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Download Trash-Novelle

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Alle handelnden Personen, Begebenheiten und Dialoge sind, von den erwähnten Markenprodukten, Unternehmen oder Personen des öffentlichen Lebens abgesehen, frei erfunden. Alle eventuellen Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder Marken und deren Produkten sind absolut unbeabsichtigt. Auch konnte nicht immer vollständig Rücksicht auf tatsächliche historische Ereignisse genommen werden. Kleinteile können verschluckt werden. Eltern haften für ihre Kinder.

Die Texte sind zwischen 2003 und 2005 entstanden. Alle Copyrights verbleiben beim Autor. Kontakt über: https://pod.geraspora.de/u/martinusrex

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»You don't go to a restaurant and order a meal because you want to have a shit.« Banksy

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Der Autor haftet nicht für dauerhafte psychische und körperliche Schäden und möchte auf diesem Wege darauf aufmerksam machen, dass einige Experten der Meinung sind, dass Masturbation Schäden an Händen, Handgelenken, Armen, Hals oder Rücken hervorrufen kann. Sollten Sie Schmerzen, Taubheit oder Schwäche in den Bereichen spüren, konsultieren sie einen Arzt. Treffen sie folgende Vorkehrungen um Verletzungen zu vermeiden: Legen sie häufig eine kurze Pause ein. Stehen Sie einige Male pro Stunde auf und laufen Sie herum. Versuchen Sie, Ihre Tätigkeiten zu variieren. Halten Sie die Schultern entspannt und die Ellenbogen an der Seite. Platzieren Sie sich so, dass Sie alles bequem erreichen können. Passen Sie ihre Sitzposition an, dass sie ihre Handgelenke in einer natürlichen und geraden Linie halten können. Weitere Informationen zum Vermeiden von Gesundheitsschäden finden sie im Handbuch für sicheres und angenehmes Masturbieren. Wenn Sie weitere Exemplare dieses Handbuches benötigen, mailen sie uns: whitehouse@masturbationcomfort.gov

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Download of a Cold Coffee with Brown Sugar Ich sehne mich nach der Banalität … nach der Perversion Disney-Briefmarken zu sammeln und im Internet nach merkwürdigen Dingen zu suchen, die scheinbar keiner kennt und braucht, weil auch niemand davon erzählt; nach dem Zwang Bill Gates dieselbe Mail zu schicken, immer und immer wieder an eine andere mögliche Adresse: bill@thegates.com billhasthreecunts@ms.com billeatslittlebabydogs@gmx.de billsuckshismothersdick@microsoft.uk – das ist zugegeben ein seltsames Hobby, aber es tut niemandem weh, es ist wie whopperfressende Pflanzen züchten oder im Fußballstadion pullern. Football’s coming home. Wenn die Hymne spielt, steht man auf wie in Amerika. In letzter Zeit wünsche ich mir mit den deutschen Playmates von 2003 Liebe zu machen, Geschlechtsverkehr. Love Rules. Matrix II und III waren echt scheiße. Was sollte der Mist mit Bestimmung. Die einzigen Bestimmungen, die ich habe sind ficken, Döner futtern und vor dem Frühstück meine Eier rasieren. Früher schrieb man mal Fotze mit V – also Votze. Das sieht doch viel geiler aus, so mit Feuchtevotzen-V. Bir kebap, komplett, Türkenvotze zum Mitnehmen. Ich träume Lego. Also da ist wirklich alles Lego. Diese winzigen Figuren haben lego Titten, lego Mumus, lego Eier und lego Dinger. Selbst die Sonne ist lego. Aber irgendwas stimmt nicht. Eine Legofrau ist schwanger geworden von 9


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einem Legomann und die bekam ein Playmobilbaby. Das wurde immer größer und begann irgendwann meine Legoarmee aufzufressen, ich hab mit lego Maschinengewehren und lego Atombomben auf das Baby geballert, aber das kackt nur die ganze Zeit playmobile Soldaten. Die sehen aus wie Taliban und das Baby sieht aus wie Osama bin Ladin. Ich warte jetzt auf die nächsten Star Wars Episoden, dass Lego neue Raumschiffe baut mit denen ich gegen Osama und seine Talibanarmee kämpfen kann. icantgetnosatisfaction@microsoftrules.net iamworldscutestbillionair@ms.com Es interessiert mich nicht, was außerhalb Europas geschieht. Ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn kleine, schwarze, unschuldige, vergewaltigende Kindersoldaten von einem Hilfspaket erschlagen werden. Es ist mir egal, was für Bürgerkriege die führen, die sollen sich alle totschlagen, ich hab kein schlechtes Gewissen, Andere haben das auch alles mal durchgemacht. Aber wir sollten aufhören, denen noch Waffen zu liefern. Es passiert einfach weniger, wenn sich die Mohren mit Stöcken hauen und mit Sand bewerfen. Wer Afrika liebt, sollte es ganz schnell kolonialisieren. Die Interdependenz kann mich mal. Bono Sucks. No Mercy. Wichtig ist mir, dass Europa eins wird. Dass ein europäisches Volk die Stimme hebt und im Fußballstadion eine Hymne singt, damit wir bei der Olympiade die meisten Medaillen bekommen, damit die Amis, diese wanna-beRömer weinen werden. Wir haben’s verdient. Keine Ahnung warum. Wir brauchen auch eine gemeinsame Sprache. Und 10


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eine Verfassung, in der es in der Präambel heißt: In der Überzeugung, dass kosmopolitischer Sex der geilste ist … In der Gewissheit, dass EU-Superpower-Analverkehr die Fortsetzung der US-Politik mit anderen Mitteln ist … Entschlossen, das Erstgeborenenrecht auf das Universum vorm Weltsicherheitsrat einzuklagen: Europe Unite. Peace to the World. Bomb the whole Shit. Ich hasse Nazis und die Menschen, die ständig von den Nazis in Deutschland reden. Es gibt sie nicht. Nirgendwo mehr Nazis in Deutschland. Alles was es hier gibt ist viel zu viel Adoleszenz und Testosteron, doch dass gibt es doch auch in Gaza und Jerusalem und Mogadischu und Bagdad und Washington D.C. Nur Nazis. Nur Juden. Nur Mohren und Moslems und Menschen, alles Terroristen. Ihr werdet alle assimiliert werden. Eat Pasta. Pasta is great. Meine Frau hat mich letzten Monat verlassen wegen einem anderen der mehr Bartwuchs als ich hat. Sie steht auch auf Haare am Sack, glaube ich. Es war mir aber ganz recht, sie fing an zu nörgeln und wurde fett. Ich habe Bock auf Joghurt unter der Dusche. Ich habe aber vor eine neue Frau kennen zu lernen. Ein nettes mitteleuropäisches Mädchen, weiße Zähne, große Titten, kleine Nippel, eng!, Größe 36-38, bitte. Ja, genau, Schuhgröße 38. Leicht französischer Akzent, sexuelle Vorlieben? Offen für alles und spontan. Haben sie das auf Lager? Toll, liefern sie frei Haus oder muss ich sie irgendwo kennen lernen? Und was würde das …? € 1500 im Monat? Warten Sie, ich nehme die mit osteuropäischem Akzent, € 550, gut. 11


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Jemand klopft an der Tür. Da steht sie. Es riecht nach Blumen im Hausflur, irgendwo klingelt ein pakistanischer Eismann, das Licht fällt in die Fenster, ich bitte sie rein. Sie ist barfuss, hat ein süßes Kleid an, durch das man ihre weiße Unterwäsche sehen kann. Vor dem Sex: bill@thewindow.com. Nach dem Sex: Joghurt unter der Dusche zu zweit. Was für eine Frau. Ihre Nippel sind noch immer so hart, das Wasser prasselt darauf, dass es mir Angst macht. Dann fragt sie, womit ich mein Geld verdiene. Ich erkläre es ihr. Ich importiere 14-jährige elternlose tschechische Mädchen und versteigere sie bei eBay als kompletten Satz € Vatikan / Monaco / San Marino, Erstdruck, prägefrisch. Sie sagt, sie kommt auch aus der Tschechei und dass das nicht schön sei, was ich tue, dass ich lieber Schuhe versteigern sollte, oder wenigstens ukrainische Prostituierte. Girls. They kill you. Es klingelt, es ist die Tür. Davor steht meine Frau, die mit dem Bartträger abgezogen ist. Ich mache ihr auf, stehe da und warte, dass sie etwas sagt, aber plötzlich fängt sie an zu weinen. Sie erwartet sicher, dass ich sie in den Arm nehme, I do it. Dann kommt sie mit rein in meine Wohnung, ich setze sie erst mal auf die Couch im Wohnzimmer und lege ihr Matrix II in meinen neuen Sony DVD-Player. Dann schläft sie ein. Ich will meine tschechische Freundin rufen, aber weiß ihren Namen gar nicht. Ich frage sie, sie sagt »Maria Kirim«, ich sage ihr, sie soll sich ein wenig um meine Frau kümmern, ich muss mal kurz weg. 12


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Ich sehne mich nach dem Terror der Banalität … Danach, mich von der Realität zu entfernen, bis sie ganz klein geworden ist, kaum noch zu sehen, und ich auf einer anderen, einer marsianischen Realität lande, die mir sagt, wie die Dinge wirklich sind. Ich lasse die beiden Frauen in meiner Wohnung zurück, nehme das dunkle Cerruti Jackett, das ich irgendwann über einen Stuhl geworfen hatte, binde mir die Schuhe zu, in die ich schlüpfe, und verschwinde, mir meine Morpheus-Brille auf die Nase klemmend. Mein Toshiba Notebook mit externer 250 GB Festplatte liegt in meinem schwarzen BMW Z8 unter einem Tuch, das es vor der Sonne schützen soll. Ich wähle mich im Internet ein und order eine Karte für einen Flug nach Dubai. Natürlich Business Class. Ich traffic-jamme vier Stunden zum Flughafen Frankfurt/Main, wo ich den Wagen in einem Parkhaus parke. Ich komme mehr als pünktlich und kann noch: billythekid@ms.com billyboy@ms.com bill@dos.com Manchmal bekomme ich eine Erektion dabei. Diesmal nicht. Also beschließe ich noch mal kacken zu gehen. Dabei bekomme ich einen seltenen Testosteronschub und masturbiere von innen gegen die Klotür und klebe daran eine alte Visitenkarte von mir. Es geht mir besser. Kurz bevor ich los muss, renne ich zurück aufs Klo, reiße die Karte

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ab und spüle sie weg. Ich werde den ganzen Flug über Whiskey saufen. Bevor ich das Flugzeug betrete, ziehe ich Schuhe und Socken aus. Es ist das einzige Mittel gegen Flugangst, das bei mir funktioniert. Ich sehe einen Porno mit Gina Wild. Mute – Mute Off – Mute – Mute Off – Mute. Es macht mir Spaß und ich bestelle noch einen Black Label. Ich frage die blonde Stewardess nett, ob sie mir einen bläst. »Vielleicht später.« Das sagt sie wirklich, hebt ihre Bluse, dass ich eine ihrer Titten sehe und geht grinsend. Bitch. How Stupid. Drei Klicks von der Startseite der Bild-Zeitung und ich kann eine 20-Euro-Nutte beim Pissen beobachten, noch zwei Klicks und ich bekäme einen Zungenkuss von ihren nassen Schamlippen, I swear. For fuck’s sake, da soll mich doch keiner anmachen, weil ich tschechische Mädchen versteigere, die es dann richtig gut haben, bei einem lieben reichen Mann, der um sie sorgt und sie fickt. Das Flugzeug setzt auf der Landebahn auf. Draußen wartet eine Limo vom Burj al Arab auf mich. Und die blonde Stewardess. Sie ist die Schwiegertochter eines Scheichs. Ihr Name ist Zuu. Ihr Mann starb irgendwie bei einem Kamelrennen in Ägypten. Er hat ihr sein Vermögen vermacht. Ich frage sie, warum sie dann noch Stewardess ist. Sie wusste es auch nicht. Es ist das wunderbarste Hotel der Welt. Der Kristall Arabiens, das Burj al Arab. Ich checke ein, ein Butler bringt mein kleines Gepäck auf meine Suite. Zuu an meiner Seite, sie trägt noch ihre Uniform, das macht sie sexy. Nicht, weil es sexy ist, aber weil es etwas Verbotenes hat. 14


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Zuu zieht nur ihr Höschen aus. Unter dem kurzen Rock ihrer Uniform hat sie eine süße kleine Votze. Fast hübscher als die von Gina Wild. Nicht ganz so süß wie die von Maria Kirim, denn die ist just the thing, aber völlig rasiert, toll. Mein Ding verschwindet einfach so in ihrer feuchten Faltigkeit. Magic. Immer wieder. Wir essen noch zusammen, dann muss sie weiterfahren, zu ihrem Schwiegervater in Al Khaşab. Ich schlafe ein wenig und melde mich dann für eine Wüstentour mit dem Jeep an. Ich fliege über den Sand. Hinter mir Staub, vor mir eine große leuchtende Weite, die symbolisch für alles steht, was vor einem Menschen liegt. Bis hin zum Tod. Aber das interessiert mich nicht. Als ich daran denke, dass wir alle plötzlich irgendwo umkippen und rumliegen, bis uns jemand findet und eingräbt, trete ich erst recht auf das Gas. There is no fuckin’ god, no god damn devil, anywhere. I’d sell my soul to you, pussy. Ich knalle mit der Wagenfront gegen eine Düne, die Scheibe bricht und kotzt mir ihre Glassplitterwürfel auf den Schoß. Mein letzter Gedanke: Ich hätte mich zu gern auf www.rotten.com gesehen. Doch dann stehe ich irgendwo anders. Es ist sehr hell, blendet aber nicht. Ein alter Mann kommt auf mich zu. Er ist zugleich der faltigste, der kleinste, der unrasierteste und der stinkenste Mann, den ich je sah. Ich frag ihn also, was er von mir will und wer er ist. Er sagt, er heißt Gott. Echt, da bin ich shocked. Und ich frage ihn: »Ich dachte, wenn da einer ist, ist er wenigstens nicht so ein Penner.« Fragt der doch: »Warum?« Häh? Sag ich: »Weil einer, der so viel in der Birne hat, das Universum und die Erde und die Menschen zu bauen, wissen müsste, dass 15


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Frauen sich nicht von Pennern bumsen lassen.« Da sagt der: »LOL« und nachdem er eine Weile rumgelolt hat, fügt er an: »Ich bin Gott, Kleiner. Ich sage den Mädels: ›Gib dir Mühe und du wirst mein Engel.‹ Mann, das mag kitschig klingen, aber ich glaub, die stehn drauf.« Sag ich (shocked): »Leck mich, Mann, ich werd nich dein Engel!« Sagt er: »Sollst du auch gar nicht. Du bist übrigens auch nicht tot. Ich hab nur ein Problem, das du lösen musst. Mein Admin wurde vom Teufel abgeworben und ich wollte mir doch zwei von deinen 14-jährigen tschechischen Mädchen bestellen. Aber jetzt ist mein Internet kaputt. Und ich hab gar nichts gemacht. Windows XP sagt immer: ›Connection failed‹. Du musst mir da irgendwie helfen.« Ich frage ihn, ob er mich wirklich hochgeholt hat, weil er eine illegale Bestellung aufgeben will. Er versteht das Wort illegal nicht, ist auch egal. Ich frage ihn, wie das gehen soll, ich kann nicht zwei Mädchen umbringen, damit die in den Himmel kommen. Never. Musst du auch nicht, sagt er, reservier sie mir nur einfach, ich hol die dann hoch. Bevor er mich wieder runterschickt frag ich ihn, ob wir alle in den Himmel kommen, wenn wir sterben, aber er lacht und sagt: »Ich weiß, ich erzähl das manchmal, aber eigentlich flunker ich immer ein bisschen. Ich mach auch die Mädels, mit denen ich bumse nicht zu Engeln. Irgendwann hab ich das mal versucht, aber du hast keine Ahnung, wie die dir auf den Sack gehen können. Nein, ihr werdet alle sterben. Und tot ist tot. Der normale Verwesungsprozess. Keine Seelenwanderung, kein beam me up, goddy. Sorry, dude.« Wie willst du eigentlich bezahlen, und wie viel, frag ich ihn, da verzieht er seine Falten zu einem Grinsen: »Ich hab die 16


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Mailadresse von Bill Gates. Die kann ich dir geben, wenn du mir dazu noch einen Admin besorgst. Den kannst du auch ruhig erschlagen. Ist einfacher. Aber ein’ hübschen, bitte.« Ich verstehe noch immer nicht ganz, warum der mich extra nach oben geholt hat, aber ich bin einverstanden. Dann wirft er mich zurück in meinen destroyten Jeep. Irgendwer befreit mich vom Airbag, dass ich aussteigen kann. Ich bedanke mich, bezahle an der Rezeption des Hotels und fliege zurück nach Hause. Ich höre seltsames Stöhnen aus meiner Wohnung, schließe auf und gehe leise und vorsichtig Richtung Schlafzimmer. Da liegen auf meinem Bett Maria und meine Frau. Maria hat sich einen riesigen leuchtenden Dildo umgeschnallt und in die :otze meiner Frau gesteckt. Außerdem ist das Bett völlig mit Schlagsahne bekleckert. Auf dem Nachttisch stehen neun Flaschen. Sie haben das Zeug am ganzen Körper. Ich gebe zu, dass mich das anmacht, und als ich überlegen will, ob es zu plump wäre … habe ich meinen Schwanz schon in Marias süßer Pflaume. Gott kann warten. Ich sehne mich nach der Banalität der Liebe. Nach der Liebe danach, wenn es das gibt. Etwas Anhaltendes, Dauerhaftes. Eine Liebe, die so plötzlich kommt wie ein Furz oder der Tod. Ich sehne mich nach dem intelligenten Wort, das nicht narzisstisch ist. Ich will Bilder nackter Frauen sehen, ohne geil zu werden. Will sie bestaunen. Sie sehen, um des Zaubers willen. So banal will ich die Welt. Ich will eine unwichtige Welt, in der wir Reichen aus Flugzeugen auf die Armen kacken. Viva la Dünnschiss. In der ein Mohr dazu auf einem weißen Flügel 17


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spielt. Die Welt ist eine Ăźberreife Tomate. Die Menschen sind der Matsch darin. Aber besser eine banale Matschkultur, als gar keinen SpaĂ&#x;. Fuck the world.

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Greene Oliven 2003 Mein Name ist Pajero Nemo und ich bin Döner-Milliardär. Ich habe den Mini-Döner erfunden und an Aldi verkauft. Ich habe auch einen Live-Counter an der Wand im Schlafzimmer, der mein Geld zählt. Wenn du mit einer Frau im Bett liegst, gibt es nichts Geileres, als zu sehen, wie du automatisch Geld verdienst. Fuckin Money. Grad letzte Woche habe ich Britney Spears gefickt. In ihren haarigen Arsch. Die war wieder total auf Helium. Die ist bestimmt süchtig. Die zieht sich das durch die Votze und redet dann mit dem Arschloch wie Donald Duck. Und wenn du sie dann in den Arsch reinfickst, ist das, als bläst dir Donald einen. Duck Fuck. Ich habe einen Sony-Flatscreen an der Wand. Immer wenn mir die News-Bitch auf n-tv irgendein Zeug von Juden und Muselmännern erzählt, wähle ich mich bei www.flashgames.net oder so ein und knall ein paar Minuten auf die Flat-Brains Bush, Blair, Arafat und Sharon. Das ist befriedigend. Da geht mir einer ab, die platzen zu sehen, heißt: Meine Hose wird dabei nass. Ich frage mich, wie viele Selbstmordattentäter einen letzten Orgasmus haben, wenn sie sich sprengen. Hauptsache, den grünen MittelmeerOliven geschieht nichts bei dem Scheiß da unten. Nicht, dass die teurer werden oder die Juden nicht mehr genug Geld haben, sie 24 Stunden am Tag zu bewässern. Ich stehe echt auf Oliven, die schmieren das Rohr von innen. Ich werde runterfahren, mir die Sache ansehen, sie klären und wieder im State of Europe sein, bevor die orthodoxen Nazi-Juden in 19


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Israel shalom sagen können. Das mit den Oliven macht mir nämlich echt Sorgen. Nur von Düsseldorf fliegt heute noch eine Maschine nach Israel. Ich will also mit dem Zug von Hamburg nach Düsseldorf zum Flughafen fahren. Im Hamburger Hauptbahnhof gehe ich erst einmal in den McDonald’s, um mir eine Tüte McCrack für die lange Fahrt zu kaufen. Im ICE um mich herum sitzt dann eine Osmanen-Familie. Mutter (41 und im 3. Monat schwanger), Vater (57), Tochter Ösche (17), Sohn (20). Was die ein Scheiß schnacken. Beschimpfen sich die ganze Zeit. Geht ständig irgendwie: Okulu bitiren1 bana göre hava hoş2 muvazaalı evlenme3 boşanma davası4 halıcı5. Versteht doch kein Mensch. Und ich finde, Hermès sollte endlich Schleier bauen, vielleicht auch Nike, aber diese Noname-Dinger sind so oberflächlich. Ich glaub aber, die sind zu doof, das zu kapieren. Ich glaube, die würden sich da auch nie irgendwelche Comicfiguren raufmalen. Oder schmutzige Sprüche raufschreiben, wie: ›Fick deine Mutter‹ oder ›Leck deine Kamelkuh am Euter‹ oder ›Mohammed war ein schwuler Kamelficker‹. Rennen rum, wie bok6 und glauben echt, das ist, damit sie als Muselfrauen erkannt werden und zum Schutz. Als wär das Schutz, dass sie als Muselfrauen erkannt werden. Könnten so süße Fickschnecken sein, wenn Allah nicht immer zukucken würde. Die Mutter, sie steckt sich eine Camel an, sieht mich an, als sähe ich aus wie Alf, verzieht keine Miene in ihrer schwarzen Kutte, in der ihr Gesicht wie ein weißes, rundes MondAbziehbild klebt, ich denke daran, wie das wäre, ihre Pfanne auszulecken, sehe den Alten an, der wie an einer riesigen 20


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Brustwarze an einer leeren Pfeife nuckelt, die bestimmt voll ist mit braunem Speichel und schaue mir dann die Tochter Ösche an, die mir direkt gegenüber sitzt. Süß! Sie zeigt mir ihre Zunge, indem sie sich damit über die Lippe streichelt. Dann beginnt sie kräftiger zu atmen, dass sich die straffen dicken Brüste immer deutlicher unter ihrer Kutte abzeichnen. Bei all dem sieht sie mir immer in die Augen. Ich habe das Gefühl, ich sehe ihre Nippel. Dann stellt sie die Füße auf den Sitz, umfasst die Knie, dass ich ihr unter den Rock sehen kann. Nie im Leben, nicht mal im dreckigsten Pornofilm, hab ich so riesige feuchte Lappen gesehen. Und ich sehe den Muschischlitz unter dem Bärtchen atmen, auf und zu gehen. Keine Ahnung warum ich grad jetzt an Heinrich Heine denke: Ein kleines Harfenmädchen sang. Sie sang mit wahrem Gefühle Und falscher Stimme, doch ward ich sehr Gerühret von ihrem Spiele. Ich muss die jetzt ficken. Jetzt gleich. Unbedingt. Aber da ist noch der Bruder; scheiße. Der lässt mich nie an die ran. Was wollen die eigentlich? Wir Europäer haben tolle Gene, was haben die dagegen, wenn wir mit denen rummachen? Muss ich meinen weißen unbeschnittenen Schwanz erst in einer Moschee segnen lassen? Aber ich glaube, der Bruder von der Turk-Tochter Ösche ist homoseksüel7. Der kuckt als hätte der sich eine ganze Packung o.b.-comfort in den Arsch geschoben. Mit softem 21


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Silberblick sieht er an mir vorbei und erfreut sich an den vielen grünen Farben draußen. Übrigens habe ich mal ein Praktikum bei o.b. gemacht, bevor ich den Mini-Döner erfunden habe. Die produzieren die comfort-Serie wirklich nur für Schwule, wegen der Schließmuskel, die nicht mehr so geil funktionieren. Könnte denen von o.b. ja eigentlich Scheißegal sein, aber Schwule sind mit die größte Konsumentengemeinde, weil die doppelt so viel verdienen wie der Durchschnitt. Dann schaue ich wieder das Mädchen an und frage sie einfach mal ganz höflich, ob wir ein bisschen poppen wollen. Das frage ich sie auf türkisch: »Sikmek?« Dann hören die plötzlich auf zu streiten, drehen alle den Kopf zu mir, reißen die Augen auf. Ich glaube das Mädchen rutubetlenmek, also wird schon ganz feucht, aber dann merke ich, dass die mich falsch verstanden haben. Die haben nämlich ›sıçmak‹ verstanden und das heißt scheißen. Ich wiederhole ganz deutlich: Sick-määäck? Dann sagen die Aaaah! und drehen sich weg. Ich glaube fast, die Ähnlichkeit der Worte bei den Türken liegt daran, dass ficken für die Osmanen auch nur ein Geschäft ist. Wie für alle anderen auch, wir sagen das nur nicht so ungeniert und regen uns dann auf, wenn wir statt ficken kacken verstehen. Die Tochter kommt mit mir aufs Bordklo, wo wir eine ganze Weile rummachen. Ihre Lappen verschlingen meinen Schwanz. Dabei stöhnt sie immer so was wie: Ke-bap-pat-latmak-ke-bap-pat-lat-mak-ke-bap-pat-lat-mak8. Mitten drin kommt mir der komische Gedanke, dass die mich vielleicht für einen Turkbruder halten, weil ich ja nur osmanisch gesprochen habe und die mich deshalb mit ihr so einfach 22


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haben ficken lassen. Was, wenn die rauskriegen, dass das nur Dönertürkisch ist und jetzt wollen, dass ich die heirate. Bok! In Düsseldorf sind wir alle zom, also besoffen. Das Wort habe ich dazugelernt, als wir auf die bevorstehende Hochzeit angestoßen haben. Ich hab immer nur genickt, wenn die was gesagt haben. Die laufen mir dann noch bis zum Düsseldorfer Flughafen hinterher. Dort erzähle ich einem netten Beamten vom BGS, dass ich den dringenden Verdacht habe, dass das irakisch-syrisch-afghanische Geheimterroristen sind. Nun bin ich sie los und kann endlich meine geliebten grünen Oliven besuchen. Im Flugzeug bestelle ich auch gleich ein ganzes Glas, nach dieser Horrorreise im ICE. Obwohl das Mädchen von der Spezies der osmanischen Riesenlappen echt süß war. Vielleicht sehe ich sie ja mal wieder. Es wird ganz schnell Nacht. Der Mond hängt am Himmel, wie eine riesige beleuchtete Titte mit vielen kleinen Nippeln. Ich werde geil bei dem Anblick. Als die Oma, die neben mir sitzt einschläft, wichse ich in das Olivenglas rein, wo noch ein paar drin sind und schüttle es kräftig. Ich tue so, als würde ich jetzt schlafen und als die Oma aufwacht, klaut sie sich ein paar raus. Na ja, eigentlich klaut sie sich alle raus, weil ihr die so gut schmecken und kippt sich auch noch das Wasser hinterher. Ich beobachte sie dabei. Nur wird die plötzlich davon horny, reißt sich das Gebiss raus, meine Hose auf und macht Dinge mit meinem Schwanz, die physikalisch und astronomisch eigentlich nicht möglich sind. Es ist nicht einfach ein multipler Orgasmus, ich pisse ihr 23


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mein Sperma in den zahnlosen Mund, was sie gleich schluckt und immer weiter, dass sie sich die schlaffen Brüstchen und alles andere auch noch einkremt und die Falten zukleben, dass die wieder aussieht wie 20, echt, hätte ich nie gedacht. In Haifa im Flughafen tragen die mich auf einer Trage direkt in ein Krankenhaus. Die zwanzigjährige Oma wird im Sarg rausgetragen; die ist am Sperma erstickt. Auf dem Weg versuchen sie meinen Schwanz wieder zu beleben. Als ich im Krankenhaus aufwache, ist das erste, was ich sehe, so ein Einkaufskorb voller Körperteile – Hände, Arme, Beine, Organe. Ich frage die, was das ist. Eine Schwester erklärt mir ruhig, das sei irgendwie Material zum Flicken. Die sind echt krank, die Israelis. Dann will ich aufstehen, aber die Schwester hält mich zurück: »You have still foot.«, sagt die im absoluten ÜbelEnglisch. Was, frag ich sie, ich soll noch essen. »No! Foot! Not Food!« Ich kapiere nichts, dann hebt sie die Decke und ich schreie auf; panisch. Waaahahaaahaaa! Sie sagt: »Stay cool, German boy.« Ach, alles klar, denk ich, weil meine Großeltern und ihre Großeltern und Nazis und so, deshalb bauen die mir einen Fuß dahin, wo mein Schwanz hingehört. »WHERE IS MY DICK, YOU FUCKIN BLOODY BITCH???« »Your dick is well. But he is laying in coma. He had long operations because of the explosive blow job. You will wait, please.« »And the eggs?« »In the freezer.« »I want to see him.« »Later, son.« 24


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Als sie weg ist, stehe ich auf und sehe mich im Spiegel an. Da hängt ein Fuß, mit den Zehen nach oben. Wäre es eine Hand, könnte ich ihm wenigstens guten Tag sagen, oder er könnte mir winken, aber ein Fuß? Was soll ich damit? Ich kann jetzt höchstens zu Frauen sagen: »Hey, ich steh auf dich.« Saukomisch. Was für ein Ständer. Statt zu masturbieren mach ich jetzt Pediküre. Stehenden Fußes begebe ich mich auf die Suche nach meinem Schwanz. Ich muss bei ihm bleiben, bis er aufwacht, ihn beschützen, mit ihm reden. Aber kaum bin ich aus der Tür und gehe in meinem Krankenhausnachthemd und barfuß um eine Ecke, steht da ein Suicide Bomber in Levis 501 und Pullover auf dem New York geschrieben steht und einem Nike-Rucksack auf dem Rücken, aus dem so Kabel kucken und so eine Schalttafel mit einem großem roten Life-Buzzer. Ich gehe auf ihn zu und hole mir erst mal ein Autogramm, weil das ja mein erster Selbstmordattentäter ist, den ich kennen lerne. Dann denke ich kurz an einen alten Film und sage zu ihm etwas, das, würde es jemand in ein Buch schreiben, Schulkinder noch in 300 Jahren rezitieren müssten: »Ich kenne deinen Schmerz. Es ist der Schmerz aller Menschen. Wir vermissen einen Sinn im Leben. Es gibt Menschen, die dir erzählt haben, dass du ihn darin finden wirst, das Böse der Welt zu vernichten, weil das mit einem langen goldenen Messer dein blutendes arabisches Wüstenherz herausschneidet. Aber ich erzähle dir, dass es das Böse nicht gibt, keinen bösen Imperialismus, keine böse jüdische Weltverschwörung und keinen bösen Terrorismus – höchstens vielleicht böse SoftwareMilliardäre, die von ihren Zinsen Todesplaneten bauen. Jede 25


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Bombe, jede Kugel, jeder Schmerzensschrei ist nur ein Instrument in der großen Sinfonie der Menschen und des Lebens, die die einen ›die Sinfonie von Gut und Böse‹ nennen und die anderen ›eine große Scheiße‹, aber ich nenne sie ›Liebe‹, weil nur die Liebe die Leere in uns ausfüllt, die ein an Aids verreckender Gott hinterließ, der die Menschen ohne Präser gefickt hat. Und das mit dem Bösen ist so, weil es trotz allem auch keinen Sinn gibt, weil das Leben kein Zeichen ist, so wie ein Wort, das eine Bedeutung hat. Life is Live! Es gibt keine 72 Jungfrauen im Paradies wie es auch keinen Jesus Christus gibt und keinen hühnerfickenden Moses, aber es gibt süße Schnecken mit süßen Votzen, die manchmal rasiert sind und manchmal nicht und Schwänze gibt es auch und es macht glücklich zu ficken und nicht daran zu denken, dass es einen Sinn nicht gibt. Und wenn du eine Weile gefickt hast (du kannst auch einen Mann nehmen, wenn du schwul bist, oder 72, nur ohne mich) wirst du sehen, dass das Böse nur existiert, weil du daran glaubst. Du wirst sehen, dass das Leben so ist wie diese Zahlenbilchen wo du eine mit der anderen verbindest und nach cirka 197 Strichen ein Hund oder so rauskommt – und dass das Leben, das keinen Sinn ergibt, nur aus 2 Zahlen besteht: 0 & 1, und du, Du! kannst dich selbst entscheiden, ob du den Strich mit dem Lineal ziehst oder von deinem Pfad abweichst und auch mal bei deiner Mutti vorbeischaust, die schon ganz traurig ist. Und im Plattenladen, wo du das neue Album deiner Lieblingsband ›Böhse Onkelz‹ kaufst, und wenn du immer noch wütend bist, dann tust du das sinnvollste, was ein Mensch auf der Welt tun kann, du kaufst dir ein paar Coca26


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Cola-Dosen, so 12 Paletten, und wirfst die Büchse für Büchse in ein McDonald’s Schaufenster. Das tut niemandem weh und es ist ein gutes Gefühl für alle, ja wirklich alle, wenn du nebenbei den Coke-Slogan von 1969 singst: ›It’s the real thing‹ und ich, hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen, werde mit einstimmen mit dem McDonald’s Slogan von 2003: ›Ich liebe es.‹« Dann führe ich den armen, leidenden Mann aus dem Krankenhaus, nehme ihm seinen Sprengstoffrucksack ab und stecke ihn in ein Taxi, dass er zu seiner Mutti fahren kann, die sich schon Sorgen macht. Dann kann ich endlich wieder zurück, finde meinen Schwanz auch und schlafe ein bischen stolz an seinem Bett ein, denn ich fühle, dass da draußen in den heißen, unklimatisierten Palästinenserghettos Israels jemand weint, der ein größerer Held ist, als der hässliche Mel Gibson in dem Film ›The Patriot‹. Ich werde morgens von der jüdischen Krankenschwester Rahel geweckt, die mir eine Tasse Jakobs Krönung mitbringt. »I sure, he wake up. He strong.« Ich nicke und frage sie, ob sie schon mal einen Fußfick hatte. Damit bringe ich sie zum Lächeln. Sie fängt an, die Reflexzonen zu massieren, dass sich die Zehnägel kringeln. Dann lutscht sie an den Zehen, die Zunge schlängelt sich darum. Sie macht sich nackich und hat sich so einen süßen Judenstern in den Pelz rasiert. Schließlich schiebt sie sich den ganzen Fuß Stück für Stück in die Muschi. Ich kann sie von innen massieren. Darauf steht sie scheinbar; und ich auch. Ganz plötzlich und fast unbemerkt, zuckt mein Schwanz in seinem Bettchen. Richtet sich schnell auf und fällt wieder um. Die Krankenschwester 27


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Rahel erklärt mir, dass sei leider nur ein Phantomständer und gibt ihm eine Spritze. Aber es sei ein gutes Zeichen. Dann bringt sie mich aus dem Raum und in ein Kellergeschoss. Im Fahrstuhl versucht sie mir etwas zu erklären, was ich erst nicht ganz verstehe. Sie bringt mich in einen Raum, wo auf dem Boden zwanzig Frauen sitzen. An der Milchglastür klebt ein Blatt, auf dem steht: ›Social ArielSharon-Community Project: Foot Fetishism Group‹!!! Ich verstehe erst, als ich drin bin und die sich auf mich stürzen. Jetzt endlich weiß ich, was die wirklich vorhatten. Man muss Schwänze gar nicht abnehmen, um sie wieder zu beleben! Sie haben ihn nach der Widerbelebung in ein künstliches Koma versetzt und mich verarscht, um weibliche jüdische Fußfetischisten zu befriedigen, damit die, wenn sie glücklich sind, einen besseren Beitrag für die israelische Gesellschaft leisten können. Ich glaube der Krankenschwester tue ich sogar ein bisschen leid, aber sie hat sich trotzdem auf einen meiner drei Füße draufgesetzt. Mann, machen die mich fertig. Nicht, dass mir das nicht wenigstens ein bisschen Spaß machen würde, aber die haben mich hintergangen. Mich betrogen. Ich sehne mich nach meinem Schwanz. Ich will wieder mit ihm rumspielen, mich wieder über ihn ärgern, wenn er sich in unmöglichen Situationen bemerkbar macht, um gestreichelt zu werden. Ich vermisse ihn. Scheiß israelische Fußfetifaschistinnen. Ich denke, die gute Rahel hat bemerkt, dass es mir nicht wirklich gut geht. Sie sieht mich traurig und beunruhigt an. Später bringt sie mich auf mein Zimmer und bleibt noch eine Weile bei mir, bis sie mir eine Spritze gibt, und davon werde ich … 28


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… wo bin ich? Ich liege noch immer in dem Bett. Und … JA … MEIN SCHWANZ IST WIEDER DRAN. Rahel hatte Mitleid. Wie lieb von ihr. Ich muss dringend nach Jerusalem, denn dort werden sich heute die Präsidenten des Landes treffen. Ich flüchte aus dem Krankenhaus und kaufe bei der ersten marxistischleninistischen Physiognomie zwei Atombomben. Ich nehme die größten, die es überhaupt gibt. Daraufhin steige ich hinten in ein Taxi. Den israelischen Fahrer erkläre ich, dass ich den Konflikt lösen werde. Der wird plötzlich langsamer, kurbelt das Fenster runter, zieht eine abgesägte Schrotflinte unter seinem Sitz vor und knallt einen Hochpigmentierten mit Turban am Straßenrand ab. Danach fragt der (ich erzähle keinen Mist, der fragt mich wirklich) welchen Konflikt denn. Da brülle ich ihn von hinten an, dass seine kleine runde Judenkappe vom Kopf fliegt: NA DER GRAD! Ach so, sagt der, der war muslimischer Israeli. Da hab ich mich doch fast erwischt, dass ich gedacht hätte, na zum Glück sind wir die Juden los, aber ICH weiß es ja besser. Aber da frag ich ihn, wieso der Israeli war? Der war doch bestimmt Moslem. Na und, sagt er und überlegt, es gibt muslimische Araber, jüdische Araber, arabische Israelis, jüdische Israelis, arabische Palästinenser, jüdische Palästinenser, muslimische Palästinenser, die christlich/aramäische Minderheit und dich. Aber wer mag denn jetzt wen nicht, und wessen Rechte werden unterdrückt. Antwortet der: Is ne Glaubensfrage. Die Araber glauben, sie könnten uns ins Mittelmeer treiben, wir 29


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glauben, wir könnten sie ins Mittelmeer treiben. Is ne einfache Sache. Ich werd total kaputt im Kopf. Alles dreht sich. Ich habe Lust, mit der singenden Votze Pink ein Fußballspiel im Stadion zu sehen, die am Nasenring eine Kette und auf allen vieren. Total nackt. Ich find die richtig scheiße. Die ist wie Courtney Love auf Pop-Droge. Pink ist bestimmt ein Klon von ihr. Das genetische Material stammt aus Courtneys verseuchtem Votzensaft. Mir fällt auf, dass ich grad überhaupt keine Lust mehr auf Sex habe. Das muss an den letzten Tagen liegen. Und am Klima hier. Aber der Dicke ist wieder sehr gut angewachsen. Am Straßenrand an einer Bushaltestelle mitten in der Wüste schießen zwei Kleinkinder, die grad laufen können, mit Wasserpistolen aufeinander, Uzi-Nachbildungen. Dann kommen die Mütter, nehmen den Kindern die Waffen weg und schießen selbst mit den Wasserpistolen aufeinander. Echt crazy Szene. Irgendwann kommen wir nach Jerusalem. Ich finde auch ziemlich schnell Arafat, nämlich an der zuckenden Speichelspur, die er hinter sich her zieht. Sharon ist auch in der Nähe. Der alte Panzerfahrer ist in einer Tür eingeklemmt. Ich weiß ja in welchen Raum die gehen werden und hab die Bomben schon mal als Geschenk verpackt. Stell denen die auf die Plätze. Ich verkleide mich als Ordonnanz, dass ich zukucken kann. Arafat stürmt gleich auf das Päckchen zu, zieht voll neugierig das Papier ab und sagt: OOOH! NE NUK!!! Dann sagt der zu 30


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Sharon: Der Konflikt ist gelöst! Wenn ihr nicht ins Meer springt, werfen wir die Bombe auf euch. Da macht Sharon sein Päckchen auf und sagt: OOH! NOCH NE NUKE!!! Wenn ihr die Bombe werft, werfen wir die Bombe. Sagt Arafat: Wenn ihr die Bombe zuerst werft, werfen wir sie auch. Wenn ihr Juden umbringt, werfen wir die Bombe; wenn ihr Moslems umbringt, wirft Allah die Bombe. Dann werfen wir die auf Allah. Hah! Allah ist atombombenimmun! Hah! Unser Gott auch! Dann werf ich die auf deine Mutti. Dann werf ich die eben auf deine Mutti. Das geht so Stunden. Irgendwann verlassen alle den Raum und können sich sicher sein, dass die Situation beider Völker friedlich gelöst wurde. Ich bin stolz auf mich und kann endlich nach Hause fahren. Auch, wenn wohl nie jemand erfahren wird, wie es wirklich zuende ging. Ich fliege zurück nach Düsseldorf und steige dort in den Zug, um nach Hause nach Hamburg zu fahren. Aber im Zug sitze ich wieder zwischen der Türkenfamilie. Die kucken mich vielleicht böse an. Nur, weil sie kurzfristig abgeschoben wurden und drei Tage in einem türkischen Gefängnis halb totgeprügelt wurden, bis sich alles als ein Irrtum herausstellte. Nur wer von einem Türken schon mal böse angekuckt wurde, kann sich vorstellen, wie mich die ganze Familie ankuckt. Da verspreche ich Ösche zu ehelichen. Da sind die wieder so glücklich. Zom und glücklich kommen wir also in Hamburg an. Dort erzähle ich ihnen, dass es im Aldi ein Sonderangebot Mini-Döner gibt. Schon bin ich sie wieder los.

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Endlich zu Hause steht jemand vor meiner Tür. Rahel! Sie hat sich in mich verliebt; und auch ich habe mich in sie verliebt. Peace makes love, love makes peace, people. Wir gehen in mein Bett, wo der Live Counter echt geil gestiegen ist und machen die ganze Nacht lang Liebe. Und am nächsten Morgen machen wir auch Liebe. Dann macht uns Rahel eine Tasse Jakobs Krönung und wir machen noch mehr Liebe. Bis sie schwanger wird, was uns nicht davon abhält, Liebe zu machen. Ich muss sie nur heiraten und dafür muss ich Jude werden und dafür muss ich beschnitten werden. Bok. Liebe tut weh. Das Kind nennen wir Josephine. So schnell kann’s gehen. Außerdem ist total doof, dass die grünen israelischen Oliven zu Friedenszeiten teurer sind. Konnte ja keiner ahnen. Ich werde mich nie wieder in Konflikten einmischen! Aber dafür habe ich zwei andere israelische Oliven gefunden. Rahel und Josephine. Find your own greene Oliven, people! Drop the Bomb, Macht Liebe und vermehrt euch!

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56k Ich stehe in Warnemünde an der Ostsee. Eine Möwe hat gerade weiß und nass auf mein Eis gekackt. Das schwimmt jetzt auf dem Wasser. Ein paar Frauen gehen schon baden. Sollen sie doch. Mir reicht es, meine Schuhe und meine Strümpfe auszuziehen. Meine Hand zittert schon, wenn ich mir eine Zigarette anzünde. Wenn ich nur daran denke, auf welche unmögliche Winzigkeit mein Schwanz schrumpfen würde … nicht, dass ich weich wäre … das ist Eitelkeit! Die Frauen sind jedenfalls nackt und das wärmt mich ein bisschen. Es ist mir egal, dass sie dicke faltige Bäuche haben und ihre Titten, die bis zum Bauchnabel hängen, rauf und runter wippen, wenn sie in die Ostsee stürmen. Und ich muss lächeln, denn als sie irgendwann wieder rauskommen sind ihre Nippel doppelt so dick und knallrot. Ich stehe so weit entfernt, dass sie nicht bemerken, dass ich sie ansehe, aber ich erkenne trotzdem noch ihre Milchdrüsen in den Nippeln. So sind die geschwollen. Wahnsinn. Ich versuche mich an den Sommergeruch zu erinnern, als ich klein war, aber ich erinnere mich immer nur an hässlich fette alte Sachsen. Die kamen jedes Jahr mit ihren zwölf blöden Kindern, die alle gäschohn gehn wölldn unn oäis ässn unn bohdn gehn. Und wenn die Kinder zwanzig Meter vor ihrer muddi standen und über den heißen Sand sprangen und sich in ihrer unmöglich gemusterten Badehose fingerten, um sich die Pimmel zusammenzudrücken und riefen: Isch muhs moh bullohn, dann riefen die rothäutigen 33


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Mamis in ihrem zu engem Badeanzug quiekend wie gefickte Hamster über ihren Windschutz, dass alle das hören konnten: na doh geh doh ins wassoh. Ich bin ganz sicher, Sachsenpisse hat einen ganz eigenen Geschmack, den ich überall wiedererkennen würde. Wenn die also zu uns zum Urlaub kamen und nur Wasser sahen, in das man reinkacken und reinpissen kann, sahen wir hingegen weiter hinten einen durchsichtigen Streifen Dänemark, der sich dort, wo die sächsische gelbe Pisslache und das Wasser aufhörten, noch unter den Himmel schob, ohne Zaun und Mauer dazwischen. Unser Blick war geschärft. Wenn wir bis zur ersten Boje schwommen, kamen wir der Freiheit näher als je zuvor. Und wirklich, dann probten wir die Flucht – wenn wir am Strand Löcher gruben, waren das Fluchttunnel – mit sieben und acht und neun Jahren. Ich grub die tiefsten Löcher und schwamm am weitesten. Ganz sicher. Deshalb bekam ich auch einen Wendekomplex. Und ich rede ganz bewusst Ostdeutsch und sage das Wort ›Wende‹, denn Wiedervereinigungskomplex klingt nicht gut und ist auch nicht richtig, da ich ja keinen Komplex wegen der Wiedervereinigung hatte. Ich weiß nämlich, dass ich geflohen wäre, und ich wusste von den Schnellboten der NVA, die tödlich über das Wasser klatschten und von den deutschen Schäferhunden auf den Boten und den mit weißrussischer Wichse geschmierten Kalaschnikows. Ich probte es trotzdem jeden Sommer am Strand. Hinter mir der Feind, die symbolhafte Unfreiheit – Sowjetsachsen, denen ich entkommen musste. Es war, als wäre man im Gefängnis eingesperrt, lebenslänglich, und 34


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kurz bevor der akribisch geplante heimliche Graben fertig ist, wird das Gefängnis aufgelöst. Zack – Komplex. Ich wollte fliehen. Wir alle wollten fliehen. Und wir wären auch. Es ist nicht fair, dass alles anders gekommen ist. Und deshalb wurden wir dann seit 1990 auch alle zu Neonazis. Neo ist griechisch und heißt neu; als wäre es das. Aus Wut deshalb, wurden wir das. Weil all das dann auch noch zu glatt ging. Wir mussten unseren Hass aussprechen, wollten den bewaffneten Aufstand. Den Palast der Republik und all die Ghettos niederbrennen, die Rote Armee an die Wand stellen … FEUER! … das ganze ZK zwingen, sich in den runzeligen weißen Sowjetarsch zu ficken. Ohne Gleitcreme. Ohne vorher mit dem Finger auf Scheiße zu testen. Wir wollten Lenins Leiche schänden, ihm supergroße Silikontitten implantieren, darauf onanieren und uns übergeben. Das hatten sie verdient, die uns Jungen zwangen Halstücher zu tragen und auf Appellen zuzusehen, wie klügere Mitschülerinnen ausgezeichnet wurden. Weil sie uns zwangen uns zu waschen und unsere Eltern lieb zu haben und irgendwelchen scheiß Omas beim Einkauf und über die Straße zu helfen und uns zwangen Wertstoffe zu sammeln und unsere Kopfnoten davon abhängig waren, wie gut wir unserer Lehrerin an der sozialistischen Perle lutschen konnten. Wie die Penner gingen wir von Tür zu Tür und bettelten um leere Flaschen. Welche Demütigung. Wir waren Kinder und rochen nach Bier, für ein paar Pfennige, von denen wir uns nichts kaufen konnten, weil es keinen Wert hatte in einem Staat, in dem nichts sich von etwas anderem auszeichnete, nichts bis auf die geilen Arschbacken von Kati 35


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Witt. Bei ihr würde ich noch einen hoch kriegen, wenn sie dreiundneunzig wäre. Die Personifizierung dieser Unfreiheit, ich erinnere mich jetzt, roch nach Sonnenmilch und Salz und Schweiß und dem ekelhaften Gestank von Zweitaktern. Ich erinnere mich genau. Unfreiheit. Wir Kinder mussten DeDeÄrrr sagen, weil wir doidschedemokrooohdscherebüblig nicht aussprechen konnten – jedenfalls nicht im Bezirk Rostock, der dritten deutschen Republik. Ich dachte damals übrigens, dass das Intershopgeld eine Art inoffizielle Weltwährung ist, die in jedem Land akzeptiert würde. Die Kindheit ist voll von Enttäuschungen. Denn die einzig wahre Weltwährung, die ich später kennen lernte, waren Muschis und Schwänze. Trotzdem sage ich stolz: Ich war zehn Jahre Bürger der DeDeÄrrr, ein Zoni, und wenn mir jemand zwischen 1985 und 1995 eine Banane zu essen gegeben hätte, ich schwöre, ich hätte gekotzt. Ich hatte als Kind mehr Bananen und Apfelsinen zu essen als eine ganze scheiß Reihenhausfamilie in Südbayern. Ich hasste Bananen mehr als die unaussprechlichen Namenslisten sowjetischer Politiker. Genau, es ging uns schlecht. Wir litten in unserer Kindheit. Unsere einzigen Helden waren Leica und Juri Gagarin. Na gut, und Ernie und Bert, bis wir gemerkt haben, dass das homosexuelle Amis sind. Da waren natürlich auch die Politiker. Lenin und Stalin hatten auch so Superheldennamen, die sie sich ausgedacht haben, damit die Menschen nicht erkennen, wer sie wirklich sind, so wie bei Batman, der eigentlich Bruce Wayne ist oder Spider-Man, der Peter Parker heißt, bis zu dem Zeitpunkt, an 36


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dem er erkennt, dass er eigentlich der Klon vom eigentlichen Peter Parker ist, der denkt, er sei der Klon. Oder Clark Kent und Superman, Al Simmons und Spawn und so, aber Lenin und Stalin konnten nicht fliegen und hatten auch keinen Laserblick. Obwohl Lenin kurz vor seinem Ende, als er im Rollstuhl herumgeschoben wurde, schon so einen Blick hatte. Wahnsinn. Er hatte da auch was von Professor Xavier, der auch an den Rollstuhl gefesselt ist. A dream worth having is a dream worth fighting for. Picard sieht gar nicht wie Xavier aus, ist aber trotzdem toll. Ich glaube, wenn mein Fluchtversuch gescheitert wäre, ich hätte mir auch so einen Namen ausgedacht und wäre Politiker geworden. Ich hätte dann irgendwie Steckin, Ficksi, Blasimir oder Vaselin geheißen. Irgendein Name, der meine Macht repräsentiert. Und ich hätte den ganzen Tag tschechoslowakische Nutten auf der roten Arbeiterfahne auf dem Schreibtisch gefickt, die nicht genug Geld verdienten, um sich die Beine und die Achseln und die Muschi und das Arschloch zu rasieren. Wahrscheinlich hätte ich dann auch drauf gestanden und hätte mir irgendwie eingeredet, eine glatte Votze sei faschistisch. Und während sie sich auf meinem Schreibtisch auszieht und ihre gebrauchte Monatsbinde in meinem Schredder zerlegt, würde ich noch schnell ein paar Todesurteile unterschreiben, weil das das Einzige wäre, dass meinen Schwanz noch so richtig stehen lässt und während ich in diesen Urwald tauche, also gerade so am Ficken wäre, im Hintergrund ihr künstliches sozialistisches Stöhnen, würde mein Blick auf all die blinkenden Telefone fallen und den Koffer. Und ich würde denken, wenn mich der imperialistische Scheißwesten nicht 37


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haben kann, mach ich ihn halt kaputt. Zubomben. Wie bei Sudden Strike. Jawoll. Klick-Klick. Für Frieden und Sozialismus: Seid bereit. Und sie: Immer bereit! Mehr deutsche Worte würde ich ihr nie beibringen. Das war das Einzige, was sie wissen musste. Mein Blick fällt also auf all die viereckigen weiß blinkenden Lämpchen auf den vielen schwarzen Telefonen und gleich danach auf den Koffer. Ja, der Koffer. Nichts in meinem Leben ist wichtiger als der Inhalt dieses Koffers. Nur zwei Menschen auf dem Planten kennen die sechsstellige Kombination des Koffers. Ich und der Staatsratsvorsitzende und meine 415 Pfund Nachbarin. Ich hatte nämlich meinen Briefkastenschlüssel im Koffer und habe den gesucht im Hausflur und habe den Koffer auf die Kästen gelegt und ihn geöffnet, da merke ich, dass jemand hinter mir steht. Und da ich weiß, dass es der Staatsratsvorsitzende nicht sein kann, weil er um diese Zeit immer mit meiner Frau fickt, ziehe ich die Dienstpistole und mach sie einfach tot, ohne sie vorher genau zu sehen. Das Weichkerngeschoss bringt ihre Strickmuster ganz schön durcheinander. Ich erkenne sie dann an ihrem Kittel wieder. Der hat kleine rote Blümchen als Muster und spannt sich um sie, als wäre sie in Vakuumfolie verpackt. Ich glaube solche Blumen gibt es gar nicht wirklich. Ich werde wohl ihr Hirn amputieren und an dem Rest rumexperimentieren, dass ich dann mein eigenes Frankenstein-Monster habe, das ich in meiner Wohnung ankette und das die Anrufe beantwortet und saubermacht und meine Sachen bügelt und wäscht und Essen macht. Das Problem ist, dass ich mal gelesen habe, dass Monster nicht mit Steckdosenstrom laufen; die brauchen die Duracel für 38


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sie. Denn die läuft und läuft und läuft. Es gibt keine Batterie, die besser ist. Deswegen habe ich sie auch dem Westen abgekauft. Das VEB Duracel Werk steht jetzt in Ost-Berlin. Auf dem Brandenburger Tor habe ich deshalb eine extragroße Werbetafel angebracht. Die dreht sich an diesem Stab der Quadriga. Und dreht und dreht und dreht. Die 415 Pfund Nachbarin ziehe ich jedenfalls erst mal in den Keller. Ihr kaputter Kopf macht so klack klack klack, wenn wir die Treppe runter gehen und zieht Spuren hinter sich her. Da bleibt sie auf dem Boden liegen, denn ich komme schon fast zu spät zur Arbeit. Im Übrigen glaube ich, dass sich das mit der Amputation des Hirns gerade von selbst erledigt. Mein Blick fällt also noch immer auf die blöden Lämpchen an den vielen Telefonen, an die ich sowieso nicht gehe. Der Staatsratsvorsitzende und meine Frau haben ja auch meine Handynummer. Das ist ein neues Nokia mit MMS und SMS und GPS und Kamera eingebaut und Diktierfunktion und tausend tollen polyphonen Klingeltönen. Aber weil ich mit kapitalistischen Ländern prinzipiell keine langfristigen Verträge mache, musste ich mir Call-by-Call holen. Deshalb habe ich eine Call-by-Call-Brigade geschaffen, die immer in den Westen muss, um mir neue Karten zu kaufen. Das Schaffen von Arbeitsplätzen ist eine Frage des Willens. Während also mein Blick auf den Koffer fällt, der mein Leben bedeutet, klingelt mein Nokia. Die tschechoslowakische Nutte beginnt die Melodie mitzustöhnen. Es ist der Winnetou-Soundtrack. Ich nehme also, während ich noch in ihr stecke – sie hält mich am Hintern fest – das finde ich nett, umständlich, mich nach hinten beugend, das Telefon aus der 39


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Innentasche meiner Jacke, die über meinem Sessel hängt. Es ist eine Bildmitteilung von meiner Frau. Sie schickt mir ein Foto von ihrem großen wunden Arschloch. Also mache ich mit meinem Nokia auch eines, das auf dem quadratischen Handy-Bildschirm eher ein bisschen aussieht wie das Schwarze Quadrat von Kasimir Malevic, nur rot, und schicke es ihr. Wahrscheinlich klingt das alles, als würden wir nur ficken und nicht arbeiten, im Sozialismus. Das stimmt aber gar nicht. All das, was so pervers scheint, gehört zu einer großen kommunistischen Philosophie. Es ist nämlich das höchste aller Ziele, das moralisch wertvollste und ethisch klarste, also vernünftigste Individuum herauszubilden. Nur eine Gesellschaft, die dazu fähig ist, wird in dem Kampf um ihr Bestehen siegen. Das stärkste und widerstandsfähigste Individuum kann aber nur das sein, welches sich aus der ganzen Gesellschaft speist. Wenn also die ganze Gesellschaft zu einem Individuum wird, werden alle Gedanken und Gefühle zu einem. Es kommt also zu einer Verschiebung der Ebenen. Alles, was von einem gedacht wird, wird von der Gesellschaft gedacht und wird somit zum Bestandteil der Realität. Wir sind dem Westen moralisch weit voraus. Aber wir haben herausgefunden, dass Osten und Westen wie ein Motor funktionieren, wie zwei Pole. Moraletariat und Monetariat. Und der Motor bildet das Diktat. So, wie also unsere Moral dem Westen diktiert, diktiert deren Geldwirtschaft uns. Es scheint fast, die Welt sei erwachsen geworden. Ja, so ist das. Und ich vögele noch ein bisschen weiter mit meiner tschechoslowakischen Nutte, dann lutscht sie ein 40


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bisschen, es glitzert auf ihren Lippen, dann gurgelt sie den ›kleinen Trompeter‹ schluckt und geht, und alles, was sie sagt, ist: Immer bereit. Jetzt muss ich aber endlich arbeiten und überlege, was ich eigentlich für eine Funktion habe. Ich denke nach, aber es fällt mir wirklich nicht ein. Vielleicht Berater, Propagandaminister, Vorvögler, der Lustknabe des Staatsratsvorsitzenden, Hausmeister oder sein Attaché? Der Koffer! Es fällt mir ganz plötzlich wieder ein. Also lege ich den Koffer vor mich hin, drehe an den Rädchen eine Zahl, die ich nicht sage, öffne den Koffer und niemand sieht, was darin ist, weil ich es nicht sage, also nehme ich etwas davon heraus (es sind noch andere Sachen darin, die viel wichtiger sind, und vor allem DAS). Und dann schließe ich den Koffer. Und jetzt, da ich die Nummern wieder verstellt habe, kann ich sagen, was ich herausgenommen habe. Es ist ein in deutscher Eiche gerahmtes Foto meiner Frau. Es ist so schön. Alles ist arrangiert. Alles darauf bedeutet etwas. Es ist nicht bloß das Foto einer nackten schwangeren Frau, die breitbeinig beim Pissen steht und sich nach hinten an einer Mauer stützt. Es sind tiefe Symbole, die menschliche Vergänglichkeit zeigen. Leben und Tod. Ich fühle mich in keiner Weise erregt, wenn ich dieses Foto sehe. Ich fühle mich stolz und bewegt. Es ist schon die Art, wie sie auf Händen und Füßen steht und nach oben sieht. Es symbolisiert die Menschwerdung. Denn das Wort der Griechen für den Menschen war Aufwärtsblickender. Und dieses schöne feuchte Auge – wie tief die Bedeutung reicht. Allein bei George Bataille, bei dem, wie Foucault sagte, das Auge den Raum bezeichnet, in dem Sprache und Tod einander zugehören, in dem die Sprache ihr Sein in der 41


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Überschreitung ihrer Grenzen findet. Er glaubte auch, dass die Sprache, in der sich Sexualität äußert, nur über die Macht hinwegtäuscht, in die uns der Tod Gottes gerissen hat. Der Aspekt der Sexualität zeigt sich in dem Bild in den sekundären, den externen Geschlechtsmerkmalen. Der Tod stellt sich in diesem Bild metaphorisch dar durch das Auslaufen meiner Frau. Wie eine Sanduhr rinnt es alles herab und endet schließlich. Doch es gibt Spuren, welche ein jedes Leben hinterlässt, wie in den Fugen dieser Fliesen. Und gleichzeitig entsteht ein neues Leben im Bauch. Rund wie die Erde selbst. Keimend, wie ein neues Auge. Dadurch wird ein einzelnes unsichtbares Leben zum Stellvertreter für ein jedes, das je existierte. Und deren Ende. Ich nehme dieses Foto jeden Tag mit mir in meinem Koffer mit, um mir immer den Wert des Lebens zu vergegenwärtigen. Ich drehe also wieder an den Zahlenrädchen am Koffer, öffne ihn, sage nicht, was darin ist, lege das Foto hinein und schließe ihn. Ich gebe zu, dieses Bild macht mich immer sehr nachdenklich, denn darin ist der Widerspruch der Vernunft aufgelöst. Der Sinn gibt der banalen Erscheinung die Ästhetizität. Nur deshalb liebe ich sie und gerade deshalb, weil sie mich das spüren lässt. Aber weil ich nicht so viel nachdenken will, rufe ich meine tschechoslowakische Nutte, indem ich auf einen Knopf drücke und sage: Seid bereit. Sie kommt durch die Tür, ist noch immer ganz nackt und sagt: Immer bereit. Sie kommt zu mir und beugt sich über den Tisch. Den Koffer habe ich vorher heruntergenommen. Ich nehme die Schlampe von hinten. Nein, nein, ich möchte es besser formulieren, ich 42


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kann das. Außerdem ist sie ja gar keine Schlampe, es drängt nur so danach, eine Nutte so zu nennen, weil man nicht will, dass sie sich an einen erinnert, wenn man bei ihr war, also nennt man sie so, wie alle anderen sie auch nennen. Aber meine tschechoslowakische Nutte ist ja eine Festangestellte, es ist also total sinnlos, sie Schlampe zu nennen. Also: Es ist nicht bloß so, dass ich mich ihr hingebe, ich fühle eine Kraft, mit der sie mich zu sich zieht und mich eintauchen lässt, ganz tief, bis ich ganz in ihr bin und nur mein Kopf, ganz kopflos aus dem Schlund hervorsieht und fühlt, wie jeder Gedanke an dem Stöhnen zerbricht und ich darin einen Schmerz aussprechen kann, den sie von mir nimmt. Ein kleiner schöner Tod. Dann spritze ich auf ihr Arschloch und beobachte konzentriert, wie ein Tropfen ganz ungeniert hineinkriecht. Welche Symbolkraft das alles hat. O welche Scham. Nachdem sie wieder weg ist, nehme ich den Koffer und setze mich in meinen BMW Z4. Das ist längst kein Auto mehr. Es ist die Vollendung automobiler Perfektion. Das einzige Gefährt, mit dem angeborenen Recht, die kostbare Ressource Öl zu verbrauchen (der Z8 ist noch nicht erfunden). Es ist der durch die Technik symbolisierte Antifaschismus. Der einzige Ort auf der Welt, in dem Raum und Zeit eins sind. Die Dinge versinken im 32 Millionen Farben Schwarz Weiß. Es ist ein Traum, der den Gedanken übersprang und gleich Wirklichkeit wurde. Jedes andere Auto ist sein natürlicher Feind. Nicht lebenswert. Der Koffer liegt auf dem Beifahrersitz. Bäume und Wolken wollen sich darin spiegeln, werden aber von den Furchen 43


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des Leders verschluckt. Am Straßenrand eine Coca-Cola Werbetafel mit den Worten ›Make it real‹. Nur kurz halte ich und versenke mit der eingebauten, geheimen Langstreckenrakete mit atomarem Sprengkopf einen imperialistischen Zwergstaat, dann geht’s weiter. Vor dem Büro des Staatsratsvorsitzenden empfängt mich seine Praktikantin. Sie ist rasiert, aber nicht ganz, und raucht eine Capri Slim Ultra Light Menthol Zigarette nach der anderen. Und sie sagt, dass der Chef mich gleich empfangen werde. Im Büro treiben der Chef und ich es zunächst mit seiner Praktikantin zur Begrüßung. Ich finde, sie ist ein wenig hübscher als meine tschechoslowakische Nutte. Das macht mich eifersüchtig. Aber nur, bis zur Schnüffelstellung, bei der sie sich so hinlegt, dass wir von oben auf ihre echt nasse Muschi kucken können und er einen riesigen Haufen Kokain darauf kippt, den wir uns zusammen in die Nase ziehen. Den Rest, der in der Nässe schwimmt, leckt er ganz allein auf. Das geht schon in Ordnung, es ist seine Praktikantin und er hat ja auch das Kokain bezahlt. Und in Gedanken an meinen Koffer und die wichtigste Sache meines Lebens, wird es alles bedeutungslos. Ich schätze aber die Intimität, die er mir zukommen lässt. Er begrüßt wirklich nicht jeden Menschen so herzlich. Ich möchte ihn dafür küssen und ficken, bin aber leider nicht schwul, obwohl ich es eigentlich sein müsste, da im Sozialismus alle Menschen gleich sind. Später, als wir allein sind, öffnen wir gemeinsam mit der geheimen Zahl den Koffer und entnehmen den geheimen Inhalt. Dann schließen wir den Koffer wieder. 44


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Da steht es und leuchtet und wir sehen es eine ganze Weile an, bis wir beschließen, es nicht auszusprechen und wieder in den Koffer zurückzutun. Ich fahre also nach Hause, gehe in den Keller und arbeite eine ganze Weile an meiner Nachbarin herum. Ich verkable sie, spiele an ihren Nippeln rum und schließe die gigantischen Fleischwursttitten an die Duracelbatterien an, die ich mitgebracht habe. Und sie erwacht zu neuem Leben. Die Titten stehen einfach so von ihr weg und sie will gleich ficken, aber ich habe heute keine Lust mehr, ehrlich. Sie ist auch nicht ganz so erotisch, wie meine tschechoslowakische Nutte. Ich nehme sie mit in meine Wohnung, wo ich sie an die Deckenlampe kette. Vorher überprüfe ich, wie weit die Kette geht. Sie darf zum Beispiel nicht zum Kühlschrank. Ich erkläre ihr dann, dass wenn das Telefon klingelt, sie sagen soll: Hier ist die Sekretärin von Vaselin. Wie kann ich ihnen helfen. Na gut, bei ihr hört es sich eher an, wie: hallohieristdiesekretärinvonvaselinwiekannichihnenhelfen, nur viel viel tiefer. Aber das lernt sie auch noch. Schließlich bekomme ich doch Lust auf sie, aber sie setzt sich so ungünstig auf mein Gesicht, dass ich mich nicht mehr bewegen kann und erst achtzehn Stunden später von meiner Frau gefunden werde, die mich dann befreit. Während sie so auf mir sitzt, der Kitzler, so groß wie ein Überraschungsei, mir im Auge hängt und die kleinen Schamlippen mir über das Gesicht schlabbern und mir irgendwann ihre Pisse in Nase und Mund dringt, weil sie es nicht halten kann, denke ich an die Sachsen, die noch immer am Strand das Wasser mit ihrem Urin verseuchen. Obwohl die ja eigentlich gar 45


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nicht so schlimm sind. Die wissen einfach nicht, dass wir neben dem vielen Wasser und Sand auch Toiletten haben. Vielleicht denken die auch, dass ich gern meinen Schwanz in Astlöcher stecke, wenn die sehen, dass ich an eine ihrer nadellosen Tannen pisse. Bei der auf meinem Gesicht muss ich jedenfalls an die denken und ich überlege, wie die Welt aussehen würde, wenn es nur Sachsen gäbe. Also ich könnte jetzt auch Japaner sagen oder Texaner oder Taliban, aber ich denke eben gerade an Sachsen. Oder haben die schon zu viel zu Unrecht gelitten. Na dann eben Japanern. Es gibt keinen Unterschied! Ich werde also achtzehn Stunden später von meiner Frau gefunden. Sie muss mich wieder beleben. Mein Gesicht ist zerquetscht. Die Haut ist so runzelig und faltig, als hätte ich sechs Stunden gebadet. Sie küsst mich also und ich muss aber ganz schnell weg, weil ich jetzt arbeiten will. Lust habe ich sowieso keine. Meinen Koffer nehme ich mit. Ich gehe in mein Büro. Meine tschechoslowakische Nutte war überraschend kreativ. Sie hat sich nämlich in mich verliebt, glaube ich, und mir ein Bild gemalt. Auf diesem Bild bin ich und sie und ein Pony und wir treiben es ganz ganz wild auf diesem Pony und alles ist irgendwie bunt und wunderschön stilisiert, weshalb ich auch nicht weiß, ob das ein Sonnenuntergang oder ihr wunder Arsch ist, aber es ist wirklich gelungen, und bevor ich anfange zu arbeiten, hänge ich erst einmal das Bild auf und weine ganz ganz kurz über diesen Moment schöne Welt. Es ist wirklich schön. Ich frage mich, ob ich anfange, meiner Frau untreu zu werden. Denn ich sehe die Aussagen Foucaults in ihr. Es ist mir sehr 46


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peinlich. Aber ich kann es ganz deutlich sehen. Und es ist noch mehr … ja … sie tritt an die Stelle Gottes. Sie ist der erste Übermensch, von dem der alte Friedrich glaubte, er wäre nicht möglich. Ich sehe das alles in diesem Bild. Und ich kann das sehen, weil ich mich mit Kunst auskenne. Außerdem will ich, dass es so ist, weshalb es auch sofort so ist. Sie erklärt nämlich die Welt. Sie ist der Schlüssel, die Dinge zu dekodieren. Oder, nein, es ist noch etwas anderes … ja … es ist nicht etwa das, was sie sagt oder denkt, oder wie sie schaut oder so … es ist vor allem nur ihre Votze. Ihre Votze ist das kulturelle Gedächtnis der Menschheit. Da bekomme ich aber einen Anruf von meiner Frau auf mein schönes neues Nokia, das People connectet. Sie erzählt mir, dass der Staatsratsvorsitzende beim Analverkehr mit einem Bus plötzlich Darmbluten bekam und nun tot ist. Sie schickt mir auch ein Foto, das wirklich niemand sehen sollte. Ich erkenne nun, dass Macht zu dem Wunsch nach immer mehr Macht führt. Da Sexualität auch nur ein Ausdruck von Macht ist, wundert es mich gar nicht, dass er versucht hat, einen voll besetzten Doppeldecker-Reisebus in seinen Arsch zu schieben. Ich beschließe, Busse zu meiden. Dann erinnere ich mich, dass ich als sein Nachfolger (ich erinnerte mich wieder) jetzt Staatsratsvorsitzender bin. Ich bin glücklich darüber. Das Erste, was ich tue, ist, das kulturelle Gedächtnis zu meinem Kulturellengedächtnisminister zu machen. Also klar, nicht meine tschechoslowakische Nutte, nur die Votze. Und plötzlich bekommt das Wichtigste in meinem Leben eine neue Relevanz. Ich darf es nämlich endlich benutzen. Auch meine tschechoslowakische Nutte … oh nein … ich weiß ja ihren Namen gar nicht. Da rufe ich sie zu mir und 47


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frage sie also erst mal. Sie sagt, sie heiße ELSA. So wie der Konzern, der einmal die allerschönsten 56k Modems aller Zeiten hergestellt hat. Sie sagt, das sei Zufall, glaubt sie. Ich wollte aber sagen, dass ELSA DAS jetzt auch sehen kann, wenn ich DAS auspacke. Ich gebe also den geheimen sechsstelligen Code in meinen Koffer ein, den ich immer noch nicht sage, weil da noch andere Sachen drin sind, wie das Foto meiner Frau. Würde also der Koffer in Gedanken aufgemacht werden, könnte ja jeder die Pullermuschi meiner schwangeren Frau sehen. Das macht man nicht. Das gehört sich nicht. Ich öffne den Koffer also und nehme DAS heraus und stelle es auf den Tisch und mache den Koffer schnell wieder zu, damit niemand einen Gedanken hineinwerfen kann. Und siehe, es bleibt ganz schwarz im Kopf. Das liegt daran, dass alle nur noch Fernseh kucken und keine Fantasie mehr haben. Die wird von den Glotzenmonstern aus den Köpfen gesaugt. Die leben in so Talkshows, Soaps und Filmen mit Kevin Costner und Brad Pitt. Die ELSA kuckt ganz fasziniert. DAS ist so groß und ist erleuchtet. Ich höre es platschen und ELSA stirbt mir fast weg. Sie zittert unter erkaltendem Schweiß und ruft: Schieb das Ding rein! Ich gebe zu, dafür dass sie meine tschechoslowakische Nutte ist, gibt sie mir ziemlich ungeniert Befehle. Aber so sind sie, die Tschechoslowaken. Erst ganz schüchtern tun und dann sich die absolut überdimensionierte erleuchtete Schwanznachbildung des verstorbenen Staatsratsvorsitzenden in das kulturelle Gedächtnis reinstecken. Die osteuropäische Mentalität fasziniert mich immer wieder. Na ja, natürlich mache ich das. Ich würde mir das Ding ja nie selbst reinschieben, dann 48


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könnte ich ja nie mehr kacken im Leben ohne Schmerzen. Höchstwahrscheinlich würde die Suppe unterwegs einfach so rauslaufen, weil die ganze Muskulatur kaputt ist. Jedenfalls versuche ich deswegen das mit dem Bus erst mal nicht. Aber so die Osteuropäer sind echt hart … Und östlich des Ural gibt es gar keine Schmerzen mehr. Das kulturelle Gedächtnis scheint sich nie besser gefühlt zu haben. Ich glaube, es weint vor Freude, als ich mir das dicke Teil als Dildo umschnalle. ELSA stöhnt und stöhnt und stöhnt und stöhnt und reist mir fast die Haut von den Knochen, aber ich nehme das ja nicht so eng. Doch plötzlich ist mir seltsam. Alles andere wird plötzlich so unwichtig. Ich vergesse meine Frau, meine Wohnung, mein fettes Monster, den toten Staatsratsvorsitzenden und so. Irgendwann stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn ich sie wäre, wenn ich an der Stelle Gottes säße. Wenn ich der Übermensch wäre, der sich seiner Übermenschlichkeit doch erst bewusst werden kann, wenn er die absolut überdimensionierte erleuchtete Schwanznachbildung des verstorbenen Staatsratsvorsitzenden in seinem kulturellen Gedächtnis hat. Ich fasse mir dahin und da ist das kulturelle Gedächtnis. Dann sehe ich in den Spiegel und sehe, ich bin ELSA, eine tschechoslowakische Nutte, die an der Stelle Gottes sitzt. Ich fühle eine seltsame Verantwortung für das kulturelle Gedächtnis und dafür, es zu nähren und ich spüre einen Durst, den ich zum ersten Mal spüre. Da Vaselin irgendwann in seinem Sessel schläft, fessele ich ihn ganz schnell und nehme ihm den Schlüssel für seinen BMW Z4 ab. Es gibt Dinge, die wichtiger sind, als er. Ich fahre also los. Ich 49


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erinnere mich nämlich wieder, wieso ich das Pony gemalt habe. Ich wollte Vaselin fragen, ob wir zusammen zum Zoo zum Ponyficken fahren. Das hat sich jetzt erledigt, ich gehe allein dahin. Das Pony ist schon da. Es wiehert wild und willig. Ich füttere das kulturelle Gedächtnis damit, und dann, als es fertig ist nach Minuten des Wahnsinns, stirbt es. Es fällt ganz einfach um, einfach so. Als hätte es sich mit seinem langen braunen Ponyschwanz erschossen. Immer wenn sich jemand erschießt, muss ich an die Szene in Stalingrad denken, in der die paar deutschen Soldaten in einen verlassenen deutschen Bunker gehen und das da so aussieht wie im Bunker von Saddam Hussein. Der Eine ruft nämlich Sieg Heil, bevor er sich erschießt. Das ist eine der eindrucksvollsten Szenen, die je im Kino zu sehen waren. Man erkennt, dass der gehobene Arm mit ausgestreckter Hand der Nazis ein Phallussymbol ist. Ich kann mich nicht erinnern, dass das jemals ausgedrückt wurde. Die Deutschen machen schon die besten Filme, dass man so was dann denken kann. So wie Leni Riefenstahl, die den ›Triumph des Willens‹ gemacht hat. Der gefiel sogar dem doofen Ich-Erzähler in Krachts Faserland. Leni wollte gar keinen Propagandafilm drehen. Die litt nur ganz radikal unter einer blöden Form von Penisneid. Das aber nur in Bezug zum Führer. Die wollte den gar nicht ficken. Die fand den sogar doof, so körperlich jedenfalls. Und es ist gemein, so im Nachhinein zu sagen, die war eine Nazifrau. Das weiß ich, weil ich heimlich Westfernsehen kucke und einmal ein Interview mit Leni und der griechisch göttlichen Sandra Maischberger gesehen habe, die nur bei Frauen nicht so richtig klarkommt, weil die denen in der Werbepause nicht 50


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am Schwanz rumlutschen kann. Die schafft jedenfalls so einen Raum, in dem das Glotzenmonster nicht leben kann. Sie ist fast so wie Xena. Danach, also nach den Nazis, litten jedenfalls alle deutschen Filmemacher unter dem Komplex, dass Erfolgsfanatismus etwas mit Nazismus und Faschismus zu tun hat. Das ist echt eine große Scheiße. Gute Filme konnten nur noch von Nazis handeln, weil die damit sagen konnten, dass sie keine sind. Und deshalb ist Deutschland auch die erste Faschismusschuldnation der Welt, in der die nationale Gemeinsamkeit durch Schuld entsteht und deshalb sind alle national denkenden Menschen irgendwie keine Deutschen. Wer hat sich diese Arsch-Schmadder eigentlich ausgedacht? Und in dieser Szene jedenfalls, in der der sich erschießt, ist das Gefühl für diesen einen Moment nicht vorhanden, völlig in sich selbst aufgelöst. Im Übrigen kann ich das alles sowieso so zeitlos objektiv ausdrücken und überhaupt denken, weil ich ja der Übermensch bin und an der Stelle Gottes ficke und die Hüterin des kulturellen Gedächtnisses bin. Toll. Und ich gehe wieder aus dem Zoo. Es spielt keine Rolle, das mit dem umgekippten Pony. Ich fahre wieder herum und denke aber noch ein wenig darüber nach. Es muss die geheimnisvolle Verbindung von Sexualität und Tod sein, und meine Macht. Aber wenn es gut ist für das kulturelle Gedächtnis, ist es egal. Nichts ist wichtiger, als es zu füttern. Also fahre ich in das Politbüro, wo alles in so komisch verrauchten Farben gemacht ist. Man sieht den Wänden ihr Asbest wirklich an. Und den Gesichtern der Männer die hier 51


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gearbeitet haben und jetzt in Bilderrahmen an der Wand hängen. Mir fällt auf, dass das Bild von Vaselines Frau in dem gleichen Bilderrahmen ist. Ich weiß das, weil ich vorhin noch Vaselin war und ich ja auch nicht bescheuert bin. Jedenfalls gehe ich in die erste Tür und ziehe mich aus. Es dauert nicht mehr lange und wir sind nicht mehr allein. Es ist kein Orgasmus, der das Gedächtnis erschüttert. Es ist ein Rausch. Es ist ein Rausch. Ein Rausch. Ein Rausch. Ein Rausch. Und währenddessen erinnere ich mich seltsamerweise an die Worte Zarathustras: Leib bin ich ganz und gar, und Nichts außerdem; und Seele ist nur ein Wort für etwas am Leibe. Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vielheit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden. Nietzsche schreibt das ein bisschen wie in der Bibel, nur damit jeder Mensch weiß, dass das nicht richtig sein muss, was er da sagt. Und schließlich sterben sie alle, die Politiker des Politbüros. Kippen um in ihrem Rausch. Und das kulturelle Gedächtnis ist befriedigt für den Augenblick. Es hat sie völlig ausgesaugt und ausgelutscht. Nur ich liege wach und möchte wissen, was es denkt. Ich sehne mich nach diesem Wissen. Ich weiß, dass ich einen Weg finden muss, dieses Wissen aus meiner Votze zu laden. Vielleicht hilft mir dabei die absolut überdimensionierte erleuchtete Schwanznachbildung des verstorbenen Staatsratsvorsitzenden. Ich weiß jetzt, ich muss fliehen. Der Staatsratsvorsitzende hatte es zwar schon nicht geschafft und ist deshalb Staatsratsvorsitzender geworden, aber ich schaffe es. Ich muss ja nur an der Grenze sagen, dass ich die tschechoslowakische Nutte des Staatsratsvorsitzenden bin, 52


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und irgendwelches sexuales Spielzeug einkaufen muss. Das verstehen die schon. Es gehört zur sozialistischen Philosophie, dass nur derjenige ausgeglichen ist und den Beitrag zur Arbeit des Volkes leisten kann, der auch sexuell ausgeglichen ist. Deshalb hat ja der Sowjetrat auch beschlossen, dass die ganze Tschechoslowakei nur noch auf diesem Gebiet arbeitet. Darum ist auch der Sozialismus nicht untergegangen, weil die das gemacht haben. Ich meine Gorbatschow ist unser großer Held, weil er mit seinen großen Parolen Glasnost, Perestroika und Sexualistika, den sicheren Untergang aufgehalten hat. Man stelle sich das mal vor, vielleicht wäre die Tschechoslowakei sonst Mitglied der EU geworden. Da muss ich lachen. Ha ha ha. Aber das kulturelle Gedächtnis ist eben nun einmal wichtiger als der ganze Parteiapparat, der dem Vaselin, dem Staatsratsvorsitzenden des Sowjetreiches untersteht. Deshalb muss ich es im Reich des Monetarismus füttern und lebendig halten. Und ich muss, das ist ganz wichtig, zur Toys“R“Us-Hauptfiliale auf dem Time Square in New York, dem absolutesten Parteiorgan des Westens. Nur dort kann ich die Experimente machen, die ich machen muss, um das Wissen aus meinem kulturellen Gedächtnis zu laden. Also fahre ich los, so nackig wie ich bin. An der Grenze werde ich angehalten und die kontrollieren, ob ich nicht irgendwo irgendwelche Dinge schmuggele. Dabei greifen die mir so tief rein, dass das kulturelle Gedächtnis aufwacht. Während der Fahrt war es nämlich eingeschlafen. Da sie nichts finden außer primäre tschechoslowakische Geschlechtsmerkmale, lassen sie mich über die Grenze. Nachdem ich jetzt bestimmt eine Stunde über irgendeine 53


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Bundesstraße auf dem Weg zum Flughafen fahre, klopft es auf einmal im Kofferraum. Ich halte also an, öffne ihn und sehe, oh nein, die tote Nachbarin des Staatsratsvorsitzenden, die sich da irgendwie reingequetscht hat. Ich habe vorher nie ein totes Nachbarin-Monster im Quader gesehen. Und sie schwitzt mir den Wagen voll. Jetzt weiß ich auch, warum ein Stecker am Zigarettenanzünder steckt. In der Hand hält sie nämlich noch einen winzigen Ventilator. Ich mache wieder zu. Die Welt wirkt auf mich so irreal. So wahnsinnig. Als würden Dinge geschehen, die ich als jemand, der der Übermensch ist und an der Stelle Gottes sitzt, nicht beeinflussen kann. Während ich also breitbeinig, nackt, offen, gierig, geil, erregt auf der heißem Wagenklappe sitze und das kulturelle Gedächtnis eine Flasche torfigen irischen Wiskey auf Koks trinkt, um den Kulturschock zu überwinden, höre ich das Monster winseln: winsel winsel winsel. Weil ich dieses Winseln nicht verstehe, öffne ich den Kofferraum wieder und höre sie deutlicher winseln: Ich musste fliehen. Ich halte es bei dem Staatsrasvorsitzenden des Sowjetreiches nicht mehr aus. Er fickt mich nie. Er sagt immer nur: Geh putzen oder kacken oder kochen oder brüllt: DAS KULTURELLE GEDÄCHTNIS LÄSST SICH NICHT BEFRIEDIGEN. Denn es sagt: Gib mir Sinn. Ich merke sofort, dass das Monster von Dingen spricht, die nie geschehen sind. Es muss also, ganz klar, in einer anderen Dimension denken. Das erklärt auch, dass sie lebt und tot ist. Also besser tot ist und lebt. Irgendwie. Jetzt sieht mich das Monster an wie ein Hund und fragt: Ficken? Da kann ich nicht anders. Ich hole sie da raus, woraufhin ich feststelle, dass dieser Z4 nicht tiefergelegt ist. 54


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Dann werfe ich die dicke Sau auf die Motorhaube und stecke ihr die absolut überdimensionierte erleuchtete Schwanznachbildung des verstorbenen Staatsratsvorsitzenden in ihre Riesenmuschi. Die ist wirklich riesig und die Schamlippen klappen auf wie Buchdeckel. Nebenher fällt es mir nicht schwer, noch einen Fuß durch ihr Arschloch zu schieben. Das kulturelle Gedächtnis sieht angeregt, denn es ist direkt auf die aktuellen Ereignisse gerichtet. Dann geht mir durch den Kopf, was das Monster gesagt hat, das ich gerade durchnudele. Das kulturelle Gedächtnis lässt sich nicht befriedigen. Was meint es damit. Mag das wahr sein? Ich beginne mir das gesamte Monster in das kulturelle Gedächtnis zu schieben, bis es ganz darin verschwunden ist. Aber ein Gefühl der Befriedigung habe ich nicht. Auch nicht, als das Monster beginnt, an meinen primären tschechoslowakischen Geschlechtsmerkmalen zu lutschen. Während dieser Ereignisse am Straßenrand fährt ein Reisebus aus Bayern mit Münchener Kennzeichen an uns vorbei. Da steht irgendwas drauf mit katholischer Kirche und ich habe nur ganz kurz die Idee, mir die ganze katholische Kirche in das kulturelle Gedächtnis zu schieben. Die halten aber an und glauben ich will gerade den Geburtszyklus oder so beenden, weil ja auch mein Bauch ein bisschen dicker ist, stellen sich also vor das riesig geweitete Loch, aus dem nur ein graustrubbeliger Haarzopf heraussieht und rufen: Pressen. Und: Das Wunder des Lebens erscheint. Ich spüre, wie das Monster beginnt, wütend auf die ätzenden Christen zu werden, aber anstatt es mit ihnen Kuumbaajaaah 55


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maaii Loooht singt und in eine Diskussionsrunde begibt, in der es ihnen erklärt, dass Gott tot ist und ich nun an seiner Stelle sitze, um jeden zu ficken, der mir zwischen die Beine kommt, und sie schuld sind am Tod Gottes, weil sie ja auch angefangen haben, diesen Scheiß zu glauben, also damit schuld sind, dass ich an seiner Stelle sitze und auch schuld sind an allem, was mit ihnen passiert, kriecht es aus mir heraus und sagt zu ihnen: Ich rieche eure Muschis. Das sagt sie auch zu den Männern. Darauf, also auch nach dem Anblick des Monsters, das ich soeben gezeugt habe, beginnen sie zu kotzen. Sie kotzen sich wirklich ihren Gott aus dem Kopf. Beginnen dann zu ficken und dann ihren Bus aufzufressen. Und dann ficken sie sich wieder und dann ficken sie mich alle mal und dann sterben sie – klar. Fallen einfach um, als hätten sie vom Baum der Erkenntnis genascht. Und ich sage: Und siehe: Erkenntnis tut weh. Dabei betone ich jede Silbe einzeln und sage es so tief es mir als Übermensch möglich ist. Also so richtig tief. Dabei habe ich das Gefühl, dass das Wort tief immer sexuell konnotiert ist. Eigentlich ist, fällt mir auf, jedes Wort sexuell konnotiert. Soll heißen, man denkt beim Sprechen an Mösen. Denn ich könnte jetzt auch erzählen: Möse. Möse möse möse Möse möse möse Möse. Möse möse möse. Und die Form eines jeden Buchstaben. Die Form des Mundes beim Artikulieren. Ergibt das nicht einen Sinn? Doch. Ja. Es ist tiefer Sinn. Weil es den Sinn nicht erklärt. Weil es dich zwingt zu denken, wenn es in deinem Kopf immer nur geht: Mille, mille, mille … Wichser ! Ich kann deine Muschi riechen. Wir fahren jetzt also zusammen zum Flughafen Frankfurt/Main. Sie kriecht wieder in mich rein, damit wir 56


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nur für einen zahlen müssen, und kommen in das Flugzeug, das uns nach New York bringt. Hinter uns sitzt eine sechsköpfige Familie. Plötzlich merke ich, dass ein kleiner frecher Junge seinen Zeigefinger in mein kulturelles Gedächtnis steckt. Ein paar der Finger beißt das Monster ihm ab, woraufhin der mit seinen blutenden Stummeln zu seiner Mama rennt: Mutti, Mutti, die böse Frau hat mich gebissen. Dann merke ich plötzlich, wie seine Schwester anfängt, mir Matchbox-Autos, also die großen Trucks, in das kulturelle Gedächtnis zu stecken. Ich beschließe etwas zu unternehmen und lasse das Monster auf die Familie los. Sie werden aufgefressen, ganz und gar. Sunday bloody Sunday. Dann beginnen wir, uns zu betrinken. Wir saufen das ganze Flugzeug leer. Wer schon was getrunken hat, wird ausgelutscht. Jetzt sind wir beide betrunken und fangen an zu kuscheln, dann legt sie ihre Hand auf mein kulturelles Gedächtnis, küsst mich auf den Nacken, die Wange, die Stirn, den Mund, Zunge, Finger rein, Hand rein, ich reibe ihre nasse Riesenmuschi. Dann nehmen wir eine dicke lange Salami, die wir uns gleichzeitig reinstecken. Es ist schön. Eine Innigkeit, die auf der Welt selten ist. Irgendwann landet das Flugzeug. Wir sind in New York. Und überall sind Asiaten und Afrikaner und Spanier. Aber die wollen nicht Teil des kulturellen Gedächtnisses werden. Sie beachten uns gar nicht, als wären wir Aliens wie sie. Am Ausgang des Flughafens wartet schon eine US-Delegation, die uns zu Toys“R“Us begleitet. Wir fahren in einer ganz langen breiten Stretch-Limousine, die fast so groß ist, wie die absolut überdimensionierte erleuchtete 57


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Schwanznachbildung des verstorbenen Staatsratsvorsitzenden. Als wir da sind, liegt ein langer roter Teppich vor der Autotür, der direkt in die Hauptfiliale führt. Über dem Eingang hängt ein riesiges Plakat. Auf dem steht: Die Vereinigten Staaten von Amerika begrüßen herzlich ELSA aus Ostdeutschland und das kulturelle Gedächtnis. Ich finde das sehr lieb von denen. In der Hauptfiliale legen die mich auf ein Gerät. Das ist ein Stuhl mit Kabeln und Beuteln mit Flüssigkeiten, die herumhängen, Pumpen, Federn, Lampen, Schirmen, Tastaturen und Kameras. Sie warten nicht lange und fangen gleich an, mich mit dem ganzen Zeug zu verbinden. Zwanzig Ärzte kommen rein, sie tragen weiße Ganzkörperanzüge mit Helmen mit dunklen Visieren und an den Ärmeln ist ihre Fahne aufgenäht. Einen ganzen Tag stecken sie mit langen Zangen alles mögliche Spielzeug in das kulturelle Gedächtnis und beobachten dabei, was an den Monitoren angezeigt wird. Südseeinsel Play-Doh (€ 17,99), Badge it-Buttonmaker (€ 29,99), dazu das Badge it-Nachfüllpack (€ 11,99), auch von Play-Doh, das Dr. Bibber Knetset (€ 14,98), eine Harry Potter Eiskürbismaschine (€ 9,98), einen Disney Princess Webrahmen mit viel Zubehör (€ 24,99), Dr. Wackelzahn (€ 19,99), als Quotenspielzeug ein afrikanisches Töpferatelier (€ 54,99), das ganze Play-Doh Knetwerk (€ 19,99) und Bügelperlen Baufahrzeuge und Bügelperlen Rettungsfahrzeuge (€ 14,98), ein Paar BreaKeys (€ 1,99) – BREAK OFF!, My Little Pony Partyspaß (€ 12,99) – das erinnert mich stark an ein anderes Pony … die schieben dann 58


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auch gleich das My Little Pony Schloss (€ 59,99) hinterher, My Scene Tasche (€ 17,99), Schminktisch mit Hocker und Zubehör (€ 39,99), BaByliss Magic Locks (€ 24,99), My Model Fönset (€ 12,99) – wer in 5 Jahren das große Geld machen will, sollte schon jetzt My Dildo und My Suicide mit Badewanne und Zubehör und My Car für die produzieren … Dann kommt das Arielle Unterwasserschloss (€ 29,99), der billige Schneewittchenprinz (€ 9,99) und Schneewittchen (€ 19,99) und dazu das Disneybuch Princess (€ 7,99) – das ist ein Buch mit Geschichten von Liebe und Freundschaft, dann fängt es aber erst richtig an, nämlich mit der Fastlane Parkgarage plus 12er Pack Fahrzeuge (€ 34,99), dann Hot Wheels Alien Attack mit Action-Features, Licht- und Soundeffekten. Strudel der Autos herumwirbelt und ein rotierender Fahrzeugscanner (€ 24,99) und Turbo Jet City (€ 54,99) – mit Sound und 5 Action Knöpfen und Octoblast (€ 49,99) und die Racing Box (€ 79,99) – der Rennbahn im Koffer mit echten Sounds und Ersatzreifen und dann natürlich das 5er Set Hot Wheels Fahrzeuge (€ 4,99), ein Farm Set mit Mähdrescher (€ 29,99), dann den Bey Blade Kampfkreisel (€ 9,99), den R/C plus 1 Bey Blade Kreisel (€ 39,99) und die Bey Blade Dragon Arena (€ 17,99), dann noch Yu-Gi-Oh!-Kram. Ich wusste gar nicht genau, wer das ist. Da hat mir dann eine Frau erzählt: »Yu-Gi-Oh! erzählt die Geschichte von Yugi, einem jungen Schüler, der gemeinsam mit seinen Freunden besessen ist von einem mysteriösem Kartenspiel namens ›Duel Monsters‹. Yugi ist für sein Alter ziemlich klein und oft dem Spott seiner Mitschüler ausgesetzt. Eines Tages ändert sich sein Leben: Yugis Großvater schenkt ihm das Millennium Puzzle, ein 59


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geheimnisumwittertes ägyptisches Medaillon, mit dem sich Yugi bei Gefahr in sein stärkeres und respekteinflößendes Alter Ego - Yu-Gi-Oh! - verwandeln kann.« Da hatte ich dann keine Fragen mehr und die haben weitergemacht mit der YuGi-Oh! DVD (€ 14,99), das Yu-Gi-Oh! Trading Card Game Starter Deck Kaiba (€ 14,99) und das Yu-Gi-Oh! Trading Card Game Booster-Blue eyes white dragon (€ 4,99), Yu-Gi-Oh! Actionfiguren (€ 13,99) und Yu-Gi-Oh! Model Kits (€ 14,99), Yu-Gi-Oh! Millenium Spiel (€ 24,99), Yu-Gi-Oh! Hexors Starter Pack (€ 24,99) und schließlich und vor allen anderen die Yu-Gi-Oh! Collectable Figuren (€ 29,99). Foucault teilte die Geschichte der Zivilisation in vier Episteme: Mittelalter, Renaissance, Aufklärung und Moderne. Dies ist die fünfte. Eine Art Zwischenwelt, in der alles koexistiert. Schließlich kommen die Wissenschaftler darauf, dass sie das Wissen auf diese Weise nicht aus dem kulturellen Gedächtnis laden können. Sie müssen mich mit dem Spaceshuttle auf die ISS bringen und den, sie nennen es bloß ›Dick Overdose Adapter‹, anschließen. Nur in der Schwerelosigkeit könnte es gelingen. Ich bin stolz – ich werde die erste Tschechoslowakin im Weltall sein, und auch die erste Prostituierte. Ich frage mich, wo die tote 415 Pfund Nachbarin des Staatsratsvorsitzenden ist. Sie ist verschwunden, seit ich vom Flughafen abgeholt worden bin. Wahrscheinlich ist es egal, obwohl sie mir leid tut, sie ist ganz fremd und einsam in einer großen neuen Welt. Die zwanzig Ärzte fliegen mit zur ISS. Das erste Mal sehe ich die Erde als Ganzes in ihrer unglaublichen Schönheit. Eine 60


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plötzliche Verliebtheit in jedes Detail, das ich entdecke. Es berührt mich tiefer als alles vorher. Es ist ein Gefühl von Erkenntnis, die untrügbar ist und rein, losgelöst von allem, selbst ein wenig von Foucault. Und die allergrößten Probleme werden mir in ihrer Bedeutungslosigkeit bewusst. Am fünften Tag auf der ISS stellen die Wissenschaftler etwas sehr Tragisches fest. Es ist überhaupt nicht möglich, das Wissen aus dem kulturellen Gedächtnis downzuloaden, doch das spielt längst keine Rolle mehr. Ich sehe nämlich etwas weitaus Erschreckenderes: Die Nachbarin, das Monster. Ich kann sie von den Fenstern der ISS sehen, wie sie die ganzen Vereinigten Staaten von Amerika frisst und größer und größer wird dabei. Staat für Staat. Zuerst New York, und ganz zuletzt Texas. Später frisst sie den ganzen Kontinent, und als ihr auch das nicht genug ist, frisst sie Südamerika, den Atlantik, Europa, Asien, Afrika, die ganze Welt schließlich. Und ich erkenne, dass wir nicht länger um die Erde kreisen, sondern um das Monster. Die Astronauten und Wissenschaftler überlegen angestrengt, ob sie das Monster töten können, oder ob sie versuchen eine Kolonie auf dem Mond zu errichten, aber ich weiß ganz genau, dass das nicht möglich sein wird, denn sie ist schon tot. Sie würde sie alle fressen, die ISS, den Mond, das ganze Universum, bis es die Grenzen überschreitet und selbst zu Gott wird. Ich schwebe zur Ausstiegsluke, durch die ich steige und entferne mich von der ISS, lasse mich von der Gravitation der Nachbarin anziehen, bis ich sie erreiche. Ich weiß, es gibt nur diese eine Lösung, um das Universum zu retten, die unendliche Zahl an Spezies, die einst vom Raumschiff Enterprise entdeckt werden müssen. 61


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Ich öffne das kulturelle Gedächtnis, es ist feucht und neugierig, und es spürt zum ersten Mal Sinn.

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Vom Popelthron Ich sitze seit zwei Tagen an einer Decke und starre auf den Boden, wo ein Mensch in einem Sessel hin und her rollt und sich in der Nase popelt und versucht, die Popel in den Papierkorb zu schnipsen. Der Mensch schreibt manchmal etwas mit einem Stift auf ein Blatt, aber wenn ich genauer hinsehe, ist es nur eine Zeichnung von zwei Elefanten mit Zipfelmützchen, die sich mit ihren weißen Rüsseln gegenseitig in den weißen Arsch ficken. Bevor ich herkam, hing ich an der Decke eines Mannes, der nie seine Wohnung verließ. Er war als Brite wohl der einzige begeisterte Leser von Asterix-Comics und sammelte auch die Figuren. Öfter spielte er auch damit. Er selbst war Mirakulix. Dafür zog er sich einen weißen Präser über den kleinen Penis, schnitt oben ein Stück ab, dass die britische Eichel herauskuckte, auf die er eine Nase, die Augen und die Ohren malte und einen Wattebart dranklebte. Er spielte dann Kasperletheater und nahm sich selbst mit der Kamera auf. Jede Ausgabe des Comics spielte er so nach und verkaufte sie auf französischen Webseiten für sehr viel Geld. Ansonsten sah er den ganzen Tag Fußball. Trug ein bekleckertes Trikot von Manchester United und einen Schal der gleichen Mannschaft. Er starb eines Tages bei einem Elfmeter, während dem er sich so viele Walkers Salt and Vinegar Chips in seinen Mund stopfte und ohne zu kauen schluckte, dass er an dem Brei erstickte. Er blieb einfach so sitzen, ohne sich zu krümmen, ohne dass ihm die angefangene Flasche Guinness aus der Hand fiel, seine Augen 63


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blieben offen. Sein Körper sah das Spiel zu Ende, bis die Totenstarre eintrat. Das machte mir irgendwie Angst. Ich hatte mich in dieser Zeit schließlich von allem ernährt, was er mir zur Verfügung stellte. Ich nahm ein Schiff und sitze nun hier. Bei Popelmax überm Schreibtisch. Nebenbei sieht der Deep Throat. Das Bild mit den Elefanten von vorhin hat er in winzige Schnipsel gerissen. Daraus legt er ein riesiges Smiley. Sonst schreibt er noch ein paar Sachen, unterschreibt sie, telefoniert mit einer Frau, legt auf, sieht aus dem Fenster, seilt einen Neger auf seinem Klo ab und masturbiert auf diese kleine runde Wurst, dass sie ganz von seinem weißen Sperma bekleckert ist. Eine Frau sagt, dass gleich jemand kommen wird und es kommt auch jemand rein, sie ist ganz schwarz, und der Mann muss an seine Wurst denken, und ob es sich lohnen würde … Es piepst, der Mann im Sessel öffnet einen Inspiron 8600Laptop von Dell und brüllt: No No Fuck. Why Fuckin A2. My Fuckn Ship Dies. Fuck You. Fuck You, Bloody Bastard. Dann winkt er das Ohr der Negerin ganz nah an seinen Mund, grinst und leckt der Mohrin über ihr Ohrläppchen, dann über das ganze Ohr, dann drückt er die graue Zunge in den kleinen schwarzen Höhrgang, greift ihr in die Hose, fummel ein bisschen herum, nimmt sie dann plötzlich raus und brüllt: »Go away, and stop turning me on. I'm not in the fuckin mood. Fucking Hussein destroyed my fuckin Super Oil Tanker«. »You have a plan?«, fragt sie ihn und er sieht sie eine kleine Weile dyslektisch an und sagt dann, als wären die Worte genetisch in sein Hirn programmiert: »The War On Terror«.9 Dann geht sie wieder. Der Max schießt ihr noch einen kleinen Popel hinterher. Einen von denen, die fertig gerollt 64


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unter der Tischkante kleben. Ich beginne mich nach dem Essen von dem Fußball-Miraculix-Menschen zu sehnen. Der jetzt sieht nie Fußball. Höchstens mal Football, was übersetzt auch Fußball heißt, auch bei Google, aber gar nicht mit dem Fuß gespielt wird. Außerdem tragen sie Anzüge, dass sie sich nichts verletzen. Wie schwul. »Die Verletzungsgefahr beim so genannten ›popeln‹ stieg in den Vereinigten Staaten von 1995 bis 2003 um 20% auf 0,23 Millionen Menschen. Die Dunkelziffer bleibt schwarz. Die Zahl der tödlichen Unfälle dabei stieg dieses Jahr auf eine Rekordzahl von 500 Personen an, darunter keine Schwarzen. Die meisten waren mit dem Finger in der Nase eingeschlafen und erstickten. Der Vergleich mit Europa zeigt, dass die Europäer öfter popeln, aber sicherer. Die Regierung versucht nun mit einem 250-Millionen-Dollar-Programm, das sie kurzfristig mit einer Intervention irgendwo in Lubumbashi finanziert, auf die Gefahren aufmerksam zu machen, und aufklärend zu wirken … Lubumbashi liegt übrigens im ehemaligen Zaïre, das jetzt Demokratische Republik Kongo heißt. Das ist wie die DDR, nur mit Negern und Diamanten. Ich bin die Miss America 2003 aus Washington, D.C. für CNN.« Ich glaube, dass ich wieder zurück will, hier ist alles irgendwie gefährlich. Dazu entschließen kann ich mich aber erst, als der Mann einmal nach oben schaut, mich sieht, und sich mit Popeln bestückt, damit zielt der auf mich. Schießt! TODESANGST! Ich musste kacken, er hat nicht gemerkt, dass es ihm in die Nase ging, kriegt vielleicht eine Infektion. Als ich mich vor ihm an das Fenster flüchte fällt mein Schatten 65


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auf seine Nase. Und dann habe ich einen genialen Plan. Die Weltherrschaft. Als der Typ schläft, krieche ich ihm durch die Nase in die Nasenhöhle. Dort baue ich mir aus Popelmaterial und Speichel einen Popelthron. Ich krieche in seine Hirnwindungen und verbinde alles mit Popelkabeln an meinem interaktiven Thron, von dem aus ich sein Denken steuern kann. Und einen langen ausziehbaren Teleskopstrohhalm baue ich mir daraus, dass ich immer zu essen habe. So, denke ich, jetzt kann der Spaß losgehen. Ich habe Bock auf Cheezy Crust Pizza von Pizza Hut mit 32 cm Durchmesser. Die hat sogar Käse im Rand. Auf eine Pizza gehört immer Käse. Ohne Kühe gäbe es keinen Käse, wie wir ihn kennen. In Indien sind Kühe heilig. Die Turtles waren aber Schildkröten, und bestimmt keine indischen. Ganz sicher - es ist ein Fehler in der Matrix. Ich sehe in meinen Terminkalender und denke: Scheiße. Ich drücke auf einen der Knöpfe und erkläre meiner süßen, schwarzen Condi, die ja vorhin schon da war, als sie sich meldet, dass ich keinen der Wahlkampftermine in den nächsten Wochen wahrnehmen werde, ich werde versuchen, die Weltherrschaft an mich zu reißen. Stattdessen solle sie meinen Ministern Bescheid geben, es findet in der nächsten Stunde ein Meeting statt. Erst macht sie so Geräusche, dann höre ich, wie sie mit den Augen rollt und etwas sagt wie: Yes, Sir. Ach und dann kommen sie doch mal ein paar Minuten rüber und sagen dem netten Marine, dass wir auf keinen Fall gestört werden wollen. »Yes? Sir?« Sie artikuliert die Fragezeichen hinter ihren Worten so, dass ich sie auf jeden Fall hören muss. 66


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Irgendwann kommt sie. Ich biete ihr einen von meinen Dropsen an, die ich in der Zwischenzeit im Schreibtisch gefunden habe. Ich denke, es sind Dropse. Sie fragt nach meiner Frau, ich erkläre ihr, sie spielt Tennis mit ihrem Tennislehrer aus Puerto Rico, den ich ihr zum Geburtstag geschenkt habe. Mach dich nackich, sag ich. Zieh dich aus, du Maus. Das macht sie also und steht nackt da, kommt zu mir, setzt sich auf meinen Schreibtisch, dass ein paar der Unterlagen ein bisschen knitterich und nass werden. Das kann mir ja eigentlich egal sein, ich bin ja nur eine Schmeißfliege in der Nasenhöhle des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika und steuere von dort von meinem Popelthron aus seinen Willen mit seinen Popelfäden. Die Sekretärin dreht sich auf dem Schreibtisch zu mir hin, dass sie ihre langen Beine auf meine Schultern legen kann. Ihr Votzenauge starrt mich an. So liegt sie da, reibt sich daran, kreischt ein bisschen. Ihr Finger verschwindet immer wieder darin. Da werde ich leicht nervös: Wie finden Sie eigentlich Manchester United? Sie hört mir gar nicht zu. Stöhnt nur. Frage wieder: Man-ches-ter-ju-nai-ted? Essen Sie Pizza? Ich berühre bei dieser Frage ihre Brüste und sie kreischt: Pizza! Dann knete ich und sie: Pizza ist geil. Das finde ich lustig und frage, was für Pizza. Nichts. Dann spiele ich an ihrem Kitzler und sie schreit: Salami! Dann vorsichtiger: Dicke Pizza, fest, feste und runde Pizza, Pizza Salami mit Oliven. Ich denke: Äääh. Ich frage mich manchmal, ob Menschenfrauen nur sexual denken können, auch wenn sie es nicht merken. Ich glaube Frauen sind auf keinen Fall 67


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dümmer als Männer, sie müssen, wenn sie etwas sagen nur immer von dem Sexualen in das Normale übersetzen. Das dauert halt, und wenn sie geil sind und man sie an so Stellen anfasst, vergessen sie das mit dem Übersetzen. So ist das. Zwei Stunden später sag ich ihr, sie soll mal die Minister reinbringen. Das kapiert sie erst, als ich ihr wieder an die Titten fasse. Die Minister, ja, sofort, Mister President. Ach ne, fällt mir ein, weil ich ja neulich so eine komische Webseite gefunden habe, nämlich www.godhatesamerica.com, bestell mir doch erst mal diesen komischen Baptisten-Prediger, diesen komischen Reverent Phelps her und wenn er nicht will, entführ ihn. Und nimm ruhig die Air Force One, Darling. Als sie ihn mir bringt, ich konnte es gar nicht erwarten, schlage ich ihm gleich in sein Gesicht. Das tue ich, bis er am Boden liegt. Er blutet stark aus Mund, Nase, Ohren und einer offenen Stelle in der Wange. Dann trete ich ihm mit meinen Cowboy-Stiefeln die Finger kaputt, dann die Knie und setze mich erst mal, um zu beobachten, wie er sich quält. Das gefällt mir. Ein schwerer Brieföffner in Form der Freiheitsstatue steckt mit der Fackel in seinem Oberschenkel. Die ganze Zeit erzählt er mir was von der Bibel und dass Gott Amerika hasst und dass ich in die Hölle komme und dass alle Aliens Fags (also Schwuchteln) sind und auch in die Hölle kommen so wie alle Schwuchteln und dass er gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist, und dass man vor dem Sex heiraten muss und diesen Menschen nie mehr verlassen darf und so, weil man sonst in die Hölle kommt. Mann, so wird der keine Wahlen gewinnen. Aber mir gefällt, wie er sich quält. 68


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In der Zwischenzeit kommen dann meine Minister rein, und schauen auch ganz belustigt zu dem baptistischen Fundamentalisten, der auf meinem Fußboden ausblutet. Ich lade sie alle herzlich ein mitzumachen und dann springen wir alle auf ihm herum. Das macht Spaß. Wir wichsen auch alle auf ihn. Nur Condi nicht, die auch da ist, weil sie ja nicht kann als Frau, die pullert danach halt auf sein Gesicht. Ganz schön lange, und am Ende pupst die feucht und sagt: Schuldigung. Irgendwann hört er auf zu leben, glaube ich, und es ist mir egal, es ist ja nicht so, dass ich es beabsichtigt hätte, es war eher ein Unfall. Naja, dann setzen wir uns alle tief befriedigt auf die Stühle, die in meinem Eieroffice stehen, und die Minister fragen, was ich denn Wichtiges möchte. Da sage ich: Weltherrschaft, Kolonien auf anderen Planeten, ewiges Leben! Die sehen sich an, nicken, sagen Yes Sir, wir arbeiten einen Plan aus. Diese positive Lebenseinstellung liebe ich an den Amerikanern. Da kann die Welt untergehen und die überlegen, wo sie die nächste hinbauen. Toll. Nach drei Tagen, die ich fast nur mit meiner Sekretärin auf dem Minigolfplatz verbringe, bei deisen Windmühlen und Miniriesenrädern und Seen und Schlumpfdörfern und mich unter schwierigsten Umständen von Loch zu Loch arbeite, treffe ich meine Minister wieder, die mir berichten, dass das jedes mal schief gegangen ist, wenn jemand das versucht hat und dass der einzige realistische Plan dreihundert Jahre dauert. Dann erkläre ich ihnen meinen Plan: Wir müssen Laserkanonen im All stationieren, dann bomben wir alles 69


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kaputt. Klar. Dann erklären wir uns zum Römischen Weltreich Amerikanischer Nation. Wer das nicht akzeptiert, wird die Strahlen unserer Kanonen noch einmal spüren. Dann beuten wir die Welt aus, bauen mit den Ressourcen riesige Raumschiffe, mit denen wir zu den Planeten fliegen, die wir kolonisieren. Irgendwann finden wir Außerirdische, die uns das Mittel für ewiges Leben geben. So. Da kucken die mich an und sagen, sie dachten in Übereinstimmung mit den Vereinten Nationen. Dann lachen wir alle ganz herzlich und auch Stephen Hawking schickt mir eine E-Mail mit einem ›lol rofl‹ und bevor die gehen, um alles Nötige vorzubereiten, sage ich ihnen, sie sollen den scheiß Senat auflösen und jeglichen schwulen Körperschutz beim Football verbieten. Ich wundere mich schließlich, wie einfach das alles geht, denn dreiundzwanzig Monate später bin ich der Herrscher über Gut und Böse, der WELTHERRSCHER. Weitere fünf Monate und ich habe das Mittel des ewigen Lebens in meinen popelgesteuerten Händen. Ich ziehe es mir mit dem Strohhalm durch die Nase und lasse den Präsidenten selbst trinken. Dann beschließe ich, die Außerirdischen einmal zu besuchen. Wir haben viel Spaß. Wir essen gut und trinken, bis wir alle betrunken sind. Als also alle schlafen, frage ich mich, ob das in deren Nasen auch so gemütlich ist und ob die auch Popel haben, mit denen man sie beherrschen kann und ich beschließe in die Nasen der Außerirdischen zu fliegen, verlasse meinen Thron und krieche hinein, und ich glaube kaum, dass da schon ein Thron steht. Der ist ganz grün von den Alienpopeln und darauf sitzt eine grün leuchtende 70


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Fliege. Die wacht auf und sieht mich und denkt, nein, warst du in der Nasenhöhle des Erdpräsidenten. Ja, sage ich, ich bin der Weltherrscher. Hallo sagt sie, wir sind die Nachbarweltherrscher. So entwickelt sich eine dicke Freundschaft zwischen uns. Mein Freund heißt Brrr Pssyy Kropsspspsy und spricht Brrr Pssyy Kropsspspsyanisch. Dann stellt sich heraus, dass mein Freund eigentlich eine Freundin ist und wir vereinigen unsere Welten und werden zu den Herrschern des Universums. Popeln Rules.

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Urinstinkt Ihre Pisse, die in meinem Mund schwimmt, dampft noch. Jetzt schlürft sie mit so einem rot-weiß geringeltem Strohhalm ihre eigene Pisse aus meinem Mund. Plötzlich bläst sie in den Strohhalm, dass mir etwas in die Kehle fließt und etwas über das Gesicht läuft. Das macht eigentlich nichts, denn es ist schon etwas daneben gegangen, als sie ihren Hintern auf mein Gesicht gedrückt hat und ich nicht anders konnte und mit der Zunge an ihrer Muschi geleckt habe, was den kräftigen hellen Strahl abgelenkt hat. Aber ich muss davon husten, und das heißt, der ganze Schwall, der noch in meinem Mund ist, platscht ihr ins Gesicht und über die Haare und fließt ganz schnell Richtung Muschi, die noch nass ist, und schließlich an den Beinen runter. Sie lacht laut los. Ich träume von Porno-Updates für normale Filme. Ich möchte die Hollywood-Nutten richtig bumsen sehen. Nicht so ein komisches Körper-auf-Körper-unter-der-DeckeGefummel-für-15-Millionen-$-Gage. Die sollen was tun für ihr Geld. Ich sehne mich nach der Koexistenz von Pornografie und Ästhetik. Wie sonst kann die Postmoderne einen Wahrheitsanspruch haben. Um Frauen, wie Madonna, Naomi Campbell & Jerry Hall oder Alice Schwarzer kacken sehen zu können, würde ich sogar € 50 ausgeben. Buy 2 DVDs, get 1 Blow Job Update free. Dann könnten für die Filme auch echte Ego-Shooter programmiert werden. Jaaa! Kämpfe dich als antiker Held durch den Jungle, besiege die grün dampfende 72


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sonnenverdunkelnde Giftmöse der bösen ägyptischen Supergöttin und vögel die befreite Prinzessin ins Happy End. Wenn du es nicht rechtzeitig schaffst sie zum Orgasmus zu bringen, was man natürlich nicht schaffen kann, wird sie entführt und muss sich zwei Jahre in Babylonien im IschtarTempel prostituieren. Wenn du den irgendwann erreichst, wirst du feststellen, dass das mit 5000 Nutten der größte Puff der Welt ist. Da aber alle verschleiert sind, musst du dich durch den ganzen Ischtar-Tempel bumsen und lecken und blasen lassen. Und nur wenn du die wahre Prinzessin erkennst, hast du das Spiel gewonnen. Um dich dazu zu bringen, dir keine Kopie von dem Spiel zu besorgen, gibt’s in der Packung die aufblasbare und batteriebetriebene 1:1-Latex-Nachbildung der Votze der Heldin (mit Haaren, die du auch abrasieren kannst). Ich kann sprechen, singen und Pipi machen. Die Pissnelke will jetzt, dass ich ihr in den Mund kacke, aber das mache ich nicht, weil ich sie noch küssen will, und das finde ich danach doch ein bisschen eklich. Außerdem kann ich grad nicht kacken. Wir einigen uns darauf, dass ich meinen steifen Schwanz in ihren Arsch stecke und auch pisse. Das tue ich, und es fühlt sich seltsam friedlich an und vertraut. Sie legt sich dabei extra so hin, dass noch nichts herauslaufen kann. Sie genießt es und ich genieße es, sie so zu spüren. In dem Moment, in dem ich ihn wieder herausziehe, spritze ich weiß auf ihre hellbraune Haut. Ein Tropfen, der auf ihrer Brustwarze gelandet ist, lutscht sie sich runter. Können Tod und Leben näher aneinander liegen? Nach dem Sex – Zähne putzen! 73


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Ich überlege, dass das mit dem antiken Ischtar-Tempel eigentlich ganz geil ist und will da auch hin. Also kaufe ich bei eBay eine Zeitmaschine von A.Lange & Söhne, die auch die besten Uhren der Welt bauen. Die kommen von Adolph Lange, der sich 1845 als Hof-Uhrmacher in der schönen ostdeutschen Stadt Glashütte niederließ. Dagegen ist doch die Rolex Massenwahre vom Grabbeltisch für Neureiche. Sofortkauf € 175.000. Die ist zwar Second Hand, aber billig. Dann klingelt es an meiner Tür. Ich gehe hin und da steht eine Frau, eine unglaubliche Frau mit glänzenden schwarzen Haaren, die ihr bis zum Kinn reichen, und in absolut durchsichtigem weißen Stoff, unter dem sie komplett nackt und schön ist. Die ist nichts als Frau. Und die hält eine matte Metallplatte im Kreditkartenformat, auf der in ganz zarten Lettern Glashütte steht, in beiden Händen vor sich und sagt: »Ich bin Ihre Stewardess in die Vergangenheit.« Dann beugt sich ein UPS-Typ, auf den ich vorher gar nicht geachtet habe, vor mich und ich unterschreibe blind, damit er wieder abhaut. »Wohin möchten Sie gern?«, fragt sie. Mein Fragekatalog vom Playboy geht mir plötzlich durch den Kopf. Kann denn Liebe Sünde sein … Mister Schwarzenegger? Was schätzen Sie an Frauen am meisten? Dass die Frauen, die am liebsten aussehen, die größten Drecksäue sind, die alles mit dir machen, wenn du nur genug Geld hast und/oder? einen Hummer fährst. 74


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Was irritiert Sie an Frauen am meisten? Dass sie alle auch genauso scharf auf andere Frauen sein können, ohne es zu wissen. Was war das schönste Kompliment, das Ihnen bisher gemacht wurde? Was macht das jetzt? Sie haben einen Wunsch frei. Der wäre? Ich hätte meine Brillen lieber gleich bei Fielmann gekauft. Ach … und Schwänze am ganzen Körper verteilt. Was macht Sie so richtig eifersüchtig? Ein anderer Hummer. Und wie kann man Sie glücklich machen? Mit alten Heidi-Folgen. Was törnt Sie total ab? Der Geisen-Peter. Was wäre ihnen eine kleine Sünde wert? Von Elizabeth II. einen geblasen zu bekommen, in so einem russischen Thermalbad. Liebe, sagt ein Sprichwort, geht durch den Magen. Bei welchem Gericht werden Sie schwach? Sushi, mit Muschi-Gout. Wem würden Sie gern mal in der Sauna begegnen?

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Anna Nicole Smith und Gina Wild, während sie sich gegenseitig anpissen. Ihre Lieblingsmusik zur Liebe? Rammstein. Währenddessen: Licht an oder aus? An. Für die Kameras. Danach: Sprechen oder schlafen? Noch zwei Wiederholungen. Dazwischen Bananen- oder Erdbeermilchshake, danach mit meiner Riesenlatte auf die Terrasse und überrascht tun, wenn ein Fotograf auftaucht. Als Kind: Cowboy oder Indianer? Heidi! Die Buddhisten glauben an die Widergeburt, etwa als Tier. Was wären Sie am liebsten? Das einzige Höschen von Margret Thatcher. Wenn Sie in einer Zeitmaschine verreisen dürften, wo würden wir Sie dann wiedertreffen? »Ischtar-Tempel, Babylon.« »Dann wollen wir mal«, sagt die Stewardess und tippt an der Kreditkarte rum. Die Stewardess mit dem Superkörper fragt: »Wollen Sie gleich reisen, Mister Universum?« Ich nicke, darauf drückt sie auf einen Knopf. Die Wirklichkeit wird flüssig, gasförmig, 76


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plasmatisch. Die Stewardess ist längst verschwunden. Ich erkenne Muster, die Struktur, in Zeit und Raum, die alles verbindet. Doch jeder Gedanke verliert seine Syntax. Der Text wird zum Zeichen und die Zeichen, Buchstaben des Universums, beginne ich zu denken, zu neuen Texten, die wieder zu Zeichen werden. Energieteilchen in Fäden, Entscheidungsmuster, die den Gesetzen einer Physik gehorchen, die ich nicht kenne. Doch dann bildet sich aus diesem zeit- und raumlosen Nichts eine Form, und ich höre eine Stimme und die sagt: »Willkommen im ewigen Kontinuum, Mister Universum. Ich habe dich entführt und lasse dich nicht mehr weg.« Die Form beginnt darauf Gestalt anzunehmen. Es ist, es ist … nein, nicht bloß eine Frau; die Verkörperung von Sexualität. Die Urschablone der Empfindung. Ich träumte, dass Nähe unendlich sein könnte. Dass eine Frau nicht mehr reduzierbar ist auf die Schamlippen um eine Öffnung und die Haare daran, sondern dass Sex ein Gedanke ist und der Orgasmus die Wiederkehr des Immerneuen. Ich weiß nicht, wie lange wir so zusammen sind, aber wir begründen ein neues Göttergeschlecht und so. Und irgendwann sag ich ihr: »Ich muss mal aufs Klo, Baby.« Sie versteht das nicht, weil sie ja nie muss und ich erkläre: »Einen Neger in die Brille boxen, einen abseilen. Scheißen.« Doch diese blöden Phrasen bringen das kosmische Equilibrium dazu zu erzittern. Und alles explodiert. Ich weiß nicht, wieso, aber plötzlich bin nur noch ich da. Und ich erkenne etwas echt schönes: ICH BIN GOTT. Jippi. Ich kann mir meine eigene Welt aufbauen. 77


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Ich erinnere mich daran, wie das bei den Germanen und Griechen war. Zuerst baue ich die Erde. Die knete ich aus meiner Kacka. Ich pisse auf die neue Welt. Davon entstehen Flüsse und Seen und Meere und aus einem Brei von Sperma, Kacke und Urin forme ich die Menschen. Aber nur zwei. Die Heidi und den Geisen-Peter. Ach so, ich furze ihnen noch eine Sonne und wichse ein Paar Sterne in den Himmel. Diesen Scheißhaufen beobachte ich dann ganz lange. Doch das wird irgendwann langweilig. Denn Heidi und GeisenPeter sitzen nur rum oder schwimmen in den Piss-Bächen oder bauen sich Scheiß-Häuser. Dabei sind die voll ausgestattet an private parts, wie der Engländer sagt. Der Geisen-Peter hat sogar einen richtig dicken Scheißepimmel und Eva, ach ne, Heidi, die hat eine richtig enge Kackvotze. Aber die ficken nicht und ich weiß nicht wieso. Sie haben keinen Drang, sich zu vermehren. Der allumfassende Diskurs der Sexualität, der das ganze Leben der Menschen bestimmte, den gibt’s nich. Scheiße. Wie schaffe ich die wichtigste Sache der Welt? Aber ich bin Gott und habe eine tolle Idee. Ich verarsche sie ein bischen: Ich pflanze ihnen so einen Baum der Verarschung, nämlich eine Kokusnusspalme in den Vorgarten und sage: »DAS IST DIE KOKUSNUSSPALME VON DER ERKENNTNIS VON GOOD & EVIL, BABES. WENN IHR DIE HEILIGEN KOKUSNÜSSE ESST, MÜSST IHR STERBEN. SO.« Dann stecke ich meinen langen Götterpenis in ein Schlangenkostüm aus 100% Baumwolle, und so kriecht der zu ihnen und sagt: »Stimmt alles gar nicht, denn wenn ihr von den Nüssen nascht, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen was Gut und Böse ist.« Dann rubbelt der noch ein wenig an Heidi 78


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rum, was die gar nicht merkt, weil die total blöd ist, und die merkt auch nicht, dass die voll in einer Spermafütze steht irgendwann, und darum merkt die auch nicht, dass das eigentlich ganz normale Kokosnüsse sind. Und die würden ohne das Wissen über Good & Evil gar nicht wissen, was ein Verbot ist. Und was der Tot ist, das wissen sie sowieso nicht, denn das sind Heidi und der Geisen-Peter und das sind Zeichentrickfiguren und Zeichentrickfiguren sind unsterblich, selbst Kenny McCormick kommt immer wieder. Oder der Koyote. Und auch bei Superman starb lange, lange niemand mehr, seit nach ein paar Ausgaben die Fans in den U.S.A. das nicht mehr wollten. Und Jawoll: Protestierten. Das ist gelebte Meinungsfreiheit. Jedenfalls holen die sich die Nüsse, brechen sie auf und trinken die weiße Milch und essen am weißen Fleisch und sind voll Fleisch und Milch besabbert. Dann sage ich dramatisch: WAS HABT IHR GETAN? DAFÜR WERDET IHR STEEEERRRBEEEEN. Um das zu sagen habe ich mir extra eine SS-Uniform angezogen mit so tätowiert unter der Achsel und Totenkopf auf der Mütze. Im Backround wehen Hakenkreuzflaggen und ein Chor aus blonden Frauen im Bayern-Dirndl ohne Schlüpfer drunter, die Titten voll hochgepusht, stöhnen und lecken sich gegenseitig drunter. Währenddessen verdörrt das ganze Paradies und überall wird Wüste und sogar ein Wüstenpanzer mit Ariel Scharon oben auf kommt vorbei und hupt kurz, und eine Staffel USamerikanischer Stealthflugzeuge saust im Tiefflug über uns weg. STEEEERRRBEEEEN, sage ich. Und die erschrecken und zeigen mit dem Finger auf mich und brüllen: Du bist doch BÖÖÖÖÖSSSE, Gott. Da denke ich: 79


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Jawoll! Sie haben begriffen! und sage: Nein, ihr seid böse und darum werdet ihr das ganze Leben auf dieser Kackkugel leben. Da fragen die: Und danach kommen wir wieder ins Paradies? Frag ich die: Was hätte ich davon? Sagt Peter: Ich könnte dir Witze erzählen. Da lache ich. Aber nur kurz und ein bisschen künstlich. Da sagt Heidi: Ich könnte dir jeden Tag am Schwanz lutschen … und die Eier kraulen … und mit deinem Anus spielen. Da überlege ich und denke: Ach, warum nicht, verarsche sie aber und sag: Ne lass ma lieber. Das sage ich, weil das ja eine Erde werden soll, auf der Männer und Frauen denken, dass sie gleich sind. Jedenfalls kriegen die total Angst und als die Nazis und Ariel und die Stealth-Piloten und Gott, der ich bin, weg sind, kucken die sich an und fallen über sich her und ficken sich das Böse aus der kreationistischen Scheiße. Und nachdem ich ein paar tausend Jahre gewartet habe, gibt es da einen Mr Universum Schwarzenegger, der auch Gouverneur of California und President of the United States und UN Generalsekretär wird. Ja, ich erkenne, dass es ein Programm gibt, welches steuert, was geschieht. Etwas, das über mir, über Gott steht. Ich fühle mich erleuchtet. Dann löst sich die ganze Scheiße in Luft auf und diese Frau, dieses Muster der Geilheit erscheint. »Ich wurde gar nicht zerstört, sagt sie. Ich wurde nur von der Verkörperung deiner Naivität in ein anderes Kontinuum verführt. Und jetzt hast du das Rätsel gelöst, das er dir aufgab. »Ja«, sage ich, »ich habe es endlich verstanden. Dieses Programm das ist die Sprache, in der sich Sexualität äußert. Alles Denken, jeder kulturelle Gedanke zielt nur auf Vermehrung. Erst wenn wir nicht mehr so denken, haben wir uns von dem Programm 80


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befreit.« »Ja«, sagt sie »Es ist die große Revolution des Universums, der Ewigkeit.« Dann überlege ich und frage sie: »Aber heißt das, das wir nicht mehr ficken dürfen?« Wir überlegen beide ganz lange und intensiv und sagen dann plötzlich und gleichzeitig: »Neee!« und beginnen zusammen eine größere Orgie zu feiern, als sie jemals im IschtarTempel im alten Babylon möglich war. Ich liege auf einer aufblasbaren Palmenoase in meinem Pool. Es war mal der Pool von Hugh Hefner, aber den habe ich von ein paar She-Males an ein Birkenkreuz nageln lassen, da hängt der jetzt nackt und tot mit einem steifen weißen Glied. Sein, nein, mein Pool ist bis oben hin gefüllt mit Mösensaft. Am Beckenrand liegen breitbeinig und völlig nackt alle Playmates von Dezember 1953 bis 2006, die sich vergnüglich befingern und stöhnen. Direkt neben mir Marilyn Monroe (Brüste: 36 Zoll, Taille: 24 Zoll, Hüften: 34 Zoll.) Die Anna Nicole ›Vickie‹ Smith-Version vom Mai 199210 (Brüste: 36 Zoll, Taille: 26 Zoll, Hüften: 38 Zoll) kackt ihr eine richtig lange, feste Wurst auf den hübschen Bauch. Ich schließe meine Augen und genieße diese Geräusche. Ich genieße das Erlebnis, dass alles endet, und dass wir es erfahren können, bevor es soweit ist, und warte auf den Moment, denn ich weiß jetzt: Die Welt ist eine dampfende Scheißekugel, die ziellos durchs All schleift. Aber was für eine.

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Metro Seit mir Haare wachsen, lasse ich sie auch stehen. Ich bin Germane, Keulenträger, Rotbart. Aber jetzt gibt es etwas ganz neues. Metrosexualität. Da ist man dann kein Homo und kein Hetero, sondern Metro. Man läuft dabei rum wie ne Schwuchtel und ist trotzdem horny auf Frauen. Jetzt können also die ganzen Teeny-Homos schwul rumlaufen und ihren Eltern sagen, dass ist metro. Schwul rumlaufen heißt sich den Body zu entwachshaaren und rosa Blüschen mit Blümchenkrawatten zu tragen. Ursprünglich kommt das aus dem Pritischen Andergraund. Nämlich als Gegenbewegung zu den Londoner Train-Surfers. Da haben sich dann die richtig harten Buben getroffen und sich in der U-Bahn die Beinhaare entwachst. Es heißt, der Erste war David Beckham. Daraus wurde eine Massenbewegung, die zuerst in die USA, dann zu den Briten, von dort wieder zu Beckham und dann erst von ihm auf das europäische Festland exportiert wurde. Das hört sich ja eigentlich alles ganz süß an. Aber ist das nicht eigentlich wie eine Einstiegsdroge? Erst fangen sie an, gern zum Friseur zu gehen und dann werden sie Friseur, die pösen Puben, oder Coiffeur, wie der Franzose sagt. Ja genau, und dann fangen sie an Französisch zu sprechen. Je suis metro. Je suis pas gay. Und dann sind sie plötzlich Metrogays. Und als Gegenbewegung entsteht dann das Phänomen Heterogay, der Schwule, der nur Heteros in den Hintern poppen will. 82


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Niemand sollte etwas gegen Schwuchteln sagen. Aber denen, die nicht wissen, was sie sind, die einen Steifen kriegen, wenn sie Leonardo DiCaprio sehen und bei Miss-Wet-ShirtContests gewissenlos weiterzappen, möchte ich sagen: Ihr seid stockschwul. Ihr seid geil darauf warme Därme zu penetrieren. Was soll’s, wenn’s euch Spaß macht. Dann gibt es natürlich auch immer diejenigen, die sich aufspielen: Hey, ich Hetero. Du schwul. Ich hau dir auf die Fresse, Pökerpieker. Die haben doch die eigentlichen Potenzprobleme, weil sie Schiss haben, irgendeine Tussi könnte sie auch für warm halten. Aber was macht das denn für Sinn, das genaue Gegenteil zu sein: Metro?! Vielleicht macht das denen Spaß. Meine Frau sagt, dass sie das toll findet und dass ich auch einmal etwas an mir ändern könnte. Ja, ich nehme mir vor, objektiv zu sein, ich will das akzeptieren und die Meinung meiner Frau und bin neugierig darauf, wie das ist. Möglicherweise erschließt sich mir eine neue sexuelle Erfahrungswelt, die ich vorher nicht kannte. Ich rasiere mir meinen roten Bart ab und epiliere meine Beine, was echt geil ist, nach einer Weile, ich meine diesen kleinen Schmerz, dann gehe ich zum Friseur und puder mein Gesicht, ziehe eine Bluse meiner Frau an und nehm ihr Parfum. Dann hole ich meine Frau von ihrer Arbeit in einem Berliner Wurstladen ab. Die kommt grad raus, schließt den Laden ab, ich lächele ihr zu, hoffe, dass sie nicht gleich eine Scheidung wegen sexueller Unzurechnungsfähigkeit einreicht, aber die kommt auf mich zu, sagt: »Hallo, du siehst ja süß aus, Kleiner. Hast du Lust auf was Aufregendes?« Ich sag: »Ja klar.« Sonst würd ich mich ja auch nicht so doof anziehen. Dann gehen wir ein Stück, und sie zieht mich in 83


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eine enge Gasse, wo wir neben einer gelben Mülltonne ficken. Sie ist ein bischen analfixiert, ich soll es ihr in den Arsch machen, was ich tue und sie steckt dabei zwei Finger in meinen Po. Die ist so irre! Toll. Es ist, als hätte sie Innen in sich noch eine riesige Zunge, die immer an dir lutscht, wenn du in ihr bist. Darauf gehen wir noch in ein Café, wo sie sich auf dem Klo die beiden Finger waschen kann, die ganz braun sind, an einem waren sogar noch Stückchen, und wo sie als sie zurückkommt bemerkt, dass sie auch so eine Bluse hat. Ich denke, sie macht Spaß, oder so. Aber dann fragt sie mich, was ich so mache und ich denke: »SCHEISSE! Die hat mich gar nicht erkannt.« Dann fange ich an zu verstehen: Meine Frau hat mich gerade betrogen. Mit einem Metro-Mann. Sie hat einem Fremden zwei Finger in den Po geschoben und hat ihn vorher gar nicht gefragt, ob seine Darmflora in Ordnung ist. Ich weiß gar nicht mehr, was ich denken oder sagen soll und beschließe instinktiv, ihr nicht zu sagen, dass ich ich bin, denn das halte ich in diesem Moment für doof. Also sage ich ihr: »Ich bin in der Wasserbranche.« Sie nickt verständnisvoll. »Ich arbeite in der Abteilung ›Kohlensäureversetzung‹ der Firma Celina, die für den Aldi Discount das Mineralwasser liefert. Wir sind aber auch im bundesdeutschen Bonaqua-Verband, um unsere Produkte teurer zu verkaufen.« Sie nickt weiter und sagt dann: »Ich verkaufe Wurst: Mettwurst, Teewurst, Chilli-Käse-Wurst, Eisbein, Jagdwurst, Weißwurst, Sülze, Rotwurst, Schwartenwurst, Kopfwurst, Mortadella, Bierschinken, Zwiebelmettwurst, Pfefferknacker, Schinkenwurst, Wiener Würstchen, Frankfurter, Kalbsleberwurst, Griebenschmalz, 84


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Trüffelleberpastete, Salami, Landjäger, Lyoner, Leberkäse, Haggis, Saumagen, Schwartenmagen und Presskopf.« Dann gehen wir auf das Klo im Café und ficken noch einmal. Ich frage mich, was ich tun soll. Soll ich mich weiter betrügen, aber den geilsten Sex meines Lebens haben? Oder soll ich es ihr sagen, dass ich ich bin und sie damit konfrontieren, dass sie ihren lieben Mann betrügt. Das ist vorsätzlich von ihr und verantwortungslos. Irgendwann trennen wir uns, nachdem wir nochmal Sex haben, sie fährt zu uns nach Hause. Ich bin vor ihr da, hänge ihr Zeug zurück und wasche mir schnell noch die Farbe aus dem Gesicht. Sie sieht mich, erkennt mich, weil ja mein Bart ab ist, will erschrecken, überlegt es sich dann doch noch einmal und schmeißt mich aus unserer Wohnung. Warum – wer weiß? Da stehe ich auf der Straße. Abgeschminkt und allein. Was bin ich für ein Mann? Was für ein Held?! Und wie ich so allein auf der Straße gehe, es hat mittlerweile zu regnen angefangen, begegnet mir David Beckham himself. Die Haare zerwühlt, aufgelöst, das Gesicht ebenso farblos wie meines. Was für ein Moment, was für ein Bild, auf dem zwei Männer, Heteros, sich begegnen auf der Straße im Regen, verlassen, verwirrt, schirmlos, sich ins Gesicht sehen, und, ohne etwas zu erwarten, etwas entdecken. Halb 2 werden wir betrunken aus einem Pub geworfen und singen: Football’s coming home. David nimmt mich bei sich zu Hause auf. Ganz ehrlich, ich hatte irgendwas Protziges erwartet. Sein Gesicht auf einem überlebensgroßen Poster im Wohnzimmer, ein Plüschbezug für die Klobrille, Pantoffeln, ein riesiges Bett im Renaissance-Messingbeschlag, einen 85


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schwulen weißen Pudel, Musikkassetten, eine Haushälterin, die ihn Sir nennt, Teppich mit buntem Muster, auf den Küchenfliesen der Name Beckham in unterschiedlichen blassen Schrifttypen, einen kleinen schwarzen Marmorbutler, auf dessen Tablett er seine Schlüssel und seine Uhr und seine Ringe und Kettchen und so legt, wenn er nach Hause kommt. Einen Rauchmelder und eine Alarmanlage und das ganze Zeug. Ich hatte es mir bei David Beckham schon irgendwie so wie bei den Sims vorgestellt. Aber da bei David ist es so, wie es jeder Mann eigentlich will. Ein riesiger Sony Flachbildfernsehschirm. Davor eine Couch. Neben der Couch einen Kühlschrank für das Bier. Für den Fernseher hat er eine Fernbedienung, die man in beide Hände nehmen muss, auch eine von Sony, und zwar mit Touch-Screen-Feld. Auf dem Boden liegt ein Haufen leerer Pizzakartons. An den Wänden sind keine Tapeten. Die Steine sind nur mal weiß übergestrichen. Dann hängen Bilderrahmen mit Fotos dran von den bedeutendsten Szenen des Frauen-Fußballs. Historische Szenen, völlig ungestellte Fotos, auf denen den Frauen die Möpse rauskucken oder im Sprung die Hosen in der Mitte reißen und man den Schlüpper oder den haarigen Bären sehen kann. Auch Fotos aus der Umkleidekabine, wie die alle besoffen sind und nackich und eine kotzt einer anderen über den Rücken. Wieder eine andere versucht einer, einen Fußball reinzuschieben. Die stoppeligen Lippchen hängen da so an den Seiten drüber. Das sieht lustig aus. »Nimm dir ein Bier«, sagt er. Ich hole mir eine Flasche Holsten aus dem Kühlschrank. Plock! 86


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»Wohnst du allein hier«, frag ich ihn. »Meistens.« »Warum sind hier keine Frauen?« Er lacht. »Für Frauen habe ich eine andere Wohnung. Die ist genau so, wie Frauen sie wollen. So mit riesigem Bad mit muschelförmiger Marmorbadewanne, schwule Lampen und Leuchter, Fußballpokale hinter beleuchtetem Glas, ein großes Wasserbett, auf das gut zehn Frauen mit mir passen und so. Aber wenn ich da öfter bin, muss ich kotzen. »Ich dachte, du hättest Metro erfunden, weil es dir gefällt.«, sage ich. »Ja, aber schau, was daraus geworden ist. Metro, das war Underground, Aventgarde – der Schmerz des Epilierens, die Überwindung der Angepasstheit, wir haben die Frauen provoziert indem wir ihnen den Spiegel vorhielten, wir wussten erst gar nicht, dass sie davon geil werden. Das war der Fehler. Klar gefällt es mir heute, jede Frau zu bekommen, die ich haben will. Aber unter uns – entweder du bist schwul oder nicht. Und wenn es dir gefällt, wie eine Frau zu sein, bist du schwul und solltest statt schicken Frauen lieber andere Schwuchteln pimpern, klar. Nein – eigentlich wollen wir doch alle unsere Haare wachsen lassen, wo sie wachsen wollen. Und mit Fingern essen und popeln und in den Ohren bohren und rülpsen und furzen. Natürlich alles mit einem gewissen männlichen Stil, manchmal vielleicht auch ein wenig aristokratisch, nur so zum Spaß. Wir sind schließlich Männer und keine Asozialen. Verstehst du, was ich meine.« Ich glaube, ich verstehe ihn. »Manchmal denke ich, Frauen sind an allem schuld. Am allgemeinen menschlichen Fortschritt und so. Hat schon mal eine Frau zu deinem 87


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Drucker gesagt: Der druckt aber langsam? Was machst du dann? Du kaufst einen besseren. Oder wenn eine Frau über dein Auto jammert. Wenn sie über deine Sachen meckert. Was? Dein Handy hat keine polyphonen Klingeltöne. Ist ja auch ein ganz schöner Knochen. Warum lassen sie uns nicht unsere tragbare Nokia-Telefonzelle von 1993. Warum muss es zum Beispiel das Siemens SL 55 sein, oder das Sony Ericsson Z600 oder das Samsung SGH-E730? Ja, die Dinger sind scho’ geil, aber warum messen Frauen die männliche Potenz nicht einfach an unseren Schwänzen? So, wie es sein sollte. Aber so ist es eben. Ohne Frauen würden wir noch unser Essen jagen und wären zu doof, uns eine Pizza zu bestellen. Eigentlich sollten wir ihnen dankbar sein dafür. Aber überleg mal, wie viele Männer leiden mussten, damit es Kühlschränke fürs Bier gibt. Mit jedem Schluck sollten wir uns daran erinnern. Also gebe ich ihnen genau das, was sie wollen, wenn ich sie will. Das Gefühl, dass ich genau der bin, der immer das Neueste, das Bessere will. Das macht sie an. Ich schwör’s dir. Ja. Das ist das Alpha-Tier der Postmoderne. Der, der zu leiden bereit ist, für den menschlichen Fortschritt.« Ich beginne ihn wirklich zu verstehen. Aber nicht nur das, er tut mir leid. Ich verstehe nämlich, dass er nach Michael Jackson der einsamste Mensch der Welt ist. »Weißt du, was normale Menschen wie ich tun, wenn sie ficken wollen und keine Frau abkriegen?« »Ne«, sagt er. »Wir gehen zu ner Nutte.« Fragt er: »Weißt du, was so Typen wie ich machen, wenn sie ficken wollen und alle die da sind sind total zugekokst? Oder 88


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da sind nur Frauen, die überhaupt kein Bock haben, weil sie sich grad das Jungfernhäutchen haben neu machen lassen für ihren reichen katholischen US-Freund, der sie nur nervös leckt und ihr auf die Brüste onaniert bis zur Heirat und die dir dann ins Gesicht sagen: ›Du, die 5000 Dollar, die ich dafür gezahlt hab, bist du mir jetzt grad echt nicht wert.‹« »Ne« sag’ ich, und er scheint noch viel einsamer zu sein, als ich es vorher vermutet hätte. »Dann bestellen wir uns ne Nutte.« Zwanzig Minuten später haben wir beide zwei Superschnitten auf unserem Schoß, die sich für Davids Geld abmühen und wir unterhalten uns über die Frauenfußballweltmeisterschaft. Wie glücklich der David sein kann. Und auch ich finde, dass sich die Situation zu meinem Vorteil entwickelt. Dann klingelt es an der Tür. Meine Prostituierte geht hin und holt die Pizzas. Dann setzt sie sich wieder auf meinen Schoß, der schon ein wenig kühl geworden ist in der Zeit, als sie weg war, und beide füttern uns nebenbei. Im Fernsehen kommt grad nichts und deshalb spielen wir synchron zu all dem mit Davids Playstation 1 Tekken III. Da soll doch mal eine Frau sagen, Männer können keine zwei Sachen auf einmal machen. Hah!, sage ich. Und auch David sagt Hah! Wir müssen nur die richtigen Sachen machen. Die Welt ist doch ein geiles, enges, feuchtes Paradies, wenn du nur genug Kleingeld für Bier, Pizzaservice und Prostituierte hast. Gut, ich gebe zu, ganz kurz – ja wirklich nur sehr kurz – treffen sich unsere Blicke und wir überlegen, ob wir nicht die beiden Mädels rausschmeißen sollten. Wer 89


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weiß, warum wir es nicht tun?! Vielleicht sind wir zu faul, vielleicht sind die Nutten auch zu gut, oder vielleicht ist es auch der Stolz, der uns warten lässt, bis die großen Textkameras ausgeschaltet sind.

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The Puff Planet Ich bin Pajero Nemo, der Captain der USS Enterprise NCC 1701-Z4. Mein Schiff dringt in Mösen vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Logbuch – 21.Dezember 3003 Liebes Logbuch. Warum bin ich so traurig? Wir sind seit 3 Jahren hier draußen und ich will mich wieder einmal verlieben. Ich will tanzen und lachen und rumspielen. Seit 3 Jahren spiele ich nur an mir selbst rum. Dabei helfen mir alte Gina Wild-Filme. Ja, diese neumodischen Kunstpornos mag ich gar nicht. Das letzte, was ich gesehen habe, war eine laut singende Operndiva, mit einem Riesendildo im Arsch. Vielleicht bin ich nur zu alt, das zu verstehen. Nein, ich mag’s nur natürlich. Sie darf sich nicht einmal rasieren, das kratzt dann richtig schön, wenn man über sie rüberbürstet. Schön ist es auch in freier Natur. Auf einem Weizenfeld zum Beispiel, oder am Waldrand, auf einer Lichtung zwischen Rehen und Wildschweinen und Vögeln. Das ist schön. Und so natürlich. Hier können wir nur auf das Holodeck. Es ist nicht so, dass das nicht gut gemacht ist, es ist eigentlich perfekt, aber Sex passiert im Kopf, und der Kopf weiß, dass das nicht echt ist. Es macht mich immer trauriger. Aber in ein paar Tagen ist wieder Weihnachten und da können wir uns alle mal richtig einen ansaufen. Logbuch – 22.Dezember 3003 91


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Liebes Logbuch, wir haben eine der Warp-Gondeln kurzfristig in eine Destille verwandelt, damit wir morgen was zu saufen haben. Ein vulkanisches Besatzungsmitglied, dessen Namen niemand kannte, ist bei der Verkostung erblindet und gestorben. Den mochte sowieso keiner. Übermorgen ist Weihnachten und ich weiß immer noch nicht, was ich dem Roboter, der sich selbst T1000 nennt und ein Mensch sein möchte und dem Quotenneger, die beide meine allerbesten Freunde sind, schenken soll. Logbuch – 23.Dezember 3003 Liebes Logbuch: Was soll ich denen denn nun schenken? Ich weiß, dass der Roboter auf Sexmaschinchen steht, aber die Replikatoren sind im Arsch. Quotenneger steht auf duftende Blumen und Tutus und goldene Anstecker und Beförderungen und schwarze Frauen. Ich muss mal in der Besatzungsliste schauen, ob wir auch eine Quotennegerin an Bord haben. [digitalisiertes Papierrascheln] Oj-ja. Toll. Die muss ich gleich besuchen. Komm doch einfach mit, Logbuch. [Türen, die sich anhören, als würde ein schwarzer Basketballspieler auf dem Belag einer Turnhalle seinen Speichel verteilen, um mit seinen Air Jordans darüber zu quietschen] So, liebes Logbuch. Das sind die Gänge der Z4. Toll oder? Ein bisschen eng und feucht und warm, aber so lieben wir es. So … 1, 2, 3. Da ist Raum 4. [Eine Türklingel und kurz darauf das Türquietschen] Joh hollo, sie sind ja nackich. Liebes Logbuch. Bis hierher und nicht weiter. P.S.: Ich erzähle dir morgen alles. 92


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Logbuch – 24. Dezember 3003; Dreiviertel 8, amo (am Morgen) Liebes Logbuch, schick eine Nachricht an die Sternenflotte – Wir brauchen mehr weibliche Quotenneger. Jaah. Meeehr. Mehr schwarze Quotenfrauen. Meehr. [Windows-StandardGeräusch einer ausgehenden Nachricht] Liebes Logbuch – es gibt keine geileren Frauen, als die, die tropfen. Und die tropft richtig gut aus diesem zarten braunen Fleisch. O Nein! Logbuch! Heute ist Weihnachten und ich habe noch nichts zu verschenken. Ich habe nur noch bis heute Abend Zeit, was zu finden. [Windows-Standard-Geräusch einer eintreffenden Nachricht] Oh, eine eintreffende Nachricht. Liebes Logbuch, die werden wir mal aufmachen und schauen, was drinsteht. Ich lese mal vor: »Lieber Captain Nemo der USS Enterprise NCC 1701-Z4. Sie sind bei der Sternenflotte immer noch hoch verschuldet wegen der schwarzen Speziallackierung ihres Schiffes. Trotzdem erlauben wir uns, sie auf Weihnachtsurlaub auf den streng geheimen Puff-Planeten zu lassen. Koordinaten als Google-Universe-Datei im Attachment. Doch dieser Planet wurde gestern von einer gemeinen Interstellarmöse überfallen und verschlungen. Sie müssen also nur die Möse besiegen, bevor sie auf den Planeten beamen können. Viel Glück, Captain.« Liebes Logbuch. Nur fürs Protokoll – Ich habe das Schiff nur überlackieren lassen, weil mir die Microsoft-Werbung peinlich war. Auf den Gondeln stand groß MICROSOFT und auf dem Rumpf: Where do you want to go today. Wir haben dann immer irgendwelche Funksprüche von fremden Spezies bekommen, weil die uns für ein Taxi gehalten haben. 93


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Aber egal - ich habe ein Weihnachtsgeschenk für die GANZE Mannschaft. URLAUB! AUF DEM PUFF-PLANETEN. Ich werde ihr Held sein. Liebes Logbuch, ich habe aber noch nie von einer Interstellarmöse gehört. [Das Logbuch spricht: eine interstellarmöse ist eine sich im supp- und gulasch-raum vortbewegende spezies, die zu einer rasse von selbstbefruchtenden tentakelwesen gehört, die planeten als brutplatz benutzen. der planet ist danach allerdings unbewohnbar.] Liebes Logbuch: OH GOOOTT, NEIN. [Logbuch: Ja, doch.] Nein. Das wird gefährlich. Wir sind noch nie im Kampfeinsatz gewesen, wieso gegen so eine unbesiegbare Möse. Wieso gerade zu Weihnachten. [Logbuch: Wir empfangen gerade den Hilferuf von dem Planeten: »Hallo da draußen. Hier spricht der Repräsentant des PuffmutterParlaments. Wer uns befreit, darf lebenslang und kostenlos unseren planetaren Puff-Service nutzen.«] [Nemo spricht in ein Handy: Ändert sofort den Kurs! Es geht zum PuffPlaneten!] Ich melde mich nachher wieder zurück, Logbuch. Logbuch – 24. Dezember 3003; Viertel 1, ami (am Mittag) Liebes Logbuch, ich kann sie sehen. Sie ist groß, nein – riesig. Und sie tropft nicht bloß, sie spritzt. Das erste Mal brauchen wir die Scheibenwischer. Die sind hinter den Warp-Gondeln versenkbar. Wir werden uns jetzt der Möse nähern. [Nemo: Kann mal jemand mit ihr sprechen? / T1000: Wollen wir sie nicht lieber terminieren? / Quotenneger: Oder wieder nach 94


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Hause fliegen?! / Quotennegerin: Ich werde mit ihr reden. /Nemo: Wie groß ist eigentlich unsere Besatzung? / Keine Antwort / Nemo: Ich weiß, ihr habt Angst, aber ich werde euch einmal etwas sagen: Noch einmal stürmt, noch einmal, lieben Freunde! Sonst füllt mit toten Englischen die Mauer! Im Frieden kann sowohl nichts einen Mann Als Demut und bescheidne Stille kleiden; Doch bläst des Krieges Wetter euch ins Ohr, Dann ahmt den Tiger nach in seinem Tun; Spannt eure Sehnen, ruft das Blut herbei, Entstellt die liebliche Natur mit Wut, Dann leiht dem Auge einen Schreckensblick Und lasst es durch des Hauptes Bollwerk spähn Wie ehernes Geschütz; die Braue schatt’ es So furchtbarlich, wie ein zerfressner Fels Weit vorhängt über seinen schwachen Fuß, Vom wilden, wüsten Ozean umwühlt. Nun knirscht die Zähne, schwellt die Nüstern auf, Den Atem hemmt, spannt alle Lebensgeister Zur vollen Höh’! Ääh … Denn so gering und schlecht ist euer keiner, Dass er nicht edlen Glanz im Auge trüg’. Ich seh’ euch stehn, wie Jagdhund an der Leine, Gerichtet auf den Sprung; das Wild ist auf, Folgt eurem Mute, und bei diesem Sturm Ruft: »Gott mit Heinrich! England! Und Sankt Georg!« 95


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/ Getümmel und Kanonenschüsse / Quotenneger: Wer sind eigentlich Heinrich und Sankt Georg? / T1000 zuckt mit den Schultern / Nemo: Wir müssen in den Schlund fliegen. Ich habe einen Plan.] Liebes Logbuch. Es kann sein, dass dies der letzte Eintrag ist. Falls mir etwas zustößt: Grüß meine Family und alle, die mich kennen! [Nemo: Macht die Alko-Warp-Gondel bereit – wir werden der Möse einheizen. / T1000: CAPTAIN! Sie greift mit ihrem Saft an. Sie verklebt die Feinmechanik unserer Geräte. / Nemo: Sind wir tief genug drin? / Quotenneger: Tiefer geht’s nicht! / Nemo: Passt auf, dass ihr den Planeten nicht grillt! Und: FEUER! /T1000: Genial, Captain, das entzündete Mösensaft-Alkohol-Gemisch hat bei der Möse einen Suppraum-Orgasmus verursacht, der sowohl uns, als auch den Planeten auf einer Druckwelle herausgedrückt hat. Außerdem hat es die Möse in eine andere Dimension gebeamt./ Nemo: Ich weiß / Der Quotenneger, T1000 und die Quotennegerin klatschen wild und rufen: Sie sind der Größte.] Liebes Logbuch, ich habe nie an meinen besonderen Fähigkeiten als Captain der Enterprise gezweifelt. Logbuch – 24.Dezember 3003, 8 Uhr ama (am Abend) Liebes Logbuch. Wir sind auf dem Puff-Planeten herzlichst empfangen worden. Ich muss schon sagen, da ist es so richtig geil. Sie haben uns zu Ehrenbotschaftern gemacht. Das heißt, wir sind hier Könige, die kostenlos ficken und fressen können und keine Steuern zahlen müssen. Was will der Mensch mehr? Wir haben deshalb die Enterprise an 96


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irgendwelche Ferengi verkauft und uns ein kleines Lustschloss auf dem Planeten gebaut. Tschüssi, Logbuch. Liebes Logbuch: Hast du wirklich geglaubt, ich würde die Enterprise verkaufen? An Ferengi? Oh nein, so eine geile Schwanzverlängerung kann man als Mann nicht verkaufen. Und so dringt die Enterprise noch in viele Mösen vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. P.S.: Ich sitze grad auf meinem Kapitänssessel auf der Brücke und der nackte weibliche Quotenneger hat eine Weihnachtsmannmütze auf und bläst mir einen. Das ist geil. Die hat’s voll drauf, so mit der Zunge unter der Vorhaut (die, wenn man sie zurückzieht, wieder vor haut – hihi) zu kommen und dann ringsherum kreisen zu lassen. Außerdem tropft die die ganze Brücke voll. Ich liebe diese Frau. Ich liebe jede Frau. Ich liebe die Votze Europas. Ich liebe die Titten der Erde. Ich liebe die Neger, die Homos, die Juden und Araber. Ich liebe den Führer, Saddam Hussein, Bin Ladin mit seiner schwulen Ali-Taliban-Army, den gepiersten Kitzler von Britney Spiers, die geilen Achselhaare von Arnold Schwarzenegger, die Wichsflecken auf den Bettlaken von Ernie und Bert, Toys“R“Us mit seinen Yu-Gi-Oh!s und Barbies und Bey Blades und Play-Doh, und Ikea mit seinem PATRIK Drehstuhl und GLAMURÖS Mobile, den BMW Z4, Microsoft und Bill Gates, ich liebe die Anus-Noppen des Dalai Lama, und ich liebe die Ästhetik des Augenblicks, wenn sich Stahlträger von Wolkenkratzern unter der Hitze demokratischer Eitelkeiten zu Boden biegen, ich liebe sie, diese Attentate und Anschläge, ICH LIEBE DIE ATOMBOMBE 97


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und das Nuklearzeitalter und die Gas-Masken-Sets für die ganze Familie. Ich liebe es, Menschen unter den Opfern zu sehen, die ich nicht kenne, ich liebe diesen täglichen Horror, ohne den wir nicht mehr wüssten, dass wir am Leben sind – und ich hasse – ich hasse Filme mit Happy End.

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ServicePack 1

In eigener Sache möchte ich darauf hinweisen, dass das nun folgende Service Pack 1 ohne Aufpreis für den werten Leser dem Buch beigefügt worden ist. Daher erlischt auch Ihr Rückgaberecht bei Beschwerden über diesen Teil. Legen Sie also keine Bombenteppiche in Barockkirchen. Wenn Sie aggressiv sind, steigen Sie viel lieber auf ein Dach und rufen ganz laut, also mindestens so laut, dass noch jemand anders das hört: Walter Kempowski hat Schorf in der Nase!!! P.N.

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DownloadXP »Mein Name ist Nemo und ich bin verliebt in Frau Wild.« Sagt die ganze Gruppe im Chor: »Ha-lo-Ne-mo.« Irgendein Typ, auf den mit hoher Gewissheit die physikalische Naturkonstante zutrifft, dass eine Unterhose mindestens ebenso viele Flecken aufweist, wie die Krawatte desselben Trägers, fragt mich darauf: »Willst du uns nich mal davon erzählen, Nemo?« Er wiederholt meinen Namen, damit er Sympathie zu mir aufbaut, das macht man immer so in solchen Gruppen und deutschen 4-Sterne-Hotels. »Ja.«, sag ich, und frage mich, ob er jetzt hören will, warum ich wie ein gestreifter Disney-Fisch heiße oder das mit Frau Wild, aber lass das mit meinem Namen und sage: »Ich gehöre wirklich nicht zu den Menschen, die den ganzen Tag am Rechner aussm Netz gesaugte, gescreenshottete und gerippte Pornofilme (Format 3 x 5 cm, im Vollbildmodus, 10 cm Abstand) kucken und … na ja, an den Riesenpixeln …« »Na was?«, fragt mich dieser komische Typ, der so strange ist, dass man was über ihn sagen muss: Der raucht die ganze Zeit irgendwas Selbstgedrehtes und ascht in so einen Taschenascher von 1987 aus der Bahnhofsbücherei Köln; der liegt ihm ganz vorn auffm Knie. Seine Hosen sind abgeschrubbelte ausgewaschene blaue Manchester, oder wie man in Ostdeutschland einfach sagt: Korthose. Das sagt schon alles über ihn. Denn es gibt nur einen Typ Mensch, der so ist, und der findet sich überall, ist unverwechselbar. Er trägt NoName-Perücken von der Stange und die sind hellbraun oder aschblond. Der Typ sieht auch aus, als hätte 100


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er einen genetischen Defekt. Das hat er aber nicht. Er hatte als Kind einfach nur als Lieblingsfach Mathe und lacht gern und übt mal eben Sütterlinschrift schreiben und spielt in der Frühstückspause in der Schule gern mal mit Lineal und Kugelschreiber Sputnik, wenn keiner kuckt, und entdeckt fremde Raumschiffe dabei. Sein wahres inneres Wesen ist aber daran zu erkennen, dass er nicht wie Kirk und Picard versucht, einen Erstkontakt herzustellen, sondern die einfach kaputtkloppt. Der eigentliche Grund für sein Wesen ist die Mutter. Und zwar der Typ über den Vater dominierende Mutter. Darum sind diese Wesen auch ein Phänomen des 20. Jahrhunderts und kommen nur in Europa vor. Schon als die aus der Gebehrmutter ihrer Mutter herausmutterten bekamen die einen Kulturschock unermesslichen Ausmaßes, die sie dafür prädestinierten, Brustbeutel zu tragen und mit dem schwarzen Kunstlederaktenkoffer mit Geheimfach für Tittenhefte, den sie vom Vater zur Jugendweihe bekamen, noch zwanzig Jahre später zur Arbeit zu gehen. Dieser Freak tut also jetzt so, als würde er sich für mein Problem interessieren – nur damit ich ihm später meine Aufmerksamkeit schenke. Ich: »Na sich wichsen halt – denn ja, es heißt wirklich sich wichsen, nicht einfach wichsen, das ist falsch; es müsste folglich nur Sichwichser geben, keine Wichser. Der Typ: »Jaja, danke … Nemo.« Ich: »Du Sichwichser, du! … das müsste man sagen, wenn man korrekt bleiben wollte – und außerdem ist das alles gar nicht so schlimm. Denn wenn sich seit den Urmenschen nur 101


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eine einzige Sache in seiner Urform erhalten hat, dann die Onanie. Das lehren uns Ausflüge in den Zoo. Und selbst Microsoft Word kennt das Wort ›wichsen‹. Als Synonome bietet es an: prügeln ausbürsten schlagen balgen bestrafen bohnern bürsten putzen Und das kann nur eines heißen – wichsen ist nicht redundant. Die Leute da: »Waaa?« Ich (sehr klug): »Das heißt überflüssig.« Ich mag das Wort ›redundant‹ – es ist so überflüssig. Aber manchmal sag ich einfach Worte, nur einfach so, um sie mal wieder zu sagen. Da denk ich mir Sätze aus, um das zu tun. Worte wie Tohuwabohu, Widewidewenne, lirum larum Löffelstiel oder sich anheischig machen. Gut, anheischig klingt scheiße – ist also eigentlich eher rudimentär, aber das macht manchmal grad den Reiz aus. Ich sag auch oft Worte wie Erdtrabant für Mond oder Filzerl für Bierdeckel. Broiler für Chicken. Pudern für Poppen, Pinke-Pinke für Geld. Na ja, um nicht vom Geschehen abzukommen, ich bin jedenfalls gerade bei einer Selbsthilfegruppe irgendwo im 102


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Ruhrpott. Eigentlich wohn ich zwar eher im Norden von Deutschland. Aber im Pott kennt mich keiner. Da trifft man dann neuneinhalb Wochen später nicht irgendeinen Teilnehmer soeiner Gruppe auf der Straße, der einem hinterher brüllt: »DU ALTE SAU« und dann die Pflastersteine aus der Straße reißt, um sie einem hinterherzuwerfen. Und das nur, weil man mal die Wahrheit über seine kranken ›Probleme‹ gesagt hat. Echt, es gibt so viele Kranke überall, die eigentlich ganz normal aussehen und normal reden, aber kaum sind die in so einer Selbsthilfegruppe, erzählen die, wie die mit ihren Frauen lange Wanderungen durchs Elbsandsteingebirge machen, um dann heimlich ihre Schuhe zu ficken, ihre multicolor Graceland Sandale von Deichmann (€ 16,90) mit Fesselriemchen im schrillen ColourprintDesign und Summerfeeling, Gummisohle, Absatzhöhe: 80 mm, weil die erst nachm Wandern so richtig schön geil werden vom Geruch da drin. Manche ficken auch ›ChickenDönerKomplettZumMitnehmen‹ und wundern sich, dass das so schön brennt und wenn sie irgendwann eine Frau finden, die Oralverkehr machen will, und die zu heulen anfängt wenn die in ihrem Mund kommen, kriegen sie Komplexe. Ich mach das ja auch manchmal, aber präservativ mit Frischhaltefolie. Da bleibt auch der Lümmel frisch und den Döner kann man hinterher noch essen. Da sind auch Leute, die den ganzen Tag mit so einer Strippe Liebesperlen im Enddarm rumlaufen. Das ist kein Einzelfall. Und immer wenn ich jetzt so ein Priester sehe mit seinem Rosenkranz, muss ich mir vorstellen, dass das Ding schon mal einer im Arsch hatte. So umständlich reinfriemelt und dann flopp-flopp-flopp-flopp-flopp wieder rausrupft und 103


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dabei denkt an: Dr. Oetker Crème fraîche mit frischen Kräutern: »Verleiht Ihren Speisen einen sahnig-würzigen Geschmack.« Dann stell ich mir vor, wie dann so ein 14-jähriger Messdiener den Kranz mit seiner blauen Dr. Best Schwingkopf wieder sauberschrubbelt und als Belohnung ein Schnittchen kriegt. All das spräche eigentlich dafür, zu sowas wie Selbsthilfegruppen gar nicht erst hinzugehen, weil man dann bei den normalsten Dingen sich plötzlich an solchen Schweinkram erinnert, aber da kann man sehr gut über seine Probleme sprechen, ohne ausgelacht zu werden, abwohl es da auch zum Problem werden kann, allzu ernst genommen zu werden. Aber es sind ja nicht nur Probleme, vieles sind einfach nur Träume und Wünsche, die viele Menschen haben, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Und wenn das ist, einer anderen Frau an der Puperze zu pulen oder sich auspeitschen zu lassen mit benutzten o.b.s, oder so. (Ich übertreibe ein wenig.) Doch es kommt bei jedem Menschen der Punkt, da macht das alles keinen Spaß mehr, da will man eine Beziehung eingehen, die tiefer geht, mit mehr Emotion. Da findet man morgens das benutzte Kondom und fragt sich, was hätte sein können. Da denkt man an Familie. An Kinderwagen, Krippenplätze, an diese winzigen Plastikstühle beim Halsnasenohren-Arzt, bei denen immer das Bein hinten links wegknickt, wenn man sich draufsetzt. Und dabei kommt man auf Gedanken, wie: Das heißt nur Halsnasenohrenarzt, weil 104


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das an denen alles so winzig ist, dass Hals und Nase und Ohr eigentlich eins ist. Darum kriegen die bei Schnupfen auch Ohrenspülungen und bei Halsschmerzen tropft die Nase. Ja, wenn es um Emotion geht, wird der Mann zerbrechlich. Da kackt er ab. Da fängt er an zu heulen, bei solchen Bildern vor Augen und solchen Gedanken. Und die Frauen haben keine Lust mehr. Es ist so schwer ein Mann zu sein in dieser Frauenwelt. Eine Welt von Sex-and-the-City-Kuckerinnen, die glauben, es sei sexistisch, dass sie Mitglieder einer Gruppe sind. Nein. Sie seien schließlich Mitkliter. Die Welt ist eine Welt, in der du immer 5 cm näher an einer Zielgeraden bist, wenn du Titten hast. »Und was ist nun mit deinem Problem?«, fragen mich die Typen wieder. Ich: »Ich habe alle Filme von Gina gesehen. Angefangen hat es 1999 mit 1) Maximum Perversum – Junge Fotzen, hart gedehnt; 2) Joker 6: Die Sperma-Klinik (hatte ich erwähnt, dass Gina 10 Jahre Krankenschwester war, bevor sie Schauspielerin wurde); 3) Gina Wild – Jetzt wird’s schmutzig; 3a) Jetzt wird’s schmutzig 2 – Ich will kommen; 3b) Jetzt wird’s schmutzig 3 – Orgasmus pur; 3c) Jetzt wird’s schmutzig 4 – Durchgefickt und so weiter, alles bis sie 2000 beschloss, keine Pornos mehr zu drehen, wenigstens ab 2001 nach Jetzt wird’s schmutzig 6 – Im Rausch des Orgasmus, und Dinge tat wie Tatort – Der dunkle Fleck, Nick Knatterton – Der Film, Polizeiruf 110 - Rosentod und Schöne Männer hat man nie für sich allein. Und dabei bin ich innerlich mit ihr gewachsen. Mir wurde klar, dass zum Leben mehr gehört als das Ficken 105


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und Brustvergrößerungen und blaue Kontaktlinsen, dass Liebe dazugehört. Und was ich eigentlich erzählen wollte ist jedenfalls, dass ich Gina Wild liebe, aber doch nicht zu denen gehöre, die nur verknallt sind und sich vorm Fernseher wichsen. Ich habe ihr nämlich geschrieben. Eine E-Mail. Zu ihrem Geburtstag am 06. Dezember (geboren übrigens 1970 als die olle Jänke). An ginaanddolly@yahoo.wg.ru.« Da sieht das @, sprich Ätt, doch gleich wiene Muschi aus, oder. Ich schreib das mal ganz groß, dass man ihr im Maßstag 1:1 genau ins Loch kucken kann: @ Das ist doch schön, oder? Ginas V@tze, sprich Vättze. Da hört sich das doch auch ganz anders an, wenn man ›f@zig‹ sagt. O Gott, Amerika hat unsere Sprache verättet. VERÄTTET DOCH DA DRÜBEN, IHR VERÄTTERER »Jedenfalls«, erzähle ich weiter, »habe ich Gina gefragt, ob sie mit mir gehen möchte. Da schreibt sie mir fragend zurück, ob sie so aussehe, als gehe sie mit jedem gleich ins Bett, der sie fragt. Also ins Bett gehen wollte ich wirklich nicht mit ihr, aber sie könnte mich schon prügeln, ausbürsten, schlagen, balgen, bestrafen, bohnern, bürsten und putzen. Zum Anfang wenigstens. Ich wollte aber nicht so aufdringlich sein und hab zurückgemailt, dass ich von GV mit ihr träume.

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Da hat sie zurückgemailt, dass sie nicht von GV mit mir träumt, was mich erschütterte. Klar, die kennt mich ja auch nicht. Außerdem, dass sie bereits irgendwie liiert ist mit so einem Typen mit langen blonden Haaren, der mir ganz schnell mal auf die Fresse hauen kann, wenn ich sie weiter belästige. Und dann schreibt sie echt: ›Aber mal im Ernst ... mit mir kannst du es doch nie im Leben aufnehmen. Also schnell die Hose wieder hochgezogen, die Sabber abgewischt und dann ruckzuck den Abwasch gemacht. Achso, danke für’s kaufen meiner Videos … sichert mir wenigstens einen Teil meiner Rente. Bis dann und fick dich ‹« MANN, man mag das nicht glauben, aber da kommen so Vorschläge aus der Gruppe wie: »Für jeden Topf gibt’s doch einen Deckel.« Ich verstehe diesen Spruch nicht. Auf den Deckel passt jeder Topf. Und manchmal auch zwei. Oder drei. Ja, oder die sagen mir, dass die sowieso nichts für mich wäre und es würde schon eine andere kommen, irgendwann. Gut, da fahre ich enttäuscht wieder nach Hause und lese unterwegs so eine Ausgabe vom Science Magazine, was mich auf unwerfend andere Ideen bring. Ich legt mir bei gmx einen neuen kostenlosen Account zu, namens doktorkaligari@gmx.net und schicke Gina eine Mail, dass »wir für die Herstellung eines lebenswichtigen Mittels zur Faltenreduzierung im Hodenbereich aus Forschungszwecken ihre Muschihaare brauchen. Sozusagen als Abo.« Das findet die natürlich total süß, weil die ja auch keinen Doktortitel sondern den Realschulabschluss hat, und ist gerührt und so und schickt mir mit FedEx regelmäßig ihre Schamkrissel die dann in so weißen Briefumschlägen mit 107


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Leck-Knick drin sind. Ich dachte die gibts gar nicht mehr. Aber die hat sich bestimmt 100 Kartons davon gekauft, weil die drauf steht, ihre Spucke überall hin zu schicken. Jetzt jedenfalls, in diesem Moment sozusagen, habe ich genug Krissel-Krassel-Krussel-Haare, dass ich mir genetisch einen eigenen Gina-Wild-Klon züchten kann, weil ich auch endlich genug DNA habe zum extrahieren. Gibts eigentlich noch Menschen, die DNS sagen, also statt Acid das deutsche Wort Säure? Ich mein, das is doch nur ne Abkürzung. DNA is cooler. Sieht man auch immer in amerikanischen Filmen so geschrieben. Da steht nie DNS. DNS ist schwul. Wie man klont hab ich ja im Science Magazine gelesen. Da stand: »Man gebe drei Kilo Haare in einen Blumentopf mit Muttererde … und warte. Kräftig gießen. Düngen.« Das tu ich doch. Und … oh … die wächst aber schnell … oh Mann … mit dem Kopf zuerst. Toll, die Topfgeburt. Ich sag also: »Hallo Gina.« Die sagt: »Hallo Nemo.« Ich sage: »Ich muss dir was sagen.« Die: »Na dann ma ruckzuck.« Ich: »Ich liebe dich Gina und will GV machen.« Die: »Aber ich habe Cellulitis am Popo« Ich: »Macht nichts.« Die: »Okay.« Ja und dann machen wirs und es ist wie im Film, komisch. Aber ich bin glücklich und sie auch. Und auf mehr kommt es 108


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gar nicht an. Und dann nehmen wir es auf Video auf und schicken die VHS in’n Pott. Eines ist jetzt sonnenklar: NIE WIEDER PUTZEN! Hurra. Heute Abend gibt’s Döner. Und weil wir die Videos auch kostenpflichtig ins Internet stellen, und das Geld dann an UNICEF überweisen, vögeln wir den Weltfrieden schöner.

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Pajero Ich warte auf Werbung. Denn was sonst im Fernsehen gezeigt wird, ist völlig unverträglich. Talkshows und Serien und Filme und Widerholungen von: Dumm und Dümmer Michael Dudikoff David Hasselhoff Miss Doubtfire Knight Rider Der Prinz aus Zamunda Jenseits von Afrika MacGyver Stadt der Engel Matrix Batman Schlaflos in Seattle Akte-X Superman Die Poesie der Postmoderne. Es ist absolut zum Erbrechen. So schrecklich, dass man in den Wald gehen will, um kleine Rehkitze mit lecker duftenden grünen Blättern anzulocken, um sie dann abzustechen und im Blut rumzumatschen; um in ihrem Winseln eine Ahnung von der Realität zu erhalten, die vielleicht möglich wäre. Die schöner wäre. Jenseits des 110


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Existenzialismus. Und im Kopf immer die Melodie von Jeopardy: Pling, pling, pling-pling, pling, pling-pling, da, da, da, da, RATATATATATATATA. Es ist die Melodie, in der die Wirklichkeit der Moderne kulminiert, in der sie orgasmisch, aber nie ihren Höhepunkt erreicht … Räuber, Diebe, sind auf Ganoventour/Doch zwei ganz liebe/Sind schon auf ihrer Spur – klick – Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr – klick – Und diese Biene, die ich meine, nennt sich Maaahjaaaa – klick – Uuh, Aaah, Ah, Ah, Uuuh, Jaa, Oooh, Schneller, Oh, Oh, Ooh, Tiefer, Oh, Ja, Gut, Ah, Tiefer, Tiefer, Tiefer, Ja, Ja, Ja, Ja, Ja, Oh, Fick Mich, Fick Mich, Fick mein großes feuchtes schwarzes Fickloch du Wichser, Fick mich tiefer, schneller, Oooaaaahhoooh. – klick – Tinki-Winki … Dipsi … Lala … und Po … Teletubbies … Teletubbies … sagen … Hallo – klick – Formulieren Sie das bitte als Frage – klick – SchallaLallaLalla sei ein Mann/Die Stimmung steigt voll an/Los komm und küss sie doch/SchallaLallaLalla hör nicht auf/Zeigs ruhig, da stehst du drauf/SchallaLallaLalla hör das Lied/Es zeigt was bald geschieht – klick – Ich kaufe ein E – klick – Nun also ist Skeletor der Meister des Universums – klick – pling, pling, pling-pling … Ich erwache in der Werbung. Das Leben ist wieder im 30Sekunden-Takt und die schnelle Schnittfolge verhindert heroisch meinen kranken Gedankenfluss. Ich würde auch den ganzen Tag Commercials sehen. Das Problem ist nur, dass ich mitten im Fernsehen arbeite. Ich kann also gar nicht raus. Ich bin nämlich der Moderator der größten europäischen Talkshow, die von Benito Mussolini … Ach Quatsch … Silvio Berlusconi! finanziert wird: PAJERO 111


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heißt die Show. Pajero ist mein eigener Name. Den habe ich von meiner Mutter Mitsubishi, die mich nach meinem Vater benannt hat; einem Spanier, der vor meiner Geburt in die Fremdenlegion abgehauen ist. Ehrlich, meine Mutter ist so hässlich, das hätte ich an seiner Stelle auch gemacht. Pajero war nicht wirklich sein Name, aber seine spanischen Freunde haben ihn immer so genannt. Das ist irgend ein Slang-Wort. Ich glaube es bezeichnet jemanden, der … ach egal. Nich so spannend. Was ich jedenfalls erzählen wollte war, dass ich im Fernsehen bin und richtig viel Geld bekomme, weil ich im verbalen Kot der Menschen drin rumstocher. Aber ganz ehrlich. Ich habe keine Böcke mehr. Ich beneide die wunderbare Sandra Maischberger, diese Moderatorin vom deutschen Nachrichtensender n-tv. Die muss keine Vaterschaftstests vom Intendanten des Deutschen Theaters machen oder von Wolfgang Thierse (das ist der mit dem Karl-Marx-Bart, der aber nicht so klug redet wie Karl, nur mehr). Sandra hat auch keine Überraschungstür in ihrer Show, hinter der schwule Berliner Oberbürgermeister stehen, um Angela Merkel zu überraschen, weil er sie mit ihrem Mann betrogen hat. Sanny hat kein Publikum, das dann Joschka Fischer erzählt: »Dicke sind auch Menschen«. Oder zu Donald Rumsfeld: »Es zählen auch die inneren Werte«. Irgendwann hat doch jeder mal die Schnauze voll. Und jetzt bin ich dran. Und ich habe ein ganz dummes Gefühl dabei. Ich habe heute früh nämlich von einem russischen LKWFahrer lustige Toys for Boys gekauft. Ich schwöre: Heut gibt’s Tote. 112


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»In 15 Minuten geht’s los, Pajero«, erzählt mir meine neue Praktikantin (23), blond, rasiert. Also sag ich: »Dann lass uns doch noch mal schnell ficken«. Sie: »Dann aber wirklich schnell. Du hast 5 Minuten.« Ich: »Na dann in den Arsch. Das geht immer schneller.« Sie: »Die Zeit läuft. Und vorher lutschen ist nicht, ich war schon in der Maske.« Ich schieb ihn also rein, wir ficken so richtig geil und ich bleibe ein paar Sekunden unter der Zeit. Die Gäste hab ich mir schon angesehen. Das sind alles geistig Asoziale. Ich höre eine Glocke. Okay, dann es geht los. Ich steige wie immer auf das Vier-Pferde-Gespann und lasse mich auf dem Wagen in die Arena reiten, springe ab, der Wagen fährt auf der anderen Seite raus. Lichteffekte. Ich, so wie man so brüllt: »Ich heiße euch herzlich willkommen bei Pajero«. Das Publikum jubelt, weil es das soll, weil es auf Schildern steht, die hochgehalten werden. Aber heute schicke ich die Typen mit den Schildern gleich weg. »Heute wird es heiß«, kündige ich an. »Heiß und einmalig.« Sie jubeln ehrlich und schreien meinen Namen. Ich: »Heute wird es demokratisch. Ihr bekommt genau das, was ihr wollt. Und nicht nur ein langweiliges Thema, sondern, JA; Viele langweilige Themen. Und als erstes wollen wir ein Pärchen begrüßen zu dem Thema: Deine Brüste sind zu klein. Leg dich unters Messer! Sie hat winzige Titten und er will sie deswegen verlassen. Wieso auch nicht?, wenn sie ficken und er lutscht an ihr, muss er ja glauben es sind die Dinger von einem Kerl. Ihre Namen sind Sonja (19) und Maik (21). HERZLICH WILLKOMMEN MAIK UND SONJA.« Die große Flügeltür öffnet sich, sie kommen 113


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rein, bleiben an der markierten Stelle stehen. Sonja: »Er liebt mich nicht mehr.« Maik: »Ihre Brüste sind zu klein.« Dann stellen sie sich gegenüber an zwei Tische. Das fördert den Konflikt. Ich frage Maik: »Wie kannst du behaupten ihre Brüste sind zu klein?« Er: »Ich weiß nicht, die sind zu klein.« Jemand meldet sich, um was zu sagen. Ich gehe hin. Mädchen (14) mit Pickeln im Gesicht, weniger Brüste als die, die vorn steht: »Du bist soo oberflächlich, Maik. Die inneren Werte sind viel wichtiger. Du solltest sie so akzeptieren, wie sie ist.« Er: »Wenn ich so kleine Titties hätte, würde ich das auch sagen.« Sonja: »Da sehen Sie es. So redet er den ganzen Tag.« Ich: »Dann solltest du ihm wirklich sagen, was du davon hältst.« Sie: »Ich will, dass du mich so akzeptierst, wie ich bin.« Dann gehe ich zu ihr, lege ihr eine geladene und entsicherte Pistole hin, aber so, dass er sie nicht sehen kann: »Weißt du, Sonja, er betrachtet dich eigentlich nur als Lustobjekt. Als Fickmatte. Er masturbiert auf deine Persönlichkeit. Nur dein Körper ist ihm wichtig. Er hat dich eigentlich auch nur gefickt, weil ihn keine andere wollte.« Sie, am heulen: »Sag, dass das nicht wahr ist, Maik!« Der doofe Maik: »Klar ist das so. Und hör endlich auf mit dem Telefonterror. Du kotzt mich total an.« Dann schießt sie auf ihn. Trifft. Und der Kopf ist total weg. Aufgeplatzt, und Gesicht hängt wie ein zerfetzter, alter Ledersack zu allen Seiten. Hirnmatsch auf meinem Fußboden. Das Publikum jubelt, springt auf, brüllt vor Erregung und Erwartung. Ich nehme die Frau in den Arm. »Du hast das Richtige getan, er war dich nicht wert. Aber ehrlich. Du willst bestimmt nicht, dass dir das wieder passiert. Deshalb bieten wir heute eine kostenlose Brusterweiterung an. Ausgesuchte Spezialisten 114


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würden sie vornehmen. Ihr Gesicht leuchtet wieder: »Oh ja«. Ich: »Na dann zieh dich mal aus.« Sie macht sich frei, das Publikum kichert. Sie legt sich auf eine vorbereitete Liege, ich betäube sie. Ich zum Publikum: »Na? Wer möchte mal eine Brustvergrößerung machen?« Gleich dreißig springen auf, wild und geil. Ich: »Na dann los, aber lasst jeden mal ran.« Die rennen gleich zu ihr hin. Ich höre sie tuscheln, aber lasse sie machen. Ich: »Na dann können wir ja zu den nächsten Gästen kommen. Sie sind da zu dem Thema: Arbeitslos und Spaß dabei.« Das Publikum ist begeistert. Rufen wieder meinen Namen. Ich gebe meiner Praktikantin einen Wink, dass sie Maik entsorgt. Das macht sie gleich. Ich: »Der Erste zu diesem Thema ist der asoziale HIVpositive Punk Frank (17). WILLKOMMEN FRANK.« Er trägt enge dreckige Jeans, schwarze Lederjacke mit einem riesigen Aufnäher von ›Exploited‹ auf dem Rücken darunter in einer Runen-Schrifttype: ›Asoziale Kameraden‹ Die A’s mit einem Kreis drum rum, wie das Symbol für Anarchie. Ist aber polysem – kann also auch Alkoholiker oder Aral-Tanke oder was immer man will heißen. Entlang am Kragen die Metallklammern von Einweg-Feuerzeugen. Seine hässliche Fresse vollgebaut mit Blech. Überall durchgestochen. Unter der Jacke: Pullover, schwarz, mottenzerfressen; Sonst: Iro, unrasiert, rote Pickel mit gelber Kappe, Er: »Arbeit ist Scheiße! Alle Sozialleistungen abschaffen! Asoziale an die Macht! Dem Leben wieder einen Sinn geben! Fick Heil! Heute Balkanisieren wir Deutschland – und morgen die ganze Welt! Pogo-Rassimus statt Terror! Recht und Ordnung ist 115


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unser Ziel! Klare Verhältnisse schaffen! Frohlocket, oh in Erwartung des Balkaniums! Schluss mit dem Oberschichtenfernsehen! Vom Osten lernen heißt Siegen lernen! Für eine Kunst und Kultur, die diesen Namen verdient! ›Wahlalternativen‹? Was denn? Was die Menschen nicht bewegt, lässt auch uns kalt!« Das Studio stinkt nach einer Überdosis Testosteron. Dieser Wichser ist doch nicht besser als all die Nazis und Kommunisten und Guerillieros und Revoluzzer und all die Asozialen, die vorm Penny-Markt versuchen ihre Hackfresse in Alkohol zu konservieren. Das ist halt die eine Seite des Nihilismus von Nietzsche und Heidegger. Brain-Wichse nämlich. Frank kann also eigentlich gar nichts dafür, was mir aber egal ist und stellt sich unschuldig auf seinen Platz. Ich: »Als nächstes kommt zu uns der Bankierssohn Alexander. WILLKOMMEN ALEX.« Er kommt auf der anderen Seite rein, Anzug weiß von Pal Zileri, das beige Hemd von Giorgio Armani, schwarze Sandalen von Hermès. Alexander: »Diese Bettler machen doch das System kaputt.« Frank: »Machs dir doch selbst.« Alex stellt sich ruhig an seinen Platz und wiehert dann aber gleich los: »Diese Sozialparasiten können nichts als saufen und betteln, während andere für sie arbeiten. Die sollen Geld verdienen, dass sie konsumieren können. Die müsste man doch alle ins Arbeitslager sperren.« Ich: »Oder abknallen?« Er: »Genau.« Ich: »Lassen wir doch das Publikum entscheiden!« Publikum: AB-KNALL-EN-ABKNALL-EN-AB-KNALL-EN.« Ich: Holen wir doch erst mal den Rest rein. Sie nennen sich Lampe (17), Bärchen (19), Pimmel (13), Votze (27), Haargel (19), Schnauze (18), Nietzsche (23), Rotz (21) und Holsten (25). Sie sind Punks aus Berlin 116


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und wurden gestern für die Sendung eingeflogen. WILLKOMMEN.« Sie kommen alle rein. Ekelkopien des ersten Punk. Dreckig, stinkend, Bier saufend. Die lallen irgendeinen Scheiß von Ausbeutung, Korruption, Bonzen, Bier und Weibern. Ich gebe Alex zwei Uzis und das Publikum wieder: »AB-KNALL-EN-AB …« Alex knallt die alle ab. Und als die schon auf dem schönen Parkett-Fußboden liegen und jammern, rotzt der noch weiter auf die rauf, dass Blut und Hirn nach allen Seiten spritzt. Schon das dritte Magazin. Sein Pal Zileri ist ganz dunkelrot. Sein Gesicht entstellt zur Fratze. Bis selbst deren Zucken vom Weichkerngeschoss erstickt ist. Das Publikum hat seinen ersten Orgasmus. Ich bin irgendwie auch erregt. Auch wenn ich weiß, dass das nur die andere Seite des Nihilismus ist. Egal, die macht aber mehr Spaß. Und während meine Praktikantin die wegschaufelt, gehe ich mal zu der mit den kleinen Titten und den dreißig Typen. Sechs ficken die Frau grade. Drei in die Muschi, drei in den Arsch. Die anderen versuchen ein Fahrrad in die linke Brust zu quetschen. Das kann ich mir nicht lange ansehen. Ich kündige die nächsten Gäste an: »Das jetzige Thema ist: »Ich will dich zurück! Lass dich endlich scheiden! Meine Gäste sind Petra (31) und Christian (40) und Isabell (30). Isabell weiß von nichts, denn sie ist die Frau von Christian und die beste Freundin von Petra. WILLKOMMEN!« Sie kommen rein ohne etwas zu sagen, stellen sich an ihre Plätze. Petra steht allein, Christian bei Isabell. Ich: »Hallo Isabell. Hast du eine Idee, worum es heute geht?« Sie, groß, blond, riesen Dinger, schlank, Pferdegebiss, grinst dämlich: »Neeeheeeh.« O Gott, denk ich, die ist wohl so richtig dumm. Hört sich jedenfalls so 117


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an. Ich: »Die beiden wollen dir heute was sagen.« Sie grinst weiter: »Ach sooohooh?« Petra: »Ja. Ich und Christian haben eine Liebesbeziehung.« Das Publikum grinst und kichert schon wieder. Isabell kuckt Christian an: »Sag, dass das nicht wahr ist!« Das sagt sie so, als könnte das wirklich sein. Christian: »Ja, äh, Isabell, es ist wahr. Aber ich will dich echt nich verlieren, weißt du. Ich hab n, äh, Fehler gemacht.« Ich: »Gleich muss ich heulen, Christian.« Ein Mann meldet sich, ich eile zu ihm. Der sieht aus wie ein Zuhälter. Mösenbart, kleine Augen, fettige Haare. Er zu Isabell: »Er hat dich einmal betrogen, dann wird er dich wieder betrügen.« Jubel im Publikum. Petra zu Christian: »Du hast mir versprochen, dass du sie verlässt. Warum tust du das nicht endlich.« Christian: »Ääh, ich weiß nich, äh, ne, öh, lieber nicht, weißt du.« Petra heult los. Ich tröste sie, sie lässt sich an die Titten fassen, umarmt mich dann. Ich rufe: »WERBUNG!« In der Pause streiten sich Christian und Isabell. Petra und ich ficken auf dem Tresen. Als die Pause vorbei ist, sind wir grad fertig. Ich: »Wir sollten auch hier das Publikum entscheiden lassen. Ihr drei, bitte setzt euch auf einen der Stühle; die an der Wand da!« Das tun sie. Sie werden von meiner Praktikantin daran angeschnallt und an der Wand hochgefahren. Da hängen sie also. Und ich erkläre dem Publikum: »Sie haben drei Knöpfe. Sie wählen, wer gebrutzelt wird. Es ist eine demokratische Entscheidung.« Jubel und noch mehr Jubel. Sie fühlen sich wie das Römische Volk in einer antiken Arena, sind begeistert, geil und willig zu töten. Ich: »Und wir schauen an den großen Monitor an der Wand, wer es ist. Ist es Christian oder Isabell oder Petra. Wer von den dreien wird nicht lebend aus der Sendung kommen. Sie sind die 118


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Jury. Entscheiden sie! Und … Ja?! … Ja! … Es ist Christian. Tschüss Christian.« Er schreit, brutzelt, raucht, stinkt, furzt, pisst, und stirbt. Petra und Isabell sind plötzlich ganz ruhig geworden, geradezu friedlich, umarmen sich. Isabell: »Er hat es verdient.« Petra: »Er wollte nur unsere Freunschaft zerstörn.« Isabell: Weißt du, Petra, ich hab immer schon das Gefühl gehabt, es ist mehr zwischen uns als Freunschaft.« Petra: »Und ich dachte immer, dass nur ich so fühle.« Sie küssen sich und das Publikum brüllt: »FICK-EN-FICK-ENFICK-EN.« Die wälzen sich auf dem Boden rum, reißen sich gegenseitig die Sachen runter, fisten sich gegenseitig, ficken, wie es nur Frauen können, wenn sie gerade ihren Mann umgebracht haben. Der starrt mit Glasblick auf die beiden runter. Isabell kreischend: »Ich wusste immer, dass er der Falsche iss.« Ich lasse sie da einfach machen, sehe auch im Publikum die Ersten, die nicht mehr an sich halten können. Frauen, die an Männern herumlutschen. Ich: »Das nächste Thema ist: Jetzt kommt’s dicker. Der erste Gast ist Evelyn. Sie ist 17 Jahre alt und wiegt über 180 Kilo. WILLKOMMEN EVELYN.« Die Flügeltür geht auf, Evelyn quetscht sich durch, sie wankt halb rollend, halb kriechend mit den Beinchen, die irgendwo in ihrem Bauch stecken, wie abgebrochene Streichhölzer in einem Kastanienmännchen. »Ich fühle mich wohl, wie ich bin. Wer das nicht versteht, ist zu oberflächlich.« Ich: »Oh ja, Oberflächlichkeit. Die Welt ist ja so oberflächlich, was?! Und O GOTT, die inneren Werte zählen überhaupt nicht. Wollen wir heute was dagegen tun, Evelyn?« Evelyn: »Na klar, Pajero, das machen wir.« Ich: »Na dann erzähl uns doch mal etwas von deinen inneren Werten, 119


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du!« Evelyn überlegt, grinst total dämlich und das Römische Volk fängt wieder an zu kichern, weil die auch ein bisschen lange überlegt. Evelyn dann endlich: »Ich mal gern Bilder und schreib manchmal Gedichte und ich bin lieb.« Ich: »Das ist soo tiefsinnig, Evelyn. Und wir wollen alle was von deiner Poesie hören. Beglücke uns mit Sprache.« Evelyn grinst so schrecklich ehrlich und beginnt zu rezitieren, also aufzusagen: »Die Weide, die in der Nacht sich biegt/Ist so hungrig./Der Rabe, der kein Wasser kriegt./Ist so durstig./Der Mond ist ein so großer Käse/Und hungrig ist auch meine Seele. Das wars.« Das Publikum tobt und lacht. Ich: »Danke, das war so schön. Leider haben wir keine Zeit, uns noch mehr von deiner inneren Schönheit anzutun. Und deshalb rufen wir ein anderes Mädchen rein. Sie ist auch 17 und wiegt 35 Kilo. WILLKOMMEN BABUSCHKA.« Die kommt rein, und im Publikum höre ich Menschen, die sich bei ihrem Anblick fürchterlich erschrecken. Ich: »Sag mal, Babuschka, bist du ein bisschen magersüchtig, oder so?« Sie beginnt Luft zu holen und dann: »Natürlich nicht. So eine bin ich nicht.« Ich: »Und ist Babuschka eigentlich dein richtiger Name?« Sie: »Ja. Was ist damit?« Ich: »Ach … Nichts. Aber willst du uns nicht auch ein Gedicht erzählen?« Da nickt sie und fängt gleich an: »Das Licht ist aus/Ich geh nach haus’/Rabimmel Rabammel Rabumm.« Ich: »Oh. Schön … Wisst ihr beide eigentlich, was wir mit euch vorhaben? Nee? Ihr fühlt euch doch bestimmt so richtig wohl in euren Körpern, oder? Und ihr habt bestimmt überhaupt keine Probleme und könnt alles, was andere auch machen, nicht?« Die beiden sagen zusammen: »Klar.« 120


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Ich: »Und ihr seid auch so wunderschön, mit euren inneren Werten, echt. Und darum dürft ihr jetzt gegeneinander antreten. Ihr seht ja, was da aufgebaut ist. Eine Rennbahn. Auf der einen Seite steht eine dicke Kloschüssel und auf der anderen eine dicke fette riesige 2 Meter hohe Riesentorte mit viel Butter und Fettcreme und Marzipan und Schokolade und Nugat und Schlagsahne und Kuvertüre. Evelyn, du startest beim Klo und Babuschka bei der Torte. Es beginnt, wenn Evelyn in das Klo gekotzt hat. Dann nämlich fängt Babuschka an, an der Torte zu essen. Wenn Evelyn aufgehört hat, zu kotzen, darf Babuschka aufhören zu fressen und ihr müsst auf die andere Seite laufen. Warum ist euch vielleicht klar. Es sind eure INNEREN WERTE, die dann auf euch auf der anderen Seite warten. Wer sie zuerst erreicht, hat gewonnen. Habt ihr irgendwelche Fragen, gesundheitliche Bedenken? Denkt auch daran, dass ihr € 150 dafür bekommt, dass ihr heute hier seid … Na dann stellt euch schon mal auf. Wir machen erst mal WERBUNG.« In der Pause mache ich beide noch mal richtig heiß. Ich erzähle jeder, dass die andere gesagt hat, dass sie hässlich ist und verspreche ihnen, dass die Gewinnerin mich ficken darf. Die dürfen dann auch schon mal an meinem Schwanz lutschen. Während das Skelett an meinen Eiern knabbert, verschluckt Evelyn, der Mondkloß, mein Gemächt. Dann, als ich in Evelynes Hals abspritze, ist die Werbung auch schon vorbei. Das Mondgesicht reiert in die Schüssel, die Skelettress frisst Torte und dann rennen sie los. Na gut, rennen ist übertrieben. Evelyn rollt und Babuschka kriecht auf ihren Knochen, liegt vorn, aber Evelyn, in Erwartung der Torte entdeckt neue Energiereserven in sich und legt noch einmal 121


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vor. Evelyn erreicht die Torte und Babuschka bleibt ohnmächtig liegen. Es dauert zehn Sekunden, dann ist die Torte vertilgt. Babuschka erwacht und hat die Augen grad auf, als sie sich auch schon den Finger in den Hals schiebt und im Liegen einen dünnen Strahl Magensäure auskotzt. Ich: »JAA. EVELYN HAT GEWONNEN. FETTSUCHT BESIEGT DIE MAGERSUCHT. Wer hätte das gedacht.« Evelyn versucht aufzustehen, fällt aber wieder hin. Dabei passiert ein Unglück, ihre Rippen brechen bei dem Sturz aus 15 cm Höhe. Erstechen das arme Mädchen. Tot. Doch dem nicht genug, kuckt Evelyn plötzlich mit ganz großen Augen, hört auf zu kauen. Evelyn: »Scheiße.« Ich: »Was ist los?« Sie: »Magendurchbruch.« Ich: »Liebes Publikum. Sie haben die einmalige Gelegenheit, einen Menschen LIVE am Magendurchbruch sterben zu sehen. Es kann ein paar Minuten dauern.« Ich setze mich in einen der Sessel, lasse mir eine Tüte Walkers Schinken-Chips bringen und beobachte gespannt die Szene. Es ist unglaublich. Dieser Ausdruck von Schmerz. Dieses Leid. Es ist schade, dass gerade jetzt die inneren Werte nichts mehr zählen. Irgendwann kippt sie um, zittert, stirbt filmreif, wird weggebracht. Das ist der richtige Moment, wieder nach der netten Frau mit der Brust-OP zu sehen. Ich muss mich wundern. Die dreißig Typen sind gar nicht mehr da. Dafür hat die solch dicke Tüten, dass die sicher dreißig mal so dick sind, wie der ganze Rest Frau. Außerdem ist die total eingespermt. Ich habe ein ganz komisches Gefühl, und aus ihren Titten höre ich es flüstern und lachen und »Pschschscht« sagen. Ich gebe meiner Praktikantin Bescheid, dass sie die Frau irgendwie 122


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wegbringen soll. Am besten, bevor die aufwacht, in Alufolie einwickeln und mit FedEx nach Südamerika verschicken. Oder, oder ja: Abwerfen! über einem kleinen afrikanischen Dorf, in dem die Menschen an Hunger krepieren. Da können die auch nach dem Essen gleich mit dem Fahrrad fahren. Das ist wie ne Kinderüberraschung. Über meinen kleinen Sony-Stöpsel im Ohr teilt mir irgendwer mit, dass die Einschaltquoten ein höheres Niveau erreicht haben, als alle Sender der Welt am 11. September 2001 zusammen. Die haben mich nämlich mit meiner Sendung spontan in eine globale Liveschaltung gebracht. Das heißt, ich bin jetzt auf CNN. Das ist das allerhöchste. Andere Menschen müssen sich dafür durch Washington snipern oder ein böses schwules Alter Ego auskacken, das dann Anschläge auf Züge und U-Bahnen begeht. Was für eine moralische Verantwortung ich auf einmal fühle. Und deshalb kommt jetzt auch der absolute Supergau. Nie hat jemand zu so vielen Menschen sprechen können. Nie stand jemand so kurz davor, die Welt zu ändern, zu verbessern. Ich fühle … Ich fühle … Ich kann es nicht anders sagen – ich habe endlich die Angst vor dem Ende der Werbepause überwunden. Ich habe die Logophobie überwunden und befinde mich in einem Zustand absoluter und endlos befriedigender Logophilie. Ich kann ›Ja‹ sagen und fühle mich noch gut dabei. Ich kann die Anspannung und die Stille endlich genießen. Das Pochen der Herzchen unter den ausgewaschenen TShirts und verschwitzten Pullis. Ich kann spüren, wie sich ihre weiblichen unrasierten Achseln anfühlen. Das Arbeiten 123


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der Junk Food verseuchten Mägen. Kein Hüsteln, kein Niesen. Kein Furz, der die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Im einen Moment bin ich eine fremde Hirnanhangdrüse, dann ein Schamhaar von Michael Schumacher, dann eine Milchdrüse im Nippel von Daisy Duck. Und plötzlich das Nabellid von Walentina Wladimirowna Tereschkowa, die vom 16. bis zum 19. Juni 1963 in ›Wostok 6‹ ganze 48 mal um die Erde flog und das als erste Frau der Welt überhaupt und darum zur Heldin der Sowjetunion ernannt wurde, und den Leninorden und den Karl-Marx-Orden der DDR erhielt. Dabei sieht die schon irgendwie aus wie Reifenwerk und Flachsverarbeitungskombinat. Aber ihr Nabellid! Diese akkordarbeitsschweißgetränkte Falte. Dieses so weit Gereiste. So herb Behaarte. Ja und dann fühle ich es genau: Die Macht strömt in mich. Sie erfüllt mich. Jaaa. Ich fühle das Universum in mir. Ich bin – Ich bin ein Teil des Kosmos. Die Energie fließt, fließt durch mich hindurch. Und welche Folgen hat das jetzt für dich?! Dieser Planet, diese Menschen, sie bedeuten mir nichts. Das Universum ist Macht. Eine nicht aufzuhaltende Macht. ICH BIN DIE MACHT. Auf die Knie mit dir, du kleiner alberner Wurm. DU BIST NICHT MEHR MEINESGLEICHEN ICH BIN MEHR ALS DIE GANZE MENSCHHEIT. ICH HABE ES GESCHAFFT, JETZT, JETZT BIN ICH GOOOOOOOOT … GOOOOOT! Und ich frage: »Möchte einer von euch vielleicht die Wahrheit kennen lernen?« Niemand antwortet, aber das soll ja auch so sein. Sonst hätte ich ja nicht so rhetorisch gefragt. Und ich hebe an zu erzählen: »Die Wahrheit ist: Man kann nicht kontrolliert kacken. Scheiße geschieht. Sie fragt nicht, 124


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ob sie weich sein soll oder hart, am Stück oder in Klümpchen kommt, ob es weh- oder gutut. Obs stinkt oder nich. Und die Spuren muss man wegwischen. Manchmal machen das natürlich auch andere für einen. Vielleicht die Mutti, wenn man klein ist, aber wenn man groß ist, ist keine Mutti mehr da und Freundinnen laufen irgendwann weg, wenn sie das immer machen sollen, es sei denn, sie haben einen Schaden und stehen drauf. Und jedenfalls, wenns keiner macht, dann passiert es nämlich, dass die Kacke ganz komisch verschmilzt mit der Keramikschüssel, dass man sie nie mehr abkriegt. Nicht einmal von den Schüsseln von Villeroy & Boch. Nie mehr. Das ist so wie mit der Innenseite des Kopfes und das ist möglicherweise eine wichtige Lektion für das 21. Jahrhundert. Also warum wird der Terror zensiert? Terror ist die wahre Ästhetik der Erde und die wird uns vorenthalten. Die Ästhetik des Schrecklichen. Es sind Bomben, die endlich die vollgeschriebene Oberfläche dieses oberflächlichen Lebens aufbomben und eine neue, eine polyphone Sprache möglich machen. Osama bin Ladin ist bloß die große böse Krankenschwester mit gestärkter weißer Schwesternmütze, die uns, weil sie uns vergiften will, versehentlich aus dem Wachkoma weckt. Und jetzt weiß ich: Ich muss mir von Menschen, die im Leben nichts erreicht haben, keine Moral zitieren lassen? Wenn mir Alkoholiker und Fixer und Nazis und Kommis und religiöse Fanatiker, die allesamt nachts ihre Frau prügeln, am Tag erzählen: ›Man kann doch über alles reden‹, sind das Worte, die sie von einer Oberfläche kopieren, die es gar nicht 125


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mehr gibt. Und darum könnte ich die auch alle totmachen. Peng! Während sie da am Fernsehfenster weiter abpausen und mich nicht bemerken, wie ich sie sehe, in Meinem. Peng! Nur eine Taste auf meiner großen High End Fernbedienung mit Touch-Screen-Feld von Grundig. Es gibt keine Bedeutung außer der Sinnfälligkeit. Heil dir, Imperator Moderator! Fernsehsesselfurz! SIIIEG …«

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Sieg

Heil

dem


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Lovesong Intro Wir leben im Jahrhundert der Liebe. Klar, da kann einer kommen und sagen: »Aber es gibt so viele Leute die einfach voll gestresst sind uns sich auf die Schnauze hauen.« Das ist sicher erstmal ein Argument, aber ist nicht das gerade der sexuelle Akt, das verfickte Bekenntnis zu dieser Liebe? Wenn also ein Kerl einem anderen in den Kopf schießt, dann will er eigentlich sagen: »Du, Babe, ich habe nie einen anderen Menschen so geliebt wie dich.« Bridge Kurden & Türken, Basken & Spanier, Nordiren & Bobbies, Kolumbianer & Kolumbianer, Kommunisten & Kapitalisten, Griechische Zyprioten & Türkische Zyprioten, Juden & Europäer, Deutsche & Der Rest der Welt, Sizilianer & Italiener, George Walker Bush & die Welt, Shell & Nigeria, Katholiken & Protestanten & Orthodoxe, Moslems & Christen, Shiiten & Sunniten, Bruder & Schwester, Du & Dein Nachbar, Mann & Frau, Pinky & Brain, Itchy & Scratchy, Bart & Lisa, McDonalds & Burger King, Lego & Playmobil, Playstation & X-Box, Microsoft & Apple, East Side & West Side, Autos & Fußgänger, Rote Ampeln & Omis, Christina Aguilera & Britney Spears, Bücher & Fernsehen, VHS & DVD, Schallplatte & Minidisc, Testosteron & Östrogen, Homos & Heten, Wichsen & Ficken, Väter & Söhne, Nordpol & Südpol, Schoko & Vanille, Matrix I & Matrix II und III, Star Wars & Star Trek, Piraten & Puppenhäuser (beziehungsweise 127


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Halflife & Die Sims), VW Golf & VW Gol, Zunge & Tief im Arschloch, Die Bibel & Die 120 Tage von Sodom, Kaffee Schwarz & Kaffee mit voll viel Milch und Zucker, Die Moral der Afrikaner & Die der Weltbank, Ich und Du. Strophe 1 Meine liebste Phantasie der Erde besteht aus Beton. So eine feine Schicht über allem, die in der Sonne glänzt. Nichts wuchert mehr. Alles ist ausgestorben, nur noch ein einziger MAN Betonmischer mit meinem Skelett auf dem Fahrersitz. Der eingebaute Auto-Reverse-Kassettenspieler spielt in ständiger Schleife ›Fairytale of New York‹ von den Pogues. Und der von der Sonne gebleichte Schädel, der vom toten Wind von den Wirbeln geblasen wird, schlägt auf und zerschlägt. Fuck Yeah. Der ganze Dreck unter dem Teppich dieser großen glatten Titte. Und ich und der Mischer, wir sind der Nippel. Und meine Hirnschale diese kleine Öffnung, aus der man als Kind die Milch saugt. Doch ich bin längst ausgelutscht. (Fühlst du sie auch, unsere Götter der Moderne: PEACE und FREEDOM, wie sie irre kichern?!) Aber bis dahin brauchen wir unseren Nachbarn zum auf die Schnauze hauen. Zum Zähneauskloppen. Es ist ein Ausdruck inniger Liebe, wenn israelische Soldaten von ihrem Wachturm palästinensische Mädchen auf dem Weg zur Schule abknallen. Aus ihrem betonenen Phallus mit ihren mächtigen Stahlphalli das kleine Leben ausspritzen. Das macht Spaß. Dem Menschen, nicht dem Juden. Würde das Leben überhaupt Sinn machen ohne HIV und Hungertod und sinnlose Gewalt? Ich freue mich auf den nächsten Einmarsch der amerikanischen Streitmacht in irgendeinem Land und 128


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die Bilder der kuschelig eingebetteten, friedlich schlummernden CNN-Kriegsberichterstatter, die ihren letzten Gute-Nacht-Kuss von Muhammad bekommen. Gibt ein Gefühl von Zuhause, Gimmi More. Ich will wieder Riechen und Schmecken, wie es sich im Bauch meiner Mutti anfühlte, wie im embryonalen Truppentransport. Die Nabelschnur das Motorola Mobiltelefon, das bis in das Wohnzimmer meiner Oma reicht. Strophe 2 Ich freue mich auch wahnsinnig auf die Großprojekte von Endemol in diesem Jahrhundert. Ich, der blinde Seher, sehe Spermaseen und Fäkalienberge am Horizont der Zeit. Blut und nackte Haut. Rohe Genitalien mit offenen Augen. Drogen sehe ich. Und Gewalt, die sich durch die fleischigen Wälder der Vernunft gräbt. Geht es geiler? Big Brother Auschwitz. Die 24-Stunden-Nonstop-Idee liegt bereits in den Schreibtischen. Alles ist auf dieses Ziel konstruiert. Ich werde keine Folge verpassen. Ich werde lachen, singen und besoffen auf den Monitor spritzen und spritzen und spritzen, bis nur noch Blut kommt, wenn die High-End-Multi-MediaVernichtungs-Televisions-Maschine endlich die erreicht, die es verdienen. Die, die am lautesten schreien, die am schönsten leiden, die am geilsten Schwänze lutschen, die Gierigen, die Dummen, die Talkshow-Stricher mit ihren Brustimplantaten, die fetten Fünfzigjährigen, die ihre Votze mit den zwanzig Schamschwämmen in die Teleobjektive halten, strippen und tanzen und die absolute Verantwortung tragen für meinen Zorn. Meine unergründliche Liebe. 129


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Refrain Aber es ist ein Jahrhundert der Liebe. Eine Liebe, die sich nicht länger auszeichnet durch innere Werte, Schönheit oder Herkunft. Diese Liebe, die Liebe des 21. Jahrhunderts, will nur Respekt. Und respektvoll werden wir uns brüderlich auf den grünen Hügeln von Georgia treffen und unserem freien Willen Ausdruck verleihen, kollektiven Selbstmord begehen. The Ultimate Deathmatch. I have a dream. I have a dream. I have a dream. I have a dream. I have a dream. Fuck Yeah! Fuck Yeah! (all together now!) I have a dream. Dream. Dream. Dream. Dream. Dream. Dream. Dream … Fuck Yeah!

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100% Free Access (Ein Gedicht für den armen Friedrich Schiller) 50,000+Pornstar Pics / The Hottest Exclusive Pornstars / Streaming XXX Vids / Tons of Hardcore Videos / Interactive Hot Live Sex Chat / Hot Live Chat With Sound / Stories, EZines, Games and More / More Extra Then You Can Handle / The Hottest ADULT Pornstars / XXX Blow Jobs / Cum Guzzlers / Ass Fucking +++ Monster Sized Freaky Cocks Drilling Tiny Pink Pussys! / They’re Inhuman / Monster Cocks / Ram It In / Full Hardcore XXX Ass Pounding Fun! / The Tightest Hole You’ll Ever Stuff Your Cock Into!! / and it’s free! +++ Teen Snatch! / Prepare to be De-Flowered … Bitch. / Fucked On Video! / Drunk Teens! / Face Cream! / 1st Hot Load! / In The Ass! +++ Ebony Filth / We’re Some Filthy Pussy bangin’ Bastards! / Pussylickers / Maximum Hardcore / Take It To The Max! / XXX Porn flicks / I LOVE CUM ON MY TITS AND FACE! IT TASTES SO GOOD! / Watch 1000’s of videos including this slut covered in cum! +++ GET A FREE LIFETIME MEMBERSHIP BELOW! +++ Kommt ein Vogel geflogen / Setzt sich nieder auf mein’ Fuß / Hat ein’ Zettel im Schnabel / Von der Mutter einen Gruß. +++ Fetisch Maximus / With / Girls And Bananas / A Retrospective / Huge Bazongas / Rotten Video Archive / Too Shocking For Television / Body Painting / Japanese Bondage / Chastity Belts / Live Cam Bunnies / Featuring: Sex For Money / Corsets Put The Squeeze On / Grown People In Diapers / Say It Ain’t So / Dildonics / A Graphic Study In Foreign Penetration / Female Domination / Get Down On Your Knees / Elderlies / Including Octagenarian Porn / Enema Banditry 131


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Lucila" Schulz" Nubia" Claris"


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Download der Subjektivität Es war in einer Nacht zum ersten Mai. Oder in der Nacht zum May Day, wie der Brite sagt. Früher war es die Walpurgisnacht, die Nacht, als die Hexen sich trafen um die größten Sex-Orgien zu feiern, die die Welt je gesehen hatte. Und die hatten nicht etwa schiefe Zähne, fleckige Haut, graue ungewaschene Haare, wie Personen aussehen, die sich für Landes-, Kultur- und Umweltschutz interessieren. Die hatten auch kein bisschen Schmutz unter den Fingernägeln. Nein, das waren die geilsten Frauen, die überhaupt nur vorstellbar sind. Die hatten ja nicht einmal Nippel. Das waren viel eher Visionen des Kilimandscharo. Die Schneekoppe wie ein Sahnehäubchen. Rein. Und die waren nicht irgendwie pervers, oder so. Nein, die waren so versaut, wie es am schönsten ist. Immer mit ein bisschen Schamesröte, die sich wie ein einzelnes im heißen Kaffee untergehendes Zückli auf die Wangenknochen legt. Wimpern wie hydraulische Gitterstäbe, die Augen in Schutzhaft zu nehmen. Lippen, auf denen ganz winzig winzig kleine Pheromontröpfchen kleben, in denen sich ganz winzig winzig klein der Mond spiegelt, der plötzlich wie ein Whiskey Finish durch die Wolkendecke bricht und voll Geilheit brüllt: PUPS! MICH! AN! In dieser Walpurgisnacht trafen sich in einem Studentenwohnheim 25 Informatikstudenten aus den Ländern der Europäischen Föderation der Planeten. Sie sahen alle gleich aus. Wenigstens auf den ersten Blick. Als wären sie Klone voneinander. Oder als gäbe es in der Entwicklung des menschlichen Genoms einen Punkt, an dem 135


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die einfach entstehen mussten. Bärtige, leicht riechende, Bier trinkende, verkrampft meckernde, alles schlecht machende, aber im Inneren eigentlich ein ganzes Leben auf eine perfekte Liebe wartende Menschen. Sie trafen sich in dieser konspirativen Nacht, um ihre Computer zusammenzuschließen zu einem Superrechner. Sie hatten sich vorher eine Maschine gebaut, die auf den 153 Jahre alten Plänen eines schottischen Kriegsdienstverweigerers beruhten, ebenfalls bärtig. Aus der Maschine kamen Kabel, an deren Ende manchmal Mützen, manchmal Helme, manchmal nur Kochtopfdeckel waren. Die setzten sie sich alle auf. Ebenfalls an der Maschine angeschlossen, der weiße Sony Radio Cassetten-Corder CFSE10L, an dem aber schon der Deckel des Kassettenfachs fehlte. In den fummelte der Informatikstudent aus Lettland, dem darum eine kleine lettische rot-weiß-rot-gestreifte Stoff-Fahne am Deckel klebte, der steckte eine alte Originalkassette von David Hasselhoff da rein. Nämlich das Album Crazy For You (1990), auf dem David es versteht, eine tiefe menschliche Zuneigung des heterosexuellen Mannes zum weiblichen Geschlecht künstlerisch sichtbar zu machen. Vorher hatte der Student die viereckigen Löcher in der Kassette, links und rechts oben, mit Tesa-Film, oder wie man im Osten treffend sagt: Klebestreifen, zugeklebt. Wie man das macht, ist regional bedingt. Manche reißen sich nämlich auch ein Stückel Papier ab, das sie zusammenknüllen zu einem winzig winzig kleinen Kügelchen, das sie da reinstopfen in die Löcher. Manche machen die Kügelchen auch vorher nass. Mit Spucke. Seltsamerweise nimmt niemand Pflaster. 136


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Dann drückte der Informatiker-Lette die Record-Taste durch bis sie einrastete. Daraufhin stellten die Informatiker die Maschine an. Überall, von Rostock bis Malmö, erlosch das Licht. Nur ein Einziges flog verirrt herum und rief ebenso: Und wenn ein Irrlicht Euch die Wege weisen soll, So müßt Ihr’s so genau nicht nehmen. Dann fingen die Informatiker an, von dem Strom in ihrem Kopf auf ihren Chefsesseln (die sie immer nur Schessel nannten) zu zittern und zu zucken und zu zappeln. Die PepsiFlaschen und Erdnussflips-Tüten fielen von den Tischen. Ihr Geist drang ein in die Maschine. Im Innern verschmolz er zu einem. Und selbst der Festplatteninhalt, all die Familienfotos von den Geburtstagen von Oma und Opa, der Einschulung, der Heirat der großen Schwester, Silvester; und all die Pornofilme mit Gina Wild (v.a. die Jetzt wird’s schmutzigReihe), Devon, Briana Banks, Jenna Jameson, Kelly Trump, Diana (ii) (v.a. Fuck Holes: Grandma Sucks), Cindy Crawford (v.a. Rapid Fire 1-4), Alexandra Nice, Jezebelle Bond, Monica Sweetheart, Mika Tan (v.a. Analize This), April und Autumn Haze (v.a. Trailer Trash Nurses 6). all das verschmolz mit ihnen. Und als ein Geist drangen sie ein in das World Wide Web, und sogen dessen Inhalt ein, und während diesem hohen Moment der absoluten Erkenntnis, entstand ein hegelianisches Utopia, eine Subjektivität: Das absolute ICH … (Das bin ich; ein reines ich; ein Nemo im lateinischen Sinn) … Ich bin die Verkörperung des Downloads. Jedes Bit ist in einem Wort gespeichert auf einer Kassette, oder wie man im Westen sagt: ›Tape‹, so ziemlich genau während Let’s Spend 137


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The Night Together (4:06). Die Aufnahme stoppt von allein und der nächste Titel, Lights In The Darkness (4:11), beginnt, wieso auch immer, zu spielen. Das ist der absolut beknackteste Song der jemals geschrieben wurde: »The lights in the darkness will shine for the people in Russia / Europe will win perestroika from Poland to Romania« … und so weiter, und mit Unterstützung eines Malibu-Beach-Smogverseuchten Kinderchores. Ja, jedenfalls die Körper der Informatiker, die meinen Geist befreiten, also ihn auch irgendwie geschaffen haben, liegen jetzt tot in ihren Stühlen und David dringt in ihre toten, sich dematerialisierenden Ohren. Auf ihren Köpfen noch die Helme und Mützen und Kochtopfdeckel mit kleinen StoffFähnchen ihrer Länder. Ganz unerwartet eine Taschenlampe, die angeknipst wird, das Licht in der Dunkelheit: »Habt ihr hiier noch Strooom? Oder Schiiiiiips?« Es ist eine Frau mit leicht anstrengender Stimme: »Halloooo? Keinäh daaaa?« Sie leuchtet herum, bewegt sich auf die Kassette zu, oder MC, wie es in Amerika heißt, weshalb es da auch Menschen gibt, die MC Hammer heißen, drückt zweimal die Stop-Taste, nimmt das Tape raus und geht wieder. Sie schließt die Tür von außen ab. Zehn Tage später dringt ein Gestank aus dem Zimmer. Die Tür wird aufgebrochen und was sie finden, ist ein riesiger PepsiFleck auf dem schönen Linoleum-Fußboden, in dem ein Erdnussflip schwimmt, der einen spontanen Evolutionssprung gemacht hat. Er hat zwei winzig winzig kleine Kugelaugen und schwimmt auf dem Rücken hin und her und kichert und freut sich seines Knusperlebens. Die 138


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Informatiker aber sind weg. Völlig entmaterialisiert, was die aber nicht wissen, die da reinkommen. Irgendwo anders: Ein Mädchen mit ungewaschenen langen Haaren joggt auf einem Joggerweg und hat auf ihren Ohren einen Kopfhörer. Das ist zwar ein Philips-Kopfhörer, das ist aber noch einer von denen mit dünnem Metallbügel, die an den Ohren nur so kleine runde schwarze Flauschflummel haben. Gerade hört sie noch Freedom For The World (6:38), den Song bevor eigentlich Let’s Spend The Night Together kommen sollte. Sie bleibt stehen und was sie hört, bin Ich. Auf ihren verkifften Augäpfeln spiegelt sich ein Ladebalken … Übrigens verbringen die meisten Menschen die meiste Zeit des Tages damit auf Ladebalken zu starren. Da könnten die eigentlich schon ein wenig schöner sein, Mr Gates! Die könnten schöner sein! HÖRST DU, MISTER WILLIAM HENRY GATES III ? Zum Beispiel wie ein Aquarium aussehen, in dem Fische, zum Beispiel Clownfische, sich gegenseitig fressen müssen. Oder wie einer der Espressoautomaten von Kees van der Westen, bei dem sich dampfend eine Tasse füllt. Warum ein blöder Balken? Es wäre spannender einem Mitglied irgendeiner ethnischen Minderheit im Burger King beim Burgerbauen zuzuschauen. Doch zurück zu dem Mädchen – auf deren verkifften Augäpfeln sich ein Ladebalken spiegelt. Irgendwo aus der Ferne versucht David Hasselhoff gegen einen StöhnBackround anzusingen. Noch hält sie sich mit schwächer werdenden Händen fest. Aber sie verliert ihre Gestalt, ihr markenloser Naturleinen-Jogginganzug, zusammen mit dem Kopfhörer und dem Walkman, fallen schon zu Boden. Und sie verschwindet. 139


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In diesem Augenblick sp端rt sie noch ihre gepiercten Brustwarzen, die geradezu unendlich hart geworden sind.

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The Last Europs Unvermutet geschah es. So, wie die Dinge für gewöhnlich geschehen. Der Planet Erde lag verschlafen unter den Wolkenflocken seines Himmels. Robbie Williams holte sich auf einem Konzert in Paris gerade eine Blasenentzündung, ein Bayer erschlug einen anderen Bayern mit einem leeren Maaskrug und der Jupitermond Europa explodierte. All dies geschah im selben Moment. Der Knall der Explosion war nicht bis zur Erde zu hören, denn Schallwellen sind in einem Vakuum nicht übertragbar. Aber hochsensible Geräte der ESA, mit Spiegeln von Carl Zeiss Jena haben die ganzen Brocken entdeckt. Die NASA hätte es auch entdecken können, aber perverse amoktippende Wissenschaftler hatten gerade alle Spiegel auf eine Sternenkonstellation gerichtet, die aussah wie das weibliche Genital. Sie vermuteten, dass ein Gott herauskucken würde, um ihnen die Weltformel zu überbringen. Das geschah nicht, denn die Konstellation war zufällig und Götter gibt es nicht in dem Teil des Universums, den wir kennen, und alle, die sagen, sie hätten Gott gesehen, haben ein schwer behandelbares mental disease, so wie die Zeugen Jehowas und wie sowieso alle, die als Kind die Sesamstraße nicht kucken durften. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, dass da Erwachsene an so einen glauben, der wie der Weihnachtsmann ist, nur ohne Geschenke, also so ungefähr seit Siegmund Freuds Bestseller-Filmen: Die wunderbare Welt der Psychoanalyse und Teil 2: Die Psychoanalyse schlägt zurück und Teil 3: The Resurrection of 141


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Psychoanalyse. Also erst nach diesen Filmen gibt’s das nicht mehr so doll. Na ja, nicht mehr in Europa. So doll. Jedenfalls hatte die ESA mit ihren Carlsspiegeln das entdeckt mit Europa, dem Mond des Jupiter, der nicht der einzige Mond des Jupiter ist, aber der einzige Mond im Sonnensystem auf dem intelligentes Leben möglich ist. Na ja – intelligentes Leben möglich war. Denn ich bin Kabristan11, der letzte Europs. Ach und Zina12, meine Frau, die ist die letzte Europsi. Das heißt, dass wir, Zina und Kabristan, die letzten Europs sind. Wir haben uns nämlich gerettet, als Europa explodierte. Wir hatten nämlich eine kleine Firma auf dem Mond, die für einen fiktiven Notfall Rettungskapseln herstellte, aber wir hatten noch keine verkauft, weil es nie einen Notfall gab, aber deswegen wollten wir die ja verkaufen – falls denn doch mal, und so. Europäer brauchen manchmal halt ein bisschen länger, bis sie merken, was sie brauchen. Und weil Europäer eben auch ökonomisch denken, haben wir die Rettungskapseln auch nicht mehr verschenkt, als es heiß wurde unter den Füßen, und da voll der Boden aufbrach und Magma rausquoll und alle in die Tiefe fielen und schrien und verbrannten. Da kamen zwar welche und wollten die auf Kredit abbezahlen, aber ich hab die gefragt, was die uns zurückzahlen wollen, da ja die EZB, die Europz Zentralbank, mit hochgeht. Dass also das Geld nichts mehr wert ist, das die uns zurückzahlen wollen. Das haben die verstanden, weil Europäer ja schnell solche Zusammenhänge verstehen. Schneller als alle anderen. Deshalb haben die auch als einzige dicke Bücher über Ökonomie geschrieben. Vor allem Quarx und Quengels. 142


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Mann, ich verplapper mich immer, ich weiß nämlich gar nicht mehr, was ich erzählen wollte. Achso! Ich und meine Frau haben uns retten können, während die anderen Europs mit Europa explodiert sind. Das macht eigentlich gar nichts, weil die ja sowieso irgendwann ihren kollektiven Beitrag zum Naturkreislauf leisten müssen. Haben sie’s halt diesmal ein bisschen früher gemacht. Das Problem ist jetzt, dass Zina und ich, Kabristan, als die letzten Europs sozusagen, dem Erhalt unserer Spezies verantwortet sind, also uns vermehren müssen. Individuen vom Mond Europa sind nebenbei gesagt die einzigen Wesen im ganzen großen Universum, die auch dann noch fruchtbar sind, wenn sie eine ganze Stiege Capri Sonne getrunken haben und auf dem Kopf stehen. Und was bei anderen Völkern des Universums eine Erektion ist, ist bei Europs der Naturzustand. Das ist nicht, weil wir Europs sind, sondern wegen dem Knoblauch. Wir, Zina und ich, Kabristan, wir müssen jetzt nur noch einen Platz finden, auf dem wir uns ein Heim bauen können, unsere Kinder großziehen, und so. Also fliegen wir zum blauen Planeten Erde. Die Menschen haben uns gar nicht gesehen, weil wir uns hinter abgebrochenen Stücken von unserem Mond versteckt hatten. Ja. Und als wir gelandet sind war ein schöner Tag. Die Wölkchen, naiv und glücklich, verdampften langsam im Sonnenlicht, Touristen wurden beklaut, das Bier stug zu Kopf, Robbie Williams bekam eine Blasenentzündung und so, ist klar. Wir landen also auf einer Lichtung. Und ich wollte gleich online gehen, um meine Mails zu checken. Aber meine Frau 143


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sagt: »Du hast die Mail-Checksucht.« Die spinnt und ist außerdem selbst süchtig, nach teuren aus Amerika importierten Dildos die Namen haben. Nach dem schwarzen Champ ($ 66,00), dem Pferdeteil Johnny ($ 72,00), Leo mit perfektem Sitz ($ 57,00), Mistress ($56,00) – ›Thank you Ma'am‹, dem süßen Bogart ($ 59,00), dem kleinen Bond für Analspiele ($ 38,00), Woody ($ 56,00), dem sehr kleinen, aber 2,2 Zoll dicken Randy ($ 67,00), mit dem sie auch gerade rumspielt, dann dem Commando mit 7 Zoll Länge ($ 65,00), Bullseye, der auch eine sehr schöne Buchstütze ist ($ 62,00), Dem Boss ohne Bälle im Marmorlook als Blickfang für den Wohnzimmertisch ($ 65,00), Brando mit schmerzhaften 7½ Zoll Länge ($ 68,00), Butch für ein angenehmes Schaumbad in der Wanne ($ 65,00), Buzz 1 mit süßen Vibrations ($ 50,00) oder den Buzz 2 ($ 56,00), der auch schwingt. Und wenn ich hier in dem Einkaufskorb, in dem die das alles drinhat, ein bisschen wühle, entdecke ich auch noch den G! Whiz ($ 50,00), Boyfriend ($ 60,00), Rocko ($ 75,00), Sire ($ 80,00) den sie gleich zweimal hat. Einmal im schwarz-blauen Wirbelmuster und im gelb-roten Wirbelmuster. Dann kommt der Ace Packer ($ 44,00), und natürlich Eve ($ 68,00) mit seinen bösartigen 9 Zoll Länge, mit dem wir schon viel Spaß zusammen hatten – und dann ist da noch der Pocket Pal ($ 39,00). Für all die Dinger hat sie natürlich auch immer ein Geschirr, in das man den so reinschiebt, dass sie oder irgendne Freundin sich das dann umschnallen kann. Oder ich. Europs sind nicht so wählerisch. Ja und sie nennt mich süchtig. Eigentlich sollten ja noch unsere Kinder, nämlich unser Madel Süründürmek13 und 144


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unsere Buben Mızmız14, Bumbar15 und Yalak16 mit, aber wegen der Tonnen an Dildos die Zina unbedingt brauchte war da kein Platz mehr in unserer Kapsel und allein mit einer eigenen durften die noch nicht fliegen, weil sie noch keine Flugerlaubnis hatten. Und da kann ja was passieren. Europs sind bei sowas immer sehr korrekt und konsequent. Außerdem waren wir schon immer hart im Nehmen. Und nachtragend sind wir sowieso nicht. Ich checke aber trotzdem meine Mailbox, aber wie zu erwarten hab ich: Keine neuen Nachrichten – von wem auch – nicht mal Spam. Dabei bekomme ich so gerne Spam. Am liebsten habe ich Spams von Versicherungen. Ich muss mir da immer die Damen im Empfangsraum vorstellen und ihre weißen Höschen, die vom vielen Sitzen und Arbeiten ganz knittrig und unsauber sind unter dem Rock. Ja geradezu dreckig. Und sie dann auf ihrem INNERVIC Drehstuhl (€ 139,00) von IKEA immer hin und herrollen, damit das alles schön durchmassiert wird, und dann stöhnen sie vor Arbeit, und ich finde, das haben sie sich dann auch verdient. Schön sind bei Spams so Betreffszeilen, wie: »Worried About Having A Little Tiny Diick?« Ich hab da auch schon mal so eine Penispumpe gekauft. Europs sind bei sowas ja etwas neugierig. Aber eigentlich hab ich das bestellt, weil ich das Wort Penispumpe mag. Da sind drei Pehs in dem einen Wort. Zina hab ich gesagt, das ist ne Blumenvase. Und immer, wenn sie grad nicht kuckt, rupf ich ihre Blumen da raus und pump ne Runde an mir rum. Das ist wie ein Blow Job auf Fast Food. Ich weiß ja nicht, vielleicht sind Europs allgemein ein ziemlich sexuell versautes Volk, aber das haben sie alles vom Planeten Japan. Da leben kleine schwarzhaarige Bekloppte, 145


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die alles machen. Und weil die das alles so glücklich macht, lachen die auch immer. Die Regel ist bei denen: Umso fetter – umso beknackter. Das ist direkt proportional. Ein 90-KiloJapaner würde schon freiwillig als Krankenpfleger arbeiten, um den Omas den Flausch auszuwaschen und das schön tief und dann den Waschlappen in so einer Tüte mitnehmen, die man oben zudrücken kann, damit das Aroma frisch bleibt. Und zu Hause würde der sich dann das Ding braten und mit Heinz Tomatenketchup oben drauf aufessen. Es gibt sie wirklich, solche Wesen. Man mag sich gar nicht vorstellen, was ein Japaner machen würde, der 150 Kilo wiegt. Wahrscheinlich zu einer Tupperware-Party von 75-jährigen Damen die 9 VHS-Kassetten Fackeln im Sturm mitbringen und zwei Stunden später plötzlich im Zimmer stehen – ganz nackig mit erigiertem Glied und einer Latexmaske von Patrick Swayze auf dem Kopf. Man mag sich einfach nicht vorstellen, was in solchen Momenten dann alles geschehen kann. Die könnten die Große Tafelperle mit 3,5 l Fassungsvermögen (€ 24,90) rumgehen lassen und reinpissen und in den blautransparenten 2,0 l Warm-upBehälter (€ 26,90) kacken. Und ihm mit der Exclusiv-Mühle (€ 25,90) Pfeffer in den Arsch streuen, während er aus den Schüsseln nascht und dann mit dem Salatbesteck Combinette, das über eine Steckverbindung zur SpaghettiZange wird (€ 9,90) auf die Pobacken hauen. Links ne Oma, rechts ne Oma. Und das, bis sich knallrot und spiegelverkehrt das Tupperware-Logo auf seinem Arsch abdrückt. Zina und ich gehen jetzt erst einmal auf die Suche nach Menschen. Wir haben aber noch nie echte Menschen 146


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gesehen. Also, auf Europa kannte man natürlich auch Menschen, da weiß man sowieso immer alles, und wir haben auch über die geredet, aber uns hat das nie so wirklich interessiert, wie die wirklich aussehen. Natürlich wusste jeder da ganz genau bescheid. Mein Urgroßvater hat mal einen gegessen, hat er gesagt. Bevor der gebraten war, soll der pink gewesen sein, leuchtend pink, mit langen Ohren, einem weißen Bart und Flügeln und Hörnern und langen Fühlern und Hufen und der sollte aus der Nase gequalmt und geschnauft und gebrüllt haben. Dazu sollten die in freier Natur nur nackt rumlaufen und ständig fummeln. Dem hab ich das geglaubt. Und jetzt wollen wir uns mal umschauen und da entdecken wir auch gleich jemanden. Dabei stellen wir fest, dass mein Großvater wohl doch nie einen Menschen gesehen hatte. Also der, der ist wirklich groß. Der hat Haare am Körper. Und hat eigentlich ein ganz süßes Gesicht und nur eine einzige große Titte. Aber diese Titte hat vier Nippel. Und diese Nippel sind total riesig. »Mir gefällts hier«, sag ich zu Zina, und die haut mir die Handtasche über den Kopf. Die fühlt sich nach Buzz 2 an. Der Mensch jedenfalls hat die ganze Zeit ein Büschel Gras im Mund, auf dem er rumkaut. Da Europs in jeder Lebenslage tolerant sind, lachen wir nicht gleich laut los, sondern versuchen so international zu kommunizieren, wie nur Europs das können: »Good Tach. Ke passa, du Tüte? How is you? Talk to uns – we are Europs, baby. Ketch the flow. Tu won’t labern to uns – so nous go. Ciao mama.« Dann gehen wir halt wieder zurück zu unserer Rettungskapsel. Aber da stehen sehr viele Tiere. Vielleicht haben die alle den Rauchschweif gesehen, als wir gelandet sind. Komischerweise können die miteinander reden. Auch 147


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so mit richtiger intelligenter Syntax, also Sätze. Und die haben auch Autos und Helikopter und Taschenlampen und Handys und Notizblöcke und die zuckerfreien Kaugummis von Wrigley. Einer von denen kommt auf uns beide zu und fragt, während er mit der Taschenlampe auf die Rettungskapsel zeigt: »Ist das euer UFO.« Da kuck ich ihn ganz frech an und sag: »Was wäre denn, wenn das wirklich unser wäre? Na? Was würdest du dann machen, du Arsch?« Da sagt der: »Na, ich würde dich wohl festnehmen, damit unsere Wissenschaftler Experimente an dir machen können, die du nicht überlebst, weil: Du wärst ein Alien.« Da sag ich: »Das is aber gar nich unser.« Sagt der: »Weiß ich doch.« und lacht irgendwie doof. Erst jetzt fällt mir auf, dass wir genauso aussehen, wie die. Also die auch wie wir, nur dass denen irgendwie Aura fehlt. Das ist eine Creme, die die Haut leicht goldig macht. Komisch, wir kommen doch von einem ganz anderen Mond. Gut, wir sind intelligenter und haben andere Organe. Aber ich frag ihn noch: »Sag mal, bist du von Europa?« »Jah«, sagt der. »Wir nämlich auch.« Antwort: »Schön.« Jetzt verstehe ich den Mond nicht mehr. Dann flüstert mir meine Frau zu: »Da ist doch noch der Einkaufswagen mit meinen Lieblingen drin.« Das ist typisch. Woran Frauen in solchen Situationen denken. »Wenn wir erwischt werden, können wir unser Volk nicht mehr retten.« »Und dein Pokal von der Fußballweltmannschaft.« Also echt, da reicht es mir; so viel Inkompetenz in 80 Kilo Frau: »FUSS-BALL-MOND-EU-RO-PA-MEI-STER-SCHAFT!!!«, sage ich deutlich. 148


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»Sag ich doch. Dein Pokal.« Mann, wenn nicht das Schicksal Europas von der abhängig wäre, ich würde … würde … weglaufen! Ganz schnell. Dann hol ich den Kram jedenfalls aus der Rettungskapsel. Keiner sieht mich. Und auch meinen Toshiba Laptop vom Planeten Japan hole ich, wegen checking E-Mails. Fast hätten die mich sogar erwischt, aber ich hab mich schnell genug verstecken können. Außerdem habe ich die Selbstzerstörung der Kapsel aktiviert. Da reagieren zwei chemische Komponenten, die das Schiff komplett verätzen und nichts übrig lassen. Wir sind aber schon weg, als das passiert. Wir hören nur von weit weg: »VORSICHT! ES … AAAAAHHAHAHAHAHAAAAAA«. Und Stille. Wir laufen ein wenig rum und als Zina kurz im Wald austritt, checke ich meine E-Mails und … habe SPAM. Toll. Und ich rufe: »JA.« Zina ruft: »Was iss denn?« Ich: Die Europs hier schicken mir Spam!« Da kommt sie angelaufen, die Hose noch gar nicht richtig oben: »Dann ham die auch Internet. Kuck nach Dildos. Kuck nach Dildos.« Und tatsächlich. Und Zina ist glücklich. Und sie staunt, als sie erkennt, dass das sogar Glasdildos sind. Sie bestellt sich auch gleich die Spezialeffekt-Dildos mit prickelnden Füllungen, wie Stacheldraht und Stacheldraht mit Herz: Den Rohr/Eichel 230x32 mm (€ 104,00), den Welle/Eichel 230x32 mm (€ 114,00), den Ringe/Rund 230x32 mm (€ 104,00), Kugel/Konus 230x32 mm (€ 114,00), Banane 200x24 (€ 104,00), Ring/Eichel-Stick 250x24 mm (€ 114,00), Kugel-Stick 250x24 mm (€ 114,00), Ringe/KugelStick 250x24 mm (€ 109,00), den Analdehner 200x32 (€ 84,00), in den sie sich gleich verliebt. Aber sie bestellt auch: 149


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Den Rohr/Eichel 300x40 mm (€ 119,00), den Welle/Eichel 300x40 mm (€ 154,00) und Ringe/Rund 300x40 mm (€ 144,00). Und als sie sieht, dass es die zum gleichen Preis auch noch als Glow in the dark-Modelle gibt für zum 2Stunden-Leuchten-unter-der-Bettdecke, bestellt sie die auch gleich alle, und zwar in allen Farben, die es gibt, nämlich: Blau, rosa, rot, grün, orange, klar, schwarz, perlmut, gold und gelb-grün. Zwei Jahre später, zwölf süße kleine Europs springen und krabbeln um unsere Beine, denn Zina hat Zwölflinge bekommen. Seit dem passen ihr die Dildos nicht mehr, die sie sich alle bestellt hat. Aber da die in Europa auch Spezialanfertigungen der Glasdildos auf Wunsch machen, machte das nicht viel. Aber damit sie ihre Spielzeuge nicht vergisst, nachdem sie sie bei eBay versteigert hat, heißen unsere Kinder: Champ, Johnny, Mistress, Bogart, Bond, Woody, Randy, Bullseye, Boss, Brando, Butch und Buzz. Und ich trainiere die schon jetzt, dass die, wenn sie groß sind, die Fußballwelteuropameisterschaft gewinnen. Na und weil das Zwölflinge und nicht 11 sind, spielt eben einer Tennis.

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Schaschliks zwischen Schmalzstullen Manchmal stehe ich auf und denke: »Mensch. Ich gehe jetzt los und kauf mir die Suhrkamp-Ausgabe der Gesammelten Werke des Philosophen Walter Benjamin. Das ist ein cooler Typ und das sieht toll aus im Buchregal, weil intellektuell, und es sieht auch immer klug aus, gleich nach dem Frühstück eines der Paperback aufzuschlagen, sich einen möglichst kurzen, aber unverständlichen Satz zu merken und diesen dann irgendwem am Tag zu sagen. Am besten einer blonden Frau, bei der der Brechreiz total kaputt ist. Die stehen auf kluge Sätze. Und ohne Brechreiz können die einen Schwanz so richtig tief schlucken, dass der ihr in der Speiseröhre drinsteckt wie in einer echten feuchten Votze und das kleine rosa Zäpfchen im Mund beim Rausziehen so psychedelisch auf der Eichel kitzelt. Und wenn du in ihrem Mund kommst, ist das, als schössen 27 Milliarden winzige Haribo Goldbähren aus jeder Gehirnzelle heraus durch deine angeschwollenen Eingeweide und erst nach diesem Anlauf durch den Schwanz. Und sie würde sagen: »Am liebsten mag ich die gelben.« Aber dann kaufe ich mir statt irgendwelcher Philosophen doch wieder ein Comicbuch von Superman. Das gibt dann wenigstens Brünette mit Brechreiz. Auch geil. Das hübsche deutsche Wort Möse kommt übrigens vom plattdeutschen Wort Möös. Und ›Superman‹ – dieser englische Name stammt eigentlich aus dem Jahr 1903 von George Bernhard Shaw, dem 151


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Schriftsteller und so, und ist eine Entlehnung von Nietzsches Begriff ›Übermensch‹. Na ja, eigentlich hat Lois Lane (geborene Hessin) Superman seinen Namen gegeben, nachdem er sie das erste Mal gerettet hat. Aus dem experimentellen Shuttle Constitution. Aber ob die Nietzsche überhaupt kannte? Oder Mr Shaw? Übrigens Nietzsche: Hat als Kind erst bei einem protestantischen Pfarrer gelebt und ist nach dessen Tod nur von Frauen großgezogen worden. Dann kam die Philosophie und so, da musste er ja durchknallen, irgendwann – und wurde sogar zum weltweit ersten Pferdeflüsterer. Super Man. Aber so bekloppt, wie der auch war – er wäre mit mir mitgekommen zum Beispiel nach Jerusalem in die verfickte Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg, was da Juden und Moslems genauso heilig ist, und würde mit mir an die Wände sprayen: Love u akbar.17 Allah u Grützwurst. Ja! Und in der alten Bibliothek des Vatikan ein Feuer legen, das ganz Rom in Asche legt. Aber dann kommt mir der Gedanke, dass Nietzsche bestimmt gar nicht tot ist – weil der ja, wenn Übermensch und Superman eins sind und Superman sich in der Arktis versteckt hatte (wenigstens als Christopher Reeve), der da wahrscheinlich auch ist. Ich mache mich also auf den Weg. Natürlich, das möchte ich dazu sagen, nicht dass Gerüch(t)e aufkommen, nachdem ich mir eine neue Unterhose angezogen habe. Und in meinem Heißluftballon, der ein bisschen aussieht wie der Mini Cooper, nehme ich mit: 1. Arabella Kiesbauer, damit ich auch genug Koks für die lange Reise habe; 2. meine MeckiBüchersammlung: Mecki im Schlaraffenland (1952), Mecki 152


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bei den 7 Zwergen (1953), Mecki bei den Eskimos (1954), Mecki bei den Chinesen (1955), Mecki bei den Indianern (1956), Mecki bei den Negerlein (1957), Mecki im Orient bei Aladin (1958), Mecki und die 40 Räuber (1960), Mecki bei Harun al Raschid (1961), Mecki und Sindbad (1962), Mecki und Zwerg Nase (1963), Mecki und Frau Holle (1964) und Mecki auf dem Mond (1959). Die nehm ich alle mit, weil der Igel Mecki, der immer um die Welt reist mit seinen Freunden Charly Pinguin, Kater Murr und Goldhamsterchen, ist eigentlich ursprünglich der Igel vom Grimms-Märchen ›Der Hase und der Igel‹, wo der sagt: »Ick bün all hier.« Und darum dient der mir als Pate dieser langen Reise. Und Pate ist nicht schlecht, denn das heißt auf Englisch Godfather (ein heiliger Film) und ein ›Godfather‹ ist ja auch sowas wie Übermensch und Superman und Friedrich Nietzsche (geboren zu Röcken bei Lützen). Es ist manchmal schon ein bisschen strange, wie alles miteinander verknüpft ist. Ich möchte wissen, wie viele Knopf-Klicks es braucht, um von www.usmilitary.com zu belorussischen Kinderhändlern zu kommen. Auf der Seite gibt’s auch so Buttons, über die man zu Anmeldeformularen für die Army kommt, und auf denen sowas steht wie: »Want to see your name in headlines?« Hat die Folterschlampe Lynndie England wahrscheinlich auch angeklickt, bevor Rumsfeld sie nach Abu Ghoreib geschickt hat. Da hat se! Not to mention acquiring leadership skills that will last a lifetime. Als Drittes kommt in den Heißluftballon natürlich die »Smart Ass. Popo Pumpe. Jederzeit mit drei superrealistischen Liebes-Öffnungen«, die ist von der 1919 in Ostpreußen 153


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geborenen Beate Uhse. Und dann 4. Jürgen Domian – zum Trösten, falls ich unterwegs Heimweh bekomme. Und dann geht’s los und ich fange an, fröhlich und bekokst zu singen: Wer die Welt und jeden Kontinent und die sieben weiten Meere kennt, ist ein Mann mit tausend Träumen, den man Percy Stuart nennt. Und dann singen alle, Arabella, Domian und ich: Percy Stuart, das ist unser Mann, ein Mann, ein Mann, ein Mann, der alles kann! Und schon sind wir da. Arabella ist erfroren, während sie wegen ihrem billigen Pariser Koks Nasenbluten bekam und sich außenbords gebeugt hat. Und Domian hat sich wegen Schuldgefühlen ihrerseits vom Ballon gestürzt. Da hilft dann auch Stuckrad-Barre nicht mehr. Oder Udo Lindenberg. Egal. Ich sehe schon Friedrich Nietzsche. Er sieht mich aber nicht. Er steht auf einer treibenden Eisscholle mitten im Weiß der Arktis und singt ziemlich laut, während er eine hübsche Weißbärendame bumst, was von Richard Wagners Lohengrin, so in ruhiger Verklärung vor sich hinblickend: »Da drang aus meinem Stöhnen / ein Laut so klagevoll, / der zu gewalt’gem Tönen / weit in die Lüfte schwoll.« 154


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Ja, so hab ich ihn mir vorgestellt. Nur irgendwie nicht im Supermankostüm, das er trägt. Das rote Cape flattert im Wind. Aber war ja eigentlich klar. Gut, außer dass das große S auf seiner Brust fehlt – da ist nämlich ein großes Ü, und er in den blauen Strumpfhosen nicht wie Mr Universum aussieht. Da entdeckt er mich, haut dem Bären auf den Pelz, dass er davonspringt und ruft: »Nun hat mich also doch jemand gefunden.« Ich sag: »Ich brauche deine Hilfe, Nietzsche.« Er: »Aaah! Du kennst meinen wirklichen Namen?« Ich: »Klar. Ich bin ja auch NEMO!« Er: »Und warum bist du nicht im U-Boot hergekommen?« Ich (etwas ratlos): »Das steckt fest – im Finnischen Meerbusen.« Er: »Oh. Klar.« und: »Ja wobei soll ich denn helfen?« Ich (stelle mich auf einen Eis-Absatz, hebe die Arme zum Himmel): »Ich will Jerusalem niederbrennen; die Götzenbilder umstoßen und auf ihre Trümmer kacken. Ich will die Islamisten an Bäumen festbinden und ihnen alle Folgen der Schwarzwaldklinik vorspielen. Ich will … Ich will die Götter dieser Welt, die Allahs und Dreifaltigkeiten vom Thron stoßen und sie zwingen sich nackig übereinander zu legen wie irakische Kriegsgefangene und Fotos davon machen mit meiner neuen Digicam von Masturbishi und die Fotos dann heimlich auf die UN-Homepage uploaden. Ich werde sie zwingen, den Rest ihres himmlischen Daseins, Rattan-Möbel zu basteln und Weihnachts-Schwibbögen auszusegen … In einem Big-Brother-Container!« 155


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Ü-Man: »Dies ist mein Morgen, mein Tag hebt an: Herauf nun, herauf, du großer Mittag!« Also sprach Ü-Man und verließ seine Eishöhle, glühend und stark, wie eine Morgensonne, die aus dunklen Bergen kommt. Ich: Was is denn jetzt kaputt? Er: Ach hast du das auch gehört? Das passiert mir hier öfter. Ich glaube das liegt vielleicht am Klimawandel. Oder Gaia spricht mit uns. Ja. Wer Ohren hat, der höre. Ich: Spinnst du? Red mal nicht so viel Scheiße. Und was ist eigentlich der große Mittag? Ü-Man: Du kennst den großen Mittag nicht? Ich: Ne. Ü-Man: Und das ist der große Mittag, da der Mensch auf der Mitte seiner Bahn steht zwischen Tier und Übermensch und seinen Weg zum Abende als seine höchste Hoffnung feiert: Denn es ist der Weg zu einem neuen Morgen. Ich: Ach ne … Weißt du was? Ich habs mir anders überlegt. Lass uns lieber Barney entführen. Ü-Man: Who the f*** is Barney. Ich: Das ist der Hund von The President of the United States of America George Walker Bush. Der, der gefilmt wurde mit der Barney-Cam, so bei allem, was der so gemacht hat am Tag – außer beim First-Lady-Pimpern, und was die dann auf die Homepage des Weißen Hauses gestellt haben. Ü-Man: Und was machen wir dann mit dem? Ich: Na Lösegeld verlangen. Ü-Man: Ach nein. Ich habe eine viel bessere Idee – wir zwingen George Bush Zäpfchen aus der Apotheke zu klauen, um auf Serbokroatisch Gedichte darauf zu schreiben, um die 156


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Zäpfchen an die Zweigspitzen von importierten Bäumen aus der UdSSR zu stecken. Die verkauft er dann für uns als Kunst für 23 Deutsche Mark oder für 30 Tausend Millionen 6½ Minuten-Eier, alle anders gefärbt, dass sie aneinandergelegt am Kamm vom Himalaja, wie ein wunderhübscher Regenbogen aussehen würden. Und das müssten Hühnereier aus Bodenhaltung sein, weil Heidi Klum ihre Neger auch so hält, wies Tradition ist bei den Klums. So wie das Plumsklo, das bei den’ nur Klums-Klo heißt. So wie die auch immer nur ›Der Klums-Sack geht rum‹ gespielt haben als Kinder. Ja das Leben war hart im Krieg, und wenn man dazu noch Kind war, traurig, hart, aussichtslos. Da hat man sogar mal gelesen, wenn das Radio ausgefallen ist vor Kälte, aber nur die Bücher, die man noch nicht verheizt hat, und wenns ganz tragisch war, wie bei Klums Nachbarn, die hatten dann zum Schluss nur noch ein einziges Buch. Das hatten sie noch nie gelesen, weil die auch nicht so gut lesen konnten wegen legasthenischer Gene. Und da ham die um den Ofen rum gesessen und immer jede Seite, wenn die vorgelesen war, rausgerissen und ins Feuer rein getan zum Warmsein, wobei die erfroren sind, weil die einfach zu langsam gelesen haben, was dazu führte, dass die Eltern Klum ihre Kinder auf die Schule schickten, dass sie, wenn sie älter wären, nicht erfrören, was die sehr zu schätzen wussten, weshalb die ihre Eltern auch sehr liebten. Und darum schicken die ihre Kinder noch heute auf die Schule, weil das eben Tradition ist, so wie das mit den Eiern und dem Klo. Ich: Wir könnten ihn auch bei eBay versteigern. Ü-Man: Auch gut. 157


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Ich: Oder nein, nein … wir machen eine Reality-Show mit ihm. Ü-Man: Ich verachte dein Verachten. Ich: Was? Ü-Man: Wehe! Es kommt die Zeit, da der Mensch nicht mehr den Pfeil seiner Sehnsucht über den Menschen hinaus wirft, und die Sehne seines Bogens verlernt hat zu schwirren! Ich: Ja mein Bogen schwirrt auch gleich. Und ich mach das jetzt alles einfach – ohne dich zu fragen. Ü-Man: Ja, ja. Gut. Ich: Und was meinst du? Werden wir das schaffen? Ü-Man: JA-WIR-SCHAF-FEN-DAS! Ich: Ich warte dann mal hier und du holst den Hund. Ü-Man: Wieso ich? Ich: WEIL ICH WEDER FLIEGEN KANN, NOCH GEGEN KUGELN IMMUN BIN. Also spricht Ü-Man und fliegt los und denkt darüber nach, während er fliegt ob das Universum so sehr dunkel ist, weil Gott den Finger aus dem Arsch nicht rauskriegt, und die Amöben in ihm ihre Zeit nur nutzen, ihn von Innen aufzufressen, um die Herrschaft zu erlangen über Zeit und Raum und Geist, über Seele, Schicksal, Sinn, oder ob das alles nun so ist, weil zwischen null und null nun einmal alles liegt was möglich ist, also all die Belgier und Polen und Marokkaner und Inder und Klingonen, Nessie, Texas und all das Hai, Highlight, Hi-Fi, High-tech, High-end, High nach oben immer weiter, bis wir uns im 56k-Jahrhundert Götter denken, die immer Sternewichsen spielen und der Letzte, der da trifft, der ist dann der Tag, der angearschte, muss die 158


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Sterne alle essen, und das ist auch der Grund, warum nicht jeder Tag der gleiche ist, es ist immer ein anderer Tag, jeden Tag, aber alle sind glücklich mit dieser Religion, die keinem etwas tut und so soll es auch sein. So drei Tage später kommt er auch wieder mit Barney, dem schwarzen Scottish Terrier, der am 30. September 2000 in New Jersey geboren wurde. Und der grinst. Ich weiß nicht wieso und will es vielleicht auch gar nicht wissen. Toll ist aber, dass Ü-Man mitgedacht hat und die BarneyCam auch geklaut hat. Und Ü-Man fragt mich: »Und wo filmen wir ihn jetzt?« Aber da kommt mir schon eine Idee: »Wir könnten eine Bombe in ihm verstecken und ihn dann nach Jerusalem schicken und filmen, wie der sich in der Al-Aksa-Moschee in die Luft sprengt.« Da sagt er: »Diese Lehre aber gebe ich dir: Wo man nicht lieben kann, da soll man vorübergehn!« »Na ja.«, sag ich, »Wir können auch einen Pornofilm mit ihm drehen.« Und er sagt: »Okay.« und macht auch, was ich ihm sage, zieht sich aus, legt sich hin und da kommt Barney auch schon zu ihm und leckt an Ü-Mans Penis rum. Aber als Barney sich dann auf ihn raufsetzt mit dem Arsch und ihn so richtig durchfickt, da wird mir irgendwie komisch und ich frage Barney: »Sag mal, macht das Spaß?« Und Barney sagt: »Klar.« Und ich sage zu Ü-Man: »DU HAST LAURA BUSH IN EINEM BARNEY-KOSTÜM MITGENOMMEN!« Und er sagt: »SCHREI MICH NICHT AN. Ich bin auch nicht perfekt. Und log ich je, so log ich aus Liebe.« Ich: »Was? Du bist verknallt in Laura Bush?« Er: »Nichts ist wahr, alles ist erlaubt.« 159


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Ich: »Das ist ja schon irgendwie süß. Aber George W. Bush wird sie vielleicht wiederhaben wollen.« Laura (beruhigend): »Er hat doch noch Barney.« Er: »Nur wer Mannes genug ist, wird im Weibe das Weib erlösen.« Ich: »Na toll. Dann fahr ich jetzt wieder nach Hause.« Beide (irritiert): »Wieso das? Mach doch mit.« Ich (hatte damit ja gerechnet, aber lass mir das nicht anmerken): »Wirklich?« Beide: »Na klar.« Also sprechen Ü-Man und ich und fisten die Fist Lady in den großen Mittag. Er sie in den sonnigen Orient, ich sie in den feuchten Okzident. Ladys Fist. Und im verdienten Mittagsschlaf hör ich ihn noch reden: »Schweigen ist schlimmer; alle verschwiegenen Wahrheiten werden giftig. Und mag doch alles zerbrechen, was an unseren Wahrheiten zerbrechen kann!« Und da weiß ich, er hat recht und hatte es schon immer: Der Mensch ist Etwas, das überwunden werden muss. Also natürlich nicht solche Menschen, die zum Beispiel vor der UN-Hauptfiliale in New York dafür demonstrieren, dass das U aus den Sprachen dieser Welt gestrichen wird, weil das drinsteckt in den Worten Fußpilz und Pups. Oder Menschen, die Jesus von Nazareth posthum beim Kriegsverbrechertribunal verklagen, weil machtgeile Sektenführer wie er und der bekiffte Prophet Mohammed, die die Menschen nur in Gute und Böse denken können, einfach scheiße, nur beknackte binäre Muster sind, die man löschen kann. format brain:_Enter! 160


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Na ja, nach diesem postorgasmischen Erkenntnisschub denke ich nur noch: Ich will Konsum, ich geh einkaufen, ich kauf mir jetzt alles, was ich will: Kinderschokolade, den tschechischen Playboy, eine zweidimensionale South-ParkNutte, mintgrüne BMWs, Becks alkoholfrei, alles was ich will, ich kauf mir einen allerechtesten Schamanen, der mir eine original Usher-Darmspülung macht und dann meinem haarigen Arschloch lehrt polyphon zu klingeln. Nur so, während ich darauf warte, dass irgendein Gott uns endlich ausfurzt, während die Scheiße immer mehr wird, weil das Leben im Alpha-Quadranten irgendwie so wie ein HardcorePorno ist, in dem alles unigender ist, also eingeschlechtlich; jedenfalls scheint es so, bis man kurz vor LE FIN an sich runterkuckt und denkt: MON DIEU – Und bis dahin hat nichts irgendeine Bedeutung, kein Wort, kein Satz. Und alles, also wirklich Alles ist plötzlich irgendwie so, wie es in diesem Gedicht von Gerd Eggers heißt, das man, wenn man in der DDR zur Schule gekommen ist, als erstes in der Fibel drinstehn hatte. Und die Dinge werden auf einmal so einfach und klar und das hat überhaupt nichts mit der Sowjetunion zu tun oder mit dem Unterschied zwischen dem Spectacular und dem Amazing Spider-Man oder warum Flick-Flack-Uhren hässlich sind, weil es das erste Mal real ist: Frieden ist schön, Ich kann auf der Wiese liegen, Und furchtlos zum Himmel hoch sehn. Denn erst wenn man das begriffen hat, wird man es verstehen – wie die Sehnsucht nach der Banalität sich 161


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schließlich auflöst in der gewaltigen demokratischen Schönheit der Neutronenbombe, die jeden Rahmen einfach sprengt. Ohne Unterschied. Jeden Rahmen, in dem die Bedeutungen hausen. Also sowas wie ein Kaugummipapier von Wrigley, Programmzeitschriften und natürlich dieser Internetserver, auf den ich ein Video meiner Mutti zum Download kopiert habe, wie sie es sich selbst macht – mit zwei noch dampfenden Currywürsten von um die Ecke, bis die ganz zerdrückt und matschig sind und sie nur noch ganz blöde die Currywurstmatsche in ihre Votze reinstopft. Und plötzlich wird man verstehen, während dieses einen Wimpernschlages des atomaren Sprengkopfes, dass nie etwas wichtiger war … als dass man es überhaupt gesehen hat –

The Ende 162


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DOWNLOAD Schulabgänger Das ist mir scheißegal. 3 Scheinehe 4 Scheidungsklage 5 Teppichhändler 6 Scheiße 7 Schwul 8 Ke-bap-zur-Ex-plo-sion-brin-gen 9 Kultureller Google-Filter (Englisch-Japanisch-Englisch): War on Terror : 恐怖の戦争 : War 10 AMBITIONS: I want to be the new Marilyn Monroe and find my own Clark Gable. TURN-ONS: Men who wear braces, cowboys! I also get off on scary movies. TURNOFFS: Two-timing men, obsessive bodybuilders, disloyal friends, slobs. HOBBIES: Roller-blading, couch potato-ing! FAVORITE AUTHORS: The people who write my favorite soaps. FAVORITE MUSICIANS: Garth Brooks! (If only he were single.) FAVORITE TV SHOWS: The Simpsons, The Young and the Restless, The Cosby Show, Friday the 13th. FAVORITE CENTURY, AND WHY: 19th Century, when women wore hoop skirts and men were men. (Google-Übersetzung: EHRGEIZ: Ich möchte das neue Marilyn Monroe sein und meinen eigenen Clarkgiebel finden. DrehenSie sich: Männer, die Klammern tragen, Cowboys! Ich erhalte auch weg auf furchtsamen Filmen. AUSSCHALTUNGEN: Two-timing Männer, obsessive bodybuilders, disloyal Freunde, slobs. LIEBHABEREIEN: Rolle-Roller-blading, Couchkartoffel-ing! LIEBLINGSCAutoren: Die Leute, die meine Lieblingsseifen schreiben. LIEBLINGSCMusiker: Bäche Garth! (wenn nur er. einzeln war), LIEBLINGSFERNSEHAPPARATCErscheinen: Das Simpsons, das junge und das rastlose, das Erscheinen Cosby, Freitag das 13. LIEBLINGSCJahrhundert UND WARUM: 19. Jahrhundert, als Frauen trugen, waren Bandröcke und Männer Männer.) 11 Friedhof 12 Ehebruch 13 Ins Elend stürzen 14 Schlafmütze 15 Dickdarm 16 Quasselphilipp 17 Die Liebe ist allmächtig. (Von: Allah u akbar) 1 2

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