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Fremde Länder Fremde Schriften ‫ירבע‬ ‫בתכ‬

hebräische

Schrift

Marta Fromme WS09/10 HS Mannheim


Herausgeber: Marta Fromme Verรถffentlichung: Januar 2010 Hochschule Mannheim DTP / Prof. V. Gรถtz Druck: Hs Mannheim Quellen: www.wikipedia.org www.hagalil.com www.milon.li


Inhalt

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Hebr채ische Schrift

Hintergrundwissen Herkunft und Geschichte L채nder und Verwenungszwecke

4 6

Die Schrift Alphabet Merkmale Regeln Schriftenvergleich

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Musterseite

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Herkunft und Geschichte

‫היסטוריה‬ Geschichte


Hintergrundwissen

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Geschichte

Das hebräische Alphabet ist das Alphabet des antiken und modernen Hebrä­ isch sowie des biblischen und talmudischen Aramäisch. Daneben wurden und werden teilweise auch andere hauptsächlich von Juden gesprochene Sprachen oder Sprachformen damit geschrieben, zum Beispiel Jiddisch und Ladino. Die Formen der Buchstaben basieren auf stilisierten Bildsymbolen, aus welchen sich auch die Anfangslaute des entsprechenden Zeichens ergaben. Uhrsprünglich wur­­­de die hebräische Sprache einmal mit der althebräischen Schrift (von der phö­nizischen Schrift abgeleitet) geschrieben. Auf drei Pfeilspitzen aus dem 12ten Jhd. vor Chr. hat man die ältesten Belege für diese Schrift gefunden. Im 2ten Jhd. wurde die althebräische Schriftform, mit welcher auch das Alte Test­­a­­­ment geschrieben wurde von Rabbinern für heilige Schriften als unbrauch­ bar erklärt. Stattdessen wurde eine Buchschrift, die sogenannte Quadratschrift (Buchstaben nähern sich alle dem Quadrat, der eckigen Form an), die bis heute gültig ist, entwickelt. Die hebräische Sprache zählt zu den semitischen Sprachen, ist also Zweig der afro­­­­asiatischen Sprachfamilie. Das moderne Hebräisch nennt sich Ivrit. Ivrit ist seit 1948 die Amtssprache des Staates Israel. Sie ist die Sprache, die durch bewusst ge­plante Weiterentwicklung des Mittelhebräischen und durch Sprachausbau, von einer kaum noch gesprochenen und als Muttersprache praktisch zweiein­ halbtausend Jahre ausgestor­benen Sprache zu einer universal gebrauchten, moder­ nen Standardsprache ge­­­­­­macht wurde.

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Einsatzländer und Einsatzgebiete ‫ארץ‬ Land


Hintergrundwissen

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Länder und Leute

Die klassische Sprache des Judentums ist das Hebräisch und alle wichtigen religi­ ösen Werke sind größtenteils in dieser Sprache abgefaßt. Während den Jahren, in denen man Hebräisch schon als fast ausgestorben bezeich­­­­­ nen konnte, kann man trotzdem nicht von einer »toten« Sprache reden. Denn Hebräisch war immer die Sprache der Tora und des Gottesdienstes, und die mei­s­­ten männlichen Juden verstanden sie und konnten hebräische Bücher lesen. Der Historiker Cecil Roth brachte diese Situation auf eine kurze Formulierung: »Vor Ben-Jehuda konnten die Juden Hebräisch sprechen, nach ihm taten sie es.« Ben-Jehuda war Journalist und Autor des ersten hebräischen Wörterbuchs. Er hat als treibende Kraft mitgeholfen, dass das Hebräisch als gesprochene Sprache wieder aufgenommen und verbreitet wurde.

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‫‪Alphabet‬‬

‫אלף‪-‬בית‬ ‫‪Aleph-beth‬‬

‫אבגדהו‬ ‫ז ח ט י ךכ ל‬ ‫םמ ןנ ס ע ףפ‬ ‫ץצ ק ר ש ת‬


Die Schrift

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Das Alphabet

Aleph Beth Gimel Daleth He Vav Sajin Chet Tet Jod Kaph Lamed Mem Nun Samech Ajin Pe Tzade Koph Resch Sin,Schin Taw


‫אב‬ ‫גד‬ Beth

Aleph

Dalet

Gimel


Die Schrift

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Merkmale

Aleph ist der erste Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 1. Es besitzt keinen Eigen­laut, sondern steht nur für einen im Deutschen zwar vor­­­­­handenen, aber nicht geschriebenen Knacklaut (Glottisschlag). Es ist ein Buchstabe, der anzeigt, dass ein Vokal gesprochen werden muss und kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn ein Vokal am Anfang eines Wortes steht oder doppelt in einem Wort vorkommt. Der Name des Buchstabens leitet sich aus der aus der stilisierten Form eines Stierkopfes mit zwei Hörnern (hebräisch Alef: »Rind«) ab. Beth ist der zweite Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 2. Der Name des Buchstaben lässt sich von der stilisierten Form eines Hausgrund­ risses (hebräisch beth: »Haus«) herleiten. Beth wird mit einem Dagesch (Punkt in der Mitte des Buchstabens: ‫ )בּ‬am Silbenanfang, nach Konsonanten und an Wortanfängen wie das deutsche »B« ausgesprochen. In allen anderen Fällen er­­hält er die Aussprache des deutschen »V«. Gimel ist der dritte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 3. Gimel wird in normaler Schreibweise wie das deutsche »G« gesprochen. Wird der Buchstabe jedoch in Verbindung mit einem Psik (Apostroph auf der linken Seite) geschrieben, spricht man es wie »Dsch« aus (für Fremdwörter, wie das englische»G« von George). Der Name lässt sich aus der stilisierten Form eines Kamelhöckers (hebräisch Gamel:»Kamel«) herleiten. Daleth ist der vierte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 4. Es erhält den Aussprachelaut »D«. In Verbindung mit einem Psik kommt es je­ doch vor allem bei Fremdwörtern aus dem Englischen als »Dsch« zum Beispiel bei Chaterflug, zum Einsatz.

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‫הו‬ ‫זח‬ Vav

He

Chet

Sajin


Die Schrift

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Merkmale

He/Hej ist der fünfte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 5. Die Aussprache dieses Konsonanten ist dem deutschen »H« ähnlich. Die Form des Buchstaben ist vermutlich auf die stilisierte Form eines vor Schmerz oder Freude aufschreienden Menschen mit erhobenen Armen zurückzuführen. Das Hej kann die Rolle eines bestimmten Artikels übernehmen. In diesem Fall wird der Buchstabe direkt vor das betroffene Wort geschrieben und mit diesem verbunden. Ein Hej am Wortende zeigt außerdem an, dass es sich um eine weib­ liche Endung handelt. Vav ist der sechste Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 6. Der Buchstabe Vav wird wie das deutsche »W« bzw. »V« ausgesprochen. Wird außerdem als Hilfsvokal eingesetzt um (mit Punkt obendrüber) den Vokal »o« und (mit Punkt in der Mitte) den Vokal »u« zu verlängern. Des Weite­ ren kann es auch die Funktion des Artikels »und« übernehmen. In diesem Fall wird es direkt mit dem nachfolgenden Wort verbunden. Sajin ist der siebte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 7. Dieser Buchstabe wird wie ein stimmhaftes »s« ausgesprochen. Ähnlich wie die summende Aussprache des deutschen Wort »Rose«. In Verbindung mit einem Psik wird es zu einem stimmhaften »Sch«, wie im französischen Wort jour. Die Form des Sajin wurde von der stilisierten Schwertform abgeleitet. Chet ist der achte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 8. Dieser Buchstabe ist mit dem Laut eines tiefen »H« und »Ch« vergleichbar.

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‫טי‬ ‫ך‬ ‫כל‬ Tet

Jod

Kaph

Lamed

Kaph2


Die Schrift

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Merkmale

Tet ist der neunte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 9. Tet ist eine Art Explosivlaut, fast vergleichbar mit dem deutschen »T«. Jod ist der zehnte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 10. Dieser Buchstabe ist ein Vokalanzeiger für den Laut »J«. Kaph ist der elfte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 20. Es wird ähnlich wie das deutsche »X« ausgesprochen. In Verbindung mit einem Dagesh, wird es zu einem »K«(‫)ךּ‬. (Kaph2) Steht dieser Buchstabe am Ende eines Wortes ändert sich die Schreibweise. Dieses Zeichen steht auch für den Zahlenwert 500. Lamed ist der zwölfte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 30. Der Buchstabe wird wie der deutsche Buchstabe »L« ausgesprochen.

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‫םמ‬ ‫ן‬ ‫נס‬ Mem2

Mem

Nun

Samech

Nun2


Die Schrift

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Merkmale

Mem ist der dreizehnte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 40. Die Aussprache gleicht der Aussprache des deutschen »M«. (Mem2) Steht der Buchstabe am Ende eines Wortes ändert sich die Schreibweise. Diese neue Zei­ chen besitzt den Zahlenwert 600. Nun ist der vierzehnte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 50. Der Name des Buchstabens hat im Hebräischen zugleich noch die Bedeutung »Fisch«. Der Buchstabe erhält außerdem die Aussprache »N«. (Nun2) Steht er am En­­de eines Wortes verändert sich die Schreibweise und er erhält den Zahlen­ wert 700. Samech ist der fünfzehnte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 60. Die Aussprache gleicht einem stimmlosen »S«, wie im deutschen Wort »Fass«.

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‫ף‬ ‫ע‬ ‫פ‬ ‫ץ‬ ‫צ‬ Ajin

Pe

Pe2

Tzade

Tzade2


Die Schrift

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Merkmale

Ajin ist der sechzehnte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 70. Die Aussprache dieses Buchstabens ist schwer erklärbar. Es ist ein tief in der Kehle gesprochener Laut. Pe ist der siebzehnte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 80. Pe erhält den Aussprachelaut »F«. In Verbindung mit einem Dagesch hingegen den des »P«(‫)צּ‬. (Pe2) Es wird als Finalbuchstabe anders geschrieben und erhält den Zahlenwert 800. Tzade ist der achzehnte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 90. Tzade ähnelt dem deutschen »Z«. (Tzade2) Als letzter Buchstabe eines Wor­ tes erhält er durch andere Schreibweise den Zahlenwert 900.

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‫קר‬ ‫שת‬ Resch

Koph

Sin

Taw


‫ק‬

Die Schrift

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Merkmale

Koph ist der neunzehnte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 100. Dieser Buchstabe wird wie der deutsche »K-« Laut ausgesprochen. Resch ist der zwanzigste Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 200. Resch wird wie der deutsche Buchstabe »R« ausgesprochen. Sin ist der einundzwanzigste Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlen­ wert 300. Sin kann entweder die Aussprache eines stimmlosen »Sch« oder eines ebenfalls stimmlosen »Ss« übernehmen. Taw ist der zweiundzwanzigste und somit letzte Buchstabe des Aleph-Beths und besitzt den Zahlenwert 400. DAieses letzte Zeichen ähnelt der Aussprache des deutschen Buchstaben »T«.

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Regeln ‫בּ‬ ‫הּ‬ ‫וּ‬ ‫אַ‬ ‫אָ‬ ‫אּ‬ ‫ֵא‬ ‫ְא‬ ‫ֶאי‬

Dagesch:Punkt wird ins Innere des KonsonantenZeichens gesetzt Mappiq: ist ein Punkt in einem He am Wortende und bedeutet, dass dieses He nicht Ersatz für einen Vokal, sondern normaler Konsonant ist.

Schuruq: ist ein Waw mit einem Punkt darin und be­­zeichnet den Vokal u in offener Silbe

Patach: ist ein Aleph mit einem waagerechten Strich untendrunter. Bezeichnung für den kurzen Vokal a.

Qamäz gadol: ist ein Patach und ein Tropfen unter einem Buchstaben. Bezeichnung für den langgezoge­ nen Vokal a.

Chiriq: ist ein Aleph mit einem Punkt drin. Die Be­ zeichnung für ein langes oder kurzes i.

Sere: sind zwei waagerecht angeordnete Punkte. Sie geben die Bezeichnung den Vokal e zu sprechen.

Schwa: zwei senkrecht untereinander angeordnete Punkte. Es bezeichnet Vokallosigkeit in geschlossenen Silben oder an der Silbengrenze. Oder ist ein kurzer Silbenvorschlag in offenen Silben, gesprochen als flüchtiger e-Laut. Seggol Magnum: ist ein stummes Jod nach einem Seggol (drei im Dreieck angeordnete Punkte). Es bezeichnet das lange ä.


Die Schrift

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Regeln

Die hebräische Schrift wird von rechts nach links geschrieben und besteht aus 22 Konsonanten. Außerdem werden seit dem 6.Jhd. n. Chr. durch Punktion (Ni­ kud) auch Vokale bezeichnet. Diese Punkte oder Striche stehen meist unter dem Kon­­­­sonanten, der in der Aussprache dem zu bezeichnenden Vokal vorhergeht. Kommt ein Vokal jedoch doppelt in einem Wort vor, oder soll am Wortanfang stehen, werden »Platzhalter« nötig, die nur die Funktion haben, anzuzeigen, wann ein Vokal kommt. Diese Vokalisation wird heutzutage manchmal in Heiligen Schriften, die zum Studium gedacht sind, häufig in Gebetsbüchern oder auch mal in Kinderbüchern angewandt. Im Alltag, in Tageszeitungen zum Beispiel findet sie jedoch keinerlei Verwendung. Im Fall vom Schreiben des Jiddischen in hebräischer Schrift ist sie keine Kon­ sonantenschrift mehr. Für jeden Vokal gibt es einen eigenständiges BuchstabenZeichen. Außerdem wird zwischen Groß- und Kleinbuchstaben im Hebräischen nicht unterschieden.

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‫‪Schriften‬‬‫‪vergleich‬‬ ‫א‬

‫ב‬

‫ג‬

‫ד‬

‫ה‬ ‫ט‬

‫ו‬ ‫י‬

‫ז‬

‫ח‬

‫כ‬

‫ל‬

‫מ‬

‫נ‬

‫ס‬

‫ע‬

‫פ‬

‫צ‬

‫ק‬

‫ר‬

‫ש‬

‫ת‬


Schrift

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Schreibschrift

Die moderne hebräische Schreibschrift (in weißen Kästchen) geht auf aschkenasi­ sche Schreibschriften zurück, die unter anderem in Deutschland und Polen in Gebrauch waren. Diese Schrift wird sowohl für Jüdisch, als auch für Hebräisch verwendet und setzt sich genau wie die Quadratschrift aus 22 Konsonanten und 5 Sonderzeichen für am Ende stehende Buchstaben zusammen. Unterschied ist, dass keinerlei Punktation verwendet wird um Vokale anzukündigen und, dass die Geradlinigkeit der Druckschrift verlohren geht.

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Musterseite


Layout

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Musterseite

Format: Höhe: 220 mm Breite: 160 mm Satzspiegel/Rechts: X: 224 mm B: 96 mm Y: 158 mm H: 114 mm

Ränder: Rechts/Außen: 16 mm Rechts/Innen: 16 mm Oben: 5 mm Unten: 5,5 mm

Links/Außen: 5 mm Links/Innen: 16 mm

Bild/Links: X: 74,5 mm B: 139 mm Y: 109 mm H: 209,5 mm

Paginierung: X: 309 mm B: 10 mm Y: 87 mm H: 10 mm

Fließtext: Garamond Premier Pro, Regular, 9pt

Hebräisches Buchstaben/groß: David, Regular, 400 pt

Überschrift/Rechts/Beschriftung/Links: Garamond Premier Pro, Semibold, 12pt

Hebräisch/kleiner: David, Regular, 300 pt

Paginierung: Garamond Premier Pro, Regular, 12 pt

Hebräisch/Vokabeln: David, Regular, 50 pt

Wortauszeichnung: Garamond Premier Pro, Italic, 9 pt Überschrift/Links: Garamon Premier Pro, Regular, 60 pt


Ein kleiner aber feiner Über­blick über die hebräische Sprache und vor allem deren Schriftzeichen. Die hebräische Schrift setzt sich aus zweiundzwanzig Konsonanten zusammen. Vokale werden manch­ mal jedoch noch durch bestimmte Punktierung der Konsonanten dar­ gstellt. Einige Beispiele zu Punktie­ rungsregeln und Aussprache der einzelnen Buchstaben werden hier drin aufgelistet.

hebräische Schrift  

beschreibung der Schriftzeichen

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