Page 1

18

STAD A LAND

Luxemburger Wort Montag, den 19. September 2011

Gemeinde Lorentzweiler setzt auf Jugend und Vereine

Ortschaften zum Wohnen und Leben Bürgermeister Roller: „Lorentzweiler darf keine Schlafgemeinde werden“ / Opposition kritisiert Bautenpolitik der Mehrheit VON JEAN-PAUL SCHNEIDER

Premiere am kommenden 9. Oktober in Lorentzweiler. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte zieht die Gemeinde Lorentzweiler als Proporzgemeinde in die Kommunalwahlen. Insgesamt drei Parteien bzw. politische Gruppierungen stellen sich dem Wählervotum: die CSV, angeführt von Léon Wietor, „Déi Gréng“ mit der Doppelspitze Carole Ney, ép. Prim, und Claude Jegen sowie „Är Leit“ mit an deren Kopf dem jetzigen Bürgermeister Jos Roller sowie u. a. die Amtsinhaber der austretenden Mehrheit im Gemeinderat.

Die IVL-Gemeinde Lorentzweiler ist gemäß ihrer topografischen Lage eine typische Wohngemeinde mit hoher Lebensqualität für ihre Bürger. Die aktuelle Mehrheit im Gemeinderat will, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Doch die Opposition sieht das ein bisschen differenzierter. (FOTO: GERRY HUBERTY)

wurde eingerichtet. Auch der Fußballverein erhielt neue Einrichtungen, so u. a. auch eine neue Buvette. Der Tennisclub kann vier neue Felder bespielen. Es wurde des Weiteren ein „Terrain multisport“ gebaut. Und wiederum ist Bürgermeister Roller stolz darauf, dass man alle sportlichen Infrastrukturen an einer Stätte vereinen konnte. In Sachen Straßenbau und Infrastrukturen kann die aktuelle Mehrheit im Gemeinderat auf zahlreiche Projekte zurückblicken: die Rue de Helmdange ist derzeit in Ausführung, die Rue de Fischbach wurde zusammen mit dem Staat erneuert; der Kirchplatz in Blaschette wurde renoviert und der Friedhof in Lorentzweiler um eine Streuwiese erweitert. Die Gemeinde Lorentzweiler ist mit 25 Prozent (1,8 Mio. Euro) an den Kosten des Pidal beteiligt. In der „Hielemer Gaass“ wurde ein Überlaufbecken angelegt, das Trennsystem für Regen- bzw. Schmutzwasser wurde eingeführt, insgesamt drei Wasserbecken wurden an die Sebes angeschlossen, und die Gasleitung wurde beidseitig in der Hauptstraße in Lorentzweiler verlegt. Außerdem wurden eine Reihe Fassaden von Gemeindegebäuden renoviert.

In der Gemeinde Lorentzweiler leben zurzeit Bürger mit 58 verschiedenen Nationalitäten zusammen; die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 5 000 Euro. Aus finanziellen Gründen will Bürgermeister Jos Roller künftig für ein geordnetes Wachstum seiner Gemeinde, das dem allgemeinen Bebauungsplan (PAG) Rechnung trägt, eintreten. So sollen die Orte Blaschette und Hünsdorf nicht weiter wachsen, derweil in Lorentzweiler

noch Ausdehnungsspielraum vorhanden ist. Künftige Projekte sieht Jos Roller im Bau eines neuen Wasserbehälters in Blaschette und in der Fortsetzung von Straßeninfrastrukturarbeiten, vor allem in der Cité Roger Schmitz. Je nach Finanzlage könne ebenfalls über eine Erweiterung der Zentralschule, die Erneuerung der Sporthalle sowie zusätzliche sportliche Infrastrukturen nachgedacht werden.

Umweltpreisträgerin 2009 Im Umweltbereich wurde die Gemeinde Lorentzweiler mit dem Umweltpreis 2009 der „Stëftung Hëllef fir d'Natur“ für ihre Trockenrasen und die antipestizide Bewirtschaftung ihrer Grundstücke ausgezeichnet. Des Weiteren wurde ein Biotop im „Bëddelbësch“ angelegt, und die alte Müllhalde wurde renaturiert.

präsentiert

Bürgermeister Jos Roller, seit mehr als 23 Jahren im Amt, zieht eine positive Bilanz seiner Amtszeit(en) als Lokalvorsteher und bezeichnet die IVL-Kommune Lorentzweiler als typische Wohngemeinde, und dies soll, so Roller, auch so bleiben. Man habe deshalb als Gemeindeverantwortliche auch den Wohnungspakt unterschrieben. Stolz ist der Bürgermeister auf die Familienpolitik der aktuellen Mehrheit. Diese habe ein großes Augenmerk auf Bildung und Erziehung gelegt. Mit der Einweihung der neuen „Maison relais“ auf dem Campus Jos Wohlfart im September 2011 könne man nunmehr auf ein komplettes Erziehungsangebot an ein und demselben Ort zurückgreifen. Die Investitionen in ihre Schulinfrastrukturen ließ sich die Gemeinde Lorentzweiler insgesamt über zehn Millionen Euro kosten. In puncto Seniorenpolitik hebt Jos Roller das Altenheim in Bofferdingen, den neu eingeführten Betreuungsdienst „Help“ und das sich im Bau befindliche „Foyer du jour“, das im März 2012 bezugsfertig sein wird, hervor. Außerdem unterstreicht der Bürgermeister die hervorragenden Beziehungen und die gute Zusammenarbeit mit dem Seniorendienst „Servior“. Für die Jugend wird seit 1998 das Jugendhaus „An der Sonn“ in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Lintgen betrieben. In der auslaufenden Amtszeit wurden eine Reihe Spielplätze neu angelegt bzw. instand gesetzt, und es wird eine lokale Jugendzeitung herausgegeben. Auch im sozialen Bereich heißt es für Jos Roller am Ball bleiben. So betreibt die Gemeinde Lorentzweiler ein Sozialamt zusammen mit der Gemeinde Steinsel, und die Arbeitslosen-Initiative „de Fläissege Fiischen“ wurde ins Leben gerufen. Die Gemeinde Lorentzweiler zählt drei große Sportclubs: Volleyball, Fußball und Tennis. Für ersteren wurde die Sporthalle umgebaut bzw. erweitert: ein Abstellraum kam hinzu, der Sanitärblock wurde erneuert und eine Buvette

COPLANING und Partner stellen aus.

Die laufenden Projekte wie der Neubau für den technischen Dienst und eine Halle mit Abstellmöglichkeiten für die Vereine werden weiter vorangetrieben. Bürgermeister Jos Roller setzt auf die Jugend und will weiterhin die Vereine unterstützen, denn für ihn sind Vereine die tragende Säule in einer Gemeinde, damit diese nicht zur Schlafgemeinde wird. Léon Wietor, Spitzenkandidat der CSV Lorentzweiler, sieht viel Positives in der Arbeit der aktuellen Mehrheit, bemängelt aber die hohe Verschuldung der Gemeinde – Lorentzweiler stehe an fünfter Stelle der höchstverschuldeten Gemeinden des Landes. Die CSV tritt des Weiteren ein für die erneute Schaffung eines Dorfkerns mit Einkaufsstrukturen neben den rein administrativen Einrichtungen in den verschiedenen Ortschaften der Gemeinde. Auch sollten hier wieder kleine Unternehmen und Betriebe angesiedelt werden. Das Kulturzentrum in Helmdingen erweise sich als zu klein, zudem sei die Lage nicht optimal. Die CSV fordert u. a. den Rückbau der N7, sobald die A1 in Betrieb sei und den Bau eines Auffangparkings mit Parkhaus im Kreisverkehr „Kléck“ für die Pendler aus dem Norden. „Déi Gréng“ treten für ein Überdenken der aktuellen Bautenpolitik und die Teilnahme der Gemeinde am sozialen Wohnungsbau ein. Außerdem machen sie sich stark für eine Änderung in der Wasserpolitik. Quasi unisono fordern CSV und „Déi Gréng“ eine definitive Lösung für die derzeit untragbare Situation des Bahnübergangs nach Hünsdorf.

Artikel aus dem Wort vum 19.09.2011 iwert Lorentzweiler  

Am Artikel zitt den aktuelle Buergermeechter Jos Roller Bilanz iwert déi läscht 6 Joër, a stellt seng kloer Ideen fir déi nächst Joër fir