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E 13,00


GESCHÄTZTE STADTNOMADEN, LIEBE LEBENSKÜNSTLER UND ALLTAGSHELDEN, WERTE FREUNDINNEN UND GÄSTE!

U N S E R D R I T T E S G Ä N S E H A U T H E F T, das Sie nun in Händen halten, erzählt die Geschichte einer Reise, die zu unglaublich schönen Orten führt. Unsere Blaue Gans ist nach einem fulminanten Umbau im Jahr 2012 bei ihren Wurzeln angekommen. Sie hat zu ihrer Bestimmung und Berechtigung als kunstGASThaus hingefunden: „etched by time”, wie eine Autorin es einmal ausdrückte, ist sie geküsst von der Kreativität ihrer Gestalter und Mitarbeiter, und von der Internationalität ihrer Gäste angeregt zum weitschweifenden Blick über Salzburgs Tellerrand hinaus.

A N G E K O M M E N : nach 15 Jahren Aufbauarbeit haben wir das Gefühl, dass es gut geworden ist. Eine „runde Sache”, wie man sagt. Gemeint ist jene besondere Atmosphäre, die nicht auf einen einzelnen Gegenstand oder auf einzelne Menschen zurückzuführen ist, sondern aus deren Zusammenstellung und Zusammenwirken entsteht. Daher möchten wir dieses Heft dem Lebensgefühl in unserem Haus widmen. Wir möchten mit Ihnen teilen, was uns wertvoll erscheint, welche Haltungen wir einnehmen und welche Ideen uns faszinieren. Und uns bei Ihnen bedanken. Sie sind es, die uns diese gemeinsame Reise ermöglichen. Von Leo Tolstoi ist der Satz überliefert: „Glück ist: zu wollen, was man tut.” Es ist ein Satz voller Weisheit. Finden zumindest wir. Glückskinder, die wir sind. In der Hoffnung, dass wir Ihren Tag bereichern dürfen, wünschen wir Ihnen vergnügliche Lektüre. Andreas Gfrerer Eigentümer

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03 Š Andreas Hechenberger


impressum: G ä n s e hau t – Das Magazin der Blauen Gans Medieninhaber & Herausgeber: arthotel Blaue Gans . Andreas Gfrerer . G&G Gfrerer u. Gfrerer Hotel- und Restaurant BetriebsGmbh . Getreidegasse 41–43 A 5020 Salzburg . P +43 662 84 24 91-0 . F +43 662 84 24 91-9 office@blauegans.at . www.blauegans.at Redaktionsleitung: Karin Buchauer . Andreas Gfrerer Mike Rosbaud Fotos: arthotel Blaue Gans . Ingo Pertramer Karin Buchauer . Wild & Team Lektorat: Karin Buchauer Design + Concept: Studio10 Gmbh – Die Markenpioniere Caroline Schmid . Am Spitz 45 . A 5400 Hallein-Rif design@studio10.at . www.studio10.at

06 Die Sixtinische Gans Du , B l au e G a n s, s o l l st e w i g s t e h’ n

12 Das Leben der Dinge Ku n st m i t G Ä NSE H A UT- E f f e kt

14 Vatertag Oh m e i n p a pa!

16 The Sound of Art Ku n stk l ä n g e & s o u n d d u s c h e n

18 Worte für Glücksorte L e s e n s k u n s t i n d e r L e s e stu b e

25 Fenster zur Bühne der Welt K ü n stl e r l e b e n

30 Der Mensch lebt nicht von Brot allein Ü b e r l e b e n s k ü n stl e r Ra b b i S c h n e i e r

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32 Das erste Grün D e r g r ü n e Dau m e n d e r B l au e n G a n s

34 No stones please I m G l a s hau s d e n Ste i n d e r W e i s e n f i n d e n

36 Geschichte in Schichten v e r ga n g e n h e i t f r e i l e g e n

38 Ein Archiv für den Wein l ag e r n o d e r t r i n k e n ?

42 Die Speisenmanufaktur gu t e s v o n ha n d g e m a c ht

46 Ein stiller Verehrer f r a n z e i s l i s t d e r „sti l l s e g l e r “

48 Sportbrüder d i e s ta d t a l s f itn e s s- r au m

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A U S

D E R

H A U S C H R O N I K

V O N

H A N S

S P AT Z E N E G G E R

„Gasthaus zur Blauen Gans. Fürstenbier, Bürgermeister, Mozartfreunde“. SALZBURG, 2006

A M A N F A N G WA R D A S B L A U .

Nicht ganz

wurde sowohl den sogenannten Peters-

ein Gutteil des frühen Salzburger Bürger-

das der Gans, sondern der lieben Frau Ma-

frauen, deren Kloster vom 12. Jahrhundert

tums hervor und trieb im 14. Jahrhundert

riens makelloser Umhang in der gleichna-

an auf dem Platz des späteren Franziska-

die Bautätigkeit in der Getreidegasse voran.

migen Kirche. Es war 931, über das Wetter

nerklosters existierte, als auch den Bürgern

Fast alle geschichtsträchtigen Familien hat-

vor so vielen Jahren ist nichts bekannt. Im

erlaubt, die einen jährlichen Burgrechtzins

ten hier Besitz.

erstmalig urkundlich erwähnten Frauengar-

abgaben. Im Jahr 1137 wurde der Almkanal

ten der späteren Franziskanerkirche, auf

im Auftrag von St. Peter durch den Mönchs-

BIS ZU WOLF DIETRICHS ZEITEN

dem Gelände zwischen Mönchsberg und

berg gebaut, und führte mit einen Arm durch

200 Jahre später war die

Salzach, wo schon römische Handwerker

den Frauengarten zur Salzach. Er gilt als der

Getreidegasse die einzige

allerlei Werkzeuge zurück ließen, wuchsen

älteste noch funktionsfähige Industriebau

Durchzugsstraße der Stadt.

sicher auch allerlei Kräuter. Heute gedei-

Europas.

Die Enge zwischen Berg und

hen sie im Kräutergarten, im Innenhof des

Strömt herbei ihr Völkerscharen, in die schöne Salzachstadt, …

Fluss ließ die Bauten in die Höhe wachsen,

Hauses Getreidegasse 41–43.

D I E V E R F Ü G B A R K E I T V O N W A S S E R inmitten der

die Fassaden wurden von Hohlkehlen nach

Stadt zog im Mittelalter einige Gewerke an

oberitalienischer Art, mit Inschriften und Jah-

A L S D I E W Ü R D E D E S S T. P E T E R E R A B T E S und

die Getreidegasse, die 1150 als „Tragasse“

reszahlen, gekrönt. Nahezu alle Häuser be-

jene des Erzbischofs nach dem Tod von

zum ersten Mal in den Urkunden auftaucht.

herbergten zu ebener Erde ein Geschäft oder

Friedrich I., Graf von Chiemgau, nicht mehr

Ab dem 13. Jahrhundert liegen Baugenehmi-

einen Handwerksbetrieb, die Höfe und Durch-

in einer Person vereint waren, wurden auch

gungen des Abtes von St. Peter für Häuser

häuser, die die einzigen Querverbindungen

deren Güter aufgeteilt. Der Garten fiel dem

in der Getreidegasse vor. Aus den zunächst

zwischen den Häuserzeilen zu jeder Straßen-

Kloster St. Peter zu und dessen Nutzung

angesiedelten Eigenleuten des Klosters ging

seite bildeten, wurden als Lager benutzt.

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D A S H E U T I G E H A U S N R . 4 3 wird 1360 erstmals als „Martin des Aufners Haws“ genannt; da dessen Vater Ruprecht Aufner schon 1343 urkundlich aufscheint, könnte er der Bauherr gewesen sein und das Haus also schon zu dieser Zeit bestanden haben. Die Anfänge des Hauses werden um 1350 vermutet. Vater Aufner, sein

Die jährliche Abgabe betrug 10 Pfund Pfennige, das entsprach dem Gegenwert von 50 Eiern oder fünf „Virtl Pier“, und zwei Hennen …

Sohn Martin (der Ältere) und Enkelsohn Mar-

schmiedeeiserne, reich verzierte Arm des noch heute vorhandenen Wirtshauschildes stammt.

B E S A G T E H U E B E R W A R E N B I E R B R A U E R und haben spätestens ab 1569 in „Matheusen Huebers Wirths Behausung“ gewohnt und ausgeschenkt. Gaststätten gehörten von jeher

tin (der Jüngere) waren Ritter und Kaufmän-

zu den wenigen Räumen, die allen Bevöl-

ner, sie waren mehrmals als Bürgermeister

E S G A B D A M A L S freilich noch lange keine Haus-

kerungsschichten für Unterhaltungszwecke

für die Geschäfte der Stadtverwaltung zustän-

nummern und in Ermangelung von Hausna-

und festliche Anlässe zur Verfügung standen,

dig und als reiche Stifter für die Entwicklung

men behalf man sich mit Besitzernamen, die

und Reisenden Nächtigungs- und Verpfle-

oft die Eigentümerwechsel überdauerten. Im

gungsmöglichkeiten boten.

des Bürgerspitals verantwortlich.

Güterverzeichnis des St. Petrischen Munizi-

I M J A H R 14 3 2 übertrug Martin Aufner mit

pial-Amtes findet sich eine handschriftliche

W E I L D I E G Ä S T E N I C H T unbedingt lesen konn-

einer Pergamenturkunde das Haus Getrei-

Notiz, die um 1600 das „Schinagl-Haus“ (Nr.

ten, trugen die Häuser ihre Namen als Gemäl-

degasse 43 an die soziale Stiftung des Bür-

41) bzw. das „Hueber Hauß bey der blau-

de oder Relief an der Fassade oder als kunst-

gerspitals, die es bis ins 18. Jahrhundert zu

en Gannß“ nennt, der früheste schriftliche

volle Schilder über dem Eingang.

Erbrecht verlieh:

Beleg und auch die Zeit, aus welcher der

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D I E D A M A L S Ü B L I C H E N T I E R N A M E N für Wirts-

Z U B E G I N N D E S 19 . J A H R H U N D E R T S führte das

Wirth zu werden und brachte das gänzlich

häuser bestehen bis heute in der Altstadt

Einquartierungsamt Hausnummern und Stra-

verwahrloste Gasthaus „zur blauen Gans“

ßenschilder ein. Die Häuser der Blauen Gans

an sich. Gadermayer hatte in kurzer Zeit ein

erhielten die Konsignationsnummern 241

Geschäft geschaffen, welches nicht leicht ein

Ohne Quellenangabe wird in einem Bericht

und 242. Im Zuge der ersten Volkszählung

Anderer zu Stande gebracht hätte […] Gader-

in der „Salzburger Zeitung“ vom 28. Novem-

in der Habsburger Monarchie wurden 1857

mayer hat bewiesen, daß man in Salzburg

ber 1944 von alten

abermals die Nummern neu vergeben: Der

als Wirth sich ganz gut befinden kann, wenn

Chroniken erzählt, die

Spenglermeister Benedikt Graziadei, der da-

man seine Gäste achtet und denselben für ihr

aus der Zeit der Bau-

für die ovalen Blechschilder produzierte und

Geld etwas gibt.“

ernkriege von 1525 ei-

damit das Geschäft seines Lebens machte,

Salzburgs fort.

Der blauschimmernde Vogel, also ein Fasan, war und blieb aber in der Wahrnehmung der Leute eine Gans – DIE Blaue Gans. Seit über 600 Jahren!

nen bemerkenswerten

übernahm drei Jahre zuvor im heutigen Haus

Vorfall schildern: Ein

41 die ebenerdige Werkstatt samt Auslage so-

Bürgersmann, der keck

wie den Dachboden als Schlafstatt für seine

über den (heutigen Ka-

Gesellen. Ein weiterer tüchtiger Bewohner

rajan-)Platz ging, geriet

und Besitzer war „Ganswirth“ Georg Gader-

unter Beschuss; just vor dem „Fasan“ verfing

mayer, dem seine Stammgäste in einem Nach-

sich eine Kanonenkugel im bauschigen Man-

ruf im „Salzburger Volksblatt“ 1884 ein An-

tel des Mannes, ohne ihm weiteren Schaden

denken setzten: „Nachdem er verschiedene

anzutun.

Tätigkeiten ausgeübt hatte, entschloß er sich,

kb

A US DIE SE R Z E I T S TA MME N V E R MU T L ICH A UCH DIE WA NDM A L E R E IE N IM HE U T IGE N KUNS T G A S T H A US : „Der Humor in der Gans bei fröhlichem Suff, er reibet die Mühsal des Lebens bald uff“. EIN WAHRLICH GÖTTLICHER GEDANKE, DEN TILL EULENSPIEGEL DER GANS MICHELANGELOGLEICH MITGIBT UND AUCH HEUTE BEI EINEM GUTEN G L A S E F Ü R G Ä N S E H A U T S O R G T.

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„Es ist die einzige Maschine, die sich selbst ausschalten kann. D

GÄNSEHAUT: WOHER KAM DIE IDEE ZU „SHANNONS HAND“? David Moises: Ich habe vor Jahren in einem Radio-Beitrag von Fritz Ostermayer das erste Mal davon gehört. Der Überlieferung nach hatte der Mathematiker Claude Elwood Shannon so ein Ding auf seinem Schreibtisch stehen, es gibt aber kein erhaltenes Objekt, auch keine Fotos. Der Schriftsteller Arthur C. Clarke, der mit Stanley Kubrick das Drehbuch zum Film „2001. A Space Odyssey“ schrieb, erzählt in seinem Buch „Voice across the Sea“ von einem Besuch bei Shannon, 1958, der ihn völlig aus der Fassung brachte: Er hatte dort die Ultimative Maschine, wie Shannon sie selbst nannte, zum ersten Mal erlebt.

GÄNSEHAUT: WESSEN HAND IST DAS NUN,

DAS LEBEN DER DINGE David Moises beschreibt den GÄNSEHAUT-Effekt von „Shannons Hand“, die als Teil der Kunstsammlung im Durchgang des artHOTEL Blaue Gans steht.

GÄNSEHAUT: AUS WELCHEM MATERIAL IST DIE HAND? David Moises: Aus Polyester. Also, eine Mischung aus Polyester und Holzkitt, und wenn man genau richtig mischt, kommt dieser Wasserleichenhautton heraus.

GÄNSEHAUT: DAS IST WOHL DER GRUND, WARUM MANCHE MENSCHEN DAS „SHANNON HÄNDCHEN“ ETWAS UNHEIMLICH FINDEN, SO WIE CLARKE DIE ULTIMATIVE MASCHINE. WIESO HEISST SIE ÜBERHAUPT SO? David Moises: Es ist die einzige Maschine, die sich selbst ausschalten kann. Das macht sie so radikal. Zugleich illustriert sie anschaulich das Prinzip des Feedback und legte den Grundstein für Shannons Theorie der Information. Heute nennt man „Shannon“ den Informationsgehalt einer Nachricht. Das ist was für Kommunikationstheoretiker!

GÄNSEHAUT: IST ES AUCH DIE EINZIGE

HIER IN DER BLAUEN GANS?

SHANNON-HAND?

David Moises: Also, ich habe mich zum

David Moises: Ich habe fünf Stück gebaut. Für

100jährigen Jubiläum des Technischen Mu-

das Technische Museum, das Zentrum für

seums dazu ermächtigt gefühlt, die Hand

Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe,

nachzubauen und weil meine Hand mir am

das Landesmuseum Linz und ein privater

Nächsten war, habe ich meine eigene Hand

Sammler hat auch eine. Und die hier im art-

abgegossen.

HOTEL Blaue Gans.

12

kb


. Das macht sie so radikal.“

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NICHT ALLES GEFÄLLT DEM VATER, AUCH SO MANCHER BESUCHER WIRD H LORI HERSBERGER

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D HER AUSGEFORDER T. A BER IS T DAS NICHT EINE DER AUFG A BEN VON KUNS T? Hermann Gfrerer sieht aus dem Fenster in den Innenhof des Hauses Getreidegasse 41–43. Er wohnt mit seiner Frau Ulrike in den oberen Stockwerken der „Blauen Gans“, dessen Geschichte in den Chroniken der Stadt Salzburg bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann, jedenfalls ab 1569 als Gasthaus mit diesem Namen geführt wird. Seit 1997 ist Andreas Gfrerer, der älteste Sohn, Geschäftsführer und Visionär des Hauses: Er eröffnete nach verschiedenen Umbauphasen im Jahr 2002 das erste artHOTEL Salzburgs.

KONRAD ADAM IRENE ANDESSNER SIEGFRIED ANZINGER ALFREDO BARSUGLIA J O S E P H B E UYS

D I E B L A U E G A N S wurde nun selbst zum Kunstwerk, in einer wunderbaren Symbiose aus alter Bausubstanz und zeitgenössischer Gestaltung. Die Kunst bekam freilich ihre eigenen Freiräume und ist im

vatertag ganzen Haus zu finden, in den Zimmern, auf den Gängen und in den Stiegenhäusern, an der Rezeption, in Bar und Restaurant und natürlich auch im lichtdurchfluteten Innenhof. In diesen blickt Hermann Gfrerer gerade hinunter, sucht die eine Wand ab nach dem Schriftzug, der dort angebracht ist und in der Nacht neonpink leuchtet. Jetzt ist es hell, die weißen Röhren heben sich kaum von der verputzten Hausmauer ab. Er lächelt. Sein Sohn hat schon einen eigenen Kunstgeschmack! Nicht alles gefällt dem Vater, auch so mancher Besucher wird herausgefordert, aber ist das nicht eine der Aufgaben von Kunst? Neue Zugänge zur Wirklichkeit zu ermöglichen? Das eine oder andere Kunstwerk möchte Hermann Gfrerer von seinem Sohn schon erklärt bekommen, immerhin lebt er damit unter einem Dach. Der Schriftzug von Lori Hersberger, einem Schweizer Künstler, der seine Inspirationen aus einem weit gefassten Kulturbegriff schöpft, kann ebenso vielseitig verstanden werden. Ein augenverdrehender Stoßseufzer, vielleicht, ein populäres Chanson auf jeden Fall. Hermann Gfrerer lächelt, auf diese einnehmende Art, die sein Sohn so an ihm bewundert. Er schaut in den Innenhof. Für ihn ist jeden Tag Vatertag.

kb

PIRMIN BLUM J U L I U S D E UTS C H B A U E R D E UTS C H B A U E R / S P R I N G ELISOPHIE EULENBURG EVA & ADELE SIEGFRIED FRUHAUF G I L B E RT & G E O R G E SOFIA GOSCINSKI FRANZ GRAF HANAKAM/SCHULLER P ETE R HAU E N S C H I LD H A U E N S C H I L D / R I T TE R H I NT E R L A N D LORI HERSBERGER BRUNO HOFFMANN MARIE LUISE LEBSCHIK

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CONSTANTIN LUSER

W W W . E B E N S P E R G E R . N E T

C O N STA N T I N L U S E R J O N ATH A N M E E S E BJ Ö R N M E L H U S SISSA MICHELI DAVID MOISES ALOIS MOSBACHER C . O. P A E F F G E N K ATR I N P L A V C A K TO B I A S R E H B E R G E R ISA SCHMIDLEHNER WERNER SCHNELLE LE I F TR E N KLE R R O S E MAR I E TR O C KE L W A LTE R V O P A V A FRANZ W E ST

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Instrumente sind sein Material, Luft seine

seiner Kunst: In filigranen Zeichnungen er-

Motivation. Der studierte Industriedesigner

schafft er mit dem Fineliner ganze Universen,

aus Graz setzt hier auf die Aura handgefertig-

in denen jeder Betrachter, wie bei einem

ter Dinge und glaubt daran, dass Emotionen

Rohrschach-Test, etwas anderes erkennen

in ihnen weiterwirken. „Die Sounddusche

kann. Diese Mikro- und Makro-Ansichten un-

im Erdgeschoß des artHOTEL ermöglicht es,

serer Welt, die aus einem scheinbar einzigen

das, was man imstande ist, hinein zu pusten,

Strich zu verwirrenden und erheiternden

direkt zu einem zurück zu leiten“ sagt Luser.

Geografien verdichtet werden, bringen Ge-

Die Luft strömt durch das Instrument und rie-

danken zu Papier, Worte in Formen, Zahlen

selt von oben vibrierend auf den Bläser wie-

zu Figuren. Das Unsichtbare tritt hervor. In

der herab. „Von oben, vom Himmel. Vom lie-

seinen Skulpturen erweitert der Künstler

ben Gott. Wenn er will, Inch’Allah!“ So spricht

die Grenzen von Raum und Zeit um den Ton,

Luser.

ROSEMARIE TROCKEL

C O N S T A N T I N L U S E R S L I N I E bildet die Basis

TIMM ULRICHS

SIEGFRIED ANZINGER

SOUND OF ART kb

Über 100 originale Kunstwerke sind die subtilen

Franz West stehen Informationen zu den Künst-

Begleiter durch das artHOTEL Blaue Gans. Die

lern auf den Ipads in den Gängen des Hauses zur

private Sammlung von Hausherr Andreas Gfre-

Verfügung.

rer ist der zeitgenössischen Kunst gewidmet und

Die Blaue Gans art.App verrät außerdem, welches

umfasst auch die Werke der artist in residence, die

Kunstwerk wo hängt, und lädt vom Weinarchiv bis

im Rahmen ihrer Aufenthalte in der Blauen Gans

in den vierten Stock zur Entdeckungsreise durch

Neues geschaffen haben. Von Konrad Adam bis

die Welt des artHOTELs ein.

GÄNSEHAUT ART.APP

GANSEHAUT ART.APP

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FRANZ GRAF

650 Jahre altes Steingewรถlbe

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Gaensehautmagazin No.3/ 1-18