Aber der Roboter kann nicht nur allein melken, er guckt auch, ob die Milch an die Molkerei geliefert werden darf, indem er die Qualität überprüft. Der Begriff Roboter kommt übrigens aus der slawischen Sprache. Robota heißt dort arbeiten. Ein Roboter ist also nichts weiter als ein automatischer Arbeiter. 䡵

Lösungswort

MamaRind

Horndinger am Beinende Wird im Euter produziert

Damit der Melkroboter weiß, wen er vor sich hat, liest er die Daten der Kuh vom Computerchip (Transponder) ab

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Abkürzung für Rotbunt

Schickt das Lösungswort an die MASTERRIND GmbH, Osterkrug 20, 27283 Verden und lasst Euch überraschen!


Verdener Züchter reisten nach Schweden Die traditionelle Mehrtagesfahrt der Zucht- und Besamungsvereine Verden führte in diesem Jahr nach Schweden. Die Tour begann in der Hauptstadt Stockholm und führte uns weiter nach Vadstena, einer alten Ordens- und Klosterstadt am großen Vätternsee.

Unterwegs konnten wir schon Eindrücke von der weitläufigen und imposanten Landschaft genießen, die ersten Elche und schwedischen Rotviehkühe wurden auch aus dem Bus heraus entdeckt. In Vadstena wurden wir von unserem Reiseleiter Bertil Hanson begrüßt, der bei Bremerhaven geboren und aufgewachsen ist. Sein schwedischer Vater hatte dort gearbeitet, übernahm dann aber einen landwirtschaftlichen Betrieb in Schweden. Die Gebrüder Hanson bewirtschaften heute 350 ha Ackerland und produzieren ca. 10 000 Ferkel, von denen 8 000 gemästet werden. Die Wärmeenergie für das Wohnhaus, die Getreidetrocknung und die Schweineställe wird mit einer Strohheizung erzeugt.

Zersiedelung Bereits vor 200 Jahren führte man in Schweden Flurbereinigung durch. Höfe wurden aus der Dorflage ausgesiedelt, ar-

rondierte Betriebe entstanden. Dies prägt das Landschaftsbild. Kirchen liegen meist allein, Höfe und Häuser sind in der Landschaft verstreut. In der Nähe von Vadstena liegt die HamraFarm, besser bekannt unter dem Namen De Laval. Hier hat der Firmengründer Gustaf de Laval um 1900 die erste Zentrifuge zur Butterherstellung entwickelt. Heute werden moderne Melkanlagen produziert. Unter anderem wurden bis heute bereits 5 000 Melkroboter ausgeliefert.

Vier gingen an den Hof Bleckenstad und melken 320 Kühe in 2,3 Melkungen täglich. Schwedische Kühe müssen laut Gesetz von Mai bis September vier Stunden täglich auf die Weide. Der Milchpreis liegt derzeit bei ca. 30 Eurocent, wobei der Hof Bleckenstad Biomilch produziert (kein Soja, Getreide aus kontrolliertem Anbau). Die TMR in Schweden ist klimabedingt sehr graslastig. Die Herden bestehen zu je einem Drittel aus Holsteins, Schwedischen Rotbunten und Kreuzungen, wobei die F1-Generation mit Holsteinbullen belegt wird. Der Vorteil der Schwedischen Rotbunten wird im Bereich Inhaltsstoffe gesehen. Im Holsteinbereich wird auf Ge-

sundheitsmerkmale selektiert, jede Erkrankung wird registriert und zentral erfasst. Schwedische Milcherzeuger leiden unter den gleichen Problemen wie deutsche: niedrige Preise, Haltungsauflagen und hohe Arbeitslöhne.

Bodenbearbeitung Schwere, steinreiche Lehmböden stellen hohe Anforderungen an den Ackerbau. Diesen stellt sich seit 50 Jahren der Landmaschinenhersteller Väderstad, der Grubber und Sämaschinen zur pfluglosen Bodenbearbeitung herstellt. Für potenzielle Käufer wird die Belastbarkeit der Arbeitsgeräte in einem nahegelegen Steinbruch demonstriert. Alle Reiseteilnehmer waren von der schwedischen Landschaft mit der Weite und der Ursprünglichkeit sowie den hellen Juninächten fasziniert. Einen besonderen Dank möchten wir noch mal an unseren Reiseleiter Bertil Hanson aussprechen, der uns vier Tage mit viel Dynamik, Fachkompetenz und Witz die Landwirtschaft, Kultur und Lebensweise seiner schwedischen Heimat näher gebracht hat. Hermann-Josef Schmidt

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Braunvieh, Fleckvieh und Käse

Lehrfahrt 2009 ins Allgäu Ende Juni reiste der Rinderzucht- und Kontrollverein Annaberg/Zschopau in die Allgäuer Alpen. In diesem Gebiet der reinen Grünlandnutzung ist das Braunvieh zu Hause. Herr Kaiser vom dortigen Braunviehzuchtverband erklärte zunächst dessen Arbeit.

INTERN

Im Allgäuer Gebiet sind ca. 110 000 Kühe mit einer Durchschnittsleistung von ca. 7 100 kg im Herdbuch. Beim Nutz- und Zuchtviehhandel auf den Viehmärkten der Region spielt der Zuchtverband eine große Rolle, bei der Spermavermarktung jedoch nicht. Es folgten die Ausführungen Hubert Mayrs. Er bewirtschaftet mit der Familie 43 ha Grünland, 30 Kühe, 60 Jungrinder und 15 Zuchtbullen. Der Betrieb, der seit 1934 im Herdbuch ist, baute 1995 den Stall auf Liegeboxenhaltung um. Die Haltungsbedingungen und die Futterration waren besonders interessant, da der Betrieb aktuell eine sehr hohe Milchleistung pro Kuh von 10 000 kg mit einem Eiweißanteil von 3,95 % vorzeigen kann. Vier Solaranla-

64

gen bilden ein weiteres Standbein des Betriebes. In Immenstadt-Diepolz besuchten wir anschließend das Bergbauernmuseum. Die Historie der Allgäuer Berglandwirtschaft ließ uns das heutige Wirtschaftsbild noch besser verstehen, vor allem wenn man bedenkt, dass vor ca. 300 Jahren der Ackerbau an Bedeutung verlor, da die Milchwirtschaft lukrativer war. Hier wurde auch die Neugier auf die Käsebereitung auf der Alpe in uns geweckt. Die

höchstgelegene Bergkäserei Deutschlands, die SchlappoldAlpe auf 1760 m ü. NN war das Ziel am Mittwoch. Hier werden 80 Rinder von 24 Bauern der Umgebung gemolken und die Milch in die zugehörige Käserei weitergeleitet. Der Senner, Florian Seltmann, verarbeitet bis zu 1 900 Liter Milch täglich zu Hartkäse. Weiter ging es ins Zuchtgebiet Weilheim. Herr Wesbil vom Amt für Landwirtschaft betreut 867 Betriebe mit einem Tierbesatz von 36 Tieren pro Betrieb. Hier erfuhren wir auch, dass die Rasse Braunvieh (20 %) nur einen geringen Anteil einnimmt. Im Zuchtgebiet Weilheim ist das Fleckvieh dominant. Besichtigt wurde ein weiterer Braunviehzuchtbetrieb. Martin Kriesmair verfügt über eine Milchquote von 600 000 kg. Die 75 Milchkühe mit ihrer Nachzucht und die 10 Zuchttiere sind genau so wichtig wie eine effektive Futterwirtschaft mit fünf Schnitten im Jahr und dem richtigen Gülleeinsatz. Dabei stets im Blick: das ökologische Gesamtsystem.

Der Fleckviehzuchtbetrieb Peter Ginter am Starnberger See bewirtschaftet 82 ha, davon 18 ha Ackerland (10 ha Mais). Die Familie Ginter entschloss sich 1996 zum Neubau des Kuhstalls und dieser wurde bereits im Jahr 2000 zum Teil wieder umgebaut. Es ging vor allem um die gute Durchlüftung, die aber den zum Teil strengen Wintern auch standhalten musste. Wir sind zwar zum vorherigen Betrieb 200 Höhenmeter niedriger, d.h. 633 m ü. NN, aber die Durchschnittstemperaturen liegen ebenfalls nur bei 6,7 Grad Celsius. In der Fleckviehherde von 60 Milchkühen beeindruckten vor allem die Tiere in der sechsten bis achten Laktation. Mitgenommen wurden viele Anregungen für die weitere Arbeit im Erzgebirge. Nun möchten sich die Teilnehmer auf diesem Weg recht herzlich bei ihrem Vorsitzenden, Reinhard Heß, für die hervorragende Organisation bedanken.

Ines Matthes


Uelzener auf Tour

290 Kühe in Oetzmühle Die größte Milchviehherde im Landkreis Uelzen war in diesem Jahr Ziel für das Züchtertreffen des Besamungs- und Rindviehzuchtvereins Uelzen. Familie Wittenberg war sehr erfreut über die große Besucherzahl auch aus den Nachbarkreisen. Der Betrieb ist seit 1968 mit einer Größe von 15 ha und 10 Kühen bis heute auf knapp 400 ha mit 290 Kühen gewachsen. Die Kühe werden in einem 2003 erbauten Swing Over-Melkstand (2 x 16 Plätze) gemolken und in dem 1981 erbauten und ständig erweiterten Boxenlaufstall sowie dem 2008 neu erstellten, an allen Seiten offenen, Boxenlaufstall gehalten. Die Boxen sind mit verschiedenen Materialien,

u. a. mit Pferdemist, sehr tiergerecht eingestreut und werden aufgrund der ständigen Pflege sehr gerne angenommen. Die Kuhkälber werden bis zu einem Alter von etwa vier Monaten in Iglus gehalten und kommen dann zur weiteren Aufzucht bis zur Trächtigkeit von acht Monaten in einen Partnerbetrieb. Das Erstkalbealter liegt bei 24,7 Monaten. Die Leistung der Kühe liegt im Jahresdurchschnitt über 10.000 kg Milch mit 3,7 % Fett und 3,35 % Eiweiß. Um dieses zu erreichen, wird eine maisbetonte Futterration eingesetzt, die mit Getreide, Soja, Raps, Treber und aus Frankreich importierter Luzerne sowie anderen Futtermitteln ausgeglichen wird. In

diesem Jahr versucht Familie Wittenberg, den Luzerneanbau selbst durchzuführen. Bei der guten Bewirtung durch die Jungzüchter fanden noch viele anregende Gespräche statt und der

Vorsitzende Heinrich Heuer wünschte der Familie Wittenberg weiterhin viel Erfolg mit ihrem sehr intensiven Betrieb. Ulrich Degenhardt

Voller Futtertisch: Uelzener Züchter besuchten in großer Zahl den Betrieb Wittenberg

Treffen in Nienwedel

Auch zahlreiche Züchter aus den Nachbarkreisen angelockt Das Züchtertreffen des MASTERRIND-Kreisvereins LüchowDannenberg hat in diesem Jahr auf dem Betrieb von Rudi und Klaus Hadrossek in Nienwedel stattgefunden. Dass dieser Betrieb in der Vergangenheit durch zahlreiche Schaubesuche und -erfolge auf sich aufmerksam machte, zeigt das Interesse von sehr vielen Besuchern, die auch aus den Nachbarkreisen anreisten. Im jüngst erweiterten Kuhstall stellten die beiden Betriebsleiter den Betrieb und seine Entwicklung deutlich und ausführlich vor. Der Neuanbau überzeugt durch eine hohe Traufe, gute Licht- und Luftverhältnisse so-

wie großzügige und gut eingestreute Liegeboxen. Nicht nur der Stall konnte die Besucher überzeugen. Insbesondere die 110-köpfige Milchviehherde konnte durch ihre einheitliche Exterieurkorrektheit begeistern. Die Vorstellung von einigen Kuhfamilien hat einen Einblick in die geleistete Zuchtarbeit gegeben. Bei der Anpaarung wird großes Augenmerk auf Fundamente, Euter und Körper gelegt. Trotzdem weist der Betrieb Hadrossek einen 10-jährigen Leistungsdurchschnitt von über 10 000 kg Milch auf. Gefüttert werden die Kühe mit einer leistungsstarken TMR, bestehend aus Gras- und Maissila-

ge, Getreideeigenmischung, Soja, Viehsalz, Mineralfutter und Glycerin. Grundfutter und Getreide werden auf 160 ha vom Betrieb selbst erzeugt. Die weibliche Nachzucht sowie einige zuchttaugliche, männliche Jungtiere werden im Boxenlauf-Jungviehstall auf Spalten und Stroh aufgezogen. Die nicht zur Bestandsergänzung benötigten Rinder und Bullen werden tragend oder abgekalbt durch die

MASTRRIND vermarktet. Die Arbeiten auf dem Betrieb werden von den beiden Leitern und ihren Ehefrauen, einem Altenteiler sowie zwei Lehrlingen erledigt. Der Betrieb Hadrossek blickt trotz derzeit niedriger Milchpreise optimistisch in die Zukunft und wird weiterhin optimiert.

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Im Blick: Unsere Mitgliedsbetriebe

Hainichen-Pappendorf – Ein Begriff in Die Kühe der Agrargenossenschaft HainichenPappendorf e.G. haben durch die hervorragenden Ergebnisse auf der diesjährigen Deutschen Holsteinschau im Juni in Oldenburg den Namen Hainichen wiederum in den Fokus gerückt. Blackrose, None, Odyssee, Paola – erfolgreiche Schautiere Mit der kräftigen und trotzdem sehr milchtypischen dunklen Kuh namens Blackrose fing es 1996 als Champion auf der agra in Leizig an. Sie wurde im Jahre 2000 auch Reservesiegerin anlässlich der Sächsischen Holsteintage in Cavertitz. Ihr folgte ebenfalls als Reservechampion im darauffolgenden Jahr die Dombinator-Tochter None, bevor dann im Jahr 2003 die Rudolph-Tochter Odyssee Reservesiegerin der mittleren Kuhklassen auf der DHV-Schau und später Siegerin des All German Wettbewerbes wurde. Odyssee wurde Bullenmutter und später mit 95 Punkten die bisher am höchsten bewertete Kuh im sächsischen Zuchtgebiet. Neben der Storm-Tochter Paola, die 2004 einen Klassensieg auf

Blick in den 2006 errichteten Stammkuhstall

der German Open in Osnabrück und den Reservesiegertitel bei den Sächsischen Holsteintagen in Leipzig errang, folgte dann im nächsten Jahr der große Auftritt von Odyssee in Leipzig mit den Titeln „Beste Altkuh“, „Beste Euterkuh“ und „Miss Sachsen“. Als 10-jährige Kuh konnte sie dann auf der Schau der Besten 2008 noch einmal den Reservesieg bei den alten Kuhklassen erringen und gleichzeitig mit dem Jocko Besne-Sohn Jolus ei-

INTERN

Leider kommt es immer wieder vor, dass weniger Ortskundige die Nachbarbetriebe HainichenPappendorf und HainichenBockendorf, wobei der letztgenannte Betrieb durch die Erfolge der weißen Wade-Tochter Petale in Fachkreisen ebenfalls bekannt ist, verwechseln. Die beiden Zweitkalbskühe, einerseits die Goldwin-Tochter Lys Adia und andererseits die Laudan- Tochter Amstel, sorgten gleich am Vormittag des Schautages mit ihrem jeweiligen Klassensieg für einen besonderen Erfolg der Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf und den im Betrieb für die Holsteinzucht Hauptverantwortlichen Friedrich Jahn. Herr Jahn hat über Jahre hinweg mit viel Hingabe und Enthusiasmus immer wieder Erfolge auf zahlreichen nationalen und internationalen Schauen erringen können.

Blackrose

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Odyssee

nen absoluten Spitzenvererber, der im gleichen Jahr eine sehr gute und ausgeglichene Nachzucht bei den Sächsischen Holsteintagen in Cavertitz präsentierte, hervorbringen. Jolus ist im aktuellen Geschäftsjahr der am zweitstärksten nachgefragte Vererber im sächsischen Zuchtgebiet. Zur aktuellen AugustZuchtwertschätzung nimmt er mit RZG 134 Platz 18 der offiziellen deutschen Topliste nach RZG ein. Leider ist er in der Zwi-


Hohe Leistungen mit 1.200 Kühen

der Holsteinzucht

schenzeit abgegangen. Für die Zuchtstätte Hainichen-Pappendorf folgte 2005 dann aber insgesamt gesehen vielleicht das beste Schaujahr, als Paola sich als „Beste Altkuh“, „Beste Euterkuh“ und „Miss Sachsen“ im direkten Vergleich jeweils gegen Odyssee durchsetzen konnte und die ManatTochter Raja den All German Wettbewerb für sich entschied.

Lys Adia und Amstel – die jüngere Generation Neben unzähligen Schauteilnahmen und sehr guten Platzierungen im Inland und auf interna-

Paola

tionalen Schauen wie der Epinal, Simagena oder Verona machte jetzt das Paar der Zweitkalbskühe wieder eindrucksvoll Werbung für die Zuchtstätte aus dem Erzgebirgsvorland. Bereits im Februar 2009 konnte Lys Adia frisch abgekalbt den Reservesieg bei den Zweitkalbskühen auf der Schau der Besten erringen. Einige Monate weiter in der Laktation überzeugte sie dann mit ihrem Typ, Milchadel und dem exzellenten Euter die Richter in Oldenburg. Die Laudan-Tochter Amstel komplettierte dann als Klassensiegerin und Drittplatzierte bei der Siegerauswahl den besonderen Erfolg. Für diese Erfolge wesentlich verantwortlich zeichnet Friedrich Jahn, der sich im Vorstand der Agrargenossenschaft und im Aufsichtsrat des SRV sowie als Verwaltungsratsmitglied bei der MASTERRIND GmbH seit Jahren auch ehrenamtlich für die Belange der Rinderzucht einsetzt.

Im Betrieb werden insgesamt 2.400 Rinder, davon ca. 1.200 Milchkühe mit einer durchschnittlichen Milchleistung von 10.982 kg bei 4,27 % Fett und 3,57 % Eiweiß, gehalten. Die Kühe produzieren überwiegend in einer sogenannten 1930-er Anlage und die Remontierung erfolgt über eine eigene Jungrinderaufzucht im 1999 in Cunnersdorf neu erbauten Jungrinderstall mit 600 Plätzen. Die züchterisch wertvolleren Kühe befinden sich im 2006 neu errichteten Stammkuhstall mit ca. 60 Plätzen. Er wurde als Tiefstreustall mit außen liegendem Futtertisch gebaut, und in Verbindung mit täglichem Weidegang bietet er einen sehr hohen Komfort für die im Durchschnitt über 13.000 kg produzierenden Kühe. Die Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf beteiligt sich seit vielen Jahren sehr stark am Zuchtprogramm und setzt neben den aktuellen Vererbern, wie Malpas, Alert II, Parade, Jobess und Jolus, überwiegend Testbullen und einige ausländische Bullenväter, wie Alexander und Sanchez, ein.

Der Betrieb in Zahlen Die Agrargenossenschaft hat 231 Mitglieder und bewirtschaftet insgesamt 3.052 ha, davon 2.613 ha Ackerland und 429 ha Grünland. Das Anbauverhältnis stellt sich wie folgt dar: 1.316 ha

Getreide, 582 ha Ölfrüchte, 175 ha Grasvermehrung, 42 ha Feldfutter, 24 ha Zuckerrüben, 434 ha Mais und 50 ha Erbsen. Bei einer durchschnittlichen Höhenlage von 330 m über NN und jährlichen Niederschlägen von 725 mm werden ca. 700 ha durch die Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet in der Nutzung nachhaltig beeinflusst. Die Lößund Verwitterungsböden verfügen über eine durchschnittliche Bodenwertzahl von 48 und sind durch eine starke Zergliederung und Hanglagen gekennzeichnet. Mit insgesamt 75 Vollzeitbeschäftigten und 7 Auszubildenden werden weiterhin pro Jahr ca. 1.500 Schweine gemästet und zum großen Teil in der eigenen Landfleischerei verarbeitet. Vor kurzem wurde auch eine Biogasanlage erfolgreich in Betrieb genommen und ist heute ein wichtiger Bestandteil zur langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze. Zur weiteren Verbesserung der Jungrinderaufzucht gibt es konkrete Pläne zur Errichtung eines neuen Stalles für die Kälber, um auch in diesem für die Tiergesundheit sehr sensiblen Bereich Verbesserungen zu erreichen. Wir wünschen dem Betrieb, allen Verantwortlichen und natürlich allen Mitarbeitern der Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf viel Erfolg in der Zukunft und weiterhin so großartige Zuchterfolge. Cord Höltje

Lys Adia

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MASTERRIND ehrt langjährige Mitarbeiter Im Rahmen zweier Jubiläumsfeiern wurden an den MASTERRIND-Standorten Verden und Meißen langjährige Mitarbeiter geehrt und einige von ihnen in den Ruhestand verabschiedet. 40 Jahre Für 40-jährige Mitarbeit wurde Zuchtinspektor Ulrich Degenhardt geehrt. Der Ingenieur für Landbau war von der MASTERRIND-Vorgängerorganisation Lüneburger Herdbuchgesellschaft eingestellt worden und wirkte bis zum Eintritt in die Ruhephase der Altersteilzeit im Raum Uelzen/Lüneburg. Ebenfalls auf 40 Betriebsjahre blickt Hans-Joachim Hetz zurück. Der heute 63Jährige hatte 1969 als Fahrer beim VEB Tierzucht Dresden begonnen, war später als Energiebeauftragter für die Beschaffung von Treib- und Brennstoffen verantwortlich und landete in den achtziger Jahren in der Verwaltung. Gerhard Schreiter ist 64 Jahre alt und ebenfalls seit 40 Jahren im Unternehmen tätig. Er trat 1969 in das VEG Tierzucht in Torgau ein. Nach einer Zeit in der Besamung wurde er 1974 Stationsleiter der Bullenaufzucht in Korbitz, wo in 35 Jahren unter seiner Leitung mehr als 4.500 wertvolle Jungbullen aufgezogen wurden. Degenhardt, Hetz und Schreiter wurden von der Geschäftsführung der MASTERRIND mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

PERSÖNLICHES

Verabschiedung Nach 43 Jahren in den Ruhestand gingen Reinhard Strehl und Martin Wulff. Beide waren von der Zentralbesamung (ZB) Bremen eingestellt worden und hatten zunächst als Techniker in der künstlichen Besamung gewirkt. Mit dem Bau der Besamungsstation Verden übernahm Martin Wulff dann die Leitung des dortigen Spermalagers, dem er bis zuletzt vorstand. Reinhard Strehl wandte sich dem Embryo68

transfer zu. Als Botschafter für diese Innovation war er weit über die Grenzen des Zuchtgebietes, bis hin nach Südafrika, unterwegs. Auch Strehl und Wulff wurden mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Nach 21 Jahren wird Irena Becker in den Ruhestand verabschiedet. Die gebürtige Polin hatte in ihrer Heimat als Lehrerin für Geschichte, Literatur und Musik gearbeitet. Bei der Rinderproduktion Niedersachsen (RPN) war sie fortan im Exportgeschäft für Osteuropa tätig, baute bereits vor dem Mauerfall Geschäftsbeziehungen nach Polen auf, kümmerte sich hier um die Geschäftsabwicklung und wirkte als Übersetzerin. Für ihre Verdienste erhielt sie die silberne Ehrennadel. Der ebenfalls verabschiedete Christoph Hölzel war 16 Jahre als Fachberater für das Unternehmen tätig. Mit Vollendung des 65. Lebensjahres wurde er nun verabschiedet. Rosemarie Forkert verlässt die MASTERRIND nach 34 Jahren Betriebszugehörigkeit. Als 26Jährige begann sie als Sachbearbeiterin mit Labortätigkeiten im Spermadepot. 1992 wechselte sie dann in die allgemeine Verwaltung und wurde aufgrund ihrer großen Flexibilität zur Frau für alle Fälle. Sie unterstützte die Chefsekretärin, übernahm Arbei-

Die Jubilare aus Sachsen

Die Jubilare aus Niedersachsen

ten im Marketing oder betreute Gäste aus dem In- und Ausland. Für jahrzehntelanges Wirken wurde auch sie mit der silbernen Nadel geehrt.

25 Jahre Fünf Mitarbeiter gehören seit 25 Jahren zum Stab des Zuchtverbandes. Der ausgebildete Drucker Peter Häring wurde 1957 geboren und von der ZuchtrinderErzeugergemeinschaft Hannover (ZEH) als Leiter der Hausdruckerei eingestellt. Sein gleichaltriger Kollege Karl-Heinz Schirrmacher arbeitet im Bullenstall als Tierpfleger und kümmert sich um das leibliche Wohl der Spitzenvererber. Seinerzeit von der ZB Hannover eingestellt, zog er 1984 mit seinen Bullen nach Verden, wo er sie noch heute betreut. Tierzuchttechniker Wolfgang Lühring wurde ebenfalls 1957 geboren. Er trat nach einer landwirtschaftlichen Lehre in die Dienste der RPN und übernahm die Besamung im Raum Cuxhaven und Bad Bederkesa. Sein sechs Jahre jüngerer Kollege

Bernd Schröder hatte vor seinem Eintritt bei der RPN ebenfalls Landwirt gelernt. Er arbeitete mehrere Jahre als Vertretungstechniker in der Gegend um Cuxhaven, im Raum Lüchow-Dannenberg und in seiner Heimat zwischen Sulingen und Diepholz. Hier bearbeitet er heute einen eigenen Bezirk. Fünfte Silberjubilarin ist Dörte Bischoff. Als gelernte Kauffrau im Großund Außenhandel wirkte sie ab 1984 zunächst in der Exportabteilung der ZEH. 1993 wechselte sie dann in die Buchhaltung. In diesem Feld bildete sich die inzwischen 46-Jährige weiter und ist dort bis heute tätig. Alle Silber-Jubilare wurden mit der entsprechenden Ehrennadel ausgezeichnet.

Nach 10 Jahren wurden geehrt: Marianne Fricke, 55, Kantine Verden Kristina Häußler, 45, Herdbuch Meißen Anke Hacker, 48, Chefsekretärin Meißen Bettina Heß, 26, Fleischrinderabteilung Verden Götz Jäschke, 54, Fachberater Meißen Wilfried Spichale, 54, Fachberater Meißen Friedhelm Stiewe, 48, Schlachtviehvermarktung Verden Toni Wilmsmeyer, 37, Tierzuchttechniker Verden Hermann Bischoff


50 Jahre im Dienst der Milcherzeugung

Am 1. Juli feierte Walter Hormann aus Nindorf in Kreis Celle ein äußerst seltenes Berufsjubiläum. An diesem Tag vor 50 Jahren wurde er 19-jährig als Milchprobenehmer für die damals 28 Betriebe mit 340 Kühen in den

Ortschaften Hagen, Nindorf und Widdernhausen eingestellt. In den folgenden Jahren bis 1976 folgten rund 90 Lehrgänge zu den Themen Milchleistungsprüfung, Klauenpflege, Milcherzeugerberatung und Futterberatung. Seit 1971 ist Walter Hormann Oberkontrollassistent, die damalige Bezeichnung für den heutigen Milchleistungsoberprüfer. Sein Handeln war und ist geprägt durch Pflichtbewusstsein, Akzeptanz, Ehrlichkeit und

Pünktlichkeit sowie in Eigenverantwortung die richtige Entscheidung zu treffen. So wurde ihm 1973 die Geschäftsführung des Milchkontrollvereins Bergen übertragen, die er bis zur Fusion 1993 mit dem MKV Südniedersachsen ausübte. Zusätzlich übernahm er 1985 die Leitung des MKV Eschede. Auf regionalen Tierschauen, Jungzüchterwettbewerben und Melkwettbewerben ist er immer eine unterstützende Kraft. Auch als Hoch-

Ausbildung bei der MASTERRIND – Kommen und Gehen Die Ausbildung von Nachwuchsmitarbeitern hat bei der MASTERRIND und deren Vorgängerorganisationen Tradition. Jedes Jahr im August kommen neue Auszubildende hinzu, ältere beenden ihre Lehrzeit. Das Gehen bezieht sich zumeist jedoch nur auf das Verlassen der Abteilung Ausbildung. In der deutlich überwiegenden Zahl der Fälle finden die ehemaligen Lehrlinge ein interessantes Einsatzgebiet im Unternehmen. So auch Heiko Beneke. Nach dreijähriger Ausbildung zum Bürokaufmann hat er seine berufliche Heimat in der Zuchtvieh-Exportabteilung gefunden. Der 21-

Heiko Beneke hat seine Ausbildung erfolgreich beendet

zeitsmelker war er schon 45 Mal im Einsatz. Seit 2005 ist Walter Hormann offiziell Rentner. Aber danach geht es bei ihm nicht – wo es was zu tun gibt und er gefragt wird, auf Walter Hormann ist Verlass. Kollegen und Landwirte danken für diese außergewöhnlich langjährige und angenehme Zusammenarbeit und wünschen ihm und seiner Familie für die Zukunft alles Gute. Ute Krispien

Die MASTERRIND GmbH ist das führende Unternehmen in der Rinderzucht. 400 Mitarbeiter bilden an den Standorten in Verden und Meißen eine enge Brücke zu Mitgliedern und Kunden. Zum 1. August 2010 besetzen wir an unserem Hauptsitz in Verden Ausbildungsplätze zum/zur

• Bürokaufmann/-frau Ausbildungsleiterin Karin Cordes mit ihren neuen Schützlingen, Friederike Leiding und Daniel Ahrens

jährige Thedinghausener (Landkreis Verden) hatte hier bereits zum Ende seiner Lehrzeit einige Monate verbracht und kümmert sich nun um Organisation und Abwicklung der Tierexporte. Friederike Leiding erlernt den Beruf der Kauffrau im Groß- und Außenhandel. Als 20-jährige Tochter eines Milcherzeugers in Dedendorf (Landkreis Nienburg) sind ihr die Sorgen und Nöte der Rinderzüchter bestens bekannt. Die begeisterte Reiterin hat die schulische Ausbildung in Hoya mit dem Abitur beendet und im

Anschluss ein freiwilliges soziales Jahr in der Jugendarbeit abgeleistet. Ihr neuer Kollege, Daniel Ahrens, stammt aus NeustadtBasse in der Region Hannover. Der heute 18-Jährige hat nach der mittleren Reife die Fachoberschule Wirtschaft in Neustadt am Rübenberge besucht und gibt als Hobby sein Engagement bei der örtlichen freiwilligen Feuerwehr an. Auch er hat sich für das Berufsbild des Kaufmanns im Großund Außenhandel entschieden. Hermann Bischoff

• Kaufmann/-frau im Großund Außenhandel Vorausgesetzt werden die Mittlere Reife und die baldige Erlangung der Fahrerlaubnisklasse B (PKW). Auf Ihre interessante Bewerbung freut sich MASTERRIND GmbH Frau Karin Cordes Osterkrug 20 27283 Verden

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Rudolf Lebeda

Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag

PERSÖNLICHES

Der frühere Fachberater beim Sächsischen Rinderzuchtverband e.G., Rudolf Lebeda aus Burkau, beging am 25. Februar 2009 in guter geistiger und körperlicher Verfassung seinen 80. Geburtstag. Neben Verwandten und Bekannten gehörten zu den Gratulanten auch ehemalige Kollegen des SRV und Vertreter von ihm betreuter Rinderzuchtbetriebe. Geboren und aufgewachsen im damaligen Sudetengau, begann er seine berufliche Tätigkeit in der Glasmacherei. Nach dem Krieg verschlug es ihn in die Lausitz. Etappen seiner beruflichen Laufbahn waren landwirtschaftliche Lehre, Milchleis-

tungsprüfer, Zuchtinstrukteur und schließlich Fachberater beim Sächsischen Rinderzuchtverband, bevor er 1994 in den Ruhestand wechselte. Dabei war er vorrangig in Zuchtbetrieben

der Kreise Bischofswerda, Bautzen, Löbau und Kamenz tätig. Berufsbegleitend qualifizierte er sich zum staatlich geprüften Landwirt und staatlich geprüften Tierzüchter.

Sein engagiertes Wirken war wesentlicher Baustein beim erfolgreichen Aufbau des Rinderstammzuchtzentrums Oberlausitz und des Sächsischen Rinderzuchtverbandes. Markenzeichen seiner Arbeit waren Fachkompetenz, Ehrgeiz, Geradlinigkeit, Partnerschaftlichkeit und schöpferische Ungeduld. Für seine engagierte Arbeit soll ihm an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt werden. Wir wünschen ihm weiterhin viele schöne Jahre und noch lange seine geistige und körperliche Frische.

Dr. Gerhard Schneider

Tiervertrieb Verden

Dr. Gerhard Schneider

Cord Schünemann

65. Geburtstag

Die Bullenkälber- und Schlachtviehabteilung in Verden wird seit Januar von Cord Schünemann verstärkt. Schünemann wurde 1971 geboren und wuchs auf einem landwirtschaftlichen Mischbetrieb auf. Folgerichtig besuchte er nach der allgemeinschulischen Ausbildung, die er mit der Mittleren Reife abgeschlossen hatte, das Berufsgrundbildungsjahr Agrar. Nach der anschließenden landwirtschaftlichen Lehre absolvierte Cord Schünemann zunächst die einjährige und anschließend die zweijährige Fachschule. 70

1995 pachtete der Junglandwirt den Betrieb der Eltern in Hülsen bei Dörverden (Landkreis Verden) und wandte sich vorwiegend der Sauenhaltung zu. Heute, auf Ferkelaufzucht umgestellt, gehört der Betrieb zu den Hobbys Schünemanns, der sich darüber hinaus für Fußball – aktiv wie passiv, Tischtennis, Musik und seine junge Frau interessiert. Im Tiervertriebs-Team der MASTERRIND ist Cord Schünemann nun mit der Vermarktung von Bullenkälbern und Schlachtvieh betraut. Zur Vorbereitung auf diese Aufgabe absolvierte er bereits einen Lehrgang zur Klassifizierung von Großvieh. Von der Abholung und Sammlung über die Vermarktung bis hin zur Abrechnung erreichen Sie Ihren Ansprechpartner unter der Nummer 0151-12667632. Hermann Bischoff

Am 11. Juni 2009 beging Dr. Gerhard Schneider seinen 65. Geburtstag. Gemeinsam mit Dr. Braune, Dr. Kramer und Dr. Breitling gehörte Dr. Gerhard Schneider zu den Gründungsmitgliedern des Sächsischen Rinderzuchtverbandes e. G. (SRV). Seit dem Gründungstag am 11. Mai 1990 war er durchgehend dessen stellvertretender Vorsitzender. Ein Amt, das nach den Worten von Dr. Schneider selbst, „zuerst Amt und dann erst Ehre ist“. Dr. Schneider hatte maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des SRV. Aber auch als Züchterpersönlichkeit besitzt er große Verdienste, beginnend mit seiner Tätigkeit als Leiter der Tierproduktion in Großwelka bzw. Radibor. Als Vorsitzender und nach der Wende als Geschäftsführer hat er wesentliche züchterische und betriebswirtschaftliche Akzente gesetzt. Sein fundiertes Fachwissen als Land-

wirt, als Staatlich anerkannter Tierzuchtleiter und als Doktor der Agrarwissenschaften hat er stets bereitwillig sowohl in seinem Ehrenamt als Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des SRV und als Verwaltungsratsmitglied der MASTERRIND als auch in seine Betriebe eingebracht. Die MASTERRIND bedankt sich für sein Engagement für die Rinderzucht. Für seine zukünftigen Aufgaben wünschen wir Dr. Schneider viel Schaffenskraft und vor allem Gesundheit. Steffen Feurich


T E R M I N E • T E R M I N E Busreise zu den Treffen & Versammlungen BV Hannover-Peine • 17. Oktober 2009 Züchtertreffen, 10 Uhr, Betrieb Christian Büchtmann, Thönse, und Thomas Ebeling, Kirchhorst

NORDRIND-Kreisgemeinschaft Land Hadeln • 19. Oktober 2009 Klönabend und Bullenvorstellung, 19.30 Uhr, Gasthaus Tiedemann, Lamstedt-Nindorf • 21. Oktober 2009 Klönabend und Bullenvorstellung, 19.30 Uhr, Gasthaus Katt, Ihlienworth

KRZV und BV Uelzen • 22. Oktober 2009 Klönabend und Bullenvorstellung, 19.30 Uhr, Gasthof Hofmann, Uelzen – OT Hansen • 7. Januar 2010 Generalversammlung, 9.30 Uhr, Gasthof Hofmann, Uelzen – OT Hansen

BV Mariensee • 26. Oktober 2009 Klönabend und Bullenvorstellung, 19.30 Uhr, Gasthaus Schrader, Eilvese • 28. Oktober 2009 Klönabend und Bullenvorstellung, 19.30 Uhr, Gasthaus Witte, Woltringhausen • 19. November 2009 Jahreshauptversammlung, 19.30 Uhr in Leese

KRZV und BV Bremervörde • 29. Oktober 2009 Klönabend und Bullenvorstellung, 20 Uhr, „Grüner Jäger“, Sandbostel • 7. Dezember 2009 Generalversammlung, 19.30 Uhr, „Selsinger Hof“, Selsingen

BV Scheeßel, Visselhövede, Rotenburg/W. • 2. November 2009 Klönabend und Bullenvorstellung, 20 Uhr, „Waldhof“, Unterstedt

BV Bederkesa • 3. November 2009 Klönabend und Bullenvorstellung, 19.30 Uhr, Krombacher Hof, Elmlohe

BV Gifhorn-Isenhagen • 5. November 2009 Generalversammlung, 19.30 Uhr, Torfhaus, Westerbeck

BV Celle • 3. Dezember 2009 Generalversammlung, 19 Uhr, Lindenhof, Garßen

RZV Sulingen-Diepholz • 3. Dezember 2009 Generalversammlung, 19.30 Uhr, Lindenhof Hartje, Varrel

Als Service für ihre niedersächsischen Mitglieder bietet die MASTERRIND Busreisen zu den Sächsischen Holsteintagen (16. und 17. Oktober 2009) nach Cavertitz an. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Frau Norden: Tel. 04231-679-111, Fax 679-216, E-Mail pnorden@masterrind.com

Auktionen 2009 Verden Di., Di., Di.,

29. September 3. November 1. Dezember

Verden – Absetzer

Sonderveranstaltungen September 2009 19./20. Altmittweidaer Erntedankfest, Altmittweida 26. Sächsischer Fleischrindertag, Großharthau 29.9.- World Dairy Expo 2009, 3.10. Madison / USA

Mi., Mi., Mi., Mi., Mi.,

23. 14. 28. 18. 16.

September Oktober Oktober November Dezember

Bremervörde Di., Di., Di.,

13. Oktober 10. November 15. Dezember

Oktober 2009 16./17. Sächsische Holsteintage 22.-25. International Dairy Cattle Fair Cremona 2009, Cremona / Italien

November 2009 4.

Sächsischer Milchrindertag, Groitzscher Hof, Zum Kalkwerk 3, 01665 Triebischtal, OT Groitzsch 6.-15. Royal Winter Fair, Toronto / Kanada 19. Blickpunkt Rind (RBB), Paaren / Glien 23. Elite Auktion Hamm (DHV), Hamm

Dezember 2009 11.

Tulip Holstein Sale, Zwolle / Niederlande 11.-12. Niederländische Nationalschau, Zwolle / Niederlande

KÄLBER-Vermarktung Abnahme jeden Dienstag Selbstanlieferung:

Sächsischen Holsteintagen

Halle Uelzen 9 - 10 Uhr Halle Verden 13 - 14 Uhr b Sammeltransporte im gesamten Zuchtgebiet je nach Region montags oder dienstags b Sammlung Sachsen-Anhalt - Brandenburg 14-tägig. Anmeldung: Tel. (0 42 31) 6 79-126, -127 Fax (0 42 31) 6 79-233

Uelzen

IMPRESSUM:

MASTERRIND MAGAZIN ISSN 1867-2809

Herausgeber: C. Kohlmann Druck & Verlag GmbH 37431 Bad Lauterberg Hauptstraße 36 - 38 Telefon (0 55 24) 85 00-0 Telefax (0 55 24) 85 00-39

Schriftleitung: MASTERRIND GmbH, ein Unternehmen von RPN/SRV/ZEH 27283 Verden Osterkrug 20 Telefon (0 42 31) 6 79-5 Telefax (0 42 31) 6 79-7 80 info@masterrind.com

Mi., 14. Oktober Mi., 11. November Mi., 16. Dezember

01662 Meißen Schlettaer Straße 8 Telefon (0 35 21) 47 04-10 Telefax (0 35 21) 47 04-18 info-meissen@masterrind.com

Northeim

www.masterrind.com

Do., 1. Oktober Do., 12. November Do., 17. Dezember

Hermann Bischoff, Niedersachsen Steffen Feurich, Sachsen

Eigenbestandsbesamerlehrgänge Die nächsten Eigenbestandsbesamerlehrgänge finden vom 26. bis 29. Oktober 2009 23. bis 26. November 2009 14. bis 17. Dezember 2009 bei der MASTERRIND GmbH in Verden statt. Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen. Weitere Informationen und Anmeldungen bei der MASTERRIND GmbH, Frau Cordes, Tel. 04231-679-917.

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MASTERRIND September 2009