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JUNI 2011

FAHNENKUNDE Was steckt hinter dem Regenbogen?

OPENAIRS 2011

Die vier grössten Festivals des Sommers

RALF KÖNIG

Der Meister der schwulen Comics

MEHR ALS ADOPTION

Der Aktionstag gegen das Adoptionsverbot auf dem Bundesplatz

9 771664 626042

10

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CHF 8,00

ZURICH PRIDE 2011

Alle Infos über die Pride-Woche


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JUNI Monatsvorschau

Cedric Rehmans Reportage «Mein geliebter Feind» dokumentiert die unglückliche Liebe zwischen einem Israeli und einem Palästinenser.

MANNSCHAFT-REPORTAGE NOMINIERT Die Reportage «Mein geliebter Feind» von Cedric Rehman, die in der JanuarAusgabe von Mannschaft Magazin erschienen ist, ist für den Felix-Rexhausen-Preis 2011 nominiert worden. Der Medienpreis zeichnet ein besonderes publizistisches Engagement bei der Berichterstattung über Lesben, Schwule und Bisexuelle aus. Für Mannschaft Magazin ist das eine ganz besondere Ehre, denn: «Nach vielen Jahren hat es endlich auch einmal wieder ein Beitrag aus der les-

bisch-schwulen Presse geschafft, für den Felix-Rexhausen-Preis nominiert zu werden», sagt Juryvorsitzender Arnd Riekmann. Der Preis wird im Rahmen des Christopher Street Day am 25. Juni in Berlin vergeben. Mannschaft Magazin gratuliert Cedric ganz herzlich und drückt ihm die Daumen! «Mein geliebter Feind» von Cedric Rehman kann auf mannschaft-magazin.ch nachgelesen werden.

MODEFREAKS UND ZIRKUSARTISTEN Für seinen 33¹⁄³ Geburtstag lädt der Berner Kult-Kleiderladen Olmo gemeinsam mit dem Zirkus Nock zu einer ganz speziellen Feier ein. Am Abend des 3. und 4. Juni gibt es auf der Berner Allmend eine Spezialvorführung mit einem Line-up von Feuerkünstlern, Tänzern, Clowns und waghalsigen Motorradfahrern, die jeden Atem ins Stocken bringen. Zudem heizen DJs zünftig ein mit Elektro, Nu Disco, Hip-Hop und House. Als spezielles Geburtstagsgeschenk bringt die Kultmarke Converse einen limitierten Chuck-Taylor-Allstar auf den Markt, der nur im Olmo erhältlich ist. Olmo-Circus, 3./4. Juni jeweils ab 20 Uhr auf der Berner Allmend.

BIRDO IST UNSER KOPF DES MONATS Wer hätte gedacht, dass sich unter den Super-Mario-Brothers-Charakteren von Nintendo auch eine Transsexuelle befindet? Im Videogame Super Mario Bros. 2 erschien Birdo erstmals unter dem Namen Ostro und bewarf den Spieler mit Eiern. In der Spielanleitung wurde er als Junge beschrieben, der lieber ein Mädchen mit dem Namen «Birdetta» wäre. Vor einigen Jahren verkündete Nintendo, dass es sich bei Birdo um ein Mädchen handle. Jetzt ist Birdo die Freundin von Yoshi.

FÜR NEWS UND EINEN BLICK HINTER DIE KULISSEN FIND UNS AUF FACEBOOK!

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MANNSCHAFT monatsvorschau

TIPPS FÜR EINE UNTERHALTSAME PRIDE ... ob Barcelona, Berlin, Rom oder Zürich Was suchst du auf Grindr? Du bist umzingelt von schwulen Männern, deine Chatpartner werden an jedem anderen Tag auch online sein. Machs wie in den prähistorischen Zeiten und quatsch jemanden an.

SANFT ABER DIRTY: RASIERCREME VON LUSH

Lass dich nicht von dummen Sprüchen provozieren. Das Letzte, was du während der Pride tun willst, ist eine Schlägerei zu verursachen.

Die Mannschaft hat die neue Rasiercreme der Dirty-Reihe von Lush ausprobiert. Sie verspricht als eine der sanftesten Cremes, den nachmittäglichen Anflug von Bartstoppeln zu verhindern. Die sanfte Creme besteht aus Hafermilch, Honig und Sheabutter. Lush, CHF 13.50

Verzichte auf öffentlichen Sex oder obszönes Verhalten. Das kommt allen entgegen, die alles daran setzen, unsere Feierlichkeiten zu verhinden. Wenn's sein unbedingt muss, verschwinde doch ins WC der nächsten Schwulenbar.

DIE 10 TOP-SCHWULENHYMNEN ALLER ZEITEN

Nimm deine Familie mit, vor allem wenn sie über deine Sexualität Bescheid weiss. Der Umzug ist eine ideale Einführung in die schwule Kultur und zeigt auch, wie vielschichtig die Szene sein kann.

Schwulennhymnen sind mehr als nur kitschiges Discogeträller. Die Songtexte zeichnen sich oft durch Hoffnung, Stolz, Einheit und Widerstand aus. Hör dich ein unter mannschaft-magazin.ch

Und zu guter Letzt: Sei stolz. Die Pride entstand aus einem Protestmarsch, zeige also deinen Stolz! Wenn es im Matrosenanzug sein muss, dann bitte!

1. Gloria Gaynor I Will Survive 2. Madonna Express Yourself 3. Cher If I Could Turn Back Time 4. The Village People Y.M.C.A. 5. Scissor Sisters I Don't Feel Like Dancing 6. Diana Ross I'm Coming Out 7. Pet Shop Boys Go West 8. The Weather Girls It's Raining Men 9. George Michael Outside 10. Kylie Minogue Your Disco Needs You

4 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

AIDS-HILFE BASEL FEIERT 25 JAHRE AUF DEM SCHIFF Einmal im Jahr sticht das GayBaselSchiff in den Rhein, diesmal am 25. Juni zum besonderen Benefizanlass des 25. Jubiläums der Aidshilfe beider Basel. Das Programm startet ab 19 Uhr auf dem Oberdeck mit einem von Network gesponserten Apéro. Im Anschluss melden sich verschiedene Expondenten zum Jubiläum der Aidshilfe bevor im Unterdeck das exklusive Konzert der Edlen Schnittchen und Band über die Bühne geht. Der Clubbetrieb auf zwei Floors ist ab 22½ Uhr eröffnet. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Mehr Infos unter gaybasel.ch/schiff

ZÜRICH: SPRIT BAR

Der Sommer ist da und damit auch die Sprit Bar. Auf Vorankündigung werden an ausgewählten Sonntagabenden unter freiem Himmel Bier ab der Flasche und Beats aus der Konserve serviert. Wer den Anschluss nicht verpassen will, soll sich der Facebook-Gruppe anschliessen oder den Newsletter auf der Website abonnieren. An auserwählten Sonntagen ab 20 Uhr, Talacker 34, 8001 Zürich, spritbar.ch


INHALT Mannschaft Juni 2011

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STANDARD 02 08 10 11 48

Monatsvorschau Editorial Leserbriefe Impressum Modestrecke: Watch On You

DOSSIER 20 22 24 24 25

FEATURES 13

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König der Knollennasen Der deutsche Comiczeichner Ralf König im Interview Zürich Pride Festival Alle Informationen rund um den Pride 2011 Openairs 2011 Hardcore-Festivalgänger Thomas Künzi gibt einen Überblick über die grössten Schweizer Openairs Fahnenkunde: Was steckt wirklich dahinter? Die Mannschaft wirft einen Blick auf die verschiedenen Pride-Fahnen

6 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

13 Kurznews Zitiert Kurzinterview: Maler Dieter Hall Neulich im GayRadio «Es geht nicht nur um die Adoption» Ein Bericht vom Bundesplatz

LIFESTYLE 38 40 44 43

Nouvelles Aktuelle Trends mit Branko B. Gabriel Stadtflucht: Rom Europride trifft auf die Antike Umgestylt Gourmet: King of the Road

AUSZEIT 62 64 66 68 71

Fit Neu im Kino DVD-Erscheinungen Neue Musik Agenda


30 PORTRAIT 80 82 88 90

Leserbesuch: Die Liebe zum Menschen Schwulengeschichte: Der Zipfel des Anstosses Kurzgeschichte: Ohne Möglichkeit zu bereuen Trash Talk: Liebe Shawne Fielding

ZÜRICH PRIDE 2011 Es geht heiss zu und her diesen Juni. Mannschaft Magazin verschafft dir den Überblick über die Parade, die Nebenveranstaltungen und die Partys!

KOLUMNEN 18 36 60 78

David Tran Deby Hartmann Harlekin Beat Lauper (David Tran verweilt in den Ferien)

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MANNSCHAFT editorial

MANNSCHAFT AUF ENGLISCH

Lieber Leser, liebe Leserin Spitzt du nicht auch gleich immer die Ohren, wenn du andere hörst, wie sie ihre Meinung über eine dir nahe stehende Angelegenheit zum Besten geben? In meinem Falle stand ich, mit einem leichten Schwips von meinem zweiten Wodka Tonic, an der Bar neben zwei Männern. Der eine hatte den Rücken zu mir gedreht und hielt wohlgemerkt eine Ausgabe der Mannschaft in seinen Händen. Der Gute war Amerikaner, wie schwer zu überhören war: «Man shaft! This is hilarious! You know what it means, right? Right? Man is like man, shaft is penis. His dick! This magazine is called man's dick!» Sein Gesprächspartner, offensichtlich Zürcher, ganz auf unserer Seite. «Nai, nai. It means team. You know. Like in football. A lot of men.» Der Amerikaner liess sich nicht beirren und das Gespräch ging eine Weile so weiter. Als ich kurz davor war, meinen Senf beizusteuern, besann ich mich anders, schmunzelte und bestellte meine dritte Runde. Was immer dir auch die Mannschaft bedeutet, lieber Leser/liebe Leserin, ich wünsche dir einen schönen Sommeranfang und viel Spass an der Pride. Es grüsst dich,

Fotos: Kapuly Dietrich

JUNI 2011

FAHNENKUNDE Was seckt hinter dem Regenbogen?

OPENAIRS 2011

Model: Stephan

Thorsten Möller war über 18 Jahre lang aktiv in der Leichtathletik und interessiert sich für gesunde Ernährung. Die besten Vorraussetzungen also, um unsere Rubrik Fit zu übernehmen! Seite 62

BIST DU ENGAGIERT? SCHREIBST DU GERNE? DIE MANNSCHAFT BRAUCHT DICH!

Greg Zwygart Chefredaktor

JUNI 2011

NEU IN DER MANNSCHAFT

Die vier grössten Festivals des Sommers

RALF KÖNIG

Der Meister der schwulen Comics

MEHR ALS ADOPTION

Mannschaft Magazin sucht engagierte und zuverlässige Journalisten, die gerne für und über schwule Männer schreiben. Dabei spielen dein Alter, dein Geschlecht und deine sexuelle Orientierung keine Rolle.

Der Aktionstag gegen das Adoptionsverbot auf dem Bundesplatz

8 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

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Mannschaft Magazin ist im Abo erhältlich: abo@mannschaft-magazin.ch

ZURICH PRIDE 2011 Alle Infos über die Prideweek

Sende deine schriftliche Bewerbung an redaktion@mannschaft-magazin.ch


MANNSCHAFT leserbriefe

LESERBRIEFE © Patrick Mettraux

Ob Kritik, Lob oder Verbesserungsvorschlag: Schick ein E-Mail an redaktion@mannschaft-magazin.ch oder füll das Feedbackformular auf mannschaft-magazin.ch aus. REAKTIONEN ZUR AUSGABE KIRCHE & HOMOSEXUALITÄT Vielen Dank für die hochinteressante Ausgabe über die Kirche. Es ist eine Schande und einfach untragbar, dass eine hoch geachtete Institution wie die Kirche so viele Menschen unterdrücken darf! Ich kann nicht verstehen, warum Schwule überhaupt in diesen Beruf eintreten wollen. Esther Thalmann Es gibt eine Grenze zwischen Voyeurismus, «vorführen» und Diskussionsbeitrag. Diese Grenze ist sehr wichtig! Ich fände es interessanter, diese Widersprüche auf der «verständig-intellektuellen» Ebene darzulegen, als dies voyeuristisch anhand eines «Falles» zu tun! Denn dann wird sichtbar, dass WIR alle MITverantwortlich an diesen desolaten Verhältnissen sind, denn UNS fehlt der Mut, dies zu ändern. Wer das seinen Lesern nicht zumutet, sollte es unbedingt unterlassen. Die Leute ärgern sich zwar über so einen «Pädophilen», oder bewundern einen «schwulen katholischen Pfarrer». Aber damit hat sichs dann auch wieder. Das mag gut für die Leserbindung sein, aber schlecht für die Sache ist es allemal! Wir hatten als Schwule in den 60er und 70er Jahren das gleiche Problem mit den Heteros und den Medien! Es wäre vielleicht interessant, mal dahin zurück zu schauen! Peter Thommen Endlich wagt sich mal ein Mitglied der katholischen Kirche zu outen! Grosses Kompliment an Herrn Berger und auch an die Mannschaft, die sich an so ein Thema heranwagt! Leider lässt sich über solche Sachen nur spekulieren (Schwule

10 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

«Eine Schande...dass eine Institution heutzutage noch so viele Menschen unterdrücken darf!» im Vatikan), aber dennoch dürfen wir nicht wegsehen! Thomas, via Feedbackformular

LABELSTRICHER

zwei Beiträge so ansehe, muss ich feststellen, dass das Vorher leider besser aussah. Beide jungen Männer waren gut gekleidet, mit einer natürlichen Art, die Haare zu tragen, und so sehr viel authentischer als nachher, sie benötigen keine Hilfe. Um als Schwuler Selbstbewusstsein zu entwickeln, bedarf es keiner Labels. Der umgekehrte Fall kann sogar in vielen Fällen der bessere Weg sein, einen natürlichen Stolz zu entwickeln. Labelstricher gibt es leider schon genug, mit all seinen Folgen. Markus Stenz

Obwohl seit längerer Zeit üblich, können diese Vorher-Nachher-Beiträge für junge Schwule verheerend sein und daher falsch. Wenn ich mir die letzten

Die Redaktion behält sich vor, Texte zu kürzen und/oder aus stilistischen Gründen umzuformulieren.

LÄSSIG ANGEGANGEN Für uns Schwule ist der Eurovision Song Contest so was wie eine Kirche geworden. Schön, wird der ganze Hype auch mal lässig angegangen mit einem gesunden Sinn für Humor. Mir hat's gefallen! Markus Wyss


IMPRESSUM MANNSCHAFT MAGAZIN JUNI 2011 HERAUSGEBER Lautes Haus GmbH Postfach 476 CH-3000 Bern 7 Bärenplatz mannschaft-magazin.ch kontakt@mannschaft-magazin.ch redaktion@mannschaft-magazin.ch REDAKTION Greg Zwygart MARKETING & KOMMUNIKATION Thomas Künzi LAYOUT, GESTALTUNG & ILLUSTRATION Greg Zwygart Andrea Noti Melanie Carrera TEXT Branko B. Gabriel Guy Huracek Christian Kuonen Thorsten Möller Frank Richter Patrick Schneller Beat A. Stephan Greg Zwygart FOTOGRAFIE Kapuly Dietrich Raffi P.N. Falchi KORREKTORAT Benjamin Altermatt This Fetzer ANZEIGENVERKAUF inmedia.ch Suzanne Brülhart, sbruelhart@inmedia.ch Werner Hulliger, whulliger@inmedia.ch Tel.: 031 382 11 80 inMedia Services AG Hirschengraben 8 Postfach 6723 3001 Bern ABOSERVICE Mannschaft Magazin ist im Abonnement (CHF 79/Jahr) sowie im Spezialabo für Studenten/Lernende erhältlich (CHF 49/Jahr). AUFLAGE 10’000 DRUCK Bubenberg Druck- und Verlags-AG Postfach CH-3001 Bern

Die nächste Ausgabe von Mannschaft Magazin erscheint am 30. Juni 2011.

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LIVE WITH THE DIFFERENCEVIVRE AVEC LA DIFFERENCE ZU RRI C ZU I CH H

PRIDEWEEK 10. -19.06. FREITAG 17.6. UND SAMSTAG 18.6. PRIDE FESTIVAL TURBINENPLATZ PARADE AM SAMSTAG 18.6. 13.00 WARM-UP 14.00 START AB HELVETIAPLATZ ROUTE: HELVETIAPLATZ - STAUFFACHER - SIHLBRÜCKE BÄRENGASSE - BAHHOFSTRASSE WERDMÜHLEPLATZ

INFOS: WWW.ZHPF.CH


© Ralf König, «Dschinn Dschinn 2. Schleierzwang im Sündenpfuhl», 2005

Comicautor Ralf König (50) über Muskelmacker, jungfräuliche Mütter, schwule Sciencefi ction und die Schweiz, die er demnächst besuchen wird. von Beat A. Stephan

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© Ralf König, 2009

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r zeigt ungeschminkt den alltäglichen schwulen Beziehungsknatsch, den harten Sex der Ledermänner, aber auch die Verzweiflung notgeiler Tucken, denen blondierte Silikonbomben die Männer vor der Nase wegschnappen. Humorvoll und selbstironisch dokumentiert Ralf König Kultur und Subkultur der Männerliebenden. Zumeist politisch unkorrekt und fast nie jugendfrei – aber immer mit viel Liebe zu seinen Figuren. Das Interview mit dem Helden der Schwulenemanzipation.

Ralf König, mit deinen Werken hast du unzählige WGs zum Gackern gebracht, den Heteros einen entspannteren Zugang zum Schwulsein vermittelt und vielen jungen Schwulen das Coming-out erleichtert.Wie fühlt sich das an? Naja, gut, würde ich sagen, wenngleich ich darüber selten nachdenke. Ich will ja nicht primär belehren oder aufklären, sondern unterhalten. Aber wenn ich höre, dass jemand sein Coming-out mit den Comics im Regal gemeistert hat, klar, das puschelt. Ich hab einen Brief von einer Heterofrau, die mit ihrem Freund aufgrund von «Bullenklöten» das Rimmen entdeckt hat und ganz begeistert war. So was gefällt mir. Ich hoffe, sie rimmt noch heute.

Interview mit Dem Helden der SchwulenemanZipation

Seit mehr als 30 Jahren lieferst du frische, inspirierte und zeitgemässe Comics.Wie schaffst du das? Gehst du manchmal auf die Pirsch, um Szenis zu belauschen? Nein, ich geh nicht bewusst auf die Pirsch, aber ich merk mir Begebenheiten oder Gespräche, und dann vorm Blatt Papier kommen die manchmal wieder hoch. Verzweifelte Ideensuche kommt aber auch vor. Besonders, wenn Zeitschriften zu beliefern sind oder die Arbeit an einem Buch zäh vorangeht. Zu enge Abgabetermine lähmen mich, oder wenn ich an drei Projekten auf einmal rumhirnen muss, dann bin ich schnell überfordert. Geschichten, bei denen die Ideen von allein aufs Papier plumpsen, sind leider selten. Bei «Prototyp» war das so oder «Roy & Al». Bei «Hempels Sofa» oder «Dschinn Dschinn» hatte ich dagegen sehr zu kämpfen. Manchmal braucht es Tage, bis mir eine notwendige Pointe kommt, und dann denke ich da ständig drüber nach, besonders frühmorgens im Bett, das ist dann nicht sehr entspannt. Wie inspirierend ist eigentlich die Schweiz für dich? Kannst du gut über uns lachen? Oh, ich habe eine kleine Schweiztour gemacht vor ein paar Jahren, Basel, Zürich, Genf und Murten. Besonders Murten war allerliebst. Ich hab skeptisch an die Häuschen geklopft, weil das alles nach Walt-DisneyPlastik aussah. Ich hab mich immer sehr wohl gefühlt in der Schweiz, auch damals beim Puppentheater «Kon-

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© Ralf König

dom des Grauens» in Zürich oder bei der «Lysistrata»Inszenierung des Theaters momoll. Ich mag auch die Sprache, verstehe zwar kaum was, aber es klingt gut. Ich freu mich auf die Baseler Ausstellung.

der ganze Bimbam. Religiöses Denken ist weltweit ein Hauptmotor für Homophobie. Laut sogenannt Heiligen Schriften haben immer die Schwulen, die Frauen und die Ungläubigen die Arschkarte. Ich kann Priester nicht leiden, besonders katholische Würdenträger mit ihren albernen Gewändern und ihrem Weihrauch, allein diese Selbstüberschätzung, einen besonderen Draht zu Gott zu haben und den Leuten zu erzählen, wie sie mit ihrer Sexualität umzugehen haben. Ich fand Kirchengläubige immer ein bisschen unheimlich.

Hm … übrigens darfst du nie Baseler sagen, genauso wie Züricher, sonst sind die Basler und Zürcher beleidigt! Was Ernsthafteres: Du bist als Zeichner auch ein Schwulenpolitiker. Sind wir deinem Traum einer liberalen, offenen Gesellschaft näher gekommen oder siehst du Gefahren? Ich seh die liberale Gesellschaft «Ich kann die Leser Die kirchliche Sexualmoral passt ja auch eher in den Grossstädten und beruhigen: Gefickt wird nicht wirklich zu deinen unverkrampften nenne das Fussgängerzonentoleranz. Hier in Köln guckt kaum in meinen Comics immer. Rammlern! Nein, ich hab mich auch 40 Jahre meines noch jemand irritiert, wenn ich So bin ich halt, auch Lebens nicht um Kirchliches geschert, mit meinem Freund Arm in Arm jenseits der 50. Seufz.» aber nun ist es gesellschaftlich wieder etarumlaufe. In den Vororten auf der bliert, es gab heftige Reaktionen auf meine Schöpfungsanderen Rheinseite sieht das schon anders aus. Sicher hat sich vieles verbessert, Schwulsein ist kein Tabuthema mehr, geschichte «Prototyp» und die Noah-Story «Archetyp», als die Comicstrips in der FAZ liefen, bis hin zu wütenes gibt TV und Internet. Aber weltweit gesehen hat sich den Abokündigungen. Bei «Dschinn Dschinn» hab ich wenig entspannt, da sind wir in Europa auf kleinen, entvon muslimischer Seite gar keine Probleme gehabt, ich spannten Inseln. Schon in Polen gehen die Uhren anders. hab ja keinen Mohammed gezeichnet, aber Journalisten versuchten, mich vorzuführen und im Zuge des KarikaIn den letzten drei Werken hast du dich kritisch mit der Kirturenstreits die nächste Sau durchs Dorf zu treiben. Das che und der Bibel beschäftigt.Wie ist dein Verhältnis zu diesen ist alles sehr unappetitlich und latent aggressiv. Institutionen? Schon als Kind im katholischen Westfalen konnte ich Wo ortest du die Vorbilder für Schwule? nicht glauben, was mir da als historische Wahrheit verkauft wurde, Himmelfahrten und Jungfrauengeburten, Ich denke, jeder ganz normal agierende Mann, der offen

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ÂŤOk, ich hab Til Schweiger kurz nackt auf dem Wohnzimmertisch hocken sehen, wĂźsste aber nichts Bemerkenswertes zu berichten.Âť

Š Erich Malter

Seit mehr als 30 Jahren zeichnet der 1960 in Westfalen (D) geborene witzige und oft auch deftige Bildergeschichten rund um schwules Leben und Lieben. Mit dem 1987 erschienenen (und mit Til Schweiger verfilmten) Der bewegte Mann erreichte KÜRalf KÜnig nig erstmals auch ausserhalb der Schwulenszene ein breites Publikum. Der gelernte Schreiner besuchte die Kunstakademie Dßsseldorf. Doch schon vor dem Studium verÜffentlichte KÜnig in Untergrundmagazinen Comics, in denen er auch nicht davor zurßckschreckte, sexuelle Praktiken beim Namen zu nennen. Damit sorgte er vor 30 Jahren noch fßr gewaltige Aufregung. Zu seinen Markenzeichen gehÜren die Knollennasen, Ledermänner und muskelbepackte, behaarte Machos. Des KÜnigs Werke (Auswahl): s3CHWUL#OMIXBIS s+ONDOMDES'RAUENS s$ERBEWEGTE-ANN s,YSISTRATA s"ULLENKLÚTEN s3AHNESCHNITTCHEN s+ONRADUND0AULBIS s7IEDIE+ARNICKEL s4ROJANISCHE(ENGSTE s0OPPERS2IMMING4ITTENTRIMM s0ROTOTYP!RCHETYP!NTITYP s$ER$ICKE+ÚNIGsoeben erschienen (*) Diese Werke wurden verfilmt, allerdings nicht immer zur Zufriedenheit Ralf KÜnigs. Oft wurde die schwule Vorlage im Film aus Grßnden der Massentauglichkeit aus einer Hetero-Perspektive erzählt.

16 16 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

schwul lebt, ist Vorbild. Jedes händchenhaltende Pärchen auf der Strasse. Und natßrlich Klaus Wowereit, der ganz entspannt seinen Job macht. Und was hältst du von den Schwulen in gewissen TV-Soaps? Nicht viel. In den Medien wird Schwulsein immer noch viel zu häufig verzerrt dargestellt, immer wieder das Tuntenklischee, und das auch noch heterosexuell inszeniert. Das sind immer noch die Detlef-Witze aus den 70ern, neu aufpoliert. Ich glaube und hoffe, die Gesellschaft ist schon viel weiter als die Filmindustrie. In Der bewegte Mann spielte Schwulenschwarm Til Schweiger den Hetero. Verrätst du uns ein Geheimnis des schÜnen Til? Tut mir leid, ich fand Til Schweiger noch nie schÜn, schon damals nicht, und ich war selten bei den Dreharbeiten dabei. Ok, ich hab ihn kurz nackt auf dem Wohnzimmertisch hocken sehen, wßsste aber nichts Bemerkenswertes zu berichten. Deine Lieblingsfigur in den Comics ist ja auch nicht der glatte Typ im Stil von Til Schweiger, sondern der Muskelmacker, der stark behaarte Arbeitermacho.Wieviel hat das mit dem Menschen Ralf KÜnig zu tun? Na, ich bin schon oft hinter diesen Typen hintergehechelt wie ferngesteuert und hatte auch meistens Stress damit. Eben genauso wie meine Comicfigur Paul. Die geilsten Männer im Bett waren immer die Drecksäue mit dem neurotischen Glitzern in den Augen. Mit denen hatte ich zur Genßge Hardcoreporno, aber keine harmonischen Beziehungen. Da bin ich auch manchmal richtig aufs Maul gefallen und musste Wunden lecken. Zum Glßck hatte ich die Comics als Ventil, mit Humor konnte ich den geilsten Kerl irgendwann verpacken. 2004 sagtest du gegenßber dem Spiegel, du seist in der MidlifeCrisis und hättest keine Lust, in 15 Jahren immer noch Geschichten zu machen ßber knollennasige Männchen, die ganz viel rumficken. Du hast doch die Krise hoffentlich ßberwunden und wir kÜnnen noch lange mit dir ßber uns selbst lachen? Stimmt, ich war einige Zeit betriebsmßde, hatte das Gefßhl, zu Sex und Schwulsein alles gesagt zu haben und mich zu wiederholen. Da suchte ich neue Inhalte und landete vor allem bei der Religion. Aber schwul war's immer, einfach, weil ich schwul bin und gar nicht anders will! Das ist die Aufgabe: Sich treu zu bleiben und doch neue Ufer anzustreben. Ich kann also beruhigen: Gefickt wird immer. So bin ich halt, auch jenseits der 50. Seufz. Erzähl uns zum Schluss noch was ßber deine neuen Projekte. Kommen jetzt die schwulen Aliens? Ich hab einen schwulen Sciencefiction im Kopf, den ich zeichnen will, aber weniger mit Aliens als mit Astronauten, jahrelang in zu engen Raumkapseln, einsam und frauenlos im All, die Nerven zermßrbt, was da alles passieren kann! Jetzt muss ich aber erst eine andere Geschichte abliefern, die Heiligenlegende von KÜln:


St. Ursula und die 11’000 Jungfrauen. Das klingt nicht sehr schwul, ich weiss, aber es kommen notgeile MÜnche vor und behaarte muskulÜse Hunnen, und die eine oder andere Jungfrau ist womÜglich keine Frau. Ich denke, die Ursulagemeinde in KÜln wird die Nase rßmpfen oder fßr mich beten.

Š Ralf KÜnig, Der bewegte Mann, 1987

Na, da freuen wir uns doch!

Das Cartoonmuseum Basel zeigt die umfassende Schau ÂŤGottes Werk und KĂśnigs BeitragÂť mit Werken von Ralf KĂśnig. Zudem wird der KĂźnstler mehrfach persĂśnlich in Basel zu Gast sein. s6ERNISSAGE &REITAG  *UNI  5HR MIT EINER Performance von Ralf KĂśnig. s-ITTWOCH 3EPTEMBER BIS5HRi$ER+ĂšNIG der GeschichtenerzählerÂť, Ralf KĂśnig im Gespräch mit Anette Gehring. s!M!UGUST 3EPTEMBERUND/KTOBERlNDEN von 14 bis 15 Uhr SonntagsfĂźhrungen statt. s $ONNERSTAG  /KTOBER  5HR #OMIC ,ESUNG im Vorstadttheater Basel. Ralf KĂśnig bringt Highlights aus 30 Jahren Knollennasen auf die BĂźhne – solo und mit links! Cartoonmuseum, St. Alban-Vorstadt 28, 4052 Basel, Ă–ffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr, Samstag/ Sonntag 11 bis 18 Uhr. Die Ausstellung dauert bis am 23. Oktober. cartoonmuseum.ch

ÂŤDer bewegte MannÂť, Originalcover, 1987.

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Come & have fun!

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18 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

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DOSSIER 19-28

Knapp 2'000 Menschen sind am 7. Mai f端r den Aktionstag gegen das Adoptionsverbots nach Bern gereist. Guy Huracek traf zwei M端tter // 25

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POLIZEIPOSTEN WIRD HEIM FÜR SCHWULE SENIOREN

GLOBAL Kurnews International

Chicago/USA Er war eines der vielen Symbole der Diskriminierung von Schwulen und Lesben im Chicago der achtziger Jahre: Der Polizeiposten im Viertel Boystown. Nun wurde dieser von der Stadt für $1 einer Wohnungsvermittlung verkauft. Diese will den Posten in ein Seniorenheim umfunktionieren. Ein Grossteil der Bewohner des Seniorenheims werden schwule, lesbische, bisexuelle oder transsexuelle Senioren sein. Nicht weil die Bewohner aufgrund ihrer sexuellen Präferenzen ausgesucht werden, sondern aufgrund ihres bisherigen Wohnorts. Boystown war schon während der AIDS-Krise der achtziger Jahre ein Schwulenviertel, als Polizisten brutale Razzien durchführten. So will es die Ironie, dass gut dreissig Jahre später schwule Senioren ihren Lebensabend in ihrem lokalen Polizeiposten verbringen werden.

REFORMEN FÜR SCHWULE Kuba Mariela Castro ist die Tochter des Präsidenten Raul Castro und eine studierte Sextherapeutin. In einem Bericht an die Presse kündigte sie an, die Diskriminierung Homosexueller zu bekämpfen und eingetragene Partnerschaften einzuführen. Mögliche Reformen seien schon während dem Kongress der Kommunistischen Partei diskutiert worden. Dank Mariela Castros Bemühungen ist es in Kuba schon seit einiger Zeit erlaubt, geschlechtsändernde Operationen durchzuführen.

BRASILIEN FÜHRT DIE LEBENSPARTNERSCHAFT EIN Brasilien Homosexuelle sollen in so genannten Lebenspartnerschaften die gleichen Rechte erhalten wie heterosexuelle Ehepaare. Dies entschied das oberste Gericht Brasiliens mit zehn Stimmen und einer Enthaltung. Im Land mit den meisten Katholiken der Welt wurde der Entscheid von heftigen Protesten der Gläubigen begleitet. «Niemand darf wegen seiner sexuellen Orientierung benachteiligt werden», sagt Richter Ricardo Lewandowski. Nach Argentinien ist Brasilien das zweite Land Südamerikas, das eine Form des Bündnisses homosexueller Paare anerkennt. In Argentinien sind gleichgeschlechtliche Ehen möglich.

20 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch


SCHWULE POLEN DÜRFEN HEIRATEN - ABER NUR IM AUSLAND Polen Wenn ein polnisches Paar im Ausland heiraten will, braucht es ein Zertifikat des zuständigen Zivilstandsamts. Dieses wurde homosexuellen Paaren bis vor kurzem verwehrt. Eine neue Regelung des Innenministeriums hat die Zertifikate nun so abgeändert, dass der zukünftige Ehepartner nicht mehr angegeben werden muss. So können gleichgeschlechtliche Paare zum Beispiel nach Spanien, Grossbritannien oder in die Niederlande reisen, um dort zu heiraten. Polen bleibt weiterhin eines der homophobsten Länder Europas. Gemäss einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung waren 2008 88 % der Polen gegen die gleichgeschlechtliche Ehe. Mehr als 75 % glauben, dass Homosexualität etwas Unmoralisches sei.

ANTI-SCHWULENGESETZ WIEDER AKTUELL Uganda Nachdem der Vorstoss für das AntiSchwulen-Gesetz zurückgezogen wurde, scheint es immer noch nicht ganz vom Tisch zu sein. Gemäss Xtra!, dem kanadischen Online-Nachrichtenmagazin für Schwule und Lesben, soll der Vorstoss schon bei der nächsten Session zur Debatte stehen. Das Anti-Schwulen-Gesetz würde Homosexualität zum Kapitaldelikt machen, auf das die Todesstrafe steht. Zusätzlich unterbietet es die «Verbreitung» von Homosexualität in schriftlicher und mündlicher Form und schreibt der Bervölkerung vor, jeden Homosexuellen den Behörden zu melden. Nachdem sich US-Präsident Obama gegen das Anti-Schwulen-Gesetz geäussert hat, gingen etliche Ugander auf die Strasse und verkündeten, dass Homosexualität eine Ausartung des Bösen sei.

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“ Es kann nicht ausgeschlossen werden,

ZITIERT

dass die Polizei ein homosexuelles Paar festsetzt und erst gegen Zahlung eines Geldbetrages wieder auf freien Fuss setzt.” DAS DEUTSCHE AUSWÄRTIGE AMT auf Anfrage von 20Minuten, ob die schwule Fangemeinde in Aserbaidschan willkommen sein wird.

“ Wir sind eine schlechte Community wenn

es darum geht,uns selbst zu helfen, ganz besonders Jugendlichen.Vielleicht liegt es daran, dass viele von uns keine Kinder haben.” GEORGE MICHAEL glaubt, dass er ein schlechtes Vorbild ist und Homosexuelle mit seinem Verhalten schlecht mache. Er verbüsste Gefängnisstrafen fürs Fahren im fahrunfähigem Zustand und für Sex in der Öffentlichkeit.

“ Die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe könnte die Wirtschaft mit $391 Millionen ankurbeln.” Eine Aussage einer Studie der DEMOKRATISCHEN VERSAMMLUNG im US-Bundesstaat New York. Die Studie geht davon aus, dass 21'000 schwule und lesbische Paare sich in den ersten drei Jahren das Ja-Wort geben würden. Indirekt würden Tourismus, Gastgewerbe, aber auch der Staat davon profitieren.

“ Ich hätte nie gedacht, dass ich nach meiner

Rugby-Karriere in diese Richtung gehen würde.” BEN COHEN, ein englischer Rugbyspieler, hat seinen Rücktritt aus dem Sport bekannt gegeben und will seine Zeit für die Bekämpfung der Homophobie aufwenden. Zu diesem Zweck hat der heterosexuelle Vater von Zwillingen die BenCohen-Stand-Up-Stiftung gegründet. Ben Cohen ist in England eine gefeierte Schwulenikone.

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KOLUMNE david tran

CUSTOMER EXPERIENCE: RESOLVING PROBLEMS DAVID@MANNSCHAFT-MAGAZIN.CH

David Tran ist Unternehmensberater aus Kalifornien und hat in New York und London gelebt. Er absolviert derzeit sein MBA in London, wo er zuviel trinkt und alles Mögliche überanalysiert.

My fi rst flatmate in London loved to yell at customer service representatives over the phone. She was a Harvard Business School MBA whose hair was fiery red, like her temper when dealing with customer service. To her, yelling was the only way to get things done. Unlike her, I have a different approach. I choose to send complaints and queries online to avoid speaking with someone at all cost, while she likes to get on the phone and let them have it. Regardless of how we approach companies for service, it is baffl ing how most companies are not equipped to deal with these emotionally-charged situations. Instead, they often get their customers angrier. I remember watching my flatmate spend an hour screaming at the person on the other line, with a phone in one hand and a glass of wine in the other. If she had another hand, it’d be holding a cigarette to calm her down. It was both scary and funny to watch because I knew she wanted to dive into the phone and strangle that person. The problem often lies in customer service departments’ inability to feel their customers’ pain. In this situation, they did not understand that she didn’t give a flying fuck about why it was taking over three months to install broadband ser-

vice in our house. Instead they should have understood her frustration and the importance of having the service as soon as possible. In hindsight, I can see where this call went wrong: they did not have a record of the previous calls leading up to this one, they blamed another company and said the situation was out of their hands, and they did not provide any information about when the service would start. In a relationship, that’s almost like: having no clue to as why your partner is pissed off, not taking any responsibility, and not attempting to resolve the problem. Sure, people sometimes get angry for very stupid reasons, and sometimes they just want attention. In these situations, we rather ignore the problem and hope that it will go away on its own. However, there is the danger of letting the problem escalate out of control. Instead, we should do what most companies fail to do: analyse the problem and resolve it immediately. This can be done by listening to your partner, taking some ownership and responsibility, and offering a resolution. At the end of the day, doing something is better than doing nothing. Otherwise, you can end up with someone like my flatmate screaming your head off.

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DOSSIER infos für den schwulen Mann

FASZINIERT VOM BADEN IN BADEN Das Baden als privater und erotisierender Akt. Die Installation «Tomcats» von Dieter Hall.

Bis zum 8. Juli ist im Museum Langmatt in Baden die Ausstellung «Baden in Baden» zu bewundern. Mannschaft Magazin im Gepräch mit Maler und Aussteller Dieter Hall übers Baden. Dieter, du malst oft sehr einfache Gegenstände oder Ausschnitte. Was motiviert dich dazu? Der Alltag um mich herum fasziniert mich. Wenn ich etwas ästhetisch interessant finde, male ich einen Ausschnitt davon. Ich bin ein figurativer Maler, das heisst, ich erfinde meine Sujets nicht. Wenn ich irgendwo etwas Interessantes sehe, male ich es. Was steckt hinter deinem Gemälde «Badender» und der Installation «Tomcats»? Edgar Degas Pastellmalerei beeindruckt mich schon seit Jahren. «Badender» ist eine Nachempfindung eines seiner Gemälde, und zwar mit einem Mann anstatt einer Frau. Die Installation «Tomcats» bin ich als Maler angegangen, da ich mich nicht als Installationskünstler sehe. So sind der Mann, seine nassen Fussspuren und seine aufgehängten Socken alles Gemälde, die im Badezimmer des Museums, die Villa Langmatt, aufgestellt wurden. Das Gemälde des Mannes könnte einer der drei Söhne der Browns sein, die die Vil-

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la um 1900 bewohnten. Man sagt, dass wahrscheinlich alle drei Söhne schwul waren. Was gefällt dir am Akt des Badens? Einerseits ist es die Privatspähre, die mich fasziniert, andererseits das Gefühl, dass man sich unbeobachtet fühlt. Das Beobachten von etwas Privatem finde ich sehr erotisierend. Man wird vom Maler quasi zum Voyeur. Wie lange wohnst du schon in New York? Schon 25 Jahre. Als ich mein Studium der Kunstgeschichte beendete, wollte ich einfach aus der Schweiz weg, um zu sehe, ob das Malen wirklich etwas für mich ist. Es war sehr schwierig, in der Schweiz zu malen, und man betrachtete mich als Kunsthistoriker. Tja, und dann habe ich mich in New York verliebt, in die Stadt und in einen Mann. Dieter Hall ist 1955 in Zürich geboren, lebt und arbeitet in New York und Zürich. Nach einem Studium der Kunstgeschichte beginnt er 1981 zu malen.

NEULICH IM GAYRADIO ... mit Moderator Daniel Frey Demonstrieren, vermitteln, wandern, kochen! Mit diesen Stichworten lässt sich die Sendung vom 8. Mai beschreiben ... Knapp 2'000 Personen forderten am Samstag vor Muttertag in Bern gleiche Adoptionsrechte für homosexuelle Paare. Stellvertretend für die vielen Reden auf dem Bundesplatz waren in der Sendung zwei kurze Ausschnitte der Ansprachen der SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen und von Beat Feurer von der GaySVP zu hören. Nach dem Motto «Same but different» bietet Marjon Kammermann Partnervermittlungen für Lesben und Schwule ab 30 an. Im Vergleich zu vielen Mitbewerbern im Internet sei ihr dabei die persönliche und diskrete Beratung sehr wichtig. Ihre Kundinnen und Kunden suchten keine kurzlebigen Abenteuer, sondern den Partner fürs Leben. Die schwule Wandergruppe «Les Lacets Roses» wurde vor zwanzig Jahren gegründet. Damit sich damals die Wanderer auch tatsächlich am Treffpunkt erkannten, waren das Erkennungsmerkmal rosa Schnürsenkel – eben les Lacets Roses. Heute finde man sich jedoch mit dem Handy und die rosa Schnürsenkel würden nur noch von «alten» Mitwanderern getragen. Gefeiert wird das runde Jubiläum auf einem Bauernhof mit einem feinen Essen und musikalischer Unterhaltung. Bei QueerMeal treffen sich Gays and Friends im privaten Rahmen, um gemeinsam leckere Menüs zu kochen und dabei der grassierenden OnlineÖde abzuhelfen. Um Sex geht es bei diesen Kochabenden nicht, ebenso wenig um ein Wettkochen. Der Spass am gemeinsamen Brutzeln und Quatschen steht im Vordergrund. Ganze Sendung unter: gayradio.ch Weitere Infos: regenbogenfamilien.ch, equalpartner.ch, lacetsroses.ch, queermeal.ch


DOSSIER infos für den schwulen mann

«ES GEHT NICHT NUR UM DIE ADOPTION» In Bern hat auf dem Bundesplatz ein Aktionstag für das Recht auf Adoption für Lesben und Schwulen in eingetragenen Partnerschaften stattgefunden. Politiker aus allen Lagern setzten sich für die Rechte von Homosexuellen ein. Text und Fotos: Guy Huracek

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DOSSIER infos für den schwulen Mann

M

irjam Dunkel und Gini Bermond sind mit einem grossen Foto eine Stunde lang Zug gefahren. Joshua, der 8-jährige Junge auf dem Foto, hat am 7. Mai einen wichtigen Tag bei den Pfadfindern gehabt und konnte daher mit seinen beiden Müttern nicht am Aktionstag «Ja zur Aufhebung des Adoptionsverbotes» in eingetragenen Partnerschaften teilnehmen. «Da Joshua nicht kommen konnte, haben wir ihn in Form eines Plakates mitgenommen», erklären die Baslerinnen. Über dem Foto steht geschrieben: «Auch unser Sohn möchte seine Eltern rechtlich legitimiert haben!» Am ersten Mai-Sonntag versammelte sich eine bunte Menge auf dem Bundesplatz. Hunderte Ballone, zahlreiche Kinderwagen, Fahnen in Regenbogenfarben schmückten die Stände von linken und rechten Partien, Studenten-, Lesben- und Schwulenorganisationen. Und alle haben das gleiche Ziel: Ein Zeichen für das Recht auf Adoption für Lesben und Schwule in eingetragenen Partnerschaften setzten. Einige Eltern sprachen offen vor den rund zweitausend Menschen über ihre Situation in der Regenbogenfamilie und forderten die Politik auf, aktiv zu werden. Auch die zahlreichen Politikerinnen und Politiker aus den rechten und linker Lagern waren sich einig: Das Parlament soll die beiden Motionen zum Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare rasch behandeln.

KINDER, BIER UND VILLAGE PEOPLE Gleich gegenüber dem Bar-Stand sitzen zwei Männer an einem Klapptisch und trinken Bier. Der jüngere der beiden; gestreiftes T-Shirt, Dreitagebart sagt: «Es geht nicht nur um die Adoption. Es braucht eine rechtliche Grundlage für die Regenbogenfamilien.» Ein Argument, das die Patch-Work-Familie weiter vorne gut erklärt. Die sechsköpfige Familie sitzt im Kreis und im Schatten neben der Berner Kantonal Bank am Boden. Weder einer der Väter, noch die Mütter oder die Kinder wollen ihre Namen im Mannschaft Magazin lesen. Der grosse, bärtige Mann, der einen weissen Ballon mit der der Aufschrift «Gleiche Chance für alle Familien» an seiner Bierdose festgebunden hat und genüsslich an einer Zigarette zieht, sagt: «Regenbogenfamilien gibt es so oder so. Es gibt aber keinen gesetzlichen Rahmen der sie ausreichend schützt.» Er macht ein Beispiel: Stirbt der leibliche Papi hat der Partner kein Anrecht auf das Kind. Eine der Frauen, die auch im Kreis sitzt, ist der Meinung, dass es keine logischen Argumente gibt, die gegen ein Recht auf Adoption für Homosexuellen sprechen. «Sogar rechte Parteien wie die gaySVP setzten sich für die Rechte von Schwulen und Lesben ein», sagt sie. Betrachtet man den Bundesplatz von weitem, könnte man meinen, dass ein traditionelles Familienfest stattfindet. Kleine Kinder rennen herum und lachen. Paare schieben ihre Kinderwagen, eine Gruppe Männer redet über das Militär, es wird reichlich Bier getrunken und Musik beschallt den Platz. Erst bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass Frauen mit Frauen Hand in Hand an den Ständen vorbei schlendern, zwei

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Knapp 2'000 Menschen haben am Aktionstag teilgenommen. Männer sich einen Kuss auf den Mund geben, die Musik von Prince und den Village People ist. Und dennoch: Mitten in der rosa Menge küssen sich ein Mann und eine Frau. Es wirkt fast schon abnormal. Auf dem Trottoir vor der Schweizer National Bank stehen zwei alte Männer. Sie standen vor einigen Minuten am Bierstand, haben sich dann aber abrupt abgewandt und sind quer über die Strasse auf den Gehsteig geflüchtet. Einer der Männer raucht Pfeife und will seinen vollen Namen im Mannschaft Magazin nennen. Doch man muss ihn vor sich selbst schützen. Denn er sagt zuerst: «Kinder brauchen einen Vater und eine Mutter. Keine schwules Getue.» Und dann kam er so richtig in Fahrt, fluchte und tobte. Seine Äusserungen waren diskriminierend, und sollen im Mannschaft Magazin keine Plattform finden. Die Frau vor der Berner Kantonalbank, gleich 300 Meter gegenüber, schien recht gehabt zu haben. «Es gibt keine logischen Argumente, die gegen ein Recht auf Adoption für Homosexuellen sprechen.»

GIBT ES WIRKLICHE KEINE ARGUMENTE? Zahlreiche SVP-Hardliner äusserten sich auf telefonische Anfrage gegen ein Adoptionsrecht, wollten aber nicht namentlich in einem Schwulen Magazin erwähnt werden. Die Politiker sind der Meinung, ein Adoptionsrecht würde die traditionellen Familienwerte gefährden. Sucht man in den unendlichen Tiefen des Internets nach Argumenten gegen ein Adoptionsrecht von Schwulen und Lesben, findet man hauptsächlich ein Argument: Es ist unnatürlich. Die einzige Schweizer Facebookgruppe, die sich gegen ein Adoptionsrecht ausspricht und von einem Jugendlichen gegründet wurde, zählt lediglich 34 Mitglieder. Überwiegend Männer. Die Webseite Jesus.ch ist eine der wenigen Webseiten, die sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt. Im OnlineArtikel «Falsche Signale» stehen unteranderem Argumente wie: Ein homosexueller Lebensstil beinhaltet hohe Gesundheitsrisiken. Mit Logik und Religion hat das nichts zu tun.


Mirjam Dunkel und Gini Bermond sind extra aus Basel angereist, um am Aktionstag teilzunehmen.

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DOSSIER das wort von pink cross

HOMOSEXUALITÄT: IMMER NOCH SCHLIMME ABIRRUNG? von Pink-Cross-Geschäftsleiter Uwe Splittdorf

In Liechtenstein ist das Referendum gegen das Partnerschaftsgesetz zu Stande gekommen. Bürger haben von ihren Rechten Gebrauch gemacht. Sicher. Doch es lohnt sich, einen zweiten Blick auf die Vorgänge im winzigen Fürstentum zu werfen.

ganze Wahrheit für sich in Anspruch nehmen, sind sie auch nicht konsens- und kompromissbereit. Und am Schluss steht, wie in Ungarn, eine unsägliche Verfassung, die noch bis vor kurzem als unvorstellbar galt.

Nachdem der Liechtensteiner Landtag am 16. März mit 21 zu 0 Stimmen dem Partnerschaftsgesetz zugestimmt hatte, organisierte der Liechtensteiner Johannes Schraner das Referendum gegen den Parlamentsentscheid. Seine Begründung: «Dieser Entscheid ist vor allem wegen seiner Eindeutigkeit unglaubwürdig. Wir sind der Meinung, dass dieser Beschluss nicht das Stimmungsbild im Lande widerspiegelt. » Jetzt kommt es im Ländle zur Volksabstimmung. Umfragen deuten bis jetzt auf ein breites Ja zum neuen Partnerschaftsgesetz hin. Thema abgehakt?

Für Lesben und Schwule sind solche Bewegungen eine direkte Bedrohung, denn Fundamentalismus schliesst Toleranz aus. Für die Durchsetzung unserer berechtigten Forderungen sind wir aber auf die Toleranz und Offenheit der Mehrheit angewiesen. Wenn diese nicht mehr gegeben sind, droht sogar eine Rückkehr zu Zeiten, die wir längst überwunden glaubten. Plötzlich ist Homosexualität nicht mehr eine Selbstverständlichkeit, sondern eine «schlimme Abirrung».

Vielleicht doch nicht. Es gibt ein paar Details, die aufhorchen lassen. Da ist einmal der Anspruch von Schraner und seinen – wenn man den Medienberichten glauben will – ganz wenigen Getreuen: «Vox Populi» – Stimme des Volkes nennt sich das Grüppchen. Interviews geben die selbsternannten Sprecher des Volkes keine. Weshalb auch? Wer die einzig wahre Wahrheit kennt, braucht sich nicht zu erklären. Und kaum zu leugnen ist eine Verbindung zwischen dem Referendumsgrüppchen und dem fundamentalistischen Erzbischof Wolfgang Haas, aus dessen Umfeld die Aussage stammt, dass Homosexualität eine «schlimme Abirrung» sei. Die Haas-Treuen haben das Referendum zwar nicht selber ergriffen, aber doch kräftig unterstützt. Und wie fürs Ländle wenig erstaunlich, gibt es natürlich auch noch familiäre Verbandlungen zwischen Wolfgang Haas und den selbsternannten Volkssprechern. Soll man einer solchen reaktionären Minitruppe seine Aufmerksamkeit schenken? Man soll. Das Grüppchen weist auf eine Entwicklung hin, die für Lesben und Schwule längerfristig äusserst negativ sein kann: Populistischer Fundamentalismus mit dem Anspruch, das ganze Volk zu vertreten, wird immer salonfähiger. Ob «Vox Populi» oder «Die wahren Finnen», die Unterscheide sind minim. Fundamentalismus, welcher Ausprägung auch immer, geht einher mit dem Anspruch, den einzigen wahren Weg zu kennen, der im Interesse des Volkes ist. Da kann ein Parlament, immerhin die gewählte Volksvertretung, noch so einstimmig sein. Da diese Gruppierungen die

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Was heisst das nun für die politische Aktion, wie sie etwa durch Pink Cross betrieben wird: Vorsichtig sein? Ruhig sein? Nicht auffallen? Sicher nicht. Die Antwort könnte «intelligente Provokation» heissen. Wenn wir kurz nachdenken, wird klar, dass Homosexuelle nicht die einzige Bevölkerungsgruppe sind, die tatsächlich oder zumindest latent benachteiligt wird. Darum kann eine Forderung heissen: Ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz muss her. Rassendiskriminierung wird in der Schweiz juristisch verfolgt. Gut so. Wirklich betroffen sind aber nur sehr wenige. Wenn aber Diskriminierung generell unter Strafe steht, dann sind plötzlich viele betroffen: erwerbstätige Frauen, Behinderte, Ausländer, die Jugend, Senioren. Alle Menschen gehören einer Gruppe an, die in einem bestimmten Bereich diskriminiert werden könnte. Berufstätige Frauen kämpfen um gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Männer für gleiche Rechte nach der Scheidung, Kinder wollen, dass sie direkt angehört werden und nicht die Erwachsenen für sie reden, und die Senioren – auch die schwulen Senioren – verlangen, dass auch auf ihre Bedürfnisse Rücksicht genommen wird. Viele Minderheiten vereint können eine Mehrheit bilden und somit eine Macht. Vorausgesetzt, die Minderheiten beschränken sich nicht nur auf ihre Interessen, sondern schliessen sich mit anderen zusammen. Dafür gibt es einen Begriff aus dem 19. Jahrhundert, den man sich heute kaum mehr in den Mund zu nehmen getraut: Solidarität. Nein, Solidarität ist keine «schlimme Abirrung», genauso wenig wie Homosexualität. Solidarität ist heute so nötig wie früher.


Thun

Bern

Z端rich

Luzern

St.Gallen

hso.ch

Witercho mit HSO KV College Handelsschule Kaderschule Marketingschule Kommunikationsschule European Business School

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Der Christopher Street Day findet zum zweiten Mal unter neuem Namen statt: Das Zurich Pride Festival 2011 bietet der LGBT-Community (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender) vom 10. bis zum 19. Juni Sportveranstaltungen, Partys und Podiumsdiskussionen. Dieses Jahr lautet das Festivalmotto «live with the difference – vivre avec la différence». Mannschaft Magazin zeigt dir, was dich erwartet.

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ZUR GESCHICHTE DES ZURICH PRIDE FESTIVAL Seit 1994 findet in Zürich jährlich ein Christopher Street Day statt. Die Parade ist in der Schweiz und Deutschland unter dem Kürzel «CSD» bekannt, in englischsprachigen Ländern spricht man hingegen meistens vom Gay Pride. Der erste Pride fand 1970 in New York statt. Die Demonstration begann mit ein paar hundert Teilnehmern in Greenwich Village und wurde unterwegs über 51 Häuserblöcke immer länger. Sie endete mit tausenden von Demonstranten im Central Park. Schwule und Lesben erinnerten mit dem Strassenumzug an den sogenannten «Stonewall-Aufstand», der ein Jahr zuvor stattgefunden hatte. Zu jener Zeit führte die Polizei immer wieder gewalttätige Razzien in Bars und Klubs mit homosexuellem Zielpublikum durch. Am 27. Juni 1969 eskalierte die Situation im Stonewall Inn, einer Schwulenbar an der Christopher Street. Die Demütigung der New Yorker Polizei hatte ein unerträgliches Mass erreicht. Schwulen und Lesben, die zuvor die Öffentlichkeit gemieden hatten, setzten sich erstmalig zur Wehr. Es folgten hässliche Strassenschlachten mit der New Yorker Polizei, die tagelang andauerten. Heute besitzen die meisten grösseren Städte einen Pride. Was einst als Demonstration begann, hat sich mittlerweile zu einem farbenfrohen Anlass gemausert. Trotzdem wird weiterhin gegen die Diskriminierung der LGBT-Community angekämpft. Dieses Jahr in Zürich unter dem Motto «live with the difference – vivre avec la différence».

PROGRAMM Freitag, 10. Juni 20.50 Uhr

Gay Sport: Schwimmen Hallenbad Bläsi Zürich

22.00 Uhr

Artist Charity Night Opening Zurich Pride Week Maag EventHall Zürich

Freitag, 17. Juni 17.00 Uhr

Opening des Zurich Pride Festival Turbinenplatz Zürich

19.15 Uhr

Verleihung Stonewall Award Turbinenplatz Zürich

20.15 Uhr

Themenabend: «Nicht mehr tödlich, nicht mehr infektiös» Labor Bar

23.00 Uhr

Official VIP After Show Party «We are Zurich» Exil Klub Zürich

23.00 Uhr

Official Artist After Show Party OZ@Acanto Zürich

Sonntag, 12. Juni 21.00 Uhr

Official Zurich Pride WarmUp-Party OZ@Acanto Zürich

Montag, 13. Juni 19.30 Uhr

HAZ Kultur@Huusmaa Badenerstrasse 138 Zürich

Samstag, 18. Juni

Dienstag, 14. Juni 18.30 Uhr

Pink Apple Filmnacht: «Mama Mama, Papa Papa» Arthouse Movie Zürich

20.30 Uhr

Gay Sport: Aerobic Colombo Dance Factory Zürich

21.00 Uhr

Pink Apple Filmnacht: «Violet Tendencies» Arthouse Movie Zürich

19.00 Uhr

Zürich Versicherung: Beratung Finanzen, Vorsorge, Nachlass. Anmeldung: zhpf.ch

19.30 Uhr

Gay Sport: Ringen (Voranmeldung nötig!) Zürich Oerlikon Gay Sport: Squash (Voranmeldung nötig!) Langnau am Albis

Donnerstag, 16. Juni 19.30 Uhr

ZURICH PRIDE PARADE Start: Helvetiaplatz Zürich

18.20 Uhr

Präsentation, Scheckübergabe Artist Charity Night Turbinenplatz Zürich

23.00 Uhr

Official Angels Pride-Party «wild and wet» Maag EventHall Zürich

Sonntag, 19. Juni

Mittwoch, 15. Juni

20.15 Uhr

13.00 Uhr

Gay Sport: Badminton TBZ Sihlquai Zürich

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05.00 Uhr

Official Flexx After Hour Pride Party XceS Club Zürich

11.00 Uhr

Pride Sonntagsbrunch Zeughaus Zürich

14.00 Uhr

Ökumenischer Gottesdienst mit anschliessendem Apéro Augustinerkirche Zürich

16.00 Uhr

Diskussionsrunde: «Homosexualität & Religion» Helferei Grossmünster

21.00 Uhr

Official Zurich Pride Closing Party OZ@Acanto Zürich


DIE PARADE, SAMSTAG, 18. JUNI Der friedliche Demonstrationsumzug der Zurich Pride startet um 14 Uhr beim Helvetiaplatz. Das Warm-up findet eine Stunde davor statt. Während drei Stunden rollt und läuft die Parade durch die Zürcher Innenstadt in Richtung Werdemühleplatz. Sämtliche LGBT-oriented und -friendly Organisationen der Schweiz sind dazu eingeladen, an der Parade teilzunehmen und ihre politische Message kundzutun. Weitere Informationen zur Parade sowie zur Pride Week unter zurichpridefestival.ch

Helvetiaplatz - Stauffacher - Sihlbrücke - Bärengasse - Bahnhofstrasse - Werdmühleplatz

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DER HIRSCH AM PLATZ Trendig logieren während der Pride: Das neu eröffnete Hotel Platzhirsch im Niederdorf verwöhnt seine Gäste unter anderem mit iPads und gratis W-Lan.

Am Pride-Wochenende werden Besucher aus der ganzen Schweiz sowie aus Österreich und Deutschland erwartet. Wer auf der Suche nach einer stilvollen und eleganten Unterkunft nahe am Geschehen ist, kann vom Mannschaft-PrideSpecial profitieren und es sich im PlatzhirschHotel mitten im Niederdorf gemütlich machen. Die auffällige Platzhirsch-Bar mit den limettengrünen Sofas am Hirschenplatz dürfte mittlerweile allen Zürchern bekannt sein. Das dazugehörige Hotel hat im März seine Türen geöffnet und bietet mit seiner zentralen Lage einen idealen Ausgangspunkt für die verschiedenen Events während der Pride. Die moderne Inneneinrichtung der Bar ist im Hotel nahtlos wiederzuerkenenen. Die 24 Zimmer sind mit viel Liebe zum Detail von Schweizer Designern ausgestattet worden und zeichnen sich durch warmes Eichenholz und kräftige Farbakzente aus. Einige Zimmer verfügen über einen gemütlichen Balkon mit Blick auf den Hirschenplatz. «Mir war sehr wichtig, dass die

Innenausstattung aus nachhaltigen Naturmaterialien hergestellt wurde», sagt Geschäftsführerin Sigi Gübeli. Dem Gast stehen gratis iPads sowie gratis Zugang zum W-Lan zur Verfügung. Die Platzhirsch-Bar befindet sich gleich neben der Rezeption und verfügt über ein Fumoir, da alle Zimmer Nichtraucherzimmer sind.

EIN OFFENES HOTEL Der Platzhirsch gehört zum gleichen Unternehmen, das auch den Club T&M, den Club AAAH! und das Hotel Goldenes Schwert führt. Trotzdem positioniert Sigi Gübeli den Platzhirsch nicht einfach als ein Hotel für schwule Männer, sondern als ein offenes Hotel, das sich primär dem Design und der Wertschätzung von nachhaltigen Naturmaterialien verschrieben hat: «Jeder, der sich hier wohl fühlt und sich verwöhnen lassen will, ist hier willkommen, ob nun schwul oder hetero, jung oder alt, Frau oder Mann,» sagt sie.

MANNSCHAFT-PRIDE-SPECIALS Economy-Doppelzimmer, Pride-Special 16.-19. Juni, 3 für 2 Nächte zum Preis von CHF 330 (beinhaltet drei Übernachtungen inkl. aller Taxen, ausgiebiges Frühstück, W-LAN, Eintritt in die G-colors Clubs T&M und AAAH!) CLASSIC Standard Doppelzimmer, Pride-Special 16.-19. Juni, 3 für 2 Nächte zum Preis von CHF 530 (beinhaltet drei Übernachtungen inkl. aller Taxen, ausgiebiges Frühstück, W-LAN, Minibar, Eintritt in die G-colors Clubs T&M und AAAH!) Zimmer buchbar nach Verfügbarkeit direkt über reservation@hotelplatzhirsch.ch oder telefonisch unter 044 250 70 80


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KOLUMNE deby hartmann

SCHWULE LIEDER HÖRT MAN NUR MIT SCHWULEN FREUNDEN DEBY@MANNSCHAFT-MAGAZIN.CH

Deby Hartmann über Freud und Leid, die beste Freundin eines Schwulen zu sein.

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Als ich neulich mit meinem Verlobten voller Vorfreude das neue LadyGaga-Video anschaute, bemerkte ich, dass schwule Lieder wohl nur Frauen und Schwule interessierten. Statt sieben Minuten das tolle Video anzuhimmeln, hielt er nur gerade schlappe drei Minuten durch und widmete sich dann einer Werbung im Fernsehen über Nagelpilz. Nun gut, dachte ich mir, weshalb hat wohl ein Heteromann so wenig Interesse an gut inszenierter Musik? Ganz einfach, er hat keinen Sinn für Geschmack. Ihm fehlt schlicht und einfach das ausgeprägte Geschmacksgen. Welches ja bekanntlich bei Frau und Schwulem zu gleich grossen Teilen vorhanden ist. Ab und an passiert es aber, dass sich bei Schwulen wie auch Frauen ein sehr komisches Ballermanngen einschleicht, welches einen veranlasst, zu primitiven Texten mitzuschaukeln, als gebe es kein Morgen mehr. Dies liegt nicht an zu wenig oder fehlendem Geschmack, nein, es liegt wohl mehr am Alkohol, der den guten Geschmack immer wieder mal gerne betäubt. Es gibt aber noch die Schwulen, die sich Künstler wie Celine Dion oder

Sarah Connor reinziehen, aber ich glaube, hier handelt es sich um eine nachpubertierende Phase, die hoffentlich auch wieder einmal vergeht. Da mein Verlobter sich so unverschämt verhalten hat und das LadyGaga-Video nicht so würdigt, wie es sein sollte, beschloss ich, ihn zu unserem jährlichen «Eurovision Songcontest» Treffen mitzuschleppen. Dies fi ndet jedes Jahr bei meinem besten schwulen Freund statt. Als wir dann vor der grossen Leinwand die Sekunden herunterzählten bis zum Start der Sendung, bemerkte ich, dass mein Verlobter sich von unserer feuchtfröhlichen Stimmung anstecken liess. Auf einmal blühte er richtig auf und fand plötzlich Boygroups wie Blue oder eine Hüpfdohle namens Lena MeyerLandruth einfach super und wippte bei jedem Lied mit und gab seinen Kommentar bezüglich Kleidung, Aussehen und dem Beat des Liedes zum Besten. Das Schönste war, er schaute nach drei Minuten nicht weg, sondern nahm die geballte Ladung von vier Stunden kitschigstem Europop an. Deshalb die Frage: Sind wir nicht alle ein bisschen schwul?


LIFESTYLE 37-59

Rom: Stadt der Liebe und von antiken Sch채tzen. Im Juni verwandelt sich die ehemalige Welthauptstadt zum Schauplatz der Europride 2011. // 40

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NOUVELLES von Branko B. Gabriel

S.T. DUPONT Jetzt gibt es von dem bekannten Feuerzeug Hersteller S.T. Dupont aus Paris - MiniJet! Das kleine süsse Feuerzeug passt in jede Hose, ohne eine lästige Beule zu hinterlassen. Durch sein ergonomisches, elegantes und zeitgemässes Design zeigt das MiniJet dezenten Luxus und wird zum Objekt der Begierde – natürlich mit der bekannten eingravierten S.T. Dupont Signatur. Die topaktuellen Farben der Feuerspender «en miniature» sind leuchtend und garantiert der Hingucker! Erhältlich in Ultramarin, Sonnengelb, Blattgrün und Korallenrot. Ab CHF 120.

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PAUL MITCHELL Der neue Lemon Sage Thickening Spray «pumpt» feines Haar wie einen Ballon auf und sorgt für ein glänzendes, fülliges Styling. Das neue Produkt baut Fülle auf – eine anregende Mischung aus Panthenol und Haarverdickenden Inhaltsstoffen und sorgt so für lang anhaltendes Volumen. Der Wunderspray pflegt und schützt zugleich, für ein frisches schwereloses Haargefühl, bei jedem Wetter. Im ausgesuchten Handel erhältlich ab CHF 31.50


NOOBU

DKNY Summer in the City! Der neue limitierte Duft von DKNY Men ist ein schwungvoller Mix aus unwiderstehlicher Frische und rauen, maskulinen Hölzern. Die Kopfnoten von weissem Pfeffer und fruchtig-pikantem Ginger werden unterstützt von einem Hauch von Limettenschale, gefolgt von Granatapfel, der Tiefe verleiht. Ägyptische Geranien und frisch gepresster Karottensaft formen einen strukturreichen Körper. Darunter liegt eine Basis aus haitianischem Vetiver und Eichenmoos, sowie Veilchen und Amber – Willkommen im Garten Eden! DKNY MEN 100ml ab CHF 69

Liebe Fashionistas! Aufgepasst: Neuer und innovativer Onlineshop – das ist Noobu, more than Fashion! Wie der Name schon sagt, geht es hier um mehr als nur um Mode. Hier findet man coole Outfits zu heissen Preisen. Zum Beispiel Herren Turnschuhe von Alexander McQueen für Puma, aktuelle Saison 11, schon ab CHF 249, statt CHF 360. Oder doch eher die Anthrazit Hosen von Hussein Chalayan für nur gerade mal CHF 114. Bei Noobu - more than Fashion, das sind Original DesignerEinzelstücke zu Preisen bis zu 70 % unter dem Verkaufspreis und unter Bazaar de Luxe kann man seine guterhaltenen Designerstücke auch gleich noch veräussern! Shoppen auf: noobu.ch

ESTÉE LAUDER Die bahnbrechende Repair-Technologien von Advanced Night Repair von Estée Lauder wirken jetzt im neuen Augenserum gezielt gegen alle sichtbaren Anzeichen der Alterung der Augenpartie, für jünger und gesünder aussehende Haut. Einfach über Nacht auftragen und in wenigen Stunden sieht man wieder frisch und erholt aus. Tipp beim Auftragen: Nie bis ganz unter das Auge auftragen, immer zirka 3mm Abstand halten, so entsteht kein lästiges Brennen beim Einschlafen und die Augen sind am Morgen nicht so aufgeschwemmt. Advanced Night Repair Eye Synchronized Complex 50ml ab CHF 128.

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STADTFLUCHT

Von oben links nach rechts: Das Kolosseum, Forum Romanum, «Die Erschaffung Adams» von Michelangelo in der sixtinischen

ROM: DIE EUROPRIDE TRIFFT AUF DIE ANTIKE Die Europride 2011 findet an einem der charismatischsten Orte der Welt statt. Keine Stadt Europas ist so reich an antiken Bauten wie die Hauptstadt Italiens. Text: Greg Zwygart

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om galt schon 1953 als eine der romantischsten Städte der Welt. Im Hollywoodstreifen «Ein Herz und eine Krone» verfolgt ein amerikanischer Journalist, gespielt von Gregory Peck, eine vor ihrer königlichen Entourage geflüchtete Kronprinzessin, gespielt von Audrey Hepburn. «Zufällig» läuft er ihr dann auf den Spanischen Treppen über den Weg. Die Szene ist weltberühmt.

DIE EUROPRIDE SOLL ALS BOTSCHAFTERIN TOLERANZ SCHAFFEN Vom 1. bis 12. Juni findet in Rom die Europride 2011 statt. Das Europäische Pride-Komitee (EPOA) wollte mit seiner Vergabe ein deutliches Signal an Italien senden, da das Land bei der Gleichberechtigung von LGBT-Menschen noch weit zurückhinke. Noch heute stelle sich die römisch-katholische Kirche bei vielen Reformvorhaben quer. Als im Jahr 2000 die World Pride in Rom stattfand, verkündete Papst Johannes Paul II., die Veranstaltung sei ein direkter Angriff auf die Christen. In einem Italien, wo homophobe Angriffe und Diskriminierung auf politischen und gesellschaftlichen Eben in den letzten Jahren zugenommen hat, sehen die Organisatoren die Europride als Botschafterin für mehr Toleranz. «Ein grosses Ereignis in Rom, das für die Rechte und Sichtbarkeit von


Kapelle, der Petersdom, der Fontana di Trevi, Audrey Hepburn und Gregory Peck auf den Spanischen Treppen, die Piazza Navone.

Lesben und Schwulen eintritt und sich dem Kampf gegen Diskriminierung und homophob motivierte Gewalttaten verschrieben hat, ist eine grosse Chance für uns alle», sagt Andrea Maccarone, einer der Organisatoren in Rom. Die konservative Stimmung zeigte sich schon, als die Organisatoren Ende April ihre offizielles Video veröffentlichten. Darin sind zwei Gladiatoren zu sehen, als Zeichentrickfiguren wohlgemerkt, die sich im Kolosseum in Rom gegenüberstehen und sich zum Kampf vorbereiten. Nachdem sie aufeinander losgestürmt sind, treffen sie nicht im Kampf aufeinander, sondern mit einer stürmischen Umarmung. Das Video erzürnte rechte Lokalpolitiker, die es als verfassungswidrig erklärten.

PRIDE PARK IN ESQUILINO Das Zentrum des Geschehens bildet während der Europride Woche der Pride Park auf der Piazza Vittorio Emanuele im Stadtteil Esquilino (siehe Box auf der nächsten Seite). Im Pride Park wird unter anderem die Ausstellung «GayTech – Love in the time of iPod» zu sehen sein. Darin wird der Einfluss des Internets, von Smartphones und von Social Networks auf die LGBT-Welt aufgezeigt und hinterfragt. Auf spielerische Weise in HD und 3D erfährt man, dass die schwule Identität und die moderne Technologie viel besser harmonieren,

als man es sich bisher vorgestellt hat. Nebst dem Pride Park wird während der ganzen Woche die Innenstadt zur «Rainbow Area», einige historische Stellen werden dabei mit Regenbogenfarben eingefärbt.

EINE CHARISMATISCHE METROPOLE Glücklicherweise hat Rom mehr als genug zu bieten, wenn man von den ganzen Europride-Aktivitäten eine Pause braucht. Es ist sicherlich keine Caput Mundi (Welthauptstadt) mehr, strahlt aber immer noch monumentale Grösse aus. Es ist eine sprudelnde Metropole, die unter dem pulsierenden Wirrwar von Autos und Vespas verlorene Imperien beherbergt. Die Bevölkerung Roms ist in ihrem Charisma unübertroffen. Einerseits sind es Nonnas mit gefärbten Haaren, die scheinbar den ganzen Tag lang auf dem Trottoir stehen und miteinander schnattern, andererseits die tadellos angezogenen Menschen mit grossen dunklen Sonnenbrillen, die draussen vor einem Café sitzen und Espresso trinken. Man braucht also nicht auf grosse Sehenswürdigkeitstour zu gehen, um von Rom einen bleibenden Eindruck zu erhalten. Beginnen kann man zum Beispiel auf der malerischen Piazza Navona, ein Ort, wo die barocke Architektur der Stadt bestens zur Geltung kommt. Entlang der autofreien Via dei

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ALLGEMEINE EVENTS 1.-12. JUNI 2011

OFFIZIELLE PARTYS WÄHREND DER EUROPRIDE

Die Parade, Samstag, 11. Juni Die Pride-Parade beginnt an der Piazza dei Cinquecento (Bahnhof Roma Termini) und schlängelt sich durch die eindrucksvollen Strassen der Altstadt, durch die Via Cavour über die Via dei Fori Imperiali zum Kolosseum bis zum Circo Massimo, wo das grosse Endkonzert stattfinden wird.

Donnerstag, 2. Juni 2011 Gay Republic of Italy, Gloss,Via di Monte Testaccio 40/44 facebook.com/glossroma Ground Floor: Tech House Progressive First Floor: Black Music, R&B Roof Garden: Pop Music

Pride Park, 1. – 12. Juni Die Piazza Vittorio Emanuele im Zentrum von Rom wird Schauplatz und Treffpunkt der Europride sein. Der Platz liegt im Viertel Esquilino und gehört auch sonst zum Herz der diversen Kulturangebote der Stadt. Hier finden während der Europride die einzelne Nebenveranstaltungen statt, unter anderem Diskussionsrunden, politsche Veranstaltungen, Musik und Cabaret sowie Restaurants, Cafes und Bars. Italienische Schriftsteller über LGBT Sonntag 5 Juni, il Piccolo Eliseo, via Nazionale 183 Die Literatur als privilegiertes Mittel sozialer und kultureller Entfaltung: Italienische Schriftsteller äussern sich über die Realität der LGB-Welt, unter anderem Mario Fortunato, Matteo B. Bianchi, Ivan Cotroneo, Walter Siti und Valeria Viganò. Ziel wird es sein, das Interesse für das Thema der kulturellen Andersartigkeiten zu fördern. Europa 2020: integratives Wachstum und das Recht auf Gleichheit Freitag, 10 Juni, 9 – 17 Uhr, CGIL Nazionale – Sala Di Vittorio, Corso d'Italia, 25 ILGA, der weltweite Dachverband der Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen- und Transgenderorganisationen, organisiert zusammen mit CGIL Nazionale eine Reihe von Vorträgen. Einige Themen sind noch nicht anerkannte Rechte von Kindern in Regenbogenfamilien, die Förderung von LGBT-Rechten im Mittelmeerraum und eine Prognose für LGBT-Rechte in Europa bis 2020. Aquaromae 3, 10. - 12. Juni, Foro Italico, Largo G. de Bosis, 3 Im Rahmen der Europride veranstaltet Gruppo Pesce A.S.D. ein dreitägiges Schwimmturnier mit Teilnehmern aus ganz Europa. Motto ist die Förderung von Toleranz durch Sport und die Bekämpfung von Vorurteilen. Gruppo Pesce A.S.D. war lange Zeit die einzig offiziell anerkannte LGBT-Organisation Roms.

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Freitag, 3. Juni 2011 GMF@Muccassassina, ab 23 Uhr Via di Portonaccio 212 muccassassina.com Zoe & Chris Bekker (GMF Berlin), Epiphany (New York) Samstag, 4. Juni 2011 Gorgeous I Am, Alpheus Club,Via del Commercio 36 gorgeousroma.it House Main Room: Sharon O'Love (Special Guest) Pop Room: Cristian Scaglione, Karma B on Stage in Pride Tribute Mittwoch, 8. Juni Splash, Akab Club,Via di Monte Testaccio 69 splashroma.it DJ Andrei Stan, DJ Andrea Tie Freitag, 10. Juni La Leche by Muccassassina Via di Portonaccio 212 muccassassina.com J. Louis & Taito Tikaro, Live Act: Vanessa Klein Samstag, 11. Juni Euphoria, Offical Europride Party europrideroma.com David Morales, Nalaja, DJ Phil Romano Sonntag, 12. Juni Fresh! The Euro Pool Party freshpoolparty.com Weitere Partys auf europrideroma.com


Coronari bis zum Flussufer befinden sich viele Antiquitätenläden, die einen gemütlich durch die Gasse schlendern lassen. Gleich um die Ecke in der Via di Simone 70 befindet sich die Gelateria del Teatro, eine der besten der Stadt. Hier gibt's die Sorten Latte (Milch), Puro (70% Schokolade), Tiramisù, Birnen-Caramel und Feigen-Mandel-Ricotta. Muss probiert werden!

ANTIKE REICHTÜMER UND GLÜCKBRINGENDE SEHENSWÜRDIGKEITEN Trotz der Tatsache, dass Homosexualität von der Kirche gnadenlos verurteilt wird, darf man nicht vergessen, dass sich in Rom auch das Zentrum der katholischen Kirche befindet: der Vatikan. Es gilt also, seine moralischen Konflikte mit der Religion beiseite zu schieben und den Vatikan für seinen kulturellen Reichtum zu besuchen. Die Sixtinische Kapelle enthält einige der berühmtesten Gemälde der ganzen Welt, unter anderem «Die Erschaffung Adams» und das «Jüngste Gericht», beide von Michelangeo. Auch der Petersdom und der Petersplatz sind selbst für diejenigen, die das Christentum nicht so ernst nehmen, sehenswerte Bauwerke. Nebst dem christlichen Erbe Roms sind natürlich auch die römischen Bauwerke nicht zu vergessen. Das über 2'000-jährige Kolosseum ist das Wahrzeichen der Stadt und das grösste der im antiken Rom gebauten Amphitheater. Ein weiteres eindrückliches Zeugnis, das man auf keinen Fall verpassen

sollte, ist das Forum Romanum. Hier gingen die Römer der Antike ihren alltäglichen Dingen nach, es war das Zentrum politischer und kultureller Veranstaltungen. Wer während der Pride-Woche auf Partnersuche geht, soll beim Fontana die Trevi vorbeischauen. Der Volksglaube sagt, dass es Glück bringt, eine Münze mit der linken Hand über die rechte Schulter in den Brunnen zu werfen. Eine Münze führt zu einer sicheren Rückkehr nach Rom, zwei Münzen dazu, dass der Werfende sich in einen Römer verliebt, drei Münzen sogar zur Heirat. Da fehlt nur noch die italienische Regierung, die die gleichgeschlechtliche Ehe einführt!

CHAOTISCHER ÖV Wer nach Rom geht, soll sich bewusst sein, dass der öffentliche Verkehr ein totales Chaos ist. Die beiden U-Bahn-Linien sind für Touristen kaum sehr nützlich, da sie beide das Centro Storico nicht bedienen. Der Busverkehr ist unorganisiert und schlecht ausgeschildert. Es kann durchaus vorkommen, dass man bis zu einer Stunde auf einen Bus wartet, bis dann plötzlich zwei auf einmal kommen. Wem das Ganze zu sehr auf die Nerven geht, kann sich mit dem Gedanken, genügend kulturelle Aktivitäten getätigt zu haben, ohne schlechtes Gewissen unters Pridevolk mischen.

Das RCZ Special fü r Mannschafts-Les er finden Sie auf ww w.duparc.ch unter Hotel / Rainb ow Specials. Besuchen Sie uns – wir freuen uns a uf Sie! Römerstrasse 24 5400 Baden T: 056 203 15 15 M: office@duparc .ch

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UMGESTYLT

Mannschaft Leser Stefan bekommt vom CoiffYourSuccess-Team und von OLMO Bern einen neuen Look verpasst.

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01 / Tasche: Freitag CHF 170.– 02 / Hut: Selected CHF 79.90 03 / Hemd: Blend CHF 59.90 04 / Turner T-Shirt: CHF 19.90 05 / Gurt Levis: CHF 59.90 06 / Badehose G-Star: CHF 89.90 07 / Havaianas: CHF 35.90

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NEUER LOOK GEFÄLLIG? MELDE DICH UNTER REDAKTION@MANNSCHAFT-MAGAZIN.CH JUNI 2011 // 45


LIFESTYLE gourmet

KING OF THE ROAD von David Trachsel

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avid Trachsel ist mit Fredy und Sven Hedin unterwegs in der Provence, trinkt «Dita van Teese» aus der Dose und liest unser Konkurrenzblatt «Têtu». Er ist unser MannschaftsGourmet. Wir haben uns Papas Wohnmobil geschnappt und wanken mit dem Schiff auf vier Rädern durch Frankreich, ahoi Matrosen! Von unserem Nachbarland habe ich schon im März geschwärmt, ich mag diese Franzosen einfach gerne! Den ersten Halt machen wir in Annecy in der Haute Savoie, einem kitschig-schönen «BergVenedig». Es ist heiss am Lac D'Annecy und wir kühlen unsere Gaumen mit einer Glacé. Wir versuchen Caramel mit Fleur de Sel und Genepi (eine kräuterige Alpenblume). Weiter geht's in die Baronnies und in die Hügelprovence der Vaucluse. Wir bleiben im kleinen Bergstädtchen Nyons hängen, das bekannt ist für seine Oliven und deren Öl. Wir kaufen beides, dazu eine Flasche Wein vom Winzer sowie ein Baguette, und knallen uns auf eine Bank mitten auf dem Dorfplatz. Später gönnen wir uns noch ein oder zwei Gläschen «Suze» und wanken glücklich in Richtung mobilem Zuhause. Am Tag darauf erlebe ich folgende Geschichte: Als ich mich an der Kasse der Épicerie erkundige, was das für eine Pastete in der schmucken Dose sei, antwortet die Verkäuferin wehmütig: «Ach, früher ist das noch Lerchenpastete gewesen, aber seitdem man diese Singvögel nicht mehr industriell nutzen darf, zerstampft man heute halt nur noch Tauben zu einer Paté, von denen gibt es ja noch zuhauf.» Es ist schon hart, ein Vogel in der «Grande-Nation» zu sein! Wir starten unser Asphaltmonster und rauschen vorbei an Lavendelfeldern, Aprikosen- und Olivenbäumen. Die Vaucluse ist Bilderbuchprovence pur. Postkartenmotive springen einem hinter jeder Strassenbiegung vor die Fotolinse. Schliesslich haben wir es gefunden, das schönste Dorf der Provence: Gordes. An einen sonnendurchfluteten Hang geklebt, wirkt es wie die biblische Stadt Babylon. Wir trinken den obligaten «Suze» auf der Terrasse des «La Renaissance». Die Preise sind gepfeffert und zirka dreimal so hoch wie sonst üblich. Dafür gibt's den Apéro im grossen Weinkelch und der Gerant liefert grosszügig Oliventapenade und Brot. Natürlich ist alles bio, ausser der Chef, der ist warm. Wir sind begeistert und bleiben ewig und fünf Minuten. Am Abend essen wir bei Justine im «Les Cuisines du Château». Es gibt Tartar, wahlweise von der Dorade mit Avocado und Limette oder aus Saisongemüse auf Chèvre chaud. Danach kocht uns die kreative Köchin Schwertfisch mit Pistazienkruste und Kalbfleisch mit Rosmarinsirup. Dazu schlürfen wir einen Wein vom Ventoux. Vive la vie! Wer einmal gerne selbst Gordes entdecken möchte, hat die Qual der Wahl: Aufenthalt im Fünfsternehotel «La Bastide de Gordes» mit wunderbarem Spa und Terrassengarten mit kühlem Pool ab 340. Familiär logieren im Bed and Breakfast «Lou Granos» im Olivenhain ab 150. Oder Übernachten im Wohnmobil auf dem Parkplatz der Gendarmerie für 5. Wie auch immer ihr euch entscheidet ... ich sage nur: «Vive la France et bon appetit!» David Trachsel ist Innendekorateur,Teilhaber der Bar Volver in Bern und schlemmt für sein Leben gern!


Restaurant

u l m b s i e E ss Ein Ort der wunderbaren Genusse! Angepflanzt in den ehemaligen Glashäusern einer Gärtnerei.

Zweimal im Jahr erwartet Sie eine neu gestaltete Welt voll mit wunderbaren Eindrücken.

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In diesem zauberhaft anmutenden Ambiente verwöhnen wir unsere Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten.

Die Eisblume Îfindet sich   zwischen der Brauerei Egger und dem   Bahnhof Worb Dorf.

Treten Sie ein und lassen Sie sich von unseren kulinarischen Darbietungen entzücken, begeistern und beglücken – es wird ein unvergesslicher, sternenreicher Abend für

JEDERMANN

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KOLUMNE harlekin

PLATONISCH ODER SAFE HARLEKIN@MANNSCHAFT-MAGAZIN.CH

Harlekin über Barcelona: Das tägliche Leben

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Ich hatte einst einen Philosophielehrer, mit dem ich mich in vielerlei Hinsicht blendend verstand. Er pfl egte mir zu sagen, dass ich saufen solle, so viel ich wolle, man könne die Leber zu zwei Dritteln herausschneiden, aber ich solle das viele Rauchen lassen, es bringe mir den Tod. Ich machte, wie mir befohlen, ganz Schüler Platon. Wenn er Lehrer Sokrates gewesen ist, dann hatte dieser schrecklich viele Freunde. Er führte Lektionen nämlich gerne mit sinnbildlichen Anekdoten ein, immer wie folgt eingeleitet: «Ein lieber, lieber Freund von mir...». Ich wusste damals schon, dass bei den Feinden tendenziell mehr Würze liegt. P ist kein Feind von mir, einfach ein Bekannter. Er hat sich entschieden, Prostituierter zu werden. Er meint, er sei es leid, so viel Verantwortung, so viel Zeit für seinen Job zu investieren und nie genug Geld zu haben. Eine Stunde «Dienst» bringt hundert Euro, doppelt so viel wie ein Zehnstundentag in seinem Beruf. So ist das mit hispanischen Löhnen. Sein Freund F ist mit ihm in das Geschäft eingestiegen, sie bieten auch Trios an. Ich war recht aufgeschlossen, als ich von Ps neuer berufl ichen Ausrichtung gehört habe. Mal ein richtiger Plan B, dachte ich. So habe ich ihn ein bisschen ausgefragt: Was und wo, wie teuer, welche Bedingungen? Er hat sein gesamtes Know-how von seinem brasilianischen Ehemann M, der nicht

sein Geliebter ist, vielmehr ein zerronnener Plan B. P heiratete M, damit dieser EU-Bürger werden konnte, und verdiente daran 4000 Euro. Man erledigt alles Nichtfl eischliche online, von Fotos seines körperlichen Hab und Guts bis hin zu den nackten Zahlen, ein Chatprofi l ein Guatnachtgschichtli dagegen. Aktiv, passiv, produktiv. Ich habe ein gewisses Mass an Respekt für Ps Neuausrichtungen. Er hilft sich selber, was den krisengeschüttelten und -schüttelnden Spaniern nicht unbedingt in die Wiege gelegt zu sein scheint. Gelacht habe ich über den Auftrag, neunzig Minuten lang beim BarçaMadrid-Spiel die Sicht auf den TV nicht verdecken zu dürfen, aber vor dem Sofa kniend das Aufeinandertreffen nonverbal kommentieren zu müssen. Endstand übrigens 1:1, zwei Strafstösse. Die Tatsache, dass ein nicht-platonisches, ja hellenistisch-französisches Terminieren von Seiten Ps über des Kunden Artikulationstrakt fünfzig Euro extra kostet, fi nd ich fair, dass P HIV-positiv ist und das verschweigt, hingegen nicht. Er meint, niemand schlucke und schliesslich sei es die Verantwortung des Kunden, was er mit seiner Gesundheit anstelle. Das nenn ich unaufgeklärt und pragmatisch. Moral der Geschichte gibt es keine, einen Rat schon: platonisch oder safe.


AUSZEIT 61-77

Der Sommer naht und somit die Saison der Openairs. Eine Übersicht über die vier Grössten der Schweiz: St. Gallen, Gampel, Gurten und Paléo Nyon. // 74

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AUSZEIT fit

WASSER DIE BESTE ERGÄNZUNG ZUR GESUNDHEIT Wasser ist einer der wichtigsten und elementarsten Bausteine des menschlichen Körpers. Trotzem wird seine Bedeutung oft unterschätzt. von Thorsten Möller

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Während einige Konzerne und Wasserhersteller es geschafft haben, für ganz normales Wasser aus französischen Bergen mehrere Franken pro Liter umzusetzen, scheint dieses wichtige «Supplement» (falls man es als solches bezeichnen kann) gleichzeitig für viele belanglos zu sein, weil es so alltäglich ist. Wenn es aber zu Wirkung und Wichtigkeit geht, stellt Wasser alles andere in den Schatten.

OHNE WASSER KEINE MUSKELN Der Mensch besteht bekanntlich zu 70 % aus Wasser, dennoch ist für viele das regelmässige und ausreichende Trinken oftmals mehr eine «Pflicht» als alltägliche Routine. Ohne Flüssigkeit können Stoffwechselvorgänge im Körper nicht optimal funktionieren und auch die Nährstoffaufnahme wird beeinträchtigt. Um Lebensmittel im Körper verarbeiten zu können, müssen sie zuerst «isoton» gemacht werden, das heisst, es braucht die Zufuhr von Flüssigkeit, um die Konzentration der festen Bestandteile jener der Konzentration im Blut anzugleichn. Ohne Wasser gibt es keine Muskeln! Besonders gut merkt man das bei der Zugabe von Kreatin: Dieses zieht Wasser in den Muskel und sorgt damit für einen längeren Pumpeffekt. Muscle-Wettkampfprofis, die ohnehin viel Wasser trinken, lächeln zwar darüber, da sie für den Wettkampf oftmals zu Mitteln greifen, die entwässernd wirken und so das Adernund Muskelgeflecht hervorheben, teils mit sehr hochkonzentrierten Koffeintabletten, Proteinen und Steroiden. Der normale Gym-Besucher, der sich hauptsächlich darauf konzentriert, seinen Body im Sommer zu zeigen, sollte davon aber Abstand nehmen. Da aber gerade bei der Einnahme von Proteinen die Niere extrem belastet wird, sollte man den Stoffwechselprozess mit häufigem Trinken anregen. Spätestens bei einem unangenehmen Druckgefühl im Nierenbereich ist Vorsicht geboten und viel, viel trinken angesagt! Wasser ist aber nicht nur ein Transportmittel, es regelt auch die Temperatur des Körpers, indem es ihm Wärme entzieht, auch bekannt als Schwitzen. Da unser Körper täglich grosse Mengen an Flüssigkeit ausscheidet, müssen diese Verluste immer wieder ausgeglichen werden. Ein Teil des Flüssigkeitsbedarfes wird durch die Nahrung gedeckt - auch ein Apfel zwischendurch kann ein idealer Durstlöscher sein.

KOFFEIN IST GAR NICHT SO SCHLIMM Für die Gesundheit ist das richtige und ausreichende Trinken mindestens ebenso wichtig wie die richtige Ernährung. Als Faustregel sollte man versuchen, täglich zirka zwei Liter durch Trinken aufzunehmen. Viele bevorzugen stilles Wasser, da Wasser mit Kohlensäure versetzt oftmals zu einem unangenehmen Blähungsgefühl und Rülpser führen kann.

Sogar Kaffee und Tee können der Flüssigkeitsaufnahme dienen. Die dehydrierende Wirkung ist nämlich bei Personen, die an Koffein gewohnt sind, weniger stark als bei koffeinempflindlichen Menschen. Daher können Kaffeetrinker oder Cola-Junkies durchaus die koffeinhaltigen Getränke zu ihrer täglichen Flüssigkeitsaufnahme hinzurechnen. Zu beachten ist nur der teils extrem hohe Zuckergehalt bei den Softdrinks.

PARTYDROGEN VERSTÄRKEN DIE AUSTROCKNUNG Wer auf das Durstgefühl wartet, bevor er trinkt, hat bereits ein Flüssigkeitsdefizit. Durst entsteht nämlich, wenn der Körper mehr als 0,5 % seines Gewichts in Form von Wasser verloren hat. Zwar kann der Körper bis zu einem gewissen Masse einen Wassermangel durch Konzentrationsprozesse ausgleichen, doch schaden diese je länger, je mehr dem Organismus. Da Wasser auch ein Hauptbestandteil des Blutes ist, fliesst dieses auch nicht mehr richtig, wenn wir zu wenig trinken. Der gesamte Körper wird schlechter versorgt, die Gehirnleistung und die Konzentrationsfähigkeit lassen nach. Bei Flüssigkeitsmangel steigt ausserdem die Gefahr von Nierensteinerkrankungen, Harnwegsinfektionen oder Verstopfungen sowie der Austrocknung von Haut und Schleimhäuten. So haben Viren und Bakterien ein leichtes Spiel, in den Körper zu gelangen. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass ein Wasserverlust von bereits 2% des Körpergewichts die Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt. Deshalb sollte man auf die Warnsignale des Körpers hören: Kopfschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Durstgefühl oder auch Appetitlosigkeit. Verstärkt werden diese Warnsignale durch Partydrogen. Gerade Amphetamine oder Ecstasy verstärken die Austrocknung und unterdrücken zum Teil vollkommen das Durstgefühl. Diejenigen, die gerne zu «Muntermachern» greifen, sollen sich vornehmen, bei jeder Gelegenheit etwas zu trinken. Ein Becher in Sichtnähe kann als Erinnerung schon hilfreich sein. Und nochmals: Pures Wasser ist immer besser als sämtliche überzuckerten Softdrinks. Gerade jetzt in der Sommerzeit ist die altbekannte Apfelschorle DER beste Durstlöscher schlechthin, da er den durch das Schwitzen verursachte Mineralstoffmangel wieder ausgleichen kann. Wer mag: Auch eine würzige Brühe oder eine kalte Suppe erfüllen den gleichen Zweck. Wichtig bei jeder gesundheitlichen Massnahme das «Wohlgefühl». Sich krampfhaft mit Wasser vollzupumpen ist genauso unsinnig wie jegliches Durstgefühl zu verdrängen; ganz nach Paracelsus: «Die Menge macht das Gift (Dosis facit venenum)».

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KINO Text: Patrick Schneller

KOMÖDIE

RIEN À DÉCLARER: DIE GRENZE IM KOPF

B/F 2010. Regie, Drehbuch: Dany Boon. Darsteller: Benoît Poelvoorde, Dany Boon, Julie Bernard, Karin Viard, François Damiens, Bouli Lanners.Verleih: Pathé. Mit «Bienvenue chez les Ch'tis» schuf Dany Boon 2008 den erfolgreichsten französischen Film aller Zeiten. Auch in der Schweiz schlug die Nord-Süd-Komödie voll ein: Fast 900'000 Besucher lockte sie ins Kino. Mit «Rien à déclarer» kommt nun Boons neue Komödie in die Kinos – und dank sensationeller Publikumszahlen in der Romandie ist sie schon vor dem Deutschschweizer Start der bisher dritterfolgreichste Kinofilm des laufenden Jahres. Am 1. Januar 1993 trat das Schengener Abkommen in Kraft, wodurch die Grenzen innerhalb der EU quasi erloschen. Dies ist das Schlüsseldatum in «Rien à déclarer». Schauplatz ist der fiktive frankobelgische Grenzort Courquain respektive Koorkin. Dort arbeitet der franzosenhassende Ruben Vandevoorde (Benoît Poelvoorde) für den belgischen Zoll und der fast schon naiv gutmütige

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«Rien à déclarer» ist dank der Romandie bereits der dritterfolgreichste Kinofilm 2011. Mathias Ducatel (Dany Boon) für den französischen Zoll. Beide versuchen das Beste aus der bevorstehenden Grenzöffnung zu machen – wenn sie sich nicht ständig in die Haare geraten würden. Als ihre Chefs die erste frankobelgische Zollpatrouille als europäisches Pilotprojekt bilden, trifft es ausgerechnet Ruben und Mathias: Sie müssen zusammenspannen. Mathias hat freilich einen Hintergedanken. Er liebt die Belgierin Louise (Julie Bernard). Und sie ist ausgerechnet die Schwester von Ruben, der sie natürlich mit einem aufrechten Belgier liiert sehen will. Dany Boon, der am 26. Juni seinen 45. Geburtstag feiert, bleibt in seinem neuen Film dem Konzept seines Vorgängers treu: Statt um den «Konflikt» zwischen Nord- und Südfrankreich geht es jetzt einfach um den zwischen Franzosen und Belgiern. Und das funktioniert

erneut, was wesentlich an Benoît Poelvoorde liegt, der mit seinem nationalistischen und schon fast krankhaft pflichtbewussten Ruben allen die Show stiehlt. Dank Nebenhandlungen wie der einer absolut unfähigen Schmugglerclique verhindert Boon zudem, dass ein repetitives Feeling aufkommt. Lediglich gegen Schluss geht die Leichtfüssigkeit ein bisschen verloren, wenn das Beziehungsdreieck Mathias-Louise-Ruben in den Mittelpunkt rückt. Alles in allem ist «Rien à déclarer» wie schon «Bienvenue chez les Ch'tis» ein äusserst unterhaltsames Filmvergnügen, das man unbedingt in der französischen Originalversion sehen muss, da viele der Pointen in synchronisierter Form gar nicht richtig funktionieren können. Kinostart: 9. Juni


FANTASY-ABENTEUER

PIRATES OF THE CARIBBEAN: ON STRANGER TIDES USA 2011, Regie: Rob Marshall. Drehbuch: Ted Elliott, Terry Rossio. Darsteller: Johnny Depp, Penélope Cruz, Geoffrey Rush.Verleih:Walt Disney. Nach vier Jahren Pause sticht Johnny Depp zum vierten Mal als Pirat Jack Sparrow in See. Diesmal allerdings nicht mit Keira Knightley, sondern mit Penélope Cruz, die die heissblütige Angelica spielt – ganz nebenbei die Tochter des gefürchteten Captain Blackbeard (Ian McShane). Und auch hinter der Kamera gabs einen Wechsel: Anstatt Gore Verbinski nahm Musicalspezialist Rob Marshall («Chicago», «Nine») auf dem Regiestuhl Platz. Was sucht Sparrow diesmal? Die Quelle des Lebens, einen mystischen und gefährlichen Ort, der ewiges Leben schenken kann. Genau genommen ist es aber nicht Sparrow selbst, der den Jungbrun-

Jack Sparrow (Johnny Depp) und Angelica (Penélope Cruz) suchen die Quelle des Lebens. nen sucht, sondern der finstere Blackbeard und, im Auftrag der britischen Krone, Sparrows alter Widersacher Barbossa (Geoffrey Rush). Der hat seit einem Rencontre mit Blackbeard ein Holzbein – und sinnt auf Rache. Unterwegs lauern viele Gefahren, allen voran Seemänner verspeisende Meerjungfrauen. Am Erfolgsrezept der Vorgänger haben die Macher nichts geändert: Abenteuer, Action und eine tüchtige Portion Hu-

mor, dazu originelle Fantasiewesen und surreale Schauplätze. Das einzige richtig Neue ist die Dreidimensionalität, und die kommt vor allem in der ersten Hälfte hübsch rüber. In der zweiten Hälfte hingegen, in der es öfters Nacht ist, wird das 3D oft von der Dunkelheit verschluckt. Der Hauptkritikpunkt indes ist erneut derselbe wie bei den drei ersten Teilen: Auch «On Stranger Tides» ist etwa 20 Minuten zu lang. Kinostart: 19. Mai

«Carancho» zeigt, wie in Argentinien Opfer von Verkehrsunfällen von dubiosen Stiftungen übers Ohr gehauen werden. THRILLERDRAMA

CARANCHO Argentinien/Chile/F/Südkorea 2010, Regie: Pablo Trapero. Drehbuch: Alejandro Fadel, Martin Mauregui, Santiago Mitre, Pablo Trapero. Darsteller: Ricardo Darín, Martina Gusman.Verleih: Xenix. Der ehemalige Anwalt Sosa (Ricardo Darín) ist ein «Aasgeier». Das sind Leute, die für dubiose Stiftungen die Spitäler und Polizeistationen nach Opfern von Verkehrunfällen durchsuchen. Verletzte und Angehörige von Verkehrstoten sind potentielle Kunden für seinen Arbeitge-

ber: Viele Argentinier sind nämlich nicht versichert, und durch eine Gesetzeslücke können die Stiftungen ihre meist mittellosen Kunden mit einer geringen Summe schnell abspeisen, ehe sie von Versicherungen dann viel mehr Geld kassieren. Eines Nachts lernt Sosa die junge Notfallärztin Luján (Martina Gusman) kennen. Er verliebt sich in sie und will aus dem dreckigen Job aussteigen. Doch sein Chef lässt ihn nicht so einfach gehen. Dem melancholischen bis deprimierenden Streifen liegen traurige Fakten zugrunde: In Argentinien sterben jährlich 8000 Menschen bei Verkehrsunfällen, für

Männer bis 35 Jahre ist es die häufigste Todesursache. Und solche mafiöse Stiftungen wie in «Carancho» gibt es tatsächlich. Somit avanciert das Thrillerdrama zum gesellschaftskritischen Werk, ja sogar zur Anklage gegen die Machenschaften dieser Stiftungen. Die auf Realismus bedachte Inszenierung ist zuweilen schwer erträglich und wirkt oft eine Spur zu forciert. Doch dank herausragender darstellerischer Leistungen und einem hochspannenden, überraschend actionreichen Finale erweist sich «Carancho» am Ende als sehenswertes südamerkanisches Kino. Kinostart: 26. Mai

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DVD Text: Patrick Schneller

PSYCHODRAMA

BLACK SWAN: IM BANN DES SCHWANENSEES USA 2010, Regie: Darren Aronofsky. Drehbuch: Mark Heyman, Andrés Heinz, John McLaughlin. Darsteller: Natalie Portman, Mila Kunis, Vincent Cassel, Barbara Hershey. FSK 16.

Die fragile wie ehrgeizige Ballerina Nina (Natalie Portman) erhält vom exzentrischen Regisseur Thomas (Vincent Cassel) die Chance für ihren Durchbruch: Sie soll in seiner New Yorker Neuinszenierung von Tschaikowskis «Schwanensee» in einer Doppelrolle den weissen und den schwarzen Schwan tanzen. Anfänglich begeistert, droht Nina bald unter dem Druck zusammenzubrechen. Mit «Black Swan» ist Darren Aronofsky ein wahrer Geniestreich gelungen, der vom Genre her nicht klar definierbar ist. Gleichzeitig gediegenes Ballettdrama und nervenzerrender Psychohorror, entwickelt der Film von Beginn weg einen faszinierenden Sog. Die wunderbare Bildsprache und der geniale Soundtrack begeistern ebenso wie Natalie Portmans oscargekrönte Leistung und das unschlagbare Finale. Dass «Black Swan» angenehm an den meisterhaften italienischen Thriller «The Perfume of the Lady in Black» (1974, erhältlich als USDVD) erinnert, ist schliesslich das Tüpfelchen auf dem i. Auf Deutsch erscheint eine edel gestaltete, limitierte 3-Disc-Edition mit DVD, Blu-Ray, Soundtrack und weiteren Extras. Erscheint am 8. Juni.

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LIEBESKOMÖDIE

SCHLECHTE ERZIEHUNG GROTESKE

DRAMA

F/Angola 2010, Regie, Drehbuch: Quentin Dupieux. Darsteller: Stephen Spinella, Jack Plotnick, Wings Hauser, Roxane Mesquida, Ethan Cohn, Daniel Quinn. FSK 16.

USA 2010, Regie: Clint Eastwood. Drehbuch: Peter Morgan. Darsteller: Matt Damon, Cécile De France, Thierry Neuvic, Frankie McLaren, George McLaren. FSK 12.

In der US-Wüste erwacht der Autopneu Robert zum Leben. Er stellt fest, dass er mit seinen mentalen Fähigkeiten Dinge zum Platzen bringen kann – und verguckt sich in eine Touristin. Zweifellos einer der skurrilsten Filme der letzten Jahre: schön dadaistisch und absurd. Da steigt schon mal ein Sheriff aus einem Kofferraum und labert das Filmpublikum voll. Einziges Manko: Trotz der knappen Laufzeit von gut 80 Minuten gibt es gegen Ende Längen. Erschienen am 26. Mai.

Denkt der 80-jährige Clint Eastwood laut über den Tod nach? «Hereafter» erzählt von drei Leuten mit Nahtoderlebnis, die das Schicksal zusammenführt: eine französische Journalistin (Cécile De France), ein US-Medium (Matt Damon) und ein englischer Bub. Nach einer überwältigenden Tsunami-Szene zu Beginn wirft der Film subtil durchaus spannende Fragen zum Thema Leben nach dem Tod auf, läuft letztlich aber ins Leere und lässt etwas ratlos zurück. Erscheint am 3. Juni.

MELODRAMA

KOMÖDIE

F/D 2010, Regie, Drehbuch: Bruno Chiche. Darsteller: Gérard Depardieu, Alexandra Maria Lara, Françoise Fabian, Niels Arestrup, Nathalie Baye,Yannick Renier. FSK 6.

Orginaltitel: Made in Dagenham, GB 2010, Regie: Nigel Cole. Drehbuch: William Ivory. Darsteller: Sally Hawkins, Jamie Winstone, Geraldine James, Bob Hoskins. FSK 12.

Konrad (Gérard Depardieu) wird vergesslich und benimmt sich dementsprechend immer seltsamer. Erst Simone (Alexandra Maria Lara), die Frau seines besten Freundes, merkt: Er hat Alzheimer. Die Verfilmung des Debütromans des Zürchers Martin Suter ist zwar toll besetzt, doch die Umsetzung ist dramaturgisch zäh und von den Bildern her blass. Dass die Story im letzten Akt die Züge eines Thrillers annimmt, will auch nicht so richtig passen. Erscheint am 10. Juni.

1968: In den Ford-Werken von Dagenham jobben neben 55'000 Männern auch 187 Frauen, natürlich für schlechtere Bezahlung. Die Arbeiterin Rita (Sally Hawkins) startet darum den Kampf um gleiche Löhne für Mann und Frau – mit Erfolg! Eine wahre Geschichte als lockere Emanzipationskomödie: schön britisch, wenn auch nicht umwerfend. Verboten gehörte allerdings der bescheuerte «deutsche» Titel, denn wenn es um etwas hier nicht geht, ist es Sex. Erscheint am 9. Juni.

RUBBER

SMALL WORLD

DIE BESTEN SCHWULENFILME

HEREAFTER

WE WANT SEX

Originaltitel: La Mala Educación, E 2004. Regie, Drehbuch: Pedro Almodóvar. Darsteller: Gael García Bernal, Fele Martínez, Daniel Giménez Cacho. FSK 12. Der 61-jährige Pedro Almodóvar ist der wohl profilierteste schwule Regisseur der Gegenwart. Seit seinem Durchbruch 1988 ist er von der cineastischen Weltbühne nicht mehr wegzudenken. In Cannes feierte sein Drama «La Piel que Habito» (Die Haut, in der ich wohne) Weltpremiere. Es könnte seinem grandiosen «Schlechte Erziehung» ähnlich sein – im positiven Sinne. Madrid 1980. Der schwule Regisseur Enrique (Fele Martínez) kriegt nach sechzehn Jahren Besuch von seinem Jugendfreund Ignácio (Gael García Bernal). Sie erinnern sich an ihre gemeinsame Zeit – und Ignácio enthüllt ein düsteres Geheimnis. Auf die Frage, warum «Schlechte Erziehung», antwortete Almodóvar seinerzeit, dass er nach «all den Filmen für den Kopf» wiedermal einen Film «für den Schwanz» habe drehen wollen. Das ist zwar salopp formuliert, aber durchaus zutreffend. Das Drama, das in der zweiten Hälfte zum Thriller avanciert, ist auf allen Ebenen anregend, und zuweilen sehr erotisch. Überflüssig zu erwähnen, dass die gross aufspielenden Protagonisten auch knackig aussehen. Die deutsche DVD ist nur spärlich mit Extras gesegnet. So fehlt zum Beispiel Almodóvars Audiokommentar.

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MUSIK DUBSTEP/GARAGE

KATY B ON A MISSION Wenn es jemand schafft, Dubstep und Garage massentauglich zu machen dann ist es Katy B. Mit einem leichten Hauch Pop und ihrer tadellosen Gesangsfinesse nutzt sie den sonst eher aggressiven Dubstep zu ihrem Vorteil und schafft sich so eine vielversprechende Nischenpräsenz. Die erst 21-jährige Süd-Londonerin veröffentliche vor knapp zwei Monaten ihr Debut-Album «On A Mission». Obwohl es ausserhalb Grossbritannien einen eher unbemerkten Start hinlegte, überzeugen ihre Tracks durch Konsistenz, ihrer

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sympathischen Stimme und nicht zuletzt dank ihrem Talent als Songwriterin. Starthilfe bekam Katy B von Dubstep Grösse Benga, mit dem sie auf ihrer Debut-Single «Katy On A Mission» zusammenarbeitete. Wem da noch kein Licht angeht hilft vielleicht der Name Ms. Dynamite weiter. Mit ihr veröffentlichte Katy B ihre zweite Single «Lights On», ein leichtfüssiger Ohrenwurm, zweifellos geschaffen für die Tanzfläche. Erschienen am 04.04.11

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SYNTHPOP

POP

ELEKTRO

Depeche Mode geben seit über dreissig Jahren den Ton an in Sachen Remix. Am 3. Juni bringt die englische Synth-Pop Gruppe nun endlich ihre lang ersehnte Remix-Compilation «Remixes 81-11» auf den Markt. Speziell gespannt darf man auf die Remixes der beiden ehemaligen Band-Mitglieder Vince Clarke and Alan Wilder sein. Ein Highlight ist der Röyksopp-Remix von «Puppets», der schon auf Youtube zu hören ist. Unter anderem haben M83, UNKLE, Trentemøller, Stargate und Eric Prydz Remixe von alten Klassikern wie «Dream On» und «Personal Jesus» beigesteuert. Fans können auf remixes28111.com ihr eigenes Albumcover entwerfen. Das Deluxe-Set mit 3 CDs ist ein Muss für alle Fans! Erscheint am 03.06.11.

Es geht nicht nur um Liebe, sondern um Liebe mit einem Fragezeichen dahinter. So betitelt La Lopez, frisch erholt aus ihrer Babypause, ihr achtes Album, vier Jahre nach dem Chartflop «Brave». In ihrem Album geht es aber nicht um philosophische Fragen, sondern rein um starke Beats für die Tanzfläche. So wird das Tracklisting mit dem globalen Hit «On The Floor» mit Pitbull eröffnet. Es folgen die ähnlichen «Good Hit» und «I'm Into You» mit Lil' Wayne, die aber nicht ganz zu überzeugen scheinen. Vielleicht liegt es daran, dass keine Lambada reingesamplet wurde? Wer immer noch die Antwort auf die Lopez'sche Frage über die Liebe sucht, findet sie im Songbooklet. Erscheint am 09.05.11

Lamb ist wieder da! Acht Jahre ist es her, dass das britische Elektro-Duo sein letztes gemeinsames Album herausgebracht haben. In der Zwischenzeit waren Andy Barlow und Lou Rhodes beschäftigt mit ihren Soloprojekten. Das schlicht betitelte Album «5» (es ist für beide das fünfte Album) ist etwas ruhiger und nachdenklicher, als man es vom ohnehin melancholischen Duo gewöhnt ist. Trotzdem laufen Lamb mit den Songs «Existential Itch» und «She Walks» zu ihrer Höchstform auf. Ein weiterer hervorragender Track ist «Back to Beginning», eine Kollaboration mit Damien Rice. Ihr nächster Auftritt ist übrigens am 13. Juli am Montreux Jazz Festival. Erscheint am 22.04.11

DEPECHE MODE REMIXES 2: 81-11

68 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

JENNIFER LOPEZLOVE?

LAMB 5


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70 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

Vom Stress zur Tiefenentspannung


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AGENDA

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Juni 2011

SA, 28.05.11 BASEL

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FR, 10.06.11

Leonardo Glovibes + Special Drag Queen Show:

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BERN

SA, 04.06.11 BASEL

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OFFICIAL OPENING ARTIST CHARITY NIGHT MAAG EVENT HALL Hardstrasse 219, 8005 Zürich // 21 Uhr

House, Charts DJ Ludwig & Corey

EUROVISION, GOLDEN TOLERDANCE ISC

ISOLA CLUB CLUB EN VOGUE

Neubrückstrasse 10, 3001 Bern // Ab 22 Uhr

ZÜRICH

S0, 12.06.11

Clarastrasse 45, 4058 Basel // Ab 22 Uhr Various

ZÜRICH

OFFICIAL WARM UP PARTY OZ@ACANTO Pfingstweidstrasse 6, 8005 Zürich // Ab 22 Uhr

Sammy Jo – Scissor Sisters Tour DJ

BOYAHKASHA ACQUA CLUB

JACK FESTSAAL KAUFLEUTEN

Mythenquai 61, 8002 Zürich // Ab 22 Uhr

Geroldstrasse 15,8005 Zürich // Ab 22 Uhr

DJ Gaetano & DJ Loyce

FR, 10.06.11 ZÜRICH DJs Juanjo Martin, Paolo Bardelli (Milano), u.v.m.

SUPERMARTXÉ VOLKSHAUS

16. JUNI, 20.30 UHR

Mit Ralf König, Nina Queer und Simon Froehling Musik: Djane Beatween

Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich // Ab 22 Uhr

FR, 17.06.11 LUZERN

Orell Füssli Buchhandlung am Bellevue, Theaterstrasse 8, Zürich Eintritt: Fr. 15.–, Anmeldung unter: www.books.ch/gaylife

DJ C-Side

FRIGAY NIGHT THE LOFT Boyahkasha, Acqua Club, Sa. 28.05.11

Haldenstrasse 21, 6006 Luzern // Ab 22 Uhr

JUNI 2011 // 71


SO,12.06.11

FR, 17.06.11

SA, 25.06.11

DJ Luca Papini und DJ Juiceppe

Glitzerhaus

GAYTIME LABOR BAR

OFFICIAL ARTIST AFTER SHOW OZ@ACANTO

BASEL

Pfingstweidstrasse 6, 8005 Zürich // Ab 23 Uhr

Pfingstweidstrasse 6, 8005 Zürich // Ab 23 Uhr

DJ Mary, DJ Taylor Cruz, B-Movie Diskomurder, u.v.m

GAYBASEL SCHIFF DAS SCHIFF Westquaistrasse 19, 4057 Basel // Ab 19 Uhr

Jan Fischer, Gloria Viagra und Jack Chang

OFFICIAL VIP-PARTY «WE ARE ZURICH» EXIL KLUB Hardstrasse 245, 8005 Zürich // Ab 23 Uhr

SA, 18.06.11 Freemasons

OFFICIAL ZURICH PRIDE PARTY WILD & WET MAAG EVENT HALL Hardstrasse 219, 8005 Zürich // 21 Uhr DJ Jack Chang, DJ ajaxx and DJ Alan Joe

FLEXX:OFFICIAL AFTER HOUR XCES CLUB We are Zurich, Exil Klub, Fr.. 28.05.11

Hardstrasse 40, 8048 Zürich // Ab 05 Uhr

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Teenagerin Saffron zu trainieren und auf den

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rechten Weg zu bringen. Dabei kommen sich die

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DI, 28.06. ALEX UND DER LÖWE

Spitalgasse 14, 8001 Zürich

Eine erotische Komödie - Leo und Alex begegnen sich in einem Berliner Café und verlieben sich auf

Rebgasse 39, 4058 Basel // 18-03 Uhr Jeden Dienstag, zischbar.ch

ZISCHBAR KABAR KASERNE

beiden auch emotional näher.

Jeden Donnerstag!

den ersten Blick ineinander. Allerdings müssen

BEHAVE FRIEDA‘S BÜXE

sich beide noch aus bestehenden Bindungen lö-

Friedaustrasse 23, 8003 Zürich // Ab 22 Uhr

sen – Leo lebt mit der fordernden Carla und Alex mit dem nichtsnutzigen Daniel zusammen...

Klybeckstr. 1b, 4057 Basel // ab 19 Uhr cranberry.ch, 044 261 27 72

BERN

CRANBERRY BAR Metzgergasse 3, 8001 Zürich // ab 17 Uhr

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Kramgasse 67, 3011 Bern // 17-00½ Uhr

Zähringerstrasse 11,8001 Zürich // ab 17 Uhr

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Jeden Mittwoch

COMEBACK BAR

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Rathausgasse 42, 3011 Bern // ab 18 Uhr

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DO, 02.06./ SO, 19.06. PARSIFAL THEATER BASEL Elisabethenstrasse 16, 4051 Basel // 17 Uhr Ein Bühnenweihfestspiel von Richard Wagner. In

PREDIGERHOF Mühlegasse 15, 8001 Zürich // ab 14 Uhr

Jeden letzten Dienstag im Monat

SONDERBAR LA PIAZZETTA Mühleweg 11, 4900 Langenthal // 29. April ab 20 Uhr

deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln. cartoonmuseum.ch

FR, 10.06. GOTTES WERK UND KÖNIGS BEITRAG CARTOON MUSEUM St. Alban-Vorstadt 28, 4052 Basel // 17 Uhr

KULTUR/EVENTS

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Eröffnung der Ausstellung Gottes Werk und Königs Beitrag mit Zeichnungen von Ralf König. Mit Live-Performance von Ralf König.

LUZERN

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SCHAFFHAUSEN

OLTEN

DI, 31.05. LA FOLLE HISTOIRE D’AMOUR DE SIMON ESKENAZY

Jeden Freitag, amlounge.ch

Der jüdische Klarinettist Simon Eskenazy lebt

schwulen Vereines.Queerdom bietet in ihrer Fest-

AM – BAR & LOUNGE

nach der Trennung von Ehefrau Rosalie offen

wirtschaft am Rhein in dieser Zeit Schaffhuuser

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schwul. Eines Nachts landet er mit dem arabi-

Chäs-Bölle-Dünne (Käse-Zwiebel-Weihe), wie

9.

schen Transvestiten Naïm im Bett.

auch verschiedene Getränke an.

SOLOTHURN

Am 24. & 25. Juni geht in Schaffhausen das grosse Stadtfest Schaffusia’11 über die Bühne – zum ersten Mal mit einer Beteiligung eines les-bi-

9.

DI, 14.06. A MARINE STORY

032 622 43 40

Die hoch dekorierte Offizierin Alex wird aus dem

BUDDHA BAR

U.S. Marine Corps entlassen und kehrt ohne Per-

Kreuzgasse 7, 4500 Solothurn

spektive in ihre kleine, konservative Heimatstadt.

9.

Alex willigt spontan ein, die frühreife, rebellische

9.

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Diesen Sommer geht’s wieder heiss zu und her auf den grössten Openairs der Schweiz. Die Mannschaft gibt dir die wichtigsten Tipps für unbeschwerten Musikgenuss auf dem Festivalgelände. --von Thomas Künzi

74 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch


© OpenAir

Mari . Fotograf: St.Gallen AG

o Baronchell

i.

n e l l a g . t s

--Linkin Park Age the Stone Queens of r tischen Vie Die Fantas s Beatsteak Hurts elden Wir sind H ndela Culcha Ca es ir F ly Friend nae o M Janelle

Juli 2011 obel, 0. Juni – 2. 3 , n e ll e das Sittert a h G ü t. K S e ir in a e k n e Op esetzen ier Tagen b n Schweiz. Während v s der ganze u a s n fa ik s sondern Mu

--Jamiroquai Arctic Monkeys Kasabian Kaiser Chiefs Jamie Cullum Christophe M aé The Ting Tings Eels Gustav

r.ch © konzer tbilde

Gurten, 14. – 17. Juli 2011 Der Berner H ausberg verw andelt sich einmal pr o Jahr von de r Spielwiese de r Kleinen zum Spielparadies der Grossen.

Gurten

JUNI 2011 // 75


es Š PalÊo / Pierre Descomb

PalĂŠo

19. – 24. Juli 2011 PalÊo-Festival Nyon, m Feiern, Wochenende nicht zu Den Romands reicht ein seine lÊo bereits am Dienstag deshalb Üffnet das Pa Musik vom Feinsten. Tore, sechs Tage lang --Jack Johnson Patrice The Chemical Brothers The Strokes PJ Harvey James Blunt Amy Winehouse Robert Plant Yeal Naïm

tipps fur openair-tussis r1SPTFDDPHJCUTOVSJO%PTFO MFJEFSTJOE Glasflaschen an den Openairs nicht erlaubt. War Paris Hilton schon mal an einem Openair, dass ihr auf diese Idee gekommen seid? r%BT)PUFM[JNNFSXJSTUEVWFSHFCFOT suchen, leih dir bei einem naturverbunden Freund ein Zelt aus. Du kannst aber auch ganz einfach in ein fremdes Zelt hĂźpfen, das machen die an den Openairs andauernd.

76 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

r3PMMLPGGFSTJOECFJ0QFOBJSTFJO5BCV r8FJTTF4DIVIFTFIFO[XBSJOEFS4UBEU cool aus, aber die verstehen sich mit Schlamm nicht so gut. r%JF#FBVUZ$SFNFOLBOOTUEVHFUSPTU[V Hause lassen. Am Morgen den Kopf unters kalte Wasser reicht vĂśllig aus.


tipps fur openair-profis FJFS[FMr#FJN(VSUFOGFTUJWBMTJOEOVS;X riktive te erlaubt und es gelten sehr rest also gar Regeln, was rein darf. Am besten ntan eine kein Zelt mitnehmen und sich spo . ĂœbernachtungsmĂśglichkeit suchen

Š Christian Pfammatt

er

SBTDI r%BT1BMĂŠP'FTUJWBMJTUJNNFSTFIS ehen ausverkauft, aber ohne Ticket hing nair tag lohnt sich trotzdem. An jeden Ope eskaskommen morgens Tickets in die Tag se direkt vor dem Festival.

UJWBMUBr*O4U(BMMFOJTUXÅISFOEEFO'FT r ans che man t dor s Wa gen alles erlaubt. Falls . lich laub ung ist ppt, Festival mitschle t nich du das t, has t Bet s du noch ein alte und en ehm mitn ach einf mehr brauchst, TFO"N EBT0QFOBJSWPS.#FUUBVTHFOJFT eh wie Sonntagabend sieht das Gelände . aus eine Mßlldeponie BVQUr%BT(BNQFM'FTUJWBMTQJFMUTJDII UT UHJC EPS BC MBU[ FMUQ N; TÅDIMJDIBVGEF d Ban eine mal ihr s Fall tys. die besten Par halben verpasst habt, keine Sorge, dem FO HFI VTP FOB 8BMMJTXJSETH

GAMPEL

Openair Gampel,18.

--The Offspring Skunk Anansie The Chemical Brothers Guano Apes Seeed Sina Simple Plan The Baseballs Adrian Stern

– 21. August 2011

Das grÜsste Volksfest im Wallis findet im Augu st statt. Während diesen Tagen geht im Wallis sonst nichts mehr.

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KOLUMNE beat lauper

TEL AVIV – AUCH FUN, VOR ALLEM ABER LEBENSQUALITÄT BEAT@MANNSCHAFT-MAGAZIN.CH

Beat Lauper über Schwulsein am Arbeitsplatz. Er arbeitet als Head of Learning & Development bei einem globalen Grossunternehmen in London.

78 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

Überall ist zu hören, Tel Aviv sei DIE Stadt am Mittelmeer, da gibt es 24 Stunden lang Partys, da ist die Dynamik zu finden, die Barcelona oder Berlin früher hatten. Stimmt. Aber nicht nur. Ich war eben zwei Wochen in Israel und davon die meiste Zeit in Tel Aviv. Wir haben auch die Eröffnung eines neuen, heissen Clubs miterlebt, der in den nächsten Monaten zu dieser viel gerühmten Partyszene beitragen wird. Mir war es dort zwar zu laut, da meine Hosen vom Sound vibrierten, zu kalt wegen der Airconditioning und zu dunkel, aber ich gehöre auch nicht unbedingt zur Kernzielgruppe dieses Lokals ... Aber es gibt tatsächlich für alle Zielgruppen jeden Tag irgendeinen Anlass – und dieser ist auch immer sehr gut besucht. Tagsüber gibt es einen schön gelegenen Strand, abends die vielen Events und dazwischen, abgesehen von AfterHour-Partys, gibt es eben das Andere. Das Andere sind zuerst einmal diese rund 4'000 weissen alten Häuser, gebaut im Bauhausstil in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Sie vermitteln eine besondere einmalige Stimmung, ähnlich den Art-Deco-Häusern in South Beach, Miami. Die meisten davon sind baufällig, aber es wird vielerorts nun saniert. Zum Anderen gehören aber auch die Menschen, die da leben, und zwar alle, nicht nur die in der Szene. Tel Aviv wurde erst 1909 gegründet, hier leben also nur Ein- und Zuwanderer. Und die wollen vor allem nur eines, gut leben. Und das machen sie erfolgreich. Sehr erfolgreich. Warum? Neben der Arbeit wird in den Strassen gelebt, natürlich auch dank des Klimas mit 300 Sonnentagen. Es wird überall Sport getrieben, Joggen entlang der herrlichen Strandpromenade, wo es auch sehr viele Beach-

Volleyball-Einrichtungen gibt. Und die Stadt hat überall Freiluftfitnesscenter hingestellt, wo jung und alt trainiert. Oder da wird getanzt. Jeden Samstag haben in der Nähe unseres Hotels etwa 200 Paare jeglichen Alters gemeinsam auf der Strandpromenade getanzt. Und nach dem Sport muss gegessen werden. Überall isst man ausgesprochen gut. Wirklich sehr gut – da kenne ich mich besonders aus und ich bin darüber masslos erstaunt. Und dann diese Menschen, optisch beide Geschlechter ausgesprochen attraktiv und viel wichtiger: unendlich freundlich. Mit vielen zufriedenen Gesichtern, viel Lächeln. Das schafft diese Lebensqualität und macht Tel Aviv zu dieser angesagten Destination. Und mir fällt dabei auf, dass in der Geschichte dieser angesagten Städte eine Ähnlichkeit liegt in dem Sinne, dass in einer Phase der Erneuerung unsere Szene davon ausgesprochen profitiert. Das war der Fall mit Miami Beach in den 80er Jahren, Barcelona in den 90er Jahren, danach mit Berlin. Aber es war auch der Fall in Zürich, als vormals geschlossene und ungenutzte Industrieareale, verbunden mit einer Lockerung der rechtlichen Auflagen, zu dieser lebhaften Partyszene führten. Alle diese Städte haben sich mittlerweile erneuert, sogar übererneuert. Wie eine Frau mit einem Facelifting zu viel, das kein Lächeln mehr erlaubt, so sind diese Städte zwar immer noch attraktiv, aber die Lebensqualität, die Sponanität, das Improvisierte, das Zufriedene, das Lächeln ist verschwunden. Zum Glück hat Tel Aviv noch sehr, sehr viel zu renovieren und zu sanieren, so dass es uns hoffentlich noch lange erhalten bleibt als die Stadt, die sie eben ist und die wir so geniessen. Auf nach Tel Aviv!


PORTRAIT 79-90

Wieviel Alimente bekommt eigentlich unsere offizielle Miss Fag Hag Shawne Fielding? Frank Richter verr채t es exklusiv in seinem Trash Talk // 90

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PORTRAIT leserbesuch

DIE LIEBE ZUM MENSCHEN Interview & Fotos: Christian Kuonen

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n Laupen BE besuchte Mannschaft Magazin den 45jährigen Jürg Kilchherr. Der gebürtige Freiburger hat verschiede Werke herausgegeben, unter anderem auch seinen letzten Roman «Ménage à trois».

Jürg, wie kamst du darauf, Romane zu schreiben? Ich bin schon lange im Bereich Journalismus tätig. Ich ging früh nach Zürich, um dort mein Studium in Publizistik zu absolvieren. Das Landleben habe ich aber doch ziemlich vermisst, und so ging ich nach meinem Studium wieder zurück in meine Heimat. Dort habe ich insgesamt 18 Jahre für die Freiburger Nachrichten geschrieben. Daneben habe ich verschiedene Werke gemacht. Einerseits waren dies literarische Werke, andererseits aber auch Gemälde. Je nach Form und Intensität der Figuren, die ich im Kopf hatte, gab es daraus ein Bild oder wenn mich etwas länger packte einen ganzen Roman. Was war dein letzter Roman? Mein letztes Buch «Ménage à trois», den ersten Roman über Bisexualität in der Schweiz, hab ich vor etwa fünf Jahren veröffentlicht. Besonders in Deutschland, Österreich und Tschechien hatte ich damit grossen Erfolg. Darauf bin ich sehr stolz, dass dieses Buch so gut bei den Lesern angekommen ist. Erzähl uns mehr von diesem Erfolg. Dies hat mich natürlich sehr stolz gemacht, alleine in Berlin konnte ich zehn Mal auftreten und von meinem Buch vorlesen. Aber heute kannst du nicht mehr nur vorlesen. Ich

«Ich denke, dass man mit

Menschen nur eine gewisse Zeit zusammen leben kann.» 80 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch


habe dies auch mit Bildern visualisiert und dazu gesungen. Es war mir wichtig, einen erotischen und anspruchsvollen Roman zum Thema Bisexualität zu schreiben. Bisexualität, die Qual der Wahl.(lacht). Bei deinen Arbeiten geht es aber nicht hauptsächlich um Bi- oder Homosexualität? Nein, es kommt zwar immer etwas zum Thema in den Arbeiten vor, denn dies ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, aber es ist nicht als Hauptthema zu verstehen. Wie sieht bei dir ein normaler Arbeitstag aus? Es ist natürlich nicht so, dass ich sonst nicht mehr arbeiten muss, alleine davon kann ich nicht leben. Jeweils der Abend ist der Kunst gewidmet. Viele Künstler sind am morgen kreativer, dies ist aber bei mir nicht so. Am Morgen mache ich eher journalistische Arbeiten. Wo bist du denn aufgewachsen? In der nähe von Murten auf einem Bauernhof. Ich bin absolut kein Stadt- Jürg Kilchherr bringt seine Gefühle nebst dem Schreiben auch beim Malen zum Ausdruck. kind. Diese Zeit hat mich sehr geprägt, Aber ich habe für beide Gefühle, mir ist wichtig, dass ich beizu Beginn meiner literarischen Arbeit habe ich oft über diese de Geschlechter treffe und beide in mein Leben integriere. Gegend oder allgemein die Provinz geschrieben. Ich finde den Menschen sehr spannend. Lebst du in einer Beziehung? Ist eine Beziehung mit einer Frau anders als mit einem Mann? Nein, ich lebe alleine. Ich bin auch eher ein Einzelgänger, Ich denke schon, ja. Es ist eine andere Intensität der Gefühes hat nie zu sehr langen Beziehungen zu Männern gereicht, le. Beziehung zu einer Frau ist für mich, weil ich in einem aber auch nicht zu Frauen. Ich denke auch, dass man mit Frauenhaushalt aufgewachsen bin, einfacher als mit einem Menschen nur eine gewisse Zeit zusammen leben kann. Man Mann. Im Gegensatz zu vielen Heterosexuellen ist eine Frau erlebt etwas zusammen, tauscht Gefühle aus, lernt vom anfür mich kein grosses Geheimnis. Bei einem Mann ist das deren, aber dann geht jeder seinen Weg weiter. Mit dieser Spannende, dass vieles nicht offensichtlich ist. Vieles bleibt Einstellung kann ich gut leben. im Verborgenen. Du glaubst demnach nicht an die grosse Liebe fürs Leben? Du konntest für dich nie sagen, ob du homo-, hetero- oder bisexuell Nein, gar nicht. Ich muss aber dazu sagen, dass die innere bist? Liebe, der Ausgleich mit sich selber, genau so wichtig ist wie Ich ging auch nie auf die Strasse und sagte, ich bin nun hodie Liebe zu den Mitmenschen. Das Fundament des Lebens mosexuell oder heterosexuell. Nein, ich bin der Sprache meiist in dir selber und nicht in einem anderen Menschen. Klar, nes Herzens gefolgt und habe dieser ein Gesicht gegeben, ich bin natürlich mit meinen 45 Jahren auch etwas abgehärindem ich ausgelebt habe, was ich fühlte. tet, Menschen sind nicht immer nur gut. Du hast vorhin von Frauen und Männern bei Beziehungen gesprochen? Ich habe mit beiden Geschlechtern Beziehungen geführt und lebe auch heute beide Beziehungen aus, aber nie zusammen in einem Topf, wie dies in meinem letzten Roman beschrieben wird. (lacht) Die Beziehung zu Frauen ist nicht mehr so stark wie früher.

LESERBESUCH BEI DIR ZU HAUSE? Lass von dir hören auf redaktion@mannschaft-magazin.ch

JUNI 2011 // 81


PORTRAIT schwulengeschichte.ch

DER ZIPFEL DES ANSTOSSES (Fast) nackte Tatsachen im «Kreis»: Frontalakte gab’s in der Zeitschrift nur mit aufgemaltem Slip. Text: Beat A. Stephan Foto: schwulengeschichte.ch

Mehr über den «Kreis» online unter schwulengeschichte.ch

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en Swede © Foto: Sw

n der Zeitschrift des Lesezirkels «Der Kreis» (siehe Box) waren Bilder von schönen Männern jeweils ein Höhepunkt. «In jedem neuen Heft schauten die Abonnenten zuerst die Fotos an, und jeder hatte seine bevorzugten Sujets», schreibt das langjährige «Kreis»-Mitglied Ernst Ostertag in «Schwulengeschichte.ch». Noch bis in die späten Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts war es schwierig, an Männerakte heranzukommen. Die Sittenpolizei wachte mit Argusaugen darüber, dass kein Schniedelwutz das Auge der sittsamen Gesellschaft beleidigte. Auch wenn viele sich vermutlich noch so gerne hätten «beleidigen» lassen …

TRAUMJOB SLIPMALER Damit ihre Zeitschrift nicht der Beschlagnahmung durch die «Sitte» zum Opfer fiel, veröffentlichte die «Kreis»-Redaktion keine Akte, auf denen ein Schnäbi zu sehen war. Den Vollakten von Fotografen wie Swen Swede wurde deshalb ein Slip aufgemalt. Den Schoggijob des Slipmalers durfte der damals blutjunge Erwin Scheiwiller übernehmen. Er konnte sich bei der Arbeit exklusiv an nackten Tatsachen erfreuen. Im «Kreis» wurden keine pornografischen Bilder veröffentlicht. Die Redaktion legte Wert auf den künstlerischen Anspruch der Aufnahmen. Berühmte Fotografen wie George Platt Lynes überliessen dem «Kreis» Werke. Die von der Licht- und Linienführung sowie der Bildkomposition her perfekten Aufnahmen erschienen unter dem Pseudonym Roberto Rolf.

TRÄUME IM VERSCHLOSSENEN COUVERT Viele Abonnenten wollten sich aber auch an Männern ganz ohne textilen Ballast erfreuen. Ihnen stand ab 1940 ein Bilderdienst zur Verfügung. Dieser lieferte zu jedem Heft, selbstverständlich in verschlossenem Umschlag, eine unzensierte Akt-Aufnahme. 1967 war der Bilderdienst Geschichte. Die Aufbrüche jener Zeit, die Liberalisierung der Gesellschaft und die Pornowelle hatten ihn überflüssig gemacht. Wer in einer Welt der freien Verfügbarkeit erotischen und pornografischen Materials lebt, kann sich kaum vorstellen, wie wichtig die Fotos für schwule Männer im letzten Jahrhundert waren. «Für einsame ältere Abonnenten waren diese Bilder eine wichtige Quelle der erotischen Stimulation und Fantasie, oft die einzige bis in ihre letzten Lebenstage», schreibt der heute 81-jährige Ernst Ostertag.

82 // MANNSCHAFT-MAGAZIN.ch

Brisante Post: Damit die Zeitschrift «Der Kreis» nicht zensiert wurde, mussten den nackten Männern Slips aufgemalt werden.

SCHWEIZER SCHWULENVERBINDUNG MIT INTERNATIONALER AUSSTRAHLUNG Die Zürcher Organisation «Lesezirkel Der Kreis» war die einzige Internationale Verbindung schwuler Männer mit Sitz in der Schweiz. Die Vereinigung bestand von 1943 bis 1967 und führte nicht nur Anlässe wie Feste und Maskenbälle durch, vor allem zeichnete sie sich durch ihre zweisprachige, ab 1951 dreisprachige Zeitschrift «Der Kreis – Le Cercle – The Circle» aus. In hochstehenden literarischen, kulturellen und wissenschaftlichen Artikeln widmete sie sich der Welt der Homosexuellen. Mehr Infos und Bilder in Schwulengeschichte.ch, Inhalt, Teil 4: der Kreis.


FAHNENKUNDE: WAS STECKT DAHINTER ? Eim Ausflug in die Geschichte der LGBT-Fahnen von Greg Zwygart

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... SO UNTERSCHIEDLICH WIE DER MENSCH Im Pride-Monat ist sie besonders oft zu sehen, die farbige Regenbogenfahne. Doch die wenigsten wissen, was sie genau bedeutet oder dass sie ursprünglich aus neun Farben bestand. Heute gibt es unzählige verschiedene Fahnen, die so unterschiedlich sind wie das Spektrum menschlicher Sexualität. Im Rahmen des Pride-Monats macht Mannschaft Magazin eine kleine Fahnenkunde und recherchiert einige Pride- und Fetischfahnen.

DIE KLASSISCHE REGENBOGENFAHNE Die erste Regenbogenfahne bestand aus acht Farben und wurde von Gilbert Baker von Hand gefärbt. Sie wurde an der Gay-FreedomDay-Parade am 25. Juni 1978 in San Francisco zum ersten Mal geschwenkt. Es heisst Baker sei vom Lied «Over the Rainbow» von Judy Garland inspiriert worden. Baker wies jeder Farbe eine bestimmte Bedeutung zu:

DIE REGENBOGENFAHNE Die erste Regenbogenfahne bestand aus acht Farben und wurde von Gilbert Baker von Hand gefärbt. Sie wurde an der Gay Freedom Day Parade am 25. Juni 1978 in San Francisco zum ersten Mal geschwenkt. Es heisst, Baker sei vom Lied «Over the Rainbow» von Judy Garland inspiriert worden. Baker wies jeder Farbe eine bestimmte Bedeutung zu:

PINK: SEXUALITÄT ROT: LEBEN ORANGE: HEILUNG GELB: SONNENLICHT GRÜN: NATUR TÜRKIS: KUNST INDIGOBLAU: HARMONIE VIOLETT: GEIST

Als die Regenbogenfahne 1978 zum Protestmarsch aus Anlass der Ermordung von Harvey Milk massenproduziert wurde, musste man auf das grelle Hot Pink verzichten, da dieses von Baker handgefärbt wurde und industriell nicht hergestellt werden konnte.

Nur ein Jahr später wurde die Fahne erneurt geändert, da der mittlere Streifen immer von der Strassenlampe verdeckt wurde, als man sie aufhängte. Die Farbe Türkis wurde entfernt und aus dem Indigoblau wurde ein Königsblau. Diese Version ist bis heute in Gebrauch.

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DIE FAHNE FÜR TRANSSEXUELLE Die Pride-Fahne für Transsexuelle wurde 1999 von Monica Helms entworfen. Die hellblauen Streifen symbolisieren die Farbe, die man automatisch neugeborenen Knaben zuteilt, die rosa Farbe jene für neugeborene Mädchen. Der weisse Streifen symbolisiert diejenigen, die sich im Übergang befinden oder sich als geschlechtslos bezeichnen.

DIE GENDER-QUEER-FAHNE Das Lavendel steht als Mischung von hellblau und rosa für Menschen, die sich als weiblich und männlich identifizieren. Die dunkelgrüne Komplementärfarbe steht für Menschen, die sich als weder männlich noch als weiblich bezeichnen. Weiss steht für diejenigen, die sich überhaupt nicht über das Geschlechtskonzept definieren wollen.

DIE FAHNE FÜR BISEXUELLE Die Fahne für bisexuelle Menschen ist eine Weiterführung der rosa und hellblauen Dreiecken, ein frühes Symbol der bisexuellen Community. Der violette Streifen soll die Überschneidung beider Farben symbolisieren.

DIE FAHNE FÜR INTERSEXUELLE Intersexuelle Menschen können hormonell, anatomisch oder genetisch nicht eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugeordnet werden. Die Verschmelzung von hellbau und rosa in der Mitte soll diese natürliche Veranlagung repräsentieren.

DIE FAHNE FÜR ASEXUELLE Asexualität ist eine sexuelle Orientierung und bezeichnet Menschen, die kein Bedürfnis nach sexueller Interaktion haben. Schwarz bezeichnet Asexualität, Grau steht für die Grauzone zwischen sexuell und asexuell und weiss symbolisert die Demisexuellen. Die Farbe Violett steht für die Community.

DIE FAHNE FÜR PANSEXUELLE Pansexualität ist eine sexuelle Orientierung und bezeichnet Personen, die ihr sexuelles Begehren nicht durch Geschlecht oder Geschlechtsidentität identifizieren. Anders als bisexuelle Menschen sind Pansexuelle offen für Beziehungen mit Personen, die sich nicht über ein Geschlecht definieren. Die Fahne wurde entworfen, um die Sichtbarkeit der pansexuellen Community zu erhöhen.

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DIE POLYAMORY-FAHNE Polyamory bezeichnet die einverständliche Liebe zu mehreren Partnern. Blau steht für die Ehrlichkeit gegenüber allen Partnern, das Rot repräsentiert Liebe und Leidenschaft und Schwarz symbolisiert die Tatsache, dass polyamore Beziehungen wegen Diskriminierung im Versteckten ausgelebt werden müssen. Das goldene ‹P› steht für die emotionale Liebe zu allen Partnern.

DIE BÄREN-FAHNE Die so genannte Bear-Community ist eine Subkultur innerhalb der Schwulengemeinschaft. Bären sind meistens leicht bis stark behaarte Männer. Die Bären-Fahne wurde 1995 von Craig Byrnes und enthält das Spektrum aller auf der Erde vorkommenden Bärenpelze. Die Bärenfahne gilt auch als Erkennungsfahne für Bärenliebhaber, die nicht unbedingt Bären sein müssen.

DIE LEATHER-PRIDE-FAHNE Die Leather-Pride-Fahne wurde 1989 von Tony DeBlase entworfen und wird auch von der heterosexuellen Leder-Gemeinschaft verwendet. Gemäss DeBlase darf jeder Betrachter selbst definieren, was ihm die Streifen und Farben bedeuten. Es wurde vorgeschlagen, dass das Herz gegenseitigen Respekt und Einfühlsamkeit symbolisiere.

DIE LIPSTICK-LESBIAN-FAHNE Lipstick Lesbian ist ein amerikanischer Begriff für sehr feminin auftretende Lesben, wie sie vor allem in heterosexuellen Pornofilmen porträtiert werden. Der Begriff ist seit den frühen Achtzigern geläufig. Die offizielle Fahne wurde 2009 von einer Bloggerin in New York entworfen und anfänglich auf T-Shirts gedruckt. Die Farben repräsentieren Weiblichkeit, Harmonie und Sexualität.

DIE UNIFORM-FETISCH-FAHNE Die Uniform-Fetisch-Fahne existiert seit einigen Jahren vor allem im Internet und wird meist als Erkennungszeichen benutzt. Der Designer ist unbekannt, jedoch lässt sich vermuten, dass die verschieden Grüntöne auf militärische Tarnanzüge anspielen sollen.

DIE ADIPOPHILIE-FAHNE Die Adipophilie bezeichnet den Fettleibigkeitsfetisch. Gemäss dem Designer Kevin Seguin stehen die Farben Rosa, Crème und Braun für die Eiscrème-Sorten Erdbeer, Vanille und Schokolade. Das Herz symbolisiert wie auf den meisten Fetischfahnen Liebe und Zuneigung. Auch diese Fahne wird von Heterosexuellen wie auch von Homosexuellen verwendet.

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PORTRAIT kurzgeschichte

OHNE MÖGLICHKEIT ZU BEREUEN Eine Kurzgeschichte von Harlekin, harlekination.com

I

ch war sechzehn Jahre alt. Ich hätte ein schönes Mädchen sein können. Ich war es nicht. Ich hätte die Klassenbeste sein können, ich war es nicht. Ich hätte meiner Traurigkeit einen Körper geben können, ich hätte zu weinen beginnen können und nie mehr damit aufhören müssen, ich habe es nicht gemacht. Anaïs wusste von alledem nichts, und trotzdem wurde sie meine Vertraute, mein Gegenüber, meine Eingeweihte. Wir haben uns ohne viele Worte kennengelernt. Wir waren Schülerinnen. Unantastbar, unverbraucht, unwirsch. Anaïs hatte nie einen Freund, genauso wenig wie ich. Wir waren beides Mädchen, die sich schwarz kleideten, grosse Pullis

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und grobe Schuhe anzogen. Wir haben unsere Körper versteckt, unsere Brüste, unsere Hüften, unsere Hände, unsere Augen, unser Verlangen nach Leben und Nähe. Ich hatte Anaïs oft auf dem Hof gesehen, aber sie war drei Jahre älter als ich und schien mich nicht wahrzunehmen. Ich musste mir keine weiteren Gedanken zu uns machen. Geträumt habe ich schon. Es kam der «Maturastreich», das Schulfest, wo die Abschlussklassen ihren Abschied feiern, die Schule organisieren und regieren durften. Dieses Jahr sollten Gruppen gebildet werden, je ein Junge und ein Mädchen pro Jahrgang von der ersten bis zur sechsten Klasse zusammen. Es ergab sich tat-


sächlich, dass Anaïs neben mir stand, mich anschaute und sagte: «Machen wir eine Gruppe?» Sie lächelte verschmitzt und undurchsichtig, aber sie lächelte. Ihre Haare lang und dunkel, gelockt. Sie schien keine Freude an ihren Locken zu haben, obwohl alle anderen Mädchen sie darum benieden. Bald haben Anaïs und ich uns auf den Weg ins Internat gemacht, sind auf ihr Zimmer gegangen, um irgendwelche Dinge für die Produktion unserer Gruppe zusammenzusuchen. Als die gelbe Türe von Anaïs’ Bude ins Schloss fiel, wurde mir seltsam feierlich zu Mute. Ich wusste nicht genau, was vor sich ging, aber mir wurde warm, ich hatte das Verlangen, meinen Körper zu spüren, hätte Anaïs jetzt gerne näher bei mir gehabt, auf mir, unter, über mir, um mich, in mir. Ich war zum ersten Mal in meinem Leben richtig wach, hinter dem Schleier meiner Hormone hellwach. Die Luft im Zimmer roch nach Shampoo. Anaïs legte eine CD ein. «Weezer» die Band, «Butterfly» das Lied. Sie sagte, das letzte Lied eines Albums sei oft das schönste. Wir haben es uns angehört. Ich hätte Anaïs gerne gesagt, wie glücklich ich nun sei, wie gerne ich sie berühren, küssen, lieben würde. Natürlich habe ich nichts gesagt, mich stattdessen nicht zu aufmerksam gegeben, währenddem ich auf ihrem Sofa sass. Trotz allem habe ich es geschafft, sie in ein Gespräch zu verwickeln, das bald intim, geschwisterlich, vertraut wurde, morgens um zehn an einem Donnerstag im Juni. Sowas schafft man nur mit sechzehn. Sie war erstaunlich offen, erzählte mir von dem, was sie mir mit neunzehn voraus hatte, oder auch nur vorausgehabt haben sollte. Wie immer wirkte sie undurchlässig und bedrückt. Heute noch, bald zwanzig Jahre später, schmunzle ich ehrlich und ein bisschen traurig im Moment der Niederschrift meiner Worte. Ich weiss gar nicht so genau warum, vielleicht immer noch aus derselben Scham heraus, die mich schweigen liess, an diesem Morgen vor den Sommerferien auf dem Schulhof, auf Anaïs’ Bude, in meinem Innersten schweigen liess. Wir sind nebeneinander auf ihrem Sofa gesessen, haben ein bisschen Whisky getrunken, die Flasche eingewickelt in einen Militärschlafsack, um sie vor den Augen der Hausvorstände zu verstecken. Ein Geheimnis, ein Versteck, das Anaïs nun nicht ohne Genugtuung mit mir zu teilen schien. Sie sagte altklug: «Black Label, zum Geniessen.» Die Stimmung, der Whisky, auch Anaïs schimmerten für einen Moment wie vergilbt, als wäre dieser Moment vielmehr für die Erinnerung, für die Zukunft gedacht. Ich hatte sie angeschaut, richtig angeschaut, und sie schaute zurück, und dann waren alle Möglichkeiten dieses Morgens aufgebraucht. Wir blieben eine ganze Weile nebeneinander auf ihrem Sofa sitzen. Weder Anaïs noch ich haben eine Bewegung zu Stande gebracht, die etwas verändert, gemacht, überwunden hätte. Irgendwann sagte ich zu ihr, dass wir wieder auf den Hof gehen müssten, es wäre halb elf, abgemachte Zeit für unsere Gruppenversammlung. Sie sagte: «Ja, lass uns gehen.» Und dann beiläufig, gar nicht altklug, aber schon mit dem Wissen um ein Glas Whisky im Blut: «Weisst du, eigentlich rede ich nie so, wie ich heute mit dir geredet habe.» Ich wusste damals nichts dazu zu sagen. Heute weiss ich, dass Anaïs an den äus-

sersten Rand ihrer Möglichkeiten ging, um sich zu öffnen, sich mir zu zeigen. Nach diesem Morgen blieben uns drei Wochen bis zu den Sommerferien. Ich war jeden Morgen hellwach, überglücklich, um 7:35 den Schulhof zu betreten. Natürlich galt es all das zu verbergen. Anaïs war es vielleicht sogar ähnlich zu Mute, jedenfalls sahen wir uns «zufällig» jeden Tag vor der Schule, in der grossen Pause, mittags, und auch irgendwann nachmittags, wenn sie oder ich fertig waren mit der Schule und Aufgaben zu machen hatten und das erfolgreich zu verschieben wussten. Das folgende Schuljahr würde sich das alles gleich bleiben. Anaïs und ich haben uns nie berührt. Wir haben keine Zärtlichkeiten ausgetauscht. Wir haben uns nicht einmal gesagt, dass wir uns gut leiden konnten. Und dann verging dieses wunderbar unsichtbare Jahr dieser Liebe, die nie existierte, die mich beherrschte, das ganze Jahr lang. Anaïs’ eigener «Maturastreich» kam, sie verliess die Schule. Sie ging, einfach so. Wir haben gemeinsam gefeiert, als ihre Prüfungen vorbei waren. Sie war sehr glücklich, dass sie bestanden hatte. Ich war traurig. Es war die erste Traurigkeit meines Lebens, die immerhin im Nachhinein manchmal auch schön gewesen zu sein scheint. Traurig, dass sie gehen würde, dass ich niemanden mehr hatte, auf den ich mich freuen konnte, wenn ich morgens den Schulhof betrat und meine Zigarette anzündete. Anaïs stand so oft neben mir, rauchte nicht, lachte leise und meinte, dieses Kraut würde mir meinen Tod bringen. Ich habe Anaïs sehr vermisst, vielleicht war mein Schmerz über ihren Verlust so gross, weil er keinen Platz in meinem Leben hatte, keine Worte meine Traurigkeit fassen, keine Gesten meine Wünsche bezeugen durften. Wenn man eine Liebe nie benennt, kann man auch nicht auf sie verweisen. Und dann war Anaïs tatsächlich weg, auf einem anderen Kontinent, erlebte tausend Dinge, von denen ich keine Ahnung hatte, und wurde älter, älter. In dem Masse, wie sich unser Altersunterschied in jenem gemeinsamen Jahr verringert hatte, wuchs er nun wieder. Zugleich schien sie sich mehr für mich zu interessieren als vorher, als wir zusammen sein konnten. Es war wohl die Sicherheit der Distanz gepaart mit der Einsamkeit, alleine in einem fernen Land zu sein. Wir schrieben uns Briefe. Lange, schöne Briefe, ohne Pathetik, aber mit Gefühl. Dann ist unsere Beziehung, unsere Freundschaft, unser Nichts auseinandergefallen, einfach so, und das alles ohne jede Möglichkeit, etwas festzuhalten, denn es war ja nie etwas fassbar gewesen. Es sind so viele Jahre vergangen, seit ich Anaïs zum letzten Mal gesehen habe. Ich habe sie nicht vergessen, ich weiss nicht warum. Manchmal, selten habe ich das Bedürfnis, mich bei ihr zu melden, ihr einen Brief zu schreiben, sie zu sehen, alle Karten auf den Tisch zu legen. Ich mache es nie, denn dann wäre diese Erinnerung an sie und mich ganz reale Vergangenheit, dann hätte ich die Möglichkeit, irgendetwas an unserer Geschichte zu bereuen, und das will ich nicht.

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PORTRAIT trash talk

LIEBE SHAWNE FIELDING Text: Frank Richter, frank@mannschaft-magazin.ch Illustration: Melanie Carrera What the fuck is wrong with you!? Entschuldige den deftigen Einstieg, aber was du auf deinem Twitter- und Facebook-Account von dir gibst, das geht ja gar nicht: eine mediale Schlammschlacht sondergleichen gegen deinen Exmann Thomas Borer. Täglich versprühst du in deinen gehässigen Blogeinträgen mehr Gift als dir der Beauty-Doc pro Monat in die Stirn spritzt. Ob die schweren Vorwürfe in deinen Posts wahr sind, hat nicht die Öffentlichkeit zu entscheiden, sondern die Justiz. Jedoch lässt du die Welt munter an deinen Streitereien teilhaben. Auf deiner Website finden sich Gerichtsurteile, Briefe von Anwälten und Notrufaufnahmen, die angeblich belegen, dass du geschlagen wurdest. Gespickt ist das Ganze mit herzigen Fotos deiner Kinder oder einer Ente, die sich auf deinem Balkon eingenistet hat. Eine ziemlich beängstigende Mischung. Fast schon tragisch/komisch ist der Spendenaufruf im Blogeintrag von Anfang Mai. Deine Wohnung kostet pro Monat 8'000 Franken. Du brauchst ausserdem Geld für das Betreuen der Kinder, für Kleider, Krankenkasse, AntiAging-Cremes, Anwälte etc. Von deinem Exmann erhältst du pro Monat 45'000 Franken Alimente. Und das reicht nicht?! Shame on you Shawne. Weisst du, wie hart normalsterbliche Menschen für 45'000 Franken arbeiten müssen? Ich muss beispielsweise ganze DREI Kolumnen dafür schreiben! Ach Shawne, momentan ist es schwer, dich zu mögen. An den Mister-GayWahlen kamst

du eigentlich sehr sympathisch rüber. Shawne, das sexy blonde Dummchen, die ehemalige Miss Texas, die in ihrer Rolle als Jurorin Männer auf einer Skala von eins bis zehn bewertet. Männer, die schwul und grösstenteils halb so alt sind wie du notabene. Trotzdem, du gabst das Bild der idealen Fag Hag ab. Die Art von Freundin, mit der man morgens um 10.30 Uhr ein Glas Moët trinkt, während einem der Beauty-Doc die dritte Ladung Botox in die Krähenfüsse spritzt. Schliesslich will Frau gut aussehen, wenn sie als «Model», Society Lady und Teilzeitmutter unterwegs ist. Und mal abgesehen davon, dass du deine Kinder nur jedes zweite Wochenende siehst, gäbe es doch so viele Gründe zum Glücklichsein: Osama Bin Laden ist tot, du hast 550 Twitter-Follower, die sich für jeden digitalen Firlefanz interessieren, den du ins Netz stellst, plus du bist noch immer die heisseste MILF an Zürcher Cüpli-Partys (selbst Jet-Set-Tusse Vera Dillier mit gemachter Nase kommt optisch nicht an dich ran). Erst letzthin durfte das Zürcher Partyvolk deine Schönheit an der White Party bestaunen. Lustigerweise gab es diesmal keine Fotos davon. Macht sich halt nicht so gut, wenn man sich mehr um die Kinder kümmern möchte, am Wochenende aber bis in die Puppen tanzt und das dann auf Tilllate landet. Blogg doch wieder mal über was Schönes, Shawne. Und damit mein ich jetzt nicht zwangsläufig photoshop-gepimpte Bilder deines Antlitzes. Ich wäre schon mit EINER Statusmeldung zufrieden, die nicht gegen deinen Ex gerichtet ist. Zum Beispiel was in diese Richtung: «This is Shawne. I just had lunch with Djamila Rowe. So much fun.» Auch folgende Meldung würde mir gefallen: «Wanted to inform you my dear fans that I sent in my application for the Dschungel-Camp on RTL. Australia, here I come.» Oder wie wäre es mit folgendem Tweet? «Hi all. Ig habe in die Migros Club School ein Deutshcourse gebugt. Endlig kann ig understehen, was der Menschen von mir sagen und shreiben. And I must say: Dieser guy von die Mannschaft Magazine ist eine Arschlog.» Da hättest du natürlich Recht, Shawne. Aber was tun wir nicht alles fürs Geld? Grüsslichst, Frank

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h re. b is 25 Ja Fü r a lle

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Konzept und Gestaltung: komet.ch, Fotografie: chouchoux.ch

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