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Zwei Michaels in luftiger Höh‘

Die beiden Forstprofis des Maschinenring Osttirol sind auf den höchsten Bäumen und in den Wäldern rund um Lienz im Einsatz.

Michael Lassnig und Michael Rosenkranz sind Bauern und echte Naturburschen. Die Verbundenheit zur Arbeit in der freien Natur wurde ihnen so gut wie in die Wiege gelegt und ist auch Grundlage ihrer Tätigkeit beim Maschinenring. Die beiden nutzen die Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen Forst und Baumabtragung beim Maschinenring Osttirol, um zusätzlich zur eigenen Landwirtschaft ein Einkommen zu erzielen. Beide sind ausgebildete Forst- und Landwirtschafts-Facharbeiter und seit gut drei Jahren für den Maschinenring bei Holzschlägerungen und -seilungen sowie Spezialbaumfällungen im Einsatz. So auch bei der Abtragung einer mehr als 30 Meter hohen und 80 Jahre alten „Riesenpappel“ am neu gebauten Areal des Campus Technik Lienz.

Grüner Riese als Sicherheitsrisiko für Passanten

Trotz intensiver Pflege und diverser Rettungsversuche durch die Experten des Maschinenring war der weithin sichtbare Baum nicht mehr zu retten. Er musste aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Wie sich später herausstellte war dies die einzig richtige Entscheidung. Fäulnis und Schädlingsbefall waren so weit fortgeschritten, dass der Baum sommerlichen Unwettern und Gewitterstürmen aber auch einem schneereichen Winter kaum noch standgehalten hätte. Damit stellte er eine Gefahr für Passanten dar. Die Beschädigungen waren von außen nur schwer einschätzbar und für einen Laien nahezu nicht zu erkennen. Aufgrund der schwierigen Bedingungen in der unmittelbaren Nähe zum neuen Ausbildungsgebäude, war die Baumentfernung eine Aufgabe für die beiden erfahrenen Profi-Forstarbeiter Michael und Michael. Mithilfe von Klettertechnik und schwerem Gerät, einem der größten verfügbaren LKW-Kräne im Bezirk, rückten sie dem holzigen Giganten mit einem Stammdurchmesser von mehr als einem Meter zu Leibe.

Michael Lassnig (l.) und Michael Rosenkranz (r.) sind ein eingespieltes Team, wenn es um die professionelle Abtragung von Bäumen geht. Die Freude nach der getanen Arbeit und der erfolgreichen Fällung der „Riesenpappel“ mit mehr als einem Meter Stammdurchmesser war bei den beiden groß.
Bildnachweis: Martin Lugger

Baumfällung sorgte für Aufsehen

Stück für Stück und Ast für Ast wurde der Baum von den Baumkletterern und dem Kranführer abgetragen. Dabei sind eine gute Kommunikation zwischen dem Arbeiter am Baum und dem Maschinenbediener am Boden sowie höchste Konzentration unerlässlich, um derartige Aufträge ohne Gefährdung von Mensch und Infrastruktur abzuarbeiten. Schließlich trennt der mit Motorsäge, Steigeisen und Kletterschlinge ausgerüstete Arbeiter am Baum die massiven Stammteile, die am Kran-Ausleger angehängt sind, direkt vor seinem Körper ab. Der LKW-Kran hebt die Teile ab – dabei können sie ins Schwingen geraten und dem Kopf des Arbeiters gefährlich nahe kommen. Hier ist das Fingerspitzengefühl des Kranführers gefragt. Er darf weder zu fest anziehen noch locker lassen, um den Stamm schnell und sicher aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Am Boden wird er entastet und für die Verladung abgelängt. Nach gut einem halben Tag war die Lienzer Pappel aufgearbeitet und das Sicherheitsrisiko beseitigt. Das angefallene Holz wurde zu Biomasse verarbeitet undim örtlichen Heizwerk für die Wärmeproduktion genützt.

Neben dem Faktor Sicherheit zählen bei Baumabtragungen wie am Campus Technik Lienz vor allem auch das Fachwissen und die Erfahrung der eingesetzten Dienstleister.
Bildnachweis: Martin Lugger

Fachwissen gefragt

Baumkletterer Michael Lassnig nutzt die Ausbildungsmöglichkeiten beim Maschinenring, um sein Wissen zu erweitern und dadurch alle Arbeiten an Bäumen so ausführen zu können, dass die Gesundheit und die Sicherheit der Bäume erhalten werden kann. Die Lerninhalte sind vielfältig und reichen von der Pflanzung über die Kontrolle und Pflege bis hin zur Abtragung.