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COUNT OUR CULTURE Die Geschichte der salzburger Gegenkultur

Teil 3: Gegenlicht (1980 – 89) 1980 gründeten Salzburger Publizistik-StudentInnen den „Verein zur Errichtung und Förderung von audiovisuellen Projekten GEGENLICHT“ und bezogen im Jahr darauf Räumlichkeiten in der Griesgasse 19. Während sie ihrem Auftrag entsprechend multimedial agierten, entwickelte sich das nebenbei geführte Vereinslokal, von außenstehenden KünstlerInnen und AktivistInnen übernommen, zu einem der ersten größeren Jugendkulturtreffs und alternativen Veranstalter der Stadt Salzburg.

Für die Recherche unterhielt sich Peter.W. erneut mit Markus Grüner, dem Kulturverantwortlichen der ARGEkultur, wie auch dem Künstler und Zeitzeugen Markus Brandt. Desweiteren nahm er Kontakt mit Dr. Gerald Gröchenig, einem ehemaligen Mitglied des Vereins und heutigem Kulturamtsleiter der Stadt Villach auf.

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Ausgehend von einem Seminar Heinz Fabris‘, das 1979 am Institut für Publizistik stattgefunden hatte, formierte sich eine Gruppe junger StudentInnen, die an einem Konzept zur sinnvollen Nutzung des damals innovativen Mediums „Ton-Dia-Schau“ arbeitete. Die Idee war es auf diese Weise eine lokale Wochenschau zu initiieren, die sich den medial leider oft zu kurz kommenden, kritischeren Themen und der Förderung einer Gegenöffentlichkeit widmen sollte. Trotz einiger technischer Widerstände konnte das Projekt ab November 1979 mithilfe des Salzburger Filmkulturzentrum realisiert werden. Bis zur endgültigen Gründung des Vereins Gegenlicht mussten die Projekte großteils aus eigener Tasche bezahlt und in privaten Räumlichkeiten umgesetzt werden, da die Mittel der Publizistik damals nicht ausreichend waren. Ende 1980 erhielt der frisch gegründete Verein Gegenlicht seine ersten Subventionen, im Jahr darauf die Zusage für Räume in der Griesgasse 19, die sie prekaristisch und damit – bis auf die Betriebskosten – mietfrei nutzen konnten. Die weiteren Wochenschauen, die in Zusammenarbeit mit diversen Intere ssengruppen der damaligen Zeit und unter Verwendung mehrerer Diaprojektoren entstanden, waren seither vornehmlich im Das Kino vor den eigentlichen Vorstellungen zu sehen. Die neuen Räume erlaubten es neben Büros, einem Tonstudio und einem Seminarraum, ein Vereinslokal zu führen. Allerdings wurde dieses während der anfallenden Renovierungsarbeiten still und leise von den zur Hand gehenden Künstlern und Aktivisten übernommen, was aber auf wenig Gegenwehr seitens des Vereins stieß, der sich ohnehin mehr um seine Medienarbeit kümmern wollte, als hinter dem Tresen zu stehen.

MFK - Magazin für Kultur Ausgabe 03/2011 - Lügen  
MFK - Magazin für Kultur Ausgabe 03/2011 - Lügen  

MFK – Magazin für alternative Freizeitkultur & Kunst widmet sich im DIN-A5-Querformat der lokalen Salzburger Jugendkultur – will aber auch ü...

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