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Raus aus den Kรถpfen

Genderterror abschaffen

Infoheft zur Thematik 2. Auflage


Inhaltsverzeichnis Vorwort ............................................................................... 4

Vorstellung ........................................................................... 6

Grundlagen ......................................................................... 7

Gender Mainstreaming – Im Wandel der Zeit ...................... 10

Menschenverachtende Experimente................................18

Das geschundene Geschlecht .............................................. 23

Die Geschichte der Abtreibung ........................................... 27

Der Aufklärungsverein „pro familia“ ................................... 38

Literaturempfehlungen……...….................................………….42

Mithilfe................……...….........................................………….47


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Liebe Mitstreiter! Der „Volkstod“ breitet sich immer weiter aus. Ein Phänomen, das in der modernen Zeit die gesamte westliche Zivilisation erfasst hat. Doch gerade Deutschland, das sich seit gut mehr als 65 Jahren im Würgegriff der vermeintlichen „Befreier“ befindet, leidet am stärksten unter all den durch Kapitalismus und Globalisierung geknechteten Völkern. Ursachen hierfür sind zum einen der indoktrinierte Selbsthass, der von Politik, Medien und anderen gesellschaftlichen Institutionen zelebriert wird. Die Menschen werden hier zum Spielball von fremden Mächten gemacht, die es schaffen, in die Psyche eines ganzen Volkes einzudringen. Zum anderen ist aber auch die übermäßig ausgeprägte Wohlstands- und Konsumgesellschaft daran schuld, dass die Menschen den Wert der Familie nicht mehr schützen und achten. Brot und Spiele verdummen und machen träge. Kinder und Familie hingegen sind nur störender Ballast. Dabei ist gerade die demographische Katastrophe ursächlich für alle gegenwärtigen und zukünftigen Krisen. Ohne ausreichenden Bestand von Nachkommen werden Deutschland und alle anderen europäischen Staaten in einem sozialen und ökonomischen Chaos enden. Die Zahl der Alten und Gebrechlichen wird die Zahl der Neugeborenen und noch aktiven Generationen um ein Vielfaches übersteigen. Aus ökonomischer Sicht wäre dies der SuperGau. Viele Nicht-Erwerbstätige, Alte und Kranke müssten von einer Minderheit von Berufstätigen und Dynamischen versorgt und gepflegt werden. Aber auch aus soziokultureller Hinsicht wäre dieses Szenario der Untergang der Kulturnationen Europas. Die Familie ist die Keimzelle eines jeden Volkes. Sie ist es, die Bindung und Identität gibt, in der jedes Mitglied seinen Platz findet und mit dem versorgt wird, was zum Leben wichtig ist. Aus der Institution Familie erwachsen die Leistungen, die die Nation zum wachsen und gedeihen benötigt. Dies wussten schon die großen Söhne unseres Volkes, wenn sie einst sagten: „Die Familie ist die Wurzel aus der der Staat empor wächst; je gesunder die Wurzel, desto gesunder der Staat.“ (Otto Eduard Weddingen, Kapitänleutnant im 1.WK) Doch leider kränkelt diese Wurzel von Tag zu Tag mehr. Besorgniserregend ist auch die Tatsache, dass mit dem aufkommenden Hirngespinst Gender Mainstreaming diese


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katastrophale Entwicklung unserer Völker beschleunigt wird. Die Strategie des Gender Mainstreaming hat zwar erst gut 25 Jahre Bestand, die Ideologie dahinter ist jedoch wesentlich älter. Auch hat die Gender Ideologie großen Anteil an der Paarungsmüdigkeit der Deutschen, mitsamt ihren daraus resultierenden verheerenden Folgen. Diese Themenbereiche und eine Vielzahl von anderen möchten wir auf den nachfolgenden Seiten ausführlich behandeln, um die Tragweite des Volkstodes für jedermann ersichtlich zu machen. Wir hoffen, dies wird uns hiermit gelingen.

Hermine Ehrlich


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„Raus aus den Köpfen Genderterror abschaffen“ Eine Initiative stellt sich vor!

Die Initiative „Raus aus den Köpfen – Genderterror abschaffen“ befasst sich umfassend mit dem menschenverachtenden Gender Mainstreaming, das seit dem Jahr 1995 global in alle Lebensbereiche der Menschheit Einzug hält und von den politischen Systemen und ihren repräsentativen Regierungen befürwortet wird. Wir sehen es daher als unsere Pflicht an, gerade in Verantwortung für zukünftige Generationen, eine breite Öffentlichkeit über die Thematik Gender Mainstreaming zu informieren und sie über die Folgen dieser Strategie, die sich zur Ideologie entwickelt hat, aufzuklären, um im besten Falle Widerstand dagegen zu leisten! In Bruchteilen sickern vereinzelt Informationen über Gender Mainstreaming an die breite Öffentlichkeit; was sich jedoch im Einzelnen damit verbindet, bleibt offen bzw. wird bewusst verschleiert. Die Frauen-Quotenreglung, die Homo-Ehe und die frühkindliche Sexualaufklärung, um nur drei

kleine

Bausteine

des

Gender

Mainstreaming

zu

nennen,

stehen

für

Gesellschaftszersetzende Maßnahmen. Doch die Gender Problematik greift mittlerweile noch viel tiefer. Als primäres Ziel der Gender Befürworter steht die Schaffung eines neuen Menschentypus. Rigoros wird an der naturgegebenen Zweigeschlechtlichkeit gerüttelt und mit diffusen Argumenten versucht, künstlich eine Kluft zwischen Männern und Frauen zu erzeugen. Wir wollen Euch daher einen groben Überblick über die wichtigsten Grundlagen und Maßnahmen des Gender Mainstreaming geben. Eine weitere ausführliche Darstellung der Thematik findet ihr auf der Netzseite...


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Gender Mainstreaming Definition & Ursprung

Gender Mainstreaming, eine unbekannte Gefahr, die sich seit gut 25 Jahren immer tiefer in den politischen Alltag der BRD und der restlichen Welt hineingebohrt hat. Um verstehen zu können, was Gender Mainstreaming (GM) bedeutet, müssen die zentralen Begriffe geklärt werden. Mit dem Wort Mainstreaming kann die Masse sicherlich etwas anfangen, verbindet man damit „die vorherrschende Massenmeinung“. Das Netzportal Wikipedia definiert Mainstream folgendermaßen: „Der Mainstream (englisch, wörtlich Hauptstrom) spiegelt den kulturellen Geschmack einer großen Mehrheit wider, im Gegensatz zu Subkulturen oder dem ästhetischen Underground. Der Mainstream ist eine Folge einer Kulturdominanz.“ Der Gender Begriff dagegen wirft schon weitaus mehr Fragen auf. Vor allen weil es sich hierbei um einen Kunstbegriff handelt, den es erst seit einigen Jahrzehnten gibt. Ursprünglich fand man Gender jedoch nur in der Grammatik. Dort bedeutete es das grammatikalische Geschlecht „maskulin“, feminin“ oder „neutral“. Der US- amerikanische Psychologe und Sexologe John Money missbrauchte den Begriff „Gender“ im Jahre 1955, um die Problematik von intersexuellen Menschen (Menschen deren biologisches Geschlecht nicht eindeutig zuzuordnen ist) besser beschreiben zu können. In einem Zitat von Money heißt es: „Der Begriff Geschlechtsrolle (gender role) wird benutzt, um all jene Dinge zu beschreiben, die eine Person sagt oder tut um sich selbst auszuweisen als jemand, der oder die den Status als Mann oder Junge, als Frau oder Mädchen hat.“ (Money, 1955) Ab dem Jahre 1963 wurde der Gender Begriff durch Robert Stoller und Ralph Greenson um eine weitere Bedeutung erweitert. Stoller sagte im Jahre 1968 über Gender: „Geschlechtsidentität (gender identity) beginnt mit dem Wissen und dem Bewusstsein, ob bewusst oder unbewusst, dass man einem Geschlecht (sex) angehört und nicht dem anderen. Geschlechtsrolle (gender role) ist das äußerliche Verhalten, welches man in der Gesellschaft zeigt, die Rolle, die man spielt, insbesondere mit anderen Menschen.“ (Stoller, 1968)


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Der Begriff Gender wurde ursprünglich also „nur“ in der Grammatik verwendet und ferner in der Sexologie und Psychologie. Die feministische Frauenbewegung der „68er Generation“ sah

sich

jedoch

veranlasst

die

Genderproblematik

für

ihre

Gleichheits-

bzw.

Gleichberechtigungsforderungen zu instrumentalisieren. Dabei entwickelte sich Mitte der 80er Jahre eine Strategie, deren Tragweite aus heutiger Sicht noch nicht erkennbar wird.

Die Strategie Erstmals wurde 1985 auf der 3. Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen in Nairobi die Strategie Gender Mainstreaming vorgestellt. Genau zehn Jahre später folgte auf der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking die internationale Arbeitsplattform zur Durchführung der Strategie Gender Mainstreaming. Diese Arbeitsplattform soll gewährleisten, dass auf allen politischen Ebenen die Gleichstellungspolitik vorangetrieben wird. Was sich hier noch recht harmlos und annähernd sinnvoll anhört, entwickelt sich bei zunehmender Betrachtung jedoch zu einem politischen Ungetüm, gleich dem Leviathan von Thomas Hobbes. Um näher über die strategischen Maßnahmen des GM informieren und diese wiederum richtig in den politischen Alltag einordnen zu können, müssen die Ziele offen gelegt werden. Angewandt wird GM im politischen Alltag über das so genannte „Top-Down-Modell“, d.h. die obersten politischen und auch Judikativen Instanzen geben den unteren Verwaltungen Richtlinien zur Durchsetzung von Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit zwischen Männern und Frauen vor. Diese werden nicht nur national, sondern von Anbeginn der Strategie europaweit und mittlerweile auch in allen Zweit-und Dritteweltländer, also global angeordnet. In diesem Kontext spielt die Europäische Union eine zentrale Schlüsselfigur. Auf nationaler Ebene wird die Strategie nicht nur durch das Familienministerium ausgeführt. Man muss sich bewusst machen, dass es sich hierbei nicht um ergänzende Maßnahmen zur Erreichung von Geschlechterneutralität handelt, sondern dass der Gender Mainstreaming


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eine eigenständige Ideologie geworden ist, die alle Politikbereiche und mittlerweile auch sämtliche Lebensentwürfe durchdrungen hat. Dies soll bedeuten, dass sämtliche Ministerien die Gleichstellungspolitik (= Gender Mainstreaming) vorantreiben müssen. Die angesetzten Maßnahmen um die Strategie in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft durchzusetzen sind zwar sehr

differenziert

ausgeprägt,

das

übergeordnete

Ziel;

Abschaffung

von

geschlechtsspezifischen Eigenheiten und Rollenverständnissen von Männern und Frauen, wird von allen Strukturebenen gleich verfolgt.

Hermine Ehrlich


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Gender Mainstreaming – Im Wandel der Zeit

Gender Mainstreaming- eine Erfindung der letzten 20 Jahre? Mit Nichten! Die Begrifflichkeiten entspringen der jüngeren Vergangenheit. Hingegen die ideologische Ausrichtung schon mehr als 100 Jahre existent ist. Der Ursprung dieser Theorie stammt unter anderem von den Marxisten Karl Marx und Friedrich Engels. Marx und Engels haben zwar nicht die Abschaffung der Geschlechter im Sinne der Gender Theorie von heute gefordert bzw. deren neue und individuelle Ausrichtung, allerdings und dies ist entscheidend, haben sie den Grundstein für die zukünftige Gesellschaftsentwicklung und ihren weitreichenden Folgen gelegt. Das Hauptziel des Marxismus bestand darin, die gesellschaftlichen Strukturen mit all ihren Erscheinungen zu beseitigen und dafür eine klassenlose Gesellschaft zu manifestieren. In diesem klassenlosen System waren alle Mitglieder annähernd egalitär. Dies bedeutet, dass beispielsweise neben der Abschaffung von privatwirtschaftlichen Unterschieden auch „Geschlechts- und Altersunterschiede keine gesellschaftliche Geltung mehr für die Arbeiterklasse“

besitzen.

(Marx/Engels,

1847)

Die

Menschen

sollten

nur

noch

„Arbeitsinstrumente“ darstellen, die „je nach Alter und Geschlecht“ differenzierte Kosten verursachen. Um dieses Ziel verwirklichen zu können, musste jedoch das Feindbild Bürgertum, die Bourgeoise überwunden werden. Sie war mit all ihren Institutionen die stützende Säule des kapitalistischen Systems. Um das alte Gesellschaftskonstrukt zu destrukturieren, musste vornehmlich die bürgerliche Ehe und Familie zerstört werden. Die marxistische Theorie sah in der Einzelehe bzw. in der Monogamie die Konzentrierung und Mehrung von Besitztümern, die wiederum an die nächste Generation vererbt werden sollte. Nach Ansicht der Marxisten musste somit die bürgerliche Einzelehe auf das schärfste bekämpft werden, um die klassenlose Gesellschaft etablieren zu können. In seinem Werk „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“ beschäftigt sich Friedrich Engels mit der Entstehung von Monogamie und Ehe. Nach seiner Ansicht herrschte zu früheren Zeiten und in den allermeisten Kulturen der Welt ein Matriarchat, also


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eine Frauenherrschaft und nicht wie in kapitalistischen Systemen der Gegenwart das Patriarchat (Männerherrschaft), welches er mit Sklaverei und Ausbeutung gleich setzt. Das Matriarchat wird von Engels präferiert. Er will Übereinstimmungen hinsichtlich der Kollektivität, der freiheitlichen Ausrichtung und der Friedfertigkeit erkannt haben. Durch die Etablierung des Patriarchats zu Zeiten der Christianisierung fielen zu aller erst die Frauen der neuen Herrschaftsordnung zum Opfer. Sie verloren durch den patriarchalen Machtanspruch ihre Rechte als Hüterin und Herrscherin der Sippe bzw. der Gemeinschaft. Ihre Tätigkeitsbereiche wurden beschnitten und auf den häuslichen Rahmen innerhalb der Einzelehe begrenzt. Der Mann wollte neben materiellen Reichtümern auch Besitzansprüche gegenüber Frau und Kinder geltend machen. Dies war jedoch nur innerhalb der Einzelehe möglich. Engels hebt daher die negativen Auswirkungen der Monogamie und der bürgerlichen Einzelehe besonders hervor. Er will mit seiner Kritik weniger auf die Rechte der Frauen aufmerksam machen, die angeblich durch die Eheschließlung verletzt werden bzw. sich als Fürsprecher des weiblichen Geschlechts profilieren. Vielmehr will Friedrich Engels den ersten „Klassengegensatz zusammen mit der Entwicklung des Antagonismus von Mann und Weib in der Einzelehe“ erkannt

haben. Auch stellt dieser Gegensatz die erste

„Klassenunterdrückung mit der des weiblichen Geschlechts durch das männliche“ dar. (Engels, 1886) Hier wird nun ganz klar deutlich, dass es dem Marxismus darum ging, gesellschaftliche und naturgegebene Strukturen beseitigen zu wollen. Engels ist, stärker noch als Karl Marx davon überzeugt, dass gerade die Rolle der Frau in der Gesellschaft endscheidend dazu beitragen könnte, die klassenlose Gesellschaft zu etablieren. Daher richtet sich Engels verstärkt auf die „Befreiung“ der Frau aus dem Schoß der Versklavung, der Einzelehe bzw. des Patriarchats. „Der Umsturz des Mutterrechts war die weltgeschichtliche Niederlage des weiblichen Geschlechts. Der Mann ergriff das Steuer auch im Hause, die Frau wurde entwürdigt, geknechtet, Sklavin seiner Lust und bloßes Werkzeug der Kinderzeugung.“ (Engels, 1886) Doch ging es Marx und Engels wirklich um die Belange und Rechte von Frauen? Wohl kaum. Sie sahen darin nur die Möglichkeit, ihrem Ziel der vollständigen Gesellschaftsveränderung zu Gunsten des Proletariats näher zu kommen. Deshalb musste die traditionelle bürgerliche Ehe beseitigt werden. Sie war Ausdruck und Mittel der kapitalistischen Ordnung, die rigoros vernichtet werden müsse. Außerdem ist an zu merken, dass auch das weibliche Geschlecht


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vollständig der Produktion zugeführt werden sollte. Die bürgerliche Einzelehe hingegen verhindert dies, da die Frauen ihren Wirkungskreis bei der Familie im trauten Heim hatten. Dies war nach Ansicht der Marxisten eine Verschwendung der Arbeitskraft, zumal die dort verrichteten Tätigkeiten mehr einer Sklavenarbeit glichen, als einer freien und selbstständigen Beschäftigung. Marx äußert sich in seinem wohl bekanntesten Werk „Das Kapital“ folgendermaßen: „So furchtbar und ekelhaft nun die Auflösung des alten Familienwesens

innerhalb

des

kapitalistischen

Systems

erscheint,

so

schafft

nichtsdestoweniger die große Industrie mit der entscheidenden Rolle, die sie den Weibern, jungen Personen und Kindern beiderlei Geschlechts in gesellschaftlich organisierten Produktionsprozessen jenseits der Sphäre des Hauswesens zuweist, die neue Grundlage für eine höhere Form der Familie und des Verhältnisses beider Geschlechter.“ (Marx, 1867) Marx und Engels setzten die theoretischen Rahmenbedingungen für ein neues Gesellschaftssystem. Die ersten praktischen Erfahrungen mit dem neuen „klassenlosen“ Gesellschaftstypus in der Sowjetunion wurden Anfang des 20. Jahrhunderts gemacht. Lenin äußert sich im Jahre 1919 in „Die große Initiative“ negativ über die Hausarbeit der Frauen. Er bezeichnet diese als „erdrückend, erstickend, abstumpfend und erniedrigend“. Die Frauen werden in der Küche und im Kinderzimmer „gefesselt und ihre Schaffenskraft wird durch die barbarisch unproduktive, kleinliche, entnervende, abstumpfende und niederdrückende Arbeit“ im Haus vergeudet. Es ist daher auch nicht verwunderlich, warum gerade die Sowjetunion der erste Staat war, der beispielsweise die Abtreibung legalisiert hat, die höchste Scheidungsrate aufwies, die Kindererziehung verstaatlichte und das allgemeine Leben und dessen Prozesse kollektivierte. Zu verdanken hat man diesen Umstand unter anderem Alexandra Kollontai, die 1917 als erste Frau dem revolutionären sowjetischen Kabinett angehörte. Durch das Diskreditieren der alten Strukturen wurde es somit möglich, eine neue Politik mit einer völlig neuen ideologischen Ausrichtung um zusetzen. Aber nicht nur der ultralinke Flügel wollte einen Umbruch innerhalb des kapitalistischen Systems, auch die gemäßigten politischen Kräfte der Sozialdemokraten, allen voran August Bebel, sahen in der bürgerlichen Ehe und in der gesellschaftlichen Stellung der Frau den Leviathan des Kapitalismus. Bebel schreibt: „Die Geltung des Mutterrechts bedeutete Kommunismus, Gleichheit aller; das Aufkommen des Vaterrechts bedeutet Herrschaft des Privateigentums, und zugleich bedeutete es Unterdrückung und Knechtung der Frau.“


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(Bebel, 1973) Auch hat August Bebel klare Vorstellungen wie die neue Gesellschaftsordnung auszusehen hat. Alle „Schranken sollen beseitigt werden, die den Menschen vom Menschen, also auch das eine Geschlecht von dem anderen, abhängig machen“. Und wie sehen die gegenwärtigen gesellschaftlichen Zustände aus? Welche Auswirkungen hatten die marxistischen Theorien des 19. und 20. Jahrhunderts auf unsere heutige Gesellschaftsordnung? Die Auswirkungen sind dramatisch. Die kapitalistische Ordnung wurde nicht überwunden. Im Gegenteil, das neoliberale kapitalistische System mit all seinen Auswüchsen erfreut sich bester Gesundheit und erhält eine breite Unterstützung unzähliger Lobbyisten, die aus der Ausbeutung ganzer Völker Profit schlagen. Doch trotz alledem wurde die Gesellschaft umgekrempelt. Die Einzelehe stirbt, Familie und partnerschaftliche Bindungen verlieren an Substanz und Bedeutung; und darüber hinaus werden nun auch noch die naturgegebenen Rollenmodelle auf gelöst. Marx und Engels hatten also mit der Theorie unrecht, dass die bürgerliche Einzelehe das Fundament der kapitalistischen Ordnung darstellt. Oder aber und diese Vermutung liegt näher, der Kapitalismus von heute und das kommunistische Treiben von damals entspringen demselben Geist, nur dass die Vermarktung heute, eine andere ist. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Strategie Gender Mainstreaming, die mittlerweile zur Ideologie avanciert ist, heute so salonfähig ist, obwohl sie die gleiche Ausrichtung aufweist, wie die damaligen Denkansätze über die Unterdrückung und Ausbeutung der Frau innerhalb der Ehe und Familie im kapitalistischen Gesellschaftsmodell des 19. Und 20. Jahrhunderts. Gender Mainstreaming ist nicht nur ein übergeordnetes politisches Konzept um die „Gleichstellungspolitik“ auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen umzusetzen, sondern sie ist ein wirkungsvolles Instrument, mit dem man langsam aber stetig dafür sorgt, dass bewährte Lebensmodelle, wie die der heterosexuellen Einzelehe mit Nachwuchs auf gelöst werden. Im Gegenzug wird, wie bei Marx und Engels, eine neue Gesellschaftsordnung angestrebt. Damals sollte es nur noch „Arbeitsinstrumente“ geben, die in einer klassenlosen Gesellschaft der Produktion dienen. Heute hingegen wird versucht, eine willenlose Masse von Humankapital heran zu züchten, die jederzeit abrufbar für ein globalisiertes auf Finanzmärkte reduziertes System ist. Die Unterschiede sind marginal. Im Grunde unterscheidet sich nur die verwendete Wortwahl. Die Inhalte bleiben jedoch fast konstant.


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In 100 Jahren hat sich also die Ausrichtung kaum geändert. Sie wurde sogar noch verschärft. Damals wurden die Weichen gestellt. Den Menschen, allen voran den Frauen, wurde ein geredet, dass sie sich in einer barbarischen Sklaverei befänden, dass ihre individuelle Entscheidungsmacht durch die bestehenden systemischen Institutionen eingeschränkt wären und das die einzige Möglichkeit, dieser Unfreiheit und Unterdrückung zu entfliehen, darin bestände, sich von Ehe und Familie los zu sagen. Mittlerweile ist dies alltäglich geworden. Langjährige feste Bindungen sind zur Ausnahme geworden. Die dramatisch hohen Scheidungs- und Trennungsraten, sowie die stetig sinkende Anzahl von Geburten sind Beweis dafür, dass ein großer Anteil der Menschen den Hirngespinsten eines Marx, eines Engels etc. verfallen ist. Auch haben die Mutterschaft und das Hausfrauendasein in den letzten Jahrzehnten beträchtlich an Popularität verloren. Heutzutage werden Frauen, die sich ganz ihrer Familie widmen als faul, dumm und rückständig diskreditiert. Die Wertschätzung, die einst kinderreichen Familien entgegen gebracht wurde, ist mittlerweile völlig verloren gegangen. Verantwortung gegenüber anderen zu übernehmen, ist in einer Zeit in der übersteigerter Individualismus die Deutungshoheit inne hat, verbrämt. Alles hat sich nur noch um die eigene Person und den individuellen Wünschen zu drehen. Egozentrische, bindungslose und konsumsüchtige Wesen bringt dieses politische System hervor. Doch die Zielsetzung verlangt noch weitere Maßnahmen. Die Gender Theorie ist noch nicht am Ende angelangt. Nun soll das Geschlecht völlig dekonstruiert werden und der individuellen Beliebigkeit zum Opfer fallen. Judith Butler, eine der führerenden Vertreterinnen der Gender Theorie fordert eine beliebig hohe und frei wählbare Anzahl von Geschlechterkonstruktionen. Sie fordert rigoros die „Verwirrung der Geschlechter-Binarität“. Auch sieht sie in der Verbindung zwischen Mann und Frau das „perfide Repressionssystem der Zwangsheterosexualität“. (Butler, 1991) Man sieht an den Äußerungen einer Judith Butler ganz deutlich, dass es immer noch einen weiteren Schritt in Richtung Absurdität gibt. Ein anderes Beispiel liefert die radikalfeministische Shulamith Firestone: „Um die Abschaffung der sexuellen Klassen zu gewährleisten, ist der Aufstand der unterdrückten Klasse (Frauen) erforderlich. Sie muss die Kontrolle über die Fortpflanzung übernehmen: ...das Endziel der feministischen Revolution ist nicht, wie bei der ersten Frauenbewegung, die Abschaffung männlicher Privilegien, sondern die Abschaffung der geschlechtlichen Unterscheidung; die geschlechtlichen Unterschiede der Menschen würden so ihre Bedeutung verlieren.“ (Firestone, 1970) An den beiden genannten Beispielen erkennt man,


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dass auch die feministische Bewegung der 60er und 70er Jahre an der Etablierung des Gender Mainstreamings beteiligt war. Der Feminismus, der sich in drei Zeit- und Entwicklungsabschnitte einteilen lässt, spielt hinsichtlich der heutigen politischen Konzeptualisierung des Gender Aspektes eine herausragende Rolle. Die Anfänge des Marxismus destabilisierte das Modell Einzelehe und die Rolle der Frau als Mutter und Hausfrau. Der Radikalfeminismus der 68er Bewegung forderte zusätzlich eine Befreiung der sexuellen Moralvorstellungen. Die freie Sexualität wurde propagiert. Resultate der ausufernden Amoralität sind heute unlängst bekannt. Beziehungsprobleme, Sexsucht und Perversionen, die bis zum Kindesmissbrauch führen, sind die Auswirkungen einer zu liberalen Einstellung gegenüber der Sexualität. Hierzu passt ein weiteres Zitat von Alison Jagger aus dem Jahre 1977. Sie widmet sich der Reproduktionsarbeit hinsichtlich der Unterdrückung der individuellen Sexualität: „Das Ende der biologischen Familie wird auch das Bedürfnis nach sexueller Unterdrückung beseitigen. Männliche Homosexualität, Lesbianismus und außerehelicher Geschlechtsverkehr werden nicht mehr auf liberale Weise als alternative Möglichkeiten angesehen werden... die, Institution des Geschlechtsverkehrs‘ selbst, in dem Mann und Frau eine genau bestimmte Rolle spielen, wird verschwinden. Die Menschheit könnte endlich zu einer natürlichen, polymorph perversen Sexualität zurückkehren.“ Doch gelangen wir wieder zurück in das Jahr 2010. Heutzutage sind Fragen rund um das Ausleben von sexuellen Neigungen und Trieben an der Tagesordnung, doch trotzdem scheint sich dieses Thema nicht erschöpfen zu wollen, wie man an einer Judith Butler erkennen kann. Sie und weitere Vertreterinnen ihres Genres, lehren heute Gender Studies an Universitäten auf der ganzen Welt. Überall wird versucht, das Normale zu dekonstruieren und diskreditieren. Wurde früher davon gesprochen, die Rechte des weiblichen Geschlechts an die der Männer anzugleichen, sprich eine Gleichberechtigung herzustellen. So wird heute das gesamte biologische und soziale Geschlecht in Frage gestellt. Jeder ist alles und jeder kann alles. Man ist nicht mehr Mann oder Frau, sondern Mensch bzw. für bestimmte politisch und ökonomisch ausgerichtete Gruppen Humankapital. Diesen Fakt nutzt man nun gezielt in der Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik. Besonders bei Fragen der Berufswahl bzw. der Ausübung von Berufen kommt das Gender Konzept zum Tragen. Gab es in der Vergangenheit Berufsbilder, die sich den Fähigkeiten und Fertigkeiten,


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sowie den genetischen Eigenheiten von Frauen und Männern zu Eigen gemacht haben, so werden diese heute falsifiziert. Mädchen und Frauen werden gezielt in so genannte Männerberufe gedrängt. Jungen bzw. Männer sollen hingegen typisch weibliche Berufsfelder wählen. Für das kapitalistische System ist dies von großem Nutzen. Denn durch das Aufweichen des typisch Männlichen und typisch Weiblichen in der Berufswelt, wird bei den Menschen das Bewusstsein verändert. Gerade Frauen sollen durch eine immer weiter voranschreitende

Gleichstellungsmaschenerie

der

Politik

und

Wirtschaft,

dem

kapitalistischen System das Überleben sichern. Durch eine übertriebene Emanzipation mit gleichzeitiger Abwertung des Frauseins und der Mutterschaft entsteht bei einer Vielzahl von Frauen das Bewusstsein, sie würden nur eine Wertschätzung erhalten, wenn sie einem Beruf nach gehen würden, bei dem man möglichst hoch die Karriereleiter empor steigen kann. Auch die Medienwelt und bestimmte NGOs arbeiten gezielt darauf hin, dass Frauen die neuen Männer von morgen werden. Daher ist es auch nicht verwunderlich, warum traditionelle Familienstrukturen heute kaum noch gewählt werden bzw. von Seiten der Politik und Wirtschaft durch bestimmte Maßnahmen auch kaum noch finanziell realisierbar sind. Berufstätige Mütter unterliegen einem hohen Außendruck. Das kapitalistische System will Mütter so früh wie möglich aus den Familien nehmen, um sie als billige Lohnsklaven in den Arbeitsprozess integrieren zu können. Zudem können durch die Vielzahl von arbeitenden Müttern die Löhne weiter gedrückt werden. Die Ignoranz liegt in der Tatsache, dass heutzutage Frauen wie Männer, die entweder schon große Kinder haben bzw. alleinstehend sind keine Arbeit bekommen, von der man seine Existenz bestreiten kann. Aber auf der anderen Seite gerade Mütter mit Kleinst- und Kleinkindern regelrecht aus ideologischen und ökonomischen Gründen gezwungen werden, für den Arbeitsmarkt wieder präsent zu sein. Aber

nicht

nur

ökonomische

Erwägungen

führen

dazu,

dass

traditionelle

Familienkonstellationen bald der Vergangenheit angehören sollen, sondern man ist auch versucht, die nächste Generation schon auf das Konzept Gender ein zu schwören, indem man sie von der Krippe an mit genderrelevanten Thematiken konfrontiert. Auch in diesem Zusammenhang erkennt man Überschneidungen bei den Theorien von Marx und Engels und dem kapitalistischen System. In beiden wird die Verstaatlichung der Jugend angestrebt, um


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sie in ihrem Sinne entweder zu Arbeitsinstrumenten oder aber zu Humankapital machen zu können. Wenn man sich dies alles näher vor Augen führt, erkennt man, dass das Gender Mainstreaming keine Erfindung der letzten Jahre war, sondern seinen Ursprung zu Zeiten des Marxismus hatte. Seit nun mehr 100 Jahren werden die Menschen in der westlichen Welt manipuliert und ausgebeutet. Die Ressourcen für ein eigenständiges auf Traditionen und Werten aufgebautes Leben werden immer weiter beschnitten. Die Familie als Fundament eines Volkes war und ist der Feind des marxistisch-kommunistischen und kapitalistischen Systems. Um die Schaffung einer neuen Gesellschaftsordnung, die aus bindungslosen und leicht manipulierbaren Subjekten besteht, zu gewährleisten, wird an der naturgegebene Rollenverteilung von Mann und Frau, sowie deren geschlechtlichen Identitäten gerüttelt. Es ist daher von großer Wichtigkeit, dass jeder einzelne sich diesen Tatsachen bewusst wird und versucht vor allem im familiären Kreis andere Wege zu begehen, als die gutgläubige Masse innerhalb des deutschen Volkes.

Quellen: Marx, Karl; Engels, Friedrich: Manifest der Kommunistischen Partei. London.1847. Marx, Karl: Das Kapital. Kröners Taschenausgabe.Stuttgart.1957. Engels, Friedrich: Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats. Verlag Neuer Weg GmbH. 1946. Rosenkranz, Barbara: MenschInnen – Gender Mainstreaming – Auf dem Weg zum geschlechtslosen Menschen. Ares Verlag.Graz.2008 Butler, Judith: Das Unbehagen der Geschlechter. Suhrkamp. Frankfurt am Main.1991 Hermine Ehrlich


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Menschenverachtende Experimente Im Namen des Gender Mainstreaming

Am Anfang der Gender-Theorie stehen ein amerikanischer Psychiater und sein Menschenversuch. Weltweit wurde dieses Experiment als voller Erfolg gefeiert. Auch Alice Schwarzer beruft sich gern immer wieder darauf. Alles begann am 22.August 1965 in Winnipeg. Eineiige Zwillinge kamen auf die Welt, Bruce und Brian Reimer waren zwei gesunde muntere Säuglinge. Ein freudiges Ereignis nicht nur für die Eltern, nein, auch für die Wissenschaft, denn eineiige Zwillinge haben dasselbe Erbgut. Im Alter von 7 Monaten musste gesundheitlich bedingt eine Beschneidung beim kleinen Bruce durchgeführt werden. Der Arzt benutze leider ein defektes Instrument, welches den Penis des Jungen so verkohlte das er nach einiger Zeit vollständig abfiel. Niemand der damaligen Ärzte konnte den jungen Eltern einen Weg aufzeigen diesen Schaden wenigstens einigermaßen zu beheben. Im Februar 1967 sahen Ron und Janet Reimer eine Fernsehrunde in der ein gewisser John Money behauptete, dass man aus Männern ohne weiteres Frauen machen könne und umgekehrt. Die Eheleute Reimer erblickten darin die Lösung ihrer Probleme und setzten sich sofort mit Money in Verbindung. Die Eltern erhielten von Money den Eindruck, ihr Kind werde mit einem längst erprobten und anerkannten Verfahren behandelt. Sie ahnten nicht, dass es sich um ein Experiment handelte: den ersten derartigen Versuch in der menschlichen Geschichte! Am 3. Juli 1967 wurde Bruce im Alter von 22 Monaten kastriert, aus der Haut seines Hodensacks formte man rudimentäre Schamlippen. Bruce hieß von da an “Brenda” und Money schärfte den Eltern ein, ihrer “Tochter” nie etwas von dieser Operation zu erzählen. Sie müsse von nun an konsequent als Mädchen erzogen werden und alle die wussten was Brenda im zarten Alter zugefügt wurde, mussten ihn (und seinen Zwillingsbruder) darüber belügen.


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1973 brachte Money sein Hauptwerk Gender Identy heraus. Darin feierte er Brenda als erste erfolgreiche Geschlechtsneuzuweisung an einem geschlechtlich eindeutig geborenen Kind. In der Presse feierte er seinen Durchbruch: „Wenn man einem Jungen sagt, er sei ein Mädchen, und wenn man ihn als ein Mädchen erzieht, dann wird er sich weiblich verhalten.” hieß es etwa in der New York Times Book Review. Auch Alice Schwarzer lobt Money als Ausnahmewissenschaftler der “nicht manipuliert, sondern dem aufklärenden Auftrag der Forschung gerecht wird”. Dank Hormonbehandlung und plastischen Operationen werde Brenda Reimer eine normale Frau sein, die nur nicht gebären könne. Nicht ganz folgerichtig heißt es dann weiter, dass die Gebärfähigkeit ohnehin der einzige Unterschied zwischen Männern und Frauen sei, „Alles andere ist künstlich aufgesetzt, ist eine Frage der geformten Identität.“ Bis September 2004 bezeichnet Schwarzer die Reimer Zwillinge als lebenden Beweis für die Gender Theorie, doch die Zwillinge waren zu diesem Zeitpunkt schon tot. Im Frühjahr 2004 erschoss sich Bruce mit einer Schrotflinte und sein Bruder Brian nahm sich im Jahr zuvor mit Tabletten sein Leben. Was geschah also wirklich in der Zeit in der sich Money mit Bruce und Brian rühmte? Fast ihre ganze Kindheit lang waren die Zwillinge von nahezu ihrer gesamten Umgebung, von Ärzten und Therapeuten, Verwandten und vor allem den eigenen Eltern, manipuliert und über Grundtatsachen ihres Lebens belogen worden. Bruce, der bis zu einem Alter von fast 2 Jahren wie ein Junge behandelt und gekleidet wurde, wurde nach seiner Kastration von einem Tag auf den anderen als Mädchen aufgezogen. Brenda versuchte das Kleidchen dass er trug, welches seine Mutter selbst genäht hatte, nach der Rückkehr von der Operation in Baltimore wieder herunterzureißen. Doch seine Eltern setzten alles daran ihm mädchenhaftes Verhalten beizubringen. Die Reimer Zwillinge hatten ausgesprochen zarte und niedliche Gesichter: Brenda erscheint im Kleidchen und mit langen Haaren auf Fotos ohne weiteres als Mädchen, doch im Verhalten war Brenda jungenhaft. Er


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wollte mit dem Spielzeug seines Bruders spielen, tobte und raufte, interessierte sich für Autos und Waffen anstatt für Puppen, Schmuck und Kleider. Von Money, bei dem die Familie jährlich in Baltimore erschien, wurde das als Tomboy(Wildfang) Verhalten bewertet, wie es auch sonst bei Mädchen vorkommt. Solange die Kinder noch zu Hause waren, hielt man die Schwierigkeiten im Zaum. Doch schon das erste Schuljahr musste Brenda wiederholen. Seinen Lehrern war dieses Kind durch sein stark abweichendes, ihnen ja unerklärliches Verhalten durchweg unsympathisch. Der Widerstand, den Brenda seiner Geschlechtsneuzuweisung entgegensetzte, und sein zunehmend “kratzbürstiges“, ruppiges und gewalttätiges Betragen wurden von Money als “verspielter Negativismus” bezeichnet. Bei Lehrern und Mitschülern allerdings lenkte Brenda damit viel Unwillen auf sich. Schon bald war das vermeintlich sonderbare Mädchen weithin isoliert. Es erhielt den Spitznamen “Höhlenmensch”. Ab dem Alter von elf Jahren (zu der Zeit feierte Money seinen Triumph) quälte sich Brenda mit Selbstmordgedanken. Alle Anzeichen von Verwirrung und schließlich Verzweiflung, die das

Kind

zeigte,

wurden

von

seinen

Betreuungspersonen

beiseite

geschoben,

uminterpretiert oder geleugnet. Money sprach bei den Besuchen der Zwillinge unverschämt und drastisch über ihre Genitalien und ihre angebliche Sexualität. Er konfrontierte Brenda mit ungeschönten Fotos des Geburtsvorgangs - um einige der weniger abscheulichen Schilderungen aufzugreifen. Schon im Alter von 4 Jahren versuchte Brenda sich mit Schlägen und Tritten gegen den Besuch bei Money zu wehren. Auf Money wirkte das seinen Aufzeichnungen zufolge “fast schon wie Wahnsinn”, doch Brenda konnte sich nicht gegen seine Eltern durchsetzen. Von Money bohrend nach Geschlechtsunterschieden zwischen sich und seinem Bruder befragt, hatte Brenda hilflos erwidert: “Aber wir sind doch Zwillinge.”. Mit beginnender Pubertät diagnostizierte Money bei Brenda eine “lesbische Veranlagung”, weil der Junge (jetzt ein Mädchen) sich von Mädchen angezogen fühlte. Money fragte Brendas Vater ob es ihn stören würde eine Lesbe aufzuziehen… In seinen Zukunftsträumen sah sich Brenda immer als junger Mann mit Schnurrbart in einem Sportwagen.


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Als Jugendliche bekam Brenda weibliche Hormone verabreicht, um den körperlichen Umbau der Pubertät einzuleiten. Zur Überraschung der Ärzte durchlief er dennoch den Stimmbruch. Money wollte durch mehrere Operationen eine künstliche Scheide formen, doch Brenda widersetzte sich diesem Vorhaben. Er hatte schon in den Jahren zuvor, wie sein Bruder, große Angst vor Money entwickelt - weshalb dieser die Eltern der Kinder verdächtigte diese nicht hinreichend beeinflusst zu haben. Im Alter von 13 Jahren wollte Money Brenda einen umgestalteten Transsexuellen vorstellen, dieser sollte Brenda von den Vorzügen einer solchen Operation berichten, doch das Kind floh in Panik aus dem Raum. Fortan ließ sich Brenda zu keinen Besuchen in Baltimore mehr bewegen und auch von anderen Ärzten nicht von der Notwendigkeit der geplanten Operation überzeugen. Schließlich fragte ihn ein Endokrinologe ungeduldig: “Willst du ein Mädchen sein oder nicht?”. Brenda hatte diese Frage von Money schon tausendmal gehört, doch zum ersten Mal antwortete er diesmal mit “NEIN”. Nach Rücksprache mit dem Arzt entschlossen sich Brians und Brendas Eltern ihren Söhnen reinen Wein einzuschenken. Brenda war erleichtert. Er sagte: “Endlich verstehe ich warum ich mich so fühle, wie ich mich fühle. Ich bin gar kein komischer Kauz, ich bin nicht verrückt!”. Er beschloss sofort als Junge und Mann zu leben und nannte sich von nun an David nach dem biblischen Bezwinger des übermächtigen Goliaths. Statt weiblicher Hormone schluckte er nun männliche. In den folgenden Jahren ließ er sich sein Genital operativ, soweit möglich, wiederherstellen und heiratete sogar. Doch ein Gefühl tiefer Scham verließ ihn nie. Rückblickend nannte David Reimer seine Kindheit “eine unerträgliche Qual“. Als Money das Reimer-Experiment veröffentlichte, war es eigentlich schon gescheitert. Und als David Reimer in allen möglichen Publikationen als glückliches Mädchen vorgestellt wurde, lebte er schon als Junge. Der neue Leiter, Professor Paul McHugh, des Johns-HopkinsKrankenhaus in dem Money als Psychiater tätig war, ließ 1979 Moneys “Gender Identity Clinic” schließen und die Praxis der Geschlechtsneuzuweisung einstellen. Money ordnete die


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Haltung der Presse, nach bekannt werden von David Reimers wirklichen Schicksal, als “Bestandteil der antifeministischen Bewegung”. Weiterhin sagte er: „Wer behaupte, Männlichkeit und Weiblichkeit seien genetisch verankert, wolle die Frauen zu ihrer Angestammten Rolle im Bett und in der Küche zwingen.“. Bis heute wird mit diesem bizarren Argument jeder Einwand gegen die Gender Theorie zurückgewiesen. David Reimer zog aus seinen Erfahrungen einen schlichteren Schluss:

“Man kann nicht sein, was man nicht ist.” Hartmut Fröhlich


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Das geschundene Geschlecht Die Zahl der Jugendkriminalität steigt laut dem Statistischen Bundesamt. Dabei sind 76% der tatverdächtigen Personen ab 14 bis unter 21 Jahren laut PKS 2006 junge Männer. Auch sind Zweidrittel der Schulabbrecher Jungs und Dreiviertel der Sonderschüler sind ebenfalls männlich. Die Anzahl der Jungen, welche nervös, unkonzentriert und depressiv-ängstlich gestimmt sind, nimmt auch immer mehr zu. In diesem Zusammenhang wird jedoch zu schnell auf ADHS/ ADS gestimmt. Man verabreicht Tabletten (z.B. Ritalin) ohne zu wissen, welche psychischen und physischen Folgen das haben kann. Jungen seien im Schnitt später Schulreif und müssten öfter zurückgestellt werden. Dies bestätigt eine aktuelle Studie des Bundesfamilienministeriums zur Lebenssituation von Mädchen und Jungen in Deutschland. Diese Negativmeldungen bestimmen die Medienlandschaft. Da könnte man wirklich annehmen, Jungen sind im Gegensatz zu ihren weiblichen Pedanten eine Last für die Gesellschaft. Doch wie entstehen diese Probleme? Warum sind Jungen bzw. junge Männer anscheinend die Verlierer dieser Zeit? Die Antwort lautet: Es fehlen männliche Vorbilder. Medien lassen sich schnell dazu hinreißen, dass in Schulen und Kitas die weibliche Anzahl der Betreuer dominiert und man somit mehr Männer in diesen „Frauen-Berufen“ bräuchte. Männer darf es nicht verwehrt werden, auch den Beruf zum Beispiel eines Erziehers zu erlernen. Man sieht es daher gern, wenn Männer in Frauenberufen arbeiten. Die Schlussfolgerung lautet nämlich, dass es dann den Jungen leichter fällt, sich in der Welt zu Recht zu finden. So einfach lässt sich diese Problematik jedoch nicht lösen. Man sollte doch zu vor überlegen, welche Rolle diese Männer dann übernehmen sollen. Was sollen diese Männer mit den Kindern machen? Kochen, Basteln und Schminken oder doch lieber, als so genannter Vaterersatz dienen, für Jungs, welche keine Väter haben?


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Es ist ein sehr sensibler Bereich, welches ein durchdachtes Konzept haben muss. Wie Wolfgang Bergmann es schon in einem Interview mit SPIEGEL Online beschrieb: „Es geht aber mehr um diese generelle Antigewalt-, Antikörperlichkeit-, Antimännlichkeitserziehung. Auch die männlichen Pädagogen haben ja dieses seltsame Umhüllungs- und Friedensideal soweit übernommen, dass es schnurz ist, ob ein Mann oder eine Frau verantwortlich ist. Wenn heute im Kindergarten beim Ballspielen eine Fensterscheibe zu Bruch geht, wird doch sofort der Morgenkreis einberufen. Jungen haben heute kaum noch die Fähigkeit, sich selbst in ihrer Körperlichkeit, in ihrer männlichen Durchsetzungsfähigkeit kennenzulernen. Sie werden mit Teilen ihrer Männlichkeit überhaupt nicht mehr bekannt.“ (Bergmann, 2008) Wolfgang Bergmann ist Erziehungswissenschaftler und Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze über Kinderpsychologie. In seinem Buch "Kleine Jungs - große Not. Wie wir ihnen Halt geben" fordert er für Jungen eine andere Art von Förderung und Zuwendung als für Mädchen und beschreibt die Probleme von Jungen beim Aufwachsen in einer hauptsächlich weiblichen Umwelt. Seine Erfahrungen stammen aus den Jahren langer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Er beschönigt rein gar nichts, seine Worte spiegeln die Fehler der heutigen Gesellschaft wider ...“Wenn zwei Jungs im Kindergarten raufen, um die Hierarchie untereinander festzulegen, dann hat ein Pädagoge da nichts zu suchen. Jungs machen ihre Sozialisierungs-Erfahrungen anders. Übrigens: Wenn heute in Sachen Jugendgewalt bei Schlägereien noch hemmungslos zugetreten wird, wenn der andere schon am Boden liegt, hat das zum Teil auch damit zu tun, dass die Jungs gar nicht mehr wissen, was sie dem Gegenüber damit antun. Es fehlt ihnen an der eigenen körperlichen Erfahrung. Wenn ich hyperaktive Kinder oder Jugendliche Computersüchtige habe, schicke ich sie reihenweise zu den Pfadfindern, weil dort noch das Erleben von Körperlichkeit möglich ist. Ich kann mich doch nur mit nach außen gewendeten Aktionen selbst als Körper erfahren. Erst dadurch entwickeln Jungs eine eigene Empfindsamkeit, die sie brauchen, um sich in den anderen hinein zu versetzen.“ (Bergmann, 2008)


25

Man streitet sich darüber, aber einig ist man sich wohl, dass Männer in diesen Berufen unter anderem als Lösung für „auffällige“ Jungen dienen. Besonders in Kitas sollen sie als Prävention dienen. Aber reicht dies? Was bewirkt es wirklich? Ist die Gefahr nicht gegeben, dass Männer in Erziehungs- und Betreuungsberufen, sprich weibliche Berufe, nicht vielleicht die Jungs verwirren? Welches Bild von einem Mann wird denn da vermittelt? Können Männer nun auch Kinder bekommen? Was passiert in den Jungs, in ihren Köpfen und mit ihrer Entwicklung? Der männliche Erzieher nimmt die gleiche Rolle ein, wie die der behütenden und pflegenden Erzieherin. Er sollte doch aber eher als väterlicher Ersatz dienen oder ein „MannVorbild“ für Kinder sein, welche keine männlichen Vorbilder mehr haben. Nicht umsonst überwiegt der männliche Teil der Erzieher im Jugendbereich. Sie sind dort durchsetzungsfähiger, konsequenter und mit Sicherheit finden die Jugendlichen mehr Vorbilder in diesem Bereich und können sich mehr mit einem Mann identifizieren, als kleine Kinder im Kita Bereich. Wenn dieses Konzept, dem eines männlichen Erziehers in Kitas falsch umgesetzt wird, richtet man mehr Schaden an, als man vielleicht vermutet. Aber vielleicht ist es auch gewollt, Fehler zu machen?! Männer werden in einem Elementarbereich eingesetzt. Sie werden zwar von den Kindern gut angenommen, aber eher als Spielkamerad. Viele Beobachtungen bestärken dies. Sie spielen mit ihnen aber durchsetzen können sich diese Männer in vielen Kitas nicht. Dies können nur die weiblichen Erzieher. Wir sollten und müssen uns Gedanken machen! Wir sind es die als Vorbild dienen. Wir sind es die Halt geben und wir sind es, wo die Schuld zu suchen ist, wenn unsere Kinder sich in dieser Welt und in diesem System nicht zu Recht finden. Wir müssen sie unterstützen, begleiten und ihnen in ihrer Identitätsfindung helfen. Wir Eltern, wir Pädagogen, Lehrer und Erzieher.


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Kinder brauchen eine eindeutige Rollenverteilung, sie brauchen Vorbilder und Menschen auf die sie sich verlassen können, die sie schützen und in ihrer Entwicklung begleiten. Wenn es das alles aber nicht mehr gibt, so wie es viele Jungen und auch Mädchen erfahren müssen, so muss sich niemand wundern, wenn ganze Generationen den Halt verlieren und abstürzen. Soziale Unverträglichkeit, Leistungsabfall und psychische Krankheiten zeichnen viele junge Menschen heute schon aus. Wo soll dies alles hin führen, wenn immer stärker versucht wird, dass Natürliche zu verdammen und dafür Anomalitäten diesen Platz einnehmen sollen? Rollenbilder sind identitätsstiftend und unersetzlich für unsere Kinder. Dies sollten wir uns bewusst machen. Gerade unsere Jungs müssen wieder Jungs sein dürfen. Und Männer (so auch Frauen) müssen wieder zu ihrer Männlichkeit (Weiblichkeit) ermutigt werden. Nur so kann ein Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern hergestellt werden.

Liese Schneider


27

Die Geschichte der Abtreibung "Mein Bauch gehört mir!" Dies ist wohl eine der bekanntesten Parolen der Frauenbewegung des vergangenen Jahrhunderts. Bekanntlich wurde mit derartigen Forderungen

für

eine

ersatzlose

Streichung

oder

zumindest

Lockerung

des

Abtreibungsparagraphen 218 gekämpft. Der Paragraph 218 existiert bereits seit 1871 im Strafgesetzbuch und stellte zum damaligen Zeitpunkt grundsätzlich jede Abtreibung unter Strafe. Das Strafmaß variierte zwischen fünf Jahren Zuchthaus und mindestens sechs Monaten Gefängnis. Ab 1927 wurden Abtreibungen aus medizinischer Indikation zugelassen.

(Deutscher

Bundestag,

http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2009/25475709_debatten07/index.jsp) Trotz verschiedener Bemühungen von SPD und KPD um eine Reformation oder Streichung des Paragraphen wurde dieser 1949 in das Strafgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen. Zu Beginn der siebziger Jahre trat die Frauenbewegung zunehmend energischer für die Lockerung bzw. Streichung des Paragraphen 218 ein. Es wurden verschiedene Aktionen initiiert, welche massiv für Akzeptanz und Straffreiheit von Abtreibungen warben. Allen voran die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer und der von ihr initiierten Aktion: „Wir haben abgetrieben!“ Im Zuge dieser Aktion erschien am 6. Juni 1971 die Zeitschrift „Der Stern“ mit einem Titelbild, auf dem sich 28, teilweise äußerst populäre Frauen, samt Foto dazu bekannten

schon

einmal

abgetrieben

zu

haben.

(Deutscher

Bundestag,

http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2009/25475709_debatten07/index.jsp) Mit dem Regierungswechsel 1972 und dem Vorhaben, den Paragraphen zu reformieren, entbrannten heftige politische Debatten. In diesen Debatten kristallisierten sich vor allem zwei Positionen heraus. Während die CDU/CSU-Fraktion sich für eine Indikationsregelung aussprach, welche eine Abtreibung aufgrund einer medizinischen Indikation und unter bestimmten ethischen Voraussetzungen legalisierte, favorisierten SPD und FDP das Fristenmodell. Beim Fristenmodell sollte der Schwangerschaftsabbruch generell bis zur zwölften

Woche

legal

möglich

sein.

(Deutscher

Bundestag,

http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2009/25475709_debatten07/index.jsp


28

Die Differenzen innerhalb des Bundestages sollten sich als nahezu unüberbrückbar erweisen und riefen eine tiefe Spaltung des Bundestages hervor. Diese sollte mit einer Generaldebatte am 25. April 1974 an der sich insgesamt 27 Redner des gesamten Für-undWider-Spektrums beteiligten beigelegt werden. Die Debatte dauerte bis zum darauffolgenden Tag an, sodass es erst am 26. April zur endgültigen Abstimmung kommen konnte. Mit 247 Stimmen zu 233 Stimmen entschied der Bundestag für das Fristenmodell. Eine Abtreibung sollte demnach in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten nach vorheriger ärztlicher Beratung straffrei bleiben. Diese Entscheidung war allerdings noch nicht endgültig. Nach einer einstweiligen Verfügung des Landes Baden-Württemberg beim Bundesverfassungsgericht, wurde diese Entscheidung für verfassungswidrig erklärt und aufgehoben.

(Deutscher

Bundestag,

http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2009/25475709_debatten07/index.jsp) Es folgte eine weitere Reform des Paragraphen am 12. Februar 1976. Durch diese Reform wurde der Schwangerschaftsabbruch erneut für rechtswidrig erklärt und unter Strafe gestellt. Die Reform legte jedoch einige Schlupflöcher fest, indem festgelegt wurde, dass unter bestimmten Voraussetzungen von einer Strafe abgesehen wird. Es wurden vier Indikationen definiert, welche eine Abtreibung rechtfertigten: die medizinische, eugenische,

kriminologische

und

soziale

Indikation.

(Deutscher

Bundestag,

http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2009/25475709_debatten07/index.jsp) Damit war die Basis gelegt, für den Abtreibungsparagraphen in seiner heutigen Form. Dieser erklärt Schwangerschaftsabbruch zwar für rechtswidrig; unter bestimmten Voraussetzungen bleibt er jedoch straffrei. (Für interessierte Leser ist unten der Originaltext des § 218 Schwangerschaftsabbruch sowie § 218a Straflosigkeit des Schwangerschaftsabbruchs.) Die erste Voraussetzung ist, dass die Abtreibung innerhalb der ersten 12 Schwangerschaftswochen durchgeführt werden muss. Weiterhin muss eine zusätzliche Konfliktberatung stattgefunden haben. Derartige Konfliktberatungen können bspw. bei „pro familia“ durchgeführt werden. Erfahrungsberichte zeigen jedoch, dass es sich bei pro familia oftmals nicht um eine ernsthafte Konfliktberatung handelt, bei der das Für und Wider umfangreich abgewogen wird. Vielmehr findet in diesen Beratungen ein Ablaufen des Pflichtprogramms ab, an deren Ende fast immer das ausgefüllte notwenige Betätigungsformular steht, welche die Tür zur Abtreibung öffnet.


29

(Ein

Erfahrungsbericht

kann

auf

folgender

Homepage

nachgelesen

werden:

http://www.konservativ.de/komm-mit/profamil.htm) Im internationalen Vergleich kann zwischen verschieden Regelungen zum Thema Schwangerschaftsabbruch unterschieden werden. Hierbei sind die Indikationslösung, die Fristenlösung und die Mischform der ersten beiden Regelungen zu nennen. Die Indikationslösung besagt, dass innerhalb einer gesetzlich geregelten Frist und bei Erfüllung gesetzlich vorgeschriebener Bedingungen ein Abbruch nicht rechtswidrig ist. Die Feststellung einer vorhandenen Indikation muss von einem Arzt bzw. einer Beratungsperson vorgenommen werden. Diese Lösung findet sich in Australien, Finnland, Großbritannien (ohne Nordirland), Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Neuseeland und Spanien. Irland verfügt über die strengsten gesetzlichen restriktiven Bestimmungen. Lediglich bei Lebens- oder Suizidgefahr der Frau darf eine Abtreibung durchgeführt werden. (vgl. Edith Obinger-Gindulis 2008, http://www.humboldt-forumrecht.de/deutsch/4-2008/beitrag.html#punkt2)

Bei der Fristenlösung bleibt die Abtreibung bis zum Ablauf einer gesetzlich festgelegten Frist straffrei. Eine vorhergehende Beratung ist nicht notwendig. Beispielländer für diese Regelung sind Dänemark, Griechenland, Österreich, Norwegen, Portugal, Schweden und die

USA.

(vgl.

Edith

Obinger-Gindulis

2008,

http://www.humboldt-forum-

recht.de/deutsch/4-2008/beitrag.html#punkt2)

Die dritte Regelung ist eine Mischform. Hierbei ist der Abbruch innerhalb einer bestimmten Frist bei Vorlage einer „Notsituation“ legal möglich. Dabei wird innerhalb der gesetzlichen Regelung jedoch nicht näher auf die „Notsituation“ eingegangen. Die Bestätigung einer Notsituation muss zumeist in einem Beratungsgespräch durch eine beratende Person bescheinigt werden. (vgl. Edith Obinger-Gindulis 2008, http://www.humboldt-forumrecht.de/deutsch/4-2008/beitrag.html#punkt2) Diese Bestätigung erfolgt in Deutschland wie bereits erwähnt bspw. durch pro familia und wird in den meisten Fällen erteilt, da bereits die Unerwünschtheit als „Notsituation“ akzeptiert wird. Andere Länder, welche eine Mischform ihrer Gesetzgebung haben Belgien, Frankreich, die Niederlande und die Schweiz.

(vgl.

Edith

Obinger-Gindulis

recht.de/deutsch/4-2008/beitrag.html#punkt2)

2008,

http://www.humboldt-forum-


30

Es ist zu betonen, dass bei der Mischformregelung eine Abtreibung explizit als Ausnahmefall definiert ist. Ein Blick auf die Statistiken zeigt jedoch, dass es sich bei Abtreibungen, welche auf Grundlage dieser gesetzlichen Regelung vollzogen werden, keineswegs um „Ausnahmen“ handelt. Allein in Deutschland werden jährlich hunderttausende ungeborene Kinder abgetrieben. Die offiziellen Zahlen dazu schwanken. Das

Statistische

Bundesamt

gab

an, dass

im

Jahr

2009

insgesamt

110700

Schwangerschaftsabbrüche gemeldet wurden. Diese Zahl ist natürlich mit Vorsicht zu genießen, da immer noch eine Dunkelziffer existiert. 97% dieser Abbrüche wurden nach der

Beratungsregelung

durchgeführt.

(vgl.

Statistisches

Bundesamt,

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistike n/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Aktuell,templateId=renderPrint.psml)

Somit

bleiben nur 3% der Abtreibungen, die aus medizinischer oder kriminologische Indikation vorgenommen werden. Nach Angaben von „pro familia“ entscheiden sich jährlich sogar 135000

Frauen

für

eine

Abtreibung.

(vgl.

pro

familia,

http://www.profamilia.de/article/show/1827.html) Bei diesen Zahlen bleiben viele Fragen offen. Handelt es sich bei den heutigen Abtreibungen tatsächlich noch um Ausnahmefälle? Oder ist es eher so, dass die gesetzliche Regelung eine eigene unkontrollierbare Eigendynamik angenommen hat, welche Abtreibungen zur Normalität gemacht hat? Ist die gesetzliche Regelung noch sinnvoll? Oder ist die Zeit gekommen eine neue Reform des Paragraphen 218 einzuleiten?

Quellen: dejure.org (Abruf 05.06.2010): §218 Schwangerschaftsabbruch. Online in: http://dejure.org/gesetze/StGB/218.html dejure.org (Abruf 05.06.2010): §218a Straflosigkeit des Schwangerschaftsabbruchs. Online in: http://dejure.org/gesetze/StGB/218a.html Deutscher

Bundestag

Abtreibungsparagraf

(Abruf

05.06.2010):

Historische

218.

Online

Debatten

(7): in:

http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2009/25475709_debatten07/ind ex.jsp konservativ.de (Abruf 05.05.2010): Ich war bei „pro familia“. Online in: http://www.konservativ.de/komm-mit/profamil.htm.


31

Obinger-Gindulis, Edith (Abruf 05.06.2010): Zwischen Moral und Selbstbestimmung - Ein Blick über die Grenzen: Die Abtreibungsregime der OECD-Länder und ihre Bestimmungsfaktoren im Vergleich. Online in: http://www.humboldt-forumrecht.de/deutsch/4-2008/beitrag.html#punkt2. Pro

familia

(Abruf

05.06.2010):

Schwangerschaftskonflikt.

Online

in:

http://www.profamilia.de/article/show/1827.html. Statistisches

Bundesamt

Ergebnisse

(Abruf

der

05.06.2010): Statistik.

Schwangerschaftsabbrüche. Online

in:

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/S tatistiken/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Aktuell,templateId=renderPrint .psml.

Original Gesetzestexte § 218 StGB Schwangerschaftsabbruch (1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handlungen, deren Wirkung vor Abschluß der Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter eintritt, gelten nicht als Schwangerschaftsabbruch im Sinne dieses Gesetzes. (2) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

1. gegen den Willen der Schwangeren handelt oder

2. leichtfertig die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung der Schwangeren verursacht.

(3) Begeht die Schwangere die Tat, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.

(4) Der Versuch ist strafbar. Die Schwangere wird nicht wegen Versuchs bestraft.


32

(vgl. dejure.org, http://dejure.org/gesetze/StGB/218.html) § 218a StGB Straflosigkeit des Schwangerschaftsabbruchs

(1) Der Tatbestand des § 218 ist nicht verwirklicht, wenn die Schwangere den Schwangerschaftsabbruch verlangt und dem Arzt durch eine Bescheinigung nach § 219 Abs. 2 Satz 2 nachgewiesen hat, daß sie sich mindestens drei Tage vor dem Eingriff hat beraten lassen, der Schwangerschaftsabbruch von einem Arzt vorgenommen wird und seit der Empfängnis nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sind.

(2) Der mit Einwilligung der Schwangeren von einem Arzt vorgenommene Schwangerschaftsabbruch ist nicht rechtswidrig, wenn der Abbruch der Schwangerschaft unter Berücksichtigung der gegenwärtigen und zukünftigen Lebensverhältnisse der Schwangeren nach ärztlicher Erkenntnis angezeigt ist, um eine Gefahr für das Leben oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren abzuwenden, und die Gefahr nicht auf eine andere für sie zumutbare Weise abgewendet werden kann.

(3) Die Voraussetzungen des Absatzes 2 gelten bei einem Schwangerschaftsabbruch, der mit Einwilligung der Schwangeren von einem Arzt vorgenommen wird, auch als erfüllt, wenn nach ärztlicher Erkenntnis an der Schwangeren eine rechtswidrige Tat nach den §§ 176 bis 179 des Strafgesetzbuches begangen worden ist, dringende Gründe für die Annahme sprechen, daß die Schwangerschaft auf der Tat beruht, und seit der Empfängnis nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sind.

(4)

Die

Schwangere

ist

nicht

nach

§

218

strafbar,

wenn

der

Schwangerschaftsabbruch nach Beratung (§ 219) von einem Arzt vorgenommen worden ist und seit der Empfängnis nicht mehr als zweiundzwanzig Wochen verstrichen sind. Das Gericht kann von Strafe nach § 218 absehen, wenn die Schwangere sich zur Zeit des Eingriffs in besonderer Bedrängnis befunden hat. (vgl. dejure.org, http://dejure.org/gesetze/StGB/218a.html)


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Es folgt eine persönliche Stellungnahme. Geburtenregelung durch straffreie Abtreibung Ein Volk gilt soviel, wie es vor der Würde seiner kleinsten und schwächsten Mitbürger steht, - und was es für sie übrig hat.

Wenn es um das Thema Abtreibung geht, sind sich viele Menschen darüber einig, dass es sich hierbei um eine moralische, ethische und rein subjektive Frage handelt, die jeder für sich selbst entscheiden muss. Es ist sicherlich wahr, dass die Entscheidung zur Abtreibung in einem moralischen Kontext zu betrachten ist und auch aus diesem heraus getroffen werden sollte. Angesichts der großen Unwissenheit in der Bevölkerung über Grundlagen der Entwicklung menschlichen Lebens und gängiger Abtreibungsmethoden bleibt jedoch die Frage, wie denn überhaupt irgendjemand fähig sein kann die ethisch richtige Entscheidung zu treffen. Neben der subjektiven Einschätzung gibt es nämlich eine ganze Reihe objektiver medizinischer Fakten, welche jedem bekannt sein müssen, bevor er oder sie sich leichtfertig für die Lockerung des Abtreibungsgesetzes oder sogar für die Abtreibung selbst entscheidet. Die Entscheidung einen “undefinierten Zellklumpen” entfernen zu lassen ist sicherlich leichter, als einen Zusammenschluss menschlicher Zellen, welche nur wenige Stunden nach der Befruchtung das Geschlecht, sämtliche Merkmale und Eigenschaften, Talente, usw. eines neuen, einmaligen und unverwechselbaren Menschen festlegen. Diesen Menschen hat es nie zuvor gegeben und wird es ihn auch nie wieder geben! (Alle folgenden Ausführungen zur Entwicklung eines Menschen im Mutterleib beziehen sich auf Angaben von „pro-leben.de“)


34

Bereits in der 3. Woche haben sich die Zellen schon soweit differenziert, dass jede Zelle genau weiß, was sie werden soll und in welches Organ des Körpers sie gehört. Zwischen dem 16. und 19. Tag werden eigene Blutzellen, frühe Vorläufer des menschlichen Nervensystems, erste Blutgefäße und eine primitive Herzanlage gebildet. In der 3. Woche stellt der Embryo erste Blutkörperchen her und entwickelt mit Hilfe des Herzens einen primitiven Blutkreislauf. Er hat ein s-förmiges Herz, das bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft zu schlagen beginnt. Bereits in der 5. Woche können die Herztöne schon mit einem Elektro-Kardiogramm gehört werden. Die Arme und Beine sind bis jetzt noch recht kurz, Hände und Füße nehmen aber bereits konkrete Formen an. Das ungeborene Kind befindet sich mittlerweile in der 7. Woche seines Lebens und die Grundlage des Sehens ist gelegt, der Gleichgewichtssinn im Ohr ist bereits vorhanden und mit einem Elektronenzephalogramm sind die Gehirnströme messbar. In der 8. Woche sind nun bereits alle Organe angelegt und müssen nur noch wachsen. Das Ungeborene hat seine eigenen unverwechselbaren Fingerabdrücke, die es sein ganzes Leben behalten wird. Es trinkt sogar schon das Fruchtwasser. In der 9. Woche versucht das mittlerweile voll ausgebildete Kleinstkind zu greifen und eine Faust zu machen, es kann den Kopf wegdrehen. Die Finger zeigen zarte Fingernägel. Hände, Arme und Beine werden bewegt. Angekommen in der 12. Woche arbeiten alle Organe. Das Ungeborene macht Atemübungen, schluckt, verdaut und uriniert. Es ist schon lernfähig und erlebt z.B. Lärm und schläft, wenn seine Mutter schläft. Auf dem Kopf wachsen die ersten Haare. Die Augenlider des Fötus schließen sich nun, eigentlich nur für ein paar wenige Monate, doch allein im Jahr 2009 durften innerhalb der BRD 110700 kleine Menschen ihre Augen nie wieder öffnen, dann sie wurden auf grausame Art und Weise „abgetrieben“. (vgl. Statistisches

Bundesamt,

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statisti ken/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Aktuell,templateId=renderPrint.psml) Ihre Mörder blieben dabei zu 100% straffrei. Warum es bei modernen Abtreibungen durchaus gerechtfertigt ist von „grausamer Art und Weise“ zu sprechen, soll die kurze Erläuterung der derzeit gängigsten Abtreibungsmethode verdeutlichen. (Alle folgenden Ausführungen zur Entwicklung eines Menschen im Mutterleib beziehen sich auf Angaben von „pro-leben.de“)


35

Bei der so genannten Absaugmethode wird durch den erweiterten Muttermund ein flexibler Plastikschlauch in die Gebärmutter eingeführt. Durch einen starken Sog wird das Kind mitsamt Plazenta (Mutterkuchen) in Stücke gerissen. Zuerst werden die Arme und Beine vom Körper getrennt, dann der Rumpf vom Kopf. Da der Kopf zu groß ist, um durch den Plastikschlauch zu passen, knackt ihn der Arzt mit Spezialinstrumenten wie eine Nuss und saugt die Bruchstücke einzeln ab. Oft kann man in diesem blutroten Brei noch winzige Ärmchen und Beinchen erkennen. Besonders verwerflich wird das Abtreiben ungeborener Kinder vor dem Hintergrund, dass die ungeborenen Babys durchaus in der Lage sind Schmerzen und Panik zu empfinden wenn ihr Leben bedroht wird. Ihnen werden also bei lebendigem Leib Arme und Beine ausgerissen. Eine solche Tortur würde man nicht einmal Tieren zumuten. Diese kurze Einweisung in die Thematik menschliches Leben soll nun jedem die medizinische Grundlage geben, bei seiner moralischen und subjektiven Bewertung von Abtreibung und deren Legitimität. Unser Denken und Handeln in dieser brisanten Frage darf nicht allein abhängig sein von der Entscheidung einiger BRD-Politiker in den 70er Jahren, die sich anmaßten, sie wüssten wann menschliches Leben beginnt und wann es noch nicht lebenswert ist. Gesetze werden von Menschen geschaffen, aber das Leben selbst wird von der Natur erschaffen. Kein Mensch hat das Recht einen anderen unschuldigen Menschen zu töten. Weder der anmaßende BRD - Politiker, noch die emanzipierte Frau, die sich auf die Straße stellt und schreit: “Mein Bauch gehört mir”. Eine Abtreibung hat nichts mit Selbstbestimmung zu tun. Die Entscheidung keinen Sex zu haben, sich gegen eine sexualisierte bzw. “sexuell befreite” Gesellschaft zu stellen, in der das ständige Wechseln der Geschlechtspartner beinahe schon zum guten Ton für Jugendliche zählt, das ist Selbstbestimmung. Aber die Tötung eines unschuldigen Menschen ist und bleibt MORD! Und in dem Maße, in dem Abtreibungen jährlich in der BRD vollzogen werden, ist es sogar MASSENMORD! Ab hier geht es nicht mehr nur um Politik. Nein, wir sind an einem Punkt angekommen, an dem es um Leben und Tot geht.


36

Quellen: pro-leben.de (Abruf: 05.06.2010): Entwicklung des Menschen im Mutterleib – Das Wunder

des

Lebens.

http://www.pro-leben.de/abtr/entwicklung2.php

http://www.pro-leben.de/abtr/entwicklung3.php

/

/

http://www.pro-

leben.de/abtr/entwicklung4.php. pro-leben.de (Abruf 05.06.2010): Die gängigsten Abtreibungsmethoden. Online in: http://www.pro-leben.de/abtr/abtreibung_methode.php. Statistisches Ergebnisse

Bundesamt der

(Abruf

05.06.2010): Statistik.

Schwangerschaftsabbrüche. Online

in:

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/ Statistiken/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Aktuell,templateId=renderPr int.psml.

Minna


37

Der Aufklärungsverein „pro familia“ … und seine Geschichte

Pro Familia steht für die Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V. Der Verein für „selbstbestimmte Sexualität“ wurde 1952 als gemeinnütziger, nicht-staatlicher und nicht-konfessioneller Fachverband gegründet. Der Bundesverband der pro familia setzt sich aus 16 Landesverbänden zusammen. Nach eigenen Aussagen arbeiten heute mehr als 1000 Mitarbeiter in 170 Einrichtungen im Gesamtgebiet der BRD für pro familia. (vgl. pro familia, http://www.profamilia.de/topic/home) Die Beratungsstellen werden insbesondere aus öffentlichen Mitteln finanziert. Jährlich fließen ca. 25,5 Mill. Euro in die Organisation. (vgl. pro-leben.de,

http://www.pro-

leben.de/abtr/taktiken_profamilia.php) Pro familia leistet insbesondere Beratungsarbeit. Dazu

gehören

die

Familienplanungsberatung

und

die

Sexualberatung.

Die

sexualpädagogischen Angebote richten sich vor allem an Jugendliche. Durch umfangreiche Aufklärung sollen Jugendliche an einen verantwortungsvollen Umgang mit Sex herangeführt werden. (vgl. pro familia, http://www.profamilia.de/topic/home) Zu diesem Zwecke bietet pro familia umfangreiches Informationsmaterial an, welches für jedermann kostenlos zugänglich ist. Natürlich darf auch das Beratungsangebot zum Thema Schwangerschaft nicht fehlen. Hierbei wird selbstverständlich und vollkommen unbefangen auch auf die Möglichkeit des „Schwangerschaftsabbruchs“ eingegangen. Seit den 60er Jahren setzt sich „pro“ familia aktiv für die Lockerung des § 218 und die Akzeptanz von Abtreibung ein. Auf der Internetseite des Vereins rühmt sich pro familia 1994 an der Entwicklung eines Orientierungsrahmen der UN-Konferenz für Bevölkerung und Entwicklung mitgearbeitet zu haben. Dieser Orientierungsrahmen mit Titel „Sexuelle und Reproduktive Gesundheit und Rechte" diente der International Planned Parenthood Federation (IPPF), an dessen Gründung die pro familia nach eigenen Aussagen aktiv beteiligt war, als Basis für eine eigene „Charta der sexuellen und reproduktiven Gesundheit“. Diese Charta stellt gleichzeitig den Bezugsrahmen für die Arbeit der pro familia dar. Die Charta umfasst bspw. das „Recht auf Freie Entscheidung für oder gegen Ehe und die Gründung und Planung einer Familie, das Recht *aller Frauen+ auf (…) Wahlmöglichkeiten im Zusammenhang mit ihrer Fortpflanzung, das Recht auf (…) Wahlfreiheit (…) und Entscheidungsfreiheit“ (vgl. pro familia,


38

http://www.profamilia.de/topic/Verband/Bundesverband/IPPF-Charta). Bisher wird nicht deutlich, in Bezug auf welche Themen die pro familia solche schönklingenden Begriffe, wie „Wahlfreiheit“ und „Entscheidungsfreiheit“ eigentlich anwendet. Dies wird dem Leser erst in einem späteren Absatz bewusst. Hier wird „das Recht auf freie Entscheidung, ob und wann die

Geburt

eigener

Kinder

erwünscht

ist“

(pro

familia,

http://www.profamilia.de/topic/Verband/Bundesverband/IPPF-Charta) klar festgeschrieben. Auch wenn wieder nur von „freier Entscheidung“ gesprochen wird, wird doch klar, dass damit die Legitimation von Abtreibungen und eine Art Generalabsolution unter dem Deckmantel der „Selbstbestimmtheit“ und „Wahlfreiheit“ gegeben wird. Betrachtet man die Geschichte von pro familia wird deutlich, dass das Thema Geburtenkontrolle die Hauptintention zur Gründung dieses Vereins darstellte. Die Hauptbegründer von pro familia waren Prof. Hans Hamsen (1899 – 1988) und Margaret Sanger (1879-1966). Beide befassten sich mit Themen der Geburtenkontrolle und Eugenik. Ihre

Ansichten

zu

diesen

Themen

wurden

von

der

damaligen

besonderen

Bevölkerungssituation maßgeblich geprägt. Zu Beginn des 20. Jhd. kam es in den westlichen Gesellschaften zu einem Bevölkerungswachstum, welches sich vor allem in den ärmeren Schichten deutlich zeigte und für wachsendes Elend in diesen Schichten sorgte. In der wissenschaftlichen Diskussion, wie diesem Problem zu begegnen sei, bildeten sich die ersten Vorstellungen über Maßnahmen der Geburtenkontrolle heraus. Vor diesem Hintergrund hielten Ideen wie der Sozialdarwinismus oder die Rassenhygiene Einzug in die wissenschaftliche Diskussion. Für Prof. Hamsen, wie auch andere Verfechter der Geburtenkontrolle, bestand die Aufgabe der Geburtenkontrolle darin, den gesunden und „hochwertigen“, also intelligenten und wirtschaftlich leistungsfähigen Teil der Bevölkerung zu fördern. Der ungesunde und wirtschaftlich weniger leistungsfähige Teil sollte durch die Geburtenkontrolle

an

der

Vermehrung

gehindert

werden.

(vgl.

pro-leben.de,

http://www.pro-leben.de/abtr/taktiken_profamilia.php) Dabei muss jedoch klar gesagt werden, dass sich Hamsen gegen Abtreibung aussprach. Als geeignete Mittel der Geburtenkontrolle betrachtete er vor allem verschiedene Verhütungsmethoden sowie die Sterilisation bestimmter Bevölkerungsmitglieder nach eugenischen Gesichtspunkten. 1925 wird

Hamsen

Leiter

der

"Arbeitsgemeinschaft

für

Volksgesundung"

(bis

1940

Geschäftsführer). 1926 besetzt er die Position des leitenden Arztes der "Inneren Mission" (heute Diakonisches Werk). Die evangelische Einrichtung war bis dato der wichtigste


39

protestantische Träger von Einrichtungen für körperlich und geistig behinderte sowie alte Menschen. Angesichts der Weltwirtschaftskrise und damit einhergehender knapper finanzieller Mittel wurde von Hamsen das Prinzip der "differenzierten Fürsorge" eingeführt. Fürsorgeleistungen sollten fortan vorrangig den wirtschaftlich leistungsfähigen Menschen zukommen und diesen Teil der Bevölkerung gezielt fördern. Auch diese Maßnahme diente dem Zweck der "Höherentwicklung des Volkes". (vgl. pro-leben.de, http://www.proleben.de/abtr/taktiken_profamilia.php) Diese Vorstellungen bildeten den Ausgangspunkt für die Gründung der (Aufklärungs-)Organisation pro familia. Hamsen war bis 1984 Ehrenpräsident von Pro Familia und bis zu seinem Tod 1988 Ehrenmitglied der IPPF. Margaret Sanger entwickelte ähnliche bevölkerungspolitische Ansichten. Im Gegensatz zu Hamsen

zielten

ihre

Vorstellungen

von

Geburtenkontrolle

allerdings

auf

die

Höherentwicklung der Menschheit allgemein und nicht auf ein einzelnes Volk ab. Das Bevölkerungswachstum sollte vor allem in den unteren Schichten begrenzt werden. Ihre Intention resultierte aus ihrer Arbeit als Krankenschwester in den Armenvierteln von Manhattan (ca. 1912). Während dieser Zeit betreute sie schwangere Frauen der ärmeren Schichten und wurde direkt mit deren Elend und Leid konfrontiert. Dies prägte ihre Vorstellungen zum Thema Verhütung und Geburtenkontrolle maßgeblich. (vgl. wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Margaret_Sanger) Sanger war Begründerin der "American Birth Control League" (Gründung 1912), welche später in die IPPF umgewandelt wurde. Die IPPF, deren Gründungsmitglied und heutige deutsche Fraktion die pro familia darstellt, unterhält bis heute Kontakte und Kooperationen mit einschlägigen Organisationen. Darunter z.B. die Rockefeller Foundation, welche 1952 von John D. Rockefeller gegründet wurde. Diese ist Unterstützer der RU-486 Abtreibungspille in den USA. Weiterhin die UNFPA (United Nations Fund for Population Activities), dem Bevölkerungsfond der Vereinten Nationen, welcher über 2000 Geburtenkontrollprogramme auf der ganzen Welt initiiert hat. Sowie das Allan Guttmacher Institute in New York, welches Abtreibungsentwicklungen in den USA und international

erforscht.

(vgl.

pro-leben,

http://www.pro-

leben.de/abtr/taktiken_profamilia.php) Sowohl die "American Birth Control League" als auch das aus der IPPF hervorgegangene Margaret Sanger Forschungszentrum finanzierten die Entwicklung der „Pille“ und „Spirale“ mit großen Summen. Sanger selbst setzte sich zeit ihres Lebens für die Aufhebung des Verbotes von Verhütungsmitteln ein. Sie reiste durch ganz Amerika und sogar bis nach Japan um für das Thema Geburtenkontrolle zu werben. (vgl.


40

wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Margaret_Sanger) Die Figur der Margaret Sanger wird widersprüchlich bewertet. Während die einen sie als Pionierin der Geburtenkontrolle und somit auch der Emanzipation feiern, verachten die anderen sie, weil Sanger´s Wirken im Bereich der Geburtenkontrolle für die Legalisierung von Abtreibung verantwortlich gemacht wird. Es muss jedoch gesagt werden, dass von Sanger, ähnlich wie von Prof. Hamsen, nicht Abtreibung,

sondern

eher

eine

vorbeugende

Verhütung

als

Maßnahme

der

Geburtenkontrolle beworben und publiziert wurden. Sanger erklärte eindeutig: „Jeder Gruppe erklärten wir, was Empfängnisverhütung ist; dass Abtreibung der falsche Weg ist – egal, wie früh sie durchgeführt wird, sie nimmt Leben (…).“ (Sanger, Margaret 1938, zit. nach Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Margaret_Sanger) Obwohl sich sowohl Hamsen als auch Sanger gegen Abtreibungen aussprachen propagiert die pro familia heute einen äußerst leichtsinnigen und unkritischen Umgang mit dem Thema „Schwangerschaftsabbruch“. Dieses radikale Umdenken in Richtung einer Verharmlosung und Normalisierung von Abtreibungen vollzog sich insbesondere während der „Sexuellen Revolution“ in den 60er Jahren. Ein besonders erschreckender Erfahrungsbericht zur verantwortungslosen Abtreibungsberatungspraxis der pro familia Berater kann auf folgender Homepage nachgelesen werden: http://www.konservativ.de/komm-mit/profamil.htm. Der Verein pflegt Verbindungen zu einschlägigen Organisationen, darunter z.B. die Internationale Vereinigung von Fachkräften und Verbänden zu Schwangerschaftsabbruch und Kontrazeption (Fédération Internationale des Associés Professionnels de l'Avirtement et de la Contraception - FIAPAC). Pro familia gewann seit ihrer Gründung stetig an Einfluss. Heute arbeitet der Verein bspw. eng mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, mit dem Europäischen Parlament, dem Europarat und der Weltgesundheitsbehörde (WHO) zusammen.

(vgl.

pro

familia,

http://www.profamilia.de/topic/Verband/Bundesverband/International)

Quellen: konservativ.de (Abruf 05.05.2010): Ich war bei „pro familia“. Online in: http://www.konservativ.de/komm-mit/profamil.htm.


41

pro familia (Abruf: 05.06.2010): Für selbstbestimmte Sexualität. Online in: http://www.profamilia.de/topic/home. pro familia (Abruf: 05.06.2010): IPPF-Charta der sexuellen und reproduktiven Rechte.

Online

in:

http://www.profamilia.de/topic/Verband/Bundesverband/IPPF-Charta. Pro

familia

(Abruf

05.06.2010):

pro

familia

international.

Online

in:

http://www.profamilia.de/topic/Verband/Bundesverband/International. pro-leben.de (Abruf: 05.06.2010): Hintergründe zur Organisation „Pro familia“. Online in: http://www.pro-leben.de/abtr/taktiken_profamilia.php. Wikipedia.org

(Abruf:

05.06.2010):

Margaret

Sanger.

Online

in:

http://de.wikipedia.org/wiki/Margaret_Sanger.

Minna


42

Literaturempfehlungen Wir möchten an dieser Stelle eine Reihe von Büchern vorstellen, die sich mit den Themenbereichen Gender Mainstreaming, Erziehung, Sexualisierung und artverwandten Themen auseinandersetzen.

Auf dem Weg zum neuen Gender-Menschen – Verstaatlichung der Erziehung Gabriele Kuby, Fe-Medienverlag, Kisslegg, 2007 Ein empfehlenswertes Büchlein für jeden Laien, der sich mit der Thematik Gender Mainstreaming zum ersten Mal beschäftigt. Kuby gibt einen kurzen, dafür aber einen prägnanten Einblick über die Ideologen, ihren Maßnahmen und den daraus resultierenden Auswirkungen.

Politische Geschlechtsumwandlung – Gender Volker Zastrow, verlagsbuchhandlung Thomas Hoof KG, Waltrop und Leipzig, 2006 Ebenfalls ein kurz gehaltenes Büchlein über die Gender Ideologie. Außerdem wird ausführlich über das menschenverachtende Experiemt von John Money, einem usamerikanischen Psychologen und Sexologen berichtet.

Gender ohne Ende – oder Was vom Manne übrigblieb Ellen Kositza, Edition Antaios Kaplaken 7, Schnellroda, 2008 Hierbei geht es um die Auswirkungen des Gender Mainstreamings auf die heutige männliche, aber auch weibliche Generation. Es wird rigoros aufgezeigt, was aus unseren Männern, aber auch aus den Frauen gemacht wurde.

MenschInnen – Gender Mainstreaming Auf dem Weg zum geschlechtslosen Menschen Barbara Rosenkranz, Ares Verlag, Graz, 2008


43

Dieses Werk sollte jeder, der sich mit der Thematik GM näher beschäftigen will, gelesen haben. Frau Rosenkranz schildert ausführlich die ideologische Ausrichtung und den Ursprung des Gender Mainstreaming. Zudem führt sie an Hand von Studien auf, dass ein Großteil der Mütter, nicht damit einverstanden ist, dass die Verstaatlichung der Kindererziehung und -Betreuung ausgebaut wird. Auch gibt sie einen Überblick, in welcher Form der Staat Gender Programme subventioniert. Da Frau Rosenkranz Österreicherin ist, schildert sie die Sachlage von ihrem Land. Trotzdem ist der Inhalt auch auf die Zustände innerhalb der BRD übertragbar.

Kleine Jungs – Große Not Wolfgang Bergmann, Verlagsgruppe Beltz, 2008 Hierbei handelt es sich um keinen Erziehungsratgeber, sondern Wolfgang Bergmann zeigt die Folgen einer menschenverachtenden Ideologie auf, deren Opfer zunehmend unsere Kinder sind.

Die Emanzipation – Ein Irrtum! Warum die Angleichung der Geschlechter unsere Gesellschaft restlos ruinieren wird Peter Mersch, Books on Demand GmbH, Norderstedt, 2007 Dieses Buch behandelt ausführlich die Thematiken Genetik, und Emanzipation beschäftigt. Dieses Buch gibt Einblicke auf eine ganz andere Sichtweise der Dinge. Nicht nur gesellschaftspolitische Kritik hinsichtlich des GM ist möglich, auch in Bezug auf biologische Zusammenhänge, ist es möglich konstruktiv gegen die übertriebene Emanzipation der Frauen zum einen und zum anderen gegen den Gender Einheitsmenschen zu argumentieren. Peter Mersch hat dies eindrucksvoll bewiesen.

Rettet die Familie! Ein Plädoyer Joachim Bessing, Ullstein Taschenbuch, Berlin, 2004 Der Schriftsteller Bessing schildert die Situation von Patchwork-Familien anhand persönlicher Erfahrungen. Der Leser erhält Einblick in die schwierige Lebenssituation zusammengewürfelter Familienmitglieder. Zudem wird der Leserschaft vermittelt,


44

dass eine intakte traditionelle Familie immer noch die beste Familienkonstellation darstellt, im Gegensatz zu den alternativen Familienmodellen wie Patchwork, oder Ein-Eltern-Familie.

Verführt. Manipuliert. Pervertiert. Die Gesellschaft in der Falle modischer Irrlehren Christa Meves, Verlag Resch, Gräfelfing, 2005 Meves, eine renomierte Kinder- und Jugendpsychologin sieht in der sexuellen Verrohung unserer Zeit, die Ursachen für die Ausbreitung von psychischen Erkrankungen. Homosexualität, Pädophilie und Suchtkrankheiten häufen sich zusehenst. Unsere Gesellschaft befindet sich in einer Abwärtsspirale der Abnormalitäten. Dies versucht Frau Meves dem Leser zu vermitteln

Warum unsere Kinder Tyrannen werden – oder Die Abschaffung der Kindheit Michael Winterhoff, Goldmann Verlag, München, 2008 Unsere Kinder sollten eigentlich die Zukunft sein, doch heute stellen Kinder immer häufiger eine Last dar. Durch ein falsches Verständnis von Erziehung und Beziehung, aber auch durch immer größere Anforderungen die wir an unsere Kinder stellen, reagieren diese oftmals aggressiv und unausgeglichen. Dieses Buch will mit Vorurteilen aufräumen.

Das Eva Prinzip – Für eine neue Weiblichkeit Eva Herman, Pendo Verlag, München, 2006

Das Eva Prinzip beschäftigt sich vordergründig mit den Auswirkungen des Feminismus auf unsere Gesellschaft. Auch thematisiert Frau Herman den übersteigerten Selbstverwirklichungswahn vieler Frauen, die sich dabei zwischen Beruf und Familie aufreiben.


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Mithilfe

An alle Mitstreiter Die Thematik Gender Mainstreaming mit all ihren Verwandten Themen wie beispielsweise dem Feminismus ist sehr umfassend. Wir sind daher ständig auf der Suche nach Artikeln, Netzverweisen etc., um diese aufzuarbeiten und für die Leser unserer Seite bereitzustellen. Es ist schier unmöglich bei dieser Fülle von Informationen, alle Quellen ausfindig zu machen und diese auszuwerten.

Wir möchten Euch daher bitten, uns sämtliche relevanten Quellen zu den eben genannten Thematiken zu kommen zu lassen.

Schickt diese bitte an: gender_terror@web.de oder Postfach 2019 in 07306 Saalfeld

Wir danken Euch an dieser Stelle für Eure Mithilfe!


46

www.free-gender.de

V.i.S.d.P. : Mareike Bielefeld, Jenaische StraĂ&#x;e 25, 07747 Jena ; E.i.S.


Free Gender #2  

Infoheft zum Gender Mainstream

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