Issuu on Google+

Panel Freitag 07.10.11 13.00 - 15.00 A 111

Stadt und Verdinglichung

Chair: Markus Dressel (dreihundertsechziggrad e.V. / HU Berlin)

Dieses Panel wird organisiert von 360° - das studentische Journal für Politik und Gesellschaft. Referierende: Judith Langer und Johannes Siegmund Stadt und Verdinglichung - zwei Themen, die nicht auf den ersten Blick zusammen passen. Oder vielleicht doch? Städte sind nicht nur funktionale Systeme, in denen so unterschiedliche menschliche Praktiken wie Produktion und Konsumtion, Politik und Kunst, Bewegung und Wohnen organisiert werden - sie sind vor allem auch symbolische Strukturen. In ihnen repräsentieren sich Macht und Ohnmacht, sie zeigen Grenzen auf und weisen Plätze zu. Wer also von „Stadt“ redet, redet immer schon von sozialen Verhältnissen. In unserem Panel wollen wir diesem Zusammenhang nachspüren. Inwiefern haben sich urbane Strukturen in der historischen Rückschau gewandelt? Welche Bewusstseinsformationen sind in ihnen verkörpert, welche werden durch sie erst evoziert? Und natürlich: Kann man im Kontext von Stadt und Stadtentwicklung sinnvoll von „Verdinglichung“ sprechen? Neben dem historisch-komparativen Blick auf die Genese zeitgenössischer Städte wird daher die Analyse des Verdinglichungsbegriffs zentral sein. Dabei soll auch versucht werden, diesen oft vage verwendeten sozialtheoretischen Grundbegriff ein wenig zu entwirren und ihn auf seine sozialwissenschaftliche Brauchbarkeit hin zu befragen. Judith Langer (Hafen City Universität Hamburg) beginnt zur Zeit ihren Master im Studiengang Urban Design. Ihr BA-Studium der Sozialwissenschaften und Interkulturellen Beziehungen hat sie mit einer Arbeit über das Verhältnis von Stadt und Körper abgeschlossen. Ihre Interessenschwerpunkte liegen in der Erforschung der Wirkung städtischen Raums. Johannes Siegmund (Universität Witten/Herdecke) studiert Philosophie und Kulturreflexion im BA-Studiengang. Seine Interessenschwerpunkte liegen in der politischen Philosophie, der Ästhetik und der Kulturphilosophie.

Panel Freitag 07.10.11 16.00 - 18.00 A 111

Leben, Lieben, Sterben

Chair: Sabine Kunze und Georg Fischer

Wer im Fernsehen stirbt ist schöner tot. Repräsentierte Tote in deutschen und amerikanischen TV-Serien. Ein filmsoziologischer Kulturvergleich. Patrick Schubert

16

Der gesellschaftliche Umgang mit dem Tod in der modernen Kultur hat sich grundlegend geändert. Dies zeigt sich unter anderem an den immer häufiger auftretenden Darstellungen von Toten in neuen TV-Serien des 21. Jahrhunderts. Obwohl soziologische Theorien der Moderne auf „Privatisierung“ und „Tabuisierung“ des Todes und vor allem auch auf seine Ausweisung in spezialisierte Institutionen verweisen, bahnt sich eine neue Sichtbarkeit des Todes speziell in der audiovisuellen Kultur der Postmoderne an. Doch zeigen die neuen Repräsentationsformen tatsächlich die „Realität des Todes“ oder sehen wir nur durch ästhetische Codes maskierte Verweise auf den Tod? Zentrale Fragestellungen des Projektes sind: Welche Rückschlüsse lassen sich aus den Kodierungen der Totendarstellungen auf die aktuelle gesellschaftliche Bedeutung des Todes ziehen? Welche Entwicklung fand hinsichtlich der Repräsentationen von Toten im 20. und 21. Jahrhundert statt? Wodurch unterscheiden sich amerikanische und deutsche Repräsentationen und welche Rückschlüsse auf national-gesellschaftliche Tabus lassen sich hieraus ziehen?


Stadt und Verdinglichung