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Du Mont´s Handbuch der Farbe


© 1988 Du Mont Buchverlag. Köln Alle Rechte vorbehalten. Reproduktion: Litho, Köcher, Köln Satz und Druck: Rasch, Bramsche Buchbinderische Verarbeitung: Hunke & Schröder Printed in Germany ISBN 3-7701-2111-2 Alle besser gemacht: Johannes Schuh Marc Andre Rath HfG Schwäbisch Gmünd WS 10/11 Nadine Villani


Du Mont´s Handbuch der Farbe Systematik und Ästhetik


Inhaltsverzeichnis

21 Farben-Mischen

7 Aspekte der Farbe Was ist Farbe? Eine graue Welt? Der Mensch und die Farbe Vorlieben und Abneigungen Fazit 9 Farben-Gesetze Wieviele Farben gibt es? Kann man 1000 Farben ordnen? Vier Bereiche aus 3+2 Farben Die Farbbereiche der Natur Die Farbbereiche – pur Primärfarben – die Elemente der Körperfarben Sekundärfarben Mischreihen zwischen den Primärfarben Der Farbenkreis Getrübte Farben Modulationen und Nuancen Komplementärfarben 2

Die sechs Mischarten Lasurfarben übereinander Mischbeispiele Eigenhelligkeit der Farben Sättigung und Intensität Modulation nach Weiß: Aufhellen Modulation nach Schwarz: Schwarztrüben Modulation nach Grau: Grautrüben Der Reichtum der Nuancen Modulationstabellen Farbton-Bereiche Buntmischung 1:1 Mischtabelle 1:1 Zwei-Farben-Bereiche Farbräume Zweifarbige Tonflächen 57 Licht und Lichtfarben Mittlere Mischung und Primärvalenzen Additive und subtraktive Farbmischung Weißes Licht und Spektrum Weißes Licht aus Kompensativfarben Direkt erzeugtes Farbiges Licht Farben aus weißem Licht Farbarten und ihre Rezeption

75 Optische Phänomene

65 Bildschirmfarben Die Farbe Schwarz Computerbilder 67 Sonnenlicht Mittsommernacht und Südsee-Stimmung Licht und Schatten Blaues Wasser 71 Farben - Sehen Farbe und Bewußtsein Farben-Gedächtniß? Das anpassungsfähige Auge

Wechselwirkungen Gleichzeitige Farben - Simultanwirkung Scheinbarer Verlauf Flimmereffekt Farben nacheinander - Sukzessivwirkung Nachbilder Interpretationen Farben in Bewegung Scheinbare Bewegung Optische Mischung Farbeffekte Nachbarfarben Farben-Wechsel Gedrehte Farben Proportionen Farben ohne Grenzen Exakte Schritte 5776 Rechtecke Raster Grafik Inteferenzen Farbzone Farbverflechtung Fließende Übergänge Der perfekte Verlauf


Inhaltsverzeichnis

97 Farbharmonien Schönheit durch Gleichklang Harmonie und Spannung Disharmonien? Harmonie Regeln Einfarben-Familie Dunkle Familien Helle Familien Nuancen - Familien Buntfarben System und Komposition Gesamtbild ... und Auszüge 116 Arrangements Zufallsbilder Absicht oder Zufall? Farbe als Verführerin Schönheit des Zerfalls und des Abfalls Von Mutter Natur Spontane Farben

134 Farben-Design

126 Farbstimmungen Farben-Symphonie Anmutungen Frühling und Weihnachten Was ist eine feminine Farbe? Spiegel der Seele 131 Farben-Geschmack Kinderfarben Trivialfarben Bildung und Eigenbildung Andere Länder – andere Farben

Die 30er und 50er Jahre 1972 und 1984 Die 80er Jahre Beispiel Auto Trendfarben

147 Anhang Druckverfahren und Materialien Farbsortimente Begriffe

139 Farben-Druck Original und Vielfarbendruck Tonflächen im Vierfarbendruck Duplexdruck Zweifarbiger Druck Strich- und Halbtonvorlagen Druck mit echten Farben Reproduktion mit Scanner und digitalem Punktaufbau Beispiel elektronischer Bildverarbeitung

168 Bildnachweiß 172 Dokumentation Analyse Redesign Plakate 3


Farben-Gesetze

Der Mensch und die Farbe

Vorlieben und Abneigungen

Fazit

Der Mensch nimmt die Farbe sinnesphysiologisch in erster Linien als Körperfarben, d.h. als Farbigkeit von Gegenstandsoberflächen wahr. Farbige Oberflächen sind jedoch nur Erscheinungen von Licht und Lichtfarben. Lichtfarben treten in reiner Form in der Natur selten auf, wir kennen sie hauptsächlich als Spektralfarben des Regenbogens.

Jeder Betrachter hat seine sehr persönliche Einstellung zu Farben. Manche gefallen ihm und ziehen ihn an, andere lassen ihn unbeteiligt oder stoßen ihn ab.

Die Beschäftigung mit dem Phänomen Farbe liefert Erfahrungen und Erkenntnisse, die in einzelnen Bereichen wie Farbenordnung, Farben-Sehen und Harmonieregeln differenzierbar sind.

Über das Gefallen hinaus werden von Farben Stimmungen ausgelöst, die in den meisten Fällen nicht bewußt registriert werden, uns aber sehr beeinflussen können. Ästhetische und emotionale Wirkungen von Farben sind genauso existent wie Meßdaten.

Das eigentliche Ziel ist es, über Teilaspekte hinaus objektive und subjektive Faktoren miteinander in Beziehung zu bringen. Dazu gehören auch, allen zeitbedingten Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen zu sein.

Lichtfarben sind im Vergleich zu Körperfarben intensiver und reiner. Körperfarben entstehen dadurch, das weißes Licht beim Auftreffen auf Oberflächen in Teilen absorbiert und in Teilen reflektiert wird. Als Körperfarbe sehen wir nur das zurückgeworfene Licht, das durch die Teilabsorption dunkler ist als das auf den Gegenstand auftreffende Licht.

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Die übergreifende These heißt: Farbe ist als ein menschliches Erlebnis zu begreifen.


Farben-Gesetze

Kann man 100 000 Farben ordnen ?

Wieviele Farben gibt es?

Die Versuche, die große Zahl der Farbe in eine Ordnung zu bringen, reichen drei Jahrhunderte zurück und sind keinesfalls abgeschlossen.

Spontane Schätzungen rechnen von einigen Hundert bis zu Tausend unterschiedlichen Farben. Demgegenüber wurde bei Grafik-Computern Angabe in Millionenhöhe gemacht.

Allen Modellen gemeinsam ist die Reduzierung der Farbenvielfalt auf elementare Bereiche, aus denen man spezifische Gesetzmäßigkeiten ablesen kann.

Sinnvoll ist es jedoch, die Differenzierbarkeit des menschlichen Auges als Maßstab zu nehmen. Die Unterschiedsschwelle wird festgestellt, indem man einer Reihe von Personen sehr ähnliche Farbproben vorlegt, bis die Hälfte von ihnen keine Farbunterschied mehr feststellen kann. Beim Spektralband (siehe S. 60) kann man maximal 300 Farben unterscheiden. Alle weiteren Farben ergeben sich durch die Abmischungen in verschiedenen Richtungen, die man ebenfalls in feinste Abstufungen unterteilen kann.

Vier Bereiche aus 3 + 2 Farben Ein geübtes Auge kann bei optimaler Beleuchtung Zwischenstufen von bis zu 100 000 Farben erkennen. Die verschiedenen Farbenordnungen gehen allerdings selten über 1000 Muster hinaus, und die Sortimente im Handel umfassen oft weniger als 100 Farben. Das Auge kann also sehr feine Unterschiede treffen, die sich in der Praxis nicht voll nutzen lassen.

Eine erste Übersicht über die Gesamtheit der Farben führt zu vier Bereichen aus denen sich die Mischgesetze ableiten lassen.

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Licht und Lichtfarben

Wassertropfen brechen weißes Licht in ein Farbband.

Weißes Licht und Spektrum Weißes Licht, das aus den drei Primärvalenzen Rot, Grün und Blau aufgebaut ist, kann in diese wieder zerlegt werden. Die Primärvalenzen können beliebig oft gemischt und wieder getrennt werden (was bei gemischten Körperfarben nicht möglich ist). Somit kann man auch umgekehrt sagen, daß weißes Licht entsteht, wenn alle drei Primärvalenzen in vollen Anteilen zusammentreffen. Ein Prisma zerlegt weißes Licht in ein Farbband, das die drei Primärvalenzen und alle Mischfarben aus diese Farben mit fließenden Übergängen zeigt, wie man sie vom Regenbogen kennt. Isaak Newton griff sieben Farben aus dem Spektrum besonders heraus. Tatsächlich aber umfaßt es ca. 300 vom Auge unterscheidbare Farben.

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Das Farbband beginnt beim kurzwelligen Violett und reicht bis zum langwelligen Rot; es umfasst damit alle sichtbaren Farben mit zunächst einer Ausnahme: Magenta. Da Magenta aus der Mischung der Primärfarben Rot und Blau entsteht und diese im Spektrum nicht zusammentreffen können, wird diese Farbe erst sichtbar, wenn zwei Spektren in diesem Bereich überlagert werden.


Licht und Lichtfarben

Rot und Cyan ergibt Weiß

Weißes Licht aus Kompensativfarben

Entstehung von weißem Licht

Für das Entstehen von weißem Licht reicht das Zusammentreffen von Kompensativfarbenpaaren (entsprechend der Komplementärfarben der Körperfarben), da in dieser alle drei Primärvalenzen enthalten sind und letzteres sich daher zu Weiß ergänzen. Da zu jeder Lichtfarbe eine Kompensativfarbe gehört, gibt es eine nahezu unbegrenzte Anzahl von Kompensativfarbenpaaren.

Licht wird immer dann als weiß empfunden, wenn es alle Frequenzen umfaßt. Das kann auf verschiedene Weise erreicht werden.

Gelb und Blau ergibt Weiß

Magenta und Grün ergibt Weiß

1. Durch Zusammenfassung des gesamten Spektrums. 2. Durch Mischung der drei Primärvalenzen. 3. Durch die jeweilige Mischung von Kompensativfarbenpaaren.

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Farben-Sehen

Farben - Sehen Die Forschung über die Entstehung der Farben und über das Farben-Sehen führten zu erbitterten Auseinandersetzungen, die bis zum heutigen Tag nicht voll ausgetragen sind. In ihren wesentlichen Einsichten sind die beiden grundlegenden Theorien von Newton und Young/Helmholtz heute allgemein akzeptiert. Die vor 300 Jahren von Isaak Newton formulierte Dreifarbentheorie erklärte die Entstehung aller Spektralfarben aus dem weißen Licht. 100 Jahre später erweiterte Thomas Young diese Theorie um den Rezeptionsvorgang durch die menschliche Netzhaut, Forschungen, die von Herrmann von Helmholtz in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu sogenannten Young/Helmholtz-Theorie physikalisch und physiologisch aufgebaut wurden.

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Mit diesen Theorien können jedoch nicht alle Vorgänge des Farben-Sehens vollständig erklärt werden. Denn der Sehvorgang ist in seiner Gesamtheit komplexer, als ihn diese beiden Theorien darstellen könnten. Das Farben-Sehen gehört ohne Zweifel zu den erstaunlichsten menschlichen Leistungen. Der Mensch ist fähig, in einem einzigen Augenblick viele Tausende Farben gleichzeitig zu sehen, und das in raschem Wechsel. So lassen sich die Farbeindrücke bei der Autofahrt durch eine Stadt in Zahlen nicht festhalten.

Farbe ist relativ

Auge und Rezeptoren

In Farbtheorien werden Farben als konstante Größe unter gleichbleibenden Bedingungen dargestellt. In der Wahrnehmung von Farben wirken jedoch verschiedene objektive und subjektive Einflüsse zusammen, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Sie entstehen durch ein Zusammenspiel von Licht und Beleuchtetem, von Auge und Gehirn.

Nach Young/Helmholtz ist die Netzhaut des menschlichen Auges mit den drei Rezeptoren für die Farben Rot, Grün und Blau ausgestattet. Durch deren unterschiedlich starke Reizung entstehen die einzelnen Farben. Bei gleichzeitig intensiver Reizung aller drei Rezeptoren sieht man Weiß. Bei zunehmend schwacher Reizung sieht man die Farben dunkler, bis man letzlich gar nichts mehr erkennt, was man als Schwarz bezeichnet.

Max Liebermann sagt, daß nur der Schein nicht trügt, und Josef Albers spricht von der Farbe als einem höchst relativen Medium.


Farben-Sehen

Auge und Gehirn

Farbe und Bewußtsein

Farberfahrung

Das Farben-Sehen läßt sich jedoch nicht ausschließlich auf die Reizung der Netzhautrezeptoren reduzieren. Die Impulse werden vielmehr von der Netzhaut an ein Farbenzentrum zur Auswertung weitergeleitet und dabei mit vorausgegangenen Erfahrungen verglichen. Dies führt zu ganzheitlichen Wahrnehmungen, die über das Registrieren von Farben hinausgehen. Auf diese Weise interpretiert man zum Beispiel einen kleinen gelben rundlichen Körper als Zitrone.

Das Gehirn ist in der Lage, die Seherlebnisse mit bekannten Bildern und Gegenständen zu vergleichen und dadurch zu erkennen. So entstehen Wahrnehmungen, die mit dem Abbild auf der Netzhaut nicht übereinstimmen müssen.

Beim Erkennen von Gegenständen werden zuvor gemachte Erfahrungen im Hinblick auf die spezifische Wirklichkeit von Objekten in die Wahrnehmung mit einbezogen. Das Bewußtsein verändert also die eingehenden Farbreize in Anlehnung an bereits gemachte Erfahrungen (Farbkonstanz).

In der Forschung über das Farben-Sehen wird deshalb überwiegend die Ansicht vertreten, daß Farbe mehr vom Bewußtsein als von den Sinneszeizen wahrgenommen wird.

Die Abbildung einer weißen Tasse erscheint dadurch räumlich und realistisch, daß sie Abschattierungen aufweist. Die Grautöne werden als Ergebnis der unterschiedlichen Beleuchtung erkannt. Das Gehirn unterdrückt sie jedoch, damit wir die Tasse als weiß erkennen können.

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Begriffe

16, 17, 58 Farbenkreis 152

Begriffe Bei der Zusammenstellung des nachfolgenden Begriffsapparates hat sich bestätigt, daß viele Bezeichnungen unpräzise oder mehrdeutig sind und oftmals auch unterschiedlich verwendet werden. Umgekehrt existieren für ein und denselben Vorgang verschiedene Bezeichnungen. Das beginnt mit dem Begriff "Farbe", der umgangssprachlich sowohl für einen Farbton als auch für eine Farbsubstanz verwendet wird; einer DIN-Norm zufolge gilt er nur für die visuelle Erscheinung: er gilt für die Eigenhelligkeit einer gesättigten Farbe wie auch für deren Aufhellungen. Auch die in vielen Farbtheorien verwendeten Begriffe "Farbqualität" und "Farbkontrast" werden selten präzisiert. Deshalb ist es notwendig und nützlich, die verschiedenen Begriffe zu erfassen und sinnvoll zu erläutern. Dadurch wird eine einseitige Auslesung vermieden und eine Verständigung auf breiter Basis ermöglicht. 74 Adaption Anpassung der Netzhautempfindlichkeit an die Veränderungen der Lichtstärke. 57 ff. Additive Farbmischung Werden Lichtfarben gemischt, addieren sich die Energien der einzelnen Farben; das Ergebnis ist dadurch heller als die jeweilige Ausgangsfarben. Durch Mischen der Primärvalenzen Grün, Rot und Blau ergeben sich die übrigen Farben: Grün und Rot ergeben Gelb Rot und Blau ergeben Magenta Blau und Grün ergeben Cyan Grün, Rot und Blau ergeben Weiß Unterschiedliche Anteile ergeben die weiteren Farben. Durch Filter oder Prismen kann der Vorgang wieder umgekehrt werden.

154

Bronzieren

Airbrush (Spritzpistole)

Aufstäuben von Metallpulver auf eine frischgedruckte Farbfläche zur Erlangung eines Metalleffekts. Siehe auch Metallicfarben.

Gerät, das flüssige Farbe unter Druck (mit Kompressor oder Druckluftflasche) in feinster Verteilung versprüht. Dadurch sind sind zarte Töne und feine Übergänge möglich. 28, 32 ff., 152, 153 Aufhellung Durchführung: 1. durch Mischen mit Weiß; 2. durch Verdünnungen; 3. durch Aufrasterung; 4. durch dünnen Farbauftrag (bei 2-4 wirkt das Weiß des Untergrunds mit). 82 Auflösungsvermögen 1. Flächenmäßig: das Auge kann kleine Elemente nur bis zu einem Sehwinkel von zwei Grad einzeln erkennen. Was unter diesem Meßwert liegt, wird als optische Mischung erfaßt. (Auf diesem Wahrnehmungsprinzip beruhen der autotypische Bilderdruck und das Fernsehen.) 2. Zeitmäßig: bei rascher Aufeinanderfolge werden Farbeindrücke nicht mehr einzeln, sondern als Mischfarbe wahrgenommen.

Bunttrüben Siehe Trübungen. 154 Deckfarben

Kreisförmige Anordnung der bunten Farben, bestehend aus den Primärfarben und den jeweils dazwischenliegenden abgestuften Sekundärfarben. Die Abstufungen können geometrisch ermittelt oder empfindungsgemäß gesetzt werden, wodurch sich unterschiedliche Zwischenstufen ergeben. Übliche sind Farbenkreise mit zwölf oder 24 Farben. In einigen Fällen werden durch Aufhellung, besonders im Violettbereich, angenäherte Helligkeiten erreicht. Sinngemäß können auch gleichförmig aufgehellte oder getrübte Farben zu einem Farbenkreis angeordnet werden. 9 ff., 18

Farben, die den Untergrund einschließlich anderer Farbschichten abdecken (Gegenteil: transparente Farben/Lasurfarben). Die Deckfähigkeit ist in den meisten Fällen absolut. Durch Zugabe von Deckweiß können transparente Farben deckend gemacht werden.

Farbenordnung

143, 145

100 ff.

Durchsichtsvorlage

Farbfamilie

Vorlage für die Reproduktion aus transparentem Material (Film). Siehe auch Aufsichtsvorlage.

Farbzusammenstellung mit mindestens einer gemeinsamen Komponente: 1. Farben gleicher Sättigung- bzw. Modulationsstufe (z.B. Ausschnitte aus dem Farbenkreis); 2. Farben aus je Modulationsbzw. Trübungsreihe.

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Systematische Stufenanordnung aller bunten und unbunten Farben als Farbkörper: Kugel, Würfel, Doppelkegel, Doppelpyramide u. a. sowie deren Schnitte.

Farb(erscheinungs)arten 143, 145 Aufsichtsvorlage Vorlage für die Reproduktion aus nicht transparenten Material (Papier, Leinwand u.a.). Siehe auch Durchsichtsvorlage. 27 Brillianz Kennzeichnung für die Leuchtkraft, Intensität einer Farbe.

Farben können 1. direkt von einer Lichtquelle ausgehen; 2. von einem Gegenstand zurückgestrahlt werden; 3. einen Raum diffus erfüllen; 4. ohne Begrenzung auftreten (Himmel). 71 Farbempfindung Optischer Vorgang des Farben-Sehens: Reizung der Rezeptoren im Auge durch Lichteinfall. Durch unterschiedliche Wellenlängen enstehen die verschiedenen Farben. Siehe auch Farbwahrnehmung.

63 Farbfilter Farbige, transparente Scheiben, die die Komplementärfarbe ausfiltern. 72 Farbkonstanz Ausgleichender Vorgang bei der Farbwahrnehmung, wodurch ein Gegenstand auch bei veränderter Beleuchtung, gleichartig empfunden wird.


Begriffe

143 18

Gebrochene Farben

Farbkörper Systematische Anordnung aller Farben als stereometrisches Model (Kugel, Würfel, Doppelkegel u. a.). Siehe auch Farbenordnung.

Farbmetrik Zahlenmäßige Kennzeichnung von Farben aufgrund von Meßwerten.

100, 113. 114 Farbtafel Flächige Darstellung von Farbabstufungen. Da nicht alle Farbabstufungen auf einem einzelnen Blatt dargestellt werden können, erfolgen sie in einer Reihe von Blättern (die den Schnitten durch einen Farbkörper entsprechen).

Farbtemperatur 67 Farbperspektive Tiefenwirkung in der Landschaft, bedingt durch größeren Blauanteil des Lichts, das aus entlegenen Partien kommt. Siehe auch Luftperspektive. 54, 55

Anteile von kurzwelligen und langwelligem Licht. Deren Meßdaten werden entsprechend der jeweiligen Temperaturausstrahlung eines erhitzten Körpers in Kelvin-Grad angegeben. Die Farbtemperatur ist für die Auswahl von Fotolampen und Farbfilmen von Bedeutung. Glühlampe: 2 600 - 3 000 Grad; mittleres Tageslicht/ Leuchtstoffröhre: 5 000 - 6 000 Grad; hellstes Sonnenlicht: bis 16 000 Grad.

Farbstereoskopie Bei einem flächigen Bild scheinen bestimmte Farben weiter vorne befindlich als andere. Gewöhnlich hat Hochrot die größere Nahwirkung, die jedoch auch vom Zusammenspiel mit anderen Farben und von der Formgebung des Farbträgers abhängt.

Farbvalenz Farbiges Licht, dessen Farbton von den beteiligten Frequenzen bestimmt wird.

Farbwert Farbstich Tendenzen eines Farbtons in Richtung eines anderen (z.B. grünliches Gelb). Der Begriff wird auch für die Überbetonung einer Farbe beim Druck verwendet. 152 Farbstoffe Substanzen, die sich in Flüssigkeiten völlig auflösen und den charakteristischen Farbton bestimmen.

Festlegung einer Farbe durch die Bestimmungsgrößen Farbton, Sättigung und Helligkeit. Für die Zuordnung des Farborts in einem Farbkörper sind die Angaben der jeweils zugrunde gelegten Farbenordnungen maßgebend. Siehe auch Farbkörper und Farbenordnung.

Bunte Farben werden gebrochen: 1. mit Schwarz (Schwarztrüben); 2. mit Schwarz und Weiß = Grau (Grautrüben); 3. mit der jeweiligen Komplementärfarbe (Bunttrüben). 27, 45 Gesättigte Farben Diese Farben haben den höchstmöglichen Buntcharakter, sind sind weder getrübt noch aufgehellt. Andere Bezeichnungen für den gleichen Sachverhalt: reinbunt, vollgesättigt, intensiv, farbklar u. a..

Gloss 1. Glanz 2. besonders intensive Tiefenwirkung der Farbe beim Vollton-Übereinanderdruck (= doppelter Farbauftrag).

Graukeil Stufenloser Übergang von Schwarz nach Weiß.

Schutzlack aus Leinöl, der nachträglich auf ein Ölbild aufgetragen wird. Er kann matt oder glänzend sein.

Repro-Vorlage mit unterschiedlichen Grautönen, die im Druck durch Rasterung wiedergegeben werden. 26 Helligkeit 1. Eigenhelligkeit eines Farbtons, die gemessen   werden kann und die einer bestimmten Gradation des Graukeils entspricht. 2. Stufe der Aufhellung einer Farbe. 130 Kalte Farben Gefühlsmäßige Zuordnung von Farben, besonders aus dem kurzwelligen Blaubereich. Als kälteste Farbe wird Türkis empfunden. Siehe auch warme Farben. 20, 61 Komplementärfarben/Kompensativfarben (auch als Gegenfarben oder Ergänzungsfarben bezeichnet). Farbpaare, die sich bei Körperfarben zu Schwarz und bei Lichtfarben zu Weiß ergänzen.

77 Grauskala/Grauleiter Stufenweise erfolgender Übergang von Schwarz nach Weiß, meist in zehn Stufen je zehn Prozent. 58 Grundfarben

Firnis

Halbtonvorlagen

Elementare Farben, auf denen Farbordnungen aufgebaut sind. Sie sind nicht einheitlich festgelegt, so daß verschiedene Farbenordnungen drei, vier, sechs oder acht Grundfarben haben.

59, 64 Körperfarben Feste, pastose oder flüssige Farbsubstanzen, deren Farben durch Pigmente oder Farbstoffe bestimmt wird. Siehe auch Lichtfarben. 152, 153 Lasur Auf die jeweilige Farbsubstanz abgestimmtes Verdünnungsmittel


Dokumentation - Inhalt

182 Redesign Textebenen und Bildumgang 176

179 Analyse

174 Analyse Format Raster und Ordnungssystem Buchstuktur

Problemstellung Zielsetzung 177

175

Schriftanalyse Textebenen und Bildumgang Zielgruppenanalyse 172

Format

Plakate Theaterkalender 2

Redesign Redesign

184

Raster 181

178

Plakate Theaterkalender

Redesign Analyse

183

Schrift 180

Verwendete Buchseiten Analyse

Redesign

Ordnungssystem Regelbrüche

185 Plakate Theaterkalender 3


Analyse

180mm x 240mm

174mm x 234mm

Format Einband: 180mm x 240mm Seiten: 174mm x 234mm Das Handbuch benutzt somit ein Format mit dem Teilungsverhältnis 1:1,33 Periode dieses Format kommt dem Teilungsverhältnis der DIN-Formate (1:1,41) recht nah, ist jedoch ein eigenständiges Format.

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Raster und Ordnungssystem

Buchstrucktur

Das Raster des Handbuchs ist 3- bzw. 6-spaltig, Text ist immer einspaltig bzw. zweispaltig gesetzt. Bilder und Illustrationen erstrecken sich über eine bis zu 6 Spalten. Der Steg zwischen den einzelnen Spalten beträgt ca. 4mm. Ränder sind nicht einheitlich eingehalten so bewegt sich der obere von 150mm bis 170mm, der untere von 100mm bis 130mm, der äussere und untere Rand von 130mm bis 170mm.

Das Buch ist in Kapitel eingeteilt, die Kapitel erstrecken sich über 2 bis 9 Doppelseiten. Jedes Kapitel ist noch einmal unterteilt in Informationsblöcke mit eigener Überschrift. Manche Illustrationen verlaufen über mehrere Seiten und stehen für sich alleine ohne Text.


Analyse

Schriftanalyse

Textebenen und Bildumgang

Zielgruppenanalyse

Du Mont´s Handbuch der Farbe setzt auf eine serifenbetonte Barockantiqua, die Times, die Schriftgröße des Fließtexts beträgt 10pt. Kapitelüberschriften sind am Anfang Bold und in Versalien mit 20pt Schriftgröße gesetzt, auf jeder weiteren Seite des Kapitels wechselt die Schriftgröße auf 7pt, auf Versalien wird verzichtet. Einzelne Informationsblöcke sind mit Überschriften in 16pt Bold gekennzeichnet, unterteilt werden diese Blöcke mit mit weiteren Unterüberschriften welche Fett mit 14pt Schriftgröße gesetzt.

Der Fließtext beträgt maximal 43 Zeilen und beginnt immer unterhalb der Überschriften auch wenn diese nicht vorhanden ist. Überschriften haben immer den gleich vertikalen und horizontalen Abstand, durch das Raster bedingt. Alle Texte sind in Blocksatz gesetzt und in 3 spaltiger Aufteilung nur in zwei Fällen verläuft der Fließtext über zwei Spalten. Die Größe des Satzspiegels beträgt 1450mm auf 2050mm. Die Zeilen der Textblöcke bestehen aus ca. 27 Zeichen, der Zeilenabstand ist leicht erhöht. Bilder und Texte sind fest ins Raster eingebunden, der ganze Aufbau bietet eine gute Gliederung der Informationen. Wegen des geringen Platzes wirkt alles doch sehr eingeengt und vollgepackt.

Du Mont´s Handbuch der Farbe reiht sich ein in die Sparte der Special Interest Products, es ist für jeden der sich für Farbe intressiert oder beruflich damit zu tun hat. Das Buch funktioniert zum einem zur Wissensvermittlung und ist damit perfekt zum lernen, zum anderen auch als Nachschlagewerk da es über ein umfangreiches Stichwortverzeichnis mit Erklärungen verfügt. Es ist handlich, relativ übersichtlich und gut durchstrukturiert, diese Eigenschaften sind für die oben genannten Anwendungsmöglichkeiten nur zuträglich. Mögliche Anwender des Buches sind Christian Müller, 43 Jahre Alt, Grafik-Designer, Stephan Westen, 23, Grafik-Ausbildung, Oma Hilde, 62, Hobby-Künstlerin.

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Analyse

Problemstellung Da es sich um ein Lehrbuch handelt muss viel Wert auf Lesbarkeit, Struktur und Eindeutigkeit gelegt werden. Das Buch wird nicht nur am Stück gelesen, sondern auch als Nachschlagewerk verwendet. Dies bedeutet, dass Textinhalte beim schnellen Überfliegen erfasst und verstanden werden müssen. Hierbei muss auf die Worterkennung geachtet werden, Wörter dürfen nicht auseinandergezogen oder zu eng gestellt werden, da sonst die typische Wortcharakteristik gestört wird. Ein erhöhter Zeilenabstand kann die Lesbarkeit fördern aber auch stören. Wichtige Textabschnitte oder grafische Elemente die immer wieder auftauchen, sollten immer an gleicher Stelle stehen, da diese bei der schnellen Recherche dadurch besser gefunden werden. Bilder sollten eindeutig sein und auf das Thema hinweisen, dadurch erkennt man sofot welches Thema auf der jeweiligen Seite behandelt wird. 176

Elemente wie Bildunterschriften, Überschriften oder Seitenzahlen sind immer an gleicher stelle aufzufinden, hier sollten keine Experimente gemacht werden. Bei der Textauszeichnung, z.B. Infokästen oder Merksätze, sollte mit der Hervorhebung sparsam umgegangen werden, die Erkennbarkeit darf darunter aber nicht leiden.

Zielsetzung Die Funktion des Buches soll zum einen die eines Lehrbuchs sein, welches Wissen schnell und einfach vermittelt, zum anderen auch als Nachschlagewerk für eine ökonomische Recherche dienen.


Analyse

Buchseiten die wir f端r das Redesign verwendet haben.

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Redesign

DIN A4 210mm x 297mm

Goldener Schnitt 170mm x 275mm

Format Um ein geeignetes Format zu finden, schnitten wir Papier auf verschiedenste Größen zu. Diese Vorlagen im Goldenen Schnitt, DIN- und eigenem Format, waren perfekt um die Formate auf handlichkeit und visuelle Eigenschaften zu untersuchen. Wir entschieden uns recht früh, das Buch im Querformat anzulegen, da nebeneinander angeordnete thematisch unterschiedliche Textblöcke optisch noch einmal besser getrennt sind. Uns gefiel auch die Idee das unser Buch in einem Regal herrausragen würde, und so mit einem einfachen Handgriff sofort parat ist. Nach ausführlicher Untersuchung der Formate entschieden wir uns für ein eigenes mit den Maßen 200mm x 310mm und dem Seitenverhältnis 1:1,55. Nachdem wir auf dieses Format unser Raster angelegt und einige Text- und Bildelemente platziert hatten bemerkten wir die Seiten brauchen mehr Weißraum vor allem nach oben und unten. 178

Wir entschieden und 50mm in der Höhe beizugeben, sodass zwischen Bild und Textelementen mehr Platz bleibt. Das entgültige Format war definiert.

Eigenes Format 200mm x 310mm

Eigenes Format 250mm x 310mm


Redesign

Schrift Die Schriftwahl fiel uns nicht leicht. Serifenbetonte oder Serifenlose Schrift für den Fließtext war noch offen. Um eine geeignete Schriftart zu ermitteln, druckten wir eine Textstelle aus dem Buch in verschiedensten Schriftarten und größen aus. Serifenbetonte Schriften waren die Times, Garamond und Sabon, serifenlose Schriften waren unsere Favoriten. Wir testeten unter anderem die Avenir, DinPro, Futura, Meta und Interstate sowie die Monospace Schrift, Letter Gothic. Jede dieser Schriften setzten wir in den Größen 8 bis 11pt ab. (Entschieden haben wir uns für 8pt Schriftgröße mit 10pt Zeilenabstand, somit ist er um 0,4pt höher als Siemens-Ingenieur Ludwig Goller es angedacht hatte.) All diese Schriften haben ihre individuelle Ästhetik und Bedeutung, doch nur eine schien uns passend.

Unser Buch behandelt ein physikalisch, wissenschaftliches Thema, um dies gerecht zu werden wählten wir einen schmucklosen konstruierten Font. Die DinPro im Light Schnitt kam diesem Ziel am nächsten. Wir wählten den Light Schnitt da die Din ursprünglich für Straßenbeschilderung und Autokennzeichen entwickelt wurde, dementsprechend ist der Regular Schnitt schon sehr Fett im Gegensatz zu anderen, gebräuchlichen Schriften. Der Light Schnitt, der Din, ist somit mit dem Roman oder Regular Schnitt anderer Schriften zu vergleichen, er wirkt leicht und ergibt im Zusammenspiel mit Bild und Weißraum eine zurückhaltende Wirkung ohne unterzugehen. Die Fette des Regular Schriftschnitts schien uns Ideal für Überschriften und Kapitel.

Ein weiterer Test mit dieser Zusammenstellung, zeigte uns dass sie zwar funktioniert, jedoch ein wenig langweilig ist und nicht genügend Kontrast zwischen Überschrift und Fließtext bietet. Eine Serifenbetonte Schriftart in Kontrast und Harmonie zu der schon entschiedenen Din, im Fließtext, zu finden ist der nächste selbstauferlegte Schritt. Eine weiter Analyse der vorhandenen Tests zeigte das die Sabon, eine aufgeräumte Version des Klassikers Garamond, mit klarerem Schriftbild, und damit besserer Lesbarkeit, ein idealer Parter zum konstruierten Din ist. Unser Fließtext ist definiert in 8pt DinPro, mit 10pt Zeilenabstand, für Kapitel sowie Überschriften und Unterüberschriften kommt die Sabon in gleicher Schriftgröße zum Einsatz.

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Redesign

Raster Das Grundlinienraster definiert sich durch den gewählten Zeilenabstand welcher 10pt beträgt. Ein 12-spaltiges Raster teilt unser Layout ein. 12 Spalten ergeben kleine Units und ein variables Raster, welches viel Spielraum für Gestaltung bietet. Da unser Handbuch Seiten mit viel Text beinhaltet, wie Stichwort- und Begriffsverzeichnisse, wollten wir unseren Text auf vier Spalten verteilen. Jeder Textblock benutzt 3 der 12 Spalten. Bilder und Illustrationen nehmen mindestens 3 maximal 6 der 12 Spalten ein. Wir hätten für unser entgültiges Layout auch nur ein 4 Spaltiges Raster verwenden können. Da wir uns wärend der Definition des Rasters, noch in der Layout- und Entwicklsphase befanden, lieferte 12 Spaltige Raster mehr Raum für mögliche Veränderungen und Sicherheit bei eventuellen Ausnahmefällen.

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Der Steg zwischen den Spalten beträgt 4mm analog zur Anzahl unserer Textblöcke. Für den inneren und äußeren Rand blieben uns 35mm, diese verteilten wir wie folgt, der äußerer Rand beträgt 15mm, der innere 20mm, denn innen ist die Bindung des Buches zu berücksichtigen. Oben beginnt der Satzspiegel bei 8mm, und endet 19,75mm vor dem untere Seitenrand. Der Satzspiegel liegt somit auf optischer Mitte der Seiten. Seitenzahlen befinden sich zwei Zeilen unterhalb des Satzspiegels, sie schließen mit dem äußeren Rand bündig ab.


Redesign

Ordnungsystem In unserem Buch geht es um Farben, deshalb war es nur sinnvoll die Kapitel mit Farben zu strukturieren. Wir haben die einzelnen Kapitel mit Farben aus dem Farbkreis von Johannes Itten kodiert. Die Farben haben wir im Inhaltsverzeichnis eingeführt, sie stehen in Balkenform vor den einzelnen Kapiteln. Die Balken haben die Höhe der 8pt Minuskeln,ein kleiner Streifen am rechten Ende besitzt 50% Transparenz. Dieselbe Auszeichnung findet man natürlich auch auf den eigentlichen Kapitelseiten, sie fahren vom äusseren Seitenrand in höhe der Kapitelbezeichnung auf die Seiten ein. Bei geschlossenem Buch sind die Streifen ebenfalls erkennbar, dies erleichtert das Aufschlagen des Buches in einem bestimmten Kapitel. Einzelne Teile der Typografie sollten noch kontrastreicher unterschieden werden. So ist der Fließtext nur in 80% schwarz gedruckt, die dazugehörigen Überschriften in 90% schwarz.

Regelbrüche Fazite, Merksätze sowie Kapitel und Seitenzahlen sind in 100% schwarz. Im Inhaltsverzeichnis ist diese Einteilung auch zu finden: Seitenzahlen und Kapitel sind ebenfalls 100% schwarz gedruckt, Überschriften der Texte innerhalb der Kapitel sind 80% schwarz.

Eine der selbstdefinierten Regeln haben wir gebrochen, im Begriffsverzeichnis sind ebenfalls Seitenzahlen zu finden. Diese Seitenzahlen sind im Gegensatz zu den anderen 90% schwarz, kein anderes Element der Typografie hat diesen Schwarzwert. Die Seitenzahl ist wichtiger als die kurze Begriffsdefinition in 80%, aber weniger wichtig als der Begriff selbst der natürlich 100% schwarz ist. Dies ist das einzige Situation, im gesamten Buch, in der eine Seitenzahl eine zwischenpriorität besitzt.

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Redesign

Textebenen und Bildumgang Bilder und Illustrationen befinden sich im oberen drittel der Seiten, 120mm vom unteren Rand des Satzspiegels entfernt. Sie sind quadratisch oder rechteckig, je nachdem ob sie über drei oder sechs Spalten verlaufen. Drei Spalten sind ingesammt 65,75mm breit, dieser Wert gibt somit auch die Höhe der Bilder an. Bildmaterial wird immer von rechts beginnend auf den Seiten platziert. Fließtext und dazugehörige Überschriften befinden sich im unteren drittel der Seiten, er beginnt 70,5mm vom unteren Rand des Satzspiegels aus. Unser großzügiges Format erlaubt es uns gewaltige Textmenge optisch auszugleichen, duch Umbruch in einen neuen Textblock. Dieser optische Ausgleich ist vor allem dann gefragt, wenn Textblöcke unterschiedlicher Größe sich auf einer Seite befinden. Ein Textblock füllt den Satzspiegel, nach unten hin, nicht immer ganz auf.

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Der raffinierte Gegensatz zum nach unten auslaufenden Fließtext, ist beim Inhaltverzeichnis und Begriffsverzeichnis zu sehen. In beiden Fällen wird der Satzspiegel von unten aufgefüllt. Die Texblöcke des Inhaltsverzeichnisses füllen sich maximal bis zum unteren Rand der Bilder auf. Das Begriffsverzeichnis enthält mehr Text und braucht mehr Platz, die Textblöcke verlaufen deshalb maximal bis zum oberen Rand der Bilder. Bildunterschriften liegen direkt unterhalb der Bilder. Sie sitzen auf der nächsten Grundlinie direkt unterhalb des Bildes im selben Zeichenformat wie der Fließtext. Ein Textblock besitz maximal 20 Zeilen, eine Zeile hat ca. 50 Zeichen. Der Satzspiegel ist 275mm Breit und 222,25mm Hoch.


Plakate

Helvetica Neue LT STD Bold 10pt Haarlinie 1pt 100% schwarz

DIN A1 Rot R:255 G:035 B:035

Helvetica Neue LT STD Light 8pt

Helvetica Neue LT STD Bold 10pt Haarlinie 1pt weiß Helvetica Neue LT STD Roman 8pt

Theaterkalender Der große rote Kreis lockt den Betrachter an, die relativ kleine Schrift wird erst dann erkennbar und informiert über die Veranstaltungen des MusikTheaters. Der Kreis ist aufgeteilt, die Kreissegmente stehen symbolisch für Bühne und Tribüne des Theaters. Die Informationen sind in Helvetica gesetzt, die schlichte Einfachheit und Zeitlosigkeit des Fonts, unterstreicht den traditionellen Aspekt des Theaters.

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Plakate

roter Strich 6mm breit 698mm hoch R: 229 G: 000 B: 028

DIN A1 100% schwarz Helvetica Neue LT STD Bold 96pt

Helvetica Neue LT STD Roman 10pt

Helvetica Neue LT STD Bold 36pt

Haarlinie 1pt

Helvetica Neue LT STD Roman 20pt

Theaterkalender 2 Der horizontale rote Streifen lockt den Betrachter an, die kleine Schrift wird erst dann erkennbar und informiert über die Veranstaltungen des MusikTheaters. Das Plakat mutet technisch konstruiert an, dies geschieht durch die eingeblendeten Rasterlinien, welche die einzelnen Textblöcke einrahmen. Die "//" habe ich benutzt da der Begriff Musiktheater zu lang ist um unten rechts Platz zu finden. Das Plakat bietet durch die strickte Anordnung viel Platz für alle Informationen. Das schlichte und streng geregelte Layout spiegelt auch die Stimmung die im Theater herrscht wieder.

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Plakate

DIN A1 R: 166 G: 117 B: 000 T: 25% Kalender Zahlen Rotis Sans Serif 80 pt 96 pt 7° gedreht

Kalenderzahlen 100% schwarz Rotis Sans Serif 60 pt 72 pt

Vorstellungen und Kurse 60 pt 72 pt 100% schwarz 7 ° gedreht

November 100% schwarz Officina Serif Bold 90 pt Theaterkalender 3 roteHeadline Rotis Sans Serif 12 pt 14,4 pt kurze nähere Information Rotis Sans Serif 9 pt 12 pt 100% schwarz

Der Blick wird wie folgend geführt: Die Programmüberschriften fallen durch ihre größe und der 7° Drehung auf. Die roten Zahlen sind die Tage an denen etwas stattfindet. Mit den kleinen schwarzen Kalenderzahlen, des Novembers im Hintergrund, wirkt es erst wahllos gesetzt. Dem ist nicht so. Es ist ein Raster angelegt. Ein zweites Raster ist darüber gelegt, dass um 7° gedreht ist. So sind die Fernwirkung und die Nahwirkung bewusst getrennt worden. Wer sich für eine Vorstellung interessiert darf die Kurzinformationnen unten lesen. Alles was nur aus der Nähe gelesen werden kann ist gerade gesetzt. Der Hintergrund ist nur leicht eingefärbt um das Rot der Zahlen etwas zu entschärfen.

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Typography Book Redesign  

a book hanne schuh and i did redesign in the second semester @ hfg schwaebisch gmuend WS11

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