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Maggie Kolb

DIE ZEITUNG DER WÄHRINGER GRÜNEN

K3-KUTSCHKERGASSE: KUNST_KULTUR_KULINARIKMEILE oder: eine Vision für die Zukunft des Kutschkermarkts. Märkte sind heutzutage in Wien äußerst gefährdete Einrichtungen. Entweder werden sie ganz geschlossen wie der Simmeringer Markt oder der Markt am Dornerplatz in Hernals. Oder sie vegetieren vor sich hin wie der Markt am Nepomuk Vogl-

Platz. Auch dem Kutschkermarkt ist es schon einmal besser gegangen. Und dass es ihn in der jetzigen Form überhaupt noch gibt, ist nur dem unermüdlichen persönlichen Engagement und der kreativen Kraft der MarktstandlerInnen, und dabei

waehring.gruene.at Die Grünen Währing, Tel. 0676 ⁄ 661 26 25, waehring@gruene.at

besonders den Herzdamen, zu verdanken. Dieses Engagement wollen wir gemeinsam mit so vielen Menschen wie möglich unterstützen. Wir wollen dem Kutschkermarkt ein Umfeld geben, in dem er wieder blühen und aufleben kann: Mit dem ➜


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EDITORIAL LIEBE LESERINNEN! Seit nun 20 Jahren kaufe ich am Kutschkermarkt einen Grossteil meiner Lebensmittel ein. Einiges hat sich in diesen Jahren getan. Ideen wurden verwirklicht, manche davon haben die Zeit nicht überdauert, andere – wie der Genusspfad – setzten Zeichen und sorgten für neues Leben. Aber nichts hat den Markt so mitgenommen wie die jüngste „sanfte“ Sanierung: Zweimal im letzen Jahr wurden neue Stromanschlüsse hergestellt. Dazu ein neues Marktstandkonzept mit 2 Metern Maximaltiefe, das die elementaren Bedürfnisse und Rahmenbedingungen der dort arbeitenden Menschen grob missachtet. Da grenzt es an ein Wunder, dass die von uns befragten Herzdamen vom Kutschkermarkt ihren Mut und ihre Begeisterung für den Markt nicht verloren haben und schon wieder jede Menge Energie in die neuerliche Belebung und in die neuen Stände stecken. Unser Ziel ist es, im Rahmen des von uns initiierten Projektes „K3Kutschkergasse: Kunst – Kultur – Kulinarikmeile“ eine Vision für die Zukunft des Kutschkermarkts, einen Beitrag zur Belebung zu leisten, da uns der Markt seit Jahren ein Anliegen ist. Wir hoffen auf die tatkräftige Unterstützung von für Währing engagierten Menschen, von Kunst- und Kulturschaffenden oder Interessierten, um das Projekt gemeinsam zu tragen. Ihr ROBERT ZÖCHLING

➜ Projekt „K3 – Kunst-, Kultur- und Kulinarikmeile Kutschkergasse“ wollen wir den Straßenraum in der Kutschkergasse und Umgebung kulturell beleben und den Markt damit wieder ins Zentrum des öffentlichen Interesses rücken. Leere Geschäftslokale sollen durch künstlerische Aktivitäten mit neuem Leben erfüllt und das Publizistikinstitut einer neuen Nutzung zugeführt werden. Das Theater in der Edelhofgasse wollen wir einladen, bei „K3 – Kunst-, Kultur- und Kulinarikmeile Kutschkergasse“ mitzumachen. So wie der Markt ein Ort des öffentlichen Austauschs von Lebens- und Genussmitteln, ein Ort sinnlichen Erlebens ist, soll der öffentliche Raum in der Kutschkergasse zusätzlich auch Raum für Begegnung und Austausch zwischen Kunst- und Kulturschaffenden und Interessierten und MarktbesucherInnen werden. Markt als auch Kunst und Kultur in Währing zu beleben ist uns ein Anliegen.

LEERE GESCHÄFTSLOKALE NUTZEN In der Kutschkergasse gibt es viele leere Geschäftslokale. Wir fordern, dass die Stadt Wien diese mietet und zu einem günstigen Tarif an interessierte KünstlerInnen weiter gibt, die dort Ateliers, Kreativräume oder Galerien einrichten können. Diese KünstlerInnen sollen im Gegenzug ihre Arbeiten öffentlich zugänglich machen, die Lokale zum Straßenraum hin öffnen. Wir stellen uns vor, dass Teile des öffentlichen Straßenraums für künstlerische Aktivitäten mitgenützt werden können und sollen. Die Straße und der Markt als Atelier, als Tanz- und Performanceraum, als Ausstellungsfläche, als Erlebnisraum… Den Ideen sind dabei keine Grenzen gesetzt. Durch die Nähe von künstlerischen Aktivitäten mit Gassen und Plätzen wird Begegnung initiiert und Austausch angeregt. DAS PUBLIZISTIKINSTITUT NUTZEN Das Publizistikinstitut in der Schopenhauerstraße ist seit vielen Jahren zu klein für seine vielen StudentInnen. Die Stadt Wien sieht vor, dass in 2-3 Jahren das Institut mitsamt den Studierenden und dem Lehrkörper in ein größeres Gebäude im 9.Bezirk übersiedeln soll. Wir fordern, dass das Gebäude danach für eine öffentliche künstlerische Volkshochschule und eine Musikschule genutzt wird. Hier können Menschen jeden Alters ihre kreative Ader aus-

IHRE GRÜNEN IN WÄHRING.

leben, neue Zugänge zur Kunst und Musik finden oder einfach Spass an der Musik oder am künstlerischen Arbeiten haben. Für (Schul-) Bands sollen in diesem Gebäude auch eigene Proberäume eingerichtet werden. Dieser Ort soll ein weiterer Mosaikstein für musische und kreative Begegnungen aller Art sein. DAS THEATER DES AUGENBLICKS Das Theater des Augenblicks in der Edelhofgasse sehen wir als eine „Wurzel“ der Währinger Kulturszene. Seit fast 20 Jahren werden dort interessante und spannende Theaterprojekte inszeniert. Das Theater des Augenblicks widmet sich seit seiner Gründung den Themen Begegnung, Bewegung und Sprache, verschiedene Kulturen und deren Aufeinandertreffen. Wir wollen das Theater einladen, mit seinen Produktionen auch in den öffentlichen Raum zu gehen und so noch ein Stück näher an die Kutschkergasse heran zu rücken. DER KUTSCHKERMARKT Der Kutschkermarkt lebt vom Engagement seiner Genussmenschen. Vom Engagement der Genusssuchenden und dem der Genussbietenden. Von der Möglichkeit, den öffentlichen Raum uneingeschränkt zu nutzen, ohne störenden Verkehr, mit reichlich Platz zum Sitzen und Verweilen und der Möglichkeit, für sich die Langsamkeit neu zu entdecken. Dieses Engagement braucht unserer Ansicht nach positive Rahmenbedingungen, braucht Anteilnahme und Beteiligung. Wir wollen in unser K3-Projekt Kraft und Ressourcen einbringen, uns wo gewünscht und willkommen beteiligen. Ideen, Anregungen und Wünsche Wir laden Sie herzlich ein, uns Ihre Ideen, Anregungen und Wünsche für K3 mitzuteilen. Schreiben Sie uns eine eMail an waehring@gruene.at oder an Die Währinger Grünen, Lindengasse 40, 1070 Wien. Wenn Sie gerne bei K3 dabei sein möchten als für Währing engagierter Mensch, als Kunst- und KulturschaffendeR oder InteressierteR, laden wir Sie gern zu unserem Projekttreffen ein.

K3

Nähere Informationen über das Treffen erhalten Sie unter 0676/6612625 oder unter waehring@gruene.at

FÜR SIE IM ACHTZEHNTEN AKTIV. Klubobmann Marcel Kneuer sowie die BezirksrätInnen Alexandra Pekarek, Ute Greimel-Rom, Dieter Hohenwarter, Margit Stockinger, Robert Zöchling, Katharina Gugerell, Ronald Knapp und Oliver Fuchs.


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ÖVP & SPÖ WEITER GEGEN PARKPICKERL Währing: Auch über 800 Unterschriften für eine Parkpickerl zwischen Gürtel und Vorortelinie (S45) überzeugen die anderen Parteien nicht.

Die Klubobmänner aus Währing und Döbling, Marcel Kneuer und Christian Hlavac, übergeben die Unterschriften im Büro von Stadtrat Schicker.

halle kam es zu einer starken Abnahme der Stellplatzauslastung: an Tagen ohne Veranstaltung von 101% (vorher) auf 66% (nachher), an Tagen mit Veranstaltung von 104% (vorher) auf 75% (nachher). • Der Anteil der FalschparkerInnen lt. StVO nahm deutlich ab: Er beträgt nach Einführung der Parkraumbewirtschaftung rund 1%. Das heißt, es gibt sie faktisch nicht mehr. • Der Anteil der abgestellten Fahrzeuge mit Nicht-Wiener-Kenneichen ist nach Einführung der Parkraumbewirtschaftung „Stadthallenumgebung“ abends von ca. 20% - 25% (vorher) auf durchschnittlich 10% - 14% zurückgegangen.

m Mai letzten Jahres haben wir unsere Parkpickerl-Kampagne gestartet, und im Jänner 2010 war es endlich soweit: Wir haben über 800 Unterschriften aus Währing – fast ausschließlich von AnrainerInnen – an Stadtrat Schicker übergeben. Immerhin haben wir es mit der Kampagne geschafft, dass das Parkpickerl für Währing endlich wieder ein Thema ist, dem sich alle Parteien widmen müssen. Doch bis es endlich zur Umsetzung kommt, ist anscheinend noch ein weiter Weg mit vielen Hindernissen zu gehen.

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Ein Hindernis dabei sind die anderen Parteien in Währing. Weder ÖVP noch SPÖ

noch FPÖ sind für eine rasche Einführung des Parkpickerls. Ein dementsprechender Antrag der Währinger GRÜNEN wurde bei der Bezirksvertretungssitzung im September von allen anderen Parteien abgelehnt. Dabei waren unsere Argumente fast nicht vom Tisch zu weisen. Wir haben uns an den Ergebnissen des Parkpickerls im 15. Bezirks orientiert (siehe auch nachstehender Artikel), die wichtigsten Punkt waren: • Eine massive Reduktion der Stellplatzauslastung im Bewirtschaftungsgebiet. Sowohl an Tagen mit Veranstaltung als auch ohne Veranstaltung in der Stadt-

Wie wären wir in Währing glücklich, wenn wir endlich solche Ergebnisse hätten. Und Vorteile brächte das nicht nur für AutofahrerInnen, sondern für alle BezirksbewohnerInnen: Weniger Verkehr, weniger Lärm, mehr Platz für Radwege und besonders auch für Baumpflanzungen im grünarmen Gürtelgebiet. FALSCHE ABSTIMMUNG Ein weiteres Hindernis versucht die SPÖ Währing aufzubauen: Sie hat beantragt, dass es in Währing eine Abstimmung der Bevölkerung über das Parkpickerl geben soll. Das wäre rein prinzipiell ja nicht schlecht, hat aber einen großen Haken. Die SPÖ will nur in ganz Währing abstimmen lassen und weigert sich, den ➜

EIDHJ FRISCHER WIND IM ACHTZEHNTEN. Johanna Pasiecznik, Jessica Schreckenfuchs


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Wenn das Parkpickerl kommt, muss auch Bezirksvorsteher Homole nicht mehr illegal parken.

➜ Bezirk in zwei Zonen zu teilen. Was das

heißt, wissen wir noch zu gut von der Abstimmung über die Schubertparkgarage: Obwohl es wahrscheinlich zwischen Gürtel und Vorortelinie eine Mehrheit für das Parkpickerl geben würde, würden die Gegenstimmen aus Gersthof und Pötzleinsdorf (wo ein Parkpickerl derzeit nicht nötig ist), das Pickerl im ganzen Bezirk zu Fall bringen. Das lehnen wir strikt ab. VIEL GELD FÜR LEERE GARAGEN Aber auch SP-Stadtrat Schicker versucht sich mit Tricks gegen das Parkpickerl zu wehren. Erst müssten in den Gürtelbezir-

ken 15-19 ca. 20 Wohnsammelgaragen gebaut werden, bevor das Parkpickerl kommen kann. Wozu das gut sein soll, weiß niemand. Die Garagen kosten zusammen mehr als 50 Millionen Euro und werden nach Einführung des Parkpickerls leer stehen. Denn wenn das Parkpickerl kommt, werden z.B. in Währing zwischen 10% und 20% der Parkplätze wieder frei, da dann sowohl die NichtwienerInnen als auch die „Parkickerlflüchtigen“ aus dem 9. Bezirk Währing nicht mehr als großen Abstellplatz verwenden können. Wer soll sich dann in eine Parkgarage mit Kosten von 80 Euro im Monat hineinstellen?

WIR KÄMPFEN WEITER! Der große Erfolg unserer Unterschriftenaktion hat uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir werden daher auch in den nächsten Monaten immer wieder Vorstöße für das Parkpickerl machen.

EID Wenn Sie noch nicht unterschrieben haben, können Sie das weiterhin auf unserer Homepage machen: waehring.gruene.at/parkpickerl

GRÜNE POLITIK: TEMPO 30 IN INNERWÄHRING ABGELEHNT! er Antrag, auch im letzten noch fehlenden Teil Währings Tempo 30 zu verordnen, wurde von allen anderen Parteien abgelehnt. Damit müssen die BewohnerInnen in Gürtelnähe auch weiterhin unter unnötigem Lärm leiden. Im September haben wir den Antrag gestellt, dass die zuständige MA 46 ersucht wird, das Gebiet zwischen Gürtel, Jörgerstraße, Martinstraße/Gymnasiumstraße und der Bezirksgrenze zum 19. Bezirk zur Tempo 30-Zone zu erklären. Dabei sollen der Gürtel, die Kreuzgasse, die Währingerstraße, die Gentzgasse, die Sternwartestraße, die Anastasius-Grün-Gasse sowie die Gymnasiumstraße – dort, wo sie von öffentlichen Verkehrsmitteln befahren wird – ausgenommen werden. Die Martinstraße soll allerdings einbezogen werden. Der Vorteil von Tempo 30-Zonen für die

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Wohnbevölkerung ist eindeutig erwiesen. Auch bei der Debatte rund um Tempo 30 in Gersthof (das jetzt beschlossen wurde) hat sich gezeigt, dass die Vorteile die Nachteile dieser Maßnahme bei weitem überwiegen. In Innerwähring ist durch einen höheren Anteil des Autoverkehrs auch die Belastung wesentlich größer. Gerade, was die Lärmbelastung betrifft, gibt es diesbezüglich auch regelmäßig Beschwerden aus der Bevölkerung. Eine Reduzierung

des Lärmpegels um 3 dB(A) – wie sie bei Tempo 30-Zonen durchschnittlich gemessen wird – würde hier schon eine wesentliche Verbesserung bringen. Diese Minderung ist vergleichbar mit einer Reduzierung des Verkehrsaufkommens um 50%! In den Bezirken entlang des Gürtels sind bereits 90% der Wohngebiete Tempo 30-Zone. Gerade in Währing fehlt hier aber ein entscheidendes Stück. Positiv auswirken würde sich ein flächendeckendes Tempo 30 auch die SchülerInnen in diesem Gebiet, die zu Fuß unterwegs sind. Es könnte vielleicht für Eltern, die ihre Kinder derzeit mit dem Auto zur Schule bringen, ein Grund sein, diese zu Fuß gehen zu lassen. Der Antrag wurde von allen anderen Parteien abgelehnt.


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NEUES GARAGENPROJEKT VILMA-DEGISCHER-PARK

ERFOLGSSTORY PARKPICKERL Der 15. Bezirk beweist, dass das Parkpickerl eine große Entlastung bringt. Kriemhildplatz in der Nähe der Stadthalle: Viel Freiraum statt verparkter Gehsteige n Rudolfsheim-Fünfhaus zeigt ein „Sonderfall“, dass die Parkraumbewirtschaftung (Parkpickerl) auch in Bezirken außerhalb des Gürtels Vorteile bringen kann. Die Situation ist seit Jahren gleich, und alle äußeren „Gürtelbezirke“ kennen sie: PendlerInnen und „Pickerlflüchtlinge“ aus den inneren Bezirken verstellen die Grätzel rund um den Gürtel und ganz besonders bei den U-Bahnstationen. Der 15. Bezirk ist da keine Ausnahme, ist er doch mit gleich drei U-Bahnlinien (U3, U4, U6) gut versorgt und bei Parkplatzsuchenden daher sehr beliebt. Zusätzlich gibt es mit der Stadthalle Österreichs größte Veranstaltungshalle, deren BesucherInnen durch Parkplatzsuche und Parken die Situation zusätzlich verschärfen. Die Stadthalle war daher auch der Ausgangspunkt einer interessanten Sonderregelung.

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eine Ausweitung der Kurzparkzone sowohl im 15. Bezirk als auch für die erste Baublockreihe im 16. Bezirk beschlossen und der Pilotversuch in eine dauerhafte Regelung umgewandelt. Diese gilt seit September 2007.

DHJ EIN PILOTVERSUCH WIRD ZUR DAUERHAFTEN REGELUNG Rudolfsheim-Fünfhaus hat sich – als einziger der Bezirke außerhalb des Gürtels – bereits 2001 für die Einführung der Parkraumbewirtschaftung ausgesprochen. Aber da die Entscheidung darüber beim zuständigen Stadtrat Schicker liegt und dieser kein Interesse an einer Ausweitung hatte, ist lange nichts passiert. Lediglich ein „Pilotversuch“ für das Gebiet rund um die Stadthalle konnte erreicht werden: Für den Zeitraum September 2005 bis Juni 2007 wurde eine Kurzparkzone für die Abendstunden (18.00 - 23.00 Uhr) eingeführt. Die Ergebnisse dieses Versuchs waren dann auch nicht überraschend: Es gab eine spürbar geringere Stellplatzauslastung – übrigens auch tagsüber – im „Pickerlgebiet“ mit einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität. Gleichzeitig gab es eine Verschärfung der Situation im Randbereich, vor allem auch im 16. Bezirk. Daher wurde 2007

MEHR PLATZ FÜR FUßGÄNGERINNEN Heute hat sich die Situation für die BewohnerInnen der Gebiete rund um die Stadthalle deutlich verbessert: Es gibt viele freie Stellplätze, das Kreisen der Autos auf der Suche nach einem Parkplatz hat aufgehört, die Lebensqualität hat sich dadurch verbessert. Und es können nun auch Sünden der Vergangenheit rückgängig gemacht werden: Straßenzüge, in denen zusätzliche Stellflächen für Autos (absurderweise) auch Gehsteige beansprucht haben, können nun schrittweise wieder fußgängerInnenfreundlich gestaltet werden. Dies ist mit dem Umbau der Hütteldorfer Straße gelungen, die nun Gehsteigbreiten von mehr als zwei Metern aufweist. Und zumindest im unteren Teil wurde auch ein Radweg verwirklicht. Auch der Kriemhildplatz wird jetzt gemeinsam mit den AnrainerInnen neu gestaltet. Selbst wenn der Planungsprozess noch nicht abgeschlossen ist, so glaube ich doch, dass auch dort die Gehsteige gänzlich wieder den FußgängerInnen zur Verfügung stehen werden. Der Sonderfall Stadthalle zeigt deutlich, dass die Einführung des Parkpickerls viele Vorteile bringt: sofortige Entspannung der Parkplatzsituation für die AnrainerInnen, „Rückgewinnung“ von Gehsteigen, mehr Platz für Grünbereiche oder gute Radwege. Das alles bringt mehr Lebensqualität mit besserer Luft, weniger Lärm, mehr Wohlbefinden. Daher fordert RudolfsheimFünfhaus weiterhin die flächendeckende Einführung der Parkraumbewirtschaftung. Jennifer Kickert, BezirksvorsteherStellvertreterin Rudolfsheim-Fünfhaus

WORÜBER WÄHRING SICH ... ... WUNDERT: dass es für den Vilma Degischer Park ein fertiges Garagenprojekt gibt und Sie es nur hier erfahren!

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Nun gibt es also einen konkreten Vorschlag des Garagenkoordinators der Stadt Wien, auf Antrag der Währinger SPÖ und ÖVP, für eine Garage unter dem Vilma-Degischer-Park neben dem Evangelischen Krankenhaus. Das Problem dieses Standortes ist leicht ersichtlich: Da der Platz sehr klein ist, muss die Garage sehr tief gebaut werden, dementsprechend hoch sind auch die Kosten. Für 166 Stellplätze auf 5 Stockwerken 7,5 Millionen Euro. Die Garage Schubertpark mit 400 Stellplätzen hat ca. 6 Millionen Euro gekostet. Wir als Währinger Grüne sprechen uns strikt gegen die Garage aus. Es ist richtig, dass in der Gegend keine freien Parkplätze zu finden sind, allerdings kann eine Garage keine Lösung sein. Es herrscht hier eine hohe Überparkung von bis zu 30% mit Autos, die nicht aus Wien stammen. Meist Angestellte, MitarbeiterInnen und KundInnen des AKH sowie des WKO Campus Wien (Wifi und FH). Es ist nicht einzusehen, dass die AnrainerInnen rund um den Vilma-Degischer-Park 2 Jahre Baulärm, Dreck und mehr ertragen müssen und dann für einen Parkplatz noch ca. 80 Euro im Monat zahlen sollen, nur damit viele Nicht-AnrainerInnen ihre Autos hier gratis parken können. Und: Welcher Park in Währing ist bald nicht mehr bedroht von Garagenbau-Überlegungen? Im Übrigen: Die zu erwartenden Baumfällungen könnten nicht mehr mit Bäumen dieser Qualität ersetzt werden, weil die Erdbedeckung der Garage zu gering ist. Wir Währinger Grüne verlangen als Alternative endlich die sofortige Einführung des Parkpickerls zwischen Gürtel und Vorortelinie, die ein Vielfaches der 166 Parkplätze der Garage bringen würde, bei wesentlich geringeren Kosten und ohne jahrelange Belastungen durch eine Riesenbaustelle. P.S. Unterschreiben auch Sie für die sofortige Einführung des Parkpickerls in Währing zwischen Gürtel und Vorortelinie: waehring.gruene.at/parkpickerl


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WO BLEIBT DIE BILDUNGSREFORM? Die Proteste werden wieder aufleben.

ie StudentInnenenproteste an den Universitäten in Österreich sind wohl an niemandem spurlos vorüber gegangen. Es wurde demonstriert, mitbestimmt, oder man erklärte sich einfach solidarisch und unterstützte den neu eingeführten Begriff des „Audimaxismus“. Prinzipiell sind die StudentInnenproteste und die mediale Präsenz vorbei. Die Unmut und der Wunsch nach einer Bildungsreform bleiben.

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DIE UNI BRENNT! Tatsache ist, dass mit den Uniprotesten erstmals seit langem die Studierenden wieder ihre Unzufriedenheit geäußert haben. Was in der Akademie der Bildenden Künste als erster Aufschrei begann, hatte sich binnen weniger Stunden vom Audimax auf der Hauptuniversität Wien über die TU Wien bis hin zur BOKU ausgebreitet. Mittlerweile hat der Studierenden-Protest internationalen Status erreicht. Der Aufstand fand sogar in Spanien und England Anklang. Auch viele Unis in Deutschland haben sich solidarisch erklärt wie beispielsweise München, Regensburg, Frankfurt oder Würzburg, und ebenso eine „Unsere Uni brennt“- Besetzung gestartet. Durch die Vielzahl an Protestierenden wurde auch das Interesse seitens der PolitikerInnen geweckt. Die Grünen haben im Parlament sogar eine Sondersitzung zu dieser Thematik beantragt. Die Situation an den Universitäten erhöhte die Unzufriedenheit der StudentInnen schon seit längerer Zeit. Zwar wurden akademische Hürden wie Studiengebühren abgeschafft, jedoch nur für diejenigen, die zeit- und plangemäß in ihrem Studium vorwärts kommen. Studierende, die über ihrer Mindeststudienzeit plus zwei Toleranzsemester sind, zahlen weiterhin den Betrag von rund 380 Euro pro Semester. Gerade das Studieren für Erstseme-

strige wird immer schwieriger. Sobald die Aufnahmetests bzw. diverse Studieneingangsprüfungen nicht positiv absolviert werden, haben die StudentInnen kaum eine Chance, andere Kurse zu belegen. Dann

grantInnen-Förderung auf allen Ebenen, demokratische selbstverwaltende Organisation der Studierenden, ganzheitliche Abschaffung der Studiengebühren, Stopp der Ökonomisierung und etliches mehr. Kurz

Junge Menschen wollen eine gescheite Ausbildung kann es schon mal vorkommen, dass die nächsten Aufnahmeprüfungen erst ein Jahr später angeboten werden. Gerade dieser Zustand lässt die Studierenden verzweifeln. „Es kann nicht sein, dass man sich für ein Studium inskribiert, zwei Aufnahmetests absolvieren muss, um dann zu erfahren, dass man es nicht geschafft hat. Als Krönung wartet man ein Jahr, bis man erneut antreten darf. Wo bleibt da noch der Sinn des Studierens?“, so eine Studentin im ersten Semester Psychologie. Weitere Forderungen der StudentInnen beinhalten unter anderem den freien Zugang zu allen Studienrichtungen, Mi-

gesagt: freie Bildung für alle und umsonst – so der Leitspruch der Proteste an den Universitäten in Österreich. SITUATION AUF DER BOKU IN WÄHRING Auf der BOKU, der Universität für Bodenkultur im achtzehnten und neunzehnten Bezirk, fiel der Demonstrationsandrang eher knapp aus. Die Studierenden wollten sich an der Universität für Bodenkultur zwar den Protesten anschließen bzw. solidarisch erklären, aber gleichzeitig keine Vorlesungen stören. Daher wurde nur der Festsaal besetzt, und die Massen blieben aus. Zwar


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GRÜNE POLITIK BETEILIGUNG VON KINDERN BEI DER SPIELPLATZGESTALTUNG

Kreativer Protest für bessere Bedingungen

gibt es zu verhandelnde Missstände, aber nach wie vor hat die BOKU ein familiäres Image. Trotz des enormen Erstsemestrigen-Zuwachses an Studierenden, vor allem in der Studienrichtung Umwelt- und Bioressourcenmanagement, wurden keine Zugangsbeschränkungen oder KnockOut-Prüfungen eingeführt. Der freie Bildungsweg für BOKU-Studierende wird zwar ermöglicht, aber es mangelt immer noch an universitären Räumen. Die Hör-

saal-Situation lässt zu wünschen übrig, und so kann es einem passieren, dass die Chemie-Vorlesung in einem Kino wie dem Cineplexx Kagran oder dem IMAX-Kino abgehalten wird. Vor Ort gibt es keine Tische, sondern Liegesesseln mit Getränkehaltern, und dazu wird Popcorn gereicht. Trotz dem Kritikpunkt des Platzmangels und der fehlenden Finanzspritze fühlen sich viele Studierende auf der BOKU gut betreut. Die Protestwelle ist zwar vorläufig abgeflaut, aber trotz der konkreten Forderungen der Studierenden bleiben sie leider unerfüllt. Auch politisch und gesellschaftlich ist das Thema am verblassen. Doch die Probleme bleiben. Zu wenige ProfessorInnen, zu kleine Hörsäle, zu verschultes Uni-(Bachlor-)system. Solange das nicht gelöst wird, wird der Protest weiter schwelen und über kurz oder lang wieder aufleben. Inzwischen ist man in Diskussisonsforen wie zum Beispiel Facebook oder Twitter nach wie vor präsent und bereitet sich auf die neue Wissenschaftsministerin vor bzw. auf das nächste Großereignis, die von 11. bis 13. März 2010 in Wien und Budapest stattfindende Konferenz zum Bologna-Prozess, an der BildungsministerInnen 46 europäischer Staaten teilnehmen werden. Sicher ist jedenfalls: Ohne eine grundlegende Reform werden die Proteste sicher bald wieder aufflammen. Johanna Pasiecznik und Jessica Schreckenfuchs

Wir sind der Meinung, dass Kinder zuwenig bei der Spielplatzgestaltung eingebunden werden. Immer wieder kommt es vor, dass Spielplätze in Parks von erwachsenen PlanerInnen umgestaltet werden, die Kinder aber nachher nicht mit dem Ergebnis zufrieden sind. Eine vorherige Einbindung der Kinder könnte hier wesentlich bessere Ergebnisse erzielen. Aktuelles Beispiel ist der Währinger Park, in dem erst kürzlich der Spielplatz umgestaltet wurde, im Kinderparlament allerdings wieder zahlreiche Umgestaltungswünsche geäußert wurden. Daher haben wir beantragt, dass die Magistratsabteilung 42 ersucht wird, größere Umgestaltungen von Spielplätzen nur mehr nach einer vorherigen umfassenden und professionellen Befragung

betroffener Kinder (den Spielplatz nutzende Kinder als auch SchülerInnen der umliegenden Schulen) durchzuführen. Der Antrag wurde von allen anderen Parteien abgelehnt.


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VERKEHRSBERUHIGUNG IM COTTAGEVIERTEL Der Cottage Verein hat eine Studie zur Verkehrsberuhigung veröffentlicht. Die Ideen gehen in die richtige Richtung. uch wenn man es nicht glaubt, im eher ruhigen Cottage gibt es verkehrsmäßig einige Probleme. Natürlich sind diese nicht zu vergleichen mit dem Lärm oder der Verkehrsbelastung im

viertel so ist, wie muss es dann erst in den vom Verkehr viel mehr belasteten Vierteln Währings sein! Insofern muss man diese Initiative auch unter dem Aspekt sehen, der vom Cottage Verein auch in der Einleitung genannt wird: „Die Realisierung würde nicht nur eine verkehrsberuhigte Zone um den Türkenschanzpark und einen größeren Erholungsraum ermöglichen, sondern auch ein Musterprojekt für zukunftsweisendeVerkehrsregelung.“ Das bedeutet aber auch, dass es wichtig ist, nicht nur das Cottageviertel alleine zu beruhigen, sondern Schwellen für mehr Sicherheit und weniger Tempo dass auch andere Viertel Währings daKreuzgassenviertel oder in Innerwähring. von profitieren müssen. Doch nun zu den Trotzdem ist es auch in dieser Gegend Details der Lösungsvorschläge im Konsinnvoll, etwas zu verbessern. Das hat nun zept. Ein zentraler Punkt ist natürlich die der Cottage Verein – in dem einige Be- Hasenauerstraße. Hier soll durch kleine wohnerInnen des Viertels organisiert sind Aufpflasterungen sowie die Einführung – in Angriff genommen. Es wurde bei der von Tempo 30 die Geschwindigkeit verTechnischen Universität Wien eine Studie ringert werden. Außerdem sollen Einzum Thema „Verkehrsberuhigung im Cot- bahnregelungen den Durchzugsverkehr tageviertel“ in Auftrag geben, die dann im Bereich Gregor Mendel-Straße und Türvon Univ.-Prof. Dr. Thomas Macoun er- kenschanzstraße verhindern. Auch für die stellt wurde. Cottagegasse soll es geschwindigkeitsmindernde Maßnahmen geben. Ziel ist es LÄRM VERMINDERT LEBENSQUALITÄT dabei, den reinen Durchzugsverkehr zu Interessant an der Problemanalyse ist, dass verdrängen. der Verkehr und die damit verbundene Lärmentwicklung bei Umfragen unter den Im Gegensatz zu früheren Konzepten, Cottage-BewohnerInnen als der Faktor be- die umfassende Einbahnregelungen vorzeichnet wird, der die Lebensqualität am sahen, bringt der jetzige Entwurf nur sehr meisten beeinträchtigt. Wenn das schon maßvolle Änderungen, die aber durchaus im vergleichsweise „ruhigen“ Cottage- effektiv sein dürften.

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ÜBER WAS SICH WÄHRING ... ... ÄRGERT: dass die ÖVP in der letzten Bezirkvertretungssitzung gegen alle Anträge gestimmt hat, die eine Verbesserung in der Gersthoferstraße bringen werden. Trotzdem wurden sie mehrheitlich angenommen.

UND WAS SAGEN DIE WÄHRINGER GRÜNEN DAZU? Prinzipiell können wir die Grundintentionen und auch viele Maßnahmen der Studie unterstützen. Aber: So ein Konzept kann man nicht unabhängig von den benachbarten Bezirksteilen umsetzen. Sonst verlagert sich der Verkehr in die Nachbargebiete, und die Belastung steigt noch mehr. Daher muss auf jeden Fall das Parkpickerl zwischen Gürtel und Vorortelinie eingeführt werden, weil es die gesamte Verkehrsbelastung verringert. Außerdem muss das Gebiet zwischen Gymnasiumstraße/Martinstraße und Gürtel endlich Tempo 30-Zone werden (inklusive Martinstraße). Weiters braucht es auch in den angrenzenden Gebieten verkehrsberuhigende Maßnahmen durch gegenläufige Einbahnen. Dazu gehören z.B. die Schleichwege in der Paulinen- und Lacknergasse. Mittelfristig wäre es auch sinnvoll zu überlegen, ob in dieser Gegend eine Buslinie vom 17. Bezirk in den 19. Bezirk nicht auch noch zur Verkehrsberuhigung beitragen könnte. Nicht zu vergessen ist auch der Radverkehr. Wenn die Verkehrsberuhigung hier wirklich greift, könnten viele Straßen für RadfahrerInnen ohne zusätzliche Maßnahmen gefahrlos benutzbar sein. Im Cottageviertel wurden jetzt erst einmal die Wünsche der AnrainerInnen zu diesem Konzept erhoben, die dann in einer BürgerInnenversammlung diskutiert werden sollen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass das Konzept nicht in der Schublade verschwindet, denn ausgehend vom Cottage könnte es hier wichtige Impulse für mehr Lebensqualität in Währing geben. Marcel Kneuer Die Studie zum Herunterladen: http://www.cottageverein.at/Conten/ Frameset_2Verkehr.html


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BUCHKRITIK HEIDI BRUNNBAUER: IM COTTAGE VON WÄHRING/DÖBLING …

“GESCHICHTE UND GESCHICHTEN DER WIENER GEMEINDEBEZIRKE“

Interessante Häuser – interessante Menschen III, Edition Weinviertel

BEZIRKS-CD „WÄHRING“

er das Cottage besser kennenlernen möchte, findet in den 3 Bänden der Cottage-Serie von Heidi Brunnbauer ein sehr interessantes Nachschlagewerk. Dabei wird einerseits das Grundprinzip und -verständnis des Cottage-Gedankens erklärt. Andererseits werden viele Häuser und Menschen beschrieben, die das Cottage geprägt haben. Das sind in erster Linie Menschen der Oberschicht, Wirtschaftstreibende und KünstlerInnen.

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Und obwohl es natürlich interessant ist, mehr über ihre Lebensgeschichten zu erfahren, so merkt man doch ein wenig das Fehlen der Beschreibung all jener Menschen, die hier in den letzten 130 Jahren in dienender Weise in den Häusern tätig wa-

ren und all dieses Leben, das uns hier beschrieben wird, erst ermöglicht haben. Vieles davon wird man wohl nie erfahren, aber vielleicht ergibt sich noch ein vierter Band mit Interviews älterer Menschen, die ein wenig mehr beschreiben können, wie sich das Leben im Cottage vor 60, 70 Jahren abgespielt hat. Es könnte – zumindest beispielsweise – diese doch sehr nüchternen (wenn auch nicht schlechten) Beschreibungen der Häuser mit Leben füllen. Einen kleinen Einblick darin bekommen wir zumindest indirekt, wenn von den zahlreichen Arisierungen nach 1938 berichtet wird. Hier brauchen wir leider nicht viel Vorstellungsgabe, wie es sich damals abgespielt hat. Eine Erinnerungstafel für all die Menschen, die damals aus dem Cottage vertrieben wurden, wäre in diesem Zusammenhang auch mehr als angebracht. So bietet dieser 3. Band, wie auch die beiden anderen davor, viele interessante Einblicke, die einen guten Denkanstoß liefern. Er hinterlässt außerdem noch viele Lücken, die vielleicht auch einmal gefüllt werden und das Bild über das Leben im Cottage noch mehr erweitern können. Marcel Kneuer

Seit einiger Zeit werden vom Aktionsradius Wien CD's über einzelne Wiener Bezirke herausgegeben. Jetzt ist auch eine über Währing erschienen. 80 Minuten lang gibt es viele Informationen, in erster Linie über die Geschichte Währings. Namen werden erklärt, Herkünfte erläutert und besondere Häuser vorgestellt. Ergänzt wird das Ganze mit kurzweiligen Interviews und Wiener Musik. Es handelt sich um nichts Peppiges, sondern um eine gemütlich angelegte CD, die man in ruhiger Stunde gerne hört. Am besten hat man dazu auch einen Bezirksplan und eines der vielen historischen Fotobücher über den Bezirk zur Hand. Denn die Texte animieren dazu, sich viele dieser Dinge, die man auf der CD hört, zumindest auf Fotos anzuschauen, wenn nicht gleich in Wirklichkeit zu sehen. Ein Teil der CD ist auch die Vorstellung von Währinger Berühmtheiten, zu denen der Sänger Heinz Holecek oder Beatrix Neundlinger von den Schmetterlingen gehören. Oder Egon Fridell, der sich in der Gentzgasse auf der Flucht vor den Nazis in den Tod stürzte. Die CD ist sowohl für Menschen, die schon länger in Währing, wohnen als auch für Neuhinzugezogene eine interessante Bereicherung.


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GENERATIONEN-CAMPUS VINZENZGASSE Ein Projekt zur Belebung des Kreuzgassenviertels ist in Währing nicht unumstritten. Unklar ist warum. eit Ende des Jahres 2006 ist es geschlossen, das Haus der Barmherzigkeit Ecke Vinzenzgasse/Kreuzgasse, und seither stellt sich die Frage, was mit dem Haus passieren wird. Nun hat der Eigentümer – eine kirchliche Stiftung – ein interessantes Konzept vorgestellt, das auch umliegende Grundstücke (Schulen) mit einbezieht, und in dem das Haus zu einem Begegnungszentrum für Jung und Alt werden soll: Das „Generationen-Campus Vinzenzgasse“.

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BEGEGNUNG DER GENERATIONEN Das Haus der Barmherzigkeit, die Schulstiftung und die Caritas der Erzdiözese Wien planen gemeinsam die Schaffung eines Bildungs- und Pflegekompetenzzentrums. Dazu gehört ein Neubau des Hauses der Barmherzigkeit (siehe Zeichnung), in dem man wieder eine Pflegeeinrichtung nach modernsten Maßstäben schaffen will. Neu dazu kommen sollen die bestehende Volks- und Hauptschule, die sich einen Block weiter in der Antonigasse befinden. Diese sollen erneuert und um eine Fachhochschule für Sozialbetreuungsberufe der Caritas erweitert werden. Die Fachhochschule bildet neben der neu errichteten Pflegeeinrichtung das Herzstück des neuen Campus in der Vinzenz- und Antonigasse. Dadurch sollen Studium und Praxis ideal verbunden werden. VORTEILE FÜR WÄHRING Der Pflege- und Bildungscampus könnte eine spürbare Aufwertung des Kreuzgassenviertels bringen. Mit einer modernen Pflegeeinrichtung für rund 220 BewohnerInnen und einer eng damit verbundenen Fachhochschule für ca. 220 Studierende der Gesundheits- und Krankenpflege – Schwerpunkt Langzeitpflege – soll außerdem die pflegerische und soziale Infrastruktur im Bezirk ausgebaut

Ein Generationen-Campus als Impulsgeber für das Kreuzgassenviertel werden. Die berufsbildende Schule soll von der Fachschule bis zur Matura zahlreiche Ausbildungen im Altenarbeits- und Behindertenbetreuungsbereich anbieten. Die bestehende Volks- und Hauptschule soll modernisiert und erweitert werden. Die Spiel- und Sporteinrichtungen für Schul- und Kindergartenkinder bleiben erhalten, ebenso der Grünraum in Richtung Kirche St. Severin. MEHRHEIT IN WÄHRING DAFÜR In Währing ist das Projekt – obwohl es eigentlich nur Vorteile für den Bezirk bringt – leider nicht unumstritten. Während die Währinger ÖVP und die GRÜNEN für das Projekt sind, ist die SPÖ dagegen. Genaue Gründe dafür werden nicht genannt, anscheinend wird hier der Parteitaktik der Vorrang gegeben vor dem Wohl der Währinger Bevölkerung. Eine Sorge, die es bei manchen AnrainerInnen gibt, dürf-

te aber sicher unbegründet sein: Die Angst vor weiterem Parkplatzverlust. Denn im Haus der Barmherzigkeit soll es eine große Garage geben, die kein Vergleich mit den wenigen Stellplätzen im alten Haus ist. Und bis zur Fertigstellung wird es außerdem hoffentlich auch schon das Parkpickerl in Währing geben. Was uns als Grüne wichtig ist, ist, dass es Möglichkeiten geben soll, das Gelände auch als AnrainerIn zu durchqueren, damit es einerseits hier kürzere Wege gibt und andererseits das Gelände als Block nicht abgeschlossen von seiner Umgebung ist. Besonders bei den Grünflächen rund um die Kirche wäre eine Öffnung für die breite Öffentlichkeit wünschenswert. Jetzt ist einmal der Gemeinderat am Zug, der für die Errichtung bzw. Erweiterung der Schul- und Sozialbauten ein Widmungsverfahren einleiten muss. Es bleibt zu hoffen, dass dieses wichtige Projekt für das Kreuzgassenviertel nicht zwischen den politischen Fronten zerrieben wird. Marcel Kneuer

Im Konzept für den geplanten Pflege- und Bildungscampus werden umliegenden Areale miteinbezogen.


WÄHRINGER BLATTL

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GRÜNE AKTIV IN WÄHRING Hier finden Sie einige Anträge, die wir in den letzten beiden Bezirksvertretungssitzungen gestellt haben. Alle Anträge nachzulesen auf unserer Homepage waehring.gruene.at.

FAHRRADABSTELLPLÄTZE AN DER KREUZUNG MARTINSTRAßE/STAUDGASSE

VERBESSERUNGEN FÜR FUßGÄNGERINNEN BEIM SCHUBERTPARK

RADFAHREN IN DER WÄHRINGERSTRAßE

An der Kreuzung Staudgasse/ Martinstraße besteht ein großer Bedarf an Fahrradabstellplätzen, der sich derzeit durch das Abstellen von Fahrrädern im Eingangsbereich des Hofermarktes manifestiert. Dadurch werden insbesondere der vom Geschäft für das Anhängen von Hunden vorgesehene Platz und der Gehsteig verstellt. Mit der Errichtung von 6 Fahrradabstellbügeln soll der Radverkehr im Bezirk durch sichere Abstellplätze für Fahrräder weiter attraktiver gemacht werden und die Störung zu Fuß gehender VerkehrsteilnehmerInnen vermindert werden.

Direkt beim Schubertpark – Ecke Teschnergasse/Schulgasse – hätten wir gerne eine Schwelle auf der Fahrbahn errichtet. Denn dort queren täglich viele Kinder und ältere Menschen den Kreuzungsbereich, um in den Schubertpark zu gelangen bzw. wieder nach Hause zu gehen. Um diesen neuralgischen Punkt für Kinder und ältere Menschen sicherer zu machen, soll eine Schwelle die AutofahrerInnen zum langsamen Fahren motivieren. Der Antrag wurde mit den Stimmen der GRÜNEN und der SPÖ der Verkehrskommission zugewiesen.

Viele RadfahrerInnen wollen von Gersthof gerne sicher in Richtung Gürtel fahren. Da es leider nur wenige Möglichkeiten gibt, verwenden viele die Währinger Straße, wo dann bei der Klostergasse die Radroute durch die Schulgasse beginnt. Die Währinger GRÜNEN haben daher beantragt, dass der zuständige Stadtrat Rudi Schicker ersucht wird, Maßnahmen zu treffen, die das Radfahren in der Währinger Straße zwischen Gersthofer Straße und Aumannplatz sicherer machen.

Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen

Dort wurde er mehrheitlich abgelehnt.

Leider wurde das Problem von den anderen Parteien nicht erkannt und der Antrag von ÖVP, SPÖ und FPÖ abgelehnt.

MEHR GEHSTEIGFLÄCHEN VOR DEN VOLKSSCHULEN

MEHR BÄUME IN DER THERESIENGASSE

RADFAHREN VON DER GYMNASIUMSTRAßE ZUM GÜRTEL

Wir hätten gerne an den Volksschulstandorten VS Bunte Schule (Schulgasse 57), Albertus Magnus VS (Michaelerstr. 12), VBS Scheibenbergstr. 63 und der Evangelische VS (Schumanngasse 17) jeweils vor dem Schuleingang eine Gehsteigverbreiterung. Denn dort sind die Gehsteige sehr schmal, und die Kinder als auch die Eltern finden sowohl in der Früh als auch nach der Schule wenig Platz vor. Kinder und Eltern brauchen geeigneten Platz, um sich von einander zu verabschieden oder Kontakte zu anderen Eltern und Kindern zu knüpfen – eine Verbreiterung der Gehsteige wäre hier förderlich. Der Antrag wurde von allen anderen Parteien abgelehnt.

Das gürtelnahe Gebiet im Kreuzgassenviertel ist gekennzeichnet durch eine dichte Verbauung mit äußerst wenig Grün. Um den AnrainerInnen in diesem "vernachlässigten" Bezirksteil ein wenig mehr Lebensqualität zu ermöglichen, wollen wir, dass die Theresiengasse, beginnend bei der Jörgerstraße bis zur Kreuzgasse, durch eine großzügige Baumreihe "grüner" wird.

Wenn man vom Radstreifen in der Hasenauerstraße oder der Gymnasiumstraße aus Richtung 19. Bezirk kommt, gibt es in Währing keine sichere Möglichkeit, um zum Gürtel zu gelangen. Wir haben daher beantragt zu prüfen, wie diese Radverkehrsanlagen durch eine geeignete Verlängerung im 18. Bezirk an die Radverkehrsanlagen am Gürtel und im 9.Bezirk angebunden werden können, und anschließend die zuständigen Magistratsabteilungen mit der Umsetzung zu beauftragen.

Der Antrag wurde von allen anderen Parteien abgelehnt.

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.


HERBERT PASIECZNYK

KÜNSTLER AUF REISEN

Reisen ist sein Leben, und Herbert Pasiecznyk lebt die Kunst. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels befindet sich der aus Währing stammende Künstler Herbert Pasiecznyk auf Fuerta Ventura, um Natur und beeindruckende Landschaften

Barcelona und Zürich in Kauf. Leidenschaft für Kunst kennt nun einmal keine Grenzen. Obwohl Herbert Pasiecznyk, wie all seine männlichen Familienmitglieder, einen Beruf mit Metall erlernte, ist ihm schnell klargeworden, dass er nichts anderes kann und will als Künstler zu sein. Dieses Ziel erreichte er über den zweiten Bildungsweg.

Im Laufe seiner Karriere als Maler durchlebte er verschiedene Phasen. Während seiner Schaffensperioden widmete er sich den unterschiedlichsten Themen, Motiven und Techniken. Einzigartig sind vor allem die Farbräume, und charakteristisch ist die radikale Reduzierung auf geometrische Grundformen. Im Alter tendiert er

auf die Leinwand zu projizieren. Vierzehn Tage wird er dort aquarellieren, und es gilt, das subjektiv Wahrgenommene vor Ort umzusetzen. Begleitet wird der 68jährige Lehrende von eifrigen StudenInnen, welche seine Kurse an der Volkshochschule besuchen. Seit Herbert Pasiecznyk sein Diplom auf der Kunstakademie am Schillerplatz absolvierte, lebt dieser mit und von der bildenden Kunst. Zahlreiche Reisen fördern dabei die Inspiration und liefern Erkenntnisse. Um eine einzige Ausstellung zu besuchen, nimmt der dreifache Vater lange Strecken wie nach Paris,

Der facettenreiche Künstler bezeichnet sich selbst als Kind seiner Zeit, und er wurde nicht nur von der bildenden Kunst, sondern auch aus anderen Kunstbereichen wie etwa der Musik beeinflusst. Er verrät uns, leidenschaftlicher Hörer von Mahler und Schubert zu sein. Besonders fasziniert ist Herbert auch vom wissenschaftlichen Zeichnen wie etwa anatomisches Zeichnen oder darstellende Geometrie. Hierbei geht es weniger um Kunst im eigentlichen Sinn, sondern um Genauigkeit, Auffälligkeiten und Abnormitäten. Auch das Aktzeichnen zählt zu seinem Kunstbereich.

mehr zum Abstrakten als zum Realistischen. Ausgangspunkt kann eine Zeichnung oder ein Foto sein – es wird als Anregung genommen, um es danach weiter zu bearbeiten oder wieder zu verwerfen. Der Arbeitsprozess, den der Künstler bei einer Projektumsetzung durchläuft, kann Monate bis hin zu Jahren dauern. Einige Wochen kann das Objekt unangetastet bleiben, bevor es wieder überarbeitet wird. Die Arbeitsweise kann sozusagen mit einer Schachpartie verglichen werden. Jessica Schreckenfuchs, Johanna Pasiecznyk

GRÜNER KALENDER TREFFEN:

Währinger Grünen Treffen Mittwoch, 17. März 2010, 19.00 Uhr Mittwoch, 21. April 2010, 19:00 Uhr Ort: Bitte erfragen unter: 0676 661 26 25 bzw. waehring@gruene.at

SITZUNG:

Öffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Donnerstag, 6. Mai 2010, 16.30 Uhr 1180, Amtshaus Martinstraße 100

GRÜNER KONTAKT Wenn Sie das Währinger Blattl gratis bestellen, uns im Wahlkampf unterstützen oder zu einem Kennenlern-Treffen eingeladen werden wollen mailen Sie uns oder rufen Sie uns an: waehring@gruene.at bzw. 0676/6612625. Auch über sonstige Anregungen freuen wir uns! Umfangreiche Infos über unsere Aktivitäten gibt es auf der Homepage www.waehring.gruene.at.

Impressum: Währinger Blattl 01 ⁄ 2010, Zulassungsnummer: GZ 02Z033789 M. Medieninhaber: Die Grünen, Lindengasse 40, 1070 Wien. Redaktion: Bezirksgruppe Währing, Tel. 0676 ⁄ 661 26 25, waehring@gruene.at. Druck: Schmitz, Leystraße 43, 1200 Wien. Verlagspostamt: 1180 Wien. Herstellungsort: Wien. P. b.b. An einen Haushalt!

Künstlerportrait: EIN

Österreichische Post AG Info.Mail Entgelt bezahlt

Grüne Wien: http://wien.gruene.at


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