Garten Rollbergbewegung - A participatory project by Eleni Papaioannou & Marula Di Como -

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GARTEN ROLLBERG BEWEGUNG


Was kann eine Wanderung mit Pflanzen von Marzahn ins NeukÜllner Rollbergviertel bewirken? Was passiert in einem Projekt, in dem verschiedene Menschen aus der Nachbarschaft des Rollbergviertels gemeinsam einen Garten aufbauen, pflegen und im Gespräch etwas ßber die Lebenswelt des Anderen* erfahren? Eignet sich ein partizipativ angelegtes Garten Kunstprojekt, um unterschiedliche Gruppen von Menschen zusammenzubringen und ein besseres Zusammen-leben und Miteinander vor Ort zu initiieren?


GARTEN ROLLBERGBEWEGUNG Handlungsschritte – Strategie – Auswertung Das Projekt Garten-Rollbergbewegung hatte als Hauptziel die Prävention von Konflikten und die Stärkung der demokratischen Bürgerschaft. Es sollten insbesondere die neu- und alteingesessenen Neuköllner*innen im Rollbergviertel in diesem Projekt beteiligt werden. Ein Garten, als ein Ort der Begegnung und der Vielfalt, sollte die Möglichkeit bieten, Barrieren zwischen unterschiedlichen Nachbarschaftsgruppen abzubauen und demokratische Strukturen für ein friedliches Zusammenleben zu schaffen. Das Projekt wurde in fünf Phasen umgesetzt: die Akquirierung der Teilnehmer*innen und eine Informationsveranstaltung, eine Wanderung mit Pflanzen und Gründung des Gartens (Gartenfest), zwei Gartenworkshops (Sommer und Winterpflege) und abschließender ein Demokratieworkshop. Akquirierung der Teilnehmer*innen und Informationsveranstaltung Um unsere Zielgruppe zu erreichen (alteingesessene und neuzugezogene Nachbar*innen im Neuköllner Rollbergviertel), haben wir zwei feste Kooperationspartner ausgesucht und erfolgreich miteinbezogen. Zum einen haben wir das Interkulturelle Familienzentrum To Spiti e.V. (Beratungsstelle für griechische Migrant*innen – Senior*innen) als Kooperationspartner einbezogen, welches einen guten Kontakt zu der Gruppe der alteingesessenen Neuköllner*innen hat. Zum andern haben wir das Agora Rollberg (Zentrum für nachhaltige Ökonomie, Kunst, Urbanismus) einbezogen, in dem sich junge Leute aus dem ganzen Welt treffen, um sich auszutauschen. Des Weiteren haben wir Kontakte zu lokalen Trägern geknüpft, um weitere Teilnehmer*innen für unser Projekt zu erreichen (Arabisches Kulturinstitut AKI e.V., Förderverein MORUS 14 e.V., AWO Falk Club Neukölln, Töyed e.V., Haus des älteren Bürgers, QM Rollbergsiedlung, Bürgerzentrum Neukölln, RuT – Rad und Tat e.V, Gender Queer e.V., Queer Institut für Queer Theory und 48 Stunden Neukölln). Durch Flyer, Plakate, Presse, Blog, der Teilnahme bei 48 Stunden Neukölln und besonders durch persönliche Kontakte haben wir nach und nach unser Zielpublikum erreicht und unsere erste Informationsveranstaltung im Haus der Begegnung durchgeführt. Wir haben insgesamt 6 lokale Träger und 42 Teilnehmer *innen in unser Projekt miteinbezogen. Darunter 32 Frauen und 10 Männer, 13 jüngere und 29 ältere Bewohner*innen unterschiedlicher Nationalitäten, kulturellem Hintergrund und Glaubensrichtungen aus dem Rollbergviertel. Wanderung und Gartengründung (Gartenfest- Gartenworkshop I) Das Projekt begann mit einer Wanderung, die metaphorisch als eine Brücke zu verstehen ist. Eine Brücke als Verbindungselement von Ost und West, (Marzahn - Neukölln) von jungen und älteren Menschen unterschiedlicher sozialen Gruppen, von neu – und alteingesessenen Neuköllner*innen. Die gemeinsame Erfahrung des Wanderns gab den Beteiligten die Gelegenheit erste Gespräche zu führen und sich auszutauschen. Eine Picknick-Pause zwischen den Plattenbauten auf einer Wiese in Marzahn war ein schöner Moment, in dem auch Anwohner*innen aus Marzahn mit uns in einen Austausch traten. Am Ende der Wanderung haben wir die mitgebrachten Pflanzen im Garten des Haus der Begegnung im Rollbergviertel eingepflanzt und die Gründung des Gartens gemeinsam gefeiert! Dabei waren auch weitere Anwohner*innen, die an der Wanderung nicht beteiligt waren, aber im Gemeinschaftsgarten mitmachen wollten. Für die Bepflanzung des Gartens war der Gartenarchitekt Anselm Bohley vor Ort, der uns wichtige Informationen über die Pflanzenpflege zur Sommerzeit gegeben hat! Direkt im Anschluss war geplant, mit den Teilnehmer*innen einen Demokratieworkshop mit unserer Demokratieexpertin Nelo Locke durchzuführen. Wir haben uns aber entschlossen, den Demokratieworkshop an einem anderen Tag durchzuführen, weil nicht alle Teilnehmer*innen an der Wanderung teilnehmen konnten. Außerdem wollten wir den Projektteilnehmer*innen weiteren ungeplanten, „freien“ Zeitraum für Austausch in ungezwungener Atmosphäre anbieten, um sich noch besser kennenzulernen.


Garten - Demokratieworkshop Der Demokratieworkshop wurde im Garten eine Woche nach dem Gartenfest realisiert. Es waren wieder unterschiedlichste Nachbarschaftsgruppen, die sich beim Gartenfest schon kennengelernt haben, vor Ort. Durch den Austausch von individuellen Wünschen und Erwartungen wurden die ersten Schritte für eine demokratische Struktur in der Gruppe aufgebaut. Bei der Selbstorganisation der Gruppe kamen verschiedene Themen zur Sprache, wie z.B. individuelle Interessen zu erkennen und zu respektieren, oder wie gemeinsame Ziele für unterschiedliche Interessen gefunden werden können und wie Handlungsmöglichkeiten realisiert werden können, um Ziele gemeinsam zu erreichen. Es kamen auch Probleme zur Sprache, die bei zum Teil sehr unterschiedlichen Nachbarschaftsgruppen zu erwarten sind. Denn unterschiedliche Gruppe benutzen zum Beispiel unterschiedliche Medien, um zu kommunizieren, oder haben einen anderen Tagesablauf. Welche Lösungen können gefunden werden, um als Gruppe zusammenzubleiben und die Gestaltung eines Nachbarschaftsgartens nicht aus den Augen zu verlieren? Wer übernimmt Verantwortung und wie wird die Verteilung von verschiedenen Aufgaben (Blumen und Pflanzen gießen, Unkraut rupfen, Pflanzen zurückschneiden etc.) organisiert? Sollen wir als Gruppe die Form eines Vereins übernehmen, oder eine andere Form des Zusammenschlusses finden? In dem Workshop wurden Möglichkeiten des gemeinsamen Gärtnerns unter demokratischer Beteiligung verschiedener Nachbarschaftsgruppen diskutiert, in dem auch individuelle Bedürfnisse und Vorstellungen der Teilnehmer*innen berücksichtigt werden können, um eine gemeinsame Gartengestaltung zu ermöglichen. Gartenworkshop II Der zweite Gartenworkshop wurde nach den Sommerferien im Garten durchgeführt. Es war das erfolgsreichste Treffen im Rahmen der Projektumsetzung, mit den meisten Beteiligten! Fast alle kannten sich schon und konnten sich in persönlichen Gesprächen noch besser kennenlernen. Gemeinsam wurde mit den neuen engagierte Teilnehmer*innen die großen, winterharten Pflanzen in die Erde eingepflanzt! Nach dem Sommer waren schon die ersten Gurken und Paprika reif. Es war sehr schön zu sehen, wie sich die Projektteilnehmer*innen darüber gefreut haben! Die gemeinsamen Gespräche entwickelten sich weiter und handelten von Kochrezepten, die ausgetauscht wurden oder über Methoden der Pflanzenpflege in unterschiedlichen Ländern. Der Garten bekam anschließend seine Funktion als Verbindungs- und Austauschort für alle Beteiligten aus dem Rollbergviertel! Reflektion Das Projekt wurde in mehreren Phasen durchgeführt. Die größte Schwierigkeit war, das anvisierte Zielpublikum gleichzeitig zu erreichen. Denn die unterschiedlichen Nachbarschaftsgruppen wurden mit unterschiedlichen Mitteln erreicht: Das jüngere Publikum ist einfacher mit den neuen Medien erreichbar, und das Ältere bevorzugt den persönlichen Kontakt. Um dieses heterogene Publikum zu erreichen, braucht es sehr viel Zeit und kontinuierliche Angebote. Wir sind sehr glücklich, dass wir es geschafft haben, eine Gartengruppe in Rollbergviertel gegründet zu haben. Der Garten ist zu einem Ort der Begegnung geworden und bietet die Möglichkeit, friedlich und demokratisch miteinander zu leben. Die Frage, die offen bleibt: Wird es gelingen, weitere Vorbehalte untereinander weiter abzubauen und trotz der Unterschiede den Garten gemeinsam weiter lebendig zu erhalten? Diese Fragen kann nur die Zeit beantworten, weil demokratisches Miteinander ist ein längerer und kontinuierlicher Prozess, in dem man – genauso wie bei der Gartenpflegen – Geduld und Ausdauer, aber vor allem den gemeinsamen Willen als Ziel haben muss. Unser Projekt stellt metaphorisch einen winzigen Samen dar, den wir vor kurzem eingepflanzt haben. Wir hoffen und wünschen, dass der Garten durch die Pflege von unterschiedlichen Menschen aus dem Rollbergviertel als gut genutzter Nachbarschaftstreff bestehen bleibt.


Garten Rollbergbewegung Ein partizipatives Projekt von Eleni Papaioannou und Marula Di Como mit Anwohner*innen Berlin-Neukรถllns. A participatory project by Eleni Papaioannou and Marula Di Como with residents of Berlin-Neukรถlln.


Info event action Walking tour with plants Gardening and planting Tips on plant care Democracy workshop This project began with a walk with plants through the Marzahn district of Berlin. The participants met at Victor-Klemperer-Platz on the street called Marzahner Promenade. Eleni Papaioannou and Marula Di Como had already collected together various plants such as lavender and hydrangeas, placed them in flower pots and prepared them for the walk. The participants selected one or two of the plants to look after and carried them from Marzahn to Rollberg in Berlin’s Neukölln district. An overgrown area situated between residential buildings in Marzahn provided the space for a summer picnic. Short breaks were taken at traffic lights while waiting to cross a road. Part of the walk was made by train. The participants arrived with the plants in the afternoon to set up an urban garden at the ‘To Spiti’ family centre. The garden is to grow: families with children, singles, elderly people, artists, immigrants and queers are all welcome to look after it and to help in the garden. This participatory, city garden project is characterised by democratic participation and aims to strengthen the pluralistic community that exists in Neukölln.


Infoveranstaltung Aktion Wanderung mit Pflanzen Gartenfest und Bepflanzung Tipps zur Pflanzenpflege Demokratie Workshop Das Projekt begann mit einer Wanderung mit Pflanzen im Stadtteil Berlin-Marzahn. Die Teilnehmenden trafen sich auf dem Victor-Klemperer-Platz an der Marzahner Promenade. Dort haben Eleni Papaioannou und Marula Di Como verschiedene Pflanzen wie Lavendel und Hortensien in Blumentöpfen für die Wanderung gesammelt. Die Teilnehmenden wählten ein bis zwei Pflanzen aus, übernahmen während der Wanderung eine ›Pflanzen-Patenschaft‹ und trugen die Pflanzen bis zum Rollbergkiez in Berlin-Neukölln. Eine nicht gemähte Wiese zwischen Wohngebäuden in Marzahn lud zu einem sommerlichen Picknick ein. Kürzere Pausen entstanden bei Wartezeiten an den Fußgängerampeln. Ein Teil der Wanderung wurde in der S-Bahn weitergeführt. In Berlin-Neukölln auf dem Haus der Begegnung Diakoniewerk Simeon Familienzentrum To Spiti wurden am Nachmittag alle Pflanzen von den Teilnehmenden eingegraben und ein urbaner Garten angelegt. Der Garten soll weiterwachsen: Familien mit Kindern, Singles, Senior*innen, Künstler*innen, Migrant*innen und Queers sind eingeladen, den Garten weiterzupflegen und zu vergrößern. Das Ziel des Projektes ist, die pluralistische Gemeinschaft und Nachbarschaft im Kiez Berlin-Neukölln zu stärken. Dabei steht der Demokratiegedanke im Vordergrund und zeichnet das partizipative Stadt-Garten-Projekt aus.


A promenadological experiment


Ein promenadologischer Versuch

Birgit Szepanski


The idea of carrying plants from one location to another while walking through the city raises questions about an artistic project’s visibility and mode of action: in this case, plants being carried to a public garden planned for the district of Neukölln in Berlin. Walking and taking the plants through the city’s streets may seem like a cumbersome beginning for a typical urban garden project. Why not just create a garden in Rollberg, where the people intend to meet? Why organise an artistic walk with plants? What can art do in the city? When an action is stripped of its original purpose, possibilities arise with which to shift meanings and to think in new relations. The detour that this involves, the gestures that may seem useless, the loss of one’s bearings and the experiences of architectural and atmospheric fractures in the cityscape that this produces, are essential elements in Eleni Papaioannou and Marula Di Como’s urban, performative project. Walking with plants through Berlin and the idea of establishing a public garden constitute a ‘model for action’ that can add something else to the anonymity and fragmentation of the city. What this something could be depends on a person’s point of view: a disturbance, a utopian experiment, a failure? In each of its facets, walking with plants leads to the creation of new relationships between the city and the individual. This applies as much to the people conducting the walk as to their observers. The acts involved edge the unaccustomed into the field of view and temporarily change it. This situational production of connections is a contemporary phenomenon: in the heterogeneous city and landscapes of the 20th/21st century, relationships continually need to be (re)established. Urban areas and the countryside are characterised by topographical breaks (fissures), lack architectural and atmospheric transitions, and pit different architectural styles against one another; symbioses between architecture and nature, therefore, (such as vertical gardens) make these


Die Idee, Pflanzen während eines Spazierganges in der Stadt, von einem Stadtteil in einen anderen Stadtteil zu tragen, wirft Fragen nach der Sichtbarkeit und Wirkungsweise eines künstlerischen Projektes auf. Ein geplanter öffentlicher Garten in Berlin-Neukölln soll der ›Ankunftsort‹ für die Pflanzen werden. Der Spaziergang und das Umhertragen der Pflanzen durch Straßen in Berlin-Marzahn erscheint wie ein umständlicher Beginn für ein typisches urbanes Gartenprojekt. Warum nicht unmittelbar einen Garten im Rollbergviertel in Berlin-Neukölln anlegen, in dem sich die Nachbarschaft trifft? Wozu ein Kunstspaziergang mit Pflanzen? Was kann Kunst im Stadtraum zeigen? Wenn eine Handlung ihre Zweckmäßigkeit verliert, entstehen Möglichkeiten, vorhandene Bedeutungen zu verschieben und neue Zusammenhänge zu denken. Der Umweg, die unnütz wirkenden Gesten, das Sichverfranzen an einem Ort und das Erleben von architektonischen und atmosphärischen Brüchen in der Stadt machen daher einen wesentlichen Teil des urbanen, performativen Projektes von Eleni Papaioannou und Marula Di Como aus. Eine Wanderung mit Pflanzen durch Berlin und der Gedanke, einen öffentlichen Garten anzulegen, sind ein ›Handlungsmodell‹, um der Anonymität und der Fragmentarisierung der Stadt etwas anderes hinzuzufügen. Was dieses Andere sein kann, hängt von der Betrachtung ab – ob als Störung, als utopischer Versuch oder Scheitern wahrgenommen – in jeder dieser Facetten – bewirkt der Spaziergang mit den Pflanzen, dass neue Beziehungen zwischen den Einzelnen und der Stadt hergestellt werden – dies gilt für die Spazierenden als auch für deren Beobachterinnen und Beobachter. Das Ungewohnte schiebt sich in das Blickfeld und verändert es temporär. Diese situative Herstellung von Zusammenhängen ist ein zeitgenössisches Phänomen: In den heterogenen Städten und Landschaften des 20./21. Jahrhunderts müssen Zusammenhänge immer neu hergestellt werden. Stadt und Land sind durch topografische Brüche (Zerklüftungen) gekennzeichnet, architektonische und atmosphärische Übergänge fehlen, verschiedene Architekturstile treffen


differences disappear. Every site in the city and countryside has a history that cross-references events that affect(ed) other people and places. In contrast, in post-modern society, people long for a homogeneous landscape that is no longer crisscrossed by motorways and cities; one that is lit up by a bright blue sky (with no aircraft vapour trails in sight), and that contains diverse plants and animals that have begun to colonise the landscape. Since industrialisation, humanity has turned town and country into sites of production in which urban planners insert the necessary arenas that enable people to meet one another. In the 1980s, the sociologist and economist Lucius Burckhardt – the founder of the ‘science of walking’1 – emphasised that a substantial break now existed between contemporary perceptions of landscape and city compared to those that were prevalent in pre-industrial times. Burckhardt made his observations during a politically and economically sensitive period. It was not until the 1980s that the effects of the (re)construction boom of the 1960s (which saw new cities and roads rise out of ruins) that the first effects of consumer culture were felt; this was a society that existed at the expense of nature and people. To counter this dystopia, Burckhardt proposed a simple yet effective method: walking. He turned the everyday act of walking into a crucial element of perception that enabled the conduction of seismographic analyses of changes and, above all, breaks in the topography of the city and landscape. He used the term ‘strolology’ to describe the experiences, analyses and results that doing so provided. Lucius Burckhardt and Annemarie Burckhardt jointly developed urban projects, wandered with students and city dwellers through neighbourhoods and landscapes and traversed urban transport hubs, crossroads and the industrial periphery. In doing so, Burckhardt raised fundamental questions such as ‘Why is landscape beautiful?’2 Do gardens constitute art? How can everyday activities such as walking and detailed perceptions of the environment have an impact


nahtlos aufeinander, Symbiosen zwischen Architektur und Natur (z.B. ›vertikale Gärten‹) bringen Unterschiede zum Verschwinden. Jeder Ort in der Stadt und Landschaft hat eine (Vor-)Geschichte, bestehend aus Querverweisen zu Ereignissen, die Auswirkungen auf andere Orte und Menschen nehmen. Eine homogene Landschaft hingegen, in der keine Autobahn Landschaften und Städte durchkreuzt, ein Himmel ohne Kondensstreifen blau leuchtet, eine Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren die Natur besiedelt, wird zu einem postmodernen Sehnsuchtsbild. Der Mensch hat seit der Industrialisierung Stadt und Land zu seinem Produktionsfeld bestimmt, in das Städteplaner Areale für Begegnungen wieder einfügen. Bereits in den 1980er Jahren stellt der Soziologe und Ökonom Lucius Burckhardt und Begründer der ›Spaziergangswissenschaft‹1 einen wesentlichen Bruch in der Wahrnehmung von Landschaft und Stadt im Gegensatz zur vorindustriellen Zeiten fest. Seine Beobachtungen fallen in eine politisch und ökonomisch sensibilisierte Zeit. Nach dem Wiederaufbau und dem Bauboom der 1960er Jahre, der neue Städte und Straßen aus Ruinen wachsen ließ, zeigen sich in den 1980er Jahren erste Auswirkungen der auf Kosten von Natur und Mensch lebenden Konsumgesellschaft. Burckhardt schlägt, um dieser dystopischen Gesellschaft etwas zu entgegnen, eine denkbar einfache wie wirksame Methode vor: das Spazierengehen. Er macht die alltägliche Handlung des Spazierganges zu einem kritischen Wahrnehmungselement, um Veränderungen und vor allem Brüche in der Topografie von Stadt und Landschaft seismografisch zu erfassen. Unter dem Begriff ›Promenadologie‹ fasst er seine Wahrnehmungsergebnisse, Erfahrungen und Analysen zusammen. Lucius Burckhardt und Annemarie Burckhardt, die gemeinsam urbane Projekte entwickeln, durchwandern mit Studierenden und Stadtbewohnenden Stadtteile, Landschaften und durchqueren urbane Verkehrsknotenpunkte ebenso wie industrielle Randgebiete. Dabei wirft Burckhardt grundsätzliche Fragen auf: »Warum ist Landschaft


on the planning and construction of cities, landscapes and human relations? Burckhardt developed an answer through the praxis of walking by conducting ‘field research’ in urban and rural spaces. The ‘smallest possible intervention’ in the structure of a city or landscape, he argued, offered possibilities for change. In analogy to walking, Burckhardt described his theory in the following manner: ‘A first step in taking the smallest intervention could involve introducing the presence of a landscape or an urban situation into a viewer’s perception or strengthening an existing perception. [...] The next step could comprise of not only awakening the willingness to perceive but also altering the perception itself. We describe a series of contemporary artists and landscapers who do not seek to change the importance of a place by intervening in the landscape, but by intervening in the viewer’s perception. The smallest intervention, in this case, encompasses creating a sign or a signal.’3 Eleni Papaioannous and Marula Di Como’s ‘walk and garden project’ can be understood as both a ‘smallest possible intervention’ in the urban landscape and as a ‘promenadological experiment’: the walkers taking part in the project clearly observed the urban environment while walking (with plants) through Berlin, and they reacted to the changing atmospheres when taking photographs of buildings constructed during the GDR era. What effect do the plants have when placed against this urban background? How do the walkers attract the attention of the passers-by? The walkers even pose these questions themselves during pauses at traffic lights. The contrast between the colourful lavender and hydrangea plants and the facades of the high-rise buildings that lack balconies is certainly alluring. The walk with plants underscores the fact that green spaces only ever appear at junctions: in the centre strips between streets, between the wide pavements and car parks, and between tower blocks. There is very little (protective) space for flower beds and individual garden arrangements, despite the expansive space available. ‘The private’ has been outsourced;


schön?«2 Sind Gärten Kunst? Wie können alltägliche Handlungen, wie das Spazierengehen und eine präzise Wahrnehmung der Umwelt, Einfluss auf die Planung und Errichtung von Städten, Landschaften und das menschliche Zusammenleben, nehmen? Antworten gewinnt er aus der Praxis des Gehens: in seinen ›Feldforschungen‹ durch urbane und landschaftliche Räume. Ein »kleinstmöglicher Eingriff« in das Stadtgefüge oder in eine Landschaft bietet für ihn Möglichkeiten für eine Veränderung. In Analogie zum Akt des Gehens beschreibt Burckhardt seine Theorie sukzessive: »Eine erste Stufe des kleinsten Eingriffs könnte also darin bestehen, das Vorhandensein einer Landschaft oder einer städtischen Situation in die Wahrnehmung des Betrachters einzuführen oder eine vorhandene Wahrnehmung zu stärken. […] Einen Schritt weiter würde der kleinste Eingriff gehen, wenn er die Bereitschaft zur Wahrnehmung nicht nur wecken, sondern verändern würde. Wir nennen eine Reihe von Beispielen heutiger Künstler oder Landschaftsgestalter, die nicht durch Eingriffe in die Landschaft, sondern vermittels Eingriffen in die Vorstellung des Betrachters die Bedeutung der vorhandenen Landschaft verändern. Der kleinste Eingriff wäre in diesem Fall das Setzen eines Zeichens oder Signals.«3 Eleni Papaioannous und Marula Di Comos ›Spaziergang- und Gartenprojekt‹ kann als ein solcher »kleinstmöglicher Eingriff« in die Stadtlandschaft verstanden werden und ist ein ›promenadologischer Versuch‹: Auf dem Spaziergang mit Pflanzen durch Berlin-Marzahn beobachten die Spaziergängerinnen des Projektes die städtische Umgebung genau, sie reagieren beim Fotografieren der Plattenbausiedlung der DDR-Zeit auf wechselnde Atmosphären. Wie wirken die Pflanzen vor dem städtischen Hintergrund? Wie gewinnen sie als urbane Spaziergängerinnen die Aufmerksamkeit von Passanten? Dies sind Fragen, die an den Ampeln (vorgegebene Wartezeiten im Spazierengehen) unter den Teilnehmenden gestellt werden. Der Kontrast zwischen den farbigen Lavendel- und Hortensienpflanzen und den Fassaden der Hochhäuser (oftmals ohne Balkone) ist bestechend. Mit


perhaps it has a place in the gardens and weekend houses (the ‘dachas’) located in the distance? The walk with plants along the pavement, however, appears to be conducted in vain. Some of the few passers-by turn towards the slow-moving group that is taking photographs and carrying flowerpots. This partly determines the direction taken by the walk: junctions and side routes frequently open up changing views of the prefabricated buildings. The architecture demands that the walkers look and challenges them at the same time. Still, most locals travel by car or take public transport to arrive at their chosen destinations. Between ‘Landsberger Allee’, which leads to Alexanderplatz, the centre of eastern Berlin, and the ‘Avenue of the Cosmonauts’, the surroundings begin to change: row upon row of family houses with small gardens start to appear. Many of the side streets bear the names of animals and plants: Rebhuhnweg (Partridge Avenue), Boskoopweg (Boskoop Apple Road), Hänflingssteig (Linnet Rise), Dompfaffenweg (Bullfinch Avenue) – names that sound as if they have been drawn from poetry about nature. The roads they refer to are surrounded by garden fences and dense hedges. The other side of the road is dominated by prefabricated buildings made of cement. During a break at the end of ‘Bruno-Baum-Straße’4, the plants are placed on a wild grassy area and disappear amidst masses of sorrel, dock and yarrow. A local, from a small house opposite, speaks with the group over his garden gate and explains that a circus camps here in the late summer, but that the grass is not used by the locals. While the group rests on the lawn, two fencers wearing white sports clothes stand in front of a level, graffiti-sprayed sports hall (with a typical concrete, retractable roof); they are smoking. The circus, fencers and the sports hall with its corrugated roof provide a good description of the area. The walk continues to the next train station, passes an Esso petrol garage and a Netto supermarket, the latter adding dazzling red and yellow colours to the otherwise grey-green


den Pflanzen in der Hand fällt auf, dass grüne Areale sich an diesem Ort immer nur an Übergängen befinden: im Mittelstreifen zwischen zwei Straßen, zwischen den breit angelegten Gehwegen und Parkflächen und zwischen zwei Hochhaustürmen. Für Blumenrabatten und individuelle Gartengestaltungen scheint, trotz der weitläufigen Flächen, wenig (Schutz-)Raum vorhanden zu sein. Das Private ist ausgelagert und findet vielleicht einen Ort in den weiter entfernt liegenden Garten- und Wochenendhäuschen (›Datschen‹). Mit den Pflanzen auf den Gehwegen zu laufen, wirkt wie ein Lauf ins Leere. Einige der wenigen Passanten drehen sich nach der fotografierenden und langsam gehenden Gruppe mit Pflanzenkübeln um. Diese bestimmt den Weg teilweise erst im Gehen, da Kreuzungen und Nebenwege immer neue Blicke auf die Plattenbauten bieten. Die Architektur fordert den Blick der Spazierengehenden ein und heraus. Die meisten Anwohnenden fahren mit dem Auto oder nehmen die öffentlichen Verkehrsmittel, um an ihre Ziele zu gelangen. Zwischen der ›Landsberger Allee‹, die in das im Osten Berlins liegende Stadtzentrum (Alexanderplatz) führt und der ›Allee der Kosmonauten‹ verändert sich die Umgebung: Einfamilienhäuser mit Kleingärten reihen sich aneinander. Viele der Seitenstraßen tragen Tier- und Pflanzennamen: Rebhuhnweg, Boskoopweg, Blumenbachweg, Hänflingssteig, Dompfaffenweg – diese Orte, die wie ein Naturgedicht klingen, sind umrahmt von Gartenzäunen und blickdichten Hecken, während auf der anderen Seite der Straße Plattenbauten weiter den Weg säumen. Am Ende der ›Bruno-Baum-Straße‹4 werden die Blumen während einer Pause auf eine wildwachsende Wiese gestellt und verschwinden neben Sauerklee, Ampfer und Schafgarbe. Ein Anwohner, aus einem Einfamilienhaus gegenüber der Wiese, erzählt an seinem Gartentor, dass auf der Wiese, jedes Jahr im Spätsommer, ein Zirkus gastiert und die Wiese von den Anwohnenden nicht weiter genutzt wird. Während die Gruppe sich auf


environment. The plants could easily have been bought from the supermarket. The context shifts. After the train ride to Ostkreuz Station and changing trains for Neukölln, the plants arrive in Rollberg and are placed together in a greened space in the courtyard to form a garden. Rollberg is characterised by a combination of tenement blocks from the early 20th century and social housing from the 1970s; the air is stiffer here than on Marzahn Promenade. The streets are bustling with pedestrians, the traffic is loud, and satellite dishes on balconies point in a heavenly direction. Life expresses itself on the street – in the bulky waste next to the road, in the (late-night) kiosks, in the smells, and in the snippets of conversations that can be heard between front doors and backyards. The plants are hardly noticeable in this environment. There are trees in many of the backyards, but they grow sparsely in the shade of the houses. The new garden adds greenery to the dense cityscape present in Neukölln, and it encourages people to re-learn the culture associated with gardens. There is no seamless integration of the plants into an – ideal – site that appears to have been made just for them. Here too, in Neukölln, the ‘smallest possible intervention’ – a walk with plants and the idea of establishing a garden – inserts a further possibility into the urban environment. 1 Detailed information is available on Lucius Burckhardt’s website: www.lucius-burckhardt.org 2 Burckhardt, L. (1996). ‘Promenadologische Betrachtungen über die Wahrnehmung der Umwelt und die Aufgaben unserer Generation’, in Ritter, M. and Schmitz, M. (eds) Warum ist Landschaft schön? Die Spaziergangswissenschaft, Berlin 2008. 3 Ritter, M. and Schmitz, M. (eds) (2013) Lucius Burckhardt. Der kleinstmögliche Eingriff, Martin Schmitz Verlag, pp. 151–152. 4 Bruno Baum (1910–1971), Member of the resistance during National Socialism and a high-ranking official in the CPD and the East German SED.


der Wiese ausruht, stehen rauchend vor einer ebenerdigen, mit Graffiti besprühten Turnhalle (mit einem typischen Faltdach aus Beton) ein paar Fechter in weißer Sportkleidung. Zirkus, Fechter und die Sporthalle mit ihrem Wellendach ergeben ein Bild zum Ort. Der Spaziergang geht weiter bis zur nächsten S-Bahn-Station, vorbei an einer Esso-Tankstelle und einem Netto-Geschäft, die der grauen grünen Umgebung ein knalliges Rot und Gelb hinzufügen. Die mitgebrachten Pflanzen könnten auch von dort gekauft worden sein. Eine Kontextverschiebung. Nach der S-Bahnfahrt zum Ostkreuz und dem Umsteigen in Richtung Berlin-Neukölln werden die Pflanzen im Rollbergviertel in einem begrünten Hof zu einem Gartenstück zusammengestellt. Altbauwohnungen und sozialer Wohnungsbau aus den 1970er Jahren prägen dieses Viertel, in der die Luft stickiger ist als an der Marzahner Promenade. Viele Fußgänger sind unterwegs, der Straßenverkehr ist laut, auf Balkonen zeigen Satellitenschüsseln in eine Himmelsrichtung. Das Wohnen zeigt sich auf der Straße, im Sperrmüll auf der Straße, in den (Nacht-)Kiosken, in den Gerüchen und Gesprächsfetzen, die zwischen Hauseingängen und Hinterhöfen zu hören sind. Die Pflanzen in den Händen der Spazierenden fallen in dieser Umgebung kaum auf. In vielen Hinterhöfen stehen einzelne Bäume, die im Schatten der Häuser spärlich wachsen. Der Garten in Neukölln fügt der dichtbebauten Stadt Grün hinzu und regt an, die Kultur eines Gartens neu zu erlernen. Auch hier reihen sich die Pflanzen nicht nahtlos in einen für sie gemachten oder optimalen Ort ein. Auch hier in Berlin-Neukölln, sind es der »kleinstmögliche Eingriff« eines Spazierganges mit Pflanzen und die Idee eines Gartens, die eine Möglichkeit in die urbane Umgebung einfügen. 1 Ausführliche Informationen sind auf der Webseite von Lucius Burckhardt zu finden: http://www.lucius-burckhardt.org. 2 Lucius Burckhardt, »Promenadologische Betrachtungen über die Wahrnehmung der Umwelt und die Aufgaben unserer Generation (1996)«, in: »Warum ist Landschaft schön? Die Spaziergangswissenschaft.«, hrsg. von Markus Ritter und Martin Schmitz, Berlin 2008. 3 Lucius Burckhardt, »Der kleinstmögliche Eingriff«, hrsg. von Markus Ritter und Martin Schmitz, Berlin 2013, S.151 und S.152. 4: Bruno Baum (1910 – 1971), Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus und Funktionär der KPD und SED in der DDR.


How to make a garden


Wie mache ich einen Garten

Anselm Bohle


In the beginning, we need to focus on the space in which we want to start our garden. No matter whether we have chosen the location ourselves or stumbled upon the site in question, something will already be there. Even if we are only talking about the local environment – it is impossible to start with nothing. It is best to begin by making yourself aware of what already exists and thinking about what you want by engaging with the things that you have and the things that you want to change. Don’t forget: plants often take a long time to develop; perhaps even longer than the time you have to use the garden. Maybe you are troubled by a previous gardener’s work? Perhaps you can’t see anything at all because the site has been neglected for so long that nature has taken over. There might even be so much chaos that you can’t even see a clear path or any particular structure; however, there is always a lot there, it just needs to be released. Plants that have developed particularly well, or that have continued to thrive despite a lack of care, as well as those that appeared by themselves, are often the unsung heroes of our gardens. Don’t forget to study the plants that are not growing very well; this will help you avoid making the mistakes of your predecessors. The most important criterion for selecting plants is your own taste; in other words, choose plants that you like: there is no good reason to place yourself in bad company. The longer you garden, the fewer general aversions you will have. Beginners often say things like ‘I don’t like yellow’ or make similar cursory generalisations. It is worthwhile thinking about where these views come from; they often spring from convention and were made to make life easier.


Am Anfang steht der Ort an dem wir den Garten machen wollen. Egal ob wir uns diesen ausgesucht haben oder hineingeworfen wurden, es wird immer schon etwas da sein. Selbst wenn es nur die Umgebung ist – man fängt nie bei null an. Machen Sie sich zuerst bewusst, was Sie haben und formulieren Sie über die Auseinandersetzung mit dem, was Sie nicht wollen, Ihre Wünsche. Denken Sie daran, dass Pflanzen oft viel Zeit brauchen um sich voll zu entwickeln, vielleicht länger als wir den Garten haben. Vielleicht stört uns die fremde Handschrift oder wir sehen gar nichts mehr, weil der Ort vernachlässigt wurde und die Natur ein wenig die Chance hatte, sich auszubreiten. Manchmal zeigt sich im Chaos weder ein Weg noch irgendeine Struktur, aber es ist vieles schon da und wartet nur darauf, freigelegt zu werden. Pflanzen, die sich besonders gut entwickelt haben, vielleicht durch fehlende Pflege nicht eingegangen sind oder sich auch von ganz alleine eingefunden haben sind oft die viel zu wenig beachteten eigentlichen Helden Ihres Ortes. Studieren Sie auch die Pflanzen, welche nicht gut wachsen, um nicht die Fehler Ihrer Gärtner-Vorgänger zu wiederholen. Das wichtigste Kriterium zur Auswahl der Pflanzen ist der eigene Geschmack, also das, was einem gefällt, denn es gibt keinen Grund, sich freiwillig in schlechte Gesellschaft zu begeben. Je länger man gärtnert, desto weniger generelle Abneigungen hat man. Von Anfängern hört man dagegen öfters mal: Ich mag kein Gelb oder ähnlich flüchtig Pauschalisiertes. Gelegentlich zu überdenken, woher eine Ablehnung eigentlich kommt, lohnt sich, denn oft entspringt diese nur der Konvention. Regeln sind dafür da, das Leben zu erleichtern.


However, you can’t be creative if you allow your imagination to be limited by convention. This is why – when it comes to design – rules are there to be broken. Gardening has a lot to do with trying things out, so experiment! Combine things that already exist –questioning the known is often more exciting than relentlessly searching for something new. Sometimes you gain more by removing something that has never been questioned – you may find that you were just looking in the wrong place! Alongside an understanding of what you want, it is also important to consider what the plants want. This is something that you can learn, and you should really try to do so. Nothing works if it goes against nature; it just results in failure, unnecessary work and frustration. Looking after the plants’ basic needs, such as soil, sun or shade, and a dry or moist location, is one of the most basic forms of human decency. We also need to consider whether our plants can get along with one another. Will they accept each other’s presence, or attempt to overpower or drive each other away? Those who plan(t) ahead, will work less and have more time for enjoyment. It is essential to discover as much as you can about your favourite plants. Be open to new things and always assume that nature offers more possibilities than could ever be implemented within a gardener’s lifetime. What can be good for one plant, and help it unfold – or even persuade it to flower – can lead others to dry up and wither. It will never be possible to do everything that could be done in a particular space, but there are always far more possibilities than you may realise. Don’t lose doubt because of the countless possibilities that exist. Try not to view them as a threat; deal with them, and let them provide you with the chance to express your creative freedom.


Wer seiner Phantasie durch Konventionen Schranken setzt, der kann nicht kreativ sein. Deshalb kann es beim Gestalten eigentlich nur heißen: Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden. Gärtnern hat sehr viel mit Ausprobieren zu tun. Experimentieren Sie deshalb, kombinieren Sie dabei auch Vorhandenes um. Es kann spannender sein, Bekanntes zu bezweifeln, als ständig nach Neuem zu suchen. Manchmal ist mehr gewonnen, wenn das, was nie in Frage gestellt wurde, einfach mal entfernt wird Sie könnten feststellen, dass Ihr Blick die ganze Zeit nur verstellt war! Neben der Frage nach dem, was ich überhaupt will, stellt sich die Frage nach dem, was die Pflanze möchte. Das kann man lernen. Und man sollte es unbedingt tun, denn im Garten geht nichts gegen die Natur. Sich gegen die Natur zu stellen, heißt Misserfolg, unnötige Arbeit und Frustration. Die Beachtung der Grundbedürfnisse der Pflanzen, wie nach Boden, Sonne oder Schatten, nach einem trockenen oder feuchten Standort, entspricht den einfachen Grundformen des Anstandes. Danach stellt sich noch die Frage, ob diese Pflanzen sich gegenseitig auch als Nachbarn vertragen, sich auch im Miteinander tolerieren und nicht gegenseitig übermäßig belästigen oder gar verdrängen. Wer vorausschauend plant, dessen Arbeitszeit vermindert sich zugunsten des Genießens. Bringen Sie deshalb so viel wie möglich in Erfahrung über Ihre Wunschpflanzen. Seien Sie offen für Neues und gehen Sie immer davon es, dass die Natur mehr Möglichkeiten bietet, als man in einem Gärtnerleben fassen könnte. Was den Einen gut tut und zur Entfaltung und zum Blühen bringt, das kann die Anderen verkümmern lassen. Nie werden am gleichen Ort alle Möglichkeiten realisierbar sein, aber die Möglichkeiten sind immer mehr als Sie bereits wissen. Resignieren Sie nicht vor den vielen, ja sehr vielen Möglichkeiten, die es gibt, nehmen Sie diese keinesfalls als Bedrohung oder Anlass, sich nicht weiter damit zu beschäftigen, sie sind die Chance,


You could try closing your eyes for a moment and letting yourself drift into your dream garden. Gardens are like dreams: they are never finished, they constantly change and develop – the intangible matches their essence. This is why planning a garden down to the last detail is a sheer impossibility: there is no such thing as a finished garden. If we continually dreamed the same dream, we’d have nothing but nightmares. Be glad if you can no longer oversee everything. This is an opportunity to let the essence of all life unfold. Gardening means working with space, time and colour. Ultimately, gardening has much less to do with flowers (flowers may attract our attention for little more than a week), the shape and form of the plants themselves is far more important. Make sure that you realise this; otherwise, you’ll waste time waiting for the next highlight. You can, of course, find inspiration from finished gardens or design brochures. If you have no imagination, you can implement their ideas, but the results are rarely satisfying. On the one hand, this is because each space is different, but you’ll miss out on the pleasure that comes with creating something by yourself. Try not to copy what has already been done, but do seek inspiration. All you have to do is keep your eyes open. We are surrounded by combinations of colours and forms. The greatest danger in designing is losing oneself in space and time. In addition to the different colours that are available, most plants also come in larger or smaller forms. There are early and late flowering varieties. The right choice helps to ensure that you do not end up with chaos. Many beginners make the mistake of wanting everything and losing themselves in collector’s madness. This almost always ends in a muddled garden where nothing can grow properly. Many plants are much happier in groups, and planting them together provides a garden with rest and


Ihre gestalterischen Freiheiten realisieren zu können. Vielleicht schließen Sie dann einfach für einen Moment Ihre Augen und lassen sich in Ihren Traumgarten fallen. Gärten sind wie Träume, sie sind nie fertig, ständig in Veränderung und Entwicklung, das Unfassbare daran entspricht ihrem Wesen. Deshalb ist der bis ins letzte Detail geplante Garten eine Unmöglichkeit. Der fertige Garten existiert nicht. Wenn wir ständig das Gleiche träumen, haben wir nichts als Albträume. Seien Sie froh, wenn Sie nicht alles überschauen. Sehen Sie darin die Möglichkeit der Entfaltung, dem Wesen allen Lebens. Gärtnern ist Arbeiten mit Raum, Zeit und Farbe. Übrigens hat es am Ende sehr viel weniger mit Blüten zu tun, die ja oft nicht länger als ein par Wochen Aufmerksamkeit erregen , als mit Form und Gestalt der Pflanze an sich. Achten Sie darauf, Sie verschwenden sonst reine Lebenszeit mit Warten auf den nächsten Höhepunkt. Sie können sich natürlich von den fertigen Gartenkombinationen oder Design-Broschuren anregen lassen. Wenn man gar keine Phantasie hat, kann man diese auch übernehmen. Aber selten wird das Ergebnis wirklich befriedigen. Zum einen, weil doch jeder Ort anders ist und zum anderen, weil es einfach zu viel Freude macht, etwas selber zu schaffen. Kopieren Sie deshalb nicht einfach, sondern lassen Sie sich lieber inspirieren. Sie müssen wirklich nur die Augen offen halten. Überall umgeben uns Kombinationen von Farben und Formen. Die größte Gefahr beim Gestalten liegt sicher darin, sich in Raum und Zeit zu verlieren. Von fast allen Pflanzen gibt es neben den unterschiedlichen Farben auch hohe und niedrige Formen. Es gibt frühund spätblühende Sorten. Die richtige Auswahl hilft, dass am Ende nicht alles aneinander vorbeiblüht. Überwinden Sie möglichst schnell den Anfängerfehler, alles haben zu wollen und sich in der Sammelleidenschaft zu verlieren. Das endet fast immer in einem Chaos, in dem sich nichts richtig entwickeln kann.


harmony. A few special features are usually enough to add the necessary spice to prevent monotony. Nevertheless, too much ‘special’ is anything but inspiring. Don’t just be happy when your plans unfold as you had hoped. Be patient – even when things don’t go as expected. Don’t change the plants too quickly. You may end up with a pleasant surprise. Nevertheless, make sure you remain critical enough to start over if you do notice that something is going wrong – let the garden develop with you! Once you have planted everything, and perhaps paths and benches have provided the garden with its form, most of the work has been done – but the garden is still not finished. It will slowly become clear how well you have chosen your plants. An unfortunate choice quickly becomes apparent in the sad sight of unhappy plants and wreaks revenge through the work that the garden requires. Whether a garden becomes a duty or a burden ultimately depends on us. So don’t blame the plants: we brought them to our garden; not the other way around. So make sure you consider whether it is even possible to have a particular plant in your garden. And do so as part of a respectful approach to your opposite number. However, even if everything you have made wise choices, the plants will grow continuously, and eventually die. Plants that are especially happy will spread; some will broaden their reach; others will climb over paths or seed and suddenly reappear in very different places. Although you could try to design a garden that retains its shape, the time of baroque gardens with designs that are set in stone is over – for a good reason. Opposing nature requires a lot of work, and it is also great being involved in the way things develop. However, even if we entirely withdraw, gardens never completely return to nature. They remain sites


Viele Pflanzen fühlen sich wohler in einer Gruppe, das verleiht dem Garten Ruhe und Harmonie. Für die entsprechende Würze gegen Langeweile genügt es, einige Besonderheiten bewusst einzustreuen. Zuviel am Besonderen macht auch nur satt. Freuen Sie sich nicht nur, wenn Ihr Plan aufgeht, sondern bringen Sie auch etwas Geduld mit, wenn sich nicht alles wie erwartet entwickelt. Pflanzen Sie nicht zu schnell wieder alles um, vielleicht bekommen Sie auch eine angenehme Überraschung. Bleiben Sie dabei sich selbst gegenüber kritisch und bereit neu zu beginnen, wenn Sie feststellen einen Fehler gemacht zu haben der Garten entwickelt sich mit Ihnen! Nachdem die Pflanzen nach Ihren Wünschen gesetzt sind, vielleicht auch Wege und Sitzplatz dem Garten eine räumliche Gestalt gegeben haben, ist die meiste Arbeit zwar getan, aber der Garten nicht fertig. Jetzt zeigt sich langsam wie klug Sie bei Ihrer Auswahl mit den Pflanzen umgegangen sind. Ein respektloser Umgang offenbart sich schnell im traurigen Anblick der Pflanzen und rächt sich durch die Arbeit, die dann der Garten von Ihnen fordert. Ob ein Garten zur Pflicht und Last wird, hängt letzten Endes von uns ab. Machen Sie es nicht den Pflanzen zum Vorwurf, denn schließlich suchen wir die diese für unseren Garten aus, und nicht umgekehrt. Überlegen Sie deshalb vorher, ob die Pflanze, die Sie so gern in Ihrem Garten haben möchten, überhaupt in Frage kommt. Das auch aus einem respektvollen Verständnis dem Dasein gegenüber. Doch auch wenn alles gut gewählt wurde, so wächst es ständig und vergeht. Die Pflanzen, die sich besonders wohlfühlen, werden sich verbreiten. Dabei werden die einen langsam breiter, die anderen klettern über Wege oder versamen sich und tauchen an ganz anderen Stellen wieder auf.


of nature plus people. As such, gardens can only exist together with people. If we leave gardens to themselves, they quickly fall fallow. This can be beautiful, but such sites can no longer be described as gardens. Some plants are so sensitive, delicate, and in need of endless attention that they may even totally disappear. Still, we delight in their special appearance and do not perceive our work with them as cumbersome. Other plants are so reliable that we will never really come to appreciate them. Nevertheless, the most robust plants of all are the weeds – the plants that we do not want in our garden. There are only a handful of species that can spread so much so as to threaten a garden’s character. In these cases, if a little bit of a root is left over in the soil or a handful of seeds are left in a bed, they begin to take over. There are only two solutions. Either you suppress weeds as part of your initial approach and never let them seed, or you create a garden in which the plants that you want are stronger than the weeds that you don’t. A well thought-out garden leaves room for experiments. The joyful gardener is not dogmatic and shouldn’t feel threatened when things don’t go as planned. There is always something new to discover in a garden – so enjoy yourself!


Sie können versuchen, einen Garten zu gestalten, der seine Form behält. Aber die Zeit der in Kupfer gestochenen Barockgärten ist aus guten Grund vorbei. Zum einen macht es viel Arbeit, sich ständig gegen die Natur zu stellen, zum anderen ist es wirklich schön, daran teilhaben zu können wie Dinge sich entwickeln. Wer sich allerdings ganz zurücknimmt, der wird feststellen, dass ein Garten eben keine reine Natur ist. Er ist Natur plus Mensch und kann als solches auch nur mit dem Menschen überdauern. Nimmt der Mensch sich ganz zurück, wandelt sich der Garten sehr schnell zur Brache. Das kann auch schön sein, ist dann aber kein Garten mehr. Einige Pflanzen im Garten sind sehr empfindlich und äußerst sensibel, brauchen ständig Aufmerksamkeit um sich nicht beleidigt zurückzuziehen, um dann schließlich ganz zu verschwinden. Wir lieben Sie für Ihre besondere Erscheinung und deshalb wird uns auch die Arbeit um sie nicht zur Last. Andere Pflanzen sind so selbstverständlich und zuverlässig, dass wir sie eigentlich nicht hoch genug dafür schätzen können. Am robustesten sind allerdings die Unkräuter, also die Pflanzen, die wir gar nicht haben wollen. Es sind nur eine Handvoll Arten, die sich so ausbreiten können, dass unser Garten in Gefahr steht sein Gesicht zu verlieren. Doch reicht ein Stückchen der Wurzel im Boden oder ein, zwei Samenstände im Beet und schon ist alles voll von Ihnen. Hier gibt es nur zwei Lösungsansätze. Entweder Sie wehren sich, indem die Entwicklung der Unkräuter schon im Ansatz unterdrückt wird und lassen diese keineswegs gar Früchte bilden. Oder Sie schaffen einen Garten, dessen Blumen stärker sind als die Unkräuter. Ein gut durchdachter Garten lässt Spielräume zur Entwicklung frei. Der freudige Gärtner ist undogmatisch und hat nicht gleich das Gefühl, in seiner Existenz bedroht zu sein, wenn sein Plan mal anders aufgeht als gedacht. Es gibt immer etwas neu zu entdecken im Garten - Viel Spaß dabei!


Democracy Workshop Founding a garden community

A new garden is being established, so people meet to form a group. There are different ideas and questions. During the workshop, we thought about what we could do with our garden. Have parties? Plant flowers? Conduct readings? Play, eat, drink – get together? We collected a lot of great ideas. But gardens cannot water themselves. In order to make sure that a garden can be used, it needs to be taken care of. This means that we need to know the tasks that need to be done. The most important question of all is who is going to water the garden. Since nobody can be available at all times (such as during holidays), we considered using an automated watering system – creative solutions can certainly form part of democratic problem solving. For processes based on joint participation, it is important that everyone who wants to participate thinks about things together. What needs to be done? What are we interested in? Who has how much time? Who should be responsible for what? And, are there any tasks left over?


Demokratie-Workshop Gründung einer Gartengemeinschaft Nelo Locke

Ein neuer Garten wird gegründet. Menschen finden zusammen und werden eine Gruppe. Dabei kann es verschiedene Idee und Fragen geben, die am Anfang stehen. Im Workshop haben wir gemeinsam überlegt, was wir mit dem Garten machen können. Feste feiern. Blumen pflanzen. Lesungen machen. Spielen. Essen. Trinken. Zusammen kommen. Es gibt viele schöne Ideen! Ein Garten gießt sich nicht allein. Damit es möglich wird, den Garten zu benutzen, braucht er Pflege. Deshalb müssen wir wissen: Welche Aufgaben gibt es in diesem Garten? Die wichtigste Frage ist, wer gießt. Da nicht immer alle da sind (Urlaubszeit) gab es die Idee einer automatisierten Gießanlage. Kreative Lösungen können Teil demokratischer Problemlösungen sein. Für einen Prozess, der auf gemeinsamer Teilhabe basieren soll, ist es wichtig, dass Alle, die mitmachen wollen, zusammen überlegen. Welche Aufgaben gibt es? Worauf haben die verschiedenen Personen Lust? Wer hat wie viel Zeit? Es muss festgelegt werden, wer für was zuständig ist. Gibt es Aufgaben, die am Ende übrig bleiben?


For realistic planning, it is important to be honest. It doesn’t help if people take on things that they have no time to do. We can find common solutions when we know what is possible. In democratic processes, everyone has to have an opportunity to participate. However, nobody is in the same situation. People have different preferences: should we keep in touch via phone/smartphone or e-mail? Moreover, how should people who do not even know each other (yet) stay in contact? Multilingual neighbourhood projects also need to consider the question of language. We divided our group according to language, and set up a telephone tree. Whoever comes and gets involved helps decide which things need to be done. When are we going to meet next? Who is going to invite the people who couldn’t come today? Should we meet in the middle of the week, on weekends, during the day, or in the evening? People have different views about the best time to meet. One way is to choose the day on which most people can come: a majority decision. Or would a date that changes regularly enable different people to come on different days? Should some of us let the people who couldn’t come know what happened? Enabling everyone (or as many people as possible) to get involved in decision making also means trying out different forms of participation. Now it’s time for the good part: enjoying the garden! What do we want to do in the garden? When can we use it by ourselves/together? We need to share our ideas and talk about what we want. But in the end, everyone just wants to enjoy the sun!


Für eine realistische Planung ist es wichtig, ehrlich zu sein. Es hilft wenig, wenn Menschen zusagen, Aufgaben zu übernehmen, für die sie keine Zeit haben. Gemeinsame Lösungen können wir finden, wenn wir wissen, was möglich ist. Zu einem demokratischen Prozess gehört, dass alle die Möglichkeit haben, teilzunehmen. Die Voraussetzungen sind aber nicht für alle gleich. Von Telefon über Smartphones über E-Mails gibt es unterschiedliche Vorlieben. Und wie kommunizieren die Menschen miteinander, die sich bisher noch nicht kennen? Hinzu kommen in einem mehrsprachigen Nachbarschaftsprojekt die Hürde der Verständlichkeit. Also haben wir uns nach Sprachen aufgeteilt und werden eine Telefonkette bilden. Mitentscheiden darf, wer da ist und mitmacht. Wann treffen wir uns das nächste Mal? Wer lädt die anderen ein, die heute nicht dabei sind? Ob mitten in der Woche, am Wochenende, tagsüber oder abends. Es gibt verschiedene Wünsche, wann der beste Zeitpunkt ist, sich zu treffen. Eine Möglichkeit ist, sich den Tag zu nehmen, an dem die meisten Menschen Zeit haben. Eine Mehrheitsentscheidung. Oder einen wechselnden Termin, damit Leute abwechselnd da sein können. Oder wir bestimmen Personen, die diejenigen zu informieren, die nicht da sein konnten. Alle (oder möglichst viele) am Entscheidungsprozess teilhaben zu lassen, bedeutet auch, verschiedene Wege auszuprobieren. Dann endlich zum schönen Teil: den Garten genießen! Was wollen wir im Garten machen? Wann können wir den Garten allein/ gemeinsam nutzen? Auch hier braucht es den Austausch über Wünsche und Bedürfnisse. Bisher wollen aber vor allem alle: die Sonne genießen!


GARTEN ROLLBERGBEWEGUNG Konzept und Idee Concept and Idea Eleni Papaioannou & Marula Di Como Texte Text Birgit Szepanski (Dr. phil. in art.) Anselm Bohley (Garten + Landschaftsarchitekt) Nelo Locke (Trainerin für politische Bildung) Fotos Photos Alejandra Tomei Charly Nijensohn Grafik Design Graphic Design Florencia Young Übersetzung Translation Simon Phillips Auflage Edition 500 Stück Printed in Germany Herzlichen Dank an Spacial Thanks to Constanze Reuter Nuñez, Irma Leinauer, Johanna Chalfoun, Max Hamburger, Verónica Perinelli und den engagierten Mitwirker*innen des “Garten Rollbergbewegung”

© 2017 Eleni Papaioannou & Marula Di Como Dieses partizipative Projekt mit Anwohner*innen Berlin-Neukölns ist Teil der “Partnerschaft für Demokratie” Neukölln in Kooperation mit: Diakoniewerk Simeon-To Spiti e.V., Gender/Queer e.V., 48 Stunden Neukölln und Agora Collective e.V.

In Kooperation mit




What can be achieved by carrying plants from Marzahn to the Rollberg area of Neukรถlln? What can be accomplished by a project in which people from Rollberg establish and look after a garden, talk and learn something about each other? Is a participatory garden art project a good way of bringing diverse groups together? Can it help to initiate a better way of living with one another and strengthen the community?