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M A LT E S E R U K R A I N E TÄTIGKEITSBERICHT


TÄTIGKEITSBERICHT 2018

Malteser Hilfsdienst in der Ukraine wul. Bohomolzja 8/2 79005 LwiwUkraine Tel./Fax: +380 32 275 1200 E-Mail: malteser@malteser.lviv.ua Internet: www.malteser.ua Tekst und Bild: © Malteser Hilfsdienst in der Ukraine 2019 Umschlag: Anna Makać СHRISTUS, DER GUTE HIRT die internationalen ikonenworkshops in Nowica / Poland, 2015


was wir machen Die Malteser in der Ukraine engagieren sich für Kinder in Not, helfen den armen und einsamen alten Menschen, sowie behinderten Menschen, die schwach sind und den Menschen, die in kritischen Situationen Schutz brauchen. Wir leisten ihnen regelmässige und ständige Unterstützung, da wir immer die Situation im sozialen Bereich im Blick haben und problemorientierte Lösungen anbieten.

was wir wollen Gegründet durch den Malteserorden bleibt der Malteser Hilfdienst seinen 900-jährigen Traditionen treu und hält sich an den Malteser Leitsatz “Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen”. Die Malteser genießen einen guten Ruf unter den wohltätigen Organisationen in Europa und der Ukraine und bemühen sich, verantwortungsbewusst Waisen, Kranke und Arme tatkräftig zu unterstützen. Auf diese Weise vermitteln sie die Kraft der christlichen Liebe in der modernen Welt.


“Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen” lautet der unveränderliche Leitsatz des Malteserordens. Die Malteser Werke wurden vom Orden gegründet und sind Träger von dessen kulturellem Erbe. In der Ukraine waren die Malteser seit 1993 durch Vereine des Maltijska Slushba Dopomohy (Malteser Hilfsdienstes) vertreten. 2008 wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Orden und der Ukraine aufgenommen. Bevor wir uns der Zeitgeschichte des Ordens und seiner Werke widmen, wäre es wichtig, einen kurzen historischen Überblick über dessen Gründung und Tätigkeit zu geben. Souveräner Ritter und Hospitalorden vom heiligen Johannes von Jerusalem von Rhodos und von Malta – so lautet seit 1936 der offizielle Name des Malteserordens. Seit Konstantin dem Großen (R 306-336) und Entdeckung des Heiligen Grabes waren die Blicke der christlichen Welt auf das Heilige Land und Jerusalem gerichtet. Die Ströme der Pilger kamen nie mehr zum Erliegen. Um die ferne und gefährliche Reise zu erleichtern, wurde ein Netz von Stützpunkten eingerichtet, wo Wallfahrer Unterkunft und Verpflegung, die Armen Almosen und die Kranken medizinische Hilfe bekommen konnten. Als die Kreuzritter Jerusalem 1099 während des ersten Kreuzzuges einnahmen, fanden sie dort ein Spital des Hl. Johannes mit bis zu 2.000 Plätzen. Dort wurden Verwundete und Kranke unabhängig von ihrem Glauben nach Vorgaben der damals fortschrittlichen arabischen Medizin behandelt. Das Spital wurde vom Fra’ Gerhard (1120) geführt, ihm standen Mönchsbrüder als Personal zur Seite. Nach der Einnahme von Jerusalem schlossen sich ihnen zahlreiche Kreuzritter an, und bald gab es ähnliche Spitäler auch andernorts. 1113 wurde in der päpstlichen Bulle der Statut der Mönchsbruderschaft bestätigt, dessen Glaubensregeln drei Gelübde – Keuschheit, Armut und Gehorsam – beinhalteten. Neben den Spitälern und Unterkünften waren zu dieser Zeit im Heiligen Land noch 50 Festungen im Besitz der Bruderschaft. Die Notwendigkeit, die europäischen Pilger, welche im palästinensischen Hafen Jaffa ans Land gingen und nach Jerusalem unterwegs waren, in Schutz zu nehmen, führte zur zunehmenden Militarisierung, welche zwei


GESCHICHTE DES MALTESERORDENS

weitere Gründe hatte: Schutz das Grab des Herrn zu schützen und die Gegend von Räubern und Ungläubigen zu räumen. All das machte die Johanniter zur kampffähigen militärisch-religiösen Organisation, die zusammen mit den Tempelrittern das Königreich Jerusalem verteidigte. Die Johanniter entwickelten sich nun zu einem religiösen Ritterorden und bildeten zusammen mit den Templerrittern eine schlagkräftige Truppe zum Schutz des Königreichs Jerusalem. In dieser Zeit wurde im Namen der Gemeinschaft das Wort “Bruderschaft” durch “Orden” ersetzt. Die ersten Zeugnisse für die Beteiligung des Ordens am Krieg gegen die Ungläubigen werden mit 1137 datiert. Kurz danach spielte der Orden eine entscheidende Rolle in den Siegen der Kreuzritter bei Askalon (1154) und Akkon (1191). Nachdem Akkon, der zweite Hauptsitz der Johanniter und das Bollwerk des Christentums im Heiligen Land, 1291 durch ägyptische Mamluken erobert wurde, übersiedelte der stark dezimierten Orden nach Zypern. 1306 eroberten die Johanniter Rhodos, eine fruchtbare Insel mit vielen bequemen Häfen nahe an den möglichen Kampfplätzen mit Moslems. Der Umzug war bis 1310 abgeschlossen. Nach Auflösung des Templerordens im Jahr 1312 verfügte Papst Clemens V. die Übertragung des Besitzes der Templer auf die Johanniter. In den folgenden 200 Jahren auf Rhodos haben sich die klare hierarchische Struktur des Ordens und seine Regeln endgültig etabliert. Die militärische Organisation war dem Papst unterstellt, genoss die Rechte eines Staates und war von jeglicher weltlicher Macht absolut unabhängig. Bald wurden

Tätigkeitsbericht

auf Rhodos ein großes Spital, Palast, Schulen und Festungsanlagen errichtet. Die Flotte wurde ausgebaut und modernisiert. Die Johanniter führten auch weiterhin Kriege gegen Türken und Mamluken und überfielen bei gelegentlichen Streifzügen die Küsten von Kleinasien, Ägypten und der Levante. 1480 konnten die Ordensritter die Belagerung durch das Heer des osmanischen Sultans Mohammed II. Unter großen Verlusten und Verwüstungen aushalten. 1522 mussten sie aber nach sechsmonatiger Verteidigung gegen die Truppen Sultans Süleyman des Prächtigen kapitulieren und die Insel Rhodos verlassen. Die überlebenden Ritter erhielten nach dieser Belagerung freien Abzug und durften ihre Fahnen, Reliquien, Archive und Kriegskanonen mitnehmen. Sieben lange Jahre suchten die Ordensbrüder nach einem neuen Sitz. Erst 1530 übergab Kaiser Karl V. auf Drängen von Papst Clemens VII. die Insel Malta mitsamt anderen Inseln des Archipels den Johannitern als Lehen. Dafür sollten die Ritter das Mittelmeer gegen Türken und nordafrikanische Korsaren verteidigen und Neutralität in europäischen Konflikten wahren. Der Orden diente Westeuropa mehr als zwei Jahrhunderte lang als Schutz vor osmanischer Weltmacht und bekam immer wieder finanzielle Hilfen vom Festland. 1565 kam es erneut zu einer Auseinandersetzung mit den Truppen von Süleyman dem Prächtigen. Es begann die sogenannte “Große Belagerung”, die sich zu einer der größten Schlachten zwischen Christen und Moslems entwickelte. Der Sieg der europäischen Waffen markierte den Wendepunkt für die türkische Herrschaft im Mittelmeerraum.


GESCHICHTE DES MALTESERORDENS

Auf Malta setzte eine Blütezeit ein. Die Seeakademie gehörte damals zu den besten weltweit, die dortigen Ärzte genossen den besten Ruf in ganz Europa, das Kollegium bekam den Status einer Universität, und die Bibliothek in der Hauptstadt La Valetta beherbergte eine der größten Buchsammlungen der damaligen Zeit. Seit Mitte des 16. Jh.s entwickelte sich Malta zu einem Zentrum der Wissenschaft – hier konnten sich Gelehrte aus Europa mit ihren Kollegen aus Ländern des Orients austauschen. Nach dem Umzug nach Malta bürgerte sich allmählich die Bezeichnung „Malteserorden“ für den Johanniterorden ein. Doch die Verteidigung des Ordensbesitzes im Mittelmeer und die Aufgabe, christliche Schiffe zu schützen, zehrten stark am Ordensvermögen. Zusätzlich wurde der Orden durch die Reformation geschwächt. Die Abspaltung der Anglikanischen Kirche bedeutete das Ende für den Orden in England. In Deutschland wurde die bereits seit 1382 weitgehend unabhängige Ballei Brandenburg im Zuge der Reformation protestantisch. Eine formelle Trennung vom Orden erfolgte jedoch nicht. Dies markierte den Anfang der evangelischen Zweigs des Ritterordens, der nunmehr als Johanniterorden – im Gegensatz zum katholischen Malteserorden – bekannt wurde. Heute erkennt der Malteserorden die Allianz der evangelischen Johanniterorden in Deutschland, Schweden, Großbritannien und den Niederlanden als Ritterorden des heiligen Johannes mit „gemeinsamer Geschichte und gemeinsamem Auftrag“ an. Sie bleiben jedoch kirchenrechtlich vom Malteserorden getrennt. Im 16. und 17. Jh. spielten die Ordensritter unter

Tätigkeitsbericht

portugiesischer, spanischer oder Französischer Fahne eine große Rolle bei der Kolonisierung von Kanada, Indien, Brasilien oder den Antillen. Mit Änderung der geopolitischen Pläne Frankreichs, das gerade eine Allianz mit dem Osmanischen Reich anstrebte, waren die Aktionen der Ritter gegen die Türken nicht mehr erwünscht. Mit der Zeit verlor der Orden seine führenden Positionen in Europa. Im 18. Jh. setzte der Niedergang der Ordensflotte ein, die Moral der Brüder ließ stark nach. Die ethnischen ukrainischen Gebiete waren seit dem 16. Jh. mit der Geschichte des Malteserordens verbunden. Eine wichtige Rolle spielten hier die Fürstenhäuser Ostrogski, Zaslawski und Sanguschko. Janusz Ostrogski vermachte den großen Teil des Familienbesitzes dem Malteserorden für den Fall, wenn sein Geschlecht aussterben sollte. 1797 wurde auf den ukrainischweißrussischen und polnischen Gebieten, die nach den Teilungen Polens an Russland gefallen waren, ein Großpriorat des Malteserordens gegründet, zu dem das römischkatholische und das russischorthodoxe Priorat gehörten. Bald wurden dem Orden alle Besitztümer der Jesuiten in Polen zugeschlagen. Die Französische Revolution mit ihren starken antiklerikalen Tendenzen bedeutete das Ende des Malteserordens in Frankreich. Mit dem Beschluss des Konvents verlor dort der Orden sein gesamtes Vermögen; die Ordensmitglieder wurden des Landes verwiesen. 1798 vertrieb Napoleon den Orden während seines Ägyptenfeldzugs von Malta. Da die Malteser gemäß dem Vertrag von 1530 keinen Krieg mit anderen Christen führen durften, übergaben sie die strategisch wichtige Insel


kampflos an Napoleon. Der Großmeister Ferdinand von Hompesch legte kurz darauf sein Amt nieder, und die Malteserritter emigrierten größtenteils nach Russland. Dort wählten sie den Zaren Paul I. im Dezember 1798 gegen die Bestimmungen des Ordensstatuts zum neuen Großmeister. Die Wahl des verheirateten Zaren, der nicht katholisch und nicht an Mönchsgelübde gebunden war, zum Großmeister eines katholischen Ritterorden wurde vom Heiligen Stuhl nicht anerkannt. Nach der Ermordung von Paul I. im März 1801 zeigte sein Nachfolger Alexander I. Keinerlei Interesse für die Tätigkeit des Ordens. Papst Pius VII. ernannte 1803 den Sizilianer Giovanni Battista Tommasi zum neuen Großmeister, und der Sitz des Ordens wurde nach Catania verlegt. 1817 wurde der Orden im Russischen Reich per Dekret von Alexander I. aufgelöst. Im 19. Jh. wurde der gesamte Ordensbesitz auch in Deutschland, Spanien und Italien eingezogen. 1834 verlegte der Orden seinen Sitz nach Rom, wo er sich auch heute befindet und einen exterritorialen Status hat. In der zweiten Hälfte des 19. Jh.s entwickelt sich der Malteserorden zu einer großen internationalen katholischen Hilfsorganisation. Er gilt aber auch als souveräner Staat, der seine Neutralität deklariert. Der Malteserorden unterhält diplomatische Beziehungen zu 104 Staaten und ist bei UNO, EU, UNESCO, WHO sowie anderen internationalen Organisationen vertreten. Der Statut von 1961 erlaubt die Aufnahme in den Malteserorden auch von Nichtadeligen. Heute ist die soziale Orientierung ein wichtiger Schwerpunkt für den Orden.

Bedeutende Ziele im 20. Jh. Waren u.a. Bekämpfung der Lepra, Hilfe für Flüchtlinge, Hilfeleistungen bei Natur- und technischen Katastrophen sowie bei Waffenkonflikten. Die Hilfsprojekte des Ordens werden durch zahlreiche Spenden von kirchlichen und gesellschaftlichen Organisationen und Privatpersonen sowie Immobilienerlöse in vielen Ländern der Welt finanziert. Diese von der Nächstenliebe getragenen Ziele, die die ersten Hospitalritter im 11. Jh. Inspiriert haben, sind nicht verloren gegangen, sondern zu einer moralischen Norm geworden. Der Ordensgründer Fra’ Gerhard sagte: “Unsere Gemeinschaft wird ewig sein, da der Boden, in den diese Pflanze ihre Wurzeln schlägt, das Leid dieser Welt ist, und es immer Menschen geben wird, die dienen wollen, um dieses Leid zu lindern!”


Die Tätigkeit in der Ukraine nahmen die Malteser im Dezember 1990 in Lwiw und Iwano-Frankiwsk im Rahmen der winterlichen humanitären Hilfsaktion aus Deutschland auf. Am 23. Februar 1993 wurde auf Initiative des Souveränen Malteserordens und des Deutschen Malteser Hilfsdienstes e.V. der Wohltätigkeitsverein Malteser Hilfsdienst in Lwiw gegründet. Fast gleichzeitig wurden Vereine in Iwano-Frankiwsk, später in Beregowo und Mukatschewo sowie in der Hauptstadt Kiew gegründet. 2013 haben sich die Vereine im Dachverband “Malteser Hilfsdienst Ukraine” zusammengeschlossen. Der wichtigste Tätigkeitsbereich für unseren Verein ist Hilfe für Kinder in Not, für arme und bedürftige alte Menschen, für Rollstuhl-Behinderte, für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sowie für Kinder und Mütter in kritischen Situationen. Die Suppenküche war das erste Projekt der Malteser. Bis heute wurden ca. 4 Mio. Portionen ausgeteilt. Für Besucher der Suppenküche, und das sind meistens mittellose einsame bedürftige Senioren, werden zudem jedes Jahr Weihnachtsessen und Osterfrühstück serviert. 2007 haben wir ein neues Projekt gestartet – bei “Essen auf Rädern” handelt es sich um Zustellung von warmen Mahlzeiten an Bedürftige, die in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind. Seit Jahren stehen die Malteser auch den Kinderheimen und Waisenhäusern bei Lösung von akuten Problemen zur Seite, seien es Renovierungsarbeiten in Schlafräumen, Küchen, sanitären Anlagen oder Unterrichtsräumen, Versorgung mit Inventar, technische Ausstattung der Zahnstationen, Sportsälen, Bibliotheken, Auswechslung von Betten, Geschenke für Kinder oder die jährliche Aktion “Der Heiliger Nikolaus für Kinder in Not“. Bevorzugt wird in Projekte investiert, die man als “Hilfe für Selbsthilfe” bezeichnen kann, wie z.B. Beschaffung eines Traktors oder Bienenstöcke, Einrichtung einer Schneiderwerkstatt, einer Tischlerei, einer Fahrrad-Reparaturwerkstatt o.ä. Wichtig für uns ist auch, für Kinder aus den Heimen Möglichkeiten für Kontakt zu ihren Altersgenossen zu schaffen. Dazu gehören Gespräche mit Volontären, Ausflüge, Sportwettbewerbe, Unterhaltungsshows mit Bildungsinhalten, Kreativ-Workshops. Wir setzen auch Programme um, die zum Zweck die Bildungs-und Kulturarbeit haben. Nach den ersten Reformen im Internatwesen in der Ukraine (Kinder- und Waisenheime) pflegen wir weiterhin Kontakte zu unseren Kuranden und unterstützen sie. Seit über 15 Jahren arbeiten wir


DIE MALTESER IN DER UKRAINE

Tätigkeitsbericht

mit Rollstuhlfahrern und organisieren die jährlichen Sommerlager und Wallfahrten zu den Pilgerorten in der Ukraine und im Ausland, kümmern uns täglich um die soziale und psychologische Teilhabe der Behinderten. 2009 haben wir das Förderprogramm für Familienkinderheime sowie die Zusammenarbeit mit den Zentren für kinderreiche Familien und einigen Krisenzentren für Mutter und Kind gestartet. Wir arbeiten zudem an den Ausbildungsprojekten für Malteser Jugend. Seit 1995 veranstalten die Malteser die Pilgerfahrt für Jugendliche nach Uniw mit, die jährlich im Mai im dortigen Kloster stattfindet. An der Pilgerfahrt nehmen auch die behinderten Personen teil. Außerdem haben wir Erfahrungen bei unterschiedlichen Hilfsaktionen. Wir haben z.B. Hilfe für die Opfer des Hochwassers in Transkarpatien, humanitäre und psychologische Hilfe für die Binnenflüchtlinge aus der Ostukraine geleistet, die Rehabilitationsmaßnahmen Veteranen unterstützt, Schulungen und Fortbildungen im Bereich Erste Hilfe und vorärztliche Hilfe, sowie Geräte für künstlichen Blutkreislauf finanziert, die bei Operationen an Neugeborenen eingesetzt werden können.

Die Vertreter des Malteser Ordens erhalten vom Metropoliten der unierten Kirche Wolodymyr Sterniuk den Segen für ihre Hilfsaktionen in der Ukraine, Dezember 1989


Der wichtigste Aspekt der diplomatischen Tätigkeit des Souveränen Malteser Ordens kann am besten mit dem Begriff „humanitäre Diplomatie» beschrieben werden. Die Idee der humanitären Diplomatie entstand aus den harten Erfahrungen des Internationalen Komitees vom „Roten Kreuz“ während des Zweiten Weltkrieges. Solcher bewaffneter Konflikt erschwerte es oft, die Menschenrechte und Menschenwürde zu schützen. Nicht nur Kriegsgefangene, sondern auch ganze Völker und Volksgruppen mussten schwer leiden oder unterlagen der Vernichtung. Eben mit diesem Hintergrund entstand die humanitäre Diplomatie des Malteserordens mit all ihren Besonderheiten. Die Mission des Maltheser Ordens besteht darin, den Dialog zwischen dem Volk und der Regierung aufrecht zu erhalten und damit zur friedlichen Weltordnung beizutragen. Darüber hinaus setzt sich der Orden mit der schwierigen Lage , in der sich Millionen Flüchtlinge aus aller Welt befinden, auseinander und widmet sich auch den Schwierigkeiten, welche die Länder haben, in denen die Flüchtlingzahl ständig wächst. Ein weiteres Prinzip des Malteserordens ist der Glaube daran, dass humanitäre Aktivitäten zusätzliche Impulse in den geistigen Werten finden können und sollten. Diese Idee eröffnet eine neue Perspektive, die es möglich macht, zusammen mit enstsprechender Koordinierung von Maßnahmen neue, bisher nicht vorhersehbare Synergien für die Lösung von kritischen Problemen zu entwickeln. Es ist jedoch sehr wichtig, das entscheidende Leitprinzip des Malteser-Ordens zu betonen, dass seit seiner Gründung vor mehr als 900 Jahren gültig ist. Ein religiöses Prinzip die humanitäre Organisationen stärker machen, darf aber nicht diskriminierend sein. Die humanitäre Diplomatie des Ordens beruht auf Unabhängigkeit, Neutralität und verzichtet auf territoriale Ansprüche und kommerzielle Interessen. Dies spielt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung und Unterstützung von Projekten, die darauf abzielen, bedürftigen Menschen ohne jegliche Diskriminierung Hilfe zu leisten. Im vergangenen Jahr feierten der Orden und die Ukraine 10 jähriges Jubiläum gegenseitiger diplomatischen Beziehungen. Ich denke, dass die Beziehungen zwischen unseren beiden Staaten als großartig und produktiv bezeichnet werden können. Unsere Botschaft unterhält ständige Kontakte zu politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Institutionen der Ukraine. Dies erleichtert insbesondere die Organisation von Konferenzen und Vorträgen über die Aktivitäten und die Geschichte des Malteserordens. Wir arbeiten auch an einem Kooperationsabkommen mit der ukrainischen Regierung im humanitären Bereich. Wir haben hohe Erwartungen, dass diese Initiativen das Ansehen des Malteserordens in der Ukraine stärken und tägliche humanitäre Aktivitäten unterstützen wird, welche das Malteser-Dienst Ukraine sehr professionell und mit grosser Hingabe ausführt. Hier möchte ich die Gelegenheit nutzen, und mich bei dem Leiter des Malteser Hilfsdienstes der Ukraine, Herrn Pavlo Titko sowie bei allen seinen Mitarbeitern, Freiwilligen und Sponsoren für ihre Unterstützung und ihr Engagement zu bedanken. Ich möchte mich für Ihre unschätzbare Aufopferung bedanken, mit der sie an Ihre harte Arbeit täglich herangehen. Besonderer Dank gilt Ihnen für all das, was Sie in diesen 28 Jahren in der Ukraine haben. Aber die Zukunft stellt vor uns jedoch immer neue, immer höhere Ziele, und aus diesem Grund möchte ich Sie im Namen unserer Botschaft versichern, dass wir auch weiterhin Sie unterstützen und unsere Zusammenarbeit mit neuen und produktiven Synergien bereichern werden. Seine Exzelenz Antonio Gazzanti Pugliese di Cоtrone, Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter des Souveränen Ritter- und Hospitalordens vom Heiligen Johannes von Jerusalem von Rhodos und von Malta


PROJEKT „PSYCHOSOZIALE REHABILITATION“ Gemeinsam mit unseren Partnern Malteser International konnten wir die Finanzierung für das Projekt «Psychosoziale Rehabilitation von Opfern des Militärkonfliktes in der Ukraine“ bekommen. Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt finanziert. Es ist auch erwähnenswert, dass dies das einzige Malteser International-Projekt außerhalb von Afrika und Asien ist. Möglich wurde dies nur durch die Präsenz des Malteser Hilfsdienstes in der Ukraine. Seit Juli 2015 arbeitet ein Team von über 80 Fachleuten in den Zentren für professionelle psychologische Unterstützung im Osten der Ukraine und in der Region Kyiv. Dies sind Mariupol, Volnovaha, Sewerodonetsk, Shastia, Kramatorsk, Druzhkivka, Pokrovsk und die Stadt Kiew. Binnenflüchtlinge erhalten kostenlose rechtliche, psychologische und soziale Unterstützung. Bei den Schulungen, Seminaren und Gesprächsrunden erhalten die Lehrer, Beamte, Sozialarbeiter und Freiwillige Grundkenntnisse und Fertigkeiten in erster medizinischen Hilfe, Psychologie und Sozialarbeit mit den Binnenflüchtlingen. In diesen Zentren arbeiten Psychologen, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, Rechtsanwälte; Einige von ihnen sind Experten bei den internationalen Organisationen und gehören den Grämien auf lokaler und nationaler Ebene. Die Aktivitäten der Zentren entsprechen internationalen Standards und basieren auf bewährten Praktiken, insbesondere von Israel Trauma Coalition, von WHO und von UNICEF. Das Projekt wird von MHD in Zusammenarbeit mit der NGO «Ukrainische Assoziation der Fachleute für die Behandlung von Folgen traumatischer Ereignisse» und der Nationalen Universität „KiewMohyla-Akademie“.

Tätigkeitsbericht


MINISTER BESUCH 2016 besuchten drei Außenminister Pavlo Klimkin (Ukraine), FrankWalter Steinmeier (Deutschland) und Jean-Marc Ero (Frankreich) im Rahmen des Staatsbesuchs im Osten der Ukraine das Zentrum für psychosoziale Rehabilitation in Slowjansk. Sie hatten Gespräche mit den Mitarbeitern des Zentrums sowie mit den Teilnehmern verschiedener Reha-Programme. Auch der deutsche Generalkonsul in Donezk, Wolfgang Mösinger, hat uns mehrfach besucht.

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KINDER AUS DEM OSTEN Dank unserer Partner – den Schweizer Rotariern – ist es uns gelungen, ein Rehabilitationsprogramm für Kindergruppen aus dem Osten der Ukraine sowie aus der Grauzone einzurichten. Die Kinder kamen nach Lemberg in kleinen Gruppen mit ihren Betreuern und Psychologen, die zuvor mit ihnen gearbeitet hatten, und sie auf dieser Reise begleiteten. Hier wartete auf sie ein sehr reichhaltiges und abwechslungsreiches Programm, welches die Malteser sorgfältig vorbereiteten. Daher wurde diese Reise nicht nur zu einem interessanten und aufregenden Abenteuer, sondern diente zur echten Rehabilitation und Sozialisierung, sowie zu einem Umlerneprozess der Kinder. Es gab Fälle, wo die Kinder zum ersten Mal lachten und einfach sorglos spielten und die Mentoren sagten dazu „wie Kinder“. Denn in letzten Jahren sind sie auf einmal zu „erwachsenen“ Kindern geworden und hatten selten die Gelegenheit aufrichtig und sorglos zu lachen.


MALTESER FREIWILLIGER RETTUNGSWESEN Diese Tätigkeit wurde durch das Projekt „ Entwicklung eines freiwilligen Rettungsdienstes in der Ukraine“ (2015-2018) begonnen und mit finanzieller Unterstützung des Programms der Polnischen Zusammenarbeit des Auswärtigen Amtes, als auch des Souveränen Ritterordens von Polen (Zakon Maltański Polska /Order of Malta Poland) durchgeführt. Jeder von uns kann sich in einer Situation befinden, in der eine andere Person unsere Hilfe benötigt. Daher sollte jeder wissen, wie er sich verhalten soll, bis professionelle Hilfe kommt. Deshalb sind die Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich der ersten Hilfe und Rettungsmassnahmen eine sehr wichtige Angelegenheit. Die Erfahrung der EU-Länder zeugt davon, dass freiwilliges Rettungswesen die wichtigste Unterstützung für den staatlichen Rettungsdienst ist. Es gewinnt bei Katastrophen und Naturkatastrophen immer an Bedeutung. Ausgebildete Freiwillige mit entsprechender Ausrüstung können die Massnahmen des Rettungsdienstes, der Feuerwehr, der Polizei und anderer Dienste wirksam unterstützen und mit ihnen zusammenarbeiten. In der Ukraine organisieren Malteser jedes Jahr Manöverwettbewerbe statt, an denen Mannschaften aus Polen, Ungarn und Deutschland teilnehmen.

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MALTESER FREIWILLIGER RETTUNGSWESEN In letzter Zeit entwickelte sich in der Ukraine ein freiwilliges Rettungsdienst Gruppen von freiwilligen Helfern entstanden in IwanoFrankiwsk, Lemberg, Kyiv, Mariupol, Zaporizhya, Yuzhnoukrainsk und anderen Städten. Mit der Finanzierung von Renovabis, Malteser Deutschland und ukrainischen Gebern wurde in Ivano-Frankivsk ein Logistikzentrum für freiwillige Rettungsaufgaben eingerichtet. 2017 startete ein Pilotprojekt zur Einrichtung von Jugendrettungstrupps in allgemeinbildenden Schulen in Ivano-Frankivsk und der Region. Fehlende gesetzliche Regelungen in diesem Bereich hindern die Entwicklung eines Systems von Rettungsmassnahmen sowie Ausarbeitung eines effektiven Modells für die Zusammenarbeit zwischen den staatlichen und freiwilligen Rettungsdiensten in der Ukraine. So wurde 2018 in Kiew eine internationale Konferenz «Entwicklung eines zivilen Systems von freiwilligen Rettungsmassnahmen in der Ukraine» organisiert. Die Veranstaltung wurde vom Malteser Hilfsdienst der Ukraine, dem Zakon Maltański Polska, Malteser Sanitätsdienst Dienst Polens in Zusammenarbeit mit der Universität „ Kyiv Mohyla Akademie“ organisiert. Während der Konferenz tauschten Experten aus der Ukraine, Polen, Deutschland und Italien ihre Erfahrungen im Bereich der freiwilligen Rettungsmassnahmen aus.

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ERSTE HILFE Seit 1993 führt MHD Erste-Hilfe-Kurse durch. Junge Menschen zeigen aktives Interesse, wenn es darum geht, das Leben von Menschen in kritischen Situationen zu retten. Schüler, College- und Universitätsstudenten erkennen ihre moralische und christliche Pflicht, denjenigen zu helfen, die in Gefahr sind. Erste-HilfeKurse sind für die Menschen bestimmt, die keine medizinische Ausbildung erhalten haben. Das Wichtigste an diesem Kurs ist es, praktische Fähigkeiten und Erfahrungen zu erwerben, um den Menschen in einer kritischen Situation schnell helfen zu können. In der ukrainischen Zivilgesellschaft ist dieses Wissen sehr nachgefragt, und wir versuchen, allen zu helfen, welche die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse erwerben möchten. In 5 Lemberger Schulen unterrichten Lehrer, die unseren ErsteHilfe-Kurs absolviert und enstsprechende Ausbildung erhalten haben. Unser Programm umfasst auch Erste-Hilfe-Schulungen, Unterstützungsmassnahmen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, sowie für schwangere Frauen und Kinder. Die Schulungen werden im Rahmen des internationalen Projekts des Maltesischen Hilfsdienstes der Ukraine und des Maltesischen Sanitätsdienstes in Polen durchgeführt. Das Projekt wird mitfinanziert im Rahmen eines Entwicklungsprogramms des polnischen Außenministeriums.


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SCHULBIBLIOTHEK

Die Malteser in Lviv kümmern sich um ein grosses, noch zu k-u.-k Zeiten erbautes Haus im Stadtzentrum, in dem ein Internat untergebracht wurde. In der Ukraine wird die Reform des Internatssystems schrittweise umgesetzt, und jetzt funktioniert diese Einrichtung als allgemeinbildendes Lyzeum «Prosvita». In dem Lyzeum gibt es auch ein Kinderzentrum, der rund um die Uhr geöffnet ist. Dort befinden sich die Waisenkinder, Kinder, denen die elterliche Sorge fehlt und Kinder, die sich in schwierigen Lebensbedingungen befinden. Man kann mit Sicherheit sagen, dass diese Bildungseinrichtung mit Recht als ein Vorbild dienen kann. Hier arbeitet ein großartiges Team von Fachleuten. Mit Hilfe unserer Partner aus der Schweiz (Privatinitiative SMILE), die ein Konzept für die Umsetzung solchen Projekte ausgearbeitet haben, – ist es uns in den letzten fünf Jahren gelungen, eine hervorragende für das Leben und die Ausbildung von Kindern geeignete Infrastruktur zu schaffen. Zu den letzten Leistungen zählen Mediathek, Tagungsraum; Kunstatelier und Tischler Werkstatt, Lernküche und Cafeteria. Und, natürlich – willkommen in der gemütlichen Kinderbibliothek!


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MEDIATHEK

Wir haben immer dafür gesorgt, dass Kinder Zugang zu guten Büchern haben, und haben große Bildungsprojekte umgesetzt. In der modernen Welt spielen auch Multimedia und moderne Technologien eine besondere Rolle im Bildungs und Erkenntnisprozess. Unseren Schülern steht modern eingerichteter und bequemer interaktiver Multimedia-Raum mit einer großen Leinwand und einem leistungsstarken Projektor, eine Reihe von Tabletts sowie eine aktuelle Sammlung verschiedener Medien zur Verfügung.


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KUNSTATELIER

Wir haben stets die Entwicklung der Kreativität unserer Kinder im Auge, ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten. Dieses Mal haben wir uns den schönen Künsten zugewandt. Das Kunstatelier soll vor allem für jene Kinder und Jugendliche attraktiv sein, welche die Welt vor allem visuell wahrnehmen. In dieser Welt herrschen Farben, Staffeleien, Pinseln und große Künstler der Vergangenheit. Und jemand wird versuchen, zum ersten Mal eine eigene Ikone zu malen.


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TISCHLERWERKSTATT Eine junge Person, die gerade anfängt, ihre Identität, ihre Weltanschauung und ihre Zukunft zu gestalten, muss auch mal Gelegenheit haben, sich als Meister zu fühlen, der mit eigenen Händen etwas materielles schaffen kann. Es ist wichtig, dem Kind dabei zu helfen, etwas selbst zu kreieren oder einem Gegenstand ein individuelles Merkmal zu geben, zum Beispiel, es zu dekorieren. Tatsächlich ist jedoch klar, wie Wissen und handwerkliches Können selbst in unserer modernen technologischen Welt dazu beitragen, alltägliche Schwierigkeiten zu verstehen und diese entsprechend zu bewältigen. Dieses Können bildet die Grundlage für ein harmonisches Verständnis der Arbeit, der Welt und unserer Möglichkeiten in dieser Welt. In unserer Tischlerwerkstatt können Sie Glas, Holz, Metall, Keramik schnitzen, gravieren, schneiden, bohren und viele wunderbare Dinge schaffen. Hier stehen den Kindern zur Verfügung Multifunktionsgeräte der besten europäischen Hersteller: Bosch, Dremel, Proxxon und modern ausgestattete Arbeitsplätze.


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KÜCHE UND CAFETERIA Kinder, die nicht in der Familie aufgewachsen sind, verfügen nicht über grundlegende Haushaltskenntnisse, insbesondere beim Kochen. Dies ist eine Folge des alten Internat Systems, für welches mangelhafte Befriedigung von Grundbedürfnissen der Kinder typisch war. Im Unterricht versuchen die Lehrer, den Mangel an Wissen und Fertigkeiten auszugleichen, dies aber reicht nicht aus. Daher haben wir beschlossen, dieses Problem unkonventionell zu lösen. In zwei benachbarten Räumen haben wir eine geräumige Cafeteria und eine Küche eingerichtet, die professionell ausgestattet ist: hervorragende Kochmöglichkeiten, elektrische Öfen, Kühlschränke und eine Sitzecke. Jetzt werden Kochkurse für ältere Schüler angeboten, hier finden verschiedene Treffen und Feiern statt. Im Cafébereich können Sie sich abends entspannen und bei einer Tasse Tee sich unterhalten, ein Buch lesen und sich mit Freunden eine Fernsehsendung oder einen Lieblingsfilm ansehen. Wir danken wieder unseren SMILE-Freunden!


BERGE RUFEN Kinder und Jugendliche haben Reisen und Abenteuer immer geliebt. Besondere Freude bereiten die sorgfältig vorbereiteten weite Reisen und Wanderungen, die mit echten Herausforderungen, Kraftproben und Selbstüberwindung erfüllt sind. Dies ist eine unglaubliche Erfahrung menschlicher Beziehungen, wahrer Freundschaft, gegenseitiger Unterstützung, gegenseitigen Respekts und Verständigung. Also, los! Uns begleitet ein erfahrener Bergführer. Wir haben moderne hochwertige Ausrüstung: Zelte, Rucksäcke, Schlafsäcke, Wanderstöcke, Isomatten, kurz alles, was ein erfahrener Wanderer braucht. Die Unterstützung kam wieder aus der Schweiz, von unseren SMILE Freunden. Wir wünschen euch, Freunde, interessante Wanderungen und neue Gipfel!

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ORTHETIK Das Sonderinternat für Kinder mit Folgeerkrankungen bei Poliomyelitis und Zerebralparese in der Stadt Boryslav besuchen die Malteser nicht das erste Mal. Zusammen mit den Projektsponsoren, den Schweizer Rotariern aus Kreuzlingen führen wir dieses Mal eine Pilotorthetik von Kindern durch. Diese individuellen orthopädischen Geräte helfen dabei, die gestörten Funktionen der Gelenke und der Wirbelsäule wiederherzustellen. Damit können kleine Patienten lernen, die richtige Position der Gelenke wieder zu finden, ihre Schmerzen zu lindern und letztendlich die Bewegungsund Gehfähigkeiten zu verbessern. Ab jetzt kann Jemand wider selbständig sitzen oder stehen, oder auch endlich seinen ersten Schritt machen. Es werden mehr als drezig Internatskinder mit den Orthesen versorgt.


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UNSICHTBARER HELFER Manchmal kommt es vor, dass eine kleine, auf den ersten Blick unbedeutende Sache viele Probleme lösen kann. In unserem Fall geht es darum, ein vollständiges Weltbild zu haben, was eine Chance für einen besseren Platz im künftigen Leben bedeutet. Kleiner Marjan lernt an der Lviv-Sonderschule Nr.101 für gehörlose Kinder, die den Namen der Gottesmutter trägt. Als Kleinkind hat er infolge eines Unfalls sein Gehör völlig verloren. Jetzt kämpfen er und seine Familie, die von den Menschen des guten Willens unterstützt werden, um ein vollwertiges Leben. Marjan ist ein sehr fähiges und in sich vertieftes Kind. Die Welt, welche vor ihm sein kleiner Helfer eröffnet (ein zuverlässiges qualitatives Hörgerät, das ihm viele Jahre treu dienen wird), bringt dem Jungen eine echte Freude und Begeisterung. Das Hörgerät stimuliert die mentale Entwicklung des Kindes, da die wichtigen neuronale Verbindungen, welche mit dem Gehör zusammenhängen, verlieren sehr schnell ihre Funktionsfähigkeit, wenn sie nicht aktiviert werden.


MALTESER BALL DER FREUNDE 1996 nahm der in Ivano-Frankivsk der Club «Romantiker» für junge Menschen mit Behinderungen seine Tätigkeit auf. Hier treffen sich regelmäßig mehrere Dutzend behinderte Menschen im Alter von 18 bis 45 Jahren. Zweck des Clubs ist es, behinderte Person aus ihrer Einsamkeit im Rollstuhl loszureissen, sie in die Gesellschaft zu integrieren, ihre Persönlichkeit zu entwickeln, neue Freunde zu finden. In Iwano-Frankiwsk findet jeden Herbst Malteser Ball der Freunde für Menschen mit Behinderungen statt. Zu diesem Fest kommen etwa zweihundert Malteser aus Iwano-Frankiwsk, Lemberg und Kiew. Mit ihnen drehen sich unsere romantischen Freunde in eleganten Walzern, für die sie lange proben. Oft nehmen an diesem Ball prominente Gäste teil.

Tätigkeitsbericht


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INTERNATIONALE SOMMERLAGER

Etwa hundert Freiwillige erhalten regelmäßig Schulungen zur Betreuung von behinderten Menschen. Die Schulungen vermitteln das notwendige Wissen, um mit Menschen mit Behinderungen zu arbeiten. Sie berücksichtigen auch die psychologischen Besonderheiten dieser Arbeit. Um ihr Wissen praktisch zu nutzen, beteiligt sich die maltesische Jugend aktiv am Club für junge Menschen mit Behinderungen, organisiert Abende und Feste für sie, besucht sie zu Hause. Unsere ausländischen Partner laden ukrainische Jugendliche zu verschiedenen internationalen Camps und Treffen ein, die jedes Jahr in einem anderen europäischen Land abgehalten werden. Wir nehmen regelmäßig an den jährlichen internationalen Camps des Malteserordens teil und organisieren im Sommer unser Malteser-Camp in den Karpaten. Wir erholen uns, arbeiten, beten und lernen.


MALTESER REGIONALZENTRUM IN BEREGOVO (TRANSKARPATIEN) 1993 wurde in Beregove ein Malteser Regionalzentrum gegründet. Heute werden hier einige Großprojekte in verschiedenen Bereichen umgesetzt. In Berehovo funktioniert eine gemeinnützige Küche, es gibt ein Rehabilitationszentrum, in dem man notwendige medizinische Ausrüstung ausleihen kann: Spezialbetten, Matratzen, Rollstühle, Krücken, mobile Toiletten, spezielle Ausrüstung für Kinder und medizinische Geräte; Patienten, die Windel für Erwachsene benötigen, erhalten ständige Hilfe. Es gibt Möglichkeiten für das Screening des Stützund Bewegungsapparates von Neugeborenen, Kindern und Erwachsenen mit ZNS-Störungen sowie entsprechende Programme. Es werden auch verschiedene Fortbildungen angeboten (Computer, Englisch, ErsteHilfe-Kurse). Die Fürsorge für Jugendliche mit Behinderungen und das Ausbildungsprogramm für Roma-Kinder sind weitere Schwerpunkte des Regionalzentrums.

Tätigkeitsbericht


GEMEINSAM FEIERN Im Frühling und im Winter (zum Nikolaus-Tag) erscheinen an verschiedensten Orten – von den Apotheken und Supermärkten, über modische Boutiques, bis Restaurants und Kunstgalerien traditionelle maltesische Sparschweine. So haben die Malteser offiziell die österliche Wohltätigkeit bereits gestartet. Seit mehr als einem Jahrzehnt wird die Hilfsaktion „ Osterkorb“ von der ukrainischen griechisch-katholischen (unierten) Kirche gesegnet. Bei dieser Aktion werden in der vorösterlichen Zeit die Osterbrote geweiht, damit die Malteser und Volontäre rechtzeitig die Pakete an jene bringen, die es besonders brauchen und die sich sehr darauf freuen. Es geht um ältere, schwache, alleinstehende Menschen. Manche von ihnen haben jahrelang ihr Zuhause nicht verlassen. Diejenigen, die gehen können, kommen mit Dankbarkeit zum Gottesdienst und Osternbrotweihe.

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DER HEILIGER NIKOLAUS FÜR KINDER IN NOT Kinder freuen sich immer auf ihr Lieblingsfest – des heiligen Nikolaus. Diejenigen, deren Lebensumstände nicht besonders günstig waren, warten und freuen sich besonders auf das Wunder. Denn sie sind fest davon überzeugt, dass der heilige Nikolaus an sie denkt und sie nicht vergessen wird. Unser Malteser Nikolaus ist anders, als die anderen Nikoläuse. Unsere Hilfsaktion ist und bleibt einzigartig. Ihre Besonderheit liegt darin, dass jedes Kind ein persönliches Geschenk bekommt und im Briefwechsel mit „ihrem“ persönlichen Nikolaus steht. Jeder kann zum solchen persönlichen Nikolaus werden, und seine Funktionen übernehmen. Diese Aktion die 1997 gestartet hat, wird jedes Jahr fortgesetzt. Und eine besondere Freude für uns ist, dass daran vor allem ukrainische Spender aktiv beteiligt sind.


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MALTESER SUPPENKÜCHEN Diese Küche ist das erste Projekt, mit dem die Malteser ihre Tätigkeit in der Ukraine und in Lviv aufgenommen haben. Seit drei Jahrzehnten bieten wir die Verpflegung denen, die unter die Armutsgrenze gefallen sind. Leider wird er Bedarf an dieser Hilfe nicht kleiner. In Lviv betreuen wir zwei Suppenküchen für ältere bedürftigte Menschen. Diese Suppenküchen funktionieren bei der Kirche der Heiligen Jungfrau Maria und der Kirche der Auferstehung des Herrn (Ukrainische griechisch-katholische (unierte) Kirche). Eine solche Küche funktioniert auch in Berehove in Transkarpatien. Seit 1997 gibt es in Lviv auch eine mobile Küche, die warmes Essen den behinderten Personen nach Hause zustellt.


WELTTAG DER ARMEN Im Jahre 2017 hat der Papst Franziskus vorgeschlagen, den Welttag der Armen zu begehen. Diese Initiative soll uns an die Pflicht jedes Christen, den Armen und Bedürftigen, deren Menschenwürde oft verletzt wird, zu helfen. Der Malteserorden und die internationale Gemeinschaft unterstützten diese Initiative sofort, und jedes Mal beteiligen sich die Malteser in der Ukraine an der Veranstaltung. In seiner Botschaft anlässlich des Welttags der Armen im Jahre 2018 legte Papst Franziskus besonderes Augenmerk auf das Gefühl der Freude, „das von der wieder gefundenen Fähigkeit stammt, zusammen zu leben, gemeinsam zu beten und am Tag des Herrn die Mahlzeit zu teilen.“ Dies ist eine Erfahrung, die uns zur ursprünglichen christlichen Gemeinschaft zurückbringt.

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MALTESER JUGEND Zu den Prioritäten des Malteser Hilfsdienstes gehÜrte immer die Zusammenarbeit mit junger Generation. Es geht um christliche Erziehung der Jugend und ihre Beteiligung an sozialen Projekten. Das Leben der Jugendgemeinschaft besteht aus verschiedenen Begegnungen, Schulungen, Teilnahme an verschiedenen Aktionen und Projekten, internationalen und lokalen Jugendlagern. Im Jahr 2014 wurden ukrainische Malteser Mitglieder im internationalen Jugendnetzwerk teil, in dem sie sich zusammenschlossen, um Erfahrungen auszutauschen und durch gemeinsame Aktionen und Projekte die Jugendarbeit auf nationaler Ebene zu verbessern.

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PILGERFAHRT Zu allen Zeiten versuchten die Malteser, ihren Geist aus der unerschöpflichen Quelle des christlichen Glaubens zu speisen. Sie organisieren verschiedene Pilgerfahrten und Reisen zu heiligen Stätten, die für sie wichtig sind. Eine der wichtigsten Veranstaltungen in der internationalen maltesischen Gemeinschaft ist die jährliche Pilgerfahrt nach Lourdes. Die Ukraine nimmt regelmässig daran teil. Nicht zum ersten Mal gibt es unter den Pilgern Menschen mit Behinderungen, die zusammen mit den Volontären und Helfern Tausende von Kilometern hinter sich bringen, um ihr Herz mit Freude und Anmut zu füllen und sich mit Tausenden anderen Herzen zu vereinen, die Heilung suchen. Durch gemeinsames Gebet vereint, gewinnen alle hier neue Kräfte, um ihren nicht einfachen Weg zu gehen. Denn jeder Mensch führt seinen eigenen inneren Kampf ums Leben. Und unter uns gibt es immer noch so viele Menschen, die unsere Aufmerksamkeit und Hilfe, unser Vertrauen und unsere Unterstützung brauchen. Und eine bessere Zukunft. Für uns alle.


Roman Zilinko DAS GLEICHNIS VOM SENFKORN die internationalen ikonenworkshops in Nowica / Poland, 2015


UNSERE PROJEKTE

108. 600 EURO

Hilfe f체r Kinder

69. 650 EURO

Hilfe f체r alte Menschen

30. 200 EURO

Jugendarbeit, Wallfahrten, Camps

98. 700 EURO

Erste Hilfe, Ausbildung und Ausstattung

477. 600 EURO

Fl체chtlingshilfe

38. 470 EURO

Behindertenhilfe

823. 220 EURO

Spenden

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Wenn Sie Fragen haben oder mehr Informationen brauchen, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf! Malteser Hilfsdienst in der Ukraine wul. Bohomolzja 8/2 79005 Lwiw Ukraine Tel./Fax: +380 32 275 1200 E-Mail: malteser@malteser.lviv.ua Internet: www.malteser.ua

Ihre Unterstützung ist wichtig! Wir brauchen Ihre Hilfe, um anderen helfen zu können. Wir würden uns freuen, Sie für unsere Projekte gewinnen zu können! Konto fur Spenden Empfanger / Beneficiary Maltiyska sluzba dopomogi u Lvovi vul. Bohomolzja 8/2 Lviv, Ukraine Kontonummer des Empfangers / Account Beneficiary 26003360005.978 Geldinstitut / Bank of Beneficiary JSB “UKRGAZBANK” 320478 vul.Yerevanska 1 Kyiv, Ukraine SWIFT: UGASUAUK Korrespondenzkonto / Account Bank of Beneficiary 400886433201 Korrespondenzbank / Correspondent Bank COMMERZBANK AG Neue Mainzer Strasse 32-36 60261 Frankfurt am Main Germany SWIFT: COBADEFF Verwendungszweck Spende / Charity Donation


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