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Senolog06 Senologie im Dialog

S. 1 Neuigkeiten Europäische Zertifizierung

S. 2 Thema Neue Studien am Mammazentrum Hamburg

S. 3 Thema

S. 4 Infos, Publikationen, Vorträge, Impressum Top-Ranking, Ernährungsberatung

Liebe Leserin, lieber Leser, mit Freude vermelden wir den Abschluss der europäischen Zertifizierung. Wir danken Ihnen als treue Zuweiserin und Zuweiser und unserem gesamten Team für die Unterstützung. Zur Förderung des Bewusstseins für Brustkrebs haben wir die Initiative HAMBURG WIRD PINK gestartet. Warum, das lesen Sie auf Seite 3. 2011 wurden am Mammazentrum Hamburg weltweit die meisten Behandlungen mit der intraoperativen Strahlentherapie durchgeführt. Deshalb möchten wir Sie und Ihre Patientinnen über die TARGIT-E-Studie informieren. Mit besten Grüßen, Ihr Olaf Katzler im September 2012

Mammazentrum Hamburg am Kranken­ haus Jerusalem europäisch zertifiziert „I am pleased to inform you that following the surveillance visit carried out at your unit […], European Cancer Care Certification has evaluated the Mammazentrum ­Hamburg at Krankenhaus Jerusalem as satisfying the Eusoma mandatory requirements.” Für das Mammazentrum Hamburg am Krankenhaus Jerusalem haben Qua­li­tätssicherung und aktives Qualitätsmanagement höchste Priorität. Dafür wurden wir 2012 als erste Einrichtung ­Hamburgs mit der European Cancer Care Certification der EUSOMA ausgezeichnet. Das Mammazentrum Hamburg als größte deutsche Institution zur Be­handlung von Brustkrebs­patientinnen möchte sich künftig mit euro­pä­ ischen Zentren wie Mailand und London vergleichen. Deshalb haben wir uns zur europäischen Zertifizierung entschlossen. Und nun sind wir stolz und glücklich, die hohen Hürden dieser European Cancer Care Certification gemeistert zu haben. Erfolg bedeutet aber auch höhere Verantwortung. Dies wollen wir mit interessanten und attraktiven Studien für unsere Patientinnen beweisen und starten gemeinsam mit Hamburger Traditionsunter­ nehmen eine Initiative zur Förderung des Bewusstseins um das Thema Brustkrebs in der Metropol­ region unter dem Motto Hamburg wird Pink. Auch Ärztinnen und Ärzte sind herzlich eingeladen, sich daran zu beteiligen!


Senolog06 Senologie im Dialog

Neue Studien am Mammazentrum Hamburg Die TARGIT-E(lderly)-Studie – erstmals Ein-Tagestherapie (OP und IORT des Tumorbettes) beim kleinen Mamma­ karzinom der älteren Patientin Im Mammazentrum Hamburg können ab sofort Patientinnenan an der TARGITE(lderly)-Studie* (IORT des Tumorbettes beim kleinen Mammakarzinom der älteren Patientin) teilnehmen. In dieser Studie erhalten Patientinnen unter bestimmtem Voraussetzungen (keine besonderen Risikofaktoren) nur eine intraoperative Strahlentherapie; die ansonsten erforderliche mehrwöchige postoperative Strahlentherapie entfällt. Die Voraussetzungen sind: Alter ≥ 70 Jahre Gesichertes, unifokales, ductal-invasives Mammakarzinom im Tumorstadium cT1 cN0 cM0 R0 Keine extensive intraduktale Komponente (EIC) Keine Lymphangioinvasion (L1) Keine Anwendung von Röntgenstrahlung zu Forschungs- oder Behandlungszwecken, keine Bestrahlung in den vergangenen 10 Jahren

Nur im Falle von zusätzlichen Risikofaktoren im endgültigen Pathologiebefund ( > 2cm, andere Histologie, freier Schnitt­ rand <1cm, L1, pN+, Multifokalität/-zentrizität oder ausgedehntes DCIS) erfolgt eine zusätzliche perkutane Strahlentherapie der Brust (46 Gy bei pN1 WBRT 50 Gy, pN2 WBRT 50 Gy inkl. LAW). Eine eventuelle medikamentöse Therapie erfolgt individuell nach Festlegung durch die interdisziplinäre Tumorkonferenz.

Die erwarteten Rezidivraten liegen bei 0.5/1.0/1.5 nach 2.5/5/7 Jahren.

Die wissenschaftlichen Grundlagen der Studie werden in einer aktuellen Publikation erläutert: TARGIT-E(lderly): phase II study of intraoperative radiotherapy (IORT) in elderly patients with small breast cancer. Neumaier C, et al., BMC Cancer. 2012;2(1):171.

ADAPT-Studie (ADAPT HR+/HER2Adjuvant Dynamic marker-Adjusted Personalized Therapy trial optimizing risk assessment and therapy response prediction in early breast cancer). 

Hintergrund ist, dass ältere Patinentinnen ohne besondere Risikofaktoren nach operativer Behandlung ohne Radiatio ein 4%iges Risiko eines Rezidivs zeigen. Nach kompletter Brustbestrahlung und Tamoxifengabe sinkt das Rezidivrisiko auf 1%. Erste Untersuchungen zeigten, dass vergleichbare Ergebnisse auch mit der alleinigen lokalen Bestrahlung erreicht werden können. Diese Frage soll die einarmige Multicenter-Studie beantworten.

PD Dr. Kay Friedrichs, wissenschaftlicher Leiter der IORT-Studie am Mammazentrum Hamburg

Bitte informieren Sie uns rechtzeitig, wenn Sie eine geeignete Patientin in die Studie einbezogen wissen möchten, damit wir den Studieneinschluss organisieren können. Im Vorfeld ist eine ausführliche Dokumentation erforderlich. Tel. 040 / 44190-500 Fax: 040 / 44190-504 wohlers@mammazentrum.eu

Diese prospektive, multizentrische, kontrollierte, randomisierte klinische Studie bei Brustkrebspatientinnen mit positivem Hormonrezeptorstatus und 0–3 positiven Lymphknoten untersucht, ob ein Teil der Patientinnen durch eine adjuvante Chemotherapie nach der derzeit gültigen Leitlinie de facto überbehandelt wird. Zur Bestimmung des persönlichen Risikos wird vor Behandlungsbeginn eine Biopsie gewonnen. Dann erfolgt bei ER/PR-Positivität eine endokrine Therapie. Das Ansprechen des Tumors wird nach drei Wochen durch eine erneute Gewebeprobe geprüft. Kommt es unter der Induktionsthearpie nicht zu einem entsprechenden Abfall der Mitosen im Tumor (Ki-67 muss kleiner sein als 10% oder bei einem Ausgangswert von <15% um mehr als 30% abfallen), wird die Chemotherapie im Rahmen der Studie empfohlen. Die Indikation zur Chemo­therapie besteht auch bei G3, bei ≥ 4 befallene Lymphknoten oder einem „Recurrence Score“ von > 25. In der ADAPT-Studie werden sowohl die persönlichen Risikofaktoren als auch das vorhergesagte Therapieansprechen berücksichtigt, um jeder Brustkrebspatientin eine individuelle, optimierte Therapie anzubieten.


Mit Hilfe von Hamburger Institutionen und der Signalfarbe Pink soll das Bewusstsein für das Thema Brustkrebs in Hamburg langfristig erhöht werden. Bei der Initiative HAMBURG WIRD PINK – Bewusstsein für Brustkrebs geht es nicht um die Generierung von Spendengeldern. Kosten entstehen den teilnehmenden Unternehmen nur durch die Umsetzung ihrer eigenen „pinken Aktion“, welche ausschließlich der Bewusstseinsförderung für das Thema Brustkrebs dienen soll. Das Mammazentrum Hamburg am Krankenhaus Jerusalem steht als Initiator an der Spitze dieser Kampagne, tritt aber nicht mit eigenem Logo in Erscheinung. Vielmehr arbeiten auch wir mit dem „HAMBURG WIRD PINK“-Logo und der Farbe Pink, die international als Signal für die Beschäftigung mit dem Thema Brustkrebs eingesetzt wird. Untersützt wird die Aktion von der Stiftung Mammazentrum Hamburg. Sie startete am 4. August 2012 mit einem FootballSpiel der HSV Hamburg Blue Devils, die in pinkfarbenen Trikots aufs Feld liefen. Diese Aktion ist in Deutschland bisher einmalig. Der Schwerpunkt soll besonders auf die Förderung der Früherkennung, das Mammographie-Screening, die komplementäre Beratung und Behandlung betroffener Frauen sowie die Information von Risikogruppen gelegt werden.

Wie soll das erreicht werden? Hamburger Unternehmen sind aufgefordert, die Initiative durch „pinke Aktionen“ zu unterstützen: Eine Drogeriemarkt-Kette mit Filialen in Hamburg stellt seinen Kunden pinke Einkaufstüten zur Verfügung Eine Blumenladenkette schenkt jeder Kundin eine pinke Blume Ein Hamburger Hotel wird pink angestrahlt Eine gynäkologische Arztpraxis ersetzt zeitweise die Polos der Mitarbeiterinnen durch „Hamburg wird Pink“ T-Shirts Die Hamburger Krankenkassen: Mitarbeiterinnen tragen pinke Accessoires (Armbänder, Anstecknadeln) und infor­mieren ihre Mitglieder durch pinke Flyer und Artikel Unser Wunsch: Helfen Sie uns, auf das Thema Brustkrebs aufmerksam zu machen – lassen Sie uns gemeinsam Zeichen in Pink setzen! Wenn Sie weitere Informationen wünschen oder Anregungen und Ideen suchen, kontaktieren Sie uns oder die Agentur Hesse und Hallermann jederzeit gern: Ansprechpartner: hesse und hallermann PR Stockmeyerstr. 41 20457 Hamburg

Tel.: 040 / 7675 8334 Fax: 040 / 7675 8098 info@hamburg-wird-pink.de www.hessehallermann.com


Senolog06 Senologie im Dialog

Das Jerusalem, eine von Deutschlands Top Fachkliniken Das Magazin FOCUS hat 836 Krankenhäuser bewertet und zählt das Jerusalem zu Deutschlands Top-Fachkliniken. Einerseits ist dies sehr erfreulich … Doch wird die Freude leicht getrübt durch den Verdacht, dass Focus nicht wirklich sorgfältig recherchiert hat. Ob diese Liste Patientinnen bei der Auswahl des geeigneten Kran­ken­ hauses hilft, darf allerdings bezweifelt werden. Trotzdem sind wir nicht un­glücklich darüber, als Top-Klinik genannt zu werden.

Informationen zu Körpergewicht, Ernährung und körperlicher Aktivität In einem im Jahr 2007 erschienenen Bericht des World Cancer Research Fund (WCRF) wird die Bedeutung von Körpergewicht, Ernährung und körperliche Aktivität für die Entstehung von Tumorerkrankungen betont. Körpergewicht und Ernährung spielen demnach eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Mammakarzinoms. Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass Lebensstilfaktoren die ­Prognose dieser Erkrankung beeinflussen und möglicherweise neue Ansatzpunkte für präventive Maßnahmen bieten. Bislang wurden in der großen Mehrzahl von Studien keine positiven Effekte bei der Einnahme von Mikronährstoffen wie Kalzium, Folsäure, Eisen, Selen, Zink, Niacin, Betacarotin, Vitamin A, Vitamin C oder E auf die Mortalität von Frauen mit Mammakarzinom bobachtet. Andererseits gibt es erste Anzeichen, dass besondere Lebensmittel wie Sojaprodukte und grüner Tee eine inverse Beziehung zum Rezidivrisiko beziehungsweise der Gesamtmortalität aufweisen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Sulforaphan als Bestandteil von Gemüse wie Brokkoli und Blumenkohl experimentell nachweisbar Tumorstammzellen darin behindert, sich zu regenerieren und zu vermehren. Untersuchungen über die vorbeugenden und therapeutischen Wirkungen von Nahrungsstoffen bzw. sekundären Pflanzenstoffen, sowie die Interaktion mit Medikamenten bei Krebserkrankungen gehören heute zu den meist beachteten Forschungsvorhaben in der Krebsmedizin. Mit der Ernährungsberatung wollen wir interessierten Frauen die praktische Umsetzung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse ermöglichen. Ansprechpartner: Dr. O Katzler katzler@mammazentrum.eu

Impressum „Senolog – Senologie im Dialog“ Verantw. Hrsg.: Prof. Dr. E. Goepel Dr. T. C. Schlotfeldt Priv.-Doz. Dr. K. Friedrichs Prof. Dr. M. H. Carstensen Prof. Dr. H. P. Scheidel Mammazentrum Hamburg am Krankenhaus Jerusalem Moorkamp 2–6 20357 Hamburg Tel 040/44 190-500 Fax 040/44 190-504 www.mammazentrum-hamburg.de info@mammazentrum-hamburg.de Gestaltung: Individuelle Designleistungen, Hamburg www.idel.org Fotografie: Martin Zitzlaff Photography www.zitzlaff.com Der Inhalt von „Senolog“ ist nach bestem Wissen und nach aktuellem Erkenntnisstand erstellt worden. Die Komplexität und der ständige Wandel der behandelten Themen machen es jedoch notwendig, Haftung und Gewähr auszuschließen.

Veranstaltungen. Der nächste Gesprächskreis Brustkrebs findet am Samstag, den 6.10.2012 von 11–13 Uhr im Santé statt. Restaurant Santé Moorkamp 2-6 20357 Hamburg www.restaurant-sante.net Die Referenten Frau Barbara Kirschbaum und Dr. Olaf Katzler sprechen zum Thema „Ernährung bei Brustkrebs und Ernährung aus Sicht Chinesischer Medizin“. Wir bitten um vorherige An­ meldung unter Tel. 040 / 44 190-680 Vorankündigung: Fortbildung für niedergelassene Ärztin­ nen/Ärzte, 31.10.2012 um 16.30 Uhr „Interaktionen bei Chemotherapie, endo­kriner und Antikörpertherapie des Mammakarzinoms“ Referent: Jürgen Barth Studienleiter an der Universiät Gießen


senolog 06  

Newsletter des Mamamzentrum Hamburg September 2012

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