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Kirchenf端hrer Stadtpfarrkirche St. Augustinus in Dettelbach

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Kath. Pfarrei Dettelbach

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Grundriss der Pfarrkirche St. Augustinus

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Pfarrkirche St. Augustinus in Dettelbach Schön, dass Sie unsere Pfarrkirche besuchen. Wir möchten Ihnen einen kleinen Einblick in die Geschichte und Gegenwart der Kirche geben, die auf dem Platz der ehemaligen Ritterburg der Ritter von Thetilabach steht. Unsere Kirche hat, das kann man schon von weitem sehen, zwei ungleiche Türme. Dies hat geschichtliche Hintergründe. Wir laden Sie zu einem Rundgang durch die Kirche ein.

Die Geschichte der Pfarrkirche Der wuchtige Vierkantturm (a), der in städtischem Besitz ist und vermutlich die daran anschließende Mauer (d) nach Osten blieben aus dem ersten Bauabschnitt um 1444 bis in unsere Zeit erhalten. Auch die erste Kapelle (1) ist aus dieser Zeit. Heute dient diese als Taufkapelle mit dem Taufstein von 1967. Laut einer Inschrift an einem Pfeiler (p) begann man mit dem Bau einer Kirche am 11. August 1489, nachdem Dettelbach 1484 zur selbstständigen Pfarrei und zur Stadt erhoben wurde. Die Inschrift des Pfeilers lautet:

Hl. Augustinus

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Barocke Madonna aus S端dtirol

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„Anno dm MCCCCLXXXVIIII auf den eilften tag ds monet augusti ist abgeleit diser baw.“ Drei Jahre später errichtete Lorenz Geuller das Gewölbe, was sich auch durch eine Inschrift (n) belegen lässt: „Anno 1492 hat Lorenz Geuller dass gewelb laß machen.“ Der ganze Bau zog sich über 14 Jahre hin und war 1503 vollendet. Im Jahre 1566 wurden am Giebel des Ostchores Reparaturarbeiten ausgeführt. Gegen 1578/79 errichtete man den kleineren Rundturm (c), der durch eine Holzbrücke mit dem großen Vierkantturm verbunden ist.

Seit dem Bau des kleineren Turmes hat Dettelbach sein unverwechselbares Aussehen Bis heute ist immer noch nicht geklärt, wozu der kleinere Rundturm dient. Um in die Türmerwohnung zu gelangen, muss man die 118 Stufen des Rundturmes hinaufsteigen und über die hölzerne Brücke gehen. In einer Dettelbacher Sage wird behauptet, man hätte beim Bau des Vierkantturmes, Türe und Treppen vergessen und deshalb den kleineren Treppenturm errichten müssen. 1613 wurde auf Verlangen der Diözese Würzburg eine ausführliche Inventur in Dettelbach durchgeführt, deren Bericht man heute im Diözesanarchiv findet. Mitte des 18. Jhd‘s zeigte die Mauer im Westteil der Kirche große Sprünge und Risse. 1753 scheiterte ein Umbau am fehlenden Geld. 1769-1774 wurde dann schließlich der Westteil doch neu aufgebaut, jedoch oft wegen Geldmangel unterbrochen. Zu dieser Zeit erhöhte man auch den Vierkantturm für die Wohnung des Türmers um ein Stockwerk. Der barocke Stil wurde 1886-1889 durch den neugotischen ersetzt. Ein Großteil der Figuren wurden zum Beheizen der Kirche benutzt. Der Altar war damals an der Stelle, wo sich heute Orgel und Empore (h) befinden. Auf der anderen Seite, im Osten, wo heute der Altar steht (e), war eine Doppelempore. Diese konnte man über eine Freitreppe im Süden und über den Rundturm im Norden erreichen.

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Das Altarbild sah folgendermassen aus Am heutigen Eingang der Sakristei (g) stand ein Nebenaltar, der dem Stadtpatron St. Sebastian geweiht war. An der Nordseite des Vierkantturmes stand der St. Augustinusaltar. Am linken Seitenpfeiler war die Kanzel (k) angebracht. Der Hauptaltar, (siehe links) ein üppiger neugotischer Hochaltar (h), reichte bis zum Rosettenfenster hinauf. Das Fenster schimmert auch heute noch durch die Orgel. Das große Altarbild zeigt „Maria, als die Helferin der Christenheit.“ Dieses Altargemälde wurde vom Prinzregenten von Bayern erworben und der Pfarrkirche geschenkt. Das Bild hängt heute an der Nordwand (d) der Kirche.

Schon 1726 gab es eine Turmuhr; man erneuerte sie 1956, da eine Reparatur unmöglich war. Auch ein Friedhof war früher neben der Kirche, wie an zwei Grabtafeln (q) an der Außenseite der Nordmauer zu erkennen ist. Vom 21. Januar 1967 bis zur Einweihung am 16. September des selben Jahres wurde die Kirche in den heutigen Zustand versetzt. Seit 1965 wird die Pfarrei von den Patres des hiesigen Franziskanerklosters betreut.

Hl. Herz Jesu

Hl. Elisabeth

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Die Pfarrkirche heute Angefangen am Haupteingang (b) der Kirche hängen einige Stationen des Kreuzweges mit den neugotischen Rahmen vom Umbau 1886-1889 und das Bild des früheren Hochaltars bis zur: 1. Kapelle: Taufkapelle mit Taufstein von 1967; links der hl. Tarcitius und rechts der hl. Bonifatius. Der hl. Tarcitius stammt vom alten Hochaltar. 2. Kapelle: Platz der barocken Christusfigur (um 1700 entstanden), die einst, bis etwa 1892, am barocken Hochaltar der Wallfahrtskirche stand und nach dessen Abriss jahrelang im Pfarrhaus als Hackstock diente. Sie überlebte nur, weil sie allen Versuchen, sie zu zersägen, widerstand (siehe rechts). 3. Kapelle: Tabernakel von 1967 mit der alten Ewig-Licht-Ampel. 4. Kapelle: Sitzplätze des Priesters und der Ministranten bei den Gottesdiensten. Aber auch Standort der Statuen des hl. Augustinus (links, Kirchenpatron) und des hl. Sebastian (rechts, Stadtpatron). 5. Kapelle: Platz der barocken Marienstatue aus Südtirol (aufgestellt 1967). 6. Kapelle: Altar, der als Kredenztisch im Gottesdienst benutzt wird. Beginn des Kreuzweges (an Weihnach-

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ten steht an dieser Stelle die Krippe). Links am Seitenpfeiler befindet sich die Herz-Jesu-Statue. 7. Kapelle: „Totenkapelle!“ Zur Erinnerung an unsere Verstorbenen liegt dort ein Buch auf, in dem sie seit 1975 verzeichnet sind. In dieser Kapelle befindet sich auch das Bild der hl. Faustina von der Barmherzigkeit Jesu. 8. Kapelle: Südeingang (f) mit der hl. Monika, der Mutter des hl. Augustinus. Aber auch die Gedenktafel der Kolpingsfamilie zum 100jährigen Bestehen. Die Tafel wurde von Herrn Pfrang angefertigt. Vorne über dem Altar mussten neue Fenster eingesetzt werden, da die alten zu stark beschädigt waren. Es waren Fenster mit weissem Wabenglas. Drei alte Fenster (nur diese waren mit Bild) sieht man über der 7. Kapelle bis zum Eingang der Sakristei.

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Das große Kreuz (o) zwischen der 3. und 4. Kapelle wurde von der Nordwand hinter den Altar versetzt. An den Pfeilern der Kapellen und im Westchor sind die 12 Apostelleuchter angebracht. Wenn man vom Altar aus nach hinten blickt, fällt einem gleich die Merz-Orgel auf; sie hat 31 Register. An der Vorderseite der Empore (m) sind die folgenden Heiligen-Figuren (von links nach rechts) Don Bosco, Franz Xaver, Franziskus und Wendelin angebracht. Unter der Empore befinden sich links und rechts die Beichtstühle. An den Seitenpfeilern befindet sich links die hl. Elisabeth von Thüringen und rechts der hl. Antonius v. Padua; er stammt ebenfalls vom alten Hochaltar. Von der 1996 renovierten Kirchenzinne hat man einen herrlichen Blick über den Marktplatz und die Dächer der Altstadt. Das Kreuz (i) am Außeneingang der Sakristei erinnert an die Volksmissionen. Es wurde 1997 renoviert. An der Außenseite des Westchores, neben dem Vierkantturm befinden sich folgende Figuren: Erzengel Gabriel und Maria bei der Verkündigung, hl. Kilian, hl. Burkard und hl. Franziskus - sie stammen vom Portal der Wallfahrtskirche bzw. des Klosters.

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Die beiden ungleichen Türme Sprach der große zu dem kleinen: „Achte mich, wie sich‘s gehört! Nur in mir, dem machtvoll Einen liegt die Geltung, steckt der Wert! In mir schallt der Glocken Läuten, Menschen biet‘ ich Aufenthalt, weiß den Leuten Zeit zu deuten, ich berate jung und alt. Sieh es ein, du Wicht, du kleiner, wie ich stehe hochgeehrt! Gott sei Dank, weiß unsereiner sich zu tragen nach dem Wert!“ Sprach der kleine zu dem großen in Bescheidenheit darauf: „Darf ich dir, dem Grandiosen, sagen auch ein Wort hinauf?“ Und auf‘s Nicken von dem Dicken: „Mit Verlaub, das fällt mir auf wär‘n nicht meine Treppen, Brücken, käm ja keiner hoch hinauf. Wär‘n nicht w i r in Dienst-Berufen, tragend Leute und Gepäck über, ach, so viele Stufen, fiel manch „hoher Zweck“ auch weg!“ Diese Worte von dem kleinen, will mir scheinen, die sind recht. Wenn im Werke nicht sich einen groß und klein, geht‘s beiden schlecht.

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Die Glocken der Pfarrkirche Kaum einer sieht sie, doch alle hören sie, die Glocken der Pfarrkirche. Wer am Sonntagmorgen den Gottesdienst besucht, kann sich auf das „Zusammenläuten“ freuen, denn es läuten alle Glocken der Kirche. Die g r ö ß t e G l o c k e , auch Bürgerglocke genannt, von 1725, wurde in Würzburg gegossen, hat einen Durchmesser von 1,5 m und wiegt ca. 1300 kg. Eine Inschrift lautet: „Ich zerstreue die Blitze, ich versammle die Gläubigen, ich beklage die Leichenbegräbnisse, ich verkünde die Feste, ich übermittle die Gebete.“ Sie schlägt den Ton c‘. Die z w e i t g r ö ß t e , die Ave-Glocke, läutet das Angelus-Gebet, wiegt 1225 kg und ist dem hl. Sebastian geweiht. Sie wurde 1954 gegossen. Diese schlägt den Ton e‘ (Moll). Die d r i t t g r ö ß t e G l o c k e ist dem hl. Augustinus geweiht, wurde 1952 gegossen und wiegt 695 kg; mit ihr wird die Wandlung geläutet. Diese Glocke schlägt den Ton g‘. Die k l e i n s t e G l o c k e hat immerhin noch einen Durchmesser von 0,93 m und wiegt 500 kg; sie ist vom damaligen (1926) Kirchenpfleger Eugen Fleischer gestiftet worden. Diese Glocke wird in Dettelbach auch Totenglocke genannt. Sie ist dem hl. Sebastian geweiht. Von ihr hören wir den Ton a‘.

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Der Türmer-Eid Item, der Türmer wird mit Gelübden und Eiden beladen von unserm gnädigen Herrn von Würzburg, … einem ehrbaren Rat und der ganzen Gemeinde dieser Stadt Dettelbach, daß er Tag und Nacht allenthalben in der Stadt und außerhalb auf die Markung und die Straßen ein getreulich Aufsehen habe und damit getreu und gewärtig sei, … und daß er Reiter, so er welche sieht, mit der Trompeten anzeige, und auch den Tag und die Nacht morgens und des Abends mit der Trompeten anblase, alles nach der üblichen Zeit und nach dem Befehl seines Bürgermeisters. Item, wann er einen, zween, drei oder mehr Reiter im Felde zu reiten ansichtig wird, dieselben mit der Trompeten anzuzeigen; desgleichen, wenn er in der Stadt Feuer ansichtig wird, soll er die Glocken anschlagen oder, sobald er des Brandes ansichtig wird, einen Schuss tun … und zur Brandstelle hin eine Laterne oder untertags eine rote Fahne aus dem Turm hängen. Item, wann er zur Sommerszeit bei Nacht oder Tag ein Unwetter am Himmel aufsteigen sieht, soll er mit der Trompeten blasen und mit dem Läuten der Glocken der Ungestümigkeit des Wetters zuvorkommen. Item, er ist verpflichtet, die Halbe Nacht zu wachen. Item, wann er einen Badtag hat, mag er, wenn man zum Tagamt läutet, herabsteigen, die Mess hören, und nicht eher gehen, doch soll er allerwegen um drei Uhr wiederum auf dem Turm sein. Dettelbacher Geschichtsblätter Nr. 122/1990

Herausgeber: Kath. Pfarramt Dettelbach, Wallfahrtsweg 18, 97337 Dettelbach Tel.: 0 93 24/91 72-31, Fax: 91 72-30 pfarramt@pfarreiengemeinschaft-dettelbach.de www.pfarreiengemeinschaft-dettelbach.de Text und Fotos: Markus Weikert, 2. Auflage, 2005 Quelle: Pfarrarchiv Dettelbach und Diözesanarchiv Würzburg

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