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OKTOBER 2011

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WAHLEN 2011 Bei den National- und St채nderatswahlen sind schwule Politiker 체ber das gesamte politische Spektrum vertreten.


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© Patrick Mettraux

OKTOBER Monatsvorschau

TIM COOK IST UNSER KOPF DES MONATS

Unter der Leitung von Oliver Eschler entwickelten sich die MrGay-Wahlen zu einem regelmässigen Event in der Schweizer Schwulenszene.Von links nach rechts: Ricco Rimus Müller (2009), Dominic Hunziker (2010) und Stephan Bitterlin (2011).

EIN AUS FÜR DIE MRGAY-WAHLEN 2012? Gibt es in der Schweiz zukünftig keinen MrGay mehr? Oliver Eschler ist als Organisator der MrGay-Wahlen aufgrund einer «beruflichen Veränderung» per sofort zurückgetreten. Nächsten Herbst hätten die 11. Mister-Gay-Schweiz Wahlen durchgeführt werden sollen. Findet sich in den nächsten Monaten kein neuer Geschäftsführer oder Organisator, fallen diese ins Wasser. Die MrGay-Wahlen wurden seit den Neunziger Jahren in unregelmässigen Abständen und unter verschiedenen

Organisatoren durchgeführt. Oliver Eschler fungierte seit 2009 als Geschäftsführer und baute die Wahlen zu einem regelmässigen Event auf, indem er Sponsoren wie Diesel an Bord holte. Unter seiner Leitung wurde Ricco Rimus Müller zum MrGay 2009 gekürt, der im selben Jahr als erster gehörloser zum MrGay International gewählt wurde. Für den amtierenden Mister Stephan Bitterlin wird sich wenig ändern. «Ich werde meinen Job als Mister wie geplant machen», bestätigt er.

NEUE COMING-OUTWEBSITE FÜR SCHWULE JUGENDLICHE

zu nehmen – in dem sie von Gleichaltrigen beraten werden. Fragen können anonym und online gestellt werden oder bei einem Treffen in der ganzen Deutschschweiz. «Unser Ziel ist, jungen Schwulen ein gutes Coming-out zu ermöglichen. Denn die Erfahrung von Ablehnung und Zurückweisung – das zeigen viele Studien – hat Auswirkung auf die psychische und sexuelle Gesundheit der jungen Männer», sagt Bettina Maeschli von der Aids-Hilfe Schweiz.

Wer mit sich selbst und seiner Sexualität im Reinen ist, schützt sich eher vor HIV. Unter dieser Devise wurde die neue Website du-bist-du.ch in Zusammenarbeit von Checkpoint Zürich und der Aids-Hilfe Schweiz lanciert. Ziel ist es, schwulen und bisexuellen Jugendlichen die Angst vor dem Coming-out

Ende August wurde Timothy D. «Tim» Cook zum Nachfolger von Apple-CEO Steve Jobs gewählt. Der Fünfzigjährige, der sich erst anfangs Jahr outete, stiess 1998 als Chief Operating Officer zu Apple und gilt gemäss dem US-Wirtschaftsmagazin «Fortune» als das Genie hinter Steve Jobs. Cook brachte das ums Überleben kämpfende Unternehmen wieder auf Vordermann, indem er Lagerbestände kürzte und die Visionen von Steve Jobs aus den roten Zahlen holte. LGBT-Aktivisten weltweit bezeichnen Cook als mächtigsten schwulen Mann und als Beweis dafür, dass man auch in der Chefetage geoutet sein kann.

FÜR NEWS UND EINEN BLICK HINTER DIE KULISSEN FIND UNS AUF FACEBOOK!

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MANNSCHAFT monatsvorschau

FARBIG IN DEN HERBST Sie waren die Trendaccessoires des regenreichen Sommers: Die farbigen Uhren am Handgelenk. Jetzt präsentiert Swatch fünf neue Modelle in passenden Herbstfarben und mit farblich abgestimmten Zifferblättern aus der NewGent-Kollektion. Erhältlich in allen Schweizer Swatch-Verkaufstellen.

Heimtückisches Bakterium: Treponema pallidum ist der Erreger der Syphilis, einer sexuell übertragbaren Krankheit mit oft schmerzlosen Symptomen.

GRATIS TESTWOCHEN GEGEN SYPHILIS-ANSTIEG

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Die Aids-Hilfe Schweiz schlägt Alarm. In den letzten Jahren sind die Syphilisfälle immer mehr gestiegen. Da besonders schwule Männer betroffen sind, startet die Aids-Hilfe Schweiz im Oktober eine Gratis-Syphilis-Testaktion in grösseren Schweizer Städten. «Wir stellen fest, dass Syphilis und Tripper heute für viele Leute nur noch vage Begriffe aus scheinbar vergangenen Zeiten sind», sagt Marco Müller von der Aids-Hilfe. «Das Unwissen hat zur Folge, dass man Symptome nicht erkennt oder falsch einschätzt und deshalb nicht zum Arzt geht.» Die Syphilis wird beim ungeschützten Sex über den Kontakt der Schleimhäute leicht übertragen. Die Benutzung eines Kondoms verringert zwar das Risiko einer Ansteckung, reduziert es aber nicht vollständig. So kann der

GRINDR XTRA Wir alle kennen und lieben es: Grindr. Doch lohnt sich das Upgrade auf Grindr Xtra? Wir sagen: Nein. Grindr Xtra stürzt nicht selten ab und die Distanzangaben sind auch hier nicht wahrheitsgetreu. Der einzige Vorteil ist das unlimiterte Laden von Profilen, doch bei einem monatlichen (!) Preis von CHF 3 ist das reine Abzockerei. CHF 3 iPhone und Android.

4 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

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Erreger beispielsweise beim Oralsex oder Küssen übertragen werden. Symptome der Krankheit sind schmerzlose Geschwüre und später Grippesymptome, die nach einiger Zeit wieder verschwinden. Eine unbehandelte Syphilis erleichtert die Übertragung von HIV und ruft im Spätstadium Schädigungen von inneren Organen, Skelett und Gelenken sowie des Nervensystems auf – oft mit irreversiblen und tödlichen Folgen.

DIE SYPHILIS-TESTWOCHEN Vom 1. bis 31. Oktober werden GratisGutscheine für einen Syphilistest in Bars, Saunen und auf Partys verteilt. Diese können bis 18. November 2011 an einer der Teststellen eingelöst werden. Mehr Infos und Gutscheine zum downloaden: gay-box.ch

CUT THE ROPE Om Nom ist ein kleines nimmersattes Monster, dem man allerlei Süssigkeiten beschaffen muss. Mit etwas Köpfchen und einer exakten Fingerbewegung schneidest du Seile durch, und Om Nom gelangt zu den Süssigkeiten. Es sind die einfachsten GameApps, die am meisten Spass machen. CHF 1 für iPhone und Android.


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INHALT Mannschaft Oktober 2011

Ferien in Lappland zu gewinnen!

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STANDARD 03 08 09 09 26

Monatsvorschau Editorial Leserbriefe Impressum Modestrecke: Nachts im Maisfeld

FEATURES 16

Schwule Lehrer, wo gibt's denn das? Für homosexuelle Lehrpersonen ist es nicht einfach, sich vor der Schülerschaft zu outen.

DOSSIER 12 15 20

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Von links nach rechts Noch nie haben sich soviele offen schwule Politiker als National- oder Ständeratskandidaten gestellt wie in diesem Wahljahr. Mannschaft Magazin sprach mit neun Kandidaten.

Nouvelles Aktuelle Trends mit Branko B. Gabriel Reisefieber: Karibikstrände, Andengipfel und heisse Rhythmen Auf nach Kolumbien mit Andreas Gurtner

AUSZEIT 52 54 56 58 62

6 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

Kurznews Das Wort von Pink Cross MrGay an den QueerGames Der amtierende Mister ist äusserst sportlich und nimmt an zahlreichen Turnieren im Inund Ausland teil. Zitiert

LIFESTYLE

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Neu im Kino DVD-Erscheinungen CD- und Buchtipp Fit: Von C bis Zink Agenda


36 PORTRAIT 66

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Der Reiseführer durch den märchenhaften Winter Hans Blaser ist Reiseleiter im verschneiten Lappland Kurzgeschichte: Schwarze Augen, Schwarzes Haar Trash Talk: Liebe Gina-Lisa Lohfink

SCHWULSEIN IST PARTEILOS Ihre Sexualität ist das einzige, was diese vier National- und Ständeratskandidaten gemeinsam haben. Politisch betrachtet könnten sie unterschiedlicher nicht sein.

KOLUMNEN 10 22

Deby Hartmann Harlekin

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MANNSCHAFT editorial

BILDE DIR DEINE EIGENE MEINUNG UND MACH MIT BEI DEN WAHLEN! OKTOBER 2011 OKTOBER 2011

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Liebe Leser, Noch nie waren geoutete Politiker so breit im politischen Spektrum vertreten wie heute. Wir haben einige Anfragen von Lesern und Politikern bekommen, ob wir in dieser Ausgabe Wahlempfehlungen veröffentlichen werden. Als politisch unabhängiges Magazin machen wir das nicht. Wir sind gegenüber allen Parteien neutral eingestellt, genauso wie wir Inserate vom ganzen politischen Spektrum abdrucken, solange sie nicht gegen unsere internen Richtlinien verstossen. Vielmehr wollen wir dir, lieber Leser, ans Herz legen, dich zu informieren und von deinem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Schwule Männer sind gegenüber der heterosexuellen Gesellschaft noch in vielen Punkten benachteiligt! Aus diesem Grund wollen wir dir genügend Fakten und Hintergrundinformationen bieten, so dass du den Kandidaten wählen kannst, der deine Interessen in Bern am besten vertritt. Ob die beste Wahl nun wirtschaftlich liberal, ökologisch, sozial gerecht oder konservativ ist, musst alleine du entscheiden! Ausserdem haben wir Hans Blaser während seines kurzen Aufenthaltes in der Schweiz getroffen. Er arbeitet als Reiseleiter in Lappland und ist nur so ins Schwärmen gekommen! Lies das Interview mit ihm genau durch, denn wir verlosen nämlich Blockhüttenferien in Lappland!

WAHLEN 2011 Bei den National- und Ständeratswahlen sind schwule Politiker über das gesamte politische Spektrum vertreten.

Foto: Raffi P.N. Falchi, raffipnfalchi.ch Politiker (von links oben im Uhrzeigersinn): Hans-Peter Portmann, FDP, Markus Hungerbühler, CVP, Claude Janiak, SP, Thomas Fuchs, SVP

VOR EINEM JAHR ...

Es grüsst dich, Greg Zwygart Chefredaktor

OKTOBER 2010

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Der damalige Mister Schweiz Jan Bühlmann klärt auf, dass das Treffen mit dem damaligen MrGay Dominic Hunziker am vollen Terminkalender scheiterte und nicht wegen Homophobie. Ausserdem: 10 Gründe, warum du keinen Freund hast.

8 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch


MANNSCHAFT leserbriefe

MANNSCHAFT MAGAZIN OKTOBER 2011 HERAUSGEBER Lautes Haus GmbH Postfach 476 CH-3000 Bern 7 Bärenplatz

LESERBRIEFE © Raffi P.N. Falchi

IMPRESSUM

mannschaft-magazin.ch kontakt@mannschaft-magazin.ch redaktion@mannschaft-magazin.ch REDAKTION Greg Zwygart MARKETING & KOMMUNIKATION Thomas Künzi LAYOUT, GESTALTUNG & ILLUSTRATION Greg Zwygart Melanie Carrera Franz&Hanns FOTOGRAFIE Raffi P.N. Falchi Kapuly Dietrich Patrick Mettraux KORREKTORAT This Fetzer TEXT Branko B. Gabriel Andreas Gurtner Christian Kuonen Thorsten Möller

Frank Richter Sebastian Rüttenen Patrick Schneller Greg Zwygart

ANZEIGENVERKAUF Werner Hulliger, whulliger@inmedia.ch Suzanne Brülhart, sbruelhart@inmedia.ch Tel.: 031 382 11 80 inMedia Services AG Hirschengraben 8 Postfach 6723 3001 Bern inmedia.ch ABOSERVICE Mannschaft Magazin ist im Abonnement (CHF 79/Jahr) sowie im Spezialabo für Studenten/Lernende erhältlich (CHF 49/Jahr). AUFLAGE 10’000 DRUCK Bubenberg Druck- und Verlags-AG Postfach CH-3001 Bern

Jegliche Wiedergabe und Vervielfältigung von Artikeln und Bildern ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion gestattet. Die nächste Ausgabe von Mannschaft Magazin erscheint am 27. Oktober 2011.

Ob Kritik, Lob oder Verbesserungsvorschlag: Füll das Feedbackformular auf mannschaftmagazin.ch aus oder schick ein E-Mail an redaktion@mannschaft-magazin.ch.

WEITER SO! Ich gratuliere zum Geburtstag und zur aktuellen Ausgabe. Sie ist abwechslungsreich und grafisch total ansprechend. Ein Kompliment, macht weiter so! Marco, via E-Mail

100 GRÜNDE, 100% RICHTIG! Danke für die höchst amüsanten 100 Gründe, warum man als schwuler Mann besser dran ist. Da fi ndet sich jeder irgendwo wieder. Eine super Idee, mal alles Positive aufzulisten, anstatt über unsere Probleme und Benachteiligungen zu jammern. Adrian Läubli

ENTTÄUSCHT Die SVP-Werbung in der letzten Ausgabe hat mich etwas verwirrt. Ich kann nicht nachvollziehen, wiso eine Werbung für eine konservative Partei in einem Schwulenmagazin abgedruckt wird, selbst wenn der Herr Fuchs

schwul ist. Wir wissen alle, dass die SVP alles andere als tolerant ist. Wir sind auf Toleranz angewiesen. Für mich war es sehr enttäuschend, das zu sehen. Ich kann mich mit der SVP als schwuler Mann nicht identifizieren, da es doch immer wieder sehr schwulenfeindliche Kommentare von diversen Parteimitgliedern gibt. Somit kann ich nicht verstehen, wie ihr dahinterstehen könnt, diese Werbung abzudrucken. Ansonsten fand/finde ich euer Magazin top! Dominic Spichiger

MODE OHNE PREISE Die Modestrecke «Les Mecs» hat mir sehr gefallen. Es ist sehr erfrischend, dass die Models nicht ständig gestellt posieren, wie es in anderen Modeheften üblich ist. Es fühlt sich sehr authentisch an. Kompliment! Ich vermisse jedoch die Preisangaben bei den diversen Kleidungsstücken. Philippe, via E-Mail Die Redaktion behält sich vor, Texte zu kürzen und/oder aus stilistischen Gründen umzuformulieren.

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KOLUMNE deby hartmann

DIE SCHWULE REISE DEBY@MANNSCHAFT-MAGAZIN.CH

Deby Hartmann über Freud und Leid, die beste Freundin eines Schwulen zu sein.

10 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

Als einer meiner Schwulen uns wieder einmal mit seinem Urlaubsbild bombardierte, kam ich in wehmütige Urlaubsstimmung. Lange ist es her, dass ich eine Reise nach New York von meinem Vater geschenkt bekam. Natürlich hatte der Zufall seine Hände mit im Spiel und meine zwei Lieblingsschwulen waren wie aus Zauberhand auch in der gleichen Woche wie ich in Big Apple. Mit Freude erinnere ich mich, wie wir die glitzernde und schillernde Schwulenszene im East Village unsicher machten. Regeln wurden dort nicht gross geschrieben und so geschah es, dass mein gesamtes Tagesgeld, das mir Papi jeden Morgen aufs Kopfkissen legte, nur für Vodka Cranberrys und 1-Dollarnoten für Stripper drauf ging ... Aber natürlich investierte ich das Geld auch längerfristig. Ich kaufte mir in sieben Tagen so viele Kleidungstücke, Schuhe, Schmuck und Handtaschen, dass ich damit locker eine 150m2 grosse Suite tapezieren konnte. Es war ein bisschen wie Goldmarie goes «»Sex and the City.» Aber da ja nicht alles eitler Sonnenschein sein kann, ging es nicht lange, bis das erste Drama über uns hereinbrach. Da ich ja in Begleitung meines Vaters war, mussten die Jungs mich jedesmal abholen und wieder zum Hotel bringen. Ich bin ja schliesslich ein kleines Mädchen und könnte in so einer grossen Stadt verloren gehen. Das war aber auch noch nicht alles, mein bester Freund musste meinem Vater im Stundentakt Bescheid geben, wo wir waren und wie es mir geht. Leider passierte dann das Unglück, als mich mein bester Freund

in einem Club alleine lies. Dies geschah aus dem Grund, das mein Freund das Bedürfnis verspürte, der Toillete einen längeren Besuch abzustatten. Nicht wie ihr jetzt denkt, dass es ihm nach den 15 Vodka Cranberry schlecht wurde. Nein, er war in Begleitung eines süssen New Yorkers verschwunden. Da ich ja noch den anderen Freund zur Seite hatte, der aber mit einem Bodybuilderverschnitt am Turteln war, blieb mir nichts anderes übrig, als ein kleines Fotoshooting mit Drag Queens zu veranstalten. Als ich dann nach weitern fünf Vodka Cranberrys und etlichen Fotos mit falschen Frauen fertig war, überkam mich das Bedürfnis, mich in mein Kingsizebett zu schmiegen. Da aber von meinem Aufpasser immer noch jede Spur fehlte, schlich ich mich davon und rief mir ein Taxi. Natürlich wurde ich von meinem anderen Freund begleitet, damit das kleine Mädchen noch nach Hause fand... Wie ich im Nachhinein erfahren habe, erlitt meine bessere schwule Hälfte einen Nervenzusammenbruch, als er wieder von der Toilette kam und mich nicht fand. Als mein Freund schon die Telefonnummer von CSI New York googelte und immer wieder leise vor sich hinsprach: Debys Vater bringt mich um und schmeisst mich in den Hudson River, erlöste ihn unser Freund und sagte ihm, dass er mich zum Taxi gebracht hatte und ich schon längst im Traumland schlummere. Und die Moral von der Geschichte? Auch wenn Papa Geld wie Heu hat, schöne Momente sind unbezahlbar!


DOSSIER 11-21

F端r den angehenden Sekundarlehrer Sebastian R端ttimann gibt es sehr wenig Anhaltspunkte zum Thema homosexuelle Lehrpersonen in der Schweiz. Er ruft zu einer Studie auf. // 16

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ANDALUSISCHES KAFF WILL ERSTES GAY-DORF WERDEN

GLOBAL Kurnews International

CINDY LAUPER NIMMT JUNGE SCHWULE UND LESBEN AUF New York Im New Yorker Stadtteil Harlem eröffnete Cindy Lauper das Obdachlosenheim «True Colors Residence». Alle Bewohner sind zwischen 18 und 24 Jahre alt, homosexuell und aufgrund ihrer Sexualität verstossen worden. Die «Girls Just Wanna Have Fun»Sängerin will so den jungen Menschen helfen, wieder auf die Beine zu kommen und ein selbstständiges Leben zu führen. Die Kosten von $ 700'000 übernehmen die Stadt New York und der von Cindy Lauper gegründete True Colors Fund.

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Moclinejo Das Dorf Moclinejo hat grosse Schulden und viele Arbeitslose. Als Lösung für dieses Problem sieht der Bürgermeister des 1'200-Seelen-Dorfes die Gründung eines Gay-Dorfes. Alle Häuser sollen rosa angestrichen werden und die vielen neuen homosexuellen Zuwanderer sollen dem Dorf neuen Schwung geben. Die Menschen sollen sich dort wirklich frei fühlen, meint der schwule Unternehmer Javier Checa, der hinter dieser Idee steckt.


NACH EINEM JAHR OHNE SEX IST BLUTSPENDEN ERLAUBT London Künftig dürfen schwule Männer in Grossbritannien Blut spenden, sofern sie ein Jahr lang keinen gleichgeschlechtlichen Sex hatten. Schwulenorganisationen kritisieren, dass bei heterosexuellen Menschen nicht die gleichen Massstäbe gelten. Sie fordern, dass die Kriterien für das Blutspenden nicht von der sexuellen Orientierung abhängig sind, sondern aufgrund des Infektionsrisikos bemessen werden.

CSD VERANSTALTUNGEN BIS INS JAHR 2112 BEANTRAGT Moskau Weil die Behörden in Moskau jährlich das Gesuch der CSD Veranstalter ablehnen, konnte der CSD in Moskau nie stattfinden. Zwar bekamen die Veranstalter beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Recht zugesprochen, aber diese Urteile waren nur auf Gesuche bezogen, bei welchen der Termin schon durch war. Nun haben die Veranstalter bereits für die nächsten 102 Jahren Gesuche eingereicht, mal schauen, ob die Moskauer Regierungsbehörden ein Gesuch für das Jahr 2112 wegen Sicherheitsbedenken oder Einsprachen der Bevölkerung ablehnen können.

UNBESTIMMTES GESCHLECHT IN PÄSSEN Sydney In den Australischen Pässen gibt es neu das Geschlecht X, das als unbestimmt gilt. Durch diese Anpassung wird das Reisen für inter- und transsexuelle Menschen deutlich vereinfacht. Es entfallen die langen Diskussionen bei der Einreise in ein anderes Land, wenn im Pass zum Beispiel noch das alte Geschlecht eingetragen ist. Ausserdem können Trans-Personen ihr Wunschgeschlecht eintragen lassen.

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DOSSIER das wort von pink cross

JEDE SCHWULE STIMME ZÄHLT Pink-Cross-Geschäftsleiter Uwe Splittdorf über dieWahlen und warum schwule Männer an die Urne müssen. Überall hängen sie in der Zwischenzeit: Die Plakate mit den Kandidatinnen und Kandidaten für den National- und Ständerat. Der «Kopfsalat» an den Plakatwänden nimmt unsägliche Ausmasse an. Ganze Landschaften werden mit Plakaten zugepflastert und ein Einkaufsbummel wird zum Spiessrutenlauf zwischen all den Parteiaktivisten, die stets lächelnd irgendwelche Gadgets verteilen. Man merkt: Am 23. Oktober werden die National- und Ständeräte neu gewählt. Eine Chance auch für uns schwule Männer.

zumindest einen minimalen Einfluss auf das Geschehen im Bundesparlament zu haben, kommt erst wieder in vier Jahren. Vor allem aber auch: Wir Schwule sind nicht wenige. Je mehr wählen gehen, desto grösser ist die Chance, dass unsere Anliegen auch gehört werden. Der grosse Vorteil beim Wählen ist, dass man nicht öffentlich zu seiner schwulen Identität stehen muss. Auch der Ungeoutete kann im stillen Kämmerlein seinen Wahlzettel ausfüllen. Als Wähler bin ich niemandem Rechenschaft schuldig, nur mir selber.

SCHWULE RECHTE SIND NICHT PROGRAMM

WEICHEN FÜR DIE KOMMENDE JAHRE STELLEN

Sicher, die Nationalratskandidaten werben normalerweise nicht damit, dass sie schwul sind, wenn sie auf Stimmenfang gehen. Und vielleicht ist das gut so. Schwulsein ist kein politisches Programm. Aber: Auf schwule Parlamentarier kann man im Normalfall zählen, wenn es um die Rechte von Lesben und Schwulen geht. Der Baselbieter Ständerat (und ehemalige Ständeratspräsident) Claude Janiak ist ein Beispiel dafür. Vor allem in den grossen Kantonen wie Bern oder Zürich mit den langen Listen ist es aber für den Wähler schwer herauszufinden, wie die Kandidaten wirklich ticken. Ein SVP-Kandidat muss nicht per se schwulenfeindlich sein und eine SP-Kandidatin nicht per Definition lesbenfreundlich. Gute Hinweise, auf welche Kandidatinnen und Kandidaten Schwule zählen können, bietet die Internetseite equalrights.ch. Hier wird minutiös aufgelistet, wer sich gegen jede Form der Diskriminierung einsetzt. Bei den Bundesparlamentariern, die bereits in Bern sitzen, lässt sich zudem nachschauen, wie sie bei Entscheiden, die für uns Schwule von Interesse sind, gestimmt haben. Sicher, wählen kann auch mühsam sein. Auch wer sich gut informiert, muss sich durch die Listen mit Namen quälen. Kaum jemanden kennt man. Und was heisst schon kumulieren und panaschieren (equalrights.ch hilft)? Soll man sich das antun? Ja, man soll es sich antun. Die nächste Chance,

Machen wir uns aber auch keine Illusionen. Schwule Themen stehen nicht im Zentrum des Wahlkampfes. Und wenn die Hinweise nicht täuschen, wird das neue Parlament möglicherweise noch weniger Verständnis für unsere Anliegen haben als das jetzige. Aber: Wenn wir resignieren, haben wir verloren, bevor wir den Kampf für unsere Rechte aufgenommen haben. Die Durchsetzung unserer Rechte ist nicht ein Sprint, eher ein Marathon. Nur wenn wir dran bleiben, bewegt sich etwas. Und Wahlen sind ein hervorragendes Mittel, die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen. Pink Cross gibt keine Wahlempfehlungen ab, das ist nicht unsere Aufgabe, denn wir sind parteipolitisch neutral. Aus unserer Erfahrung sehen wir aber, dass fundamentalistische Richtungen, gleich welcher Glaubensrichtung, häufig durch schwulenfeindliche Äusserungen auffallen. Aber sonst gilt: Schwule sind genauso bunt und haben genauso unterschiedliche politische Ansichten wie der Rest der Bevölkerung auch. Und das ist gut so.

Uwe Splittdorf ist Geschäftsleiter von Pink Cross, der nationalen Dachverband der schwulen Männer in der Schweiz.

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DOSSIER infos f端r den schwulen Mann

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SCHWULE LEHRER, WO GIBT'S DENN DAS? von Sebastian Rüttimann

Die Antwort auf die Frage ist simpel: Bestimmt an jeder Schule gibt es homosexuelle Lehrpersonen. Wie diese mit ihrer Sexualität am Arbeitsplatz umgehen, ist hingegen schwieriger zu beantworten.

H

omosexuelle Lehrpersonen stehen nicht nur rund zwanzig Kindern und Jugendlichen gegenüber, sondern müssen sich auch immer wieder fragen, wie sie mit ihrer Homosexualität in der Schule umgehen wollen. Und die Wege sind sehr unterschiedlich: Die einen gehen es locker an, andere stehen vor der Frage ihres Lebens. Ein grosser Teil der Persönlichkeit wird durch die sexuelle Identität geprägt. Für eine homosexuelle Lehrperson bedeutet dies, dass es nur unter erschwerten Bedingungen wenn überhaupt - möglich ist, die sexuelle Orientierung zu verstecken. Gerade auf der Sekundarstufe ist man für die Schüler als Persönlichkeit interessant und ein Ausweichen oder Verstecken bei gewissen Themen würde wohl sehr schnell bemerkt.

LEHRPERSONEN VERKÖRPERN ROLLENMODELLE Lernende sind nicht nur am Privatleben ihrer Lehrerinnen und Lehrer interessiert und wollen deshalb möglichst viel darüber erfahren, sondern sie lernen dabei auch, wie ein Leben gelebt werden kann. Lehrpersonen verkörpern somit Rollenmodelle. Deshalb erscheint es umso wichtiger, dass sie offen mit ihrer sexuellen Orientierung umgehen. Nur so begegnen die Schüler auch Rollenmodellen, die von der Norm abweichen. Lebt ein Mitglied des Lehrkör-

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DOSSIER infos für den schwulen mann

Dem homophoben Getuschel und Sprüchen den Rücken zudrehen oder konfrontieren? Lehrpersonen verkörpern Rollenmodelle. pers die Homosexualität in der Schule offen, so können die Lernenden erkennen, dass auch dies eine mögliche Lebensform ist. Sonst wird vermittelt, dass Homosexualität im Versteckten gelebt werden muss. Lehrpersonen setzen mit ihrem Handeln dadurch klare Signale.

ICH HEISSE HERR MÜLLER UND BIN SCHWUL Hat sich eine Lehrperson für ein Outing entschieden, kann es in der Folge zu Unsicherheiten kommen: «Rede ich zuerst mit dem Schulleiter darüber?», «Wird er mich wohl unterstützen?», «Wie sage ich es den Schülern?», «Oder soll ich es zuerst den anderen Lehrpersonen erzählen?», «Und was ist eigentlich mit den Eltern?» Meistens schauen schwule und lesbische Lehrpersonen zuerst, wie es um die

AUFRUF ZU EINER STUDIE ÜBER HOMOSEXUELLE LEHRPERSONEN IN DER SCHWEIZ «Welche Wege gibt es für homosexuelle Lehrpersonen, offen zu ihrer sexuellen Orientierung zu stehen und dabei nicht diskriminiert zu werden?» Bist du selbst Lehrperson auf der Sekundar- bzw. Gymnasialstufe? Kannst du zu dieser Frage über deine persönlichen Erfahrungen in einem Interview berichten (auch anonym)? Dann melde dich unter folgender EMail Adresse. Herzlichen Dank für deine Mithilfe. sebastian.ruettimann@stud.phz.ch

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Unterstützung im Team und bei der Schulleitung steht. Erst dann machen sie den Schritt vor die Klasse. Denn mit Verbündeten, die einem den Rücken stärken, fällt das Outing sehr viel leichter. Für das Outing in der Klasse gibt es unzählige Varianten. Die folgende wäre die wohl direkteste: «Liebe Schülerinnen und Schüler. Ich heisse Herr Müller. Ich bin euer neuer Lehrer und bin schwul.» Die meisten Pädagogen wählen allerdings subtilere Wege, ihre Homosexualität zu offenbaren. Einerseits können sich Lehrperson im Rahmen der Sexualkunde outen, wenn sowieso verschiedene Lebensformen thematisiert werden. Oder sie greifen die Thematik dann auf, wenn sie sich durch homophobe Sprüche in der Klasse selbst angegriffen fühlen. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, mit einer Geschichte über Homosexualität zu beginnen und sich dann bei den Lernenden in einer Diskussion zu outen. Nicht zuletzt kann auch der Mathelehrer Homosexualität in seinen Unterricht einbauen: «Thomas geht mit seinem Schatz Peter auf eine Wanderung, dabei legen die beiden auf der Karte eine Horizontaldistanz von 2.3 km zurück und überwinden 210 Höhenmeter. Berechne die durchschnittliche Steigung der Wanderung.»

FASSADE ALS SCHUTZ Natürlich gibt es auch Lehrpersonen, die sich nicht outen möchten. Ein guter Grund für das Verstecken der eigenen Homosexualität kann die Angst sein, von anderen «entdeckt» zu werden. Deshalb versuchen einige Lehrpersonen, ihr Schwul- oder Lesbischsein so gut wie möglich zu ka-


schieren. Das machen sie, indem sie keine persönlichen Fragen beantworten oder versuchen, sich möglichst heterosexuell zu verhalten. Sie erfinden sogar fiktive Partner. Die Methoden sind vielfältig. Allen gemeinsam ist, dass die Lehrperson ein anstrengendes Doppelleben führen muss. Wollen sich Lehrpersonen auf Dauer verstecken, müssen sie jedes Wort auf die Goldwaage legen. Und trotzdem leben sie mit der Angst, dass es die andern irgendwann rausfinden. Zwar bietet die Fassade Schutz, doch ist es gleichzeitig sehr schwer, die Schüler vor Homophobie und anderen Diskriminierungen zu schützen, da die Lehrperson nicht gegen diese einzutreten vermag.

HIER BIN ICH MENSCH, HIER DARF ICH’S SEIN Schon Goethe schrieb in seinem «Faust»: «Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!» Auch homosexuelle Lehrerinnen und Lehrer sollen authentische Menschen sein. Menschen, die ihre Identität leben. Menschen, die Rollenmodelle für andere Lebensformen sind. Menschen, die sich nicht verstecken und die ihre Schülerinnen und Schüler vor Homophobie und Diskriminierung schützen. Ihr Lehrerinnen und Lehrer da draussen – seid echte Menschen!

Sebastian Rüttimann, angehender Sekundarlehrer und Verfasser der Masterarbeit «Homosexualität in der Lehrerschaft».

DIE BRIGGS-INITIATIVE 1978 In den USA haben es schwule und lesbische Lehrpersonen oft nicht einfach. In den Bundesstaaten Oklahoma und Arkansas blieb es Lehrern, die ihre Homosexualität auslebten, eine Zeitlang sogar verwehrt, an öffentlichen Schulen zu unterrichten. Der bis anhin berühmteste Fall ist wohl die Briggs-Initiative aus dem Jahre 1978. John Briggs, ein kalifornischer Abgeordneter, wollte mit seiner Initiative mehr als nur Schwule und Lesben vom Lehreramt ausschliessen. Jede Lehrperson, die die damals aufkommende Gay-Rights-Bewegung auch nur im Geringsten unterstützte, sollte entlassen werden können. Die Briggs-Initiative fand grossen Anklang und bereitete der Schwulenbewegung grosse Sorgen. Harvey Milk, der zu dieser Zeit bereits als offen schwuler Stadtrat gewählt war, lancierte sofort die Gegenkampagne «Come out! Come out! Wherever you are!». Er forderte Schwule und Lesben auf, sich sofort bei ihrem ganzen Bekanntenkreis zu outen und über die negativen Auswirkungen der Initiative zu sprechen. Wenn jeder mindestens einen Schwulen oder eine Lesbe kenne, würde er gegen die Initiative stimmen. Milks Rechnung ging auf und verursachte einen politischen Erdrutsch. Die Briggs-Initiative wurde am 7. November 1978 mit 58.4% Nein-Stimmen bachab geschickt. Sie scheiterte sogar im Wahlkreis von John Briggs.

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DOSSIER infos für den schwulen mann

MRGAY STEPHAN BITTERLIN AN DEN QUEERGAMES

Mit Moderator Daniel R. Frey Für Schwule sind bisexuelle Männer sehr schnell verkappte Schwule, Klemmschwestern eben. Aber es gibt sie doch, die Bisexuellen. Das weiss auch Peter Christen, unser Moderator in Zürich, der sich klar als bisexuell definiert und bei den HAZ die Bi-Gruppe führt. Im gayRadio vom 10. September befasste sich Peter aus Anlass des internationalen «Bisexuality Day» ausführlich mit dem Thema … Der «Bisexuality Day», der im Jahre 1999 das erste Mal gefeiert wurde und jeweils am 23. September stattfindet, entstand auf Initiative der drei bisexuellen US-Rechtsaktivisten Wendy Curry, Michael Seite und Gigi Raven Wilbur. Wilbur sagte einmal: «Seit dem Stonewall-Aufstand ist die homosexuelle und lesbische Gemeinschaft an Stärke und Sicht gewachsen. Die bisexuelle Gemeinschaft ist zwar auch an Stärke gewachsen, aber in vielen Weisen sind wir immer noch unsichtbar. Die Gesellschaft nimmt auch heute noch ein Paar, das Hand in Hand durch die Strassen geht, entweder als hetero- oder homosexuell wahr, je nach Geschlecht des jeweiligen Partners.» Vor kurzem befassten sich sogar Wissenschaftler mit dem Thema Bisexualität. Für eine Studie wurde an der Northwestern University in Illinois 100 Männern an ihren Geschlechtsorganen ein Messgerät befestigt und so ihre Reaktion beim Pornogucken gemessen. Natürlich aus rein wissenschaftlichem Interesse. Dabei haben die Forscher rausgefunden, dass Bisexuelle sowohl von Männern und Frauen erregt werden – ihre Selbsteinschätzung und auch die Messungen am Geschlechtsorgan bewiesen dies. Und damit wurde auch wissenschaftlich bewiesen, dass es bisexuelle Männer gibt … Ganze Sendung unter: gayradio.ch Weitere Infos: haz.ch, bi-net.ch

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© Raffi P.N. Falchi

NEULICH IM GAYRADIO ...

Der amtierende MrGay Stephan Bitterlin ist Pilates-Instruktor und ein begeisterter Sportler. Mit seinem Job als Pilatesinstruktor und seinem Engagement als Badmintonspieler an verschiedenen LGBT-Turnieren ist der amtierende MrGay Stephan Bitterlin einer der sportlich aktivsten Mister, die wir je hatten. In Stuttgart holte er im Einzel eine Silbermedallie und im Doppel den fünften Platz. Er nahm an den EuroGames in Rotterdam teil und wird auch am 11. Internationalen Gay-Lesbian Badminton Turnier in Hamburg Ende September dabeisein. Am 13. Internationalen Gay und Lesbian Badminton Turnier in Zürich fungierte er nebst seinem Einsatz als Spieler auch als Turnierleiter. Am 29. und 30. Oktober wird er auch an den QueerGames in Bern teilnehmen. Stephan, wie war es an den Eurogames in Rotterdam? Die Eurogames waren super spannend, leider etwas sehr kompakt, so dass man keine andere Sportart sehen konnte. Wie bereitest du dich auf die QueerGames in Bern vor? Vor den Turnieren schaue ich, dass ich regelmässig trainiere, vor allem mit meinem Doppelpartner. Generell eins bis zwei Mal pro Woche. Speziellen Essplan

habe ich keinen. Am Turniertag trinke ich keinen Alkohol und achte darauf, dass ich genügend Flüssigkeit zu mir nehme. Machst du auch am Frontrun mit? Am Frontrun werde ich den Startschuss geben. Selber rennen werde ich nicht. Ich bin nicht so der Läufer. Kannst du ein paar persönliche Tipps weitergeben, wie man sich am besten auf ein Turnier wie die Queergames vorbereiten kann? Eine gute Vorbereitung ist wichtig, dadurch kann man Verletzungen vorbeugen. Bewegung ist meine Leidenschaft und trägt zur Gesundheitsprävention bei. Wieso engagierst dich für so viele LGBTTurniere? Einerseits sollten wir in der Community mehr zusammen unternehmen anstatt ständig in den bekannten Chats rumhängen. Andererseits möchte ich mit meiner Teilnahme an solchen Turnieren den Gaysport Schweiz bekannter machen, denn viele wissen nicht, dass es ihn überhaupt gibt. Ich möchte die Gesellschaft davon überzeugen, dass auch wir ganz normale Dinge tun, wie alle anderen auch.


“ Das Gesetz ist aufgehoben. ” Hiess es in einer kurzen Mitteilung der US-ARMEE. Nach 18 Jahren trat das Gesetz «Don't Ask, Don't Tell» am 20. September ausser Kraft.

ZITIERT

“Wir haben Zuspruch selbst von den Ultras erfahren, den hartgesottenen Fans der Fussballklubs.” DAVID BERTSCH, Sprecher vom FCZ-Fanclub «Letzi Junxx», gegenüber der NZZ. Beim Heimspiel vom 24. September gegen YB unterstützte der Fanclub die deutsche Aktion «Fussballfans gegen Homophobie» und zeigte ein Transparent mit den Fussballern Paul Scholes und Gary Neville von ManU. Sie sollen sich im April 2010 nach dem Treffer gegen Manchester City auf den Mund geküsst haben.

“ Seine Bisexualität soll seinem Vater missfallen haben und

mit zur Entscheidung beigetragen haben, ihn in eine arrangierte Ehe zu drängen ” GENE CRETZ, ehemaliger US-Botschafter in Libyen, über Al-Saadi Gaddafi (Bild), den Sohn Muammar Gaddafis. Der Bericht an das amerikanische Aussenministerum wurde auf Wikileaks verbreitet.

“ Diese 60 Prozent der Bevölker ung sind ein Zeichen einer törichten Gesellschaft. ” MARIO CONTI, Erzbischof von Glasgow, als er mit einer Umfrage konfrontiert wird, wonach 60% der Befragten eine Öffnung der Ehe in Grossbritannien befürworten.

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KOLUMNE harlekin

SOHAIL HEISST AMEN HARLEKIN@MANNSCHAFT-MAGAZIN.CH

Harlekin über Barcelona: Das tägliche Leben

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Mein Coiffeursalon ist zehn Häuser von meinem Zuhause entfernt. Ich bin eher zufällig dort gelandet. Was ich von aussen sehen konnte, war das, was ich suchte: nahe, günstig, unkompliziert. Als ich die «Peluqueria Sohail» zum ersten Mal tatsächlich betrat, war es mir doch etwas mulmig zu Mute. «Werde ich fünf Euro bezahlen, um hier entstellt wieder hinauszuspazieren?», habe ich mich gefragt, als es schon zu spät war. Man hatte mich bereits auf einen Friseurstuhl gesetzt, mir so tief in die Augen geschaut und mich angestrahlt, dass ich mich kurz gefragt habe, ob ich da eine Regenbogenflagge über der Ladentüre übersehen hatte. Ich schüttelte innerlich meinen Kopf und hielt mich an meiner Liebe zu Baseballcaps fest. Wenn alles schief geht, bleibt einem immer noch der Hut. Was man von aussen durch das Schaufenster nicht sah war der Lärm, der da drinnen herrschte. Musik lief, die ich «arabisch» nenne, zwei Fernseher eingeschaltet, die pakistanische News zeigten, ohne dass jemand sich darum kümmerte. Der Friseur und seine Freunde, die ihm Gesellschaft leisteten, waren alle am Telefon. Dennoch war das Ambiente erstaunlich entspannt. Schon nach unserer Begrüssung war klar, dass wir uns mittels spanischer Sprache nur ansatzweise verstehen würden. Mein Coiffeur entschuldigte sich, dass er immer noch

am Telefon war, der Cousin wollte ihn unbedingt sprechen. Ich durfte aber sehr wohl sagen, welchen Haarschnitt ich gerne hätte. Ich nahm Hände, logisches Verständnis und mein subjektives Ästhetikempfinden und sagte: «Sehr sehr kurz, kurz, weniger kurz.» Ich war gespannt, was dabei herauskommen würde. Mein Coiffeur blieb am Handy, währenddem er mit «kurz» startete. Als er das Telefon auflegte, wurde er sehr gesprächig. Er begann mir zu erklären, dass er und alle seine Freunde aus Pakistan stammen, dass sein Sohn wie der Coiffeursalon «Sohail» heisse, dass zuerst der Sohn gewesen sei, dann das Geschäft. «Sohail» bedeute «Amen». Als wir uns dem offensichtlichen Ende unseres Vorhabens näherten, wie ich im Spiegel neben den Fotos seiner Familie und verschiedenen Coiffeurpatenten, ausgezeichnet in unleserlichen Schriftzeichen, sehen konnte, da wurde mir noch einmal etwas unwohl, denn mein Friseur nahm eine Rasierklinge, goss Alkohol darüber, und zündete sie an, um sich dann an meinen Hals zu machen. Bekam ich ein Brandmal made in Pakistan? Nein, nur einen sauberen Nacken. Zum Abschluss pinselte er mein Gesicht ab, als wollte er mich imprägnieren. Ich bin in der «Peluqueria Sohail» ein treuer Kunde geworden. Bei meinem letzten Besuch war Ramadan, darüber ein andermal. Sohail.


LIFESTYLE 23-50

Kolumbien: Im kolonialen Zentrum von Bogota f체hlt man sich noch heute wie in einer l채ndlichen Kleinstadt. // 47

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NOUVELLES von Branko B. Gabriel

SWISS WINE SELECTION Ich liebe Schweizer Weine ja sehr! Da kommt mir der Onlineshop von Swiss Wine Selection gerade recht. SWS verkauft ausgewählte Schweizer Qualitätsweine, die bisher ausschliesslich ab Weingut erhältlich waren. Die soeben lancierte Plattform stellt helvetische Winzer vor und will den Bekanntheitsgrad des nach wie vor unterschätzen Schweizer Weins steigern. Unbedingt ausprobieren! swisswineselection.ch

PAUL BY PKZ Der Fliegerblouson ist ein Klassiker und gehört zu jeder guten Garderobe. Der unverwechselbare Fliegerblouson aus der Paul-Linie von PKZ ist aus echtem Leder und sieht super sexy, léger und männlich aus. Modischer kann Mann in den Herbst nicht starten! CHF 498, paul-kehl.ch

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© 2011 Photos: RobertLenz.ch

URBAN BLISS Bei Urban Bliss fühlt man sich wie in die Vergangenheit zurückversetzt: Vintage-Nerd-Brillen aus den 60er und Sonnenbrillen aus den 80er von Marken wie etwa Porsche, Playboy oder Dior. Auch ungetragene Originale sind in den authentischen Apothekerschränken aus den 50ern, ausgestellt. Sorgfältig erlesene und restaurierte Designerstücke wie Teak-Sideboards, Tütenstehleuchten, Cocktailstühle und einzigartige Wohnaccessoires lassen Nostalgikerherzen höher schlagen. Ein Highlight sind die revidierten Musikanlagen, Röhrenradios und Braun-Anlagen, allesamt mit MP3-Anschluss und iPhone-Dockstation. urbanbliss.ch


PERMANENT STAR Seit kurzem kann Mann sich bei Permanent Star im Zürcher Niederdörfli schön stechen lassen. Was für das weibliche Geschlecht schon fast zur Grundausstattung gehört, kommt nun auch bei den Herren der Schöpfung immer mehr in Mode: das Permanent Make-up. Wie bei einem Tattoo sticht man fein unter die Haut und lässt so Augenbrauen, Wimpernkranz und Lippen fülliger aussehen. Gerade Männer wünschen sich ein sanftes Permanent Make-up – es soll gepflegt, vor allem aber noch männlich aussehen! Permanent Star ist an der Häringstrasse 15 in Zürich zu finden. permanent-star.com

NARGENI Das geniale Männer-Label Nargeni überzeugt mit einer schönen und sehr tragbaren Mode. Der Piz-Mäder-Cardigan (CHF 219) ist aus hochwertiger Merinowolle gefertigt und sitzt dank seinem schmalen Schnitt perfekt. Für den urbanen Nerd gibt es ausserdem das Piz-Sella-Hemd, den Piz-Zupo-Pulli und das Lai-Verd-Polo. Nargeni leitet sich aus dem Rätoromanischen ab und steht für Verrücktheit (nar) und Genialität (scheni)! Erhältlich bei Burger in Zürich und unter nargeni.ch.

EAU DE PREP Der neue Herrenduft «Eau de Prep» von Tommy Hilfiger ist wie die Mode selbst: klassisch, aber immer mit einem besonderen, lässigen Akzent. Kaum jemand machte den Preppy Look so sehr zu seinem Markenzeichen wie Tommy Hilfiger. Der smarte Duft aus Moschus, weissem Wildleder und Lavendel ist eine Hommage an die amerikanischen Fünfzigerjahre: Frisch und maskulin– eben preppy!

Branko B. Gabriel ist unser Mann in Sachen Beauty und Lifestyle. Das Zürcher Enfant terrible weiss stets, was gerade hip und trendy ist.

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NACHTS IM MAISFELD

FOTO | RAFFI P.N. FALCHI STYLING | DAVE GOLO MODEL | ANDEAS / MICHAEL

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TARZAN FLAGSHIP-STORE BASEL Spalenberg 39, 4051 Basel Tel. +41 (0) 61 361 18 67 Öffnungszeiten: Mo: 12.00 - 18.30 Di - Fr: 10.30 - 18.30 Sa: 10.00 - 17.00

TARZAN FLAGSHIP-STORE ZÜRICH Konradstrasse 51, 8005 Zürich Tel. +41 (0) 44 271 90 20 Öffnungszeiten: Di - Fr: 11.00 - 18.30 Sa: 10.00 - 17.00

TARZAN FLAGSHIP-STORE BERN Marktgasse 38, 3011 Bern Tel. +41 (0) 31 311 41 90 Öffnungszeiten: Mo - Fr: 12.00 - 18.30 Sa: 10.00 - 17.00


INTERVIEW: GREG ZWYGART

SCHWARZ-WEISS-FOTOGRAFIE: RAFFI P.N. FALCHI

Am 23. Oktober wählen wir unsere neuen National- und Ständeräte. Noch nie haben sich so viele offen schwule Politiker zur Wahl gestellt wie dieses Jahr. Mannschaft Magazin spricht mit neun schwulen Kandidaten aus dem ganzen politischen Spektrum.

CLAUDE JANIAK, SP, BASEL-LANDSCHAFT

DER ERSTE OFFEN SCHWULE POLITIKER IM BUNDESHAUS Ständeratskandidat 2011, Ständerat seit 2007, Nationalratspräsident 2006 (Nationalrat 1999-2007) Beschreibe dich in einem Satz. Ich bin ein Bürger, der mit Leidenschaft politisiert, der den Freuden des Lebens zugetan ist und dem ein harmonisches, von der Politik unabhängiges Privatleben wichtig ist. Was hat dich dazu bewegt, in die Politik einzusteigen? Ich entstamme einer Familie, bei der politische Diskussionen zum Alltag gehörten. Ich mache Politik, um mitreden zu können, denn Politik wird auf jeden Fall gemacht. Wer sich nicht beteiligt, verwirkt sein Recht, über die Politik zu motzen. Hast du in deiner politischen Laufbahn schon etwas erreicht, worauf du stolz bist? Das Nationalratspräsidium 2006 war zweifellos der Höhepunkt. Allein erreicht man bei Sachgeschäften nichts, man muss sich immer mit anderen zusammentun. Als Ständerat setze ich mich speziell für die Anliegen der Nordwestschweiz ein, vor allem in der Ver-

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Was sind deine politischen Ziele als Ständerat in der neuen Legislatur? Ich setze mich für den von der SVP in Frage gestellten Rechtsstaat und die Gleichberechtigung ein. Ich will die CVPInitiative bekämpfen, die die Familie in der Verfassung als Verbindung zwischen Mann und Frau festschreiben will. Es zeigt sich, dass die Gleichberechtigung der Schwulen und Lesben immer wieder erkämpft werden muss.

Ist die Aufhebung des Adoptionsverbots umsetzbar? Bei dieser Frage zeigt sich, dass die Politik Mühe bekundet, Realitäten zur Kenntnis zu nehmen. Ich denke, dass die Stiefkindadoption ein reales Ziel ist. Bis zur uneingeschränkten Adoption dürfte noch einige Zeit verstreichen. Ohne breites politisches Engagement von Schwulen und Lesben geht es nicht. Ich spüre im Moment zu wenig Druck auf die Politik und insgesamt zu wenig politisches Bewusstsein. Was wir erreicht haben, muss immer wieder verteidigt werden.

Wie möchtest du schwule Männer im Bundeshaus repräsentieren? Ich habe dazu beigetragen, dass ein schwuler Mann im Bundeshaus nichts Aussergewöhnliches ist. Mein Mann war immerhin ein Jahr lang die First Lady. Er wurde von Staatsgästen als zweiter nach mir begrüsst. In nächster Zeit gilt es, auf dem Weg zur Gleichberechtigung weiterzukommen und den Angriff der CVP abzuwehren.

Hattest du keine Bedenken, dich als erster schwuler Politiker zu outen? Ich habe nie ein Geheimnis gemacht, mein Umfeld wusste das seit langem. Wenn man dann wie ich landesweit auf der ersten Seite des «Blick» erscheint, führt das dennoch zu mulmigen Gefühlen. Sie weichen aber schnell einer Erleichterung, wenn man wie ich sehr viele positive und nur sehr wenig negative Reaktionen erhält.

kehrs- und der Bildungs-, Forschungsund Innovationspolitik.


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© ZVG

MARTIN NAEF, SP, ZÜRICH Nationalratskandidat 2011, SP LISTE 2 Kantonsrat Beschreibe dich in einem Satz. Unaufgeregt, warmherzig, hartnäckig. Was hat dich dazu bewegt, in die Politik einzusteigen? Der Wunsch nach einer freiheitlichen und solidarischen Gesellschaft. Hast du in deiner politischen Laufbahn schon etwas erreicht, worauf du stolz bist? Als Fraktionschef der SP habe ich an der Zürcher Verfassung mitgearbeitet – und einen umfassenden Diskriminierungsschutz und die Anerkennung nichtehelicher Partnerschaften erreicht. Was sind deine politischen Ziele als Nationalrat? Ich möchte umsetzen, was mich immer

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noch bewegt: Eine offene und solidarische Gesellschaft. Und ich möchte etwas zur politischen Kultur beitragen. Dabei werde ich meine Stimme erheben, aber auch zuhören. Welche Anliegen von schwulen Männern möchtest du im Bundeshaus repräsentieren? Die Aufhebung des Adoptionsverbots, und einen umfassenden Diskriminierungsschutz – auch im Arbeits- und Mietrecht. Ist die Aufhebung des Adoptionsverbots umsetzbar? Ja, gesetzlich – und indem wir dafür zusammen mit den Mitteparteien Mehrheiten gewinnen. Dafür braucht es Schwule und Lesben im Nationalrat – aus allen Parteien!


MARKUS HUNGERBÜHLER, CVP, ZÜRICH

Nationalratskandidat 2011, Liste 5, Parteipräsident CVP Stadt Zürich, Mitbegründer der Fachgruppe Homosexualität der CVP Schweiz Beschreibe dich in einem Satz. Ich bin ein optimistischer Mensch, der sich der Realität nicht verschliesst. Was hat dich dazu bewegt, in die Politik einzusteigen? Man soll nicht nur kritisieren, sondern selber mitgestalten und Probleme konkret lösen. Hast du in deiner politischen Laufbahn schon etwas erreicht, worauf du stolz bist? Es hat mich berührt, dass die Tatsache, dass ich schwul bin, bei meiner Wahl zum Parteipräsidenten der CVP Stadt Zürich im Jahr 2008 absolut kein Thema war. Das zeigte mir, dass die sexuelle Orientierung auch in der CVP von untergeordneter Bedeutung ist. Was sind deine politischen Ziele? Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Schweiz weiterhin lebenswert bleibt und wir unsere Trümpfe behalten und ausspielen können.

Wie möchtest du schwule Männer im Bundeshaus repräsentieren? Ich werde mich für die Beseitigung aller noch bestehenden Diskriminierungen der LGBT-Community einsetzen. Das versteht sich von selbst. Ist die Aufhebung des Adoptionsverbots umsetzbar? Natürlich ist sie umsetzbar. Es ist eine Frage des Willens. Das Parlament hat es in der Hand, das entsprechende Gesetz zu ändern. Ich hoffe, dass sich das Parlament in der nächsten Legislaturperiode an die Arbeit machen wird. Hattest du keine Bedenken, dich als schwuler Politiker zu outen? Nein. Ich habe auf mein Outing in der Partei nur positive Feedbacks erhalten. Deine Partei, die CVP, hat die Initiative «Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe» lanciert. Diese will die Definition der Ehe als Verbindung zwischen Mann

und Frau in der Verfassung verankern. Die Definition ist für die Initiative belanglos und unnötig. Es braucht sie nicht. Dennoch habe ich die Initiative unterzeichnet, weil die Abschaffung der Heiratsstrafe auch den eingetragenen Partnerschaften zugute kommt. Diese bezahlen – gleich wie die Ehepaare – heute massiv mehr Steuern und erhalten im Alter nach der Pensionierung nur 150% der Rente. Warum soll ich als in eingetragener Partnerschaft lebender Schwuler zusammen mit meinem Lebenspartner nur 150% der Rente erhalten? Soll diese Initiative nicht verhindert werden? Die Formulierung der Initiative ist tatsächlich etwas ungeschickt. Ich könnte mir vorstellen, dass man in der parlamentarischen Beratung der Initiative einen Gegenvorschlag entwerfen könnte, der auf den unnötigen und umstrittenen Passus verzichtet. Das wäre allenfalls ein Lösungsansatz zur Güte. OKTOBER 2011 // 39


FLURIN BURKARD, SP, AARGAU © ZVG

Nationalratskandidat 2011, Liste 2a Grossrat

die wir als gut oder schlecht empfinden. Ich möchte ändern, was mir falsch und ungerecht scheint. So bin ich zur Politik gekommen. Hast du in deiner politischen Laufbahn schon etwas erreicht, worauf du stolz bist? Im Mai 2010 durfte ich mit 22 Jahren als jüngstes Mitglied in den Grossen Rat des Kantons Aargau einziehen. Noch heute bin ich der jüngste Parlamentarier. Ich bin stolz, dass ich die Aargauerinnen und Aargauer bereits so jung im Kantonsparlament vertreten darf.

Beschreibe dich in einem Satz. Ich bin ein naturverbundener, vielseitig interessierter und hartnäckiger junger Mensch. Was hat dich dazu bewegt, in die Politik einzusteigen? Ein grosser Teil unseres Lebens wird von politischen Entscheiden beeinflusst, sei es in der Schule, bei der Arbeit oder allgemein im gesellschaftlichen Leben. Immer wieder kommen wir mit Politik in Kontakt und erleben tagtäglich Sachen,

Was sind deine politischen Ziele als Nationalrat? Mein Wahlslogan «Ein Handwerker nach Bern» verrät, dass ich mich in Bern für den normalen Bürger einsetzen will. Im Nationalrat wimmelt es nur so von Unternehmern, Bankern und Vertretern von Krankenkassen oder Versicherungen, allesamt mit einem Haufen gutbezahlter Verwaltungsratsmandate. Ein grosser Teil der Bevölkerung ist im nationalen Parlament nicht oder schlecht vertreten. Wie möchtest du schwule Männer im Bundeshaus repräsentieren? Das Wichtigste ist, dass es im Bundeshaus prozentual so viele schwule Parlamentarier gibt, wie auch in der Bevölkerung.Nur so ist es möglich, Vorurteile und Berührungsängste abzubauen.Was

beim Fernsehen und Radio, bei Schauspielern und Modemachern bereits seit langem normal ist, muss auch im Bundeshaus normal werden. So können wir unseren Gegnern den Wind aus den Segeln nehmen. Ist dies einmal erreicht, lösen sich viele Probleme von selbst. Wir brauchen ein strenges Antidiskriminierungsgesetz, das auch die sexuelle Ausrichtung beinhaltet. Wir müssen uns gegen Angriffe und Diskriminierung wehren können. Auch die Lehrpläne der Schulen sind der Thematik Homosexualität anzupassen. Ist die Aufhebung des Adoptionsverbots umsetzbar? Nach der erfolgreichen Abstimmung zum Partnerschaftsgesetz sollte man noch etwas warten mit einer konkreten politischen Forderung dieses Anliegens, auch wenn es längst überfällig ist. Wir dürfen nicht als «Stürmis» wahrgenommen werden. Ich bin überzeugt, dass das Parlament wie auch das Volk dieses Anliegen bald unterstützen wird. Hast du einen Vorteil als Handwerker? Als Hankwerker, insbesondere aber als Automechaniker, bin ich sicher vor typischen Klischees geschützt, die oft mit Schwulen in Verbindung gebracht werden. Ich biete keinerlei Angriffsfläche und zeige so, dass wir Schwule gar nicht so anders sind.

NICHT NUR SCHWULE POLITIKER VERTRETEN UNSERE INTERESSEN IN BUNDESBERN Am 30. September kommt es im Bundeshaus zur Abstimmung über die Petition Familienchancen, die von Nationalräten Katharina Prelicz-Huber und Mario Fehr eingereicht wurden. Zusammen mit Nationalrätin Margret Kiener Nellen und Pink Cross wurde im Bundeshaus noch einmal heftig lobbyiert.

EQUALRIGHTS.CH Für eine ausführliche Liste der National- und Ständeratskandidaten, die sich für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgender einsetzen, besuch die Website equalrights.ch

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© ZVG

DONAT LEDERGERBER, SP, ST. GALLEN Nationalratskandidat 2011, SP LISTE 3 Kantonsrat für die UNO im Nahen Osten habe ich andere Gesellschaften kennen lernen dürfen – umso mehr schätze ich die Schweiz mit ihrer im Grunde offenen Haltung und ihrem vorsichtigen Umgang mit Minderheiten. Dafür, dass diese Toleranz nicht verloren geht, setze ich mich gerne ein.

Beschreibe dich in einem Satz. Als neugieriger, weltoffener und linksliberal denkender Mensch mit einem breiten Interessensspektrum lasse ich mich nicht gerne in eine Schublade stecken. Was hat dich dazu bewegte, in die Politik einzusteigen? Politisiert wurde ich schon früh, zuhause und in der Schule. Durch meinen Einsatz

Was sind deine politischen Ziele als Nationalrat? Die Unterschiede bei Vermögen und Einkommen sind in der Schweiz so ungerecht wie in keinem anderen Land der Welt. Politisch im Fokus habe ich deshalb zurzeit die nationale Erbschaftssteuer, die diese allzu grossen Unterschiede thematisiert. Weiter möchte ich mich für eine saubere, sichere und möglichst unabhängige Energieversorgung einsetzen. Wie möchtest du schwule Männer im Bundeshaus repräsentieren? Die Umsetzung der Gleichberechtigung

zieht sich durch alle politischen und gesellschaftlichen Themen. Ich möchte nicht in ersten Linie als schwul, sondern als kompetenter Politiker wahrgenommen werden. Selbstverständlich sollten schwule Männer Kinder adoptieren dürfen, es gibt nichts, was objektiv dagegen sprechen würde. Leider musste man im Hinblick auf die Abstimmung zur eingetragenen Partnerschaft in diesem Bereich Zugeständnisse machen, die die Diskussion über das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare heute etwas belasten. Hattest du keine Bedenken, dich als schwuler Politiker zu outen? Nein. Ich hatte nie ein «politisches Coming-out», habe meine sexuelle Orientierung aber auch nie verschwiegen: Wer fragt, bekommt auch Antwort. Mein Schwulsein ist aber kein politisches Programm.

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Der Unaufgeregte hat Stil und Klasse, ist offen und ehrlich, hat unser Vertrauen und liebt Theater, macht aber keins:

Der etwas andere Nationalrat. Martin Naef wird unterstützt von Network

Martin Naef Für den Nationalrat auf der SP-Liste 2. www.martin-naef.ch Überparteiliches Konto PostFinance 85-66 55 27-0 OKTOBER 2011 // 41


THOMAS FUCHS, SVP, BERN DER KONSERVATIVE Nationalratskandidat 2011, Liste 1 Beschreibe dich in einem Satz. Zuverlässig, ehrlich, unkompliziert. Nicht verzagen – Fuchs fragen! Was hat dich dazu bewegt, in die Politik einzusteigen? Mit sechzehn Jahren habe ich Leserbriefe geschrieben gegen ein Bauprojekt, das mir nicht passte. Alle sagten, das bringe nichts. Das Land ist aber auch heute nur teilweise überbaut. Hast du in deiner politischen Laufbahn schon etwas erreicht, worauf du stolz bist? Am meisten freuen mich Volksinitiativen, die wir gegen die Meinung der grossen Parteien mit einer Volksmehrheit gewinnen konnten. Zudem habe ich bei gewissen Projekten Millionenbeträge für den Steuerzahler einsparen können, ohne dass dieser nur den geringsten Nachteil spürt. Was sind deine politischen Ziele als Nationalrat in der neuen Legislatur? Ich will die Werte, die unser Land stark gemacht haben, weiter pflegen, wie zum 42 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

Beispiel die Neutralität, Sicherheit, Zuverlässigkeit, Unabhängigkeit und Rechtssicherheit). Die Fehler, die unsere EUNachbarn gemacht haben, müssen wir vermeiden, wie die Schuldenwirtschaft, den Beitritt zur EU oder zur Eurozone. Wie möchtest du schwule Männer im Bundeshaus repräsentieren? Ich möchte einen möglichst normalen Umgang mit diesem Thema in Bundesbern erreichen, so dass die sexuelle Präferenz künftig gar kein Thema mehr ist. Bei der Wahl des neuen Bundesanwaltes wird sich zeigen, ob dies möglich ist. Man sollte die Leute endlich an den Taten messen und nicht an der sexuellen Neigung. Denkst du, schwule Männer sollen adoptieren dürfen? Ich bin hier sehr skeptisch und erachte dies auch nicht als vordringlich. Das Kindswohl hat für mich Priorität. Dass auch zwei Männer ein Kind gut erziehen können und oft vielleicht besser als Scheidungspaare oder Heteropaare, die ständig

streiten, ist für mich klar. Aber ich erachte die Zeit als noch nicht reif für diese Forderung und für das Ganze kontraproduktiv. Hattest du keine Bedenken, dich als schwuler Politiker zu outen? Doch. Aber letztendlich kostet ein Versteckspiel nur Nerven und Zeit. Mit gewissen Anfeindungen und anonymen, ja gar primitivsten Beschimpfungen als Folgeerscheinung muss man leider leben. Toleranz heisst auch heute noch nicht überall Akzeptanz. Schwule Männer sind weltoffen, tolerant und setzten sich für die Verständigung zwischen Kulturen und Minderheiten ein.Von den verschiedenen SVP-Initiativen erhält man den Eindruck, die SVP sei gegen diese Werte. Dies ist kein Widerspruch. Die SVP ist nicht generell gegen Ausländer oder gar ausländerfeindlich. Ich bin jedoch der Meinung, dass derjenige, der unser Gastrecht missbraucht, hier nichts mehr zu suchen hat. Wer bei mir zuhause etwas stiehlt, den lade ich ja auch nicht mehr ein.


© ZVG

DANIEL STOLZ, FDP, BASEL-STADT National- und Ständeratskandidat, Liste 1, Grossrat und Präsident der FDP Basel-Stadt gab. Obwohl es bekannt war, dass ich schwul bin, gabe es anonyme Reaktionen à la «du schwule Sau».

Was hat dich dazu bewegt, in die Politik einzusteigen? Ich habe nicht verstanden, warum die «Politiker» nicht endlich die Probleme lösten. Ich wollte aber nicht einfach schimpfen sondern es selber besser machen.

Was sind deine politischen Ziele als National- oder Ständerat? Ich setze mich für eine Gesellschaft ein, die verschiedenste Lebensentwürfe und die Freiheit des Einzelnen wahrt. Zudem ist mir ein konkurrenzfähiger Wirtschaftsstandort mit möglichst attraktiven Arbeitsplätzen wichtig. Als Ständerat kommt dazu, dass ich als FDP-Mitglied im Ständerat mehr für Basel und die Region herausholen könnte, weil ich einer der beiden mächtigen Gruppen im Ständerat angehören würde. Deshalb bringe ich mehr als meine Konkurrenten der SP/SVP.

Hast du in deiner politischen Laufbahn schon etwas erreicht, worauf du stolz bist? Ich habe als junger Grossrat einen Antrag für ein kantonales Partnerschaftsgesetz eingebracht, als es das schweizerische Partnerschaftsgesetz noch nicht

Ist die Aufhebung des Adoptionsverbots umsetzbar? Wann und wie? Das «Wann» entscheidet wohl das Volk. Vielleicht braucht es auch mehr als einen Anlauf. Dafür kämpfen lohnt sich. Um Erfolg im Parlament zu haben, muss man

Beschreiben dich in einem Satz. Ich bin engagiert, will Einfluss nehmen, habe Ausdauer und kann auch zuhören.

Allianzen eingehen und dann rechtzeitig die Abstimmungskampagne vorbereiten. Obwohl die FDP sich die liberalste Partei in der Schweiz nennt, gibt es nur wenig offen schwule Politiker. Sicher nicht wegen der Partei. Ich zumindest hatte nie spezielle Nachteile und wurde zum Parteipräsidenten gewählt, obwohl ich einen prominenten Gegenkandidaten hatte. Ob und wie stark sich jemand outet, ist ihm überlassen. Aber vielleicht gibt es auch zu wenig schwule Politiker? Deshalb: engagiert euch! Es gibt noch viel zu tun. Hattest Du keine Bedenken, dich als schwuler Politiker zu outen? I am what I am «und das ist gut so». Natürlich gibt es Leute, die mich nicht wählen, weil ich schwul bin. Dann sollen sie es sein lassen. Klagen bringt nichts – kämpfen schon. Wir sind exponierter. Das stimmt. Vielleicht hilft ja eine gewisse Solidarität unter uns Schwulen?

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Tag der offenen Tür mit spannender Podiumsdiskussion Samstag, 8. Oktober 2011, 10 Uhr bis 16 Uhr Podiumsstart um 10.00 Uhr zum Thema «ETHIK – OPFER DER GESUNDHEITSÖKONOMIE?» Am Podium nehmen teil: Hans-Peter Portmann, Felix Gutzwiler, Erika Ziltener, Martin Naef. Moderation: Pia Hollenstein

Für mehr Solidarität! Hans-Peter Portmann Präsident Stiftung Zürcher Lighthouse

Hans-Peter Portmann ist neben seinem Präsidium in der Stiftung Zürcher Lighthouse noch in weiteren gemeinnützigen Institutionen tätig. Er ist Mitglied des Zürcher Kantonsrates und präsidiert dort die Aufsichtskommission für Bildung und Gesundheit. Hans-Peter Portmann kandidiert auf der FDP-Liste für den Nationalrat.

>> HIV muss nicht mehr tödlich sein. Braucht es ein «Lighthouse» noch? Ja, denn es geht um das Leben und Sterben mit schwersten Krankheiten und schon lange nicht mehr um die Ursache. Wir waren Pioniere in der Pflege von Aidskranken und heute sind wir es im Angebot einer allumfassenden Palliative Care für alle Krankheiten. >> Was ist speziell am Hospiz Zürcher Lighthouse? Als Hospiz sind wir oftmals das letzte Zuhause für Menschen mit unheilbaren Leiden. Bei uns darf man selbst bestimmend und möglichst schmerzfrei bis zum letzten Atemzug noch ein wertvolles Leben vor und während der Sterbenszeit führen.

>> Wie macht Ihr das? Unser Angebot geht weit über die normale Spitalund Pflegeheimbetreuung hinaus. Neben einer professionellen Palliativmedizin und Palliativpflege kümmern sich Fachleute in unserem Hause um die psychischen und seelischen Anliegen, um die Tagestruktur, um das körperliche Wohlbefinden und noch viel mehr. Wir können das nur dank den privaten Spenden und unseren freiwilligen Mitarbeitenden auch wirklich leisten. >> Was liegt Dir besonders am Herzen? Ich wünsche mir, dass die Solidarität in unserer Gesellschaft wieder vermehrt Beachtung findet und es jedem von uns nicht zuviel ist, einen ganz persönlichen Beitrag für Menschen in Not zu leisten.

Hospiz Zürcher Lighthouse l Carmenstr. 42 l 8032 Zürich l www.hospiz.ch l Telefon 044 265 38 11 l Spendenkonto: PC 80-1633-5


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Ja,ich will !

In den Nationalrat und Urs Hany in den Ständerat.

Markus

Hungerbühler

aufrichtig – tolerant – kämpferisch

LISTE 5 Kt. Zürich www.ja­ich­will.hu

liberal­sozial

Ja, ich will !""#$%%"&'"#()"*+,-(&."$/+," """*+,-/0("/'#"1(%2('"3&'#() """$#456&()('"#7)8(' !""(&'("9(#/:6&4'"#(%" """;<=>?/%%64%%(%"@&6"(&'()" """;<=>?2A$2( !""#('"-(&6()('"?/%2$/"#(%" """B88('60&+,('"C():(,)% !""(&'("./:/'86%8D,&A("E&'$'.540&6&:"" """4,'("*+,/0#('-&)6%+,$86 !""(&'("A(-()2(>"/'#"-&)6%+,$86%> """8)(/'#0&+,("F40&6&: !""(&'('"0(&%6/'A%8D,&A('"E0/A,$8('"" """G7)&+,"@&6"(&'(@"(8H.&('6('" """F&%6('%I%6(@

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FLORIAN VOCK, JUSO, AARGAU Nationalratskandidat 2011, Liste 2b, Grossrat Präsident JUSO Aargau

Beschreibe dich in einem Satz. Engagiert, links, ehrlich und solidarisch. Was hat dich dazu bewegt, in die Politik einzusteigen? Die Motivation, mehr als nur abstimmen und wählen zu gehen, ist jeden Tag die gleiche: Ich will eine gerechte Schweiz, wo alle selbstbestimmt, frei und solidarisch miteinander leben, und keine Schweiz, wo ein paar wenige alles bestimmen, nur weil sie mehr Geld, die richtige Religion oder die mehrbesseren Eltern haben. Hast du in deiner politischen Laufbahn schon etwas erreicht, worauf du stolz bist? Politik dient nicht dazu, sich selbst ein Denkmal zu setzen. Ich freue mich darüber, dass ich mit vielen verschiedenen Menschen über meine politischen Ideen diskutieren kann und dass ich die Themen zur Sprache bringen kann, die wichtig sind. Dazu gehört beispielsweise, dass wir es geschafft haben, LGBTThemen bei der JUSO in den Mittelpunkt zu rücken. Was sind deine politischen Ziele als Nationalrat? Ich wehre mich gegen Bevormundung und Überwachung. Es kann nicht sein, dass ein paar Reiche befehlen, während die grosse Mehrheit immer weniger zum Leben hat. In meiner Schweiz hat es Platz für Ausländerinnen, Schwule oder Jugendliche.

Wie möchtest du schwule Männer im Bundeshaus repräsentieren? Mein Engagement für LGBT-Rechte ist Teil meiner Politik. Jeder Mensch sollte so frei sein, sein Leben selbstbestimmt zu gestalten. Dazu gehören Schwule genauso wie Transmenschen oder Behinderte. Eine Gesellschaft, in der alle die Möglichkeit haben, sich für einen Bildungsweg zu entscheiden und von ihrem Einkommen in Würde zu leben. Ich bin überzeugt, dass gerade wir nicht länger an stereotypen Rollenbildern von Frauen, Schwulen oder der Familie festhalten dürfen. Ich will wieder darüber sprechen, wie Menschen glücklich sein können. Und ob sie dazu Kinder adoptieren, in Lack und Leder durch Zürich spazieren oder in einer offenen Beziehung leben, ist mir völlig egal. Ist die Aufhebung des Adoptionsverbots umsetzbar? Ich kämpfe für die sofortige Aufhebung des Adoptionsverbotes. Das ist ein wichtiger und richtiger Schritt. Je schneller, desto besser, und wenn es dazu eine Volksinitiative braucht. Wir müssen uns aber auch für gleiche Rechte und Selbstbestimmung in allen anderen Bereichen des Lebens engagieren: In der Schule, in den Familien und vor dem Gesetz. Besonders natürlich für queere Jugendliche, die noch immer unter Stereotypen und Homophobie leiden. Was sind die Ziele der JUSO in der kommenden Legislatur? Junge Menschen sollen eine Stimme bekommen. Junge und fortschrittliche Menschen, die sich von Kleingeist und Konservatismus eingeschränkt fühlen und sich für eine freie und solidarische Gesellschaft einsetzen. Unsere Überzeugung ist einfach: «Ändern, was dich stört.» Wir haben nicht viel Geld, aber wir sind überzeugt, dass wir unsere Zukunft gestalten müssen. Ich hoffe, dass sich auch alle fortschrittlichen Schwulen daran beteiligen und diese PolitikerInnen wählen, die für echte Gleichberechtigung kämpfen. Die JUSO gehört garantiert dazu.


HANS-PETER PORTMANN FDP, ZÜRICH Nationalratskandidat 2011, Liste 3 Kantonsrat Zürich Beschreibe dich in einem Satz. Was ich denke, das sage ich, und was ich sage, das tue ich, indem ich meinen Worten Taten folgen lasse. Was hat dich dazu bewegt, in die Politik einzusteigen? Schon als Jugendlicher war ich politisch und sozial engagiert und wollte die Zukunft unseres Landes mitgestalten. Hast du in deiner politischen Laufbahn schon etwas erreicht, worauf du stolz bist? Dass heute der Flughafen Zürich ein erfolgreiches Unternehmen ist, hat seinen Ursprung in einer Motion von mir. Aber auch der grossartige Erfolg des Partnerschaftsgesetzes im Kantonsrat wie auch in der Volksabstimmung ist ein Teilverdienst von mir, indem es mir gelungen ist, die bürgerlichen Stimmen im Kanton Zürich von unserem Anliegen zu überzeugen. Was sind deine politischen Ziele als Nationalrat? Eine grosse Herausforderung für unser Land wird in den kommenden Jahren

der Erhalt unseres Wohlstandes sein. Damit meine ich das Niveau im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der Sicherheit. Diesen Wohlstand können wir nur halten, wenn weiterhin genügend konkurrenzfähige Arbeitsplätze im globalen Wettbewerb zur Verfügung stehen. Wie möchtest du schwule Männer im Bundeshaus repräsentieren? Ich lebe Normalität vor und zeige auf, dass auch wir schwulen Männer erfolgreich Funktionen in Wirtschaft, Militär und Politik ausüben können. Als Priorität im Bereich «Schwulenpolitik» gibt es unter anderem das Beseitigen von Benachteiligungen im Vergleich zur heterosexuellen Ehe. So sind wir beispielsweise von der Witwerrente bei der AHV ausgeschlossen. Ist die Aufhebung des Adoptionsverbots umsetzbar? Man sollte das gesamte Adoptionsgesetz revidieren. Die geschlechtliche und auch institutionelle Zusammensetzung der Erziehungsgemeinschaft darf keine Rolle mehr spielen.

Obwohl die FDP sich die liberalste Partei in der Schweiz nennt, gibt es nur wenig offen schwule Politiker. Unter den Parteimitgliedern kenne ich einige Schwule und Lesben. Aber tatsächlich gibt es in politischen Ämtern nicht so viele bekannte FDP-Persönlichkeiten, die schwul sind. Das erachte ich aber eher als einen momentanen Zufallszustand. Jedenfalls ist sicherlich niemand bei uns benachteiligt, wenn er offen zu seiner Lebensweise steht. Hattest du keine Bedenken, dich als schwuler Politiker zu outen? Als vor über zehn Jahren im Kanton Zürich die ersten Ideen für ein Partnerschaftsgesetz aufkamen und ich mich aktiv dafür einsetzte, hatte ich gar keine Zeit zu überlegen, ob ich nun wegen meinem öffentlichen Outing Bedenken haben sollte. Heute bin ich froh, dass mich die Zeitgeschehnisse einfach überrannt haben. Mit diesem Akt der Selbstakzeptanz habe ich eine unschätzbare eigene Freiheit gewonnen, die ich für nichts auf der Welt wieder eintauschenOKTOBER würde. 2011 // 45


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APRIL 2011

MÄRZ 2011

FEBRUAR 2011

JANUAR 2011

DEZEMBER 2010

PINK COP

Polizisten, die schwul sind

TRENDS

Für den Frühling 2011


REISEFIEBER KARIBIKSTRÄNDE, ANDENGIPFEL UND HEISSE RHYTHMEN Kolumbien bietet eine schier endlose Vielfalt an atemberaubenden Landschaften und aufregenden Kolonialstädten – und dies abseits der grossen Touristenströme. — Text & Fotos: Andreas Gurtner

!"In den engen Gassen von Cartagena vibriert das Leben.

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LIFESTYLE reisefieber

KOLUMBIEN AUF EINEN BLICK Anreise: Mit Iberia via Madrid nach Bogotá (ab CHF 1100.- ), iberia.com. Von Bogota aus erreicht man Cartagena oder Santa Marta mit Avianca in knapp 1½ Stunden (ab CHF 199.-), avianca.com. Beste Reisezeit: In den trockenen Monaten von Dezember bis März sowie im Juli und August. An der Karibikküste ist es ganzjährig tropisch heiss. Sprache: Die Landessprache von Kolumbien ist Spanisch. In touristischen Zentren sowie grösseren Städten kann man sich oft auch auf Englisch verständigen. Spanischkenntnisse sind beim Herumreisen von Vorteil. Einreise: Schweizer Bürger benötigen einen gültigen Reisepass. Sicherheit: Die Sicherheitslage hat sich in den vergangenen Jahren signifikant verbessert und das Land gilt heute als sicheres Reiseziel. Arme Stadtteile sollten trotzdem vermieden werden. In einigen Regionen im pazifischen Tiefland und im Amazonasbecken kann es zu paramilitärischen Übergriffen kommen. Das EDA gibt Auskunft über die aktuelle Sicherheitslage. eda.admin.ch. Aufgepasst: In den Städten wird Wert auf förmliche Kleidung gelegt. Über Weihnachten und in der Karwoche sind viele Kolumbianer unterwegs, weshalb mit einem hohen Verkehrsaufkommen und teureren Hotelpreisen gerechnet werden muss. Weitere Informationen: colombia.travel/de.

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K

!"Die kolumbianische Hauptstadt Bogotá ist eine moderne und weltoffene Metropole.

olumbien ist ganz anders, als man denkt. Das Land, das noch vor nicht allzu langer Zeit ein Inbegriff für kriminelle Drogengeschäfte und einen gewalttätigen Guerillakrieg war, hat sich in den vergangenen Jahren wirtschaftlich und politisch gesehen zum erfolgreichen Vorzeigestaat Südamerikas gemausert. Wer heute nach Kolumbien reist, wird deshalb positiv überrascht sein und ein erstaunlich modernes Land mit lebensfrohen Menschen und einer guten touristischen Infrastruktur vorfinden. Dank der grossen landschaftlichen und klimatischen Vielfalt stehen Kolumbienbesuchern fast grenzenlose Reisemöglichkeiten offen.

EINE REISE IN DIE KOLONIALE VERGANGENHEIT Cartagena, eine der besterhaltenen Städte aus der spanischen Kolonialzeit, war schon seit jeher das Tor zu Südamerika. Auch wer heute nach Kolumbien reist, darf die sogenannte «Perle der Karibik» auf keinen Fall verpassen. Die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannte Altstadt Cartagenas wird von einer mächtigen Stadtmauer, den sogenannten Murallas, umgeben. Innerhalb dieser ummauerten Kernzone der Stadt vibriert das Leben: man trifft sich auf einem der vielen schattigen Plätze, feilscht auf den Märkten und den Ständen am Strassenrand um die Preise, hört laute Cumbia- und SalsaRhythmen und feiert in den vielen Bars und Diskotheken bis zum nächsten Morgen. Das historische Zentrum mit seinen wunderbar farbigen Gebäuden ist noch grösstenteils erhalten und man fühlt sich beim Herumschlendern sofort in vergangene Tage zurückversetzt. Nach einem ausführlichen und bei der Hitze teilweise auch anstrengenden Stadtrundgang empfiehlt es sich, den Sonnenuntergang vom Café del Mar aus mit einem fruchtigen Cocktail in der Hand zu geniessen. Hier,


#"Villa de Leyva im zentralen Hochland zählt zu den schönsten kolonialen Städten Kolumbiens.

#"Die Ecohabs im Nationalpark Tayrona sind mitten im Dschungel und bieten einen wunderschönen Ausblick aufs karibische Meer. mitten auf der alten Stadtmauer und zwischen schweren Kanonen, schweift der Blick von den roten Ziegeldächern, den schmiedeeisernen Balkonen sowie den vielen hohen Kirchtürmen der Stadt hinüber zu den Stränden und den Weiten des karibischen Meeres.

AN DEN WILDEN TRAUMSTRÄNDE DER KARIBIK Die kolumbianische Karibikküste ist noch vielerorts unberührt, wobei man die schönsten Strände im Nationalpark Tayrona, knapp vier Fahrstunden von Cartagena entfernt, findet. Das landschaftlich einmalige Naturschutzgebiet befindet sich am Fusse des Sierra-Nevada-Gebirges und wird von tropischen Regenwäldern bedeckt. Bei klarem Wetter kann man die schneebedecken und über 5'700 Meter hohen Berggipfel selbst vom Strand aus sehen. Entlang des über 35 Kilometer langen Küstenabschnitts des Parks verlaufen markierte Wanderwege, auf denen man abwechslungsweise an menschenleeren Stränden mit wilder Brandung und dann wieder an ruhigen und mit Palmen gesäumten Badebuchten vorbeikommt. Wer auch das hüglige Hinterland kennenlernen möchte, der kann die anstrengende Wanderung zum «Pueblito», einer ehemaligen Indianersiedlung, in Angriff nehmen. Der anspruchsvolle Weg durch die feuchte tropische Hitze verlangt zwar viel Trittsicherheit, doch erfährt man bei diesem Ausflug dafür auch einiges über das traditionelle Leben der ehemaligen Küstenbewohner. Zurück am Strand laden das glasklare Wasser und der feinsandige Strand zum Baden und Relaxen ein und man kann die Pelikane beobachten, wie sie im Formationsflug der Küste entlangsegeln und ab und an im Sturzflug ins Meer eintauchen, um Fische zu fangen. Im Park gibt es nebst den komfortablen «Ecohabs“ der staatlichen Nationalparkverwal-

tung nur ein paar wenige und sehr einfache Schlafmöglichkeiten. Da alle Unterkünfte in der Regel schnell ausgebucht sind, empfiehlt es sich, eine Reise hierher frühzeitig zu planen.

BOGOTÁ – EINE STADT AUF DER ÜBERHOLSPUR Die quirlige und boomende kolumbianische Hauptstadt breitet sich auf einem Hochplateau der Anden auf einer Höhe von etwa 2600m aus. Nebst der gut erhaltenen historischen Altstadt rund um die Plaza Bolivar, den grossen Hauptplatz der Stadt, verfügt Bogotá auch über sehr moderne Stadtviertel wie die Zona Rosa, wo man elegante Hochhäuser, riesige Einkaufszentren sowie eine Vielzahl an Restaurants, Bars und Clubs findet. Sehr lohnenswert ist ein Ausflug auf den Cerro de Montserrat, den Hausberg

GAY LIFE Homosexualität ist in Kolumbien wie in ganz Lateinamerika ein Tabuthema. Dennoch hat der Kongress 2007 ein Gesetz zur Einführung der eingetragenen Partnerschaft unterzeichnet. Im Juli 2011 entschied das kolumbianische Verfassungsgericht, dass Schwule und Lesben das Recht auf eine gleichgeschlechtliche Ehe haben. Das Parlament ist nun verpflichtet, bis im Juni 2013 ein Gesetz zur Eheöffnung zu verabschieden. Lässt es diese Frist verstreichen, erhalten gleichgeschlechtliche Paare automatisch das Recht zur Eheschliessung. In den kolumbianischen Grossstädten gibt es eine grosse und lebhafte schwul-lesbische Szene. Vor allem in Bogota gibt es jede Menge Bars, Discos und Clubs, wobei sich die meisten um das Barrio Chapinero im Zentrum der Stadt konzentrieren. guiagaycolombia.com.

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LIFESTYLE reisefieber

INSIDERTIPPS Sofitel Santa Clara, Cartagena 1621 ursprünglich als Konvent erbaut, gilt das luxuriöse Santa-Clara-Hotel heute als eine der besten Adressen von Cartagena. Dank der ausgezeichneten Lage mitten in der kolonialen Altstadt können von hier aus praktisch alle Sehenswürdigkeiten zu Fuss entdeckt werden. Besonders schön sind die Zimmer im Kolonialflügel des Hotels, von wo aus man direkt in den mit Palmen bewachsenen Innenhof blicken kann. Die renovierten Zimmer des Hotels bieten allen erdenklichen Luxus, und der Service im Hotel ist exzellent. Ein grosser Pool, ein Spa sowie ein hervorragendes Restaurant, in dem internationale und kolumbianische Spezialitäten serviert werden, runden das Angebot des Hotels ab. hotelsantaclara.com.

#"An die wilde Küste des Nationalparks Tayrona verirren sich nur wenige Touristen. der Stadt. Mit einer bereits etwas antiquiert anmutenden und in der Schweiz produzierten Seilbahn geht es hinauf auf eine Höhe von 3400m, von wo aus man eine atemberaubende Aussicht über die sich immer weiter ausdehnende Acht-Millionen-Metropole geniessen kann. Ein weiteres Highlight Bogotás ist das Museo del Oro, das die weltweit grösste Sammlung präkolumbianischer Goldkunstwerke beherbergt. Von Bogotá aus können viele weitere interessante Orte im Hochland bequem mit dem Bus erreicht werden. Sehenswert sind insbesondere die Städte Tunja sowie Villa de Leyva – knapp 200 km nördlich von Bogotá. Villa de Leyva befindet sich in einem malerischen Tal und zählt zu den schönsten kolonialen Städten Kolumbiens. Die schachbrettartig angelegten Kopfsteinpflasterstrassen, die weiss bemalten kolonialen Gebäude, die farbenfrohen Märkte, die entspannte Atmosphäre dieser Stadt sowie die vielen angebotenen Freizeitaktivitäten in der Umgebung sorgen dafür, dass hier fast jeder einige Tage länger bleibt als ursprünglich geplant. Andreas Gurtner kennt als Jetsetter fast jeden Fleck auf dieser Erde und präsentiert unbekannte Destinationen in fernen Ländern sowie Geheimtipps in Europa.

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Ecohabs, Nationalpark Tayrona Die zwölf Ecohabs im Nationalpark Tayrona fügen sich perfekt in den Dschungel ein und bieten viel Privatsphäre. Von den Zimmern aus kann man die wunderschöne Aussicht über die wilde Küste geniessen. Die geräumigen Zimmer verfügen über einen Flachbildfernseher und WiFi-Internet. Der lange Strand vor dem Hotel lädt zum Spazieren ein – Baden ist hier wegen der Strömung nicht möglich. In nächster Nähe befindet sich ein zweiter Strand, wo man baden darf und an dem es eine Bar sowie bequeme Liegestühle gibt. Das Restaurant des Hotels offeriert hervorragende Speisen – empfehlenswert sind vor allem die typischen Fischgerichte. Für Gäste, die auf der Suche nach Ruhe und Entspannung sind, bietet das Hotel auch Spa-Behandlungen an. concesionesparquesnaturales.com. Sofitel Victoria Regia, Bogotá Dieses luxuriöse Hotel befindet sich in einer der besten Gegenden der Stadt: gute Restaurants, Bars und unzählige Shops und Einkaufszentren befinden sich in der nächsten Umgebung. In der Zona T, einer verkehrsfreien Zone direkt neben dem Hotel, reihen sich Bars und Restaurants aneinander und wird jede Nacht Unterhaltung bis in die frühen Morgenstunden geboten. Eine preiswerte Taxifahrt ins koloniale Stadtzentrum von Bogotá dauert ungefähr 20 Minuten. Alle Zimmer des Hotels sind modern eingerichtet und verfügen über Flachbildfernseher und Klimaanlage. Das leckere Frühstück wird in einem kleinen und gemütlichen Restaurant mit viel französischem Flair serviert. sofitel.com.

01 Das luxuriöse Santa-Clara-Hotel befindet sich mitten in der Altstadt von Cartagena. 02 Von den Ecohabs aus hat man eine wunderschöne Aussicht über die wilde Küste. 03 Im Sofitel Bogotá finden Reisende stylische Zimmer an ruhiger Lage.


AUSZEIT 51-64

Kitschiger Kult: Szenen aus«Pink Narcissus» wurden 1971 zensiert. Die erotischen Fantasien des jungen Bobby waren zuviel für das damalige Publikum. // 55

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KINO Text: Patrick Schneller

THRILLERDRAMA

LA PIEL QUE HABITO: DAS GEHEIMNIS DER SCHÖNEN VERA E 2011. Regie & Drehbuch: Pedro Almodóvar. Darsteller: Antonio Banderas, Elena Anaya, Blanca Suárez, Jan Cornet, Marisa Paredes, Bárbara Lennie.Verleih: Pathé. Pedro Almodóvar ist der wohl profilierteste schwule Regisseur der Gegenwart. Seit über 30 Jahren fasziniert er mit seinen Filmen Arthousefreunde genauso wie Mainstreamkinogänger. Sein bisher grösster Erfolg ist «Hable Con Ella» (2002), für den er unter anderem den Oscar erhielt. Mit «La Mala Educación» schuf er einen richtigen schwulen Filmhit (siehe die JuniAusgabe der Mannschaft), und mit «La Piel Que Habito» nähert er sich auf seine Art dem Horrorgenre an: Im Zentrum der Geschichte steht ein genialer Doktor, der mit künstlicher Haut experimentiert. Irgendwie ein verrückter Wissenschaftler also – eines der häufigsten Horrorklischees. Aber Almodóvar wäre nicht Almodóvar, wenn er sich nur einem Genre widmen würde. Daher mischt er Drama-, Thriller- und sogar Sci-Fi-Elemente bei, und auch

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Die bildhübsche Vera ist die einzige Patientin des Chirurgen Robert Ledgard (Banderas). eine Sequenz, die in ihrer grotesken Art fast schon an Fellini erinnert. Der Doktor im Film heisst Robert Ledgard (Antonio Banderas), ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der plastischen Chirurgie und führt eine private Schönheitsklinik. In dieser kümmert er sich um eine einzige Patientin: die bildhübsche Vera (Elena Anaya). Er lässt sie Tag und Nacht überwachen, oft von seiner Haushälterin Marilia (Marisa Paredes). Als Robert eines Tages einen Eindringling erschiesst, weiht Marilia Vera in ein Familiengeheimnis ein – und das Publikum erfährt langsam die Wahrheit über Vera. Laut eigenen Aussagen liess sich Almodóvar von vielen inspirieren. Er nennt Luis Buñuel, Alfred Hitchcock und Fritz Lang als Einflüsse für «La Piel Que Habito». Aber auch die Ästhetik

der Hammerhorrorfilme der 50er- und 60er-Jahren sowie die des Giallo, des italienischen Thrillers, der vor allem in den Siebzigern populär war. Somit überrascht es kaum, dass der Film inhaltlich wie stilistisch etwas überladen und uneinheitlich wirkt. Doch das macht nichts, denn das Resultat ist einzigartig. Einen «Mad Scientist»-Film wie diesen hat man noch nie gesehen. Die Wahrheit über Veras Vergangenheit ist schlicht genial und dürfte am meisten Diskussionsstoff liefern. Schade allerdings, dass Almodóvar die Schlussszene verpatzt: Die letzten Sekunden und das Ausblenden zum Nachspann sind der absolute Schwachpunkt – das passt irgendwie nicht zum Rest. Trotzdem steht ausser Frage: Almodóvar hat einmal mehr ein unverkennbares Werk geschaffen. Kinostart: 6. Oktober.


WIRTSCHAFTSTHRILLER

MARGIN CALL

USA 2011. Regie & Drehbuch: J. C. Chandor. Darsteller: Kevin Spacey, Paul Bettany, Jeremy Irons, Demi Moore, Stanley Tucci.Verleih: Praesens Film. Was sind Investmentbanker für Leute? Diese Frage stellen sich viele nicht erst seit dem jüngsten Fall des UBS-Angestellten, der zwei Milliarden Dollar in den Sand gesetzt hat. Wer einen Einblick ins schmutzige Geschäft des Investmentbankings erhalten will, ist hier genau richtig. Eric (Stanley Tucci) arbeitet für eine Investmentbank – bis jetzt: Heute wird ein Drittel der Angestellten gefeuert, er auch. Beim Abgang drückt er Peter (Zachary Quinto) einen USB-Stick in die Hand. Als der die Daten darauf anschaut, errechnet er: Die Bank ist mit einem Aktienpaket auf ein Schneeballsystem hereingefallen, das den Ruin bedeuten könnte. Er meldet es seinem direkten Chef Will (Paul Bettany), der wiederum Abteilungsleiter Sam (Kevin Spacey).

Peter (Zachary Quinto) erhält verheerende Informationen über ein Aktienpaket. Bald sitzen alle am runden Tisch unter der Führung von Big Boss John (Jeremy Irons) und überlegen, wie sie die Papiere an Ahnungslose verscherbeln können, ehe ihr Wertverfall die Bank ruiniert. Man muss kein Finanzjongleur oder Mathematiker sein, um vom Kinodebüt von J.C. Chandor gefesselt zu werden. Hoch spannend und schnörkellos erzählt er die

David 1965 beim gefährlichen Einsatz in Ostberlin. THRILLER

THE DEBT USA 2010. Regie: John Madden. Drehbuch: Matthew Vaughn, Jane Goldman, Peter Straughan. Darsteller: Helen Mirren, Jessica Chastain, Sam Worthington, Tom Wilkinson.Verleih: Universal. Der Mossad gehört zu den berüchtigtsten Geheimdiensten. Kein Wunder, sorgte er mit seinen Aktionen immer wieder für Schlagzeilen. Zum Beispiel die Liquidierung der Drahtzieher des Anschlags auf die Olympischen Spiele 1972 (Steven Spielbergs «Munich» erzählt die Story superb nach) oder die Ergreifung Adolf

unangenehm glaubwürdige Geschichte aus der Welt der Hochfinanz und entlarvt die Zweifelhaftigkeit des Investmentbankings als solches. Dies tut er glücklicherweise nicht mit der Moralkeule, sondern stets nüchtern und plausibel. «Margin Call» ist genau die Kritik am zügellosen Kapitalismus, die Oliver Stones «Wall Street II» sein wollte, aber nie war. Kinostart: 6. Oktober.

Rachel wird 1997 von der Vergangenheit eingeholt.

Eichmanns 1960 in Argentinien. Die Eichmann-Aktion diente 2007 dem israelischen Film «The Debt» als Inspiration, und nun kommt das gleichnamige Hollywood-Remake in unsere Kinos. 1997 wird die ehemalige Mossadagentin Rachel (Jessica Chastain/Helen Mirren) jäh von der Vergangenheit eingeholt: Stephan (Marton Csokas/Tom Wilkinson) eröffnet ihr, dass David (Sam Worthington/ Ciarán Hinds) tot ist. Die drei verbindet eine dunkle Vergangenheit: 1965 sollten sie den ehemaligen KZ-Arzt Vogel (Jesper Christensen) in Ostberlin aufspüren und nach Israel entführen. Sie brachten Vogel zwar in ihre Gewalt. Doch die Aktion,

ihn nach Westberlin zu schmuggeln, ging schief. Es folgten Tage des bangen Wartens, die tragisch endeten. Der zwischen 1965 und 1997 hin und her pendelnde Thriller schildert seine Story von Beginn weg packend und weiss das Publikum immer wieder mit seinen Wendungen zu überraschen. Trotz der fiktiven Geschichte wirkt «The Debt» durchwegs authentisch und beklemmend glaubwürdig, mit Ausnahme des nervenaufreibenden, aber etwas überkonstruierten Showdowns. Die herausragende Besetzung schliesslich rundet den positiven Gesamteindruck ab. Kinostart: 22. September.

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DVD Text: Patrick Schneller

DRAMA

DER BIBER: SCHIZOPHREN AUS DER DEPRESSION Originaltitel: The Beaver. USA 2011. Regie: Jodie Foster. Drehbuch: Kyle Killen. Darsteller: Mel Gibson, Jodie Foster, Anton Yelchin, Riley Thomas Stewart, Zachary Booth. FSK 6.

Walter (Mel Gibson) ist seinen Depressionen verfallen. Seine Frau Meredith (Jodie Foster) schmeisst ihn deshalb aus dem Haus. In einem Container findet Walter eine Biberhandpuppe und nimmt sie mit. Diese avanciert zu seinem selbstbewussten Alter Ego. Von nun an spricht Walter nur noch via Puppe. Das freut seinen kleinen Sohn Henry, irritiert aber nicht nur den älteren Sohn Porter (Anton Yelchin). Zugegeben, das klingt etwas albern: Mel Gibson mit einer Biberpuppe am Arm, die ihn aus der Depression führt? Aber Jodie Foster gelingt es, die Story bewegend zu erzählen, ohne dem Schmalz zu verfallen. Das liegt vor allem an Gibson selbst, der seine vielleicht beste schauspielerische Leistung aller Zeiten abliefert. Wer hätte gedacht, dass Crazy Mel noch einmal zu Hochform aufläuft? Ein zusätzlicher Trumpf ist, dass der Film eine Vater-Sohn-Geschichte erzählt: Die zerrüttete Beziehung zwischen Walter und Porter steht mehr im Mittelpunkt als die zwischen Walter und Meredith – und das ist gut so. Die Extras bestehen aus Audiokommentar, Making-of und entfallenen Szenen. Erscheint am 6. Oktober.

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EXPERIMENTALEROTIK

PINK NARCISSUS ACTION

THRILLER

USA 2011. Regie: MatthewVaughn. Drehbuch: Ashley Miller, Jack Stentz, Jane Goldman, Matthew Vaughn. Darsteller: James McAvoy, Michael Fassbender. FSK 12.

Originaltitel: Unknown. GB/D/F/CDN/J/ USA 2011. Regie: Jaume Collet-Serra. Drehbuch: Oliver Butcher, Stephen Cornwell. Darsteller: Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones. FSK 16.

DIE BESTEN SCHWULENFILME

X-MEN: FIRST CLASS UNKNOWN IDENTITY

1962 finden die späteren Erzfeinde Xavier (James McAvoy) und Magneto (Michael Fassbender) zusammen, um den Schurken Shaw (Kevin Bacon) zu besiegen. Nach drei Teilen «X-Men» und dem Spinoff «Wolverine» kommt nun die Vorgeschichte der Mutanten – und stellt ihre Vorgänger glatt in den Schatten: der bisher beste Kracher des «X-Men»-Universums. Dazu tragen neben der erstaunlich komplexen Story auch der Retrovibe und Kevin Bacon als Nazi bei. Erscheint am 14. Oktober.

Dr. Harris (Liam Neeson) kann es nicht fassen: Nach einem Unfall erwacht er aus dem Koma, und jemand hat seine Identität übernommen! Nicht einmal seine Frau erkennt ihn wieder. Ist er jemand anderer? Verzwickter und wendungsreicher Eurothriller vom Regisseur des herausragenden Horrorschockers «Orphan». Und auch wenn der Film gegen Ende die Glaubwürdigkeit mit seinen Überraschungen strapaziert: Er bietet bis zum Schluss Action und Spannung. Erscheint am 6. Oktober.

SATIRE

HISTORIENEPOS

GB 2010. Regie: Christopher Morris. Drehbuch: Jesse Armstrong, Sam Bain, Christopher Morris. Darsteller: Kayvan Novak, Nigel Lindsay, Riz Ahmed, Adeel Akhtar. FSK 16.

GB/D/USA 2011. Regie: Jonathan English. Drehbuch: Jonathan English, Erick Kastel. Darsteller: James Purefoy, Brian Cox, Kate Mara, Paul Giamatti, Charles Dance. FSK 16.

Vier britische Islamisten planen einen Anschlag auf den London Marathon. Nur stellen sie sich bei ihren Vorbereitungen äusserst ungeschickt an – so sprengen sie im Terrorcamp die Kommandozentrale der Al Kaida. Wenn es um Humor geht, kennen die Briten kein Pardon. Der für wenig Geld vorwiegend in und um Sheffield gedrehte Streifen ist denn auch die bis dato bissigste Satire auf den Dschihadterror, ohne das freilich heikle Thema zu verharmlosen. Erscheint am 30. September.

England, 13. Jahrhundert: Der Tempelritter Marshal (James Purefoy) verteidigt mit einer Handvoll Helfer die Festung Rochester gegen die Truppen des irren Königs John (Paul Giamatti). Das kaum dokumentierte dunkle Kapitel aus Britanniens Geschichte als dreckige Schlachtplatte fernab von Heldenepen wie «Braveheart». Dank den authentischen Schauplätzen und der namhaften Besetzung bleibt das etwas lange, blutige Gemetzel bis am Ende sehenswert. Erscheint am 7. Oktober.

FOUR LIONS

IRONCLAD

USA 1971, Regie & Drehbuch: James Bidgood. Darsteller: Bobby Kendall, Don Brooks, Charles Ludlam. FSK 16. Dieser Film prägte den Begriff «kitschy glitz» und gab Anlass zu Spekulationen: Regisseur James Bidgood versteckte sich hinter dem lapidaren Pseudonym «Anonymous», da ihm die Produzenten nicht den «Final Cut» gewährten. So wurde «Pink Narcissus» einmal gar Andy Warhol zugeordnet. Erst spät «bekannte» sich Bidgood zum dialoglosen Streifen, der schon längst Kult ist. Der Inhalt ist schnell erzählt, handelt es sich doch in erster Linie um einen feuchten Schwulentraum: Ein bildhübscher junger Mann (Bobby Kendall) gibt sich in seinem Appartement seinen erotischen Fantasien hin. Der experimentelle Touch des mitunter schamlos kitschigen Films hypnotisiert. In gerade mal 65 Minuten präsentiert Bidgood einen Bilderreigen, der es in sich hat. Überflüssig zu erwähnen, dass «Pink Narcissus» für 1971 erstaunlich freizügig daherkommt. Neben frontaler Nacktheit überrascht vor allem der wohl erste Cumshot in einem nicht-pornografischen Film – und das zu einer Zeit, in der Pornos selbst noch in den Kinderschuhen steckten. Auf Deutsch gibts eine hübsch aufgemachte DVD von Edition Salzgeber, die als Extras Postkarten, einen Kurzfilm und den Trailer beinhaltet. Filmguru Patrick wird wohl auch dieses Jahr wieder an einem Abend am BauschänzliOktoberfest versumpfen. OKTOBER 2011 // 55


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MUSIK ALTERNATIVE

BJÖRK – BIOPHILIA Hat sie nun alle Tassen im Schrank oder nicht? Katzenmusik oder gar hochstehende Kunst? Bei Björk ist man sich nie sicher. Tatsache ist jedoch, dass sie es mit ihrer extravaganten Persönlichkeit geschafft hat, knapp zwanzig Jahre im Rampenlicht zu stehen und dabei musikalische Erfolge zu feiern. Für ihren neusten Streich hat sich die Isländerin etwas Besonderes ausgedacht. Ihr neues Album «Biophilia» wurde nicht nur teilweise auf einem iPad aufgenommen, sondern wird nebst CD auch als weltweit erstes «App-Album» für iPhone und iPad veröffentlicht.

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Auf den Apps finden sich diverse Visuals und Spiele, mit denen sich die Thematik der Songs auseinandersetzen kann. Musikalisch widmet sich Björk der biologischen Masse mit eigens für das Album kreierten Instrumenten. Der Song «Virus» handelt beispielsweise von der Liebesaffäre zwischen einem Virus und einer menschlichen Zelle. Die Liebe ist so stark, dass die Zelle daran zugrunde geht. Björk ist und bleibt Geschmacksache, deswegen geben wir vier Sterne für Originalität und die hammerstarken Visuals in ihren Apps. Erscheint am 07. Oktober.

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POP

R&B

INDIE

Wie ein kalter nordischer Wind, der einem den Rücken hinuntergeht. So ergeht es einem, wenn man die melancholischen Balladen der Norwegerin Maria Mena hört. Nach drei Jahren Arbeit erscheint ihr neues Album «Viktoria», eine Anspielung auf den zweiten Namen, den ihre Mutter ihr spontan gab, als sie eines Tages nach Hause kam. Die junge Sängerin hat sich an den internationalen Erfolg gewöhnt. Die Texte zu ihren neuen Songs hören sich selbstbewusster und reifer an, als befände sich Mena auf der Suche nach sich selbst, vielleicht nach Viktoria? Auf den Songs «Homeless» und «A Stranger to Me» ist sie brutal ehrlich mit sich selbst. Trotzdem haben ihre Songs nichts von ihrer so fesselnden Melancholie verloren. Erscheient am 07. Oktober.

Jason Derülo hat mit seinem zweiten Album einiges zu beweisen, nachdem er mit dem Hit «Whatcha Say» und einem mässigen Debutalbum als Eintagsfliege abgetan wurde. Die Erwartungen an sein zweites Album «Future History» sind also entsprechend hoch. Einen Sommerhit hat der Amerikaner mit «Don't Wanna Go Home» schon geliefert. «It Girl» und «Be Careful» sind die herausragenden Songs des Albums. Während Ersteres eine vertäumte Ballade ist, erzählt Letzteres von einem One-Night-Stand, der sich als Albtraum entpuppt. Derülo singt mit starker und flexibler Stimme, jedoch mangelt es dem Album an Konsistenz. Die oben genannten Songs brillieren als Einzelstücke und drohen die anderen zu überschatten. Erschienen am 16. September.

Vier Jahre lang war es ruhig um die Kanadierin Leslie Feist, die mit «1234» einen weltweiten Hit landete. Es ist schwer zu sagen, ob ihre neues Album «Metals» ebenso erfolgreiche Hits hervorbringen wird. Die Songs auf dem Album sind nicht schlagartige Ohrenwürmer, wachsen aber nach einigem Reinhören schnell ans Herz. So zum Beispiel das peppige «Graveyard» oder «The Bad In Each Other». Die erste Single «How Come You Never Go There» hingegen ist typisch Feist: Starke Gitarre und eine Stimme voller Emotionen. Im Vergleich zum unpersönlichen, computergesteuertem Pop spürt man, dass sich Feist weigert, der Masse zu beugen. Das Resultat sind intime Songs, die nicht sofortige Charthits sein müssen. Erscheint am 30. September.

MARIA MENA – VIKTORIA

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JASON DERÜLO – FUTURE HISTORY

FEIST – METALS


ROMAN

FRED UHLMAN – DER WIEDERGEFUNDENE FREUND «Er trat im Januar 1932 in mein Leben. Seither hat er daran teil. Mehr als ein Vierteljahrhundert ist seit da verstrichen, mehr als neuntausend Tage gingen dahin. [...] Ich erinnere mich genau an den Tag und die Stunde, da ich diesen Jungen zum ersten Mal erblickte.» Hans und Konradin lernen sich als 16-jährige Schüler kennen und beginnen eine innige Beziehung miteinander. Zwei Einzelgänger finden gegenseitig Vertrauen in Freundschaft und Komplizenschaft. Leider wird schnell klar, dass Zuneigung und Verständnis allein im Nazideutschland kein Band sichert. Hans stammt aus gutem jüdischem Haus, Konradin gehört einer dem Führer hörigen Adelsfamilie an. Fred Uhlman, 1901 selber als deutscher Jude in Stuttgart geboren, führt uns in «Der wiedergefundene Freund» in die Region des Schwarzwaldes und feiert die Schönheit dieser Gegend mit

BUCH Text: Harlekin

der Eindringlichkeit der geliebten Erinnerung. Er selber musste seine Heimat 1933 verlassen, weil Deutschland nicht mehr sein Zuhause bleiben konnte. Er starb 1985 in London. In Sprache und Milieu bringt Uhlman uns ans EberhardLudwigs-Gymnasium zu Württemberg, in eine elitäre Welt gutsituierter Söhne, die trotz äusserst sittsamer Erziehung eben doch Jugendliche sind, die ausserhalb ihrer Familien, Ängste und Träume irgendwo anzukommen versuchen. «Ich sagte ganz spontan: 'Willst du nicht hereinkommen?' Da er auf meine Einladung nicht gefasst war, zögerte er einen Augenblick, aber dann ging er mit.» 116 Seiten, Diogenes Verlag, ISBN 978-3-257-23101-4


FIT Text: Thorsten Möller

VON C BIS ZINK Alles was du über Vitmain C wissen musst und wie es kombiniert mit Zink dein Training aufwerten kann!

Viele frische Früchte und viel Gemüse stärken unsere Abwehrkräfte in der kalten Jahreszeit.

58 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch


D

er Wechsel vollzieht sich langsam und ist unaufhaltbar: Die eng anliegenden Muscleshirts werden gegen dicke Pullover ausgetauscht. Die geliebten FlipFlops werden verstaut. Der liebliche Duft von Sonnencreme weicht dem aufdringlichen Eukalyptusgeruch und die australische Markenbadehose (mit dem speziellem Eingriff) wird gegen die halblange Rippunterhose eingetauscht. An jeder Ecke fängt es an zu schniefen. Der Sommer ist definitiv vorbei und der Herbst bringt seine feuchtkalten Nächte mit sich. Kuschelzeit- oder Schnief- und Hustperiode. Fast jeder ergattert früher oder später eine mehr oder weniger starke Erkältung. Gerade jetzt im Jahreszeitenwechsel ist es wichtig, sein Immunsystem auf die bevorstehenden kalten Monate vorzubereiten. Das Immunsystem braucht eine Extraportion an Vitaminen, um sich langsam gegen all das herumfliegende Zeug, sprich Viren, zu wehren, die sich durch ein grosses «Hatschi» bemerkbar machen.

Diese alte und etwas abgedroschene Weisheit ist immer noch sehr aktuell. Auch wenn in unserer modernen Welt Begriffe wie Skorbut oder Vitamin-C-Mangel eine Seltenheit sind und manch menschliche Gestalt ihre Zähne eher aufgrund mangelnder Hygiene verliert, ist jetzt der Zeitpunkt, an dem die Kassen der Apotheken vor Freude wie ein Christbaum leuchten. Vitamin C mit seiner Schlüsselfunktion im Immunsystem und auch das Zink haben jetzt Hochkonjunktur. Aber braucht man eine Extraportion Vitamin C und kann man überhaupt von einem Mangel sprechen? Vitamin C oder auch Ascorbinsäure werden als billige Konservierungsstoff in verschiedenen Lebensmitteln eingesetzt, unter anderem die berüchtigten Es, die einem oft die Haare zu Berg stehen lassen: E 301, E 302, E 304a, E 304b. Viele Mediziner kritisieren, dass wir mittlerweile viel zu viel davon zu uns nehmen. Süsswaren, der Smoothie und sogar die Bratwurst und die Tiefkühlpizza sind alle vollgestopft mit Vitamin C aus dem Chemielabor. Das qualvolle Resultat von zuviel Vitamin C sind ein übersäuerter Magen, Durchfall und sogar Nierensteine. Auch wenn ein aufgelöstes Vitamin-C-Tablettchen im Fruchtsaft tatsächlich sehr wirksam ist, sollte man davon absehen, es ständig auf nüchternen Magen zu trinken. Die Magenschleimhaut wird es einem danken. Eine Tasse Kaffee und danach ein Orangensaft? Am besten noch ein Gipfeli, das man nur aufzubacken braucht, da es mit Ascorbinsäure haltbar gemacht wurde. Was zuerst so lecker klingt, lässt den Magen vor Säureschmerzen ein paar Mal kräftig aufstöhnen. Hat man dann doch einmal ein Glass Orangensaft zu viel getrunken, hilft ein Glas lauwarmes Wasser, am besten mit einem Beutel Backpulver oder ein, zwei Teelöffeln Heilerde, die die Säure im Magen bindet.

WIR NEHMEN ZU VIEL KÜNSTLICHES VITAMIN C ZU UNS Selbst bei der Mindestmenge ist man sich bis heute nicht ganz einig, doch man geht von einem Tagesbedarf von 20mg Vitamin C aus. Künstliches Vitamin C wird vom Körper langsa-

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nach dem Stück «LA CAGE AUX FOLLES» von JEAN POIRET Deutsch von ERIKA GESELL und CHRISTIAN SEVERIN Dialektbearbeitung von DOMENICO BLASS und ERICH VOCK

ERICH VOCK HUBERT SPIESS

MAJA BRUNNER HANSJÖRG BAHL VIOLA TAMI GABRIELA STEINMANN PIERRE ALEXANDRE MISCHA RUGOLO THOMAS MEIENBERG PETER ZGRAGGEN JULIAN DAVID ANDREAS DECKER JIMMY LAREMORE ANTON PEREZ GIANMARCO ROSTETTER NIELSON SOARES Regie & Choreographie: KURT SCHREPFER Musikalische Leitung: ERICH STREBEL Eine Produktion der spock productions gmbh, Hubert Spiess & Erich Vock

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MEDIENPARTNER

OKTOBER 2011 // 59


AUSZEIT fit

Die Zitrone als die ultimative C-Bombe? Nicht unbedingt! Siehe die Tabelle rechts. mer verwertet, als dasjenige in frischem Obst und Gemüse. Eine mögliche Erklärung der Wissenschaft geht davon aus, dass Obst eine Mehrzahl an Vitaminen und Mineralstoffen hat, welches als Ganzes vom Körper aufgeschlüsselt und verwertet wird. Künstliches Vitamin C ist quasi wie eine Art Extrakt. Es wirkt auch, aber noch besser in Verbindung mit frischem Obst oder mit einem Saft. Eine Brausetablette oder eine Messerspitze kristallines C-Pulver reicht schon aus. Der Rest wird bei einem gesunden Menschen ausgeschieden.

ZITRONE ALS VITAMIN-C-BOMBE? Wer an eine Vitamin-C-Bombe denkt, hat sofort Orangen und Zitronen vor Ausgen. Dabei weisen der Sanddorn, die CamuCamu (eine südamerikanische Beeresorte) und die Acerolakirsche eine weitaus höhere Konzentration von Vitmain C auf. Sogar unsere heimische Hagebutte übertrumpft die Zitrone um einiges am Vitamin-C-Gehalt. Wer sich diese Obstsorten nicht leisten kann oder nicht findet, kann gerne auf die Orange oder die Zitrone zurückgreifen. Bei Fruchtsäften darauf achten, dass man keine Konzentrate kauft, da das natürliche Vitamin C beim Konservierungsprozess verloren geht und mit billiger Ascorbinsäure ersetzt wird. Leider ist das auch bei Smoothies der Fall: die Vitamine verpuffen durch den Prozess der Pressung und dem tagelangen Rumstehen. Sie sind lediglich ein Konzentrat aus Fruchtzucker das mit meist mit Zitrone, Guave oder einem anderem VitaminChaltigem Obst haltbar gemacht wird. Aber lecker ... leider. Beim Gemüse fallen die ganzen Kohlsorten auf. Grünkohl ist eine wahre C-Bombe. Und Sauerkraut hat gekocht sogar mehr Vitamin C als im rohen Zustand. Aufgepasst: Durch zu langes Kochen und ständiges wieder Aufbereiten gelangt das wertvolle Vitamin C verstärkt ins Kochwasser. Trozdem ist eine Portion gedünsteter Chabis, Sauerkraut und auch der Rosenkohl ei-

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ne effektive Art, den Körper in der kalten Jahreszeit zu stärken.

ROHKOST ALLEINE IST ALLES ANDERE ALS GESUND Wer denkt, er lebe als Rohköstler besonders gesund, soll bedenken, dass bei fast allem roh zubereitetem Gemüse und Obst das Vitamin C schon nach fünf bis zehn Minuten abgebaut wird, da es mit Sauerstoff reagiert und oxidiert. Man denke an den angebissenen Apfel, den man nur ein paar Minuten irgendwo hingelegt hat. Viele Vitamine bleiben im Rohzustand unverwertet, einige Gemüse sind ungekocht sogar regelrechtes Gift (Rosenkohl). Rohkost garantiert nur eines und zwar Ballaststoffe en masse. Mangelerscheinungen können bei einer Rohkostdiät zuhauf auftreten (und den verkniffenen Gesichtsausdruck gibt’s gratis dazu.) Man muss aber nicht gleich zum Rohköstler werden, nur um in der kalten Jahreszeit vermehrt auf Gemüse und Obst zurückzugreifen. Eine gesunde Mischkost ist nach wie vor das Allerbeste, bei der auch Fleisch erlaubt ist: Ein frisch zubereitetes Dürum Döner Kebap ist tatsächlich gesund (nicht im Dauereinsatz). Die Kombination aus hochwertigen Proteinen, wenig Kohlenhydraten und Rohkost ist ideal, wenn man auf die pink-weisse Pampsosse verzichtet. Leber ist übrigens voll mit Vitamin C und eine wunderbare, leider ein bisschen in Vergessenheit geratene Delikatesse– auch wenn viele um diese Innerei einen grossen Bogen machen.

VITAMIN C UND ZINK ALS IDEALE KOMBINATION GEGEN ERKÄLTUNG Beide Vitamine fördern das Immunsystem und helfen beim Abbau von Kohlenhydraten und beim Kohlehydratabbau. Zink trägt auch bei der Produktion von Testosteron und beim Muskelaufbau ziemlich viel bei. Viele Sportler nehmen regel-


mässig nach jedem kohlehydrathaltigem Essen eine Portion Ascorbinsäure und Zink zu sich, weil die Kombination der beiden den Stoffwechsel anregt. Natürlich hat auch die Industrie dem Trend nachgespürt und einige Zinkprodukte und Kombipräparate auf den Markt geworfen. Es gibt sie in Form von Pülverchen bis hin zum Tablettchen und Zinknasenspray, der über die Schleimhäute wirken soll. Viel unsinniges und überteuertes Zeugs also.

EIN PAAR KLEINE TIPPS Für gute Zinktabletten gibt man lieber etwas mehr Geld aus. Eine ideale Dosis ist 50 mg, die man mit einem Vitamin-CPräparat oder einer Messerspitze Ascorbinsäure mischt. Die Dosierung in der handelsüblichen Brausetablette ist lächerlich gering, da hat man mehr von einem Glas heissem Wasser mit einem Spritz frischem Zitronensaft. Beim Kauf von Zink darauf achten, dass das Produkt magensäureresistent ist. Zink wird über den Darm aufgenommen und verwertet. Bei billigen Produkten mit Zinkhefe oder Zinkglucose wird ein Grossteil davon schon im Magen von der Magensäure regelrecht verbrannt. Zinktabletten nie zeitgleich mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten oder Ölsaaten einnehmen. Diese enthalten Phytinsäure, die das Zink bindet und unwirksam macht. Am besten zwei bis drei Stunden mit der Einnahme warten. Zink soll auch nicht mit Calcium oder Eisenpräparaten gemischt werden. Diese Wirkstoffe heben sich gegenseitig auf, von daher sind auch Multipräparate immer sehr kritisch zu begutachten.

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Zu guter Letzt: Zink wird am besten ab sechs Uhr morgens auf nüchternem Magen eingenommen oder eins bis zwei Stunden nach dem Frühstück. Auf eine husten- und schnupfenfreie Zeit! Vitamin-C-Gehalt von einigen Früchten und Gemüsen s Camu-Camu 2000 mg s Acerolakirsche 1300-1700 mg s Hagebutte 1250 mg s Sanddornbeere 200-800 mg s Guave 300 mg s Schw. Johannisbeere 177 mg s Petersilie 160 mg s Rosenkohl 90–150 mg s Brokkoli 115 mg s Paprika 100 mg s Vogelbeere 98 mg s Spinat 50–90 mg s Kiwi 80 mg s Erdbeere 50–80 mg s Zitrone 53 mg s Orange 50 mg

s Passionsfrucht 30-50 mg s Rotkohl 50 mg s Weisskohl 45 mg s Mango 39 mg s Heidelbeere 22 mg s Ananas 20 mg s Sauerkraut 20 mg s Kartoffel 17 mg s Avocado 13 mg s Cranberry 13 mg s Apfel 12 mg s Banane 10–12 mg s Pfirsich 10 mg s Zwiebel 7 mg s Birne 5 mg

Der Fitnessenthusiast Thorsten Möller war lange aktiv in der Leichtathletik und interessiert sich für gesunde Ernährung.

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FR, 07.10.11

Text: Patrick Oktober Schneller 2011

ZÜRICH PARTYS

The Alternative Gay Party

OFFSTREAM CABARET

FR, 30.09.11

Geroldstrasse 15, Zürich // ab 22 Uhr

BIEL/BIENNE Luzern: Frigay Night, The Loft Club, Fr. 30.09.11

GAYLES ÉTAGE ÉTAGE CLUB

ZÜRICH

Untergasse 21, 2500 Biel / Bienne // ab 22½ Uhr Styro1995, Gogo, Toxic Angel, Sky Jannsen

IRENA DE LA BOOM @ ROLLKOFFER PFINGSTWEID

LUZERN

Tribal House, DJ Nick Harvey

BLACK OUT CLUB AAAH!

Pop-Disco & Latino-Electro-Pop

Marktgasse 14, 8001 Zürich // ab 22½ Uhr

SA, 08.10.11 BASEL

Pfingstweidstrasse 12, 8005 Zürich // ab 23 Uhr DJ Alfie Levi

DJ Taylor Cruz, DJ Tonträger

FRIGAY NIGHT – DIE 100. AUSGABE! THE LOFT CLUB

Phono/Kemi, DJ Andreas Ramos, DJ Giacomo Lombardo

STAIRS TEK STAIRS CLUB

QUEERPLANET SINGERHAUS

Haldenstrasse 21, 6006 Luzern // ab 22 Uhr

Baslerstrasse 50, 8048 Zürich // ab 23 Uhr

Marktplatz 34, 4051 Basel // ab 23 Uhr

SA, 01.10.11 BASEL House und Charts

ISOLA CLUB CLUB EN VOGUE Clarastrasse 45, 4058 Basel // ab 22 Uhr

BERN juliusparty.ch

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JULIUS XIV DU NORD Lorrainestrasse 2, 3013 Bern // ab 22 Uhr

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ZÜRICH Progressive & DeepHouse, DJ Gaetano

EMBASSY OF HOUSE CLUB AAAH! Zürich: Rollkoffer, Pfingstweid, Fr. 30.09.11

62 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

Marktgasse 14, 8001 Zürich // ab 22½ Uhr

Bern: Splashing Boys, Gaskessel, Sa. 01.10.11


BARS ZÜRICH

BASEL

Lesbian & Gay ü30 Party

COME TOGETHER MARQUEE CLUB

061 692 54 69

Weinbergstrasse 68, 8006 Zürich // ab 21 Uhr

Rebgasse 39, 4058 Basel // 18-03 Uhr

SA, 22.10.11

lesgarecons.ch

ELLE&LUI

The A ternaTive

LES GAREÇONS IM BAD. BAHNHOF Schwarzwaldallee 200, 4058 Basel

WINTERTHUR

Jeden Dienstag, zischbar.ch

ZISCHBAR KABAR KASERNE

DJ Muh Muh, DJ SBajra

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THURGAU

AUX PETITS FOURS Kramgasse 67, 3011 Bern // 17-00½ Uhr

DJ PCB & Guest

ELEKTRO TOLERDANCE ISC CLUB

Dana Rama,Yvette Le Long, Evita, Cabaret, u.v.m.

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Kafi, Mittagstisch, Bar - huusmaa.ch

SAMURAI

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DO, 13./20. & 27.10. MÄNNERBAR, 19½ - 23 UHR

Aarbergergasse 35, 3011 Bern // ab 20 Uhr

Badenerstrasse 138, 8004 Zürich

Der Abend für Männer, jeden Donnerstag.

LANGENTHAL

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OCEAN LOUNGE

DO, 27.10. GRATIS SYPHILISTEST, 19½ - 23UHR

Flurstrasse 4, 8048 Zürich

WILSCH und die Mitarbeiter der Aidshilfe Thurgau

Jeden letzten Dienstag im Monat

laden zum HIV- und Syphilis Gratistest ein. Die Mit-

SONDERBAR LA PIAZZETTA

pigalle-bar.ch,

arbeiter der Aids-Fachstelle stehen für Fragen über

PIGALLE BAR

sexuell übertragbare Krankheiten zur Verfügung.

Mühleweg 11, 4900 Langenthal // ab 20 Uhr

Marktgasse 14, 8001 Zürich // ab 18 Uhr

LUZERN

predigerhof.ch, 044 251 29 85

PREDIGERHOF Mühlegasse 15, 8001 Zürich // ab 14 Uhr

SO, 30.10. ROSA WEEKEND BRUNCH, 10 UHR Der Sonntagsbrunch zum Rosa Weekend. Anmeldung erforderlich bis 27.10. auf badgasse8.ch

Jeden Dienstag

UFERLOS Geissensteinring 14, 6005 Luzern // ab 20 Uhr 9.

VEREINSLEBEN

OLTEN

ANYWAY

Jeden Freitag, amlounge.ch

Neubad Jugendhaus, Brennerstr 9, 4054 Basel

AM – BAR & LOUNGE Klarastrasse 1, 4600 Olten // ab 20 Uhr

DO, 13./27.10., AB 20 UHR TREFFEN LGBT-JUGENDGRUPPE BASEL

9.

anyway-basel.ch

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Kreuzgasse 7, 4500 Solothurn 9.

ZÜRICH barfuesser.ch, 044 251 40 64

BARFÜSSER

Bowlinghalle BeSeCo, Rümikerstrasse, 8352 Elsau ZH. Anmeldung bis 22.10. auf info@queerdom.ch

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DI, 11.10. MORRER COMO UM HOMEM

Villa Stucki, Seftigenstrasse 11, 3011 Bern

Antonia, ein Travestiestar des Lissaboner Nacht-

MO, 10.10., 26.09, 19½H COMING INN

lebens, steht am Ende einer langen Karriere. Jün-

Jugendgruppe für schwule und bisexuelle Jungs.

vollständige Geschlechtsumwandlung kommt für

gere Konkurrenten haben sie überholt und eine sie aus religiösen Gründen nicht in Frage. Antonia,

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Bar der ganzen Community offen.

Zähringerstrasse 11,8001 Zürich // ab 17 Uhr Jeden Mittwoch

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64 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

ganze Strecke aus Vilnius mit dem Auto zurückgelegt, weil ein Theaterregisseur ihr falsche Hoff-

cranberry.ch, 044 261 27 72

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ger Bruder Camille ist der Star der Nacht in einer schwulen Bar. Die junge Litauerin Daiga hat die

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nungen gemacht hat. Im Netz der Stadt verfangen sich die Sehnsüchte der Außenseiter.

DI, 18.10. ANARCHY IN ZIRMUNAI Vile ist ein Mädchen aus der Provinz und will in

SA, 08.10. «WE ARE FAMILY», 17 - 23 UHR

der grossen Stadt studieren. Kleber mit dem An-

Nachtessen, der Geniesserabend für die LesBi-

T-Shirt trägt und wie ein Junge aussieht.

schwule Community, für jung und alt.

archiezeichen führen sie zu Sandra, die immer ein


PORTRAIT 65-74

Unterwegs in der vertr채umten Landschaft Lapplands. Das Interview mit Hans Blaser, einem Schweizer Reiseleiter im hohen Norden. // 65

OKTOBER 2011 // 65


PORTRAIT fokus

DER REISEFÜHRER DURCH DEN MÄRCHENHAFTEN WINTER Verschneite Wälder, Schlittenfahrten mit Huskys und am Abend zu zweit das Feuer am Cheminee geniessen, in Lappland ist dies Alltag. Hans Blaser ist Reiseführer in Lappland und empfängt jede Woche neue Gäste aus der Schweiz in «seinem» 290-Seelen-Dorf Äkäslompolo. Interview: Christian Kuonen Hans, du arbeitest als Reiseleiter in Lappland, wie kann man sich deinen Job vorstellen? Jede Woche empfangen wir unsere neuen Gäste, holen sie am Flughafen ab und begleiten sie danach in ihre Blockhütten. Wir sind ein Team von vier Leuten und bedienen rund um die Uhr einen Infodesk mitten im Dorf. Da können unsere Gäste jederzeit vorbeikommen und Touren buchen oder sich für die kühleren Temperaturen einkleiden. Wir sind als Gästebetreuer Allrounder und für alles Mögliche zuständig. Gerade uns Schweizern ist dieser Service wichtig, wir sprechen alle deutsch und französisch. Wie bist du zu diesem Job gekommen? Ich bin bereits seit dreissig Jahren als Reiseführer tätig, bin aber ein typischer Quereinsteiger. Ich war zuerst bei der Post tätig und habe danach eine Reiseleiterschule gemacht, jedoch zunächst nur als Hobby. Bald bekam ich ein Jobangebot für Island und dies hat mir so gefallen, dass ich nicht mehr zur Post zurückging. Vor etwa fünfzehn Jahren begann unser Unternehmen mit dem Aufbau in Lappland. Ich war schon immer begeistert von Lappland und meldete früh mein Interesse für diese Region an. Vor sieben Jahren kam dann der Startschuss und wir konnten selber eine eigene Gästebetreuung aufbauen. Ich dachte, dies mache ich mal für einen Winter, nun ist es bereits die sechste Saison.

Seit sechs Jahren verbringt der Schweizer Hans Blaser den Winter in Finnisch Lappland und holt seine Gäste am Flughafen Kittilä ab.

Das Blockhüttenerlebnis ist bei schwulen Männern besonders beliebt, kannst du dir vorstellen, warum dies so ist? Äkäslompolo bietet eine romantische und kuschelige Atmosphäre. Du kommst an, siehst die wunderschöne Blockhütte und bist hin und weg von der verschneiten Landschaft. Als Paar ist man für sich alleine, und zwar wirklich alleine. Man kann es sich also eine Woche lang gemütlich machen, Einsamkeit zu zweit. Die Blockhütten sind schön in die Wälder eingebettet, aber bieten jeden Komfort, den man sich wünscht. Jede Blockhütte vefügt sogar über eine eigen Sauna. Wie ist denn der Winter in Lappland? Der Winter beginnt im November und ab dann hat es bis im Mai ständig Schnee. Es schneit aber nicht wie bei uns tagelang am Stück, sondern meistens in der Nacht. Am Tag ist es klar und die Sonne scheint. Es weht praktisch kein Wind, deshalb bleibt der Schnee auf den Tannen, und so entsteht diese wunderbar ruhige Stimmung. Das Image von Lappland, dass es im

66 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

Mit ein bischen Glück wird man Zeuge der Nordlichter, eines beeindruckenden Naturschauspiels der Nord- und Südpole.


ÂŤTemperaturen von Minus 20 bis 25 Grad sind angenehm in Lappland, mit guter Kleidung muss niemand frieren.Âť

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«Als Paar ist man wirklich für sich alleine und kann es sich eine Woche lang gemütlich machen, Einsamkeit zu zweit.»


Winter immer dunkel sei, stimmt nicht. Auch wenn die Sonne im Dezember und Januar weniger scheint als bei uns in der Schweiz, ist es durch den weissen Schnee nicht den ganzen Tag dunkel. Die Sonne scheint zwischen 10 und 15 Uhr und danach beginnt der lange Sonnenuntergang. Die Tage sind schon kürzer, dadurch schläft man länger als bei uns, was normal ist. Der Winter im Lappland ist märchenhaft, wie man es sich im Bilderbuch vorstellt. Die beste Reisezeit ist Mitte Januar bis Ende Februar. Was können Gäste unternehmen, die nicht den ganzen Tag im Blockhaus verbringen wollen? Wir bieten verschiedene Touren an. Ein Höhepunkt ist sicherlich die Schlittenfahrt mit den Huskys. Da draussen ist man mutterseelenallein, da lassen sich wunderschöne Touren machen. Es ist die perfekte Gelegenheit, die Gedanken abzuschalten und einfach die weisse Landschaft zu geniessen. Frieren tut man nicht, wir haben genügend spezielle Kleidung für die Kälte. Wenns schneller gehen soll, bieten wir eine Tour mit dem Motorschlitten an. Dies ist ein neuer Trend, ist aber ganz klar von den Huskytouren getrennt. Dort, wo die Hundetouren sind, gehen wir nicht mit den Motorschlitten durch. Die Motorschlitten sind zwar nicht gefährlich, aber diese Fahrzeuge fahren sehr schnell auf dem Schnee und man muss etwas vorsichtig durch die nahe stehenden Tannen fahren. Diese Tour ist ein grosses Erlebnis. Man fährt duch Wälder, an verschiedenen Seen vorbei und auf Hügel, wo man eine atemberaubende Aussicht hat.

Wie James Bond auf Motorschlitten durch die Schneelandschaft.

Bucht man solche Touren bereits in der Schweiz oder am besten vor Ort? Dies ist ganz unterschiedlich. Die Huskytouren sind immer sehr gut besucht und daher schnell ausgebucht, da würde ich empfehlen, diese bereits bei der Buchung der Reise mitzubuchen. Die anderen Touren können sehr gut auch in Lappland vor Ort gebucht werden, denn oft bucht man etwas, kommt an und sieht noch andere Dinge, die einem viel mehr zusagen. Wir können unsere Gäste vor Ort beraten und auch gute Tipps geben. Temperaturen von minus 25 Grad sind in Lappland normal, ist dies nicht viel zu kalt? Nein, diese Temperaturen sind gerade angenehm. Wir bieten eine gute Ausrüstung. Es ist natürlich wichtig, dass man

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PORTRAIT fokus genügend warme Getränke zu sich nimmt. Lappland kann man klimatisch nicht der Schweiz vergleichen. Es ist eine trockene Kälte, nicht diese bissige Kälte, wie wir sie kennen. Deshalb ist das Empfinden der Temperatur ganz anders. Alle Blockhäuser verfügen über eine Sauna, wo man sich jeden Abend aufwärmen kann. Das ist natürlich ein wunderbares Erlebnis. Jede Woche gehen wir zudem mit interessierten Leuten in eine grössere Sauna und danach ins Eisloch. Das ist eine typisch finnische Sauna, die mit Holz gefeuert wird und einen direkten Steg zum See hat. Dort befindet sich ein Loch, damit man direkt nach der Sauna in den See hüpfen kann. Ich muss immer zuerst gehen, danach folgen mir die anderen wie Entlein hinterher, obwohl alle am Anfang etwas skeptisch sind. All diese Ruhe und Romantik klingt sehr verlockend. Was ist aber, wenn unsere Leser mal ausgehen möchten. Läuft in Äkäslompolo etwas? In Äkäslompolo hat es eine Bar und ein Pub, man kann am Abend also schon etwas machen. Für ein richtiges Ausgangsbot muss man nach Levi. Das ist ein grosses Skigebiet und hat viele Ausgangsmöglichkeiten. Für schwule Männer gibt es nichts Spezielles. In Finnland gehen aber viele Schwule an denselben Orten aus wie Heteros.

Jetzt ist die Ruhe vorbei. Die Huskys jaulen vor Freude und Spannung, bis es endlich richtig losgeht.

Weitere Informationen über Ferien in Lappland bei Pink Cloud Travel Service in Zürich oder pinkcloud.ch

Das RCZ Special fü r Mannschafts-Les er finden Sie auf ww w.duparc.ch unter Hotel / Rainb ow Specials. Besuchen Sie uns – wir freuen uns a uf Sie! Römerstrasse 24 5400 Baden T: 056 203 15 15 M: office@duparc .ch

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PORTRAIT kurzgeschichte hat sich manchmal ein bisschen hinter ihm versteckt, zum grössten Teil aber Freiheit aus ihm gemacht. Narrenfreiheit, zwischenzeitlich vielleicht ein bisschen zu viel davon, aber durchs Band verbunden mit der Welt, mit Leben und Einsicht, Aussicht, Zuversicht. Man sagt über Milan, dass er verschlossen sei, dass er wenig von sich mitteile.

SCHWARZE AUGEN, SCHWARZES HAAR Eine Kurzgeschichte von Harlekin, harlekination.com

M

ilan sieht, wie ein Mann auf der anderen Strassenseite steht und auf eine Lücke im Vorabendverkehr wartet, um die Strasse zu überqueren. Schwarze Augen, schwarzes Haar. Keine zwei Meter neben dem Mann steht ein Lichtsignal, das sein Gesicht grün färbt, nur ein Schein, ein Hauch, ein Schimmer, trotzdem grün. Milan würde das Blumengeschäft, in dem er sich befindet, gerne verlassen, hinaus auf die Strasse, ins Dunkel dieses Winterabends gehen und das berühren, was diesen Moment verzaubert. Das Lichtsignal ist rot geworden, die Autos bleiben vor der Ampel stehen. Der Mann, den Milan beobachtet, ist schneller als das Rotlicht losgelaufen, er hat die Lücke zwischen den Autos gefunden. Milan, fern des Landes, das ihm seinen Pass ausstellte, fern der Sprache, fern der Kultur, fern des Fernwehs, das er dort hatte, und doch noch nirgends angekommen auf der Welt. Milan denkt manchmal, dass er zu weit weg gegangen ist, dass er zu viel Zeit mit jener Identität gelebt hat, die man «fremd» bezeichnet, in seinem Fall, in seinem Zigeunerleben immer wieder «fremd» nannte. Milan hat diesen Titel oft genossen,

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Milan ist nicht überrascht, dass der Mann gegenüber geradewegs den Blumenladen betritt, dass er in der Türe kurz stehen bleibt, ihn anschaut, lächelt und grüsst, um dann hinten im Geschäft zu verschwinden, um gleich darauf mit einer grünen Schürze über seinen Kleidern wieder in den Laden zu kommen. Schwarze Augen, schwarzes Haar. Milan steht nach wie vor neben der Türe, in der feuchten Luft, die dicht und parfümiert riecht, neben dem vor Feuchtigkeit perlenden Schaufenster des Blumengeschäfts. Er steht schon viel zu lange so dort, unbewegt, sein Blick nicht von Strauss zu Strauss, sondern von Blume zu Blume, was niemand sieht, was er sehr mag. Er überlegt dies und das, schaut zwei Mal zum grossen Holztisch, wo die Blumen gebunden werden, wo nun der Mann steht, der eben noch auf der anderen Strassenseite gewartet hat, und plötzlich scheint etwas in Milan in Bewegung zu kommen. Er wählt dreizehn Mohnblumen aus, orange, zupft eine um die andere mit seiner linken Hand aus dem Topf, legt eine um die andere in seine rechte, tropft jede Blume über dem Topf kurz ab, tropft nicht, bis da ein ganzer Haufen persönlich ausgewählter Mohnblumen in seiner rechten Hand liegt. Ohne zu zögern geht er auf den Tisch zu und streckt die Blumen dem Verkäufer entgegen. Dieser nimmt sie, berührt dabei Milans Hand, nickt, wenn Milan «als Strauss» sagt, wartet das «Bitteschön» von Milan ab, legt die Blumen langsam auf den Tisch, nimmt eine um die andere, in genau derselben Ruhe, derselben Umsicht, demselben Takt, wie Milan sie zwei Minuten zuvor ausgewählt hat, und macht aus dreizehn einzelnen Blumen sehr gekonnt diesen Strauss oranger Mohnblumen. Milan schaut die ganze Zeit über auf die Hände des Blumenverkäufers, sieht die festen, starken Finger, die kurz geschnittenen Fingernägel, die schwarzen Ränder der Erde darunter. Milan sieht die Finger, sieht die Fingernägel, sieht auch den Schimmer der Lampe, die über dem Tisch hängt; gelb, warm, geduldig. Er würde gerne etwas sagen, aber Milan ist niemand, der in solchen Momenten etwas zu sagen weiss. Irgendwann schaut der Blumenverkäufer von seiner Arbeit auf, schaut in Milans Gesicht und fragt, ob er zufrieden sei. Milan ist irritiert, weil der Strauss gar noch nicht fertig ist, weil diese Frage zu früh kommt. Er wartet einen Atemzug lang und sagt verwirrt, dass er zufrieden sei, ja, aber dass er sich frage, ob nicht die Zeit gekommen wäre, um mehr als zufrieden zu sein. Und der Blumenhändler wartet auf der anderen Seite des Tisches, bevor er die letzte Mohnblume aufhebt, sie in den Strauss legt, ihn begutachtet, von allen Seiten, rundum, ihn auf den Tisch legt, ohne ihn loszulassen, ohne Milan zu fragen, ob er ihm gefalle, ihn aber anschaut und keinen Anfang für den nächsten Satz zu finden scheint. Dann sagt er unverhofft natürlich, noch bevor er den Strauss wieder aufhebt und mit dunkelgrünem Wachsdraht zu binden beginnt, dass er sich vor nicht allzu langer Zeit dazu entschieden habe, sich mit dem


Glück einzulassen, dass er ein bisschen Respekt davor habe, aber dass auch für ihn die Zeit gekommen sei, etwas zu wagen, dem Glück eine Chance zu geben. Gestern Abend kurz vor Ladenschluss stand ein Mann neben einer Verkehrsampel und wartete auf eine Lücke im Vorabendverkehr, um die Strasse zu überqueren. Das Licht der Ampel leuchtete grün und zuversichtlich. Er schaute zu seinem Blumengeschäft hinüber, schaute durch die Tropfen des angelaufenen Schaufensters auf die Blumen, auf das gelbe Licht des Ladens, sah einen Mann, sah schwarze Augen, schwarzes Haar, und glaubte erkannt zu haben, dass sich da Blicke gekreuzt hatten. Er wartete, schmunzelte in sich hinein, und dachte dann ernüchtert, dass er sich das eingebildet haben musste. Und da war eine Lücke, ein Auto vorbei und ein kurzer Moment keines, das auffuhr, so dass der Mann, der da neben dem grünen Licht gewartet hatte, über die Strasse rennen konnte, dem Rot der Verkehrsampel voraus. Auf dem Gehsteig vor seinem Blumengeschäft überlegte er kurz, was er nun machen sollte, wenn er den Laden betreten würde ob er sich zu versichern versuchen sollte, dass der Mann im Schaufenster tatsächlich ihn angeschaut hatte. Drei Meter Weg waren zu wenig, um ihn davon abzubringen, den Mann persönlich, nicht den Kunden öffentlich zu grüssen, ihn anzulächeln, nachdem er die Türe des Geschäfts geöffnet hatte und eingetreten war. Sein Puls stieg und plötzlich war er voll mit Adrenalin. Er ging nach hinten in das kleine

Büro des Blumengeschäfts, atmete zwei Mal tief durch, zog seine grüne Schürze über seinen Kopf und sagte sich, dass es nun nichts zu überlegen gäbe, dass er einfach wieder hinaus müsste, um zu schauen, was passieren würde. Und so ging er hinter den Tisch, nervös, wach und glücklich. Überglücklich. Ja, überglücklich. Er räumte den Tisch ein wenig auf, sein Arbeitskollege verliess derweil in andere Gedanken versunken wortlos den Laden, ging in den Keller, während der Blumenverkäufer nun darauf hoffte, dass der Mann im Fenster Blumen auswählte, Blumen binden lassen wollte, und genau das fürchtete er auch, dass der Mann im Fenster Blumen auswählte, sie von ihm zu einem Strauss binden lassen wollte. Er hoffte darauf, dass das Leben nun schneller als seine Zurückhaltung sein würde. Und so stand trotzdem völlig unangemeldet und plötzlich jener Mann vor ihm, den er von der gegenüberliegenden Strassenseite zu sehen geglaubt hatte, hielt ihm dreizehn Mohnblumen entgegen und sagte mit wundervollem Akzent recht brav, aber nicht unaufgeschlossen «als Strauss», und nach einer kleinen Pause, als ob er sich vergewissern wollte, dass er auch tatsächlich das gesagt hatte, was er hatte sagen wollte, fügte er ein «Bitteschön» an. Heute schneit es, die Luft kalt, blau, und Milan, der gestern Abend einen Strauss oranger Mohnblumen gekauft hat, sucht einen Grund, um wieder in das Blumengeschäft zu gehen, wo der Verkäufer wartet und hofft. Schwarze Augen, schwarzes Haar.

house34.ch

Info Day 2011 «Partnerschaft und HIV»

Wie gestaltet sich die Suche nach einem Partner ? Welche Rolle spielt HIV in der Partnerschaft? In Workshops und anhand von Referaten besprechen wir die sozialen, medizinischen und psychischen Aspekte dieses Themas.

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r nt s f ü V u n d A i d s e v E t HI Cha e n m it h c s n Me Daten

n ein : n diese Dich a s house34.ch Lo gge in 0 Uhr um 19.3 von HIV ber 8. Ok to inalisierung ilfe Schweiz 1 , g ta im s- H Diens "! und Kr chmann, Aid arkeit St rafb r. Dominik Ba iu er mit lic. ovemb , 24. N 11 g ta s r Donne Info Day 2 0 "! gie -Up d HIV» tin Infek tiolo Follow schaf ten un rz ä r e b O r , e « Pa r t n a r b a r a H a s s e B ich r mit Dr. ätsSpital Zür orm fü splattf Angehörige it n s o r ti e a iv ik Un und mun ie Kom ids, Freunde .ch – d A E, Life 4 d 3 n e u s u n LHIV ho mit HIV tive vo .abbott.ch ia n it e h In c e Me ns – www einsam

Freitag, 4. November, 17.00 bis 20.00 Uhr ARUD, Konradstrasse 32, Zürich Mit Dr. Barbara Hasse, Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalgygiene, UniversitätsSpital Zürich Für Menschen mit HIV und Aids, Angehörige, Interessierte und Fachleute Die Teilnahme ist kostenlos - Programm und Anmeldung findest Du auf www.house34.ch

AG em t eine g n und Abbott 4.ch is o house3 Communicati e Scienc

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Der house34.ch Info Day 2011 wird organisiert und unterstützt von LHIVE, Checkpoint Zürich, Abbott AG und Life Science Communication.


PORTRAIT trash talk

LIEBE GINA-LISA LOHFINK Text: Frank Richter, frank@mannschaft-magazin.ch Illustration: Melanie Carrera Zack die Bohne! Du kommst in die Schweiz. Am 8. Oktober moderierst du das KV-Fäscht in Zürich. Meine Fresse, was freu ich mich. Endlich kommt mal wieder eine Frau mit Klasse und Stil in die Limmatstadt. Eine Frau, die im Leben so einiges erreicht hat: Mit 14 Jahren konntest du bereits erste Sätze sprechen und dir selbstständig die Haare blondieren. Ohne Hilfe Münzen ins Solarium werfen oder Gelnägel ankleben, auch das war mit Anfang zwanzig kein Problem mehr. Nach der Ausbildung zur Arzthelferin folgte dann eine steile Karriere als Videoclipdekoelement, Beinahe-Topmodel, Pornodarstellerin und zu guter Letzt Almverlasserin. Vielleicht ist es dir nicht bewusst, liebe Gina-Lisa, aber für viele Schweizerinnen bist du ein grosses Vorbild. Ich freue mich, dass du im Oktober die Chance erhältst, junge Zürcher Mädchen zu inspirieren. Die Zukunft sieht für viele von ihnen nämlich düster aus. Die meisten der 16-jährigen KVFäscht-Besucherinnen werden in ihrem Leben einmal arbeiten müssen. Schlimmer noch: Viele von ihnen sogar bis zur Pensionierung! Sie werden im Arbeitsalltag ihren Kopf und die Hände einsetzen müssen, nicht den Mund und die Schenkel. Nur die wenigsten von ihnen werden mit zwanzig genug Geld zusammen haben, um sich die Brüste bis zum Kinn vergrössern zu lassen. Bei einigen wirds finanziell mit 24 noch nicht Mal für Botox reichen. Der erste eigene Porno, eine Reality-TV-Show oder ein schickes Muschipiercing, alles Dinge, die in unerreichbarer Ferne liegen. Das sind bedrückende Aussichten. Durch Stress, Zigaretten und Fastfood kommt hinzu, dass viele Mädels die Blüte ihrer Jugend im Eiltempo durchleben. Mit sechzehn ist manch eine schon so verbraucht, dass nicht mal mehr Carl mit ihr knattern möchte. Wie muss das am Selbstbewusstsein einer jungen Frau nagen?! Wäre ich ein weiblicher Teenie, auch ich müsste leer schlucken. Bei Carl sogar wortwörtlich.

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Aber Schluss mit der Schwarzmalerei. Dank deinem Besuch in Zürich besteht die Chance, die Tristesse aus dem Leben der heranwachsenden Damen zu verbannen. Du kannst Ihnen eine Nachricht mit auf den Weg geben: Es ist okay, seinen Lebensunterhalt mit Arbeit zu verdienen. Man muss nicht als Reality-TV-Star von einem inszenierten Skandal in den nächsten hüpfen. Und es geht in Ordnung, natürlich auszusehen, ohne Doppel-D-Brüste oder Schlauchbootlippen. Denn auch Frauen mit Charme und natürlichem Aussehen können es im Leben weit bringen. Nimm Shawne Fielding: Sie hat es weit gebracht und an ihr war mal vieles natürlich. Oder Nella Martinetti: Die hatte Charme für zwölf, war eine begnadete Komponistin und schaffte es sogar noch nach dem Tod, die Klatschblätter zu füllen. Auch für dich müsste sich was finden lassen, bei dem du den Menschen eine andere Seite von dir zeigen kannst. Pack die Titten doch mal für PETA aus oder setz dich als Botschafterin gegen eine Krankheit ein: Krebs, Malaria, AIDS ... Falls deine Wahl auf AIDS fällt, solltest du dich nach deinem Auftritt in Zürich mit Shawne treffen. Schliesslich ist sie die Botschafterin der Schweizer Aids-Hilfe. Nimm es ihr nicht übel, wenn sie dich mit «Gina-Lisa Low Fuck» grüsst, ihre Deutschkenntnisse sind noch nicht ganz ausgereift. Ihr beiden könntet euch zusammensetzen und an einem Plan arbeiten, um die Welt zu verbessern. Muss aber nicht zwangsläufig nächstes Wochenende sein. Bestimmt lauft ihr euch früher oder später sowieso beim Promi-Dinner über den Weg. Grüsslichst

Frank


EIN NEUES ERLEBNIS IM HOTEL CONRAD

Allegra und herzlich Willkommen...

im Hotel Conrad, dem traditionsreichen und innovativen 3* Hotel am Tor zum Oberengadin. Lassen Sie sich bei uns verwöhnen. Erleben Sie eine der vier reizvollen Jahreszeiten bei uns im Oberengadin und der unvergleichlichen Berg­ und Seenlandschaft. Begeistern Sie sich am Angebot unzähliger sportlicher Aktivitäten, je nach Saison. Nach einem aktiven Tag verwöhnen wir Sie mit Gaumenfreuden in unserem “Restaurant Juval”. Geniessen Sie die feine "Schwyzerchuchi" und dazu einen aussergewöhnlichen Wein zum kleinen Preis. Wir freuen uns auf Sie. Ihr Gastgeber und Pächter Chris Blaser & Team

Küche: täglich ab 11.30 bis 22.00 Uhr, Nachmittags kleine Karte. Tagesmenu ab CHF 17.50 inkl. Mineral und Kaffee Via dal Farrer | CH 7513 Silvaplana | Tel. 081 828 81 54 www.hotelconrad.ch | reservation@hotelconrad.ch

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Auch Frauen !"#$"%&$'% gayPARSHIP $'"$%()**$"#$% +),-"$,'".

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Mannschaft Magazin Oktober 2011  

Das stilvolle Magazin für den schwulen Mann

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