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Javier Pérez, Barroco, 1997 Photography, 45 x 30 cm

Die Künste zusammenführen

Die Winterreitschule, seit 1970 Karl-Böhm-Saal genannt, stellt ein ganz besonderes Stück Salzburger Festspielgeschichte dar. 1662 unter Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun (1654–1668) erbaut, fanden dort prächtige Feste und Lustbarkeiten aller Art in der Zeit der Erzbischöfe statt.

Immer wieder schafft der Karl-Böhm-Saal eine spannende Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst, wie etwa im Vorjahr für Stephan Balkenhols riesige Skulptur sempre più. Das Publikum reagierte begeistert und ermunterte uns in dem Vorhaben, der bildenden Kunst weiterhin hohen Stellenwert einzuräumen. Und nun also Javier Pérez – der junge spanische Künstler, der beeindruckende Werke für den Palacio de Cristal schuf, im Guggenheim Museum in Bilbao ausstellte und in der prestigeträchtigen Glasstress-Ausstellung bei der Biennale in Venedig 2011 vertreten war. Wenn Javier Pérez jetzt im Karl-Böhm-Saal ein Auftragswerk der Salzburger Festspiele kreiert, reagiert er damit zugleich auf Bernd Alois Zimmermanns Oper Die Soldaten. Damit erfüllt sich für uns ein zweifacher Wunsch, nämlich der zeitgenössischen bildenden Kunst Raum zu bieten und darüber hinaus die unterschiedlichen Künste zusammenzuführen. Salzburg contem­ porary im besten Sinne.

Salzburger FestspielE 2012 Javier Pérez

Die Decke des Karl-Böhm-Saales wird von einem fast 600 Quadratmeter großen Fresko dominiert. Dieses, 1690 von dem bedeutenden Salzburger Hofmaler Michael Rottmayr und seinem Schüler Christoph Lederwasch geschaffen, zählt zu den größten seiner Art in Österreich. Auch auf der Empore finden sich Werke bildender Künstler. Seit Juli 2008 gibt Max Weilers riesiges Gemälde Wie eine Symphonie (1990), eine Hommage an Mozart, als Dauerleihgabe der Max Weiler Privatstiftung Wien dem Karl-Böhm-Saal zusätzliche künstlerische Kraft.

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Javier PérezDas Karussell der Zeit  
Javier PérezDas Karussell der Zeit  

Javier Pérez Das Karussell der Zeit