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Presse-Echo November / Dezember 2019


Darmstädter Echo, 1. November 2019, S. 24


M+E-Newsletter vom 19.11. / 08.00 Uhr

Arbeitswelt Bundesregierung beschließt Senkung von Arbeitslosenbeitrag ME Saar fordert Bereitschaft zu mehr Weiterbildung VDMA: EU-Entsenderichtlinie bedeutet Abschottung SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen: Digitalen Kompetenzerwerb qualitativ vorantreiben EU: Richtlinie für Mobilität von Unternehmen und Arbeitnehmerschutzrechte verabschiedet Konjunktur WTO: Welthandel bleibt vorerst unterdurchschnittlich Steuern / Haushalt Regierung weist Forderung nach Investitionen zurück Einigung auf EU-Haushalt für 2020: Mehr Mittel für Klimaschutz Sozialpolitik Bundesregierung: Kein Handlungsbedarf bei Rentenversicherung von Syndikusanwälten Betriebsrentner müssen weniger Kassenbeiträge bezahlen Politik vbw Präsidium nimmt Antisemitismus-Definition der IHRA an

Arbeitswelt Bundesregierung beschließt Senkung von Arbeitslosenbeitrag Die Bundesregierung hat für die kommenden drei Jahre eine Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung um 0,1 Prozentpunkte beschlossen. Arbeitsminister Heil erklärte, mit der Entscheidung werde „auch“ die Kaufkraft gestärkt, was „in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation durchaus geboten“ sei. (Quelle: afp) ME Saar fordert Bereitschaft zu mehr Weiterbildung ME Saar sieht angesichts der Herausforderungen, die Strukturwandel und Digitalisierung mit sich bringen, sowohl Betriebe als auch Arbeitnehmer in der Pflicht. Da viele Berufsfelder wegfallen und dafür andere geschaffen würden, sei Weiterbildung das wichtigste Thema für die Industrie. „Die Unternehmen sind nun gefragt, ihre Belegschaften für die neuen Tätigkeiten auf den neuesten Stand zu bringen“, sagte ME-Saar-Hauptgeschäftsführer Schlechter. Zugleich müssten aber auch Arbeitnehmer willens sein, sich weiterzubilden. Die Weiterbildungsbreitschaft liege in Deutschland zurzeit weit hinter dem internationalen Durchschnitt, kritisierte Schlechter. (Quelle: Saarbrücker Zeitung) VDMA: EU-Entsenderichtlinie bedeutet Abschottung VDMA-Präsident Welcker hat einen Entwurf von Arbeitsminister Heil zur Umsetzung der EUEntsenderichtlinie als unzureichend kritisiert. Die Entsenderichtlinie sei und bleibe „ein BürokratieMonster, das die falsche Richtung vorgibt“, sagte Welcker und forderte, die Bundesregierung solle das Versprechen von Kanzlerin Merkel wahrmachen und insbesondere auf Frankreichs Staatschef Macron einwirken: „Gemeinsam mit anderen EU-Staaten sollte die Regierung darauf dringen, diese Abschottungsrichtlinie wirklich spürbar zu entschärfen. Denn auch die nun vom Arbeitsminister vorgesehene Umsetzung in deutsches Recht ändert nichts daran, dass hier eine falsche, mittelstandsfeindliche Politik betrieben wird. Die geplanten Umsetzungen von Herrn Heil werden unseren Ansprüchen keinesfalls gerecht. Zu befürchten ist zudem, dass die Vorgaben des deutschen Arbeitsministers nun von anderen, offeneren Ländern kopiert werden. Impressum: M+E-Newsletter; Redaktion: Jürgen Geer Herausgeber: Arbeitgeberverband Gesamtmetall, Voßstr. 16, 10117 Berlin Email: info@gesamtmetall.de, Internet: www.gesamtmetall.de Der M+E-Newsletter ist ein urheberrechtlich geschützter Dienst für die Mitgliedsverbände von Gesamtmetall einschließlich der angeschlossenen Mitgliedsunternehmen und dient ausschließlich der internen Information. Nicht ausdrücklich genehmigte an dere Verwendungen, insbesondere die Veröffentlichung oder die Weitergabe an Dritte, sind ausgeschlossen.


Die EU-Entsenderichtlinie ist zutiefst antieuropäisch, weil die Entstehung eines europäischen Arbeitsmarktes verhindert wird und diese Richtlinie den einzelnen Mitgliedstaaten die Möglichkeit gibt, Arbeitnehmerfreizügigkeit zu behindern.“ (Quelle: VDMA) SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen: Digitalen Kompetenzerwerb qualitativ vorantreiben Die Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen werben für eine bessere Vermittlung digitaler Kompetenzen. „Digitaler Kompetenzerwerb muss in allen Bildungsphasen vermittelt werden – sowohl für Schülerinnen und Schüler in der schulischen Bildung als auch für Lehrkräfte in der Lehrerausbildung und über lebenslange berufsbegleitende Weiterbildung. Zudem sollte er profilübergreifend verstanden werden und in möglichst allen Schulfächern angewendet werden“, forderte die Vertreterin der Arbeitskreisen SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen, Bardonner: „Digitalisierung an der Schule darf nicht rein über den quantitativen Einsatz digitaler Tools definiert werden, sondern immer auf qualitative Anwenderkenntnisse zielen. Hierzu muss auch der Digitalpakt von Bund und Ländern flächendeckend umgesetzt werden und digitale Bildung dauerhaft Schwerpunktthema werden.“ Bildungsexperte Prof. Meyer von der JohannesGutenberg-Universität Mainz betonte, der Einsatz digitaler Lernmittel eröffne eine einzigartige Chance für neue Lernprozesse, um die Unterrichtsqualität zu verbessern und junge Menschen individueller zu fördern. „Schülerinnen und Schüler sind heute oft auf einem recht unterschiedlichen Kenntnisstand“, sagte Meyer: „Die Lehrkräfte müssen darauf eingehen und brauchen differenzierte Unterrichtsmaterialien, die sie mit digitalen Werkzeugen selbst erstellen können. Durch den Einsatz digitaler Medien im Unterricht können sie individuell bei ihrem Kenntnisstand abgeholt und weitergefördert werden. Dafür benötigen Lehrkräfte aber natürlich neben dem fachlichen Know-how auch Kenntnisse im Bereich der entsprechenden Software, um individualisierte digitale Unterrichtswerke zu erstellen." (Quelle: SCHULEWIRTSCHAFT Südhessen) EU: Richtlinie für Mobilität von Unternehmen und Arbeitnehmerschutzrechte verabschiedet Die EU-Mitgliedstaaten haben neue Vorschriften angenommen, die europäischen Unternehmen Zusammenschlüsse, Spaltungen oder Umzüge erleichtern sollen. Die neuen Vorschriften sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen verbessern und es diesen erleichtern, EU-weit zu expandieren. Zudem enthielten sie „strenge Schutzvorschriften für Arbeitnehmer, Minderheitsgesellschafter und Gläubiger“ und stellten sicher, dass grenzüberschreitende Geschäfte nicht für betrügerische oder unlautere Zwecke missbraucht würden, erklärte die Kommission: „Gesellschaften werden künftig von einem umfassenden Paket europäischer Vorschriften profitieren, die den Umzug von einem Mitgliedstaat in einen anderen oder grenzüberschreitende Aufspaltungen in mehrere Gesellschaften regeln. Gleichzeitig können die nationalen Behörden dank der neuen Vorschriften künftig grenzüberschreitende Geschäfte stoppen, wenn diese missbräuchlichen oder betrügerischen Zwecken, die zur Vermeidung oder Umgehung von nationalem oder EU-Recht führen, oder kriminellen Zwecken dienen. Ferner werden solide Garantien zum Schutz von Arbeitnehmern – insbesondere was ihre Rechte auf Unterrichtung, Anhörung und Mitbestimmung anbelangt – sowie von Minderheitsgesellschaftern und Gläubigern bei grenzüberschreitenden Geschäften geschaffen.“ Die Richtlinie tritt 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft. Die Mitgliedstaaten haben dann 36 Monate Zeit, die für ihre Umsetzung erforderlichen Maßnahmen einzuleiten. (Quelle: EU-Kommission) Konjunktur WTO: Welthandel bleibt vorerst unterdurchschnittlich Die WTO rechnet im vierten Quartal mit einem schwachen Wachstum im globalen Güterverkehr. Angesichts von Handelskonflikten und steigenden Zöllen in wichtigen Bereichen werde es „unter dem Trend“ bleiben, sagte die WTO voraus. Besonders in den Bereichen Luftfracht, Rohstoffe und Elektronikkomponenten sei eine Verschlechterung festzustellen. Dagegen gebe es in der Autobranche und in der Containerschifffahrt zumindest eine Stabilisierung. (Quelle: Reuters)

Impressum: M+E-Newsletter; Redaktion: Jürgen Geer Herausgeber: Arbeitgeberverband Gesamtmetall, Voßstr. 16, 10117 Berlin Email: info@gesamtmetall.de, Internet: www.gesamtmetall.de Der M+E-Newsletter ist ein urheberrechtlich geschützter Dienst für die Mitgliedsverbände von Gesamtmetall einschließlich der angeschlossenen Mitgliedsunternehmen und dient ausschließlich der internen Information. Nicht ausdrücklich genehmigte and ere Verwendungen, insbesondere die Veröffentlichung oder die Weitergabe an Dritte, sind ausgeschlossen.


Darmstädter Echo, 27. November 2019, S. 16 Auch in Lampertheimer Zeitung, Bürstädter Zeitung und Main-Spitze vom 27. November 2019


Offenbacher Post, 27. November 2019, online


Darmstädter Echo, 3. Dezember 2019, S. 16


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5. Dezember 2019

Lilien „Aktuell“

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Patric Pfeiffer: Ungewohnte Rolle beim Profi-Debüt Der gelernte Innenverteidiger gab seinen Einstand gegen Bielefeld als Stürmer Von Stephan Köhnlein Zu Saisonbeginn kam Patric Pfeiffer von der Zweiten Mannschaft des Hamburger SV zum SV Darmstadt 98. Der 20 Jahre alte, deutschghanaische Innenverteidiger musste sich allerdings bis zum 15. Spieltag am vergangenen Sonntag gedulden, ehe er erstmals in einem Pflichtspiel zum Einsatz kam – und dann auch nicht auf seiner Stammposition.

Warst Du denn nervös? Patric Pfeiffer: Es geht. Aber ich hatte ein Gefühl, wie ich es vorher nie hatte. Voller Adrenalin, dennoch wollte ich unbedingt meine Aufgabe erfüllen.

Seit Sommer bist Du hier in Darmstadt. Wie fällt Dein erstes Fazit aus? Patric Pfeiffer: Es gefällt mir sehr gut hier. Ich wurde sehr gut von der Mannschaft aufgenommen. Und ich konnte schon jetzt viel lernen von den anderen Innenverteidigern Dario (Dumic), Höhni (Immanuel Höhn) und Mathias (Wittek). Ich habe viel aufgesaugt, was ich noch verbessern kann und woran ich noch arbeiten kann.

in der Offensive noch torgefährlicher beim Kopfball werden. Und defensiv muss ich ein noch besseres Gefühl entwickeln, wann ich zum Mann gehen soll und wann ich stehen bleiben soll.

Wie geht es jetzt nach Deinem Debüt weiter für Dich? Patric Pfeiffer: Es geht weiter wie bisher. Ich gebe im Training immer Vollgas und zeige dem Trainer, dass ich da bin, wenn er mich braucht.

Eigentlich bist Du ja Innenverteidiger … was hat der Trainer Dir gesagt vor der Einwechslung? Patric Pfeiffer: Er hat mir gesagt, dass ich nach vorne gehen und die langen Bälle verlängern soll. Und dass Dem Online-Magazin Lilien- vielleicht auch mal eine Flan- Woran kannst Du denn noch blog gab er nach seinem De- ke reinkommt und ich dann arbeiten? Patric Pfeiffer: Auf jeden Fall büt ein exklusives Interview, mit reingehen soll. das wir hier in Auszügen verWie war’s für Dich? Mit Deiöffentlichen. nen 1,96 Meter bist Du ja bei Partric, gegen Arminia Biele- Kopfbällen im Vorteil. Und feld das erste Pflichtspiel für einmal wäre der Ball ja sogar die Lilien. Kam das überra- fast noch auf Deinem Kopf gelandet? schend für Dich? Patric Pfeiffer: Ja, das kam Patric Pfeiffer: Ja, da habe ich schon etwas überraschend. den Ball nicht ganz gekriegt. Vor allem weil ich ja als Stür- Aber es war auch ungewohnt. mer eingewechselt wurde. Ich habe die Position noch Das hätte ich nicht gedacht. nie im Profifußball gespielt. Patric Pfeiffer war bei seinem ersten Einsatz für die Lilien gegen Arminia Bielefeld als Stürmer gefordert. Aufgrund seiner Größe Aber ich habe mich total ge- Aber der Serdar (Dursun) hat sollte er hohe Bälle erobern.  mich gut gecoacht. freut. Fotos: Arthur Schönbein Stand 05. November 2019

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Ausbildung schützt gegen Arbeitslosigkeit Darmstadt – Die Zahl der Arbeitslosen in Südhessen ist im November um 388 auf 18.308 gesunken. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent. „In Hessen gibt es inzwischen über 2,6 Millionen sozialversichert Beschäftigte – so viele wie noch nie. Allein in den letzten 5 Jahren sind rund 300.000 hinzugekommen, davon 80.000 in sogenannten Helferjobs, für die keine formale Qualifikation benötigt wird. Natürlich ist ein Helferjob besser als gar keiner, aber für eine langfristig erfolgreiche Berufsplanung ist eine Ausbildung unverzichtbar. Denn da die Konjunktur sich jetzt abschwächt, sind viele Helferjobs viel stärker bedroht als die von Fachkräften. Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss legen wir deshalb dringend ans Herz, eine duale Ausbildung zu absolvieren. Un- und angelernte Mitarbeiter sollten Angebote zur Nachqualifizierung nutzen, zum Beispiel über Teilqualifizierungen. Qualifizierung ist in Zeiten der digitalen Transformation noch viel entscheidender“, sagte Dirk Widuch, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen. Obwohl viele Branchen bereits mit Nachfragerückgängen zu kämpfen hätten und teilweise Arbeitsplätze abbauen müssten, sei der Fachkräftebedarf in Hessen insgesamt noch hoch. „Rund 35.000 und damit zwei Drittel der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten offenen Stellen in Hessen richten sich an Fachkräfte mit zwei- oder dreijähriger Berufsausbildung - nur jeweils ein Fünftel an Ungelernte. Deshalb ist es

wichtig, dass sich in Zukunft noch mehr junge Menschen für die duale Ausbildung entscheiden. Denn wichtige Qualifikationen sind auch in schlechteren Konjunkturzeiten der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Eine Ausbildung ist damit die beste Investition in die Zukunft und zahlt sich langfristig aus“, sagte Dirk Widuch. Im schulischen Bereich habe Hessen sehr gute Voraussetzungen geschaffen, weil es gelungen sei, die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss auf jüngst 2,5 Prozent zu reduzieren. Unter den Bundesländern sei Hessen damit Spitzenreiter. „Allerdings biegen nach dem Schulabschluss 17.000 Jugendliche und junge Erwachsene in das sogenannte Übergangssystem ab, statt eine berufliche Ausbildung zu beginnen. Im Übergangssystem drücken sie weiter die Schulbank. Aus Sicht der Wirtschaft wäre es klüger, gleich eine duale Ausbildung zu beginnen. „Hier können Landesregierung und Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit mit konkreten Maßnahmen ansetzen, um noch mehr Jugendliche direkt für eine duale Ausbildung zu gewinnen, etwa durch eine Intensivierung der Berufsorientierung und Berufsberatung.“ Auch die Nachqualifizierung müsste weiter gestärkt werden, empfahl Dirk Widuch: „Hier sind Mitarbeiter wie auch Unternehmen gefragt, die bestehenden Angebote zu nutzen, beispielsweise über das Qualifizierungschancengesetz. Die Landesregierung könnte zudem die Förderlücken füllen, die das Gesetz offen lässt, wie etwa Weiterbildungen, die weniger als vier Wochen dauern.“ VhU


Darmstädter Echo, 6. Dezember 2019, S. 18


Darmstädter Echo, 10. Dezember, S. 22


BergsträĂ&#x;er Anzeiger, 11. Dezember 2019, S. 9


REGION www.bergstraesser-anzeiger.de

Samstag 2. NOVEMBER 2019 / Seite 9

BA

Verkehr: Warum es aktuell einen großen Sanierungsstau an Straßen und Brücken in Deutschland gibt

Lkw belasten Brücken 15 000 mal mehr als Pkw Von unserem Redaktionsmitglied Bernhard Zinke

METROPOLREGION. Auf einer Versuchsstrecke in Ottawa im US-Bundesstaat Illinois haben Wissenschaftler es bereits in den 50er Jahren erforscht und nachgewiesen: Ein Lkw belastet die Straßen um ein Vielfaches mehr als ein Auto. Und weil heute nicht nur die doppelte, sondern zum Teil vier- bis fünffache Menge an Verkehr über die Straßen rollt als in den 60er Jahren prognostiziert, sind zahlreiche Straßen und Brücken Sanierungsfälle. Für die Lasten, die der Verkehr auf die Straßen drückt, haben die Forscher sogar ein Gesetz aufgestellt: die sogenannte Vierte-Potenz-Regel. Demnach schädigt ein Lkw mit einem Gewicht von 30 Tonnen die

Straßen 15 000 mal mehr als ein zwei Tonnen schweres Auto. Nun legt der Bund in Sachen Straßenbau das Hauptaugenmerk auf Erhaltung vor Neubau. Und genau deshalb gibt es in ganz Deutschland so viele Baustellen auf Autobahnen und Landstraßen. „Die Straßen und Brücken, die heute genutzt werden, stammen überwiegend aus den 1950er und 1960er Jahren“, erläutert Jochen Vogel, Sprecher der hessischen Straßenbaubehörde Hessen Mobil. Damals habe man in der Planung jedoch ganz andere Verkehrsmengen zugrunde gelegt. „Die Verkehrsmenge hat sich vervielfacht“, sagt der Experte. Im Wortsinne erschwerend kommt hinzu, dass sich auch die Achslasten und Gesamtgewichte erhöht haben. In den 1950er Jahren galt

Besonders beeinträchtigte Brücken 61

44

Bensheim

Worms

Rhe

Anschlussstelle Heppenheim A5/B460

in 2

6

67

3 9

Mannheim 4 Hochstraße Süd

2 km

Autobahnkreuz Weinheim

3 5

61

Salierbrücke Speyer

Weinheim

5

Frankenthal

Hochstraße Nord 650

460

5

Heidelberg

6

Speyer 7

� Die Brücke der B 460 über die A 5 bei der Anschlussstelle Heppenheim muss abgerissen und neu aufgebaut werden. Im Dezember geht’s los. � Hat mit der Note 3,7 die schlechteste Bewertung aller rheinland-pfälzischen Brücken bekommen: Der Übergang der A 6 bei Frankenthal. Die Brücke ist dennoch standsicher. � Die Hochstraße Nord in Ludwigshafen wird zur Stadtstraße umgebaut. Der Abriss beginnt nicht vor 2023. � Die Hochstraße Süd ist seit August komplett für den Verkehr gesperrt – wegen Rissen in der tragenden Pilzkonstruktion. Die Straße soll – Stand

Autobahnkreuz Walldorf 6

Wiesloch

Die Autobahnbrücke bei Frankenthal hat die schlechteste Note in Rheinland-Pfalz bekommen: 3,7.

stand“, beurteilt der Fachmann. Der Grund für die dennoch kritischen Bewertungen liegt in der sogenannten Nachrechnungsrichtlinie, die das Bundesverkehrsministerium bereits 2011 mit zahlreichen Wissenschaftlern erarbeitet hat. Anhand eines komplexen Verfahrens wird untersucht, wie lange jede einzelne

Brücke im Bund theoretisch die aktuellen Verkehrslasten noch aushalten kann. Ursprünglich seien Brücken auf eine Haltbarkeit von 80 bis 100 Jahre ausgelegt, aber eben gemessen an der Verkehrsbelastung, die zum Zeitpunkt der Planung gilt. Hinzu kommt, dass jede Brücke alle sechs Jahre quadratzentimeter-

BILD: ZINKE/Ü

weise abgeklopft wird. In kritischen Fällen werde noch öfter hingeschaut. „Fakt ist: Keine Brücke ist einsturzgefährdet“, so Eckerle. Tatsächlich seien viele Brücken ganz im Gegenteil „noch top in Schuss“ und könnten die Verkehrslasten tatsächlich noch Jahrzehnte aushalten – aber eben nicht theoretisch. /ü

Die Behelfsbrücke über die A5 soll noch im Dezember in Betrieb gehen 37

MM-Grafik

Anschlussstelle Frankenthal A6/L523

1

das Gewicht einer 24-TonnenDampfwalze als das Maß aller Dinge. Heute sind 40 Tonnen schwere Lastwagen unterwegs. „Wenn Sie auf einer Brücke stehen und ein Lkw fährt drüber, dann spüren Sie schnell, wie die Brücke zu schwingen beginnt“, beschreibt Vogel. Unter anderem diese Schwingungen führten zu schnelleren Ermüdungen des Bauwerks. Nicht zuletzt seien es auch die Chloride im Salz des Winterdienstes, die den Beton und Asphalt heute stärker angreifen als früher. „Es gibt eine Vielzahl an Faktoren, die den Beton heute schneller altern lassen“, sagt Vogel. Die Lasten wirken sich auch auf den Straßenbau aus. Je nach Untergrund reicht das Straßenfundament heute bis zu einem Meter tief in den Boden. Es gibt drei Asphaltschichten, wo früher eine genügte. Fehlendes Personal bei Behörden und Baufirmen sowie zu wenige Haushaltsmittel haben den aktuellen Sanierungsstau verursacht. Ja, zahlreiche Straßen seien durch all diese Faktoren beschädigt, bestätigt auch Ralph Eckerle vom Regierungspräsidium Karlsruhe und derzeit Projektleiter für die Sanierung der Salierbrücke bei Speyer. Doch gerade für die Brücken gelte das nicht unbedingt. „Viele Bauwerke sind eigentlich noch in einem guten Zu-

heute – bis Ende 2023 gesperrt bleiben.

� Am Autobahnkreuz Weinheim ist die Brücke von der A 659 über die A 5 ein Sanierungsfall. � 185 000 Fahrzeuge pro Tag fordern ihren Tribut: Die Brücke am Walldorfer Kreuz muss saniert werden, möglichst innerhalb der nächsten fünf Jahre. � Die Salierbrücke bei Speyer wird bereits saniert. Größere Schäden als erwartet werden die ursprünglich geplante Bauzeit von 26 Monaten jedoch verlängern. Wie lange, ist noch nicht absehbar.

Aktuell rollt der Verkehr auf der B460 zwischen Heppenheim und Lorsch noch auf der aus Sicherheitsgründen auf zwei Fahrspuren verengten maroden Autobahnbrücke über die A5. Die in die Jahre gekommene Überführung soll für insgesamt 11Millionen Euro abgerissen und durch einen wieder vierspurigen Neubau ersetzt werden. Die Fertigstellung ist für Dezember 2021 geplant. Bis dahin sollen die Fahrzeuge über eine direkt nebenan im Bau befindliche Behelfsbrücke geleitet werden. Noch in diesem Jahr soll sie nach Angaben von Jochen Vogel, Sprecher der zuständigen Verkehrsbehörde Hessen Mobil, in Betrieb gehen. Dann könne auch mit dem Abriss der bestehenden Brücke begonnen werden – möglichst ebenfalls noch in 2019. Trotz des Provisoriums soll sich für die Verkehrsteilnehmer im Vergleich zum Status quo nichts ändern. Weiterhin soll es möglich sein, wie gewohnt von der und auf die A5 abzufahren. Zur Verkehrsregelung werde eine Übergangs-Ampelanlage installiert.

Behinderungen auf der Autobahn und der B460 kann es jedoch durch die Bautätigkeit geben. So muss im Laufe des Novembers zur Fertigstellung der Behelfsbrücke ein größeres Fahrbahnteil eingehoben werden. Dazu wird die A5 zwischen Bensheim und Hemsbach für acht Stunden gesperrt. „Voraussichtlich wird das in einer Nacht von Freitag auf Samstag geschehen“, sagt Jochen Vogel. Einen genauen Termin kann er noch nicht nennen. Bei Hessen Mobil werde gerade der Zeitplan für die nächsten Bauabschnitte ausgearbeitet. Zur Anbindung der Behelfsbrücke an die bestehenden Auf- und Abfahrten müssen die Rampen der Anschlussstelle Heppenheim für rund eine Woche gesperrt werden, hatte Hessen Mobil bereits in einer Pressemitteilung angekündigt. Auch im Rahmen der folgenden Abbrucharbeiten könne es zu Behinderungen kommen. „Wir werden die Verkehrsteilnehmer darüber im Vorfeld rechtzeitig informieren“, verspricht Vogel.

Bei dem bestehenden maroden Bauwerk handelt es sich um eine vierfeldrige Spannbetonbrücke mit einer Gesamtlänge von rund 77 Metern und einer Breite von rund 18 Metern. Das Bauwerk aus dem Jahr 1967 wurde im Rahmen des Neubaus der Autobahn A 5 zwischen Darmstadt und Heidelberg errichtet. „Dynamische Beanspruchungen aus dem Verkehr, Tausalze und Witterung haben am Brückenbauwerk zu zahlreichen Schäden an diversen

Konstruktionsteilen geführt, die eine Erneuerung des Bauwerks erfordern“, erläutert Hessen Mobil. Zur Reduzierung der Verkehrslasten war es bereits Ende 2014 notwendig geworden, die beiden mittleren Fahrstreifen auf der Brücke für den Verkehr zu sperren. Die beiden äußeren Fahrstreifen blieben erhalten, so dass dem Verkehr auf der Brücke seitdem ein Fahrstreifen je Fahrtrichtung zur Verfügung steht. red/kel

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Medienprojekt: Schüler einer Mechatroniker-Klasse der Berufsschule recherchierten und texteten für die Tageszeitung

An Artikeln feilen statt an der Werkbank zu arbeiten BENSHEIM. Hans-Jürgen Werner (59) ist schon lange bei der Sanner GmbH beschäftigt und hat dort in den Siebzigerjahren das Handwerk des Werkzeugmachers erlernt. Das Auerbacher Unternehmen gehört weltweit zu den Marktführern bei der Herstellung von Trockenmittelverpackungen im Spritzgießverfahren. Im Rahmen des Pilotprojekts „Schreibwerkstatt für Azubis“ der Tageszeitung und der Sanner GmbH recherchierten und texteten die beiden Auszubildenden Eduards Kucepalovs (31) und Philipp Rüdiger (18) für die Tageszeitung. Im Gegensatz zu ihrem älteren Kollegen Hans-Jürgen Werner ist das Duo erst im zweiten Lehrjahr in der Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik (Fachrichtung Formteile). Mit Blick auf das 125-jährige Bestehen von Sanner in diesem Jahr wollten die Azubis als Teilnehmer der Schreibwerkstatt wissen, wie die Ausbildung von Kollegen wie HansJürgen Werner ausgesehen hat. Im Interview erfuhren sie etwas über

den Wandel des Unternehmens und über das, was ältere und jüngere Kollegen verbindet: Das Vertrauen zum Unternehmen und das Gefühl, einen sicheren Arbeitsplatz zu haben. Von Eduards Kucepalovs und Philipp Rüdiger

BENSHEIM. Im Jahr 1976, als der heute 59-jährige Hans-Jürgen Werner sich für eine Lehre zum Werkzeugmacher bei Sanner in Bensheim entschieden hat, war das Berufsbild noch ganz neu. Und Werner war einer der ersten Azubis im Unternehmen – mittlerweile sind schon mehr als 40 Jahre vergangen. Schon so lange bildet Sanner junge Menschen für ihr weiteres Berufsleben aus. Kurz vor seinem Ausbildungsabschluss wechselte Hans-Jürgen Werner den Bereich und ging firmenintern in eine andere Abteilung, nämlich in die Kunstoff-Formgeberei als Einrichter. Aber warum das? „Ich habe ein gutes Angebot bekom-

men“, so Werner im Gespräch. Die neue Beschäftigung war abwechslungsreich und interessant. Gearbeitet wurde damals in drei Schichten, also rund um die Uhr, weil die Produktion laufen musste. Befragt nach besonderen Erinnerungen an seine

berufliche Vergangenheit berichtet Werner von eine wichtigen Auftrag, an dem die Produktion nicht still stehen durfte: Weil Werner in Sichtweite des Unternehmens wohnte, installierten die Elektriker des Unternehmens eine Lampe als Störungs-

Eduards Kucepalovs (l.) und Philipp Rüdiger (r.), Azubis der Sanner GmbH und Teilnehmer am BA-Pilotprojekt „Schreibwerkstatt für Auszubildende“, wollten wissen, wie „früher“ ausgebildet wurde - als Gesprächspartner zur Recherche für ihren Zeitungsbericht stellte sich ihr Kollege Hans-Jürgen Werner zur Verfügung, der im Jahr 1976 seine Ausbildung bei Sanner begonnen hatte. BILD: MICHAEL RÄNKER

melder, die er von seiner Wohnung aus sehen konnte. Leuchtete sie auf, rückte er aus und beseitigte den Fehler. Auch der 18-jährige Philipp Rüdiger und der 31-jährige Eduards Kucepalovs entschieden sich vor zwei Jahren für eine Ausbildung bei Sanner – allerdings heißt ihr Berufsbild heute (abgekürzt) Verfahrensmechaniker. Während der dreijährigen Lehrzeit durchlaufen sie verschiedene Abteilungen wie Produktion, Einkauf, Versand und Werkzeugbau. Das macht es noch spannender. Vergleicht man die Ausbildung heute und früher miteinander, so stellt sich die Frage: Waren die Ausbilder damals strenger? „In der Lehrwerkstatt herrschte schon eine gewisse Disziplin“, erinnert sich Werner. In den Fach- und Produktionsabteilungen war es jedoch etwas lockerer. Allerdings: „Wir produzieren überwiegend für Medizin und Pharmaindustrie, und daher müssen wir uns an bestimmten Regeln und Vorgaben halten. Doch zum Glück hatten wir freundliche und hilfsbereite

Ausbilder und Kollegen.“ Bei Sanner kann man heute neben dem Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik (Fachrichtung Formteile) noch weitere Berufe erlernen: Elektroniker für Automatisierungstechnik, Mechatroniker, Produktionstechnologe, Verfahrensmechaniker, Werkzeugmechaniker Fachrichtung Formentechnik sowie Industriemechaniker. Hans-Jürgen Werner arbeitet übrigens seit einigen Jahren wieder in seinem erlernten Beruf: Er leitet den Werkzeugumbau. Und Werner ist froh, dass er heute nicht mehr im Drei-Schichtbetrieb eingesetzt ist. Als jüngerer Mann habe er das besser wegstecken können.

i

Weitere Texte von (Mechatroniker-)Azubis, die im Rahmen einer Schreibwerkstatt der Initiative „Drei für Demokratie“ entstanden sind, veröffentlichen wir heute auf zwei Sonderseiten.

� Seiten F4 und F5


F4

SONDERTHEMA

BERGSTRÄSSER ANZEIGER BA

Samstag

2. NOVEMBER 2019

PILOTPROJEKT: Schülerinnen und Schüler einer Mechatroniker-Klasse der Berufsschule recherchierten und texteten für die Tageszeitung Drei für Demokratie: Die Arbeitgeberstiftung Südhessen, die Heinrich-Metzendorf-Schule und der Bergsträßer Anzeiger wollen das Demokratiewissen und die Medienkompetenz von jungen Menschen fördern

Lehrwerkstatt mit Schreibwerkstatt getauscht BERGSTRASSE. Das Demokratiewissen junger Menschen zu fördern, ihr Verständnis für gesellschaftliche und politische Zusammenhänge zu verbessern und sie beim Erwerb von Medienkompetenz zu unterstützen, das sind die Ziele, die die Initiative „Drei für Demokratie“ erreichen will. Gemeinsam hat sich das „Trio“ – die Arbeitgeberstiftung Südhessen, die Heinrich-Metzendorf-Schule und der Bergsträßer Anzeiger – mit einer Mechatroniker-Klasse des Beruflichen Schulzentrums daher zu einem „Experiment“ entschlossen: 18 Schülerinnen und Schüler des zweiten Ausbildungsjahres tauschten die Lehrwerkstatt gegen eine Schreibwerkstatt. Heute veröffentlicht der BA auf zwei Zeitungsseiten die Beiträge, die von den Nachwuchs-Journalisten zu selbst gewählten Themen recherchiert und getextet wurden. Das „Experiment“ ist gelungen, eine Wiederholung geplant. Den Startschuss für ihr „Experiment“ gaben die „Drei für Demokratie“ bereits vor den Sommerferien mit einer Präsentation vor den Schülerinnen und Schülern, die im Rahmen ihrer Dualen Ausbildung sowohl in ihren Betrieben als auch im Blockunterricht an der Metzendorf-

Schule ausgebildet werden. Mit Beginn des neuen Schuljahres 2019/20 folgte dann die Praxisphase: Ein Redakteur der Tageszeitung erklärte das tägliche Kopf- und Handwerk von Journalisten, bot einen Einblick in die Produktion einer Tageszeitung und übte mit den Lernenden das Schreiben einer Meldung. Gemeinsam mit ihren Lehrern Jörn Sundermann, Andreas Potocnik, Fred Wolf und Schulleiter Thomas Bährer wählten die Azubis ihre Themen aus, sammelten Informationen und begannen ihre Autorentätigkeit. Die Arbeitgeberstiftung Südhessen und die Ausbildungsbetriebe ermöglichten den Teilnehmern der Schreibwerkstatt überdies das tägliche Zeitungsstudium: Den angehenden Mechatronikern wurde die digitale Ausgabe des Bergsträßer Anzeiger „zugestellt“, außerdem konnten sie das umfassende DigitalArchiv der Tageszeitung zu Recherchezwecken nutzen. Die Initiative für das „Experiment“ ging von Reinhold Stämmler aus, der viele Jahre lang die Bereiche Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Gesellschaftspolitik des in Darmstadt ansässigen Unternehmerverbands Südhessen e.V. verantwortet hat und der – mittlerweile im Ruhe-

Klima: Regional einkaufen, das schützt auch den Amazonas

Ein Erfahrungsbericht: Madeleine Hanel würde sich immer wieder für eine technische Ausbildung entscheiden

Konsumenten haben es mit in der Hand Von Adriano Roselli, Sabrina Kozak und Marcel Buhl

Seit Monaten gibt es nach Angaben des World Wildlife Fund (WWF) im Amazonasgebiet tausende und abertausende unkontrollierte Brandherde. Entstanden sind sie unter anderem durch die zuvor vom brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro erlaubte Brandrodung. Die Europäische Union spendete circa 20 Millionen Euro zur Rettung des entflammten Regenwaldes. Bolsonaro weigert sich jedoch, die Hilfe anzunehmen. „Wir können nicht hinnehmen, dass Präsident Macron unangebrachte Angriffe auf das Amazonasgebiet fährt und seine Absichten hinter einer ,Allianz’ der G7-Staaten zur ,Rettung’ des Amazonasgebiets versteckt, als ob wir eine Kolonie oder Niemandsland wären“, schrieb er auf Twitter. Das Geld wollte Brasiliens Präsident nur annehmen, wenn gewährleistet werden könne, dass er die vollständige Kontrolle darüber habe und entscheiden könne, wie das Geld ausgegeben werde.

Brandrodung hat zugenommen

Die Folgen des in Brand geratenen Amazonasgebietes für Deutschland werden nicht unmittelbar zu spüren sein. Es wird mehrere Jahre dauern, bis der Klimawandel, der durch den Brand beschleunigt wird, auch hierzulande bemerkbar ist. Allein seit dem Amtsantritt des Präsidenten Jair Bolsonaro im Januar ist die Entwaldung durch Brandrodung drastisch angestiegen.

Boykott für mehr Nachhaltigkeit

Inzwischen boykottieren viele bekannte Modelabels den Kauf von brasilianischem Leder. Auch hier in Deutschland wird immer häufiger darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, nachhaltigere Produkte zu kaufen. Insbesondere die brasilianische Fleischproduktion – durch die Brandrodung wird Weideland für die Rinderzucht gewonnen – kann massiv beeinflusst werden, wenn die Verbraucher nur noch regionale Lebensmittel verwenden.

stand - die Arbeitgeberstiftung Südhessen für ein „Herzensanliegen“ gewinnen konnte: Junge Menschen dabei zu unterstützen, mündige Bürger werden - und das möglichst praxisnah. Bei der Arbeitgeberstiftung Südhessen rannte Stämmler mit seiner Idee die viel zitierten „offenen Türen“ ein: „Seit Jahren fördert die Arbeitgeberstiftung Südhessen bei jungen Menschen in Schule und Ausbildung fachliche Kompetenzen, Persönlichkeitsentwicklung und

Schwimmfähigkeit. Mit dem Pilotprojekt ,Drei für Demokratie’, das in Kooperation mit Ausbildungsbetrieben der Bergstraße, der HeinrichMetzendorf-Schule und dem Bergsträßer Anzeiger gestartet wurde, geben wir Impulse für mehr Demokratiewissen, Teamarbeit und redaktionelles Arbeiten“, so Wolfgang Drechsler, Generalsekretär der Arbeitgeberstiftung Südhessen: „Unser Anliegen ist, den 18 Auszubildenden bei fortschreitender Digitalisierung von Gesellschaft und

Schüler der Heinrich-Metzendorf-Schule recherchierten und texteten für die Tageszeitung. BILD: THOMAS ZELINGER

Arbeitswelt neue Erkenntnisse für Wissen als Grundlage für demokratisches Handeln und individuelles Engagement zu vermitteln. Wir freuen uns auf die recherchierten und in einer Schreibwerkstatt mit Hilfe eines Journalisten aufbereiteten Texte der Teams und danken der Berufsschule, den Betrieben und dem Bergsträßer Anzeiger für wertvolle Anregungen und Unterstützung.“ Auch Thomas Bährer, Leiter der Heinrich-Metzendorf-Schule, musste nicht lange überlegen: „Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule besteht unter anderem auch darin, Schülerinnen und Schüler dazu zu befähigen, staatsbürgerliche Verantwortung zu übernehmen und sowohl durch individuelles Handeln als auch durch die Wahrnehmung gemeinsamer Interessen mit anderen zur demokratischen Gestaltung des Staates und einer gerechten und freien Gesellschaft beizutragen. Der Leiter des Beruflichen Schulzentrums weiter: „Das Projekt ,Drei für Demokratie’ unterstützt diesen Prozess. Es unterstützt den Prozess der Meinungsbildung und der Partizipation, den Umgang mit Medien, die Teamarbeit und vieles mehr. Gleichzeitig können Inhalte aus den Unterrichts-

Die Zeiten, in denen es reine Männerberufe gab, sind vorbei Von Madeleine Hanel

Laut Deutscher Industrie- und Handelskammer begannen im Jahr 2018 gerade einmal 2015 Frauen in Deutschland eine Ausbildung zum Mechatroniker – insgesamt starteten 28 309 Azubis in den besagten Beruf. Der Frauenanteil beträgt also gerade einmal 7,12 Prozent. Besonders auffällig ist das in der Berufsschule, wenn sich ein bis drei Frauen einen Platz im Klassenzimmer zwischen 15 bis 20 Männern suchen. Warum Frauen in der Technik eine Minderheit sind, setzt sich meiner Erfahrung nach aus mehreren Faktoren zusammen. Einer der Hauptgründe ist das klassische Rollenbild von Mann und Frau. Man denkt beinahe automatisch an einen Mann, wenn es um Technik geht. Sehr amüsant ist in diesem Fall dann auch der „Wow-Effekt“, wenn man als Frau erzählt, dass man einen technischen Beruf erlernt beziehungsweise ausübt. Ein weiterer Grund für den geringen Frauenan-

teil in technischen Berufen ist die Anforderung an den Arbeitsplatz: Ein Betrieb muss beispielsweise Damenumkleiden und Damentoiletten zur Verfügung stellen. Dies ist in manchen Betrieben einfach noch nicht gegeben. Auch Betriebsklima, Arbeitsumfeld und die Arbeit selbst schrecken viele Frauen noch ab. Klar ist, dass der meistens etwas rauere, direkte Umgang miteinander nicht für jede Frau etwas ist. Ebenso kommt es aber genauso auf den Betrieb an, welche Umgangsformen vorgelebt werden. Dennoch entscheiden sich tendenziell immer mehr Frauen für einen technischen Beruf. Das sieht man deutlich Zuwachszahlen der zurückliegenden Jahre. Ich selber habe vor gut zwei Jahren meine Ausbildung zur Mechatronikerin begonnen, die dreieinhalb Jahre dauert. Zu Beginn meiner Ausbildung habe ich mich in der Berufsschule mit meinen zwei Klassenkameradinnen unterhalten. Wir tauschten uns über die Berufswahl und auch darüber aus, warum es

ausgerechnet der Beruf Mechatronikerin wurde. Wir hatten alle sehr ähnliche Antworten – der Tenor: Wir arbeiten gerne handwerklich. Nach zwei Jahren Ausbildung sehe ich den Beruf anders als zu Beginn. Es geht nicht nur ums Schrauben oder Verkabeln. Es geht auch viel um technisches Verständnis, Analyse von Abläufen, Ordnung und Dokumentation und hauptsächlich um Reparatur und Instandhaltung. Auch in Sachen Teamarbeit und selbstbewusstem Auftreten habe ich sehr viel in der Ausbildung gelernt. Ich persönlich finde es erstaunlich, was junge Leute für Möglichkeiten in der Ausbildung geboten bekommen. Sich technisch, aber auch geistig weiterzuentwickeln, das macht mit jedem weiteren Ausbildungsjahr mehr Spaß. Mit meinen drei männlichen Kollegen aus meinem Jahrgang wird die Zusammenarbeit auch immer effektiver. Wir können einander inzwischen besser einschätzen und dementsprechend unsere Stärken gut nutzen, um Schwächen auszugleichen. Ich den-

ke, einen großen Verdienst hat unser Ausbilder Norbert Klein daran geleistet. Er hat immer darauf geachtet, dass ich als Mechatronikerin nicht in der Männerwelt untergehe und mich nicht übernehme. Es gibt für mich körperliche Grenzen, das bedeutet aber nicht, dass mich das ausbremsen muss – es sind einfach nur andere Herangehensweisen nötig. Dies ermöglicht mir aber auch manche Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, ganz neugierig und unvoreingenommen Fragen zu stellen und Aufgaben zu bewältigen. Insgesamt kann ich nur jede Frau ermutigen, eine technische Ausbildung anzufangen. Es ist eine großartige Chance, um über sich selbst hinaus zu wachsen und auch der Männerwelt zu zeigen, dass Frauen ebenso gute Technikerinnen werden können wie Männer. Auch den Unternehmen kann ich weibliche Azubis nur empfehlen, da sie sich positiv auf das Arbeitsklima auswirken und auch den ein oder anderen Denkanstoß in Gang setzen.

Ein Erfahrungsbericht: Als Kind türkischer Gastarbeiter geboren fühlte sich Hakan Sahin in der Schule benachteiligt

Belächelt – und trotzdem durchgestartet Von Hakan Sahin

Seit Jahren wird über das Thema Bildung kontrovers diskutiert. Bei der Frage, warum nur wenige Kinder aus Migrantenfamilien einen Bildungsaufstieg schaffen, scheiden sich die Geister. Während immer wieder von Betroffenen über eine Benachteiligung geklagt wird, wird dieses von einigen Soziologen und Lehrern vehement abgestritten. Es würde sich nur um Einzelfälle und nicht um ein strukturelles Problem handeln. In diesem Text schildert ein Betroffener seine ganz persönliche Erfahrung: Ich wurde im Jahre 1994 als drittes Kind türkischer Gastarbeiter in Heppenheim geboren. Meine Eltern sind hart arbeitende, ehrliche Men-

schen ohne große Schulbildung. Ich würde sie als gut integriert bezeichnen. In den ersten Jahren meiner Schullaufbahn war ich sehr verspielt und hatte keine große Lust, um zu lernen. Dementsprechend schlecht waren meine Leistungen und folgerichtig landete ich in der Hauptschule. Ab der 8. Klasse packte mich jedoch der Ehrgeiz und meine Noten wurden immer besser. Bald war ich Klassenbester und wollte über den Zwischenschritt der Realschule das Abitur erreichen. Meine Lehrer belächelten mein Streben und lehnten meinen Wechsel zur Realschule trotz exzellenter Noten ab. Erst durch das Einschreiten meiner Familie und nach großem „Trara“ (z.B. einer Schulkonferenz) durfte ich probeweise und „auf eigene Verantwortung“ (Originalton

eines Lehrers) wechseln. Auf der Realschule war ich wieder einer der Besten, wechselte später zum Gymnasium und hielt 2015 stolz mein Abiturzeugnis in den Händen. Erst nach drei Semestern Studium des Fachs Maschinenbau hatte ich meine Grenzen erreicht und brach das Studium ab. Inzwischen bin ich als Azubi bei Langnese auf einem hoffentlich erfolgreichen Weg zum Mechatroniker. Waren meine Lehrer ausländerfeindlich? Ich glaube nicht. Dennoch fühlte ich mich benachteiligt. Es gibt Studien, wie zum Beispiel die des Sachverständigenrats deutscher Stiftung für Integration und Migration (SVR) und des Berliner Instituts für empirische Integrationsund Migrationsforschung, die belegen, dass Lehrer sich unbewusst mit

Kindern von Akademikern solidarisieren und somit Kinder aus einfachen Verhältnissen und insbesondere Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund benachteiligen. Bin ich ein Einzelfall? Mit Sicherheit nicht. Meine eigene Schwester, viele Freunde und Bekannte haben teilweise Schlimmeres erlebt. Für die Zukunft wäre es wichtig, dass gerade Kinder aus einfacheren Familienverhältnissen durch Förderunterricht gezielt unterstützt werden. Angesichts des demografischen Wandels wird hier viel brachliegendes Potenzial verschenkt. Auf der anderen Seite sind die Eltern gefordert, sich aktiver um den Bildungsaufstieg ihrer Kinder zu kümmern, beispielsweise im regelmäßigen Austausch mit den Lehrkräften.

fächern Politik und Wirtschaft sowie Deutsch mit dem Projekt verknüpft werden. Durch die freie Themenwahl können, wie in diesem Fall, junge angehende Mechatronikerinnen und Mechatroniker sich mit regionalen Themen, aber auch überregionalen oder mit ganz persönlichen Themen, fundiert auseinandersetzen. Die Informationsbeschaffung, die Aufarbeitung der Themen und die Darstellung der Ergebnisse tragen zur Kompetenzentwicklung bei.“ Und auch Ausbildungsbetriebe förderten die Teilnahme ihrer Azubis an dem „Experiment“, dazu stellvertretend für die Unternehmen Reinhard Pfeifer, Manager Vocational Training bei Dentsply Sirona in Bensheim: „Neben der Vermittlung der fachlichen Inhalte ist es uns sehr wichtig, dass unsere Auszubildenden die gesellschaftspolitischen Zusammenhänge verstehen und sich auch intensiv damit auseinandersetzen. Dieses Projekt bietet eine ideale Möglichkeit, zu verstehen, wie Meinungsbildung und Meinungsmache in unserer Gesellschaft funktioniert, was Nachrichten bewirken können und welche Bedeutung unabhängige Medien für den Fortbestand unserer Demokratie haben.“ mik

Urheberrecht: Die Reform schützt und behindert zugleich

Lizenz- und Machtfrage Von Driton Berisha, Jannis Linder und Erik Truntic

Artikel 13, heute Artikel 17, ist die Urheberrechtsreform der Europäischen Union, die die Werke der Künstler vor fremder Benutzung schützen soll. Dies bedeutet, dass zum Beispiel ein YouTube-Video, in dem urheberrechtlich geschützte Musik verwendet wird und für die der Videoproduzent keine Lizenz besitzt, gesperrt wird. Hunderttausende protestierten gegen Artikel 13/ 17, darunter viele junge Menschen. Im Internet unterschrieben über 5,3 Millionen Menschen eine Petition gegen das Gesetz. Die Meinungen spalten sich. Die Urheberrechtsreform bringt viele Vorteile, aber auch viele Nachteile mit sich. Befürworter dieses Gesetzes sagen, dass Verlage und Labels dadurch mehr Geld verdienen, da Unternehmen sehr viele Lizenzen erwerben müssen, um anschließend den Inhalt verwenden zu können. Außerdem müssen große Plattformen wie YouTube dafür haften, wenn urheberrechtlich geschützter Inhalt hochgeladen wird, für den die Plattformen keine Lizenzen besitzen. Dies bedeutet aber, dass Plattformen auf sogenannte Uploadfilter zurückgreifen müssen, da tagtäglich Millionen von Inhalten hochgeladen werden und eine manuelle Überprüfung unmöglich wäre. Schon heute benutzt die Plattform YouTube solch einen Filter, der jedoch täglich Inhalte löscht, die nicht urheberrechtlich geschützt sind. Die Technik ist noch nicht ganz ausgereift. Kleinere Unternehmen sperren vorsorglich Inhalte, um möglichen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Zudem müssen die Unternehmen sich den Uploadfilter und die Lizenzen leisten können. Große Unternehmen wie Google können sich den Uploadfilter und die Lizenzen leisten und dadurch ihre Vormachtstellung ausbauen. Mittlerweile wurde die Urheberrechtsreform beschlossen und die Plattformen haben zwei Jahre Zeit, den Richtlinien gerecht zu werden. Bis dahin können noch viele Abänderungen beschlossen werden, in denen sich Befürworter sowie auch Gegner der Urheberrechtsreform einig werden könnten.


SONDERTHEMA

Samstag

2. NOVEMBER 2019

BERGSTRÄSSER BA ANZEIGER

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PILOTPROJEKT: Schülerinnen und Schüler einer Mechatroniker-Klasse der Berufsschule recherchierten und texteten für die Tageszeitung Fachkräftemangel: Das Handwerk bleibt auf der Strecke

Vielfältige Ursachen Von Alexsandra Kowolik, Heiko Morr und Sebastian Sänger

Ein Fachkräftemangel ist in Europa schon länger bekannt. Doch woran liegt das? In einigen Berufen ist eine Verbesserung des Fachkräftemangels zu sehen, wie zum Beispiel beim Handel und im Metallbau. Jedoch gibt es hier trotzdem immer noch einige Engpässe. Auch bei den aufstrebenden technischen Berufen gibt es, trotz steigender Nachfrage der Berufe, eindeutig zu wenig fachkompetente Arbeiter. Gerade in der Pflegeund Gesundheitsbranche sind die fehlenden Fachkräfte deutlich zu spüren. Dies ist beispielsweise auch in Bensheim zu beobachten, wo es wegen des Mangels an Geburtshelfern zur Schließung der Geburtenstation im Heilig-Geist-Hospital gekommen ist. Es sind jedoch viele Unterschiede bei diesem Thema in Europa festzustellen. Im Norden Europas gibt es einen eindeutigen Fachkräftemangel, während es im Süden Europas einen Fachkräfteüberschuss gibt. Viele Fachkräfte finden in Spanien, Portugal, Griechenland und in Italien keine Festanstellung.

Lehrjahre: Das moderne Berufsbild vereint Tätigkeiten, die vor vielen Jahren noch getrennt ausgebildet wurden

Der Mechatroniker-Beruf bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten Von Niklas Rhein, Jan-Paul Dieckelt und Luka Schmitt

Der Berufsalltag eines Mechatronikers, der seit 1998 ein anerkannter Ausbildungsberuf ist, verbindet viele Tätigkeiten und Aufgaben, die vor mehreren Jahren noch getrennt ausgebildet worden sind. Zu den Aufgabenbereichen gehören: die Automobilindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, die Elektroindustrie, Stahlindustrie, das Handwerk sowie die Lebensmittelindustrie. Die Berufslaufbahn als Mechatroniker beginnt so wie bei vielen anderen Berufen mit der Ausbildung.

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Sie ist anspruchsvoll, da man viele Aufgabenfelder bearbeiten muss. Nicht nur die Elektrik und die Mechanik sind Teile, die man lernen muss. Zusätzlich kommen noch Themen wie Pneumatik, Hydraulik, Informationstechnik, verschiedene Programmiersysteme, Wartung und Instandhaltung von Produktionsanlagen, Austausch von Bauteilen ebenso das Entwickeln von mechatronischen Systemen dazu. Während der Ausbildungszeit, muss man zwei Prüfungen absolvieren. Zum einen die Abschlussprüfung Teil 1 (ehemals „Zwischenprüfung“) nach eineinhalb Jahren. Diese besteht aus

einem Praktischen und einen Theoretischen Teil, die beide gleich gewichtet werden. Während des praktischen Teils, der entweder in der IHK (Industrie-und Handelskammer) oder einem großen Betrieb stattfindet, muss man in einer Zeit von maximal acht Stunden die Aufgabenbereiche Elektrik, Mechanik, Pneumatik und Sensorik bearbeiten. Die Abschlussprüfung Teil 2 (ehemals „Abschlussprüfung“) nach dreieinhalb Jahren ist ähnlich aufgebaut. Hier kann man wählen zwischen einer PAL-Prüfung (Prüfungsaufgaben- und Lehrmittelentwicklungsstelle), die wie die Abschlussprüfung Teil 1 aufgebaut ist oder ei-

Vielfältige Ursachen

Die Ursachen für den Fachkräftemangel in Deutschland sind vielfältig. Ein großes Defizit ist, dass Ausbildungsbetriebe meistens nur so viele Facharbeiter ausbilden, wie die Firma selbst benötigt und auch einstellen kann. Somit werden die wenigen Jugendlichen, die für die Fachbereiche begeistert werden können, direkt an die Firmen gebunden. Andere Jugendliche können nur schwer für die unterschiedlichen Fachbereiche begeistert werden. Die weiterführenden Schulen spielen hierbei auch eine Rolle. Die Schüler werden mehr für eine akademische Laufbahn als für eine Ausbildung begeistert. Es werden immer mehr Schüler zu den Gymnasien geschickt und anschließend auf die Universitäten oder Hochschulen. Das Wissen wird weitergeben, aber das Handwerkliche bleibt auf der Strecke. Die Theorie steht in vielen Schulen vor der Praxis. Ein weiteres Problem stellen in einigen Fällen auch die Eltern dar. Sie schicken ihre Kinder oft auf das Gymnasium. Dadurch werden sie animiert ein Studium anzufangen, anstatt einer Ausbildung. Um den Fachkräftemangel reduzieren zu können, müssten viele Betriebe familienfreundlicher werden. Einige Betriebe unterstützen Mütter und Väter nicht richtig. Dies liegt meistens an der nicht vorhandenen Flexibilität der Arbeitszeiten, des Arbeitsortes oder der fehlenden Kinderbetreuung im Betrieb. Die Lücken der Facharbeiter können durch Facharbeiter und junge Menschen aus dem Ausland gefüllt werden. Letztere müssen jedoch erst noch die deutsche Sprache erlernen, um erfolgreich eine Ausbildung absolvieren zu können.

Der Mechatroniker Thomas Haag hat an der Weltmeisterschaft der Berufe im russischen Kasan teilgenommen. Gemeinsam mit seinen Teampartnern holte er Bronze für Deutschland. Insgesamt 39 Deutsche waren bei dem internationalen Wettbewerb dabei. Die sogenannte „Worldskills“ findet alle zwei Jahre rund um den Globus statt. BILD:DPA

nem betrieblichen Auftrag, der von der eigenen Firma gestellt wird. Auch bei der Abschlussprüfung Teil 2 gibt es wieder einen theoretischen Teil. Zu beachten ist, dass die Abschlussprüfung Teil 2 mit 60 Prozent in die Endnote zählt und die Abschlussprüfung Teil 1 mit 40 Prozent. Erst wenn beide Prüfungen erfolgreich bestanden sind, hat man seine Ausbildung zum Mechatroniker abgeschlossen. Was man für die Abschlussprüfung wissen muss, lernt man in der Berufsschule, der IHK und in der eigenen Firma.

Verschiedene Arbeitszeitmodelle

Nach der Ausbildung in einem der vielen Unternehmen hier im Umkreis – wie zum Beispiel Dentsply Sirona (Bensheim), Unilever Deutschland (Heppenheim), KLN Ultraschall (Heppenheim), Jungheinrich (Bensheim) oder Heess (Hofheim) – kann man als anerkannte Elektrofachkraft und Metallfachkraft sein Arbeitsleben beginnen. Ein Vorteil der bestandenen Ausbildung ist die vielfältige Einsatzmöglichkeit. Gesellen können sowohl als Elektriker als auch im Metallbereich eingesetzt werden. Die Arbeitszeiten sind von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Neben dem GleitzeitModell gibt es auch den Bereitschaftsdienst und die Schichtarbeit. Nach der Ausbildung zum Mechatroniker hat man eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten. Zum Beispiel kann man den Industriemeister in der Fachrichtung Mechatronik, einen Techniker, einen Maschinentechniker oder einen technischen Fachwirt machen. Für den Beruf sollte man einige Fertigkeiten mitbringen wie technisches Verständnis, handwerkliche Geschicklichkeit, Interesse an Mathematik und Naturwissenschaften. Zur Qualifikation wird mindestens die mittlere Reife benötigt.

Lehrjahre: Auszubildende schildern am Beispiel ihres Unternehmens Dentsply Sirona den Werdegang eines Mechatroniker-Azubis

„Spannungen“ und „Widerstände“ Von Florian Jäger, Manuel Kögel und Daniel Sturn

Die Firma Dentsply Sirona in Bensheim bietet jedes Jahr verschiedene Ausbildungsplätze an. Der Mechatroniker ist einer dieser Berufe und wird in diesem Artikel am Beispiel des genannten Unternehmens etwas genauer erläutert. Der Auszubildende startet mit einer Kennlernwoche im Betrieb. In dieser Woche werden verschiedene Aufgaben bewältigt und die Azubis können ihre Arbeitskollegen besser kennenlernen. Im Anschluss fahren die Azubis für eine Woche nach Bad-

Dürkheim, wo ein Kennenlernseminar mit den Auszubildenden des ersten Lehrjahres und den Dual-Studierenden stattfindet. Nach diesem Seminar starten dann die ersten Lehrgänge der neuen Azubis. Die Ausbildung fängt mit dem Grundlehrgang Metall an, indem man eine Einführung in die Metallverarbeitung zum Bohren, Sägen, Feilen, Drehen und Fräsen bekommt. Danach folgt die Einführung in die Elektrotechnik, in der man Grundlagen wie zum Beispiel das Berechnen von Widerständen, Spannungen und Strömen lernt. Elektrotechniker müssen am Ende ihrer Ausbildung Widerstände be-

rechnen und das Programmieren verschiedener Systeme beherrschen.

Ziel: Der Gesellenbrief

Azubis haben die Möglichkeit, sich während ihrer Ausbildungszeit in den verschiedenen Abteilungen zu beweisen, um sich nach der Ausbildung besser entscheiden zu können, in welchem Bereich sie arbeiten möchten. Nach eineinhalb Jahren der Ausbildung wird die Abschlussprüfung Teil 1 absolviert, die als ehemalige Zwischenprüfung bekannt ist. Diese Prüfung macht 40 Prozent der Abschlussnote aus. Die Abschlussprüfung Teil 2, die am Ende

der Ausbildung nach dreieinhalb Jahren stattfindet, macht 60 Prozent der Abschlussnote aus. In beiden Prüfungen muss man einen theoretischen und einen praktischen Teil ablegen, um seinen Gesellenbrief zu erhalten. Nach dem Abschluss der Ausbildung hat man mehrere Möglichkeiten, um sich weiterzubilden. Man kann sich zum Beispiel für ein Duales-Studium bewerben. Eine weitere Möglichkeit ist es, den Techniker oder Meister zu machen. Außerdem kann man im Ausland arbeiten. Hierfür stehen bei Dentsply Sirona verschiedene Standorte zur Verfügung.

Im Einsatz: Mechatroniker auf Montage

Als Allrounder unterwegs Von Yannic Steinbacher und Julian Beier

Wenn ein Mechatroniker ein Produkt angefertigt und getestet hat, dann steht nach der Auslieferung der Ware die Montage beim Kunden an. Eben das macht den Beruf des Mechatronikers sehr vielseitig, denn bei einigen Firmen ist es üblich, dass die fertigen Produkte auch beim Kunden vor Ort montiert werden. Für die Montage reist ein Mitarbeiter – oder gleich ein ganzes Team – der Firma zum Kunden. Solche Vor-Ort-Montagen können weltweites Reisen erfordern. Beim Kunden muss das Produkt aufgebaut werden, dies kann sich – je nach Größe der Anlage – über Stunden, Tage, Wochen bis hin zu Monaten hinziehen. Bevor das Produkt jedoch an den Kunden ausgeliefert werden kann, muss die Maschine am Produktionsstandort aufgebaut und getestet werden. Nachdem alle Tests abgeschlossen sind und die Maschine abgebaut ist, wird sie verpackt und per Flugzeug, Schiff oder Lkw zum Kunden gebracht. Überhaupt ist die Montage der Anlass gewesen, wieso es den Mechatroniker als Berufsbild überhaupt gibt: Die Idee dabei war, mehrere Berufe in einem Berufsbild zu vereinen, die man bei der Vor-OrtMontage benötigt. Dadurch sollen Mitarbeiter und letztlich Kostengespart werden.

Einfallsreichtum ist gefragt

Beim Kunden selbst muss die Maschine aufgebaut, ausgerichtet und angeschlossen werden. Anschließend wird eine Endabnahme gemacht. Das bedeutet, die Teile müssen aus den Transportkisten ausgepackt werden, danach werden sie – je nachdem mit Kran oder Staplern – zu dem Platz gebracht, an dem sie montiert werden. Dies kann sich auch mal schwierig gestalten, wenn beispielsweise die genannte Hilfsmittel nicht zur Verfügung stehen oder die Maschine entgegen der ursprünglichen Planung vor Ort anders positioniert werden soll. Dann ist Einfallsreichtum gefragt. Wenn die Teile dann tatsächlich an Ort und Stelle sind, müssen sie in die richtige Position gebracht und ausgerichtet werden.

Es geht um Tausendstel

Da es sich hier um Maschinenbau handelt, muss dies mit hochpräzisen Messinstrumenten geschehen, die auf Hundertstel bis Tausendstel Millimeter genau arbeiten. Wenn das geschafft ist, muss die Elektronik angeschlossen werden, Sensoren, Stromversorgungen und Schaltschränke werden untereinander verbunden, sodass am Ende alles von mehreren Computerbildschirmen aus gesteuert werden kann. Wenn das alles erledigt ist, dann wird die Maschine erneut getestet und damit die Inbetriebnahme gemacht. Erst dann wird sie an den Kunden übergeben.

Achtzehn angehende Mechatroniker, die an der Heinrich-Metzendorf-Schule Bensheim unterrichtet werden, nahmen an der Schreibwerkstatt der Initiative „Drei für Demokratie“ teil. Unser Bild zeigt die Azubis mit dem Betreuer-Team.

BILD:METZENDORF-SCHULE


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Presse-Echo November/Dezember 2019  

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