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m matahari für kalamari

Ausgabe 03/2011

fk

lügen

Kleines Format, großes Thema. Dieses Mal: LÜGEN. Außerdem allerhand zum Anschauen, Ausprobieren und Weitersagen. Freie Kultur für Zwischendurch und immer wieder. Laut und in Farbe.


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Lüg‘ mich an. Bitte. 28

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Thema dieser hier in euren Händen liegenden Ausgabe ist: Lüge. Schlaue Geister haben dies bereits anhand des außergewöhnlichen Naturlandschaftcovers wahrscheinlich vermutet. [Lüge Nr. 1: der Klimawandel ist ja gar nicht so schlimm]


Auch die dritte diesjährige Ausgabe ist gefüllt mit allerlei Geschichten über das Leben und die verschiedenen Lebensweisen. Über Bewegungen, Entwicklungen, Begeisterungen und Erkenntnisse. Lügen sind in unserer Gesellschaft so allgegenwärtig wie der tägliche Gang aufs Häusle, daher konnte auch die MFK-Redaktion an diesem offensichtlichen Tatbestand, das dies wahrlich viele Menschen beschäftigt, nicht vorbei, ohne es zum Mono-Thema einer Ausgabe zu machen. [Lüge Nr. 2: alle Menschen lügen] Und schon wird’s konkreter. Im Leitartikel versucht Ruth Mayr dem Kerngedanken der Lüge auf die Schliche zu kommen. Warum wir manchmal lügen und es doch hin und wieder besser ist, die Wahrheit zu sagen und wann es nicht darum geht, zwischen gut und böse zu unterscheiden sondern die Lüge in der Wahrheit als weder richtig noch falsch zu interpretieren; eine graue Betrachtung des Lebens in der auch Farbe seinen Platz findet. Rocko Schamoni, im Portrait, philosophiert über Selbstbestimmung, Moral, Punkrock, Funktion von Feindbildern und welche Bestimmungen für ihn gegeben sein müssten, um bei den Salzburger Festspielen aufzutreten. Der Auszug der Reisereportage von Florian Peter vermittelt ein Bild der beiden Länder Israel und Palästina, das sich von den üblichen Berichterstattungen abhebt und einen Einblick in das Leben der Bevölkerungsgruppen schafft. Peter. W. beschreibt im dritten Teil der Serie COUNT OUR CULTURE die Entwicklung und die Auswirkungen des Vereins „Gegenlicht“

(Errichtung und Förderung von audiovisuellen Projekten) für die Kulturszene Salzburgs. Im Lügenkabinett von Fernsehhausen greift sich der/die Lesende danach entweder auf die Nase, oder runzelt die Stirn. Die erschreckende Zusammenfassung der Doku: der Pakt mit dem Panda – was uns der WWF verschweigt, zeigt wie eng die Tierschutzorganisation mit der Industrie in ökologischen Fragen verbandelt ist. Wobei dabei die Frage auftaucht, ob Unabhängigkeit denn überhaupt noch möglich sein kann in unserer Welt. Und natürlich gibt’s auch wieder Fotostrecken, Schulterratten und eine Rätselecke, in die ich selbst nun meine Nase stecke. :) [Lüge Nr. 3: ich werde jetzt lesen und nicht rätseln] Bussii, eure Redaktion

PS: was ist denn eigentlich eine Lüge? PPS: Die Redaktion befindet sich nach wie vor auf der Suche nach einem wahrlich spektakulären Bild der Stadt Salzburg. Eines Bildes, das in Form einer Postkarte in der nächsten Ausgabe erscheinen soll und endlich den Touris und allen anderen Postkartenliebhabern Möglichkeiten abseits des Festungs/Mirabell/Mozart/-statue-kugelgeige-haus-po/-… motiv anbietet. As usual – alles an die Redaktion. mfk@gmx.at E-Mail Adresse mit dem Betreff: Postkarte. Danke.

Editorial | 1


lügen “… a crime for which I am totally innocent, you know.” (1)

„Schmähtandeln” hat es mein GroSSvater genannt, und um uns Knirpse dessen zu überführen, drückte er auf unsere Nasenspitze, denn wenn jemand schwindelt, dann wird die angeblich ganz weich. Etwa ab dem vierten Lebensjahr verstehen Kinder, dass nicht alles, was man sagt, auch tatsächlich genauso sein muss. Ab diesem Zeitpunkt probieren sie, wie es ist, diesen Unterschied auszureizen.


The truth is out there … Die Wahrheit ist sicherlich irgendwo da draußen. Die Lügen sind es allerdings auch. Sie sind allgegenwärtig. Dass wir sie meist übersehen, hängt damit zusammen, dass wir es gerne bequem haben in unserer Welt. Wir wissen, dass vieles von dem, was über die verschiedensten Kanäle auf uns einströmt, nicht stimmt. Nicht stimmen kann. Mit einer Milchschnitte tun wir was für unseren Calciumhaushalt. Die teure Creme wird unsere Cellulite-Neigung in drei Tagen unsichtbar machen. Das Cola in der Blechdose ist quasi bio. Wir lassen uns so viel Unsinn erzählen. Und keine/r steht auf und sagt: Es reicht. Und denen, die es doch tun, wird die Glaubwürdigkeit abgesprochen. Um mit Lügen durchzukommen, braucht es entweder sehr gute davon oder sehr viel Macht. IWF-Chef gegen Zimmermädchen.

Lügen. Plural? Imperativ? Lügen ist erlaubt und auch nützlich – soweit man [damit] einem anderen Menschen bewusst keinen Schaden zufügt, sagt der Lügenforscher und Begründer der „Mentiologie“ Peter Stiegnitz sinngemäß. Das Wort „Moral“ steht eingeringelt in meinem Notizbuch, aber gleichzeitig habe ich es in Gedanken schon zweimal durchgestrichen. Das achte (?) Gebot – ja, eh. Du sollst nicht und du darfst nicht, und gut und böse sind schwarz und weiß und klar voneinander zu trennen. Entscheide dich, auf welcher Seite du stehen willst. Hier hilft keine Grenzziehung, kein Abstecken eines Begriffes oder einer Wertvorstellung. Vielleicht gibt es irgendwo einen kleinen unzerstörbaren Kern der Wahrheit, aber drumherum: Wackelpud-

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ding. Es zerrinnt zwischen den Fingern, passt seine Form dem Auge der betrachtenden Person an. Es geht nicht darum, dieses wabernde Etwas festzunageln. Also stelle ich die Frage nach seiner Funktion und lande immer wieder bei einem Begriff: Vertrauen. Wir verlangen nach der Wahrheit und akzeptieren Lüge(n) aus genau denselben Gründen: um uns sicher fühlen zu können.

vergessen es auch noch. Fein dosierte, konstant gehaltene Unwahrheit nährt unsere Apathie. Wir gehen davon aus, dass wir angelogen werden. Die einen wenden sich vollständig ab von der Politik und blenden aus, dass diese sehr wohl etwas mit ihrem Leben zu tun hat. Die anderen wenden sich jenen zu, die die für sie angenehmsten Lügen erzählen.

I love the way you lie

Bedingungslos ehrlich.

Alles für das Gefühl der Sicherheit. Hier wird es aber gefährlich: denn genau damit rechtfertigt sich die Politik, wenn sie den Wählerinnen und Wählern wichtige Informationen vorenthält. Oder schlicht A sagt, wenn eigentlich B zutrifft. Das hat erschreckend geringe Konsequenzen. Nicht nur rechtlich – auch die Empörung derjenigen, die belogen worden sind, obwohl sie sich doch – sollte man meinen – darauf verlassen können sollten, dass man ehrlich zu ihnen ist, bleibt viel zu oft aus. Wir sind an die Lüge gewöhnt. Wir wollen die Wahrheit meist gar nicht hören. Sogar wenn man ehrlich zu uns ist, bewirkt das nichts: Riesengroß steht auf Zigarettenpackungen, welchen Schaden die Glimmstängel anrichten. Aber glauben wollen wir auch das nicht mehr. Oder vielleicht ist es wie in dieser Geschichte, in der jemand so oft fälschlicherweise vor dem Wolf gewarnt hat, dass am Ende, als der tatsächlich kommt um die Schafe zu reißen, keiner mehr glaubt, dass es nun ernst ist. Obwohl heutzutage alles in irgendeiner Form in einem virtuellen Datenfriedhof archiviert bleibt, leidet das kollektive Gedächtnis an akuter Demenz. Wir lassen uns nicht nur belügen, wir

Wenn die Welt da draußen also ein Pfuhl aus Unehrlichkeit und Hinterhalten ist – muss dann ein Plädoyer für die Ehrlichkeit im Privaten folgen? Die Zweierbeziehung als letzter Hort der Wahrheit? Es darf gelacht werden. Dass dieses Konzept an sich auf wackeligen Beinen steht, wussten die Lassie Singers schon vor zwanzig Jahren („Die Pärchenlüge“) (2). Und auch Samba bringen es sehr deutlich auf den Punkt: „Liebe lügt, macht sie das Maul auf.“ (3) Es geht vielleicht auch gar nicht darum: Wem kann ich glauben? Sondern vielmehr: Was will ich mir vormachen (lassen)? Welche Lügen brauche ich, um mein Vertrauen in meiner Welt stabil halten zu können? Und was bin ich bereit, durch Nicht-Erzählen und Darüber-Hinwegsehen so zurecht zu biegen, dass das Vertrauen in meine(r) Beziehung nicht leidet und es trotzdem noch mit meinem eigenen Anspruch an Ehrlichkeit vereinbar ist? Und kann es Lügen geben, die es einfach wert sind? Es gibt so viele Abstufungen der Wahrheit, dass es schwierig ist festzustellen, wo Lüge beginnt. Die Abwesenheit von Lüge bedeutet noch lange nicht Ehrlichkeit. Lügen ist ein Thema wie eine Discokugel: mit vielen Facetten und wenig Schwarz und Weiß.

1 „The Mercy Seat“ – Nick Cave | 2 „Die Lassie Singers helfen dir“, 1991 | 3 „Liebe lügt“ auf dem Album „Zuckerkick“, 1996 4 Oder das, was wir dafür halten. | 5 „Der Dummschwätzer“/“Liar, Liar“


Every battle has its glory… Die Wahrheit (4) zieht mindestens so weitreichende Konsequenzen nach sich wie eine Lüge. Um das zu wissen, muss man kein Jim Carrey-Fan sein (5). Vielleicht stimmt, was Peter Stiegnitz sagt: wir lügen vor allem auch aus Faulheit, weil wir konfliktscheu sind. Die Wahrheit bricht erst hervor, wenn wir es nicht mehr aushalten. Gewissen? Oder weil wir uns so in die Ecke getrieben fühlen, dass unser letzter Bonus in einem freiwilligen Geständnis zu liegen scheint? Hier ähneln sich der zwischenmenschliche Bereich und Justiz. Für Politik, Wirtschaft und Werbung scheinen andere Gesetze zu gelten. Wo es keine Wahrheit mehr gibt, kann es auch keine Lüge geben. Wenn die eine Wahrheit zusammenbricht, wird eben eine neue konstruiert. Glaubwürdig. Authentisch wirkend. So, dass man sie irgendwann selbst glauben kann. And anyway I told the truth. But I’m afraid I told a lie. Auf die Weichheit von Nasenspitzen achtet ja mittlerweile keiner mehr.  Ruth Mayr

Fotos: Rainer Rossgoderer, Anita Scherz, Silvia Glaser, Michael Wacht, Julia Fink

Die Selbstlüge ist im Übrigen die häufigste Lüge. Keinen anderen belügen wir so häufig und vermutlich auch so an den Haaren herbeigezogen wie uns selbst. Vor allem dann, wenn es darum geht, unser Abweichen von der Wahrheit als „Notlüge“ zu entschuldigen.

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COUNT OUR CULTURE Die Geschichte der salzburger Gegenkultur

Teil 3: Gegenlicht (1980 – 89) 1980 gründeten Salzburger Publizistik-StudentInnen den „Verein zur Errichtung und Förderung von audiovisuellen Projekten GEGENLICHT“ und bezogen im Jahr darauf Räumlichkeiten in der Griesgasse 19. Während sie ihrem Auftrag entsprechend multimedial agierten, entwickelte sich das nebenbei geführte Vereinslokal, von außenstehenden KünstlerInnen und AktivistInnen übernommen, zu einem der ersten größeren Jugendkulturtreffs und alternativen Veranstalter der Stadt Salzburg.

Für die Recherche unterhielt sich Peter.W. erneut mit Markus Grüner, dem Kulturverantwortlichen der ARGEkultur, wie auch dem Künstler und Zeitzeugen Markus Brandt. Desweiteren nahm er Kontakt mit Dr. Gerald Gröchenig, einem ehemaligen Mitglied des Vereins und heutigem Kulturamtsleiter der Stadt Villach auf.

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Ausgehend von einem Seminar Heinz Fabris‘, das 1979 am Institut für Publizistik stattgefunden hatte, formierte sich eine Gruppe junger StudentInnen, die an einem Konzept zur sinnvollen Nutzung des damals innovativen Mediums „Ton-Dia-Schau“ arbeitete. Die Idee war es auf diese Weise eine lokale Wochenschau zu initiieren, die sich den medial leider oft zu kurz kommenden, kritischeren Themen und der Förderung einer Gegenöffentlichkeit widmen sollte. Trotz einiger technischer Widerstände konnte das Projekt ab November 1979 mithilfe des Salzburger Filmkulturzentrum realisiert werden. Bis zur endgültigen Gründung des Vereins Gegenlicht mussten die Projekte großteils aus eigener Tasche bezahlt und in privaten Räumlichkeiten umgesetzt werden, da die Mittel der Publizistik damals nicht ausreichend waren. Ende 1980 erhielt der frisch gegründete Verein Gegenlicht seine ersten Subventionen, im Jahr darauf die Zusage für Räume in der Griesgasse 19, die sie prekaristisch und damit – bis auf die Betriebskosten – mietfrei nutzen konnten. Die weiteren Wochenschauen, die in Zusammenarbeit mit diversen Intere ssengruppen der damaligen Zeit und unter Verwendung mehrerer Diaprojektoren entstanden, waren seither vornehmlich im Das Kino vor den eigentlichen Vorstellungen zu sehen. Die neuen Räume erlaubten es neben Büros, einem Tonstudio und einem Seminarraum, ein Vereinslokal zu führen. Allerdings wurde dieses während der anfallenden Renovierungsarbeiten still und leise von den zur Hand gehenden Künstlern und Aktivisten übernommen, was aber auf wenig Gegenwehr seitens des Vereins stieß, der sich ohnehin mehr um seine Medienarbeit kümmern wollte, als hinter dem Tresen zu stehen.


Das „Lokal“ Gegenlicht wurde schnell zu einem beliebten Treffpunkt und Veranstaltungsort, wobei desöfteren auch andere Räumlichkeiten wie das Jazzit oder der Petersbrunnhof akquiriert wurden. Auch waren Kontakte zur Linzer Stadtwerkstatt gepflegt worden – welche damals noch ein vergleichbares, besetztes Gebäude war – und man schanzte sich gegenseitig Auftritte zu, sowohl von lokalen Bands, als durchaus auch namhaften Acts. Hinzu kam, dass das Gegenlicht zu einer wichtige Anlaufstelle für die Bewegung um die ARGE Rainberg wurde (siehe auch Teil 2), vor allem auch weil einige der teilnehmenden Interessengruppen mit den „Medienmachern“ interagierten. Politisch motivierte Aktionen wurden ebenso gefördert, wie die bunten Demos zur Festspielzeit oder es wurden Busse zur Aubesetzung in Hainburg aufgestellt. Nicht lange und der Lokalcrew gelang es 7 Tage in der Woche Programm auf die Beine zu stellen, mit dem eine Menge Geld in ihre Kassen floss. Von diesem Geld, mit dem sie u.a. wieder ihre Veranstaltun-

gen finanzierten, sah der Verein selbst nichts, und da die Subventionen zur damaligen Zeit rarer wurden, wurde die Überlegung angestellt von den Lokalbetreibern Miete zu verlangen. Diese weigerten sich und es kam zum Streit, der damit endete, dass der Verein eines Tages die Schlösser auswechseln ließ und den Lokalbetrieb wieder an sich riss. Einige Zeit später wurde auch dem Verein die freie Nutzung der Räume wieder entzogen. Dennoch blieb einiges von den beiden Aspekten des Gegenlichts über: Viele der heutigen Kulturstätten fanden darin einen Initialfunken und profitierten von den Grenzen, die man seinerzeit ausgelotet hatte. Vereine wie der Dachverband der Salzburger Kulturstätten, Aktion Film oder Studio West resultierten daraus. Und nicht zuletzt war es ein großes Vorbild für heutige Jugendkulturzentren wie das MARK. freizeit.kultur oder das Denkmal.  Peter.W.  Quelle: Markus Grüner, Markus Brandt & Dr. Gerald Gröchenig.

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Wahrheiten hinter Mauern Auszug aus einem Reisebericht zwischen Israel und Pal채stina

Kindergarten in Bethlehem. Dahinter die Grenzmauer zwischen Israel und der Westbank.


Sehen, wie es ist, meine eigene Wahrheit zusammenzubasteln. Informationen verwerfen oder bestätigen und Gehörtes sowie Diskutiertes selbst erleben. Ein oft durchgekautes Thema neu aufrollen, das war der größte Reiz an dieser politisch motivierten Reise 2011. Von Haifa nach Hebron, von Jerusalem bis nach Ramallah – in zwei Monaten habe ich weite Teile des Landes gesehen und traf auf viele Menschen mit vielen Wahrheiten.

Barrieren durchbrechen Dass auf hoher politischer Ebene nichts weiter geht, bestätigen mir gleich anfangs die vielen Toten in Gaza nach Luftangriffen der israelischen Armee. Ich vertraue aber ohnehin mehr auf politische Bewegungen von „unten“, und so mache ich mich auf die Suche nach Menschen und Gruppen, deren Kampfgeist und Sinn für eine gerechtere Zukunft noch nicht ausgebrannt sind. Ich treffe auf überraschend viele Projekte und Menschen, alle am Weg, die Barrieren – vor allem zwischen arabischer und „westlicher“ Kultur – in Form von Gesetzen, Mauern und Hirngespinsten, die derzeit vor allem von israelischen Regierenden und den meisten Medien aufrecht erhalten werden, zu durchbrechen. Barrieren, die auch deshalb bestehen bleiben, weil all zu oft von nur zwei Seiten, die sich bekriegen, die Rede ist, was die angsterhaltenden, mauerbauenden und sonst wie profitierenden Kräfte der Separationsgesellschaft stärkt. Die Menschen hier kommen aus allen Winkeln der Welt und bringen ihre Geschichten mit. Ich treffe auf rotrote GewerkschafterInnen, RussInnen, Israelis und AraberInnen, die gemeinsam für ge-

rechtere Arbeitsverhältnisse in Israel und Palästina kämpfen, und auf schwarzrote PunkrockerInnen, die Konzerte für die Gaza-Flotillia (1) organisieren. Ich besuche Gemeinschaftsgärten in Haifa, israelische Schulen für Arabische Musik oder das von Israelis ins Leben gerufene Freedom Theatre im Flüchtlingscamp von Jenin. Treffe die Fans von Hapoel Tel Aviv sowie Araber und Israelis, die zusammen einen erfolgreichen Basketballverein auf die Beine stellten. Ich treffe auf Anarchists against the Wall, junge Israelis, die mittels direkter Aktionen mit der lokalen Bevölkerung gegen die israelische Besatzung in der Westbank agieren und begleite Touren von ehemaligen israelischen SoldatInnen, die an Kriegsschauplätzen rund um Hebron einen kritischen Rückblick auf ihre Einsätze werfen. In Jerusalem begegne ich ehemaligen jüdischen Black Panthers, die in den 70ern den größten klassenkämpferischen Aufstand innerhalb Israels herbeiführten – konfrontiert mit dem israelischen Apartheidsystem (ich verwende den Begriff, ohne die Situation mit der in Südafrika gleichzusetzen) sind all diese Menschen im Widerstand. Sie versuchen, den Balanceakt eines Alltags des Miteinanders zu schaffen, ohne in die Akzeptanz der herrschenden Umstände zu verfallen.

Militante Siedler/Innen vs. Schafhirten Auf meiner Suche nach weiteren Widerstandsprojekten finde ich das AIC (Alternative Information Center) Jerusalem und treffe dort auf Freiwillige und AktivistInnen aus Deutschland, Argentinien, Israel und sonst woher. Sie sind unterwegs, um Nachrichten über Palästina in ein realeres Bild zu rücken als es die meisten der israelischen Medien tun, begleiten Widerstandsaktionen auf beiden Seiten

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Fotos (3): Florian Peter Schutz für eine jüdische Touristengruppe im palästinensischen Hebron.

des Grenzwalls, fahren zu den Freitagsdemos, die sich gegen die nun schon über vierzig Jahre andauernde israelische Besatzung der Westbank richten und werfen die gesammelten Infos ins weltweite Netz. Diesmal brauchen sie Internationale, die sie in die South Hebron Hills begleiten, es geht um einen Zwischenfall mit militanten SiedlerInnen. Ein palästinensischer Bauer sei von einem Siedler mit einem Messer in die Brust gestochen worden und das dort stationierte Militär ließ den Tatbestand – wie so oft – unter den Tisch fallen. Mit einem Solidaritätsmarsch soll auf den Fall aufmerksam gemacht werden und gezeigt werden, dass die AktivistInnen Übergriffe von Militär oder SiedlerInnen registrieren und öffentlich kritisieren.

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Von Jerusalem geht’s in drei Kleinbussen los in Richtung Hebron im Süden der Westbank. Wir, eine zum Großteil amerikanische und israelische Gruppe, passieren den ersten Checkpoint (2) bei Bethlehem problemlos. Nach einer Stunde Fahrt gibt uns das Späher-Auto die Info, dass ein flying Checkpoint, der nur für ein paar Stunden oder Tage aufrecht erhalten wird, die Straße blockiert. Eifrig wird überlegt, wie wir den SoldatInnen ausweichen könnten, die wohl kaum Spaß daran hätten, einer vierzigköpfigen AktivistInnengruppe freies Tun zu gewähren. In der Kurve vor den abgestellten Soldaten verlassen wir die Fahrzeuge, umrunden im Gänsemarsch den Checkpoint, stapfen durch Olivenhaine und begrüßen die verwirrten palästinensischen Bauern – den Gesichtern nach ein seltenes Schauspiel. Inzwischen passieren die leeren Busse problemlos den Checkpoint. Als wir ein paar hundert Meter nach dem Checkpoint wieder auf die Straße zurückkehren, nehmen wir wieder Fahrt auf, ziehen vorbei an Schafherden und Wachtürmen, die verloren in der Steppe herumstehen. Am Ziel angekommen, ist es noch eine Stunde Fußmarsch zu dem Hirtendorf auf einem der vielen kahlen Hügel hier in den South Hebron Hills.

Militärisches Sperrgebiet Die Sonne brennt herunter, dank einer frischen Brise wird es aber erträglich. Als die Brise würziger wird, wissen wir, dass wir angekommen sind. In dem kleinen Dorf aus Steinhäusern, Zelten und Schafställen werden wir gebeten, Platz zu nehmen, auf Steinen oder Matratzen, denn hier wird einfach gelebt. Während uns der Bruder des angestochenen Hirten von den Siedlerübergriffen der letz-


ten Zeit und von der Angst seiner Kinder vor ihrem gefährlichen Schulweg erzählt, bringen uns Frauen heißen Minztee in Plastikbechern. Er wirkt nicht wie ein Propagandaminister von Fatah oder Hamas und ich nehme ihm seine Geschichte ab. Sein Bruder liegt in Hebron im Spital. Er ist in einem kritischen Zustand und der Angreifer ist frei, jeder hier weiß, wer und woher er ist, aber die SoldatInnen unternehmen nichts. Wir machen uns auf den Weg Richtung Siedlung, nur ein paar Hügel weiter gelegen und gut vom Militär bewacht. Wir teilen uns in zwei Gruppen. Die eine, die weitergeht, wenn die Soldaten das Gebiet zur militärischen Sperrzone erklären, und die andere, die stehenbleibt, um nicht festgenommen zu werden und weiterhin in die Westbank einreisen zu dürfen. Ich habe keine Lust auf ein ausgemachtes Hausverbot und entscheide mich für die gemütlichere Variante. Als wir in die Nähe des Settlements kommen, treten uns schwer bewaffnete Soldaten entgegen und erklären die Zone spontan zum militärischen Sperrgebiet, was einer Auflösung der Demonstration gleichkommt. AktivistInnen reden auf Hebräisch auf die jungen Soldaten ein. Das israelische Militär arbeite absolut demokratiefeindlich und täte alles zum Schutz der rassistischen SiedlerInnen. Ein Teil der Gruppe wird verhaftet – blöderweise darunter auch einer der Nichtverhaftet-werden-Gruppe, derjenige, der den Weg zurück gewusst hätte.

1 Schiffe, die sich aus allen Teilen der Welt auf den Weg zum Gaza-Streifen machen, um medienwirksam gegen dessen menschenrechtswidrige Isolation durch Israel zu protestieren 2 Kontrollpunkte des israelischen Militärs

Verhaftung einer israelischen Aktivistin durch das israelische Militär bei einer Solidaritätsaktion für einen palästinensischen Bauern.

Da stehst du nun in der Steppe, das Militär will, dass du dich davon schleichst, und du kennst den Weg nicht. Als dann auch noch ein paar übermotivierte SiedlerInnen, jung und alt mit Stock, Stein und Kampfhunden, auf einer Hügelkuppe auftauchen, entschließen wir uns, auf unseren Orientierungssinn zu vertrauen. Um sechzehn Leute geschrumpft kehren wir zum Hirtendorf zurück. Der Hirte, auch nicht verhaftet, bedankt sich bei uns für die Solidarität und fährt uns am Traktoranhänger zur Hauptstraße. Dort setzen wir uns in unsere Busse, machen die Klimaanlage an und fahren zurück ins westliche Jerusalem. Florian Peter

Zwei Buchempfehlungen: Sebastian Kalicha: Barrieren durchbrechen – Israel/ Palästina: Gewaltfreiheit, Kriegsdienstverweigerung, Anarchismus, Verlag Graswurzelrevolution Eric Hazan: Reise nach Palästina, Nautilus Flugschrift Nähere Infos zur Reise: flopeter@gmx.at

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What lies at the root of our protest


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riday, May 27th, Plaça Catalunya, Barcelona. There’s a tangible sense of expectation, energy and, above all, anger. Over fifteen thousand people are spilling out of the square and on to the streets around, banging pots and pans, blowing whistles and chanting. There are students and pensioners, children and parents, seasoned activists and first-timers. We, the indignad@s (‘the angry ones’), who together make up hundreds of thousands of people all over Spain, are part of a new wave of protest that has taken inspiration from movements across the Middle East and the Mediterranean, and had been gradually gathering strength among the increasingly frustrated Spanish until it dramatically erupted onto the public agenda in the wake of a mass national demonstration on May 15th, 2011. It brings together a diverse mix of backgrounds and stories, which, despite our differences, are united by a common thread: a deep disenchantment with a political system that is undemocratic and does not represent us, and a rejection of the lies that sustain it.

Their crisis, our cuts Spain, like it’s Mediterranean neighbours, has been hit hard by the economic crisis. Here, working conditions and access to housing were already profoundly precarious and discriminatory; the new problems brought by the effects of the crisis have made for a situation that has become unsustainable. The government has so far responded by making huge, damaging cuts to public services, creating massive job losses and putting millions in danger of poverty and exclusion. In our neighbourhood, for example, the local hospital is at risk: workers and the local community are fighting to keep the casualty department

open 24 hours, so that people can receive emergency care at night. It is the only hospital emergency service in the district. And it’s the same pattern in neighbourhoods across Spain. The government intends to reduce services and restrict access to care: if I moved to Spain now, as an immigrant I would be excluded from free public health care for at least my first six months of residency. The story is, of course, that there is now not enough money to go round, and that huge reductions to public services are essential; but this is simply not true. There are other ways to ‘pay’ for this crisis, which don’t involve taking more from those who have least. Recuperating the 80,000 million euros which are lost to tax fraud would be one, and not handing any more money over to the banks would be another. A couple of years ago we were told that the government would bail out the banks in order to avoid making reforms to public services. Why, then, are the cuts still going ahead? And so on and so forth with their stories. Until one day, a couple of months ago, it seemed that it all came to a head. After a demonstration against the government’s anti-crisis plan, a group in Madrid decided to camp out in the central Plaza del Sol. By the end of the following week, squares all over Spain had become ‘occupied’ with people camping, demonstrating and calling for change. And little by little the movement began to organise itself, until the camps became highly sophisticated mini-communities with any number of commissions and facilities. In Barcelona, the Plaça Catalunya was home to everything from a communal kitchen to an urban allotment, and to commissions dealing with issues as diverse as the logistics of health and conflict mediation at the camp, to ideological debates on immigration, lesbian and gay rights, education, pension reform…

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and dozens and dozens more. The list of demands, born from all of these debates, and incorporating all areas of public life, is long and growing. We call for everything from the introduction of a 30-hour working week and retirement at 60, to the creation of a public bank under community control, the immediate closure of nuclear power stations or the return of all Spanish troops from foreign territory.

Get up, stand up During the movement’s first month, giant assemblies were called every night, in which discussions were held and votes were taken. An atmosphere of empowerment and possibility was born, and the spectacle of so many people coming together to take control of their future was incredible. “They thought we were sleeping”, reads the

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declaration, “they were wrong: we are fighting –peacefully but with determination– for the life we all deserve”(1). After so many lies and broken promises, there is the sense that another world really is possible and that, we, the people, really are capable of organising ourselves and deciding for ourselves. An indignad@ in the Plaza del Sol wondered: “How come we, a small group of young people, are able to feed the entire camp as well as running a crèche for the little ones, a medical centre and even a library? And all for free. Local governments, with all the money they get, are incapable of doing it”(2). In those first weeks of assemblies, we saw that together, we have the power to achieve anything we set our minds on. But it’s not just the assemblies that have become forums for debate. Suddenly, issues of protest and civil disobedience became topics


Fotos (6): Claudia Etchepare

for discussion everywhere: in hairdressers, grocers, libraries and bars, not to mention newspapers, radio and television. Hopefully this burst of enthusiasm, interest and involvement is just the beginning, because the real work starts now. After a month of using the cities’ main squares as focal points, we have started to build the next phase of the movement by extending the protests to the neighbourhoods and districts, in order to deal with local issues and meet specific needs. This way we can also prepare the groundwork for when Spain comes back from summer holidays and finds that the so-called primavera caliente (hot Spring) just got even hotter. Luckily we are not alone. The movement here has always been supported by, and con-

nected to, protests across Europe and the world, and we know that seeing our experience as part of a much bigger picture is key to what happens now. It remains to be seen how far we can go, but the movement to date is a victory in itself. A seed has been sown and a door opened, and once you’ve glimpsed a fairer, more people-centred world, it’s hard for anyone to convince you it’s not possible.  Laura Cantle

1 acampadabcn.wordpress. com/documents/declaracion-de-principios/ 2 En Lucha newspaper, Issue No.4, June 2011, p.6

Originally from England, Laura Cantle has lived and worked in Catalonia, Spain since 2006. She currently works for a Barcelona-based NGO, and has participated in campaigns on diverse issues. She is an activist with the anti-capitalist group En Lucha, a swimmer, hiker, juggler and, of course, an indignada.

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TIME (F)LIES Stell dir vor, es gibt eine Wahrheit, und niemand glaubt sie

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ch konnte jahrelang im Krieg überleben, und jetzt scheint es so, als ob ich gar nichts könnte. Die Zeit lügt. Ich bin über dreißig Jahre alt und werde behandelt wie ein Kind. Irgendwas stimmt hier nicht. Wir schreiben das Jahr 2011. Auch das stimmt nicht, es ist doch 1432. Ich kenne die Wahrheit. Ich habe sie gesehen. Wieso glaubt mir hier keiner? Ich kenne die falsche Wahrheit. Die, die mir hier nichts nützt. Wenn ich sage, dass ich mit einem Gewehr umgehen kann, werde ich für einen Kriminellen gehalten. Ich kenne die Wahrheit in vier verschiedenen Sprachen, aber auf Deutsch muss ich sie erst lernen. Sie reisten illegal in das Bundesgebiet ein.

Foto: kitekun / photocase.com

Sie haben am … … …. beim Bundesasylamt einen Antrag auf internationalen Schutz im Sinne des § . Abs. . . .. AsylG eingebracht, wobei Sie angaben, den Namen … … zu führen, aus … zu stammen und am … … … geboren zu sein. Ja genau. Mein Name, bestehend aus dem, den mir meine Eltern gaben, dem meines Vaters und dem meines Großvaters. Was davon der Vorname und was der Nachname ist? Wie der Vorname meines Großvaters mein Nachname sein kann? Das geht, ja. Die Dinge benennen als das, was sie sind. Ich bin der Sohn meines Vaters und der ist der Sohn seines Vaters, oder ist das bei euch anders? Mein Land. MEIN Land? Klingt so, als ob es meine Schuld wäre. Ja genau, das, von dem man bei euch immer in den Nachrichten hört. Wo man sich denkt, hört denn das nie auf, und dann weiter isst. Wann ich geboren bin? Gute Frage, selbst kann ich


Ihrem Antrag auf internationalen Schutz vom … … … wird gemäß § . Asylgesetz …, BGBl I Nr. …/… (AsylG) idgF, s t a t t g e g e b e n und Ihnen der Status des Asylberechtigten z u e r k a n n t. Gemäß § . Absatz . AsylG wird festgestellt, dass Ihnen kraft Gesetzes die Flüchtlingseigenschaft zukommt. ----------------------------------------------------------------------------------Ihr Antrag auf internationalen Schutz vom … … … wird bezüglich der Zuerkennung des Status des Asylberechtigten gemäß §. Absatz . iVm § . Absatz . Ziffer … AsylG …, BGBl I Nr. …/… (AsylG) idgF, a b g e w i e s e n.

Foto: ilro / photocase.com

mich daran nicht erinnern. Ein guter Witz? Das ist kein Witz. Ich werde wohl eine Geburtsurkunde haben. Eine was? Guter Witz! Meine jüngeren Geschwister, die wissen, wann sie geboren wurden, weil ich es mir gemerkt habe. Wie wir dann unseren Geburtstag feiern, wenn wir gar nicht wissen, wann wir geboren wurden? Wenn wir gewusst hätten, welches Leben uns erwartet, hätten wir wohl nicht geboren werden wollen. Die Frage nach dem Feiern sollte damit beantwortet sein.

Gemäß § . Absatz . iVm § . Absatz . Ziffer … AsylG wird Ihr Antrag auf internationalen Schutz bezüglich der Zuerkennung des Status des subsidiär Schutzberechtigten in Bezug auf Ihren Herkunftsstaat … a b g e w i e s e n. Sie werden gemäß § .. Absatz . Ziffer . AsylG aus dem österreichischen Bundesgebiet nach … a u s g e w i e s e n. Je nachdem, welcher Wahrheit man glaubt. Frei nach Biografien, die mir durch die Zusammenarbeit mit Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern bekannt sind.  Anja Wanger

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FINDE 17 BEGRIFFE ZUM THEMA Lügen X V X C W S O P W

P I N O C C H I O

S Q Z K N H D S Y

X Ö P Ü C W V E Ä H E R U N W A Ü Q Ä E A U S P B E T R G Y L U P I P P

B R A H Q I U Y I

E R T R E I B U N T U S C H U N G Y U S W I N D E N S R X Y L Ü G E R F Ö K Q V B L Ä P Ü E L E N Z K F E I G W Z W D Ä L W Z V E R S P R E C H L A N G S T R U M

G Q C I Q G V E P

E P H N V H Y N F

H E I M M Y W A Ä Z Ü W U M M E L N D E N Ö O X O R S I C H E I T W Ö Q X K B J Y Z I A X K X T Q Ä W Ä V G

T L L E T S R E V

Lösung in der nächsten Ausgabe MFK 01/2012 auf der letzten Seite

18 | RÄTSEL | SCHULTERRATTEN

Finde die acht Fehler!

SUCHBILD © Sebastian Bauer


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ressefreiheit fordert Verantwortung - politische Handlungen Willen zur Veränderung! Hier in der Provinz erscheinen sie jedoch im Blickwinkel der immanenten Realität mit unterschiedlichem Maße gemessen zu werden. Wie sonst ist es erklärbar, dass ein Printmedium gegen eine Einrichtung für Jugendliche wie das MARK agitiert? Oder der Hauptverantwortliche der Stadtregierung autokratisch, selbstgefällige, vor allem aber wenig nachvollziehbare Ergüsse in den Äther dieser Stadt wirft - unablässig und mit einer Ignoranz, die ihresgleichen sucht. „Die Chefs vom Mark müssen gehen“ – oder der Chef der Stadt? Oder vielleicht der nächste Redakteur? Anmaßend! Hier wird nicht Weltpolitik oder Offenheit gelebt, ja nicht einmal simple Normalität, diese Stadt wird politisch von Kurzsichtigkeit und egozentrischem Monarchentum bestimmt. Gesprächsbereitschaft, Kooperationswille oder Offenheit sind gegenwärtig wenig beachtete Eigenschaften. Da drängt sich wieder einmal die Frage nach der Lust an politischer Mitbestimmung ins Gehirn politikverdrossener Jugendlicher und/oder Kulturschaffender. Überall wird gespart, gekürzt, Sozialsysteme abmontiert und die Kultur nahezu feierlich zu Grabe getragen. Wo bleibt der Mut, wo bleiben die politischen Entscheidungen für etwas Größeres als der bloße restriktive Fokus auf Intoleranz und Bürokratismus? Auch wir haben nicht alle Antworten auf diese oder andere global existentiellen Fragen, aber uns mangelt es nicht an der Bereitschaft der Zusammenarbeit, uns mangelt es nicht an Mut und Entschlossenheit für die Sache zu kämpfen! Vielleicht machen wir dadurch mehr Politik als die Mächtigen, deren phrasenhafter Populismus nur Leere generiert.

Wir sind mutig, was seid ihr?

Foto: Veronika Weis

Cesso – die klolumne | 19

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Faltbild-Gimmick Š Daniel Ostermann


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Liebe NutzerInnen, ihr süSSen MarklerInnen,

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ir haben einen Traum! Dass sich alle Salzburger und Salzburgerinnen eines Tages im MARK vereinigen werden, die Massen zu uns strömen und sich eine Geldquelle zu unseren Toren auftut, die niemals versiegt. Davon träumen wir! Wovon träumt ihr? Von einem freien Raum in der Stadt, zu dem ihr flüchten könnt? In dem ihr euch verwirklichen könnt? Euch ohne Konsumzwang aufhalten und euch ausprobieren könnt?

Ja, liebe Leute, das alles gäbe es im MARK.

Besuch in der Hannakstraße 17. Überzeugt euch selbst von dem was möglich wäre, z.B. jeden Donnerstag ab 19Uhr beim Spieleabend, hört rein in unsere Radiosendung jeden Mittwoch ab 20Uhr auf den Frequenzen der Radiofabrik. Das Jugendkulturzentrum MARK.freizeit.kultur ist eine Institution in Salzburg, die seit über 40 Jahren Kunstschaffenden eine Plattform bietet, abseits von kommerziellen Druck ihre Kreativität in reale Projekte umzuwandeln. Nach langjähriger Standortsuche, die die Vereinsaktivitäten erzwungenermaßen erheblich beschränkten, stehen wir nun kurz vor der Neueröffnung des MARK.freizeit. kultur mit einem umfangreichen Angebot an Platz und Möglichkeiten für künstlerischen Betätigung im Norden Salzburgs, in der Hannakstraße 17.

Problem: Uns fehlt’s hinten und vorn. Lösung: Packt aus ihr Geldsäcke, … ähm eure Geldsäcke und tragt zu uns, was ihr entbehren könnt! Wer nichts hat, sollte anfangen Gold zu waschen (möglich in Österreich! Googelts nur …) und/oder diesen Aufruf in die Welt hinaus tragen! Don’t be afraid Baby, wir helfen alle zusammen und überfluten die ganze Stadt mit einer visuellen Welle an Plakaten und Merchendise, um auf unsere Situation aufmerksam zu machen.

Doch genau hier liegt der Hund begraben: Wurden die Umbaukosten der Räumlichkeiten noch von der öffentlichen Hand getragen, so liegt es jetzt an uns, die Einrichtung sowie Brandmeldeanlage, Feuerschutzvorhänge und was uns sonst noch alles behördlich vorgeschrieben wurde, zu finanzieren. Fakt ist, dass wir das MARK.freizeit.kultur nicht eröffnen können, solange die Auflagen nicht erfüllt wurden, deren Umsetzung wir uns aber u.a. wegen fehlender Einnahmen nicht leisten können. Helft uns, uns selbst zu helfen. Schon der kleinste Beitrag wirkt.

Wir freuen uns auf eure Unterstützung in jedweder Form (Geldund/oder Sachspende, weitersagen, umhören etc.) und auf deinen

Wir verbleiben, indem wir zur Kasse bitten, Euer MARK

Verein Jugend in Beruf und Freizeit | Verwendungszweck: Haste mal ‘n MARK Salzburger Sparkasse BLZ: 20404 | Kontonr.: 01100111088

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Kann man mit 45 Jahren noch Punk sein? Und wenn ja, darf ein Punk am Schauspielhaus Theater machen? Rocko Schamoni kann und darf! Der in Hamburg lebende Autor, Entertainer, Theatermacher und Golden Pudel Club-Betreiber macht, was er will – und das auch noch ziemlich erfolgreich! Sein jüngstes Buch „Tag der geschlossenen Tür“, präsentierte er, gespickt mit bissigen Wahrheiten und souveränen Pointen, in der ARGEkultur seinem treu-ergebenen Fan-Publikum. Backstage verriet er, was Lügen mit Kunst zu tun hat und warum Haider ein österreichischer Glücksfall war.


Du warst früher Punk, mittlerweile hast du keinen Iro mehr, ist in dir noch etwas Punk? Punkrock ist eine Jugendbewegung, und die Jugend hört mit 20 auf, dann überziehen die meisten noch fünf, zehn Jahre, aber eigentlich ist mann dann schon erwachsen. Punkrock ist was für Leute, die das im richtigen Alter als Abgrenzungsmodell brauchen gegen die ältere Generation. Wie sollen sich denn junge Punx abgrenzen, wenn die Eltern auch komplett Punkrock sind? Irgendwann muss man halt die Seiten wechseln, um ein anständiges Feindbild zu liefern. (lacht) Eine anarchistische Grundhaltung, eine widerborstige Haltung und eine politische Einstellung, die nicht konform geht, habe ich mir aber erhalten, dafür brauche ich aber keine Nieten mehr und auch keine Iros, das hab ich jetzt alles quasi als Programm in mir drin. Der Isländer Jón Gnarr, Schulabbrecher und Bassist in einer Punkband, ist seit 2010 Bürgermeister von Reykjavik, reizt dich die Politik? Mein Problem ist, dass ich den Mechanismen und Tätigen der Macht so derart misstraue, dass die einzige Möglichkeit, dazu in Verbindung zu treten, die ist, sie abzulehnen. Denn die Politik hat eigene Mechanismen, die kannst du nicht so einfach umwerfen. Du kannst in unserem System nicht durch die Wände durchgehen ohne diese Mechanismen aufzunehmen, und in dem Moment bist du schon versaut. Was würdest du gerne am System ändern? Die Mitbestimmung, denn die Umstände, unter denen wir leben, sind fremdbestimmt: Die Leute nehmen‘s hin, und laufen durch diese Matschquatschidiotenkommerzmühle so mit durch. Ich finde

das sehr abstoßend und ich wünschte, dass die Bevölkerung gefragt werden würde, wen sie denn gern als Kultursenator haben will, wer das Theater leiten soll, was in dem Viertel, wo alles weggerissen wird, hingebaut wird? Wieso wird St. Pauli abgerissen? Da werden so teure Nobelbunker hingebaut, wo jede Wohnung eine Million kostet, vorher haben da Türken gewohnt, die haben für ihre Wohnung pro Monat 350 Euro gezahlt. Wer bestimmt das? Warum dürfen wir nicht mitreden? All diese Fragen um die Selbstbestimmung interessieren mich. Der Bildungsauftrag wäre: Nehmt die Dinge selbst in die Hand, entscheidet euch für die Welt, in der ihr leben wollt. Gebt diesen Job nicht irgendwelchen Leuten, die das aus Geld- und Lobbyinggründen machen. Was war für dich der entscheidende Moment, politisch zu werden? Punkrock natürlich. Das gehörte damals zum guten Ton, sich die Musik anzuhören, die am meisten zu sagen hatte. Das waren meistens Bands, die marxistische oder linksradikale oder anarchistische oder kommunistische Inhalte vertreten haben. Dann haben wir uns damals natürlich auch viel mit der RAF auseinadergesetzt. Waren verwirrt, ob wir das gut oder schlecht finden sollen. Wie findest du es, dass gegen einzelne RAF-Mitglieder der zweiten Generation das Verfahren wieder aufgerollt wird? Ich finde das aus derer Sicht einmal unmöglich, weil die haben zu großen Teilen ihr ganzes Leben im Knast verbracht. Es ist aber wahnsinnig schwierig bei diesen Moral- und Schuldkonstrukten eine ge-

Portrait: rocko schamoni | 25

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naue Haltung zu kriegen. Ich kann zumindest verstehen, dass die Kinder der Opfer nach Klarheit suchen. Ich bin nicht stumpf genug, um eine Partei zu ergreifen und zu sagen, da bin ich jetzt und die anderen haben nichts zu sagen. Welchen Bezug hast du zu Salzburg? Ich habe ein paar große Tourabende erlebt in der alten Arge. Ich erinnere mich an den letzten großen Abend im großen Haus, da waren so 240 Leute, die Stimmung war so wahnsinnig aggressiv positiv drückend, und das war so ein Moment, den ich nicht vergessen werd‘. Vor allem bin ich im Vorfeld gewarnt worden „Salzburg ist so rechts und so spießig, da geht nichts“. Wenn dann ein Abend so toll ist, dann bleibt das hängen, weil man es nicht erwartet hat. Würdest du auch bei den Salzburger Festspielen auftreten oder ist da für dich eine Grenze erreicht? Mein sehr guter Jugendfreund Daniel Richter hat mehrfach für die Festspiele gearbeitet. Da war ich schon erstaunt, wie weit man gehen kann. Bei mir hat sich die Frage noch nie gestellt, wenn das passieren würde, dann würde ich da nur unter meinen Bedingungen mitmachen. Was wären das für Bedingungen? Dass ich auf der Bühne veranstalten kann, was ich will. Wenn man mir die Möglichkeit gibt, dann kann man ja auch im System mit dem System oder gegen das System arbeiten, das kann auch interessant sein. Ich mach auch am Schauspielhaus Hamburg Theater und es gibt ‘ne ganze Menge an Leuten, die sagen, das würden sie nie im Leben

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machen. Mit zwanzig hätte ich das wahrscheinlich auch gesagt, aber jetzt ist es für mich anders, weil ich die Regeln bestimmen kann. Du schreibst, machst Theater, Musik, was kannst du eigentlich am besten? Am meisten genieße ich die Arbeit mit Gruppen. Mit ‘ner Musikgruppe bringt das schon Spaß, aber eine Theatergruppe ist weitaus mannigfaltiger in ihren Ausdrucksmöglichkeiten. Da hast du mit Musikern, Schauspielern, Bühnenbildern usw. zu tun. Man überlegt „Geht das, können wir das machen, wie könnt ihr das spielen?“, und dann zeigen die Leute, wie sie es mit ihren Ideen viel besser machen können als ich mit meinen, und ich kann mitschwimmen und Fan sein von dem, was wir da gerade machen. Ich denk‘, wenn man Kunst machen will, gibt es nichts Besseres, als in so einen Austausch zu treten und so viel geschenkt zu bekommen. Mit welchen KünstlerInnen würdest du gerne zusammenarbeiten? Wen ich sehr, sehr verehre, das ist Hader. Ich find den den Besten im deutschsprachigen Raum. In „Hader muss weg“ hab‘ ich ihn das erste Mal in Berlin live gesehen und saß da eineinhalb Stunden mit offenem Mund, weil ich es nicht gerafft hab‘, wie das Tempo da abgefahren hat. Was ist für dich der Unterschied zwischen ÖsterreicherInnen und Deutschen? Das ist echt schwer zu sagen, weil ich dafür die Österreicher nicht gut genug kenn‘. In der Kunst kann ich nur sagen, der Rechtsdrall in den letzten Jahren hat Österreich so wahnsinnig gut getan. Durch Haider


Der ist aber auch schon gestorben. Ja, leider. (lacht) Kannst du gut lügen? Ja

Fotos (2): Rocko Schamoni

gibt’s in Österreich einen sehr starken Zusammenhalt von der Gegenseite, also von den Künstlern und Jugendlichen, Linken und was weiß ich was für Leuten. Wenn man einen Feind hat, hat man auch gute Kämpfer auf der eigenen Seite. Also ich hab euch ein bisschen um eueren Feind beneidet!

Lügst du gerne? Jetzt gerade ja. Bedingen sich „Lüge“, „Kreativität“ und „Kunst“? Lüge gehört zur Kunst. Die besten Künstler sind die größten Lügner und die besten Diebe. Lüge, Diebstahl und Angeberei sind die großen drei Hauptkriterien guter Kunst. Und an den dreien orientierst du dich? Ich orientiere mich nicht, ich bediene mich ihrer. Du hast nie Abitur gemacht? Ne. Stört dich das? Nein, ich möchte diese Schande nicht auch noch in mein Leben hineinladen. 

Interview (gekürzt) vom 05.04.2011 : Veronika Weis / Gerd Pardeller

Portrait: rocko schamoni | 27

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Alicia nowak

Alien to society www.alicianowak.com


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Doku-TIPP: Der Pakt mit dem Panda Was uns der WWF verschweigt

„Der WWF ist eine der größten und erfahrensten Naturschutzorganisationen der Welt (…) Weltweit unterstützen ihn rund fünf Millionen Förderer,“ so steht es auf der Startseite der offiziellen Homepage der Organisation, genau dort, wo derzeit auch ein sogenannter „Faktencheck“ an prominenter Stelle positioniert ist. Was die Zahl der FörderInnen betrifft, ist nämlich seit dem 22. Juni 2011 einiges in Bewegung geraten. An diesem Tag strahlte der ARD den Dokumentarfilm „Der Pakt mit dem Panda: Was uns der WWF verschweigt“ des preisgekrönten Filmemachers Wilfried Huismann aus. Was das Fernsehpublikum darin zu sehen bekam, verbreitete sich rasend schnell über fb und andere soziale Netzwerke, so sehr rüttelte das vermittelte Bild des WWF auf, das im krassen Widerspruch zu dem Bild von der grünen Naturschutzorganisation mit Flauscheemblem steht. Huismanns zeigt in seiner Doku, dass sich der WWF bei einer Reihe von ökologisch Fragen mit der Industrie an einen Tisch setzt, um Kompromisse auszuhandeln. Dass damit ein Glaubwürdigkeitsverlust einhergeht, glaubt der WWF selbst nicht, er sagt dazu vielmehr: „Wir sind konstruktiv.“ Die Folgen dieser Konstruktivität: In Papua-Neuguinea werden Eingeborenenstämme aus ihren Wäldern zwangsumgesiedelt, weil dort Palmölplantagen entstehen sollen, in den USA sichert der WWF umstrittenen Gentechnik-Unternehmen wie Monsanto Gewinne, indem er Gentech-Soja mit einem Nachhaltigkeitszertifikat versieht, und auf Borneo werden mit dem Wissen des WWF große Flächen des Lebensraums des Orang Utans zerstört

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und im Gegenzug kleine Flächen erhalten. Auf letzteren Punkt angesprochen kommentiert die BiomasseVerantwortliche des WWF Deutschland, Dörte Bieler, flapsig: „Also der sehr sichere Tod (Anm. der Red.: der Orang Utans) wäre ja, wenn die 80 Hektar jetzt gar nicht mehr da wären, dann wären sie jetzt schon tot.“ Fazit der Doku: „Die Erde wird vom Agro-Buisness neu aufgeteilt und der WWF ist mit von der Partie.“ Der WWF Deutschland reagierte auf die Ausstrahlung der Doku mit einer Gegendarstellung auf seiner Homepage.  Veronika Weis Unbedingt anschauen, nicht nur, wenn man SpenderIn ist. Hier werden „Wahrheiten“ gehörig durchgemischt: www.ardmediathek.de > Der Pakt mit dem Panda Links zum Weiterlesen: Gegenargumente des WWF: www.wwf.de Gegen-Gegenargumente von Wilfried Huismann: www.wilfried-huismann.de


buch-TIPP: Mein Leben auf der Flucht. Die unglaublichen Abenteuer eines Hochstaplers. Von Frank W. Abagnale Catch Me If You Can ist mehr als eine von vielen Blockbustern aus der Feder irgendwelcher Hollywoodschreiberlinge. Es ist die Adaption einer wahren Geschichte, der spannenden und aufwühlenden Autobiografie des ehemaligen Scheckbetrügers und Hochstaplers Frank W. Abagnale. In den 1960ern gab er sich u.a. als Pilot, Anwalt, Lehrer und Arzt aus, bereiste die Welt, erleichterte die Banken und wurde von den Behörden gejagt. Als er begann, war er gerade mal 16 Jahre alt. Jenen die den Film mit Leonardo DiCaprio und Tom Hanks in den Hauptrollen sahen, erzählen wir da nichts Neues, außer dass dieser noch eine geschönte Version der Geschehnisse wiedergibt. Das bereits 1980 erschienene Buch gewährt noch viel detailiertere Einblicke in Abagnale‘s umtriebige Vergangenheit, die beinahe groteske Leichtigkeit mit der er die Leute hinters Licht führen konnte und die dramatischen Konsequenzen seiner Taten, wie seine Gefangenschaft in Frankreich.  Peter.W.

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serial killers and all time beauties in a parallel universe von Arne Rautenberg


Das Lügt schon von einer langen Nastene oGdliere-

Foto: testfight / photocase.com

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n , im Glau, um dem si . Schließlich Showarenen en h u b u sz der au telligenter zu rkürz er träum zuhecheln o z, nämlich in nen? Mit ve ei en t B ig h ne, ll ic en te n rz In et u e k gen auf der Büh n schad gar von ben an die ei ntenfamilie E erzuwatschel . e rh die ig an te n h rg in te sc o h io at m n p Id le Stim ie toll ellen dern al ern auch dem er nachzu- sein als d ilie der schn d mn m ti so Fa es , b n ie it d ke m s n al d gele er wied zen sie eilen un m it rt es im eu b B se nur den Knie u g. it n M au lu m eurtei Ich – eben „r s“ at schon die ten sollten? higkeit der B er eben „drin“ und wer ar Fä w Denn wer h te it ei b h w ass ic hschnattern s sie doch en zu können recht froh, d manente nac m er in b p schreien, das h as Ic d en : n h ei rc em rnsehhausen kt du er ich m icht. Zud uisite von Fe ist. Unbemer eq f wie viel Te g R Sicherheit n ar s h d al ic st en ch d lb u ei ts se en Bewer tun Da bra entsch sind sie berei ken im Wahn der ständig genehmige. s genmächtig as en d ge , tm ss eo A lu D h m er en n zu , das d nd bem ss. Dem Sc an U lu rg g. o ti ch tä ch gs ie ru Raucherlunge R re T res von ih r etonie tlichen n verlängert „rein“ nicht ts vom eigen d und den vorb h n t ic u g n s“ au nicht noch ei fs au t. „r au g Geldregen g über lahm le itmenschen ber t Duck`s Entscheidun lichen noch o d ie ag d en D ss ruch seiner M n r lu h vo gu sc n der agefi en Lungen eich als Vorl rteilung, son ur ten Weg zu d te ich doch gl onald Beu n D n ö er k d ria verweilt n a t. d ge is – ie g in die R lanz und Glo abhängi G h e ic Nein danke di an m s en bi d , n ch u en re ngieren das Versp uftritt hab st A lb n Se re ih n n für Disney fu te etlef en En schiere . . Dieter und D n kurz. Bis die nächst arsch aufmar m se n ie te D En e. Duck‘s reihen si im t ens selbst r ihre er tung asst: Es gib uchen meist zu dritt hinte sten zur Bew h ke ch äc ie si n d Aber aufgep e – si n d en n ke nfacher alles Gedan stens bequem er ten Schnäbeln Gott u ist es doch ei Die eigenen a D l . Duck‘s . Mei li er o n h fp al en n Perso enn das Spie rin“. W ielen mit au ein bittet. D inter seinem s – du bist d h in u h ra ie Kanzeln, sp t D en . is er b n d eb ie u ke as w an on n, w as von „d e eigenen Ged s gleich sch ineinzubitte quatschen w eicher- h benötigt kein man meisten “ Sp n at h ei ie , d „r t“ n d is n en s u s“ man „rau am Spiel. n“ wollte. D Lala, „rau ehrlich? ieso man „rei nur dem Spaß Songs von selle? Ganz en ge en ad d h h ic sc zu m is vergessen w h b e ic s an sich ander milie icht meisten Idioten die m sich urscht, alles u welcher Fa n w Z te t ls is el e n kapazität re h er d d sc n U eln den aga. Alles an auch nicht. ops verhasp in eine von Dada und G meine Flip Fl fla- Ich b sehhausen ja mich er n ß rn u en an Fe A ss . D r . la n fü ät d an n k sp u an Lebens schon zu vorstellen es ch n bräuchte m ei au h m rc es e u t Fo d h is a d Asc Andre lie eunden rin“ ist, in Schutt un „rein“.  wenn man „d nsam mit seinen Entenfr d n u Fe s“ es au d n „r ell opse mei nicht so schn der her umh niert man ge singendes o s al e äl an k Fernseh Rubrik | 33 der vieh.

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Foto: Florian Weindl

Foto: Robert Herbe

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Lösung in der nächsten Ausgabe MFK 01/2012 auf der letzten Seite

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Blattlinie MFK

Magazin für Kunst und alternative Jugendkultur

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as MFK – Magazin für Kunst und alternative Jugendkultur ist ein gesellschaftsliberales und von allen politischen Parteien, Institutionen und Interessensvertretungen unabhängiges Jugendkultur-Magazin mit Redaktionssitz in Salzburg. Das Printprodukt wendet sich vor allem an LeserInnen aus der alternativen Kunst- und (Jugend-)Kulturszene. Inhalt und Fotos bzw. Illustrationen werden selbstständig von den freien RedakteurInnen der jeweiligen Ausgabe des Magazins recherchiert und ausgewählt. Das Magazin distanziert sich von Gewaltverherrlichung, Rassismus, Populismus, Sexismus, Beleidigungen und Beschimpfungen gegen ethnische Volksgruppen und Religionsgemeinschaften, sowie von diskriminierenden Inhalten. Herausgeber ist der Verein Jugend in Beruf und Freizeit (MARK.freizeit.kultur). Das Magazin wird ab 2011 periodisch, vier Mal pro Jahr aufgelegt – in einer Auflage von 1000 Stück.

kreative köpfe gesucht! Politik ist einfach. Kultur ist leicht einzusparen. Zeitungmachen hingegen ist beinharte Arbeit. Deshalb: leiht uns eure Kreativität – wir gehen damit hausieren. Schickt uns eure Ideen, Vorschläge, Anregungen an office@marksalzburg.at oder schaut bei einer unserer Redaktionssitzungen vorbei (Termine auf www.marksalzburg.at) Abgabe oder Zusendung von Texten, Fotos, Bildern, usw. für die Ausgabe MFK 01/2012 zum Thema „PAUSE“ sind jederzeit möglich! Voraussichtlicher Erscheinungstermin: Jänner 2012.

Lösungen der Rätsel MFK 02/2011 Wörtersuchrätsel: Standard, Ottonormalverbraucher, Smalltalk, Autofahrer, Heteronormativität, Couchpotato, Regen, Redewendung, Bier, Hallo, Ö3 (Ö Drei), Mainstream, fad, Mittelmasz, Atom, Fernsehen, Mathematik Bilderrätsel: 1. Blind vor Liebe, 2. Auf Wolke Sieben, 3. Rosarote Brille, 4. Schmetterlinge im Bauch, Lösungswort: Liebeskummer


Impressum MFK – Magazin für Kunst und alternative Jugendkultur Herausgeber: Verein Jugend in Beruf und Freizeit – MARK.freizeit.kultur ZVR-Zahl: 471905195 Hannakstraße 17 5023 Salzburg, AUSTRIA Online-Ausgabe: www.marksalzburg.at Verantwortlich für den Inhalt / Redaktion: MARK.freizeit.kultur, Gerd Pardeller, Miriam Lempert, Doris Mair, Marita Voithofer, Katharina Pichler, Ruth Mayr, Peter.W., Florian Peter, Laura Cantle, Anja Wanger, Veronika Weis, Andrea Folie, Patricia Lang, Sebastian Bauer Bilder / Illustrationen: Rainer Rossgoderer, Peter.W., Julia Fink, Florian Peter, Laura Cantle, Alicia Nowak, Robert Herbe, Florian Weindl, Sabine Bruckner, Veronika Weis, Patrick Endl, Verena Massl, Magda Fuchs, Daniel Ostermann, Claudia Etchepare, Anita Scherz, Silvia Glaser, Michael Wacht Layout und Gestaltung: Julia Fink Lektorat: Margit Fink

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FREIZEIT.KULTUR

MFK - Magazin für Kultur Ausgabe 03/2011 - Lügen  

MFK – Magazin für alternative Freizeitkultur & Kunst widmet sich im DIN-A5-Querformat der lokalen Salzburger Jugendkultur – will aber auch ü...

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