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©te

Mtur

Der Slenaijfance

in Italien

3aco& (gifte

23urrfl)arbt Auflage, beforgt

Don £ubtt)ig ©etger

@rj!er 3Banl)

95crUg üon

@»S(.

(Seemann 1913

in

ßetpjtg


eo|)Qvig]^t

ffinid

1913 U) ©.

2t.

©centann in Setpjig

oon ©rnft ^ebrid^ 5Ka*f., ®. m.

6. ^.,

ütipiiQ


Q3omot;t

^luftage.

5ttt elften

a§ üorliegenbe 33uc^ erfc^ien 1860

bamatS tüenig befannter einem ©(i)Iage berül^mt

Hang 1869

fatxb, in gietnJid)

jnm

gmeiten

l^arbt biefen

§ft)ar

gu.

er[ten5!JlaIe.

Sein

(5ieftalt

ba eö großen in

9tn==

einem Sanbe

(Seitbem bemal^rte ^ur(f=

SJJale erfd^einen.

©tnbien

gum

ber burcf) bieje§ SSer! mit

it)urbe, liefe e§,

unberänberter

ein Iebf)afte^ ^ntereffe, roenbete aber

feine §anpt!raft ^iftorif(f)en

©tubien

3tiitor,

^orlejungenunb

i^nfolgebeffen na'^m er

ficf)

ni(f)t

jeligen Slrbeiten gu mad)en, bie für eine

S3ud)e§ nottüenbig f(i)ienen.

'Sia'^er

!nnftgejcf)i(f)tlic£)en

bie ßeit, bie mixiy

neue Slu^gabe be§

betraute er einen feiner

jüngeren ^^reunbe, S3emt)arb Äugler, mit einer ^Neubearbeitung tiefer aber, beffen ©tubiengebiet bie die^

1873).

(6. 9rpril

naiffancenidittüar, ftanb balb oon

bem §uer[t freubig

ergriffenen

Unter ^itfti^ii^iii^Ö ^urcf{)arbt§, bie id) aU unumgängHcf)e 58orbebingung erbeten unb erlangt ^aite, tüurbe mir, auf ben bie 9lufmer!fam!eit burd) meine 1871 unb 1874 ltnterne{)men ab.

unb Petrarca gelen!t morben 1875 Dttober bie Strbeit übertragen. ®ie öon mir

erf(!)ienenen 33ü(i)er über 9Reu(i)Iin

mar,

am

31.

'^ergeftellte erfte f(i)ien

9lu§gabe, ber 3fleit)enfoIge nad) bie britte,

er=»

in §mei 33änben 1877/78, eine üierte, gleici)fall^ in gmei

S3änben 1885. ©ine fünfte unb gmar ein unöeränberter S^Jeu^ brud ber üierten, mürbe 1896, eine fe(i)fte, gleid)fan§ unüer* änberte, unmittelbar nad^

^obe

bem am

8.

Sluguft 1897 erfolgten

SSurcf^arbt^ ausgegeben; beibe unüeränbert, meit

icE)

bie

geitraubenben SSorarbeiten nid)t fo fd)nen erlebigen !onnte. Stufeer t)on ber fecf)ften Stuflage erhielt ber S3erfaffer bon allen Stuflagen Kenntnis. f(^rieb,

üom

4.

®ie legten SBorte, bk

Wläx^ 1896, lauten fo:

er

mir barüber


VI

SSorhJort gut elften ^lufloge.

ben öon S'^nen unb §errn ©eemann getroffenen Stnorbnungen bin id) gerne einöerftanben, fotuot}! mag bte „3Kit

fünfte

tva§>

a[§>

Stuflage

bie eüentuell ftärfer gn öerme{)renbe fed^fte

ber Kultur

ber Sflenaiffance

betrifft.

SSefonbere

unb neunte nun in meinen '^o'^en ^a^ren unb bei abne^menben Gräften biefen unerrt)arteten (Späterfolg gan§ ftill in Empfang. (Sinft f)atte i6) gefürd)tet, bie erfte 9tuftage mürbe fid) nid)t üerfaufen. 2Bünf(f)e i^ahe id) teine,

^nbem unb

i(i)

!ünftige

öerl^arre id)

St)nen, t)ocf)geef)rter ^err, für bie biä'fierige

^emütiung meinen beften %anl au^redie, in üolüommener §o(i)act)tung. ^t}X ergebenfter

gac. S5urd:^arbt, ^tof. emer."

©in

fotd)e§ !ur§e§ SSort

mar ba^

einzige äußere B^ic^^^^

©ine Unterrebung mit i'^m

öon S3urct^arbt§ 5lnteilnat)me. l^atte iä), feitbem id) Herausgeber feinet 3Ber!e§ mar,

nid)t

me'^r, ba id) nie mieber längere 3^^^ in ^afel öermeilte.

^ux

1874 bei einem mel^rmöd)enttid)en Stufent^alte in ber alten

©tabt

t)atte id)

5tud) fd)riftlid) fid)t

er

mar

ßJele'firten

me'^rere

Wale

gefprod)en.

er giemtid) mort!arg. ©ine üorfierige ®ur(^*

beS 3!Jianuj!ripte§, eine £efung ber torrefturbogen lehnte

burd)aug

mad)te er fein

ben großen

ah.

faft

gu ^ufä^en ober Inberungen

SSorfd)Iäge

gar nid)t.

^f^ur

für bie britte StuSgabe

^anbejemplar ber gmeiten mit einigen

beutenben S3emer!ungen; bei ber

tjierten

ert)ielt id)

nid)t gerabe be*

5(u§gabe fprad) er

ben Sßunfd) nad) einer einzigen 33erid)tigung au§. gür bie ^Bearbeitung mar mir !einerlei 9flid)tfc^nur gegeben, für meine ©treic^imgen, ^nberungen unb B^fä^e feine ©renge gefegt, ^ro^bem glaubte id), mid) möglid)ft an ba^ SSor'^anbene an* le'^nen gu muffen,

^d) barf für ba§, maa

SBorte mieber^olen, bie öoranftetlte:

berbreiteten

„^d)

moHte, mof)t bie

ber britten Huflage

ic^ feit

erachtete

ic^

unb gerabe megen

für

notmenbig,

bem SSer!e bem meit==

feiner ©igenart t)od)gefd)ä^ten


VII

SSoriüort jut elften 51uflagc.

SSet!e fein eigentümli(^e§ ift

Gepräge

tnöglic^ft §u laffen.

%ai}ei

im großen unb ganzen unüeränbert geblieben, ob*natürüd) einzelne ©treid)ungen öorgenommen unb ^aijU

ber %eii

it)of)I

rei(i)e

Heinere 3"fä^ß beigegeben tüerben mußten. Sine mefenfc* ift baburd) öorgenommen Sorben,

58ereid)erung be§ StejteS

Iid)e

ba'^ in i{)n öiele l^er

f)atten.

'2)ie

bem %eit ben

58emer!ungen aufgenommen tüurben, bie bi§*

unnötigermeife in ben 5(nmertungen i^ren ^la^ gefunben

3Inmer!ungen, bie in ber britten 5(uflage

ftanben,

Ste;ct gefegt,

tüurben

um ben

dagegen tüurben

feit

ber vierten mieber

"hinter

unter

£efem bereu 33enu^ung gu erteicf)tem. unb ^ufammen^

bie größeren Unterfud)ungen

ftellungen al§ @j!urfe f)inter bie einzelnen S(bf(f)nitte gefegt,

©erabe biefe {Sjfurfe foit)ie bie 2tnmer!ungen über!)aupt '^aben burd) S3enu^ung be§ in ben legten Sa'f)ren publizierten Ouenen=* materiaB unb ber auf ©runb beäfelben öeröffeutH(f)ten rei(i)en ßiteratur öielfa(i)e SSerme^rungen unb S3erid)tigungen er=* fa'^ren."

'^a^ '^uiätjaxbt mit meiner Stätigfeit gufrieben mar,

gef)t

au§ folgenben 3^il^^ ^om 16. 'Siejember 1884 fjertior, bie er mir nac^ erfolgter ?In!ünbigung beä (£rf(i)einenö ber üierten Stuflage

unb bie id) ^ierl^er fe^e, um ba^ gänglid) un* ©erebe eine§ SSiograp^en ju t)ernid)ten, ber jebeg 9?ed)t angemaßt !)at, über ben ^Bearbeiter tjon

fcf)rieb,

qualifi^ierbare fid)

ot)ne

S3urd{)arbt§ SB er! ein Urteil gu fällen. S3urdt)arbt fd)rieb: „95ere'f)rter |)err!

Qu meiner iS'^rer

angene"f)men Überrafd)ung

erfe"^e

id)

au§

werten 3ufd)rift üon geftem, ba% eine üierte Sluflage

unfereg ^ud)eö nid)t nur nötig getuorben, fonbern bereite

im Sun

ift.

58ei

bem üoHfommenen

SSertrauen, ba§ meiner^

feit§ bie britte 9(uflage begleitete, foll e§

ber ©eift

unb

Unternef)men früher geführt, gibt mir aud) für ba^ ^ommenbe. Unb fo

iüäljr

aud) bie^mal bleiben;

bie tt)iffenfd)aftlid)e (3id)ert)eit, lt>omit alle ift

©ie ba§

n)ünfd)bare @e=*

e§ aud) nid)t üon*


VIII

Sßoiwott äur elften Stuflage.

werben, auä)

"iiabt

!eine bejonberen SBünf(i)e ober Sltiliegen al§ etma:

ha^

nöten, ba^ mir bte £orre!turbogen id)

gef(f)i(it

©te mit irrigen %at]adc}en o^ne

alle

9flü(ijid)t

aufräumen

mö(i)ten."

@g bauerte

faft

ein i^al^r^e^nt, biä bie SSorräte ber üierten

®er ©runb

21uflage üöllig erfc^öpft maren.

lag getüiß nid)t in

einem ©rla'^men ber 3:eilna^me ober in einer geringer gett)or= benen SSertfc^ä^ung be§ ^ud)e§, fonbern barin, ba\i feitbem je eine itatienijd)e, englif(i)e unb fran§öjifd)e (mögli(i)ern)eije au6) jtoei in le^terer (Sprad^e) Überfe^ungen be§ 2Ber!e§ erfd)ienen roaren, bie üielen fremblänbijd)en S3enu^ern bequemer al§ ha^ Original bün!ten. (2)ie Überfe^ungen erfolgten au§na'^mlo§ auf ©runb unb imter SSenu^ung ber öon mir {)ergeftenten SSearbeitung.) 9(I§

ficf)

1894 bie S'Jotmenbigfeit einer batbigen neuen

gäbe i^erauggeftellt ^atte, ma(f)te !onnte aber bei nic£)t fo fd)nell

bem

ict)

mid) aBbalb an bie

5tu§='

Slrbeit,

unget)euer angetx)a(i)fenen 9JlateriaI

fie

förbern, mie e§ für ben bu(^^änbterifd)en 93er=

notmenbig wax. 3lu§ biefem ©runbe mu^te ber SSerleger, in bölliger llbereinftimmung mit mir, gu bem oben ermä'Einten 2lu§!unft§mittel, bem gmeimaligen unöeränberten SIbbrud ber

trieb

Oierten 2(uflage, greifen.

®ie fiebente Stuftage neunte 1904, bie größeren

get)nte

erfd^ien 1898, bie ad)te

Stngat)! ©i'emplare,

elfte in einer fo

1901, bie

1908, bie beiben te^teren in einer

bebeutenben

bie äet)nte 2tn§at)I

unb

bie üortiegenbe

bon Gjemptaren, mie

fie

für n)iffenfc^afttid)e 3trbeiten in ®eutfct)tanb gan^ ungeroö^n*

m

ift.

^ie

2trbeit, bie

ict)

feit

ber britten Stuftage biefem 93ud)e

Un* unb in einer au^gebel^nten SSenu^ung beö neuen '2)iefe§ 93Iateriat fe^t fid) im n)efentti(i)en §ufam='

angebeit)en tieB, beftanb in ber ri(i)tig!eiten

9JZaterial§.

men au§

gatjtreid^en

(St)roni!en,

grapt)ien

Ouettenpubtüationen, 33rieffammtungen,

Stutobiograp'^ien,

imb

SSerbefferung eingetner

ferner au§ 9Jlono=* ben testen ^atjrgetinten in

©ebid)ten,

ß^itfrfjriften, bie in


aSorttJott

IX

äur elften 9lufIoge.

Unter biejett 3eitfd)riften ba§ Giornale storico della letteratura italiana (!ur§ Giorn. stör, gittert), aber aud) bie allgemeine 3eitfcf)rift, bie Nuova antologia, joirie bie üielfa^en ^roüinä" i^talien maffen^aft erfc^ienen jinb.

tüar

mir

am

äeitjd)riften er!)ebli(f)en äeit|cf)riften

nü^Iic£)ften

mit großem ßrfolg burd)gearbeitet. ^efjx 9Ju|en gog icf) au§ ben t)i[torif(f)en ^roöin§iaI^ ;^talien§. Unter Arch. stör. (ot)ne B^^i^ife) ^f^ ^^^ ir)urben

Archivio storico italiano gn finb

t)erftet)en; bie ^roüinä§eitj(i)rif ten

mit ben S^ebenbegeidinungen lomb. venet. rom. napolet.

ligust. u\tv. öerfe^en, Stbfürgungen, bie feiner tüeiteren Stuf*

löfung bebürfen.

per

eigentlidf):

l)alber: 4.

le

{%a§>

Arch. stör. lomb. 35,

Serie, S3b.

britten ©teile genannte {)eiBt

an bei

provincie napoletane.

10 unb 11.)

b.

ber^ürge

i^d) gittere

ber 35. ;^at)rgang, genauer:

SSon ben großen neuerbing^ er*

jdjienenen duellenjammlungen lioteca di autori italiani

i.

unb

mürben burct)gearbeitet bieBib-

bie Biblioteca di testi inediti o

beibe geleitet üon Rodolfo Renier. (Se^r üiel bot mir bie (Sammlung Fonti per la storia d'Italia, :^erau§gegeben Dom Istituto storico italiano 9iom, jeit 1888, gegen 40 93änbe, ton benen öiele bem 14. 16. ^a^rt)unbert unb bem ©ebiete ber Scelta di 5tulturgef(i)id)te anget)ören, fa[t noci) me^r bie: curiositä letterarie, S3oIogna, öon ber freilid) nirf)t alle, aber 9^eu l^ingugefommen ]et)x biete ^änbe ausgebeutet tuurben. rari,

finb

auf3erbem bie mannigfa(f)en

critica, enblict)

unb

ferner bie

3^^tfrf)i^ift:

manche 33änbe ber

H

!ritifc^en

übro

e la

Journale: Rivista stampa, feit 1907

(Spegialgeitfcfiriften für SSibliot^efen

9(r(f)it)e.

(Sammlungen mürben 5a'^Ireid)e einzelne unb 3)?onograpt)ien benu^t unb gemiffen'^aft gittert, einiger 'häufiger benu^ten unb abgefürgt gitterten

5tu^er biefen (Sbitionen

^ie

Stitel

Sßertefinb imStntjang gu biefer 3?orbemer!ung gufammengeftellt. :^n biefer 9?eil^e finb aber erften

Wale

nur

foIci)e

SSerte ermä'^nt, bie

gum

für biefe neue 5(u§gabe benu^t mürben, bie älteren

ßitate bagegen, bie für bie britte

morben maren, mürben

unb

üierte

genau

möglid)ft beibetjalten.

öergli(f)en

58ei

üiel be*


X

SSortDort jur elften Sluflage.

nu^ten sDuellentoerfen, j. ^. benen be§ Vespasiano Bisticci unb Infessura, ben @ebid)ten be§ Pontano unb ben 5^eu=» bruden bei Muratori, mürben bie S^iaie nad) ben neuen 5{u§* gaben üeränbert. 9Jlit nozze tüurben !urj bie in i^talien üb* Iid)en Iiterarij(f)en |)od)§eitggaben be5eid)net, bie leiber fd)rt)er id) ber ©üte ber ^erau§= au§ ^tiüatbibIioi)te!en unb meinet eigenen (Sammlung benu^en. ©elbftüetftänblid) finb aud) neuete ftanjöfifcf)e, engUfc£)e

§u bef(i)affen finb. @in§elne üetban!e gebet, anbete !onnte

unb beutfd)e tt)in

fie

f)iet

id)

5(tbeiten öielfacE) §u State gebogen tüorben. nid)t einzeln auf^ä^Ien,

nämlid) ba^ 33ud) üon ^aftot: l^iet

nennen,

iDeil e§

mit

gungen unb S^jä^en

bot,

9Jionogtapt)ien neueten

mit

oielleic^t fonft

®ie meiften

bibIiott)e!

bet

fonbetn mid) aud) auf

bet

mu§

id)

5at)Iteid)e

t)intt)ie§,

bie

entgangen luären.

biefet

^ublüationen fonnte

id) in

benu^en, abet aud)

(StabtbibIiotf)e!

mutben üetmettet;

©Ute

^d)

SSet!,

9JtatetiaI §u bieten ^etid)ti*

unb neueften ®atum§

Iid)en 58ibIiott)e! in Lettin

in bet SRainjet

@efd)id)tebet ^äpfte,

nut

nid)t

nut ein einjige^

|)etauggebet

unb bet ^atifet

öiele

unb

bet Äönig*

früt)ete

©tubien

9?ationaI=

©epatatbtude üetbanfe

ben

S3eji^ent

id)

n^ettöollet

^tit)atbibIiotf)e!en.

%ie\e SSenu^ung neuetet 9J?onogtap'^ien unb gtofeet Sßet!e

man

mit nid)t al§ ein „9Itbeiten au§> gireitet ^anb" auö* legen. SBenn id), um nut ein S3eifpiel an§ufü()ten, eine neuete 8d)tift ^iccoIomini§ übet 3^i§io fe'f)t '^äufig anfü'f)te, fo ge=* fd)iet)t e§ faft au§nat)m§Io§ bei folc^en ©teilen, in benen SSotte bet bi§f)et nod) nid)t gebrudten, nut t)anbfd)riftlid^ üott)anbenen batf

6t)tonif in i!)tem Iateinifd)en S^ejjt gitiett tuetben. id),

lt)enn id)

felbft,

!önnen, abet

gitiette,

!onnte,

§u

mit SSiffen ptunfen tüollte, bie Cuellenftellen Hist. Sen. VI. 229 unb äf)nlid^e§ anfüllten

ic^

glaubte !otte!tet unb nid^t meniget

üetfat)ten,

au§ bet ic^

{)ätte

ettüa

alfo

fd)aftUd)

©emiß

mein

allein,

it)iffen=

neuete ^JZonogtap^ie

tnenn

id)

ha

bie $anbfd)tift nid)t einfet)en

id)

SSijjen fd)öpfte.

bie


XI

aSotlüott äut elften Sluflagc.

Slu^erbem

Ijühe id)

mid) biefe 3trbeit

im Saufe

ber ^atixieijnie, in benen

mid^ ber Unterftü^ung gar

bef(i)äftigt ^at,

mand^er ^orfd}er gu erfreuen gefjobt. ^d) nenne ^tüar alle ©inäelnen geujijfen^aft in ben 2lnmer!ungen unb in ben @j* !urfen, ää{)te aber gern bie fämtli(i)en 5'Janten an biefer (Stelle auf, um allen biefen freunbli(i)en geifern meinen lebfiafteften 2)an! au§äufpred)en. ®ar mand)e freilid) erreidjt biefer ®an! nid^t mel)r, ba fie gum Xeil feit längerer ^exi tjerftorben finb. ®ie ©ele^rten, benen id) §u ®an! t)erpflid)tet bin, finb bie fol* genben: D. S3ie in 33 erlin, 2Ö. ©reijenac^ in fra!au, Dber* le'^rer ^arber in SSertin, ^. ^auüette in ^ari§, ^. ^eibenl)eimer in 2)?ain§, 9Ji. Se^nerbt in Äönig^berg, ®aöib Kaufmann in ^. ^od)'f)ammer in

SSubapeft,

Dr. Flieger in Hamburg,

9t.

SSerlin,

9t.

9löl}rid)t in

9ftenier in Sturin, 33 erlin,

3Dt.

©tein*

fd)neiber in SSerlin, @. B^PP^^ ^^ 9lom.

^a§

baburd) gertjonnene neue 9JJateriaI tvax ein fo maffen* baB ber Umfang biefe§ SBer!e§ bebeutenb angefd)roollen SSä^renb g- ^- bie öierte 2luflage in gmei täuben 660 (Sei* ift. ten umfaf3te, betrug ber Umfang ber fiebenten 3luflage 780 (Seiten unb ber ber §ef)nten 839 ©eiten. 5Iud) ber Umfang ber

t)afte§,

borliegenben 3(u§gabe ^at

fid)

er'^eblid) öermel)rt.

®iefe§ ge*

lt)altige5lnfd)rt)ellenbe§tiorliegenben2ßer!e§!aminbenfrüf)eren

5tuflagen tüefentlid) ben 5lnmer!ungen

unb ben(£j!urfen zugute.

SSeibenle^teren folgte id) einzelnen 9lnregungen^urdl)arbt§; ein

paar I)er,

(Seiten, fc^tüerlid) mef)r al§

ber größere

©igentum. l)ielt,

^teil

ein^u^enb, ftammen üon if)m ift mein au§fd)lie^lid)eä

ber ©jfurfe bagegen

2Säl)renb bie öierte 5Iuflage 62 fold)er @j!urfe ent*

mar in ber fiebenten 5tuflage

bie 3al)l auf 108 angert)ad)fen;

bie geinte §äl)lte 114, bie gegenwärtige elfte 5tuflage 138.

®ie

fet)r

grofee

S8ermel)rung ber @j!urfe in ber gegen»»

tüärtigen 9luflage rüf)rt allerbingg nid)t au§fd)lieBlid)

^ingufügung neuer 5(u§fül)rungen

t)er.

öon ber

SSielme^r l)ahe

id)

eine größere 'än^atjl S3emer!ungen, bie in ben legten Sluflagen

ben (Sjfurfen gugeroiefen, £e!türe leid)ter gu mad)en.

in ben 5(nmer!ungen ftanben,

ben Sefern bie

um


Xn

aSorWott aur elften Auflage.

®teje äuBerl{cf)e SSeränberung h:)elcf)e

ift

bie je^t erfcf)einenbe 5tu§gabe

aber

nt(f)t

bie einzige,

öon ben frü()eren unter*

f(i)eibet.

td) an bem SSurd^arbt* rütteln mögltd^ äu bürfen. ^n SSefoI* menig mie fo ba()er bie tüurben SSiberfprü(i)e gegen gung biefeä ©runbfa^eö S3urc!t)arbtf(i)e S3e!)auptungen, bie ^eri(f)tigungen mancher i^rr* tümer in bie 9(nmer!ungen öertüiefen. $8on biefem $ßerfaf)ren

S3i§

f(f)en

glaubte fid)

äur gel^nten 5luflage glaubte

Sejt

id)

nunme'£)r abfet)en

p müjjen.

i^cf)

f)ahe ba^ei, jobalb

burd) neuere 3^orf(f)ungen bie Unri(i)tig!eit ^urcEt)arbtjd)er

SSel^auptungen ertüiejen

f}ait^,

ben %^it bementfprecf)enb

ge^»

änbert.

92ur bei tt)enigen 3:{)eorien be§ 35erfajfer^, bie in neuerer §. ^. ber öon bem t)eib* öon bem i^nbiöibuaüSmuö ber 9lenaijfance, öon ber (Stellung ber neuen 3^it ä^t^^ ?OZittelaIter, bei feiner S3eurteilung ber SOJebici, befonberg Soren^og unb £eo X., be^ le^teren im ©egenfa^ p^uIiuSlI., glaubte ic^ anber§ öerfa't)ren gu muffen, gerner bin ic^ mir fet)r iüof)t bemüht, ba^ bei einem fo Iogif(i)en Center, einem tro^ aller gefd)id)tlic£)en @ere(f)tig*

3eit t)ielfad)e§ SSebenfen erregten,

nif(f)en ©t)ara!ter,

leitSliebe fo fubjeftioen Iei(i)t

@eift

\id)

allgemeine (5ä^e geftalteten.

au^ einzelnen 33eleg[tellen 3öir finb ba^er oft genug

imftanbe, einer foI(i)en(£inäeIfteHe eineanbere entgegen^ufe^en

^. auf jene ^u^erung baut. mürbe bem 33ud)e fein ß{)ara!ter, feine grunblegenbe ?tnfd)auung genommen. Gä mürbe ein grüixb* Iid)ere§ ©efd)i(^t§tüerf lüerben, aber eö roürbe an feinem ©eift, an feiner Originalität unenblicf) öerlieren. @g mürbe baburd)

unb

bie 6d)Iüffe gu äerftören, bie

(55ef(i)ä{)e

bieg aber, fo

nur eine

5l'ulturgefd)id)te ber 9^enaiffance

I)ören,

93urd^arbt§ SSer! gu

'2)ag tüir!t,

aber

inbem

foll

eg nid)t.

merben, aber

auf''

fein.

^urc!f)arbt l^at bat)nbred)eiib ge*

er bie Üienaiffance al§ eine mid^tige tXbergangä=

epodje gtüifc^en Mittelalter unb SfJeugeit barftellte; er

jeugenb bargetan, ba^ bie Üienaiffance nid)t

t)at

blofe eine

über*

SSieber*

belebung ber alten Literatur, fonbern eine Skugeftaltung ber


XIII

SSothJort 5ur elften Stuflage.

gefamten Guttut bebeutet,

'^ie

etften „SSerfucE)" ausgingen, ber alter,

finb '^odjbebeutfam;

älter

SBiberj)3rüd)e

bon

@in5elt)eiten

i)ier

ein 9Jleiftertt)erf öorliegt.

gangen

5tnregungen, bie üon feinem

nun

tonnen bie Überzeugung

intatt gu erhalten,

i[t

al§ ein Tten^djeu"

unb nict)t

S3eric£)tigungen

umftofsen, ba^

%k\e^ SJkifterttjer! im großen unb ift

eine ^fU(i)t ber ^ietät, bie

in biefemt^all mit echter 2Bijfenf(i)aftIi(f)!eit tüo'^loerbinben

Über

im

bie

grunbfä^Hd)en Eingriffe, bie unfer

legten ^atjxi^^nt erfat)ren

9^a(i)tx)ort

am

f)at,

©(f)Iuffe be§ §tt)eiten

jpre(f)e id)

33u(i)

ficf)

läfet.

befonber§

mid) in einem

58anbeä auä.

^aft 37 i^al^re finb üergangen, feitbem mir bie |)erauä^

gäbe unb tüurbe.

^Bearbeitung biefeö t)errlid)en 2öer!e§ übertragen

®er Sag, an bem

bieö

gef(i)at), gilt

mir

nocf) l^eute

einer ber erfreulicf)ften in meiner ©d^riftfteHerlaufbafjn. id) aucE) tüol^I

wei^ ba^

aU

SBenn

bie ungeat)nte ^Verbreitung be§ ^ucE)e§

nur 5um tieinften Seile mein SSerbienft ift, fo barf id) mid) bod) meinet ^leifeeö rü:^men unb ^offe aud) meiter'^in ber $8er* befferung unb SSeröolllommnung ber S3urd:^arbtfd)en Arbeit meine Gräfte roibmen gu tonnen. SSerlin,

@nbe ®e§ember 1912.


gifte einiget tteueren Qöerf e, bie jiticrt

toerben

(alpt)a6etifcE)

5IIeo.

=

puflger a^öeförjt

georbnct).

Journal autobiographique du cardinal Jerome ©elbftb, Aleandre 1480 1530. Notices des manuscrits de Paris et Udine publiees par M. H. Omont in: Notices et extraits des 116. manuscrits de la bibl. nationale. $8b. 53, ^ari§ 1896, @. 1

Slttieri

= Li

nuptiali di

Narducci,

Altieri pubblicati

da Enrico

1873, gr. 4".

9flont

b'3lncona Origini

Marco Antonio

= Slleffanbro

b'Slncona,

Origini del teatro italiano

con due appendici sulle rappresentazioni drammatiche del contado toscano e sul teatro mantovano nel sec. XVI. See. 1891. ediz. rivista ed accresciuta, 2 58b e. libri tre

%mm

Arienti

= Gynevera

de

Arienti a cura

di

donne

Joanne Sabadino de li Corrado Eicci e A. Bacci della Lega. S3ole

clare

di

logna 1888 (Scelta di curiositä, letterarie S3b. 223).

=

Documenti per la storia della cultura in Venezia ricercati da Enrico Bertanza riveduti sugli originali e coordinati per la stampa da Giuseppe dalla Santa, Tomo I. Maestri scuole e Scolari in Venezia fino al 1500, Venezia 1907. (Deput. Ven. di storia patria Mon. stör. XII.)

SSertanga

93crtoni

= La

del

S3onatbt

bibloteca Estense e la coltura ferrarese ai tempi I, 1471—1505 bon Giulio B. Sutin 1903.

duca Ercole

= A.

Bonardi:

storico con 1.

I.

lusso di altri tempi in Padova.

Studio

inediti in: Mise, di Stör, veneta, Ser. III

SBenebig 1910, ©.

1—292.

=

Le Lettere di messer Andrea Calmo riprodotte stampe migliori con introduzione ed illustrazioni di Vitt.

Calmo, Lettere sulle

II

documenti

Rossi, 3:urin 1888 (Bibl. di testi inediti o rari III).

Einleitung

9toffi§,

hjort zitiert.

160 ©eiten römifd),

ift

9Iud)

unter biejem

bie

(Sci)Iag-


Sijic einiger

XV

neueren SBctle.

=

Le rime di Bartolomeo Cavassico' notajo bellunese prima metA del secolo XVI con introduzione e note di

®ian, Cavassico della

Vittorio Cian e con illustrazioni linguistiche e lessico a cura di

S3oIogna 1893/94.

2 33be.

Carlo Salvioni.

letterarie vol. 246. 247; bet erfte S3anb

nur bie Einleitung.)

t)Qlt

Cobelli

(Scelta di Curiositä

282 ©eiten römifi^ ent-

= Cronache

cittä sino

Leone Corbelli della fondazione della anno 1498 pubblicate ora per la prima volta

forlivesi di

all'

di sui manoscritti a cura del Giosue Carducci e del dott. Enrico

Frati con notizie e note del conte Filippo Guarini.

1874 (Mon.

stör, della

= Sigismondo

Conti

Romagna

dei Conti

^Bologna

serie III, vol. I).

da Foligno, Le

storie de' suoi

tempi

per la prima volta pubblicate nel testo latino con versione italiana a fronte. 2 S3änbe, 9iom 1883 (gebrucft in ^^lorenj, |)erau§geber unb S3erleger jinb nic^t ge»dal 1475 al 1510 ora

%\e SSeröffentlic^ung unb 2tcferbauminifterium§). nannt.

getd)a:^

im

Stuftrag be§ §anbel§'

=

A History of the Papacy during the period of tbe Reformation by M. Creighton (1378—1557) 5 S3be., Sonbon 1882—94.

©reig^ton

©reiäenad)

=

II

I.

©reiäenad).

1.

neueren 2)rama§ bon SBill^elm

be§

SJiittelalter

unb 9?eformation

8tenai[fance

^ejob

@e[rf)t(i)te

$8anb:

unb 5rüf)renai|[Qnce. 2. 33anb: Seil, §a:Ie 1893 unb 1901.

1.

= Le politicien ä Florence au XIV et XV siecle

in: Bulletin Italien (Ann. les

deaux

IX

p.

(1909),

de

la faculte

213—226, 304—337,

p.

par Cb. Dejob

des lettres de Bor-

X (1910)

134—157.

=

Delicado Lozana La Lozana Andaluza (Le gentille Andalouse) par Francesco Delicado (XVI siecle) Traduit pour la premiere fois, texte espagnol en regard par Aleide Bonneau, 2 58b e., <Pari§ 1888. (DfJuc in 225 Sjempl. gebrucft.) Fulgosius libri

Giom.

=

Baptistae Fulgosii factorum dictorumque memorabilium

IX

stör.

aucti et restituti.

= Giornale

6 redatto

storico

Antverpiae 1565. della

letteratura

italiana,

diretto

da Arturo Graf, Francesco Novati, Rudolfo Renier.

Sutin, Soefc^er.

S)er erfte S3anb erf(f)ien 1883.

(@eit einigen

Sauren ift 5t. &. bon ber 9iebafüon gurücfgetreten.) 2)iefe gettfc^rift, öon ber bigt)er 59 SSönbe burd)gearbeitet luutben, namentiid^ aud) in iljrem fritifc^en unb bibliogr. %t\l, rvat für mirf) bon QuBerorbentlid^em ühi^en.


XVI

Stfte eitriger

QJnoft

neueren SBcrIe.

= D. Gnoli,

Le cacce di Leone X 433—458. 617—648.

vol. 43. p.

©ottiein

= 3ut

in

Nuova

antologia, 3. serie,

tulturenttüidlung @übitalien§ in ©ingelborftellungcn (5)ott)etn, 58re§Iau 1886.

öon ©ber'^arb ©räbeni^

=

©ottamelata unb eolleoni in i^ren SSe^ie'^ungen jur Äunft.

SSon ®. bon ©räöeni^.

2eipm

1906.

Journal — Le Journal d'un habitant fran§ais k Korne be'^onbelt bon 2oui§ SJiabelin in: Melanges d'archeologie et d'histoire, ^ariS

6. 251—300.

1902, vol. 22.

=

Secrets d'etat de Venise; Documents, extraits, notices SantanS!^ et etudes servant ä eclaircir les rapports de la Seigneurie avec les Grecs, les

XVI

siecle

Slaves et la porte ottomane ä la fin

par Vladimir Lamansky.

St.

du

XV

et

au

Petersbourg 1884.

=

Diario Fiorentino dal 1450 al 1516 di Luca Landucci continuato da un anonimo fino al 1452 pubblicato sui codici della comunale di Siena e della Marucelliana con annotazioni

Landucci

da Jodoco del Badia, gloreng 1883.

=

Ser Lapo Mazzei. Lettere di un aucE) fuTj Mazzei Notaro a un Mercante [Francesco Datini] del secolo XIV con altre lettere e documenti [im gangen über 500] per cura di Cesare

Lapo Mazzei

Guasti 2

voll.

f^Iorenj 1880.

Segtanb = Cent-dix

lettres grecques de Fran^ois Filelfe publikes intögralement pour la premiere fois d'apres le codex Trivulzianus 873 avec traduction, notes et commentaires par Emile Legrand. ^ati§ 1892 (Publications de l'ecole des langues

orientales Vivantes III. serie

XII

vol.).

= Horatii

Romani Porcaria seu de conjuratione Stephani cum aliis ejusdem quae inveniri potuerunt carminibus primum edidit ac praefatus est M. Lehnerdt. Seipjig

Set)nerbt

Porcari Carmen 1907.

Sublüig =

(Bibl. Script,

med. aevi Teubneriana.)

^au§rat gut 3^^* ^^^ 9fienaif[ance unb: unb Soüettenutenfilien j. 3- ^- ^-t unter SKitlüirlung ^ri^ 9lintelen§ bon ©uftab Submig in: ^^talienifdie f^or[d)ungen, I)gg. bom ^unft^ift. $^nft. in 33erlin 1906. ©. 169 SSenejianifdier

Restello, (Spiegel»

bi§ 362. 91.

=

Mantova e Urbino. Isabella d'Este ed Elisabetta Gonzaga nelle relazione famigliari e nelle vicende po-

ßU5io=-9?enier

liticlie,

Surin/Ütom 1893.


ßijle einiger

1893 63. 64. 65. 97

Susio-gtenier II

lusso di Isabella d'Este

daroba

= A.

294—324, Su5io='9?enier 97

VII

appartamenti.

65,

— 125.

Mantova

di

Gioielli e

—VIII.

IV serie, 261—286, 666—688.

Nuova

della toilette.

Luzio e Rodolfo Renier,

marche a

di Isabella d'Este. II. III.

L'arredo degli

XVII

neueren SBerfe.

antologia

A. Luzio e R. Renier

guar-

II

I.

gemme IV — VI.

Accessori e segreti

vol. 63,

= La

441

—469,

cultura e

64,

le rela-

Gonzaga Giorn. stör. §. 97 (vol. 33) ©. 1—62. §. 100/101 (vol. 34) ©. 1—97. ^. 104/5 (vol. 35) ©. 193—257. §. 110/111 (vol. 37) @. 201—245. §. 112/13 (vol. 35) ©. 193—257. §. 110/111 (vol. 37) <B. 201—245. ^. 112/13 (vol. 38) ©. 41—70. ^. 116/117 (vol. 39) <B. 193—251. <p. 120 (vol. 40) ©. 289—334. §. 125 (vol. 42) ©. 75—112. zioni letterarie di Isabella d'Este

ßujio

= A. Luzio Isabella d Este sul primordi 6

suo viaggio

il

aRoma

nell514

del papato di

Leone

X

— 1515 in: Archivio storico lom-

bardo 33 (1906) ©. 99—180, 454—489.

=

SKoImenti ^. ®. S[RoImenti, La storia di Venezia nella vita privata dalle origini alla caduta della repubblica. Sßenebig 1880. 5)ie 4. 5lu§gQbe, beten 1. S3nnb 1905 eTfd)ien, nennt fic^ eine edizione interamente rifatta; irf) ijaht fie leibet immet nod)

benu^en lönnen. ®a§ 58ud^ |)ambutg 1886.

nid)t

ift

oud) beutf^ etfc^ienen bon

Tl. S3etnatbi.

Morelli

= Croniche

di

Giovanni di Jacopo e di Lionardi di Lorenzo

monimente

Morelli, pubblicate e di annotazione e di antichi

accresciute ed illustrate

da

Fr. Ildefonso di S. Luigi.

f^Iotenj

1785 (Delizie degli eruditi Toscani XIX).

=

Antiquit6s Les antiquit68 de la ville de Rome aux 14. 15® et 16® siecles, Topographie, monuments, collections d' apres

SJhtn^,

des documents nouveaux par Eugene Muntz. SJhiratott, n. 21.

= neue

L. A. Muratori

con

Slu^gabe

Nuova

la direzione di

= Renmi Italicarum

2t. (Sotbeffi,

2Kaiocd)i,

^Qftor =

Giosue Carducci e Vittorio Fiorini, Cittä

unb

©.

Subttjig

II.,

^aftot,

3.

9Jiit

©ijtug IV.,

9tufl.

2).

2:oni,

a.:

©. ©utufi.

bem

2tu§gang ^äpfte feit S3enu|ung be§ pQp[tIid)en ®et)eim»2ltc^iö§

®efd)ic^te bet

dielet anbetet 9ttd)ibe beatbeitet.

$iu§'

SKitatbeitet jinb u.

&. Boccagnini, ©-Bippel, m.

aj^asäatinti,

g. Quintaüalle, ®. SRonticoIo,

be§ SJiittelaÜeti.

scriptores ed.

edizione riveduta ampliata e corretta

di Castello, L. Lapi, feit ettüQ 1890.

S. f^tati,

^ati§ 1886.

f^teib.

2. Slufl gteib.

1902. i.

$8t.,

2.

1.

58anb, bi^ jut SBa^I

S3anb,

üon ^iu§

^etbet 1894.

II.

3. S3anb,

II

bi§

üon


XVIII

Sijle einiger

neueren SBerIc.

m

^nnocenj VIII. Suliu§ IL, 1. u. 2. Stufl. greib. 1895. öon ber Sßat)l Seo§ X. bi§ jum Sobe ©lemenä' VII., 1.-4. 9tufl. f^reib. i. S3r., 1906, 2. %U. ebenfo 1907.

=

^abanello

®iu[.

Un

^.,

Aurelio Augurello.

=

^iccolomini

mom

del

Giovanni

SSenebig 1905.

La

^aolo ^.

vita

l'opera di Sigismondo

e

Tizio.

Pantano in nome de' reali da Ferdinande Gabotto. Bologna 1893

inedite di Joviano

di Napoli pubblicate

CCXLIV).

(Scelta di curiositä letterarie vol.

Rainieri

quattrocento.

mt.,

1.

1903.

= Lettere

Pontano

maestro

58anb,

4.

= Diario

bolognese di Jacopo Eainieri a cura di 0. Guer-

Ricci.

rini

e

alle

prov. della

C.

^Bologna 1897. (Monumenti Romagna, Cronache),

istorici

pertin.

=

Liriche edite ed inedite di Fazio degli Uberti, Testo Fazio preceduto da una introduzione sulla famiglia e suUa vita deir autore per cura di Rodolfo Renier, ^lorett^ 1883 (Raccolta di opere inedite o rare di ogni secolo della lett. ital. S3b. 5); bie ©inl. i[t 371 ©eiten gro^.

9?enier,

critico

ffiep.

= 9?epettorium für ^unftluijfenfdiaft. unb 21. SSoItmann bon 3amtfd)e!, öon

©tuttgart

33b.

XVII

feit

ü^ebigiett

üon §.

^jonitfc^e!

1878, öon 1881 (S3b. IV)

(1894) öon §. Siiobe

unb ^.

ü.

Sfctjubi. 9flofpigliofi

= Libro A

pubblicato

dal

di richordi di

Taddeo Rospigliosi (1459

principe Giiilio

fazione di L. Andreani.

—98)

Cesare Rospigliosi con pre-

^ifa 1909.

=

©tubien ^ux '^umaniftifcfien Siteratur ^^talien^. IL 5Inbrea§ S)actiu§ qu§ glorenj. (Sin biogra|):f)ifd)er SSerfud^ öon SBilt). giübiger. ^alle 1897.

JRübiger,

Dactius

©Qbbobini

=

Sft.

©abbabini, Ottanta lettere inedite del Panormita,

tratte dai codici Milonesi in: Arch. storico per la Sicilia Orientale

Anno

Salutati SStiefe

VII, ©atania 1910, ©. 3—160.

= Epistolario

cesco Novati.

Fonti per

di Coluccio Salutati a cura di Fran-

Volume primo 9iom

la storia d'Italia S3b. 15).

(Istituto storico italiano,

®er

2.: 1893, ber 3.: 1896;

ber 4. in 2 §älften 1905 u. 1911.

Santi

=

Federigo di Montefeltro duca di Urbino, cronaca di Giovanni Santi. "^ad) bem Cod. Vat. Ottob. 1305 jum erftenmal ^rgg. b. §. ^ol^inger, ©tuttgart 1893.


XIX

ßipe einiget neueren SSerle.

(Saöiotti

= Dott.

Alfrede Saviotti, Pandolfo CoUenuccio, umanista XV. Studi e ricerche. ^[\a 1888.

pesarese del sec.

=

©d)aeffet 1894.

S)Q§ Florentiner 58ilbni§.

= La casa fiorentina e

©tfjiapareni

i

3Rnnä)tn

SSon ß. @(f)Qeffer.

suoi arredi nei secoli

XIV

e

XV,

^lorenj 1908 (Biblioteca storica del rinascimento vol. IV), ber ättjeite Sanb mar mir nod) nid)t gugänglicE). vol.

I,

= Augusto

©etena

XV

secolo

La

Serena:

cultura umanistica a Treviso nel

in: Mise, dl storia

Veneta

Sßenebig

Ser. III, T. III.

1912. ©djmarfoit»

= 2tug.

(Sd)marfom, aJJelo^go ba gorli.

(Sin

Seitrag §ur

^un[t= unb £ulturgef(i)i(i)te Italiens im 15. ^a'^r'^unbert. S3erlin u. Stuttgart, SB.

©egarijji = La

©pemann

Catinia,

Le

1886,

f^ol.

orazioni e le epistole di Sicco Polen-

tone, umanista trentino del secolo

Arnaldo

S3ergamo 1899

S,

XV

edite ed illustrate

(Bibl. stör. d. lett.

it.

da

V).

Sercambi =» Le croniclie di Giovanni Sercambi Lucchese pubblicate sui manoscritti originali a cura di Salvatore Bongi (Ist.t. stör, ital, Fonti, vol. 19—21), 3 SSänbe. 3f?om 1892.

=

n libro di ricordi della famiglia Cybo pubblicato con introduzione appendice di documenti inediti, note illustrative e

©taffetti

indice analitico

da Luigi

Ligure

©enua

Statuti

S3b. 38,

= Statuti

Staffetti

ben: Atti della

in

societä,

1908.

della provincia

Romano

V. Federici, P. Egide, Stom 1910,

a cura di F. Tomassetti, 48 ber Dom Istituto

S3b.

storico italiano !^erau§gegebenen fonti.

= Storia

S^orre

della

accademia Platonica di Firenze par Arnolde

dell'

Torre, Firenze 1902 (58b. 33 ber Pubblicazioni del R.

Istituto in Firenze Sezione di filosofia e filologia. 858 ©. in 4°).

= La

i tempi di Paolo dal Pozzo Toscanelli Ricerche Gustave Uzielli. giom 1894, 745 ©. in f^ol. Söilbet ben 1. Seil be§ 5. $8anbe§ ber Raccolta di documenti dalla Commissione Colombiana.

Uäielli

vita e

e studi di

.

SBcnturt

= A.

.

Venturi, L'Arte a Ferrara nel periodo di Borso d'Este

(Riv. stör.

ital.

Anno

II fasc. 4 1885,

689—750 au^

jeparat,

Sturin 1886). SSogelftein-9iieger SSogelftein

=

®efcf)td^te

unb ^aul

ber

Qfuben

in

9?ieger, 2. <8anb,

$Rom bon ^ermann

SSerlin 1895.

II*


XX

ßifte einiger

=

SBorbutg

I

;

,

SBarburg.

5lbt)

fügung in ber

f^eftfctjnft

=

fe|t,

2)et

^oftnann be§ ©tafen Salbaffar unb erläutert öon Gilbert

eingeleitet

ßeipäig 1907. 2(rIotto

SBe[[el§!i, ,.

Francesco Sassettis le^ttrintge Sßet= 5t. ©d^matfoiu, ßetpjig 1907, (5. 129

für

157.

SSße[[eBü

;

neueren SBerIc.

3JZit

3abugl)in

Über«

$üJünd)en

unb

2 23änbe.

=

2)ie

©(i)iüän!e

unb

S^nurren be§ $farrer§

ge[nmmelt unb herausgegeben bon

Slrlotto,

'

©afliglione. SS.

Gilbert

SBe[[eläfi.

me{)reren S3ilbern unb ^^affimitien, 2 S3änbe, 58erlin 1910.

= Vladimiro

critico 2

Zabughin,

Giiilio

S3änbe unb 5Int)ang.

Pomponio Leto.

Saggio

9iom unb ©rottaferrnta 1909,

1910 unb 1912.

3önnoni

=I

precusori di Merlin Coccai.

vanni Zannoni.

Studi e ricerclie di Gio-

Citta di Castello 1886.


3n]^aU^i)crjei(^ni^. (grfter 3tbfd)mtt.

®etr Qtaat

aU

5^ttttft)i>etf* @eite

3

«tftes Äo|)ltcl: einleitung <ßoIitifci)er

3uftanb ^talieng im 13. ^a^tt)unbett

%et 9Jonnonnenftaat unter (Sägelino

gfi^ebricf)

II

ba Slomano

3toeite5 Äopltel: Itjronnts bes 14. 3a^t^unDeris

3

4 6 7

^finattäielle

©runblagc unb SSert)äUni§ jur SSilbung

7

®a§ Sbeal

be§ abjoluten §etrj(i)erg

8

Snncte unb

öufeere

S)ie

SBiiconti bt§ auf

Xgronnen

ben öorle^ten

2)ritte$ SiapittU Xt)ranni$

;3nterüentionen unb

9

©efa^ten

Urteil ber ^Florentiner über bie

bes 15. 3o^i^^ttnbei:t$

Sfleijen

ber Äaijer

11

12 16

16

ÜKangel etne§ feften (Srbrec^t§; illegitime Erbfolgen

20

Sonbottieren afe ©toatengrünber

22 24 25

St)t aSerpItni§

Sie

gött^^Iic

§um 95rot^erm

©foräo

©iacomo ^icrinino

27

Spätere S3erfud)e ber (£onbottieren iBiectes Äopitcl: !Cic iBie SSaglionen a3Iutt)otf)äeit

®ie ^äujer

Heineren Xtitannien

üon Perugia

bc§ ^af)re§ 1500 SJioIatefta

^ico unb ^etrucci

fünftes Äapitel: Die grö&cren ^errf^er^öujer

Don 9ieapel ©er lefete SSi^conti üon DJlaüanb {^rance^co ©forga unb fein ©lücf QJaleaäjo SKoria unb Soboüico Wloxo 2)ie 3lrugonefen

28

29 30 31

35 37

37

40 42 43


XXn

SnfialtStieräetc^nB. €ette

^ie (Sonjagen üon iDiantua ijebertgo ba SJiontefeltro, ^erjog oon Urbino %ie ßfic in f^errora

47

50 52

C^egner det Xgtannis

60

Die jpdtercn ©uelfen unb ©f)ibeUinnen ®ie aSerjc^roörer 5)ie ©rmorbung beim Äitd)gang (Sintoirlung be§ antuen 3;i)rannenmotbeä

60

Sei^(tes

•^lie

SiapiUU

3)ie

62 63

64

Satilinarier

iJIorentinifc^e 2tnjid)t

®a§

61

SSoIf

Dom SL^rannenmorb

im SSerpltniS gu ben

Siebentes Jtopitel: Xit 9itpuhl\Un Senebfg unb SSenebig

im

65 66

9Serjd)ix)örern llrlorena

....

69

®ie 6inroof)ner

^et ©taot unb Urjad^cn bet

®et

bie @efat)t burd)

70

ben ormen SIbel

71

llnerjct)ütterlid)leit

unb

9lat ber 3^^)"

SSer^^ältnig

72

bie poIitifci)en ^rojcjfe

73

ju ben Sonbottieten

Dptimi§mu§ ber ouäraärtigcn ^oliti! SSenebig al§ ^eimat ber ©tatiftil

74

75 78 79 80

SSerjögerung ber Slenaijjance SSerfpätete SReliquienanbad^t

gIorcn§

jeit

67

68

15. iga^r^unbert

bem

14. Sat)tt)unbert

DbjeÜiöitöt beB politijc^en 83etDu|tjeinä

81

©ante oB

82

«ßolitifer

glorenj al§ ^eimat ber ©tatiftü; bie

83

SSillani

84 86 88 89

%ie ©tatijlif ber {)5^ercn S^tcrejien ©ie S3erfaj?ung§formen unb bie ®ej(f)id)tfd)reiber ©ai ©runbübel beg to§Iani}ct)cn Staats ®ie ®taatg!ün[tler unb jcin aSerfajjungSprojeft ©iena unb GJenua

91

5!)lad)iat)eni

Sli^tes Jlapitel: Slustoattige ipoUti! 1>tx italienifc^en

1)er 5ieib gegen SSenebig

©aS

SluSlanb; bie

©Qmpaf^ien

für granfreid^

SSerjud) eineä ®Ieic^geh)icf)t§

Snteröention unb Eroberung

SSerbinbungen mit ben Xürlen 3)ie @egcnttjir!ung

©panienä

92

Staatm

...

94 95 96 96 98 99 102

Dbjeftiöe 35ef)anblung ber «ßolitil

103

Äunft ber Unter^anblung

103


Sn^altSüerjetdini«.

XXTII Seite

9leunte9 SiapiM: ttt ilrieg als ilunfttoerl

106

®ie geuetroaffen Äennerfd)aft unb S)ilettanti§mu8

106 107 111

j^greuel

3e^ntes Aopitel: Xas ^apfttum un5 feine (j^efo^ten ©tellung

gum

111

Stu^Ianb unb ju statten

112

V

114

5)er Stepotenftaat in ber 9fiomogno

117

ffarbinöle aug fjürftenpufern

119

9iömijd)e Unruf)en

jeit

9ti!olou§

aB §ert oon

©ijtu§ IV.

116

Sflom

i^nnocenj VIII. unb fein (3ot)n

120

3llejanber VI. al§ ©panier

121

jum

5Berf)öUnig

?lu§Ionb unb ©imonie

©eine SuIiuS

3tbfid)ten II.

fieo X.,

aU

123

gum

Sejare 95otgia unb jein SSerpltniä

124

SSatet

unb Säten

129

^Retter be§ «ßapfttum§

130

unb äußere @efat)ren

133

<ßläne

^abrian VI

135

Siemens Vn. unb bie SBcrroüftung 3tom§ folgen berfelbcn unb $Rea!tion

136

aSerfa^ren Äatlä V. mit

®o§ ^apfttum 6i$(nB:

^as

137

ber ©egenreformation

139

140

Italien htt ^Patrioten

Breiter

^ie

5f6f(^nitt.

(gnttDicfelung be^

«tftes Äopitel: 2)er itolienifi^e Staat

®er

137

bem ^apftc

Snbbibuutnd«

unb bas Snbioibuunt

...

146

2Jienfd) be§ 9KitteIoItct§

145

2)a§ ermac^en ber ^eryönlid)!eit

146

2)er ®ett)alt^errfcf)er

unb

feine

Untertonen

2)er Snbicibualigmug in ben 5RepubHIen

S)og ©fil unb ber ÄoSmopoIitiSmuS

Stoeites Äopitel: Die

©oncnbung ber

«ailjeitigen:

148 149 160

150

<Bie SBielfeitigen

®ie

^erfönli(^leit

147

ß. «8. 3llberti

151


XXIV I)rittc6

Sn'^aIt§Oeräet(f)nt§.

@eüe 157

Äapitel: 2>er tnobetne JRu^tn

2)ante§ 5ßer^ältm§

§um

5)ie 3elßf)rität ber

Ipumamften; ^cttarco

158

9fiut)m

159

Äultuä ber ©eburt^^öufet unb ©räber

160

Äultu§ ber berühmten Spännet bc§ Sütertumä

162

^obua

Siteratur be§ örtltd)en 9lui)m§;

164 166

Stterotur be^ allgemeinen 3lu!)mö

©er 9tu^m üon ben ®ie

®d)riftftenern

abpngig

»icrtcs Äopitel: 35cr

mobeme

167

169

9iul)mfu(f)t al§ 2eibenfci)aft

Spott unb

170

2Bltj

Sein 3ufammen^ang mit bem ^nbiöibualiSmug

171

®er §ot)n

171

ber Florentiner; bie '>ftot>dh

®ie 2Bi^macf)er unb $8uftonen %ie ©päBe Öeo§ X 2)ie

173

175 176

?ßarobie in ber ®i(i)tung

2;f)eorie

177

be§ 28ifee§

®ie Säfterung ^abrian VI. aB

178 i^r

181

Opfer

183

^ietro Slretino

dritter 5tbfd)nitt.

®ie ^icbetcrtoerfung bcö 5lltcttuw«, CErites

189

Äopitcl: SJorbetnerlungen

3(u§bef)nung be§ 58cgriffg 3Renaijfance

®a§

3tltertum

im

Sateinifcf)e ^oefie be§ 12.

®er

193

^a^r^nnbert^ in

3aje{tcs Äopitel: 2)ie IRuinenftobt

JRom

2)a§ 9lom ^oggioä

®oä

Slltcrtum aufeer^alb fRom§

2)ie römifd)e Seidie

Stuggrabungen unb Slufna^men

SRom unter 2eo

X

9fiuinenfentimentaUtöt

196 199

<ßiug II. a\§ 2lntiquare

©tobte unb f^amilien üon $Rom

194

197

2)ante, <ßetrarca, Uberti

unb

igtalien

195

©eift be§ 14. :3al)r!)unbert§

giifoIan§ V.

191

5!JJittcIaIter

"hergeleitet

201

202 203 205 206 207 208


3nf)altgüerjeic^nt§.

XXV (Seite

J)tittes Ä(M)itcI: 3)ic

5f)re aSerbteitung

209

oUen Slutoten

im

209 210

14. Qafit^unbctt

©ntbedungen beg 15. Sat)r^unbert§ ^ie a3ibItotf)c!cn Äopiften unb «Sctittori

^er

211

216 216 217 220 223

93üd)erbrucf

übcrjicf)t

beä gricc^ifdieu @tubium§

DrientaUfd)e etubten

jum Altertum

$tco§ ©tellung

S^iertes j^opitel: !^er

.Humanismus im

14.

3o^t^unbert

UnüermeibUd)!cit feinei Siege? %t\inai)rm be? '2)onte, ^ßetratca, 93occoccio

®ie ?ßoetenfrönung afttnftes

Äopitel:

!Dle ainioetfitötcn

unb Spulen

Stellung ber ^umoniften an ben UniDerjitäten 2ateinif(^e Schulen

gtcie ©tgie^ung: 58ittorino ba f^eltte

©uatino üon 9Serona ^rinäener§iel)ung 6e(^ftes ilapitel:

!Z)ie

(Jrörbeter

bes .^umonismus

fjlorentinij^e $8ürger: SiiccoU, äJlanetti 2)ic ftü{)eren SSJfebici

%ei $umani§mu§ on ben ^ic

<ßäpfte jeit SHcoIaug

j^ütftenfiöfen

V

üon 9ieapcl f^eberigo üon Urbino Stlfon?

%h

Sforjo unb bie

Sigi^monbo

(Sfte

9JiaIatc[ta

224 225 226 229 232

232 235 235 238 240 241

241 245

248 249 252 254 255 257

Siebentes jlapitel: IReprobuttion bes Sllteriums: C^piftologtap^ie

unb loteini^^e 9lcbe ®ie

päpftlid)e ^anslei

SEßertjd)ä^ung be§ 95tiefftil§

%ie adebnet

unb ßeid)enreben unb Solbatenreben

Stoat?*, (£mpfang§= 2l!abemifd)e

5)ie Iateinifd)e

%oxm unb %ie

^rebigt

^n^olt ber Sieben

3itierjuc^t

ijtngictte Sfieben SSerfall ber

eioquenj

258 259 260 263 264 267 268 269 270 271

272


XXVI

3[n^alt8öeräet(^ni§. Seite

%^Us

SiaplUU Die Iatdnif(^e Slb^anMung unb bie

(&ef(^{(^t«

273

f^tcibung

273

Stbjoluter SBcrt bc§ Sateinifdicn

gotjd)ungcn über ba^ Slnfängc ber ^ritü.

SJlittcIalter;

277

SSIonbug

279 280

3eitgejd)tc^te

aSetpItniä §ur itaUenifdjen ®eid)td)t?d)reibung 9leuntc9 SiapittU Stllgetnelne fiatinifierung ber Silbung

....

284 285 286 288

Satinijierte Seben§oerf)äItnijfc

5lnjprüd)e auf Meinf)errfd)aft

©tccro unb bic ßtceronianer %ie latetmjc^e Äonoerfation

290

3e^nte5 Äapltel: Die nculoteinifi^e 5ßocfie

®a§ ®po§ au§

281

282

9iamen

2)16 Qutifen

291

ber alten @ejd)id)tc; bic Stfrila

8cttgeic^td)tUd)e ^t(f)tung

293 294 296

®tnmifd)ung ber

297

%it imt)tf)enbic^tung (s;i)riftUc^e§ epo§; ©annajaro

2)ibaftijc^e

2)tc 2t)rif

Oben

a)tt)tf)oIogtc

299 299

^oejie; ^altngentuä

unb

if)tc

©renken

301

auf ^eilige

302 303

©legten unb ät)nlic^cä

®a5 ©pigramm elftes Rapittl: Sturj bet ^umoniftcn 2)ie

anflöge unb ba^

Wa^

im

16.

So^t^unbert

i^rer ©d)ulb

St)r Unglücf

5)a§ ©egenbilb bet ^umanijtcn

Stlobemien

I.

Äarl

IV '

II.

306 307

308 312

315 317

?ßomponiu§ Saetuä 2)te

...

SSaftarbc

III. giurf)lofe "äxt OJaleasjo 2Jiarta§

IV. 2;taucrfleibung unb Sttauergebräudjc V. ©tralbi unb SSanbello über dürften

VI. 2:Qrannenmorb VII. GJegenfa^ öon f^Iorenj unb SSenebig

323 324 324

325 326 328 329


XXVII

5l[n]^aIt§oeräetc^ni8.

Seite

330 332 333 333 336

VIII. JRenüiffance in SBcnebig

IX. "Sino (Sompagni

üon Dantes de monarchie oon SRailanb, 9lom unb Bologna XII. 3BertDetf)äItmjfe unb ^Retc^tum X.

XI.

'3)tc

Slbfafjung^jeit

Statiftif

XIII. ^olitif eofimoä unb SorcnäoS üon

XIV.

XV. XVI. XVII. XVIII.

XIX. Äarl

XX.

341

SJiebtci

unb tati VIII Sorenäo unb ^xanheiä) ®inno:^me Dtrantoä bur^ bie 3;üt!cn tricg unb ^rieggroefen einbrud pöpfttid^er 93enebi!tionen

341

fjranftetd)

VIII. «Pläne mit

gjiotb bt^

^erjogS

bem

tion

342

343 344 345

346 346

«ßapfttum

®anbia

XXI. ^attiotifd)e (Stimmen XXII. Tlobe bei ben Florentinern XXIII. ^anbollini unb Stiberti

347

XXIV. Verbannung

350

XXV.

349 349

giut)m unb 9flu^miucl)t

351

XXVI. '2)antc, Petrarca unb Sorcaccio bei ben ©pötctn XXVII. Erinnerung an (Saffiu§ unb Düib XXVIII.

XXIX.

XXX. XXXI. XXXII.

,

.

SSergiB

®rab

%ie ©ebeine bei 2iöiu§

357

SSiograp^ien berühmter ?ßerjonen

358

33art.

gajio unb ^aolo (Sortefe

XXXIV.

gjarren

2eo§ X.

359

363 364 365 366 368

Äuräjid)tigleit

XXXVI. ^oiquino XXXVII. «Rom unter

§obrian VI

XXXVIII. Humanitas XL.

Carminaburana

369 370

gi^riacug ijon 3tncona

371

XLI. giömijdie Seici^e XLII. Sao!oongruppe unb 3(ufjei(f)nungen über Slltertümer 1500 fg. XLIII. giaffacll «rief 1518 ober 1519

XLIV.

XLV. XLVI.

354 357

einselneg ju 3Bi^, (Spott, «ßorobie

XXXIX.

352 355

Silbfäule be§ SSergil in SJlantua

XXXIII.

XXXV.

.

gjiebiceifdie

Sibliot^e!

Urbinatifc^e «Bibliot^e! «Rotisen über S3ibIiott)eten, fdiriften

Sammlet,

unb S9üd)em

XLVII. 9HcoIaug' V.

SBibltot^efgantueifung

372 372

373 374 375

greife tion ^anb^-

376 381


XXVni

3fn^alt8ücr8ei(i)m8. Seite

XLVIII.

XLIX.

g^ottsen über ^anbjc^rift

381 382

unb ©d)rcibcr

95u(f)btucl

384

L. (Stellung ju bcn ©ricd^en

385 386 389 394

LI. (Stnäclneä über bte ©ried^cn

LH. Äenntniä

be§ §ebräi?d)cn

LIII. Sttcrarijdic Stätig!ett ber iguben

LIV. 2rottbauer

mittelalterlidier 5lnjd)auunflCtt

LV. Uniöerfttätcn LVI. SSeiolbungen, LVII.

SSittorino

396 t)oupt|ä(f)Hd)

395

üon ?ßtofefjoren

396 398

ba geltre

LVIII. ©d)riften über ergic^ung LIX. §umaniften unter 2eo X. 93embo unb ©aboleto

...

LXII.

®ejd)i(i)tjd)reiber

(©anuto, ©ercambi, ©onti,

gioiniert, Xigio)

LXIII. ^omi-r, eine enät)nopöbtc LXIV. Slntifijterung ber 9lomen

LXV. LXVI. LXVII. LXVIII.

LXIX.

LXX. LXXI. LXXII.

2Bertjcf)ä0ung be§ Sateiniic^en

(£ntt)uUo§mu§ für ©tcero aSefrciung üon flafjijd)en g«uftcm 2tuffül)rung antüer

tomöbicn

®ebtd)te auf dürften

:3agben Seog

X

eortjciana

SBunberfinbcr

LXXIII. ©elbftmorbc

LXXIV. «ßomponio

ßeto

399 401

LX. ©igt^monte SJiotateilo üon 9flimtni LXI. gtcbner, Steben unb «ßrebigten

402 Sloüacula,

404 408 409 410 410 411 412 412 413 414 415 416 417


turd^arbt,

Ã&#x201E;ultur.

I.

11. Sluft.


4

erftet mfc^nitt.

red^nete, beiDU^te ©(i)öpfung, al§ ^unftroer!.

^n

ben <BiabU

republifen tvie in ben Stjrannenftaaten prägt

fid)

bie§

Seben

au§ unb befttmmt i^re innere ©eftalt fotüo'^I aU ^oliti! naä) au^en. SSir begnügen ung mit ber $8etrad)tung

l^unbcrtfältig ii)xe

be§ öollftänbigern, beutlid)er au§gefproc^enen 2^^pu^ begfelben in ben Stt)rannen[taaten. iS^er

innere 3uft<iTib ber öon @etüalt^err[d)ern regierten

an bent ^lormannen*

Sterritorien l^atte ein berül^mteg SSorbilb rei(i)e

üon

Itnteritalien

nmgeftaltet

nnb

^ä^e üon (Sarazenen,

ber

©i^ilien,

mie ^aifer

^(ufgetüac^fen nnter Sßerrat

l^atte^).

f^riebrid) II. e§

unb ©efa^r in an eine

t)atte er jid) frü'^e geft)ö{)nt

unb S3ef)anblung ber ®inge, ber moberne Wen\d) auf bent 2:^ron. '2)a5u !am eine naT)e, öer^ traute ^enntni§ üon bem i^nnern ber faragcnijdien (Staaten unb i^rer S^ermaltung, unb jener ©xiftengfrieg mit ben köpften, tt)elc£)er beibe Parteien nötigte, alle benibaren Gräfte unb SSJJittel auf ben Äampfpla^ gu führen. ^riebric^S SSerorbnungen (be= völlig objeftiüe ^Beurteilung erfte

jonberä

feit

1231) laufen auf bie ^erftellung einer anmä(i)tigen

!önigli(i)en ©etralt, auf bie üöllige 3etni(i)tung be§ Set)nftaateg,

auf bie SSermanblung be§ 35olfe^ in eine tDÜIenlofe, unbewaffnete

im

f)ö(i)ften

©rabe

fteuerfä^ige ^D^afje ^inau§.

bie ganje rid)terlid)e

@emalt unb

Gr

gentralifierte

bie SSermaltung in einer bi§:^er

für ba§5(benblanb unerl^örten äöeife,

gmar

nid)t auft)ob, aber bie

geri(i)te bur(i)füf)rte

;

inbem er bie £e:^n§geri(i)te Berufung üon i^nen an bie9f?eid)0=

fein 2lmt me'^r burfte burd) 'ißoiUtva^l be*

werben, bei (Strafe ber SSertoüftung be§ betreffenben OrteS unb ^egrabation ber SSürger gu porigen. 2)ie Stf^ife würbe ein»' fe^t

gefüt)rt, bie ©teuern, berutjenb auf einem umfaffenben Sl'atafter unb auf mof)ammebanifd)er 9ftoutine, würben beigetrieben mit jener quälerifd)en unb graufamen 2lrt, ot)ne weld)e man bem ^) 6. SBindelmann, De regni Siculi amministratione qualis fuerit reg-

füt)tlid)

nante Friderico

Siteratur

bei SSccc^io,

La

II, 33erlin 1859.

legislazione di Fede-

rico II. imperatore, gtiebrict) II.

21.

2urin 1874. Über

im ollgemeinen ^oben

SBindelmann unb (2d)irrmad)er auä* gdjanbelt. ift

'äud) bie neuefte

giemtid) reid), ätibert ober

Menig an ben großen ©efid^t^punften, bgl.

ä.

58.

SDHtromitfd), Federico II e

l'opera sua in Italia, 3;rieft 1890.


©et ©toat

Drientaten

2fttebri(f)§ II.

5!Kof)nmmebamycf)e (Jintüirfung.

freiließ !etn ÖJelb

©jäcitno.

au§ ben ^änben bringt.

|)ier

5 ift

öon Unter* au§märt§ 'heiraten

!ein SSoI! me^i, jonbern ein lontrollierbarer |)aufe

tanen, bie

§. 33.

unb unbebingt

of)nebejonbere(SrIaubni5 nid)t nic{)t

au^roärtg, befonberä

nicf)t

in

bem

guelfi|d)en

— bie üon ^riebric^ auf

^Bologna ftubieren burften;

alle SBeife

Unioerjität Neapel übte ben frü'£)eften befannten

geförberte

©tubien^roang, roä{)renb ber Orient feine ßeute tt)enigften§ in

fingen frei Iie§. (S(f)t mo^ammebanijc^ bagegen wax e§ mieberum, ba^ ^riebric^ narf) bem gangen 9JlitteImeer eigenen ^anbel trieb, öiele ©egenftänbe, (Sal§, WeiaUe unb anbere§ fid) tjorbe'^ielt unb ben ^anbel ber Untertanen I)emmte. '2)ie fatimi=* biefen

bifd)en Kalifen mit it)rer ®et)eimlet)re be§ (h:)enigften§

Unglauben^ waitn

anfangt) tolerant gehjefen gegen bie 9?eligionen ber

Untertanen; ^riebric^ bagegen !rönt fein 9ftegierung§ft)ftem

nur um fo fcf)uIbüoner er=* ^ahe in ben ^e^ern bie SSer«» treter freifinnigen ftäbtif(f)en Seben§ öerfolgt. 'äU ^oligeimann* f(i)aft im i^nneren unb aU ^ern ber Strmee nad) au^en bienten i"^m enblicf) jene au^ (Sizilien nacE) Suceria unb nad) 9Jocera über* gefiebelten (Sarazenen, rt)eld)e gegen allen i^ammer taub unb gegen ben tixd)lid)en 93ann glei(f)gültig tüaren. 2)ie Untertanen, burd) eine fe^erinquifition,

f(i)eint,

njenn

bie

man annimmt,

er

ber SSaffen enttDö^nt, ertrugen fpäter ben ©turg 9Jlanfreb§ unb liefen bie SSefi^na^me ^ax\§ fi(f)

üon Stnjou

Ieic£)tunb millenlog

über

ergeben; le^terer aber erbte biefen 9flegierung§mecf)ani^mu§

unb benu^te it)n meiter. ^eben bem gentralifierenben Äaifer tritt ein Ufurpator ber eigentümli(i)ften 'äxt auf: fein SSi!ariu§ unb (Sd)Jt)iegerfof)n @g* gelino ha Sflomano. (Sr repräfentiert fein 9?egierungä* unb 58er* tt)altung§ft)ftem, §errf(f)aft tifc^eg

im

ha feine ^ätigteit in lauter £äm|)fen

öftli(i)en

Oberitalien aufging; allein er

SSorbilb für bie ^^olgejeit nic^t

!aiferlicf)er 33efct)ü^er.

^llle

minber

big^erigc (Eroberung

be§ SJiittelalterg tvax entmeber auf

©runb

tt)i(i)tig

um

bie

aB poli* aU fein

unb Ufurpation

mirflicfier

gegebener Grbfd)aft unb anberer Ü^edjte ober im bie

ift

ober

t)or*

^ampf gegen

Ungläubigen ober @jfommuni§ierten bollbradit tüorben.


6

erftcr 5tbfcf)nttt.

^ter

pm erftenmal

bitrci)

mirb bie (SJrünbung eine§ Ti)xom^ öerjud^t

SJiojfenmorb unb enblofe

©(^euf^Iic^fetten,

9tufrt)enbung aller 9JätteI mit aHeiniger

9f?üdfict)t

ba§ IjeiU auf ben

burtf)

3lt)etf.

ferner ber Späteren ^at ben ©ggelino an toloffalität be§ SSer* bre(i)en§ irgenbtüie erretc£)t, auc^ ©efare SSorgia ni(i)t; aber ba§ 35eifpiel rt)ar

mar für bie SSöüer unb für fünftige greüler

gegeben, unb @§§eHnog ©turj

feine |)erftellung ber @ere(i)tig!eit feine SBarnung.

Umfonft tan

fteltte

?5riebri(f)§,

in einer foId)en 3ßtt ber geborene Unter*

©. Stt)oma§ bon 2lquino, bie %i}exoxie einer

ftitutionellen ^errfd)aft auf, tvo ber ^ürft burcf) ein

nanntet Dberf)au§ unb eine t)om

!on='

i{)m

er'=

S5oI! getoä^lte 9iepräfentation

unterftü^t geba(f)t h)irb; umfonft ertannte

republüanifd) gefinnt, ha^

öon

er, ber, !einegtt)eg§

Königtum oielme^r

für bie befte

unb

beftgeorbnete ©taatSOerfaffung erüärte, ba^ 0led)t ber Unter*

tamn §ur Oleüolution an^), ja geftattete in ben äu^erften Ställen ben 5tt)rannenmorb^). '2)erglei(i)en oer'^allte in ben ^örfälen, unb g^riebricf) unb (Sägelino itjaren unb blieben für Italien bie größten politif(i)en (Srf et) einungen be§ 13. 3at)r^unbertg. ^tir S3ilb, f(i)on l^alb fabel'^aft tüiebergefpiegelt,

tritt

aud) au§ ben

„f)unbert alten 9?ooeHen" l^erüor, beren urfprüngli(i)e Üiebattion

nod) in ba^ genannte ^atjr'^unbert ober in ben 5(nfang beä

genben

fällt^).

f^riebrid) erf(f)eint l^ier fd^on

rüdfid)t§to§ mit

unb übt

bem SSermögen

rt)altigen ©influfs; (Sg^elino

furd)t gefrf)ilbert,

brude§

feiner

burcf) feine ^erfönli(i)!eit fetbft

ift.

it)eIcE)e

ber

mit

bem

Untertanen gu

ö.

f(i)alten,

auf S8erbre(f)er einen ge*

mirb bereite mit einer f(f)euen @{)r* 5'^ieberf(i)Iag jebe§>

gang großen @in*

@ine gan^e Siteratur, öon ber ßt)roni! ber

jeugen bi§ jur '^aIbmt)tf)oIogifd)en S^ragöbie, fd)Io^

^erfon

fid)

5lugen=^

an

feine

an^).

^)39aumann,©taot§IeI)rcb.2;t)oma§

30. 53. 59. 90. 100; für ©ääelino

Stquino, Seipjig 1873, bcf. ©. 136

31, bcf. 84.

2) §tft.

fol*

2tnfpru(i),

^a^rb.

ff.

XIV, münd)cnl893,

*)

Scardeonius,

©. 107 fg. 3^) Cento novelle anticlie ed. 1525.

antiq.,

j^ür griebrid) nov. 2. 21. 22. 23, 24.

rinis

III,

p.

De

nov.

urbis Patav.

im Thesaurus bc^ ©räoiu§ VI, 259.

üoit

®ie Stragöbtc Ecce-

Albert.

Mussato, neuer*


©influ^

(5i^icbricf)§

©ofort nad) fäc^lic^

unb

bem Sturze

7

|)crrjd)er be^ 14. ^a'^rf).

föjäclino^.

bieget beiben tan<i)en

bann, ^aupt^

au§ ben ^arteüämpfen ber ©uelfen unb ®{)ibelltnen, empor, in ber 9?egel

bie einzelnen S;t)rannen in großer ^Inja'^I

al§ (35f)tbeHtnen'E)äupter, babei aber unter \o öerf(f)iebenen 5ßor^

gangen unb SSebingungen,

ba'^

man

eine allgemeine gugrunbe

^n

liegenbe Unt)ermeiblid)!eit gar nid)t berfennen !ann.

betreff

ber 9J{itteI brau(i)en fie nur ba fortzufahren, tüo bie Parteien he^ gönnen Ratten: mit ber SSertreibung ober 3lu§rottung unb ^et^' ftörung itjxet SSo^nungen.

Kapitel.

BttjetteS

S:t)rantti^

^ie

größeren

14. 3a!)r!)unbert§ 9trt ni(f)t

felbft geftellte

ein

unb

fie

unb

lf)ö'^ere§

14. Sa^ri^uttbett^^

Heineren

öerraten e§

'fiäufig

unb

bie fi(i)

^^re

9Jlif jetaten f(f)rien

baburcf) organifierte

laut,

Staaten '^abenfie immer^^

^ntereffe.

®ie bemühte 35ere(i)nung maliger au^eritalifc^er

f^ürft

aller

eine

SJlittel,

^bee

^atte,

moöon

i)eröor^).

f)ier

"SiaS

gang befonbere

!ein ba^'

üerbunben mit

einer inner'Ejalb ber (Staatsgrenzen faft abfoluten

!ommen'^eit, bracE)te

formen

be§

©etüalt^errfd^aften

genug, ba^ (Sinbrücfe biefer

umftänblirf) üerjeid)net; aber al§ gan§ auf

öerloren waren,

@efc£)i^te !)at

t)in

be^

5!)ienf(f)en

5[l?a{i)tt)oH=

unb £eben§*

^auptge'fieimniä ber |)errfcE)aft lag für

bie reiferen Stt)rannen barin,

ba^

fie bie

liefen, tüie fie biefelben angetroffen ober

«Steuern mögU(i)ft fo

am Slnfang

eingeri(i)tet

einem ^atafter, beftimmte ^onfumfteuern unb B^He auf (Sin^ unb 5(ugfuf)r, tüo^u norf) bie ©inna^men öon bem ^riöatüermögen be§ 'f)err|(f)enben §aufe§ !amen; bie einzige mögli(i)e (Steigerung ^ing ah öon ber 3w* na'fjme be§ allgemeinen 2Sof)lftanbeä unb ^extetjx^. SSon 5tn* leiten, mie fie in ben ©täbten üor!amen, tüar ni(f)t bie "Siebe, e^er erlaubte man fi(f) f)ier unb ba einen too'^Iberec£)neten @e* f)atten: eine ©runbfteuer, bafiert auf

bing§

öielfarf)

be^nbclt, !ann

al§ bie

öUcfte SRenaiffancetragöbie gelten.

^)

©t^monbi, Hist. des r6p.

liennes, IV, p. 420; VIII, p.

ita1

sq.


8

(Srftcr STbic^nitt.

ba^ er bett ganzen Sitftanb un^ ^. bte e(i)t jultanif(i)e 5lbfe^ung unb 5lu§*

borau§geje^t,

ttjaltftretd),

erjc!)üttert liefj, tt)ie

5.

plünberung be§ oberften f^inariäbeamten^).

Wit

biefen Sin!ünften

Hetnen §of, bie ^Bauten — unb

bie

man

fii(i)te

£eiblt)ad)e,

bie

©paBmac^er

®ie

Illegitimität,

bereinfamt ben§errjcf)er;

nur irgenb

jdjiiefeen

gabung, o:^ne !eit)

Umgebung

bte

ift

ba^^

üon Talent

be§ f^ürften ge^

öon bauernben @efaf)ren ba§> e^rentioUfte

!ann,

$Rüd:ji(i)t

ben

fomol)! al§ bie Seute

§u begasten, bie aur perfönlid)en ijörten.

um

9JJann[(f)aft,

au§§ureicf)en,

geworbene

umfd)it)ebt,

S3ünbni§, rt)elc^e§ ex

mit ber ^ö^eren gciftigenS3e*

auf bie ^er!unft. "^ie Liberalität

ber norbifcf)en dürften be§ 13. ;^at)r'E)unbert§

(^JHIbe^'

t)atte jid)

auf

auf ba^ bienenbe xmb fingenbe Slbel^üol! bejd)rän!t. 5tnber§ ber monumental gefinnte, rut)mbe gierige italienifd)e

bie

9fiitter,

%t)mnn, ber ba^ %aUnt aU ober @ele:^rten ja faft

im

gujammen ift

fü'^It er jic^

9J?it

bem

®td)ter

auf einem neuen SSoben,

neuen Segitimität.

33efi^ einer

Sßeltbe!annt

foId)e§ braud)t.

in biefer 93e§iet)ung ber ^ett)altl)errfc^er

öon SSerona, (^an ©ranbe bella ©cala, U)eld)er in ben auSgeaeid)'» neten $8erbannten an feinem ^of e ein gangeä Italien beifammen untertjielt,

roenn er aud)

freilid)

bem

größten biefer S3erbannten,

unb ungefd}mälertbelt)a'^rte ©auHern unb Spa^madiern'). ®ie ©(^riftfteller tüaren

1)ante, bie ©unft nid)t fo ungetrübt tuie

bantbar; Petrarca, beffen 93efud)e an biefen ^öfen fo ftrenge Gabler gefunben l^aben feiten^ berer, meld)e republifanifd)e .Spanblung

unb ©efinnung bon

it)m erlnarteten, fc^ilberte ba§

ibeale 33ilb eine§ dürften be§ 14. ^atjrtjunbertS^).

öon feinem Stbreffaten

gro^eg, aber auf eine SBeife, al§ traute er e§ Franco Sacchetti, Nov. (61. 62). ~) Petrarca, De rerum memorandarum, lib. II, 3, 46. Dantes SSib*

XIV,

tnungghrief bc§ Paradiso,

mand)moI

1)

ü.

Slaüenna

au§ an ben f^ürftcn gefrf)riet)crt, toirb öon einigen neueren ^ritüern D. ab* gefptodjen, Ogl. Giern, stör.

©r üerlangt

— bem ^errn üon ^abua — bietet unb

XL,

467.

^)

i'fim gu.

„^u nm^t

Petrarca, Epistolae seniles,

an

Francesco

^er Srief

(28. 9?oü. 1373).

brudt u.

di

al§ befonbere

b. 2;.

:

administranda,

De g.

lib.

Carrara i[t

auc^

©c^rift ge*

republica optime 58.

93

em

1602.


%\nanien.

n{(f)t

^beal beS ^crtjc^crg.

®efaf)rcn bcr %t}xann\§.

9

§err betner S3ürger, fonbem SSater be§ SSaterIanbe§ fein

unb jene follft

§of.

tüte

aud)

betne ^irtber lieben^), ja tute bid)

it)nert

Siebe gu bir

eittflöBett,

felbft,

unb bu

nid)! ?}ur(i)t einjagen,

benn au^ 5urrf)t entftef)t ^a^. SSaffen, Slrabanten unb ©ölbner gegen beine Bürger üer* hu gegen bie ?}einbe menben magft bu nid)t§ mit einer SeibiDac^e, fonbern !ommft mit bem bloßen SBoI)IttJonen au§; freilirf) meine irf) nur bie 93ürger, n)el(i)e bie ßrf)altung be§ ©taateg n)ünfd)en; benn n^er täglich auf $8eränberungen finnt, ber tft ein S^ebell unb ©taatsfeinb." ^m einzelnen folgt nun bie ed^t moberne ^ütion ber Staate* anmad)t; ber ^ürft foll felbftänbig, unabhängig t^on ben |)of^ leuten, babci aber bef(i)eiben unb einfad) regieren, für alle^ forgen: 5lirrf)en unb öffentlid)e ©ebäube f)erftenen unb unter* galten, bie ßiaffenpoligei aufrecht galten, {a felbft ba§ Sagern ber ©Gemeine in ben ©offen berbieten, ba ber Stnblid' unerfreulid), ben i^xemben tütberft) artig unb für bie ^ferbe gefä:^rli(^ fei; aufeerbemSümpfe au^trodnen, über 2Bein unb ©etreibe n^ac^en. @r folle ferner ftrenge @ered)tig!eit iralten laffen, bie Steuern fo au§fd)reiben unb üerteilen, baß ba^ $ßoIf i^re 9?otn)enbig!eit unb ba§ Unbel)agen be§ |)errfd)er^ erfenne, bie Waffen anberer in Wnfpmd) gu nel}men, ^ilflofe unb Traufe unterftü^en unb au§ge§ei(i)neten ©eletjrten feinen (5cf)u^ unb Umgang toibmctt, in

ntagft

ber ^orau^fe^ung, bafebiefefürf einen S^ad)nit)m forgen tuürben. 2lber föelc^e^ and) bie allgemeinen £id)tfeiten bienfte einzelner gen)efen fein

mögen,

bod) f(^on ba§ 14. ;3af)r:^unbert bie geringe lofigfeit

ber meiften biefer 5tt)rannien.

poUtifd)e 35erfaffungen roie biefe finb, al§

ba^ ©ebiet größer

ift,

fo

'2)a

genau

maren

unb

bie $8er=

fo ertannte ober a'^nte "i^iauer, bie

©arantie=*

au^ inneren ©rüitben

um

fo

üiel faltbarer

bie mäd)tigeren ©enjalt^*

^errfd)aften ftet§ geneigt, bie Heineren gu üerfc^lingen. SBelc^e 1)

(St[t

t)unbcrt 3at)re jpätet tvixb

bann aud) mutter.

bie gürftin gut

9?gl.

2anbe§==

Hieron.Crivellis2eid)en*

tebe ouf Bianca Maria Visconti, bei SJiuratori,

Scriptores

carum XXV,

rerum

Itali-

Col. 429. (Sine fpöttifcf)e

Übertragung t)ierDon

ift

e§,

tnenn eine

Sd^iuefter ^apft Sixtus' IV. bei Jac. (gjJurat. XXIII. Col. mar mir bie neue 9tu§gabe gugänglid)) mater ecclesiae ge*

Volaterranus 109, leiber nid)t

nannt

tuirb.


10

erjlcr mjcfinttt.

^efatombe

fleiner |)errf(i)er

maTlänbifd)en

Xtjxanmn,

tft

in

nur

allein

biefer B^ii

hen

SStSconti,

ben

geopfert tüorben!

^iejer äußeren ÖJefa'^r aber entfprad) getni^

faft

jebeSmal eine

innere ©ärung, unb bie a^tücfmirfung biefer Sage auf ba^ @e=

müt

be§ ^errfd^erg mu^te in ben meiften f^ällen überaus

öer==

gum ©enu^

berblid) fein,

^ie

unb gu

üon (5elbftfu(i)t tion ber einen, bie ^einbe unb öon ber anberen ©eite macf)ten i^n faft unüer^

falfd)e 9nimacf)t, bie

9(ufforbening

jeber 5lrt

SSerf(f)tt)örer

meiblici)

^um

Stt)rannen

im Übeln

(Sinne.

SBäre nur menigfteng ben eigenen nä(f)ften 93Iut§öerir)onbten

p fid)

trauen geroefen!

5niein

Jt)o

alleS illegitim tüar,

ba fonnte

aud) feinfefteg @rbre(i)t, Weber für bie (Suf^effion in ber^err==

f(i)aft, no(f)

unb öollenbg in unmünbigen ober untücf)^

für bie Steilung ber 65üter bilben,

brol^enben Stugenbliden ]d)oh ben

tigen gürftenfo'^n ein entf(i)Ioffener SSetter ober Oifieim beifeite,

im

^^ntereffe be§ ^aufe§ felbft. 9Jud) über 5(u§fd)Iu^ ober 2tn* erfennung ber 93aftarbe tvax beftänbiger ©treit. (So !am e§, ba^

eine gan§e Slnja'^I biefer f^amilien mit un^ufriebenen,

rac£)fü(f)*

tigen SSeriuanbten :^eimgefuc£)t mar; ein SBer^äItni§, ba§ nid)t

eben feiten in offenen SSerrat unb in h)üben g-amitienmorb aug* 5Inbere, al§ glüc£)tlinge au§tt)ärtg lebenb, faffen

brad).

fic^

in

©ebulb unb bet)anbeln auc^ biefe (Sa(i)Iage ob{e!tib, tüie §. 35. ^atteo I. S3i§conti, ber am ©arbafee ^ifd)ne|e au^marf^). ®er 35ote feine§ ®egner§, be§ in 9}iailanb :^errf(f)enben ©uibo bella ^orre, fragte i^n gan§ bireft: wie unb tnann er rt}ieber naä) 9JiaiIanb §urü(f5u!et)ren geben!e, unb erf)ielt bie Stnttüort: „2luf bemfelben SSege, auf bem i(f) :f)erau§gegangen bin, aber m6)t e"f)er aB bi§ bte ©(i)anbtaten iene§ über meine '^exbieä^en ba^ Übergett)id)t erlangt fjoben toerben."

SSermanbten ben regierenben ^errn feine eigenen SSrüber 9JloraI,

um

^)

opfern

aucf) bie

9JJatteo II. S3i§conti

alläufe'^r beleibigten öffentlid)en

baburrf) bai^ 6JefamtT)au§ 3U retten 2).

nii)i bie |)errf(i)aft fo

2)

— ber

S3i§tt)eilen

— ben

^ie unb ba

auf ber ©efamtfamilie, ba^ ba^ ^aupt an

Petrarca, Rerum memorandar, über Matteo ViUani, V, 81.

III, 2, 66.


^ontp.

5!RangeI^aftc§ @tbtccf)t.

beren 33eirat gebunben

ift,

11

bcr f^Iorentinet.

9tbfcf)cu

auä) in biefem f^alle beranlaBte bie

Stetlung be§S5efi^e§ unbbe^(£tnfluffe§lei(i)tbenbitterften|)aber. 58ei ben bamaligen fIorentinijd)en Tutoren begegnet man einem burd)get)enben tiefen ^a^ gegen btefe§ gange Sßefen*). @d)on ba^ pomphafte 5(uf§iet)en, ba§ ^rad)t!o[tüm, tvobuxd}

bie @eit)attl)errj(i)er tiienei(i)t tüeniger it)rer(£iteI!eitGJenüge

aU

tun

öielmet)r (ginbrud auf bie ^'^antafie he§> SSoI!e§ ma(i)en

mollten,

errtjecft

i^ren gangen ©ar!aämu§.

(3d)on Petrarca

an ^efttagen". SBefie, bie ^änbe fällt, tf ie ber

finbet bie Xtjrannen gepult, mie „5tltäre

menn

if)nen gar ein

©mpodömmling

in

neugebarfene *S)oge ^fgnello üon ^ifa (1364), ber mit

benen B^pt^^ au^gureiten pflegte unb

am

f^enfter geigte „iuie

f iffen öon

man

9fleHquien geigt",

©olbftoff gele'^nt; tnieenb

unb i^n anreben

toie

bann

ficf)

bem

gol*

^aufe auf ^eppid) unb tüieber gu

mu^te man

it}n

einen ^apft ober ^aifer^).

bebienen aber

£)fter

reben biefe alten f^Iorentmer in einem er'^abenen ©ruft. %ante^) ertennt

unb benennt

üortreffUd)

ba^ Unablige,

©emeinüer^^

^ab^ unb §errf(f)gier. „2Baö tönen il)re ^ofaunen. (S(i)eIIen, Körner unb flöten anberg aU: t)erbei gu un§ i^r |)en!er ii)r Ütaubüögel !" SJlaler be§ 14. ^a^r^unbertä ftänbige ber neufürftlicf)en

:

!

(5tmbrogio bi Sorengo) [teilen bie Sti^rannei

aU

ein unge'f)euer=«

gemappnete§ SBefen bar, ba§ in einer feften 33urg Üjxont, üon ßaftern umgeben, gu feinen t^ü^en bie niebergetretene @e* re(f)tig!eit, an feiner (Seite öermüftete ©täbte unb 'S)örfer'*). (Später malt man fid) bie ^urg be§ 3:;t)rannen ^oä) unb ifoliert, üoller Werter unb Saufd^rö^ren^), aU einen 91ufent"^alt ber 58o§== Iid)e§,

^)

^a§

SRedit be§

XtjranncnmorbeS

tüitb tion Salutati, 93riefe II,

153

f.

entfc^icben ücrteibtgt. 2)

^)

Filippo Villani, Istorie XI, 101,

®cn antuen Mumpfjäug be§ mon um*

Castracane in £itcca finbet

Seben SJluroton XI, Col.

ftänblicf) bef(f)riebcn in

üon Tegrimi, bei

bcffen

1340. ')

qui non heroico more, sed plebeo

sequuntur superbiam 3t.

Wahtel ^)

vulgari eloquio,

I, c. 12:....

etc.

ber

®efd)id)te

Seipäig 1879,

I,

457

f.

"Sieg itvax erft in ®(^riften be^

aber

15. ^ai}x1).,

^t}antafien: aedif.

V,

Trattato,

De

aSoItmann,

3.

bei

gett)i^ narf) friU)eren

De

L.

B.

Franc, di Giorgio,

Alberti,

Della Valle,

sanesi III, 121.

re

Lettere


12

erjtcr m\ä)xxxtt.

unb be§ @Ienb§. 5tnbere meBjagen iebem Hnglüd, her in getie^), unb bejammern am (Snbe ben Xt)^ unöermeibltct) ber ^einb aller ©uten unb rt)elci)er rannen jelbft, ^ücf)tigen fei, fic^ auf niemanben öerlaffen bürfe unb ben Unter=»

l^ctt

St)rannenbienfte

tanen bie ©rmartung feinet

(Stur§e!§

bem

auf

„(Bo wie bie 3:t)rannien entftetjen, mad)fen fo to'dd)\t

©efid)! lefen !önne.

unb

befeftigen,

fid)

aud) in if)rem i^nnern »erborgen ber (5toff mit, melrfier

t'^nen S5ern)irrung

unb Untergang bringen

^er tieffte mar ba^

mu^''^*).

mirb nid^t beutlid) ^ert)orget)oben: ^loreng

©egenfa^ mit ber

maB

bualität gelten if)rer

©ntiüidlung ber ^nbiöibualitäten

rei(i)[ten

unb gemä'^ren liefen aU

näd)ften Wiener.

Sßar

bocf) bie

bie if)rige

f(f)on üöllig

Heineren §errfd)ern

unb

bie

S^ontroIIe be§ eingetnen

aJlenfd)en bi^ auf§ ^af3tx)efen ^erab feit griebrid) II biefer 93e§ie^ung

be^»

©ett)all^errfd)er !eine anbere ^nbiöi^

bie

rtjä^renb

fd)äftigt,

SD^ufter

unb

,

ber aucf) in

SSorbilb lüar,

bur(i)gefü'^rt^).

Un^eimlici)e unb ©ottoerlaffene biefer ©jiftens helam ©ebanfen ber B^itg^^offen nod) eine befonbere garbe buxd) ben notorifd)en ©ternglauben unb Unglauben man(i)er

®a§

in ben

^errf(f)er.

5(l§

ber le^te (Sarrara in feinem peftöeröbeten

(1405) bie 9}lauern

unb

bie SSenegianer bie tt)acf)en oft

®ie

©tabt umzingelten, l^örten i^n feine £eib=

be§ '^aä^i^ ben Steufel rufen: er

bollftänbigfte

SSi^conti in 5[)JaiIanb,

fid)

it)n

©leid) melbet

fid)

Franco Sacchetti, Nov.

61.

biefer %t}^

ben ©ioüanni unöerlennbar

(gr5bifd)of§

in S3ernabö gan,^

fd)redlid)ften römifd)en

^m"

getüinnt etüigcn 9flu:^m (©. 6

2t. 2).

hcn

töten!

moT)I unftreitig bei

öon bem Xobe be§

eine gamiIienä:^nUd)!eit mit 1)

möge

unb bele^renbfte Sluöbitbung

ranniä be§ 14. ^at)rt)unbert§ finbet

(1354) an.

^abua

3:ore nid)t mef)r befe^en fonnte, föäl^renb

Stud) ?lnf. be§ 16. ^a\)x\). nod) gilt bie

2)

Matteo Villani VI,

1.

3;t)ranni§ (Altieri, S. 141) ol^ crudel

3)

'SaS ^af3tuireau üon

^obua

de sua natura et efferata. Sl}te SSir* !ungen werben aU bur(^au§ jd)äbUrf) gefdiilbert.

%et Xtjrannenmörbcr

bie SJJitte be§ 14. Saf)rf).

dalle buUette bejeidjnet bei

Sacchetti,

Nov. 117.

um

al§ quelli

Franco


S3emabö.

"Die SSiSconti:

©iangalcaääo.

Seiten

13

^läne.

Icfetc

@r nannte ficf) ^apft in feinen (Staaten, nmgab mit einer eigenen abiigen berittenen 2eih)x>a(i)e, ben prov-

petatoren^). \id)

visionati, fonfiögierte bie

^riefter ein; ber

©üter ber

@eiftli(f)en

©taat^^tuecE

tt)id)tigfte

ift

unb

fperrte bie

bie ßberjagb beg

f^ürften; lt)erif)m barein greift, h)irb marterüoIIf)ingeri(f)tet; ba^

gitternbe SSoI! mufe if)m

5000 ^agbt}unbe füttern, unter ber ®ie für beren SSot^Ibefinben.

SSeranttüortlid)!eit

f(f)ärf[ten

Steuern föerben mit allen benfbaren ß^^^iiQ^^^itteln empor* getrieben, fieben Stöcf)ter, jebe mit 100 000 ©olbgulben au0= geftattet unb ein enormer (S(i)a|5 gefammelt. S3eim Stöbe feiner ©ema'^Iin (1384)

erf(i)ien eine 9cotifi!ation

„an bie Untertanen",

foUten, tüie fonft bie g^reube, fo je^t ba^ £eib mit it)m teilen

fie

unb

ein i^a^^r lang Strauer tragen.

lüomit

|)anbftreid),

@ett)alt

i"^n fein ??cffe

llnberglei(f)lid)

ift

bann ber

©iangaleaggo (1385) in feine

befam, eine§ jener gelungenen Slomplotte, bei beren ba^ ^er^

(3(i)ilberung nod) fpäten @efd)i(f)tjc^reibern

fd)Iägt^).

©iangalea^äo nämlid), tüegen feiner Siebe §u ben SSiffenf(f)aften

unb

feiner Sfteligiofität

üon feinen SSerroanbten

5U räd^en, überfiel, unter

fid)

bem ^ormanbe

(Stabt öerlaffenb, feinen nic^t^al^nenben

öerad)tet, bef(i)Io^

einer SSallfa'^rt bie

Dnfel, fe^te

i{)n

ge*

fangen, brang mit einem Raufen SSemaffneter in bie ©tabt, be*

mäd)tigte

fi(i)

ber §err^(i)aft unb gab ben ^alaft be^ ^ernabö

ber ^lünberung be0 SSoI!e§ preiä.

®iangalea§50

S3ei

tritt

^oloffale gewaltig ^eröor.

©olbgulben

riefige

ton Wanhia, biefe

C!orio,

^)

247 2)

8täbte

ber ec^te ^Xtjrannenfinn für ba^

um ben 5DHncio öon ^abua nacf) belieben ableiten unb machen gu !önnen*); ia e§ träre nid)t un*

'3)ammbauten unternommen,

bie SSrenta rt)e{)rIo§

Storia di Milano,

Fol.

vius, Vitae lani

f.

3lucf)

mit 9Iufrt)anb üon 300 000

(£r t)at

j.

33.

bem Paolo

Giovio,

Elogia Virorum beUica virtute

illu-

XII vicecomitum Medio-

principum ^ari§ 1549,

©tarle

SSerurteilung

be§

p.

165 sq.

Bernabö

Visconti aud) bei Salutati, SSviefe II,

strium, S3afel 1575, p. 85 in ber vita

148

be§ Bernabö. Giangal. (vita p. 86 sq.)

galeazzo, ber über jenen jtt)rannen

ift

für Giovio post

Theodoricum om-

nium praestantissimus.

S3gl.

aud) Jo-

ff.

mit einer Ülübmung

triumphiert 3)

1:)ahe

(25.

DU.

Corio, Fol. 272, 285.

bc-i

Gian-

1385).


14

etjicr 5tbjci)mtt.

Sagunen öon

benlhax, ba^ er auf eine Xrodenlegung ber

nebig gefonnen

'i:}äiie.

grünbete ^) „ba^ munberbarfte

(Bx

Möfter", bie ©ertoja üon ^aöia, unb ben

^om

SSe* aller

öon SKaüanb,

„ber an @röBeunb^ra(^taIle5^ird)enbere^riften^ett übertrifft"; ja t)ienei(i)t

ift

auä) bei ^alaft in ^aöia, ben fd)on fein SSater

©aleajäo begonnen unb ben er üollenbete, meitaug bie :^errUc^fte gürftenrefibeng be§ bamaligen (Suropa gemefen. ^ort^in öer^ legte er auä) feine S3ibIiot^e!

0leIiquien ber ^eiligen,

©tauben lüibmete. 33ei einem dürften öon lid),

menn

er ni(i)t auct)

fronen gegriffen

t)ätte.

unb

n)el(i)en

im

biefer

bie grofee

©ammlung öon üon

eine befonbere 'äxt

er

Sinnesart märe e§ befremb==

poIitif(i)en

öebiet naä) ben pd)ften

fönig äöen^el ma(i)te i^n (1395),

n)at)r^

gegen eine gro^e Slbfinbung^fumme, gum $er§og, er aber l^atte nid)t§ @eringere§, al^ ba§ f önigtum öon Italien 2)

f(i)einUd)

f aifertrone im

ober bie

©inne, al§ er (1402) er!ran!te unb

©eine fämtUcE)en Staaten

ftarb.

einem ^atire au^er 200000 ©olbgulben nod) n)eitere

follen it)m einft in

ber regelmäßigen ©teuer öon

1

800 000 an auBerorbentU(jE)en ©ubfibien ge5at)It ^aben. ^aö:) feinem Sobe ging ba§' SfJeid), ba§ er burd) jebe 5trt üon &etüa\t^ taten äufammengebract)t, in ©tüc!e,

faum

bie

älteren

unb öor ber §anb tonnten

S3eftanbteile begfelben be^au|)tet merben.

SSa§ au§ feinen ©öt)nen ©ioöan 9Jlaria (t 1412) unb ^ilippo Wtaxia (f 1447) getuorben tüäre, toenn fie in einem anberen

Sanbe unb o^ne öon i^rem §aufe gu toijfen, gelebt I)ätten, meife e§? 2)oct) a\§> ©rben biefe^ @efd)Ied)t§ erbten fie aud) ^)

Cagnola, im Archiv stör. III,

©0

Corio, Fol. 286

unb Poggio.

Hist. Florent. IV, bei SKurot. Col.

290.

XX,

5ßon ^Mänen ouf baä

Äaijertum rebet Cagnola ba§ ©onctt bei

2:rucd)i,

In

man

mio novello

col vostro mantello etc.

3)0^ Giangaleazzo

ben Sönig

pred)t bei jeinem

Stomsug

offenbar eine

unb

giften ttjollen,

Poesie

ital.

leumbung.

lombarde con le chiave per darle a voi .... etc.

le cittä

Or mi coprite

a. a. £).

inedite II, p. 118:

Stan

vi chiama: Cesar

ba§'

lo sono ignuda, et Tanima pur vive:

p. 23. 2)

Borna

roer

ift

3?gl.

ser. III, vol. I,p. Sit.

9iu=»

Ijahc oer* aSer==

Arch. stör. lomb.

309 sqq., n)omond)e

über Giang. angegeben

ift.


©ioöan

'SRaxia.

unge'^eure Kapital t»on @raufam!ett unb ^eig^eit,

p

üou Generation Gioüan SJJaria

15

^erxjci)et be^ 16. :3af)rt)unbert§.

Generation aufgefammelt

ba§'

I)ier

\i(i)

Jiatte.

toieberum burd) feine ^unbe berühmt, ^agb^unbe, jonbern bmd) Siere, bie gum Berrei^en üon 5Jienf(i)en abgerid)tet maren unb beren ßigen^ namen un^ überliefert finb rt)ie bie ber SSären ^aifer Scalen»» tiniang I.^). 'äU im Tlai 1409 n)ä^renb be§ nod) bauernben £riege§ baö üert)ungerte SSoI! i^m auf ber ©tra^e gurief Pace aber

nicf)t

Pace

!,

me^r

i[t

burdf)

:

er feine (Sölbner ein{)auen, bie

liefe

200

9JZenf(i)en töteten;

barauf mar bei Galgenftrafe üerboten, bie SSorte Pace unb

Guerra au§äufprect)en, unb

felbft bie ^riefter

dona nobis pacem §u fagen tranquillitatem

angemiefen,

ftatt

Gnblid) benü^ten

!

hen 5lugenbUd, ba ber Grofefonbottiere

einige 3Serf(f)rt)orene

be§ mat^nfinnigen ^ergogg, gacinoßane, tob!ran! §u ^aüia lag,

unb mad)ten ben ©ioüan 'Maxia

bei ber tir(i)e

3RaiIanb nieber; ber fterbenbe ^acino aber

bem ©rben

feine Offigiere fci)n)ören,

unb

©ottarbo in

am felbigen Sage SJZaria

?5iIi:p|)o

p

möge

Gemo{)Iin

felber^) nocf) oor, feine

f(i)Iug

tiefe

(5.

tjelfen,

nad)

\i(i)

feinem ^obe mit biefem üermä^Ien, wie benn auc^ balbigft ge* fc^a^

;

mar

33eatrice bi

^on S'^tip'po

Senba.

9JJaria

mirb

noct)

meiter §u reben fein.

Unb

in folc^en ßeiten getraute

t)infänigen @ntt)ufia§mu^ ber

üon fRom eine neue

über

gu bauen.

9Jeben pra!=*

bafe fie

üermag er, ibealen ©efinnungen burd)

jebe^, aud) be^ fd)Ied)teften ä)iitteB bebienen,

ber unflare Sd)n)ärmer, ber feine fd)recflid)e

aber energielofe Graufamteiten befledt, nid^tö au^^

gurid^tenunb feine

ftolge

berfcJ^ttjinbetfläglid)

S^oIIe

©0

XXIX,

Paul. Jovius,

öonberSSü^ne, auf ir)eld)er er

gu fpielen angefangen

Corio, Fol. 301 sqq.

mian. Marcellin. 2)

,$5talien

@rreict)bare erftreben unt) biefeg baburd) erlangen,

tifd)

1)

Sola bi Stiengi auf ben

mie jene, bie mit gewaltiger Energie nur ba§

|)errf(f)ern

fid)

§errf(f)aft

fic^

üerfommenen ©tabtbeööüerung

Sßgl.

Am-

3.

Elogia p. 88

bis 92, Jo.

f)atte.

Maria Pliilippus unb Vitae

XII vicecomitum

p.

175

— 189.


16

erftcr mjd)nitt.

drittes Kapitel.

S^rantii^ bc^ 15. Sö^r^unbett^» ^ie ©eroalt^errfc^aft im 15. $5al^r'^unbert geigt einen üer*» (Jtjarafter. 23iele üon ben üeinen 2t)rannen unb aud) einige üon ben größeren, tt)ie bie (Scala unb ©arrara, finb unter«» gegangen; bie mäcf)tigen t)aben \iä) arronbiert unb innerlid) ö)ara!teriftifd)er au§gebilbet; 9^eapel er!)ält burd) bie neue ara*

änberten

Sßorgüglid) be^

gonejifd)e ®t)naftie eine trnftigere 9ftid)tung.

äeid)nenb aber

i[t

für biefeS ;3<if)r{)unbert ba^ ©treben ber ß^on*

bottieren nad^ unabl}ängiger ^errjd)aft, ja nad) fronen; ein

weiterer (Sd)ritt auf ber '^atju be§ rein

Prämie

t)0^e

2;atjä(i)Ii(i)en

Heineren %t)xannen,

um

jirf)

einen Üiücf^alt §u fidlem, get)en

je^t gern in bie "iöienfte ber größeren (Staaten

©onbottieren, teit

für

rung

mag

mand)e

i{)re§

kleine

fid)

fa!)ren

unb

unb eine ®ie

für ha§ S^alent n)ie für bie 9ftu(i)Iofig!eit.

itjnen etwa§>

i'^re

^JJiffetaten oerfc^afft, bietleid^t fogar SSergröfee^

@ebiete§.

^m gangen genommen muf3ten ©ro^e unb

me^r anftrengen, bejonnener unb fid)

unb werben

@e\b unb aud) mot)! ©traflofig*

bere(f)neter öer*

ber gar gu maffenf)aften ©räuel enthalten;

burften übcrf)aupt nur fo üiel S5öfe§ öerüben,

§u i^ren ^rvedcn biente,

nung ber

$8on

Unbeteiligten.

fo öiel bergie'^

bem

aB

fie

nad)n)ei§bar

i^nen aud) bie

Kapital üon ^ietät,

3Jiei^

rt)eld)e§

ben legitimen abenblänbifd)en dürften!) auf ern gu ftotten !am, ift I)ier !eine ©pur, 'f)ö(^ften§ eine 9trt üon t)auptftäbtif(^er ^opu==

ma§ ben f^ürften ^talienS mefentlid) roeiter l^clfen mu^, 2;alent unb !üt)Ie 93ered)nung. ©in St)ara!ter toie ber= immer ift larität;

f arl§

ienige

be§ fül^nen, ber

fid)

üöIHg unpra!tifd)e ^)x)ede hinein

mit mütenber fieibenfd)aft in üerbijj,

tvax

ben Italienern

ein tt)al)re§ Üiätfel. ®a"^er urteilen bie mailänbifd)en ©efanbten:

„^ie

©d)rt)eiger feien ja lauter SSauern,

unb menn man

fie

aud)

(55enugtuung für bie burgunbifd)en umtommen möd)ten SSefä^e aud)

alle töte, fo fei bie§ bod) !eine

9[Ragnaten, bie

im Kampfe

ber ^ergog bie

(Sd)ttjeiä otjne

!

SSiberftanb, feine S^^regeintünfte


Äoulvait mit Slavl

luäreu beötjalb

um

b. .stül)iioit.

teilte

5000 'Dufateu

tarl ^ittelalterüd)eö mar,

3taüen

.^beate, batüf t)attc er aber

Dodeub» ben

beunocf} bei

fic

um fie

jirf)

Illegitimität.

t^iumijcf)uiiiT b. Äniii-r.

1

7

'ii>a5 iu

gröfsev ufiu."')-

^^^antajien ober

feine ritterlidjen

(äugft fein 5?erftänbm§

me^r.

SftJcmi

lluteraiifüf)rern C^rfeigeu ertei(te'), uiib

bef)ielt,

wenn

er feine

Gruppen

mi6()anbelte,

iuegen einer 9iiebcrlage ^u ftrafen, unb bann trieber feine

bann mußten i^n 'Diplomaten beä (3üben§ öerloren geben. Submig XI. aber,

öe()eimräte üor ben (Solbaten blamierte, bie

ber in feiner ^oliti! bie italienifd)en dürften innert)alb i^rer

eigenen Wrt übertrifft, unb ber nor allem be§ (^rancc^co Sforza befannte,

ift

im

fiel)

al^ 93eix)unberer

Ö5ebiet ber 33ilbung burcb

Don jenen |)errfcl)ern gefd)ieben. ^n gang merfmürbiger 'iOZifdjung liegt öute§ unb ^öfe^ iu bcn italienifd)en Staaten be§ 15. 3af)i*^)unberti? burc^einanber. Die *';|3erfönlid)teit ber dürften wirb eine fo burd)gebilbete, eine oft fo t)od)bebeutenbe, für i^re Sage unb 9(ufgabe fo d)ara!te^ viftifc^e, burc^ traft unb Stalent ber eigentlid)en virtü, bie and)

feine oulgäre 9?atur iDcit

ioot)l ba?-'

mit sceleratezza vereinbar gebad)t mirb, bebingte^), fittltd)e

Urteil

fdimer gu feinem

Örunb imb 'öoben ber

öerrfd)aft finb

bay^

fommt.

%lcd:)te

nnb bleiben

illegitim

baran unb mill md)t baüon tt)eid)en. taifer^ lid)e QJut^eiBungen unb 33elct)nungen änbern bieö nid)t, meil ba^ 9$ott feine ^^otig ba))on nimmt, menn feine ^errfd)er ftdi irgcnbhjo in fernen Sanben ober öon einem burd)reifenben

nnb ein

?^Iud) l^aftet

Jremben

ein Stücf '!)5ergament getauft ^aben.

(5in §iftoriter

be§ 16. 3at)r^unbert^^) brüdt bie 'iUieinung ber frül^eren au^,

tvenn er fagt: „^ie i8elel)nung burd) einen 'j)3lann, ber inSöeutfdj^^

mo^nt unb oon einem römifd)cn Äaifer nid)tö al^5 bcn eitlen ^Jamen I)at, ift nid)t imftanbe, einen ^^öfeiüid)t ,^um tuot)ren Signore ber 3tabt ^u mad)en." 'I^ären bie taifer ettoaö nü^e lanb

^)

^e

@ingiu5, Depeclics des am-

sq.

bassadeurs milanais. ^ari>3 unb ÜJenf

1858 11,

II, p. 2(K) sq. (N. 213).

^q[.

3(N.144)imb II,212sq.(N.

-)

Paul

Jovius,

« u trf^n rb t,

Elogia

218).

p.

156

RuUitv Dcv SRciuüifaucc

*) i

i

i

I.

Carolus

^»lnlaf3

*)

Burgundiae

Machiavelli Discorsi

dux. 10,

I.

bot

be^ Sept. ©eocru«.

Franc.

Vettori

Ärch. stör. VT. 11. 9(ufl.

p.

abgebviirft

203.

2

in:


18

(Srftcr iSbfdimtt.

gemefen, laffen

fo 'f)ätten fie bte QJeroalt^erren

bem S^ömerguge

Seit

ftanbe§.

Italien nur noci) ben o^ne

janttioniert,

gar niäjt

emporfommen

Sogt! be§ unroiffenben

fo lautete bie

5D?enj(f)ent)er='

£'arl§ IV. Ijaben bie taifer in

entftanbenen ©emalt^uftanb

fie

im ©eringften anberö

o'^ne if)n jebod)

al§ burci)

Urtunben garantieren gu fönnen. S'arlg 9an§e§ 5Iuf treten in ^töli^tt bei feinem gmeimaligen 5tufentt)alte 1345 unb 1368 eine ber f(i)mäl)lid)ften poIitif(i)en Ä'omöbien;

ift

^atteo

man mag

SSiKani') nad)Iefen, inie i"^n bie ^i^conti in if)rem

in

©e^

unb enblid) barauä ttjeg e§!ortieren, nne er eilt gtei(^ einem ^JJefefauf mann, um nur red)t balb für feine SSare, bie ^riDi= legien, @elb gu erhalten, wie tläglid) er in 9iom auftritt, unb h?ie biete !)ei-um

er enblicf), ot)ne einen (2(i)it)ertftreid) getan §u I)aben, tiollen

©elbfad roieber über bie 5(Ipen

gie'^t.

mit feinem

S^ro^bem fnüpfte

bei patriotifd)en ©d)tt) armem

unb '2)id)tern, bie ber üer=' gangenen ©röjse gugetüenbet maren, an fein 6rfd)einen mand)e Hoffnung, bie freilid) bann burd) fein iämmerlid}es 9Iuftreten

fid)

gerftört tüurbe.

maf)nt

'^atte

Petrarca, ber in t)äufigen SSriefen ben Äaifer ex^

über bie Stlpen ^u !ommen,

tDieber §u t}erfd)affen

mm, ,^u

ü\§>

ber £aifer,

unb

ein

um

diom

neue§ SSeltreid) gu

freiließ ol)ne

feine ©röfse

errid)ten, tjoffte

an jene t)od)fIiegenben ^läne

beulen, nad) Italien ge!ommenlt»ar, feineXräumet)ern)ir!lid)t

gu fet)en unb ermübete

(Srma!)nungen fid)

bem

münbHd)e unb fd)riftlid)e ©ebanten ein§ufd)ärfen, föanbte

burd)

S^aifer feine

aber enblic^ öon it)m ah, al§ er burd)

unter ben ^apft ba^

!aiferlid)c

^a, er unb ein anberer

3ug

nid)t,

nad)

bem

tjeiligen

"i^iditer

Sanbe

ÄarB Unterwerfung

Stnfe^en befd)impft glaubte, jener 3ßit muteten if)m einen

gu, ertannten aber balb, ba'^ bie

^at)nung eine eitle r ar'). 8igi^munb !am n)enigften§ ba^ erftemal (1414) 1)

M.

Villani, IV, 38. 39. 44. 56.

74. 76. 92; V, 1. 2.

36. 51. 54.

gen,

ot)

14—16.

fcf)Iimmev oufgefaßt

tüorben

21. 22.

m6)t oud)

Ijier

burc^ bie ?l&»

unb

bcirgefteltt

al§ e§ »üivüid} wax.

i[t,

Karl

IV. lüirb einmol (IV, 74) öon Villani

greilid) tieibt ju ertuo*

neigung gegen bie Visconti manc^e§

in ber guten

'

j

fetjr ^)

gelobt. SSgl.

(Sjlur^

I.


Staxi

IV. Stgidmunb, ^ricbric^III. in^tnlieit. 55aifcttum u. ^[nteröcnttoti. 19 r

Sot)ann XXIII.

jiir %eih\ai)me an jeinem 5ton5tI gu be*' al^ Ä'atfer imb ^apft auf bem ^of)en bamal§ tvat e^, hjegen: ^urme üon ß^remona ba^ ^nnomma ber fiombarbei genoffen, lx)äl}renb i^ren SSirt, ben @tabttt)rannen ©abrino <}onboIo, ba§

9lb)id)t,

^a5

QJelüfte anfani, beibe t)inunter 5U werfen. f(i)ien

Sigiömunb

tiöllig

taiferUcf)e 9?erf)t allein

5um toie

5n)eite

^al

baburd) ausübte, baf? er hcn SSeccabeltt

®id)ter frönte; mit ©ele'^rten unb ®i(jf)tern ging er

mit

feine§g{ei(i)en, t>on 9f?ei(^en

an unb

^oftbar!eiten

er^

al§ 5tbenteurer, bev bn§ i^ni ^uftet^enbe

na^m

le^teren für

be{)ielt bie

um

unb mä^renb er

er @elbgefd)en!e fid),

bann fafi er me{)r aU ein t)albe§ ;^at}r t)inburd) in 8iena, tüie in einem (Sd)ulbgefäng= m§, unb tonnte nad)f)er nur mit 9?ot gur Krönung in 9?om ge*

bie erfteren unter feine Höflinge bertcilte;

langen.

2Sa§

man

foll

t»oIIenb§

95efud)e in Italien tjaben

bon ^riebrid)

III.

ben ©T)ara!ter öon

l)oIung§reifen auf Unfoften berer, bie

it}re

benfcn? ©eine fyerien^

unb

(Sr^*

^ed)te öon il)m öer^

benen e§ fd)meid)elte, einen pomphaft gu bemirten. ©o üert)ielt e§ fi(^ mitStlfon^ 3^eapel, ber fid) ben !aiferlid)en S3efud) 150 000 ©olbgulben

brieft t)aben JooIIten, ober foldjer,

Äaifer red)t t)on

^^n f^errara^)

toften ließ*),

l^ai

^riebric^ bei feiner

^meiten

9lücf!e^r

öon 9ftom (1469) einen ganzen ^ag lang,

ßimmer

gu öerlaffen, lauter SSeförberungen, ad)t3ig an ber

3a'^I,

o'^ne

bo§

au§gefpenbet; ba ernannte er cavalieri, dottori, conti,

Notare, unb gmar conti mit öerfd)iebenen ©d)attierungen, al§

ba maren: conte palatino, conte mit bem 9^ed)t dottori, biä auf fünf äu ernennen, conte mit bem Üiec^t SSaftarbe ^u legitimieren, 9lotare ju freieren, unc{)rlid)e SfJotare

et)rlid)

gu ertlären ufm.

SZur öerlangte fein Äan^Ier für bie 5(u§fertigung ber betreffen^*

ben Urfunben eine ftar! fanb^). ^)

^as

^}?äI)Ci'e

rentino ed. grati 9SgI.

Panormita,

Alphonai

lib.

@r!enntlid)feit, bie

man

in ^errara eitva^

2Sa§ ber beibiefer ©etegen'^eit gegen 4000 ®oIb== bei

Vespasiano Fio-

I,

88. 89; II, 153.

De

dictis et factis

IV, Xro.

4.

-)

Diario

Ferrarese,

j

j

I

i

XXIV, ^)

gata.

Col. 217

bei

9Jhivat.

ff.

Haveria voluto scortigare

la bri-

Giov. Maria Filelfo, ber

2*

fic^


20

erftev 9lt)fd)mtt.

gulben

jä^rlic^ei; ^ilbgabe jelbft

§um ^er^og Don

9)iobena unb

er'^obene §errfd)er ^arrara§ SSorjo babei badbte, al^

9flegg{o

udunbete unb ber gan^e ^ie §u^ maniften, lt)elcf)e bamnl^ baö große SÖ3ort fül)rten, maren je nod) ben ;^nterejfen geteilt. 3Säf)renb bie einen ^) ben ilaifer mit beni fonüentionellen ^ubel ber ^id^ter bes !aiferlid)en 9?oms feiern, rt)eif3 ^oggio-), ber lt)ie bie meiften feiner ©enoffen im ©runbc beö^er^enö antimonarc^ifcf) ift, gar ni(^t metjr, tva^ bieÄrönung fein

©öuner

faiferlid)er

§of

tleine

fic^

mit

berge[talt

3:iteln öerfaf), tüirb nicf)t gemelbet.

eigentlid) fagen foll: bei

ben

eilten fei ja

nur ein

perator getrönt morben, unb ^tvai mit (Spätere rtietjren

fid)

bann

bem

gegen

^eftig

bie

Übertragung

^mperatorentiteB auf bie beutfd)en Äaifer unb begeic^nen ttjie

^m^

fiegrei(f)er

Sorbeer. 6r unb bes*

biefe,

cttüa 2. ©iuftiniani in einer "heftigen ®treitfd)rift gegen

aU

^. 93ebel,

eine

üerbammen^iüertc

^J^jimilianl., unter

^JJiit

^arbarenfitte^).

bem biefer Iiterarifd)e Äampf

aui?^

gefod)ten rtjurbe, beginnt bann eine neue !aiferlid)c ^olitit gegen Italien, in 35erbinbung mit ber allgemeinen ^nteröention bie ^^elef)nung be§ Soboöico frember S35Ifer. "Ser 9Cnfang

^iJioro

mit

^JJZaitanb

unter 58efeitigung feines unglüdlid)en 9Jeffen

mo^ ^anb ä^r* bernen ^nterüentionst^eorie barf, tüenn reiben mollen, au^ ein dritter !ommen unb mit()alten, unb fo tonnte aud) ha^ faifertum fein ©tüd begehren. 9(ber üon 9fied)t u. bgl. muf3te man nid)t me^r reben. 'äU Submig XII. (1502) rtjar nid)t

üon ber

9(rt, n)ctd)e

Segen

bringt, ^rtjeie

in

GJenua ertüartet

ber fronte

be§>

rtjurbe, alö

man

ben grofjen

^auptfaale§ im ^ogonpalaft

bamal§ tu 93ctgamt>

aiif()ielt,

^)\eid)öabler

tnegtilgte

„Euryalus

in

fd^rtcb

^laä) ber

ein

und

unb

Don

alle^?

Lucrezia".

|

eine l)cftigc Satirc in vulgus

auro notatorum.

Spottes

3Öie

fet)f

equitum

tro^ allen

()ori)ijcftcUtc iinb teid}e

liencv jid) iiadi ber

^) j

!

^ta*

XX, -)

Annales Estenses,

bei

^utüt.

Col. 41.

Poggii Hist. Flor, pop., L.

VIK

|

»on eiujelneu Äai*

XX,

bei ^Jurat.

Col. 381.

j

lern tierid}tüciibeten frebitierten

unb boburd)

biö^^

!

SSürbe eines ^faljgrofcn

^)

51m

jpred)cn

(£nbe

ital.

bee

G:i)rouifeu

5at)rl)unberte

gern öon ber

j

iel)nteu, lcf)rreidi

üou Aencas Sj'lvius unb anmutig bargeftellt

barbarie oltramoutana tcdesca.

toirb

j

'

Nuovo

arch. Ven. 1893 III, 28.

3Jg(.


^nteroeution.

mit SiUen bemalte,

frug

21

Erbfolge

Uuet)elirf)e

(Senarega^)

bei (^e\d)i(i)t\ä)xe\hcx

überall I)crum, tva^ jener bei fo Dielen ^leüolntionen ftet§ ge*

bebeute nnb hjaö für 3Injprüd)e ba$ l)ahc? 9Ziemanb raupte ciwa^ anbereö al» bie

jrf)onte 9(bler

9leid)

auf

alte 9lebe:

eigentlid)

öenua öcuna

einecameraimperii. ^Hemanblün^teüber*

fei

Stauen irgenbn)elct)en fid)ern S3efd)eib auf fo{d)e S'i^«0en. ^)Jian begegnete bem laifer mit einer an §of)n gren^enben ^Jlirf) ta et) tu ng. (Sin n)ot)Iunterri(^teter, in 9?om lebenber ^ran^ 5ofe")fagtet)on feinen £euten (1510): „(Bie gingen fort sansrien i)aupt in

faire,

comme

unb ba^ Gräften

gufammen

tum

Slarl

burc^fc^en.

V. (Spanien

mit fpanifcf)en

er

'ähex \va^ er fo

fonbern ber fpa=

9?eid^e,

^Raä^t gugute.

'JJät

ber poUtifc^en Illegitimität ber ^i)naften bes 15. ^a^r^

legitime (Geburt,

Somineö,

fet)r

fo

feinen

Italien

in

al§

tonnte

bem

befanntUcf) nic^t

gufammen

l)unbertä f)ing tüieberum bie

(Srft

befafe,

auct) faiferlirf)e 9(nfprüct)e

gehjann, nifct)en

etait son Usance."

9?ei(f)

loelc^e

auffiel,

grofsen

ba^

man

einmal fügte,

ex

Hnterfd^ieb

timen unb illegitimen Äinbe^). ^auf. 3Säf)renb

bie ©Iei(i)gültig!eit

ben ^u^Iänbern, jrtjifc^en

33.

,5.

man

gegen einem mad)e

einem

Sie ging gleict)fam mit in

im^Jorben, im §au§ 33urgunb

ettua,

Iegi='

beii

ben

^Baftarben eigene, beftimmt abgegrenzte 9(panagen, S3iötümer u. bgl.

pmiee, wäl^xenb

burct) bie

in Portugal eine SSaftarblinie fic^

größte ^nftrengung auf

bem

in^talien fein fürftlid)e§§^ii^ met)r, nje^e^ linie

nur

3;^rone bet)auptete, tvax nict)t

in ber |)aupt=

irgenbeine unect)te ^efgenbenj gehabt unb rut)ig gebulbet

fjätte.

®ie 9(ragonefen oon 9ZeapeI maren

Kaufes, benn 5tragon

felbft erbte

bie SSaftarblinie be?

ber 93ruber bon 3(Ifong

I.

^er

oon Urbino ivax öiellei(f)t überf)aupt fein 9Jionte^ 9üä ^iu§ II. jum tongre^ üon 9J?antua (1459) reifte, feltro. ritten i^m bei ber ©inf)ülung in ^errara it)rer ac^t 33aftarbe boni grofse ^^eberigo

^au§ ^)

Senarega,

muxat. "^)

©fte entgegen'), barunter ber regierenbe ^ergog ^^orfo

De

XXIV,

^^ournat

<B.

reb. Genuens., bei

'

Col. 575.

267.

*)

II, j

*)

Comines M^moires ed. Dupont SSgl. (g^fure IL

306.

9lufgejöt}U

im Diario Ferrarese,


22

erfter Slbid^nitt.

unh gtüet une^elid)e Söl^ne feinet ebenfalls iine:^eli(^en imb Sßorgängcr§ Seonello. fie^terer f)atte auBerbem eine red)tmä^ige ©eina^Iin geljabt, imb ^tvax eine une'^elidie Xoc^tcr 5nfong' I. üon 9?eapel üon einer 5tfri!anerin0- ®ie S3a*

jelbft

S3ruber§

ftarbe lourben fd)on beMjalb öfter pgelajfen, roeil bie e'^eli(i)en

©öt)ne minorenn unb bie (^efa'^ren bringenb maren; e§ trat

ton ©eniorat ein ot)ne weitere fRüd|i(i)t auf cd)te ober uned)te ©eburt. ®ie 3'oe(imäBig!eit, bie ©eltung be§ S"bi* üibuumS nnb feinet 2alente§ finb f)ier überall mäd)tiger al§ bie ©efe^e unb S5räud)e be^ fonftigen 9lbenblanbe§. Sßar e§ borf) bie 3eit, ba bie (Sö^ne ber ^äpfte fi(^ ^ürftentümer grünbeten ^m 16. 3fll)tl)unbert unter beni ©influB ber g-remben unb ber beginnenben ÖJcgenreformation n:)urbe bie gan^e 5tngelegen=^ eine 9trt

I)eit

ftrenger angefe^en; S5ard)i finbet, bie ©ufgeffion ber

li(i)en

©öt)ne

3eiten

"^er

fei

6^)6=*

„üon ber S^ernunft geboten unb öon etuigen

ber SBille be§

§immeB" ^).

^arbinal Sp:poUto

SJlebici

grünbete fein 2lnred)t auf bie §errfd)aft über ^loren^ barauf, baf5 er auö einer ineneid)t redf)tmäf3igen Gt)e entfproBt, ober bod) loenigftenä ©ot)n einer Slbligen

fanbro) einer ^ienftmagb

fei''),

unb nid)t (mie ber ^er^og ^e^t beginnen auc^ bie

^tlef^^

inor«=

im 15. ^a^rt)unbert au§> fitt* unb poUtifd)en ©rünben faum einen ©inn gehabt trotten. %k pd)fte unb meiftbetuunberte ^-orm ber Illegitimität rt)eld)e§ ift aber im 15. ;^a()rt)unbert ber ©onbottiere, ber fid) ein gürftentum erioirbt. 3m ©runbc auc^ feine 5(b!unft fei mar fd)on bie SSefi^ma^me bon Unteritalien burd) bie 9?or== mannen im 11. Sa^^^wi^»5ert nid)t§ anbere§ gemefen; ie^t aber begannen ^rojette biefer 9lrt bie ^albinfel in bauernber lln^

ganatifd)en (^efü^I§e^en, meldje Iid)en

rul)e

gu

erl)alten.

^ie f^eftfe^ung eineö

(3olbfül)rerö alä

Oei9Jiurat.XXVI,Col.2O3.5ül0l.PüII.

»)

Soriano,

Sanbe^^err tonnte Rclazione di

Roma

j

Commentaxii,ed.Rom.l854,II,p.l02. ^)

Marin Sauuto, Vita de' duchi

Venezia, bei ^)

'iOiurat.

XXII,

I,

p. 8.

S^ommajo &ax, Relazioni

della corte di

di

Col. 1113.

Varchi. Stör. Fiorent.

1533, bei

i

'

Roma

(in ^Hbeti,

Re-

lazioni degli ambasciatori veneti 11. Ser. TIT. Bd.. p. 281).


23

(Sonbottieren al§ ©taatengrünber.

ge[(f)e^eTt, menn t"^n her ^örot^err au§ unb Seuten mit einem Sanbgefd)en! abfanb^); beburfte ber ßonbottiere, jelbft menn er für hen

Ufurpation

audc) o'fine

an

9JiangeI ü'^ne()in

Qiolb

•iJlugenblid jeine

meiften ßeute

er SSinterquartier t)alten

fonnte.

'2)a§

unb

33eifpiel

erfte

entlief3,

bie

eine§ ficf)eren Drte§,

wo

notmenbigften S5orräte bergen

eineö jo au^geftatteten S3anben*

^atofmoob, ber üon ^apft ©regor XI. S3agna* caoallo unb Sotignola ert)ielt2). WB aber mit Mberigo ba SSar^» fü{}rerg

ift :5o'f)n

biano italienifd^e ^leere unb ^eerfül^rer auf ben (3rf)aupla^ traten,

ba tarn

audt) bie ©elegcn!)eit öiel

nä^er, ^ürftentümer

äu eriüerben, ober, tpenn ber ßonbottiere fd)on irgenbmo

®a§

tüalt^errfd)er mar, ba§ (Ererbte gu üergröfeern.

^acd)anal biefer folbatifd^en |)errfd)begier

bem

|)er§ogtum 9Jlai(anb naä)

bem

erfte

©e*

gro^e

rtjurbe gefeiert in

Stöbe beä ©iangaleaggo

(1402); bie Siegierung feiner beiben <3ö{)ne (S. 14) ging :^aupt=' fäc£)tid)

mit ber SSertilgung biefer

^t)rannen

!riegerifc£)en

baf)in,

unb ber größte berfelben, ^acinoSane, tüurbe famt feiner Sßitiüe, famt einer 'tRei^e üon (Stab ten unb 400000 ©olbgutben inö

§au§

geerbt; überbieö 50g SSeatrice bi Stenba

iiä)

15) bie 6oI=

i'^reä

äir)if(i)en

ben Otegierungen unb

für ba^ 15. 3at)rt)unbert

üon jenen, ^)

i^üic

bie nirgenbö

ba§'

golgenbe

ügl.

it)xen

Über i^n ®^epf)erb*2onelIi: Vita

auf

im Arch. XVII, p. 172

be§ Archiv, stör.

di Poggio, app. p.

H. (Hauend)

fe()r

VIII— XVI. Über

I,

intereffante ©d)rei=»

ner:

Ausgabe üon ^.

9Jooati. 2ret=

S^empIe^Seaber unb

Giovanni Acuto

(sir

9)lorcotti,

John Hawk-

wood). Storia d'uncondottiere, 1889.

(Sin

j^Iot.

cantare auf fein 2eid)en*

stör. ff.

Hawkwood CXXIV.

^)

it.

ser.

Mc

IV, vol.

e;in 3;rauergebicf)t

nngefül)rt bei

Mazzeo

Cagnola, Arch. stör. III, p. 28;

da lei (Beatr.) ebbe molto texoro e dinari, e tutte le

et (Filippo Maria)

ben bc§ fIorentinifd)en ©taat^fansler^ Coluccio de Salutati in befjen Epistolae,

tDat}r finb, fd)ilbert

begängni'5 (1393) ücröffentlid)te

(Janc=

jum Tom.

tr)el(i)e§

6ine alte 5lne!bote*),

unb bod^ überall bin

in ber Einleitung

Gonbottieren auö,

(i)ara!teriftifci^ ift.

XV

ftrini,

2)

((3.

erften©ema^l§ nac^ fid)^)- S3on biefer ßeit anbilbete bann jene^ über alle Wa^en unmoraIif(f)e $Ber^ältni§

baten

giente d'arme del dicto Facino, che |

obedivano a j.

lei.

Über Facino Cane

ett.föaUiim Arch. Stör. lomb. 1897. *)

Infessura, ed.

Xommafini

105,


24

(Srftov

?([ifdiiiitt.

bieö 35er^äUnis uugefäl)! jo: Ginft t)attcu bie^Mrger einer ©tabt

— eä foU

Sieiia gemeint fein

einen

<3'elbf)ei*ni,

feinbli(i)em ^rnrf befreit t)atte; täglich berieten

ber

üon

jie

er gu be*

fie, tüie

fei, unb urteilten, feine 33e(ot)nung, bie in i()ren Gräften märe grof3 genug, felbft nid)t lüenn fie i^n gum ^errn ber Stabt ma(i)ten. ßnblid) erijob fid) einer nnb meinte: Sa^t nn§ i^n umbringen unb bann aiS^ 8tabtt}eiligen anbeten. Unb fo fei man mit i^m öerfa^ren ungefähr mie ber römifd)e Senat mit ^Komulufv ®ie 3;l)eoretifer, 5. ^. '5)Jiad)iaüelIii), formulieren, geftü^t auf foId)e ^i^orgänge, ben Sa^, bafe ber fiegrei(^e ^on^

(o^nen

ftänbe,

bottiere entioeber gleid) nad)

übergeben unb

igeex

Sclbaten für

fid)

^rot{)errn biu^

®eIot}nung erinarten, ober bie

rut)ig eine

geminnen,

dürften beftrafen

bem Siege bem

di quella ingratitudine,

folle

unb ben

bie f^-eftnngen einnet)men

che esso

gli

iiserebbe.

^n

ber %ai I)atten

5U ^üten

maren erften

aB

fid)

bie ß^onbottieren oor

oor it)rem ^rotl)errn; üimpften

unb mürben

fie gefä()r(id)

Unglüd aber

rächte

man

ber

au^-'

fid)

^Bene^ianer an Sarmagnola, ben

fie

niemanb mel)r mit ©rfolg,

fo

beim

3)5elt gefd)afft,

bismeilen an il^nen, mie bie

1432

fie

()inrid)teten-).

^ie

^iBenesianer liebten e^, luennbieGonbottieren i^röelb bei i{)nen

anlegten;

liefen

fie

[id)

it)nen ^u (Srben einfe^en

^Bermögen;

,^terten gleid)lt)of)l i()r

gaben bann

üon

G4

oft SSeib

1)

Discorsi,

-)

Guarino unb Panonuita ()abcn

30.

i^clubt;

V. C.

einen

^)

unb

oou jenen begangene

.<iHnb

aU

Oieifieln

N. Arch. Yen.

'^([i.

11,

Barth. Faciu8,

("ollcouis

(i4.

p.

'

Dccembrio

gebeu

327—361.

De

vir.

'i^einuinfH/

il).,

Mali-

pieru, Aimali Veneti, int Archiv,

.stör,

VIT,

ibid.

;

an Cambius Zambeccarius (1427) \H.

unb biui in

ben 03vafen Carnia<.'aola über C. von

!onfiß=

^eic^net bie Sad)(age in mora(ifd)er ^Be^ietjung,

bafj bie donbottieren I,

unb

»ergifteten bie ^üt}rer

öor, bai? fei bie Strafe für bie

SSerräterei^).

'öiief

fie

(jab

(N. Arch. Von.

'iinttifteUa f)cvau^

p.

1,

351

;

p.

244.

(^clbiinhifien,

über bie finanäielle 2aQC ber

|

10,

97—135), bcv oud)

il^eitetes jid)

ein 33ud} übet

{©enna 1889). iiber (iiiarinus iKebc unb bie

("arm. geid)iiebcn

(}at

bnvan fnüpienbe

"'^^»(emif

Snbbci-

'

i

'

(Sonbottiercn iiutc B^fiiwincnftcllunn bei ü)väocnil3 S. 133, '?lnm. 2. Alviano.s

i^erc\iftnnn:

111,

348.

Prato.

Aroli.

stör,


unb

Soiibottiercii

25

IMe ^ajiiüie Sforja.

$\vüt()eiieii.

mußten unb benuüd) lueber ^^tmueii genofjcu nod) jelber empfanbcn. 8ic f)äücn ^eroen bei* Gntfaguiifl, ßt)arat'tere mc Selifar fein müjfen, tüenn

jammeln üon abi)altcn f önnen,

fid)

nid)! ber tieffte ^a\] in i()nen l^ätte

joUcu, nur bte DoIItommenfte innere

öüte

absolute ^^reöler ju lüerben.

I)ätte jic

Unb aB

bo^

foI(f)e,

gegen ba^ ^eilige, üoHer öraufam!eit unb ^errot 9}?enfd)en, lernen lüir mand)e üon il)nen fennen, faft

ooller ^ot)n

gegen bie

lauter l*eute,

benen es

nict)t!^

ausmad^tc, im päpftüc^en S3annc

3w9^^iö) ö^^r enttüidelte

fterben.

,^u

baQ Stalent

jönHd)!eit,

biei

in

fid)

mand^en

bie ^Jßci^

^ur ^öd)ften ^^irtuojität unb mirb

aud) in biefem 8inne üon ben Solbaten anerfannt unb be=

munbert; e^

finb bie erften

benen ber per)önlid)e

^trebit

9(rmeen ber neueren be§

(yejd)id)te,

in

9(nfiil}rer§ otjne ipeitere '^leben^

QebanUn bie bewegenbe Äraft ift. Öilänjenb S. 33. im £cbeu beö ^rancei^co ©forgaO; ba ift

geigt fid) bieei

fein

Stonbe^^

norurteil, baiS i^n t)ätte {)inbern fönnen, bie allerinbiüibnenfte

^Popularität bei jebem einzelnen ju erluerben 'Kugenblicfen gel)ürig bei

,^u

unb

benu^en, eö tam üor,

in fd)h)ierigen

ba\i bie ^^einbe

feinem 9(nblid bie üföaffen lueglegten unb mit entblößtem

•Öaupt

meil

il)n el)rerbietig grüfjten,

famen „i^ater ber ^iefe-?

^Iriegerfc^aft"

@efd)Ied)t

Sforza

überf)aupt ba^ ^ntereffe, ba^ ^^ürftentunt öon ^?(nfang

il^n

feber für ben gemein^

^ielt.

^Ütenbolo)

(eigentlid^

man

gett)ä()rt

bie ^Vorbereitung auf ba^

an glaubt burd}fd)immern gn

fef)en^).

l)aä (^unbament biefe§ ö)Iüde§ bilbete bie große 3'iwd)tbar!eit

ber Familie ^); ^^ranceöcoö bereite r)od)berüt)mter ^ater ^acopo tfatte

gtüanjig öefd^iuifter, alle raul^ erlogen in ßotignola bei

^aenja, unter

bem ßinbrud

romagno^ unb bem §üufe ber ^afolini. lauter 9(rfenal unb 3Sad)tftube, audi einer jener enblofen

Iifd)en 58enbetten äh)ifd)en il)nen l)ie ')

p.

gange 5Sot)nung loar (.'ag-uola

im

Aicliiv.

s)or.

III.

iioii

121 sq. -')

üöenigftenö bei Paulu.s Jovius,

in jeiuet

1539

")

Vita magui Stortiae (5Roni

bem

geipibntet),

Starbiiial eiiiev

Ascanio Sforza

bev

tmjiefieiibften

j

!

ieineu

'••bioi-jvapljien.

3- lücift btuauf

miHcniiame:

l)in, baJ3

Attendolo

jpätcr in bcii iuiiitävijd)en

ber <^a

\vax,

bei

Beinamen

Jacopos iH'rmaiibeU miirbe.


26

etiler 3Ibfcl)nttt.

9JiutterunbStö(^terft)arenöön{g!riegerif(i). (Srf)onimbrei3e:^nten

^acopo I)eimUd) üon bannen, ännäd)ft nad) ^anicale 5um päpftlid)en Gonbottiere 33oIbrino, bemjelben, ber bann nocf) im Sobe jeine (3d)ar anfü{)rte, inbem bie ^arole tion einem ^af)re

ritt

faijnenumftedten 3elte au§> gegeben mürbe, in n>el(i)em ber ein* balfamierte Seid)nam lag fanb. i^acopo,

aU

mürbiger

bi§ jid) ein

9?ac£)foIger

er in öerfd)iebenen®ienften allmä^^Iid)

empor*

!am, §og auc^ jeine Slngeprigen nad) \\d) unb genoß bnrd) biefe bie nämlid)en 33orteiIe, bie einem g^ürften eine §af)Irei(^e ^t)" naftie üerlei^t. ^ie\e S3errt)anbten jinb e§, tt)eld)e bie

fammen {)alten,

h)ä{}renb er

feine (5d)tt)efter

nimmt

im

Gaftel bell'

'äxmee bei*

uoüo gn S^eapel

liegt;

eigent}änbig bie !önigUd)en Unter{)änbler

^fanb üom Sobe. 6§ beutet fd)on auf 9Ibfid)ten Don ^auer unb S^ragmeite, baß ^^acopo in @elbfad)en mißerft guöerläffig wax unb be^1:)aib aud) nad) 9^ieberlagen Slrebit bei ben S3an!ier§ fanb; ba^ er überall bie SSauern gegen bie Sigenj ber Solbaten fd)ütUe unb gefangen unb

rettet i'^n burd)

biefeg

bie 3erftörung eroberter ©täbte nid)t liebte feine au§ge§eid)nete

an einen anbern

f onfubine

üert)eiratete,

Sucia

um

;

üollenbö aber, ba^ er

(bie 9Jlutter g-rance^co^^)

für einen fürftlid)en 6t)ebunb

verfügbar gu bleiben. §Iud) bie 58ermä^Iungen feiner SSerföanb* ten unterlagen einem gemiffen ^lane. SSon ber ©ottlofigfeit unb bem müften Seben feiner ^ad)genoffen l)ielt er fid^ ferne; bie brei £ef)ren, rt)omit er feinen

^rance^co in bie SBelt fanbte,

lauten: rül)re teine^ anberen SBeib an; fd)lage feinen öon beinen fieuten, ober

menn

e§ gefd)et)en, fd)ide

reite fein f)artnädigeö tiert.

^f erb unb

il)n tüeit fort;

enblid^:

!eine§, ba§> gerne bie ©ifen öer*

SSor allem aber befaß er bie ^erfönlid)t'eit

menn

nid)t

eine^ großen f5elbl)errn, bod) eineö großen 6olbaten, einen

mäd)tigen, gefielt, ^)

®er

ein

allfeitig

geübten Äörper, ein popxiläre§ ^Bauern*

munbermürbigeg

(i)ebäd)tniö,

seitgenöffifc^e S3tograpt) Ja-

f)atte

unb

ba^

alle

©olbaten,

nad)t)er burd) bie

©eburt

{

copos A. Minuti, Doc. di

etor. ital.,

tt)re§

berüf}mtcn

I)eitet

fanb.

|

2urin 1869, VII, 139 ersäljlt Bon einem 'Jvnum, ben Lucia a\?- Äinb

]

(3.)

(5oI)ne§

hetva^X'


3)ie j^atnxHe ©forja.

Sacpo unb

27

grancc^co.

öon öielen i^a'^ren wai nur italieuifö) alle Wu^e aber maubte er auf 5Denntni§ ber Ö3ejd)id)te unb lie^ gried)i]'(i)e unb Iateinifd)e 9(utoren für feinen ©ebraud) überfe^en. ^rancegco, fein nod) ru^möollerer <Bol}n, \)at üon Einfang an beutlid^ nad) einer großen §errfd)aft geftrebt unb ba^ ge* maltige "ülfailanb bmä) glänsenbe §eerfü()rung unb unbebenf=^ ^ferbe unb i^re

alle tt)re

©ülbt)er'f)ättmj'fe

^er !annte unb aufOett)at)rte. ©eine 33ilbung

Iid}en SBerrat auc^ ert)alten (1450

©ein 3eit: ftef)t

'äema^

SSeifpiel lodte.

— 1466). ©t)Iüiu§^) fd)rieb

„^n unferm öeränberungöluftigen

unb

Wim alte |)errfd)af

fönige werben. "

t

(£iner aber, ber fid) felber

tuna" nannte, befdjäftigte

bamaB

gangen Sanbeä: ©iacomo

'»Piccinino,

biefe

Italien, tüo nid)t?^

!önnen

ejiftiert,

um

Ietd)t

feft

au§ Slned)ten

ben „9Jiann ber ^or*

üor allem bie ^f)antafie be§

©§ roar eine offene unb brennenbe ^rage: ob and) i'^m bie ®rün= bung eines ^ürftentumS gelingen it)erbe ober nid)t? ®ie ber ©o'^n be§ 9?icolö.

größeren ©taaten t)atten ein einleud)tenbeg ^ntereffe, e§ gu

unb and) ^ranceSco ©forga fanb, e§ märe norteil* fouoerän geworbenen ©olbfütjrer mit if)m felber abfd)tö|fe. Stber bie 2;ruppen unb |)auptleute, bie man gegen ^iccinino abfanbte, aB er g. 33. ©iena f)atte für fid) oerf)inbern, t)a\t,

ttjenn bie 9lei^e ber

nel)men wollen, erlannten^) i^r eigene^ ^n^ereffe barin, il^n 5U Italien: „SSenn eS mit if)m gu ßnbe ginge, bann fönnten wir wieber ben ^Ider bauen." gefd)loffen "hielten,

tam auf ba^

3Bäl)renb

öerprobiantierten

eljrenbollfte

fie

gef d)e:^en werbe,

aB

unb

^)

De

Aen. Sylvius:

aber ent*

Italien wettete,

einem Sefud^ bei ©forga reifte. %xo^ aller

SSerbinbungen

l)ol)en

üerftänbniS mit ©forga

(Snblid)

@ang

gum Äönig ^errante

in SDlailanb nad) ^f^capel

SSürgfd^aften

er (1465) t)on

ein='

i^n gugleid), unb er

au§ ber Stlemme.

ging er feinem SSerl)ängm§ bod) nid)t.

wag

i^n in Orbetello

fie

im

Kommentar

Gaftel 5U

Opera ed. 1538, p. 251 Novitate gaudens Ttalia nihil habet .stabile, nullum in

1

lie^ i:^n biefer

im (Sim

nuobo ermorben^).

ea vetus regnum, facile hie ex servis reges videmus.

dictis et factis Alphonsi,

'

;

Comment.

'-)

Pii II.

^)

®i§motibt

'

I,

X, 271.

40, ügl. 69,

Corio.


28

Gvitev 9(bid)mtt.

9(u(i)bie(5;onbottieren,hjeI(i)eereibtcStaatenbeja^en,füt)Iten fid) bocf)

nie fi(^er

;

aB Oloberto 9JlaIatefta unb t^eberigo V)on Urbino

(1482) an eineniStage, jener in 9ion!, biefer in 33oIogna, ftarben,

fanb e§

im Sterben beni nnbern feinen Staat öegen einen Stanb, bcr jid) fo üieleö erlaubte, erlaubt, ^rance^co ©forga mar nod) gang jung mit

fid),

empfehlen t'd^ien alle^

baf} jeber

lie^ !^)

einer reid)en falabrefifd)en (Srbin, '5)3oUjjena 9iuffo, ©räfin öon ^)JlontaIto DerI)eirotet tüorben, lr)e(d)c if)m ein 2;öd)terd)en

unb

eine 2:ante oergiftete bie ^raii fd)aft

an

unb ^og

itlinb

ba?-'

gebar;

bie 6rb=

fid)-).

S^^om Untergang ^iccininoö an galt ba^ Sluffommen Don neuen ßonbottierenftaatcn offenbar aB einnid)tme^r gubulben* ber ©fanbal; bie oier „©rofjftaaten" 9JeapeI, iWailanb, ber .tird)enftaat unb ^.^enebig fd)ienen ein ©t)ftem beä @Ieid)== geit)id)t^ 5U bilben, )tteld)eö feine jener Störungen mel^r üertrug. 3m Stird)enftaat, rt)o e§ üon fleinen 3^t)rannen toimmette, bie

pmXeil ten

©onbottieren geJoefcn ober ey nod) toaren, bemäd)tig^

fid) feit

Sigtu;^ IV. bie 9?epoten be§> 9nieinred)te^ auf fold^e

Unternel)mungen. 9(ber bie ^inge brauchten nur irgenbhjo in§ Sd)rt)an!en ^n geraten, fo melbeten lüieber.

einmal (1486) na()e baran, ba^ ein

Hauptmann

Dienften getuefener Fol. 412, IOC Sforza

al'?

betrad)tct \v\xb, weil cv gcriid)cr

aud) bie Sonbottieren

fid)

Unter ber fläglid^en Oiegierung i^nnocen^'VIII. njar

Popularität

ü)Cfat)ren

Umb

fric-

yfoizaa

ift

i()ii

fid)

,',uin

mitfamt ben

•'pC'-ä'-HI

^n mad)eu, locnii er

ben Piero von Medici,

füt

feine eigenen Söl)ue f}cfürd)tct. %ie\e ':'JiiUi'ijjcnid)aft

33occatino

anboten,

mitid}ulbig

üon P.s

gegen

'^^^^

Wuii

i()ren 3-einb, flu§

Über Pieros 3^ob

toerjagtc.

es*

in burgunbifd)en

frül)er

f^lorenj

5{.

9J?cbin

Serveutcsi, barzelletta e capitolo in j

neuere '-.Jlbleugnungcu bctuiefen »uor-

luorte dcl conte J. P. in Arch. stör,

ben üon ^. ©ianpietro

loinb.

delle prov. napol.

anno

Jiresciana, bei 9Jhirat.

iin

Arch. stör.

7.

XXI,

— Storia

i

Col. 902.

iUnbauutc fi"d)rten, luie Malipiero, Ann. veneti, Archiv. stör. VII, 1, p. 210 er,^äl)lte, ben ocne*

frü{}er ^)

14,

baburrfi in

ÜJrofjconbottiere ?^eriud)UJUi, bafi

CoUeoni fie

ibm

lüo

aud^

XXIII,

Diarii p.

Sanesi,

bie finb.

bei

811.

j

'

"-)

Orationes Philelphi, ed. Venot.

1492 Fol. j

jionijd)en

— 764,

Allegretti,

5Kurat.

^Florentiner

728

gebrudten Sieber genannt

Francesco,

9.

in

bcr S?eidienrebe auf


©ein Unterganfl.

'ißtccimno.

Stäbteu Ofimo übergeben

Spätere

3m

gcnomineu, bcn

uiib i^efi, bie er für fid^

f)ätte^);

man mn^te

fro^ fein, ba^ er

initthmg be^ i^oren^o magnifico ab5og.

!öcciuci)c bcv öontiotticrcn.

tjin

jicf)

29

%üxhn

auf 5ßer^

mit @elb abfinben

liefj

unb

^afjre 1495, bei ber Grfd)üttemng aUer "^Jinge in^

folge be^ ,'(tricge§ Äarlö VIII., oerfiid^te fid) ein Gonbottiere

^iboöero Don

^^re^cia'^); er l^atte fd^on frü{)er bie (Biabi

ßefena

eingenommen; aber ba^ mu^te lieber fort: je^it, begleitet öon

burd) 9J?orb oieler ©beln unb Bürger

l^ielt fid^, unb er %xuppe, bie i^m ein anberer böfer S3ube, ^anbolfo Wlala'^ oon ^imini, ©o^n be^ eriüät)nten 9?oberto unb oenegta^»

Äaftell

einer tefta

na^m

nifd)er 6:onbottiere, abgetreten,

9?ar»enna bie ©tabt (Saftelnuoüo ab. gröfeereö beforgten

unb

lüorauf bie Orbre !am, i^n

am

^u

iBoIfe

geigen.

Ufurpationen

ift

ber hei ber 58ertüirrung

"^iJluffo,

obtt)o()I

üon

n)eld)c

^reunb

im 6iefängni§ gu

hei

„mit (3d)meräen",

ßJalgcn fterben gu laffen.

bo(fo ^atte bie 9lüdfid)t, i()n erft

'öeifpiet foId)er

iSr^bifdjof

„rt)o'^tmeinenb", ben guten

öelegen()eit gu oert)aften; eö sefd)at),

unb bann bem

bem

tiom $apft gebrängt mürben,

o:f)ne()in

bem ^anbolfo

befahlen

er

^ie ^enegianer,

^an*

erbroffeln

l)a^ le^te bebeutenbere

ber berühmte ilaftellan non

im

9Jiaitänbifd)en

3d)Iad)t bei ^aoia (1525) feine Souüeränität

am

nad) ber

(Somer 8ce

improöifierte, aber fein 3Sagniö mit langjähriger (befangen* fd)aft

im

^)JJaUänber

taftell

bü^en mufste

"^iertcö

(1538).

Kapitel.

©Ic fleinen ^^tannien*

^m 15.

allgemeinen lä^t

3;öt)r^unbert§ fagen,

tieineren

unb

'»JJamentlid)

oon ben

fid)

fleinften ^errfd)aften

lagen

()ier

(^en)a(tf)errfd)ern be?

ba^ bie fd)Iimmften ^inge in ben

am

meiftcn

fic^

Rauften.

für 5at)Ireid)e f^amilien, beren einzelne

ranggemäfj leben sollten, bie ©rbftreitigfeiten SSernarbo SJarano üon (Jamerino fd)affte (1432) jnjei

•JOlitglieber alle naf:)e; ^)

Marin Sanuto, Vite de' Duchi

Ven.. bei Tluxat

XXII,

Col.

di

1241.

J

^)

stör.

Malipiero, Ann. Veneti, Archiv.

VTI,

I,

p.

407.


dx^ei mid)mtt.

30

SSrüber aii§ ber SBelt^), meil jetne 8ö'f)ne mit beren ^rbe au§* geftattet jcin wollten. SSo ein blofeer 8tabt^errfrf)er fid) au§^ äei(f)net burrf) pra!tijd)e,

gemäßigte, unblutige 9ftegierung unb

©ifer für bie tultur äugteid), ba

mxb

e§ in ber Siegel ein folget

ber ju einem großen §aufe gefjort ober öon ber ^oliti!

fein,

eine§ foId)en abt)ängt. tiefer 5lrt

mar

g. S3.

5IIeffanbro ©for^a"),

^ürft öon ^efaro, SSruber be§ grofjen ^ranceäco unb ©d)tt)ieger^ öater be§ ^eberigo oon Urbino (t 1473). 91B guter SSermalter, aU gere(i)ter unb äugängUd)er 9flegent genofs er nad) langem

^riegäleben eine ru'^ige Ülegierung, fammelte eine t)errUd)e 93ibliot!)e!

unb brad)te

(55efprä(i)en gu.

feine ?01uf3e mit gelet)rten

Slud) G5iot»anni II. S3entiöogIio

(1463—1508), beffen

^oliti!

unb frommen öon SSoIogna

oon ber ber Gfte unb Sforza bebingt

mar, lä^t fi(^ t)ierf)er §äl)Ien. 2SeId)e blutige SSerm Üb erung ba^ gegen finben mir in ben Käufern ber SSarani öon Samerino, ber 3)lalatefta öon Ülimini, ber ^Jlanfrebi öon ^^aenja, öor allem ber S3agUoni öon Perugia. Über bie (Sreigniffe im |)aufe ber Ie^== teren gegen ©nbe be^ 15. ^a^rt)unbert§ finb mir burcf) au§* gezeichnete @efcf)id)tgqueUen

be^

3S}?atarag50=')

2)ie

bie et)ronifen be§ ©ra^iani

befonberö

^aglionen, öon benen

anfdjaulid)

man

fagte, fie

unb

unterrid)tet.

mürben mit bem

(Sd)merte gur 8eite geboren, maren eine§ öon jenen Käufern,

einem förmlid^en^ürftentumburd)^ emem ftäbtifd)cn Primat nur beftanb unb auf grofjem f^amilienreid)tum unb tatfäd)Hc^em einfluB auf bie tmterbefe^ung beruhte. $^nnert)alb ber Familie mürbe einer atö©efamtobcrt)auptaner!annt; bod)!)errfc^te tiefer, öerborgener ^afe gmifc^en ben 93?itgliebern ber öerjd)ie^ benen Bmeige. $^^nen gegenüber t)ieU fic!^ eine gegnerifd)e 9(bel§partei unter 9lnfüt)rung ber ^^amitie Obbi; alle^ ging beren §errf(^aft

fid)

nid)t gu

gebilbet f)atte, fonbern met)r

1)

Chron. Eugubinum, bei SOlurat.

XXI,

€ol. 972.

Giorn. stör. 13, 2)

SSflI.

^cUciaugcU im

Xorfjtet, fpäter

it)ni

I,

326

ff.

®attin be« nnd)

genannten Giov.

II. Bentiv.,

wax

Ginevra, ber Sabadino degli Arien ti fein

1 ff.

Vespasiano Fiorent.

©eine

m

3)

II.

biogropt)ifd)c^

Archiv, stör.

Serf wibmcte. XVI, Part« I et


®tc

(um

Oon Perugia.

üBaglionctt

1487) in SBaffcn, unb alle §äiifer ber ©rofien waien öoHer

^rieg§fned)te, bie ftetö lid)

31

SScrtteibung bcr Cbbi.

gum

^Jiorben bereit tüaren (S3raöi);

täg=^

gab e§ ©emalttaten; bei 9tnIaB ber S3ecrbigiing eine§ er*

morbeten beutjd)en 8tiibenten SBaffen gegeneinanber auf; tterfd^iebener

Käufer

ja

[teilten

§lüei Kollegien in

jicf)

biömeilen lieferten

(5d)Iacf)ten

fid)

bie

^raüi

auf offener ^iagga. S?ergeben§

jammerten Slaufleute unb ^anbmerter; bie päp[tlid}en ©oüer*^ natoren unb ^epoten fcf)tr)iegcn ober mad)ten fid) balb roieber baöon. (Snblid) muffen bie Dbbi Perugia tierlaffen, unb nun hjirb bie

Stabt eine belagerte ^efte unter ber bollenbeten

it)altt)errfd)aft

ber SSaglionen, tt)eld)en aud) ber '2)om

a\§>

GJe*^

f aferne

bienen mu^.

Komplotten unb Überfällen roirb mit furd)tbarer ^a(i)e begegnet; nad)bem man (im $5. 1491) 130 ©ingebrungene äufammengef)auen unb am 8taat§palafte ge!)ängt, luurben auf ber ^iag^a 35 9Utäre errid)tet unb brei Sage lang ^JJeffen ge== lefen unb ^rogeffionen gehalten, um ben ^-lud) oon ber ©tätte tüegjune^men. (£in 9lepot i^nnoceng' VIII. lüurbe am fieüen

Sage auf ber ©äffe gefanbt '3)afür

rtjar,

um

f)atten

©uibo unb

erftod)en, einer

MeyanberS VI., ber ab^

gu fc^Iic^ten, erntete nid)tg al§ offenen ^o^n.

bie

beiben ^äupter be§ regierenben ^aufe§,

Sflibolfo,

pufige Unterrebungen mit ber

tjeiligen

tüunb ertätigen ^ominüanernonne (3uor (Solomba üon rDeId)e unter 9Inbrot)ung riet,

großen fünftigen

natürlid) üergeben§.

biefem

9tnlaf3

llnt)eil§

^um

^^^^^^^iii mad)t ber

aufmertfam auf

bie 9(nbad)t

Üxieti,

^-rieben

(St)ronift bei

unb g-römmigteit

ber befferen ^eruginer in biefeu ©d)rec!enöjat)ren.

SBä'^renb

(1494) ^axi VIII. ^erangog, füt)rten bie 93agIionen

imb bie in üon foId)er

um 5tffifi gelagerten SSerbannten einen .trieg ba^ imSal alle^ebäube bem93obengIeici^ gemacht mürben, bie g-elber unbebaut lagen, bie ^Bauern gu !ü{)nen 3fläubern unb

imb

9lrt,

SD'lörbern

t»errt)ilberten,

unb

§irfd)e

unb

rt)ud)ernbe ©eftrüpp beüölferten, voo teljtere

empor^ an bcn £eid)en

SSöIfe ba^ fid)

ber ©efallenen, an „et)riftenfleifc^" gütlich taten.

janber VI. öor (1495) Tiad)

bem öon

Sf^eapel äurüd!el)renben

Umbrien entmid),

fiel

eg

i^m

m§ me^axl VIII.

in ^erugio ein, er


32

erster 9Ib|d}nitt.

löimte

[i(f)

immer

ber 33agliüiieu auf

eutlebigen; er jc^tug beiu

ÖJuibo irgenbein ^eft, ein ^^urnicr ober etrt)a§ bergleicf)en Dor,

um

fie

irgcnbmo

alle

beijammen

^^u

l)aben, aber 6;uibo lüar ber

"öieinung, ba^ „aüerjd)önfte ®(f)aufpie( märe, alle bemaffnete

öon Perugia beifammen gu fet)en", tuorauf ber ^lan falten liefi. 33alb barauf marf)ten bic 35er* bannten mieber einen Überfall, bei it)elcf)em nur berper-fönlic^fte |)elbenmut ber 33aglionen ben ©ieg gemann. '2)a mellirte ftd) auf ber ^ia^^a ber a(i)t5et)njä^rige 8imonetto 58aglione mit menigen gegen met)rere ^unberte unb ftür^te mit mei^r als'9}Zann)d)aft

^^apft feinen

?irt)anäig

SBunben,

^aglione ^u ^ilfe

er^ob

fid)

tarn, f)od)

^u

aber roieber, al§ il)m Slftorre 'Sio^ in

oergolbeter ©ifenrüftung

bem §elm: „bem 9J?arö t)crglei(f)bar an unb an Xaten fprcngte er in ba^ öeraü^I". '3)amaB mar 9taffael ale $mölfjät)riger Hnabe in ber i!e()re

mit einem ^fi^^en auf ^ilnblict

bei ^ietro ^erugino.

1)1.

in

t)er==

öeorg unb

bei?

etmas baoon unoergänglid)

fort

58ilbcl)en

Wiä:)ae\; öiellei(f)t lebt nod)

bem

Ginbrücfe biefer Stage

93ielleid)t finb

emigt in ben frül)en lleinen

be§

i}i.

unb mcnn irgenbmo 5(ftorre 53ei1lärung gefunben 1:)at, fo ift cö gef(i)el)en in

grof^en ©t. ^33äcl)ael6bilbe;

^öaglione feine

ber öeftalt bes I)immlifcl)en Dteiterö

im

öeliobor^).

Xie (Gegner maren teiB umgefommen, teil§ in panifd)em (Sd)recfen gemid^en unb fortan feine§ foIcl)en Eingriffes mef)r fät)ig. 9^ad) einiger 3eit mürbe i()nen eine partielle 5?erföt)nung imb 9?üdfe'^r gemährt. Eiber Perugia mürbe nid)t fid)erer nod) ruhiger; bie innere 3^üietracl)t bes ()errfrf)enben \e^i in entfe^lid)en

i^ren

®ö()nen

.'öaufe!^

5aten au«, (gegenüber öuibo,

öianpaolo,

3imonetto,

Elftorre,

brad)

unb öismonbo,

9tibolfo

unb anberen taten fi(^ §mei (Großneffen, ©rifone unb Carlo ^arciglia, jufammen; le^terer ougleid) 9?effe be§ dürften Üsarano imn Giamerino unb Sc^mager eines ber früheren ^^erbannten, (Gerolamo balla ^enna. 5?ergebenei hat Ventile, 9Jlarcantonio

Simonetto, ber fd)limme 911)nungen ^)

l:\aitc,

feinen Ol^eim fnie*

3- mad)tüufmctfjam, bafj übet bic ^ugcnbbilbcr Stoff acle grofee Unfirfier=

fjeit t)errfdit,

Mi-

tV\\b bees

()(.

«Ric^ael

aU

SlUnf bee

Andrea üon

^Ifjift

gilt.


'^eruginec

33

5)IutI)c>d)5cit.

fäUig, biejen ^^eiiua töten ^u öüvfen, (^uibo üerfagte e^

if)nt.

I)a^ Komplott reifte plö^üd) bei ber ^podjgeit beö 2(ftone mit

öer Saüinia (£oIonua,

'i)J?itte

Sontmev^ 1500. ^a§ geft nat)m ^age nnter büfteren 9(n^

feinen Einfang unb bauerte einige

beren 3"»öf)in<^

^eid^en, frf)ilbert

Mahna^^o

^^'^

®ct aniüefenbe 5?arano

ift.

Ufcf)er Steife rtjurbe

bem

oor^iigUc^ fd)ijn

trieb fie

örifone bie

evbic^tete^o '^err)ä(tnis feiner GJema()lin

äufammen;

'}(üein^errfcf)aft

ge^-

in teuf=

unb

ein

Benobia mit ©ianpaolo

unb enblid) jebem ^ßerfc^morenen fein beftimmte^ Dpfer ?iugeteüt. ("Die 35agüonen f)atten (auter gefcf)iebene Sä5o()= nungen, meift an ber Stelle beio je^igen ^aftelB.) ^on b^n \)ox^ öorgefpiegelt

f)anbenen

"öratii

befam

3Sad)en auögeftellt.

jeber 15

3n

Wann

^ladjt

^^"^

mit; ber

oom

9?eft

15. ;^uli

lunrbe auf

mürben

bie

Xüren eingerannt unb ber Woxb an ©uibo, ''itftorre, Simonetto unb (^iömonbo üoK^ogen; bie anberen tonnten entn)eict)en. %{^ ?(ftorreä Seicfie mit ber be^ Simonetto auf ber ©äffe lag, üergüci^en if)n bie ßufdjauer „unb befonberä bie fremben Stubenten" mit einem alten ütömer; fo luürbig unb grofe loar ber 5{nbücf in Simonetto fanben fie nod) ba^ 2:rü^ig!ü^ne, als l)ätte if)n felbft ber %ob nid)t gebänbigt. ®ie Sieger gingen bei ben (^reunben ber ^ö^iii^ie i^erum unb mollten fic^ empfe()(en, fanben feboct) aüe§ in 3^ränen unb mit ber 5(breife auf bie Sanb* guter befrf)äftigt. 9(ber bie entronnenen ^aglionen fammelten brauf3en 93tannfd)aft unb brangen, öiianpaolo an ber Spi^e, ;

beä folgenben Stages in bie Stabt, loo anbere 5(n^änger, foeben

üon

58arciglia

al^ bei

mit

bem ^obe

bebrot)t, fc^teunig gu it)m ftief^en;

S. ßicolano ©rifone in feine ^änbe

feinen Seuten, flürf)teten fid)

it)n

überlief er es

unb

^^5enna aber

nad) Gamerino ,5um §auptanftifter beö Unfjeil^,

!Carano; in einem 9lugenblid, .•perr

fiel,

nieber,5umact)en; ^-öarcigüa

faft o't)ne ^sljerluft,

mar öianpaolo

ber Stabt. 9(talanta, örifones uod) fd)öne

unb junge

3Jiutter, bie fid)

tag^ guüor famt feiner QJattin ^^nobia unb ^luei Äinbern @ian=

paoto^ auf ein Sanbgut ^urüdge^ogen unb ben i^r nad)ei(enben So{)n met)rmal^ mit if)rem 9JJutterfIud)e öon 58urtff)arbt, Sulhir bet SRenaiifnnce.

1.

II. «uff.

fid)

gemiefen ^attc, 3


34

iam

etiler Sfbfdimtt.

mit her

je^t

@d^rtJtegerto(i)ter fierbei

unb

fu(i)te

ben

fterben«»

ben 8ot)n. HlleS iDicf) öor ben beiben f^rauen auf bie ©eite; niemanb motlte dö ber erfannt fein, b er ben ©rifone erftocf)en

um ni(f)t bie

ptte, 5lber

man

^la^

fd)ritten.

5ßei*lt)ünfrf)ung

ber ^JZutter auf

fid)

§u

^ie'^en.

benen §u tier== 8treid^e unb töbü(i)en er tierfd)ieb bie geführt, rt)elcf)e 5eif)en, unter i'^ren Segnungen. ®!)rfurc^t§ooü fa^en bie Seute ben beiben grauen nad), aU fie in il}ren blutigen Kleibern über ben irrte fi(^; fie felber

"Siefe ^Italanta

bie rt)eltberüt)mte

£eib

eigene»

befc^mor ben

ift

e§,

für tüel^e fpäter Dlaffael

©rablegung gemalt

bem

t)öd)ften

unb

<Bot)n,

t)at.

t)eiligften

'J)amit legte fie

it)r

9JJutterfd)merä

gu

f^üBen.

®er

öon biefer Stragöbie in feiner mürbe mit 3Bein abgeiüaf(i)en unb neu gemeint. S^lod) immer ftanb öon ber ^ocf)äeit ^er ber ^riumpt)bogen, be== malt mit ben Späten 9tftorre§ imb mit ben Soböerfen beffen, ber unä biefeä alleä ergäl)!!, be§ guten SJlatarag^o. 'Iiom, weldjct ba^ meifte

9läT)e gefe^en,

(£§

entftanb eine ganj fagent)afte 5ßorgefc^id)te ber ä^agtio^

nen, meldte nur ein Üieflejr biefer ©reuet tft. 5nie öon biefem §aufe

öon je'^er eine^böfen^tobeö geftorben, einft27 miteinanber; f(^on einmol feien itjre Käufer gefc^leift unb mit ben Si^G^^" ^^^ öon bie ©äffe gepflaftert morben u. bgl Unter ^aul III. trat feien

bann

bie

©(i)teifung il)rer ^aläfte roirflid) ein.

(Sinftmeilen aber fd)einen

fie

gute ^orfä^e gefaxt, in i^rer

eigenen Partei Orbnung gefd)afft unb bie SSeamten gegen bie abligen ^öfeiuid)ter gefc^ü^t §u t)aben. greilid) blieben

lange ungeftört. 1506 mürbe Perugia öon ;^uUu§ 5!Jlüt)e

II.

mit

fie

nid)t

Ieid)ter

erobert unb ©ianpaolo 33agIione §ur ^ulbigung genötigt,

mie 93iad)iaöeIU meinte,

ber bie @ekgen{)eit nid)t benutzte,

fid),

©rmorbung beö ^apfte§ ©päter brad) bann ber ?}Iud) bod)

llnfterblid}!eit

burc^ bie

gu üerfd)affen.

nur fd)einbar unter £eo X. 1520 ©ianpaolo mürbe gebämpfter S3ranb berüor; nac^JRom gelodt unb entt^auplet; ber eine feiner ©ö'^ne, Dra^io, ber Perugia nur ^eitmeife unb unter ben gemaltfamften Um^ »)

Discorsi

I,

c.

27.

tuieber mie ein


im §aujc

i^otttoitfen beö ?ii\xd)a

ftänben be\a%, nämlirf)

aU

bcr iöagttonen.

35

3fltmtni.

Parteigänger be^ ebenfalls tion

beti

öon Urbino, mutete no(^ einmal im eigenen ^aufe auf bo5 grä^Ii(f)fte. föin £)t}eim unb brei ^^ettern luurben ermorbet, morauf i!)m ber ^er^og fagen lie^, eö [ei je^t ilJäpfteu bebrot)ten §er,5ogö

genügt).

Sem ^mber

'äRalatefta 33agIione

tft

ber f(orentinifd)e

ben SSerrat öon 1530 unfterblid) ge=

5elbf)err, it)eld)er burd)

lüorben; imb beffen ©of)n

9ftiboIfo

ift

jener le^te be§ ^aujeö, ber

Perugia burc^ ßrmorbung be§ £egaten unb ber S3eamten im '^a\)xe 1534 eine nur fur^e, aber fd^rec!Iic!^e .^err|d)aft übte. in

Den (iiert)a(tf)errfcf)ern öon D^imini tuerben"iDir nod) f)ier unb ba begegnen. "Jreöelmut, ©ottlojigfeit, !riegerifd)eä STalent unb ()öf)ere ^Ubung jinb feiten fo in einem 'i)J?enfc^en öereintgt gemefen lüie in ©igi^monbo ^J^alatefta (t 1467)2). ^^^^ ^^ ^^^ ^D^iffetatcn fid) f)äufen, mie in biefem ^aufe gefc^a^, ba ge* loinnen fie ba^ Sd)n)ergeiüid)t and) über aWe^ Stalent unb ^ie^en bie S£t)raunen in ben 3(bgrunb. Der fd)on ermät)nte ^ißanbolfo, Sigiämonbo§ ©nfel, t)ielt fid) nur nod), tüeit 3Senebig feinen (Sonbottiere tro^ aller 33erbred)en nid)t mollte fallen laffen; alö it)n

feine

ijatte

Untertanen (1497) au^ ^inreid)enben ©rünben

er

nämlic^, ba il)m feine ÖJeliebte öorent^alten lüurbe, ben

bem

58ater bebro^t

unb ba^ Mofter,

bräunt^)

feiner >öurg ^u 9ftimitii

— in

in

fie

eingefperrt hjar, öer^

bombarbterten unb bann

entrt)ifd)en liejsen, führte ein öene^ianifd)er

Äommiffär ben mit

^^rubermorb unb allen ©reuein ^efledten mieber gurüd. 9^ad) brei ;3fit)räe^nten

Die '^eü öpibemie für

um

maren 1527

bie 9Jcalateften

ttjar,

^)

Varchi,Stor. fiorent. I,p. 242.sq. 58g{. u.

a.

Joviauus Pontanus,

de immanitate cap.

17.

'Sie

(Sr*

morbutigeu üon (JaiwIienmitgUebern jd)oii ftü()ei; bei

Dante, Inferno, i-one

nur

biefe !leinen Dljnaftien,

^)

ben Malatesta, 5. QJej.,

VII, 2 (1378).

latesta og(. Basinii

Bgl.

ferner Peco-

^ür

Sig.

Ma-

j

arme SSerbannte.

be§ (£efare S3orgia, eine

h)ie bie

\et)x

menige über*

praestantioia, 2 lobe., Siimtni 1794.

^anb

entl)äü bai Seben be§ unb eine ©d)ilberung be§ Siteratcn^ofe^ unb beö iCebenä be» Malatesta üon ^reneo ^tffö. ^) Malipiero, Ann. Veneti, Archiv,

2)er 2.

'3)icf)ter§

stör.

VII.

I,

p.

598

sq.

Parmenais opera ^«


36

etfter

lebten

unb

jie,

2tbicl)ititt.

einmal gu i^rem ©Uirf. i^n 9JUmnbolo,

mcf)t

tt)o

Heine f^ürften au^ bem ^aufe ^ico f)errf(i)ten unb wo j(^on (3a^ frü'^er 1470 eine 9)?iniatur!ataftrop'f)e üorgefalten mar

werfen

leotto f)atte feinen SSruber 3(ntonio 9J?aria in§ Qiefängnig

laffenO

fafj

,

im^a^relSSS

ein

armer

üon Sfiom

gorio ©iralbi, ber au^ ber 35erit)üftung

§erb

gaftlid)en

be§

f)od)beja'f)rten

G^ele^rter, Silio @re==

dJioöan

(92effen be§ berü{)mten ©ioüanni) gefln(i)tet

i^rer ^efpre(i)ungen über ba§

©rabmal,

an ben

ficf)

3^rance5co

^ico

f)atte; bei 9(nla^

it)eld)eg

ber ^ürft für

bereiten lüollte, entftanb eine 5(b^anblung-), beren ^ebi^

fid)

tation

öom

Stpril jene§ ^atjie^ batiert

„^mCftober

lautet bie9?a(i)fd)rift:

glüdlidie ^ürft burd) näd)tlic^en

ift.

5lber tüie n)et)müttg

be^felben 3^'^^^^

Woxb

t)on

ift

ber un==

feinem S3ruber^

be§ 2eben§' unb ber |)errfd)aft beraubt morben, unb

fot)n

tiefem ßlenb

bin in

felber

ic^

!aum mit bem Seben baöon^

ge!ommen." ©ine (^arafterlofe ^albti^rannie, mie feit

ben 1490er ;i5at)ren in

ausübte,

ift

!aum

bem öon

fie

^^anbolfo ^etrucci

^aftionen gerriffenen Siena

ber nä'^eren S3etrad)tung mert. Unbebeutenb

mit §ilfe eineö ^rofeffor^ ber 9fled)te unb unb verbreitete ^ier unb ha einigen ®d)reden burd) 9Jlorbtaten. ©ein ©ommeröergnügen mar, ©teinblöde

unb

böfe"), regierte er

eine§ Stftrologen

oom

5!Jlonte

nia§

unb men

fie

trafen.

©(^lauften mifjlang

^orgia

o^ne

Slmiata ^inuntergurollen,

,

'hielten fid)

barauf,

9Zad)bem it)m gelingen mu^te, ma§ ben er entzog fid^

ben Süden be§

ftarb er bod) fpäter bertaffen

@ö^ne aber

Ütücffid)t

unb

noc^ lange mit einer

(Sefare

Seine üon ^alb^err==

üerad)tet.

9trt

fd)aft. ^)

Diario

XXIV, -)

Ferrarese,

bei

^Dhirat.

Lil.Greg. Giraldus,

De sepulcris ^n Opera

ac vario sepeliendi ritu. ed. Bas. ^)

1580,

®egen

I.

fticit (S. Jalletti^^t^ojiali

in Atti d. Acc.

dei Fisiocritici vol. 10, 1883, p. 92.

Col. 225.

p.

640 sqq.

biefe^ t)avte Urteil prote*

über P. P. eiujelue SJJitteilungcu

bei

Lo Studio di Siena nel rinascimento maxi 1894, S. 120 ff. 3befouer,


Unterflong bcr S'Ieinen.

5(Ifonfü

37

üon ^ragonien.

5'ünfteö Äapitel.

3?on beu iüid)tigeren 'Stjnaftien finb bie 3(ragonefen

®a§

jonbert gu betra(f)ten.

aU

"^Jormannenjeit

2ef)n§mefen,

(5}ruTib^errjcf)aft

\veiö)e§> t)ier feit

ber

ge==

ber

SSarone fortbauert,

fävbt fd)on ben (Staat eigentümüd), iüä'^renb im übrigen Italien, beu fübüd)en Äircf)enftaat unb roeuige anbere (^egenben auö^ genommen, faft nur nod) einfa(i)er ©runbbefi^ gilt unb ber 8taat !eine 33efugniffe mef)r erblict) werben läßt. Sobann ift ber groBe Sllfons, tvel(i)ex jeit 1435 9ZeapeI in 33efi^ genommen (t 1458),

oon einer anberen

geblid^en 9Za(i)fommen.

'Muffen bilbete er

^^(rt

'3)urct)

alä feine )pir!li(i)en ober öor=

eigne Äraft, mit unabläffigen

tro^ feiner llnfenntniä be§ ^talienifd)en

ficJ)

ju einem Italiener ber 9f?enaiffance au^ unb

punft 5eitleben§ loö unter

biefen ©tanb=

f)ielt

(^län^enb in feinem gangen ^afein, furc^t=

feft.

feinem SSoIfe, milbe unb großmütig gegen feine f^eii^be,

bef(i)eiben tro^ be§ ^etouBtfein;^ einer

e(i)t

föniglid)en Familie

ju entftammen, öon einer großartigen Sieben^tuürbigfeit

Umgang, unb cregia

mar

b'^üagno

getabelt, fonbernbetttunbert,

ni(i)t

„natürlich" üiermal größer

fagt ein ß^itö^i^offe^) feiten

bebeutenben

im

luegen feiner fpäten Seibenfct)aft für £u^

felbft

al:?

f)atte

ba^ eineg anberen

meibli(^en J-oIgen f)ingen.

gugute fommenbe^),

an tvdd)e

(5i^eüelf)afte

guerft allmä(i)tig, 6i§ fic ber banferott

3?ermögen§ beraubte;

ein

9)Zenfrf)en,

er bie eine üble, freiti(i) ni(i)t

öffent(icf)en Einlagen

(£igenfd)aft bcr ^Berfctjruenbung,

— fein^er,^

Äreujäug

fic!)

bann

bie unüer==

^^inangbcamte tourben

geworbene Äönig i^re§ würbe geprebigt, um

unter biefem !öorwanb ben ÄIeru§ 5U befteuern; bie $5uben

mußten neue bebro()lid)e ä)Zaßrege(n, ^)

33fl(.

LXXI -)

II.

'iöb.

De

^x^^

angefiU)rte Stelle.

Jovian. Pontan. Opp. ed. Basi-

leae 1538 T. 19.

unten

bie

I.:

de

liberalitate, cap.

29 unb: de obedientia,

1.

4.

,

,

p.

78

sq.,

Pannrmita,

SSe!ef)x-unggprebigten, Alphonsi üb.

I.

nro

— j^ürbenganjen^b*

61. IV,

nro42.

\d}n\tt

©ot^ein ©. 478

crezia d'Alagno:

33.

ff.

übet Lu-

Sroce 1885,

2ri*

langten 1886 (Arch. stör. nap. XI).

58gl. ]

Si'omonbi X,

§. 33.

dictia et tactis

i


38

(Srfter ^:»{bid)mtt.

burdE)

®oIb,

altes

©e|d)en!e unb regelmäßige

freitüillige

5{b==

gaben abtüeuben; bei einem großen ßrbbeben in ben Slbru^^en

mußten

Übertebenben bie 8teuer für bie Hmge!ommenen dagegen {)ob er nnmiirbige Steuern, §. ^. bie

bie

weiter he^a^cn.

SSürfelfteuer, auf,

unb

namentlid) ben firmeren bie

fu(f)te

ftänben tvax 9[Ifon§ für

:^ot)e

f(i)iüer

Unter foId)en ITm*

auf if)nen laftenben 5(bgabeu ju erleid^tern.

©äfte unb bie ©efanbten frember

unb fro^ be^ an ^einbe; für

f^ürften ber prunf^aftefte SSirt feiner ßeit ((S. 19)

unauf!)örlid)en Hterarii(i)e

Spenbenö an jebermann,

SSemüi^ungen ^atte er oollenbö feinen 9J?aßftab me'^r.

f^errante (gernanbo)^, 1458

— 1494, ber auf

öon einer fpanifd^en

al§ fein S3aftarb

©eblüt ober bie feine

ba§>

wax

'2)ame,

Don einem öalencianifdjen 93Zarannen mel)r

aurf)

ßjiften,^

it)n

!am, galt

aber

t)ielleid)t

nun

SSar e§

erzeugt.

bebrol)enben Komplotte

it)n büfter imb graufam mad)te, jebenfall^ ift ben bamaligen f^ürften ber f(f)recE!i(i)fte. 9?aftIo§ tätig,

ber 93aronc, \va^ er unter

aB

einer ber ftärfften poIitif(i)en

f öpfe

SÖJüftling, ricl)tet er alle feine Sl'räfte,

lid)en ©ebäd)tniffe§

unb

nid)tung feiner öegner. Tristano Carracciolo,

^)

S?er==

fingen, luorin

man

33eleibigt in allen

De

Ferfuit

ejusque posteris bei ^IRurot. XXII, 120. Jovian. Pontanus: de coli. 113

1.

I.;

1.

aud) bie eine§ unoerföl^n==

einer tiefen S5erftellung, auf bie

nando qui postea rex Aragonum

prudentia

anertanut, babei fein

IV; de magnanimitate

de liberalitate cap. 29. 36; de

tigfcit

Ferrantes für ba^

grof^er äBicf)tigfeit

S^clf

ift

üon

ba^ pon Scipionc

SLUtpiccUa t)er(m'?gegebene Regis Fer-

dinandi

primi

1486—87. 3lrinct)era,

instruetionum Über

9JeapeI

gerner:

1861.

Codice Aragonese, 2 SSbe.

1868—1870. ^n eine

Cam. Porzio, immanitate cap. 8. Congiura de' Baroni del regno di Napoli contra il re Ferdinande I.

9?eapel

Pisa 1818 (neue 5tiiegabc oon ©tani«^

Napoli, pubblicato da g- öabotto,

liio

b'Siloc,

'»^Joi^ioi;

92eQpcI

1859),

©laubjoüibtgteit

3weifel gcjogen üon %t. Ser:tti critici.

passim.

warb

3^orrüca,

9?capd 1907, ©. 466.

— Comines, Charles VIII, chap. mit

ber

aKgem.

^roQonejen.

in

Eljarofteriftif

^xix (5xicnnixm ber

frütjere 3ßit füC)rt:

Lettere inedite in

nome de

Reali di

93ologna 1893. ?(uf3cr biejcr (£amm^

Inng finb SSricfe Pontanos neuerbing*

3"|ainws"^ Pontano S. 8, 3lnm.

ütelfad) gebrudt, ügl. bie

ftellung

bei

17,

Später

einjelneß

burd)

ber

publiziert

Arch.

napolet.

Xä-

etroaS

Giov. Pontano,

big 533.

Tcunäiante 21,

528


%cxxante.

S\vanQ§\laat.

^^Ifonjo

öon

39

Salabrtett.

einen ^Jürften beleibigen !ann, inbem bie 5{nfü:^rer ber 33arone

mit i^m öerjd)mägert unb mit allen au^lüärtigcn ^ciTiben üer*

bünbet maren, täglirf)e^.

^ür

gert)öt)nte er jid)

an ba^

^ufeerfte al^

an

ein

9111=

Kampfe

bie S3ejd)affung ber 9Jlittel in biejem

unb in feinen auSmärtigen t'riegen ttjurbe mieber ettoa in jener mo^ammebanifrf)en äSeife geforgt, bie griebrid^ II. angen^anbt Ijatte. Wit 5?orn unb Ol f)anbelte nur bie 9ftegierung; ben ."panbel überhaupt l^atte ^errante in ben ^änben eineö Dber= unb ®rof3!aufmann§, ^ranceäco ßoppola, gentraUfiert, h)el(f)er mit i!)m ben 9hi^en teilte unb alle Oteeber in feinen '2)ienft nat)m; 3^'-'i"9^'J^^6i^}cn, §inri(i)tungen unb 5lonfi§fationen, grelle Simonie unb SSranbjc^alung ber gei[tli(i)en forpora*

tionen

fcf)affte

ba§ übrige ^erbei.

^fJun überlief fiö)

^errante

au^er ber^agb, bie er rürfficf)töIo§ übte, gmeierlei ^Vergnügungen

©egner entmeber lebenb in rooljloermatjrten f erfern ober tot unb einbalfamiert, in berStrad)t, biefiebeiSebgeitentrugen^), in feiner 9Mf)e §u ^aben. @r üd^erte, tnenn er mit feinen S3er* trauten öon ben (befangenen fprad); au^ ber ^[Rumienfoneftion tüurbe nid)t einmal ein ©el)eimni§ gemacl)t. Seine Opfer tüaren faft lauter 5Jiänner, bereu er \id) buid) SSerrat, ja an

feine

feiner !önigli(i)en ^afel bemäd)tigt :^atte.

SiVöllig

infernal tvax

ba^ SSerfal^ren gegen ben im 2)ienfte grau unb fran! getnorbenen ^remierminifter ^ntonello ^etrucci^), öon beffen n)ad)fenber

annahm, biö enb* üon 2eilnal)me an ber legten S3aronenoer*= fd)lDÖrung ben S3orlDanb gab gu feiner 5ßerl)aftung unb §in=-

S^obeSangft ^errante immerfort ©efct)enfe ein 9(nfcf)ein

lid)

ricl)tung, ^ugleid)

mit Goppola.

unb ^orgio

'2)ie Slrt, rt)ie

bieg alleö bei Gar=

mad^t bie ^aare fträuben. 58on ben 8öt)nen be§ £önig§ geno^ ber ältere, 5llfonfo (t 1495), ^er^og öon ßalabrien, in ben fpäteren B^it^ii eine 2lrt

raciolo

^)

bargeftellt

Paul. Jovius, Histor.

I,

p.

in ber $Rebe einc§ mailänbifcf)en

14,

öe*

fanbtcn; Diario Ferrarese, bei 2Rurat.

XXV, Stnm.

Col. 294. 1

— ©ott)ein

ertlärt bie§ nid)t al§

®. 525,

befonbere

Unmeuj(})tid)teit, „biefe imä[t^etijd)e

ift,

'ätrt

ber ^eftattung betoai)rt bi^ beute

für b.'DJeapoIitoneröielSlnäiebenbes". ')

2)ie

Unbanfbarfeit bie|e§ SSeam«»

joll oon Pontanus in feinem Asinus getabelt fein. Giom. stör. 46, 254.

ten gegen bie Slragonefen


40

erfter ^Ibfdjnitt.

^Jiitregierung

;

nad) Gomitie?' (Sd)ilbevung

fc^lei^tefte, Iaftert)aftefte

unb

„hex

graufamfte,

gemeiiifte 9J?eii)d), ber je geje'^en

bem

luorben", ein iüilbcr, graiifamer SSüftling, ber öor

^^atev

bie größere Dffenl)eit üoraiiy t)atte uiib jid) aiid) iiid)t jd)eiite,

feine ©leic^gültigfeit

ben Xaq gu legen,

fo

gegen bie 9^cIigion imb \t)xe 93räud)e an bü\] er ^uben, ^. 58. i^faa! 9(braoancI, in

feiner unmittelbaren 9?ät)e bulbete*).

^ie

befferen, lebenbigen

3üge bes bamaligen Slt)rannentuniö mufi man ?vürften nid^t fnd)cn;

geifternng

an

nnb Sd)ein

be^

(3d)on bie cd)ten Spanier treten in ^tfl^i^^^

föft

j^^n^ni^

entartet auf; DoIIenb^ aber geigt ber 9{uögang biefesi

fRaffe.

nnb

(1494

1503)

einen

augenfd)einlid)en

©orge nnb £lual;

g-errante ftirbt nor innerer

bem

9(Ifonfo traut feinem eigenen $^ruber ^eberigo,

fönten ber g^amilie, SSerrat gu unb beleibigt mürbigfte SSeife; enblid)

fliet)t er,

ber bistjer

tigften ^eerfüfjrer Italiens gegolten,

Heu unb

bem

me

eingigen

auf bie un=

einer ber

füdi)^

befinnung§Io§ nad) ©iji^ (t 1496),

allgemeinen 3?errat gur 33eute.

naftie, n)eld)e fo regiert tjatte

biefe, t)ätte

^eb^n teuer öerfaufen muffen, menn

tommen

it)n

aU

ben jüngeren f^errante

lä^t feinen (2oI)n,

^rangofen unb

it)r

biefen

bei

fünft e^te 58e^

für

fie

fie

5Dlarannenf)aufeg 'DJJangel

bafi

nid)t blof; au^^

jeincn,

günftigen-).

immer nur

(}öd)ften§

eine ükftauration hoffen folltcn.

©ine

ben %t)''

allerminbeften^

i^re .tinber 5(ber:

unb

Jamals

'>:fla(i)'=

homme

eruel ne fut hardi, lüie ß^omineö bei biefem 9(nla§ etlüasi ein= feitig

unb im

gan^^en bod) rid)tig fagt.

(Sd)t italienifd)

im 8inne bee

15. ;5at)rl}unbertg erfd)eint

ba§3^ürftentuminben.^eräijgen non 9JlaiIanb au^gebilbet, bereu ^errfd)aft feit föiangaleaggo (S. 13) fd)on eine t>önig ausgebil^ bete abfotute 9Jionard)ie barftellt. conti,

?^iUppo 9Jiaria (1412

glüdlid)ern)eife ^)

3""5/ 3ui

ratur. ^)

ron.

vortrefflich

@ejd)iri)tc

iHtc*

116.

119.

l'art

pend.

')

Phil. la

ift

ber le^te

3Sig=*

eine ^öc^ft merfmürbige,

gejd)ilberte3)

(S3edin 1845) S. 529.

SKün^, Hist. de

L

unb

3?or allem

— 1447)

^erfönlid)feit.

3Sa§

Petri Candidi Decembrii Vita

Mariae Vicecomitis,

bei SOhirot.

XX., über bie frcilid) Jovius (Vitae Xll vicecomitum p. 186) nid)t mit


au« einem

bte 5ut(i)t l)ot)er

Stelhmg macf)en fann,

mat^ematifd) üoUftänbig; fon,^entriercn

fid)

in

üon

9Jleiifd)en

bem

bebeitteiibeit 9(n(ogen in

^eigt jic^

alle 9J?itteI

l)ier,

unb

man

B^i^ccfe

fönnte jagen,

be§ (Staate^

einen, ber Si(i)erung feiner ^etfon,nur

graufamer (SgüiCMnn^i bod) nid)t in ^Intbnrft überging. 3;m .Stafteü non *i)JZüiIanb, ba§ bie I)errHd)ften Quarten, Saubgänge nnb 2:nmmelplä|5e mit nmfafite, fi^t er, o^ne bie ^iabt in Dielen ^a^ren and) nnr gn betreten; feine Stugflüge gel)en nac^ ben bafi fein

Sanbftäbten,

mo

feine präditigen Sd)löffer liegen; bie 58arfen^

bon rafd)en uferten gebogen, auf eigene ge^ banten .tanälen babin fät)rt, ift für bie ^anbt)abung ber gangen flottille,

bie

il)n,

©tifette eingerid}tet.

ba^ taftell betrat, ivax f)nnbertfad)

3:0er

niemanb

beobad)tet;

follte

nid)t nad) aufsen geioinft

"Prüfungen erging über

aud) nnr

mürbe.

bie, n)eld)e

be§ 3'ürften gebogen merben bie t)öd)ften bipIomatifd)en

beibes

mar

am

pr

bamit

f^enfter ftet)en,

(Sin !ünftlid)e§

@t)ftem öon

perfönlii^en

Umgebung

follten; biefen Dertraute er

wie bie Sa!aienbienfte an,

ja r)ier gleid) et)renbon.

Unb

bann benn

biefer 9J?ann führte

unb ^atte beftänbig grofje |)oIitifd)e liinge unter bcn ^änben, b. l). er mu^te unauf^örlid) Seute mit umfaffenben ^oümad)ten auöfenben. 8eine (3id)er^eit lag nun barin, baji feiner üon biefen feinem traute, ba^ bie ß^onbot^ tieren burd) <3:pione unb bie Untert)änbler unb bie t)öf)eren SSe^^ amten burd) fünftUd) genährte 3mietrad)t, namentlich burd) 3ufammenfoppeIung je eine?^ ®uten unb eine§ 33öfen, irre= gemad)t unb au§einanbergef)alten mürben. %ud) in feinem ^nnerften ift ^-ilippo 9Jfaria bei ben entgegengefe^ten ^olen ber SSeItanfd)auung berfid)ert: er glaubt an ©eftirne unb an lange, fd)mierige Äriege

blinbe Slotmenbigfeit

unb

betet äugki(^ gu allen 9Zot:^elfern

Untec^t )agt: qiium omissis laudibus

u.

quae in Philippo celebrandae rant, vitia notaret. Guarino

^^enel)men be^

ben (dürften

^ef)t

mini, Guarino II,

ju vüf)mcn. <B.

75.

bet genannten 6cf)rift p.

Pontanus,

De

fuetüei^

i

3lo5=

Jovius in

186unb Jov.

liberalitate II, cap. 28

j

|

'

31

I)et)en bci'onbei"^ ba^S^

ebcbnütiflc

?5'üv[ten flcgen

fangenen Sdfon^

{)eroor.

ben

fle-

©in öon

bem genannten P. Cand. Dec. fier^ rül)rcnbev De laudibus Mediolanensium urbis panegyricna

ift

1907

tion

(S.'ßetragüonefieran^gegebentDorben.


42

erjter 9tbfd)mtt.

am

au6) bie 3)Zarmorftatiien ber 14 SfJot^elfer

öielleic^t t^at er

^aftell 5U ?!KaiIanb

mad^en

lafjen')

er

;

alte 9(utoren,

lieft

jprirf)t, njenn aud) f(i)Iecf)t, lateinifcf), finbet ^reube an ^ante§ unb ^etrarcag Sid)tungen unb lä^t fid) au^ fran5Öjif(^en 9?itter^ romanen öorlefen. Unb gule^t l^at berjelbe ^)hn\d), ber ben %ob

nie tüollte erJt)äl)nen l)ören, ber eine unbej(i)reiblid)e 3fngft üor

ber ^Zottuenbigfeit be§ „9^id)tj'ein§" :^atte, unb felbft feine fter= benben ©ünftlinge au§ bem ^aftell fd^affcn lie^, bamit niemanb in biefer 93urg be§ ©lüdeö erblei(f)e, bnrcE) ©(i)HeJ3ung einer SSunbe unb Sßermeigerung be§ 51berlaffc^ feinen %ob abfid)tli(i) befd)leunigt unb ift mit 9tnftanb unb Söürbe geftorben. ©ein <Sd)miegerfof)n unb enblid)er (Srbe, ber glüc!lid)e d^onbottiere ^ranceSco ©for5a (1450 1466, ©. 2.) mar üiel^ Ieid)t üon allen Italienern am meiften ber 9Jlann nad) bem ^er^en be§ 15. ^al)r:^unbertg. ©längenber al§ in it)m tvax nirgenb^ ber ©ieg beö ÖJenie^ unb ber inbiüibuellen Straft au§* gefprod)en, unb iper ba§> nicf)t an^uertennen geneigt mar, burfte bod) immerhin ben Siebling ber Fortuna in il)m üerel^ren. SJiai^'

lanb empfanb e§ offenbar

aU

eine @^re, menigften^ einen fo

rül^mten ^errjd)er gu erl)alten:

l)atte il^n

bod) bei feinem ©in*

ba^ biegte S5olf§gebränge gu ^ferbe in ben 2)om

tritt

be==

l)inein==

getragen, ot)ne bafj er abfteigen tonnte"^), /pören n»ir bie 93ilanj feineg Seben§,

mie

fie

^apft ^iu§

Äenner

ein

II.,

S^ingen, unä t)orred)net=^). „i^m Sa()re 1459,

aB

^ürftentongrefj nad) 5JZantua !am, mar er 00

(et)er

in fold)en

ber ^erjog

§um

58) ^at^re alt;

einem Jüngling gleid), '^oc^ unb äufeerft impofant an bon ernften B^iflc^/ tutjig unb leutfelig im Dieben,

alö Steiler ©eftalt, ^)

©.

.'piftoria b.

Corio,

2)

2\^rchiv. 3)

Fol.

f^vunb§faerge

400;

stör. III, p.

Pii II.

SSgl. II, 87.

27.

125.

Comment. 106.

fol.

Cagnola im

jat^c

talis

III, p. 130.

eine anbete nod)

baju

ftel^t

ba§ greifen be§ ©lüritS

be§ (2foräa in Filelfos Oratio paren-

de divi

foelicitate

Franc.

Francisci

Sphortiae

imb Decembrios

in Vita

Sfortiae bei Slhiratori

De

SSgl.

feiner Arluni,

Dom ÖUide beg Sforza gibt CaracDe varietate fortunae, bei 932ii*

libri

VI

et hist. Italicae, V, pars III.

ciolo. rat.

XXII,

Col. 74.

^m

©egen-

hello

XX.

Veneto

mel)r in? '3)üftere foüenbe 'Ja^ation

bei ®ract)iu§, Thes. antiqu.

aud) Barth. Facii,

De

vir.

ill.

SSgl.

p. 67.


©aleassü

©forjoS ©lücf.

fürftUd) gciftiget

33egabung

ot)negleid)en

43

2)et SRoto.

33ene!)men, ein ©anae^ öon

im ganaen

unbeficgt

5P?aria.

in unjercr

imb im ^elbe

Ieibli(i)er

3eit,

— ha^ tvai bei ^ann, ber öon niebrigem ©tanbe gut

$errjd)aft über ein

Sf^eid)

cmpoi[ttcg.

Seine @emat)Iin mar

unb tugenb^aft, feine tinber anmutig rt)ie ©ngel beö ^immel^; er mar feiten trän!; alle feine mefentlic^en 2Bünfd)e erfüllten firf). ®od) l)atte aud) er einiget 9JJiBgefd)icf feine ®e^

fdiön

;

mafjlin tötete il)m aus eiferfud)t feine ©eliebte; feine alten

Sßaf fengenoffen unb ^^reunbe 2:roilo unb SSrunoro öerließen it)n unb gingen gu Sönig ^Ifon^ über; einen anbern, (Fiarpollone, mufete er megen SSerrat^ Renten laffen; üon feinem trüber 5llef^

fanbro mufete er erleben, ba^ berfelbe einmol bie f^ranjofen gegen \i)n anftiftete; einer feiner ©öl)ne gcttelte 9?äntc gegen i^n an unb

!am

in ^aft; bie 9JZar! 5lncona, bie er

obert, üerlor er aud) roieber

ungetrübte^ ©lücf,

fämpfen ptte.

im

baf3 er nid)t

"iS^er ift

.tricge.

im Kriege

er*

9ciemanb geniest ein

fo

irgenbmo mit 8d)tt)antungen gu

glüctlid),

ber mcnige SBiberrt)ärtig!eiten

©lüdeö entläßt ber gele'^rte ^apft feinen Sefer. SSenn er ptte in bie ^ii'funft blicfen fönnen ober au(^ nur bie Äonfequengen ber üöllig un* befd)rän!ten ^ürftenmad)t übert)aupt erörtern mollen, fo märe

f)at."

it)m

9JUt biefer negatioen Definition be6

eine burc^gebenbe

2Sal)rnet)mung nid)t entgangen: bie

(^aranticlofigteit ber gamilie.

bie gleidjgeitigen 5lftro*

„2)a^ GJeftirn ^rance^co 8forgaö bebeutet einem

logen fagten:

^JDianne GJlücf, feiner fällig

©d)on

erf)ielten

fie

9lad)!ommenfd)aft aber SSerberben." ^u^

engel'd)önen, überbie^ forgfältig

unterlagen, al§

fie

red)t.

^ene

öielfeitig gebilbeten

Äinber

bieömal burd) bie %at\aä:icn

unb

9Jiänner mürben, ber gansen Slu^artung bes

fd)ranfenlofcn (Sgoi§mu§.

©alea^^o dTfc^einung,

9JJaria

mar

ftolg

(1466—1476), ein 3?irtuofe ber äufjeren auf feine fd)öne ^anb, auf bie l)ol)cn ^e*

folbungen, bie er be^ablte, auf bcn Ö3clbtrebit, ben er genoß, auf

oon ^mei 5!)iillionen ©olbftücfen, auf bie nam* f)aften Seute, bie i^n umgaben, unb auf bie 5lrmee unb bie üBogeliagb, bie er unteri^ielt. Dabei l)örte er fid) gerne reben, meit feinen <Bd}a^


44

(?tfter

unb

er gut rebete,

^Ib^cftiiitt.

am

t)ieneid)t

alkrfliefjenbftcn, tüenn er ettoa

einen üene^iQnifrf)en ©efanbten !rän!en fonnte^).

'jSnjtüijdjen

aber qah e§ Saunen mie

einer 5?ad)t

'^. bie,

j.

ein

3i"^^6^

mit Figuren ausmalen gu lajfen; e^ gab feiten gegen9?a^eftef)enbe ober

i^i

@raufam=

entfe^Ii(f)e

gegen ^eleibiger,

^. gegen ben

^.

Subooico ba "Sojjignano in ^mola ber, »regen üerle^en==

^^riefter

ber SSerfe gebnnben, nad) einget)olter ßrlaubnig be§ ^a|)fte5

nad)

Sampugnano

Xt)rannen gu beji^en:

ben Staat in

bie

fie

§änbe

bie gan?ie §errfd)aft

bract)ten if)n

an

unb

probuft,

bem man

3mmoralität üöllig naiü

;

nid)t

er juürbe n>a()rfrf)einlicf) :^ätte begreiflid)

Ann. veneti, Archiv, p. 216 sp. 221—224,

Malipiero, I,

ba§^

ü.Galeazzo Maria jinb im Arch. lombardo V, 1878 üeröffcntlid)t. ^Briefe unb ^rogefjfdjrift mitgcüon Slibt. Gnppelli, Arcb. stör,

ficf) f et)r

(s;^ara!ter=

roie

ein ^catur^^

^ei ber

tiefften

öermunbert

bie

eine

5[)ZitteI

fittlii^e

1

f)aben,

bes

^apfte? an

iDürbe

ii)n

feine Unfrf)nlb norf) nicf)t

ganje

'^ie

fud)t,

aber nid)t

t)rad)t

üon gel.

S^erant^

mögncf)fte 33er=

t)ienei(i)t feine i

5Jriefe

teilt

fid)

ma(f)eu mollen, bafs nid)t nur

stör, -)

pngt

böfc ©d)icffa(

fürftlict)e

gan^ böfe fein fann.

B^ede, fonbern auc^ für mortung ejriftiert; ja er njürbc VII,

unb

bamit lieber

crfrf)eint

il

einge!er!erten SfJeffen^)

bc§>

f^ran,5ofen

für bie

stör.

bamit

feiner 9KitteI*) erfd)eint er in bereu 5(nrt)enbung

roenn it)m jemanb

^)

lieferten

5(n biefe llfurpation

fict) rife.

aber bie tioHenbetfte

ift

figur biefer ßeit

um*) unb

feiner trüber, bereu einer, Soboöico

bann bie i^nteröcntion ber öon gan^ S^^^i^^^9JZoro

9ln^

[taub, f(i)ien er alle (£igenjd)aften eine»

SKoro, na(jt)^er mit Itberge^ung

'2)ec

an bereu Spi^e ©ioü.

(Einigen ^tjantaften,

irf)n)eifnng'^).

brea bi

mürbe 2) unb bejinnungsloje Wue=

gejd)Ieppt

SJlailanb

'i^xaqc norf) jiiv

freilict)

betoeifcn.

einmal unter*

(£ntfd)cibung ge*

j

gi-^iföti

in Arch. stör.

|

lomb. 31, 162

ff.

j

lomb.

ser. III, vol. 7,

141 sqq.

(Sjlurg III.

^)

9?gl.

*)

©. unten S. 62.

^)

SSermutlid)

ift

ber

«) \

i

'Soäu gel)örte auä), ba^ er SBer*

fd)kt)örungcn fingierte, bie gar nidit ejiftierten,

|

Unglüdlid)e

unb

bie .s^öfe fd)idtc

^-8erid)te

borüber an

unb

unbequeme

iljm

j

Don L. Moro ermorbet toorben,

nid)t

(i.

1883,

1,

SWagentn, J. Visconti, 553.

^aa

SOiail.

|

'

.'^onbolcnj^fdireiben

tjgl. ben d}a'= be^Moschoni 1481,

5iii^fti""cn t)erbäd)tigte, j

ogt.

raIteriftifd)enJVoll

Arch. lomb.

ser. III, vol. 8.

543 sqq.


meibuitg

allei;

Uener üor

aU

^luturteile

gelterib gema(f)t l)ab^n.

jtribut*) an;

e§ gern,

er I)örte

unb menn man

11

Moro In

if)n

befonbeve Jiugeub

qüxi^

^orce na()m er

jeitier poIitif(i)en

Christo in cielo e

eine

ber ^ta^

'3)en t)albmi)t()ifc£)en 9tejpe!t

tüie

wenn man

terra solo sa

il

einen frf)ulbigen

in ^loren^ fang:

fine di questa guerra.

in öiebi(i)ten al^ „loa^ren ^errn^talien^"

prie§. (£r be'^auptcte, in ber einen

ber anberen ben gerieben; er

lief?

^anb ben f rieg ^u

{)alten, in

feine Obert)errf(^aft in SDZüngen

nnböiemälbenbarfteltennnbüerfpottete auf biefen feine Öiegner; noii) 1496 rüf)mte er ficf): ^apft ^Ilexanber fei fein Kaplan, faifer

fein

^J^a^'

^onbottiere,

^önig üon g^ranfreicb

muffe, mie it)m beliebe-).

Mit

Äämmerer, ber

33enebig fein

fein t'urier, ber

ba

!ommen unb

gel)eu

einer erftaunlid^en^öefonnentjeit

mägt er nocf) in ber legten 9?ot (1499) bie möglichen Hu^gänge unb oerläBt ficf) babei, iva^ ii)m fö^re ma(i)t, auf bie ÖJüte ber

ab,

tarbinal 9(öcanio, ber

menfcf)Ii(i)en 9?atur; feinen 93ruber,

fie

im

öon

SJiaitanb au^äu^arren,

fid)

>r>eift

er ah,

ba

früher bittern ©treit gef)abt l^atten: „$flonfignore,

nirf)t^

für

erbietet,

l^aftell

ungut, ^uct) traue

— bereite

icf)

nic^t,

fjatte er fiö)

einen 9Jlann,

bem

Äommanbanten

^MU^t"

biefe „33ürgfd)aft feiner (Sporte,

ujenn ^i)x fö)on mein trüber feib"

einen

für ba^

^laftetl,

auägefud)t, §8ernarbino ba

er nieltble^, ftetö

nur ö^ute§

ertüiefen^*).

Derfelbe öerriet bann gleid)n)ot)l bie ^urg.

i^m Innern tüar ber 5Jloro bemü'^t, gut unb uiUUid) ^u mic er benn in SRailanb unb aud) in ß^omo nod) gule^ auf feine ^^eliebtf)eit re(f)nete; bod) t}atte er in ben fpäteren toalten,

^)

-)

stör.

Venetum,

Chron.

XXIV,

bei

'DJhuat.

nijfc

Col. 65.

3)

Malipiero, Ann. Veiieti, Archiv.

VII,

I, p.

492. 8Sg(.482.562. unb

ba^ gvofje 5Ber! üon 26onÜ5. ^cüjfier,

LouisXII

et

>

^ofumenten

finb.

jcbeu-^

mid) üieUeicf)t ben bamnligen öeban^^

!en Moros entfpred)cnb bei Senarega, «Oiuiat.

bie

tt)o I,

XXIV,

'S^arfteUung

Col. 567. bei

Conti

S8gl.

nodi

II,

206.

|

3. VII, VIII ^nm. ^elif jierg äat)Ireid)c ^i^eröffenttid)ungen ö.

Moros JHebe an benidbcn,

faU§ ovntorifd) niisgefdjmücft, lüertn '

Ludovic Sforza (1498 bis

1500) 2 SQbc, %ax\^ 1896, 97,

1498-1500 äujammeiiöefteUt

u.

bej^en'SJorftetbmg. üb. b.ital. SSer^ätt*

L. :

M. f oU beim (2d)eiben ben

Nos patriam fugimus dubia linquiraus arva.

gerufen I)aben: et

^-ßerö au'5*


46

(Siitet grbfdinitt.

^a^ren

(feit

U96)

angeftrengt, fo ba^

bie (Steuedraft feine§

man

8taate§ -übermäj^ig

meinte, er fammle bie (Srf)ä^e für

jic^

unb ä- 33. in Sremona einen angcfe^enen 33ürger, ber gegen neuen ^3tuflagen rebete, au§ lauter ßiüedmä^igfeit iu'^ge^eim

auf, bie

erbroffeln lafjen; aud)

Seute

burrf) eine ^^arre tüeit

reben mufste,

bem

er [xd) feitbem bei ^lubiengen bie

t)ielt

um

mit ii)m

oom

p

man

Seibe^), fo ba^

öer^anbeln.

jet)r

— %n feinem

laut

|)ofe,

glan^üoüften tion (Suropa, ba ber burgunbifd)e nid)t met)r

oor'^anben tüar, ging e§ äufserft unfittlid)

ber SSater gab bie

t)er;

jtod)ter, ber GJatte bie ©attin, ber 53ruber bie ©d)lDefter :prei§^).

3lUein ber t^ürft njenigftenS blieb

immer

tätig

unb fanb

fid)

aB

©ot)n feiner diäten benen öertüanbt, bie ebenfalB au§ eigenen

ben Öiele^rten, ^Didjtern, 9Jcufifern mit ben 5üten öertraut;

geiftigen ?[lüttetn ejiftierten,

unb Äünftlern.

mar

(Sr

felbft gelef)rt,

gtoei Iateinifd)e 9fleben, bie er ülö 6(fiät)riger öorgetragen, traben fid)

in feiner |)anbfd)rift er^alten^).

®r bebarf

nid)t be§ 3?uf)me§

ber gelel)rten ^Tcänner, bie in feiner 9?ä^e leben*), fonbern

Umganges unb

am

i()rer

Seiftungen.

®§

5lnfang fc^mal gef)alten murbe'^); aber Sionarbo

1496

rid)tig befolbet

biefem

.^ofe,

iporben

ujenn er nid)t

— unb tüa§

freitüillig

if)re§

möglid), ba^ 33ramQnte

ift

ift

bod)

bisi

^ielt i^n iibert)aupt

an

blieb? ^ie SSelt ftanb it)m

feinem öon allen bamaligen unb toenn irgenb etma^ bafür fprid)t, bafj in Sobü= öico ^oro ein t)öt)ere§ ©lement lebenbig gemefen, fo ift e§ biefer lange 'illufent'^alt beö rätfel^aften 9J?eifterö in feiner Umgebung, ^enn Sionarbo fpäter bem Sefare 58orgia unb i^xaxiif I. gebient offen tuie

üieUeidjt übert)aupt

©terblid)en,

^)

Diario

Ferrarese,

bei

^IJJurat.

\Uimncttt,

jpttcl)t

Memorie

storiche

j

XXIV, 2)

Col. 336. 367. 369.

Corio, Fol. 448.

fungcn

%ie

i

9JacI)toii--

!

biejc^3uftfltt'56^ ^inbbejonbcr»

suUa vita p.

35

sq.,

ecc. di

83 sq.

Liouardo da Vinci, "Dod)

I)at bie^e

28ir!Ud)feit nidit cjiftiert, ügl.

in

Giom.

j

fcnnttid) in

ben nuf

'i)J?aiIaub

stör. 29. 534, 37. 414.

belügt j

9?:t)eltcn

unb

:3ntvcibu!tionen

bei

Baidello. 3)

*)

^aii§ 1876,

(5.

beifen

einet

^fabcmic be§ Moro

Sonette bei 'Jvucdji 'I)ürf)

jd}reibt ß.Sl^iin^;

(1890) biejen gcvinge OHanbiuürbig^ feit SU.

f.

55 on

°)

Poesie inedite.

2)nftv5, Reclierches,

©. 82

\

(3.)


tjat, fo

mag

er anä) anbiefen ba§ au^ergeh)ö^nli(^e9?aturengc^

fd)ä^t t)abcn.

^on ben Söhnen war

beö

iia(^ feiner 'Jlürffct)r

^JDZoro,

öon ben (^ran^ofen gefangen toorben frembe Seute

^eftament

SSater aufgefegten poIitifd)en

mod)ten, ä^n(id);

fie{)t

er

n)ot)in er gefIot)en,

1500)

(?tpril

ruaren unb

fd)led)t er^^ogen

©tur§

bte na(^ feinem

au§ ^eutfd)Ianb,

nad)

fid)

p

nid)t

burc^

bem Dom

richten Der*

if}m ber ältere, SOJaffimiHano'), gar nid)t mef)r

ber iüngere,

mar

^rance^^co,

be§

tüentgftenö

?tuf^

fd)ronnge§ nid)t unfät)ig. 9JlaiIanb, ba^ in biefen ^^iten fo öiele

Male

unb babei unenblid)

bie ©ebieter wec^fette

titt,

fud)t fid)

iDenigftenä gegen bie Üieaftionen ju fid)ern; bie

im

^at)ve 1512

öor ber Strmee ber f)eüigen Siga unb lUajimilian

I.

ab5ief)enben

^ran^ofen werben bewogen, ber 8tabt einen Steöcrä barüber auö^uftenen, ha^ bie 'i)3Zailänber feinen Steü an i()rer ^Vertreibung

Mtten unb,

ot^ne Slebellion gu bege{)en, fid)

oberer übergeben bürften^).

©§

ift

einem neuen

(Sr*

aud) in poIitifd)er ^e§iet)ung

5U bead)ten, ba^ bie unglüdtid)e ©tabt in foId)en 9lugenbiiden beä Itbergangeg, gcrabe wie

^. ^cea^el bei ber ^Iud)t ber

5.

Stragonefen, ber ^lünberung burd) Ü^otten öon S3öfewid)tern (aud)

fet)r

öorne^men) anheimzufallen

3wei befonberö

pflegte.

unb burd)

wot)t georbnete

tüd)tige ^^ürften

üertretene ^errfd^aften finb in ber ^weiten Hälfte beö 15. ^af)X='

©on^agen oonSO^antua unb ber ^3JlontefeItro. ®ie öon^agen waren fd)on a\§ ^amilie giemlic^ einträchtig; e§ gab bei it)nen feit langer 3eit !eine getjeimen SUlorbtaten, unb fie burften i^re S^oten geigen^). ^ard)efe ^^rance^co ©ongaga "^unbertö bie ber

^)

Massimiliano Sforza e

glia deir Ariotta 1513, 6.

menti stör.

inediti

öüu

9^u§coiii inArch.

LombardoSeriell, voI.XII

V, Mil, 1885, 2)

91.

la batta-

Juni Docu-

p.

fasc.

1—17.

Söie inapp e§ manci)mal

bes Ludovico

Dante

mo

f)erging, le[)it

bejd)äftigten miniatore Giaco-

Bellanti 1464, ber übet einen Un^-

gibt,

unb

tenderia

om^ofc

Gonzaga

ein ^rief be§ mit ^Iluftvienmg eine«

terbeamten

Prato, im Archiv, stör. III, 298,

Ogl. 302. •)

!

la

flogt, ber it)m fein 'iBrot

refignicrt aufruft: i

secreti

Prima

in-

de l'Apocalissi che

natura sua (vostro fattoro).

5B.


48

©vftet Slbjc^nitt.

(1466—1519) uub

jeine @emat)Iin ^\abelia t)on ^fte (1474 biö

1539), üermä'^It jeit 1490^), jinb, fo toder eä bt^raeUen I)erget)ett

müd)te, ein itjürbeüolleg! uiib einiget (Sl^epaar geblieben nnb

^aben bebeutenbe uub !aiferüc£)en ^eibi)exxn

grücflid)e 8öt)uc, g-eberigo unb ben al§ unb Diplomaten berül)mt geiüorbenen

%exxante (^on^aga, erjjogen in einer ^eit, ba ^0(i)rDi(i)tiger (Staat oft in

aU

f^rance^co

unb

unb

S'ürft

xl)x

ber größten @efal)r

a\§>

Heiner, aber

]ä:))X)ehte.

Dafe

©onbottiere eine bejonberö gerabe

bamaB meber

rebU(i)e ^olitif t)ätte befolgen foUeu, tvüxbe

ber ^aifer, noci) bie fönige üon (^-ranfreid), noc^ SSenebig

^n

langt ober gar erwartet t)aben.

menn

er

(1509)

5. 95.

benen, bie

f)öt)nif(i)

öer==

if)m ftedt etroaS ^erci)d)e§,

\i)n bei feiner

^nternierung in Sßenebig

aB^Jiarfgrafen üon5)?antua begrüben, entgegen*

„^d) bin ^rance^co öougaga; ber 9)iar!graf oon 9Jfantua

ruft:

mein Sof)n unb unter it)m gebeil)t ^Jlantua lool)!." ®r fii'f)tte tro^ feiner Hinneigung ju gefa{)rbro^enben f^einben ^ta== lieng iüenigften§ feit ber <Bä)iad)i am %axo (1495), in meldjer er ift

fid^

^nt)rer be§ üene5ianif(f)en ipeere§ gegen .tarl VIII.

alä

ge==

tämpft nnb nad) ber 9Jceinung ber Seinen ben 8ieg baüon»» getragen ^atte, als italienifc^en Patrioten, fomeit e§ bie äöaffen* ef)re betraf,

mit.

(Sie

unb

teilte biefe

©efinnung and)

feiner @emat)Iin

empfinbet fortan jebe ^u^erung t)elbenmütiger Jreue,

oon ^^aenga gegen ^efare iöorgia, aU eine ©^renrettung Italiens. 8ie ift bann, fd)on in be§ ÖJe= rt)ie 5.

bie ^erteibigung

93.

iBtagfjiiülli,

Lettere iaedite di

gliaii e nello

artisti,

vicende politiche. Torino

,

9Äantua 1878 (nozze) S. 12; über« I)aupt eine intereifantc ^)

'2)as

iponbenj

Sammlung.

unb '

Archiv, stör.

Append. Tom.

ital.

;

II, j

p.

206—326,

mitgcteitt

üon

1893 nnb bie übrigen in

berbiejcmSBerfei»otanftet)cnbenSijle

unter

f^olgenbe au^i ber Äorrei^fabelleu^S, uebft "öeilageu,

Roma

j

Suäio^SRenier

fiujio

Taju

ge=

uod)

einen ^tufja^ Luzios e Arch. stör,

lomb. 35

b'?(rcü.

nnb

nannten ^ublifationcn. (ser. 4. vol. 10).

©.5— 103,

j

«g(. begjelben Delle arti et degli artij

fiel

di

Mautova.

^Jiant.

1857— 1858,

361—425 nnb

ba).

37

(ser.

©inen jc^r atimutigen

4 vol.

'iUuSäug

14).

gibt

j

nun

2 33be.

^-^gl.

iffierf ?t.

Su^io^at. Sicnier,

ba?- jcljr

miditige

g--

»•

^ejolb: ?üiS

bem

'iöriefrt)ed)jel

|

Urbino.

Isabella

Mautova

e

d'Este et Elisa-

betta Gonzaga nelle relazioni fami-

I

|

i

ber '»Fcartgräfin ^jobella

jaga im 5trd). ©. 385 418.

f.

ö.

©fte^®on^

Äultnrgef(^id)tc, 8.


5)ct

öoUfommenc

ma'^B gefunben 2;agen,

mel^r in ben ^^^ten feiner

ttodE)

fran'fnng, bie Leiterin ber^oliti! tf)reä Staate^

mal im offenen ©egenfa^ gegen bef(^rän!te

fie

ficC)

5l*onbention§fa(f)e,

muBte

it)r

fernung t)on

benn

fie

mar

i:^r

ha§

wax

^ompe§

bünüe

@nt=

i^r „tvie taufenb ^a^xe", fie

üon

if)ren

Sieben

$ßerf)ältni§; ^fabelta lie^ auä) tjier i^r ftar!e§

"äuä)

aB

äBittue ma:^rte fie Straft

unb

9?om

(gur

(Sigenmillen; mätirenb if)re§ langen 5tufentf)alt^ in

3eit be§ sacco) bef)iett

fie if)ren SlJlut

Unfer Urteil über

SSieler.

barum

mit Sucre5ia 33orgia tro^

8päter, nac£)bem ber @atte er!ran!te, änberte

Temperament malten

unb

316er

eine öortrefflid^e

„ialt" erfd^einen; bie lurge

5linb

(£r*

manrf)'=

in ber erften 3eit !eine

!annte !ein SSergnügen, Ujenn

freilid)

ftef)t

fonbern ^ergenöangelegen^eit, unb

Wann unb

fern fein mu^te. fid)

@{)e

(Sie

bie |)oc^äeit i'^reä S3ruber§

aufgeiüanbten

alleg

®ie

unb

feine 2(nfd)auungen.

nic^t auf ^olitü.

©attin unb Wluttet.

49

x^ebeÜQo üon Urbino.

§o[.

(Sd^riftfteller

unb mürbe

fie brau(i)t fi(^

bie S3ef(f)ü^erin

nid)t auf bie fünftler

gu ftü^en, welö^e ber fc£)önen ^ürftin

— üon

ber eine ^^reunbin 1502 fagte, „alle anbern grauen erfd)ienen i^r gegenüber

mie

ein'?fliä)t^" ,

i^re eigenen 33riefe fd)ilbern

i'^r9}läcenat reid)Iid) üergalten;

im§

bie unerfd^ütterlid) ru^^ige,

im

33eobad)ten fd)al!:^afte unb lieben^mürbige, gur Unterftü^ung feber !ünftlerif d)en 33eftrebung bereite

bemunbernbe f^rau narbo

Staffo

fanbten

tiinlänglid). it)xe

unb

ba^'

&xo\]e malir^iaft

SSembo, SSanbello unb 33er=

an biefen ^of, obfd)on er oft leer mar; 9nbo 9}Janugio,

5(rbeiten

Hein unb mad)tIog unb bie ^affe

ber ben 5tuftrag ^atte, jebe^ bei it)m erfd)einenbe äBer! auf

fd)önem Rapier unb in

Itjerrlid^em

mibmete

beren SSerftdnbniä

i^r (3d)riften, gu

(Sinbanbe fie

if)r

äusufd)iden,

einer ungemö:^n*

Iid)en gelehrten ^enntniä beburfte; 9(riofto entmidelte i^r guerft ben ^lan feine§ unfterbUd)en @ebid)t^. ^aum einer ber geit* genöffifd)en Siteraten, ©ele'^rten unb ^ünftter !onnte bem SSer* langen miber[tef)en, in ein brieflid)eä ober perfönlid)e§ SSerpIt^*

ni§ mit biefer ^ürftin §u

!ommen. ©inen feineren

Ärei§ al§ ben üon SJiantua gab e§ eben

feit

alten urbinatifd^en (1508) boc^ nirgenb§ mel^r, SSurd^arbt,

ftultur ber Wenaillance.

I.

11. Slufl.

gefelligeren

ber 21uflöfung be§

unb aud) ber 4


50

erfter 3lbf(i)nitt.

mar

ferrare[ifd)e

im

rt)ot)I 'f)ier

tu ef entlief) en

in ber ^unft

— aud^

baö SSeräeid)ni§

9}Jeifterin

übertroffen, nämlid)

mar ^fabella

©pegielle Sennerin

in her ^^reit)eit her SSemegung.

im

üon ^arfümerien

^erftellen

Sammlung,

au?gefu(i)ten

it)rer fleinen, i)öd)\t

jäumigen Äünftler unb i'fjre freubigen 5(u§rufe, jobalb fie einen neuen (S(i)a^ erlangt f)atte, tüirb !ein £unftfreunb o'fjue SSemegung lefen. Urbino befa^ in bem großen ^eberigo (1444 1482), mo(i)te

i'^re 5!J^a'^nf(i)reiben

an

bie

er

nun

ein ed)ter 9Jlontefeltro fein ober

nicf)t,

Ii(i)ften

Sflepräfentanten be§ ^ürftentumg.

l)atte er

üon feinem 9Jleifter

gu madjen

wax

SSittorino

Tu quoque

üollen ßufprucf) ge'^ört:

einen ber (S(i)on

üortreff»'

aU £nabe

ba ^eltre ben t)ert)ei^imgö*^ Caesar eris; biefem ^t)xe

bie Stufgabe feinet £eben§.

2(B ©onbottiere

Königen unb köpften no(i) erlangt '^atte ^ürftentum bi-'^ifeiö l^atte er biepoIitif(f)e^oraIitätber6onbottieren, an ber fie nur gur |)älfte f(i)ulb finb; al§ g'ürft feinet fleinen Sanbe§ be=

unb

ein foI(i)er blieb er bei feinen

nad)bcm

Sci'f)i^e,

^olitü,

bie

er

folgte

im £anbe gu

er fein

feinen

unb

öer§et)ren

ausroärtS biefeä

gewonnenen

möglirfjft

tüenig

(Solb

gu

be^*

35on if)m unb feinen beiben S^ac^folgern, ©uibobalbo

fteuern.

unb 3^rance§co 9Jlaria, l^ei^t e§: „fie erri(f)teten ©ebäube, be= förberten ben 5Inbau be§ Sanbe§, lebten an Drt unb ©teile unb befolbeten eine SJJenge 2eiiie; ba§ SSoI! liebte fie"^). SXber im Archiv

Franc. Vettori,

^)

Append. Tom. VI,

stör.

erftenmal f)crnueigegeben üon §. §oIt*

Über Vespasiano

§inger. Stuttgart 1894. '2)iefe§®ebi(i)t

p. 321.

Federigo in§befonberc:

imb Prendilaqua, Vittorino da Feltre, p. 48

Fiorent. p. 132 sq.

Vita di bis 52.

Filelfos 93iograpI)ie

3annoni per

ie

cbiert,

Deput. di

stör. patr.

prov. delle Marche

263—420.

(^-aft

öon &.

ift

1901,

5,

ber gange Sßanb über

500 (Seiten ber eben genannten

feltro,

id)on 1887tion2[.

1881 eine 9hi§gabe öorbereitete,

augfül)rlid)

©d)morfom,ber

onalqfiert

morben.

©in

anbere§ 2riumpl)gebid)t über Federigo (SSifion, wobei ber ®irf)ter

öon

einem ©(Ratten begleitet ift) to. Alex, de Florentia (nid)t ju ibentifijieren

9Ser*

mit A. Braccesi) 1487 ©uibobalbo ge*

Filelfo

gemib*

Santi, G. Federigo di

Monte-

mibmet, gab in grofjen 2lu§äügen @. 3annoni I)erau§ Propugnatore n. s.

öffentlirf)ung

met.)

mar jeit

duca

ift

di

Fr.

Urbino.

Cronaca.

^aä) bem ßob. Vat. Ottob. 1305 gum

vol.

III,

p.

1,

fasc.

13/14 (1890).


f^feberiflo

unb ©uibobalbo

51

tion Urbino.

unb organifierte^ ^unftmerf, fonbern auä) ber ^of, unb ^tvax in jebem ©inne. geberigo unterT)ieIt 500 5lö|)fe; bie ^of(^argen maren fo bolt^

nt(i)t

nur ber ©taat tüar ein

[tänbig mie laimx

n:)ot)Ibered)nete§

an ben §öfen ber größten

9]lonard)en, aber eö

tourbe nic^tä üergeubet, alle^ '^atte feinen Qtved unb feine

genaue ^ontxoUe. ,t)ier tvmbe ni(i)t gefpielt, geläftert unb ge^ prallt, benn ber §of mufjte ^ugleid) eine nxilitärifc{)e ©rgie'^ungS* anftalt für bie 6ö:^ne anberer großer Ferren barftellen, bereu iöilbung eine G()renfacf)e für bcn §er5og mar. ®er ^alaft, ben er

ficE)

baute,

mar

nid^t ber ^räd^tigfte,

aber üaffifd) burd) bie

SSoIÜommen'^eit feiner Stniage; bort fammelte er feinen größten

®a

einem Sanbe, lt)0 jeber üon i^nt SSorteü ober SSerbienft ^og unb niemanb bettelte, öollfommen fieser fü:^Ite, fo ging er beftänbig unbe^ maffnet unb faft unbegleitet. kleiner !onnte it)m ba§> nad)' ma(i)en, ba^ er in offenen ©arten manbelte, in offenem (Saale fein frugale^ 'Ma^ t)ielt, rt)ät)renb au§ £iüiu§ (gur g-aftenaeit au§ 9tnba(i)t§fd)riften) üorgelefen mürbe. 9In bemfelben ^ad}'' mittag ^örte er eine 35orIefung au^^ bem ©ebiet be§ ^Htertum^ unb ging bann in ba^ Mo\tei ber (Slariffen, um mit ber Dberin <Bä)a^, bie ber-ü^mte ^ibliot^el^-

am

er

fi(i)

in

üon !)eiUgen fingen gu reben. 5lbenb§ leitete er gerne bie Seibeäübungen ber jungen Seute feinet §ofe? auf ber Sßiefe bei ©. ^ranceSco mit ber ^errlicfien 3IuöficE)t unb faf) (Spra(f)gitter

genau gu, ba^ fie firf) bei ben t5öng== unb ßauffpielen öolüommen bemegen lernten. Sein Streben ging ftet§ auf bie pci)fte Seut* feligteit unb 3ugänglid)!eit; er befu(J)te bie, metd)e für if)n arbei^ teten, in ber Sßerfftatt, gab beftänbig ^lubiengen unb crlebigte bie 5InUegen ber einzelnen momöglic^ an bemfetben Stage. baf3 bie Seute, menn er burcE) bie ©trafen ging, unb fagten: Dio ti mantenga, Signore! ®ie ®en=» !enben aber nannten t^n ba§ Sid^t ^talien^^). ©ein ©o'Ein ©uibobalbo^*), bei l^o'^en (£igenf(f)aften üon

^ein SBunber,

nieberfnieten

XLV.

do Feretrio deque Elisabetha Gon-

'^)Castiglione,C!ortigiano,L.I,cap.2.

zaga Urbini ducibus, Venetiis 1530,

1)

3)

SSgl.

Petr,

aud) unten

(SEfitri

Bembus, De Guido, Ubal-

auc^ in

Bembos

2i8er!en,

§.

35. SSojel

4*


52

erftcr mbfd)mtt.

f ranf^eit unb Unglüd

aller 9(rt uerfolgt, :^at bod) gule^t (1508)

an feinen

feinen ©taat in fid)ere ^änbe,

S^Jeffen

beö ^apfteS ^uliu§

§uglei(^ S^epoten

SJlaria,

II.,

^rance^co

übergeben

!önnen, unb biefer tüteberum ha^ Sanb tüenigften^ üor banern^ ber gremb'^errfd)aft geborgen.

mit

it)el(f)er

biefe dürften,

^Dlerfroürbig

ift

bie ©i(i)er'^eit,

©uibobalbo öor (Jefare SSorgia, ^ran= X. unterbucEen unb flict)en;

ceöco SDlaria bor ben Struppen Seo§ fic

ffoben ba§> SSerou^tfein, ba^

33erteibigung gelitten red)nete, fo öerga^ er i'^m entgegentt)ir!ten.

feinften

^efelligteit

i{)re fRiicffeiir

um

fo lei(i)ter

Sanb buxd)

tüeniger ha^

ertt)ünf(f)ter fein rtjerbe, je

unb

fruc^tlofe

SBenn Soboüico Tloxo ebenfalls fo bie oielen anberen ©riinbe be§ ^affe§, bie ®uibobaIbo§ |)of ift aB "^otje (Bd)u\e ber !)at.

burct)

Saftiglione

SSalbaffare

gemad)t tüorben, ber feine (Sfloge

Stirfi

unfterblid)

(1506) üor jenen beuten

^u i^rem Sobc auffüt)rte, unb fpäter (1518) bie @efprä(i)e feinet ßortigiano in ben Ärei§ ber ^0(i)gebilbeten |)er§ogin ((Slifabetta

©ongaga) '2)ie

oerlegte.

Ülegierung ber ®fte in ^errara,

t)ält 5n)ifc^en

^itte^).

Wobena unb

Oieggio

©eroaltfamteit unb Popularität eine merttoürbige

^m Innern be§

^alafte§ ge^en entfepcE)e ®inge üor;

eine f^ürftin ^arifina mirb tnegen t)orgebli(f)en (£^ebrud)§ mit

einem

(Stieffo'fjn

^rin§en

flie"^en

Ugo entf)auptet (1425)^); e'^eHd)eunb unet}elici)e in ber ^rembe burd^

bom §ofe unb werben ami)

nact)gefanbte 9Jlörber bebro^t (le^tere^ 1471); bagu beftänbige

Komplotte 1556

I, p.

entI)äU u.

t)on

au^en; ber SSaftarb eine§ S3aftarbe§

529—624, a.

ben

aud)

in "Siiatogform,

53rtef

^)

über Guidobaidos Seben unb %ob.

Dbajio im Arch. vol.

y, 355

SU.

stör.

^inetti unb

lomb.

tüill

Mantova

bem e Ur-

bino 183.

be§ Fred. Fre-

goso unb bie 9tebe be§ Lod. Odasio

Über Lod. Odasio

£ujio==9ienier

1)ag f^o^QC^^e bef. nad) ben

nales Estenses bei 9J?uratori bent

(S.

Diario Ferrarese,

An-

XX unb

bei

SJJurat.

XXIV.

ser. III.

sqq. 0. '^atte aud) jc^on

2)

SSgl.

Bandello

Ugo

e Parisina,

I,

nov. 32.

9t.

©o*

Nuova Antolo-

auf Federigo bie £eid)enrcbc Qci)ah

lerti,

nur tianbjc^riftlid) erI)oIten i[t. ^ie Siebe auf Guid. bauerte eine ©tunbe unb fanb großen S3eifalt. 3SgI.

gia 1893 (3). Über LeoneUo: &. ^ar*

ten, bie

bi, |

Bologna 1904; über bie Este im (£. ®. öavbner, £onbon 1904.

allg.


®ie efte in gerrara.

einäigen te(i)tmäf5igen ©rben (ßrcole

"Den

reif3en.^)

(Sd)tufe biefet

SSaftarbe gegen

§tt)eter

i'^re

53

?5B!oIitöt.

§errjd)aft ent*

bie

I.)

Sragöbien ma(f)t baö Slomplott 93rüber, ben regierenben |)er5og

imb ben ^arbinal ^p|3oüto (1506), rt}elcf)eä beiäciten entbecft nnb mit Ieben§Iängüd)em ^exUx gebüßt tüutbe. ferner tft bie 3'i^'fölität in biejem ©taate '£)öcf)ft anSgebilbet unb 9tIfon§

muB

I.

e§ fein, fd^on meil er ber bebi;o()tefte nnter allen großen

unb mittleren (Btaaten i^talienä ift unb ber 9tüftungen imb '^Se^ feftigungen in tjotjem ©rabe bebarf StIIerbingg follte in gleid)em .

Wa^e

mit ber ©teuerfraft

Sanbe§

gefteigert

merben, unb

S3eleg für

ben

ber %at ein lidE)

9J?ar(f)efe S^iccolö III. (t

Söenn

moberne ©tabt @uropa§;

bie erfte

ift

guerft entftanben auf

fünftlitf)

9flefiben§öoI!; rei(i)e 3^1ü(f)tlinge

mürben

üeranlaßt,

fid)

Stllein bie inbirette

t)erbeigeäogene ^nbuftrie ein

au§ gan§ Italien, gumat t)ier

^ürft ühte

tt)ot)I

f^Io^

angufiebeln unb ^aläfte

SSefteuerung menigften§

einen eben nur nod) erträgticE)en @rab öon 51u§bilbung

®er

t)ier

ben SSin! ber g^ürften gro^e, regelmäßig t)ier fammelte \id) buxä) fongentration

ber S3eamtenf(i)aft unb

l^aben.

e§ in

(1497) in ber au^erorbent^

bafj

^auptftabt !eine Käufer mef)r gu öermieten

angelegte Quartiere;

§u bauen.

1441)

mürben aU

bie rafc^ mac^fenbe 33eböl!erung einen

gattum,

tt)id)tigeg

^errara

rentiner,

rei(i)er

tüirüicf) erreid)ten 3Sot)Iftanb abgibt, fo ift

errt)eiterten

h)aren^).

ber natürlic£)e SSo^Iftanb beö

ba^ feine Untertanen

n)ünf(f)te au§brücf(i(f),

anbere SSöÜer.

auct)

eine g^ürforge, wie

bei anberen itaUenifct)en G5eh)altl)errf(i)ern,

§.

muß

errei(f)t

bamalg and)

fie

bei ©aleaä^o

S3.

9Karia ©forga öor!am: bei Hungersnöten ließ er betreibe au^ ber ^-erne

!ommen^) unb

SUionopoI, 1)

Safj Ercolel jcinc 6Jemof)Hn ge*

i^m

itn

Ferrante

Seben

3hiftrag

üon

trad)te,

bargetan

t)ielt

menn ni(i)t be§ (SJetreibeä,

tötet f)abc, na(f)bem er erfunbet, jie

mie e§

teilte e§,

allein in geit)öf)nU(i)en ßßiten

üon

S3riibet§

ifjreiS

9?eopeI toirb

nad) al§

Suäio*9ienier,

beni fotfd)

Arch.

g.

ba§

bod) öieler anberen £eben§=

stör.

ba^

umfonft au§;

fd)eint,

er fid^ f(i)abIoS burcf)

lomb.

1890,

p.

380

(Z).

2)

Diario Ferr.

^)

Paul Jovius, Vita Alfonsi ducis

33.

1.

c.

Col. 347.

ed. Flor. 1550, aud) italienifd)

üonGiovanbattistaGelli.

gr^or.

1553.


54

etiler

mjd)mtt.

mittel: ©algfletjcf), ^if(i)e, grü(f)te,

an ben Sßällen üon ^errara

xinb

©emüfe,

®ie beben!Ud)fte (£innaf)me aber tüar ber

iät)rlicf)

leiteten auf

tt)el(f)e

forgfältig gepflanzt rt?urben.

bie

öon bem SSer!auf

neubeje^ten ^Imter, ein ©ebraucf), ber burd) gan§

Italien berbreitet mar, nur ba^ mir über f^-errara

3um S^euja'^r 1502 l^ei^t ^mter um gejalgene greife

unterri(f)tet finb.

!auften

i{)re

^aftoren öerjd/iebener

3trt,

§. 35.:

(salati);

am

beften

bie meiften

merben

3oneinnef)mer, '^omänenöermalter

9iici)ter unb jelbft ßapitani, b. l). Dberbeamte üon Sanbftäbten, einzeln angefü'firt. 3tl§ einer bon ben „Seutefrejjern", it)el(i)e il)r 9Imt teuer he^ai^U {)aben unb n)eld)e ba§ SSoI! f)a^t „met)r aB ben Steufel", mirb

(massari), 9Zotare, ^obeftä^,

{)er5ogIid)e

3:ito (3tro5§a

genannt, ber berüt)mte lateinifd^e

^i(f)ter^).

Um

ber^ergog in^erfon eineütunbe burd) ^errara gu mad)en, ba§ fogenannte Andar per Ventura, mobei er fid) toenigften^ üon ben SSo'^It)abenberen befd)en!en liefe.

biefeIbcSa'E)re§äeit pflegte

^oä) luurbe babei

nur S^aturalien gefpenbet. mm, tuenn man in gan§ Italien mufete, ba^ in ^errara ben ©olbaten if)r ©olb, ben ^rofefforen ber Uniüerfität ifjr &et)alt immer auf ben ^ag au§* beäa!)lt mürbe, ba% bie ©olbaten fid) niemals eigenmächtig am SSürger unb ßanbmann erf)oIen burften, bafe gerrara unein=

®er

(3tol5

fei unb münzten öolbeö

nel^mbar feine

!ein @elb, fonbern

be§ §er5og§^) tnar e§

ba'\i

liege.

im

Slaftell

ber fyinangminifter

9tebe;

(Summe

eine gemaltige

S3on einer ©d)eibung ber Waffen

mar

ge=

mar

§au§minifter.

gugleid)

®ie S3auten be§ 33orfo (1430—1471), ber fe^r pruntliebenb mar unb nie anber§ al§ in ©olbftoff unb gitmelen erfd)ien, ©rcole I. (big 1505) unb Stlfong I. (bi§ 1534) maren fet)r äat)Ireid) unb bemeifen eine gemiffe (5orgIofig!eit; bie Wla\\e be§ gu gleid)er Qeit

Stngefangenen mad)te bie 9tufrid)tung eine^ 9)lonumentaImer!g ^) {^'•"eilii^ i}tit Tito Strozza in ber munera curo 5tbjic!)t

üon

]{&)

NuUa

foId)c

Eingriffe

at)juit)el)ren

gesagt:

magistratus gestos milii sor-

dida labes Foedavit,

mundasque manus, dum

Publica, servavi

unb

Coel. Calcagninus Tjat

ben ^a§

be§ S8oIfe§ gegen ben ®id)ter betcd)tigt barjuftellen 2)

Paul Jovius

1.

c.

oB un-

t)erjurf)t.


"Die (Sfle.

Dtbnung

\inb 93ercd)nung.

unmöglidf).^) ?(Ifonfo

gemußt

ot)nel)in

mag öon

l^aben,

ba^

Slu^bilbung ber ^erfönl{d)lett.

55

feinen äterU(i)en Heinen SSillen

fie

ben ©reigniffen unterliegen

lüürben, iöeloebere mit jeinen fd)attigen ©arten,

rt)ie

Wontana

mit ben j(i)önen ^re^fen unb Springbrunnen.

©ie bauernb bebro^te fiage enttüicfelte in biefen f^ürften unleugbar eine grofee perfönlid)e 2üd)tig!eit; in einer jo !un[t== Iicf)en ©jiften^ tonnte fid) nur ein 53irtuoje mit Erfolg belegen, unb jeber mu&te ficE) re(f)tfertigen unb ernjeijen alg ber, ber bie ^errjc^aft öerbiene. i^^re S^arattere ^aben jämtUcf) grofee <Sd)attenfeiten, aber in jebem mar eitva^ öon bem, tva§> ha§ ^beal ber Italiener au§>mad)te. SSeId)er ^ürft be§ bamaligen (£uropa§

T)at

fidf)

fo je'^r

um bie

5atonjo I.? 2i3ät)renb

S. 33.

mit ber

reifte,

2(bji(i)t

g.

eigene Slusbilbung bemü'^t,

35. fieo

X.

alg ^arbinal bod)

tt)ie

nur

auf 3ei^ftreuung unb allgemeine SBelt*

!enntni§, bie S^orblänber aber

if)re italienifd)e Steife

nur gu bem

um ©pra(f)e unb I*ulturfd)ä^e be§ 2llter= tum§ burd) münblid^e Se^re ober bur(^ eigene^ 9(nfd)auen fennen §u lernen, ift feine Steife nad) ^ranfreid), Snglanb unb ben Stieberlanben eine eigentliche 6tubienreife, bie i^m eine genauere 5^enntni§ öon ^anbel unb ®ert)erbe jener Sänber eintrug. Sä ift törid)t, i^m bie 'S)red)flerarbeit feiner 6r'()oIungä= ftunben öor5u werfen, ba fie mit feiner 9)leifterfc^aft im ^anonen<= gießen unb mit feiner öorurteiBIofen Wrt, bie Weihtet jebeä 3rt)e(fe

unternaf)men,

^aii)e§>

um

fid^

gu ^aben, 5ufammenl}ing.

"Sie italienifd)en

dürften finb nic^t mie bie gleidjgeitigen norbifd)en auf ben Um" gang mit bem 3IbeI angemiefen, ber fid) für bie einzige bead)teng=' toerte

0affe ber SSelt t)ält unb aud) ben g^ürften in biefen ©ünfel ^ier barf unb mu^ ber ^ürft jeben tennen unb

t)inein5iet)t;

braud)en, unb ebenfo

ift

aud) ber 2lbel gmar ber Qjeburt nad)

abgef(^Ioffen, aber in gefelliger SSegie'fiung burc^auä auf per* fönlid)e, nid)t auf 5laftengeltung gei-id)tet,

moöon unten

weiter

gu f)anbeln fein wirb.

ift

^ie (Stimmung ber ^errarefen gegen bicfeg ^errfc^er^auä einem ftillen ©rauen, ouä

bie merlmürbigfte 3[Jtifd)ung auä ^)

^ie» nad) 25enturi ©.

14.


56

erjler mfd)nitt.

jenem

®emon=' unb aug ööllig moberner Untertanenlol^alität; bie per=^ SSemunberung fcE)Iägt in ein neue§ ^fli(f)tgefüt}l nm.

e(i)titaliemjd)en ©eift ber it)o'f)Iau§9efonnenen

ftration fönlid)e

^errara fe|te 1451

2)ie (Stabt SfJiccoIö

bem

1441 üerftorbenen ^-ürften

eine eherne Üleiterftatne anf ber ^iagja

©tabt

tierte bie

om

gleici)

;

bem SSorfo

be!re='

9(nfang feiner 9iegierung eine „mar*

xmb aB

er beerbigt mnrbe, \vai eä bem gangen SSoHe snmnte, „aU fei ©ott felber lüiebernm geftorben" '). ©egen bie t)eräogIi(i)en SSeamten jebocE) lf)errf(i)t ingrimmiger

morne

§a^,

5triumpt)[äule",

fo

'5)id)ter,

mit ben dürften fo vertrauter wie £ub. (Sarbone^), feine Sanb^Ieute gerabegu ju

ba^

felbft ein fo t)öfifd)er,

©in

beren (Srmorbung aufruft, §eim!et)r bemmgiert unb

nom

im

g^errarefe, ber

in SSenebig über 33orfo öffentlicE)

f(f)ted)t

5tu§Ianbe,

gerebet, mirb bei ber

(3end)t gu

SSerbannung unb

bon einem loi^alen ^Bürger üor bem Stribunal niebergefto(i)en iDorben; mit bem (Btxid um ben ^aB gef)t er gum ^ergog unb erfle!)t ööllige ©ütereiuäietjung

öerurteilt,

ia

beinat)e

tnäre

er

gab bann biefer SBorfall 'änla^ gu bem mipebig über ben ^ergog §u äußern"). bieg ^ürftentum mit (Spätem gut berfetjen,

SSergei'^ung. ^Bielleic^t

ftrengen Verbot, ttber"^aupt

ficf)

ift

unb ber ^ergog in ^erfon :prüft täglicE) ben g^rembenrapport, auf ben bie äöirte ftreng üerpflid^tet finb. S3ei 93orfo*) mirb bie§ nocf) in

SSerbinbung gebra(i)t mit feiner @aftfreunbf(i)aft^), bie

feinen bebeutenben 9^eifenben ungeet)rt iDoIIte §iel)en laffen; für ©rcole I.^) bagegen in SSologna

mar

e§ reine (Sid)ert)eit§maBregeI.

33entibogIio, mu^te bamal§, unter ©ioöanni an bem einen %ox einen ^^^tel

jeber bur(f)paffierenbe g^rembe

um

löfen, 1)

mieber

gum anbern

Diar. Ferr. bei 9Rurat.

232

146b. °)

u. 240.

SSqI.

3?entim 704

95ertoni 151

fg.

unb

bie bort

93arotti,

I,

aw

istoriche di

G3. 174.

§öd)ft

Jovian. Pontan., De liberalitate,

cap. 28. ^)

I,

9!)?er!rt)ürbigc

ßeugniffe für biefe

408 sqq. «)

Memorie

Lett. Ferr. 1792,

*)

@aftfreunbfd)aft Arch. stör. lomb. 21,

fg.

gefüt)rte Siteratur. ^)

t)inauggubürfenO-

XXIV,

ein Gpigramm auf biejc SSilbfäuIe bei Strozzii poetae fol. Col.

5(ud)

II.

')

Giraldi,

Hecatommithi, VI, N.l.

Vasari XII, 166, Vita di Mi-

chelangelo.


^ie

populär SSoben

(Sfte.

menn

tüirb ber ^ürft,

f(i)mettert,

günbet bag

menn

fjinburcf)

©rcole

einen ©innel^mer, ber

I.

fid)

(S(i)anben abfegt; ha

bollgejogen, mit

greubenfeuer an unb läutet bie ©locfen. 9Jiit rtjeit !ommen, mit feinem ^oliäei*

^^ol!

einem aber Ue^

93eamte plöprf) gu

er brüctenbe

luenn 23orjo feine erften unb ge{)eimften ^äic

in ^erfon üer^aftet,

lange ^at)re

57

unb 5Bcamten!ontronc.

^oliäei

e§ ©rcole gu

bire!tor ober tüie

man

i^n nennen

(capitaneo dl giustizia),

roill

©regorio B^^ip'i^^t^ (ober giampante) aug Succa (benn für (Stellen biefer 2lrt eignete fid) !ein (£in^eimif(i)er).

©ö'Eine

unb SSrüber be§ ^ergogg

feine 93u^en gingen

immer

gitterten öor biefem

in bie

^unberte unb Staufenbe

t)on

bem

S3on

Zutaten, unb bie 3:ortur begann fd)on üor

ben größten $8erbred)ernIieB

Sügen

burcf)

(Selbft bie

S3eamten;

SSert)ör.

er fict)befte(i)en unb öerf(i)afftei^nen

2Bie gerne f)ätten

bie t)eräogli(i)e S3egnabigung.

Untertanen bem^ergog 10000 Zutaten unb barüber beäat)It, rtjenn er biefen g-einb @otte§ unb ber äßelt !affiert {jätte; aber

bie

©rcole '^atte

if)n

gu feinem ©eöatter unb

gum

Saöaliere gemact)t,

unb ber ^ci^pöute legte ^al^r um ^ai)x 2000 ^u!aten beifeite; freilief) afe er nur nod) Sauben, bie im ^aufe gegogen mürben, unb ging

ni(i)t

mef)r über bie

bruftfd^ü^en unb ©birren. fettigen,

ha mact)ten

(SJaffe

©a

ot)ne eine (5(f)ar

üon 9lrm*

tüäre 3^1* geroefen, it)n gu be^

it)n (18. ^^uli

1490) gn^ei (Stubenten unb ein

getaufter^ube, bie er töblic^ beleibigt, in feinem ^aufe lüä^renb ber (Siefta nieber unb ritten auf bereit ge'^altenen ^ferben burcf) bie (Stabt, fingenb

:

„§erau§, Seute, laufet

pante umgebra(i)t." ^ie nact)gefanbte

aU

bie 9Jlörber bereite

langt waren.

aB

5lnbererfeit§

i)ahen ben

über bie na'^e ©renge in

S'Jatürlid)

(Sonette, bie

tüir

!

9]^annfcf)aft

regnete e§

nun

Qam^

!am gu

fpät,

©i(i)ert)eit ge^

^a^quille^), bie einen

anberen al§ tangonen. ift

e§ gang

im

©eifte biefe§'gürftentum§, bafe

ber (Souberän feine §o(i)ad)tung öor nü^Iic^en Wienern aud)

bem ^of unb 1)

3.

1888,

83. i>a§

gir.

beg Pistoja ed. gjcnier

62—67,

9«§ 1469 (16. 3rprü)

ber SSeööHerung bütiert.

ItJO

ber einjug be§

(3cE)eufaB in bie Unterwelt bejct)rieben

hjiib.

(tiber

hen 2:ob bz^ 3ai"po"te

intereffante 9Jad)rid)ten bei

n, 135

fg.)

Novacula


58

(Srfter 2I6fd)nttt.

unb SiatgeBer

S3orfoä ©e'^eimtat „re(f)te§ 9tuge",

Soboöico

tage fein Stribunal

unb

in Iiterarif(i)en 'S)mgen, fein

G^afella, ftarb, burfte

'Somenico begleiten,

<B.

^n

jebermann

n^eil aucE)

— „ber

S3egräbni§*=

unb

teine 93ube in ber ©tabt

jaal in ber Uniöerfität offen ftel)en;

nad)

am

fein

^ör*

follte bie £eic£)e

ber |)eräog mitäie't)en

bom §aufe @fte, ber gegangen" in fd)tr)aräem @e= hjanbe tüeinenb 'Ejinter bem ©arge t)er, f)inter i{)m je eine $8er= tüanbter ©afellaä öon einem ^errn bom ^ofe gefül^rt; 5lbelige tvüxbe.

ber 2at

einem Untertan an

f(f)ritt

er

erfte

bie £ei(i)e

trugen bann bie Seiche be§ S3ürgerlid)en

wo

^reuggang,

Seoniceno tifta

feierte

©uarino

offigielle

beigefe^t

fie

ber ^ix(i)e in ben

an§>

ber berül^mte

iDurbe;

S^iccolö

ben $8erftorbenen in einem &eb\d)t^).

t)ielt

eine italienifcf)e Üiebe^).

Über"f)aupt

'^aU ift

ba§

©emüt^bemegungen guerft ©taaten anfgetommen^). ^er Äem f)ier==

SJlitempfinben fürftlid)er

in biefen italienif(i)en

öon mag feinen f(i)önen menfd)Iic^en SSert :^aben, bie ^ufierung, jumal bei ben '2)i(f)tern, ift in ber Siegel gmeibeutig. ©ineg ber Sugenbgebid)te be§

bamaB

Urfarf)e biefe§ ^obegfalleS

neunse'finjäl^rigen 5Iriofto*), ber bie

ben Stob ber

nic^t fannte, auf

gert)if3

£ianora üon 5tragon, @emat)Iin be§ ©rcole unt)ermeiblid)en Strauerblumcn, mie

fie

I.,

enf^ält aufeer ben

in allen ^a'^rt)unberten

gefpenbet werben, fd)on einige böllig moberne S^Q^- »biefer Stobe^fall Ijahe ^errara einen ©(f)Iag öerfe^t, ben e§ in bielen öertüinben merbe; feine 3Bot)Itäterin

i^a^ren

ni(i)t

bitterin

im^immel gemorben, ha bießrbe

mefen; freüid) bie Sobeggöttin ©terblid)en mit blutiger (onesta) 1)

unb mit

©enfe

Leoniceno, SSerona 1892, S. 246

\.

N. L. lebte oon 1428—1524, öon 1464 an, alfo 60 ^aljrc lang in gerrara.

bi'Stjcr

Codro Urceo teilt

ungebrndte über

Oon SRdagoIa,

genatjt,

S5erfe be§

Casella p. 414.

@ebid)te bei Strozzii poetae.

mitgC' SInbete

tüürbig qe^

un^ gemeinen

nid)t roie

fonbern gegiemenb

fo freunbli(l)em 9tntli^, bafs jebe

SKitgeteUt tion 2). 33italtam, Nie.

6in paar

fei i'^r

fei je^t ^ür='

it)rer nid)t

5urd)t

öer«=

2)

58cvtom, 6. 151 nnb 236.

^)

6in früheres

Visconti, S. 12. *)

'SRandjxnal

33eiipiel,

Bernabö

i^gl. (£E!ur§

aU

IV.

Capitolo 19; in

ben opere minori, ed. ^olibori, ^lo* renä 1857, Vol.

I, p.

gia 17 beäeid)net.

245

sq.

aU

Ele-


®te

%e\inai)me be^ %ublxtum§ an

©ftc.

ifjrer

^omp.

2;rauer.

59

Slber mir treffen nod) auf gang anbere 5!}titgefüI)Ie;

fd)rt)anb." SfJoöelliften,

benen an ber ©unft ber betreffenben Käufer alleg unb tt)el(i)e auf biefe ®unft red)nen, ergät)Ien un§

liegen mufete

bie £iebe§gejd)trf)ten ber (dürften,

gum Steil bei bereu Sebgeiten^) aU ©ipfel aller ^n^

in einer äöeife, bie fpäteren ^a^rt)unberten

bamaB aU

bi§!retion, It)rif(i)e

babei legitim öermä^Iten Ferren, Stngelo

Soren^o

SJlagnifico,

unb mit befonberem

^oligiano bie beä

öioüanni ^on=

Slfgent

®a§

tano bie be§ ^tlfonfo öon ßalabrien.^) j.

bie größten 50^aler,

^. Sionarbo, bie SJiätreffen i^rer Ferren malten,

üon

^a,

t)armIofe $8erbinbli(f)!eit erj(f)ien.

®id)ter bebic^teten bie beiläufigen ^affionen i^rer ^o^en,

öerftefjt

fi(f)

felbft.

®ag

l^ürftentum wartete aber nid)t bie Sßer'^err^

eftenfifc^e

lid^ung burcf) anbere ab,

fonbern e§

t)erl)errlid)te

im ^alaggo (Sd)ifanoia oon 9iegentent)anblungen abmalen unb ©rcole S3orfo (ob.

©.56)

fid)

in einer

liefe fid)

felbft. Sfleil^e

feierte (suerft

1472) ben ^af)re§tag feinet 9{egierung§antritte§ mit einer $ro=' geffion,

bie auäbrüdlic^

gUd)en wirb; tag; mitten

mit ber be§ ^ronIeicf)namfefteä

$8uben waren

alte

im 3^9^

gef(i)loffen

marf(i)ierten alle

SSaftarbe, in ©olbftoff.

war an biefem ^ofe

wie an einem Sonn^

öom §aufe

©fte, aud) bie

^afe alle a}iad)t unb äBürbe

auSge'^e, eine perfönlid)e 2Iu§3eid)nung

fd)on

feit

1367,

tier*

üon

üom dürften

feiner (Seite

feit S^iccolö, ber

fei,

gwölf ^er^^

fönen gu ß^ren ber gwölf 2(pofteI gu 9?ittern gefd)Iagen f)atte^), üerfinnbilblid)t burd) einen golbenen ©porn, ber mit bem mittelalterltd)en 9?ittertum nid)t§ mel)r gu tun

gab

äum ©porn ejfur§ V.

1)

aSgl.

2)

Bajarum

lib. I

®o6

ducem

II,

Calabriae.

in biefem ©cbirf)t, ba^ in jel)r

beutlid)er

SBeife

fd)ilbert, tDeId)e

bie

2iebe§frcuben

Alfons bei ber Dru-

Bula geniefst, bie fd)eufelid)c Seele be§

5lragonefen

\i6)

(Srcole I.

bicjem ©ebiete ber ßJIüdlic^fte fein in Pontani Car-

mina, neue Stu^g. üon Solbati 260: ad Alfonsum

l-)at

nod) einen ®egen, einen golbgeftidten 9D^anteI

üetrate, ber oud) in

müfje, ftimmt ni^t; e§ tüerben öicl*

me^r

in ifjm bie

gtüdlid)en

©mpfinbungen be§

Siebfjaber^

au§gebrüdt,

ber in feinem Gntjüden meint, bo^ felb[t 8)

©Otter i^n beneiben. Polistore,

Col. 848.

bei

Tiuxat.

XXIV.


60

erfter Stbfdinitt.

unb

eine 2)otation, tvofixx ol^ne ^rtJ^ifel eine regelmäßige 5tuf*

roartung verlangt mürbe. %a§> SJZäcenat, mofür biejer ^of rüelt6erüt)mt getüorben

fnüpfte

fid)

an ben ^of* nnb

i^talieng gel)örte, teiB

(Staat^bienft; bejonbere

Opfer tüurben bafür faum gebrad)t. S3ojarbo

Sanbebelmann unb @p'f)äre;

ift,

teiB an bie IXniüerfität, bie gu ben üollftänbigften

al§> 2trioft

t)oI)er

get)örte al§ rei(i)er

nur in

burd)au§

S3eamter

anfing etma§ §u werben, gab

biefe

eä, tpenigfteng

wa^xen S3ebeutung, !einen mailänbifd)en unb !einen balb aud) leinen urbinatifd)en §of me^x, öon S^eapel nid)t ju reben, unb er begnügte fid) mit einer (Stellung neben ben 9JJufi!ern unb @au!Iernbe§ ^arbinaB^ppoIito, bi§i:^n in ber

fIorentinif(f)en,

?nfonfo in feine

'3)ienfte

na'^m. 2Inber§ lüar eg fpäter mit %ox^

quatoSaffo, auf beffen^efi^ ber §of eine tüa^re@iferfud)t geigte. (Sed^fteg

tapitel.

®ie ©cgttct bet ^t^tanniö* Gegenüber

biefer fongentrierten

^ürftenmad)t tpar jeber

Sßiberftanb innert}alb beg ^Btaate^ erfolglog.

%ie Elemente gur

immer auf=' unb ©eroaltübung gerid)tet. ®er Slbel,

^erfteltung einer ftäbtifd)en Slepubli! n?aren für ge§et)rt, alJe^

auf 9Jla(^t

politifd) red)tIo§,

aud) tüo er noc^ feubalen ^efi^

t)atte,

mod)te

©uelfen unb ©tjibelUnen einteilen unb foftümieren, fie bie f^eber am 93arett ober bie 33aufd)en an ben bie ®en!enben, toie ^ofen^) fo ober anber^ tragen laffen fid)

unb

feine S3rat)i al§

g.

S. 9)Zad)iaüeni2), mußten ein für allemal, ha^ SJlailanb ober „!orrumpiert" maren. ®§ tommen

'ülcapel für eine 3f?epubli! §u

lüunberbare ©erid)te über jene öorgebUd)en gmei Parteien, bie längft nid)t§

me^r aB

alte,

im

(Sd)atten ber

©emalt

am

©palier

gesogene ^amiliengepffigleiten tuaren, gegen beren S3efte^en ^rebiger, tvk S3ernarbino ba «Siena öergeblid) eiferten^), ©in italienifd)er ?^ürft,

meld)em Slgrippa öon

^)Burigozzi,imÄrch.stor.IlI,p.432. 2)

nod)

Discorsi

bem

I,

17

über

5!)loiIanb

2^obe be? Filippo Visconti.

^JJettegtjeim*) bie 3{uf^

3)

^45rcbigten,

*)

De

cap. 55.

©iena 1853, ©.

94fg.

incert. et vanitate scientiar.


®egnct bet

jrt)tanni§.

9fle[tc

bct ölten Parteien.

SSerjc^foöninflcn.

61

^ebung biejer ^arteten anriet, antrtjortete: i'^re ^änbel tragen Unb al§ mir ja bi§ 12000 ®u!aten 33uBgeIber jä^rlic^ ein! ÜHtdte^r Woto 1500 hirgen be§ ber mä^renb 33. im $5a^re ^. ^eil nat)en be^ in feine (Btaaten bie Öiuelfen öon 5:ortona einen franjöfifd^en .^peereä in i^re Stabt riefen, bamit fie ben @t)ibel== linen ben ©arauö ma(i)ten, plünberten unb ruinierten bie ^ran^

jofen gunäc^ft allerbingS biefe, big

^ortona

bann aber aud)

ööllig üertüüftet rt)ar^).

tüo jebe Seibenf(f)aft

unb

9(u(i)

bie

©uelfen

felbft,

in ber Ü^omagna,

jebe 9fJac^e unfterblici) toaren, Ratten

ben politifcfien ^n^att bolltommen ein= @§ gehörte mit §um poIitifci)en ^rrfinn be^ armen 3SoI!e§, ba^ bie ©uelfen {)ier unb ba \iä) gur <Bt)mpai\)ie für f^rantreicf), bie ©^ibettinen für Spanien öer^^flid^tet glaubten. @ine öolüommen reine ©eele l^ätte öielleid)t au(f) bamalä räfoniert, ba^ alle &emait bon ®ott fei unb ba% biefe dürften, toenn jeber fie guttüillig unb au§ rebli(f)em §er§en unterftü^e, mit ber ßeit gut tüerben unb i^ren gemaltfamen Urfprung ber^ 5tber öon Ieibenfc^aftti(f)en, mit f(f)affenber geffen müßten. (SJIut heQobten ^tjantafien unb ©emütern ift bieg nic^t gu ber* langen, ©ie fa'^en, mie fd)Ie(i)te ^rgte, bie Hebung ber £ran!* ^eit in ber SSefeitigung beg ©t)mptomg unb glaubten, menn man bie g^ürften ermorbe, fo gebe fid) bie ^reif)eit bon felber. Ober fie ba(i)ten and) nic£)t fo n^eit unb rtjollten nur bem all* gemein berbreiteten ^a^ £uft mad)en, ober nur eine 9!ad)e für ^amilienunglüd ober perföntid)e 33eleibigungen üben. @o tvie jene bciben 9'Jamen

gebüßt.

bie

§errfd)aft

cntlebigte, fo

unbebingte,

eine

ift

aller

gefe^Ii(f)en

(Sd)on SSoccaccio fagt eg offen^):

„(Soll iä)

ben ©etoalttierrn

^önig, f^ürft {)ei^en unb i^m Sreue betvatjxen

Dbern?

S^iein!

(biegen i^n ^alt, Sift

@§ 1)

!ann

benn id)

Prato,

er

f^einb

ift

beö

aU meinem

gemeinen SSefeng.

Sßaffen, SSerfc^tüörungen, (Spä'^er, hinter*

gebraud)en; ba§

gibt !ein Iieblid)ereg

p. 241.

(Sd)ran!en

auc^ ba^ 'Mittel bet ©egner ein unbebingteg.

im Archiv,

ift

ein '^eiligeg, nottt)enbige§ SBer!.

Opfer

stör.

III,

alg ^t^rannenblut." ^)

De

Hub ganj

casibus virorum illustrium,

L. II, cap. 5:

In superbos.


62

am

etfter mi(I)mtt.

6(i)Iu^ ber Sflenaiffanceseit jagt

©tratbt G^intljto

ät}n\x<S)

(Srauerfptel Orbecd^e gegen @nbe): angcnel)mcre§ Dpfertier für

Sletn

(Sott,

ein 2;t}rnnn, öernid)t tüte btefcr tvax.

3II§

®te emaelnen Hergänge bürfen un§ "^ter ntc^t bejd)äfttgen; 9Jiacf)iat)eni t)at in einem allbefannten f a:ptteP) feiner ®i^<orji bie antuen nnb mobernen SSerf(^n)öumgen öon bet gried)ijcf)en 2t)rannen5eit an bet)anbelt nnb fie nacf) i'^rer berf(i)iebenen Einlage unb t'^ren (El^ancen ganj faltblütig beurteilt. 9Zur gmei 53emer!ungen: über bie ?!)lorbtaten beim @otte§bienft unb über 5ntertum§ mögen ^ier

bie ©intüirfung beg @?^ tvax fa[t

anberSiDO

unmöglich, ber gu merben

t)abf)aft

h)o'^ibett)a(i)ten

aU

boltenbg aber tvax eine gange

anbem

geftattet jein.

©emalt^errfd^er

bei feierli(f)en firdigängen;

^amilie bei feinem

für[ttici)e

'änla^ beifammengutreffen.

ermorbeten bie ^abria«'

(So

nefen^) (1435) i^r Xt) rannen"^ au§, bie

(£t)iat>elli,

tDotjxenb eine§

^o(i)amteö, unb gtüar laut 5lbrebe bei ben äSorten be§ ßxebo:

Et incarnatus

est.

^Jiaria ^i§conti

^ergog ©aleaggo

morbet (oben

©. ß^ottarbo (1476),

fir(i)e

©forga in ber

imb £obobico

44),

ni(i)t

§ergog ©ioöan

9JlaiIanb tüurbe (1412),

Eingang ber

'':0laria

<S.

^iftorüer in

^n

am

5lird)e (5.

begrünbeter äßeife

ööllig

«Stefano er^

9}Joro entging, iüie ältere beri(i)ten,

einft

(1484) ben ®oI(i)en ber ?lnt)änger ber bermitmeten ^ergogin

S3ona nur baburd), ha^ er bie ^irc^e ©. Hmbrogio

anbere 2;ür betrat, als jene erwartet

^mpietät

babei

rt)ar

1)

Discorsi III,

ftclluttg spielt

L. VIII. cap.

er

6. itt

1 Ott.

aScrfdjtüörungen

tft

%üx gu bem

5tuf biefe

%ax'

ben storie

fior.

{3d)itberuttg jd)ott

fel)r

reit§

Liudprand III,

(tion

tiott

frü^c

eine 2iebt)atieret ber 3t<^{icner.

Germ., SS.

33e^

Stemoita, Mou.

264—363)

gibt ber=

gleic^eit tuetttgftettS untftänblid)er

trgenbein 3eitgettojje be§

bie SKörber ©aleaggoö

ni(i)t beabfi(i)tigt;

beteten nod) bor ber

aU

10.^al)rt)tiit*

bur(i) eine

@ine befonbere

"Ratten.

Zeitigen ber betreffenben

bertä;auybctnll.3at)rt).ift(bciBaluz. Miscell.I, p. 184) bie93efreiung?[)?eni*

naä

tjon bett ©arajettctt burd) bett t)cr*

beigerufeitett Sflortnattttett Sloger

beäeid)ncubcä

Stüd

b. braitiatif d)en

ottijd)ett 2)

ibid.

i^efper

Corio, fol.

biejer

3tu§fd)müduitg b. jtt

fol.

eitt

'Hü (1060), jijili*

ge}d)toeigen (1282).

333,

®ag

305, 422 sq., 440.

folgeitbc


®er ^rd)enmorb.

unb prten

^trrf)e

ber

nocE) bte erfte 9Keffe bafelbft. ^odf) tvax e§ bei

iÖerf(f)tt)önmg

SSJlebict

63

GinlDtrlung be§ ?IItettum§.

(1478) eine

ber

^0551 gegen Sorengo unb ©iuliano beg teilmeifen ^D^lifjüngen^, bai^ ber

llrja(i)e

üon ben

SSerf(i)tt)örern

gert)ät)Ite

Hauptmann ©ioüan

gut 9(u§füt}mng be§ 9JiorbpIan§ an§=' 5ßattifta

ha 9J?ontefecco

fi(^

^tvax

einem @a[tmaf)I öerbungen (jatte, ben SBoUgug im '2)om üon gloreng bagegen bermeigerte; an feiner ©teile öerftanben fic^ bann gmei ©eiftUd^e ba^u, „bie ber t)ei= ligen Drte geit)of)nt rtjaren unb fid) be^l)alb ni(f)t fcf)euten"^). 2Sa§ ba0 Altertum betrifft, beffen @intt)ir!ung auf bie fitt=* Ii(i)en unb fpegiell auf bie :poUtif(f)en ?^ragen no(^ öfter berührt tüerben mirb, fo gaben bie ^errfcE)er felbft ba^ SSeifpiel, inbem fie in if)rer Otaat^ibee fotüol)! aB in i^rem SSene'^men ba§ alte römif(i)e Imperium oft auSbrüdlicf) gum S^orbilb nahmen. ©benfo f(i)toffen fid^ nun it)re ©egner, fobaIbfiemitt'^eoretifcf)er 93efinnung gu 2Ber!e gingen, ben antuen S^t^rannenmörbern an. (£§ wirb fcE)tt>er gu beiDeifen fein, ba^ fie in ber ^auptfad)e, im ®ntf(f)IuB giir %at felbft, burd^ bieg ^ßorbilb feien beftimmt tüorben, aber reine ^t)rafe unb (3tilfad)e blieb bie ^Berufung für bie (Srmorbung bei

auf ba§ Slltertum

bocE) ni(f)t.

2)ie mer!tt)ürbigften 5tuffd)Iüffe

finb

über bie SJiörber @aIea§§o ©for^ag Sampugnani, DIgiati

unb

SSi^conti üortianben^).

9}lotiöe,

©ie

unb bod) !am ber

'fjatten alle brei

gang

:perfönH(f)e

au§ einem

(Sntfd)Iu^ öielleidit

all^^

^umanift unb £ef)rer ber (£Ioquen§, G^ola ^Jlontano''), "fjatte unter einer ©d)ar üon fe'^r jungen mai* Iänbif(^en Slbligen eine unüare SSegier nad) Ülu^m unb nad^ grof3en Staaten für ba§ SSaterlanb entjünbet unb mar enblid) gemeineren ©runbe.

1)

(£in

A. GaUus, bei TOuratori XXIII,

col. 282.

Gin genauer

95etic{)t

eine§

Propugnatore, 2)

Corio,

fol.

N.

S.

422.

I,

315—334.

Allegretto

3eitgenoffen über bie SSerjd)tt)örung

Diari Sanesi, bei 9JJurot.

ber Pazzi, Landucci p. 17 sq.

Col. 777.

longe btd)t

üctiorengeglaubte

(lamento)

auf

Srauerge*

ben %ob

Giuliano de' Medici 1478

%a§>

be§

öielteicfit

üon Luigi Pulci, aufgefunben unb üon ^. «^lawint, t)eröffentU(i)t

3)

etma

(Siefie

XXXIII,

oben ©. 43.

berjelbe, ber 1481 in glo-

renj I)ingerid)tet tourbe

unb beffen

confessione nod) t)anbfc^rtftlid) tjanben

ift?

Landucci

p.

39

u.

tior*

2lnm.


64

etftcr 2tbfd)nttt.

^Wd

gegen bie

bem

erftgenannten mit

freinng 9JlaiIanb^ f)erau§gerüdt.

(3ebanlen einer tarn er in

''Baib

SSe^»

^erbad^t,

mürbe auggemiejen unb mu^te bie Jünglinge i'^rem lobernben ganati^mu^ überlaffen. (Jtwa §eT)n ^age öor ber %at üer= fd)rt)oren fie fi(^ feierlich im Mofter ©. 9(mbrogio; „bann", fagte DIgiati, „in einem abgelegenen 'Siaum öor einem 33ilbe beg ^eiligen 5(mbrojiu§ er^ob iä) meine Singen nnb flehte it)n nm ^er i)immlifc^e (BiabU .t)ilfe für un§ nnb fein gangeg ^ol!". Patron

foll

bie Slat f(f)n|en gerabe

in bejfen £ircE)e t)alb

wie nad){)er ©. ©tept)an,

9?nn gogen

fie gef(^ie^t.

in bie (Sa(i)e t)inein, :^atten

noc^ öiete anbere

fie

im §anfe Sampugnani

i()r

unb übten fi(f) mit ®oIcE)fd)eiben im Ste(f)en. ®ie %at gelang, aber Sampugnani mürbe glei(^ üon ben 33egleitern be§ ^ergog^S niebergemac^t unb bie anbern %c\n SSerftorbenen legte eine gleic£)äeitige @rab* ergriffen. aHnäd^tlid^eg ^anptqnartier

ben 9Jiunb „^ier liege icE) gern, ein etoigeö ben gegenwärtigen imb tünftigen ^errf(i)ern, ba^ fie ni(ä)t'5 ÜbleS beulen noc^ tun." 58on ben ttberlebenben geigte ^i^conti 9fleue, DIgiati blieb tro^ aller Tortur babei, ba^ bie %at ein @ott n)ot)IgefäUige§ Dpfer gemefen, unb fagte nod), rüät)renb i^m ber genfer bie 33ruft einf(i)Iug: „5hmm bid) gu* fammen, ©irolamo! man toixb lange an bid) benUn; ber %ob f(i)rift

bie SBorte in

:

3Jier!§ei(i)en

ift

bitter,

ber 9tu()m emig!"^)]

unb 9{bfi(i)ten unb SSeife, mie

(So ibeal aber bie SSorfä^e fo

fd)immert bod) au§ ber

betrieben

tx)irb,

ba^

S3itb

5(rt

t)ier fein

mo(i)ten,

bie ^erfd)n)örung

gerabe beö t)einofeften aller Äonf:pira^

toren ^erbor, ber mit ber

grei'fieit

gar

nict)t§

gemein ^at: be^

^ie ^at)rbüd)er bon ©iena fagen au^brüdlicE), bie ptten ben (Salluft ftubiert, unb au§ Olgiatiö eigenem S3e!enntniä erhellt e§ unmittelbar^), "äuä) fonft werben

©atilina.

SSerfd)mörer

1)

5ßgL (Sjfurg VI.

2)

Con

Allegretto.

eigenen

et iniinitos alios sollicitare, infestare,

Studiare el Catelinario ^ogt

5Ran

93eri(f)t

üergteid)e in

bem

Olgiatis, bei Corio,

einen ©a^ mie ben folgenben: Quisque nostrum magis socios potissime

alter alteri benevolos se facere coepit.

Aliquid aliquibus

parum donare;

magis noctu edere, bibere, vigilare, nostra omnia bona poUisimul

ceri, etc.


©intoirfung be^ 2tltcitum5.

«Stobtpatron.

ah'iat),

hjenn

!ein fo einlabenbe^ 5[}lufter met)r

39ei

ben Florentinern,

fo oft fie fid)

rt)te

ber

^btal.

<Bo

btefe§.

Sfflebici

5tIamanno

ftellte

man an

entlebtgten

aB

ein offen

S^imicciniO

in

^at ber ^asji ber be§ bie (Seite unb beüagte if)r ber 9Jiebici im ^atjte 1494 na^m

einem Dialoge „üon ber f^rei^eit" S5rutu§ unb daffiuä ebenbürtig an 9^ad) ber FIn(f)t

SOhfelingen.

qe^

man öom ^Wed

ober entlebigen tüollten, galt ber Stt)rannenmorb

jugeftanbeneö

mit

^üt ba^

biejem fur(f)tbaren 'üamen tüieber begegnen,

tüir

{)eime £ompIottieren gab e§ eben bod),

65

ß^atilinartet.

bie

au§ if)rem ^alaft ^onateltoä 33ron5egruppe^) ber ^ubit{) toten ^oloferne^ nnb fe^e fie üor ben ©ignorenpalaft

bem

bie ©teile, hjo fpäter 9JJi(f)eIangeIoö '2)aüib ftanb,

i^nfc^rift:

exemplum

mit ber

@an§

salutis publicae cives posuere 1495.

man fid^

auf ben jüngeren 93rutu§, ber norf) hei ®ante') mit ©affine unb i^ubaö $5fd^ariot^ im unterften ©d)lunb ber ^ölle [tedt, meü er ba^ Imperium berraten. ^ietro ^aolo 95o§coIi, beffen 5ßerf(i)lt)örung gegen ©iuliano, ©iooanni unb ©iulio ^DZebici (1513) mißlang, 1:)aite im f)ö(i)ften ©rabe

befonberS aber berief

für S3rutu§ gef(i)tt)ärmt

unb

fict)

tvenn er einen ©affiuä fänbe;

öermeffen, i:^m naä)^uatimen,

aB

bann

foId)er ^atte fid) it)m

im

5tgo[tino

(Sapponi

^lerfer*),

eine^ ber micfitigften 5t!tenftücfe über ben bamaligen

(Seine

angefcf)Ioffen.

9fteIigion§5uftanb, geigen,

legten

9fleben

mit meld^er 5lnftrengung er

römif(i)en ^I)antafien n)ieber entlebigte,

um

cE)riftIid)

jener

ficE)

gu fterben.

(&in ^reunb unb ber S3ei(i)tt)ater muffen it)n berfid)ern, S. %iloma§ üon^tquino berbamme bie 3^erf(i)rt)örungen überhaupt, aber ber S5eirf)toater ^at in fpäterer S^it bemfelben ^reunbe in^ge^eim eingeftanben, (3. %^oma§ madje eine ^iftinltion unb erlaube bie SSerfcf)rt)örung gegen einen jtt)rannen, berfi(i)bem3Sot! ^)

3"er[t mitgeteilt »on &.

im Arch.

eint

18 (1886), \xä)

Wan^

2)

97.

^orf) fpnd)t

3)

in bicjcr (Schrift aud) gcfräniter

*)

(S^rgeij

p.

85,

Inferno

XXXIV,

65.

3tufgeäeict)netüonbem D^renseu*

gen Luca della Robbia, gebrudt Arch.

unb ber .^oß be§ 3IUf(oren* neuen (Sinbnnglinge

:

tinerä gegen bie

stör. I, p. 273.

$8gt.

Paul Jovius, Vita

Leonis X, L. III, in ben Viri

au§.

aSurd^arbt,

Vasari III, 251, 9Jote jut v. dl

Donatello.

stör. ital. 4. Ser. vol.

ffultur bct iRenailfance.

I.

ll.Muf..

illustres.

5


66

erftcr 2lbi(I)mtt.

gegen beffen SSüIen mit ©etüalt aufgebrungen. 1521 taten

SfJod)

eine

bie

fic^

gebrad)t

planten per imitare

unb

fi(i)

SBer!

geflüc£)tet fjaite, erf(i)ien eine n)a^rf(i)einHd)

preift;

fid)

bem 95rubermörber au§

ba^

^all,

alfo (tuenn aud) ireit*

SSergtei(^

^atrioti§mu§. Slnbere t)ahen aud)

mit 95rutu§ gebrau(i)t, unb ba^

angelo nod) gan^ fpöt @eban!en biefer

man mo"^! auä feiner meil

i^m ber

5!Jlorb

2trt

l)xet

9)licf)el*

felbft

nac^getjangen

t)ai,

SSrutu^büfte (in ben Uffigien) fdjUefeen.

wie

lie^ fie unöollenbet,

Jt)ie

ben

auf

unb

mit i^m üertüanbt getüefen, ungef(f)eut mit ^imoleon,

läufig)

nid^t,

al§ baö berbienftli(i)fte

er

bergleid)t

jelbft

fi(^

9lIefjanbro mirflicf) ein e(i)ter 5!}lebici

@r

antichii).

gli

ben ^ergog 5(Ie[fanbro (1537) um^

9Jiebici

%atf njorin er ben Sttjrannenmorb an

barf

6).

minbeftenS in feinem 2Iuf trage ö erfaßte Hpologie'') bet

e(i)te,

ben

oben ©.

gufammen,

in glorens einige Jünglinge

SSerj(i)lt)örung

9(B Sorengino

(SSgl.

aber

faft alle feine Sßerte,

ßäfar^ fo \d)tvei auf

getüife

ba§ |)er§ gefallen,

ba§ barunter angebra(f)te ^ifti(i)on meint. (Sinen 9}laffenrabi!ali§mu§,

er

tüie

\{ä)

gegenüber ben

neueren 5!)lonar({)ien au^gebilbet ^at, tüürbe man in ben dürften* ftaaten ber Ülenaiffance bergeben§ fucf)en. lieber einzelne prote^

mo^I in feinem ^nnern gegen ba§ ^ürftentum, aber

ftierte

fud)te biel el^er fid)

rid)ten

aU

man

t>orteiIf)aft

!ommen, mie bamalö

in 9f?imini (©.

p

ober

unter i^m eingu*

©§ mu^te

e§ mit bereinten straften anzugreifen.

fd)on fo roeit

^au§

leiblict)

35

fg.),

bi§ eine

in (^amerino, in g^abriano,

SSeböÜerung

man

regierenbeö

xi)x

bertiigen ober §u berjagen unternaf)m.

in ber Siegel §u gut, ba^

2luc^

nur ben ^exxn

föürbe. 'S)a§ ©eftirn ber Ülepublüen föar entfd)ieben 1)

(Sd)aeffer,

2)

3uerft

©. 225, Stnm.

1723

aU

Varchis ®e5d)id)tc, bann bei

brudt.

4.

?Int)ang

ju

9f{o§coe,

Vita di Lorenzo de' Medici, vol IV, 93eiIa0C

12,

unb

jon[t

tiicifacf)

gc*

er

162 sqq.

^ql

S.

XX,

243

sq.

Lettere de'

1577) III,

%

zino, SJZailanb 1891

n)ed)feln

im ©in!en.

Sßgl. bie SRelotion

Principi (ed Venez.

mu^te

fol.

gerrai, Loren-

unb Giorn.

stör.


Untergang ber freien ©tobte.

67

SScncbig.

(3tebente§ Kapitel.

®ie 9ltpnbliUm OJcncbig

nnt> fftorcitj.

(£m[t Ratten bie italtenifrf)en ©täbte in p(f)[tem

^raft

enttüirfelt, rt)el(f)e bie

6tabt§um ©taatema(i)t.

aB ba^ ftd) biefe ©täbte

ni(f)t§ tüeiter,

gu einer großen ^öberation

berbünbeten; ein ©ebanfe, ber in Italien immer

mag

er

im

beüeibet

&xabe jene (£§beburfte

tt)ieber!ef)rt,

einzelnen balb mit biefen halb mit jenen f^ormen

^n ben kämpfen

fein,

be§ 12. unb 13. ;^a'^r'f)unbertö

tarn e§ roirflid) ^u großen, friegerijci^ gewaltigen ©täbtebünben,

unb (Si^monbi (II, 174) glaubt, bie S^it ber legten Sftüftungen be§ Sombarbenbunbeg gegen SSarbaroffa (feit 1168) märe tüo^^I ber SlJJoment getüefen, ha eine allgemeine \iä) 1)ätie

italienif(f)e

fjöberation

Stber bie mä(i)tigeren ©täbte :^atten

bilben !önnen.

bereits (i:^ara!ter§üge entmidelt, meldte bieg unmöglid) ma(f)ten:

erlaubten

fie

fic£)

al§

§anbel§!on!urrenten bie äufeerften

gegeneinanber unb brückten 9(b'f)ängig!eit

nieber; ba^

einzeln bur(f)§u!ommen

i^jei^t,

unb beS

fie

5[RitteI

9'?ad)barftäbte inre(f)tIoye

f(f)rt)ä(f)ere

glaubten

am @nbe

(Spangen nid)t gu bebürfen,

bocf)

imb

bereiteten ben S3oben bor für jebe anbere @eit)alt!)errf(^aft.

aU innere kämpfe gtüifdjen ben SlbeBparteien unter unb mit ben ^Bürgern bie 6e'E)nfu(^t naä) einer feften 'Ste^ gierung wedten unb bie \<i)on üortjanbenen «Solbtruppen jebe ©ad)e um ©elb unterftü^ten, nad^bem bie einfeitige Partei*

®iefe !am, firf)

regierung fd)on längft ba^ brau(i)bar gu finben

gett)o'f)nt

allgemeine mar^).

bie ^rei'E)eit ber meiften ©täbte; "^ier

ober nur auf iut^e 3eit;

aber nur

i)alb,

lüeit bie

inneren SSebingungen für

fie

SSürgeraufgebot un='

®ie Sti^ranniS berfd)Iang unb ba bertrieb man fie,

!amen immer tüieber, bor'fjanben unb bie ent*

fie

gegenftrebenben Gräfte aufgebraucE)t lüaren. ,' ,

Unter ben Stäbten, bie

if)re

Unab!)ängig!eit beir)a"^rten,

gmei für bie gange @ef(i)id)te ber 9Jlenf(i)f)eit öon 'fjöd^fter SSebeutung: ^lorenj, bie (Stabt ber beftänbigen SSetüegung,

finb

^)

über ben legieren ^unft

j.

Jac. Nardi, Vita di Ant. Giacomini (Succa

1818), p. 18.

6*


68

(Srfter 9lbfrf)nttt.

un§ aud) Äunbe

bie

öon allen &ebanUn unb

^interlaffen ^at

9lb^

jic^ten ber einzelnen unb ber ©efamtt)ett, bie brei ^a^r^unberte

l^inburd)

an

bann

btefer SSertjegung teilnat)men ;

©tabt be§ jd^einbaren

unb beg

(Stillftanbeö

gen§. (Sä finb bie ftärfften Öiegenfä^e, bie

beibe finb rt)ieberum mit

SSenebig erfannte

nici)t§

fid) felbft

SSenebig, bie

poIitif(i)en (5d)n)ei==

beuten

fic^

unb

laffen,

auf ber SSelt §u öergleicf)en.

aU

eine n>unberbare, ge{)eimniö=

aU

öolle (Sci^öpfung, in ber no(f) etrt)a§ anbereg

9Kenf(f)enH:)i^

mirtfam gemefen. ©^ gab einen 9)lt)t^u§ öon ber feierUd)en ©rünbung ber Stabt: am 25. Tläx^ 413, al§ an einem

üon

ie{)er

an bem, mie

5tage,

bie Slftronomen metirfad) berechnet f)ätten,

bie ©tellung ber ©eftirne eine

um

am

gelegt fei

ptten

SJlittag

9Jl.

©rünber

alle

5l^nungen ber tünftigen ©rö^e

2Intonio ©abelüco, ber ba§ ©reigni§ in prä(f)tig

ftrömenben ^ejametern gefeiert ^at, @tabtn)eit)e öoll^ie^t,

©ro^eö rt)agen, bann

armen

5lltar,

aber

gum ^immel

gib @ebei!)en

menn

empor^)!"

Genethliacum Venetae urbis

ben carmina be^ 3SgI.

Ant.

fie

in

Sansovino Venezia citta nobilis-

Venetia 1581,

fol.

folg. ?lbfct)mtt

203. ift

ni(i)t

libri.

gür ben gon*

nod) bcjonbcrd

aB nif,

\o\<i)e^'^)

Gradenie bei Pertz, p. 4.

— ^ie

p

(£nbe beg

atque

alia-

1554, ju Oer^

ältefte tiencäion. dijxo'

Venetum et Monum. SS. VII,

6 »erlegt bie

®rünbnng

ber ^n*

felortc crft in bie Iongobnrbifd)e 3ßit

unb

Dom

bie

fpöter.

i^^n

9fliaIto

2)

flJigibt, bie

De

Venetae

panegiricum

lum

au§brüdlic^ nod)

anbern Onellen werben,

mie 3-

tueifen.

finb, fo

mit i^ren uralten

21, 56 genannt.

civitatis

cinft

Job. Diaconi Chron.

onf Johannis Baptistae Egnatii viri

rum gentium, ^ari^

umfonft

felbft erfd)ien

doctissimi de exemplis illustrium vi-

rorum Venetae

mir

mir nur öor einem

{)unbert Stempel bon 9J?armor unb

Sabellicus.

sima e singolare, descritta in 14 jcn

^riefter, ber bie

ba^ (3(f)mudfäft(i)en ber bamaligen SBelt.

®erfelbe (Sabellico fd)ilbert ^)

ben

je^t tnien

!

— ®ie ^nfelftabt

15. 3at)rt)unbert§ toie

läfet

rufen: „SSenn

unferc öielübbe

fteigen bir, o @ott, f)ier einft

m\b

f)eiUge ^reiftätte

35arbaren gerriffenen Italien. Spätere ^aben

in bie (Seele biefer t)ineingelegt;

gertjefen,

au§ ^abua ben ©runbftein

bamit eine unangreifbare,

9?iaIto,

bem bon ben

in

gang befonber§ günftige

bie Überfiebler

;5abre§jot)Ien 410,

urbis

carmen

inscribitur.

apparatu

quod oracu-


®rünbung.

58enebig.

'I)ie

69

©inmo^^ncr.

^u:ppelfird)en, frf)tefen Stürmen, in!ruftierten SJiarmorfajfaben, if)rer

unb

bie S3ermietnng jebe§

(Sr fü()rt

am

mo

gang engen ^rad)t,

mit

bte SSergoIbung ber

SSinfeB

fid)

un§ auf ben bid)tix)ogenben ^la^ üor

9?iaIto,

mo

®eden

miteinanber üertrugen.

bie ®efd)äfte einer SSelt

fi(i)

(3.

©iacometto

nid)! burd) lautet

9teben ober (Sd)reien, fonbern nur burd) ein öiel[timmige§

6ummen

wo

üerraten,

in

ben ^ortiten^) ringsum unb in benen

ber anftofeenben ©äffen bie 2Sed)fIer unb bie ^unberte öon

@oIbfd)mieben fi^en, über i^ren Häuptern £äben unb 9)iagagine

@nbe;

ol^ne

jenfeit^

üon ber

35 rüde befd)reibt er

ben grojsen

f^onbaco ber 'S)eutfd)en, in beffen fallen i^re Sßaren ru()en unb

Seute mo^nen, unb öor n)eld)em

ftet§ Sd)iff an ©d^iff Don ha roeiter aufroärtä bie Sßein* unb £)IfIotte, unb parellel bamit am ©tranbe, mo e^ üon ^acd)inen mimmelt, bie ©eiDÖIbe ber §änbler; bann öom Üiialto bi§ auf ben 9Jlarfuä= pla^ bie ^arfümeriebuben unb SSirtöpufer. ©o geleitet er ben Sefer bon Quartier gu Quartier big l^inau^ §u ben beiben £a§aretten, it)eld)e mit gu ben ^nftituten !)ol^er 3it)edmä^ig=' feit gehörten, bie man nur f)ier fo auggebilbet öorfanb. f^ür* if)re

im

Ä'anal liegt;

forge für bie Seute tvax überf)aupt ein Äenn§eid)en ber SSene== Sianer,

im ^rieben mie im

SSertDunbeten,

felbft

Kriege,

mo

i^re Sßerpflegung ber

ber feinblid^en, für anbere ein ©egenftanb

be§ @rftaunen§ mar. ^lU i^re politifd)en Stugenben tüerben öon

einem B^itgenoffen aufgegä^It:

©üte,

milbtätige

Unfd)ulb,

Siebe, f^^ömmigfeit, ^Jlitteib^).

^a§

irgenb öffentlid)e Stnftalt

t)iefe,

!onnte in SSenebig

ba^ ^enfion^tüefen tüurbe

fi^ftematifd^

ge^anb^abt, fogar in betreff ber ^interlaffenen.

9teid)tum,

fein äJiufter finben; aud)

:poIitifd)e

(Bid)er^eit

ben!en über

foId)e

unb Sßeltfenntni^ f)atten :^ier ba^ '>)}ad)'' ^inge gereift, '^iefe fd)Ian!en, blonben,

!urjgefd)orenen3) ßeute "Sie gauäc öegenb mürbe bann

meift ^)

burdf) bie

9ieubauten be§ beginnenben

16. 3of)r:^unbett§ tierönbert. 2)

roli

Alex. Benedictus,

De

rebus Ca-

VIII, bei ©ccatb, Scriptores,

II,

mit

bem

leifen

Col. 1597. 1601. 1621.

bebäd)tigen

SSgl.

Chron.

Venetum, muxat. XXIV, Col. ") Erasmi coUoquia, miles et thusianus.

26.

car-


70

erfter 9tbjd)mtt.

unb ber bejonnenen Siebe unterfci)teben fid) in %xa(i)t nur nienig öoneinanber; ben ^u^, befonberö perlen, {)mgen fie il^ren grauen unb 3!Jläbd)en an. 'SamaB war ©(i)ritt

unb

2luf treten

baä allgemeine @ebeit)en, tro^ großer S5erlu[te nod)

burcE) bie 3:ür!en,

glängenb; aber bie aufgefammelte Energie unb

n)a{)r{)aft

baä allgemeine SSorurteil @uropa§ genügten aud) fpäter nod),

um

Sßenebig

felbft bie fc£)rt)erften (5d)Iäge

lange überbauern ^u

laffen: bie ©ntbeching be§ (Seeix)ege§ naä) Dftinbien, ben ©turg

ber 9JlameIuden^errf(i)aft öon %t)pten unb h^n 5lrieg ber Siga

öon ßambrai^. SabelUco, ber au^ ber ßJegenb üon Siöoli gebürtig unb an

ba§ ungenierte Üiebemer! ber bamaligen ^t)iIoIogen gen)öf)nt mar, bemerkt an einem anbern Drte^) mit einigem ©rftaunen,

jungen

ba'^ bie

gar

fi(i)

9ZobiIi,

welä^e feine SJlorgenüorIejungen I)örten,

auf ba§ ^olitifieren mit ü)m einlaffen sollten:

nicf)t

in i^talien badeten, fprä(f)en

öon biefer ober jener SSetüegung unb erwarteten, antröorteten fie

mir

fie

„ttjenn id) fie frage tva^ bie Seute

alle

aber üon

mit einer (Stimme,

bem

tDÜ^ten nid)t§".

9Jian tonnte

bemoralifierten %eii be§ 5(beB tro^ aller ©taat^»=

inquifition mand)erlei erfa{)ren,

nur

nid)t fo tt)ot)IfeiIen£aufe§.

3m

legten SSiertel be§ 15, ^aijt^unbexi^ gab e^ Verräter in

ben

t)'ö(i)\Un SSel^örben'^); bie

^äpfte, bie italienifdjen dürften,

gang mittelmäßige ßonbottieren im ^ienfte ber S^epubli!

ja

Ratten

bem

Stat ber

bergen, ja

gum

ßitträger,

i:^re

e§ toar fo h?eit

S^eil

mit regelmäßiger S3efoIbung;

getommen, ba^ ber

^regabi

9ftat

ber ^et)n für gut fanb,

gu öer* nal^m an, ba^ Sobooico 9}Zoro in ben ^regabi

man

n)i(i)tigere poIitifd)e 9^ac^ri(f)ten

über eine ganj beftimmte ©timmenga^^I üerfüge. Ud)e 9tuf^en!en einzelner (S(i)ulbigen unb bie

ber 5tngeber frud)teten,

(§.

ift

S.

fe(i)äig

fc£)n)er

Zutaten

^)

Epistolae,

Malipiero, Ann. Veneti, Archiv,

V.

fol.

28.

stör. VII, I, p. 377. 431. 481. 493.

530. II, p. 661. 668. 679.

{)ot)e

ba^ nää)U ^eIot)nung

Iebenölänglict)e ^enfion) üiel

gu fagen; eine ^aupturfadje, bie Strmut

*)

lib.

Ob

— Chron.

venetum,

bei

muxat XXIV,

Diario Ferrarese,

SSgl. audt) bie ^Jotij

:

Col. 57.

ib. Col.

240.

Dispacci di Anto-

nio Giustiniani (glor. 1876)

I,

p. 392.


armen ©inlno^net. @runb bet

SSenebig. ©toot u. b.

Unerfct)ütterltct)feit

öieler Siiobili, Ite§ fid) ni(i)t :plö^li(i) befeittgen.

71

i^m ^at)xe 1492

betrieben ^tvei SfJobüt einen SSorfd)Iag, ber (Staat folle jä^rlid)

70 000 ®u!aten gut SBertröftung berjenigen armen Slbligen augtüerfen,

ft)el(i)e

!ein 3tmt {)ätten; bie (Sad)e toar na^je baran,

öor ben großen füat §u fomnten, roo erl^alten !önnen, eingriff

unb

ai§ ber 9lat ber

eine SJiajorität {)ätte

jie

3^^^

iiod)

gu red)ter ßeit

bie beiben auf Seben^geit nad) 5^icofia auf ©tjpern

Um

üerbannte^).

biefe 3^it tvuxbe ein

8oran§o

au§rt)ärt§

aB

^ird)enräuber ge:^en!t unb ein ßontarini tx)egen @inbru(i)§ in

Letten gelegt; ein anberer öon berfelben ^amilie trat 1499 bor bie ©ignorie t^abe

nur 16

unb jammerte,

er fei feit bieten ;3at)ren ot)ne SImt,

'2)u!aten ©intünfte

unb neun £inber, bagu 60 ®u= unb fei neulid) auf bie

!aten 6(i)ulben, öerftel^e lein ©efd^äft

©äffe gefegt n^orben. 9Jian begreift, ba^ einzelne reicE)e SfJobili Käufer bauen, um bie armen barin gratis n)o:^nen gu laffen. '2)er

^äuferbau

um

@otte§tt)iIIen, felbft in

ganzen diei^en, tommt in

2leftamenten al§ gute§ 3Ber! öor^).

^einbe 3Senebig§ auf Übelftänbe

biefer 5trt je*

ernftlid)e Hoffnungen grünbeten, fo irrten

fie fid) gleicf)*

SSenn

maU toof)I.

'Sflan

lid^ften

aber

!önnte glauben, ba^ fd)on ber

bem

ber auc£) fid^erte,

bie

©eringften einen

ba^ bie 5loIonien im

(3ci)lt)ung

reid)Iirf)en

be§ ^anbeB,

©eminn

ber Slrbeit

öftli(i)en SJiittelmeer bie gefäl)r*

Gräfte bon ber ^oliti! abgelen!t f)aben möd)ten.

ni(f)t

:poIitifd)e

©enua, tro^

äl^nli(i)er

@efd)id)te gef)abt?

erf(^ütterlid)!eit

Umftänben, bie

liegt fi(f)

ef)er

fonft

SSorteile,

bie

^at

fturmüollfte

©runb bon SSenebig^ Un*einem Bwfammenmirfen bon

'S)er

in

nirgenbä bereinigten.

Unangreifbar

bon jet)er ber au^roärtigen SSerpItniffe nur mit ber !üt)Iften Überlegung angenommen, ba§ ^axtei^ toefen be§ übrigen Italien faft ignoriert, feine Slllianäen nur für borübergef)enbe ßtoede unb um mögli(f)ft t)o{)en ^reiä ge* f(i)Ioffen. 'S)er ©runbton be§ bene5ianif(f)en @emüt§ wax baf)er ber einer ftoläen, ja beracf)tunggb ollen ^foUerung unb folgen al§ ©tabt, tjaiie e§

fict)

im Arch.

1)

Malipiero,

2)

Marin Sanuto, Vite

stör.

VII,

de' Duchi,

II, p. 691.

SSgl. 694. 713.

muxat XXII,

Col.

1194.

ii.

I,

535.


72

etftcr 2lbjd)mtt.

rid)ttg einer [taxieren ©olibarität

gangen übrigen ;^talien§ felbft blatten

bann

im

^^nnern,

bag (Seine

norf)

tüop ber

^n

tat.

^afe be§

ber ©tabt

alle (ginmo'finer bie ftärfften gemeinf(i^attlid)en

^^ntereffen gegenüber

ben tolonien fomo:^! aU ben 33eji^ungen

ber Serraferma, inbem bie S3euölferung ber le^teren (bag

Reifet

nnb »erlaufen burfte. ©in fo !ünftli(i)er 33orteit fonnte nur burd) 9iu()e unb ba^ füllte Qinixad)i im i^nnern aufre(f)t erfjalten werben gemiB bie übergroße 9}ie^r§a^I. ^ür S3erfd)n)örer tvax j(f)on beöf)alb '^ier ein fd)Ied)ter S3oben, unb hjenn e^ Hnäufriebene gab, fo mürben fie burd) bie 3:rennung in Stblige unb SSürger ber ©täbte biä 35ergamo) nnr in SSenebig tanfen

auf eine SSeife augeinanberge{)alten, bie jebe 9(nnä^erung fe^r erf(i)n)erte. S"nert)alb be§ 5lbelg aber roar ben möglichem) eife @efät)rlicf)en,

nämlid) ben 9?eid)en, eine ^auptquelle aller ^er^ it)re

großen

bie 2:eilnat)me

an ben

fd)ft)örungen, ber SDlüfeiggang, abgefd)nitten burcf)

^anbelögefd)äfte unb

9f?eifen

rt)ieber!el)renben

ftetg

fd)onten

fie

unb burd)

2:ür!en!riegen.

^ie

äommanbanten

babei, ja bi^tüeiten in ftrafbarer Seife,

t)ene§ianifci)er

6ato mei^fagte ben Untergang ber

unb

5[)?a(i)t,

ein

wenn

biefe 8cf)eu ber SfJobili, einanber irgenb tüe^e gu tun, auf lln*

foften ber öJererfitigfeit fortbauern iüürbe').

gab biefer grofie

SSerfe()r in

nebig eine gefunbe

Unb menn

ber freien Suft beni 9lbel öon ^e*

9fli(i)tung

9leib

unb

$5mmerf)in aber

im gangen.

©t)reig

bur(^au§ einmal (Genugtuung

begehrten, fo gab e§ ein offigielle^ Dpfer, eine 93e!)örbe unb legale Mittel ®ie t)ieliä{)rige moraHfd)e 9}?arter, meld)er ber

^oge ^ranc^co ^o^cari SSenebig unterlag,

nur in

ift

(t

1457) öor ben

t)ieneid)t

baö

Hugen üon gang

f(i)recEIid)fte

^^öeifpiel

biefer

möglid)en Ütac^e. ^er Ülat ber 3^^", ber in ein unbcbingteö 9?e(f)t über Seben unb ^ob, über

9(rifto!ratien

alle^ eingriff,

Waffen unb 5trmeebefet)l befa^, bie ^nquifitoren in fi(i) entf)ielt unb ben ^o§cari toie fo manä)en 3)M(^tigen ftürgte, biefer diai ber

S^^n tvuxbe

alljä^Hd)

bem ©ramSonfigUo, neu 1)

Chron. Venetum,

9J(ur.

öon ber gangen regierenben 5lafte, unb tvax fomit if)r unmittel== XXIV. Col. lOÖ.

geiüä^It


aScnebig.

^oUtijc^e ^rojejje.

faum öorgefommen fein, ba 5(IIein

i^r

baä 5(mt

bei biefen S03at)Ien

®auer unb

bie furje

ni(f)t

fe^r

73

ju ben ßonbottieren.

©ro^e Intrigen mögen

barfter Stusbruc!.

antn)ortIid)!eit

93ert)ältni§

bie fpätere SSer*

begef)ren^ttjert

mad)ten.

öor biefen unb anbeten t)encäianifcf)en 33ef)örben, mo(f)te

Xun

norf) fo unterirbifd)

bod) ber ed)te S^enegianer

unb getvaltfam

nicf)t,

fonbern er

meil bie Diepublif lange 5(rme Ijatte

plagen fonnte, fonbern

lueil in

unb

fein, flüd)tete fid)

ftellte fi(i); ni(i)t

ftatt feiner bie

f^amilie

ben meiften ^^ällen tüenigften^

nad) (55rünben unb nid)t aug ^lutburft öerfaJjren tüurbe. fpred)enber gall bafür

ift

nur

@in

ber be§ 5tbmiroB Slntonio ©rimani,

ber inegen feiner Steigerung, einem anbern ben Dberbefe()I gu

übergeben, atigeüagt,

anlegen unb

fid),

e^e er nad) 35enebig !ommt,

^ufe«'

öor ben ©enat bringen lä^V).

Überhaupt t)at root)! fein (Btaai jemaB eine größere moraIifd)e 9)?ad)t über feine 5(nge^örigen in ber ^erne ausgeübt. SSenn eö §. 5^. '^ex' räter in ben ^^regabi gab, fo tnurbe bie§ reid)lid) baburd) auf* genjogen, ba^ jeber SSene^ianer in ber g-rembe ein geborener eifen

fo

^unbfc^after für feine 9iegierung mar.

Äarbinälen in 9?om oerftanb e§

fid)

oon

S5on oeneäianifd)en felbft,

ba^

fie

bie S5er*

I)onbIungen ber gef)eimen päpftlid^en Sonfiftorien nad) §aufe

melbeten unb

fid),

ben ^äpften für bie Äarbinal ^omenico ©rimani He^ in

roo fie e§ fonnten, bei

Ü^epublif öerroenbeten.

ber 9lä^e üon 9vom (1500) bie ^epefd)en roegfangen,

it)eld)e

an feinen SSruber Soboöico Tloxo abfanbte, nad) SBenebig; fein ehen bamals fd)rt)er ange*

Sl^canio 8for§a

unb

fd)idte fie

üagter SSater mad)te bieg SSerbienft be^ ©of)neg öffentlid^ oor

bem

@ran==(SonfigIio, ba^

{)eifet

öor ber gangen SSelt geltenb^).

Sßie $8enebig feine (Sonbottieren \)k\i,

gebeutet tuorben^).

1)

Col.

VII,

unb

I, p.

175. 187 sq.

a. a.

183 a sq. 189 b sq.

Chron. Ven.

1.

c.

D.

Über A. Gr. Egna-

jein fpötere^ ©(f)idfol ügl.

Col. 166.

ift

oben (©. 24)

e^ nod) irgenbeine befonbere

XXIV.

Chron. Venetum, mux.

123 sq. unb Malipiero,

tius fol. 2)

^enn

^)

®er

Dcnet.

an^^

@a*

Senat geroä^rt (1495)

jebem ber 5 Sinber feinet ^eex\üijxex^ Rodolfo Gonzaga 1000 '2)ufaten \ä^x\. ^enfion, ebenfoüiel ber 3Bit>DC (Conti II,

145 2lnm.).


74

©rfter 9lbid)nitt.

rantie i'^rer Streue jucken moHte, jo fanb e§

in i^rer

fie etttja

großen Stnga^I, tve\d)e ben SSerrat ebenfofel^r erj'd)tt)eren, aU bejfenßntbedung erlet(f)tem mu^te. S3eim ^nblid öenesianifd^er StrmeeroIIen fragt

man

fid)

nur,

bei fo bunt äufammen=»

ix)ie

ge Jetten (S(i)aren eine gemeinfame 3t!tion möglid) gemejen?

^n

berjenigen

1495

öon

Krieges

beö

15526

figurieren^)

^ferbe in lauter üeinen Soften; nur ber ©ongaga üon SJZan^

baöon 1200, ©ioffrebo SSorgia 740; bann folgen fed)§ ^Infüfirer mit 700—600, ^etju mit 400, §rr)ölf mit 400 bi§ 200, ettüa öierge^n mit 200—100, neun mit 80, fed)^ mit 60 biä 50 uftD. @^ finb teiB alte öenegianifcfie Sruppenförper, teü§ foId)e unter t)eneäianifd)en (Stabtabligen unb fianbabligen; bie meiften 9Infü]^rer aber finb italienifct)e dürften unb 8tabt* l^äupter ober SSermanbte üon folc^en. ^a^u fommen 24000 tua

tjütte

Wlann

3;nfanterie, über bereu 93eifc£)affung

bemer!t

unb ^ü^rung

nebft ireiteren 3300 Sßlann

hjirb,

fonberer SBaffengattungen.

^m

maren

f^rieben

ni(f)tg

be*

tt)a'^rfd)einlicf)

bie

©täbte

ber ^^erraferma gar nid)t ober mit unglaublich geringen ©ar«»

nifonen befe^t. SSenebig üerlie^ mot)I aber auf bie nadf)

G:in[i(i)t

ber jämmerlid) öerlorenen

bello (14.

^ai

ber

©etoalt

ßambrat)

tüar, beiläufig gefagt, (5Jefd)rei§

über

bie

Slnbere

1.

c.

VII,

I,

p. 349.

58eräctd)mjje biejer Slrt bei

§um ^einb Unmut unter bie

"Siiefer

ha§ 9?efultat eine§ l^unbert* SSenebigä.

Seute, bie

ifjxex 2)

9lnfi(i)t

di sudditanza

1483),

bei

Guazzo,

red)*

unterworfenen

©tobte ber Xreue entbunben unb

435—438 (öon

151 sq.

törid)ten,

IBafe SBenebig bie

mäc^tigt ijobc,

fol.

altge*

trieg ber ßiga oon

Marin Sanuto, Vite de' Duchi, Wlnt. XXII, Col. 990 (tiom S- 1426), Col. 1088 (üom S- 1440), bei Corio, fol. Historie,

^yu*

über*

3^et)Ier allgu fluger

aud) i^ren ©egnern !eine nad) Malipiero

ober Signa*

S5ergröfeerung§fud)t

£e^tere§ beging 5utneilen ben

1)

fo erlebte e§,

toeid^enb,

^errfd)aft gurüdfe^rten^).

jä'^rigen

unb

<Bd)\aii)t bei SSaila

gegangen maren, o^ne fonberIid)en tt)ot)nte

gerabe auf bie ^ietät,

1509), ba^ bie ©täbte be§ §eftlanbe§, bie

allerbingö,

närf)ft

ni(i)t

fidf)

feiner Untertanen;

übergeben,

ift

fid)

bem

er=

^^einbe gu

eine biftot. ^^obel.

SSgl.

9J?anfren, Del pretenso scioglimento

dope

Agnadello im Arch.

la battaglia di

veneto

1872.


SluStüärttge *ßoIitif.

aSencbig.

nung§iT»ibrigen (Streiche guttauen moHen^).

mi§mu§, ber

man

l^atte

ben

üielleid^t

einft bie

75

©totiftif.

3(rifto!raten

am

^n

biefem Opti»»

et)eften

eigen

ift,

9tüftungen äJlo'^ammeb^ II. jur ©inna'^me

SSorberettungengumBugeÄarlS VIII.

öon^onftantinopel,

ja bie

ööllig ignoriert, bi§

ba§ Unernpartete

bocE) gej(i)a'^2).

(Sin joIcE)eg

öon ßambrai^, infofern fie bem flaren i^ntereffe ber ^auptanftifter, Submigö XII. unb ^u* liuö' II., entgegenlief, ^m ^ap\t toar aber ber alte ^a^ öon gang Italien gegen bie erobemben SSenegianer aufgefammelt, fo ba^ er über ben ©inmarfd) ber ^^i^emben bie 5(ugen frf)IoB, unb lt)a§ bie auf $5talien be§üglid)e ^oliti! be§ Äarbinalö 5tm* boife unD feinet £önig§ betraf, fo tjätte SSenebig beren bö§== artigen S5löbfinn f(f)on lange aB folcEjen erfennen unb fürd^ten foHen. '3)ie meiften übrigen nafjmen an ber £iga teil auö jenem SfJeib, ber bem 9?ei(^tum unb ber 9J?ad)t aU nüpc^e 3u(^trute gefegt, an fic^ aber ein gang jämmerlid)e§ ®ing ift. SSenebig ©reigniö

mufete

mar nun aud)

fid)

mit großer

bie Siga

gtüar augenblicEUd) untertüerfen, üerftanb eö aber @ef(i)ic!Ud)!eit,

firf)

balb

gum ©d^aben

feiner f5^wt)e

tüieber äu er^eben^).

©ine Müi^t, beren ©runblagen feit

unb

ttjaren, lie^e fid^

gar nid)t ben!en o{)ne eine großartige Über==

beö ©angen,

firf)t

aU ben

mo'^I

eine beftänbige SSilang ber Gräfte

o'fjue

ber B^^ö^iiiß unb

Saften,

(5Jeburt§ort ber

Stbna^me.

mobemen

bürfen, mit it)m bieneid)t ^loreng h)idetteren ^)

tijd)e

Iid)e

italienifc^en

titencid)t äucryt,

bo^

ba^'

poü=

iRad}ebebütfni§ au(^ bie beut*

Stimme

be§ eignen ^niexe\\e§

2)

Malipiero

')

'35a§ in SSenebig allein

Italiae

1 i

be

r t

c.

a

t

VII,

i

s

I,

p. 328.

antiquae

imago

rüi)mte Galateo in feinem 93ud^

est,

De

fid)

mad)en

^er

£el)n^ftaat

educatione (b'2(ncona, Studj

£ob

'S)a§

unb

in 5tt)eiter Sinie bie ent*

ift

be^

p. 68).

freiließ tiereinjelt, finbet

aber fein ©eitenftüd in einer Stpo* t^eofe Tizios: splendidissimum sidua

Republica tam

übertäuben !önne. 1.

unb

95enebig möd)te

©tatifti! geltenb

f^ürftentümer.

Guicciardini (Ricordi, N. 150)

bemerü

beren ^ätig* ^ä)aup\a^ auSgebe^nt

fo tompligiert,

i^ntereffen auf einen fo meiten

insignis, tarn nobilis

memoranda.

(Sr

rü^mt

befonber^ be^rtjcgen,

toeil

tarn

bie

©tobt

fie

feine

3:t)rannenbefi^e. ^iccolomini ©.126. 31.

1.


76

erfter Slbfc^nitt.

WiitelaUex^

bringt :^ö(i)ften§

licfien 3'led)te

unb 9^u|bat!eiten (Urbarien)

^robuÜion oB einefte^enbe ift,

fo

lange e^

n)al)rf(i)einlid)

unb

auf, 'ma§> fie annäf)erung^rDei|e au6)

mefentlid)

um

üon

®runb unb SSoben

f)anbeU.

an

i^re

aB

eine t)öd)ft beh)egli(i)e erlannt

früt)e

|)anbet begog,

^robuüion,

banac^ be()anbelt, allein e^ blieb ber §anfa

— bei einer

|)eere, politifdier (Solt

bie \\ä) auf S^ibu^

felbft in

^rud unb

ben

flotten,

©influ^ famen einfad) unter

«Staaten bereinigen

italienifd)en

unb

ben SBIütegeiten

einfeitig fornmergiellen SSüang.

unb |)aben eine^ !aufmännifc^en ^auptbud)e§ gu

©rft in

fürft=

f)erüor; er fafet bie

gegenüber f)aben bie ©täbte im gangen Slbenblanbe

'2)iefem

ftrie

jid)

ber

@efamtöetäei(i)niffe

bie

fid^

ba§>

fielen,

^onfe=

quengen einer üölligen poUtif(i)en S3eit)uBtt}eit, ba^ ä^orbilb mot)ammebanifd)er Stbminiftration unb ein uralter ftarter S3e=

^anbeB felbft, um eine n)al)re ®er unteritalienifd)e ^^^"Ö^ftfi^it Äaifer f^riebricf)^ II. (©. 4 fg.) mar einfeitig auf Äongentration ber 9J?acf)t gum ßmede eine§ tampfeö um ©ein ober 9'lict)t^ ^robuttion unb be^

trieb ber Statifti!

gu begrünben^).

fein organifiert getnefen.

^n ^enebig bagegen

finb bie legten

Wad)t unb be§ Seben^, äöeiterbilbung be^ üon ben SSorfa^ren ©rerbten, Slnfammlung ber gett)innreid)ften ^nbuftrien unb Eröffnung ftet§ neuer 5lbfa^roege. ^ie Tutoren fpre{i)en fid^ über biefe '3)inge mit größter Btüecfe öienu^ ber

Unbefangenheit au^^). SSir erfahren, ba^ bie 33eoöl!erung ber ©tabt im ^a^re 1422 190000 Seelen betrug; öielleicl)t ^at man in i^talien Ijerben,

^Seinen

am

frü^eften angefangen, nic^t mel)r naä) ^euer^ 2öaffenfäl)igen,

narf)

gelten

tonnten u.

nad)

bgl.,

folc^en,

bie

auf

eignen

fonbern nad^ anime (ober

bocche) äu 5ät)len unb barin bie neutralfte 33afi^ aller weiteren

um

bie=

felbe 3eit ein 33ünbni^

mit 35enebig gegen f^ilippo Waxia

S^iö'=

conti tt)ünfd)ten,

man

33ered)nungen auäuertennen.

i)ier

tt)ie§

fie

31B bie f5lorentiner=*)

einftroeilen ah, in ber flaren,

burd) genaue ^»anbeBbilanä belegten Überzeugung, ba^ Vite de' Duchi di Venezia, SÖiurat.

ejfur^ XI.

1)

SSgl.

^)

SJorjüglid)

Marin Sanuto,

in

ben

XXII. passim.

')

ej{ur§ VII.


^opulation^ftatiftif.

aScncbig.

lebet ^tieg

ätt)ifc!^en

'I)a^

©oU unb

77

|>a6cn.

5ßatlanb unb SSenebig, ba§

l^eifet ^tt)ifd)en

9I6ne^met unb 35er!äufer eine Xor^eit jei. ©(f)on toenn ber ^er^og nur jetn ^eer üerme^tte, jo merbe ba^' |)er5ogtum lüegen Sofortiger (£rf)ö{)ung ber Steuern ein f(i)Ied)terer £on^ fument. jiebeln

man

33effer fie,

beö freiftäbtifd)en £eben§

unb bringen

gett)ot)nt,

%a§

bie ffiebe be^ fterbenben

„bann

^u un§ über

©eiben= unb SSoIttoeberei mit,

il^re

brängten Sucd^efen getan "^aben". ift

unterliegen,

laffe hie ^^^orentiner

roie bie be*

9}ierfioürbigfte aber

^ogen 9Jiocenigo (1423) an einige !ommen lie^^). (Sie entpit bie

(Senatoren, bie er öor '{dn 93ett

Elemente einer 3d) mei^

h)i(f)tigften

^ahe

SSenebigg.

Erläuterung biejeg ^uriofitöt

mag

Slbbe^a'^Iung

ber gefamten fraft

(Statiftif

jcf)it)ierigen

5lftenftütfeg

ejiftiert;

folgenbeä angeführt werben.

üon 4

'?flad)

nur aU

gef(i)e^ener

'iOlinionen '2)u!aten eineö Äriegganlel^enö

betrug bie Staat§f(f)ulb

(11

monte)

bamaB

®u!aten. ®er ©efamtumlauf be§ §anbel^ trug 105[)iinionen,

unb

ob unb tüo eine grünblic^e

ni(f)t,

tt)eld)e

noö) 6 SJ^illionen (tüie e§ fd^eint)

be=

4 SJliUionen abwarfen. ((Sof)eiBt e§im

S^iaüi unb 45 ©alere fuhren 17000 8000 unb 11 000 (Seeleute. (tXber2009J?.pr.®aIera.) 'S)am tarnen 16000 Sci)iff§öimmerleute. '^ie Käufer öon SSenebig 'Ratten 7 ajJillionen Sd^ä^ung^mert unb trugen an Wide eine ^albe gjliltion ein^). (B^ gab 1000 STblige öon 70 bia 4000 ^ufaten @in!ommen. 9tn einer anbern (Stelle hjirb bie orbent= Iiö)e (Staat§einna^me in jenem felben ^a'^re auf 1 100 000 '3)u*=

%eit.) STuf 3000 gjaüigli, 300 rejp.

!aten gef(i)ä^t; buxd) bie |)anbeBftörungen infolge ber friege

mar

fie

um

bie 9Jiitte be§ Saf)r^unbert§ auf

800000 ^ufaten

gefunfen^). Sei Sanuto

^)

^)

1.

c.

Col.

hiermit \xnb bod)

Iid)en

958—960.

tuot}! bie

jämt^

§äujet unb md)t blo§ bie

bem

27,

34

f.

jinb bie gde^ultate ber ©rf)ät-

jungen t3onl367 unb 1425 anber§ an* gegeben.

1367 betrug ber SBert ber

2900000 ^uf.; 1425: 1582 gab e§ in 5ßc-

©toat ge^örenben gemeint.

Sediere

•Käufer

rentierten biSrtJcilcn allcrbingg

enorm

3636038 ®uf.

ügl.

Vasari XIII, 83.

Vita di Jac.

Sansovino. 93ei Eecd^etti,

La

vita dei

Veneziani nel 1300, Arch. Ven.

58b.

ca.

;

nebig 187 «ettler. 3)

5)ie§ bei Sanuto, C!oI. 963; bei

biefcr @elegenf)cit mirb aurf) ein 9Scr*


78

erjlcr tKbicf)nitt.

unb beten mobernen 6taat§*

SSentt SSenebtg buxä) berarttge 33ered)nungen ^3ra!ttjd)e

it)efen§

5lnrtjenbung eine gro^e @eite beä

am frü'f)ften üoIÜommen barftellte,

berjenigen Kultur, welche

jo [tanb e§

man bamal§ in ;^talien aB

bafür in

ba§ §ö(i)fte

einigermaßen gurüd. ©§ fe'^It l^ier ber Iiterarif(f)e im allgemeinen unb in§be|onbere jener Staumel gu* gunften be§ !Iaffif(i)en 3(ltertum§. ^er au§ SSenebig ftammenbe ^apft ^aul II. mar ein ©rgfeinb be§ |>umani^mu§ nnb öon einseitigen S3eurteilern mürbe gerabe bie $ßerna(f)Iäfjignng ber

f(i)ä|te,

Strieb

©mnb

unfm(i)tbaren literarifc^en ©tubien al§

für bie 93Iüte

ber 9iepubli! angegeben^). '2)ieS3egabungäu^{)iIoj'op'^iennbS3e*

©ab ellico,

rebfam!eit, meint

an

jei f)ier

ficf)

fo

groß al§ bie

gum

|)anbel unb ©taat^mejen; aber bieje SSegabung mürbe bon ben @int)eimif(i)en ni(J)t au§gebilbet

anbertüärtg

gee{)rt.

unb

ber

f^ilelfo,

bei ben f^remben nid)t mie

einmal tiom (Staate,

ni(i)t

fonbern tion einzelnen ^riöaten gerufen mar, fanb fid) balb getäuf(f)t, unb öeorg ber Strapeguntier, ber 1459 bie Iateinif(i)e

Überfe^ung bon ^Iato§ 95uc^ über bie ©efe^e bem SS)ogen §u ^üßen legte unb mit 150 ®u!aten jä'^rlicf) aU fief)rer ber ^^iIo== mürbe,

fopt)ie angeftellt gierte'^)

mußte

aucf)

ber Signorie feine ffU)etonl bebi^

balb, in feinen (Srmartungen nid)t bef riebigt, ah^

gießen, "^enn audf) bie ßiteratur gerici)tet.

^atfex finbet

Siteraturgef(^i(f)te

feinem be!annten

man

bur(i)ge'^t,

S3ucf)e^)

mar

auci),

öielfad^ auf

menn man t}at,

für ba§> 14. ^ai)x^un'

bert faft noci) lauter tl^eoIogifd)e, juribifd^e

im

f5ad)mer!e nebft ^iftorien, unb aud)

^umani§mu§ im

58ert)ältni§ §ur

ttaUemj(i)en

3Jläd)te

gegeben,

nung üon 1490 1)

unb ©ine

Col.

curopäifd)en

©toatSrcd)*

1245

Greg.

Giraldus Opera

Sanuto,

')

1.

c.

C!ol.

1167.

ift

ber

Sansovino, Venezia, Lib. XIII.

(S§ entf)oU bie

in

SSiograp^ten ber 'Sogen

d)ronoIogifd)cr 9letf)enfoIge nnb,

II,

regelmäßig

erft jeit

1312, unter

bem

Xitel: Scrittori veneti, furge 9JJittet*

lungen über bie gleid)äeittgen

p. 439. 2)

mebiäinifcf)e

biejen einzelnen SSiogropbien folgenb,

sq.

Piatina, Vita Pauli II, p. 323. Lil.

unb

15. ^a!)rl^unbert

S3ebeutung ber «Stobt bi^ auf

3ct^ni§ ber ©taat§ein!ünfte ber übri*

gen

^ra!tif(i)e

^rance^co ©anfoöino

mel(f)e

ange'^ängt

ba^

bie öene5ianifd)e

[tellet.

©(f)rift-


5Bcrfpätung bcr 3flcnai|jonce.

SScnebig.

OfftätcIIc 5lnbacl)t.

79

©tmolao S3atbaro unb 5tIbo 9Kanucct nur äu^erft jpärlid) üer* treten. ®emgemäfe ift l^ier ba§ (Streben, Sammlungen bon ^anbjd)riften unb SSüd^em anzulegen nur in geringem ?[lia^e t)or"^anben^). f^ür gelehrte (Sa(i)en l^atte man ja ^abua, rto freilief) bie ^Jlebiginer unb bie i^uriften al§ SSerfaffer ftaat^^ red)tli(f)er

@utacE)ten meit bie

t)ö(i)[ten

SSefoIbungcn l^atten.

an ber italienijc^en ^unftbi(i)tung ift lange ^e'it eine geringe, bi§ bann ba§ beginnenbe 16. i^a'^r^ ^unbert alleö SSerfäumte nadf^oli^). ©elbft ben ^unftgeift ber fRenaiffance ^at fid^ SSenebig bon auBen l^er anbringen laffen unb erft gegen @nbe beg 15. ^a^r^unbert§ fid) mit boller eigner 9(ud) bie 2;eilna^me

^a

9}la(f)tfüne barin beroegt. geiftige

e§ gibt

f)ier nodE)

Merug

fo

be5ei(i)nenbere

Bögerungen.

®erfelbe ©taat, ber feinen

bolüommen in ber @e*

matt ^atte, bie 33efe^ung aller tüic^tigen ©teilen

fid) borbe'^ielt

unb ber ^urie einmal über ba^ anbere Xro^ bot, bi§ er geittüeiUg fid) unter i^uliuö' II. gewaltigen 9lrm beugen mu^te, geigte bon gang befonberer g^ärbung. ©o 5. 33. bon ben 93eit)o^nem bon ^orli ben Seid^nam be§ ^a!ob bon t^orli, bon bem biete SBunber au§= eine

offizielle

5tnbad)t

n)ünfd)ten bie SSenejianer

ge"^en foltten, gu ertoerben,

unb berfprac^en

für bie Übertaffung

Stragung atter Soften für Seid^en unb anbere 9fleliquien

biete ©egenteiftungen, iüorunter bie

bie §eitigfpre(f)ung^).

au§

bem bon ben

|)eitige

3:ür!en eroberten @ried)enlanb merben mit

ben größten Dpfern ermorben unb bom ^ogen in großer ^ro= geffion empfangen. 9Jtit ben ^abuanern, tt)etdt)e bie auä S3og=' nien ftammenbe Seiet) e be§ ©t. ßuta§ bereite gu befi^en gtaubten, geriet man in ©treit unb rief bie (£ntfct)eibung be§ ^apfte§ an*), ^ür ben ungenät)ten dioä befdf)toB man (1455) bi§ 10000 ^u»» laten aufgutüenben, tonnte i'^n aber nict)t ert)atten. @§ l^anbette 1)

«gl. (gjfurg VII.

bungen 2)

einer

U.

a.

tüurbc

bomaB

ber ^auptji^e

a^mung

über 936^1=

in SSencbtg ögl. @xfur§

Petrarcas.

für

9SgI.

XLV.

SScnebig

187—253.

e Venezia (1874), p. 3)

Heinric.

de Hervordia ad

1293 (pag. 213, ed

a.

«ßottf)o[t).

9?a(i)'

«)

Sanuto,l.c. Col. 1158. 1171. 1177.

G. Crespan

SS gl.

Guicciardini, Ricordi, Nr. 401.

bie


80 ]iä)

©rflct 2lbfcf)mtt.

tjier

einen

mrf)t

um

ftillen S3efcf)lufe

um

^egeifterung, fonbern

eine :popuIäre

ber pf)eren ©taat^be^^örbe,

tt)eld)er

o^ne

ptte unterbleiben tonnen unb in ^lorenj unter glei(i)en Umftänben gemi^ unterblieben märe. '2)ie ?Inbacf)t ber ^IRajfen unb itjren feften (Stauben an ben 5(blafe eineg W.eic^ anber VT. lajfen mir ganj aufeer S3ctrad)tung. ^er (Staat felber aber, na(f)bem er bie £ird)e mef)r al^ anberämo abforbiert, l^atte rt)irfli(f) '^ier eine 5lrt tion geiftlic^em Clement in fict), unb alleö 5Iu|fe{)en

ba§(3taat§ft)mboI, ber^oge, trat bei^mölf großen ^roaeffionen^)

©ä maren

(andat^) in ^albgeiftU(i)er gunftion auf. f^efte

gu S^ren

poIitij(f)er

Erinnerungen,

faft

lauter

mit ben großen

rt)eld)e

^ird^enfeften !on!urrierten, ba^ glängenbfte berfelben, bie be*

rühmte S15ermät)Iung mit bem

SQleere,

jebeömal

am ^immel*

faf)rt§tage.

®ie

f)öd)fte politift^e

SSemu^f^eit, ben größten ?Rei(i)tum

an @ntrt)idIung§formen finbet man öereinigt in ber @efd)id)te öon gloren^, ba§ in biefem (Sinne mo^I ben 5?amen be§ erften mobernen Staate^ ber SBelt nerbient. |)ier treibt ein gangeS SSoI! ba§, tt)a§ in

ben gürftenftaaten

ift.

unb

fünftlerifd) fd)affenb äugleid), ge[taltet

fIorentiniid)e

^amilie

bie <Sad)e einer

®er lüunberbare

öeift, j(i)arf räfonnierenb

ben

poIitifd)en

imb

um unb bejc^reibt unb ridjtet mürbe ^loren^ bie ^eimat ber poUtijd)en ®o!trinen unb 3:i)eorien, ber ©jperimente unb

foaialen ^wftöi^^ unauft)örli(^ it)n

ebenfo unauff)örlid).

(So

(Sprünge, aber aud) mit 35enebig bie |)eimat ber

©tatifti!

Staaten ber äöelt bie ^eimat ber ge* unb atlein unb ®er Slnblid be§ fd)id)tli(f)en ^arftellung im neueren Sinne. alten 9fiom§ unb bk £enntni§ feiner @efc^id)tgfc^reiber !am ^in^u, unb ©ioöanni SSillani gefte^t-), ba^ er beim Jubiläum öor allen

be§ iSa^reä 1300 bie 5(nregung gu feiner großen 3trbeit emp^ ^)

Sansovino, Venezia, Lib. XII,

deir andate publiche del principe.

Egnatius tjor

tius

fol.

40 a.

"2)16

bange

S^cu

bem päp[tHd)cn ^ntetbift Egna'äud) Cominea fol. 12 a sq.

VII, 18

jagt,

baß ber ©otteöbienft in

aSenebig bcjonberd feictUrf) 2)

G.

Villani

Sofir 1300

ift

VIII,

36.

jei.

^a§

jugleid) ba§ feftgef)alt-

tcne 'S)atum in ber Divina

Commedia.


f^Iorenj

81

beut 14. ;$^a'^rt)unbcrt.

feit

glei(i) narf) bcr ^eim!e{)r biefelbe begonnen ^abe; manche unter ben 200000 Ülompilgern jene§ Sat)reö mögen it)m an 33egabung unb 9lid)tung ä^nlicf) geiüefen fein unb f)aben boc^ bie @ef(i)i(i)te il^rer ©tobte nic^t gef(i)neben! ®enn ni(i)t jeber !onnte fo troftboll beifügen: „'Stom ift im 6in!en, meine 35aterftabt aber im 5tuffteigen unb ^ur %u^^ fü^rung großer ®inge bereit, unb barum ^abe lä) i^re gan^e S3 ergang en{)eit aufgeid^nen tüoüen unb geben!e bamit fort= äufat)ren bi§ auf bie ©egenmart unb f oroeit id) nod) bie ßreigniff erleben tüerbe." Unb au^er bem 3ßitgni§ öon feinem Seben^^ gange errei(f)te ^lorenj burd^ feine ®efd)i(f)tgf(i)reiber nod)

fangen unb allein lüie

einen größeren 3fluf)m al§ irgenbein anberer

etrt)a§ SSeitereä:

«Staat Italiens 09?id)t bie®efcf)i(i)te

5lnbeutungen über bie

biefe§mer!tt)ürbigen@taate§, nur einige

geiftige ^rei{)eit

unb

Dbjeftiöität, tt)eld)e

burd) biefe @efd)id)te in ben Florentinern tvad) gertjorben, finb l^ier

unfere Stuf gäbe ^).

^

^n

[

bauernb tifc^e

leiner ftar!e,

anbern ©tabt ^talien^ gibt e§ ftrenggefd)iebene

Parteien, bie un§

unb

freilid^ erft

unb fo an* tämpfenbe polu

fo frü^

erbittert

au^ ben ©d^ilberungen einer ba^ mir bie

ettoa^ fpätern 3^it/ o.hex bod) fo entgegentreten,

Superiorität fIorentinifd)en Urteilend beutlid) erfennen. ein ^olitüer

ift

3tligt)ieri, gereift

beftänbige e'^erne

323elc^

ba§ größte Dpfer biefer politifc^en trifen, ®ante burd)

§eimatunb@jü ©r^at ben ^ot)n überbau !

anbern unb ©jperimentieren an ber

Ser^inen gegoffen^),

ben, tüo irgenb ä^nlic^eg

tt)eld)e fprid)n)örtnd)

üorfommen

rüill; er l)at

SSerfaffung in

bleiben feine

toer==

^eimat

mit Stro^ unb mit ©e:^nfud)t angerebet, ba^ ben Florentinern 2tber feine ÖJebanlen be^nen fic^ au^

ba§ §erä heben mu^te.

über i^taUen unb bie

Imperium,

mu^ man %ks,

unb menn

feine SIgitation für baä

tüie er e§ auffaßte, nid)t§ al§ ein

Irrtum mar,

fo

befennen, ba^ ba^ jugenblid)e Xraumujanbeln ber

!aum geborenen 1)

Sßelt,

jcf)on

um

politifd^en

1470

bei Vespasiano Fiorent.

©peMation

fonftatiert

U, 258

sqq.

S3ttrd{)arbt, Äultui ber aienaUfance.

I.

bei it)m eine ^3oetifd)e ej!ur§ IX.

2)

aSgl.

')

Purgatorio VI, ßnbc.

11. 2tuft.

6


82

erfter Slbjdjmtt.

@r ift ftol^, her erftc gu jein, bcr btefen ^fab betritt^), an ber ^anb be§ 2tnftoteIe§, aber in jemer SSetfe fe'^r jelbftänbig. ©ein i^beatfaifer ift ein gered)ter, menj(f)enlieben== ber, nur üon &oti abl)ängenber Dberri(i)ter, ber Grbe ber römi^ jd)en 3SeItf)errf(f)aft, n)elcf)e eine üom 9ted)t, üon ber ^^Jatur unb öon @otte§ 9iatfd)IuB gebilligte tüar. ®ie Eroberung be^ (Srb=' ©rö^e

t)ot.

allerbing^

!reife§ fei nämticf) eine rechtmäßige, ein ©otte^urteil §hpif(f)en

unb ©ott

9f?om

unb ben übrigen

9?eicf)

aner!annt, inbem er unter bemfelben STcenfd) tüurbe unb

S3öl!ern getüefen,

biefeg

fijahe

\iä)

bei feiner ©eburtber (Scf)a^ung be§ f aifer§ 9tuguftu§, bei feinem Stöbe bem @ericf)t be§ ^ontiu§ ^itatu§ unterzog uflt). SSenn mir biefen unb anberen 5trgumenten nur f(f)tüer folgen fönnen, fo ergreift

^ante§ Seibenfdjaft immer^). ^n feinen

einet ber frü^eften

^ubli^iften,

aller

SSriefen^)

bieneid)t

ber

£aie, ber 2enben5fcf)riften in Briefform auf eigene gelf)en ließ.

(£r fing

bamit beijeiten an;

$8eatrice§ erließ er ein ^ampljlet

fci)on

nac^

ift

er

frül^efte

§anb

bem

au§*=

Stöbe

über ben 3wftanb öon ^loreng

„an bie ©roßen be§ Grb!reife§", unb aud) bie fpäteren offenen ©(i)reiben au§ ber ^eii feiner SSerbannung finb an lauter 5?aifer, dürften unb £arbinäle geri(f)tet. :^n biefen 93riefen unb in bem 33ud)e „üon ber 58ulgärfpra(i)e"fef)rt unter t)erf(})iebenen3^ormen

ba^ mit

fo üielen

(Sd)mer§cn be^a'^Ite @efüt)I lieber,

baf]

ber

SSerbannte aud) außerijalb ber S3aterftabt eine neue geiftige

^eimat finben bürfe met)r

genommen

in ber (3prad)e

unb ^ilbung,

bie it)m nid)t

tüerben fönne, unb auf biefen ^un!t werben

mir nod) einmal gurücffommen.

®en

SSillani,

mä)t fomot)I 1)

58gt.

©ioDanni fomof)I

tiefe ^3oIitifd)e

(Sahirs

X.

er

^. füf)rt unter §tntt)ei§ auf Purg, VI, 76 ff., XVI, 106 ff., Parad. 2)

XIX, 142

fg.,

au§, ba^ D. üon bcr

llmDerfnImünard)ie ftoat ^)

ä^im

92ationol*

fovtfd^ritt.

notis C. Witte,

Padua

1827.

aB

mir

bielmetjr

frif(i)e.

ben ^aifer burd)au§ in

i^t'^Iie«

^ahcn

lüollte, fo

aud) ben ^apft,

f.

b.

S. 35 tt)äf)renb bei Äonflaßei üon darpentra? 1314. ^'i^ei^i*^ ift ä" bemerten, baß neuerbingi ftarfeSroei* SSrief

fei

Dantis AUigherii epistolae,

al§ Tlatteo, ttexbanten

S3etrad)tungen

an ber

5iutT)enti5ität biefer Briefe

cum

geäußert mürben.

SBie

S3rief

:

über ben

erften

Vita nuova cap. 31 epist. p. ;

9.


®ante aU

glorcttä.

^ra!tijcf)e Urteile

unb

bie

?ßoIittfer.

83

©tatiftif.

©runblage jur

üon f^Ioreng, ^anbel unb ^n*

Statifttf

nebft iüid)tigen eingaben über anbete (Staaten,

neben bem politifc^en '3)en!en haS' ftaatg== Über bie @elböert)ältniffe im großen nirgenbö in ber SBelt fo genauen S3ej(i)eib, angu* ber päpftli(i)en Äurie §u 5lüignon, beren enormer

buftrie I)atten aud) I)ier

ö!onomijd)e tüufete

man

fangen

t)on

gemecft.

mm.

tajjenbeftanb (24

unb

in S3argelb

glaublich mirb.

über

©olbgulbcn beim Sobe ^o^ann§ XXII.

Gbelfteinen) nur au§ fo guten O/Uellen^)

5Zur bei SSillani, ber bei

unb

©elb üerlor fd)eib

m

!oIoffaIe 5tnlei'£)en,

5.

33.

bon 1355000 ©olbgulben pagniegelb einbüfjten (1338) unb I)oIten2).

^aö

S3anfrott aud) fein

ä8id)tigfte

rt)ir

93e=

beg tönigg bon ©nglanb

bei ben fIorentinif(f)en Käufern S3arbi

ö)utt)aben

bem

in§ ©d^ulbgefängniä !am, ert)alten

unb ^erugji,

lt)eld)e

ein

eigene? unb £om==

bennod) luieber

ficf)

er^*

aber finb bie auf ben ©taat begüg*

eingaben ^) au§ jener nämlichen B^it- ^^^ (3taat0ein= naf)men (über 300000 ©olbgulben) vmb 9tu§gaben (bie regel= mäßigen nur 4000 ©olbgulben); bie SSeüöÜerung ber (Btabt

Iid)en

noc^ fe^r unbollfommen unb nad)

(t)ier

bocche

[ogl.

oben

<3.

76], b.

f).

bem

SSrotfonfum in

9}iäulern, bered)net auf

90000)

bon 300 bi§ 500 mann* Geburten unter ben 5800 bi? 6000 anjä^rlid)en Stäuf* lingen be§ SSattifterio, mobei freilid) bie gange Kontrolle barin beftanb, ba'^ ber Pfarrer für jeben f naben eine fd^marge, für

unb

bie be? Staate?; ber tiberfd)u^

Iid)en

jebe? 9}läbd)en eine mei^e S3o^ne beifeite legte; bie (Sd)ul!inber,

bon

tt)eld)en 8 bi§

10000

lefen,

1000 bi§ 1200 in 6 ed)uten

redinen lernten; baju gegen 600 (Sd)üler, n?eld)e in 4 (Sd)ulen

©rammati! unb Sogi! unterrid)tet lüurben. ^ird^en unb ^löfter, ber (Spitäler aB 1000 93etten im gangen); bie SBoIIeninbuftrie,

in

(Iateinifd)er)

(£§

folgt bie

(mit me't)r 1)

Giov.

©tatifti! ber

Vmani XI,

20. SSgl. Matt.

2)

5ßgl.

tins in:

Bulletin de l'acaddmie de

Giov. ViUani XI, 87. XII, 54.

BruxeUes (1861) vol. XII, p. 123 sq. 3) Giov. ViUani XI, 92, 93. 95et

im allgemeinen

MachiaveUi, Stör, florent. Üb. II, cap.

ViUani IX, 93.

ten'^otie,

^eröijn be Set*

L'Europe au

siecle

de Phi-

lippe le Bei: Les argen tiers floren-

42 ftnbet

ficf)

bie Eingabe, ba'^

an ber

^e\t (1348) 96000 3Rtn\ä)en ftarben.

6*


84

ßrfter 3tbfd)nitt.

mit äu^erft tDertöoIIen (Sin^elangaben; bie

SJlüttge,

bte

SSer*

proöiantierung ber Stabt, bie 58eamtenfd^aft, gu ber aud) be= reitg

bamaB

m.^.

eine [tef)enbe £öfd)mannjd)aft ge^^örte, u. a.

man

mie bei ber ®inrid)tung ber neuen <3taat§renten (monte) im ^a'^re 1353 u. f. auf ben Äangeln geprebigt mürbe, üon ben ^ran§i§!anern bafür, bon Slnbereg erfät)tt

beiläufig,

58.

§.

ben '2)omini!anern unb 9luguftinern bagegen^); öollenb^ fjoben in gans (Suropa bie ö!onomifd)en folgen be§ f(i)mar5en S^obeä nirgenbä eine foI(i)e ^ead)tung unb ^arftellung gefunben, nod^ finben fönnen mie l^ier^). ^ux ein ^Florentiner tonnte ung überliefern: mie man ermartete, ba^ bei ber SBenigteit ber ^Dlenfc^en alleä mot)IfeiI merben foüte, unb mie ftatt beffen Sebenöbebürfniffe unb 5lrbeit§Iot)n auf ba^ '2)oppeIte ftiegen;

mie ba§ gemeine 3SoI! anfangt gar nid)t met)r arbeiten, fonbern nur gut leben mollte; mie gumal bie 5tne(i)te unb 9Jlägbe in ber (Stabt nur noct) um fet)r ^ot)en So^n gu t)aben maren; mie bie S3auern nur nod) ba^:> allerbefte £anb bebauen moci)ten unb ba^ geringe liegen liefen ufm.;

rt)ie

bann

enormen

bie

mä(i)tnifje für bie 2trmen, bie mät)renb ber ^eft

SSer=

gemad)t mur=

ben, nad)l)ex §npedlog erfcf)ienen, meil bie 3Irmen teil^ geftorben,

teü§ nic^t met)r t)eit

arm maren.

eineö großen

©nblicf)

$ßermäd)tniffe§,

mirb einmal bei @elegen== ba ein ünberlofer SSot)!*

um*

täter allen ©tabtbettlern je feci)^ '3)enare t)interlie{i, eine

S3ettelftati[tit*) üon t^torenj berfud)t^). ^ie ftati[tif(i)e 33etra(i)tung ber ®inge t)at fid) in ber f^olge bei ben ^Florentinern auf ba^ rei(i)fte au^gebilbet; ba§> ©d^öne babei ift, ba^ fie ben ^i^fömmenl^ang mit bem @ef(i)ic£)tlicf)en

faffenbe

1)

Giov. Villani, XII, 35.

evfter Sinie

2)

Matteo ViUani, III, 106. Matteo ViUani, I, 2—7; ügl.

belnb, aber and) auf ba§ übrige ^ta'

8)

gür

bte

^eftjcit jelber

er[ter Sinte bie

ftef)t

®er

bie ^eft (1348) (geft.

nod)

in

berü'^mte Sc^ilberung

be^ Boccaccio an Einfang be§

meronc.

58.

"iJeca*

über bie SSaterftabt f)on=

lien eingetjenb,

gebrudt üon

Sononi im Giom.

ligust. 11,

152, fd)reibt übrigen^ bie ^eft

Ginflu^ ber ©eftirne ju.

wichtige 23eric^t über

4)

Giov. Villani X, 164.

üon Gabriele de Mussi

«)

SBgl.

1356) au§ ^iacenja, in

21.

ejfur^ XI.

6J.

139 bi§

bem


fjlorenä.

im

85

©tatifti! ber {)öf)cren ^nteretjen.

dotieren (Sinne, mit ber allgemeinen tultur

unb mit ber

Äunft in ber 9?egel burd)blic!en lajfen. ©ine 9(ufäeid)nung üom ^af)x 1422 1) berührt mit einem nnb bemjelben gebergug bie 72 SBed^jelbuben ring§

um ben 9Jiercato

nuoüo, bie

(Summe

beö

S3arüer!e^re§ (2 iMII. ©olbgulben), bie bamal^ neue ^nbuftrie

be§ gefponnenen @olbe§, bie (Seibenftoffe, ben ?^ilippo Brunei* le^co, ber hie alte Hrd)ite!tur

lieber au§ berförbe f)eröorgräbt,

unb ben Sionarbo Stretino, (Se!retär ber 9ftepubli!, welcher bie antife Literatur unb 33erebfamfeit lieber ertoecft; enbüci) ba§ allgemeine SBol^Ierget)en ber bamal^ politijd) ru'^igen (Stabt unb ba^ &iüd ^talien^, ba§> fid) ber fremben ©olbtruppen entlebigt ^atte. ^ene oben (S. 76) angefütjrte «Statifti! öon SSenebig, bie faft au§ bemjelben ^a^re ftammt, offenbart frei^ lief) einen öiel gröfseren 93efi^, ©rmerb unb (Sc!)aupla^; SSenebig bef)errfd)t fd)on

lange bie 9Jleere mit feinen (Sd)iffen, \vat)xenb

?5Ioren§ (1422) feine erfte eigene ©aleere

auöfenbet.

StIIein lüer er!ennt ni(^t in

(tiact)

3IIeffanbria)

ber fIorentinif(i)en 3tuf*

{)öt)eren ©eift? (Solche imb ä^nli(i)e 9ioti§en ^a^r§ef)nt, imb §tt)ar fd)on in ^ai)x^d)nt ju öon fid) ÜberficE)ten georbnet, tväfjxenb anbermärtö im beften ^alle ein^ gelne Hu§fagen üorl)anben finb. SSir lernen ba^ S8erm5gen

äei(i)nung

ben

finben

^ier

unb bie @efd)äfte ber erften 9Jlebici approjimatiö fennen; fie gaben an 5(Imofen, öffentlichen SSauten unb (Steuern öon 1444 1471 nicf)t weniger aB 663755 ©olbgulben au§, tooöon auf ßofimo allein 400000 famen^), unb £oren§o magnifico freut fic^, bafj ba^ Selb fo gut ausgegeben fei. 1472 folgt bann töieber eine pc£)ft tüicEjtige unb in i^xex 9(rt oollftänbige Über== ©ererbe ber (Stabt, barunter fi(i)t') be§ ^anbelö unb ber

^)

Ex

bxoni,

annalibus Ceretani, bei %a^

Magni Cosmi

Adnot. 37.

Ricordi be» Lorenzo, bei 5^'

Med. magnifici vita, Adnot. 2 unb 25. Paul Jovius, Elogia, p. 131 sq. Cosmus. btoni, Laur.

^)

S?on

Benedetto

unten 6j!urä VII ongefü^rten ©teile, bei ber

mon

freilief)

eriüägen mu^, ba^

bie ?lufääl)lung jur 'äbtveijx gegne*

63.

vol. II. p. -)

vita,

Dei,

in

ber

rifc^er Singriffe

bienen

foll.

%a^

%{"

nansprojeft eine^ geiuiffeu Lodovico Ghetti, mit tüi(^tigen eingaben, bei 9logcoe, Vita di Lor. de' Medici, 83b. II,

SSeilage

1.


86

erftcr ^bjc£)mtt.

tne'^rere, tüelc^e f^aih

unb

©ilberftoffe

ober ganj gut 5^un[t gehören; bie ©oIb=

unb ©amafte;

fetterie (Intarsia); bie 2irabe§!enflul:ptur ftein; bie

^orträtfiguren in SSa(i)§; bie

rüelierfunft^.

^a, ba^ angeborene 2:alent ber Florentiner für

bie 33ere(i)nung beä

unb

'2)afein§ geigt

ficf)

aucf) in

£anbji:)irtfd)aft§bü(i)ern, bie \iä)

öor benen ber übrigen (£uro:päer be0 15. ^af)r'f)unbert§

tüol^I

um

gangen äußeren

^au§^, @efc£)äft§=

i()ren

unb 5D'iar=' in SJiarmor unb 8anb=' @olbjd)miebe unb ^u^'

bie §oI§jd)ni|eret

ein nanitjafte^ au§§eid)nen

mögen 2).

S^ed^t

SJJit

^t man

angefangen, au^gemä^Ite groben baoon gu publizier en^*); nur tüirb e§ noc^ üieler ©tubien bebürfen, um !Iare allgemeine 9flefultate

barau§ gu

gie'^en.

jenige (Staat gu erfennen, tarifd)^) erfuc^ten, it)re

roenn

fie fein

Für Ieic£)t

i^ebenfall^ gibt

um

auc^

ber^

1000 ©olbgulben gu bü|en,

regelmäBigeö ©etüerbe treiben njürben.

bie erfte ^älfte beg 16. ^at)r^unbert§ befi^t

©tabt

feine

tjiex

fterbenbe Später teftameU'»

tt)el(i)en

©öl)ne

fic^

bann

biel*

ber äöelt eine foIcf)e tlrfunbe tüie bie :^errUd)e

Don Floreng bei S3ard)i ift^). 5(u(^ in ber befd)ret«= mand)en anberen Regierungen tvixb t)ier nod) einmal ein SJlufter f)ingefteUt, ef)e bie F^ßi'^^it imb ©rö^e biefer ©tabt gu (SJrabe ge{}t"). (S(i)ilberung

benben

©tatiftif roie in fo

Sieben biefer S5ered)nung be§ äuf3eren ^afein§ ^)

SSte eiferfüc^ttg Slore^ä onf je^e

bort geübte Stätigfeit

t[t,

fie:^t

barau§, ba^ ein lanajuolo, ber narf)

um

9?eapel get}en tüül,

bort jcin

@e*

loerbe gu treiben, bie ©rlaubni^ boju ntd)t

erlangt,

bamit bog ©eiuerbe '3)a

er

inirb

er

bort nid)t eingeführt Jt)crbe. tro^ be^

SSerbotg fortgeI}t,

2)

(£ine

\ei)x ift:

Gregorio Dati

mertwürbige II libro

I)r§g.

ein

je^r

angefel)ener

lebte

üon 1362

aber

big 1435.

au§ ^iftoja bo^ §ou§bud)

be§ Rospigliosi,

ba§ Sit.»S>erä.;

tigl.

ferner ha§ ber g^awilie (£ibo, l}r§g.

ton

S. ©taffetti 1908.

^lu^gabe-

bu(^ für Bernabö Visconti 1366

im

Arch. stör. lomb. 35.

II,

des

sciences

163 sq.

Varchi, Stör, fiorent. III, p. 56 sq.

^)

äu

Histoire

Sibri,

*)

Sßer«"

segreto di

üon Sorlo @^ar= giollt, Bologna 1869. gg be^anbelt bie Seit bon 1384 h\§ 1431; ber ©d)reiber,

©0

^)

math6m.

üerbannt, Morelli 1473, p. 190.

üffentlid)ung

Kaufmann,

man

gef)t

(Snbe

beä IX.

83ud)eg.

©inige

offenbar irrige Sfi^^cn möchten mol^I

auf

Schreib*

unb

'3)rudfet)Iern

rut)en. «)

SSgl.

esfur§ XII.

be*


glorcttä.

®ie aSctfajfungcn.

'3)te

87

©efc^id^t€jcf)rci6er.

jene fortlaufenbe (Sc^ilberung beg :poIitifd)en fiebenS eint}er,

üon tüelci)er oben bie 9^ebe tvax. i^loien^ burdjlebt ntd)t nur me^r poIitif{i)e formen unb 8(i)attiernngen, fonbern eä gibt aud) unoer^ältni§mäf3tg met)r 9^e(i)enjd)aft baoon aB anbete freie Staaten ^talienö unb be§ 51benblanbeg übertiaupt. @^ ift ber bollftänbigfte ©piegel be§ SSer{)äItnijfe§ öon SJienjd^en^ üaffen unb eingelnen 9)Jenf(f)en §u einem manbelbaren 9inge== meinen, ^ie 33ilber ber großen bürgerlichen Demagogien in f^ranfreid) unb f^lanbem, tvie fie ^roiffart enttoirft, bie ©r^» ääl)Iungen unjerer beutfcf)en (5l}roni!en be§ 14. ^at)rl}unbert^ finb

bcbeutungäooU genug, allein an geiftiger 33011=' an oielfeitiger 33egrünbung be§> ^ergangeS jinb bie

rt)at)rli(i)

ftänbigteit,

^Florentiner allen unenblid) überlegen.

rannig,

kämpfe be§

^ittelftanbeg mit

%t)^

3tbel§t)errjd)aft,

bem

Proletariat, bolle,

^albe unb (3d)einbemo!ratie, ^rimat eine§ ^aufe^, Sl^eofratie (mit (Saüonarola), big auf jene 9!Jlijd)formen, ceij(f)e

tr>el(f)e ba§>

mebi==

©etüaltfürftentumoorbereiteten, aüeg tüirb fobej(i)rieben,

ha^ bie innerften SSemeggrünbe ber 33eteiligten

bem

SicE)te

blofsliegen^).

Snblid)

f afet

9J?a(i)iaüent in feinen fIorentinij(i)enöefcE)id)ten

(bi§ 1492) feine SSaterftabt

unb

öollfommen

a\§>

ein lebenbigeg SSefen

einen inbiöibuell naturgemäßen

it)ren (£ntn)i(llungggang alg

auf; ber erfte unter ben 9Jlobernen, ber biefeg fo öermocf)t

Ijat.

@§ liegt außer unferm SSereirf), gu unterfud)en, ob unb in H)eld)en fünften 9Jlac^iaöeIIi njiHfürlid) 0erfal)ren fein mag, mie er im Seben beg Saftruccio Saftracane eineg üon it)m eigenmäd)tig !oIorierten St^rannentt)pug

notorifd)errt)eife

getan ^at.

(£g

tonnte in hen Storie fiorentine gegen jebe ßeüe irgenbetmag

eingulüenben fein unb bliebe bennoc^ befte'fjen.

i^acopo ein

^itti^),

^rauä

oon

»gl. Gxfur§ XIII.

SBenn

öon

feine ßeitgenoffen

©egni,

erlaud)ten 9?amen!

1)

nid)! ftatt feiner

im ganzen unb ^ortfe^er:

^ot)er, ja einziger SSert

Unb

©uicciarbini,

^)

man

it)r

3?ard)i,

Unb

33ettori,

tüelc^

tve{d)e @efd^id)te

au§gef d)riebenen Bartolommeo Cerre-

ben

ii)m für einen Seil feine§ SBer!e§

tani 1

nennen mufe.

SSgl. 9(Ic.

öiorgetti

inMiscellaneaFiorentina, vol.

1,

1886.


88 ift

erjicr Stbfd)mtt.

e§, bie biefe SJJeifter j(i)ilbem!

ein unüerge^Iid)

fIorentmif(f)en Sftepublü,

un§

finb

t)ier

®ie legten

^af:)x^e'i)nie

ber

grofee§ ©(i)aufpiel,

i^n biefer maffen^^aften

üollftänbig überliefert,

ben Untergang beä f)ö(i)[ten eigentümUd)[ten £eben§ ber bamaligen äBelt mag ber eine nici)tg er!ennen aB

2;rabition über

(Sammlung üon Kuriositäten

eine

mit

teuflifd)er

erften 9f?ange§, ber anbere

^reube ben 33an!rott be§ ©blen unb (Srl)abenen aB emen großen geri(i)t=*

!onftatieren, eine britter bie <Baä)e

^roje^ au^einanb erlegen

Iid)en

— jebenfalB mirb

jie

ein @egen==

©nbe ber Stage. ftetä üon neuem

ftanb na(i)ben!Iic£)er S3etrad)tung bleiben big ün§>

%a^

^r"'

ÖJrunbunglücf, ix)eld)e§ bie (3ad)Iage

trübte, tüar bie §errf(i)aft

maU

mä(i)tige ?^einbe,

pr

@enpalt5uftanb hjie Wa\lax\b, :^eit

üon ^loren^ über unterworfene,

notrt)enbigen ^olge

beim 2tu§fterben ber

OberitaUenS

einem Sünbni^

^auptfä(i)Iict)

©ang

l^atte.

äf)nlid)

SSi^conti (1447), bie ^rei^

baburd)

ha^ e§ öon

öerjcfiergte,

glei(i)berecf)tigter (Stäbte nid^t§ tpiffen tpollte,

gloreng burd) Unterbrüdung ber ©d)tx)e[terftäbte feine

i)alf

eigene greil^eit unb bie 9J?itteIitaIien§ gerftören. ^eroif(f)e 9JJitteI, bie ?5reit)eit

freilief) fel^r

©aöonarola

bur(i)fü'f)ren

l£)ätte

%oMana^

föeban!e,

ber

einzige,

er

nur mit

rt)äre bie redjtgeitige 9{uf==

in eine f^öberation freier ©täbte gemefen; ein

meit

alä

erft

^jatriotifc^en £uc(f)efen, (Sct)afott bringt,

Ii(i)en

®a§

gu bemaf)ren, ha^ nur

fönnen unb auä)

^üfe befonberS glüdU(i)er Itmftänbe, löfung

ha^

et)e*

bie ^ijaner, U)a§ einen beftänbigen

it)ie

öerfpäteter

^iebertraum einen

^ranceöco SSurlamacd^i^) (1548),

^on

auf

biefem Unheil unb öon ber unglü(!=

®uelfenft)mpat{)ie ber Florentiner für einen fremben

dürften unb ber bat)erftammenben

^nterüentionen l^ängt

©elt)öt)nung

alle^ weitere ab.

Slber ruer

an frembe

mu^

ni(J)t

bewunbern, ha^' unter ber Leitung feinet l^eiligen Wönä)e^ in einer bauernb er^^ö^ten Stimmung ba^ erfte ita=

biefeä SSoI!

^)

Archiv, stör.

SSgl.

tom. X,

435

p.

146

sq.; ferner

ria

di

Fr.

B.

sq.,

ital.

Ser.

documenti

I

p.

Sarlo SKitiutoIi, Sto-

Succa 1844 unb bie

H)id)tigen 9?ac^träge tion

Seone bei

^rete im Giomale storico degli archivi Toscani

IV

(1860) p. 309 sq.


®tunbübel be^

f^Iorenj.

(Staate.

89

®te SSetfaffung^änberungen

üon (S(f)onung ber befiegten ©egner gibt, roä^renb bie gange ä^orgeit i^m md]i§> al§ 'Siaä^e unb SSertilgung prebigt ^ic @Iut, meiere tjier ^attiotiörnuä unb jittli(f)=reUgiöfe Um!e'f)r in ein ©anjeä f(i)niil§t, fie'^t üon tüeitem mot)I balb S3eifpiel

Iientfrf)e

!

tüieber

aU

erIofd)en au§, aber

if)re

beften Ütefultate Ieu(i)ten

bann in jener ben!tt)ürbigen SSelagerung öon 1529 30 toieber neu auf. 2öot)I roaren e§ „^fJarren", n)el(i)e biefen (Sturm über i^loreng '^eraufbej(i)moren,

aber

f(i)on er gefteljt gu,

rici)teten;

unb menn

au§gen)id)en, fo üöllig

t)at

ba^

©uicciarbini

rt)ie

fie

bamaB

er meint, bie SSeifen toären

bieg leinen anbern ©inn,

ru^mIo§ unb lautlo^ in

j(i)rieb,

ba^ unmöglid) Geglaubte aug=

bie

^änbe

al§>

bem

ba^

fid)

Un{)eil

^loreng

feiner g-einbe ()ätte

©§ ^ätte bann feine präci)tigen SSorftäbte unb ©arten unb ba§ Seben unb bie Söo{)Ifat)rt ungä'^Iiger S3ürger bematjrt unb tüäre bafür um eine ber größten fittU(i)en (Srinne»' rungen ärmer. '^ie ^Florentiner finb in mandfien großen '2)ingen SSorbilb unb f rüt) efter 5Iu§brud b er Italiener unb b er mob ernen Europäer liefern follen.

unb fo finb fie e§ aud) mannigfad) für bie (S(i)atten= Sßenn f(i)on '2)ante ba^ ftet§ an feiner SSerfaffung beffernbe g'^oreng mit einer Äranfen üerglid)^), bie beftänbig il^re Sage n)e(f)felt, um i{)ren (S(i)mer§en §u entrinnen, fo 5eid)= nete er bamit einen bleibenben ©runb^ug biefe§ ©taat^Iebeng. ^er grofie moberne Irrtum, ba^ man eine SSerfaffung ma(i)en, burct) 33ered)nung ber oor'^anbenen Strafte unb 9fti(i)tungen neu probugieren tonne, tau(i)t §u ^loreng in beroegten Reiten übert)aupt, feiten.

immer mieber auf. (Saöonarola

prebigte einmal

(am

3. Stbüent^^^

fonntag 1494) über ben 9Jlobu§, eine neue S^erfaffung ^uftanbe gu bringen, wie folgt: Xie 16 Kompagnien ber ©tabt follten jebe ein ^rojett aufarbeiten, bie ©onfalonieren bie oier beften

au§n)ät)Ien

unb au§

biefen

bie

8ignorie bie allerbefte;

maci)te gu anberen ßciten ä{)nli(i)e $8orf(f)Iäge,

teinen oon it)nen auggufü^ren^). Slber 1)

Purg. VI, 148.

2)

SBgl.

^.

5BtIIari,

um

felbft 9Jlacf)iat)eHi

beutjd)e Überfe^ung

Savonarola,

©oö.

bann

l^at

I,

ift

er

bodE)

üon

©. 193—200.

nod) au^erbem einen mer!*


90

erfter 2tbfcE)mtt.

Irrtümern

folc^en

ntd^t frei geiüefen.

@§ bilben \i6) 6taat§^ unb SSerteilung ber

fünftler, rt)eld)e butd) !ünftli(i)e 58exlegung 93lad)t,

burd)

u. bgl.

einen bauer^aften ^uft^nb begrünben, grojs unb flein

burd) 8cf)einbel)örben

"^öc^ft filtrierte 2Baf)Iarten,

gleid)mäf3ig äufriebenftellen ober anä)

täuj(i)en

8ie

n^ollen.

bem Sdtertum unb öon bort bie ^arteinamen, ©eitbem erft l)üt fid) bie §. 33. ottimati, aristocrazia^) uflt). SSelt an biefe 9(u£ibrücte gemö^nt unb il^nen einen fonöen^* tionellen, europäifd)en ©inn berlie'^en, tvai)xcnb alle früheren ^arteinamen nur bem betreffenben Sanbe geprten unb ent^» Weber unmittelbar bie ©a(f)e be5ei(i)neten ober bem ©piel be§ ^ufallg entftammten. SBie fe^r färbt unb entfärbt aber ber ejempUfigieren babei auf

noiofte mit

ba§'

entlet)nen gule^t aud) gang offiziell

^ame

Qadgel

bie

SSon allen jebod), bie einen <Staat meinten !onftruieren §u

fönnen^)

ift

9Jlacf)iaöeni ot)ne Sßergleic^ ber gröfste.

öorl^anbenen Strafte

immer aB

lebenbige, aftioe,

(£r fafet bie

bie 5nter==

ftellt

unb großartig unb fu(i)t tvebex fid) nod) anbere äu täufd)en. @g ift in i^m !eine ©pur öon Gitelteit nod) ^luö* mad)erei, aud) fd)reibt er ja nid)t für ha^ ^ublüum, fonbem entmeber für S3e'f)örben unb dürften ober für g^reunbe. ©eine ©efat)r liegt nie in falfd^er ©enialität, aiiä) nid)t im falfd)en 2(u§fpinnen öon 33egriffen, fonbem in einer ftar!en ^^antafie,

natiöen

rid)tig

bie er offenbar

mit 9Mt)e bänbigt. ©eine

poIitifd)e OOjettiüität

ift

allerbingS bi§tü eilen entfe^^Iid) in i^rer 9lufrid)tig!eit, aber

ift

entftanben in einer Qeit ber äu^erften 9?ot unb ©efa'^r, ha

an

bie 9J?enfd)en ot)ne'^in nid)t met)r Ieid)t

nod) bie

Silligfeit

üoraugfe^en tonnten.

pörung gegen fie mad)t auf un§, bie tuir unb Iinf§ in unferm 3af}rt)unbert an ber feinen befonberen ©inbrud.

glauben,

^xw

5tugenbt}afte

bie 9Jläd)te

öon

red)tg

9Irbeit geje'^en t)aben,

9)iad)iat)eni tvax tüenigften^

tüürbtgcn Trattato circail regimento di Firenze (neu gcbrudt $tfa 1817)

gefd}rieben. *)

ba§> 9ied)t

2efetere§ juerft 1527, nod) ber S5cr=

jagung ber Medici, *)

cap.

j.

im*

Varchi 1, 121 etc.

Machiavelli, Storie 1.

fie

fior.

1.

III,

,,Un savio dator di leggi"

fönnte fjlorenä retten.


ftanbe,

jeine

Übert)aupt

ift

obtüo^I feine

eigene ^erfon über ben 8ad)en gu bergeffen.

ge^en

Iie§,

ftrengften (Sinne be§ SSorteg,

aufgenommen) alle^ finb nnb obmot)I it)n bie

6d)riften (ttjenige Sßorte

unb

bireften (Snt'f)ujia§mug bar

ficE)

im

er ein Patriot

Florentiner jelber gule^t fef)r er

91

©eine ^i§corji.

©eine aSerfajjung.

WaäjiatieUl

aU

lebig

einen S3erbred)er anfallen').

aud), nad) ber 9lrt ber meiften, in ©itte

— ba^

unb

SBie Sflebe

§eil be§ (Staate^ toar bod) fein erfter

unb

le^ter ©ebanfe.

©ein üoIIftänbigfleS Programm über bie @inrid)tung neuen fIorentinifd)en (Staatgn)efen§ ift niebergelegt in ber 'i£)en!fd)rift an Seo X.^), öerfa^t nad) bem S^obe be§ jüngeren Sorengo 9Jlebici, ^ergogg öon Urbino (ft. 1519), bem er fein S3ud) bom g^ürften gemibmet ^atte. ^ie £age ber ^inge ift eine fpäte unb fd)on total üerborbene, unb bie t)orgefd)Iagenen SJJittel unb SBege finb nid)t alle moralifd); aber e^ ift l^öd)ft eine§

intereffant ^u fef)en, tüie er

unb

aB

(Srbin ber 5Jlebici bie Slepublü,

^emofratie ein§ufd)ieben f)of ft. (Sin fünfte reid)ereä ©ebäube öon 5?on§effionen an ben $apft, feine fpeji^ ätüar eine mittlere

eilen ift

9Inpnger unb

gar nid)t benfbar;

bie üerfc^iebenen fIorentinifd)en gntereffen

man

glaubt in ein UI)rn)er! {)inein§ufel^en.

3a^Ireid)e anbere ^rin§ipien, ©in^elbemerfungen, parallelen,

ben

%{§>"

erfter ©d)önt)eit; er erfennt

§. 33.

poIitifd)e ^erfpeftiüen uflo. für corfi,

barunter £id)tblide üon

gloreng finben

ba^ öefe^ einer fortfc^reitenben unb

in

fid)

ftojjföeife fid)

©nttüidlung ber D^epublifen an unb öerlangt,

ba'\i

äuBernben

ba^ ©taatg^-

mefen bemeglid) unb ber S5eränberung fät)ig fei, inbem nur fo ^Verbannungen üermieben mürben. 2Iu§ einem äl)nlid)cn ©runbe, natürlid) um ^riüatgertjalttaten

bie :plöt^lid)en Sluturteile unb

unb frembe ^nterüention („ben S^ob

aller

^reifjeit")

ab5u='

fd)neiben, rt)ünfd)t er gegen öert)a^te SSürger eine gerid)tlid)e

9tn!Iage (accusa) eingefüljrt gu fe{)en,

öon

jeljer

nur

bie

Übelreben get)abt

rifiert er bie imfrein)illigen 1)

Varchi, Stör, fiorent.

^)

Discorso sopra

il

I, p.

an bereu ©teile glorens

I)abe.

5KeifterI)aft d)ara!te=

öerfpäteten ®ntfd)Iüffe, meld)e in

210.

riformar lo

stato di Firenze, in ben Opere minori p. 207.


92

©rfter 2lbid)mtt.

9fiepubU!en bei !ntifd)en 3^^*^^ ^i^^ fo gro^e

einmal üerfü^rt

®a§tt)ij(i)en

bie ^^antajie

i'^n

SfJoIIe

f:pielen.

unb ber ^nid

ber ßeiten §u einem unbebtngten Sob be§ S8oI!e§, ba§ feine

Seute bejfer

irgenb ein %üx]i unb

lDäf)Ie al^

öon Irrtümern abbringen f)ier

entlef)nt,

ficf)

betreff ber §errf(i)aft

ba^

gef)öre,

jid)

„mit ^uxeben"

eineSlnfic^t, bie, o{)ne3tt'sifeI

Montesquieu

über StoSfana

©tabt

feiner

fie

laffe,

fpäter bei

unb

^n

tt)ieberfinbet.

groeifelt 5!Jia(i)iaöeni nid^t,

einem befonberen

^ält (in

SSieberbegmingung ^ifaS für eine Sebenäfrage; bebauert, ba^ man ^Irreg^o na(i) ber ^^ebellion öon 1502

^iScorfo) bie er

übert)aupt l)ahe ftef)en laffen; er gibt fogar italienifc^e

Ütepublüen müßten

im allgemeinen

Iebt)aft

fid)

gu,

au^en be*

nad)

unb üergrö^ern bürfen, um ni(i)t felber angegriffen gu werben unb um $Rut)e im Innern gu tjoben; allein gloreng tjobe bie ©a(f)e immer öer!ef)rt angefangen unb fid) mit ^ifa, ©iena unb ßucca öon je^er töblid) öerfeinbet, n)ät)renb ba§ „brüberlid) ttjegen

bel^anbelte" ^iftoja

®§

fid) freitüillig

n)äre unbillig, bie

untergeorbnet

wenigen übrigen Ü^epubUfen,

15. i^al^r^unbert nod) ejiftierten,

bie

im

mit btefem einzigen f^Iorenj

and) nur in parallele fe^en gu njoHen, tigfte SSerfftätte

t)abe^).

ba§> bei

tüeitem bie

lr)id)=

beä italienifd)en, ja be§ mobernen euro))äif(^en

©eifteS übert)aupt mar.

©iena

litt

an ben

fd)tt)erften organifc!^en

Übeln, unb fein relatiüeS @ebei{)en in (S^emerben unb fünften barf burd)au§ nic^t täufc^en. SSaterftabt

ma^r^aft

5knea§

fet)nfüd)tig nad)

3fleid)§ftäbten t)inüber,

mo

feine

<Bt)MuS^^) fd)aut

ben

öon

feiner

„fröl)(id)en" beutfd)en

f onfisfationen öon ^abe unb

©rbe, feine gemalttätigen S3e{)örben, ferne f^aftionen ba§ fein

©ine 3^ttlang ftel)t e§ unter aragonefifd)er au§ ber einige 5lbelige bie (Biabt burc^ eine 9fleöoIu*

öerberben.

§errfd)aft, ^)

'S)a=

5lu§ einet ettoa^ fpöteren 3cit

(1532?)

man

ba§ fnrd)tbar auf* rid)ttge Ö5utad)ten be§ Guicciardini ügl.

übet bie

t'age

unb unMetineibIid)e

Dtganifation bei mebiceijd)en ^aitei,

Lettere (ed. 2)

num

di

principi

III,

fol.

124

Venez. 1577).

Aen. Sylvii apologia ad Marti-

Mayer,

p. 701.

Machiavelli, Discorsi

— ^{)nUd) Mo6) I,

55

u. a. a.

D.


93

©cnua.

©tena.

i);

fünfzig ^a^xe moberne ^albbilbung unb Hbftrattion biört)eiten in ba§ poIitij'd)e Seben "^ineingriffen. (Sine 'än^a^l Krämer, aufgeregt burd) bie SeÜüre üon üiöiuö unb Mad)\at)eU\§ ^iöcorfi, öerlangt alleS @rnfte§ 3Sol!^tri* bunen unb anbere römij(i)e 9Jiagi[trate gegen bie SJü^regierung ber SSornei^meren unb 58eantten^). (55enua geprt weniger in btn f rei§ unjerer S3etra(f)tung, ba eg fid) an ber 0lenaiffance erft gu ben 3^iten beö 3Inbrea ©oria öoll unb ganj beteiligte, aber bie nacf) bem 9Jlufter ber bitten no(f) bamal§ gebräu(i)Ii(i)e S3eäeirf)nung be§ 9liöierefen tion in 58eneb!g§ ipänbe bringen lüoHen (1481)

'ipäitx 5eigt eine

^arteiung,

üöllig

rt)ie

alg 3Seräd)ter§ aller 'i^ö^exen SSilbung^) tüar ni(i)t ööHig gerecht*

SSenigftenä in ber @ef(i)i(f)tj(i)reibung bot e^ einige

fertigt.

glän§enbe ßeiftungen*).

geigen bie ^arteifämpfe ^ier

freilief)

einen jo rtjüben dtjaxaltex unb tcaren üon

!ungen ber ganzen (Sjiftenj

begleitet,

um

bie (^enuefen e^ anfingen,

Oüupationen immer

tüieber

eingulenten.

gelang

$ßienei(f)t

fo

heftigen <Bd)tvan^

man !aum begreift,

nacf) allen Sflebolutionen

einen

in e§,

ba^

meil

erträglid)en

alle, bie fid)

tüefen beteiligten, faft ot)ne 9Iu§na{)me gugleirf) tätig tüaren^). 3[i3eld)en 1)

Urfunbe bei

©rab öon

^ultug

95rojd),

II.,

8. 303, 9tnm. 25. ^) Della Valle Lettere sanesi III, p. 317.

i^üx

ben §umani§mit§ in

©icna Sub. 3^efauer, Lo studio Siena nel rinascimento, ^)

Pierio Valeriano,

literatorum,

?lnla§

bei

lommeo deUa Rovere,

SlJail.

De

di

1894.

infelicitate

be§ Barto-

p. 384.

CDie

@d)rift beä P. V., gefd)riebcn 1527, ift

im folgenben

gäbe

jiet^

tion SJicnden,

mitate

Uteratomm,

jitiert.)

1)ie Siteratur

äufammenge[teltt

116/117, ©. 234.

nad) ber 5lu§*

Analecta de cala-

bei

ßeipjtg

1707,

über P. V.

ift

2uäio==9flenier

llnfi(i)ert)eit

beim

aB

toie

unb

^itf^^J^"^

(Staate*

Äaufleute

ber ©rtoerb

im

ein diarium be§ ^ai)Xt§, 1506/7 Don ©milio ^anbiani, Seipj. 1905,

*) ift

aU

37. 93anb ber Atti della societä

ligura di storia patria.

mani§mu§

IIb er

ben §U'

©enua ügl. 95raccio, Giac. BraceUi e rumanesimo dei Liguri al suo tempo, ®enua 1891. ^) Senarega, De reb. Genuens. bei

XXIV,

ajJurat.

UnU(i)erI)eit

528

in

etc.

tigt.

Col. 548. bef.

Über

bie

Col. 519. 525.

"Sie fe^r offen^eräige 3f?ebe

be§ Battista Guano, be§ ^ü^rer^ ber

24 genucfifd)en@efanbten bei b.Über* gäbe beg©taate§ an Francesco Sforza 1464, in

®enua

rt3eld)er

ergebe

ber ©efanbte erflärt,

fid) if)m, it)eil

e^

bann


94

erjter Slbfdimtt.

großen unb ber ftanb

!5nnen, mit

9flei(f)tum au^'^alten

im i^nnern ber

it)elc£)em 3^==

S3efi^ ferner Slolonien üerträglicE)

i[t,

hfjit

(SJenua in überraj(f)enber SSeife.

Succa unb ^iftoja bebeuten im

3l(^teg

•^luölüärti^e SBie

nun

^unftmerfe,

15.

Sd)r^unbert nid)t

Kapitel.

^oUfif ber

italicnifc^ctt 6taatctt»

bie meiften italienif(i)en (Staaten in

b.

t}.

öiel^).

bemühte, üon ber

genau berechneten fic^tbaren

i^rem Innern

Ü^eflei'ion ab:^ängige,

auf

©runblagen ruf)enbe

8d)öp* gueinanber unb

fungen tuaren, fo mufite auä) i^r SSertjältniö §um 2luManbe ein 3Ser! ber £unft fein. ^af3 fie faft fämtlid) auf giemlicf) neuen Ufurpationen berut)en, ift für i^re aug= föärtigen 33e§tet)ungen fo öertjöngnigboll tuie für ba^ innere, deiner erlennt ben anbern o'^ne

©rünbung unb

fpiel, rt)elcf)e§ bei

geiüaltet

fd^aft

^ängt

'^at,

e§ bod) gar

ob er ru^ig fi^en

großem,

©0

mag

an; ba^felbe (SjlüdS*

gegen ben 9?ad)bar malten,

bem ©ert)alt'^errf(f)er ab, ®a§ 58ebürfnt§ fid) §u ber*

md)i immer bon

mxb

ober nid)t.

überhaupt gu

fic^

aucE)

9ftücff)alt

S3efeftigung ber eigenen §err*

rüt)ren,

ift

allen illegitimen eigen.

§eimat einer „auälD artigen ^olitü", tüelc£)e bann atlmä^Iid) aud) in anberen ßänbern bie ©teile eine§ an= ernannten 9fled)t§§uftanbe§ bertreten 'i)at. ®ie böllig objettibe, bon SSorurteüen mie bon fittlid)en S3eben!en freie 93et)anblimg tüirb Italien bie

ber internationalen "Dinge erreid)t bi§ir)eüen eine SSoIlenbung, in it)eld)er

fie

elegant unb großartig erfd)eint. mä'^renb

ba§

(3an^e ben ©inbruc! eine§ bobenlofen 9lbgrunbe§ ^erborbringt. {)offen bütfe, rut)iger

leben,

j.

165 sq.

p.

^)

Sorjaren

gu

uflü. {\pä'

^arbinall PaoloFregoso

träcf)tli(i)

gen

jtd)erer

®ie ©eftalt be§ ©r^*

bifc^of§, "Sogen, tet)

unb

bei Cagnola, Archiv, stör. III,

ge!)t

über ben Stammen ber

be*

fonftt*

italienijd)en 35cr()ältnifje binaug.

Sntetef jant

ift,

ba^ bie Succ^ejen

1447

il)ren

©efanbten auftragen, ben

^apft Nicolaus V. baran ju erinnern, che il suo padre elesse questa cittä essere depositarii delle suoi (sie) ossa

et corpo, Giorn. ligust. II. 391.

über bcut^ürftenP.Guiuigi ejfurfe

XLV

unb XLIX.

ügl.

unten


9lit§lüQrtige

1)teje 9^än!e,

95

SScbro^ung SSenebtg§.

^olitif.

Siguen, Ülüftungen, ^eftetf)ungen unb

SSer=*

mad)eu sufammen bie äuf3ere ©ef(^irf)te be§ ba^ maligen ^talieng au§. £ange 3eit mar befonberö Sßenebig ber

rätereien

©egenftanb allgemeiner ?(n!Iagen, al§ mollte e§ gang i^talien ober allgemacf)

erobern nad) 95ei fidE)

bem anbern i^m

nä'^erm 3ufef)en lüirb nid^t

au§

bem

unb S^egierungen tanen

58oI!,

fo

ba^ ein ©taat

Ijerunterbringen,

^rme

of)nmä(i)tig in bie

man

jebocf) inne,

fonbern auä ber

fallen muffe ^).

ha^ biefer SBet)ernf

Umgebung

ber dürften

er^^ebt, toelc^e faft fämtlid) bei it)ren

Unter*

roä^renb SSenebig burd) fein

leiblid)

fd)ft)er oer^jafU finb,

milbeg Sf^egiment ein allgemeine^ ^it^^öuen geniest (f. 6. 74). SBenn ©alea^jo 9Jlaria Sforza 1462 bem t)ene§ianif(f)en SIgenten

ba^ ©egenteil

boten

'Ratten,

fagt,

brau(i)t er tnot)!

ergeben

fid)

nämlid) ba^ Untertanen SSenebigg

mit if)m gegen bie ^errfd)erin gu ^ie^en,

bei

ficE)

er*

fo ge=

nur eine ergö^Iicf)e ^raf)Ierei^). '3)enn tüirüicf) jebem 3tnlafe ©tobte unb Sanbfd)aften freilDÜIig

an S3enebig, allerbinge meift foId)e, bie au§ tt)rannifd)en Rauben tommen. 9lud) ^loren^ mit feinen !nirfd)enben Untertanen* ftäbten unb freit) eitgetoo'^nten 5^ac^barrepubliten, fanb fid) SSenebig gegenüber in me^r a\§> fd)iefer (Stellung, felbft tpenn man ben ^anbel^neib unb ba§ 5'ortfd)reiten Sßenebigg in ber 9tlomagna nic^t in 58etrad)t §og. (Snblid) hiaä)te e§ bie £iga üon ßambral^ ((3.75) lüirt'Iid) bat)in, benjenigen (Staat §u fd)tt) öd) en, btn gan^ Italien mit bereinten Gräften t)ätte ftü^en follen. 5inein aud) alle übrigen üerfe'^en

gueinanber,

rt)ie

fid)

beS 5QIerfd)Iimmften

bag eigne böfe öemiffen e§ jebem eingibt, unb

finb fortrt)at)renb

^um

Sufeerften bereit.

Slragonefen üon 9JeapeI, Siituö IV.

£oboöico DZoro, bie

'E)ielten

in gan§ i^talien

bie aIIergefät)rUd)fte Unru{)e mact), ber kleineren gu gefd)rt)eigen.

nur auf Italien befd)rän!t! ®inge brad)te e§ mit fid), ba'^ man \i<S) nad) frember ^nterbention unb §ilfe umfat), l^auptfäd)Iid) nad^ granäofen unb S:ür!en. ^ätte

fid)

biefeä entfe^lid)e Spiel

SUIein bie Statur ber

^)

©0

fiorent.

nod) ganä fpät Varchi, Stör, I,

57.

2)

3SgI.

Malipiero, Annali veneti,

Arch. stör. VII, p. 216 sq.


96

erftcr gibjc^nitt.

3unä(f)ft finb bie

SSeööÜerungen jelber bur(f)lüeg für i^xanh

eingenommen. 9)?tt einer granenerregenben 3fJaiöetät f^Ioreng öon iet)er feine alte gnelfifd)e (5t)mpatf)ie für

reid) ftet)t

^ran^ofen

ein.

^ielleic^t ba^ ftärifte biefer 5lrt

ift

eine

ge* bie

^n^

©efanbten 1452, in tüeld)er biefe anfgeforbert tüerben, ben tönig S^arl VII. an bie feit ^a'^r^ :^unberten beftet)enben innigen 93c5ief)ungen gmifdjen ^ranf* ftrnition

an

bie fIorentinif(i)en

nnb f^Iorenj gn erinnern, ferner an bie bnrtf) ^axl ben ©ro^en erfolgte 33efreinng ^talien^ öon ben 33arbaren nnb an bie bon tarl I. ^errü^renbe 58egrünbnng ber gnelfif(i)en ^artei^). ?(!§ bann Äarl VIII. mxUiä) im ©üben ber SHpen er= f(i)ien, fielit)m gan§ Italien mit einem ^ubelgu, mel(i)erif)m nnb

reid)

feinen ßentenf eiber gan§rt)nnberli(^ üorfam^).

^n

ber ^"fjantafie

ber i^taliener (man ben!e an ©abonarota) lebte bü§> ^bealbilb eines großen, meifen unb gerec£)ten ÜietterS nnb |)errf(i)erg, nnr mar e§ ni(f)t me'^r tv'xe hei ^ante ber Äaifer, fonbern ber cape^ tingifd)e

tönig öon granfreic^. SJiit feinem 9lü(fäng tüar bie im gangen bal)in, bocf) tjai e§ nod) lange gebanert, einfal), wie Oollftänbig tarl VIII., £nbtt)ig XII. unb

2:änfci)nng bis

man

grana

I.

i^r rt)al)reS SSerljättniS gn Italien öertannten,

untergeorbneten SSemeggrünben

tüelä)

fie fid)

berg als ba^ ^ol! fn(i)ten bie dürften bienen. als l)in

^)

2tn=

Iriege gu ©nbe maren,

9IIS bie fran§öfif(i)*englifd)en

planen wiegte, ba !amen il)ncn unb bie

allen (Seiten entgegen,

U

qual fundamento,

toettet, fu

jo Reifet e§

cagione della ruina della

contraria parte e introdiisse lo stato della felicitä, in

che noi siamo. ga^

broni Cosmus, adnot. 107, vol. II, p.

leiten liefen.

^ran!reicf)S gu be*

Snblnig XI. feine bipIomatif(i)en SfJe^e nad) allen (Seiten auswarf, als bollenbS tarl bon S3nrgunb fic^ in abenteuere

lid)en

bon

fid)

unb bon

200

sq. 5tl§ ber

junge Lorenzo

in f^Ic'i^cnä ticrtreitenben

bcm

^erjog öon

3InjiOU einen SSefud) mad)te, legte er

franj. Xrad)t an,

gabroni

vol. II, p.9.

bie italienifd)en Kabinette fran5öfifd)e ^nterbention

Comines, Charles VIII, chap. 10:

2)

man :^ielt bie granjof cn comme saints.

SSgl.

Chap.

17.

— Chron. Venetum

bei 9)hirat.XXIV, Col. 5, 10, 14, 15.

Matarazzo, Chron. di Perugia,

arch. stör.

XVI,

II, p. 23.

SatjIIofer

anberer 3tu§fagen ni(^t ju gebenfcn. 5BgI.

©jfurg XIV.


SScrjud) eines ®Iei(f)getütcf)t§.

mufete früher ober f^äter eintreten, auä)

auf 9Jeapel unb 3JJailanb,

^iemont

f(f)on längft

karteten

jie

oon

SJZaria

aB

er,

3Sel(i)e

>).

aU

o'fine

bie 9Infprü(f)e

©enua unb ^äe SBene^ianer er* Sobe^angft ^ergog Oialea^^o

fo geroiö

ftattgefunben

fc^on 1462

97

;5ttterüentioncn.

jie §.

33.

in

t^atte.

l^Jailanb rt)äf)renb be§ 33urgunberfriegeö nu§ftanb,

fd)einbar

fort)ol)I

ben Überfall beiber

mit Subtüig XI. al§ mit

in f(i)lagenber3Scife.

Saä

iilarl

öerbünbet,

geigt feine S^orrefponbeng^)

für(f)ten mufete,

©t)ftem eine^

OJleic!)gert)id)te§

ber üier

mie Soren§o magnifico eä öerftanb,

italienifc^en §auptftaaten,

nur ba§ ^oftulat eine§ lichten, optimiftifd)en @eifte§, über freüelnbe ©jperimentalpoliti! mie über floren==

toax boä} tDeld^er

©uelfenaberglauben f)inau§ mar unb fid) bemüt)te, gu l)offen. 5ll§ Submig XI. \f)m im Kriege gegen ^errante öon S^eapel unb Oiytug IV. ^ilfötruppen anbot, tinif(f)en

ba^

S3efte

bermag noc^

meinen 5^u^en ber ©efa'fjr gan§ ^tölienö öorsujie^en; mollte @ott, e§ fiele ben fran^

fagte er: „^ä)

§öfif(i)en

Königen niemals

ni(f)t

Gräfte in biefem £anbe

ein, il^re

ju öerfud)en! SBenn e^ ba§u !ommt, fo

^ür anbere dürften bagegen med)felnb

SJJittel

ift

brol)en mit il)m, fobalb

fie

SSollenb^

imb

(Sd)redeng,

au§ irgenbeiner

miffen.

i^talien oerloren"^).

ber 5lönig üon ^^ranheicE) ab^

©egenftanb beg

ober

bequemern StuSmeg

ift

S8erlegen:l)eit

fie

feinen

glaubten bie ^äpfte,

mit ^ran!reic£) operieren §u bürfen, unb ^nnocenj VIII. meinte noc£), er fönne fd)mollenb fid) nac^ o'^ne alle eigene ©efa'^r

bem

SfJorben äurücf5iel)en,

um

üon ba mit einem frangöfifc^en

§eere al§ Eroberer nad) Italien mieberäu!e{)ren*). Cbmmentarii, X,

p. 492.

1)

Pii II,

^)

©inginS, Depeches des ambas-

sadeurs milanais

etc.

I, p.

^Iftenftücfe mitgeteilt

26. 153.

3) SSgl.

279. 283. 285. 327. 331. 345. 359. II,

p.

29. 37.

101. 217. 306.

fürs

tad

*)

gegen

bem jungen

58reüen

Subroig üon DrlcanS gu

— Über ba§ SünbniS stüi5d}en

tere

unb tarl VII. üon

{^ranfreid) 21. ^^ebr.

9lenat{{ance.

si

sq.

"^ie^

biefe 9lu§füt)rung ©j»«

©clbft in einem feiner

eS einmal tüörtUd): flec-

nequeam

movebo,

1452 unbefonnte

SSuidC^arbt, Kultur ber

im

ff.

^abroni, Laurentius magnificus,

Adnot. 205

geben.

£. JRofit

XV.

fprad) bereits einmal baüon, ?[RaiIanb

SJiailanb, l^^o'^enä

üon

Arch. stör. lomb. 33, 246

superos, Acheronta

t)offentIid) bod) nid)t in S3e^

gie!)ung auf bie 2;ür!en. (SSitlari, StoI.

n.

siufl.

7


98

etftct 9lbf(^nitt.

'3)en!enbe 9}lenf(i)en

lange bor

bem

über bie W.pen

ja'£)en aljo

bte

frembe Eroberung fd)on

Unb aB ^axi

^i^Ö^ ^arlä VIII. borauS^).

^umd

mar, lag e§

lüteber

erft rec^t !Iar üor aller Slugen,

baB nunmehr eine ^ra ber Interventionen begonnen t)abe. f^ortan t)erpfli(f)t jid) Ungliid mit Unglüd, man tüirb §u fpät inne,

bafe

^rantreid^ nnb

©panien, bie beiben ^auptinter^

@ro^mäd)te geworben finb, ^nlbignngen begnügen fönnen, fonbern um (Sinflufe unb 33efi^ in Italien auf ben 2;ob !ämpfen muffen, ©ie f)aben angefangen, ben gentralifierten ttalienifc^en Staaten gu glei(i)en, ja biefelben na(i)5ual)men, nur in toloffalem SJlaMtab. ^ie 9lbfici)ten auf Sänberraub unb £änbertauf(f) ne'^men eine ßeitlang einen g^Iug in§ Unbebingte l^inau^. "Das ©nbe aber tvax befanntlid) ein totale^ Übergen)i(i)t ©^3anien§, n)eld)eä al§ <B6^\vext unb (3d)ilb ber ©egenrefor^» mation aud) ba§> ^apfttum in eine lange ?Ib'f)ängig!eit brad^te. •Sie traurige Sflefiejion ber ^"^ilofopfien beftanb bann eingig öenienten,

ba^

ingtuijrfien

fie fic^ nid)t me'^r

nioberne

mit

oberfIäd)Ii(i)en

barin, na(i)äurt)eifen, tvie alle bie, welä^e bie SSarbaren gerufen, ein fd^Ied)te§ (Snbe

genommen

tjätten.

Offen unb o'^ne alle (S(i)eu fe^te man \id) im 15. ^oijX'' I)unbert and) mit ben 2;ür!en in SSerbinbung; es f(i)ien bie§ ein 9JlitteI politifd^er

2Sir!ung tvie ein anbereä.

folibarifd^en „abenblänbifc^en

lauf ber Äreu^güge bebenüid) getüantt,

ria di

Savonarola,

II, p.

48 ber Docu-

^)

^n

unb

im

f^riebrid^ II.

fen entgegnet 3teacu§:

SSer*

modjte

Quamquam

fei=»

ber Unterrebung

verumaGallisGermanis-

3- ^- Jovian. Pontanus in

Sharon,

S3egriff einer

timenda haec sunt, tamen si vetera respicimus, non ab Asia aut Graecia,

menti.)

nem

®er

e'f)riften^eit" '^atte fd)on

timendum

öon 2[eacu§, 5DUnoi, SKercuriu^ (Opp.

que

ed. Bas. II, p. 1167) fogt ber erftere:

semper

fuit.

Vel quod haud multis post saeculis

üentilierte

f^rage,

futurum auguror, ut Italia, cujus intestina te odia male habentMinos, i n

i^ranjofenfönig in "Neapel angerebet, tüirb

oon ^. Drefte

unius redacta ditionem

apd

1901) öerneint, öon gr. ©atullo

resumat imperii majestatem.

(Palermo 1906) mit guten ©rünben bejaht unb gered)tfertigt.

Unb

auf SKercurö SSarnung üor ben 2^ür*

Italiae

®ie me^rfad) ob Pontano ben SJJnftroionni (^ie^


99

^te fRegterungcn.

SSerbinbungen mit bcn Surfen,

benifelben bereite entioa(i)jen fein^); allein ba§ erneute

bringen be§ Dnentö, bie 5lot unb ber Untergang beg 3leid^e§ l^atte

im gangen mieber

Stbenblänber (menn

aucf) nicf)t

<Bd)xeäen üor ben Stür!en unb bie fo

!aum

bo(f)

ift

Stimmung

bie frül^ere

n)ir!Ii(f)e @efa'f)r

irgenb einmal frebell^aft mit 9Jlot)ammeb II. folgern, teilg beüor

gro^

fo

eine bebeutenbere 9ftegierung,

ber

^ieröon

i^ren @ifer) erneuert,

Italien eine bur(i)gängige 'äu^na^me;

ma(i)t

93or==

grtc(^if(f)en

ber

fein mod^te, n)el(f)e

unb feinen

nic£)t

S'Jad)^

@rie(f)enlanb unterworfen fjatien, teiB

fie

unmittelbar nad) ber @innat)me ÄonftantinopeB, einoerftanben

gemefen wäie gegen anbere ffrupello^

berfät)rt

^loreng,

'2)ei

Hört ben Sultan förm^»

über ben legten SSeg ^talienö |)err gu

auf,

tüerben'^).

2(nnäf)erung an bie 5tür!en mod)te burc^ bie ^erfönli(i)=^

'3)iefe

''ffloffammeH II. erlei(i)tert tüerben;

!eit

S3efonber§

ba^ in feinem |)anbel auf bie

Xür!ei angeroiefen mar, 93enebetti lict)

(Staaten.

itaUenif(i)e

^Italienern bergeftalt, ba^

loben, felbft bann, rtjenn

fie fid) nirf)t

fie

gum S^q gegen

(Singelne italienif(f)e ?^ürften,

ten^).

imponierte ben

fie

entt)alten tonnten, i^n gu

i^n Stnftalten mad)^

^. f^rance^co ©onjaga

§.

öon 9)Jantua, tüaren mit bem Sultan fo innig befreunbet, ba^ fie firf) ^reunbe unb 93rüber nannten. Unb rt)o man ficE) nid)t mit ben 2;ür!en berbanb, ba traute e§ bod) jeber bem anbern §u e§ mar no(f) immer nic^t fo

®a§

^)

„berücf)tigte" 93ünbni§ SBe^

bem ©ultan üon bem in ben frü{)eten

1202 mit

nebtg§

^Q'cjpten, tion

3Iu§gaben bie Siebe mar, nid)t,

tigl.

9lö^rid)t,

ejiftierte

Regesta regni

Hierosolymitani, ^nn§brncE 1893, ju «Rt.

830,

unb

20. ««orben,

Äreuäjug, 93erUn 1898. e3 gelegentlid)

gejanbte

tior,

baf;

üierte

baß S3enebig§

üom ©ultan

tüurben, Marin

ober

®er

Später !am

ftolj

5Ib*

bef)anbelt

SanutoXV, 18 (1512) bem Äönig üon

SSenebig

2)

^oren, glor.

128 (nac^ ^)

im

5(uftrag 9?enebig§ an Alfons 1454

bei SJlacufeö, I,

in

einem

bie bod)

nur

bigt tvixb,

mit

gtnei

p.

@ebid)te

S3riefe u,

63 sqq. 211 sqq.),

teütueife

bamit entfd)ul'

ba^ Fs. ©c^tt)iegermutter 2;öd)tem in türfifd)C ®c*

fongenjc^aft geraten n)aren.

93riefe

(1490).

gried).

1454 (Legrand

2ür!cn

f.

291—306. 3tf)nUct) MohammedsII.

Filelfos Sobpreifung

jd)ulbigte

1376

Gueltcn).

SRebe be§ Nicolaus Sagundinu3

Ungarn üon einem Sünbni^ mit ben abriet, baf. II,

3Birtfd)aft^gef(^. I,

!)anbj(^riftl.

@r

ent^

fid)

and) be§iüegen in einem

an L.

Crivelli, 1. 3(ug. 1465.

7*


100

erfter SI6i(i)mtt.

fd^Iimm,

aB

SSenejianer

it)a§ j. 33. bie

bem

X'E)roTterBeTi 5lIfon§

öon S^eapel ©(i)ulb gaben, ha^ er Seute gef(i)tc!t ^abe, um bie 3ifternen üon 95enebig 511 üergtftenO- Ob ©aleag^o SJZaria öon 'iWailanb (1467) tütrflicf) bie 9Ibjid)t t)atte, fic^ mit ben 2:ürfen gu üereinen, um SSenebig gu öerni(f)ten, tüie er einem nenegianifc^en 5tgenten fagte, bleibe ba!)ingeftent2); öon einem SSerbre(f)er tüie ©igi^monbo 9)ialatefta erwartete man burcE)* au^ nid)t§ 33effere§, aB ba^ er bieStürten narf) Italien rufen mödjte^). Slber aud) bie Stragonefen öon Neapel, meieren ^JJJo^ angeblic!) üon anberen italienifd)en Ü^egierungen, l^ammeb eine§ Sage§ befonberä ber bene§ianifcf)en, aufgereiht Dtranto hjegna'fjm (1480), tje^ien, nad)bem fie bie i:^nen ent= riffene ©tabt tüieber eingenommen "Ratten, ben ©ultan S3a=*

gegen SSenebig').

jagetf) II.

9JJoro §ufd)ulben

Jammer ©Ott ruo

um

.

©benba§felbe

fommen; „ha^ ^lut

liefe

Soboüico

fid)

ber Gefallenen unb ber

ber bei ben 3:ür!cn Gefangenen fd)reit gegen 9flad)e", fagt

ber Stnnalift be§ ©taateä«*).

man alleä tüufete, mar e§

^n

il)n

gu

SScnebig,

aud) befannt, ha^ ©ioöanni ©forga,

f^ürft t3on ^efaro, ber SSetter beö 9)loro, bie nad) 9Kailanb reifen*

ben

Gefanbten bel)erbergt

türfif(f)en

S3on ben köpften

l)atte«).

be0 15.^al)rl)unbert^ finb biebeibenet)renlt)erteften,9?icolaugV. unb $iu§ II., in tiefftem fummer megen ber 3:ür!en geftorben, le^terer fogar unter

ben

Stnftalten

einer

5lreu^fat}rt,

bie

er

felber leiten tüollte; aber fd)on ^al)r{)unberte öor iijnen fjaüen

^äpfte mie ^nnocen^ IV. unb (Tregor IX. um moglemitifd)e ^ilfe gegen einen d)riftlid)en 9Jlonard)en beworben, unb i^re fid)

^)

Comines, Charles

— äSie Alfons im

III. chap. 7.

Striege ieinen

@eg*

ner bei einer Untcrrebung rDegjufan*

gen jud)te,

etjäljlt

Nantiporto,

aRurat. III, II, neue Slu^^g. ©. ift

8.

bei (Sr

ber Vorläufer be§ Cesare Borgia. ^)

58g(.

archiv. 3)

Pii

Malipiero,

stör. II,

VII,

I,

Ann.

f.

©. 28.

p,

Chron.

fur§ 5)

Col.

Venetum, bei 9)iurat. 14 unb 76. SBgl ©x-

XVI. Malipiero,

a. a.

C,

p. 565. 568.

Über Moros SSer^ältni^ ju ben Surfen ügl. ^elijfier I, 162: er fagte 8)

gum mantuanifd)en ©efanbten

Bro-

gnola, er mijd)te ein SBogel fein,

p. 222.

Comment. X,

Über Boccalino

veneti,

*)

XXIV,

495.

fd)nellcr 9Jact)rid}ten fd)ritten ber Starten

um

oon ben gort= ju

erl)alten.


Sßerbtnbungcn mit bcn %üxUx\.

S'Zac^folqer

101

SSetiöIIcrungen.

?ßdpSle.

öeruntreuen btc auä ber ganzen

ge^

(S^riften'^eit

fammelten Xürfengelbei; unb entrt)eit)en beit barauf gegrünbeten

^nnocenä VIII. beö ge[Iüd)teten ^rin^en ^fc^em

miafe äu einer ©elbfpetulation für

^um

gibt \id)

eine

:^er,

5?er!ermei[ter

Dfloüe,

S[^enebig

n)el(i)e

fi(^^).

mef)rfad)

abgele'^nt !)atte,

gegen ein öon bejjen trüber S3ajajett) II. gu äal)lenbeä Sö'f)r^ gelb, unb 2tlejanber VI. unterftü^t in t'onftantinopel bie ©djritte be0 fiobooico ^Jloro gut

görbemng

biefe§ in ©emein* einem Äon^il bro^t^). bafe ba§ berüd)tigte ^Bünbniö ^^rang' I. mit ©oliman II.,

i^m

Eingriffs auf SSenebig (1498), tüorauf

bem Könige öon

fd)aft

mit

Wan

f ic^t,

eineö tür!ij(^en

^ranfreirf) mit

ba§ einStaliener, ^ietro 9lretino, äum6)egenftanbeine§{)eftigen 5lngriff§ tt)ä!)Ite, ni(^t§ in feiner 9(rt ^fJeueä unb Uncrt)örte§ mar.

Übrigen^ gab e^ and) einzelne S3et)öl!erungen, benen fogar ber tibergang an bie Xürten nid)t met)r al§ etwaä befonber^ ©(^re(JIict)eä erfc!)ien. ©elbft menn fie nur gegen brüdenbe Ü?e* gierungen bamit gebro{)t ^aben

man

ßeic^en, ba§'

morben

£üfte etroaö ber

märe

bie§ bod) ein

fjalbmegg üertraut ge*

1480 gibt ^attifta SJJantoüano beut*

unb ba^ namentlid) 3tncona Ütomagna unter £eo X. fid) fet)r bebrücft

5lrt oorau^fä()en,

9tl§ bie

eö it)ünfcf)e').

Trithem., Annales Hirsaug. ad

^)

1490,

Tom.

Malipiero,

2)

p.

um

(3cf)on

tüar.

follten, fo

bem Gebauten

5U üerfte^en, ha^ bie meiften ^ntt)o!)ner ber abriatifcf)en

lid)

a.

mit

152.

II, p. a. 0.

sq.

D. p. 161.

VIII.

\.

SSgl.

bc^

p. 145, lüo

c§ !lar rairb, bofe eine ^orrefponbenj

ber i^impfüd)ften

anber unb

^lep

'äxt ätDijd)cn

SSajasett) ejiftierte.

JJorxeiponbenj, in neiiefter

mit ^apft Stiejanber VI. in ber für ^ird)engeid)ic^te

\(i)ü\t

3Iugtieferung

'Sie

Dschem an Karl

535

®ieje

Qdt

t)iel=

511—573.

©.

einem

1892.

309f

.

®en

iDiefen

oon §. ^cibent)eimer:

Sorrejponbenj ©ultan SSaiaget^ä

er<=

Sie II.

bie

j^alle bar^

Djem Sultan

für licmeif enb. tlber

eine grofecStnäal)! Briefe

Urtunben ^)

Sßiberfprud) ^aftorg III,

"^olte id) nid)t

tatibus

e(^t

tüirb

ba§ gro^e2Ber! üonL.Thuasne, ^ari§

für uned)t crad)tet,

al§

merftoürbigen

fef)r

getan. S[u§füf)rlid) über

Dschem

ift

3eit=»

(1882)

©laubnjürbigteit be§ Burchardus an

ton SRanfe unb 93rofd) al§ untergefrf)obcn, üon ©vegorooiu? aU aut{)entifd), nur ber {Raffung nac!^

fad) bel)anbelt,

'Saburd^

V

bei

unb

Saman^ft) 201—292.

Bapt. Mantuanus,

De

calami-

temporum, ju ©nbe be§ ^mei* ten 93ud)e§, im ©efang ber 9?ereibe S)oriö on bie tüt!ijd)e flotte.


102

(Srfter Stbjdimtt.

füllte, fagte einft ein ^Ibgeorbneter

^arbinal Iau(i)te

©iulio

in§

9Jlebict

Ütepubli! SSenebig

öon 3?at)enna bem Segaten

@ejicf)t:

tüill

un^

bie

„9JZonfignore,

ni(f)t,

um

er*

feinen ©treit

mit ber ^ixd)e iu befommen, wenn aber ber %üxU nad) Ülagufa fommt, fo werben wir un§ it)m übergeben 0". 2(ngefic^t§

ber bamal§

jcEjon

3talien§ burtf) bie (Spanier ni(f)t

ift

begonnenen Unterjo(i)ung

e§ ein leibiger, aber bod) gar

grunblofer Xxo^t, ba^ nunmet)r ba^

2anb wenigfteng üor

ber S3arbarifierung burrf) bie 2:ür!enf)errf(^aft gefd)ü^t war^). ©id) felber l^ätte e§ bei ber ©nt^weiung feiner ^errjd)er [(i)Wer*

öon biefem (3d)icEfaI bewatjrt. 2Senn man nacE) all biejem öon ber bamaligen italienif(i)en ®taat§!unft etwaä (Sute§ fagen foH, fo !ann fic^ bieg nur auf bie

lief)

objeftiöe, öorurteiBIofe 33e:^anblung foId)er ?^ragen begießen, wel(i)e nid)t burc^

getrübt waren. (Sinne mit

d^x(i)t,

£eibenfci)aft ober

fünftlicf)

S3o§^eit bereite

£el)n§wefen im norbif(i)en

|)ier gibt e§ fein

abgeleiteten 3^ed)ten, fonbern bie 'SRaä)t,

bie jeber befi^t, befi^t er (in ber Siegel) wenigfteng faftifd) gan§.

§ier gibt e§ feinen ©eleitäabet, ber

im ©emüt ber dürften ben

abftraften (£f)renpunft mit all feinen wunberlid)en

aufred)t

tjielte,

ba^ nur

na(f)

3weden

gu f)anbeln

gegen bie

Folgerungen

fonbern f^ürften unb Ülatgeber finb barin ein§, ber Sage ber 'S)inge, nad) ben gu erreid)enben fei.

@egen

SSerbünbeten,

bie 3!Jienfd)en, bie

wo'^er

ejiftiert fein 5^aftent)od)mut,

fie

auc^

man

benü^t,

fommen mögen,

ber irgenb jemanben abfd)reden

unb gu allem Überfluß rebet ber (Btanb ber ©onbottieren, weld)em bie ^erfunft üöllig gleid)gültig ift, öerne^mlid)

fönnte, in ^)

3^omma|o ®or, Relazioni

Roma, I, SSienetd)t äum

Corte di 2)

della

crftenmal

ift

jene

33eftitnmung ©pantenä angebeutet in ber ^fCfttebe,

lt)eld)e

1510 öor Julius

II.

Fedra Inghirami I}ielt,

§a§ gegen

bie

©panier

f^olge ber burd)

p. 55.

gut j^eier

@reuel.

'2)er

erft

ift

eine

biejelOen öerübten

ßremoncfer

$)iftori!er

Domenico Bordigallo (ügl.gr. 9?otiati, D. B. S>enebig 1880 S. 34 fie

:

2(.

6)

nennt

rapinae deditos, infidos, scelestos,

ber (Jinna^me üon 58ugia burd) bie

fures, latrones, fraudulentos, luxuri-

glotte gerbinanbä beg ^ati)ol

osos, homicidas, sodomitas,

Anecdota

litteraria II, p. 149.

S8gl.

— '^ex

et

omnium morborum

malorum

plenos.


Dbieftioität bet *ßoIitif.

genug öon bei )x>\ilUä)enTlad)t

aU

gebübete ^ejpoten,

unb berect)nen

bie irrigen,

unb

@nblt(f)

eigene^

\t)t

aB

^Zac^barn uugleid^ geuauer,

103

Die Unter!)onbIung.

!ennen bte Sflegierungen,

£aub unb

it)re

Sauber

bie

U)rer

uorbif(f)en ^^itgeuofjen

bie £ei[tung§fäf)ig!eit

öon ^reunb

O^einb in ö!onomifcf)er Voie in moraIif(f)er ^inji(i)t big in

bie üeinften (£in§elf)eiten; fie ei*f(i)einen,

Irrtümern, alä geborene joId)en

SHit

tonnte

ftimmen

(Statiftüer.

b. ^.

burc^

unterf)anbeln,

tatjäd)Ii(f)e

man

©rünbe gu

be*

9tB ber gro^e Stifonfo öon S^eapel (1433) @e^

:^offen.

fangener

man

fonnte

9Jienj(^en

gu überzeugen,

fie

tro^ ben fdjnjerften

be§> t^ilippo 9Jlaria SSi^conti

getxtorben mar, tpu^te er

biejen §u überzeugen, ba^ bie ^errjd^aft beg §auje§ Stnjou über S^Zeapel [tatt ber feinigen bie

unb jener

ma(f)en mürbe,

^rangofen §u Ferren öon Italien lie^

mit i^m^).

fc^Io^ ein 33ünbnig

if)n

ol^ne Söfegelb frei

©(f)rt)erlid)

ptte

unb

ein norbifdjer

^ürft fo ge'^anbelt unb getüifs feiner üon ber fonftigen SJZoralität

©in

beö SSi^conti.

fefteä

SScrtrauen auf bie

©rünbe bemeift aud) ber berüt)mte

magnifico

rt)eld)en

33efu(i),

Sorengo

unter allgemeiner SSeftürjung ber Florentiner

— bem treulofen ^errante in rtjiB

9)iaci)t tatfä(^U(i)er

unb

in ber SSerfu(i)ung

fangenen bagube^alten^).

S^Jeapel abftattete (1478), ber ge=

ni(i)t

§u gut ba^u mar,

ba^

'2)enn

man

it)n

aU @e^

einen mäct)tigen

dürften öer'^aften unb bann nad) Stu^ftellung einiger Untere fd)riften

unb anberen

laffen fönne, tat 1)

(1468), U.

a.

tiefen ^ränfungen mieber lebenbig ent* mie ^arl ber £üt)ne mit Submig XI. §u gerönne

ben Italienern

erf(i)ien

Corio,

fol.

333.

SSene^men gegen Sforza, ^)

(ögl.

unten Sjfurg XV).

gert)i|

nacE)

Conti

— Paul. Jo-

X, L.

I.;

leitetet

guten Quellen, obtuof)!

nid)t o:^ne 3t^etori!. ftellt

ba§ 329.

Vita di Lorenzo

Nie. Valori,

vius, Vita Leonis

SSgl. fol.

I,

S:^ara!tcri[tifd)

89 bie (Ba^e bar: Lau-

rentius enim, sive prius fide a rege

data, sive in re necessaria consilium

a\§

Sort)eit='),

fo

ba^

periculosum secutus, quod plerum-

que

fides habita

aucf)

Landucci

^)

fidem obligat.

p.

83 gl.

33 sq.

SSenn Comines bei biefem unb

fjunbext onberen 3tnläjfen fo objeüiö

beobad^tet unb urteilt Italiener, fo

i[t

ttjie

irgenb ein

bobei fein italienifd)er

Umgong, jumal mit Angelo Catto, geiuife fe{)r in

^etrod)t ju äief)en.


104

eriier 2tbfd)nttt.

Sorenjo entmeber gar nid)t

@^

erwartet iDurbe^).

amjd)en ©ejanbten,

aufgemanbt burd)

erft

nad) bcn

barf,

benn 2ln

an.

öon

man

ber

ber

befam,

unb

gef)ören ber {)umaniftif(^en

unb

®erb{)eiten

Sllpen bie

92aiüitäten

nxatifd)en SScr!e:^r aud) nid)t

ber

©d)iiIret^ori!

fcl)lte

'^a)ß\t flud)t

im

biplo^*

einem ©e=

janbten, ein ©efanbter befc^impft ben ^apft, ein anberer ää{)It

um

feinen Ferren,

aller fonft fe{)r

un§

jd^eint

ja

(Srnpfang^reben beurteilt roerben

offigiellen

biefe

üon ttem^jU Überrebung

bie^jeitg

einen begriff

^tatiener

nici)t

gumd

ber poUtifd)en

eine ^unft

tüorben, bie

xmtjx ober ru^mbebecft gurüd*

in biefer Seit,

ift

gu getüinnen, eine ^abel^')

fie

entmidelten

^-tifette.

f^aft

rüt)renb

er==

— tro^

aber er*

ein ©eift tüie 3!}tad)iaöeni in jeinen „Segagioni".

SJZangel^aft

fümmerlid)

inftruiert,

alö

au§geftattet,

unter*

georbneter 5tgent bet)anbelt, öerliert er niemals [einen freien, l^o^en

unb

S3eobad)tung§geift

S3erid)tenä.

be§

£uft

feine

anfd)aulid)en

bann bor§ug§h)eife ha^ £anb ber unb „D^elationen"; trefflid) unter* lüurbe gemi^ aud^ in anberen 9?eid)en, allein nur I)ier

Italien

ift

unb

bleibt

poIitifd)en ,,Snftru!tionen" f)anbelt finb

au§ fd)on

©d)on

fo frü'E)er 3eit ^üi)hzi6:)e '2)en!mäler öorfianben.

auö ben legten £eben§epod)en be§ Januar 1494) oon ber

bie grofee ®epefd)e

geängfteten ^^errante üon ^f^eapel (17.

^anb beä ^ontano, an ha^ Kabinett gibt

^)

ben '3)0

'^öd)ften

bei allen biejcn

langen nur öon

wenn

biefer

Unter^aub*

58orteiI, nie

xal ge|prod)en wirb, fo

überrafd)enber,

üon

SSegriff

ift

Don c§

9JJo'

um

Santi p. 89

fo

lib.

'»^Hejanberg VI. gerid)tet,

2)

©attung öon Staate*

aSgl.

g.

58.

Malipiero,

a.

p. 216. 221. 236. 237. 478. ufw.

aud) Egnatius

a.

D.

SSgl.

321 a unb bie in

fol.

Burchardi diarium

II,

502 erjä^Ite

XI, cap. 40 Federigo gelegentlid) ben

unb üon Sanuto

©runbfatj ber 9}toraIität in ber ^olitif

©jene, tüo ber ^apft

betonen

QJefanbten in bie 2:iber ju werfen,

läfst

ben ^Bcnejianern gegen*

über, bie i^n auf

it)re

©eite tjinüber*

äief)en wollen, weit fein

Äontraft mit

ben

f^ftoicentinern nid)t unterfd)ricben

fei:

che non e honesto cio che

licito.

ober lüo fie

fei

gern

er

nid^t

II,

385 ergänjte

brot)t,

ben fpan.

oon ber Königin fo

barftelle.

feufd),

wie

fagte,

man

fie


Die Untet^anblung.

®er

5?rieg

aU

105

^unfttüerf.

ift un§ nur beiläufig unb aU eine au§ einer üon '3)epefd)en ^ontcino^ mitgeteilt morben^). Sßie Uieleö oon ät)nlid)er S3ebeutung unb Sebenbigteit auä anberen Kabinetten beä jinfenben 15. unbbeginnenbenl6.^at}r*

unb

fd^riften,

großen

bie[e

^In^at)!

mag noct)

l^unbertö

öerborgen liegen, be§ jpätern gu gefd)n)eigen. 9JJenfd)en, aB $ßolt rt)ie alä ^nbiüi*

— ^on bem (Stubium beä öuum,

rt)elc^e§

bem 6tubium

mit

^anb

Italienern

^anb

in

ber ^erpltnijje bei biefen

einem bejonbexen

ging, mirb in

2lb*

9tebe fein.

f(f)nitte bie

5y?eunte§

^^a^jitel.

ben 6;^ara!ter eine§ Kun[t* nur mit einigen SSorten angebeutet

9Iuf h)eld)e SBeife aucf) ber Krieg

n)er!e§

annahm,

^^m abenblänbifd)en

njerben^). 1)

foll l^ier

II, p.

XLIII

menti, unter tueldjen nocf)

G. Savo-

58et SSillari, Storia di

narola vol,

mcrfroürbige

ftnben.

ber Docu-

jid)

aud) jonft

poUtijd)e

93ei}piele

öon

SSriefe

ßf)iffrebrie=

fen mit Stuflöfung jinb gegeben bei

Sercambi V,

408-410.

p.

SSon

einem aufgefangenen SSriefe be§ §er=^ jogg üon Orleans an Karl VIII., ber commutatisliterisetverbi3gefd)rieben iji,

berid)tetBenedictusVeronensisbei

©ccarb

160

II, p.

f.

(Sine ^njat)!

Oon2)epefd)en beSPontano bei 58oIpi= cella,

Liber instructionvim, 9ZeapeI

1861,

^Inberea

oom ßnbe

beg 15.

^a^r^. bejonberä bei Baluzius, ÄDscellanea ed.

9Jianfi, vol.

I.

nun

SS gl.

9?ättelalter tvax bie Slu^bilbung Stnfang be§ 16. ^al)rt)unbert§,

jier u. 0.

unb

bie äaf)lreid)en iClittei*

lungen in bcn ^rooin35citfd)riften 9Jionograpt)ien,

Pontano

G.

5. 33.

Carlo VIII, 5teapel

e

©egenüber ber bei oielen (feit Stanfe) mobegeroorbenen au§fd)lie§* Iirf)en 33enu^ung ber ©efanbtfd)aft§= beri(^te unb bem bitnben S8ertrauen auf jebeS

if)rer

Sreig{)ton, 3?orr.

ben ^)

fanbten ou§

unb

bem

t)eneäianifd)er

(Snbe be§ 15.

©e^ unb

Sanbe, and}

3.

bert.

58gl.

gegen*

im

15.

neuerbingS

33lai ^äi)n§,

^unft.

Seipsig

®. ^ergfell, ®ie

unb

16. Öat)rl)un»=

^ßrag 1886 (grofee'5 illuftrierteä

^rad)ttt)er!, fel)en

al§

aud^

ift

üon

au§gefüf)rt

f5ed)tfunft

florentinijc^er

jum

®er ©egenftanb

tx)eiter

avec la Toscane, vol.

Paris

onge*

fetjr

über au§fprid)t.

1874.

II.

ift

®efanbtfd)aft§berid)ten

Sie trieg§!unft

I.

SBorte

bracht bie 5D'taf)nung jur Äritif, bie

ciations diplomatiques de la France

1861 gefammelten ®epefd)en

u.

D. SJJaftrojanni,

1901.

namentlid) bie bei ^eSjarbing, N6go-

1859,

bie

SSeröffentIid)ungen tion 2. 0. ^eUf*

t)abe).

ba^

id)

(Sine

leiber nidjt Qt'

broud)bare

3ii'


106

(Srfter 2lbirf)mtt.

be^ einzelnen ^rieger^ eine !^errf(f)enben Si^ftem§ tüife

öon

üollenbete innert)alb beö

()ö(f)[t

SBel^r

unb

SSaffett, audf)

aU

runggfunft, allein (Strategie joroo^I (£ntrt)i(ilung geftört

burd) bie bieten

Statti!

S3elage^

tüurben in i^ret

unb

jact)Ii(i)en

gab e§ ge^

unb

jebergeit geniale (Srfinber in ber 33efeftigungg*

äeitli(i)en S3e='

jc^räntungen ber ^rieg§pfli(i)t unb burd) ben S^rgei^ beö Stbelä, 5. 33. ange[i(i)t§ ber iJeinbe um ben SSorrang im ©treit unb mit feinem bloßen Ungeftüm gerabe bie n)i(i)tigften ©(i)Iad)ten, mie bie öon Srect) unb 9)Jaupertui§, öerbarb. 93ei

n)eld)er

t)aberte

ben Italienern bagegen '2)ingen

^errf(i)te

anber^ geartete

am

früt)ften

©ölbnerroefen üor,

ba§ in ba^j

foI(i)en

juerft

nur

benu^t ^atte, in ber Ülenaiffanceäeit aber aud) Italiener §u tü(f)tigen Ärieg§männern t)eranbilbete, menn aud) bie 2)eut=

^eutf(i)e

ben SSorrang

jd)en i'^reö 3!Jiute§ liegen

betoatirten^),

bie frü'^e Slu^bilbung ber ^^^uertüaffen,

bie

burd) ^eutfd)e üerfertigt rüorben maren, trug

unb and)

gIeid)falB guerft

if)rerfeit§

ba^u

bei,

ben Ärieg gleid)fan§ gu bemofratifieren, nid)t nur meil bie fefteften 33urgen üor ben 58ombarben erbitterten, fonbern h)eü bie auf bürgerlid)em SSege ertuorbene @efd)idlid)!eit be§ ^n==

genieur^, trat.

unb Strtiüeriften in ben SSorbergrunb empfanb babei nid)t ot)ne Sd^merj, ba^ bie ©eltung

«Stüdgie^erö

9Jian

be§ i^nbiüibuumg

bie (Seele ber üeinen, trefflid) au^gebilbeten

— burd) jene bon ferne

italienifd)en (Sölbnert)eere

:^er iDir!en«=

ben 3ei^ftörung§mittel beeinträd)tigt mürbe, unb e§ gab einzelne ©onbottieren, n)eld)e

^aolo

gegen

ba§>

unlängft in

auö Gräften

t»ern)at)rten;

n)enigftenö

fid)

erfunbene^) §anbrot)r

®eutfd)Ianb

ben gefangenen feinbüd)en (Sd)ioppettieri unb bie ^änbe ab'^auen, „tüeü eö it)m untnürbig fd)ien, ba^ ein maderer unb oft abiiger fRitter öon einem öerad)teten unb gemeinen gu^folbaten t)er='

fo lie^

SSitelli

(^üd)fenf(^ü^en) bie 5(ugen au§[ted)en

jammenftellung

©räoent^ ©.

ber

143.

ej!urä XVII. 1) Barth. Facii, s.

V.:

Sitcratur

Ginäclne^

bei jiet)C

über bie f^eigbeit ber italienifcben Sölbner in einem ^Briefe öon 1495 aSrofd),

De

viris

ill.

p.

62

Braccius Montonius; eine Älage

2)

p.

Pii

Suliug II.

190 ad.

a.

II. ©. 314 2t. 14. Commentarii L. IV

1459.


^et tricg

tüunbet unb niebergeftredt mürbe" qI§ bereci)tigt anerfanutc

1)tlettantcn.

107

tüäl^renb er bie

Kanonen

Äenncr unb

all Äunftroetf.

^),

unb gebraud)te.

bejonberä bei einzelnen Sdiriftfiellern-),

gan5cn

"^errjcf)!

man

Iie{3

©rfinbungen roalten

bie

eine faft ent^u='

unb im großen unb unb nü^te fie naä)

g-reube über bieje neue (Srfinbung,

fiaftifd)e

anberen bagegen,

33ei

^töUener für bie Stngriff^mittel mie öon gan§ Europa mürben^). ^^eberigo öon Urbino, 5(Ifonfo oon ^^e^^cira, eigneten

Gräften au§,

jo ba|3 bie

für ben g^eftung^bau bie Se()rer O^ürften lüie fid)

f ennerf(f)aft

eine

eine^ SOlajimilian

be§ 5ad)e§ an, gegen

nur

I.

n)el(i)e felbft bie

oberfIäd)Ii(i) erf(i)ienen fein mirb.

'Jier

5trieg tüurbe eine Seibenfd)aft aller: felbft ßJeiftlic^e f(i)Ioffen fid^

nid)t au§,

unb lange beöor ^apft ^uliug II. fid) burd) feine ^tte fid) ber fpätere ßieneral«»

(5elbt)errntätig!eit dtul^m genjann,

öüar ber ©amalbulenfer in bem Kriege ber Florentiner gegen S3enebig ben Sobfprud) 5?lad)iaüeniä ernjorben: Cujus fuit

summa manus in hello*). Sn Italien gab e§ §uerft gefamten, guerft

im 3itfci^^cn!)ang

begegnen

Kriegführung med)fet

lüir

aB

tieren pa^te.

©0

jagt

bem pufigen

bie§ gu

SSä!)renb be§ mailänbifd)^öeneäianifd)en giüifdien

Paul Jovius, Elogia

1876, ©. 214 unb \>inm.

äu fein: Egnatius,

SRantua toaren ^eutfd)c aU

sanguinarii

et

multae caedis avidi esse didicerant. 2)

3. S.

Flavius Blondus in ber

(Sinleitiing

ju feiner britten belobe.

Campano

rüf)mt ben

Piacenza

aB ben

Agostino da

©rfinber einer

5lrt

@efcf)ü^e (bombarde). ^)

SHU befonberS

türf)tig

in biefen

SSenejianer rü{)mten

öerfertiger tätig.

Calandra ©. 47

ff.

300

sq.;

in

@efd)ti^==

3?gl. bie 93riefe

bei

Gonzaga

bei

©. 46 ?tnm. 4)

II,

Franc.

©in

geroiffer graufiger

liegt

in 9?cnebig (1517 'Sej.) ge*

nannt

toirb:

366.

9JtaiIanb

fol.

bie

borin gro^

Kanone

historica

I.

53.

fid),

§nmor

25, 129.

vol.

an

(oben

b'2trco

Dingen galten bie Sremonefen. S8gl. Cronaca di Cremona in Bibliotheca italica,

f riegeä Und)

more,

milites

Partei*

^rance^co (Sforza unb S^^copo

184 unb fügt ^insu: Nondum. enim invectio externarum gentium cruento p.

Itali

'^ier

^reube an ber !orre!ten

rein fad)Iid)en ^anblunggmeife ber ßonbot*

öon 1451 unb 1452, ^)

tuie

unb £unft beä

bef)anbelten Ärieg^mefeng;

einer neutralen

foId)er,

unb gu ber

eine 3Siffenfd)aft

barin,

non piü

*) 9JJad)iaöeIli,

bafe

eine gro^e

parole,

Sanuto

Opere (1813),

II,


108

(gtfter 5tbjd)nttt.

unb

^tccinino, ber auf SJJebainen jener ßcit

bem Hauptquartier be§ le^tern ^orcello be' ^anboni, mit bem 5luftrage

S^ieapel,

eine 9fteIationi) gu üerfajfen.

(Sprache

im

geet)rten

nennt

im gan5en

na(i)

be§ Iönig§ ^üfonfo t)on

Sie

in

ift

ob

freilidf)

Saefar^, beg üon 5tlfon§

mit

SSorbilb

unb ba man

u\tx).;

[tritt,

tüirb,

fliefeenber

©cifte be§ bamaligen ()umaniftifd)en S3ombafte§

(3d)riftfteIIer§,

^robigien

über

seitgenöf»'

ber Siterat ©iantonio

folgte

gej(i)rieben,

einem

in

gerabegu a% „gtüeiter 9J?ar§" be5ei(i)net

fijd)en ®ebid)te

am meiften hieben,

eingeftreuten

feit^unbert$5at)ren ernftlid^ bar^

— ber ©d)riftftener 31emilianug — ober ^annibal

©cipio 9Xfricanu§ mafor irrtümlich)

muß

ben

^iccinino bequemen, burd) baä unb ©for^a ^annibal. 5tu(i) über ba§ mailänbif(^e ^eer muBte objettio beridjtet toerben; ber <Sop^ift Ue& ]id) ba^er bei ©forga melben, mürbe bie 9fteif)en entlang gefüf)rt, lobte alleS ^öc^Iic^ unb öerfprarf), mag er I)ier

größer

geroefen,

\id)

ganje Sßer! ©cipio §u

"^eifeen

gefef)en, ebenfalls ber

^aö^rveU gu überliefern^).

bie

bamalige Literatur ^t^Iieri^

Sturf) fonft ift

ö" fricg§f(^ilbenmgen

^^i«^

unb 5(ufäeid)nungen öon ©tratagemen gum ©ebraud) be§ be=' fd^aulid)en ^ennerS fotüot)! aU ber gebilbeten Söelt über()aupt. (Sine ber erften unb bebeutenbften ift bie ©d)rift De re militari be§ 3fl. SSalturio, ber f elbft gmar nie einen ^rieg mitmad)te, aber ba er in ber nä(i)ften Umgebung beS SigiSmonbo SJJalatefta lebte^), Oielerlei üon ^rieg unb Ärieg^mefen erfut)r. ®ie SSer»» faffer

^)

anberer berartiger 2trbeiten finb :^od)gebilbete SJZänner

Porcellii

commentaria Jac.

cinini, bei 9Kurat.

XX.

Pi-

ßine x^oxU

I);mbert§ be[)anbelt. 58gl. Sarlo

je^ung für ben £rieg öon 1453 ibid. XXV. Seiträge jur 3fted)tfertigung

vol.

biejeä öieljgefcbmäbten 9Jlanne§ gibt

bei

^annoni, Atti della acc. V, 4 (1895) ©. 104

ff.

d.

489

ff.

Liber. SSgl.

Paul Cortesius, De hominibus doctis (f^Ior.

1734) 6. 33.

Seben unb Zob

Sra*

g^ioinGiomaleligustico,©enual884,

2)

3)

XI

fasc.

1.

2.

Simonetta, Hist. Fr. Sfortiae,

mmat

testas

XXI,

Col. 630.

oon Sig. Mala^nteilno^me an Roh. Valtu-

5tB

parallele

rio3 SS er! füt)rt ?)riarte II,

65

f.

Vi-

teUozzo unb Fra Luca, Cesare Borgia

beö Piccinino Wirb aud) in einer (un*

unb Lionardos

gebrudten) 5:ragöbie beä 15. ^al^X'

beiten an.

frieg§tf)eoretifd)e 2lr*


Äcnner unb Dilettanten ber ÄriegSfunft.

©iobanni ^ontano'), bie im ^ienfte

tüte

unb

täriirf)e

109

^mextämp'ie.

if)rer

poIitijd)e 51ngelegen()eiten beforgten.

dürften mili* SInbere unter==

unb

fd^eiben bereite bie S3ett)o!)ner ber einzelnen fianbfd)aftett (Stäbte narf) it)rer Äampfeömeife, 2Biberftanb§[ä^ig!eit

unb

il)rer

^robu!tion üon 5lrieg§geräten, natürüd) nid)t o^ne lobenbe unb tabeinbe 93emerfungen'^), mä'^renb glei(i)§eitige norbif(i)e 9leIationen,

g.

^iebotb (S(i)iningä 33urgiinberfriege, nod)

35.:

gang bie ^ormlofigfeit unb proto!oüarif({)e Streue öon nifen an

im

®er größte

f)aben.

fid)

^rieg§tt)efcn aufgetreten

feine „arte della guerra".

gelnen ^rieger^ aber fanb

?[Jlad)iaöeni,

ift,

bamaB

fd)rieb

fubjeftiüe Slu^bilbung beö

"^^ie

if)re

ßt)ro:*

Dilettant, ber je al§ foI(i)er3)

ein^»

üoUenbetfte ^(u^erung in jenen

kämpfen bon einem ober me{)reren paaren, ber= bem berüf)mtcn Slampfe bei 33arletta (Sitte getüefen ift*). ®enn tüie in jenem t'ampfe 13 ^ta*

feiernd)en

glei(^en fcf)on lange üor

(1503) liener

gegen ebenfooiele ^rangofen losgingen,

toort gu räd)en, ba^ einer ber le^teren

©panier getan

„SBäret

'^atte:

it)r

üor un§, mie f^euer üor SBaffer",

im

um ba^

6(f)ma(i)*

©efpräcf)e mit

einem

nid)t ba, fie follten t)erlöfd)en

tüurben üort)er mie nad)^er,

fo

o^ne (Sinflu^ be§ 3ntertum§, berartige ©ingeUämpfe

nic£)t

gef)alten,

um bie nationale 5tü(i)tig!eit

mar babei

einer

SSerf)errIid)ung

§u ermeifen.

gert)i§,

bie i'^m

im

ah''

(Sieger

'2)er

SfJorben

fehlte: burd) ®id)ter

unb ^umaniften. Selbft

Strioft^) t)at ein^

mal einen

^ampf

3tt)ifd)en

^)

De

*)

Ortensio Landi

fol.

4b

^)

«)

f.).

unten

(ogl.

95b.

Forcianae quaestiones

sq.

BandeUo,

9Sgl.

Parte

I,

40. 5tud) bieg Greignig

ift

1903 einer

©ätularfeier für roürbig befunben

tüorben;

bie

ßiteratur

ift

nap. 29 (1904) äf)nUd)e

unbebeutenbe

giemtid)

tier5eid)net <B.

kämpfe

g.

138. S3.

:

Arch. stör,

obsidione

einem

2.

italicar. scriptores

ex codd. florent.

Col.

690

f.

ein

ief)r

öom ^a^re

33anb ber

rer,

beäeid)nenbeg Gr^ 1474, nämlid) ber

3rt)eifampf be§ Hieronjanus von Imola auf ber einen unb be^J Comex von Apulien auf ber anberen ©eitc; ber

le^tcre

3inei!ampf

bleibt

beä

Sieger.

Wax

cault mit Galeazzo

ä)aU§

Der

Bouci-

Gonzaga 1406

bei

Cagnola, Arch. stör. III, p. 25.

Über anbere

De

ber

Tiphernatium, im

eigni§

3U§ fotd)cr wirb er bann bod) be*

t)anbelt.

Nov.

befungen,

obedientia, Lib. V.

60

II, <B.

4.

foldjen

^)

I,

Ariosto, Opp. min., Flor. 1857,

307.


110

erfter 5lM(f)mtt.

raten.

©^ me^r,

im 5lu§gang

liegt

für bie 3uj(i)auer

^m

SSertretern

Italiener

ein

öon Urbino

kämpfe

biefer

©ieg ber

fonbern ein

aU

meti

©panier ptten ben ^ergog

bie

nebft einer

lüurbe,

auggefotfjten

5fJattonen

gefagt,

urteil

italtentfd)en ©olbaten,

unb einem

fpanif(i)en

beiber

unb

^erfönU(i)!eit

ber @ntfd)eib einer fpannenben SBette

Genugtuung

für bie ^^xe be§ §eere§ ober ber Station.

ßJegenfa^e gu foIct)en feierlichen ©inaeüämpfen, bie bod)

bie 5lufgabe ^aben,

für eine @efamtentfcf)eibung gu bienen, in

fte^en bie ©in§el!ämpfe,

benen bur(f)aug perfönlid)e

gelegen^eiten au§gefo(i)ten werben follten: bie Quelle, fie

oer==

!ein (55otteä*

beginnen nun eine

S^oIIe

9ln*

'äuä)

§u fpielen: 1529 fanb eine§ in ger^

bem 9?effen be§ 5Inbrea, unb be§ ^ergogä ^llfonfo unb ber ©egenmart e^riftop^ @ua§co in eftenfijd^en ^rin§en, ba^ bmd) ein 65ebi(^t beö Qiabriel 5(riofto t)ert)errU(i)t würbe ^). ®o(i) ni(i)t alle f^ürften unb i{)re ©änger rara ftatt

grt)if(i)en Sf^icolo

^oria,

bulbeten in folc^er SSeife bie

ßmeüämpfe; öielme^r

^äpfte fc^on früf) ftreng gegen

fie

folgten i^nen mit foI(i)en ©trafbeftimmungen.

bann aud)

tt)eoretif(^

33eiläufig

ift

^läufig

fretlid)

unb

traten bie

auf 2) unb meltUc^e f^ürften

^iegrage

au§fü'f)rlid)

rtjurbe

be^anbelt.

aud) auf bie ©c^attenfeiten ber ^rieg^

fü!)rung burd) bie ßonbottieren i^ingun^eifen: bie ©d)Iad)t tvax ein öirtuojeg tunftftüd; ber (SJegner foHte burd) ©d)einmanöt)er

jum

(ginftellen

be§ 2;reffen§ genötigt werben; e§

!am barauf

an,

mad)en "DemgemäB öerloren bie

SSIutüergie^en ^n öermeiben, t)öd)ften§ Gefangene gu

unb öon

i'^nen Söfegelb ^u erpreffen.

Florentiner in einer großen ©d)Iad)t be§ ^at}te^ 1440, nad) ?!Jiad)iaoeni,

nur einen Wann. Steil

"SueUe trat Hieronjonus MercuriaUs

abgebtucft bei 93orfetti, Hist. Ferrar.

auf in jciner ars gymnastica, juerft

^)

'S)a§

Gymnas. in p.

©ebtd^t

I,

jum großen

154—160. 1540 mürben

f^eio^aica bie

Quelle üerboten. %a\.

Sept. Decret. V, Tit. 12.

— f^üt

bie Siteratur über Quelle ügl. Xira»-

bo§d)i VII,

(£r tierglirf) fie !)ielt

mit ben ®Iabia=

biefe aber für ent*

fd)ulbbarer, meil bie ©labiatoren

161. 2)

1569.

torenfämpfen,

575.

.^eftig

gegen bie

freiJüiltig :^eiBt c§

lömpften.

93ei

nirf)t

Bembus

einmol: Duellum lege divina

vetitum.


111

SttJCÜäm^jfc.

@§ öerMt

ba^

[id),

gange rationelle ^et)anblung her

biefe

^neg§ja(i)en unter getüiffen Umftänben ben ärgften ©reuein

^la^ machte,

of)ne ^Dflitn^irfung beS poIitij(f)en ^afjeg,

felbft

bloB ^t^o. einer t)erjpro(f)enen ^lünberung guliebe.

9Ja(f)

ber

üieräigtägigen SSer'^eerung ^iacengaS (1447), tveläje Sforza feinen ©olbaten ^atte geftatten muffen, [tanb bie ©tobt ge==

räume 3^^* lüerbenO-

mit

wnb mu^te mit ©emalt lieber bergleid^en ntenig fagen im

^^^^

®o(f)

tviU.

bem Jammer, ben

na(i)t)er bie

2;rup:pen ber

bebölfert SSergleid)

^remben über

i^talien bracf)ten; befonber^ jene 8:panier, in tt)el(f)en öielleicfit

ein

abenblänbifd)er3ufa^ be§ @eblüte§, üieneid)t bie ©e^»

ni(f)t

an

tt)öt)nung

bie 8ct)aufpiele ber ^nquifition bie teuflifd)e (Seite

ber 9ktur entfeffelt

!)atte.

SSer

Greueltaten bon ^rato, fftom

fie

uftt).,

!ennen lernt bei

f)at

t§>

fpäter

if)ren

fcE)n)er,

fi(^

unb Äarl V. im pf)ern (Sinne äu intereffieren. ^iefe :^aben i^re Sorben gefannt unb ben^ nod) loägelaffen. %ie Saft öon Sitten aug i^rem f abinett, weldje allmä^Iic^ §um 58orfci)ein !ommt, mag eine £luelle ber mid)*

für {^erbinanb ben ^at:^oIif(i)en

tigften^^otigen bleiben tüirb

einen beIebenbenpolitifd)en©eban!en

niemanb meijt in ben ©fripturen

foId)cr f^ürften fu(i)en2).

3e^nte§ Kapitel.

®a« ^o^fttum unb

feine ©eföl^tctt*

^apfttum unb £ir(f)enftaat3), alg eine völlige Slu^natjme^^ f(f)öpfung, '^aben un§ bi^^er, bei ber ^eftftellung be§ (5:'f)ara!ter§ italienif(^er 'Btaaien überijaupt, nur beiläufig befd)äftigt. @e=» rabe ba^, rtjaSfonft biefe (Staaten intereffantmad)t, bie betüu^te

Steigerung unb Konzentration ber Äir(f)enftaat

mangelfjafte ^)

%a§>

am

rtjenigften,

StuSbitbung

9iäf)ere

Arch.

stör.

inbem ber Ap-

pend. Tom. V. ^)

'2)er

j^neben

oerlünbet Don

Landucci

p.

32 8q.j.2lud^

bie

n)eltli(f)en

1509 ^)

lutrb

einem 2;rompeter, ber einen DIätueig trögt 1479

'iD?a(i)tmitteI, finbet fid) 'f)ier

el

geiftli(i)e Wla(i)t

unaufljörlid)

im bie

becEen

cavallaro con Tulivo bof. 294.

(äin für

allemol

!e§ ^äpfte, 93b. I,

ift {)ier

unb auf

auf ^ati"

bie

neueren

SBerfe üon @regorot)iu§, JReumont, 93rofd), bef.

^aftor ju üerweifen.


112

erfter Slbyd^mtt.

unb erfe^en T)ilft. Söelc^e f^euerproben '^at ber fo lonftituiette ©taat im 14. unb beginnenben 15. ^a'^r^unbert au§fle()alten 51I§ ba§ ^apfttum na^ (Sübfmnfreid) gefangen gefüt}rt routbe, ging anfangt dleö au^ ben ^'"9^^/ ^^^^ 9loignon I)atte ®elb,

unb einen großen ©taat§* unb f rieg^mann, ber ben lieber üöllig unterrtjarf, ben ©panier §{Iborno§.

2;nip)3en

^irc£)enftaat

^od)

öiel

größer tüar bie ©efa^r einer befinitiüen Stuflöfung,

alg allmät)li(f)

ha§ S(^i§ma

t)inäutrat,

aU

tvebex ber römijd)e

nod) ber aöignonejifcf)e ^ap[t reid) genug tpar,

neuem

um

ben üon

üerlorenen 6taat §u untertuerfen; aber nad) ber §er='

ftellung ber ^ird^enein{)eit gelang bie§ unter 9JJartin V. bod)

unb gelang abermals, nad)bem ©ugen IV. erneuert l)atte. Mein ber

wieber,

bie (5Jefat)r unter

fid)

firc^enftaat

blieb einftföeilen eine üöllige 5tnomaIie unter

lienö; in

unb

um 3?om

trotten

familien ber ßolonna,

bem ^apfttum

©aüelli,

Drfini,

mar unb

ben Säubern ^ta* bie grofsen StbeB*«

Slnguillara ufh).; in

Umbrien, in ber "DJlart, in ber Siomagna gab e§ jrtar je^t faft feine jener ©tabtrepublüen mebr, benen einft ba§ ^apfttum für i^re 5Int)ängUd)!eit fo menig ®an! geinufet !)atte, aber bafür eine 9)Zenge großer

fam unb

unb Heiner g-ürftenpufer, bereu ©et)or*

58afallentreue nid)t öiel befagen mollte. 2IB befonbere,

aug eigener

straft

beftet)enbe ®t)naftien t)aben

fie

aud)

i'^r

befonbere^ ^^tercffe, unb in biefer 33e^ief)ung ift oben (©. 29 fg., 47 fg.) bereite non ben lüic^tigften unter i()nen bie 9^ebe getüefen. (35Ieid)ix)ot)I

eine furge

fiub

mir aut^ bem^ird)enftaat alööauäem

S3etrad)tung fc^ulbig.

9?euc merfnnirbige

t)ier

frifen

unb ®efat)ren fommen feit ber SDlitte be§ 15.:3at)r{)unbert§ über i^n, inbem ber ©eift ber italienifc!^en ^oliti! öon t)erfd)iebenen ©eiten t)er fid) aud^ feiner gu bemächtigen, it)n in bie ^fabe feiner 3f?aifon ^u leiten fuc^t. ^ie geringeren biefer ©efat)ren !ommen üon au^en ober au§ bem 3?oI!e, Jüobei man fic^ immer gegenwärtig f)alten mu^, ba^ e^ nur gum geringen Seil au§ Üiömern beftanb'),

bie

©emüt

felbft.

^)

ber ^äpfte

größeren t)aben i^re iQuelle in

Marc. Alberiiii jagt im Discorso

1

del sacco di

Roma:

bem

Cliiara cosa e


^a§ ^apfttum unb \e\m ©efa^ten.

tran5alpimfd)e ?Iu§Ianb barf §unä(f)[t au^er 93etrad)t

'35a§

Sßenn bem ^apfttum in

bleiben.

brof)ung

äu[tiefj, fofjätte

^tö^i^i^ eine

Spanien, nod) auc^

zerrüttete

um

unb aud)

'oon S^ationalftolg barein festen,

geT)öre; fet}r biete f)atten ein

ba^ e§

fo fei

an

unb

e§ eine gettjijfe

^apfttum bem

baj3 ba§>

bleibe; eine gewaltige HJJenge glaubte aud) nod)

bie S!raft ber päpftlid)en SSeif)en

ben 5(bla^ SHejanber^ VI. lie^^).

ober

beftimmte§ ^^tereffe babei,

unb Segnungen^), barunter

aud^ grofje greoler, tüie jener SSitellogso

erlDÜrgen

S3a§Ier

Ungebilbeter, tDeId)e eine

tt?ot)I

Sanbe

fein

gert)äf)rt

^n i^talien felber gab

auä) nur geiDätjren !önnen.

5rrt

33e==

ba^ einfttüeilen

norf)

ba^'

^on^il betrogene ^eutfdjlanb bie gering[te §ilfe ^In^a^I ©ebilbeter

töblid)e

if)m lüeberg^rantreicf) unter :iJubn)ig XI.,

nod) ©nglanb beim beginn ber 3f?ojen!riege, Qän,5lid)

113

3^ör

fle'^te,

aB

SBitelli,

um

ber nod)

i^n ber ©ot)n be§ ^apfteä

unterfd)eibet ba^ S3oIf in tüerftüürbiger

SBeife §tt)ifc^en ber magifd)en Äraft be§ «Segens

unb ber Un*

njürbigfeit bei Segnenben: al§ Sijtui IV. 1481 bie ^immel^*

unb flud)te man unb ^^rangofen allerbingi nod) eifriger al§ bie Italiener, ben päpft(id)en Segen 5U erlangen, fo bafi §. 33. bie Spanier öor ber Sd)Iad)t üon 'Sia^ benna boll ^egierbe ben päpftlid)en Segaten umbrängen, ber bor %xeube tx)eint^). Slllein all biefe St}mpatf)ien gufammen "Ratten mieberum ba^ ^apfttum nid)t gerettet gegenüber bon tt}af)rl)aft entfc^Ioffenen (Gegnern, bie ben bor'^anbenen ^a^ unb 9kib gu benü^en gemußt Ratten. fa^rt»benebittion nid)t geben !onnte, murrte

über i^n; aber bod)

i[t

man

bemüf)t, Spanier

che la minor parte in questo popolo

^)

Romani, perche quivi hanno rifugio tutte le nationi, come a comune domicilio del mondo. ^n ßono

lanb.

jtrafteüere

2)

58gl.

tno^nten befonberg öielc

rifer

p. 142, in

Scritti

bem befannten

bie Äataftrop^e

58urt!öarbt,

luftig

minori,

i^reilid)

Leonis

X.

merben manchmal

über eine

^ünbin

Sluffa^ übet

öati, I.

jelbft

Sremonejer §ifto* Domenico Bordigallo mac^t '{id) '2)er

jrf)recflid)e

nitation, mit ber

üon ©inigaglia. JTuItut ber aienaiifance.

öeripottet.

ejfur§ XVIII.

Machiavelli,

Vita

Jov.,

aud) bie fird)tid)en ^anblungen

S'orfen. 1)

Paul

(L. II.); (ibid.) bie ^^tanjofen in 9Kai*

i

belegt

D, B.

u.srufl.

Gjfommu»

man bieJRduber einer

:^at

(1517), ögl. Sio*

aSenebig 1880, ©. 40

8

21.


114

(Srjlcr 5lbfd)mtt.

Unb fid)

bei [o geringer 5Iu§jid)t auf äußere ^ilfe entit)icfeln

gerabe bie allergröfjten ©efa^^ren im ^rmern be§ '^ap\U

tum§

(5(f)on

felber.

inbem

biefe^ je^t mefentlic^

meltlic^en italienif(i)en gürftentumö lebte

Momente

aud) bie büfteren

e§>

im

@eift eineä

unb ^anbelte, mujite

eine§ foId)en !ennen lernen;

feine eigentümlid)e 9'Jatur aber brad)te nod)

gang befonbere

(Sd)atten I)inein.

2Sa§ äunäd)ft bie ©tabt 'Siom bergleid)en getan,

a\§>

ob

man

betrifft, fo

^at

man öon

i^re ^luftüallungen

menig

jet)er

fürd)te,

mandjer burd) SSoIf^tumuIt oertriebene ^apft lieber 5urüdge!e^rt fei unb bie Sf^ömer um if)re§ eigenen ^ntereffe§ n^illen bie ©egemuart ber f urie tt)ünfd)en müßten, ^arf man aud) bei jenen feiern au§ ber ßampagna öon ^oli, meld)e ba

fo

glaubten,

ein

rechter

^apft

müßte

bie

2lrmut

gum

(St)rifti

^enngeii^en'^aben, nur ein einfaches Sßalbenfertumüermuten^), fo entrt)idelte

9lom bagegen md)t nur §u Reiten einen

antipäpftlid)en 9?abi!aligmu§, fonbern e§ geigte

fid)

fpe§ififd)

aud) mitten

ben beb entließ ften Komplotten bie Sßirtung unfid)tbarer ^änbe öon außen. (So bei ber 58erfd)tt)örung be§ (Stefano ^orcari gegen benjenigen ^apft, ber gerabe ber (Stabt diom

in

bie

größten S3orteiIe gemährt, aber burd) 33ereid)erung ber

Karbinäle, burd) 33ermanblung 9^omg in eine päpftlid)e ^eftung bie Un3ufriebent)eit ber 35ürger erregt

unb ben 3Iu§brud)

llnh)inen§ burc^ @leid)gültig!eit gegen

it)re ^ebürfniffe I)eröor*

gerufen

^orcari begmedte eine

92icoIau§ V. (1453).

t)atte2):

if)re§

unb ^mar nid)t genannt merben ein ^eitgenoffe üermutet 5lIfong öon 9leapel, ma§ aud) burd) fid)er aber unter neu gefunbene^ofumente beftätigt toirb^) gänälid)e a5ernid)tung ber päpftlic^en ^errfd)aft überf)aupt

tjatte

babei große

SJiittüiffer, bie

^)

aSie

lüurben,

jie

unter Paul

II. üer{)aftet

erääf)Ien Infessura (ed.

^omxnaymx S. 69

f.),

£>.

Piatina p. 317,

,

trauen aufgegeben, ögl. ^aftor II, 601. 2)

3ur ©r!enntnt§

ift fel)r

gerid)tete GJcbic^t

Sixtus IV.

erjd)üttert;

SOG.

^iurcf^arbt felbft t)atte jule^t ba^, S8er-

')

ift

je^t

ftor!

gebrucft

biefer

Stimmung

an ben $apft be§ Joseph Bripius,

merfuiürbig

^tc ©laubroürbigfeit Infessuras befonberg in jeinen Stnflagen gegen

etc.

ba?^

öon Stommafini im Arch. di

Rom.

III, 1880,

S. 111

ff.

Dialogus de conjuratione Ste-


©tü^punftc.

^apfttum.

©inige ^al)xe

itatiemf(i)en Olegierungen au fuc^en finb.

ben

früt)er, ^ißapft

mit au^brücfU(i)er SSenbung gegen 5^tcoIau^'S3orgänger, IV., f)atte Sorenso SSalla feine berüf)mte ®etla^

ßugen

mation gegen

um

115

59ejonbere ©cfa'^ren.

bie 8tf)en!ung Sonftantinö

beä

©äfularifation

balbige

mit einem SBunfc^e gefd)Ioffeni).

Sllird)enftaate§

mit

?tuct) bie !atianarifct)e 3flotte,

^iug

\veld)ex

II.

(1460)

mullte^), üer'^et)tte e» nii^t, ba^ i^r ßiel ber ©turg ber

fämpfen

^riefterf)errfrf)aft

im allgemeinen

^iburgio gab SSa^rfagern bie biefe§ ?öunfd)eg

fei,

unb ber ^auptanfü'^rer i^m bie (grfünung

(3(i)ulb, n)el(f)e

eben auf biefe^ ^at)x öer^ei^en ptten. 3Jlet)rere öon ^arent unb ber (s:onbottiere

römifd)e ö^ro^e, ber ^ürft

^acopo ^iccinino, waren

menn man

unb

bie 9Jlittt)iffer

58eförberer.

Unb

bebenft, melct)e 33eute in ben ^aläften reicher ^rä=

laten bereit lag (jene t)atten befonberö ben tarbinal non 5(qui^

Ufa im

ba^ in ber

3tuge), fo fällt e§ et)er auf,

maren.

9iict)t

umfonft

refibierte

^iu§ überall

gang unbe^

faft

pufiger unb

ma(i)ten «Stabt fotd)e SSerfuc!)e nic^t

erfoIgreid)er

lieber

a\§>

in Slom,

be§ ßeitgenojfen

Alberti jd)He^t feinen 93erid)t: intel-

Petrus de Godis, ^erau^gegeb. üon

Ugo, qui sint, quibus hie perturbata

m.

^ßerlbad), ©reifötoalb

esse

im

?tnf)ang ber 2ef)nerbtfd)en SSer*

faiü de Porcariis,

öffentUd)ung

Porcaria

XXV.

u.).

f.

bei

sq.,

ed. gjiancini 1890, p.

257

sq.; ügl.

©anefi, St. P., ^iftoja 1887. canadji, in

XIX, 1—2.

De

Murat.

neu gebvudt iiad) Alberti Opera inedita

309

ber i5bfd)r. in

(aurf)

L. B. Alberti,

conjuratione

Col.

1879

Slobo*

Revue du monde (Sin feit

bcnt 17.

&.

latin

3a{}rt).

fie:

omnia conducat

.

.

.

(Jr

nennt

extrinsecos impulsores unb meint,

Porcari

tt)erbe

nod) 9?ad)foIger feiner

SJJiffetat finben.

P.s. eigene ?ßf)«"to*

ficngUd)enbenienigenbeöColaRienzi.

Papa tan tum vicarius non etiam Caesaris Tunc Papa et dicetur et erit pater sanctus, pater omnium, pater eccle-

Ut

^)

Christi sit et

siae etc.

.

S8gl. 5Baf)ten,

ii.

S8aUo (33er-

lin

mano

laus V. bogegen tourbe üon Valla

I^at 5Jt.

2et)nerbt tuieber

auf==

gefunben unb {)erau§gegeben (Seipjig 1907). %a\. and) 9Zad)rid)tcn über

ben roenig befannten

'2)icf)ter.

SSgl.

auc^ 2et)nerbtö 3lb{)anblung in: 9Jeue :5at)rbüd)er 1903,

108.

1. «tbt.,

^. Wollte:

11. 33b.,

omnem

©.

bef.

ge^»

©regoroOiuS VII, 136. ©in 9(nt)änger ber donatio Constantini rüfjmt,

bagegen

ift

Tizio, ber babei

falsa procacitas

gegen bie

Dantes unb Petrar-

cas loäfä^rt, ^iccolomini 113

pontifi-

ciam turbam funditus exstinguere.

f.,

.

S. 32. Nico-

öerjt^oUene» öebicbt be§ Orazio Ro-

1870) S. 25

.

2)

05.

Pii II.

SSoigt,

'ä.

CommentariilV,

p.

eneo Sibio

S. 151 8*

III,

5.

208 sq. f.


116

©rftet 9tbj(i)nttt.

^aul

UTtb no(f)

^at (1468) einen

II.

öon

eines Komplottes her

geftanben, meldte, unter

föegen

'f)efttgen ©(f)recfen

ii^m abgefegten Slbbreüiatoren anS*

^üf)mng beS ^latina, ärtangig 9^äci^te ^a^ ^ap[ttum mu^te enttüeber

lang ben 58att!an belagerten^),

einmal einem

Stnfall unterliegen ober getüaltjam bie

joIc£)en

gaftionen ber ©ro^en bänbigen,

unter

bereu

jene

(3cf)u^

9f{äuberjc£)aren 'f)eranit)U(f)fen.

^iefe 9Iufgabe fe^te t)aüe Sflom feit

unb

fici)

ber

llmgegenb

bie

f(i)re(ili(f)e

®r

©ijtxiS IV.

faft ööllig in ber ©etüalt,

guerft

gumal

ber SSerfoIgung ber Solonnefen, unb beS^alb !onnte er auä)

in ©a(i)en be§ ^ontififateS fotüof)! als ber italienifcf)en ^oliti!

mit

!ü'f)nem Srol^ öerfa'fjren

fo

unb

bie

Klagen unb KongilS*

bro'^ungen beS gangen 5tbenbIanbeS übert)ören. ©elbmittel lieferte eine

Simonie,

pIö^IicE) inS

bon ben farbinalSernennungen

n)eld)e

'3)ie

nötigen

(Sd)ran!enIofe ft)a(i)fenbe bis auf bie

©naben unb Setüilligungen !)enmter fid^ alteS unter* tt»arf. „f äuflict) finb bei unS ^riefter unb Heiligtümer, Slltäre unb Ö^ebete, ja ber ^immel unb @ott felbft", üagte ein ba= maliger frommer '^^idcjieV'), ber ben ^apft, ber übrigens felbft Heinften

bie päpftlid)e

SBürbe nid)t of)ne S3eftecf)ung ext)aUen

bringenbfte ermaf)nte,

©ine

fo

Piatina,

1)

allgemeine Käufli(i)!eit !onnte Vita Pauli

II.

Giov. Bianchi 1468

Rom.

ftücfe

13,

im Arch.

SSgl.

bei ^aftor II.

II.

2.

ba

noc^ öcrjd)te*

^n

Sßenebig

®eburt§[tabt) lüurbe ?cin

Rom.

1471,

im Arch. di

fasc. 2, (3. 254).

SanbMeute

SSon ber 5ßer-

öon (£. R. Societa storia patria, 1888, vol. XI,

?Iuguft

weniger Sntgücfen l^erüorgerufen al§ fein Stob; bie liebeDoIIen

9?egroponte eingenommen,

muß

mitgeteilt della

©eine

3Baf)I, jctirieO

ber mailänbi|cf)e ©efanbte,

ptte

tüeit

auf§

römifci)en

je^t bie 9tften==

%ob mit unermefeUd)er (^reube aufge* nommen. (Gerardo Colli an Sforza, SKotta

bem

Ratten roeniger triumpljiert,

bcntlic^ bie 5Rebe fein,

(Pauls

einft

della

369 unb

fcf)n35rung jetbft

!)atte,

Übel abguftellen.

bie merfttiürbige 'I)epefcf)c beä

aucf)

soc.

foI(i)e

if)r

menn fie aU nun,

§eimat5geno§ geftorben

tuar.

De

cala-

mitatibus temporum, L. III.

©er

2)

Battista Mantovano,

5traber teilnuft 2Beif)roud}, ber 2t)*

^urpur, ber i^^^ei^ ©Ifenbein: venaUa nobis Templa, sacerdotes, rier

altaria, Sacra, coronae, Ignes, thura,

preces, coelum est venale deusque. Opera ed. Paris 1507, fol. 302 b. 58 gl. aurf) bie (S ptgromnte bei

jtommafini, p. 158.

Infessura ed.


SRom unter ^oul

117

unb ©lEtug IV.

II.

©tu^I üble ©c^idfale

guätel^en, boc^

barer ^erne. 5lnbcr§

mar

lagen biefe in unbered)en=

bem

e§ mit

9Zepoti§mug, meld)er bag

^ontifüat felber einen 5tugenblid auö ben ringeln gu ^eben Sßon allen 9kpoten geno^ anfangt tarbinal ^ietro

bro^te. 3f?iario

bei ©ijtu^, bejjen $ap[trtjal)I er |d)on ^atte leiten f)elfen,

bie größte uinb faft augj(i)IiefeUc^e ©unft; ein 9Jlenfd), ber

furgem bie ^f)antajie öon gang Italien

binnen

bef(f)äftigteO, teil§ burd)

ungef)euern Sujiiä, teiB burd) bie @erü(i)te, hjeld^e über feine ©ottlofigfeit

unb

ba§ @erü(i)t,

öon

feine poIitif(f)en

er

bafe

fidf)

^läne laut n)urben. ®§ ging

(1473) mit ^ergog ©aleaggo ^Jaria

9JlaiIanb ba'fjin öerftänbigt t)abe,

barbei tüerbe unb

unterftü^en

joIIe,

itjn,

bamit

ben

ba^

^JZepoten,

biefer

Wo^I auf eine

abgetreten "^aben^).

«Säfularifation be§

mürbe

if)m biefen,

tiefer ^lan, mel(i)er

f ird)enftaateg

al§ ^^olge ber

(£rbli(i)ma(i)ung be§

©tu^Ieö {)inauögelaufen toäre,

bann burd^ ^ietrog

plö^licf)e§ Stbfterben (?Inf. 1474),

öielfac^ f(i)rieb.

ben bem 5f?epoten

^er gmeite

Staubet unb

f(i)eiterte

ba§

man

feinbli(^ gefinnten SSene^ianern gu*

dlepot,

taftete

ben

er bei feiner ^eim!ef)r nacf) 'Siom

päpftlid)en <3tuf)I befteigen !önne; (Sijtu§ f(i)eint e§, freiwillig

fönig ber £om-

mit @elb unb 2;ru:ppen

©irolamo

9?iario, blieb n3eltlid)en

ha§ ^ontifüat nid)t an;

feinem Stuf*

feit

^epoten bie llnrul^e ^talieng burd^ ba§ (Streben nacf) einem großen gürftentum. ^rü()er mar eg etma üorge!ommen, ba^ bie ^äpfte i^re Dber= treten aber öerme:^ren bie :päpftli(i)en

Iet)n§f)errlict)!eit

über S^eapel

gugunften

SSermanbten

it)rer

mad)en moltten^); feitbem bieg aber aud) nod) Galijt III. ni(i)t geglüdt, mar hieran nid)t me{)r fo leicht gu benfen, unb ©irolamo 0?iario mufete, nadjbem bie Übermältigung öon gIoren§ (1479) unb mer mei^ mie mancher anbere ^lan mi^* lungen mar, fic^ mit ®rrid)tung einer ^errfcf)aft auf bem ©runb geltenb

^)

yjlan

fet)e g. 58. bie

centini, bei 2)

Col. 943.

Corio, Storia di ÄDlano,

bi§ 420. 72.

Annales Pia-

muxat XX,

Infessura ed.

— Machiav.

fol.

415

Sommafini

storie fior. L. VII.

^)

©d)on Honorius

bem Xobe Wilhelms einjie^en, alö „bem gefallen".

II. tuollte

nad)

I.

1127 ^pulien

f).

betrug Iieim»


118

©rftet 5tbfd)mtt.

unb ^oben be^ ^ir(i)enftaate§ felber begnügen, '^an mod)te bie§ bamit i;ed)tfertigen, ba^ bie Üiomagna mit i'^ren dürften unb Stabttt)mnnen ber :|3äpftli(i)en Dber^errj{i)aft böllig gu entrt)acl)jen brof)te, ober ba^ fie in furgent bie ^eute ber Sforza unb ber S^ene^ianer roerben tonnte, tüenn fHorn nici)t auf bieje äöeife eingriff. ^Hlein mer garantierte in jenen Briten unb $8er* (jältniffen ben bauernben @et)orfam foIrf)er jouöerän gert)or= benen 9Zepoten unb it)rer 5'iacf)!ommen gegen Rupfte, bie fie tüeiter nid)t§ me^r angingen? ©elbft ber nod^ lebenbe ^apft lüar nicf)t immer feinet eigenen 6of)ne§ ober 9Jeffen jic^er, unb üollenbs lag bie S3erfu(i)ung nat)e, ben S^epoten eineä S3or= gängerg

ben eigenen gu öerbrängen.

burdE)

biefeg gangen

^^ert)ältniffe§ auf ba§>

9iü(fn)ir!ungen

'2)ie

^apfttum

maren üon

felbft

2(rt; alle, aucf)

bie geiftlid)en ß^uangsmittel

ttjurben ot)ne irgenbiueld)e (5d)eu

an ben giueibeutigften ^tveä

ber beben!Iid)ften

geroanbt, n)eld)eni

fict)

anberen ^tvede beg

bie

^etri

(Stut)Ie§

unterorbnen mußten, unb ioenn ha§ ^iel unter heftigen ®r^ frf)ütterungen unb allgemeinem ^^a^ errei(i)t inar, fo i^atte man eine ®t)naftie gefcf)affen,

gang be§ ^apfttum§ 9üg (Sigtuö

SMfje unb nur

größte ^ntereffe

am

Untere

t)atte.

!onnte

ftarb,

burrf)

tvel<i}e ba§>

ben

fid)

(S(f)u^

©irolamo nur mit äu^erfter

be§ ^aufe§ Sforza (bem feine

©ema'^lin, bie berüt^mte Katarina, anget)i3rte) in feinem er= fcE)rt)inbelten

er ermorbet.

^-ürftentum 33ei

unb

(^^-orli

bem nun

S^^iola) f)alten;

1488 rourbe

(1484) folgenben tonflaüe, in

bem

^nnoceng VIII. gemät)It lüurbe, trot eine @rfc£)einung gutage, n)elc£)e beinat)e einer neuen äußern Garantie be§ ^apfttum§ ä:^nlid)

fie'tit;

gtüei tarbinäle, bie

finb, laffen \\d) it)re ^ilfe

auf

^ringen regierenber Käufer burd) ©elb unb

baS^ fct)amlofefte

äSürben ablaufen, nämlid) ©ioüanni b'Slragona, (Sot)n be§ Äönig§ i^exxanie, unb 9tgcanio ©forga, ^^ruber be§ 9}Joro'). ^)

(^öi^iont,

Laurentius magn., Ad-

1

ribaldi del

mondo. Giov. d'Aragona

not. 130, p. 25G sq. Giufiunbfdiafter,

\taxb 17. Cft. 1485.

Vespucci, melbet tion bicjen beiben:

bafe

hanno

gvüTibet.

in ogni elezione a mettere a

sacco questa corte e sono

i

maggioi'

er

üetgiftet

1)te

SSermutung,

roorben,

ift

unbe=


^er

g^epotBmug.

©0

5lcpot

119

^rürft.

tüaren ttjenigften^ bie |)errj(^er^äiifer bon 9^eapel unb 9Hai^

lanb burd) ^eilna'^me an ber S3eute beim <}ortbcftaiib be§ päpftli(f)en 2Bejen§ intereffiert.

^onflaüe (1492), ber fpütere

^uUuS

a\§>

alle

II., [id)

einmal beim folgenben

SfJoti)

farbinäle big auf fünf, unter i^nen üerfauften, na'^m5(gcanio unget)euere

^e[te(i)ungen an unb behielt

fici)

aufeerbem bie Hoffnung') üor,

ba§ näd)fte Tlal felber ^apft §u merben. 2(ud) ßorenäo magnifico, ber fid) früher ^öd)ft entrüftet gegen ben neuen ^apft auggefprod)en t)atte, n)ünj(i)te, ba^ ha^ §au§

®r

au5gel)e.

3[)lebici ni(i)t leer

t>ermäl)lte feine Slo(f)ter

bem ©o^n

9)ZabbaIena mit grancef(i)etto ßibo^), ^apfteg, be0 erften, ber feine ^inber

erwartete

nun

nid)t blo^

allerlei

geiftU(i)e

be§ neuen

anerlannte^) unb

öffentlict)

(55unft

für feinen

eigenen (3o^n ^arbinal ©ioöanni (ben §u!ünftigen £eo X.),

fonbern aud)

eine

rafci)e

©r^ebung be§

:Snnocen§ VIII.

fonnte

9^epotigmu§ beml)alb

öon bem

nicl)t

bie

fein,

bem

e§,

S5ei

ftaatengrünbenben 3^rancef(i)etto

föeil

mie feinem ^ater,

um ben ©enu^ ber Tta<i)t im niebrigften namentlid) um ben (Srmerb großer ©elbmaffen^), gu

^apfte, nur

©inne,

Corio,

^)

fecfen,

9ftebe

ein gang !ümmerli(i)er 9Jlenfd) inar,

bem

(Sd)rt)iegerfo^ne§^).

in le^terem 93etrad)t üerlangte er Unmöglichem.

Sillein

450.

fol.

(Sinjelfieiten

^Berliner

MufeumS

1883), bie gu 2eb-

über biefe SSeftcd)ungen bei ©regoro*

jeiten be§ ^apftel angefertigt würbe,

oiuä VII, 310

Reifet e§:

^)

'2)iefe

ri(f)tige,

f.

Sd)vetbung

nid)t

all bie allein

Cibo ober Cybo,

Sian im Giorn.

I)at

f.

matrona formaeque

dignitate conspicua.

brief

Sin pd)ft beäeid)nenber SJJafjn* Lorenzos bei 5"flt"^oni, Lauren-

Sie {5ramitie w ollte jic^ Cybo f (^reiben,

tius

magn. Adnot. 217

um

5)'Jand)e§

stör. 29,

raiefen; ügl. je^t (Staffctti

2(.,

er*

XXXVI fg.

einen gried)ifc^cn Ursprung be§

9iamen» •

417

Th. C. Inno. VIII. P. M.

singul exempli

^)

feiner f)ebt,

glaub{)aft

ju

mad)en.

Egidio da Viterbo, ber bie§ in Historia

au§brücflid)

t)erüor'

bemerft baju: Utinam utexem-

plo prius caruit, ita postea imitatore caruisset.

Stuf

einer

SKarmorbüfte

ber Theodorina Cibo (SrlDCrbung be§

*)

II

fetti:

II,

<B.

0. granc), t^Iorenj 1894, S. 3—14.

(©of)n

^)

390.

anbere Ur!unblid)e bei ©tof^ cardinale Innocenzo Cibo

Unb

bef.

etroa nod) nenpoIitanifd)er

benn oud) Irmocenz üon neuem gegen ben in

fielen, n)e§t)alb bie Stnjou

fold)em ^etrad)t I)art^örigen S^önig


120

©rftcr 9lt)jd)mtt.

tun fein !onnte. ®ie f(i)äft

nnb 6ot)n bieg @e= Sänge gu einer gefäl^rli(i)en tata*

5trt jebod^, tüte SSater

betrieben, :^ätte auf bie

äur Sluflöjung be§ ©taate§, fül)ren muffen.

ftropt)e,

^atte (Sijtuä bag ©elb

fo errichteten

fein (So^n eine S3an! ber tüeltlic^en

üon öon

2:ajen ^arbon für

t)ot)en

©naben,

Woxb unb

gegen Griegung

reo

3:otf(i)Iag

!ontmen 150®ufaten an

jeber ^ufee

unb,

ben S3er!auf aller ^nnoceng unb

bef(i)afft burii)

©naben unb äBürben,

geiftlic^en

bie

ift;

päpftlid)e Kammer

barüber ge^t, an ^rancefd)etto.

rt)a§

gu t)aben

tpimmelt

9ftont

namentlich in ben legten ßeiten biefe^ ^ontififateS bon prote*

unb

gierten

mit

nid)t protegierten SOlörbern: bie ^attionen,

bereu Unterrtjerfung ©ijtuä ben Einfang gemad)t, fielen tüieber

bem

in üoller 33Iüte ba;

tüan genügt

e§,

^apft in feinem

tüot)It)erjr)a'^rten S5a^

ha unb bort g-allen aufsuftellen, in benen

äa"^Iung§fäl}ige 58erbred)er

fangen

f

ollen,

\\ä)

^ür ?}rancef (i)etto aber

gab e§ nur eine Hauptfrage, auf rt)el(i)e 5trt er fid), menn ber $apft ftürbe, mit mügli(i)ft bollen Waffen au§ bem ©taube macfien tonnte. (£r öerriet fid) einmal bei 5lnIaB einer falf(f)en (1490); alleg überl^aupt üorbanbene ®elb

3:obe§na(i)ricf)t

mollte er fortf(i)affen, unb aU bie Um= ben ©d)a^ ber ^ircfie gebung it)n baran t)inberte, follte menigfteng ber 3:ür!enprin5

^f(i)em mitgeben, ein Iebenbige§

f apital,

man um

ba^

:^o^en

^rei0 etma an g-errante üon Neapel bert)anbeln tonnte^). ®ie traurige ÜloIIe, bie ber ^apft fpielte, mirb

am

beften be5ei(i)net ift öoH gemeinen i^m etmaS

burd) bie gt)ara!terifti! eine§ ^^itge^offen: „'2)er ^apft ^^'^,

?5eig^eit

(Sd)elmen;

Wut

1^11^^

menn

9?iebertrac^t,

er nid)t

£eute

einflößten, tier!röd)e er

fd)mä:^Iid)er Ferrante

aB

aufrief.

fid) toie

Settagen be§

^apfte§ bei biefer 5Rad)c, feine Qan^e S^eilnatjme fc^en

am

§ioeiten neapolitani*

93aronenaufftanb

ungcfd)ictt oI§ imreblid). 2lrt,

ögl.

mit

bem

tvax

ebenfo

Seine

rolje

9lu§Ianbe ju broI)cn,

oben ©. 97,

31.

um

fid) I)ätte,

bie

ein Slanind)en

unb ginge

ein Feigling gugrunbe."

je

'2)a§

einem

gleid)

4.

^) SSgl. bef.

fini

©. 260.

SSertjältniffe

?^abrifation fälfd)ten

253.

Infessura, ed.

— 3ur

Stomma*

Gt)ara!teriftif

unter Innocenz

ber

ift

bie

unb ber |)onbeI mit

ge*

$8uUcn

ttjid)tig,

^oftor III,


^^nnoccnj VIII. unb bic Simonie.

G^

ift

j(^tüer, poIit{f(f)e

WöQlid)ieiien in längft bergangenen

Reiten gu bere(i)nen; unabiüei^bar aber brängt

diom nod)

auf, ob

unb ber

bem anbäd)tigen (Suropa roar e§> fommen §u lajjen, bafe nid)t blo^ ber

^ilger,

fonbem

eine gange 5(mbafjabe beg

römifcf)en £önig§ 9JiajimiIian in ber

^emb ausgesogen tuegS umfe^rten, 50lit

bem

5(rt au§'=

gegenüber

unflug, bie '3)mgc fotoeit Steifenbe

^rage

bie

\id)

ober brei ^ontififate biejer

gtDei

gef)alten t)ätte. ^lucf)

121

Sllejanber VI.

9'?ät)e

üon 9Rom

bi§ aufä

mürbe, unb ha^ man(f)e ©efanbten

unter*'

bie <3tabt betreten gu f)abenO.

o'fjue

SSegriff tiom @enu§ ber 9Ka(f)t, toeldjer in bem ^Hejanber VI. (1492 1503) lebenbig rourbe,

l^od^begabten

unb ba§

maä

oertrug

jic^

gef(f)a'^,

tvax bie einftm eilige ^erftellung ber öffentlid)en (3i(f)er^

ein folc^er B^ftanb freilid) nid^t,

unb ba^

f)ett

(Strenge

crfte,

ptägife 5Iu§äa!)Ien aller 93efoIbungen.

genommen

bürfte biefeS ^ontifüat

()ier,

tvo e§

jidE)

um italienijcf)e Äulturformen '^anbelt, übergangen toerben, benn bie 33orgia finb fo

SHejanber bei

menig Italiener mie ba^ §au§ Oon S^eapel. mit Sejare

jprid)t

öffentlich) fpanifif),

i^rem Empfang in ^errara, too

üon

Sucregia n^irb

fie f|3anif(f)e Sloilette trägt,

fpani[cE)en SSuffonen angefungen^); bie bertrautefte

^au§=

auS (3:paniern, ebenfo bie öerrufenfte Krieger* be§ ßefare im Kriege beg ^a^reS 1500, unb felbft fein

bienerf(f)aftbeftet)t f(f)ar

genfer,

^on

tüä'fjrenb

ber @iftmifd)er (Sebaftian ^ingon ßremonefe gemefen

9Jä(i)eIetto

gu fein fd)eint^).

(9J?i(i)eIe

3tt:'ifcE)^i^ cill

Sorella),

wai

©panier,

feinem fonftigen ^treiben erlegte

ßefare aud) einmal fpanifd) !unftgere(f)t \ed)§ tvilbe ©tiere in gej(f)Ioffenem ^)

2)

Infessura,

SSgl.

©. 190

be^.

ift

bie Korruption, ä)

aud) ©.

120

barauf fjinjutücifen,

fprung rüljmte,

if)ren ba'^

ba'^ bic

römifd)en Ur*

Cesare auf

Unioerfitäten

Sa-

3.

2i.

italie-

ftubierte,

Alexander VI. unb Lucrezia

ba^

italien.

Siterotur u. Kultur eifrig förberten.

aU bereu ©pi^e

gür Micheletto

Sillari:

gamilic Borgia

nifc^en

passim,

fg.

aSgl.

gegen

^ofraum. 5UIein

MachiaveUi

5?od)toei§

bei

390,

1;

I,

für Pinzon: Dispacci di stiniani I, p.

60 unb

©panier

blieben

mäd)tig.

SBie

Antonio Giu-

II, p. 309.

feitbem

Leo X.

fie

in

V, 317

ff.

Sie 5Rom

^aßte, gef)t

au§ Marco Mnios 58erid)ten bei Sreig^ton

2(.

IjerDor,


122

erfter 2lbjci)mtt.

biefe

^amitie

erjc^eint, 'Ratten fie in

9iom jd)on

\ti)x

enttPiöelt

angetroffen.

2öa§ t»iel

gemefen finb unb

fie

gef(i)ilbert

morben^). ^^r

tva§> fie

getan ^aBen,

unb

oft

ift

nä(f)fteg S^e\, roeId)eg fie auct) er*

reidjten, marbieöölligellntertüerfung be§tir(i)enftaate§,

inbem,

öon SSoIogna unb ber nur gur SS erfc^ Lagerung genötigten ©fte öon ^errara, fämtlic^e Heine meift me^r ober weniger unbotmäfsige SSafallen ^errfd)er öertrieben ober t)erni(i)tet unb in 9?om felbft beibe ber ^ix(i)e mit Stuina'^me ber SSentiüogli

— —

groBe f^aftionen §u

^oben

g'^ibellinifc^en

bie 9JcitteI, tveld)^ angeftjonbt

mürben, waren

Drfinen

guelfif(^en

(Solonnefen.

^ber

gefd)mettert lüurben, bie angeblict)

gut mie bie angeblict)

fo

ba^ ha§ ^apfttum an it)ren tonfequengen not= ptte ^ugrunbe ge^en muffen, menn nid)t ein BiT^ifci)^"^' ereigni§ (bie glei(i)aeitige S^rant^eit üon 33ater unb <So^n, ©. 128, 91. 2) bie gange Sage ber ^inge pIö^IicE) geänbert f. u. fo fd)redEIid),

tüenbig

ptte.

Stuf

bie

moraIifct)e

©ntrüftung

be§>

9tbenblanbe§

brauct)te Sllejanber nict)t oiel gu ad}ien^); in ber 9Mt)e

ergmang

unb ^ulbigung; bie auc4änbif(i)en ^^ürften liefsen gewinnen, unb Subwig XII. t)alf it)m fogar aug allen fict) Äräften^), bie SSeüöIferungen aber ahnten taum, tva^ in MxtieU ^er einzige in biefem ©inne wat)r'^aft ge* italien üorging. er (Sd)rec!en

fät)rli(f)e

SJJoment, al§ tarl VIII. bei feinem italienifd)en

in Sf^om war, ging unerwartet

glücflitf)

matö ^anbelte e§ fidt) me^r um SSerbrängung im päp[tlid)en ^) ^n neuerer 3eit befonberg öon ®regoroöiu§: Sucrejia SBorgia, 2^be. Stuttgart 1875.

S8gl.

je&t

aud) ^aftor III, unb (£retg^ton.

(5r=

3.

5Iufl.

tt)ät)nung üerbienen aud) bie beiben

3Ber!e üon Charles Yriarte.

Autour

des Borgia, ^art^ 1884; C^sar Borgia, 2 55be.,

C. Borgia, ^)

^ori§ 1889; ferner

^mola

5tIoiji,

borencg Äinb legitimierte, ^aftor III,

®ie Skullen befinben

9?gl.

jid)

bie

9tlei-anber§ burd) ®el)eimard}iü.

öon ©. ^eHjfier ter-

öffentlid)ten '3)ofumentc Arch. della SOG.

Romana XVII, 303—373

XVIII.

^opftel, bie <Pa[tor

u. 58b.

3hif bie 9ieformt)erfud)e be^

III,

b.

S. 1497 angetjören, braud)t nid)t ff.,

370

eingegangen ju merben; bie JReform^ bulle blieb

1878.

SJlan beod)te, ioie er ein 1492 ge=

449—451.

3)

Buö^

öorüber, unb aucf) ba^

unb

nur Gntunirf; Einleitung etnäelnen %h'

Übcrjdinft ber

fd)nitte bei «ßaftor III,

833

ff.


5llej;onbe§ VI.

einen bejfern ^apft, bleibenbe unb

aU um ba§ ^apfttum

lüad)jeube

123

&e^ai)xcn üon au^en.

®ie gto^e,

jelbft^.

^ontififat lag in

©efa'^r für ha§'

unb öor allem in feinem ©o^ne ßefare 33orgia. maren ^errfd)begier, §abfud)t unb SSoIIuft mit einem [taden unb glängenben ^taturell öerbunben. SSa§ irgenb ^um ©enufe öon Wa(i)t unb SSof)neben get)ört, ba§ gönnte er fid) öom erften Slage an im meiteften Umfang, ^n ben SJZitteln 5llejanber

felb[t

^n bem

5U biefem iDufete

58ater

^wede

erfd)cint er fogleicf) üöllig unbebenflirf);

man

auf ber ©teile, baf3 er bie für feine ^apftroa^l aufge==

tüanbten Opfer met)r aU nur r^ieber einbringen njürbe^) unb ba^ bie Simonie be§ ^aufeS burc^ bie be§ $8er!aufe§ tüeit mürbe

ߧ fam fiin^u, baf^ ^üejanber öon feinem unb anberen früt)eren Ämtern f)er bie mög= öielbquellen beffer fannte unb mit gröfeerm ®efcf)äft§*

überboten werben. SSige^^anäellariot liefen

talent ^u t)anbt)aben mufete al§ irgenbein ^uriale.

(5d)on

im

Sauf be§ ^at)re§ 1494 gefd)al) e§, ba^ ein Karmeliter 9lbamo oon ©enua, ber §u 9?om öon ber ©imonie geprebigt f)atte, mit ärtjangig Sßunben ermorbet in feinem 33ette gefunben ttmrbe. 9J[Iej:anber t)at faum einen Karbinal aufier gegen Erlegung

(Summen

f)o^er

ernannt.

51B aber ber ^apft mit ber ßeit unter bie §errf(i)aft feinet ©o'^ne^ geriet, nat)men bie nif(f)en (St)arafter an,

SSa§ im

Kampf gegen

Qwede

gcfd)at), überftieg

gurücfmirft.

unb gegen

im ©ebiet ber

unb ©raufamteit fogar ba^jenige

lofigfeit

an

9}ZaB,

bie

Streu*

tr)eld)e0

bie^Iragonefenöon^f^eapel bie SSelt bereite gen)ö:^ntt)atten,

unb and)

ba§'

grauent)aft

ift

ejturg

1)

$8gl.

2)

Corio,

fol.

Stalent ber Sräufd)ung \vai größer. bie5(rt

450.

Malipiero,

stör.

VII,

I.

— 2BeId)e 5Raubjud)t bie ganje ergriffen f)aben

man

o.

u.

mu§,

au§ Malipiero,

a.

fiel)t

a.

C

ein 9?cpot mirb ü\§ päpft-

SSoIIenbg

ben Spater

SSeife, roie (Eefare lidicr

^amüte 565.

unb

XIX.

Ann. Veneti, Arch. p. 318.

p.

ber ©emalt jenen ööIHg fata*

bie römifdjen föro^en

romagnoIifd)en '^tinaften

5.33.

9JlitteI

ber notmenbig auf bie

üegat in ä>enebig

ifoliert,

Ijerrlid)

emp*

fangen imb mad)t bnrd) Erteilung üon

^iSpenfen ungeheuerem @elb; feine ^ienerfd)aft

ftie^lt

beim

allem, beffcn fie I)abl)aft

and) ein

©tüd

5lbjief)en

ioerben !ann,

ÖJoIbftoff

öom ^aupt=

altar einer SJird)e in SD^urano.


124

erfter

mfdjmtt.

inbem er ben S3ruber, ben (S(f)tt)ager unb anhexe SSertxianbte unb Höflinge ermorbet, jobalb it)m bereu ®unft beim ^apft ober

jonftige (Stellung

it)re

uubequem

Stiejauber mufete

lütrb.

gu ber (^ruiorbuug feiue§ geliebtefteu (3ot)ue§, be§

©aubia,

uuu

SSeId)e§ toareu iu

Äird)eu[taate§

war

leiblid) bejd)etbeu:

^läue be^ le^tereu?

bie tieffteu

ben legten SUJouateu jeiuer

tiereu gu ©iuigaglia

aB

§errjcf)aft,

umgebrad)t

®uca

'E)atte

ber ^er^og molle

blofe

S^oci)

ebeu bie Soubot=

er

unb

mau

(1503), äußerte

bi

öorßefareäitterte.^)

tueil er jelbft ftüublid)

jcE)tt:)eigeu,

^err be^

faftijcf)

ficE)

iu jeiuer

'>Rat)e

^aftioueu unb Xtj^

uur gum 9Zu^eu ber ^ir(i)e; für \iä) fid) f)ö(f)fteu§ bie 9tomagua au^, unb babei tonne er beg 'S)au!gefüt)Ie§ aller folgeubeu ^äpfte jtd)er feiu, ba er it)ueu Drfiueu uub ßolouuefeu öom ^alfe gej(i)afft2). Stber uiemaub

rannen uuterbrücEeu,

alleö

bebiuge er

Ujirb bie§

aU

jeiueu le^teu

&ebanUn

t)erau§, iu ber tlntert)altuug

iubem

gelteu laffeu. ©cE)ou ettuaö

eiumal $ap[t 3llejauber

tüeiter giug

er feiueu

©o^u

mit

i!)u

öeue§iauifcf)eu ©efaubteu,

ber ^roteftiou nou SSeuebig empfaJ)!:

„^d) will bafür forgeu," jagte euttpeber au

bem

mit ber ©prad^e

felbft

„ba'^

er,

eiujt

ba§ ^apfttum

ober au (£ure 9iepublif fällt" 2). (Jejare

freilief)

uur ^ap\t werbeu, weu SSeuebig roolle, uub äu biejem ^nb^tved hxauä^ien uur bie üeue5iauijd)eu ^ar^ biuäle rec£)t äujammeu5ut)alteu. Dh ex bamit jid) jelbjt gemeiut, mag bafjiugejtellt bleibeu; iebeufallö geuügt bie Slusjage be§ fügte bei:

SSater^,

e§ jolle

um

jeiue 2lbjici)t auf bie ^ejteiguug beö päpftlii^eu (Signoria di Venezia) protegga il XX.

ejtut§

1)

Sßgl.

^)

Machiavelli, Opere, ed. Milan.

figliuolo, e dice voler fare tale ordine,

papato o

ovvero della

Vol. V. p. 387. 393. 395, in ber Le-

che

Duca Valentino. ^) Sommafo &ax, Relazioni della Corte di Roma, I, p. 12, in ber 9lel.

Signoria nostra."

be§ P. Capello.

bigmeilen für Unfic^er^eit

gazione al

(SSgt.

aud) 9^ante,

?ßäpfte, 3. S3b., Stnl)ang p. 3

unb Dis-

il

sia suo, 'S)a§

suo !ann

\\d)

nur auf ßejare beäiet)cn. SBag ba§ ^ron. pojfeffioum freilirf) borf)

man

lüoI)I

ftiftct,

mei§

au? bem lange gcfüt)rten, je^t

pacci di AntonioGuistiniani I, p.72 sq.

äugunften

132 sq.)

©treit über bie SBorte 33afari§, Vita

SBörtlid):

„®er

od)tet SSenebig nsie feinen

^ap\t

Potentaten

ber SSelt, e pero desidera, che ella

Altovitis

di Rafaelle: a

entfd)iebenen

Binde Alte vi ti fece

ritratto suo etc.

il


Sllejanbct VI.

ec^arc 53orgia.

125

'^e]\tn Sr6ftrf)tcn.

Xfjtom^ ju behjetfen. SBieberum ettoa^ me'^r erfaljren intr mittelbar bon Sucre^ia S3orgia, infofern gen^iffe (Stellen in ben G^ebid^ten beä ©rcole ©troäga ber 92ad)!Iang öon ^ufeerungen fein bürften, bie fie al§ ^ergogin Don ^^errara fid) n)of)I erlauben !onnte. 3"i^ä(^ft ift aud) '^ier öon ßefar§ 9(u§fid)t auf ba§> ^apft= tum bie fücbe^), allein ba5tt)if(i)en tönt etma^ öon einer ge'^offten ^errfd^aft über Italien im allgemeinen^), unb am ßnbe tvixb angebeutet, ba^ ßefare gerabe al§ iDeItlicf)er ^errfd)er ba^ ©röfste tiorget)abt unb be§t)alb einft ben ^arbinal§t)ut nieber== gelegt ^^abe^). i^n ber %at lann fein ßtt'eifel barüber malten, ba^ defare, naä) 3tlejanber§ 2:obe gum ^apft gemä^It ober ni(i)t, ben ^ir(i)enf'taat um jeben ^rei§ gu befjaupten gebacf)te unb ba^ er bie§ nad) allem, Jt)a§ er üerübt '^atte, aB ^apft un= möglich auf bie Sänge tiermod)t ptte. Sßenn irgenbeiner, fo f)ätte er ben £ir(i)enftaat fäfularifiert unb ptte e§ tun muffen, um bort weiter gu {)errfd)en. '^iefe SSermutung toirb burrf) mancf)erlei Umftänbe unterftü^t. ^ro^bem ©efare auf einen balbigen ^ob feinet SSater§ redinen mufete, na'f)m er ben ^arbinal§f)ut

nx<i)t

^ringeffin au§ %oä)teic

üon

fo

mar mit

(Sr

einer fran§öfifcf)en

|)aufe b'^Hbret t)ermä{)It

ptte

i^r; fcE)on i't)retn)egen

fjürftentum ju begrünben.

lt)eltlici)eö ift

tüieber an.

bem

unb

'i^atie

eine

er fu(f)en muffen, ein

Sirügt

ung

nid)t alleg,

bie tjon i'^m ert)offte ©ätularifation be§ £ir(i)enftaateg ber

©runb ber ge'^eimen @t)mpat^ie, mit it)eld)er ben großen SSerbred)er be^anbelt; bon ßiefare ober öon niemanb burfte er {)offen, ba^ er „ba^ <Sifen au§ ber SBunbe äie'^e", b. ^. ba^ ^apfttum, bie Quelle aller ^nteröentionen unb tDefentIi(f)e

SD'la(i)iaöeni

aller S^^fP^itts^ung $5talieng, ^exniä)te. lr)eld)e (le\axe

gu erraten glaubten,

tum öon Xo§!ana ^)

Strozzii

poetae p.

fata

19,

in

ber

invidere

coronam,

'Sann in bem 3;rauergebid)t auf Cesares

olim

%ob solii

p.

menn

'2)ie

fie

öorfpiegelten, mieä er, tüte e§

Venatio be§ Ercole Strozza: .... cui triplicem

31, seq.: speraretque

decora alta paterni.

S^triganten,

i^m

ba^^

f(f)ien,

Äönig*

mit

SSer*

^henba: Jupiter 1:)abe einft tier= fprodjen: Affore Alexandri sobolem, quae poneret olim ItaUae leges, at2)

que aurea saecia referret etc. ^) (Sbenba: sacrumque decus j o r a parantcm deposuisse.

ma

-


126

erfter Slbfcfinitt.

ad)tung öon

[id)^),

©ebanfe nod) au§füf)rbar

%od)

genug unb o^ne

^ran!rei(f)§ ^ilfe nii^t

erf(i)ien.

aug feinen ^rämiffen finb

alle Iogif(i)en (3cE)Iüffe

eitel

Ieicf)t

in SStr!Itd)!eit nur, rt)eü t'^m ein foId)er

ni(i)t reif

tüegen

nic^t

einer

t)iel=

bämonifd)en ^. Sßallenftein

fonberIi(i)en

wenig inneiüof)nte tvk §. anwanbie, über{)aupt mit feiner üöHig fonfequenten ^anblung^meife im großen üer^ träglici) finb. SSieneirf)t ^ätte in bem Übermaß öon S3o§:f)eit fid) Genialität, bie it)m fo

,

fonbern

lieber eine

tüeil bie 9JlitteI, bie er

9(u§fic^t ber ^Rettung für

ba§ ^apfttum aufgetan,

and) o{)ne jenen Bi^f^^^^ ^^^ feiner ^errfrf)aft ein Snbe mad)te.

man

SSenn

annimmt, ba^

aud)

im

3tt)if(i)en^errfd)er

lienö mit

bem menn man aud)

Sionarbo ba

Dberingenieur-)

großen 9tugfid)ten gelten

feiner

bie (5d)ar, bie

öller

©t)m= 1503

©olbaten unb Dffigiere ^ta^

bie beften

SSinci alg

3^i^"ic^tiitt9

ßefare nid)t§ at§

Iir(i)enftaate

pai^ie eingetragen ptte,

feinem ©lüde folgte

bie

lä^t,

fo

lieber in§ Gebiet be§ ^rrationellen, rob irre toirb mie ba^ ber 3sitgenoffen.

ai§ 93eU)ei§

ba^ unfer Urteil ba^

fo

fonber§ bie SSert)eerimg unb 9Jlifef)anbIung

gehört boc^ anbere^

S3on biefer be§>

?Irt

be=

ift

eben gewonnenen

©taate^^), ben Sefare bod) ^u be't)alten unb ^u be:^errf(f)en ge=

Sobann

beult.

ber ßnftanb 9^om§

©ei

i^afiren beö ^ontifüate^. 1)

Machiavelli, Opere V., ©. 334.

^)

übet ben

literatifc^en

unb

fünft*

§of Cesare Borgias \. ^ti* 260 f. übet bie ^Sejiefjungcn

Ietijci)en

arte I,

;

gu Lionardo mancf)e^ 9ieue 274 3)

Machiavelli,

351. 414.

a.

unb 221: „Gt fid)

XVI,

ttjollte,

157

II, p.

ba^ feine

Qoh

nod) 5ielieben einquattiet*

ten, fo bafi fie in noct) niet)t

D. ©. 326.

Matarazzo, Cronaca di

Perugia, Arch. Stör.

baten

a.

ff.

e§,

unb ber f urie in ben legten ba^ 5ßater unb ®o{)n eine

ber Ätiegfüljtung: ea scelera et gitia a nostris militibus patrata

quae ne Scythae quidem aut Turcae, aut Poeni in Italia "S^etfelbe p.

cujus proprium

est,

121 , 91.2. 'S^-agegen ift auf bieGinf e^ung Sßertualtung

^uftij

in

Siiit

rationibus et

commodis Hispanorum consultum velle, non Italorum. 3?gl. oben Seite

oB im Stiege." De exilio (1522)

ed. zotenden p. 19 fagt übet bie

aU

Spanier: Hispanis generis hominem,

guter

Petrus Alcyonius,

commisissent.

65 tabelt Alexander

ben ^tiebenigjeiten

getuannen

fla-

sunt

unb

prompter

üielen ber eroberten

biete f)inäumeifen.

@e=


eejare^ 3lbiid)ten auf ben päpftl. ST^ron.

127

©äfulanfatton.

ha^ bie ^orgia legten ficE)

förml{cf)e ^ro|!rtption§nfte enttüorfen Ratten'), fei e§,

tüurben

9}lorbbef(f)Iü|je einzeln gefaxt

auf

3ermd)tung

!)eimti(j^e

im SSege

bie

aller berer, tt)el(f)e i{)nen irgenbroie

tüaren ober beren (Srbfd)aft it}nen beget)ren§tx)ert

waren nod) ba§' tüenigfte mar eö, ba^ bie Seib* renten ber betreffenben geiftli(i)en Ferren erIojcE)en unb bafe er bie @in!ünfte i^rer ^tmter it)äf)renb ber ^^afang unb ben Kaufpreis berfelben bei neuer SSefe^ung einbog. ®er üene* 5ianifd)e ©efanbte ^aolo dapello') melbet im ^a^re 1500 tüie folgt: „^ebe 5^a(f)t finbet man §u 9^om 4 ober 5 ©rmorbete, nämlid^ ^^if(i)öfe, Prälaten unb anbere, fo bafs gan§ 9ftom baüor fcE)ien.

Kapitalien unb fa^renbe ^abe

babei; üiel einträgli(f)er für ben ^apft

gittert,

öon bem §er§og (ßefare) ermorbet gu trerben."

©tabt ^erum'), unb e§ ba^ bieg

©r

mit feinen G5arben in ber erfd)ro(Jenen

felber gog beg '^ad)i§>

aller

ift

©mnb

nid)t blofe gef(i)a^, meil er,

öor^anben, gu glauben,

wie Xiberiug,

fein fd^euB*

me^r geigen moc!)te, fon^ bern um feiner tollen 9]?orbIu[t ein Genüge gu tun, öielleid^t aud^ an gang Unbefannten. <3(f)on im ^a'^r 1499 war bie ®efperation {)ierüber fo gro^ unb allgemein, ba^ ba^ ^ol! öiele päpftü(i)e ©arbiften überfiel unb urnbxad)ie*). 2öem aber bie 33orgia mit offener ©ewalt ni(f)t beifamen, ber unterlag it)rem geworbene^

lid)

3(ntli^ bet 3:age nici)t

@ift.

3^ür biejenigen ^älle, in

jc^ien,

würbe jeneg

f(i)neeweiBe,

benen einige SDi^fretion nötig

angenehm f(f)medenbe ^uber^)

gebrau{i)t, wel(i)e§ ni(i)t bli|fcf)nen,

In arcano proscriptorum albo

^)

de

positus, fo Pierio Valeriano,

in-

fonbern aümä^Iid) wirfte

Caesar Borgia. tarii

— ^n ben Commen-

urbani bei Raph. Volaterranus

felicitate literat., bei '3lnla§ bei Gio-

enthält Lib. XII. eine unter Julius II.

vanni Regio ed. 'äUcnden,

unb boc^

Jommafo

2)

<B.

11.

Qiax (3.

2rüt bie 3eit

p. 282.

122 ^.

öom

1)

22. gjiai

Antonio Giustiniani publ. da Pasquale 1502 an bieten bie Dispacci Villari,

Firenze 1876, 3

di

^Bbe.,

tt)ert==

öolle 3'iad)rid)ten. ^)

Paulus Jovius, Elogia

t)eifet

202:

fef)r

ei:

Roma

.

.

bef)utfam abge*

Alexanders. §icr nobilis

jam cami-

ficina facta erat. *)

Diario

XXIV, *)

p.

norf)

fafete (E^arafteriftif

Ferrarese,

bei

TKurat.

Col. 362.

Paul Jovius, Histor.

II, fol. 47.


128

©rfter 5tbf(f)mtt.

unb

fid)

unBemerft iebem

6Jeri(i)t

ober ©eträn! beimtj(f)en

lie^.

^rin^ ©jc^em babon in einem füB^n %mnl if)n 5(Iejanber an ^arl VIII. auslieferte

$8ienetd)t tjatte f(f)on

mit be!ommen, beöor

m^5 manrf)e glaubten bamalS, bo§ ^ater unb ©o^n l)ätten, inbem jie bon bem für einen reicl)en ficf) ^arbinal, tt)a'^rf(f)einli(i) Stbrian bon Sorneto, beftimmten ^on* fe!t genoffen^). 2)er offigielle Gpitomator ber ^ap[tgefd)icl)te, Onufrio ^anbinio^), nennt brei ^arbinäle, n)eld)e 5tlejanber l^at bergiften laffen (Drfini, ^euaxi unb 5!Jlid)iet) unb beutet (1495)1),

bamit bergiftet

einen bierten an, tüeld)en ©efare auf feine 9?e(f)nung nat)m (GJiobanni 33orgia); e§ mö(f)ten aber bamal§ feiten reid)ere

Prälaten in diom geftorben rege mürbe.

Strt

fein,

o^ne ba^ ein Sßerbad)t biefet

5tu(f) ftille @elel)rte,

bie fic^ in eine Sanbftabt

§urü(f§ogen, errei(i)te ba^ erbarmungSlofe ©ift. 1)

SJermutung

2)tefe

jd)on

roitb

fing an,

meinen ©lauben, Alexander

öon S^itS^ooffS"/ Comines, Matarazzo, aud) üon bcm tüenig fpäteren

STeufel get)oIt tuorben, mit

Giovio geäußert, erroiefen

gefd)Ioffen f)abe.

Ii(^ nici)t, ögl.

frei*

ift fie

§eibenf)eimer (oben 98,

568 unb X^uaSne, ©. 365—377,

4) ©.

3ßwgmffe äufammengeftellt ©in 33erid)t ber iSr^te ift nid)t

alle

tt»o

finb.

crl^alten, eine

nid)t [tatt.

6e!tion ber Seid)e fanb

'Ser 93rief be§ ©efanbten

F. Brognolo, ben %a\tox III, 334

!ann

alä entfd)eibenb anfü'^rt,

be^toegen I)ei§t:

aber

hJürbc

weil

betüeifen,

nid)ti§

mori credo

31.

4

f(i)on

di sua

morte; er

nid)t§

betüeifen,

aud)

9lad) Giustinianis Dispacci vol.

II, p.

107 sqq., p. 120 (Sntfte^ung

tt)eld)e

sq., p.

unb

458 sq.,

5ßerlauf ber

Äran!I)eit fc^ilbern, rvax biefe 2(nfid)t

ber ßeitge^offen S3rief

an

i^id)t

allgemein, ©in

be§ !üiar!grafen üon SRantuo

jeine @emal)lin Isabella bei

goroüiug, Sucrejia 33orgia II,

122

f.,

berid)tet

©ift geftorben III,

471

au§.

ff.

^a!t auf 12 ^atjxe

^a^

ift,

üom

er tor

AI. VI. nic^t

fü^rt

an

nun ^oftor

— Novacula

III,

46

eriüät)nt bie tierfd)iebenen ®erü(^te, läfet

aber bie (Badfe unentfd)icben.

©in früt)erer3Sergiftung§öerfud) gegen ben ^apft 9loti. 1499, Burchardi

Diarium ^)

II,

578

sq.

Panvinius, Epitome pontificum

p. 359.

"Ser ©iftoerfuc^ gegen ben

fpätern Julius II.

f.

p. 363.

©i§monbi XIII, 246,

Saut

ftarb aud) ber

Iangiät)rige 58ertraute aller ©e!)eim*

tüenn er birelter lautete. ^)

feiner 2Sat)I einen

fei

bem

I,

öon bem

©re*

262

f.,

altge«

niffe,

Lopez, Äarbinal üonSapua, auf

biefelbe SBeife ; laut Sanuto (bei 9tanlc,

^äpfte,

I,

©. 52, 3lnm.

1) aud) ber

bem 2;obe f arbinaB tiefe ber

^arbinal üon SSerona. 93ei be§ ebengenannten

^apft burd) ein J^otlegium üon ^rjten ben notürlic^en %ob f onftatieren. Dispacci di Antonio Giustiniani

I,

411sq.


Scjate§ itrationene ?RitteI.

um

(Jrtnorbungcn.

ben ^apft l^erum ni(i)t me^r unb ©turmtüinbe, bon

S3Ii^j(i)Iäge

129

SScrgtftungcn.

red)t geheuer gu ruerben; ii:)el(f)en

SJiauern

unb

(Sie»»

mä(f)et einftütäten, l^atten i^n fdf)on früt)er inauffaHenberSBeife "Ejeimgefud)!

unb

in (3(i)recfen öerfe^t;

fd^einungen tDiebert)oIten, fanb

^a§

man

aB

1500^)

fie^

btefe (£r*

batin ,,cosa diabolica".

öon biefem 3u[tanb ber '3)inge fd^eint burc^ unb [tar! bom ^apfte ausgebeutete 2) Jubiläum öon 1500 bod) enblidf) ix»eit unter ben S?öl!ern f)erumgefommen §u fein, unb bie fc^macE)üone 9(u§beutung be§ bamaligen 5tb* laffeS tat ot)ne ßweifel ba§ übrige, um alle 5(ugen auf 9?om gu Ien!en^). Sturer ben '^eim!e'f)renben pilgern !amen auä) fonber= bare mei^e 58ü^er au§ Italien nad) bem SfJorben, barunter öer* !appte Flüchtlinge aug bem ^ird)enftaat, tDeIci)e mdjt merben gefd)rt)iegen '^aben. ^od) iüer !ann bered^nen, tüie lange unb ba§

@erü(f)t

ftar!befu(i)te

ba§ Ärgernis be§ 9(benblanbe§

!)od)

nocf) 't)ätte fteigen

muffen,

eg für Sllejanber eine unmittelbare ©efa^jr erzeugte,

e'^e

t)ätte",

^anöinio anber^rtjo*),

fagte

„auä) bie

nocE)

„dx.

übrigen

f arbinäle unb Prälaten au§ ber SSelt gefc£)afft, um fie gu menn er ni(i)t, mitten in ben größten 5lbfi(f)ten für

reid)en

beerben, feinen

(So()n,

Unb

ba'^ingerafft

ftarb,

SBeIcE) ein

einfttt) eilen,

mit

all

ni(i)t

ebenfalls auf ben

f onHaüe

%ob

ixanl gelegen

tüäre ba^^ gemorben,

menn

er

fi(i)

feinen 9)iitteln auSgerüftet, burcE) ein mit

gmecEmäBig rebuj^ierteS

@ift

toäre."

h)a§ tt)ürbe(Sefaregetan{)aben, mennerim^tugenblicfe,

ba fein SSater f)ätte^)?

Sorben

^arbinalSfoIIegium

pm

^apft

liefe, gumal in einem 5lugenblic!, ba leim fran§öfif(i)e ?Irmee in ber ^ai)e gettjefen wäxe ®ie ^^antafie üerliert \iä),

U)ät)Ien

!

fobalb

fie bie

|)t)pot^efen öerfolgt, in einen Stbgrunb.

1)

Prato, Arch. Stör. III, p. 254.

2)

93 gl.

XXIV,

rat.

E

xüd)t: tefice

si

Col. 133.

9tur

giudicava, che

Hirsaug.,

aU @e-

*)

Pon-

^)

il

godesse cavare assai danari di

questo

Giubileo,

che

gh

Anshelm, 93erner

Suttf^orbt,

Tom.

Trithera. Annales

II, p. 579. 584. 586.

Panvin. Contin. Platinae,

Luca Gaurico

t)inju:

Cesar vel inglorius jacebit vel

pestifera ac violenta

morte

peribit.

(It)ronif, III,

ftultut bet fRenallfance.

p. 341.

fügte 1503 feinem

1501 juerft erfd)ienenen ^tognoftüon

tomerä

molto a proposito. ')

146— 15G.

©.

Chron. Venetum, bei yStw

I.

11. STuft.

9


130

erjlcr ?tbfcf)mtt.

(Statt bejfen folgte

ba§ ^onüabe ^iuö'III. (1503) unb

narf)

bem

@in*

^uUu§'

beffen balbtgem STobe aud) baöjemge

II.

unter

bruc! einer allgemeinen 9flea!tion. 3BeIci)e§ aud) bie ^riöatfitten Julius' II. fein mod)ten'), in

ben

Jt)efentli(i)en

33e§ie{)ungen

ift

^ie S3etrad)tung be§ ©ange^ ber feinem Df)eim ©ijtug^)

er ber Sletter be§ "^^inge in

"^atte if)m

^apfttum§. ben ^ontifüaten feit

einen tiefen Ginblic! in bie

©runblagen unb S3ebingungen be§ päpftli(f)en 5(nfe'f)en§ getüäl^rt, unb banad^ rid)tete er nun feine §crrfd)aft ein unb rtjibmete it)x bie gange traft unb Seibenf(i)aft feiner unerfc^ütter tvatjxen

Ii(i)en

Seele.

SSorgia

S'^^ai flieg er naä) fcf)mad)tionen felbft

SSer't)anbIungen

geführten

bie

mit Sefare ©tufen be§ ©tu'^Ieä

^etri t)inan, aber ber allgemeine S3eifaII begleitete

nun

t)örte rt)enigften§

i'^n,

ber eigentlid)e §anbel mit ben

unb

l^ö(f)ften

SBürben gänglid) auf. Suliu§ fiatte ©ünftlinge unb barunter unmürbige, allein be§ 9^epoti^mu§ tüar er burcf) ein befonbere§ (3lüd über'f)oben: fem S3ruber ©ioöanni bella SRoöere tvat ber

@emaf)I ber ßrbin öon Urbino, ©(i)h)efter be§ legten feltro

©uibobalbo, unb auö biefer ^^e mar

f^rance^co

Waxia

bella

S^oöere,

feit

5[)?onte*

1491 ein

<Bot)n,

öor^anben, melcfier gugleid^

im |)er§ogtum Urbino unb )3äpftli(i)er 3Sa§ nun ^uliuö fonft irgenb erhjarb, im Kabinett

red)tmä^iger 9^a(i)foIger

^epot

rtar.

ober buxd) feine f^elbgüge, ha^ unterwarf er mit '^ol^em ©tolj ber ^xxd)e unb n\6)t feinem §aufe; nur gelegentlid) "^atte er

anbere Stntüanblungen, in benen er öerf(i)affen rtjollte;

j.

ben tirc^enftaat,

33.

@iena feinem 3^effen

\x>elä)en ex in boller 9J[uf*

löfung angetroffen, f)interlie^ er ööllig gebänbigt unb burd^

^arma unb ^iacenga aucf) f^errara für bie

üergrö^ert. (S^ lag

nicf)t

^ixd)e eingebogen mürbe.

an i'^m, ba^ nid^t ®ie 700000 ^u=»

taten, roeI(f)e er beftänbig in ber (£ngel§burg liegen f)atte, follte ^)

SSgl.

barüber je^t eine ®d)rift

öon tlacjfo unb Giorn. stör. 36, 448.

bie

SRitteilungen

— übet jeinc na*

türUd)c Xorf)ter SSeffel^fi II, 206 ^)

®en

er öere^rte

fg.

unb nad)al)mte.

Paris de Grassis fagt einmal in einet

oon ®. ©teinmann (^tllg. ^e\tq. 93eil. ^uni 1897) angefüf)rten Stelle: cum fuerit et sit nepos ipsius Sixti et in multis quasi omnibus imitari studeat Sixtum patronum. 4.


^uliu5

bcr ^aftellan etnft

II.

©eine

memanbem

al^

131

9leaftton.

bem

Üinftigcn ^apft au§*

@r beerbte bie f arbtnäle, ja alle ©ei[tlicf)en, bte in diom ftarben, unb gmar auf rü(ffid)t§Iofe SSeife, me^^alb benn

liefern.

bie

Prälaten bei Sebgeiten

rid)teten,

um bem

fid)

foftbare ^rac{)tben!ntäler er^

t)eiBt)ungrigen ^apft ba§ (£rbe gu entgie^en,

aber er öergiftete unb morbete feinen; e§ blieb

böfen SSillen. gefinnt, ^ielt

'^ö(i)ftenö

beim

©r mar im 2eben unb Renten ed)t tt»eltli(^ meber ^unbe^genoffen no(^ ß^egnern Sreu unb

©lauben, aber er ging in feiner ^oliti! unüerrüdft auf ein gro^e^ unb imponierte baburc^ ben SBiberfa(f)ern. ^a^ er

3iel Io§

felber ju f^elbe sog, it»ar für i'^n untermeiblicf) i^tatien fid)er

nur genügt ^u einer

^^tt/ ö«i

bk

unb ^at

i'^m in

^(^^ entmeber 9tmbo§

me^r iüirfte ®r f(i)recEte nid)t gurücf üor bem Ungeheuern Gebauten, bie ^rone ^xanlieid)^ öon Subtüig XII. auf ^einrid) VIII. oon ©nglanb gu übertragen unb bro"^te ge^ ober |)ammer fein mufste, unb ba

^erfönüd^feit

alä ba§ beftertüorbene 0?e(i)t.

legentlid)

bem

franäöfifd)en ^onarci)en

ben ^itel eine§

„aller^

^önig§" ju entgie^en^).

(i)riftU(^ften

SSenn er aber tro| all feinet i^o(f)betonten: „i^oxt mit ben SSarbaren!"^) gIeid)rt)ot}I am meiften ba§u beitrug, ba^ mie er re(f)t feftfe^ten bie ©panier in Italien fid)

e^ebem ber ^auptoeranlaffer ber fran5Öfifd)en i^noafion in mar fo !onnte bieä für ba§ ^apfttum Dber gleidigültig, ja öielleid)t relatiti öorteil^aft erfdieinen. tüax nid)t bi§ je^t üon ber ^rone (Spanien^ am e{)eften§ ein bauernber 9tefpe!t öor ber ^ird)e gu erwarten'), mä^renb

^tatien gemefen

,

itaUenifd)en dürften t)ieneid)t nur nod) freöel'^afte 6Je^ 2Bie bem aber fei, bermä(^=» banfen gegen le^tere Regten? bie

tige originelle ?[Jlenfd), ber leinen 1)

Journal 6. 254. ^ie

SSgl.

SSuIIe

(1512) rourbe ausgefertigt, aber md)t abgefrf)icft. 2)

{iian

beftreitet lius' 3)

— ^qI (togl.

ba§

ba\.

Ju-

Julius tüirütd) ge{)offt

lajfen, bie

jid)

üon

oerbrängte

btn St^ron öon 9ieapel gu fe^en,

bleibt

tro^ Giovios 5lu§fage (Vita Alfonsi

Ducis)

II.

Ob

i^m beftimmcn

arogonefif(i)e 9?ebcnlime triebet auf

©. 272.

(3(i)riftenoeräetd)mg)

itolieni|(i)e ©efüt)!

3orn ^erunterfd)Iuden tonnte Ferdinand der Kath. lüetbe

fel)r

stoeifel^aft.

f)at,

9*


132

(Srftet 9lbirf)mtt.

unb

fein tvixilidje^ 2Bot)IttJünen üerbarg, mad)te

im gangen ben

Sage t)'ö<i)\t ix)ünf(i)baren (Sinbrud eine§ „^ontefice dt fonnte fogar tüiebermitrelatit) gutem ©emiffen bie 33erufung eineä Sl'onätig nad) 3lom magen, tüomtt bem £on* §iBgef(i)ret ber ganzen europätfd)en Dppofition Sro^ geboten für feine

terribile"!).

(Sin

tt)ar.

|)errf(^er

foI(f)er

beburfte au(^ eine§ grofiartigen

äußeren (5t)mboIe§ feiner 9?id)tung; ^uUu§ fanb biefe§ im

bau öon ttjollte,

^eter; bie Einlage beöfelben,

(3t.

ber

bieneid)t

ift

9Jlad^t über'^aupt.

größte

'äu^bnid aller

ift

9^eu==

^ramante

eint)eitli(i)en

ben übrigen fünften

5lber aurf) in

beuten unb ©eftalt biefe§ ^apfte§ im e§

tüie fie

lebt 2(n*

f)öd)ften «Sinne fort,

unb

o'^ne 33ebeutung, ha'^ felbft bie Iateinif(i)e ^oefie

ni(i)t

jener Stage für ^uliug in anbere

®er @in§ug

SSorgänger.

g^Iammen gerät aB

am

in SSoIogna,

für feine

(Snbe be§ „Iter Julii

secundi" öon ^arbinal 2tbriano ha Sorneto ^at einen eigenen

unb ©ioüan Slntonio f^Iaminio l^at in einer (Slegieu^) ben Patrioten im ^apft um (3(i)u| für

praditüollen ^on,

ber fc£)önften

Italien angerufen.

Suliu§

l^atte burcE) eine

bonnernbe^^onftitution^) feinet la^

ÄongiB bie (Simonie bei ber ^apftmaf)! üer=* feinem Xobe (1513) mollten bie gelbluftigen Äarbi==

teranenjif(f)en

boten. 9Zad)

näle biefe§ SSerbot baburcE) umge{)en, ba^ eine allgemeine 9tb= ^)

über ben 5Iu§btucE

terribile

äulc^t ^aftor III, 525, er

ober

„fd)redEIid)",

2)

t)gl.

md)t mit

„furd)tbar",

gu

aU ©uperlatto unb magnanimo au fjuf offen.

überfe^en, tjon fiero

ift

fonbern

$8etbe ®ebid)te

Leone X,

j.

«. bei 3lo§coe,

unb 297. 58ei feinem Stöbe fagt bie Cronaca di Cremona: quäle fu grande danno per la Italia,

ed. 5Boffi VI, 257

perche era

homo

che non

Dtjnmadjt lag unb für ten

fogleid)

bie

tot galt,

unru{)igften

mag* SJöpfe

au§ ben üornef)mften gamilien Pompeo, Colonna, Antimo, Savella u.

— ba§

a.

„SSoI!" aufg ^apitol ^u rufen

unb 5ur Slbwerfung ber

päpftlid)cn

^errfd)aft anjufeuern, a vendicarsi in libertä

.

.

Guicciardini ($8gl.

a publica rebellione,

im

tv'xc

jetjnten 93ucf) melbet.

and) Paul. Jovius in ber Vita

voleva tramontani in Italia et have-

Pompeji Columnae; unb im einjelnen

va cazato Francesi et l'amino era

®regoroOiu§ VIII,

cazar I,

le altri.

p. 217.

di

Bibl. hist. ital. (1876) fjreilid) al§

Julius

im

5luguft 1511 einmal in mef)rftünbiger

3)

Cap.

©. 71 bt§ 75.) Septimo decretal. L. I., Tit. 3, 1

big 3.


adealtion

3;ultu3 II.

unb

133

2co X.

«ßcriönltd)!eit.

unb ^mter beS gu 2Bät)Ienben gIeid)mäBig unter jie berteilt tüerben follten; fie irürben bann ben pfrünbenrei(f)ften ^arbinal (ben rebe proponiert mürbe, tvonaä) bie bisherigen ^frünben

ganj untüchtigen Stafael ^ollegiumg,

getüä^It f)aben^).

9fliario)

^Jiebici,

man

®io*

toäljlte

ben berüf)mten Seo X.^)

i^m

SBir tüerben

"tjeü.

bor allem einen liberalen ^ap[t tuollten,

JT)eId)e

burd)treuäte jene iämmerIidE)e Kombination;

banni bon

Slllein ein

^auptfäd)Iid) ber jüngeren äJJitglieber be§

5Iuffcf)h)ung,

norf) öfter

begegnen, tvo irgenb bon ber

tyet ift nur bar* ba^ unter i^m ba^ ^apfttum mieber gro^e

(3onnen{)ö^e ber 9lenaiffance bie auf fjinäutüetfen,

innere unb äußere @efa{)ren

3fiebe fein iüirb

erlitt.

'S)arunter

;

ift

ni(f)t

§u red)nen

bie S5erfd)rt)örung ber Karbinäle ^etrucci, ^Sanbinello be ©auli,

unb

(Soberini

SfJiario,

(s;orneto (1517), tüeil biefe l)öd)ften§

einen

^erfonenmec^fel gur ^^olge l^aben !onnte; aud) fanb £eo ba^

Gegenmittel in

tvaijxe

39 neuen Karbinälen, mad^te,

lüeil fie

gum

h)el(f)e

nocf)

baju einen guten 6ffe!t

ba^ malere SSerbienft

Steil

in benfpäteren3a{)ren feineS^mteS,

feit

Unterf)anblungen

eiTiftIi(f)e

Qiiuliano ba^ Königreid^ 'Neapel

1515,

fic^

fucE)te er

unb feinem

Franc. Vettori, im Arch. Stör.

Append. VI, 297. a3ei ber 2Ba{)I

2)

(ntd)t

31)

SIemen ^ift.

tarbinäle

tätig,

D.

Dgl.

(nocf) einet jeltenen Sc^riftf.

aSiertelj.

18 [1907] ®. 506

SJierfroürbige ''^apftrod)!

SJotijen

über

Su^io,

bei

ff.).

biefe

112

©.

ff.

Journal S. 275. ^)

Slu^erbem

foll fie

i^m

laut

Jacob

Amoenit.

feinem 35ruber

tx)el(i)e§

^arbinal

30000; eine gejat)Iten vol.

'^flaüanb,

finb nid)t

gäbe

©ummen fol.

gang

gett)ife

rourbe,

227.

(®ie

(Summen

richtig, Zieglers

^n=

übertrieben; für bie <Ba(i)e

%a\tox IV,

1,

135—142.)

$8erfd)irörenx

Stucf)

ein, ügt.

^aftor IV,

1,

bie

gcttjöi^rte

SJerjeibung brad^te erbeblicbe

men

ga^Itc

üon einjelnen bei M. Sanuto

9?otiä ber

XXIV,

einjelnen

Ziegler, Historia Clementis VII. bei

lie§.

beffen ©encral, Christoforo Numalio,

ebenfalls

Leos X. toaten 29

betreten

Steffen Soren^o ein

großes oberitaüenifcfjeS Meid) gu berfd)affen, ^)

beIo'f)nte^).

aber lüaren getuiffe Sßege, auf roelc^en 2eo

§ö(i)ft gefäf)rli(i)

^urd^ ganä

Kreation bon

GJeftalt jener unert)örten

©um*

©. 130

ff.,

302:500000 ©olbgulben eingetragen

genaue 'Sarftellung ber S8erfd)lt)örung. 3Bid)tig Par. de

^aben; ber grangiSIanerorben

Grassis (ed. 1884), ©. 47

©d)eIf)orn,

hist.

eccl.

II,

allein,

tüofelbft aud) eine

ff.,

51

ff.


134

©rfter Stbjdimtt.

%o§lana, Urbino unb %exxaxa umfaßt t)aben würbe *). Ieud)tet ein,

ba^ her

£ir(i)en[taat, auf foId)e äöetje eingera'^mt,

man

eine mebiceijrf)e Stpanage geit)orben wäre, ja

:^ätte

!aum met)r gu fäfularijieren nötig ge^abt^). ^ei ^lan jd)eiterte an ben allgemeinen poIitij(i)en niffen; ©iuliano ftarb beizeiten (1516);

um

i^n

S8ert)ält=

Sorengo bennod)

Seo bie ^Vertreibung be§> §er5og§ gran= üon Urbino^), gog ficf) burd) biefen Ärieg unermep(i)en ^a^ unb gro^e 5trmut gu unb mufete, aB Soren^o 1519 ebenfalls ftarb*), ba^ müt)felig Eroberte an bie ^irc^e geben; er tatruf)mIo§ unb gezwungen, tvas, freiwillig ge* tan, it)m ewigen füutjxn gebracf)t t)aben würbe. SSaö er bann teils altein, teilg abwe(i)jelnb mit ^axl X. unb f^rang I. unter=» l^anbelnb, noct) gegen Stlfonfo üon g^errara t)erfud)te unb gegen ein paar üeine Xt)rannen unb ©onbottieren wirflici) auöfü{)rte, war öollenbö nid)t üon ber 5trt, wel(i)e bie Sfieputation erp^^t. Unb bieg alleg, wä'f)renb bie Könige be§ 9lbenblanbe§ ficE) öon ^atjx äu ^atjx met)x an ein !oIojfaIe§ politifc^eg Äartenjpiel ge^ Wohnten, beffen ©infa^ unb ©ewinn immer aud; biefeö ober \em^ GJebiet öon Stöli^w war^). Sßer wollte bafür bürgen, ba^ au^äuftatten, unterna()m

ce^co 9)Zaria bella S^oöere

Franc. Vettori,

1)

a. o.

C.

— Arch. Stör. Append. — JRolcoc, Leone X, ed. — 2;ommafo &ax, 232

I, p.

p. 301.

befonberä ouf ^aftor^ 'Sarftellung IV,

293

1

sq.

VI,

SSoJii

D.

p.

sq.

p. 42.

2)a§ S8er{)ältms Leos ju jeinen

o. a.

tiad)

unge*

btudten 5(ften[tücEen

?}. SJitti,

Nuova

antologia,

vol.

SSerloanbten

bcleud)tet

3.

serie,

28, p.

393

passim

I)tnäutt)eifen.

2)

eigentlid)e

2)ie

Slntreibcrin gu

biefem Unternehmen mar Alfonsina Orsini,

Lorenzos

SJhitter, bie

Lorenzo beftänbig a. a. D. 422 'ä. 4)

Leo unb

anftad)elte,

9Jitti

Ariosto, Sat. VI. vs. 106. Tutti

morreto, ed ö fatal che muoja Leone

428.

^m ©egcnja^ baju fuc^tc neuer*

appresso. Ariosto ^at in Sat. 3 unb 7

btng§, freüid) nid^t unbeftritten, g.

ba§ treiben atter unb neuer Klienten

^)

9?ittt,

Leone

X e la sua politica,

^^lor.

1892,

ben ©a^ burd)äufü^ren, ba^

Leos

^oliti! barin beftanb, bie ma==

terielle Tiaäjt

großem unb

beg ^. Stul)le§ gu feine moralijc^e

I)öngig!eit ju jd)ü^en.

tier=

Unab*

Sind) I)ier

ift

an 2eo§ ^)

|)ofe überl^aupt üerfpottet.

eine St'ombination biejer

5trt ftatt

mefirerer: Lettere de' principi

nebig 1851)

I,

(586==

65 in einer ^arijer

%epe^ä)e be§ Cardinal Bibbiena tont 21.

^ejember 1518.


ScoS X. ?ßlänc auf ganj iöto^en.

jie nid)!,

naä^bem

if)re 'f)eimif(f)e50'?acE)t

unenblid) getx)ad)jen,

it)re

ben legten ^afjr^efjnten

in

5t6fid)ten aurf)

135

^abrian VI.

einmal anf ben £ird)en*

au^be^nen mürben? ^od) Seo mufete ein SSorfpiel befjen jicf) erfüllte; ein :paar Raufen fpanif(f)er ^n^au§ eigenem fanterie erfd)ienen gegen 6nbe§ be§ ^a^re§ 1520

ftaat

erleben, rt)a§ 1527

eintrieb, fd)eint e^

— an ben ©renken beg

^ircf)en[taate§,

nm

ben ^apft einfad) gu branbjd)a^en^), liefen fid) aber burd) päpftlid)e Slrnppen 5urüdfd)Iagen. 'änö) bie öffentlid)e ^Jlei^^ nung gegenüber ber Korruption ber |)ierard)ie mar in ben

aB

^^i^en rafd)er gereift

legten

9JJenf(^en,

bringenb

mie

§. 33.

nad)

früher,

utxb a'^nunggfä^ige

ber jüngere ^ico üon 9JZiranboIa^), riefen

Üteformen.

S^äh?ifd)en

aufgetreten.

Unter ^abrian VI. (1522

— 1523)

mar

bereite

!amen aud)

ßutl^er

bie fd)üd)^

ternen unb menigen Üleformen gegenüber ber großen beutfd)en

33emegung fd)on §u fpät. (Sr !onnte ni(^t biet mef)r aU feinen gegen ben bi§^erigen ßiang ber ^inge, gegen «Simonie, 9Jepoti§mu§, gemiffenlofe Stellenbefe^ung, Kumulation, $ßer== fd^menbnng, 33anbitenmefen unb Unfittlid)!eit an ben Sag legen; an ber ©riaffung ftrenger Sbifte mürbe er burd) feinen frül^geitigen Stob gef)inbert. ®ie @efa'f)r üom £ut{)ertum f)er ^itbfd)eu

erfd)ien nid)t

einmal

fd)er

aU

bie gröfjte; ein geiftüoller öenegiani^

©irolamo

S3eobad)ter,

naf)en, fd)redlid)en

Un^eiB

SfJegro,

fprid)t

^C^nungen eineö

für 9ftom felber aug. „tiefer Staat",

au§ nieten Urfad)en auf einer 9'?abelf:pi^e, unb ö^ott gebe, ba^ mir nid)t balb nad) 5tüignon flief)en muffen ober

fo !Iagt er, „ftetjt

big

an

1)

Franc. Vettori, SSeim

^)

1517

bie (£nben be§

fd)rieb

Djean^. ^ä)

o. 0. £). p.

lateranenfifd^en

333.

Äonjil

Pico eine 9Rebe J. F. P.

fe'f)e

ben ©turg

Seipjig 1831, ©.

biefer geift* Pico fürd)tet,

8.

boB nod) unter Leo ba^ Söfe form* lid)

über boy @ute fiegen möcfjtc, et

ad Leonem X. et Concilium Lateranense de reformandis ecclesiae moribus (ed. ^agenau 1520; in

in te bellum a nostrae religionishosti-

ben Sluggaben ber SBerfe unb auä)

Leos

oratio

fonft

me^rfod^ gebrudt).

9Sgt.

Vir.

doct. epist. ad. Pirckh. ed. 5tet)tag,

bus ante audias geri

— ein

quam

parari.

2)agegen fud)t Paris de Grassis gi^ömmigteit c^aratteriftifc^e^

3Iuggabe)

<B.

10.

f)erüor5u!)eben: SSeifpiel

(neue


136

(Srflcr ^tbfc^nitt.

Iid)en SJionard^te

um

un§

na^e üor mir. SBenn @ott

Unter ßlemenö VII. mit '2)ünften

gleicf)

bort bisweilen ben

fo

'^ilft,

es

ift

erfüllt \xd) ber

gange ^origont ton 9f?om

jenem graugelben

(Sciroccof(f)Ieier, it)el(i)er

©pätfommer fo

in ber nädiften 9MI)e roie in ber

ift

nid^t

gejd)e:^en"^).

öerberblid) mad)i. '^ex ^apft

^erne üer^a^t; mä:^renb

ba§>

Übelbefinben ber ®en!enben fortbauert^), treten auf Öiaffen unb ^lä^en prebigenbe (Sremiten auf, meld)e ben Untergang 3ta==

meiöfagen unb ^apft (i;iemen§ ben 9Inticf)rift nennen^); bie coIonnefifd)e gattion ergebt t^r ^aupt in tro^ig=

lieng, ja ber Söelt,

fter ©eftalt;

^ompeo

ber unbänbige ^arbinal

Golonna, beffen

®afein^) allein fd)on eine bauernbe ^lage für ba§ ^apfttum mar, barf Ütom (1526) überfallen in ber Hoffnung, mit |)ilfe

£arB V.

m eiteret

ot)ne

ober gefangen märe.

(£§

^apft gu

mar

rt)

ßlemenä

tot

ha^ biefer

fid)

erben, fobalb

fein ©lücf für 9tom,

in bie ©ngel^burg flüd)ten fonnte; ba^ ©cf)idEfaI aber, für meld)e§ er felber aufgefpart fein follte, barf f(i)Iimmer

nannt

^urcf) eine Ü^ei^e Lettere de' principi,

^)

17. jei

mäx^

®a§

1523.

oon I.

©erüdjt,

^.

üergiftet tüorben, Blas Ortiz, Iti-

ma\\\i, I, p.

386

bo§ Üble

ift

bie allgemeine 33orau§=

fe^ung.

@enauere!§ über bie le^te

sq.)

ift

getutö falfd);

unb ben 2ob ügl. bei ^aftor 143 ff. et lüor fd)on lange

5?ran!^eit 2,

jd)tt)er

!ran!,

bie

xinmittelbate

Ur*

2obe§ war bie furd)tt)are Hadrians Slrgt Macerata (nad)

fad)e be§ ^")i^e.

isaftor IV, 2, 152

91.

cino, baf. aud) bie

9?amen ber übrigen

2: Giov. Antra-

üon einigen al§ ungc* fd)idt cvflärt, üon anberen aU pater patriae bejubelt, feine Suren be* ^irjte) lüurbe

fränjt.

Xob

ber

ge==

S3erid)t

bei 6reigl)ton V,

eine§ 9tugenäeugen

S. 333.

nur

^alfd)l^eiten jener Hrt, mel(f)e

SRom,

nerar. Hadriani (Baluz. Miscell. ed.

IV,

al§>

m erben. 2)

(foll

Negro,

a.

a.

äum

D.

eept.) IjeiBcn) unb

11. Slpril 1527.

9.

24.

Oft.

Woü. 1526,

greilid) fanb oud) er

feine Sd)mei(^ler

unb

S3ert)unbercr.

5)er 'Sialog be§ Petrus Alcyonius exilio

öor

ift

de

feiner SSer^errlic^ung, furj

bem

eintritt

feinet

^ontififat^i,

gemibmet. 3)

Varchi, Stör, fiorent.

1,

43,

46 sq.

9tnbere83erid)te über beuGremiten

1525 bei ^aftor IV, ^)

lonna

2,

Q. 261

Don

91. 6.

über biefen Überfall ber Coou^er Pompeo waren e§

Vespasianounb Ascanio

— genauere^

nad)

Duellen

l)anbfd)riftlid)en

«ßaftor IV, 2,

bei

222 ff. ®er ganje SSatifan

tuurbe au^geplünbert, nur bie $8ibli» ot:^ef gerettet.

auf

S)er (£d)aben ttjurbe

100—200000 Zutaten

gefd)ä^t.


eiemen^ VII.

bem

5!Jiäd)tigen erlaubt

ift,

1)ie

137

SSermüftung 5Rom§.

bem

(3(i)tt)ä(^em aber SScrberben

Giemen^ ben 5{nmarfd) be§ fpanifd)^beutfd)en §eere§ unter S3ourbon unb ^runb^berg (1527). ©§ ift getüi^^), ba^ ba§> Kabinett ÄarB V. i^m eine grofse 3ü(i)tigung pgebad)t ^atte unb baf? e§ nic^t üorau§ berechnen tonnte, miemeit feine unbegatitten §orben in il)rem Gifer get)en mürben. '3)ie SSer* bung faft ot)ne @elb märe in ^eutfi^Ianb erfolglos geblieben, tüenn man nicf)t gemußt t)ätte, eö ge'^e gegen 'Siom. S5ienei(i)t finben fict) nod) irgenbmo bie fd)riftlid)en eüentuellen 5(ufträge an ^ourbon, unb ^tvax foI(f)e, bie ^^iemlicf) gelinbe lauten, aber bie @efd)i(i)t§forfd)ung mirb fid) bann mä)t betören laffen. 2)er !atf)oIif(^e Äönig unb St'aifer üerbantte e§ rein bem ©lüde, ba^ ^a:pft unb ^arbinäle nid)t bon feinen beuten ermorbet mürben. SBäre bieg gefd)e:^en, feine 6opt)ifti! ber SSelt !önnte it)n öon ber 9Kitf(f)uIb Io§fpred)en. ®er 9J?orb §at)nofer geringerer Seute unb bie ^ranbfd)a^ung ber übrigen mit ^ilfe öon Stortur unb 9Jien= fct)ent)anbel geigen beutlid) genug, ma§ beim „Sacco di Roma" übert)aupt möglid) mar 2). bringt, tierurfai^te

'S)en ^a:pft,

moltte

f arl

ber mieber in bie Gngelöburg geflüchtet mar,

nad^bem

V., aud)

gepreßt, mie e§

t)ei§t,

er it)m unget)euere

(Summen

ab^'

nad) 'Reapd bringen laffen, unb ba^

dlemenS ftatt beffen nad) Drüieto flo^, foll o'^ne alle I^onniüeng bon fpanifc^er (Seite gefd)et)en fein^). Ob ^arl einen Stugenblid an bie ©ät'ularifation be§ ^ird)enftaateg bacl^te (morauf atle Sßelt gefaßt mar), ob er rid)t§

im emigen ®un!el

mirüid) burd) SSorftellungen

II,

f.)

262

f.

5ßgt.

aud) be Seüa

II, p.

documentata di Carlo V, vol. 390 sq. unb befonberä ^oftor

IV,

241

Storia

2,

ftücfe

ff.

— Sntereffante mtew

öon Sugio im Arch.

stör.

lomb.

35. ^)

IV,

|)ein='

mirb mof)I

©. 268—292.

2,

follen ettüa

12000 S)?enfd)en getötet, ein Q(i)ab^ öon 10 SJMlIionen öetur)ad)t fein.

gbenba unb: 9tanfe,®eutfd)e@e»= ©. 278, 5lnm. 1, unb III,

3)

fd)id)tc II,

©. 6

f.

feine

SRefibenj nac^

Varchi, Stör, fiorent. II, 43 sq.

*)

©d)Uberung ^aftot

%ob

1)ie augfü^rHci)e

lie^, bieg

bleiben*).

9{anfe,®eutjd)c(ä5e|cf)td)te(4. 3(uf

')

u.

fid)

VIII. bon Gnglanb babon abbringen

(£§

Karl luürbe 9lom öerlegen.

SDian glaubte,

ift

rü^renb, toie

man

1527 ben

römifd)er S3ürget al§ f^olge ber


138

erfter 2lbjd)nitt.

äßenn aber joId)e 5(bficf)ten öor^anben tvaxen, jo tjoben jie in feinem ^-alle lange ange^Iten; mitten au^ ber SSertüüftung üon diom fteigt ber Greift ber !ird^U(i)=rt)eItIid)en Sfteftauration empor. Stugenblidlid) a:^nte bieä §. 58. ©aboleto^). „SSenn burd) unfern Jammer," fd)reibt er, „bem ßorn unb ber (Strenge @otte§ genug getan ift, menn biefe furd)tbaren ©trafen un^ tüieber ben SSeg öffnen, §u befferen Sitten unb ©efe^en, bann SSa^ ift üieneid)t unfer Unglüd ni(i)t ba§ größte gemefen. @otte§ ift, bafür mag @ott forgen, mir aber ^aben ein £eben ber 93efferung öor unö, ha^ un§ feine SSaffengemalt entreißen mag; ri(i)ten mir nur Säten unb Ö5eban!en ba^in, ba^ mir ben watjxen ©Ian§ beg ^rieftertum§ unb unfere ma^re ©röfee unb Waä)i in .

.

©Ott fud)en." S^on biefem !ritifcf)en ^at}xt 1527 an mar in ber %at fo üiel gemonnen, ba^ ernft:^afte (Stimmen mieber einmal \id) l^örbar mad)en fonnten. 9f^om ^atte gu üiel gelitten, um felbft unter einem ^aut III. je mieber ba5 l^eitere, grunbüerborbene 9?om £eo^ X. merben ^u tonnen. (Sobann geigte fid) für ba^ ^apfttum, fobalb e§ einmal tief

im Seiben mar,

eine 8t)mpat^ie teiB politifd)er, teiB !ird)lid)er

^ie tönige tonnten

5lrt.

nid)t bulben,

ba^ einer üon i^nen

fid)

anmaßte unb §u beffen ^Befreiung ben SSertrag öon Stmien^

ein befonbereö Äertermeifteramt über ben ^apft fc^Ioffen u. a.

^uguft 1527). ©ie beuteten bamit menigftenö bie ©e'^äffig^

(18. feit

au^, meiere auf ber

gleid)

aber

fam

Sat ber

faiferlid)en

ber taifer in Spanien

Gruppen

felbft

ruf)te.

^u^

empfinblid) in§ (3e^

bränge, inbem feine Prälaten unb ©rauben if)m bie nad)brüd= Ud)ften 58orfteIIungen mad)ten, fo oft

fie it)n

gu fef)en befamen.

5tB eine grofee allgemeine Stufmartung öon @eiftfid)enunb SSelt^ Iid)en in 2;rauerfleibern beöorftanb, geriet tarl in ©orgen, eg 2;rauer über bie ftcllen ^ud)t.

^n

(Eroberung batju* ber ®robjd)rift

Mariano Castellano tjei^t

e^:

desolatae

(geft.

bc^^

Tiai 1527)

patriae amantiss., cujus

servitutem

cum

diutius

ferre

non posset ...

urbis fortissimo ^)

©ein

93rief

earpentra^,

Anecdota

1.

litt.

.

.

.

in ipso occasu

animo

occidit.

an ben ^op[t,

d. d.

©eptbr. 1527, in ben IV, p. 335.


^apfttum bcr ©egenreformation.

139

2roIgen ber 9ka!tion.

möd)te barau^ etmaö ©efät)rlid)e§ entfielen in ber

9Irt

be§ öor

iüenigen $^at)ren gebänbigten ©omunibabenaufrul^r'?; bie (Baö^e

@r ptte

njurbe unterjagt^.

niö)t

nur

bie 9Jltfel^anbIung be»

^apfte§ auf feine SBeife oerlängern bürfen, fonbern e§ mar, gefefjen

öon

für if)n öorf)anben,

feit

tum äu

ift

bem

fur(i)tbar gefränften ^apft^^

auf bie (Stimmung ®eutjd)Ianbg,

einen anbern Sßeg getüiefen

aB

fo tüenig ftü^en, (£§

mit

\id)

®enn

öerfö^nen.

tt)eld)e i{)n tx)of)I

bie

ab==

aller au^lüärtigen ^olitü, bie [tärffte 9lotlüenbig=

aud) möglid), ba^ er

Erinnerung an

t)ätte, iDoIIte er fid)

auf bie beutj(i)en SSer^ältniffe überhaupt. firf),

mie ein SSenegianer meint, burd)

bie 3Ser()eerung

3tom§ in feinem ©etüijfen

unb be§f)alb jene ©ü'^ne bef(i)Ieunigte, tt)el(i)e werben mu^te burd) bie bleibenbe Unterwerfung ber Florentiner unter ba^ ^au§ beg ^apfte§, bie 9}^ebici. ®er S^iepot unb neue ^ergog, ^Heffanbro 9Jicbici, warb öermät)It mit ber befd)it)ert fanb^)

befiegelt

natürlid^en 3:od)ter be§ Äaifer^.

^n tum

ber ^olge be'^ielt Ä'arl burd) be Ston^iBibee baä ^apft*

©ewalt unb fonnte e§ gugleid^ brüden unb ^ene größte ©efa^^r aber, bie ©äfularifation, üolleubs biejenige üon innen ()eraug, burd) bie ^äpfte unb it)re SfJepoten felber, war für ^af)r^unberte befeitigt burc^ bie beutfd)e 3fle= wefentlid^ in ber

befd)ü|en.

formation. 9Jiöglid)feit

©o wie

bem 3ug gegen

biefe allein

unb Erfolg öerUe"^en

Sflom (1527)

^aite, fo nötigte fie aud) ba^

^apfttum, mieber ber 9(u§brud einer geiftigen Sßeltmad)t §u werben, inbem e§

fid)

an

bie

©pi^e

aller i^rer

®egner

ftellen, fid)

au§ber„SSerfunfent)eit in lauter faftifd)enSSerf)ältniffen" empor^» raffen mufete.

SSaö nun in ber fpätern ^exi be§ Element VII.,

III., ^auIIV. unb i'f)ren 9^ad^f olgern mitten im 9tb= Europa^ allmä^lid) :^eranwäd)ft, ift eine gan^ neue re*

unter ^aul fall l)alb

generierte |)ierard)ie, weld)e alle großen, gefäl)rlid)en ^rgerniffe

im eigenen §aufe, befonberö ben ftaatengrünbenben mu^=*) öermeibet *)

unb imS3unbe mit ben

Letterede' principi 1, 72. Castigli-

one anb. %ap\t, 93urgog *)

2;ommajo &ax,

10.

^ej. 1527.

Relaz.

della

Corte di 3)

ber

9?epoti§=

fat:^olifd)en dürften, ge==

Roma

I,

299.

©enFarnesen gelang Sttt, bie

noci) etloaS

Caraffa gingen unter.


140

(Srjler 2tbicf)mtt.

tragen üon einem neuen geiftlic^en eintrieb,

au§ ber SBiebergeiütnnung be§ SSerlorenen öort)anben unb nur §u

^n

gefallenen,

üerfte'f)en in it)rem

man

biefem ©inne !ann

^apfttum

jagen, ba^ ha^

©ie

i[t

nur

©egenfa^ gu ben 9Ib»= mit boller 3Bal£)r'^eit

in moralijc^er S3e^iet)ung burd) feine

Stobfeinbe gerettet tüorben poIitifc[)e «Stellung,

|)auptgejd)äft

i'^r

macE)t.

freilich)

ift.

Unb nun befeftigte

unter bauember

feine

fid) auci)

2tuffi(f)t

(Spanien^

beim unb be§

big gurXInantaftbarleit; faft o"^ne alle 5lnftrengung erbte e§

5tu§fterben feiner SSafallen (ber legitimen Sinie

öon

ßfte

^aufe§ bella Üloüere) bie Herzogtümer ?5errara unb Urbino. D^ne bie Sfteformation bagegen menn man fie fid) überf)aupt

megbenfen !ann meit

früt)er,

irjöre

aB mir

ber gange ^ird)enftaat n3a'f)rfd)einUd)

eg erlebt l^aben, in tüeltlict)e

^änbe über*

gegangen.

8d)Iu§.

©aö Bum

Stallen ber ^attioUn.

6d)IuB betrachten

biefer poIitif(i)en ^i^ftä^'^e

tuir

nod) in ^ürge bie 9^üdit»ir!ung

im

auf ben ©eift ber Sf^ation

oII*

gemeinen.

@g

bem

Ieu(i)tet ein,

Italien be§

mütern einen

14.

ba^ bie allgemeine

unb

15.

poIitifd)e Unfic^er^eit in

^a^r()unbert§ bei ben ebleren

(5Je=

unb SSiberftanb l^erbor= rufen mu^te. (S(i)on®ante (oben (5.82, 9tnm. l)unb Petrarca ^) proüamieren laut ein ©efamtitalien, auf ttjet(f)e§ fid) anet}öd)ften S3eftrebungen gu he^iei}en t)ätten. SJJan menbet it)ot)I ein, e§ fei bieg nur ein (£ntt)ufia§mug einzelner Hod)gebiIbeter getpefen, öon n^eld^em bie SJlaffe ber Sf^ation feine ^enntnig na^m; allein ^)

patriotif(f)en Hntüillen

Petrarca, Epist. fam.

Fracassetti (1859) vol.

I,

I,

3, ed.

p.40, lüorin

©Ott bafür greift, aB Italiener geboren ju jein. ©obann: Apologia contra cuiusdam anonjmai GaUi caer

lumnias,

Dom

i^.

1581, p. 1068 sq.

1371, Opp. ed. Bas.

(gür ba§ ©anje:

£.

®etgcr, «ßetrarca, ©. 129—145.)

Salutati, 93riefc tierteibigt

pufig ba§

$8aterIanb§gefüf)I mit Ipegiellcr fid)t

ouf ^lorenj unb mod)t

mand)cn äum

Sßorrourf, bofj

^eft bie ©tobt berliefien.

125

ff.,

224

f.

(II,

unb

fonft.)

fie

9Rücf<=

85

ff.)

bei ber

(^U)nlirf) II,


141

^atttott§mu§.

c§ möchte

{)aUen "^eit

\\ä)

bamaU

mit ®eutf(f)IaTib

'E)aben, obrt)ot)I e§ tüenigftenö

unb einen anerfannten Dber'^errn, ben

t»er^ (£tn*=

S^aifer, t)atte.

'^ie

SSer^errIid)ung ^eutf(i)Ianb§ (mit 2tu§=»

etfte laute Iiteranfrf)e

na^me

anber§

nad) bie

!auTtt ötel

bem 9?amen

einiger SSerje bei

ben ^Jlinnefängem) geprt ben §uma* I. an^) unb erf(i)eint manchmal mie

niften ber ßcit 9JlajimiIian§

ein @d^o italienifct)er '2)e!Iamationen ober

it)ie

eine 'ähtvef)x ber

gegen 'Deutjc£)Ianb§geiftigeUnmünbig!eit gemachten italienif(i)en

Unb

Singriffe.

bod) tvax

gan§ anberen Q^rabe ein Ülömergeit. ein'f)eit

gemefen, al§ Italien

%xanhexä) öerbant't ba^

mefentlicE) erft

Spanien ^ai auf

bie

früher faüifc^ in einem

'i£)eutf(i)Ianb

SSoI!

jemaB

feit

ben kämpfen gegen bie ©nglänber unb nid)t einmal öermo(i)t, ba§ engöer=

Sänge

%üx

toanbte Portugal §u abforbieren.

im großen,

beffen SSefeitigung

ficE)

unb

i^talien tuar ßjiftens

Seben§bebingungen be§ fird)enftaate§ ein ^inbemi§ ber f)eit

ber

S3ert)u^tfein feiner '^o\U^

!aum jemals

(£in=

tjoffen Iie§.

SSenn bann im poUtifd)en SSer!ef)r be§> 15. ^a'E)r!)unbert§ gleicE)* \xio\)l 't)ier unb ba be§ @cfamtöaterlanbe§ mit ©mp^iafe geba(i)t )x>ixbf fo gefd)ie'E)t

bie§ meift nur,

itaUenif(i)en (Staat §u !rän!en*). !eit,

bie

öon Italienern

befümmert au§:

f(i)Iie^ti(i)

be§

16.

rtjaren einer

bie

fid)

teilen !"')

g-rance^co ®eutf(i)tanb '3)ie

©ongaga merben

erften^at^rge'fjnte

^auptblütegeit ber

Ütenaiffance,

S5elebung be§ ^atrioti§mu§ nid)t günftig:

Sd) meine bejonberS bie im 93anbe öon ©d)arbin§, Scriptores

^)

1.

beeren gegenüber gegeigt

(3(i)merä.

„%xantxei(^ unb

gang Italien unter ^atjrtiunbertg,

einen anbern, gleic^falB

Stber bie SSiberftanb§unfä^ig^

au§Iänbif(f)en

mürbe, erregte in öielen tiefen rief

um

rerum Germanicarum (93ajel 1574) unb im 3. 58anbe ber glcid)namigen i5ret)er=Struöej(^en

©amml. (Stra^*

1717) gejammelten ©d)riften öon Wimpheling, Bebel u. a. ^aju ift bann au§ frü{)erer3eit Felix Faber, Historia Suevorum libri duo (bei

bürg

©olbaft, Scriptores rer. Suev. 1605),

unb gesis

S5e=»

Exe* ou§ späterer Irenicus: Germaniae (^agenou 1518) gu

red)ncn. 2)

ein Seifpiel

öieler: %ie öon 3Sencbig on

ftatt

?(ntn)ott be§ 'Sogen

einen flotenrinifc^en 9Igenten tuegen '^i\aS-

neti, ')

1496, bei Malipiero, Ann. ve-

Arch. stör. VII, 58rief

öom

14.

I, p.

427.

^uni 1519 im

Arch. stör. lomb. 37, ©. 10

?t.

1.


142

©rjler 9(bfcf)nttt.

:^agen an geiftigen

unb

fünftlerijc^en ©enüjjen, Suft

am

2i3o^I^

leben unb 9tu§bilbung ber eigenen ^etjönli(i)!eit bernid)teten

ober tierbrängten bie Sorge für baä SSaterlanb.

ergingen in biejer S^it, {)äufiger tieffd)mer§U(f)en 3Xnrufungen 3eit, al§ e§ gu \päi mar, at§

übergogen^),

SSon

bem

aB

erft

an ba^

^ux

5'?ationaIgefüf)I

S.

bie beutj(f)en

Struppen 9lom erobert

£o!aIpatrioti§mu§ !ann

(gi-fur§

XXI.

§u einer

^ranjofen unb ©panier ba^ £anb

man

ettüa fagen,

©teile biefe§ ®efüf)Ie§ nertritt, of)ne e§ §u erje|en. 1)

öereingelt

fpäter bie gan^ ernften,

"Ratten.

ba^ er bie


รŸnftt){(felung beยง 3nbtt)ibuumรถ-


©er

itaticttifi^c

Qtaat unb

t>a^

'n ber 33ejd)affen^eit btejer Staaten,

nten, liegt (55runb ber

nun jmar

S^hMhnnm.

ÜiepubUfen mie ^t)ran=*

m(i)t ber einzige, aber ber mäcf)tigfte

9(u§bilbung be§ ^taUener§ sunt

frü'f) fettigen

mobernen'3}ienj(f)en. 2)a^ er ber Srftgeborene unter

ben@ö!)nen

be§ je^igen ßuropaö tüerben mufete, '^ängt an biefem ^un!te.

^m

lagen bie beiben (Seiten be§ S3erDuBtfein§

9JlitteIaIter

— unb nac^ bem Innern be§ ber 2SeU — mie unter einem gemeinfamen träumenb ober ^aih^

3Jlenf(i)en jelbft

t)in

nact)

(3(i)Ieier

%cic (3d)Ieier tüar

wad).

gewoben au§ ©lauben, finbegbefan='

gen^eit unb 2Sat)n; burcE)

unb

@ejd)id)te

nur

ficE)

it^n f)inburct)gefe!)en erf(i)ienen

munberfam

al§ klaffe, 5ßoI!, Partei, Korporation, (Familie ober fon[t

gorm

in irgenbeiner

be§ ^tllgemeinen.

^n

Italien guerft ber^

biejer ©d)Ieier in bie Süfte; e§ ermac^t eine o b

tt)et)t

SSelt

gefärbt, ber 9}ienfd) aber erfannte

j

e ! t

i

ö e

unb ^et)anblung be§ (Staate^ unb ber jämtlic^en biejer SBelt überf)aupt; baneben aber ergebt fid) mit

33etra(i)tung '2)inge

ba^ @ u b j e ! t i ü u u m^) unb erfennt

öoller Tlad)t $5

n

b

i

ö

i

b

e

,

\id)

ber Tlen\ä)

mxb

al§ foI(i)e§.

<3o

geiftige§

^tte

jicE)

erhoben ber (^ried)e gegenüber ben 33arbaren, ber inbi^« üibuelle Straber gegenüber ben anberen Qlfiaten alä Üiaj|en= menjd)en. @§ tüirb nict)t jd)tüer fein, na(f)§utt)eifen, ba^ bie po^ einft

litif(i)en 58ert)ättniffe

hieran ben ftärtften 5lnteil gehabt t)aben.

(3d)on in öiel früt)eren ßeiten gibt

tüidlung ber auf

fid) felbft

loie fie gleid)äeitig entt)üllt.

ttjelc^en

®er

im 9torben

nid)t fo

Slrei§ träftiger

Siubpranb

fid) ftellentüeife

eine @nt^

geftellten ^erfönlid)feit gu erfennen,

oorfommt ober

fic^

nid)t fo

^reöler be§ 10. ^at)rf)unbert§,

fd)ilbert, einige S^itg^^^offen

©regor^ VII.,

einige Qiegner ber erften ^o^enftaufen geigen ^^i:)fiognomien biefer 9trt. ^)

Tlit 5tu§gang be^ 13.

Wan bead)te

singolare,

uomo

bie 2{u§brüdc

uomo

?lu§btlbung.

unico für bie I)ö^ere

58ur(ff)arbt, Ättitur ber 5Renat?fance.

^a^r^unbert§ aber beginnt

unb pd)[te ©tufe ber inbiüibueUen I.

ILSTufl.

10


146

Bwcttcr

i^talten

öon

mimmeln; ber 93ann,

^erfönIi(f)!etteTt gu

bem ^nbiöibudi^muö

auf

9tbfd)nttt.

gelegen,

it)eld)er

öölltg gebroci)en;

l^ier

ift

®an^

fd)ran!eTtIo§ fpegiaHfieren ftc^ taufenb eingelne ©ejic^tet.

gro^e

te§

Sanbe jd)on beöf)alb meil ba§ übrige Europa nod) unter jenem

'S)i(i)tung itjöre in

unmögltd)

gett)ejen,

SSanne ber

'3ia\]e

lag

jebent anbern

für Italien

;

ber

ift

^^e'^re ®i(i)ter f(i)on burcE)

bie ^ülle be§ i^nbibibuellen ber nationatfte ^erolb feiner ßeit

geworben, Siteratur

^ocf)

be§ 9}lenfct)enrei(i)tum§ in

bie "Sarftellung

unb ^unft,

bie öielartig f(i)ilbernbe ß!^ara!terifti!

in befonberen 5lbfd)nitten ju befprec£)en fein;

nur

um

unb

(Sntf(i)ieben'f)eit tritt fie

im

bie pft)d)oIogifd)e

14. ^a{)r()unbert tüenig

Xa^aö^e

üoller (Ban^l^eit

5[Kit

felbft.

in bie ®ef(i)i(^te ein; Italien

üon

falf(i)er S3ef(i)eiben()eit

§eu(f)elei überhaupt; !ein 5[Jlenfc^ f(i)eut

anber§ gu fein unb gu fd)einen^)

aB

mirb

l^anbelt e§ fid)

l^ier

rt)ei§

unb üon

babor, aufzufallen,

fidE)

bie anberen^).

3nnäd)ft entmidelt bie @eh)alt'^errfd)aft, lüie mir fa^en,

©rabe

!|öd)ften

tiere") felbft, 1)

^n

bie ^nbiüibualität beg 2:t)rannen, be§

fobann biejenige be§ öon i:^m protegierten aber

glorenä gab e§

um

1390

be^t)alb feine I)crrjd)enbc SJiobe ber

männlichen Slleibung met)r,

^anjone be§ Franco Sacchetti, ferner Contra alle nuove foggie, in ben Rime, publ. dal ^og*

furf)te.

SSgl. bie

giali, p. 52.

SSgt.

aud) ejfur§

XXII.

2tm ©nbe be§ 16. ^atirf). jiefit Montaigne (Essais, L. III, chap. 5, 2)

u.

a.

folgenbe

Italiens)

ont

parallele:

plus

ils

(les

communement

du plus hault

gulieres et

ne leur en debvons

tüeil jeber

auf befonbere SBeife ju tragen

Jid)

im

©onbot^

^)

man im

§aufe Sforza unb

öerfdiiebenen

oberitolienifd^en

|)errf(^erfamiUen bemerft. in

nous

'äuä) ioot)I bie i:^rer &zma1:}lxn'

nen, mie in

estage,

rien.

bem

SJZan ögl.

SBerfe be§ Jacobus Phil. Ber-

De

gomensis:

plurimis claris elec-

tisque mulieribus, christianis

tricem

ber

grapt)ien

ad Bea-

f^etrara 1495, bie SStO"

etc.,

Battista

Malatesta,

Bona Lombarda,

Paola Gonzaga,

des belies femmes et moins de laides

Riccarda von Este unb ber

que nous; mais des rares et excellentes beaut6s j'estime que nous allons k pair. Et (je) en juge autant des esprits: de ceux de la commune fa-

tigeren ?5rauen ber ^^amilie Sforza,

9on,

ils

en ont beaucoup plus et evi-

demment;

la

brutalit6

comparaison plus

rare:

y

est sans

d'ames

sin-

Beatrix u. matjre bie

a.

SSirago

®§

ift

mel)r

borunter,

aU

tuid)*

eine

unb oud)

©rgänjung ber inbioibuellen ©nt*

luicflung

burd)

tultur fe!)U

'^o'^e

nici)t.

Ijumaniftifd^c


(Sntmicftung bcS :3nbtütbuum§ bei bcn %t)tannen u. bcn 93e^errfd)tcn.

147

aud) rücIjid^t§Io§ au^genu^ten Talente^, be§ ©e'^eimfd^reiberS,

Beamten, ®i(f)ter^, ©ejenfd)after§. "Der ©eift biefer Seute lernt notgebrungen alle feine inneren Hilfsquellen fennen, bie bauernben, mie bie be§ 5(ugenblide§

;

tüirb ein burd) geiftige 9JJitteI er^ö^ter

unb

einer öieneid)t

nur furgen ß^it ^^^

audf)

Sebenögenufe

i'f)r

!on§entrierterer,

3Jlaci)t

unb be§

um

ßinfluffeS

einen grö^tmögli(i)en SBert §u berlei{)en. ?{ber aud) bie 58et)errf(f)ten gingen nid^t bötlig o!)ne einen

berartigen antrieb aui. 2Sir rtjollen bie gan§ au^er S3ered)nung

ßeben in get)eimem SSiberftreben, in SSerfd)rt)ö== unb blo^ berer gebenfen, bie fid) barein fügten, reine ^riöatleute gu bleiben, etma tüie bie meiften (Stäbtebert)ot)ner be§ bt)§antinifd)en 9f?eid)e§ unb ber mo'f)amnte== banif d)en (Staaten, ©ertji^ mürbe e§ §. 33. ben Untertanen ber SSiäconti oft fdjmer genug gemacht, bie SSürbe beS ^aufeS unb ber ^erfon gu be'f)aupten, unb Hnää^Iige mögen burd^ bie £ne(^tfd)aft am fittüd)en (i^axaiiex Ginbu^e erlitten l^aben. 9'lid)t fo an bem, it)a§ man inbiüibuellen ©"^arafter nennt; benn laffen, bie

rungen

it)x

tier^efirten,

gerabe innerf)alb ber allgemeinen politifd^en

9)lad)tIofig!eit ge*

unb SSeftrebungen be§ ^riöatlebenä um fo ftärfer unb üielfeitiger. 9fteid)tum unb 93ilbung, fotüeit fie fid) geigen unb wetteifern burften, in SSer* binbung mit einer nod) immer großen munizipalen t^tei'^eit unb mit bem '2)afein einer ^ird)e, bie nid)t, tnie in St^gang unb in ber btel^en njo'^I bie üerfd)iebenen 9flid)tungcn

iflamitifd)en SSelt, mit

bem

(Staat ibentifd) tvat

alle biefe Sie*

mente zusammen begünftigten o'^ne ß^^if^^ ^^^^ 9tuf!ommen inbiüibuener'J)en!tt)eifen unb gerabe bie5(bn)efen{)eit be§ Partei* !ampfe§ fügte '^ier bie nötige SJlu^e {)in§u. "^er politifd) inbiffe=* rente ^ritjatmenfd) mit feinen teils ernften, teils bilettantifd)en

95efd)äftigungen

möd)te wol^l in biefen

14. ;^at)rt)unbertS guerft

©etüaltftaaten

beS

öollfommen auSgebilbet aufgetreten fein.

Ur!unblid)e SluSfagen Ijierüber finb

freilid) nid^t

gu berlangen;

bon meieren man 2Bin!e erroarten !önnte, \ä:)iU bexn groar manchen bizarren 9Jlenfd)en, aber immer nur in ein=« fettiger 5lbfid)t unb nur fomeit bergleid)en bie ju er^äfilenbe @e* bie ^Zoöelliften,

10*


148

3ȟetter mjcf)nitt.

©gene

tiortütegenb in repuBIi='

^n btejen legieren waren bie ^inge

tüieber auf anhexe SBeife

berü'^rt; aud) fpielt i!)re

fc^t(f)te

©täbten.

!anif(i)en

^e

ber 9tu§bitbung be§ inbiöibuellen &)axaiiex§> günftig.

um

figer bie Parteien in ber §errf(i)aft abmed^felten, [tarier

mar

ber einzelne üeranla^t,

9{u§übung unb @enu§ ber ber fIorentimfd)en

§ufamTnenäune'f)men bei

ficE)

©o

^errj(i)aft.

@ej(i)i(i)te^)

getoinnen gumal in

(Staatsmänner unb

bie

]^äu==

joöiel

SSoI!§=*

füf)rer ein fo !enntlicf)e§ perfönlicf)e§ '2)afein, iüie fonft in ber ba^

maligen Sßelt !aum au§na{)m§n3eife ^rtebelbe,

ber flanbrif(i)e Siitter be§

iat)relang in feiner |)eimat

kämpfen

faum

einer, 14.

unumfd)rän!t

ein ;3a!ob

üon ber

;^a^r"^unbertg,

f)exx\ä)te

unb

in

ben

ber 3BeItmäd)te eine Ü^oHe fpielte.

®ie £eute ber unterlegenen Parteien aber famen oft in eine äi^nli(i)e Stellung wie bie Untertanen ber St)rannenftaaten, nur ba^ bie bereits geloftete

^reif)eit ober ^errf(f)aft, t)ieneid)t auöi)

bie |)offnung auf bereu Sßiebergetninn if)rem

^nbiüibuaüSmuS

einen ptjereu (3(i)n)ung gab. ©erabe unter biefen SJJännern ber unfreimitligen 5fKu^e finbet

„tiom ^auSinefen", in

bern Seo

SSattifta 3llberti

Programm

erfte

ficf)

j.

bem man gu fe^en

ber SSerfaffer ber

33.

(S(f)rift

nTcf)t

9IgnoIo ^anbolfini fon*

"^at^),

eine 8(i)rift, me\d)e ba^

einer öollenbet burd)gebübeten ^riüatejiften^

©eine 9tbre(i)nung gtnifc^en ben ^fHd)ten be§> ^nbiüibuumS unb bem unfi(i)ern unb unbanfbaren öffentlid)en SSefen^) ift in i^rer 9(rt ein it)at)re§ ^en!mal ber S^it gu nennen. ift.

Franco Sacchetti

^)

pitolo

56)

p.

(Rime, äöfjlt

um

in jeinem Ca-

La cura della famiglia (Opere volLeon Batt. Alberti publ. da

da ^oggialt,

gari dl

1390 über t)unbett

Slnicio

publ.

«onucci,

f^Ior.

Flamen üon bebeutcnbcn £euten ber

58g{. baf. vol. I, p.

I)errfd)enben 'Parteien auf, tuctcfic bei

II, p.

jetncn ©ebenfjeiten gestorben feien.

bi§ 227.

©0

esfurS XXIII. ®ic

tiiele

50febio!ritäten barunter fein

©anjc

XXXV sqq. nad)

ftarfer S3eleg für ba?^ ß-ru:)ad)cn ber

Pomba

1828,

i^nbiüibualität.

öon ^. S.

2)

ift

bod) bo§

Trattato del governo della

ein

fa-

miglia bilbet einen Seil be§ 3Serfe§:

3)

vol.

unb

p.

vol.

V,

Über Alberti-Pandolfini

gängig

moct)ten, fo

1884, S3b. II.)

XXX—XL,

ber

(Sd)rift

3iu§gabc

p.

65

burd)*

Torino,

9leue ^iggabe

gittert.

«ßellegrini,

Trattato

ift

1

tigl.

^lorenj 1911.

sq.


;3nbit)ibuaU§mu'j.

SSoIlenbg aber

man

war, baB

unb

trinseci

{)at bie

Sßerbannung, bie etma§

fo |)äuf{ge§

förmlid) gmei Älafjen ber ^elr»o{}ner, bie in-

extrinseci, bie augenblidlid) in ber

ben unb bie ba^ fie ben

149

So§müpoUti§mu§.

SSerbannung.

Stabt Seilen^

geitoeilig S3erbanntcn, unterj(i)ieb, bie (£igenfcf)aft, 'DJJenfd^en enttüeber aufreibt

ober auf

ha^' |)öc^fte

ausbilbet.

Petrarca') betract)tet bie S^erbannung gerabegu

eine @:^re,

benn

lüeber

bem

bofumentiere, ba^ ber öon

fie

f(f)Ied)ten |)errf(f)er,

neu, ^olf genannt, genet)m

bem

nod)

„^n

fei.

all

i:^r

aB

betroffene

öielföpfigen 2;i)ran=

unferen

tioI!reict)eren

(Stäbten," fagt ©ioöiano ^ontano-), „fe^en mir eine 9}lenge

Seute, bie

freiiüillig it)re

nimmt man garbano

^eintat oerlaffen ^aben: bie

bitter fragen:

Sugenben

©iebgig ^al^re fpäter tonnte

ja überallhin mit."

„^ei^t S^aterlanb etiüaö anbereg

a\§>

bie Itbereinftimmung ber fleinen %'c)xannen gur Itnterbrüctung

ber un!riegerifc£)en, fur(f)tfamen unb meift unfcf)ulbigen Unter==

tanen?"^) ©jilierte,

^n

ber %ai tvaxen e§ bei weitem

nict)t

bIo§ förmlid)

fonbern STaufenbe f)atten bie SSaterftabt ungetjei^en

^uftanb an fidf) ®ie auggewanberten ^Florentiner in ?^er==

öerlaffen, weil ber poIitifd)e ober ö!onomifd)e unerträglirf)

würbe.

rara, bie Succfiefen in SSenebig ufw. bilbeten gange Kolonien.

®er ^o§mopoIiti§mu§, ber bannten

entwickelt,

ift

eine

in ben geiftöollften S5er*

fid)

t)ö(f)fte

©tufe be^ ^^^^iöibuali^muö.

würbe (@. 81), eine neue |)ei= unb S3ilbung ^talieng, gel^t aber bod) auö:) barüber I)inau§ mit ben ^Sorten: „meine ^eimat ift bie SBelt überhaupt!"*) Unb aB man i^m bie 9?üc!tef)r nad) f^Iorenj unter unwürbigen ^ebingungen anbot, ober bei anberer Gelegenheit fd)rieb er: „tann id) nid)t ba^ £id)t ber (Sonne unb '2)ante finbet,

mat

wie

fct)on

erwät)nt

in ber @prad)e

1)

De

rem. utr.

fort. II, dial.

67

unb 124. 2)

Jov. Pontanua,

De

fortitudine,

L. II, cap. 4, de tolerando exilio. ^)

Cardanus,

SBiberlegung Coufutazione

andi) biefe

SJieinung befämpft.

De

vita propria, cap.

32. Ortensio Landi, ber in

ben Para-

*)

De vulgari eloquio

Über

cap. 17.

Lib.

I,

cap.6.

bie italienifd)e S^^ealfpradie

Sie

bilbeten cap.

geiftige (Sinljeit ber 18.

@e*

2lber aud) ba^

dossi ba§ @jil für beffer al§ ba§ 58 o-

^eimtoebinb. berül)mten Stelle Purg.

terlanb crftärt,

VII,

t)at in

jeiner eigenen

1

sqq. unb Parad.

XXV, 1

s qq.


150

8ȟeitcr mfrf)nitt.

ber ©eftirne überall jd^auen? überall na(i)finnen,

bem

otjxie

ben

Ttt(i)t

ebelften SBa'f)r^eiten

beM)aIb xuf}xnio§, ja f(i)ma(f)üon öor

unb ber ©tabt gu erfd)einen? 9^id)t einmal mein S3rot mir fehlen !"^) Wlii !)ot)em %xo^ legen bann aud^ bie ^nftler ben 'ät^ent auf i{)re ^^reif)eit bom Ort^ätüang. „5Jur SSoI!

tüirb

brausen nirgenb§

n?er alle^ gelernt I)at," fagt ©"f)iberti'^), „ift

ein S^rembling; aucf) feinet SSermögen§ beraubt, of)ne ^reunbe, ift er boä) ber 33ürger jeber ©tabt unb !ann furd)tIo^ bie SSanb* lungen be^ @efd)icfe§ öerad^ten." ^'^nlid) fagt ein geflüd^teter ^umanift: „3Bo irgenbein geleierter Wann feinen 6i^ auff dalägt, ba ift gute ^eimat"^).

®ie

neutralen geiftigen @enuffe§, ber tjon feiner

5[Raffe

€irtlid)!eit abf)ängt,

unb met)r tlbrigenä

ift

unb beffen

bie gebilbeten ;j5taliener mel^r

nsurben, erlei(i)terte i^nen ba^

fät)ig

ÄoömopoUti§mu§

ber

(Sjil beträ(f)tli(i).

ein 3ei(^en jeber 33ilbung§==

man

neue äßelten entbecft unb fid) in ber alten ni(f)t ®r tritt bei ben @rie(f)en fet)r beutlid) :E)er* tjor nacE) bem peIoponnefifd)en 5lriege; ^laton mar, tüie 9?iebut)r fagt, fein guter 33ürger unb Xenopl^on ein f(i)Ied)ter; 'Diogenes epod)e, ba

me!)r

l^eimifcf) fü^It.

proflamierte bollenbg bie §eimatIofig!eit alö ein tüal^re^ SSer=

gnügen unb nannte

fict)

f

eiber einen ©tabtlofen (apolis)*).

3it)etteg ^a^iitel.

©in imftanbe ^)

fein,

Bolletino

(®er

SInerbieten della

•)

Dant.

ögl.

Codri Urcei vita,

ibi patria.

nid)t nacf)

bem

boren

Ital.

17.)

ed.

jid)

ßemonnier,

au^ge*

ift,

lange

C.

Dtte, in

Jonbern

Ubi bene,

U. nennt

jitf)

bem

aud)

er ge*

nacf) f^orli, Jüo er

auft)ielt;

ügl.

93JaIagoIa,

Codro Urceo, Bologna 1877, cap. unb app. XI.

I,

l^inter beffen

bürfte mol^I üöllig

grenzt bte§ jd)on an ba^:

Ghiberti, Secondo commentario,

XV. {Vasari, XXIX.)

cap.

begieljcn,

ßunal^me

Opera, juerft 58üIogua 1502. greilid^

58rief foll fic^,

Soc.

S. II, 1894, p. ^)

p.

15. i^a'^rl^unbert bie

3- anmerft, nid^t auf ba^ er*

JDät)nte

N.

im

Dantis Alligherii Epistolae, ed.

Ä. SBitte, p. 65. ttJtc

^Ud

fet)r gef(f)ärfter fulturgef(i)id)tli(f)er

i

ej!ur§

*)

S8gl.

^)

a?gl. für

V

XXIV.

ba§ gonje Äop. bie

\ä)'ö'


aSoKcnbung ber

151

S)tc SHIicitigcn.

^erfönlic!)feit.

£)b biejc baö t)ar*

bilbeter ^Jienfd^en fd^ritttüeije gu üerfolgen.

monifcf)e 5Iu§ruuben i{)re§ geiftigen

unb äußern

bemufete^, au§gefpro(i)eneä ^ie\ öor

jid)

get)abt,

'3)afem0 al§ ift

fd)rt)er

gu

fagen; met)rere aber befa^en bie (3ad)e, fotreit bieg bei ber Vin^

üolüommen^eit

alleä Srbijd)en möglid)

öeräici)ten auf eine

ift.

Wüq man auä)

§. 58.

©efamtbilang für Sorengo magnifico, na6) fo beobacf)te man bafür eine

©lud, Begabung unb ßl^arafter,

Snbiüibualität wie bie be§ Striofto, !^auptfäct)Iic^ in feinen 8a* tiren.

be§

S3i§

§u it)eld)em SSo()naut finb ba auggegli(f)en ber (3toI§

5[)Jenf(i)en

unb be^

©enüffe, ber feinfte

SSenn nun fönlid)!eit^)

®id)ter§, bie Ironie gegen bie eigenen

§o^n unb ba^

tieffte

Sßo'f)Itt)onen.

^er*

biefer eintrieb §ur f)öd)ften Slu^bilbung ber

äufammentraf mit einer

bei üieljeitigen Statur, bie

fi(f)

mäd)tigen unb ba^

mirflid)

Elemente ber ba^

gugleicE) aller

maligen S3ilbung bemeifterte, bann entftanb ber „allfeitige SJJenjd)", l'uomo universale, tt)el(i)er augfd)UeBU(f) Italien an»> geprt. 3}ienjd)en öon enät)!Iopäbijc£)emSßiffen gab e§ burd^ ba^ gange

5JlitteIaIter in

berjd^iebenen ßänbern, tüeü biefe§ Sßijfen

na^e beifammen tüar; ebenfo !ommen nod) bi§ in§ tur relatiö einfadt)

unb

gleid)artig

5D^aIerei bie baräuftellenbe

bem $5talien ber

12. ^a{)r*

Probleme ber

t)unbert allfeitige £ünftler üor, meil bie

maren unb

Sadje über bie^orm

2(r(i)ite!*

in ©fulptur t)ort)errfd^te.

unb

^n

bagegen treffen wir einzelne ^nft* ler, meiere in allen Gebieten gugleic^ lauter SfJeueg unb in feiner 9trt SSoIIenbeteö fct)affen unb babei nocf) aB 9Jlenfd)en ben größten ©inbrud machen. Slnbere finb allfeitig, aufeer^alb ber auSübenben Äunft, ebenfalls in einem ungel^euer roeiten Greife Dflenaijfance

beg ©eiftigen. nen 58etra(f)tungen üon 2Ö. 'Silt^et), unb ^nah)fe be§ SJlenjc^cn im 15. unb 16. ^at)xl). 9trd). f. ©ejd). b. ^f)iIof. IV. 1891, ©. 604 ff.

3Iuffaffung

^)

3Sefen

unabpngig öon ©Item unb

SS erfahren

De

cas.

gu geftalten.

vir.

XXXIX b),

ill.

lueift

Boccaccio,

(Paris

barauf

a.

fol.

f)in,

ba^

s.

2)a^ Srtt)ad)en ber ^erjönlic^fett

Sofrote§ tion ungebilbeten, ©uripibeä

bem

unb ®emoft:^eneg üon unbefannten ©Itent ftamme unb ruft au§: Q;iasi aaimos a gignentibus habeamus.

jeigt fid) aud) in

übetmäfeigen

^eroot^eben ber felbftänbigen »uicttung,

(Snt*

inber^et)axx^tung, geiftige§


152

3«eiter

5tt)fc^nttt.

öon ben einen ^oet, üon ben genannt mürbe ^), ber, öoräüglid) geid)nete nnb ein befonberer

2)ante, hex f(f)on bei Sebgeiten

anberen

^f)itofopf),

öon brüten

tüie ein üierter beri(i)tet,

2:t)eoIoge

£ieb:^aber ber 9)injif n?ar, ftrömt in

oon gmingenber

feinen (S(i)riften eine ^ülle

alt

perföntict)er ^Jlad)t au^, ber jid) ber Sefer unter*

rtjorfen fnt)It, aud) abgefetien

öom ®egen[tanbe.

äi3el(i)e äBillenS^^

fraft fe^t \d)on bie unerfd)ütterli(i) gIeid)mäBige 2(u§arbeitung

man aber auf ben ^n^alt, ganzen äußeren unb geiftigen SSelt faum ein ge* ©egenftanb, ben er nict)t ergiünbet ^ätte unb über

be§ ^iüina ß^ommebia öorau^. <3ie^t fo

ift

in ber

rt)id)tiger

rüi(i)tigfte ift

er

nict)t bie oft nur wenige SSorte (Stimme au§ jener 3eit wäre, ^ür bie bilbenbe Innft Urfunbe unb tt)at)rlic^ nod) um tx)id)tigerer ®inge tuillen

meieren feine 3tugfage

aU wegen mürbe

feiner

paar B^^Ien über bie bamaligen Mnftler; balb

er aber aud) Cluelle ber ^nfpiration.

®a§

15. ^at)r'^unbert

äunäd)ft üorgüglid) ba^jenige ber

ift

feine ^iograpt)ie, bie nid)t mefentlid)e, über ben ^ilettanti^mug :^inaugge^enbe 9fJebenbefd)äftigungen öielfeitigen 9}lenfd)en.

be§ '^etreffenben naml^af t mad)te.

unb (Staatsmann

ift

%ei fIorentinifd)e Kaufmann

oft gugleid) ein ©elet^rter in

©prad)en; Sionarbo Sruni, ber

beiben alten

©ele^^rte, gibt einen inS einzelne

gel^enben SSorf d)Iag f ür bieXüren beg 33aptifteriumS in gloreng -)

;

^umaniften muffen bcm (Staatiomannc unb feinen @öf)nen beä 5IriftoteIeS' ^oliti! unb @tf)i! oortragen^) aud) bie %öd)tex beS ^aufeS er^^alten eine I)o^e ^ilbung, wie benn

bie berüf)mteften

;

übert)aupt in biefen (Spt)ären bie 9Infänge ber

f)'öt)exen

^riöat*

^er ^umanift feinerfeitS aufgeforbert, inbem fein pI)iIo=

er§iet)ung öorgüglid) §u fud)en finb.

wirb 5ur größten

33ielfeitig!eit

Iogifd)eg äBiff en lange nid)t blo^

wie

t)eute ber objeftioen

^)

Boccaccio, Vita di Dante, p. IG.

eine Ouclle cvfteii üiangev;.

^)

§. 93rodff}au§, ?^oiid)un9en übet

!ur^

XVIII.

f ennt*

.^ier^er bie Stellen ed.

— ©ine

Florentiner tunfttoerf e, öctpäig 1902,

grati III. 51. 75.

©. 4

pf)rofe eineg Sleil^ jener vite

^)

bef.

ff.

di^

SlhjI.

freie %-cixaift

bie

g-üt bicfeg u. bo§ ?5t>Igenbe ügl.

Vita Jannoctii Manetti (geb. 1396)

Vespasiano Fiorentino, für bie

üon Naldus Naldius

florentinifci)e ^^ilbung

be& 15.

^at^vl).

p.

529— G08.

bei 3DJurot.

XX,


©ante,

58ieljeitigfeit.

^itmaniften be§ 15.

153

^ai)xtj.

ni§ be^ !Iajftf(i)en SBeltdterä, jonbern einer tägli(f)en 9(nrt)en*

bung auf baä n:)ir!Ud)e Seben bienen mu^. Sieben feinen pli= nianifd)en Stubien^ 5. 33. fammelt er ein 9}lufeum öon 9?atu== ralien; öon ber @eograpf)ie ber Otiten au§ wirb er moberner ^o^moQiapl);

nacf)

bem

3JJufter i^xet ©efd)id)tfd)reibung t)er=

fa^t er 3eitgefd)icf)ten, fogar in ber SSuIgärfprad)e; al^ Über^* fe^er plautinifd)er Slomöbien mirb er wofji aud) ber Siegiffeur

ben 2luffüf)rungen; alle irgenb einbringli(i)en formen ber antuen Siteratur bi§ auf ben Iucianifd)en 'S)iaIog bilbet er fo bei

gut alg möglich) nad), unb §u @e:^eimfd)reiber

9ti(^ter,

bem

allen funftioniert er noö)

unb ^i|3lomat,

al§>

immer §u feinem

nid)t

|)eil.

Über

ragen einige

SSielfeitigen aber

biefe

feitige {)od)

empor.

(£t)e

ti:)at)r^aft

5111^

mir bie bamaligen Seben^^ unb

33il^

mag

bungöintereffen einzeln betra(f)ten,

an ber

^ier,

(3cf)tüene

be§ 15. ^al)xi)unbext^, ba^ Silb eine^ jener (55etüaltmenfd)en

Seon

feine ©teile einne{)men:

19.f5ebruar 1404,

M ^a»

geft. 1472)2).

©eine

(^ülgenbe beifptelöraeife aiiö

2)

3"

betn folgenbeii Sibfdjnitt 09I.

Ö.

CoUenuccio, bei Sto^coe, Leone X, ed.

naiffance in Italien,

197

sq.,

unb

in

benOpere

— nur ein

S3iograp()ie')

^etticaris ßljoraftcriftif be^ Pandolfo

93ojft III, p.

©enua

SSattifta Sllberti (geb. in

5öurdf)arbt,

ber

@efd)id)te

befonber§ @. 41

f.,

©tuttg.

unb

91.

9Re-

1868,

Springer,

del Conte Perticari, Mil. 1823, vol.II.

^Ib^anblungen jur neueren tunftge^

Über biejen merfroürbigen (£d)nft*

fd)id)te,

fteller

P. C.

tigl.

Zautt, Sonbon 1868,

einem, ^ejaro 1886, @. ®.

(Scipioni,

3)

93onn 1867, ©. 69—102.

«ei g}hirotori

XXV,

sqq., mit itaUenifd)er

Col.

295

überfe^ung in

ben Opera volgari di L. B. Alberti

Saenja 1888, Soöiotti, %i\a 1888, moxkx, ^iftoja 1896, jtüei 9JJitteiIungen in ber Qeitfc^rift Le Marche 1901.

vol. I, p.

9teue

3Bürbigung A.s burd) Christ. Lan-

rtjic^tige

©. 151 etnsigc fcf)ien

Coli.

SQätteil.

bei

SBertoni

Le Marche IV, 5. (£inc 9?ummer einer 3eitf(^r. et'

ff.

1904

Giom.

nm

400. Stobestagc Pand.

stör. 44, 509.

(Jr tt)urbe

tro$ ber SSerttienbung be§ ^^ürften

üon

3D?antua burd) Giov. Sforza öon ^e* faro ermorbet, stör, della lett.

i^^uli it.

1504, ügl.

21,

LXXXIX— CIX. ©rgänjung Vasari IV, 52

al§

dino bei 35anbini, Specimen I,

164.

fürälid)

lit.

^ie Flor.

fogt in feinen erft

gebrudten S?erfen:

Denique quidquid habet nostri nova temporis aetas

Hoc

Quis neget?

Giom.

233 sqq.

'S)erfelbe

^ierju sq.

Leonis

Gin

nobis

omne

erit.

allf eiliger

'Dilettant wenigften^,


154

3iüeitcr 2tt)fd)nitt.

Fragment

fpric£)t

üon i()m

gar nid)t; e§

rtjirb

nun

fic^

fpegiellen 3flu^m geitjejen

Sob

;3n allem, tva^

an ber fünften

al§ ^ünftler

^o^e 58ebeutung in ber

feine

lt)ä()nt

Seon

öon ^inb!)eit £eibe§übungen unb %uxn^

— benn in

Wei\\d)en untabel!)aft erf(i)einen:

®ie

^eben.

im

(3et)en,

im

ben unb im

Sfieiten

unb bod) ujurben

be§ 3^ad)e^ betDunbert. Unter

ber 'Dürftigteit ftubierte er beibe 9ied)te, üiele ^ai)xe

gu

f)inbur(i), big

er

^ferbe unter i^m

brei 'S)ingen mollte er

9JJufif lernte er o{)ne ^OJeifter,

f ompofitionen bon £euten

bem ®mde

im

im

oben an ben fernen

e§>

{)örte, lüie bie tüilbeften

fc^auberten unb gitterten

feine

mit gefd)Ioffenen

f)inrt)egf prang, lüie er

man

'3)om ein ©elbftüd emporraarf, bi§

$8attifta

töie er

beri(i)tet,

f^ü^en ben Seuten über bie ©(i)ultern

©etüölben anfingen

er^

2trcf)ite!tur

geigen, n^a^ er aud) of)ne biefen

bringt, rtar

UngIaubUd)e§

ir)irb

ber

ift.

SSon feinen allfeitigen

erfte.

nur lüentg unb

@ej(f)i(i)te

fd)rt)erer

^ranf^eit burc^ (£rf(i)öpfung; unb

aU

24. ^a'^re fein 3Bortgebäd)tni§ gefd)rt)ä(i)t, feinen Sa(i)en*

finn aber unüerfeljrt fanb, legte er

fid)

auf

^t)t)fi!

unb

5DZatt)e*

mati! unb lernte baneben alle ^ertig!eiten ber SBelt, inbem er ©d)ufter

unb §anblüer!er jeber 5trt big auf ben @et)eimniffe unb @rfa:^rungen befragte. ^a§

@elet)rte

£ünftler,

um

if)re

Scalen unb SQlobelUeren niffe,

aud) au§

bem

— namentlid) anwerft — ging neben^^er.

fenntlid)er S3ilb*

bloßen @ebäd)tnig

'äuä)

®ie ©e^eimfi^rift, biepäpftlid)e^uriebebiente, rü^rt öon i{)m^eri). ^e*

in pra!tifd)en ©rfinbungen beroä^rte er fid):

beren

fid)

fonbere unb

33emunbemng

äugleid)

SJieifter,

lüenn

tüor

man

in j.

erregte ber getjeimniSöoIIe @ud!aften*),

mehreren ^&(i)zxn Mariano Sozzini,

33.

bcfjen S^atafteriftif bei

Aeneas Silvius (Opera,

p. 622, Epist.

112) ©laubcn fd)enfen barf. über

tf)n

tat 2)

ift

bott obgebrucft ©.

5S'^nIid)e§,

eine glugmojd)ine, t)attc

Slnbalufier

Fimas ju

125—142.

gang befonberä aud)

um

880 ber

Abu] Abbas Kasim ibn

!onftruieren üerfud)t.

al§ ^lumaniften g. 9?otiati in Bulle-

@at)ango§, The hdstory of the

tino Senese II, 1895, ©. 89

hammedan

1)

ff.

'3)agt)at?I.93JeiftcrertDiefen: '2)ie

@e!)eimfd^rift

im ®ienfte

ber päpftt.

turie, ^aberbornl906. Albertis 2ra!-

don 1840)

93gl.

mu-

dynasties in Spain (Lon-

I, p.

148 sq. unb 425—427,

baraug bei Jammer, Siteraturgefd). ber Slraber,

I,

Einleitung LI.


Seon

155

«attijla Sllbertt.

tt)el(i)ent er balb bie ©eftinte unb ben nä(i)tli(f)en 5!Konbauf= gang über ^el§gebirgen erj(f)einen He^, balb lüeite Sanbfd)aften mit S3ergen nnb 9Jieereöbud)ten bi§ in buftige fernen {)inein, mit t)eranfaf)renben flotten, im ©onnengIan§ tt)ie im SSoÜen*

in

Slber aud) tva^ anbere fcf)ufen, er!annte er freubig

jd)atten.

unb

t)ielt

an

übert)aupt jebe menj(i)Iid)e ^eröorbringung, bie irgenb

bem ©efe^e ©agu !am

ber ©cf)önf)eit folgte, beinaf) für eitva^ &öttüä)e^^).

eine

Sätigfeit pnä(f)ft über bie ^unft

j(f)rift[tenerif(i)e

felber, 9JJar!fteine

unb ^aupt^eugnijfe

®ann Iateinifd)e ^rofabi(i)tungen, man eingelneä für anti! gel)alten

tJorm, gumal ber 5Ird)ite!tur. '^o'oeUen u. bgl.,

für bie Ülenaiffance ber

öon tneldjen

^at, üuä) f(f)erä'^afte %{\d)xehen, Plegien pt)iIofopt)if(i)e,

f)iftorifd)e

(Schriften,

2Ba§

Seid)enrebe auf feinen |)unb.

unb ©flogen; mora^

hieben, ®ebi(^te, ja eine

man

üjxn alleö gutraute,

auö ben Briefen eineä ^reunbe^ t)eröor, ber faft in bem= felben 9ttem fid^ über einen 2;ra!tat öon ber f upferfd)mieb!unft ge()t

oerbreitet,

eine 9{b'f)anblung über ha^

^reunb §ur ^bfaffung

©ie^en »erlangt, ben

einer 33iograpt)ie be§ berftorbenen 3tm*

brogio Straöerfari aufforbert unb i^m, gierigen, poIitif(f)e 9'?a(f)rid)ten

bem

auf S^euigfeiten

au§ ^ranfreici)

mitteilt,

feiner Sßeref)rung ber Iateinif(i)en (3prad)e fd)rieb 5tlberti

ttn in italienifd)er (S:prad)e, in

t)ier S3ü(i)ern,

rt)urbe,

33.

g.

ba§ öielfad)

bem

unb ermunterte anbere,

ha^ SSer! 91.

S3e='

^ro^ (S(f)rif='

„öom ^au^njefen"

^anbolfini gugefc^rieben

gIei(i)faIB italienifcf)§uf(f)reiben;

ein i^ünger ber gried)if(i)en S©iffenf(i)aft

{)ielt

er bie £et)re auf==

xe<i)t, ba'^ ot)ne (E^riftentum bie Sßelt fid) in einem %ale beö Srrtum§ bewege, ©eine ernften unb feine lüi^igen SBorte haaren bebeutenb genug, um gefammelt ju Jt)erben; groben baüon, öiele Kolumnen lang, it) erben in ber genannten Sebengf(i)ilbe= rung mitgeteilt. Unb alleä, tva^ er t)atte unb Jx)uf3te, teilte er, iüie rt)a{)r()aft ret(i)e 5?aturen immer tun, ol^ne ben geringften 9fUitff)aIt mit unb f(f)en!te feine größten ©rfinbungen umfonft roeg. g^reunbe gätjlte er in ben t)erfd)iebenften Greifen, ben *)

Quidquid

gantia, id prope

ingenio

esset

hominum cum quadam effectuum

divinum ducebat.

ele-


156

Bweiter

2tbfd)nttt.

frommen Wönä) i^eronimo

^lliotti ebenjomol^I, mie 5lntonio ^anormita, ben frechen ^erf affer beä ^ermap^robttu^^). (£nb*

lid^

aber mirb aud) bie

mad)t; ein

faft

tieffte Cluelle

feinet

nerüö§ §n nennenbe§,

leben an unb in allen 'S)ingen.

^efen§ nam'^aft

l)öä)\t

ge«=

WiU

fi}mpat^ifd)e§

33änme unb ©rntef eiber mu^te er rt)einen; f(i)öne rtjürbeüolle ©reife öeret)rte er aU eine „SSonne ber 9Mtur" unb fonnte fie nid)t genug betrad)ten; aud) Stiere öon üoHfommener ^ilbung ge= noffen fein SSo^ItPoIIen, meil fie üon ber 9?atur befonberS be= gnabigt feien; me^r al§ einmal, lüenn er Iran! lüor, ^at it)n ber 3(nblicf einer f(i)önen ©egenb gefunb gemad^t^). Äein Sßunber, roenn

SSeim

Slnblidf präci)tiger

innigem

bie, it)eld)e if)n in fo rätfelf)aft

5(uf3enit)elt

SBer!e()r

5ufd)rieben.

©ine blutige

t>on g^Ioreuä

unb ba^ ber ^äpfte auf eine

Ärifiä be^

§aufe§

@fte, ba§> ©d^idfal

S3Iid m§' i^nnere

oon Sa'()ren benn auc^ ber

9fteit)e

f)inaug foll er rid)tig gen)ei§fagt {)aben, mie if)m

ment gu

mit ber

!ennen lernten, if)m aud) bie &übe ber ^orat)nung

bes 9Jienfc^en, bie '$^t)fiognomie jeben 9Jio=

©^

ÖJebote ftanb.

üon

öerftefjt fic^

felbft,

ba^ eine

i)öd)ft

intenfiöe Sßillen^fraft biefe gange ^erfönlid)!eit burd)brang unb

gufammen'^ielt; mie bie ©rösten ber 9f?enaiffance fagte aud) er:

„®ie

^DJenf d)en

Unb

fönnen bon

gu Stiberti

Sßäre nur Sßafari^ Sßer!

£eon

Sionarbog ^efen ^)

man

Hier. Aliotti Epistolae

44. 67.

I,

33 sq.

maphrod. passim. ^)

^n

feinem Serfe

eine

De 1

Definition üon bem,

'i£>ilettanten

ber

mollen."

mie

gum

SJleifter.

!

®ie unget)eueren Xlmriffe üon nur üon ferne al^nen !önnen.

etüig

406 sqq., Panormita, Her-

catoria, L. VIII, cap.

SSinci,

ebenfalB burd) eine ©d)ilberimg

t)ier

^attifta

ir)irb

alleö, fobalb fie

£ionarbo ba

gum

2(nfänger ber S^oIIenber, mie ergänzt \vk bei

au§

fid^

üertjielt fid)

re aedifi-

finbet

fi(^

tt>a§

ein

Söeg l)ei^en !önne: si modo modo montes, modo lacum fluentem fontesve, modo aridam rupem aut planitiem, modo nemusvalf

(ferner

mare,

lemque exhibebit.


2)ct

fiionorbo.

^Iberti.

mobernc

157

9fiii{)m.

drittes Kapitel

©er mobernc 9lu^m. ^er

bi^i'^er

gefrf)ilberten

aud) eine neue

entfpri(i)t

'äxi

Sntmidelung be§ ^nbibibuum^ öon ©eltung nad) au^en; ber

moberne Üiu^m^). 9{u^er^alb ^talienö lebten bie einzelnen ©täube jeber für

mit feinet einzelnen mittelalterltd)eu (Stanbe^e^re. ^et ®id^terrut)m ber Stroubabourö unb 9Jännefänger g. '$>. ejiftiert jid)

nur für ben 9litterftanb. ^n Italien bagegen ift ©Ieid):^eit ber ©täube öor ber Sttjranuig ober üor ber ®emo!ratie eingetreten; aud) §eigen

ficf)

bereite 9(nfänge einer altgemeinen @efenf(f)aft,

9(nVlt an ber italieuif(i)eu unb Iateiuifd)en Literatur "^ier in vorgreif enber Söeife bemerkt merben mu^; biefe§

bie if)ren fjat, lüie

^oben§ aber beburfte e§, um jene§ neue (Clement im ßeben §um keimen §u bringen. %a^u tarn, ba^ bie römifd)en 9Xutoren, bie

man emfig

p ftubiereu begann, befonber§

ß^icero,

ber

am meiften

imb bemunberte, öon bem 33egriff be§ 9lu'^me§ erfüllt ba§> 33ilb ber unb geträu!t finb, unb ba^ fd)on it)r ©ad)inf)alt gelefene

römiict)en 2BeIt{)errfcf)aft

bem

fid)

italienifd)en

unb

fortan ift öon einer fittli(^en $8orau§fe|ung

bauernbe parallele aufbrängte. SSoIIbringen ber Italiener

aU

^afein

alle^ SßoIIen

be^errfd)t, bie ba^ übrige 3(benblanb nod) nid)t fennt.

SSieberum

mu^

guerft

n)efentlid)en fragen.

mit

nac^

gef)ört tnerben,

bem

tt)ie

bei allen

'S)id)terIorbeer-) geftrebt

©eele; aud) atä ^ubtigift unb Siterator

aller Slraft feiner

{)ebt er "^eröor,

®ante

(Sr "^at

ba^ feine Seiftimgen mefentlid) neu, ba^ er ber nur fei, fonbern aud) f)ei^en

©rfte auf feinen 23a'£)nen nid)t mollte^). ^)

®od) berührt

(Sin Slutüt ftatt oieter:

Roma

triumphans, L. V,

er fd)on in feinen ^rofafd)riften aud) bie Blondus,

p.

117 sq.

too btc 'Definitionen ber gloria au§

unb aud)

ben

Sitten

bem

6t)ri[tcn au^brücflicf) bie 9^u{)m*

geiammclt

begier

geftattet

(Sjfurg

XXV.

iDtrb.

jinb

S3gl.

ferner

2)

Paradiso

XXV,

cotinga etc. oben Boccaccio,

Stnfang: Se mai

(3.

145,

9t.

Vita di Dante,

5.

p.

49.

Vaghissimo fu e d'onore e di pompa, e

per avventura piü che alla sua

inclita virtü ')

De

non

si

sarebbe richiesto.

vulgari eloquio, L.

I,

cap.

I.


158

3tt)ctter mfd)nttt.

llnBequemH(f)!etten ctne§ ^oT)en ffhi^me^, er

manci^e

it)ei§, roie

bei ber perfönlid^en S5e!anTitfd)aft mit bem berü'^mten SJJanne unbefriebigt bleiben, unb fe^t au^einanber, bafe t)ietan teil§ bie

^^antajie ber ßeute, teiB ber

!inbif(i)e

9^eib, teiB bie eigene

Un^

Iauter!eit ber betreffenben f(i)ulb fei^).

SSoHenbS aber pit fein

großes @ebid)t bie Stnfd^auung tion ber

S^Zid^tigfeit

be§ 9luf)me§

tüenngteic^ in einer Sßeife, we\d)e öerrät, ba^ fein ^er§

feft,

noc^

ni(i)t

^arabieö

böllig

üon ber

bie

(Bp^äxe

i[t

be§

(Seligen^), bie auf (£rben nacf)

5!Jler!ur

Slu^m

ber

3Bof)nfi^

geftrebt

foI(i)er

unb baburd) ben

„(Straften ber tüai)xen Siebe" Eintrag getan ^aben. be§eicE)nenb aber

ift,

"Sante öerlangen, er

um

^oct)*-

ba^ bie armen ©eelen im i^nferno bon

möge

ii)x

erneuern unb iüaäftjalien^),

nur

fid)

^m

banad) Io§gemac£)t.

©e'^nfu(i)t

9Inben!en, if)ren 'Siui)m auf (£rben

\x)at)xenb biejenigen

im ^urgatorio

feine ober anberer Fürbitte für Slbtürgung it)re§ 35er*

tüeilenä bafelbft flehen*); ja in einer berüt)mten (Bteiie^) tvixb bie 9flut)mbegier

lo

gran disio

dell'

eccellenza

f(f)on be§=»

9?u^m ni(i)t abfolut, fonbem unb je nad) Umftänben burd^ größere 5'?a(i)foIger überboten unb berbun!elt tüerbe. dia\ä) bemäd)tigt ficE) nun ba^ neu auffommenbe (5^efc^Ied)t bon ^oetenpt)iIoIogen, ba^ auf ^ante folgt, be§ Sflu'^me^ in bop^ geltem Sinn; inbem fie f eiber bie anerfannteften S3erüt)mtf)eiten

f)atb tierrtjorfen,

meit ber geiftige

bon ben Briten abpngig

©anj bcionbetä de cap.

I,

iDo er

ben

Monarcliia, L. SSegriff ber

ard)ie barftellen will,

palmam

ut

^)

unb 2)

I,

um

fonbem auc^

tanti bravii primua in

gloriam adipiscar.

finben

fama,

rumore,

onore,

louter

Umfd)reit)ungen

ber*

^.

f)in,

6.

unb geübt ö.

VI,

Dante

112 sq. für

fid)

(©§

ift

gewählte

3.

XVI,

93.

85.

an

^id)ter

f)ier

fid)

barouf

Tiemnt erlernt

rtJerben foll, baf3 aber ber

fid)

h)ie

nominanza,

föeift

bicfer ©teile

bcmnfjt

hJeiter fünbigen. tete,

:

jufammen:

gloria

Grido,

ba'\i

Paradiso,

XIII, 147.

Purgatorio XI, 85—117. Sturer

felben <Ba<i}e.

35}o!)nort.)

«)

5)

Convito, ed. Venezia 1592, fol.5

aud) ber

3)

VIII, 71, XI, 31.

26.

Mow

md)t blo^

ber SBelt nü^Iicf) ju fein,

meam

fei

er in

fei,

er

merbe

Boccaccio

bem

93rief

bid)=

an Joh.

Inferno VI, 89, XIII, 63.

Pinzinga (Opere volgari. Vol. XVI,

XXXI, 125—127.

p.

Purgatorio V, 70, 87, 133. VI,

30 sqq.)

gefte^t,

minis desiderio.

perpetuandi no-


JRu^m

Bei ®ontc, Wuijato,

unb

3ftalien^ rtjerben

gugleid^ al§ ®ict)ter

mit 58eh)u^tfein über ben

9f?uT)m

(St^mbol biejet 5ltt bon 9f?ut)m

öon

159

Ißetrarco.

unb

®efc^id)tfd^reiber

anbetet öetfügen. 91B äu^eteg

gilt

befonbet^ bie ^oetenftömmg,

iDeld^et weitet bie 'Siehe fein tvixb.

@in 3eitgenoj[e ^ante§, 5lIbettino ^ujfato, gu ^abua öon unb Dtettot al§ ^ic£)tet geftönt, genofe beteit^ einen Üiiitjm, bei an bie SSetgöttetung [tteif te jä'^tlid) am SBeif)narf)t§=' ^5ifd)of

;

!amen 'Doftoten nnb

tage

<ScE)oIaten beibet Kollegien bet Unt=

öetjität in feietti(f)em 2Iuf§ug

.fetten üot jein ^au§,

mit ^ojaunen unb mit btennenben

um it)n

§u begtü^en^) unb §u bej(f)en!en.

bauette aber nut biö 1318; e§ fd)eint, ba'^

'^ie §etrlid)!eit

tuegen bet füt 9Jiuffato unb für

^abua

tüutbe^).

ftcllt

^n

bollen

ßügen

nut füt gelben unb tebet

jid)

tiget

unb

melt"')

geniest anö^ ^ettatca ben neuen, ftü!)et

|)eilige t)otl)anbenen 3Beif)tau(^

(Sein S3tief

läftiget 33egleitet f(f)eine.

mo'f)!

Scardeonius,

De

Patav.

urb.

antiq. (@roeO. Thesaur. VI, III, Col.

Sn bem

93erid)t

muneribus,

ribus gu lefen, in

felbft

mu^;

icincr

tuirflid)

ift

nid)t certis

mune-

benn Mussato ep.

fagt

Praepositus

I:

^)

3IBerIe

am

aud) bei

Seip*

feit

1884.

fo oiele

minoia, SRom 1884. VII. ftctlt

%\e übrige

Sit.

it.

u.

(So

18, 1.

b.

«Ren. II

nac^

95b.

VI,

§ufammenge*

bei eioetta, 93eitr.

aR.-5t. 2)

^. gioöati im

stör, della lett.

j.

Sit.-®, b.

(^alle

eioetta,

1892).

93eitr.

II,

in

fi(f)

ben 3lu§gabcn ber

XVIII

ber Epp. seni-

j^i^aciiffetti,

Petr. epi-

stolae familiäres I (1859), p. 1

^abm

3arbo,

'ä.

bei bet '^a(i)tveli

5lnfange, ober al§ einziger

»rief be§ Lib. les;

aSt)d)gram, ^Hberto SDlufjato,

Giom.

ni(f)==

S'Jacf)^

Franc. Petrarca Posteritati ober

ad posteros,

SS gl.

1880.

bie

Dialogen öon ®Iüd unb

binae portans hastilia cerae.

äig

„an

9iut)m genießen, bei ben ^eitgenoffen abet

liebet benfelben öetbitten*); in feinen

cereis

übet='

bie Sf^ed^enf (i)af t beg alten, '^od)berü'^mten ^Jlanneö, bet

ift

möd)te et

260).

unb

fogat in feinen fpäteten ^afjten, ba^ et ii)m ein

bie öffentli(f)e S^eugiet guftiebenft eilen

^)

jie

ttautigen ßeiten einge*

@ert)iife

neuere Stablcr öon P.s

— 11. &teh

mürben an jciner ©teile fcfimerlid) @üte unb £)ffenf)eit befiatten

fjaben mie 4)

Opera

er.

ed. 1581 p. 171:

De

cele-

britate nominis importuna. 9?amcnt=» lid)

mar

JRu^m if)m

bei

bem großen Raufen

mibermärtig:

vol. I, p. 337.

340

u. a.

Epp. fam.

m.


160

3ttJeiter 3tb^(f)nitt.

llnglücfi) t)at bei ^Intafe be§ 9hxt)meä bet

©egenrebner, meieret

beffen9'iid)tig!eitbert)etft,benftär!eren5(f§entfütfid)unbiTifeinem

Secretum, feiner berühmten Unterrebung mit bem^I. 3Iuguftin,

mit anbeten Xiteln

bie aud)

zitiert

mirb,

läfet er bic

9^ul)nifu^t

öonbem^eiligenfüreinöerbammen^merteg Safter erüären. ©oll

man

menn

e6 aber ftrenge ne'fimen,

frent,

immer i^n bmä)

e§ Petrarca nod)

ba^ ber paIäoIogif(f)e ?(nto!rator bon ^t)^an^^) genau !ennt, tüie taifer tarl IV. 3) it)n !ennt? in ber ^at ging fein ^tuf f(i)on bei Sebgeiten über Italien

feine (5(i)riften fo

®enn

Unb empfanb

()inau§.

er ni(i)t eine gered)te 9f?üf)rung,

aU

i^n

bei einem 35efud) in feiner ^eimat Streggo (1370) bie greunbe gu feinem ®eburt§f)au§ führten unb i^m melbeten, bie @tabt forge bafür, ba^ nid)t§ baran üeränbert werben bürfe !*) 5rüt)er feierte unb fonferöierte man bie SBo^nungen einzelner großer ^eiligen, tüie 5. 33. bie ^eUe be§> <3t. %^oma^ öon 3lquino bei ben

Dominüanern bei

5tffifi;

in 9^eapel, bie ^ortiuncula be§

^5^ften§

<3.

granciScuö

genoffen nod) einaetne gro^e 9^ec^t§gelet)rte

jeneg t)atbmt)tf)ifd)e 5fnfei)en,

ju biefer (£^re fü{)rte; fo

tt)elcf)e§

benannte ba§ SSoI! nod) gegen (£nbe be§ 14. ^a^r'^unbert^ §u 35agnoIo unmeit f^^orenj ein alte§ ©ebäube al§ „©tubio" be§ 9lccurfiu§ (geb. um 1150), lieB aber bod^ gefcf)ef)en, ba^ e§ ger^ ftört tüurbe^).

unb

2i3af)rf(i)einlid)

bie poIitif(i)en

fulenten

unb

frappierten bie 'E)o^en (ginnatjmen

58erbinbungen einzelner i^uriften

®ebu!tion§fct)reiber)

(at§

©inbilbunggfraft

bie

ton^ ber

Seute auf lange ^inau§. ^)

2)

De

remediis utriusque fortunae.

Epp. fam.

cass.) 2.

©inen

cas 3tuf)m gibt

lib.

XVIII

(ed.

Fra-

oon PetrarBlondus (Italia

SJlaBftab j.

33.

illustrata, p. 416) I)uiibcrt^a()rcnad)* I)er

burd) jcine 58erjt(^erung,

loum

ba'\i

ein @elef)tter mct)r cttua§

Äönig Robert bem

03uten

Jücnn Petrarca feiner nid)t

and)

üon

tt)üf3te,

fo oft

unb

83emcrfcn§tt)ert

ift,

bafe

aud^

üielleid)t burd)

einflufet, in

Petrarca be*

einem Briefe an ben

.§ifto=»

rüer Marignola, ben 9lut)m al§ bo§ 3iel ftrebcnber 9[){enfd)en binftellt. ^. f5rriebjung, ilaifer 9Inteil

am

gciftigen

tarl IV. unb fein

2eben

feiner S^xt,

SBien 1876, ©. 221. *)

Epist. seniles, XIII, 3, an Gio-

vanni Aretino 6)

freunblic^ gebad)t t)öttc. ')

Karl IV.,

9.

Sept. 1370.

Filippo Villani, Vite, p. 19.


9lu^m.

3um

161

Äultuä bet @eburtgt)äujet unb ©täbet.

^ettatco.

£ultu§ ber ©eburt^'^äufer gef)ött ber ber ©räber be*

rül^mter Seute^); für Petrarca

!ommt

aud)

noii)

berDrt, tüo er

inbem 9trquä feinem 2tnben!en gu (£t)ren ein £iebling§aufentt)alt ber ^abuaner unb mit äietli(f)en SBofjn* gebäuben gef(f)mücft lüurbe^) gu einer 3eit, ba es im SfJorben nod) lange feine „tlaffifd)en ©teilen", fonbern nur 3Banfa!)rten gu S3ilbern unb D^eliquien gab. @g lüurbe ©^renfa(i)e für bie Stäbte, bie ©ebeine eigener unb frember ßß^e^i^itöten gu be^ fi^en, unb man ift erftaunt gu fe^en, tnie ernftlid) bie f^'Iorentiner lange öor (3. ©roce i'^ren ^om fdE)on im 14. ;3a:^rf)unbert 5um ^ant^eon gu erf)eben [trebten. 5tccorfo, '3)ante, Petrarca, Boccaccio unb ber $^urift3ciuobi bella (Straba follten bort ^xad)U gröber er'^alten'). 9^oc^ fpät im 15. ^a^rf)unbert üermanbte fic^ Sorengo magnifico in ^erfon bei ben «Spoletinern, ba^ fie it)m bie Sei(f)e be§ ^aler§ ^ra ^ilippo Sippi für ben ®om abtreten möd)ten, unb erl)ielt bie 2(ntit)ort; fie f)ätten überhaupt feinen Itberf lufe an 3ierben, bef onber^ nirf)t an berühmten ßeuten, tve^^ f)alb er fie öerfd)onenmöge; in ber^^at muBtemanfici)mit einem ^enotap'^ium begnügen*). Unb auä) ^ante blieb tro^ allen SSer* menbungen, §u tDeI(f)en fd)on Boccaccio mit empr)atif(i)er 33itter* !eit bie SSaterftabt auffta(f)elt''), felbft tro^ ben SSemü^ungen gcftorben, f)m§u,

93eibe§

^)

äujammen

in

bem

Arquä, ^ßabua 1874) unb

Sei*

(^engebi(f)t auf

Boccaccio üon Ghe-

rardo da Prato,

roic 3- anfütjrt, ügl.

fünf>»

Eentennatium beä 2obe§ Pewürbe fein SBo^n:^au§

ten

6te§rini in Contributo agL studi sul

bet

tt)ar

Drt großer geierU(^!eiten beim trarcas. 1875

Bocc. 2utin 1887, ©. 22

üon bem legten

in Firenze al

nal ©iloeftri, an bie Stabt 'ißabua

fg.: Nacqui Pozzo Toscanelli; Di

fuor sepolto a Certaldo giaccio, etc.

SSgl.

XVI, 2)

Opere volgari

di

Bocc,

fef)en. ^)

De

omamentis

Padua),faei9[Rurat.

Strquä ftanb

©ttorc

blieb

ftet§

befonberet

ßonte

regie

feitbem

I

geplant,

6.28.

*}

II,

(Dgl.

codici

di

Sititui bei SRenaiffance

(3

bei

öat)e,

bem

^)

I

t>er*

©taat§befcf)Iu§

Carteggio,

^a^xe Borger ^atte

I,

man

©onbottiere §att)ttt)oob

ein 'Senfmal ju fe^en.

©egen*

SScte^rung

SJJacoIo,

Säurd^atbt,

civitatis

XXIV n. 31.

Äarbi*

XXVI.

motioierte

'Ser

123.

p.

ejfurä

SSgl.

üon 1369

laudibus

Patavii (rid)tigcr: Libellus de magnificis

bem

gefc^enü unb mit einer ^nf^rift

vol.

pag. 44.

Mich. Savonarola,

S3efi§er,

3-)

9leumont, Sorenjo öon SRebici 180.

Boccaccio, Vita di Dante, p. 39. 11

11. 9lufl.


162

3ttjeitet

mjd)mtt.

beä Sorengo üon SJlebici^) xut)\Q bei ©. %xance§'CO in Sflabenna uralten Äaifergräbern unb ^eiligengrüften,

f(f)Iafen, „jtoifcEien

in e^renüollerer

©ejellfi^aft

@^ !am

fönnteft".

\(i)on

als

bu,

bamaB öom

i^m bieten

^eimat,

o

öor, ba^ ein h)unberlid)er

5tltar beg tmsifijeö weg* an ba^ (3xab eine§ berühmten 5Jianne§ [teilte mit ber hen SSorten: Sf^imm fie, bu bift if)rer tpürbiget aB jener 9Jlen[(f)

ungeftraft bie £i(f)teT

nai)m unb

fie

©etreujigte'').

S^unmel^r gebenten

au(f)

bie italieni[d)en (Btäbtt tnieber

unb ©intüo^ner auö bem9(Itertum. 9JeapeI^atte ©rab SBergiB nie gan§ üergef jen, fd)on meil fid) ein f)albmt)tt)ifd)er S3egriff an ben SfJamen gefnüpft l^atte, unb bie Erinnerung baran tourbe burcE) Petrarca unb SSoccaccio, bie i^rer Mitbürger t)ieneic!)t fein

^abua

glaubte

bie ed)ten

©ebeine

beibe in ber ^tabt üeriDeilten, aufgefrif(f)t.

öollenbg nod)

im

16. ;3a^rt)unbert nid)t

nur

@rünber§ 5tntenor,

feineä troianifcE)en

fonbern aud) bie bei

S;itui£ioiu§äubeji^en^). „(3uImona/'fagt33occaccio, „llagt, ba%

Oöib fem in ber S3erbannung begraben bal^ (ber'2)i(f)ter)ßaffiui(^armenfi§,

^arma

fei,

freut

fic^,

aud) einSOiörberßäfarg*))

in feinen SiJlauern f(i)Iummere." '^ie SJlantuaner prägten \ä)on

1257 eine SJiünge mit ^)

;5Jtboro bei

Sungo

stor. ital., serie 3,

XIX

teilt

bem

93ruftbilb ^ßergiB

im Arch.

(1874), ©. 1

unb

[teilten eine

vol. I,

unb Mich. Savonarola ©.

29.

SSgl.

bejonberg

ben

beg

Polentone

85eri(^t

bi§ 8 einen Srief be§

Antonio Ma-

Sicco

netti 13. ^tpril 1476 an

Lorenzo von

PoUdoro

au§

^anbfcf)rift

abgebrudt bei §orti^ Cen-

Medici mit, au^

bem

^eröorgcfjt,

ba^

an

jeinen

einer

intomo a Tito

ber SBunjrf) unb ^lan, Dantes ©e==

ni di Giov. Bocc.

beine nod) gtorenj ju bringen, auf

vio, Trieste 1877, p. 91 sq.,

Anregung be§

neuerbingä

le^tern

unb mit befon*

berer 2;eilna^me bc§

Bemardo Be-

nuto ent[tanb. 2) Franco Sacchetti, Nov. 121. ^)

pf)ag

(Srftere in

bei

©t.

bem be!annten ©arfo* Sorenjo, le^tere

am

^alajjo bella ragione über einer %üx.

%a§

9'?ä()ere

1413

f.

über beren ?(uffinbung

bei SJJijjon,

Voyage en

Italie,

©egariggi,

ferner ©. 98

fg.

©ad)e fam auc^

©otjn

f^rlorentiner

104.

am

tigl.

©. 136

Li-

p. 35,

XXX ff.

päpftlid)en

ff.

2)ie

§of

gur ©prad)e. @^ luurbe eingeroenbet: Sitiiu§ fei

Hein geroefen, ba^ gefun*

bene ©lelctt aber groß; feine *)

©od)e fe^r 58 gl.

gjturg

S.

foptjiftifd).

XXVII.

P. fül)rt


SSetc^rung bcr 9llten:

©tatue auf, bte

Cüib, SSetgil,

borftellen

it)n

follte;

163

£it)iu§.

au§ mitteIaIterHd)cm

ber S3ormunb be§ bamaligen ©ongaga,

;j5unfert)od)muti)

liefe jie

Sarlo

1392 umftürjen, mufete aber, weil ber Slu^m

äJJalatefta,

beö alten

'2)id)ter§ ftärfer

mar, ba§ 35erfpred)en geben,

löfte

ba^ 35er|precf)en

ärtjei

^Kiglien

bon ber

tiert tjoben jollte^), gilio^).

SSielleirfit

man

geigte

fd^on

bamalö

(Btabt bie ©rotte, too einft SSergil mebi*

gerabe

tt)ie

bei SfJeapel bie (Scuola bie SSir*

©ie SSenegianer begruben

beine be§ Siöiu§ in fi(i)

ein.

tüieber

jie

fonbern erftSfabellab'tSfte

aufri(i)ten gulajfen^). ^ebo(i)mii)i er,

bie tüiebergefunbenen

SSon feinem ©!elett

feierli(i)fter SBeife.

@e* liefe

SSeccabelle bei feiner @efanbtf(i)aft nadf) SSenebig 1451 einen

^nocf)en für lönig ^Hfonfo geben"^), nacf) beä Äönig§ augbrüd^^

ßomo

Iid)em Sluftrage.

eignete

fid^

bie beiben ^Iiniu§ gu, ob^

bamal^ bie 33eronefer erliefen, ba^ ber ältere iJjnen angepre«), unb öerl^errlid)te fie gegen (Snbe be§ 15. ^a^r* {)unbert§ burö) fi^enbe (Statuen in äierlicf)en S3albüd)inen an gleid^ fc^on

®omeg.

ber ^orberfeite feinet 5Iucf)

bie @efd)id)t§fcE)reibung

grap^ie richten

me^r nur

ficf)

unb

bie

neu geborene

2;o:po*

fortan barauf ein, feinen einf)eimijd)en 9?ut)m

unt)eräeid)net §u laffen, tüö^renb bie norbifctien ßi^ronüen

erft

^ier

Kometen

bie

unb ba

gtuifcfien

f aifem, ©rbbeben unb

köpften,

33emer!ung marf)en, gu biefer ßeit

ober jener berühmte 9J?ann „geblüf)t".

äöie

ijabe auä) biefer fid^

eine au§ge*

äeid)nete S3iograp^i!, mefentlid) unter ber |)errfd)aft be§ 9tu^^

me§begriffe§, enttüidelte, mirb bei einem anbern Stniafe §u be^ ^)

Nobilitatis fastu, xinb jitior sub

obtentn

religionis,

faßt

Pius

II.

(Comment. X, p. 473). 1)16 neue ®attung tion 9luf)m mu^tc iuof)I üielen £euten unbequem ericf)einen, on bie anbetet 9ercö!)nt maren.

p.

XXVIII.

2)

aSgl.

ej!utg

3)

aSgl.

£ei)6Ier§ 3?cuefte ^Reifen,

'^)

Matthaeus Rufus

«)

a?öi.

ejfutg

XXIX.

6)

aSgl.

ej!ur§

XXX.

de Bene-

dictis {)erau^gab. (93reicia 1495); in*

folge biefer Erörterung änberten bie

^Kruder Aug. unb. Jac. Britannicus

neuen 5Iu§gabe ber 9iatur=

in einer gejd)id)te

üblid)e

(SBreäcia

1496) bie bi§f)er

95ejeid)nung:

vocomensis in

1016.

erörterte bte§

in einer ©treitjc^rift, bie AI.

©iuliari, <B.

Plinius

PI. Veronensis.

208 unb 213.

ir

No9SgI.


164

Sroeitcr 3lbfc^mtt.

trad^ten fein;

l^ier

be\ö)xänUn wir unä auf ben OttgpatrtottSmuä

bc§ Xopograp^en, ber bie 9'tut)me§anfprü(^e feiner ©tabt Der* gei(f)net.

3fm

maren

SDlittelalter

bie Stäbte ftoI§

gemefen auf

i'Ejte

^eiligen unb beren Seid)en unb 9fleUquien in ben Mid)en^).

®amit beginnt

ber ^anegt)rift üon

norf)

autf)

über auf „berühmte 9}länner,

feine ^eiligen

tt)el(f)e

finb; jebocf) burd) au§geäei(i)neten ©eift

öerbient f)aben, necti)"

^abua

1440,

©aöonarola^), feine ^tufgä^tung; bann aber ge^t er

9Jii(i)eIe

— gan§

ben tüte

|)eiligen

im

^ero§ angren^t^). ®ie 5eicf)nenb

im

t)ö(^ften

unb

angefd)Ioffen

gu werben (ad-

2tltertum ber berüf)mte

n^eitere ?luf§ä^Iung

®rabe.

gemefen

^o^^e ^raft (virtus)

ift

'^ann an ben

für jene ^eii

be=»

3uerft 5(ntenor, ber S3ruber beä

^riamu^, ber mit einer (Scharf Iü(i)tiger5troer^abua gegrünbet; ^önig '2)arbanu§, ber ben Sittila in ben euganeifcE)en ^Bergen befiegte, i^n weiter üerfolgte unb §u Olimini mit einem ©c^acE)* brett totfd)Iug; ^aifer ^einüä) IV., ber ben ^om erbaut t)at; ein ^önig 5!JJarcu§, beffen ^aupt in ^OZonfelice (Monte Silicis

— bann ein paar ^arbinäle unb

^rä^ üon ^frünben, Kollegien unb ^\xä)en; ber be* rüf)mte St^eologe f^ra Stiberto, ber 5tuguftiner, eine Otei^e üon ^{)iIofopf)en mit ^aolo SSeneto unb bem meltbefannten ^ietro t)on 5tbano beginnenb; ber $^uri[t ^aolo ^abobano; fobann 21" t)iu§ unb bie ^ii^ter Petrarca, SJluffato, Soöato. SSenn an

arce) aufbert)af)rt wirb;

aU

laten

©tifter

^riegöjelebritäten einiger 5!JiangeI §u öerfpürcn, fo tröftet

ber ^utor mit

\iä)

bem ©rfa^ üon gelehrter ©eite unb mit ber großem

®auert)aftig!eit be§ geiftigen Ülu'^me^, mä'^renb ber ^rieg§* ^)

©0 oer^äU e^ Jic^

auä) mejentlid)

nod) in ber mcrf tuürbigen

©cf)tift:

De

renj, 9?cnebig, 9lom. ')

Nam

et veteres nostri tales aut

laudibus Papiae (bei SJJurat. X.) au^

divos aut aetema memoria dignos

bem

non immerito praedicabant, quum

14.

2)

no^

Col.

©tobte lönnen nod), mit

munijipaler

fein JpejiellerJRufim.

De laudibus

XXIV,

oiel

3fa^T^^-;

©tolj, aber

Patavii, beiSJJurat.

1138 sqq. \iä),

^abuo

feiner

«Rur

brci

Meinung

ücrgleic^en:

^^to*

virtus

summa sanctitatis sit consocia

ot pari

emantur

pretio.

5eid)ncnb (ogl. u. Gsfurg

bann aud) ber

me

facili

B"?"^^-

©et)r be*

XXXI)

ift

Hos itaque

judicio aeternos facio.


®cfd)td)tfcf)reii)ung

unb moberncr JRu^m.

165

^obua.

ru{)m oft mit bem Seibe begraben merbe unb jeine %auex bod) nur ben ©ele^rten berbanfe^). S^^^^^^i^i aber gereiö)e eö ber <Btabt äur ©{)re, ba^ tüenigften§ berü{)mte au^tüärtige i^rieger auf eigene^ ^egel^ren in if)x begraben lägen: fo ^ietro be 9fvofft öon ^arma, f^ilippo Strcelli üon ^iacenga, befonber§ @atta* melata öon S^arni (t 1443)2), Neffen e^erneS 9fieiterbilb „glei(i) einem trium)3{)ierenben ßäfar" bereite bei ber £ird)e al§> ©anto oufgerid)tet ftanb^). ^ann nennt ber SSerfaffer (S(i)aren Oon i^uriften unb 3)?ebi§inern, unter ben le^teren bie mit Petrarca oertrauten ©ioüanni unb ij^acopo ®onbi ball' Orologio*),

emp*

Stbelige, tüeld)e nid)t blo^ toie fo üiele „bie 3?ittermürbe

fangen,

fonbem

fie

unb

9)?e(i)ani!er, SiJlaler

^e(i)tmeifter

%a6:)e^

an

fo

aB

lt)eld)er

Drten gemalt gu

enblidf)

ber berü^mtefte feinet burd^

tüurbe nocf) ettoa^ früher, toa^rfd^ einlief

1436, f^Ioreng öon £. 93runi,

SJlailanb

öon

©ebanfen

bielen

bei

So

^)

®ecembrio

^.

Sß.

d)ara!teriftifd), bafe

ift

bie gleite eine offijiöfe ©rn?iberung ber erften 5lt)nli(i)e

^abua

SBie

feigen tt)ar.

burd) eine laudatio öer^errlid)t^) unb e^

^)

berüf)mte

2)en 93efd)IuB mad)t ein

2^on!ünftIer.

?!Jii(i)eIe 9floffo,

Oielen

©abonarola,

SK.

aud) Oerbient t)atten,"

ift.

tüegen ber tion

t)ei§en jie

j

Sdjriftftellcnt.

5eitgenDJ|ij(i)en

rus Urceus fol.

Cod-

Senno XIII (Opp. 1506,

XXXVIII

b) üon Galeazzo Ben-

tivogbo, ber krieget imb ®elel)tter

1

ifinenerfunbencnberiil^tntenorologie. ^)

©. 5

quidem excellentem, sed multo certe excellentiores.

joId)e

2) '2)00 gleirf)

ber

f^olgenbe

§etau§geber

XXIV

(Col.

Michele Savonarola 3)

im

bemerft,

SUnm.) nid)t üon

SRü'^mung banfbar;

1)te SBilbfäule be§ G. tuurbe nid)t

Stuftrage ber 9?epublif, Jonbern

eines So!)ne§ be§ SSerftorbcnen er*

bem

für

fi(^

Slöi^enj

Lion. Bruni bo§

unb bel)nte c§ auf alle feine 9Jac^!ommen au§, 6. f^ebr. 1439, 93ürgerred)t

Arch. stör,

416 sqq.

t)er.

öon Simer, öon @.

le^tere

bie

®ie ©tobte jeigen

ff.

getoä^rte 1416

tül)tt, tote

SJJurat.

1059

literas

1889,

^ertraglione, Arch. stör. lomb. 34,

tvat cognoEcens artem militarem esse :

erftere ebiert

5)te

Stüomo

ital.,

feinem 3:obe arg getabelt. (3. 80.

IV, vol. 15,

Ser.

Bruni lüurbe feine§

freilid)

nac^

©eigcS megcn

SSgl. SBeffeBft), Striotto

95ci biefer @elegenf)eit fei

1453 ein

ein onberer Lion. Aretino ertoät)nt, ber

^umaniftijd)er 2Inl)änger ber Sforza

ca. 1414 in ^abua ftubierte unb mond^* mal mit unferem öcrmcd)feU mürbe.

rid)tet.

eine

"SJagegen jd)rieb

lot. (Batire,

«ßabua 1903.

cbiert

c.

öon

51.

SRebin,

SSgl.fR.

6abbabini,RivistaEtnea7,

1.


166

3weiter

Sf^eben

ftattung

Stul^me^^anen,

Io!aIen

foI(i)en

9Jlt)t{)u§,

Segenbe,

nomee unb populäre^

2tbid)nitt.

(Sr[taunen

bei

beren

9tuä^

:^eröorgebra(i)teä

literarifd)

fRe^

äufammenmiden, bauen

^oetenptjilologen an einem allgemeinen ^antt)eon be§

bie

SBeIt='

ru^mö; fie fd)reiben ©ammelroerfe: öon berühmten 9Jiännent, t»on berühmten grauen, oft in unmittelbarer 5Ibpngig!eit öon 6orn. SfJepog, ^feubo^Oueton, SSaIeriu§ SlJlajimug, ^lutarcf) (Mulierum virtutes), §ieront)mu0 (de viris illustribus) ufrt). Ober fie bidfjten oon öifionären ^riump^^ügen unb ibealen, oIt)mpifd)en SSerfammlungen, mie Petrarca namentlid^ in feinem

Trionfo della fama, SSoccaccio in feiner Visione amorosa, mit

^unberten üon S^amen, moüon minbeften§ Stitertum, bie übrigen lid) hjirb

bem

biefer neuere, relatio

remS'Jaciibrudbe^anbelt; bie

moberne

S3eftanbteil

®ef(i)i(i)tf(i)reiber

unb

riftüen in i^re Sßerle ein,

brei SSierteile

SJiittelalter ange'^ören^).

e§ entftet)en

bem

^lllmät)^

mit

gröfee*

legen S^araÜe*

(Sammlungen oon

^iograpf)ien berül^mter B^itfl^^offen, tüie bie fd)on oft er* roäf)nten

oon

t^ilippo

S^illani,

58e§pafiano

f^^iorentino,

bie

oon ^Bergamo (©. 146, SÜ. 3), bie Sammlungen be§ SSartoIommeo f^acio unb ^aolo (^ortefe^), gule^t bie Oon ^aolo ©iooio. SSie gro^ ber 'Siui)m ber |)uma=^ niften n^ar, ergibt fid) aber aucf) barau§, ba^ S3etrüger auftraten, bie au§ einer S3enu^ung ber berü'f)mten Sfcamen für fid) ©eiuinn gu äie'f)en fu(i)ten. ©o geigte ficf) in 58erona ein in ^leibung unb ©ebärben närrifd)er SJienfd), ber, Oor ben S3ürgermeifter ge* fül^rt, Iateinif(f)e SSerfe unb ^rofa, ben 2Ber!en be§ ^anormita entnommen, mit großer ©mp^afe l^erfagte, auf befragen fid) ^anormita nannte, unb fo biete Heine, ben meiften unbetannte ©ingelljeiten über beffen Seben gu ergät)ten )t)u^te, ha^ er allge* mein für ^anormita ge'^alten h)urbe. i^nfolge biefe§ i^rrtumS njurbe er oon ben ftäbtifct)en S3eamten unb ben @elet)rten fet)r gefeiert unb tüu^te längere 3^it t)inbur(^ in gef(^ic!ter SSeife t5rauenbiograp'f)ien be§ S^ilippo

©in

btitter

üicrtcr

(

?) ca.

in

'Steapel

1418,

1450 ^tior öon ©.

tino bcgii 2tngeU.

SSgl.

g.

%

ein

Giom.

XXXII, 148 ff. XXXI. (SjIurS XXXII.

stör.

ÜUlar*

1)

a?9l.

£uijo,

2)

aSgt.

ej!ur§


167

9luf)m ber §umani[tcn.

bB bann

feine betrügerif(f)e dloWc §u fpielen,

burd^ ©uarino unb

anbete, bie ^anormita perfönlid) fannten, ber S3etrug entbedt S3alb beburfte e§

tüurbe").

um

fein§,

um

nur eine^

gett)i[fen

©elbpeiüu^t*

9?u^m §u§uj(^reiben unb genügenber £ü^n^eit,

fid)

bie 5tnerfennung biefe§ "Shiijxm^ bei anberen gu erlangen.

jic^ au§ ber 9J?enge ber 9ftu{)mjüd^tigen unb ßobro Urceo pflegte auf bie ?5rage, roie er über ben unb jenen {)0(f)berüf)mten 3Kann bäö:)te, gu antworten:

9?ur toenige erhoben 9ftu{)mrebigen.

Sibi scire videntur^).

wirb

er§äf)It, er t)abe

feinem gutraute, ben

er

bem

S[5on

^uriften 9(ntoniu§ S3utrienfi§

niemanbem ben ()oi)cn

5S)o!torgrab üerliefien, meil

5tnfprüd)en ^u genügen, bie er an

bie alfo 9(u^5UäeicE)nenben ftellen mu^te^).

®er S^orben bagegen 33.

(§.

befa^, bi§

gtöHen auf

5tutoren

feine

auf Xrit{)emiu§, ben erften '3)eutfd)en, ber S3iograp'^ien

berüfimter SUlänner fd)rieb) einmirfte, nur Segenben ber ^eiligen

unb

üon dürften unb Segenbe anlehnen unb ber perfönlid^ errungenen ^Jotorietät

üereingeltc @efd)id)ten

@eiftnrf)en, bie

öom

ficE)

Ü?ut)m, b.

t)on

l).

unabpngig

tüefentlid)

unb

S3ef(i)reibungen

noc£) beutlid)

finb.

an

bie

®i(f)terru'^m bef(f)rän!t

'2)er

firf)

auf beftimmte ©tänbe, unb bie Sf^amen ber Ä'ünftler ex^

no(f)

im

fahren mir

S'iorben faft au§fd)IieBIici) nur, infofern fte a\§

^anbtüerfer unb ßw^ftmenfd^en auftreten. ^oetpt)üoIog in Italien

'2)er

fd)on ba§

ftär!fte 93ett)u^tfein

baöon,

9?ul)me§, ja ber llnfterblid)!eit l^eit*).

^aS

f^at aber, toie

fei;

bemer!t, aucf)

ba'^ er ber 2(u§teiler

unb ebenfo ber

be§

SSergeffen*

SSort eine§ auä i^rer ©djar"^) Sit licet

Aeneas dux,

sit

rex alter AchiUes

Si caret historico vate, peribit uter ^) SSgl.

44

<B.

f.,

$Ro§mim,Vita di GuarinoII, 171

f.,

Giom.

ligust.

ben Opera

1506,

ferner

28, 279. 2)

f)tntcr

LXX.

fo!. 3)

p.

Vita

S8gl.

mit feinem Sieb

brof)t

bamit.

mina Burana, p. 76. *) Ant. Panormitanus

um <B.

ein

Car-

Herma-

phrod. ed. gorberg (ßoburg 1824), Barth. Facius, de vir

ill.,

(Scf)on

p.

185.

'2)af5

bie

Slu^m begrünben,

31. *)

(3d)oIar, ber

tieib bettelt

ein

lateinijd^er

be§ 12. $5at)r^unbert§

Sönger

— ein faf)renber

Sdiriftfteller

legt

ben

Vesp. Fior.

ed. Frati II, 206, in einer rmtitoüx"

bigen 9tu§einonberje^ung bar.


168

Siuettcr 9lbfd)mtt.

brürft bte

©ejinnung

oller au§^).

Sbealität jetner Siebe gu Saura er burdE) feine ßiebe^gefänge

(Sc£)on

bem

jitf)

Petrarca gibt bei aller

S3eh)u^tfein Stu^brucf, ba^

unb

bie ©eliebte unfterblid^

ma6)e^); S3occoccio Hagt über eine t)on il^m gefeierte ©d)öne,

um

n)eld)e ijartfiergig blieb,

unb baburd)

immer

berü'f)mt gu njerben,

bem

fortan eä mit

Stabel öerfud^en^).

Don i^rem ©atten ungered)t

eine

bem

weiter öon i'^m bedungen unb beutet i'^n on, er njolle ^r. fRoIanbello befingt

getötete

^rau unb

lä^t fie

au^

ij^enfeit^ fpre(f)en:

populus vatesque

Si

numina castam

sacri, si

Testantur, mortis quis dolor esse potest?*)

©annagaro bxofjt bem bor £arl VIII. feig geflogenen ^tlfonfo Neapel in stoei prä(i)tigen (Sonetten mit emiger Dbffuri* tät^). 5tngeIo ^oligiano mai)nt (1491) ben £önig $^o^ann öon t)on

Portugal«) in betreff ber ©ntberfungen in beizeiten für diu\)m SJJaterial

„§um

unb

9Ifri!a emftlicE)

Unfterblid)!eit ju forgen

(Stilifieren" (operosius

unb

baran,

it)m ba^

excolenda) nac^ ^lorenj

§u überfenben; fonft möd)te e§ il^m ergef)en mie alten jenen, bereu Xaten, bon ber |)üfe ber @elet)rten entblößt, „im großen ©(f)utt'^aufen

bleiben".

menf(^li(f)er

'3)er

5lönig

@ebrect)Ii(f)!eit

oerborgen

liegen

(ober bod) fein t)umaniftifd) gefinnter

Rangier) ging barauf ein unb üerfprad) menigften^, e§ follten bie bereits portugiefifd) abgefaßten SInnalen über bie ofri!ani=

^inge

frf)en

in italienif(i)er Überfe^ung nad) t^Iorenj §ur la^

teinifcE)en ^Bearbeitung berabfolgt trerben; ob bieS fd)al^, ift nid)t

(So erften

in h)eld)er 1)

be!annt.

gang

33litf

leer,

toie

f(f)einen,

bie

fie

©ad)en (aud)

Per questo siate voi assai ob-

bligati

agli

scrittori,

cosi

agli

an-

tichi come ai modemi, perch^ se non fussino loro gli uomini sarebbono in grandissima oscuritä. 2)

©onctt CLI:

Lasso

^rätenfionen

berglei(i)en

finb

Vesp. Fior. jagt (ed. Fiati III,

255):

toirtlid) ge^^

ch'i ardo.

!eine§roeg§;

bie

bor

bie rt)i(f)tigften) ^)

:

SiJiit*

unb

Pallido, vintoetc.

*)

©erena, ©. 101.

^)

U.

®)

ben

Boccaccio, Opere volgari Vol.

XVI, im IS.Sonett

SSofji

auf

Slebattion,

a. bei:

SRogcoe,

Leone X,

ed.

IV, p. 203.

Angeli Politiani epp. Lib. X.


169

^nigcmciner STnfpruc^ auf 9tut)m.

'^ad)tveU

treten,

nid^tö

ift

italtenij(f)en |)iimaTiifteTi

£atein

rtjeniger it)rer

al§

gteid^gültig.

%ie

unb

\l}xem

'DarftellungStDeife

lange genug bie abenbtänbifd)e fiefemelt

{)abeTt

be^errj(i)t,

mit

nnb aud)

tüirflid)

bie itdienifc^en^ic^ter jinb bi§ in§ 18.;^at)T=*

^änben fiemmgefommen al§ bie irgenb»' ®er ^aufname be§ 5tmerigo SSe^^ucci öon

:^unbert weiter in allen

einer S^Jation.

f^Iorenj rtjurbe feiner 9leijebefd)reibung bie Iateinifd)e ^Bearbeitung

unb eleganten

tigfeit

5^eben

ift

freilief) erft

gum

unb Wenn ^aolo ©ioüio mit

öierten SBeltteilö,

fprad)^), fo

wegen,

SSorf(f)Iag eine§

(Hylacomylus)i),

SBalbfeeTnüHer

3J?artin

unb auf

burd)

^eutfd)en,

'Slamen

beö

all feiner f5Iüci)='

äBillfür fid) bennocf) bie Unfterbli(f)!eit öer^

er babei nidjt

foI(f)en SInftalten,

unb ba

gan§ fe'^Igegangen.

ben Üiu^m äu^erlid^ §u garan*

unb wir

tieren.

Wirb

f(i)auen

ben foloffalften (S^^rgeiä unb ^urft naä) @röBe, unab* öon ©egenftanb unb ©rfolg, in erf(f)redenb wahrem 9Iu§*

t)ängig

brud.

f)ier

ein SSor:£)ang "fiinweggegogen,

©0 in 9Ka(f)iat)eni§ SSorrebe §u feinen fIorentinifd)en @e>= wo er feine Sßorgänger (Sionarbo SIretino unb ^oggio)

f(i)i(f)ten,

tabelt

wegen be^

@d)Weigen§ in

allgu rüdfid)t§öonen

betreff ber

„©ie l^aben fid^ fet)r geirrt unb be* ben S^rgei^ ber 50'?enf(f)en unb bie SSegier nad) ^ortbauer be§ 9^amen§ wenig fannten. SBie mand^e, bie fid)

ftäbtifd)en ^arteiungen.

Wiefen, ba^

fie

buxd) £öblid)e§ nid)t au§5eid)nen fonnten, ftrebten banad) burd) ©d)mäl)li(^eg

!

^ene

erwogen

(Sd)riftftener

lungen, weld)e ®rö§e an

nid)t,

ba^ ^anb*

Wie bie§ bei ben ^anb== lungen ber 9?egenten unb (Btaaien ber %all ift, immer metfx fid) Tjaben,

3fluf)m al§ Sabel §u bringen fd)einen, welcher 3Irt fie aud) feien unb weld)e§ ber 2(u§gang fein miige"^). S3et me'E)r aU einem auf^ ^)

Quatuor navigationes

datum 2)

(St.

etc.

Deo-

Di6) 1507.

Paul. Jov. de romanis piscibus,

Praefatio (1515): feiner ^iftorien

immortalitatis. freiließ

crft

"Sie crftc "Setobe

merbe

ou^fommen non

sine

näci)[ten^ tjer*

aliqua

epe-

(1)a§ SOßerf etfditcn

1650.)

')

^tetju

ügl. Discorsi I, 27.

tristizia, 9Serbterf)en,

®te

!ann grandezza

^a6en unb in alcuna parte generosa fein; bie grandezza fann tion einer

^at

jcbe

SO?enfd)

infamia

entfernen;

ber

fann onorevolmente tristo

im ©egcnfafe jum fein, mento buono.

perfetta-


170

3wettct

fallenben unb

Unternet)men

jcf)recEIi(i)ert

aB

(5Jef(f)trf)tj(^reibern

Slb?ci)nttt.

roirb tion

bejonnenen

Seitjeggrunb ba^ brennenbe SSerlangen

nad) etma§ ©rofeem unb ^entroürbigem angegeben, ^ier offene bart fid^ ni(f)t eine blo^e 9lu§artung ber gemeinen ©iteüett,

fonbern etmag tütrüic^ ®ämonif(^e§,

b.

f).

Unfreiheit be§ ©nt*

üerbunben mit Stnmenbung ber äu^erften 9)littel, unb @Iei(^güttig!eit gegen ben ©rfotg al§ foI(i)en. 3Jla(i)iaöeHi jelber faBt ä- 33. ben ^^axaliei be§ Stefano ^orcaro ((3. 115) fo auf 0; bon ben 9JJörbem be§ ®alea§50 Waxia (Sforza ((3. 63 f.) fagen

f(f)Iuffe§,

ungefähr ba§felbe bie 9t!tenftücfe; bie ©rmorbung be§ |)er5og§ 9lIe|janbro t)on ^loren^ (1537) f einreibt felbft ^arrf)i (im V. 93u(i)) ber fRu^mfuc^t be§ S;äter§ Sorenjino 93?ebici

Sorengino,

(f.

oben

^ebt aber ^aolo ©iobio^) biefeö

(3.

66) gu.

5SJlotiü

tierbor;

megen ber SSerftümmelung antüer ©tatuen

in 3flom

öiel fci)ärfer

'iflodi

burd^ eine Sflebe be5 ®i(i)ter§ ^. ^M. 9JloI§a an ben oranger gc* ftellt,

brütet über einer Xat, beren „^fJeu^eit" jene <Bä}maä) in

unb ermorbet feinen SSeriüanbten ßüge biefer 3eit ^oä) aufgeregter, aber bereite ber^tüeifelnber Gräfte unb £eibeni(i)aften, ganj tt)ie einft bie 33ranbftiftung im 2;empel üon ®pt)efu§ jur S^'ü be§ ^^ilipp öon SJiajebonien. SSergeffen^eit bringen foHte,

unb dürften.

— @§

finb ed)te

aSterte§

©er mobcme ®a§

£orre!tiü

niii)t

Kapitel

<2>pott

unb QBl^»

nur be§ 9lu^me§ unb ber mobernen

9luf)mbegier, fonbern be§ p'^er entmidelten Snbit)ibuaü§mu§

übert)aupt

ift

ber

moberne ©pott unb

fiegrei(f)en f^orm beg SBi^e^^). 1)

Storie fiorentine, L. VI,

c.

29.

Paul Jov. Elogia vir. Üt. ill. 192 bei 'Slnlaß ba^ Marius Molza.

2)

p.

')

\6)on

%a^ ]et)x

(5cl}impfen allein früf),

SSenjo öon Stlba

'ijat

man

bei

bem

im

11. :5af)rt)unbert

ocrlogenen

§ot)n, toomöglid) in ber

3Bir erfa'f)ren au§

bem

9Jiittet*

(Mon. Germ. SS. XI, 591—681).

©d)impfen !ann Tizio oud): üon jei^ nen tiier geiftUc^cn geinbcn nennt et ben crften ein „tugenbloje? Unge* ^euer", ben gweiten einen „93oftarb öon fd^led)te[ten 9)lameren", ben


171

®cr mobcrnc Spott unb

alter, lüie feinblicf)e ^eere, öerfeinbete dürften unb ö5ro^e ein* anber mit f^mboUfd)em ^o^n auf ba^ ^u^etfte rei§en^), ober

ber unterlegene Xeil mit ^öd^fter fi)mboIifd)er (3(i)mad) be^

tüie

laben

tüirb.

'Daneben beginnt in tf)eoIogifd)en (Streitigfeiten

unb

fd^on ^ier

ba, unter

bem

©inftufe

ftolograpf)ie, ber 2öi^ eine SSaffe äali[(i)e

antüer

^oefie entmidfelt eine eigene (SJattung bon

^otjnliebern; aud) ben 9Jlinnefingern

%on

fet)It

ift

au^erbem ift

nod)

reid)

ni(i)t

(Spi*

an fogenannten

unb

Siro^^«

gelegentlich) biefer

nid)t, ttjie i^re poIitifcE)en 6Jebid)te geigen.

unb

9fl^etori!

gu merben, unb bie proöen*

"Dag 9JiitteIalter

jatirifd)en ©ebic^ten, allein

inbiöibuelle, fonbern faft lauter allgemeine, auf

©tänbe, Kategorien, 33etiöl!erung uftt). gemünzte (Satire, it»el(i)e benn aud) leidet in ben letjr^aften Son übergebt. ®er allge== meine 9^ieberf(f)Iag biefer ganzen 9li(i)tung ift üorsügtid) bie tjobel tion Sleinele ^ud)§ in all itjren 9fleba!tionen bei ben ber* f(i)iebenen SßöÜern be§ Stbenblanbe^^).

Stber ein felbftänbige^

Clement be§ Seben§ !onnte ber SSi^ bod^ erft werben, aU fein regelmäßiges Dpfer, ba§ augebilbete ^nbiüibuum mit perfön* Iid)en Wnfprüd^en, üort)anben roar.

bei tueitem nid)t mel)r auf SBort fäd^Iid): er fpielt

burle unb beffe,

unb

befc^rän!t er

'3)a

<3(^rift,

auct)

ficE)

fonbern mirb

tat*

hoffen unb öerübt tStreid)e, bie fogenannten einen |)auptinl)alt met)rerer Sfioöelten*

ix)eld£)e

fammlungen au§mad)en. ®ie „^unbert alten 13.

S'^obellen", toelcEie nodE) gu (Snbe

be§

^a^r'^unbertS entftanben fein muffen, l^aben nod) nid^t ben

ben ©o'^n be§ KontrafteS, unb nod) nid)t bie 93urta §um S^ed ift nur, toeife 9teben unb finnöolle ©efd^ic^*

2Bi^,

Snt)alt3); i^r

bxitten einen „übettebenben 5^arten",

ben üierten einen „tietjd)ulbeten ^iccolomini ©. 72,

pel". ^)

9SgI.

V, 504

fg.

barübet

dova -)

4.

Giom. stör. XVI, 434 fg.

Sdojfi/

Cre^cini ba].

SUtebin in Atti di

31.

%bU

bie?e§

bie

Qmeiqe^

bie

fe^ung:

ni^t minber

La

Siteratur

nat)m§tt)cife

3)

eine trefflid)e 'äx'

SSgl.

trefflid)e f^fOtt*

Satire en France

lit6rature militant«

Paris 1866.

franjöfifc^e ift

unb

R. Accad. di Pa-

1893. (3.)

gür

öor^anben: ßenient, La satire en France au moyen-äge. Paris 1860, beit

oben ©.

6,

fommt

folenter SBife üor,

au XVI^ 2Inm.

3.

ou

la

siöcle.

5tu§*

oud) f(^on ein in*

Nov.

37.


172

mid)mtt.

3tt)eitcr

ten unb

^abdn

in einfad) f(i)önent

'äu^bmd

njiebetgn geben.

SSenn ahex irgenb etrcaS bü§ fjo^e 2IIter ber Sammlung bemeift, ift e§ biefer SRangel an ^of)n. ®enn gleid) mit bem 14. ^a^x^ T}unbert folgt ®ante, ber im StuSbrud ber SSerad)tung alle %\d)^ ter ber Sßelt hinter fid) lä^t unb g. 33. fcf)on allein tüegen jene§ großen lf)önif(i)en @enrebilbe§ tjon ben 93etrügern^) ber '^öd)fte Syleifter foloffaler £omi! t)ei^en mufe. 5D^it Petrarca beginnen^) fcf)on bie SSi^fammlungen narf) bem SSorbilbe be§ ^lutard) fo

(9t|)opt)tlE)egmata u\W.).

2ßa§ bann lüätjrenb be§ genannten S^'^i^^i^nbertg

fi(^

in

gloreng öon |)ot)n auffammelte, baüon gibt f^ranco <Bacä)ettx in

feinen ^Joüellen bie be5eid)nenbfte SluShjaf)!.

finb meift feine

eigentlid)en ®ef(i)ic£)ten, fonbern 5lntmorten, bie unter gen^iffen

Umftönben gegeben tDerben, ba^ ^omifd)e

bann

liegt

iDomit

l^orrible 9^ait)itäten,

(2d)äl!e, Iieberlid)e Sßeiber

^albnarren, Hofnarren,

bem

in

fd)reienben ©egenfa^ biefer

maleren ober fd)einbaren S^aiöität gu ben fonftigen niffen ber SSelt fte!)en

§ilfe

bem

auf

pr

unb topf.

bie bare fred)e i^nfoleng, ber bie Unfläterei; ein

rof)eften ift

unb

böfeften,

f)od)!omifd),

1)

paar donbottierenfpä^e^) ge'^ören gum h)a§ aufgegeid)net

mandie aber aud)

XVIII— XXX.

Inferno

tritt an bie ©teile be§ 2Bi^e§ plumpe 93etrug, bie 93Ia§p!)emie

Dft

oberitaIienifd)er ®iale!te.

unb

®inge ber ^arftellung merben gu

fd)on bie 9'?ad)a()mung beftimmtex

93.

g.

5)te

2tud) Petrarcas ;gntie!titien:

contra

contra

medicum

objur-

cnblid)

jeine

Gallum,

ftopl)ane§.

gantem,

p.

©in jd)üc^terncr Stnfang Opera

421 u.

rum Epp.

in

f.

libri

senil.

IV.

Renim memoranda3lnbete§

X,

2.

SSqI.

fam. (ed. Fracass.) vol. 70. 240. 245.

bietrcilcn

®er

nod)

mittelalterlidicn

93.:

j.

in

aud) Epp. I,

p.

68 sq.

aßortiri^ \&)mcdt

jeljr

nad)

jeincm

2ljt)I,

bem

Älofter.

5D^and)e 95urla

ift.

ein blo^ üermeintlid^er 93etüei§

etngig möglid)c parallele toörc Slri*

2)

SBer'^ält*

getüöl^nlid)en 9J?oraIität; bie

Stile SlJJittel

genommen, aud)

fid)

au^reben;

sui

ipsius

(tjiencid)t

et

Sd)rift

de

multorum ignorantla

aurf)

jcine

epistolae sine

titulo) bürfen alg frü^e SBeijpielc ja= tirijd)er

I)ier etttiäl)nt tuet*

Sd)tiften

ben. 3)

Nov.

Camerino.

40. 41

;

ift

Ridolfo da


{5tanco (3ac(^etti.

Überlegenheit,

bet :perfönli(i)en

173

©pa^mod)et.

beä Xnumpf)e0 übet

einen

anbern. SSieöiel

man

einanber

gugute

wie

i^ielt,

feine ©eile gu bringen

firf)

begnügte, miffen

unb £eben mag tyeibuxd)

33ereit§

fein^).

ift

nid)t; e§ h^ar

unb ba§ fIoren= unbequem geworben

geiftlofe 33o§t)eit babei,

borf) öicle ^er§Iofe

tinif^e

mx

ba^

oft

lieber auf

(S(f)Iac^top[er butd) einen ÖJegenftteicf) bie Sa(i)er

oft red)t

ber Spa^erfinber unb Spa^er^äi^Ier eine un=

oermeiblicEie (Jigur geworben^),

unb

muB

barunter

!Iaffifd)e

gegeben tjaben, weit überlegen allen blofeen Hofnarren, welchen bie Äonfurren^, ba^ we(i)jelnbe ^ublifum unb ba^ rafd)e SSer*ftänbniö

ber ß^^örer

(lauter

®e§^alb

f^Iorens) abgingen.

SSor^üge be§ 2tufentt)alte§ in

reiften aucf) einaelne Florentiner

auf ©aftrollen nad) ben 5;t)rannent)öfen ber Sombarbei unb

Sflomagna :^erum^) unb fanben fie

in ber 35aterftabt,

gewannen.

'2)er

wo

if)re

9fted)nung babei, mät)renb

ber SBi^ auf allen ©äffen

beffere Xt)puä biefer Seute

ift

lief, ni(i)t üiel

amü*

ber be§

fanten 5}lenf(^en (l'uomo piacevole), ber geringere

ift

ber beä

S3uffone unb be§ gemeinen (Bd)maxo^et§, ber fid) an ^0(f)5eiten unb ©aftmäblem einfinbet mit bem 9täf onnement „wenn id^ ni(^t eingelaben worben bin, fo ift ba^ nid^t meine (S(i)ulb". ®a unb bort I)elfen biefe einen jungen SSerf(i)Wenber auffangen*). :

1)

'Die

befannte ^o\\e (16.

üon ^Brunelleäco unb bem

Saf)tf).)

bicfen ^olj*

Manetto Ammanatini, bet burc^ bie i^oppetei nad) Ungarn getrieben lüotben jein f(i^nt^er (grasso legnaiuolo),

foll,

lDof)I

gei[tteid)

fo

crfunben,

graufam ju nennen. roirb

fd)id)te

neuctbing§

gtor.

1887.

a3runelIe§co,

SSgl.

1892,

(S.

0.

©.

9?atr

Alcyonius p. 129.

ftatt

Rinaldo

di

S. 651. 669.

aU notmenbig jum

®r*

3)

De

exilio

ed.

Sacchetti Nov. 48.

man

ÜJienrfen,

Unb

Nov. 67 ba^

bod)

9JiiIanefi,

^atte

gabticät),

ba& biet unb bo ein Slomagnolc auc^

44.

aSon

bem legen ^)

florentini»'

laut

fd)Iimmftcn

@efüt)I,

f^Iotcntinet

übet*

fei.

L. B. Alberti del

famiglia,

bet

93eifpiel

t)eitem bet (Säfte nad) bet 9JlabIäeit:

®e*

bagegen bem Manetti mieber

®er „Araldo"

^et

bod)

obgefptod)en. ^)

degli Albizzi 93b. III,

ift

SKi^ele Sarbi (nozze 1893) wirb bie ^iotielle

tiielet:

"S)ie

bem Ant.

Manetti jugefc^rieben but(^

©in Commissioni

Signotia.

fd)en

govemo

della

Opere ed. 33onucci V, 171.


174

3tt»eiter 5lbj(i)nitt.

im gongen aber merben bünfen unb ®oIcibene,

jte

aB

^arajiten bef)anbelt unb

^ö^er fte^enbe SSi^boIbe

h)äf)renb

f)'öt)nt,

öer^»

fürftengleii^

fict)

etwa^ n^a^r^aft (Souöeräneä galten. ^aifer ^arl IV. „Imperator di Buem" gum

if)ten SSi^ für ft)elcf)en

„Äönig ber itaUeni|d)en <Bpa^ma(i)ei" etflärt !)atte, jagte in f^errata gu i^m: „^^r rtJerbet bie SBelt bejiegen, ba S^r mein unb be0 ^apfte§ greunb jeib; S^r !ämpft mit bem (Bdjtvext, ber ^apft mit bem SSuIIenjiegel, \d) mit ber Bit^g^ '"^) ®o§ ift fein bloßer ©cf)erg, jonbern eine SSora^nung ^ietro 2(retinoö.

®ie au§ bem getien be^

15. i^al^r'^unbert

^oggio

finb

ftammenben

bem ^nmte

gä^Iungen 8ac(i)etti^ nal^e üertoanbt:

lateinijd^en

ga*

nad^ ben italienijd)en

(Sr*

SSurle, ^nfolengen, Wli^^

gegenüber ber raffinierten 3ote, bann aber metjr SSortmi^e, bie ben ^^ilologen üerraten.

üerftänbnifje

einfa(f)er

9}ienf(f)en

®ie beiben berüf)mteften (SpaBma(i)er 15. Sö^i^f)unbert^

Strlotto^) für

maren

um

bie äJiitte beö

üon ^loreng, unb ber Hofnarr öon

ein Pfarrer in ber ^äf^e

ben feineren SSi^

(facezie),

gerrara, GJonnella, für bie SBuffonerien^).

(£§

ift

bebenüic^,

if)rc

@efrf)id)ten mit benjenigen beö Pfaffen üon Äalenberg unb be§ 3:iII ©ulenfpiegel gu öergleid^en; le^tere finb eben auf gang

anbere, ^albmt)t!)ifcf)e SSeife entftanben, fo bafi ein gange^ SSoI!

baran

mitgebi(i)tet

gültige,

©onnella leiten

unb

unb

()iftorifd)

maren.

fie

unb ba^

'^at,

5inöerftänblid)e

Sßill

lofal

man

fie

mef)r auf baö 9nigemein='

I)inauslaufen,

tpä^renb 'äilotto unb

befannte unb bebingte ^erfönlirf)*

aber einmal bie SSergleid^ung gulaffen

auf bie „(3d)rt)än!e" ber au^eritalienifd^en S3ölfer über^» fid) im gangen finben, ba'^ ber ben frangöfifdjen ^^abliauj folgerichtig aud)

l^aupt au^bef)nen, fo mirb eö „8ci^tt)an!" in

in ift

ben S^obellen ber Italiener, beren S^l^ölt t)on bort entlel^nt mie bei ben ®eutfcf)en, in erfter :^inie auf einen SSorteil

Franco Sacchetti, Nov. 156 ügl. Nov. 24 übet Dolcibene unb bie Suben. [%üx Karl IV. unb bie 5Jat^ ^)

ren: ^)

;

f^riebjung

a.

6eine ©päfee

a.

jinb

€).

©. 109.]

gebammelt mit

bem £ebcn beä Slutor^ öon

®iuf.

Soc

cini, 91.

glor. 1884,

je^t

beutfd)

Bon

SBejjeBft), 2 93be., 93erlin 1910;

im folgenben

I)äufig

SBej|eI§I^, 9tr*

lotto jitiert. =)

aSgl.

ejTurä

XXXHI.


<BpQ^ma6.)tv.

5(rIotto,

ober ©enufe bere(i)net

hoffen be§ ©onneüa 2:nuTnpf)e§,

um

ift,

fid)

175

9Jarren bei Seo X.

©onnella.

rtjö^renb ber Sßi^ beö 3trIotto, bie

gleidifam ©elbftätued, ttämlicf)

um be§

ber ©ati^faftion tüillen üor^anben finb.^)

(S^ill

Gulenfpiegel erfd)emt bann tPieber alö eine e{gentümlid)e Q^aU

aB

tung, nämlic^

ber perfonifigierte, meift äiemlici) geiftlofe

©diabernad gegen befonbere ©tänbe unb ß^etnerbe.) ^er §of* narr beä ^aufe§ @[te {)at fid) fd)on me^r alö einmal burcf) bittem |)o^n unb auggeju(i)te

9ftacE)e

jcf)abIoä ge^alten^).

^ie 8peäieg be^ uomo piacevole unb beä SSuffone f)aben bie g^reii^eit oon f^Ioreng lange überbauert. Unter |)er5og Sofimo blü'^te ber S3arlacd)ia, Anfang be§ 17. iga^rl^unbertö f^ranceSco Sfiu^poU unb ©ur^io 9JJarignoUi. ©ang merttuürbig geigt fidE) in ber gro^e ^a^jft Seo X. bie e(i)t fIorentinif(i)e unb mebiceif(i)e Sorenjo l^atte einen @ried)en, ben er feinen ^reunb nannte SSorliebe für <Bpa^mad)ex. (^er berül^mtefte roar ^xa SJlariano, ber fid) rübmte, SSibbiena^äReifter gu fein unb mit feinem eigent» Ii(i)en ©etrerbe, 58erfd)Iie§en ber päpftlid)en Nullen mit 93Iei, 800 "Zutaten iäf)rlid) gu Oerbienen.) ^ie auf bie feinften geiftigen ©enüffe gerid)tete unb barin unerfättli(f)e ^^ürft erträgt unb öer:* langt borf) an feiner Slafel ein paar tüi^ige ^offenrei^er unb ^re§fünftler, barunter gtüei Wön6)e unb einen Krüppel'); bei

feftli(i)en3eiten bef)anbelte er fie

^arafiten,

inbem

it)nen 5lffen

mit gefud)t anti!em^o{)n alä

unb Siaben unter bem

rourben. Über{)aupt

!öftlid)er 93raten aufgeftellt

9Inf(i)ein

be'f)ielt fid^

©ebraud) üor; namentlid)

bie 33urla für eigenen

Seo

get)örte eä gu

öon Ö5eift, bie eigenen £iebling^befd)äftigungen bi^meilen ironifd) gu be'^anbeln, inbem ^iditung unb SJlufi! er unb fein ga!totum Starbinal 33ibbiena bie ^arifaturen ber^ felben beförberten*). 93eibe fanben e^ nid)t unter i()rer SSürbe,

feiner 5{rt

1)

Bandello

Saut

bie

Süge anbetet

^ialette

exfutg

Nov.

IV,

fonnte Gonnella aud) fein

üetftellen

Stalienö

2

(55ejid)t in

unb

nod)mad)en;

alle f.

XXXIV.

2) j^Teilid)

fe

liefe

baä^fetb

oft fd)Ied)t

genug.

if)m (1519) auf einet9f{ei=

u. bie bleibet tcegne'^men,

ttug bafüi ©otge,bafe et nitgenb§(Stfa^ ett)ielt

unb im |)emb

5ie{)en mufete.

ging e§ einem Don bie jcn,

bem Gian Michele

Alfonsol.

in f^ettaia

ein==

Arch. stor.Rom.29, 382.

^)

Paul. Jovius, Vita Leonis X.

*)

Erat

enim

Bibbiena

mirus


3 weiter

176

2l6f(f)mtt.

einen guten alten (Sehetär mit allen Gräften folange gu be* arbeiten, big er

ficf)

für einen großen 'iDJufi!tf)eoretifer

'2)en

{)ielt.

Smproöifator ^Saraballo öon @aeta ^e^te Seo burrf) beftänbige ©(i)metc^eleien fomeit, ba^ ficf) biefer ernftlid) um bie !apito* Iinijd)e '3)id)ter!rönung

bemarb;

Patrone ©. ©o§ma§ unb

unb ^urpur

aU

tation erweitern unb,

'2)amian mu^te er

<3.

ba^

au^ftaffiert,

amXage bermebiceijd)en^auä*

alle^

am

erft,

mit Sorbeer

@aftmat)I burd)

|)äpftlicf)e

beften

9fleäi=*

im üatüanijd^en rüeld)en ©manuel

ixjar,

^of ben golbgefd^irrten Glefanten befteigen,

ber &xo^e oon Portugal nad) dtom gej(f)en!t ^atte; hjät^renb* bejfen

®aä

ber ^apft öon oben burd) jein Sorgnon t)erunter^).

jal)

Xier aber rtjurbe

peten unb

öom

üom Särm

i(f)eu

33raöorufen unb

Raufen unb ^rom*

ber

mar

über bie @ngel§*

ni(i)t

brücle §u bringen^). '^le f)iei

^arobie be§ ^eierU(f)en unb @rf)abenen, meldte un§

in ©eftalt eineö Stuf^ugeö entgegentritt, ^atte

bamaB

b^^

Stellung in ber bilbenben Äunft unb in ber

reitö eine mä(i)tige

^oejie eingenommen,

^ür

jeneg betannten ©ti(f)e§, Stffen überje^t barftellt.

bie ^unft erinnere

tt)eld)er

bie

man

^.

fic^ §.

£ao!oonggruppe in

brei

5^ur ging berglei(i)en feiten über eine

§anbäeid)nung t)inau§. 9Jland)eg mag auc^ gernic^tet tüorben fein. %\e tarüatur ift bann lieber mefentlic^ etmaö anbere^; Sionarbo in feinen ©rimaffen (in ber S3ibIioteca 5Im^

flüd)tige

brofiana)

ftellt

ba^ §ä^Iid)e bar, menn unb toeü e^ tomifd)

hominibus aetate vel professione gravibus ad insaniam im-

artifex

pellendis. ferratifd)cn

S5gl.

aud) ben 33nef be»

©ejanbten Paolucci über

bie furd)tbare Strt, ȟie ein frate,SSetf.

einet

mißlungenen

peinigt

warb 1519, Nuova ant. vol. 14, p. 583 sq. 9Ran

Serie,

innert

^id)

ge^ 3.

er*

Alphonsi

magnus tus

if)ren

${)Uologen

^ört

>t>ot)l

aud)

bei Jov.

bie

^ierber ge*

merfroürbige

Pontanus de

ser-

filius,

Neapolitanorum rex

Nam

vellet.

ac

in

quem

aetatis no-

maximi fingendis

Fontifices

vultibus

ift,

Ferdinandus

et ipse fuit artifex et vul-

usum

strae

verbis

vel

histriones

ipsos anteveniunt.

an ben ©d)er3, öon ©d)rt)eben mit trieb,

II, cap. 9.

componendi et orationes

ipse

t)ierbei

tt)eld)en St)riftine

©teile

S?omöbie,

mone, Lib.

1)

S. gj!ur§

2)

gin

XXXV.

jatiri|d)e^

3:eftament bieje^

Glefanten, oiclleid)! Don P. Aretmo, ift

Don

3S.

9f{oHi

Intermezzo (1890)

t)eröffentlid)t 1,

23—30.

im:


^ßotobie be§ geietli(^en

177

unb ©t^abenen.

unb er^ö^t habet biefen !omij(f)en e^ara!ter nad) ^ie ^oejie muBte fid) fteiliii) ein anbereg Dpfer j.

33. 3Ixiftopt)ane§

Äomöbie auftreten

&mdien

ben

burfte, lie^.

5Xber biefelbe 33ilbung§reife, tuelc^e bei

gu einer beftimmten ^tit bie ^arobie f)ert)ortrieb,

n^erben

anbereä ber Ii(^e

2Irt

im ©onett

beö i^nferno,

freilid)

f omi!

lic^fte

petrar(f)ifd)e

ßuigi ^ulci

fie

$^af)r^

Siebe^üagen unb

gorm an

fid)

wirb bu?d) ge^eimtuen^

^omöbie auf ba§

unb Sorenjo magnifico

"fiat

im

Stil

aud) ber 2:riump^e ^etrarca^^) bie ijerr* i Beoni.)

§u entraideln gemußt. (Simposio, ober:

fatoren nad), infofern

gu ßnbc be^ 14.

öerfpottet. ^^erner lub bie @öttlid)e

^ur ^arobierung ein,

ftär!fte

(S(i)on

burd) 3'^ad)at)mung au§ge'^ö^nt; ja ba^ geier=

ber t>ieräe:^n5eüigen

ben Unfinn

aB

ba er bie großen XxaQxUx. in jeinet

bra(i)te fie aud) ()ier gur ^^lüte.

t)unbert§

^Belieben. fu(i)en

a^mt in feinem unb überbieg ift

über

^mproöi* unb S3ojarbo§ ^oefie, fd)on

9JJorgante beutlid) bie feine

bem ©egenftanbe

fd)n)ebt, ftellenttjeife eine

roenigften§ ^albbetou^te ^arobie ber mittelalterlid)en

9flitter==

^er gro^e ^arobift 3:eofiIo ^olengo (1496—1544) bann gan^ unmittelbar ^u. Unter bem Sf^amen Simerno

bid)tung. greift

^itocco bid)iet er ben Drianbino (1526),

nur

-jioc^

aB

Iäd)erlid)e 9?o!o!oeinfaffung

mo

um

ba§ Stitterhjefen eine

^üüe mo^ bem

bemer ©infälle unb Seben^bilber '£)erum figuriert; unter 3^amen 3RerIinug eoccaju^

:^atte er frül)er

(1521) bie Xaten

unb

f^al^rten feiner p^antaftifd)en £anbftrei(^er gefd)ilbert, ebenfalls

mit

ftar!er tenbensiöfer

bem

unter (£po§.

bem

Sutat in :^alblateinijd)en ^ejametern,

!omifd)en (Sd^einapparat beg bamaligen gelehrten

©eitbem ift bie ^arobie auf ^arna§ immerfort, unb bi^toeüen rt)a^r{)aft

(Opus Maccaronicorum.)

italienifd)en

glanäoolt oertreten gemefen.

^n

ber ßeit ber mittlem ^öt)e ber Ütenaiffance toirb bann

aud^ ber 3öi^ t^eoretifd) §ergliebert unb feine pra!tifd)e 2ln^

wenbung

in ber feinern ©efellfdjaft genauer feftgeftellt.

3:{)eoretifer ^)

ift

©iooiano ^ontano^); in feiner ©d)rift über ba^

^aä) ben üon 3- angefül)tten

©teilen.

autd^arbt,

©er

1

ftultut ber SRenaiftance.

^)

Jovian. Pontanus,

De sennone

IV, 10. ©r fonftottett eine be^onbere 12 I. 11. Stufl.

j


178

3tt)eitcr mbj(i)nitt.

füeben, namentlid)

im

unb

britten

tiierten

S3ud),

öetfudjt er

burd) Stnalt^fe ga^Ireid^er eingelner SSi^e ober facetiae ju einem

allgemeinen ^ringip bur(i)äubringen. SBie ber SSi^ unter Seuten öon ©tanbe gu ijanb^ahen fei, Iel)rt S3albajfare (Saftiglione in

feinem ßortigiano^). S'JatürUc^

:f)anbelt e§

fici)

iüefentlid)

nur um

@r!)eiterung britter ^erfonen buxä) SS5ieberer5ä{)Iung bon tomi»» fd)en

unb gra§iöfen

(55efd)i(i)ten

lt)irb

e^er getarnt,

inbem

bred)em

unb SBorten;

man

p üiele @{)re antue unb

tjor

biretten SBi^en

bamit Unglückliche !rän!e,

SSer^

unb burd) ©unft

35er*

3Jlä(f)tige

möJinte gur 9fladE)e rei^e^), unb audf) für bag SSieberergäljIen h)irb

bem

9}lann

öom Btanbe

a^menben ®ramati!, folgt aber, nid)t blo^

b.

ein

t).

gum

9JlaB^aIten in ber nacf)=

rt)eife§

in ben ©rimaffen, empfotjlen.

®ann

SSieberer^äl^Ien, fonbern al§

^ara*

bigma für !ünftige SBi^ibUbner, eine rei{f)e (Sammlung öon ©ad)* unb Sßorttüi^en, metf)obifc^ nacf) Gattungen georbnet, barunter öiele gana t)ortreffIid)e. SSiel ftrenger unb be{)utfamer lautet etwa gtoei ^a^r5et)nte fpäter bie ®o!trin be§ ©ioöanni bella ©afa in feiner 5tnit)eifung gur guten Seben^art^*); im ^inblid auf föilt er au^ SBi^en unb 93urle bie 5{bfid)t be§ Sri*

bie f^olgen

ump^ierenö

tjöllig

üerbannt

©r

iüiffen.

ift

ber ^erolb einer

dicaUion, bie eintreten mufete.

^n

ber Xat tüar i^talien eine £äfterfd)ule geworben,

Sßelt feitbem teine §tDeite met)r aufguiüeifen Qei)aht

bem

tt)ie

bie

l^at, felbft

3lm ®eift be§ 5ßerneinen§ unb feinen ©enoffen nicf)t, aber wo \)ätie man im 18. ^a'^r'^unbert bie ^ülle öon paffenben Opfern l^er* nelf)men follen, jene äaf)nofen l^od) unb eigenartig entmidelten in

fefjite

^ran!reici£) SSoItaireS nid)t.

bem

le^tern

3Jlenfd)en, B^iebritäten jeber

SSegabung

jum

SBife

aufecr bei

ben

^Florentinern aud) bei ben ©ienefen

unb ^eruginern facetiae ed.

[le^tere§ audj

London

ben fpanijd)en §of fügt au§ ^öfHd)teit bei. ^)

II

Poggio

1798, p. 259]; er

bann

cortigiano, Lib. II, cap.

norf)

©attung, Staatsmänner, ©eift* Äontro[t, !Iar, 2)

lib.

obtt)ot)l

baj. cap.

Stud)

nod)

nic^t

üöUig

LXXIII.

Pontanus,

De sermone

IV, cap. 3 empfief)lt, ridicula

tücbcr

gegen

©lenbe,

nod)

gegen

9JJäd)tige ansutoenben.

L sq.

— %ie Verleitung be§ 3Bi^e§ oui bem

3)

48.

Galateo, ed. Ven. 1789, p. 26 sq.


^nöettiöcn.

3;^eorie be3 3Bifec§.

179

^oggio3 gaceticn.

unb Mnftler, o^ne 9Wid^aIt tüalten liefen?

Hc^e, ©rftnber u-nb ©ntbeder, Siteraten, 2)t(i)ter hie obenbrein i^xe (£igentümlid)!eit

^m 15. unb

16. 3ia^tt)unbert ejiftierte biefe |)eerjd)aT,

i^r {)atte bie

ungemeine

oon

geiftrei(i)en

unb neben

33ilbung§]^ö:^e ein fur(i)tbareg @efd)Ied)t

Of)nmä(i)tigen,

öon geborenen Krittlern unb

Säfterern groB gebogen, bereu ^cib feine §e!atomben öer'= langte; ba^u tarn aber no(f) ber S^eib ber ^Berütjmten unter* einanber^).

gefangen:

^it le^term

Ijaben notorijdE) bie ^f)iIoIogen an«=

^oggio, Sorengo ^alla u.

fji^elfo,

a., ttjä{)renb §.

^.

bie Ä'ünftler be§

15.

Ii(i)em

nebeneinanber lebten, hjobon bie Äunftge*

SSettftreit

;^at)rt)unbert§ nod) in faft üöllig frieb*

9I!t nehmen barf. ®er gro^e Slu^meämarü

fc^i(ä)te

^Jlorenj ge^t {)ierin, njie gefagt,

allen anberen ©tobten eine ß^ittang tioran.

unb bofe Bingen"

ift

ba^j

gelinber §ot)n über alle^

3intag§ton

fein.

„©d^arfe Stugen

(Signalement ber Florentiner 2). ©in

unb |ebe§ mod)te ber

^DZarfjiaöelli,

in

bcm

t)ö(i)ft

tior^ierrfc^enbc

mer!it)ürbigen

^rolog feiner SDlanbragoIa, leitet mit 9?cd)t ober Unred)t üon ber allgemeinen SlJiebifance ba§ fi(i)tbare ©infen ber moraUf(i)en ^raft ^er, brol^t übrigen^ feinen SSerHeinerem bamit, ba^ aud} er

fidf)

feit

auf Übetreben

lange ein

reid)ften

berftetie.

(5teIIbi(i)ein

Bingen.

®ann !ommt

ber päpftli(i)e §of,

ber anerf(f)Iimmften

unb babei

gei[t='

bem

(2d)on ^oggio§ Facetiae finb ja au^

unb üon enttäuf(i)ten ©teilen'* Jägern, öon (joffnung^o ollen ^einben unb ^ont'urrenten ber S3e= günftigten, öon 3 eitö ertreib ern fittenlofer Prälaten beifammen lüar, fo fann e§ nicf)t auffallen, menn 0?om für ba^ milbe ^a^* quill tvk für bie bef(i)auli(f)e ©atire eine tüotjxe Heimat tüurbe. Sügenftüb{i)en (bugiale) ber apoftoHfd)en ©d)reiber batiert,

menn man

^)

'S)te crfte

übet:

arma

ertüägt, h)elcf)e grofee ^afjl

allgemeine Sltbeit bor=

i^elkc SSi^mara:

L'invettiva,

preferita dagli umanisti, 9Jtai=

x^\0'

;5af)rt)unbertä

gli

studi loro

erano

üiel.

apparire col vestire splendidi, e col

Lettere pittorichel, 71, in einem

parlare sagaci et astudi, e quello

lanb 1900, bebeutet md)t fe^r 2)

28 jagt öon ben iungen §errn in

renj nad) ber SRitte be§ fünfje^nten

33riefe be§ Vinc.

Machiavelli, Stör.

Borghini 1577. fior.

L. VII, cap.

che piü destrament« mordeva altri,

era piü savio e

gli

da piü stimato. 12*


180

Biueiter 2tbjd)mtt.

man

9fie(i)net

gegen bie

nod) gar

ber allgemeine SSibermiHe

l)tnäu, tva^

nnb n)a§ ba§ be!annte ^öbel*

^rie[terf)errjd)aft

bebürfnt§, ben ^Jläd^tigen ba^' &m^\iä)\te an5ubi(i)ten, beifügte, ergibt

fo

\id)

eine nner{)örte

SSer !onnte, j(i)ü^te

\id)

©umme öon Bä:)maä)^). am gnjedmäligften

bagegen

58erad)tnng, fomotjl tva^ bie tt)al)ren

aU

bnrc^

tva^ bie erlogenen

^e=

nnb burci) glän^enben, frö{)lid)en 5(uf^ £eo X., nnb er red)nete bamit im ganzen ri(i)= bie ^aSquillanten gnmal nadf) feinem Slobe mit

f(f)nlbigungen betraf,

©0

tuanb.

tat e§

tig:

fo f(f)re(IU(f)

t'E)m

umgingen^),

nid)t

fie '^aben bie @efamtanf(i)auung feinet 3Sefen§ bominieren tonnen, ^aitexe ©emüter aber tonnten mo'^I

in eine 5lrt öon SJerätoeiflnng fallen, tnenn

nnb

üble 3^ad)rebe

nodf) tiefer in

tierftrictt

fie tief

in (3d)ulb

n)aren, fo ^arbinal

?trbicino bella ^orta, ber 1491 feine SBürbe nieberlegte

ein fernem Mofter flüd)tete, jurüdEte^rte^).

wenn

man

fagte

9(nmäf)Iidt)

er aud) balb

nnb

jebem ba^ 8c^Iimmfte

nac^, nnb gerabe bie ftrengfte 2;ngenb n)edte bie SSo^^eit fic^erften.

terbo,

S5on

ben £eo

nnb ber

ficf)

bem großen

nm feiner

bei

Slangelrebner

S^erbienfte toillen

bem Unglüd

t>on

gra ©gibio üon

gnm

^arbinal

feröiert^).

©ioöio

ift

iQualm üon naffem ©tro^ bei

foI(i)en 9(nläffen

Fedra Inghiramis Seidjen^ rebe auf Ludovico Podocataro (geft. 25. 9lugu[t 1504), in ben Anecd. lit. I, ^) S8gl.

319.

p.

Massaino

'2)er

Dialogus de viris (Tiraboschi, p.

©fanbalfammler

erttJÖ^nt bei Paul. Jovius, litter.

illustrat.

Tom. VII, parte IV,

2)

@in§elnc^ äujammcngeltellt bei

«ßaftor IV, 1,

bem

©. 348,

3t. 4.

3tud) bei

3:obe Julius' II. follen milione

Iateini{d)e

unb ebcnfo

üieteitalienifd)e

©(^mät)üetjc gemarf)t ttjorben tt)ie

jein,

Equicola mclbet, Sugio ©. 457.

SSi*

er'^ob,

^abe fic^ bie n. bgl !on^

ein ed^ter furi*

Xommajint, Sein (£ntjd)ulbigungäjd)rei* ben an ben ^apft bei Burchardus, ed. S^uagne I, 524. *) Giet)e befjcn £cid)enrebe in ben Anecd. litt. IV, p. 315. ©r bracf)te ^)

SSgl.

Infessura, ed.

©. 265.

in

ber füblid)en SJlarl 5tncona ein

iöaucrn^eet

1631.)

am

1527 aud) al§ tüd)tiger popu*=

lärer 9Jlönd) §eigte*), gibt (^ioüio gu t)erfte:^en, er a§!etif(^e S3Iäffe bnrci)

in

mieber barau§

jufammen,

ba§

nur

burd) ben SSerrat be^ ^er^og? öon

Urbino

om .^anbeln üerbinbett rourbe.

©eine

?c^önen boff""^0^^ojen 2iebe§mabrigale bei Xrucd)i, Poesie ined. III, p. 123. ')

©amit

luüibe

übereinftimmen


Seo X. unb

^eget

ale^); in ber

glawbe eö

nid)t,

^oSquiUantcn.

bic

erjäl^It er fein §iftör(f)en,

nnb

181

^abrian VI.

bann

fügt

lä^t enbli(f)in einer allgemeinen

baran

burcfjblicfen, eä mö(i)te bod) etlx)a§

bei, er

S3emer!ung

fein.

ber

^a§ iDafire ^ranbopfer be§ römif(i)en ^o'^neS aber mar fromme imb fittenftrenge .t)abrian VI.; e§ bilbete fid)

ein

ttbereinfommen, i^n buxd)au§ nur öon

Seite gu nefimen. al§ idola

ä(i)tli{^

33elöebere

bie

5{rbeiten '2)i(f)ter

ftimmten

roerbe

er

befür(i)tete,

(Statuen

§u

furcf)tbaren f^eber eine§

^al!

alle

burle§!en

unüollenbet

S^afaeB

oom §ofe

für

bie

Verbrennen

oerbannt; be=

^eter^fir(i)e

Wit ber

laffen.

^rance§co S3erni öerbarb er eä

oon Stnfang an, inbem er brot)te, unb bie ^a^quillanten felber in bie

öer=

ben 3w9«i^9 i^^^

beseid)net,

unb

t)erfd)Ioffen,

ber

Sao!oongmppe

bie

'f)atte

antiquorum

©d^aufpieler

gelaffen,

man

|)abrian

gleid)

Statue be§ ^aäquino^)

bie

werfen §u laffen. '3)ie 9?ad)e bafür mar ba§ berüt)mte ©apitolo „gegen ^apftSIbriano", bütiert nid)t eigentlid) öom §af3, fonbern öon ber SSerac^tung gegen benIö(^erIid)ent)onänbifc£)^beutfd^enS3arbaren''), bie tu übe bem

ba§ mit

allgemeinen 2ob be§

Egidio da Viterbo fontraftiercnbe Ur* Tizios, ber i^n einen hipocrita

teil

barbatus nennt, ^iccolomini 31.

128,

<B.

SSie er an ber Stafel Clemens'

VII.

feine

Giraldi, ^)

nun

(S8gl.

f.

3"^a"^wcn= ©. 151 ff.

bie

ftellung bei ^aftor IV, 2,

befonbcrä ©. 152,

21. 5,

Einfang eines

furchtbar ge^öffigen 6onette§.)

($in*

jelneS 9Jeue bei ßrcig^^ton 33b. V.

6. *)

393

Stiber

S^mQC

6rand)te,

bei

j.

Hecatommithi, VII, Nov. V.

'S)ie

93eratimg über ba§

58er==

Renten be§ ?ßa§quino bei Paul. Jov.,

Vita Hadriani,

tuirb g. 58. burd)

Ragionamento per

tino,

1539, beftätigt.

3Sen.

tere de' principi ^JJegro

üom

am

I,

114 sq.

7. 3tpril

1523.

be§

ben

in

Est qui te Cimbris, est qui Adriane Batavis

Eductum

te

sylvis asserat et geni-

tum.

Tu

quia cuncta rapis, precibus neo

Lot-

93ricf

g. 93.

SSerfen:

Are-

le Corti, 9?gl.

Iiie ®entfd)enfeinbjd)aft

flecteris ulüs,

Cimber tavus

«ßa§quino

eris

manibus, aure Ba-

eris.

©t. 9Jkr{u§tage (25. 9rpril?)

®ie ©pötter mad)ten au§ Adrianus:

ein befonbere§ ^eft, treld)e§ bev ^apft

Arianus. ©injelne bejonberS jd)Iimme

fiatte

»erbot,

fur§ »)

tlber

ben ^a§quino

j.

©?*

XXXVI. (Bregoroüiui

SJcr^e

beä P.

drian VI. VIII,

©.

380

f.,

Nuova

Aretino

mitgeteilt

gegen

Ha-

üon Susio

in

ant. 3. ser., vol. 28, p. 691.


182

3tt)eiter 2lbjcf)nitt.

®ro^ung mirb aufgefpart

für bie ^arbinäle, bie xt)n gettjä^It

bamalö in 9flom f)etrj(i)te, roirb if)m ^eft, (S(f)ulb gegeben^); S3emi unb anbete^) malen audE) bie tlm= gebung be^ ^apfte§, bie ^eutf(f)en, üon benen er be^ercj(i)t

f)ahen.

tt)eld)e

'2)te

mirb ^), mit berfelben Sügent)af tigf eit au§, mit tt)elcf)er ba§ f)eutige

pm

3lnber§ unb bag Mrfitö ®ie 58iograpt)ie, rt)eld)e ^aolo ©ioöio im Stuftrag beä tarbinal^ öon Stortofa öerfa^te, unb h)eld)e

groMtäbtijd)e Feuilleton ha^ (So

gum

©tioaö oerüinftelt.

eine

eigentlicf)

üorftellen

Sobfc^rift

follte,

ift

für jeben, ber

ben 3eilen lefen !ann, ein magrer 2(u§bunb öon .^o'f)n. @ä lieft fi(f) (§umal für ba^ bamalige ^tö^i^n) fe^r fomifc^, mie ^abrian \id) beim ^om!apiteI üon Saragoffa um bie Äinnlabe äh)if(i)en

beg 8. Sambert bewirbt,

ttjie

i^n bann bie anbäd)tigen (Spanier

mit <Bd)mud unb S^uq aulftatten, „bi^ er einem wo^l'^erau^^ gepu^ten $apft xed)i ät)nlid) fie^t", lüie er feinen ftürmif(i)en unb gef(^mad(ofen Quq t?on Dftia gen 9lom pit, fid^ über bie ^Cerfenfung ober Verbrennung be§ ^a§quino berät, bie roid)^

$ßert)anblungen roegen 9JleIbung beä (Sjfenä plö^tid^

tigften

unb

unterbri(f)t

an

gule^t nad) ungIüdH(i)er 9legierung

altäu^^

üielem ^iertrinfen berftirbt; vorauf ba^ §aug feinet £eib^ ar§te0 t)on 9Zad^tf(i)ix)ärmern

behängt unb mit ber

^nfcf)rift:

Liberatori Patriae S. P. Q.R. gej(i)mü(it tüirb*). greilid) ©ioöio ber allgemeinen Dflentenein^ie^ung auä) feine SfJente

fjatte bei

oerloren unb nur be§f)alb §ur @ntfd)äbigung eine ^frünbe er^ galten, toeil er „!ein ^oet", b.

biefer StrtfeinfoIIte«). 1)

ed.

aSgt.

Pier. Valer.

Wenden,

2)

g.

p. 178.

SSgl.

de

(Seit

bie

{3t^ung§bcrid)tc

bcmie (1876)

infel.

lit.

3Sgt. baj. p. 285.

I, p.

116.

9?amcn bei ber

58b. 82,

©ofict,

5Bicner

3l!a=

S. 435.

*);5^terc|fantift,ba6 unter Hadrian, t>tcneid)t

!ein |)eibe fei").

bemUnglüd

Firenzuola, Opere (Mi-

93.

lano 1802), vol. ')

().

Dpf er

ftanb aber gef (i)rieben, bafe ^abrian ba^ le^te grofee

ßg

mit feiner ^uftimmung, eine

fatiri|d)e

'3iom§>

(1527) ftarb mit

Äomöbie gegen

bie x^xan^

äo|en aufgefüt)rt tuirb, (Sreijenad) II, 193.

©ElurS

XXXVII.

5)

S8gl.

^)

öJegen Clemens VII. richten

bie Eingriffe

unb tuegen ber unmäßigen

93efteue*

rung, «ßaftor IV, 2, ©. 174, ein

fid)

nur luegen feinet GJeijeä

Spigramm Bernis

ba^.

21.

<3.

4;

546.


^abrian VI.

183

5ßictto Sttetino.

her äußerften 9iuci)Iojig!eit be§ Seben§ aud) bie fteüel^afte 9iebe ab.

jid^tlic^

3öäf)renb

aber nod) in $8Iüte ftanb,

jte

{)atte jid), {)auptfäd^*

in 9^om, ber grbfste Säfterer ber neueren 3^^^/ ^ietro 9(re=

lid)

auögebilbet.

tino,

^lid auf fein äBefen erfpart un§ bie

(Sin

93efd)äftigun9 mit xnanä)en geringeren feiner Gattung. SSir fennen i'^n ()auptfäc{)Iic:^ in

Sebenä (1527

feinet lichen

57),

ben legten brei^al)r§c^nten

bem

bie er in

SSenebig, gubrad^te. S.^on

%'\t)\,

für

au§

"fjier

it)n

{)ielt

mög-

einzig er

ba^ gange

berüfjmte Italien in einer Strt üon 58elagerung§5uftanb; ^ierf)er

münbeten and)

bie Ö5efd)en!e au^tüärtiger dürften, bie feine

^arl V. unb ?^ran§

f^eber brau(f)ten ober fürrf)teten.

nierten

\i)n

beibe gugleid),

ttjeil

I.

penfio*

bem

jeber {)offte, 5lretino toürbe

anbern 93erbruB mad)en; infolge be§ 93riefe§ (1536), in bem er btn franäöfifd)en ^önig megen feinet 93ünbniffe§ mit benXürfen tabelte, foH er

öom

Äaifer ba^ 2(nerbieten einer iäf)rli(^en Untere

ftü^ung öon 200 (Scubi er{)alten f)aben, tüenn er fo fortfaf)re, unb üon f^rang eine fol^e bon 400, menn er ni(f)t me^r üon bem 9fiu^me be§Äaifergfprecf)e^); 9tretinof(^mei(^eItebeiben, fd)Io§ fict)

aber

blieb.

natürlich)

9Zad)

enger an tarl an,

^aiU

tt)eü biefer

in$5taUen 9)Jeifter

über 2:uni§ (1535) ge^t biefer 3:on in Vergötterung über, mobei gu ermägen ift,

«Sieg

ben ber Iäd)erü(i)ften ba^ Uxetino forttt)ä{)renb

mit ber Hoffnung fjin'^alten lie^, burd) tarlä ^ilfe S^arbinal gu werben. S3ermutUd) genofe er eine fict)

inbem man burd)

fpegielle ^roteltion al§ fpanifc^er 5(gent,

fein

Sieben ober @d)n)eigen auf bie üeineren italienifd^en dürften

unb auf

bie öffentUd)e 9}?einung

mefen gab er au§ ber

9fiä'f)e

Ülom au§ *)

Atti e

tazione

di

me^r

memoria storia

della

Stn

©runb

t)onorieren tonnte

RR. depu-

patria,

5!Jiobena

75—81.

ben §cräog üon f^etrara, ^Januar 1536 (Lettere ed. 1539

*) 1.

tenne; ber lüatjre

nid^t

1865, III, ©.

brüden fonnte.

®a§

fid) bie 9!}iiene grünblid) gu üerad)ten,

fol. 39):

tvax,

unb ^i)x

ba"}^

man

tüollte").

^apft*

it>eil

er e0

i:^n

öon

SSenebig,

Wetbet nun toon 9lom

naä) Sfleapel reifen, ricreando la vista avvilita nel mirar le miserie pontificali

con

la

contemplatione delle

eccellenze imperiali.

©pötet

fuct)tc


184 ba§

3tüettcr

i{)n beJjerbergte,

befcijmieg er

gu ben ©ro^en

{)ältniffe§

2t6i(i)nitt.

®er SJeft feine§ 3?er* unb gemeine @r«=

J-Dei§Ii(f).

lauter SSettelei

ift

^rejjung.

^ei bert

ganj gro^e 9}?iprau{j^ ber

Stretino finbet jid^ ber erfte

^ubliäität 5U joI(i)en B^^d^Ti.

go^te

öorljer

finb in ber 2(bji(f)t

"S)ie

©treitfd^riften, weld)e

^oggto unb feine ©egner unb im Son ebenjo infam,

auf bie treffe, fonbern auf eine

unb unbebingten; ber ^ournaliftü. tüel

er

ift

(5}efcf)äft

unb geljeimer au0 ber gangen

in geiDiffem ^etrad)t einer ber XIrbätcr

^eriobifc^

läfet

er feine 93riefe

gufammenbruden, nad)bem

Greifen furfiert l^aben mod^ten. gl eid) zeitigen

allein fie finb nid)t

9Irt t>on t)alber

^ubli§ität beredjuet; 5(retino mad)t fein

t)um

gert)ecE)jeIt Ijatten,

fie

unb anbere

'2)a§ publi5iftif(i)e

beutfd)en ^Deformation

ift

3tr^

weiteren

f(i)on t)orf)er in

^et)iU\ ber

roefentlid) bie S3rofd)üre,

bagegen ba^ er einen fortmä'^renben ^nlaB

in S3e§ie:^ung auf beftimmte 9(ngelegent)eiten; Stretino ift

i^ournalift in

bem

bes ^ubliäiereng in

(Sinne, fid)

t)at.

S?ergUd)en mit ben fd)arfen fiebern be§ 18. 3«^vt)unbert§ ^at Slretino ben 35orteiI, ba^ er

fid) nid)t mit ^ringipien belabet, mit 9Iuf!Iärung nod) mit ^t)i{ant^ropie unb fonftiger 5tugenb, nod) aud) mit SSiffenfd)aft; fein gange^ ©e:päd ift ba§>

ttjeber

be!annte 9JDotto: ,,Veritas" odium parit. für i^n feine falfd)en ©tellungen, mie

§.

$S)e§{)aIb

gab eg aud)

^. für Sßoltaire, ber feine

^ucelle öerleugnen unb anbereS lebenslang öerfteden nutfjte; 5Iretino gab §u allem feinen 9?amen,

unb nod) fpät

offen feiner berüd)tigten Diagionamenti. lent, feine Iid)te

9Jienfd)en

unb

unb

:pi!ante ^rofa, feine reid)e

'2)inge

tüürben

it)n

liil^mt er fid)

«Sein literarifc^eö ^a«=

Seobad)tung ber

unter allen Umftänben heaä)''

tenSmert mad)en, roenn aud) bie Äon§eption eines eigentHd)en ÄunftmerfeS,

§.

^. bie

ed)te bramatifd)e Einlage einer

il)m üöllig üerfagt blieb; ba^u

fommt bann

Äomöbie,

nod) au^er ber gröb=

unb feinften 33o§t)eit eine glängenbe 65abe beS groteSfen SSi^eS, womit er im einselnenf^all bem Rabelais nid)tnad^ftel^ti).

ften

unb cilnngte ©uiift unb

er tüicber bie päpftlici)e

erfreute

fid)

feitbem

i

mand)cr römif(^er ©penben. ^) 3- ^- itn ©opitolo an ben Albi-


185

^ictro Slictüio.

Unter

folrf)en llmftänbeti,

Slrt, lüie er

auf

mit

^bjid^ten unb

foI(i)en

9'^ad)e

©lernend VII. aufforbert, nid)t gu Hagen unb

gu finnen, fonbern gu öergei'^en^), roät^renb

mergefd)rei bc§ öeritjüftetcn

be§ ^a,pfte§, emporbringt,

9bm§ ift

ba§'

bem

sur (Sngel^burg,

^ie ni(j£)t

^am^'

Äerfer

lauter §ot}n eineS Sleufels ober

tnenn er bie |)offnung auf ©efd)ente böllig

93i§ineilen,

5Iffcn.

Wütein

um fie tjerum.

auf feine '^cnie lo^ ober einfttoeilen

Qetjt er

aufgeben mu^, brid)t feine SSut in ein it)ilbe§ ©e^eul aus, toie §. 33. in bem Sapitolo an ben g^ürften bon Salerno, ber if)n eine 3eitlang bega'^It Iid)e ^ierluigi

!eine 9?otiä

Tjatte

imb

nid)trDeiter§af)lenn:)oIIte. ®erfd)recf=

^arnefe, §er§og üon

öon

it)m gu ne'^men.

rebe mot)! über'^aupt t)er§id)tet

^arma, gebad)te

^ladj^'

e§ nicf)t mei)r

Iei(i)t,

'^atte, fo it»ar

if)m n?e()e ^u tun; Stretino t)erfuc£)te e§, 3lnfel)en

eine§ ©birren, ^JlüIIerS

ai§> ba^^

anfänglid^

1)a biefer ^err auf gute

inbem er-) fein äu^ere§ unb 93ä(fer§ be5eid)nete it)n

jum

3tu§bru(f

ber

burd) foId)e Flegeleien fe^te er eö burcJ), bafe ^arnefe

Äarbinal empfat)!. ^offierlid)

f^ranj c^elei

I.,

bagegen

am

3lretino

ift

roe^mütigen

reinen,

tüirb

man

^.

im im

(S^apitolo

an

gemifd)ten 33riefe unb (^ebi(i)te tro^ aller 5lomi! nie o^ne

angelo

bom

@in ^rief

U)ie

9Zobember 15453) ejiftiert öienei(i)t

ber an Tlii^eh

nirf)t

ein ^meite^

93en3unberimg (tnegen beö 3öeltgeri(^teg)

8rt)ifd)en alle

roegen ^rreligiofität, i^nbegen^ unb ®ieb^

I^inein brot)t er il^m ftat)t3

j.

au^ ^ro'^ung unb ©d)mei=

bie

tiefen SSibertüiüen lefen !önnen.

3}Zat;

el^eften

tuie

S3ettelei,

(an ben@rbenSuliu§' II.) unb fügt in einem begütigenben

^-ßoftftript bei:

„idt)

^abe @ud) nur geigen mollen, bafj, „t^enn d'aqua bin." 9Xretino

3f)r divino (di-vino) feib, id) auä) nid)t i)alt

nämlid) barauf,

— man

2)üntel ober au§ Suft

cante, einen j(i)Ied)ten ®id)ter; leiber

entstehen teilimg.

^iö)

©teilen ber

bie

G§ fann burd)an§

billigt tt)erben,

fe^unggfeu(i)c

WiU

nid)t ge*

alleä S5erüt)mten

Aretinos erftrcdt 1)

12,

!)at

— ba^

(1906),

Lettere, ed. Venez. 1539, Fol.

oom

31.

bie bcutfd)e ttber^

^)

Sw

auä) auf bieg SBerf

3)

Gaye,

ba^ \iä)

!aum, ob au^ roat)nfinngem

rtjeifj

an ber ^arobie

Mai

1527.

etften ßapitolo

Carteggio

an Cosimo.

II,

p.

332.


186

3tocitet mjd)nitt.

man i^n,

n?ie einet feiner (ScE)mei(f)Ier begonnen ^aiU, ebenfalls nenne ^) unb erreichte e§, ba'^ er öon einem feiner Äorrefponbenten al§ nener ©öangelift ^o^anne§> unb üon einem anbcren gerabeju aB (3o^n ©otteg begeicJ^net würbe. Qa, er htadc)ie e^ in ber perfönlid^en ^erü^mttjeit f o roeit, ba^ in 9lres50 fein ©eburt§r)au§ aB (3et)en§n)ürbig!eit ber ©tabt galt^), ba^ ein Sa(i), ber einen Seil feinet ^aufe§ befpülte, Stretino genannt tt)urbe nnb eine Sf^affe ^ferbe feinen tarnen erhielt. 3lnberer== feit§ freilief) gab e§ gange 5D^onate, ba er fid) in ^enebig nid)t über bie (S(i)ix)elte wagte, um ni(i)t irgenbeinem erzürnten Florentiner, wie §. 33. bem jüngeren <3tro§äi, iit bie ^änbe gu laufen; e§ fet)Ue ni(i)t an ®oI(i)[tid)en unb entfe^U(i)en ^rügetn^) wenn fie au(i) mä}t ben (Srfolg t)attcn, wel(i)en i^m SSerni in einem famofen ©onett wei^fagte; er ift in feinem ^aufe am

göttlid)

(S(i)IagfIuB geftorben.

^n ber

(5ci)meicf)elei ma(i)t er

für ^i(i)titaüener trägt er

fie

bead)tengwerte Unterfd^iebe;

plump unb bid auf ^),

ber ^er§og Sofimo öon f^Ioreng wei^ er

fid)

für Seute wie

anber§ gu geben.

®r lobt bie (5d)ön^eit be§ bamaB noc!^ jungen dürften, ber in ber %at aud) biefe ©igenfi^aft mit Stuguftuö in ^ot}em ©rabe gemein l^atte; er tobt feinen fittli(^en SBanbet mit einem ©eitenblid auf bie @elbgefd)äfte t»on ^ofimoä SJZutter 5!Jlaria ©alüiati unb mit einer wimmernben

fd)Ue6t

^)

bie

biefer

SD'Jit

i^taUenei-

SBie

f)3arjam.

m(i)t

bilmente,

E

fe^r

Scinamen divinus

ciit*

mano. (Mauro,

*)

e. bcn fred)cn

in ben Lettere pittor.,

S89I.

üon 1536 Append., 34.

SSrief I,

oben ©. 160 ba§ ®ebutt§f)au§

be§ Petrarca in bcmjelben 2trejjo. ^)

L'Aretin, per Dio grazia, e vivo e sano,

Ma

'1

mostaccio

iia

fregiato no-

capitolo

in

lode

delle

bugie.)

fd)iebeu ab. «)

piü colpi ha, che dita in una

6d)meid)eleien,

alte

420)

ben

penfionierte'),

^eäeid)nung waten

übert)oupt

io Ict)ntc Salutati (^^ liefe III,

aud)

wegen ber teuren unb gwar

S3ettelei

äöenn i^n aber ©ofimo

ßeiten ufw.

Man \el)t g.

farbinal öon

SB.

ben

93ricf

£otI)ringen,

ed. Venez. 1539, fol.

29

an ben

Lett«re,

üom 21.

9tüö.

1534, foroie bie 93riefc an Karl V., ra

u.a. bie 9{eben§art,

ber @ottI)eit ')

nä^er

ba^ fein Men\ä)

ftct)e,

gür ba§ folgcnbe

;io,

II, p. 336.

\.

aU

Karl.

©atje, Car-

337. 345.


187

«ßictro Sltetino.

im

SSer{)ältnB ^u feiner fonftigen 8parfam!eit jiemlid) f)od) (in

ber legten 3eit mit 160 2)u!aten

ftimmte

auf feine

9ftüdiid)t

jä{)rlid)), jo

mar

aB

6iefä'^rli(i)!eit

mot)I eine

be=^

fpanifc^er 3lgent

mit im Spiel. 2{retino burfte in einem Sttemgug über ßofimo

unb )d)mät)en, unb bod) babei bem fIorentinif(i)en ba^ er beim ^erjog feine balbige W)^

bitter fpotten

GJef(i)äfti§träger brot)en,

berufung ermirlen merbe. Unb menn ber SOiebici fid^ auä) am @nbe t)on Ä^arl V. bur(f)f(i)aut mu^te, fo mo(f)te er bod) nid)t

am

rt)ünfd)en, bafi

Sd)meid)elei

bingte

5JJard)efe

öon

and)

ift

gang

(£ine

«Spott*

t)übf(^ be*

an ben berüd)tigten

biejenige

^Jiarigano, ber al§ „^aftellan t)on SJiuffo"

Seite 29) einen eigenen Staat §u grünben berfud)t

®an!

unb

!aiferlid)en |)ofe aretinifc^e SSit^e

turg fommen möd)ten.

üerfe über i^n in

t)atte.

(fiet)e

3^11^

Scubi fd)reibt 9tretin: „'äih @igenfd)aften, bie ein ^ürft :^aben mu^, finb in ^nd) borI)anben, unb jebermann mürbe bie§ einfet)en, menn nid)t bie bei allen 2In* für überfanbte ^unbert

fangen untiermeiblid)e ©emaltfamfeit (Sud) nod)

aB

ettva^ taut)

(aspro) erfd)einen lieBe"^).

Man l)at e» f)äufig alä etma^ S3ef onbereg !)eröorge^oben, ba^ nur

2lretino

geglaubt

bie SSelt, nid^t aud)

@ott

SBa§ er

geläftert l)ab^.

bei feinem fonftigen Streiben böllig gleid)gültig,

t)at, ift

ebenfo finb e§ bie @rbauung§fd)riften, meld)e er nur au§ äußeren 91üdfid)ten2) öerfafete.

Sonft aber mü^te

id)

ma^rlid) nid)t, mie

er I)ätte auf bie Öiotte»Iäfterung oerfallen foUen.

®r mar meber

Un

processo a Pietro

1)

Lettere, ed. Venez. 1539, Fol. 15,

üom

16.

Suni 1529.

merftDürbigen

com

15.

SSgl.

bamit ben

an

bcnfelben

58rief

Stpril

1528.

Fol.

212.

Übrigeng gibt e§ einen 58rief be§ 2Jiard)efc an Aretino üom 4. f^febr. 1538:

©. 32

Lettere ff.

all

Aretino (1874)

au§ bem @efängmi§ in

lanb, einen Srief, au5

äugel}en

fd)eint,

ba^

bem

I,

9Jiai=

{)eroor*

Aretino

bem

9Kard)efe aud) in feiner GJefangen* fd)aft

treu

günftige

blieb.

@ine im ganjen

53cuttci(utxg

P.

Aretinos

gibt

5t.

@raf,

Aretino, 3,

p. ^)

roten

Nuova

antol,, III. ser. vol.

425—458, 658—675. 9Jlod)te e§ bie

^ut ober

Hoffnung auf ben ben

bie gurrf)t üor

beginnenben SSIuturteilen ber S^^quifition fein, bie er nod) 1535 f)erb §u tabeln gcroagt I)atte 37),

(f.

a. o.

D. Fol.

roel(^e aber feit ber 9leorgani=

fation bcg ^nftitut^ 1542 plö^Iid) gu-

na:^men unb brachten,

^ux

ben ©c^IuB

alleä Sit.

tion

jum

©d)tt)eigen

über Aretino

©sfurä

ogl.

XXXVI.


188

Btüeitct 9lbirf)mtt.

2)oäent nod) er

üon ©ott

Genfer unb ©d)riftfteller; aud) tonnte ©elbjuntmen bur(i) ^roTjungen unb ©rf)mei*

t^eoretij(i)e);

!eine

dfo auti) ni(i)t burd) SSerfagung aur Wit unnü^er Mü^e ober gibt fid) ein foId)er

d)eleien erpreffen, fanb

Säfterung gereift.

fid)

3Jienfd) ni(^t ab.

®ö

ift

ein guteö Bsi^i)^^ ^^^ :^eutigen ttalientfct)en ®eifte§,

boB ein foI(i)er ßtjarafter unb eine foIcf)e 2Bir!ung§tT)eife taufenb^ mal unmögtid) geiüorben finb. 5lber öon (Seite ber ^iftorif(f)en ^etrad)tung aug mirb bem 9Xretino imer eine n)id)tige Stellung bleiben.


^rittet

^h^^niU.

5)te SBieberertPed ung

beรถ Stttetfumรถ.


Stiles

Äapitel.

'löorbemerf-ungen. 'uf

biefem fünfte unferet tuitiLXQe}(^id)Üiö^en

angelattgt,

muffen

raix

„SSiebergebixrt" in einfeitigex 3äeife

bei

3^txaum»

ÜBetficf)!

bes Stitextums qebenten,

übexEjaupt gemoxben

Xie biä^ex

ift.

beffett

^um IJefamtnamen gefc^ilbetten

3uftänbe müxben bte Nation exfcf)üttexn unb gexeift ^aben aud) o^ne bas ^Itextum, unb aud) oon ben nad^i^ex anf^u^ä^Ienben

neuen

geiftigen 3fticf)tungen

mäxe

roofil

benfbax; allein toie bas Sßis^exige,

fo

bas meifte o^ne balfeltc auc^ bas Jyolgenbe boc^

ift

Don bex GintDixfung bex antifen ISelt mannigfad) gefäcbt, unb roo bas 3Sefen bex Xinge ofjne biefe oexftänölicfi unb titrtiftajben fein tDxixbe, ba ift es bod) bie SuBetungsroeife im lieben nur mit i^t unb buxc^ fie. 'Xie „S'tenaiffance" ^) tDdxe nic^t bie ^d^ V>^k^ gefc^ii^tlic^e ^^cotmenbigfeit %tvot]tn, hit fie

Don

max,

meim man fo

Xaxauf abet rt^i^^ tan

fte^

faxten, als auf einem £)an|)tfa$ biefes ^uC^es, baig nic^t

fie

leicht

allein,

i^x abftxaf)iexen tonnte.

fonbexn

iiavhemn

enges 35ünbnii mit

Xie

ift

eine unglei(f)e

^nfi

»<n^

f^t

6e*

^xei^eit, roelc!^e fid) biefex SSolfsgeift babei

auf bie neulateinifc^e bilbenben

htm n^>tn i^

italienifd^en SSotfsgeift bie abenbidmbilfäfe

sroungen tjat betoa^xte,

if)x

tmb

jic^rnt, fobalb

fiitetotitr fic^t,

man

5.

5B.

nux

oft fe^t seting; in bei

ab ex unb in mef)xexen anbexeii ©|il|cxen i^

fie

unb bas Söünbnis ^toifc^en ,5tüet loeit onäeii»« anbexliegenben ^Ituxe^od)en be^felben 3So(fe§ ertnefft ftd^ a&

auffallenb gxoß,

ein,

roeil

t)öd)ft

felbftdnbigei,

bes^ofb aud^ bexed^tigtes

unb

fxut^tbaxes.

übrige H^beiibkmo mochte gofe^, nrie eS ben aus ^tofieii ftmanenhen 9ntnA oBlp^^cfe ober ]id^ gxoBen, ^alb obex gan^ aneignete; too Ie|texe§ qqd^ai}, ffrittemmfü^Me IS^as

klagen übex ben fxü^jeitigen Untergang unferet mittelalter* I)

«gl. (g?fut^

XXXVIII.


192

dritter «bjc^nitt.

^^turformen unb S5orfteIIungen erfparen. Ratten fie fid) )o mürben jie no(f) leben. ÜBcnn jene elegiid)en ©emüter, bie ficf) banac^ jurüdEfebnen, nur eine Stunbe barin zubringen müBten, fie mürben heftig nad) mobemer öuft be= ge!)ren. '^a^ bei großen "il^rojejfen jener "ilrt mand)e cble ©in§el* blüte mit ^ugrunbe gel)t, oI)ne in 5:rabition unb ^ijloefie unt)er=' lic^eit

roe^ren tonnen,

gänglid^ gejid^ert gu jein,

man

ereigniB barf

i[t

geroiß; allein ba§ große

©efamt-

besljalb ni(i)t ungej(f)ef)en roünfdien.

'2)iefe5

@efamtereigni§ heitert barin, ba^ neben ber Äird)e, bie bi»^er (unb nid)t me!)r für lange) bas 3{benblanb sufammen^ielt, ein

neues

geiftige» S[)iebium entfteJjt, roeldie», t>on ^t^Ii^^ ^^^ fic^

ausbreitenb, ^ur £eben^atmofpf)äre für alle !)ö^er gebilbeten

Europäer

Xer

roirb.

fpred)en !ann,

Jabel, ben

fcf)ärffie

man

ber ber UnDoI!»tümIid)teit, ber

ift

baiüber

au5==

erft je^t

not*

tt>enbigeintretenben3d)eibungöon@ebiIbetenunbUngebiIbeten in ganj Suropa.

tiefer xabel

eingeftef)en

muß,

!annt, bod^

nirf)t befeitigt

ift

ba\i bie

5i"t '^ocb

aber gan5 mertloS, fobalb

roerben !ann.

Unb

er=*

biefe !2cf)eibung

^erb unb unerbittlid^

aU ben

nicf)t fo

Rauben ber $lrmften. ^a5 römifd)=grie(f)ifd)e 'Altertum, ijunbert fo mäd^tig in ba^ italienifd)e

unb

man

ibr grijßter £unftbid)ter 2:affo aud) in

überbie» in Italien lange

anber^roo.

ift

3acf)e nod) ^eute, obroot)! !Iar

iHuelle ber Kultur, all 3^el

ft)eld)e§ feit

Seben

bem 14.5a^r* aU '^Infialt

eingriff,

unb ^beal bei XafeinI,

aud^ all bemußter neuer (Segenfa^i, biefel 2lltertum

teilroeife

l^atte fd)on

längft ftellenmeife auf bal gan^e, aud^ auBeritaIienifd)e 9Jätte!= alter eingeroirft.

2)iejenige 'iöilbung, bie Äarl ber

trat, roar mefentlid)

be^

7.

unb

8.

©roße

Der*

eine D^enaiffance gegenüber ber ^Barbarei

3a^tf)unbertl unb fonnte nid)tl anberel

fein.

3Bie

hierauf in bie romanifd)e 'i8au!unft be^ ?Jorbenl außer ber allge*

meinen,

Dom

3lltertum ererbten ^ormengrunblage aud^ auf*

follenbe bireft antife

formen fid)

einfd)Ieid)en, fo ^latte bie

gange

^loftergele^rfamfeit allmäblic^ eine große SJiaffe Don Stoff aul

römifd^en 2lutoren in feit ©inl^art nii^t

fid^

aufgenommen unb

o^ne 5Md)a^ mung.

aud)

ii)x

3til blieb


Tic Carmina burana.

SBieberetroerfung bei 9lItethiTn^.

193

im 9?orben tüacf)t ba^ 5lltertum in Stauen Sobalb f)ier bie Barbarei auff)ört, melbet ficf) bei bem nod) ^alb antuen 3?oIf bie Gr!enntni§ feiner S3or5eit; e§ feiert fie unb münfdbt fie §u reprobujieren. 9IuBerl)aIb ^talien^ 5tnber§ aber al§

roieber auf.

um eine

I)anbelt e§ fid)

geleierte, refleftierte

(Elemente ber 9tntife, in Italien

populäre

um

Senü^ung

Erinnerung an bie eigene ©röfee

5?erftänbli(f)feit

gugleicf)

^^ßarteina^me für ba§ ^dtertum überhaupt,

farf)Iicf)e

roeil biefe^ bie

ein5elner

unb

eine gelef)rte

ift.

^ie

leid)te

be» 2ateinifcf)en, bie SJJenge ber nod) öorfianbe*

nen Grinnemngen unb 'Senfmäler beförbert biefe Gnttnicflung gen^altig. 51u§ if)r unb au§ ber ©egeniüirfung be§ in§tt)ifd)en bod) anber^ geworbenen 3?oIf»geifte§ ber germanifd)4ongo* barbifd^en

be§

(2tüat§einrid)tungen,

allgemein

Otittertum^, ber übrigen J^ultureinflüffe au§

ber

9f?eIigion

mobem

unb

.^ird^e ertt)äd)ft

italienifd)e ©eift,

bem

europäifd^en

bem

9^orben unb

bann ba^ neue ©anje: ber

e§ beftimmt mar, für ben £}l^U

beut maßgebenbeg S5orbiIb gu werben. SSie fid) in ber bilbenben ^unfl ba§ Stntüe regt, fobalb bie Barbarei aufhört, jeigt fid) 5. S. beutlid) bei Slnlaß ber to§= !anifd)en bauten be^ 12. unb ber 8fulpturen be§ 13. Saf)rf)un* ^iud) in ber ^ic^tfunft fef)Ien bie parallelen nic^t,

bertö.

wir annehmen bürfen,

ba^ ber größte

wenn

Iateinifd)e 'S)id)ter be«

12. ;5at)rt)unbert^, ja ber, weld)er für eine gange ©attung ber bamaligen lateinifdien ^oefie ben 2;on angab, ein $5taliener ge^ wefen fei. G» ift ber, weld)em bie beften 3tüde ber fogenannten Carmina Burana angef)ören^). ©ine unge'^emmte ^reube an

ber 2BeIt

unb

\i)xen

©enüffen, al§ beren 8d)u|;genien bie alten

öeibengötter wieber erfd)einen, wä!)renb Satonen unb

pionen bie Stelle ber Reuigen unb

Sci^'

d)riftlid)en £>elben oertreten,

ftrömt in prad)tDoIIem ^lufe burd) bie gereimten Strop'^en. SSer fie

in

einem 3uge

lieft,

wafjrfc^einlid) ein 1)

Carmina Burana,

bliotfje!

wirb bie 9lf)nung, ba^

Sombarbe in

bet „Si-

fprec^e, I

be§ Itterarifcfjcn S?erein§ in

f}ier

ein Italiener,

faum ab weifen !önnen;

1847). Sfieu t)T§g.

öon

Deficrte^,93rc§=^

lau 1883. j

Stuttgart",

XVL.

'Hdanb

Curtlliorbt, Kultur ber

(Stuttgart

1

JRenaifJonce.

I.

11. Slufl.

13


194

5)rtttct Stbfc^mtt.

©rünbe

e§ gibt aber aucf) befttmmte emgelne

einem

©rabe

geiüijfen

bafür^).

S5i§

bagante§ be§ 12.;^al^rl)unbert§ allerbingS ein gemeinjame§ allein ber,

tt)el(i)er

Aestuans interius

unb

euro«=

großen auffallenben ^riöolität, ben ©efang de Phyllide et Flora^) unb

^robu!t, mitfamt

päij(i)e§

ju

$oe|ien ber Alerid

jinb bieje Iateimf(i)en

if)rer

etc. gebirf)tet f)at, tüar öermutlid) !ein S^orb*

ber feine beobacE)tenbe Si^barit ni(i)t, öon Dianae vitrea sero lampas oritur t)errüt)rt. ^ier i[t eine Sfienaiffance ber antuen 3BeItanfd)auung, bie nur um \o üarer in bie 5lugen fällt neben ber mittelalterlici)en fReimform. ©^ gibt manrf)e 5trbeit bieje§ unb ber nä(f)[ten ;3a'E)r=» l^unberte, n)eld)e ^ejameter unb Pentameter in forgfältiger 9^a(i)bilbung unb allerlei antue, ^umal ml)t'^oIogij(i)e Quiat in ben <Ba6)en aufiDeift unb bo6) ni(i)t öon ferne jenen antuen (£inbrucE t)eröorbringt. ^n ben !^ejametrif(i)en 6t)roni!en unb anberen ^robuttionen öon ©uglielmu§ 5ipulienfi§ an (ca. 1100) begegnet man oft einem emjigen ©tubium beä S3ergil, Döib, Sucan, ©tatiuö unb Slaubian, allein bie antue f^orm bleibt lanber,

tt)el(f)em

au<i)

Deum

bIo|e <Baä)e ber ®ele^rfam!eit, gerabe mie ber antue ©toff bei (Sammeljd)riftftenern in ber SBeife be§ Sßincen^ bon S3eaubai§

bem 2Jlt)tt) otogen unb Stllegorifer 9IIanu§ ah i^nfuIiS. ©ie Sienaiffance ift aber nid)t ftücfmeife 9'?aci)a^mung unb ^luf^* fammlung, fonbern SBiebergeburt, unb eine foI(f)e finbet fid) in ber %at in jenen ©ebiö)ten be§ unbefannten ßlericug au^ ober bei

bem

12. :^a^rt)unbert. '2)ie

gro^e, allgemeine ^arteina!)me ber Italiener für ba^

3tltertum beginnt jeborf)

erft

mit

bem

14. i^a^ri^unbert.

©ä

tt)or

bagu eine ©ntmicflung be§ ftäbtifd)en Sebenö notroenbig, h)ie fie nur in Italien unb erft je^t üortam: Bufammenttjo'^nen unb tat* 1)

ftücf

;

93turf)='

Carm. bur. Carm. bur.

ganä bei Srig^t, Söalter

mape§

@ebid)ten:

(1841)

p.

258.

ber baraiif

maU

XXXIX. 155 nur ein

(Sjfurä

SS gl.

Carm. bur.

2)

in

p.

aSgl. ^ufaatjd)

I)inraei[t,

^tanfreid)

ää^Iung jugtunbc

ba'ii

©.

27ff.,

eine metjt*

bel)anbeUe

liegt.

(St»

Aest. inter.

9?amen

p.

67.

Dum

Dianae,

ben Cor patet Jovi; antife

p.

124.

?lntife^ in

für bie ©clicbte; einmal,

ba

er fie SBlanciflor nennt, je^t er, gleirf)*

fom

um

Helena

bieg roieber gut ju mad^cn, l)!näu.


Carmina

bxirana.

(Jttrerfung be3 91Ucttutn§

im

14. Sfl^i^^)-

195

@Ieid)t)eit t)on Stbeligen imb 93ürgenx; 93ilbung einer allgememen @efenfd)aft (©. 157), bie fid) bilbung^bebürftig füt)Ite unb Wu^e unb Mittel übrig l^atte. ®ie ^ilbung aber, fobalb fie fid) öon ber ^f)antajiett)elt be§ 3D^itteIaIter§ Io§mad)en hjollte, !onnte m(i)t plö^Iid) burd) blo^e Empirie gur (Sr!enntm§ ber p{)t}fifd)en unb geiftigen SBelt bur(i)bringen, fie beburfte eineö ^üf)rer§, unb aB foId)en bot jid) ba§ !Iajjifd)e9lItertumbar mit feiner f^ülle objeftioer, einleud)tenber 355a'^rt)eit in allen @e^ bieten be§ ®eifte§. SJiannatjm t)oniI)m^ormunb ©toff mit® an! unb 33ett)unberung an; e0 tuurbe einftiücilen ber §auptint)alt fä(f)Ii(j^e

jener 5ßilbung^).

maren ber

5lud) bie

bem Untergang

feit

allgemeinen

St^lis^^

SSert}äItnifft

(Baä)C günftig; ha^ ^aifertum beg äßittelalter^ \)atte

ober tonnte

ber ©taufer entmeber auf i^talien üer§id)tet

fid) bafelbft

5(öignon übergefiebelt;

nid)t :f)alten; baö

bie

meiften

^apfttum

tatfäd)Iid)

tüar nad)

öort)anbenen

unb illegitim; ber §um SSemufetfein gemedte ©eift aber roar im ©ud)en nad) einem neuen t)alt=* baren ^beal begriffen, unb fo tonnte fid) ba§> ©djeinbilb unb ^oftulat einer römifd)4talienifd)en 2SeItt)errf(^aft ber ©emüter 9JJäd)te tüaren getüaltfam

bemäd)tigen, ja eine praftifd^e 3Serft)ir!Iid)ung fud)en mit Sota bt 9f?ien5i (oben

©.

15).

SSie er, namentlid) bei feinem erften

mu^te eg allerbingä nur §u einer Äomöbie tommen, allein für ba§' 9^ationaIgefü{)I Erinnerung an ba§ alte 9f?om burd)au§ fein mertlofer

2;ribunat, bie 9(uf gäbe anfaßte, it)unberlid)en

tuar bie

Stn^alt. 9Kit feiner

Kultur aufä neue au^gerüftet, füllte

man fid^

%at aU bie t)orgefd)rittenfte SfJation ber SBelt. ®iefe Setüegung ber ©eifter ni(^t in \t)xex ^üUe, fonbern nur in it)ren äußeren Umriffen, unb mefentlid) in it)ren 5ln* fangen gu 3eid)nen ift nun unfere näd)fte Huf gäbe 2).

balb in ber

SSic ba§ StUertum in allen ^ö^e*

auf bie f(^on tjäufig jitiertcn SSer!c

ren ©cbieten bc^ 2cben§ olä £et)rer

Don 3Ro§coe: Sotenjo magnif. unb £eo X., fomie auf ®. SSoigt, @nea

^)

unb 3.

2füt)ter

93.

in

bienen lönne,

rojd)er

überjid)t

fc^ilbert

Äeneas

Sylvius (Opera p. 603 in ber epist. 105, an (£rät)er5og Sigismund). 2)

2für baä 5löt)ete oerroeifen roir

©iloio

be'

^iccotomini

aB $apjl

^iu§ II. unb fein 3^ito'ter, Berlin 1856—1863, unb auf bie mefjrfad) angefüi)rten

93üd)er

oon 3leumont 13*


196

^rittet

5lbf(f)nttt.

3tt)ette§ Kapitel.

®ic Olttinenftabt 9^om* 3lom

SSor allem geniest bie Sluinenftabt

anbete

unb

ha§' @ef(i)i(i)t§ti)er!

tourben (11. unb

felber je^t eine

p ber 3ßit, ba bie ^Qlirabilia Slomae

üon ^tetät aU

5trt

be§ 2BiIt)elm öon SiJlalmegburt) oerfafet

12. ^at)r{)unbert).

'2)ie

frommen

^fjantafie be§

^Hger§ mie bie be§ ^owbergläubigen unb be§ (S(i)a^gräber§^) tritt in ben 5lufäei(i)nungen gurüd Ijinter ber be§^iftori!er§ unb Patrioten, ^n biefem (Sinne mollen ®anteg SSorte^) öer* ftanben fein: bie «Steine ber SKauern tion 9lom öerbienten (g{)r*=

— SSer

unb @regoroütu§.

ma^en

33egriff

föill

jid)

einen

öon bem Um*

öon M. Monnier, Le Quattrounb bie öor=

beit

cento, 2 voll. Paris 1900,

öon

fange, H)eld)en ba§ 2öijjen§rt)ürbtgc

treffUd)e

bei ben ©ebilbeten be§ beginnenben

cento, glorenj 1898.

16. Sal)i^-

angenommen

bcften auf^ bie

f)otte,

ijt

am

Commentarii urbani

^)

(t^r^g. tion

1544

I,

16

3U öertücijen.

u. a.)

.t»ier

277

p.

man, roie ba§ ^lltertum ben ©in* gang unb §auptint)alt be§ @r!ennt*

aU

ni^ämeige§ ausmachte, üon ber @eo*

lid) bie

|ie{)t

grap:^ie

unb

2o!aIgejd)id)te burc^ bie

gtojji,

H

Quattro-

93eiGuil. Malmesb., Gesta

Anglor., L. IT,

be^ Raphael Volaterranus (ed. Basil. fol.

SS.

§

^axbt),

sq., p.

regum

169. 170. 205. 206,

Sonbon 1840.

354

Vol.

sq.) üerfdjiebenc

@d)a^gräberp^antafien, bann SScnuä gejpen[tifd)c £ieb?d)aft,

unb enb*

5tuffinbung ber riesigen Sei^e

beä ^ßalla^, ©o'^ne^ Goanber§,

um bie ab

^Biographien oller 3[Räd)tigen unb 93e=

gjiitte

rüt)mten, bie ^opularpt)üojop!)ie, bie

Imago mundi (Histor. patr. monum. Script. Tom. III, Col. 1603)

unb

iOioral

bie

h3ijfenfd)aften 2lnalt)je

einzelnen

Ijinburcf)

bis

©pe^ial*

auf bie

be§ ganzen SlriftoteleS, ino*

mit ba^ SScrf ^d)IieBt. Um bie ganje S3ebeutung biefer Slrbeit al^ Cluelle ber Silbung ju er'fennen, müfete fie

man

mit allen frül)eren @n3t)!Iopäbien

toergleic^en. alljeitige

(Sine

umftänbUc^e unb

S3e{)anblung be§ toorliegen*

ben St^emoä gemährt ba^ trefflid)e 3Ber! non &. SSoigt, ^ie SBieberbe*

be§ 11. ^a^rt).

über ben Ursprung be§ §aufel 6o* lonna in SSerbinbung mit gel^eimen ©cbä^en. 2lu^er anberen @ej(f)id)t* tcn üon ausgegrabenen (3d)ä§cn er* \X)äi}nt

Malmesbury aud)

üon

jpiele

üon ^umaniftifcf)em

mu§ in ber

5teuerbing» bie

^Ir*

(Sntt}u|ia?*

erftcn §älfte bei 12. ^atjx^

^unbcrtg.

21, Par. VI,

2 93be. 1893 bearb. üon

S3if(i)ofä

StourS, cincS ber ^eltjamften S3ei*

mu§.

3. Sluft.

bie ©legie

beS Hildebert toon Tlan§,

5.

Sel)nerbt.

Jac.

Aquis,

Icbung be§ !Iajjifd)en 3lltertum§ ober ba^ crfte 3al)r{)unbert be§ §umani§=

3Ji.

S8gl.

2)

Dante, Convito, Tratt. IV, Cap.

©^rfurd)t üor 9lom aud) Inf. II,

1—111, XXXI. 31—36.


'3)ie

fur(f)t,

9f?utnenftabt Slom.

UTtb ber 93oben,

morauf

qI§ bie Wen\6:}en fagen^).

bie

2)ie

197

'Santc iiub Petrarca.

©tobt gebaut

ift,

fei

roürbiger

gerodtige ^requen§ ber $5ubi*

läen lä^t in ber eigentlid)en Literatur bod)

!aum

eine anbäd)tige

©tinnerung jurüd; aB beften ÖJetoinn tiom^uhiläumbe^^a^xe^ 1300 bringt ©ioüanni SSillani (©. 80fg.) feinen (gntfc^IuB äur @ef(f)ic^tfd)reibung

Don Olom

mit nad) §aufe, tüeld)en ber

einer ätüifct)en !Iaffif(i)em

Stimmung; auf

bie

geftiegen^)

;

unb

d)riftlid)em

er er^ä^It, lüie er oftmals

riefigen f)ier,

5(nbIicE ber

Petrarca gibt un§

in i{)m gettjedt.

©eroölbe

ber

nocE)

9?uinen

5lunbe üon

^Htertum geteilten

mit ÖJioöanni ßolonna

'Siodetian§t{)ermen

t)inauf*

in ber reinen 2uft, in tiefer Stille, mitten in ber

fie gufammen, ni(i)t öon @ef(f)äften, ^au^mefen unb ^olitü, fonbern mit bem S3Uö auf bie Strümmer ringsum öon ber (15efrf)ic^te, tüobei Petrarca me^r ba^ Rittertum, ©iooanni meljx bie (f)riftli(i)e 3ßtt oertrat; bann auc^ öon ber ^^ilofopl^ie unb öon ben ©rfinbern ber^nfte. SBie oft feitbem big auf ©ibbon unb ^iebui)r 1:)at biefe Sfluinenmelt bie gef(i)id)t*

weiten 9?unbfid)t rebeten

It(i)e

Kontemplation gemecft. Petrarca

fet)nt

9flom §urü(f, na(i)bem er e§ einmal erfcf)aut

fict)

beftänbig nad^

tjai,

er llagt

über

unb öernad)Iäff igten ©ebäube unb gätilt im einzelnen auf. ®abei macEjt er rtjo^l ^a'^IIofe SSerme(i)fIun= fie gen, lieft bie wenigen Snfd)riften, bie er finbet, gang unri(i)tig, aber er gibt burd) fein Streben ben B^itQ^^öffen eine ftarfe STnregung. ^a'^er !ommt e§, ba^ f(f)on 1366 öon SfJiccoIö unb Ugo öon @fte Üleifen nad) Ü^om unternommen tuurben, um „bie alten ^errli(i)!eiten anguftaunen, bie man je^t in älom fet)en bie öielen gerftörten

!ann"3). ®tnc ijkx in ben frütjercn Sluf*

ed. Fracass. vol. I, p. 125. 213. vol.

lagen ftel^enbe Stelle, bie Dante mit

II,

^inroeig ouf Purgat. X, 31. 33 bie

ßiijammenftellung bei 2. ©eigcr, $e==

p.

336

sq.;

ogl.

©. 272, ?{nm.

überhaupt bie

gemer De

^n^icf)t imputiert, et fjahe bie alten

trarca,

©tatuen

remediis utriusque fortunae,

niie

©ö^enbilber

I)ettad)tet,

tourbc geftrid)en, nad)bem ^. ^od)=

I)ammer mid) ton ber ^trigfeit

biefer

^uffofjung überjeugt ^atte. ^)

Epp. familiäres VI,

2; biefelben

dial.

3.

IIb.

I.

41, 118.

^) fiaiit

XXIV,

bem

Polistore bei SJlurototi

Col. 845.


198

Dritter ^töjc^nitt.

unb (i)riftti(f)em Altertum qt» @mp[mbuitg mte ^ettarca offenbart auä) nod^ {Jcijio Ubetti in feinem ^auptfäc^licE) 1350—52 oetfa^ten, 1362

2)16^6166 §tt)ifd)en !taffi[(i)cm teilte

begli

umgeatbetteten 'Sittamonbo, einer fingierten öifionären

bon

befc^reibung, mobei i^n ber alte

i'^nt oft ttjörtlic^

©eograp"^ SolinuB begleitet mie ^ergil hen 58ari §n

jum

ß^ren be§ @t.

unb

üon 3. ^aria

bie

in Xrafteüere ertuä^nt,

^at bie profane §errti(i)feit be§ atten diom f(^on merüic^

bocE)

ba^

Straceli

ttjie fie

Oargano au§ ^tnbac^t and) in 9lom bie 2e^

9^icoIau§, 9Jionte

(Sr^engel Wiä)ciei beju(f)en, fo toirb

genbe öon

benu^te

@o

*3)ante.

Sleife*

eine

ttbergett)i(i)t;

3loma

ift

felber

^e'f)re (^reifin

©eraanb @e)(^id^te unb

in ^erriffenem

er§ä{)tt if)nen bie gtorrei(i)e

bann

alten 3:;riumpt)e0; f (Gilbert umftänbticE) bie

füf)rt fie bie

^remblinge in ber ©tabt l)erum unb erklärt i^nen bie fieben che comprender potrai, ^ügel unb eine S!)lenge Üluinen fui quanto bella! (Sota bi Sf^ien^i ift ber erfte, ber bie Filter*

tümer dtom§ urbis

ernftlid) ftubiert:

Romae

alten ®en!mälern, bie

äugemiefen worben

war

Seiber

er ^at

1344—47

eine Descriptio

an

gef (^rieben, eine 2Iuf5ät)Iung beä 33eftanbe^

neuerbingä mieber i'^rem Urheber

erft

ift^).

Slom ber

biefes

unb fd^i0ma=

at)ignonefifd)en

^äpfte in be^ug auf bie 9flefte be§ 5lltertumä fc^on bei toeitem ni(^t me^r, mag e» einige ^enfdjenalter üor'fier gemefen tifd^en

tvax. ^m9J?itteIalter'^attebag5lu§Ianb

ffiomaU einen ©teinbrud^

ber berühmte ^bt ©ugeriu^, ber fi(^ (um 1140) für 1) Dittamondo, II, cap. 3. (löologna 1881, nozze). Der 2) De 9lojfi, Bulletiüo dell'Isti3ug erinnert noc^ teiltueife an bie

betrachtet:

naiüen nige

unb

Wxlbtx i^reä

ber

berung ber Stabt, ord)äologijcf)

'^etl.

®ef oIge§. nic^t

II,

brei

— Die cap.

^ö*

(3cf)il=

31,

ift

ganj oljne SBert

(©regorotiuä VI, ©. 697,

St.

1).

tuto di corrispondenza aroheologica

9lefte

de

la ff.

35

Storia

83—112. 144—159

antichitä,

groeier

SSer!c§

farten). ift

neu

Der Sinfang be3 ebiert

oon

9iocd^i

bie

bamoB

SIItertunTS

be==

ogl.

precurseurs

Renaissance, $ari§ 1882, ©.

©roße ©tüde au§ bem Dittamondo

3ugabe

be§

namentlirf) 9Kun$, Les

no{)m Sercambi in feine S^ronif auf II. (babei bie

— gür

1871 p. 11 sq.

fonnten

gBid)tig

della

aud)

JRom 1891,

BuU. del imp.

SI.

93iid)aeliä,

coUezione capitol.

istit.

S.''ä.

au#

aroh. ted.

di

bem


9iuinenbcid)reibungen

gfajio bcgii Uberti.

um getDaltige

feinen 9Zeubau oon ©t. ^eni5 barf)te

\at},

an

nid)t§ ©eringereg,

ber ®iofIetian§t!)ermen, befann

©obann mu^,

199

©äulenfc^öfte

um*

©ranitmonolit^en

bie

aber bod) eine§ anbern^).

rvai eine töbHrf)e SSerroüftung, tt)eld)e

Dor^anbenen ©ebäuben

nocf)

aU an ficf)

14. ^ai^xl).

im

ben

rt)id)tigf'ten

genommen ^aben

140 feften SBot)nungen römifd)et

6d)Ieifung tion

bie

ifjxen S'^aratter

©rofeen bind) ben (Senator 93rancaIeone im Raffte 1257; ber Stbel "^atte

jicf)

ol)ne ^ttieifel in

Sf^uinen eingeniftet gcfjabt^). enblicf) öiel

me'^r übrig,

namentlich

mögen

aU

^n

ift.

"^öd^ften

immer un*

tva§ gegenlDÖrtig aufre(i)t fte^t,

i()re

unb

SSeÜeibung unb ^n*

öorgefe^ten ©äulen unb anbern

ge'^abt ^aben, tuo je^t

fteinen übrig

blieb norf)

biete tiefte nod) i^re

fruftation mit 9J?armor,

©d^muc!

ben beftet'^altenen unb

@Iei(f)ti)of)I

nur ber Slernbau au§ S8a&

biefen ^atbeftanb

fct)IoB fi(^

nun

ber 5tn^

fang einer ernftf)aften Stopograpt)ie ber alten <Btabt an.

^n ^oggioä äöanberung Stubium

ber Üiefte

felbft

mit

burd) 9f?om=*) ift gum erftenmal ba^ bem ber alten 5tutoren unb mit bem

ber :5nfd)riften (tüelc^en er burct) alle§ ©eftrüpp t)inbuxä)*) naö)^ ging) inniger oerbunben, bie ^^antafie gurüdgebröngt, ber @e*

banU an ba^ ^)

Sugerü

rf)e§ne, Hist.

(f)riftli(f)e

libellus alter,

9flom gefliffentlid) au§gefd)ieben. bei "Su*

Franc, scriptores, IV,

p. 352. 2)

©tegoroüiuä V, 316

3)

Poggii Opera ed. 1513,

bi§ 52.

Ruinarum

urbis

scriptio, gejd)rieben lid)

furä xiad)

bem

um

ff.

fol.

Romae 1430,

50 de-

näm=

%obe. Martins V.

bros. Traversarii epistolae

•Dag üon

i^m

SBäre

XXV,

42.

öielleirfit

unter Co-

luccio Salutatis Stujpijien

— äujam= Le

mengeftellte corpus bei be

Stojfi,

prime raccolte d'antiche

iscrizioni

5Rom 1852 ©. 105 ff. mun^, a. a. 0. ©. 118—123. Poggio aU Süjten^ fammler

^Tcurat.

XX,

Col.

183

u.

®ie 2;^ermen be§ Satacalla unb ^io*

93tief bei ©t)epf)erb-2oneni 1, 258.

cletian Ratten norf) if)re :3"^^u[totion

Über ben SRünäenfammler Job. Marcanova f 1467 unb fein ^anbf(^r.S5?etf

unb

im einjelnen: ©tegotoDiuä VI, ©. 700—705. gaft t^te ©äulen.

SSgl.

glei(^}eitig L. B. Alberti'a Descriptio

bei SRanrini, L. B. A.

©. 36 *)

Opera inedita

Poggio aB frü^efleSnjtriptionen*

fammler in jeincm

53tiefe in ber

aßuratXX,

Ck>l 177.

antiquitatibua, bog er 1465

reichte, »gl.

p.

fg.

Poggii, bei

De

bem

Malatesta Novello Oon Sefena übet^

449

Safirb.

Propugnatore N.

sq., f.

b.

ferner: flaff.

S.

V,

1,

3ie^artf) in 9?. 5«tert.

Vita

©. 480 unb

Am.

Rossi 1892, ©. 113.

'Sioxci in

11 (1903)

M61angea G. B.


200

dritter 5ibj(^nitt.

nur ^oggiog oerfef)en!

Sa^re fpäter

()albjerftört

unb

f apitoB

ttjerben gu

ad^tgig

ba§ ©rabmal ber

bie (Säulenfronte eine^ ber ^lempel §uerft öollftänbtg

:^atte,

fönnen; auc^ eine

öom

erftatter

felber ^at nod)

äJlaterialruert

unterlag

aJ^ineröa

©r

unb bann fpäter

miebergefe^en, inbem ber 9Jlarmor noci)

unglüdfeligen

aU

nod) je^r üiel me{)r ©rfjalteneg an

9?affael.

ß^aecilia SKetelia

3tb{)ang be§

au^gebe^nter unb mit ^tbbilbungen

Strbett üiel

(£r traf

ftüdiDeife

gu

Ieict)t

immer ben gebrannt

tal!

(Säulen'^alle bei ber

gert)alttge

biefem

om

bereite

©in

(Bd)id\al

^eri(i)t^

Qai)xe 1443 melbet bie ^ortbauer biefeg tal!^

brenneng, „n)eld)eg eine @(i)ma(^

ift; benn bie neueren S3anten ©d^öne an 9?om finb bie 3?utnen"^). ®ie bamaligen ©intüo'^ner in itjren (Sampagnolenmänteln unb «Stiefeln famen ben ^remben öor mie lauter 9iinbert)irten, unb in ber %at meibete ba^ $ßie^ big §u ben 33an(i)i :f)inein; bie

finb erbärmlirf),

unb

ba§'

maren

bie Äird)gänge gu

beftimmten

Stniäffen; bei biefer Gelegenheit

be!am man aud)

bie fd)önen

einzige gefellige 3f?eunion

Sßeiber gu fe^en.

Sm

üorle^ten ^alfire be§ ^ontifüatg gugeng IV. (1446)2)

^lonbug öon

üollenbete

9loma

i^orli feine

inftaurata, bereite

mit ^enü^ung ber ©d)rift beg grontinug über bie römifd^en SSafferleitungen (100 n. G^r.)

unb ber alten 9iegionenbüd)er,

fomie aud) (fd)eint eg) ber unter

bem

S^^amen beg 93ibIiot:^e!arg

3tnaftafiug berbreiteten alten ^:papftgefct)ict)te (9. ^al^rt).). 3it)ec!

\(i)on hei

ift

Ijanbenen, fonbern ^)

fjabroni,

lüeitem

me^r

ni(i)t

bie 5tugmittlung be§

Cosmus, Adnot.

86,

au§ einem 33nefe be§ Alberto degli Alberti an Giovanni Medici. St)n= Iid)e

3c«9nifie wnb

mengeftellt <B.

bei

klagen äujam*

©regorooiu§

VII,

Ambr. TraEpistolae p. 492

557. ^ie Slagen be^

vers. (a. b.

in

feinen

^. 1432). Cristoforo Landino,

De Roma Specimen

fere diruta bei ^anbini, lit.

flor. I,

124 sq.

— über

Sein

blo^ bie (3(i)ilberung beg S3or*

Untergegangenen.

ben 3i'ftßnb 9iom§ unter Martin V. f.

Piatina p. 277;

lt)cfen{)eit

Fiorent. ^)

I,

lüäljtenb ber 'ab'

Eugens IV. p.

Vespasiano

23 sq.

^ierju bie conquestio

suorum aedificiorum

Romae de

ruinis auxilium

Eugenii IV et camerarii implorantis, ®ebid)t

bei

Agapito

dei

Rustici

mo^I tiom §. 1443. 3eit{c^r. f. üergl. Sit. 31. g. XIV. 1900 p. 171.


glaüiug üBIonbuS.

gm

Siicolauä V., «ßiu§ II.

unb

einflang mit ber SBibmung an ben ^apft

ben allgemeinen Üluin mit ber

tröftet er fid) für

t)errlici)en 9fleliquien

ber ^eiligen,

9fJom beji^e.

tüel(i)e

9Jtit

mentale

^urd)

9?om aB

S^luinen,

monu^

9HcoIaug V. (1447—55) befteigt berjenige neue ®eift, toeldjer ber Ü^enaiffance eigen

lid)en Stuf)I.

<Btabt

201

bie Sflmncn.

war, ben päp^U

neue Geltung unb ^erfci^önerung ber

bie

rt)ud)§

foIcf)er

einerfeitö

bie

©efa^r für bie

beren 9JJateriaIien gerabe unter biefem

maffen'f)aft gu

^ontifitat

Neubauten benu^t raurben, anbererfeit§ aber

aud) bie Mc!fict)t für biefelben al§ Ü^ul^me^titel ber 6tabt^). ift gans erfüllt üon antiquartf(i)em igntereffe, unb wenn ben 2tltertümern 9ftomg toenig rebet'-), fo l)at er bafür benjenigen be^ gangen übrigen gtalien^ feine 5tufmer!fam!eit geft)ibmet unb biejenigen ber Umgebung ber ©tobt in weitem

^iug

II.

er t)on

genau ge!annt unb befd)rieben^). 5inerbing§ aB ^eiftli(j)en unb £o§mograp:^en antue unb Den!mäler unb ^aturmunber gleichmäßig, ober l^at d)riftlid)e 9^ola er fi(f) 3^<ifi9 antun muffen, aB er j. 33. nieberf(f)rieb ^abe größere @^re burcf) ba^ 5lnben!en be§ (3t. ^aulinu§ aU buxö) bie römif(f)en Erinnerungen unb burd^ ben |)elben!ampf beö aj^arcellus? '^idjt ba^ eitva an feinem 3fleUquiengIauben

Umfange

guerft

intereffieren i^n

:

gu gmeifeln wäre, allein fein @eift

jct)on

ift

offenbar met)r ber

©orge für ba^ Monumentale, ber geiftöollen 33eoba(i)tung be§ £eben§ gu* geneigt. 92od) in feinen legten iga^ren aB $apft, pobagrifd^ unb ^orf(f)erteiIna^me

bocf) in 1)

an ^atur unb

ber fjeiterften (Stimmung, läßt er

über Nies SJautcn

be§ Horatius

©. VI

Romanus

f.

ein ®ebid)t

bei 2e{)netbt

mbe§

Mus.

fi(i)

auf

bem

feine 2)iftid)en bei9Jia*

ital.

Tom.

I, p.

fe^t.

^od) nu^tc bic§

^)

(Att. di R. Acc. dei Lincei, Ser. III

II. Col.

980

tarii

48. 72 sq. 206.

p. 674.

®r

ift

ferner

ber erfte ^apft, ber eine 93uIIe

jum

©<i)u^ ber SJfonumente erläßt {4 Cal.

togl.

— ^aflor

1)a§ ^olgcnbe au§, Jo. Ant.Cam-

panus, Vita Pii

VIII 1883)

nici^t^, f.

II, 203.

97 unb

A. Sylv. Opp. inedita ed. Sugnoni

vol.

3:ragfeffel

Maj. 1462) u. ©trafen ouf SSerle^ung

®regoroOiu§ VII ©. 558

fg.

2) Sßgl.

billon,

Stitertum, ber

u.

a.

p. 0.

D.

sq.

II. bei 5Diuratori III,

Pii II.

Cbmmen-

248

sq.

501


202

dritter

3lbfcf)nttt.

Übet SSetg uttb %al nad) ^ug!ulum, W)a, %ihux, Oftia, ^atetit, Dttüulum bringen unb üerseid)net alle^, tvaä er gejet)en; er »erfolgt bie alten Slömerftrafeen

antuen

bte ÖJrenjen ber

unb SBajferleitungen unb

3Sönerf(i)aften

um

ju(i)t

fitom §u beftimmen.

einem 5tu§flug nad) 2;ibur mit bem großen f^eberigo üon Urbino bergest bie 3^^* beiben auf ha^ angene^mfte mit ©e* fpräcE)en über ba^ 2IItertum unb bejfen Ärieg^tüefen, befonber§ S3et

über bcn trojanifdien ^rieg:

öon SJiantua (1459) niu^

^um

Stongrefe

mietüo^l üergebenä, ha§ üon ^li^

öon ßlufium unb

ertt)ät)nte £abt)rintt)

bejiel)t

am

SJlincio

58ergil§. ®af3 berfelbe ^apft auc^ öon ben

bie fogenannte SSilla

9lbbreöiatoren ein

auf feiner 9ieife

felbft

fuci)t er,

!Iafjifcf)e§

Satein öerlangte,

öerftef)t fid) bei^

mi)t öon felbft; ^at er bod) einft im neapoIitanij(i)en ^rieg bie Hrpinaten amneftiert aB Sanb^Ieute be§ Tl. %. Cicero fomie beä ©. SJlariuä, nad) benen nod^ öiete Seute bort getauft maren.

^m

allein al§ S^enner

unb

S3efcE)ü^er tonnte

unb

mo(f)te S3Ion^

bu§ feine 9loma triump'fjanö gueignen, ben erften großen

5ßer^

einer ©efamtbarftellung beö römif(i)en ^lltertumä.

fudf)

^n

biefer ß^it

^^^

natürlirf)

auc^ in übrigen Italien ber

@c^on Boccaccio ^) ©emäuer, unb bocf)

@ifer für bie römif(f)en Rittertümer ermac^t.

nennt bie 9fluinentt)ett öon neu für mobeme ©emüter"; feitbem galten fie aB größte (Se'^en§h)ürbig!eit ber Umgegenb 9ZeapeB. ©d^on entftanben auc^ Sammlungen üon Rtltertümem jeber Gattung, '^ie erften berartigen (Sammlungen fc^einen S3enebig an^u^ören. ^aä) biefer (Stabt ge^t 1335 Dliöiero ^orja, ein reicl)er 35ürger au§ SSajae „alte§

Xreöifo,

um fic^

SSeraei(i)nig

fuc^e

aB *)

unä

ert)alten

fd)rt)erlidE) öiel

ift^).

mufete,

Petrarca, ber öon biefem SScr*

obmo^l

er aitjangig ^afjxe früJier

feine eignen S3emül)ungen, ge^t bann auf ben Boccaccio, Fiammetta, cap. 5

Opere ^)

eine tolle!tion angulegen, bereu merttüürbigeS

ed. SlJloutter VI, p. 91.

%a^

Slnm.

2)aj.

Papes

163—180

II,

©.164

SSeric^t

im

14. u. 15. ^aijx^. ejtfticrenben

Sammlungen unb 181—280 ba^ Snoentarium ber

italienijc^en

SScrjetc^mä bei ÜJlun^, Les

arta k la cour des

bie

über

ijl

gleirf)en

«Papfteä

Paul

II.

ba\.

be§


@ifct für bai Altertum.

SBegen

Slbftammung öon bcn %lten

203

'hergeleitet.

unb [einem ©influ^ ifl ba^ ^llgemeinerrtjerben &xabe ju ban!en, alä jenem ein^» 15. i^a^r^unbert toirb bann ba^ ^cioatmann. ^m

fort,

biefec Su[t in ungteidf) t)ö^erm

flu^Iofen

(Sammeln allgemein^). (t 1455), bet

bem

^aifer

Kiriaco

be'

©igi^munb

au§

^ijsicolti

bie römifc^en

5(ncona

SUJonumente

edlätte (1433), bur(f)ftreifte nic^t blo^ Italien, jonbern aud^

anbere Sanber be» alten Drbi§ terrarum, |>ella^ unb bie ^fnfeln beä

ba§ gefamte europäifi^e O^manenreic^, für ba^

^3trc^ipel,

Sultan 9Jiurab§ II. et'^ielt, felbft SLeile unb er mar ^meimal in %t)pten üon '3t)ien unb 5tfri!a bra(f)te ^nf(i)riften, ^D^ünsen unb ß^td^^ungen in SJlenge mit; auf bie iJrage eineä törid)ten ^riefterl, maä er ba treibe, ant* mortete er: „3Jleine ^unft ift, biämeilen 3:ote au^ bem (Urabe er einen öJeleit^brief be§

ju eriüecfen"^).

®ie §i[torien ber einzelnen (Stdbte Ratten bon ie^er auf einen n^a^ren ober fingierten 3^fcimmen^ang mit 9lom, auf birefte

ÖJrünbung ober ^olonifation öon bort au^

längft fcf)einen gefällige

f)ingertjiefen*);

ÖJenealogen auc^ einzelne Familien

öon berüt)mten römifc^en @e[(f)led^tern berioiert 5u I)aben. 55ie§ lautete fo angenehm, ba^ man aud) im Sid^te ber be^* ginnenben Äriti! be§ 15. ^a'^r^unbertS baran feftt)ielt. &an^ unbefangen rebet ^iu§ II. in SSiterbo*) §u ben römiftfjen £)ra=* toren, bie i^n um f(i)Ieunige 9iü(i!ef)r bitten: „9tom ift ja meine ^eimat fo gut h)ie ©iena, benn mein ^au§, bie ^iccolomini, ift tjor altera üon 3flom nad) ©iena getüanbert, mie ber "fiäufige ©ebraud) ber ^fJamen ^ema^ unb ©ibiuä in unferer Familie *)

%ü.t bie Medici oI§

Altertümern l'ac.

ögl.

des insor. ^art§,

2)

aSgt.

')

^mex

(SEfurg

bie

üon

^icr,

jd)reibt), laut h)cl(i)em ?5Iorenj

33b. 35, 1895.

tion ie^cr JRe^t ^at, Weil c§ \o gut

XL.

(3Jlurat.

öon

SOilailanb,

bie

im

ttjirb

XI, Col. 552) unb

j^Iorenj bei Giov. Villani (ber

wie aud)

(S^ronif beä

^onjl,

ba§ antirömifc^e, rebellijd^c römijc^ gefinnt

SBetfpiete jlatt oicier:

fabulo^e Urgefrf)i(^te

Manipulus

Sammler öon M6m. de

^Jlun^,

(g.

bie

gefälfc^te

Ricardo Malespini auä*

Dante, Inf.

ifl

(I, 9.

gegen

{^i^io^ß

33. 41. II, 2).

XV, 76

(pianta

nur öon einigen auf

^f^oi^ciiä

!^ier

6c*

jogcn). *)

Commentarii,

asuc^.

p.

208,

im

IV.


204

dritter Slbfdjnitt.

SSermutlicf) l}äüe er ni(f)t übel Suft gehabt, ein ^^ulier

bemeift."

$aul

33arbo öon S^enebig rüurbe §au§, tro^ einer entgegenfte^enben 3tbftammung an^ ®eutf(i)Ianb, ton ben römifd)en 5lf)enobarbu§

gu

3(ud) für

fein.

man

geforgt, inbent

II.

fein

mit einer Kolonie nad) ^arma geraten unb beren 9^a(j^!ommen toegen ^arteinng nad) SSenebig au^gemanbert ableitete, bie

%a^ bie 9JZaffimi öon iQ. ^abiu§ SJ^ajimuS, bie ©ornaro oon ben (Sorneliern abftammen n)onten, !ann ni(i)t befremben.

feien ^).

wax

'^oä) ftärfer

e^ freiließ,

menn

bie f^amilie ^iatti in 9)ZaiIonb

fid) f(i)mei(i)elte, oon bem großen ^lato abpftammen, menn t^ilelfo in einer ^o(i)äeit§rebe unb in einer Sobrebe auf ben i^uriften 2;eoboro ^iatti bieä fagen burfte^) unb hjenn ein @io* Danantonio ^iatti ber üon xljxn 1478 gemeißelten Sflelieffigur

^al 9}Zagenta gu ^Dlailanb) bie „Seinem ^lato, bon bem er ©e*

be§ ^()iIofop^en (im |)of be§ ;Snfö)rift

beifügen fonnte:

unb ©eift gu befi^en fid) mf)mt." Sroianifd)en unb grie(^if(i)en Urfprungg rül^mten fid) bie Oornet)mften füb^ italienifd^en 33arone, tuä^renb fic^ bie minber oorne'^men mit f(i)Ie(i)t

dagegen

beutf(i)em ober fransöfifc!)em begnügten^'),

ba^ folgenbe

ba^ ber goten

S^ooellift SSanbello fein @ef(i)Ie(^t

(I.,

eö für

üon üoniefimen

Oft^

23) abzuleiten fud)te.

9Zot>.

^elEjren

ift

16. ^at)rt)unbert eine rect)t auffallenbe 5tu§nal^me,

mir nac^ 9flom gurüd.

'S)ie

©inloo'^ner, „bie

ficf)

ba^

maB

Ü^ömer nannten", gingen begierig auf bü§> §o(f)gefü()I ein, ba^ it)nen ba^ übrige Italien entgegenbra(i)te. Sßir werben unter $aul ^)

©ijtuö IV. unb Stiejanber VI. prä^tige ^axne'^

II.,

Mich. Canensis, Vita Pauli

bei aJlurat. III, 16.

©. 70.

gegen 5Jero, ben ©o{)n 9l:^enoborbu§, ^^üpftlirfien

trill

fae§

ber

^omitiu§

Slutor,

SSctH3Qnbtfd)aft

md)t unoerbinblid)

II,

©elbft

2)

6.

9?ogmim

ftiegen,

jein; er fügt ba'ijex

Filelfo II,

mürbe

üergltd)en.

ber

»on if)m nur: de quo rerum scriptorea multa ac diversa commemorant. Filelfo jeinerfeitö

3ettgenoifcn

121 sq.

tion üielen

in

jeber

93eäte^ung:

SBejen, ®eift, jelbft ©eftolt mit $Iato

3)

Sorrc, ©. 628—640.

Galateus, Epp. 10 bei ©ottjein

295

f. ©in §eräogggefct)led)t leitete öon ben :^eiligen brei Königen :^er. ^a§ §umaniftenQefd)Ied^t Decembrio föurbe, freilid) jpäter, auf bie

<B.

jid)

Kimbern jurüdgefü^rt.

Lomb. XX,

p. 5.

Arch. etor.


Stbftammung öon ben

oalöaufäüge ftattfinben fe^en,

205

'Sie „tömifdie Seiche".

Stitcn.

lüel(f)e

ba§ beliebtefte ^^antajie^

ben ^riumpt) altrömtfc^er igmperatoren, bar= ftellten. SSo irgenb ^at^o§ §um Sl^orfc^ein !am, mu^te e§ in jener g^orm gejd)e^en. ber QJemüter gej{f)a^ e§ am 33ei biefer Stimmung bilb jener B^tt,

19.

1485,

Slpril

ba^

ficf)

ba§

&eiü<i)t

öerbrettete,

t)abe bie tüunberbar jd)öne, it)0'f)ler'^altene £eici)e einer

bem

3flömerin auö

Rittertum gefunben^). Sombarbif(i)e SJiaurer, <3. SJlaria

nuoöa, an ber

SUietella, ein

antuet ®rab=

einem ©runbftücE be§ £Iofter§

bie auf

©aecüia

SSia Slppia, au^erfjalb ber

mal aufgruben, fanben einen marmornen ©ar!op'^ag mit ber 5tuf f (f)rif t

geblid)

man

jungen

^utia, 2o(f)ter be§ eiaubiuö.

:

weitere gehört ber ^'^antafie an:

bie

Sombarben

an=^

%a^

feien fofort

famt ben (3d)ä^en unb ©belfteinen, bie im QaxtoptjaQ jum ©c^mudt unb ßJeleit ber £eid)e bienten; le^terc fei mit einer fid)emben ©ffenj (au§ S3alfam, ß^^^^^öl unb ^er=' :pentin beftet)enb) überwogen unb fo frifd), ja fo betüeglicf) ge= öerf(i)ir)unben

mefen, mie bie eine§ eben geftorbenen ?[Räb(i)en§ toon 15 i^a'^ren;

bann

e^ fogar, fie tjäbe nod) gang bie

l^iefe

blaurote, ein

menig geöffnete Sippen,

ßä'^ne burd)f(f)immern liefen.

^arbe be^ £eben§,

tüelcfie bie

fleinen tt)ei§en

Steine D^ren, niebrige ©tirn,

SSimpern unb bunüe 5lugen geigten bie (Sd)ön^eit an; §aar, ba^ nad) 'fiinten in einen knoten gufammen* geftedt war, mürbe burd) ein ^e^ feftge'fialten; bie S^afe tvo^U erhalten unb fo meid), ba^ fie nad)gab, fobalb man fie brüdte.

f{i)rüar5e

ha§

fd)rt)aräe

3Jlan brai^te bie £eid)e nac^

bem

unb ba^in, um fie §u 2Sanfaf)rt. SSiele !amen aud), Äapitol,

mar

fd)ön,

menn man fie

bem

begann nun eine tua'^re um fie abzumalen; „benn fie mie man e§ nid)t fagen noc^ fd^reiben !ann, unb e§ fagte ober fd)riebe, fo mürben e^, bie fie nid)t

fa^en, bod) nid)t glauben".

mufete

^onferöatorenpalaft auf

fe^en,

3lber auf 33efe!)I ^^^oceng* VIII.

eineä 9^ad)tä öor ^orta ^inciana

an einem gefjeimen

Orte öerfd)arrt merben; in ber ^oftjalle ber ^onferbatoren blieb

nur ber 1)

leere (3ar!opt)ag.

SBgl.

ejfut§ XLI.

©aä

9flül)renbe

an ber

(Baii)e

ift

nid)t


206

dritter «b^dinttt,

hex Xathe^tanb, fonbent

ben

man

ba^ ber antue £eib,

ba§> fefte SSorurteil,

enblid) t)ier in S33ir!Iid)!ett öor fid) ju je'^en glaubte,

notroenbig ^errU(i)er fein muffe,

aB

alle^, tt)a§ je^t lebe.

Äenntniä beg alten 'Siom burd) Sluggrabungen; fd)on unter 5ltejanber VI. lernte man bie fogenannten @rote§!en, b. l). bie Sßanb^ unb ©etüölbebefo* Sn5it)if(i)en n?u(j^§ bie fac^H(i)e

rationen ber Sllten !ennen, unb fanb in ^orto b'^lngo ben 9Ipoll

unter ;^uliu§

t)on 33elöebere;

II. folgten bie glorreichen ^luf^»

finbungen be§ Saofoon, ber oati!anifd)en SSenu§, be§ ber .Cleopatra u.

a.

£arbinäle begannen

m.^); auä) bie ^aläfte ber fid)

Storfo,

©ro^en unb

mit antuen ©tatuen unb g^ragmenten

gu füllen, f^ür £eo X. unternat)m fRaffael, ber 1515

ernannt

auffel)er ber römifcf)en 5lltertümer

Sdeftauration ber gangen alten

pm Ober^

tvax^), jene ibeale

©tabt, öon

fein he^

tr)eld)er

^at^ ber bittern flage

rül)mter Srief (1518 ober 19) fprid)t3).

über bie nod) immer bauernben ßerftörungen, namentlid) nod) unter ^uliu^

beffen ^auptbeauftragten SSramante bie ruinantem 5Iltertum§freunbe benannt 'Ratten*) megen ber öielen öon il)m öeranlafeten SSeriDüftungen ruft er ben ^a^ft um 6(i)u^ an für bie tüenigen übriggebliebenen ßeugniffe ber ©rö^e unb ^raft jener göttlid)en ©eelen be§ 3Iltertum6, an II.

beren 5tnben!en §öl)ern legt er

fid)

fäl)ig feien.

nod) je^t biejenigen entgünben, bie be§ Sßlit

merttüürbig burd)bringenbem Urteil

bann ben ©runb gu einer t)ergleid)enben ^unftgefc^id)te unb ftellt am @nbe ben 33egriff öon „?lufnal)me" feft,

über'^aupt

ber feitbem gegolten 9tufri§

unb

l)at:

er Verlangt für jeben Überreft ^lan,

an

3lrd)äologie, in fpegiellem 9(nfd)lu§

unb beren

5topograpl)ie,

fteihmg bei (Sregoroöiuä VIII, 6.186,

'')

XLII.

^cr berühmte

Qdi

SSricf 27. Stuguft

bie

bie gel)eiligte SBeltftabt

§ur befonberen 2öiffenfd)aft

©d)on unter Julius II. grub mau naäj, in ber S[bfid)t, ©tatuen §u fin* ben. Vasari XI, p. 302, V. di Gio. da Udine. 9SgI. bie 3^'^Qwmen= ^)

ferner @E!ur§

SSie feit biefer

'2)urd)fd)nitt gefonbert.

i^eran»'

1515, burd) ben bie förneunung \ä)ät), ift

im

Dtig. unb ber

ge*=

im %xud

abtt)eid)enbcn gnjfung bei ^aftot IV, 2,

676

fg.

3)

S?gl.

*)

So

eeröffentlid}t.

e-Efurg

XLIII.

nadi Paris de Grassis 1512,

^bllinget, aSeiträgc III,

©. 408.


<)ruffinburg

öon

StntiTcn.

X.

fico

207

baS Mltcrtum.

ittib

tüud)^, lüie bie öitruöiQnif(i)e 9t!abemie lt)enigften§ ein foIojjaleS

Programm ^)

aufftellte,

^ier bürfen

!ann md)t meiter au0gefüt)rt tüerben^). X. fteljen bleiben, unter h)eld)em

tüir bei fieo

ber ©enufe be§ 2lltertum§

fid)

mit allen anbeten (3enü\\en gu

jenem tüimberfamen ©inbruc! öerfIod)t, tvelä^ex bem Seben in 9iom jeine SSei^e gab. '3)er SSatüan tönte öon ©efang unb mie ein ©ebot §ur SebenSfreube gingen biefe (Saitenfpiel klänge über 5Rom t)in, trenn auä) 2eo bamit für fiel) !aum eben erreirf)te, bafi fi(i) ©orgen unb ©d^mergen öerfcf)eud)en liefen, unb tüenn aud^ feine bertJuBte 3f?e(f)nung burd) ^eitcr!eit ha^ ;

1)afein gu öerlängem^), mit feinem früfjen Slobe fel)lfd)lug.

'^em glän^enben and)

bezeugt

bie

it)rer

man

\id)

bie

finb:

ba§> t)eimlid)e

ber

I'necEitfc^aft

@Ienb ber Prälaten, tpeld^c

©cf)ulben ftanbe^gemä^ leben muffen*), ba^ Sotterie*

mäßige unb

ßiif^I^^Qe

öon 2eo§

literarifc^em 3Jläcenat, enblid^

feine oöllig üerberblid)e @elbix)irtfd)aft^). biefe

^aolo

tüie

nie entgiefien !önnen, fo gut

©d^attenfeiten

Smporftrebenben unb tro^

be§ Ieonifd)en 9ftom,

SSilbe

enttüirft, tvixb

(5)ioöio

^inge

fo

ber

"S^erfelbe 5lrioft,

gut !annte unb üerfpottete, gibt bod) mieber in

ber fed)ften ©atire ein gang fet)nfüd)tige§

bon bem

33ilb

Um*

gang mit ben t)od)gebiIbeten ^oeten, meld)e it)n burd) bie ^Ruinenftabt begleiten mürben, öon bem gelef)rten Beirat, ben ex für feine eigene '3)id)tung bort öorfänbe, enblid^ öon ben ©d)ä^en ber öati!anifd)en S3ibIiotf)e!. ^ie§, unb nic^t bie längft ^) Lettere pittoriche II, I. Tolomei an Landi, 14. 9?oo. 1542. ^) über ben bamaligen ^uftanb ber

anonyma,

9iumen

f)ierf)er bie I.

bie

\.

«ßaftor IV, 1, 391, he], aucf)

6. 392,

ten.

"ä.

'Sie

unb

3nfd)i^iftenfamm»

^)

lung crfd}ien 1521 öon Jacopo Mazocchi, «ßaftor IV, 1, ©. 465.

6r roollte curia animique doloribus quacunque ratione aditum in^)

tercludere, I)eiterer 6d)erä fejfelten it)n,

*)

2 angeführten ©d)rif-

erfte

imb

unb

9Jlufif

er tjoffte auf biefe

SBeifc länger ju leben. Leonis

X. vita

bei 9lo§coe, ed. S3ofji

XII.

©. 169. SSon Ariostos ©otiren gel)ören (Perch' ho molto etc.)

bie IV. (Poichö,

Annibale

etc.).

9tanfe, köpfte,

6. 408

^Sif.

I,

5Iu^fü{}rungen ^aflor IV,

— Lettere de' principi be§ Negri questi

b.

©. 363ff.

p. 107.

Srief

Sept. 1522: .... tutti

cortigiani

Leone e nad)

1.

1,

ff.

falliti

.

.

esausti .

da Papa

©ie räd)tcn

ficE)

2;obe Leos X.burd) eine Menge

©pottoerfe u.

fatirifc^e ©rabfc^riften.


208

^rittet mfc^nitt.

aufgegebene Hoffnung auf mebiceifci)e ^rotettion, meinte er, mären bte wahren Sodjpeifen für i"^n, rtjenn man i^n miebet

bemegen

wollte,

aB

ferrarefif(i)er

©ejanbter nad) fRom §u

getjen.

bem ar(f)äoIogifö)en Stfer unb Stimmung medten bte Sluinen al§

ber feierlich patrto^

'än^ex tif(i)en

fRom, aud)

f(i)on

eine elegijc^^^Txtimentale.

unb au^er ^e*

in

foI(f)e,

SSereitä bei

unb SSoccaccio finben \i<i) 9Xn!Iänge biefer 5Irt (©. 198); ^oggio ((3. 199 ^q.) befuct)t oft ben Stempel ber SSenu§ unb 9floma, in ber '^ffleinunq, e^ fei ber be§ ©aftor unb ^oUuj, mo einft fo oft (Senat ge^ialten morben, unb oertieft ficf) l^ier in bie Erinnerung an bie großen Olebner draffu^, §ortenfiu§, Gicero. SSoIÜommen fentimentat äußert fid) bann ^iu§ II. gumal bei ber SSefd^reibung oon ^ibur^), unb batb barauf (1467) trarca

entftel^t

bie

erfte

ibeale 9fluinenanfid)t nebft (3(i)überung bei

Xrümmer

^olifilc^):

burd)ttja(i)fen

mäd)tiger (^en^ölbe unb ^olonnaben, öon alten Platanen, Sorbeeren unb ^QP^^If^i^ ^^n ber ^eiligen @efcf)i(^te toirb eä,

nebft föilbem ^ufc^tuer!.

man

!ann !aum fagen loie, gebräu(i)IicE), bie 2)arfteIIung ber Geburt Qi)x\\ti in bie möglic^ft |Drad)töonen Sluinen eineö ^a*

Iafte§

§um tifd)e *)

Pii II.

©legte

Commentarii p. 251, im aSgl. oucf) Sannazaros

ad niinas Cumarum urbis (Opera

vetustissimae Polifilo (b.

fj.

fol.

236

sq.).

Francesco Colonna)

Hypnerotomachia, ubi humana omnia non nisi somnum esse docet atque obiter plurima scita sane

commemorat. tius

9htine

enblici^ bie fünftlidie

©artenanlagen n^urbe,

ift

nur

bie pra!*

^luBerung be^felben ©efül^B.

V. 95ud).

^)

%a^ bann

gu öerlegen^).

9lequifit :präcf)tiger

1499.

merfioürbige

quam digna

S3enebig, Aldus

Manu-

über biejcä

tjödift

SSgl.

33urf) u. a.

®tbot, Aide

Manuce, Paris 1875, p. 132—142 unb (Drut)er, Raphael et l'antiquite I, p. 191 8q. S. 93urc!T)atbt, @eic^tcf)te ber

3ienoiiJonce in Italien, bie ©d)rift tion

2t.

<B.

43

ff.

unb

SIg, SBten 1872.

9Zcuerbing§: ^. 3S. 3tppeII, Facsimiles of

168 wood-cuts in the Hypnero-

tomachia Poliphili

with.

an introduc-

tory notice and description, Sonbon 1889. 9lnoIt)fc (Quellen, SSebeutung)

ber

Hypnerotomachia

burc^

©nolt, Riv. d'It. 1899, II,

'S).

44—72,

289—293. ^abrint, Giom. stör. 35, 1 ff. ®o!umcnte über ben ©(^rift= fleller:

Arch. ator.

ital.

5.

ser.

38,

©. 191—214. ')

SBä^renb

alle

^rc^enüäter unb


209

drittes Kapitel. ®ic äiUn Tutoren» Unenblid)

Iid)en, griec^ifd)e

duellen

n)ejen jener ß^it

aU

foiDo'^l

©rfenntniä

aller

»5er

bie baulid)en

unb über'^aupt

Süitettum^ tvaxen natüilid) bie

$Re[te be§>

!iin[tIerij(i)eTi

aU

aber

rt){(^tiger

im

latetnifc^e.

'SRan ^ielt

^a^

abjoluteften (Sinne,

großen f^nnbe

fd)nft='

fie ja

für

33üd)er^

oft gef(f)ilbert rt)orben;

ift

mir fönnen nur einige weniger bead)tete 3üge ^ier beifügen^).

Ginmirfung ber alten

(So gro^ bie

Sd)riftfteIIer feit langer

Qeit unb oorgüglid) tväljxenb be§ 14. ^a^r^unbertS in Italien bod) nte'^r ba§ Sängftbefannte in 5a^lreicf)ere

erf(i)eint, fo tüar

^änbe

oerbreitet

aB ^eue^

®id)ter,

Iateinifd)en

entbecft tüorben.

|)iftori!er,

Sftebner

be§

©d)riften

Überfe^ungen nad) einzelnen ^lutarcf) unb wenigen anberen

5triftoteIe§,

©riechen bilbeten mefentUd) ben SSorrat, an 2lu§erroät)lte in ber geifterten.

Se^terer befa^ unb beref)rte betanntlid) einen

^omer,

unb

(5Jrie(i)e,

mit

of)ne \i)n lefen §u

ni(i)t ot)ne

eifrigfte

fid)

!alabrefifci)er

immer

rein.

33 gl.

Stellen werben

nad) 33iograpl)ien

fönnen be§ ^alaftel Sannazaro,

^auptjäd)licf) "i^ie

^o*

@rie='

SSielmetjr ent''

mit ber ©et)nfud)t be§ Sernenben nad) neuen

Virginds, L. II, v.

Florentino,

bem

Setrieb be§ Überfe^enS au§

^ilger nur oon einer ööf)le tüiffen.

entbehren.

(£rft

beginnt bie gro^e 91ei^e neuer ©nt^»

bie £uft ber Set)renben, biefe <8e^nfud)t aud) auf

2lud) bie "I)i(^ter

Ia<

Dbt)ffee '^at auf feinen 2In^

5(ber biefer (Sifer blieb nidit

Sdjä^en

^)

unb

ft)ftematifd)e Einlage t)on S3ibIiott)efen burd^

unb ber

d)if(i)en.

alle

grie(i)i*

fönnen; eine üollftänbige

^occaccio^ Unterftü^ung ein

15. ;3af)r{)unbert

bedungen, bie

hjidelte

wenige

Seongio ^ilato, elenb genug guftanbe gebrad)t2).

bem

:|Dieren

tt)el(i)em fid)

Generation beö Boccaccio unb Petrarca be*

teinifd^e Itberfe^ung ber ^lia§ trieb

gangbarften

einer 3In§a^I lateinifc^er

nebft

f(f)en

'S)ie

unb ßpiftolograp^en

jitiert,

De partu

^)

Vespasiano

im

3lnfd)lu^

SSgl.

in allen 3Iu^gaben ge*

barüber Petr. Epist. fam,

ed. Fracass. L.

au§ if)m angcfüf)rtcn

XVIII,

2,

XXIV, 12,

var. 25, be 9?olt)ac, Petr. et l'huma-

nisme,

an 3-

lurtllJQrbt, ßultur bei SRenaiJfonce.

fie

funben merben fönnen.

284 sqq. au^

bamit

un*

unb ^aragrapf)en

I.

p.

11. Slufl.

353 sqq. 14


210

dritter 9lbfd)mtt.

reblt(^e SBeijc 5U bef riebigen;

3tnniu§ öon

man

gab halber entnjeber,

bem 9Jamen

SSiterbo unter

tüte

be§ 95eroju§ unb 5Ra*

unb Sato jelbftfabriaierte ©d)riften ^erau§, ober man entftellte, wie ©eorg S:rapeäuntiu§ beim (Sujebiu§, S3. f^a^io beim 9trrian, befonber§ bei Überlegungen auö bem

net^o, 5(rd)ilo(^u§

@ried)if(^en, !ürlid)e

ben Xert in

teiB burd^ tv'üU

rücEjirf)tgIofefter SSeije,

e(f)ten (Schriften, teiB burd)

©injc^iebungen au§ anberen

^nberungen §ugun[ten eineö befjeren

abficf)tli(i)e

Iateinifd)en

©til^^).

D^ne

bamaliger ©ammler, tüeld)e

bte SSegeifterung einiger

©ntbe^rung anftrengten, befä^en mir gang Seil, gumal ber grie(i)if(i)en Stutoren, üeinen einen getüife nur ^a^\t 9?icoIau§ V. !)at tt)cl(i)e auf unjere 3eit gefommen jinb.

ficE)

bis äur äuBerften

fict)

fcf)on

aU Wörni)

ober fopieren

in ©(^ulben geftürgt,

p laffen;

fc^on

bamaB

9?enaif fance

ben beiben großen ^affionen ber ^auten^).

9tl§

^apft

©pä'^er fu(i)ten für bie Iateinif(i)e

t)ielt

ifjn

ert)alten,

gu taufen

fid^

offen gu

^üä)et unb

:

topiften fd)rieben unb

er SBort;

in ber t)alben Sßelt, ^erotto ert)ielt für

Überfe^ung be§ ^oIt)biu§ 500 ®u!aten, ©uarino

für bie beS ©trabo 1000 ©olbgulben

500

um (SobiceS

be!annte er

aU

ber ^apft gu

unb foUte nod) weitere gilelfo follte für eine

früt) ftarb.

tüürbige metrif(i)e ^omerüberfe^ung 10 000 ©olbgulben be* !ommen, tüurbe aber burd) ben %ob beä ^apfteS oerI)inbert, fid) öon ^JiaUanb nad^ Sfiom gu begeben. SJ^it 5000 ober, je nadjbem man re(f)nete, 9000 SSänben^) f)interIieB er bie eigentUd) für ben ^) 3fleid)e

9'Jad)rDcife bei 91. görfter,

f5roncc§co Qambeccaxx

unb

bie Briefe

be§ Sibaniuä, ©tuttg. 1878, befonberS

©. 274—278. 2)

V

§

25,

Sgl G. Manetti, bei Wuxat III, II,

§ 1.

Vita Nicolai V. Col.

925

ftarf

übertrieben, ein S?er5eid)ni§ öon

1455

ääf)It

rare: e l'una e l'altra fece nel

mu

suopon

©eine übetje^er

\.

bei

Aen, Sylvias, de Europa, cap. 59 p. 459.

Vespas. Fior. Niccoli

mal potes

segli

se spendere, ch'era in libri e in

lla\\.

Serezana usava dire

che dua cosa farebbe,

tificato.

8)

Giov. Fortello

Vespas. Fior. Niccoli V. § 10

Tommaso da

SBiebetbelebung beä

S3oigt, bie

9lltertum§ 6. SÖud) §u tiergleid)en.

®an3 beionbcrä

ift

f)ier

&

ff.

'2)iefc

nur 795

3af)Ien finb gemife

tat.

$anbfd)riften auf, »gl.

©. 48

im

ff.

unb 315

gentralbl.

1902, 6.

f.

ff.

unb 414

gried^.

Wun^ u.i^abrc

(bagegen ^ilger§

93ibIiotbeBroef.

1).— Db unb

toie

XIX,

Calixtlll.


®te ^äpftc unb

1)ie alten ?tutorcn.

(55ebrau(i) aller Slurialen ftocf

beftimmte

ber i8ati!ana getüorben

aB

rvcxben,

fleftellt

^tolemaeuö

ift;

^kx,

bex&mnb^ Äönig

5U 3llejanbrien gef)alten.

bem §ofe

nacJ)

au\^

jie

eö einft

tüte

211

(Sammlet.

^alafte jelber follte

ba§ befte Rapier

tüie ()eute nod^,

qI§

S3ibIiotf)e!, tx)e\<i)e

im

bejjen ebelfte

^()ilabelp'^ii§

tuegen ber ^eft (1450) mit

bamaB,

9?. 9JiccoIi

^abriano ^og,

mo

mürbe,

^^ergeftellt

nat)m er feine Überje^er unb Äompilatoren mit

et

51I§

ouf ba^

baljin,

i'^m nid)t megftürben.

fie

®er

^-lorentiner SfJicoIö S^iccoIiO, ©enojfe be§ gelef)rten

^reunbe§!reife§, tve\ä)cx

fid)

um ben älteren ©ojimo SlJiebici öer==

jammelte, tuanbte fein gange^ 93üd)ern, bie feine

©runblage;

bie 5!}Zebici

S3ermögen auf ©rmerb bon

Sammlungen be§ ©alutatiunb

i'E)re

ba er

enblid^,

ni(i)t§

met)r

St)rt)foIora§

maren

ijatte, fjielten if)m

Waffen offen für jebe (Summe, bie er gu fold^en

3rtJeden begefjrte.

3^m

berbanÜ

man

bie SSeröoIIftänbigung

be§ 9Immianu§ SJtarcellinu^, be§ ßicero de oratore, eine ber

mafegebenb gebliebenen ^anbf(f)riften be§ Sucretiug u. a. m.; er betüog ben ©ofimo gum 5ln!auf be§ trefflid)en ^Iiniu§ au§

einem ^lofter äu Sübed.

9JZit

er feine 93üd)er au§, ließ bie

einem großartigen ßutrauen

Seute aud) bei

lief)

fid^ lefen, foüiel fie

unb unterrebete fid) mit ii)nen über ba§ ©elefene. ©eine Sammlung, 800 S3änbe, barunter etroa 100 gried)ifci)e, 5U 6000 ©olbgulben getüertet, !am nad) feinem Sobe (1437)

sollten,

burd) ©ofimog SSermittlung an ba^ tlofter (3. Sßarco mit S3e=' bingung ber CffentUd)!eit unb bilbet nod) l^eute einen ®d)muc!

ber laurentianifi^en S3ibIiot^e!.

SSon ben beiben großen S3üd)erfinbern ©uarino unb ^oggio ift

ber le^tere^),

gum Steil aU

3tgent be§ S^iccoli, befanntlid) aud)

in ben fübbeutfd)en 3Ibteien tätig getüefen,

be§

f on^iB oon

unb ben bie

284

f.

(Sr

mieber tcilmeife ber*

Vespas.

mit

Fior.

ed

9)tai,

al§ f^abel erüärt, '\a6:)t

3tnmcttung.

^)

CSicfc SBcrjettelung roirb tion ^oftor

^)

p.

sq.

9Jlai§

^ttjar

bei 9lnlaß

fanb bort fed)ä hieben be§ ©icero

erften üollftänbigen Cluintilian, bie

Sammlung

jettelte,

^onftanj.

unb

t)ingcftellt.

©angallenfifc^e, üon

SRofft al§

Xat*

3-)

Vesp. Fior. Cosimo di Medici Vespas. Fior. Poggio

§ 2.

14*

§

23


212

dritter mfcfinttt.

je^t 3ür(^er (?) ^anbfd^rift;

ftdnbig,

unb ^wax

fei)r

binnen 53 Xa^en

foll er fte boll^

fd)ön abgejc^rieben 1:iaben.

^talicug, 5!Jlanüiuä, S8al. j^laccuS, 3{§con.

©Uiu§

'3)en

$ebianu§, Golitmella,

©tatiu§, t^^ontinu^, SSitriioiu^, ^n§cianu§ u. a. m. fonnte er tüejentlirf)

öeröollftänbigen; er hta(i)te ferner 3ef)n bi^'^er unbe*

!annte Sieben SiceroS unb einen anont)nten

§um

bejjen 58errinen 2(uö

antüem Patriotismus fammelte ber berü'^mte

Äarbinal SSefjarion") 600 GobiceS,

{)eibnif (i)en

nun einen

lt)ie

®rie(i)e

c^riftlid)en

(30 000 G5oIbgulben)

mit un9ef)euren Opfern

Sn^oItS, fu(^te

Kommentar ju

SSorjc^ein^).

fid)ern Ort, n)ot)in er fie ftiften tonne,

feine unglücflic^e Heimat,

menn

lüieber frei mürbe,

fie je

öerlorene Literatur mieberfinben mörf)te. SSenebig erüörte

gum

fid)

^eute bemat)rt bie

if)re

©ignorie öon

'^ie

93au eine§ fiofaleS bereit unb no(i)

einen ^etl jener 8d)n^e 3).

5!}lartuSbibliott)e!

^aS ßufammenfommen

ber berüf)mten mebiceif(f)en

gan^ befonbere

bIiott)ef t)at eine

unb

bamit

©ef(i)icf)te,

auf bie mir

$i==

t)ier ni(i)t

eingeben tonnen; ber §auptfammler für Soren^o magnifico mar ^ot)anneS ÜaScariS. '^ad) ber S3ertrcibung ber ^ebici lam fie ins Sllofter ber '2)omini!aner, fd)Ieubert. 1)

The

9?ac^ ber

SßieleS

auS

il)r

©tubie öon ^. e. ßlatf of Poggio

literary discoveries

(ClassicalReviewXIlI, 1899, ©. 125), Sabbabini, Le scoperte dei co-

folütc

dici

e

greci

XV,

e latini ne'

griorenj 1905,

2:ejt berid)ttgt.

bcmerfen:

ift

%exmx

bann mürbe

multa emendavi,

öer^^

2)

barauä ju

Col.

gcno&

*)

P. bie Unterftü^ung feinet Kollegen

Bartolommeo de Montepulciano. konnte er Slmmianu^ "iDlarccninu^ nid)t lejen? (Nam de A. M, non reperio qui symbolum conferat.) Über

ita ut recte scri-

re-

liquis libris.

SSgl.

i[t

unb

prehendere eosque corrigere in

XIV

33ei Siliu^ ^talicu^

geteilt

benti facile sit similes errores de-

emäelne^ im

secoli

fie

ermarb 1508 ber tarbinal ^ranciotto

Vesp. Fior., Card. Niceno

Marin Sanuto,

bei TOurat.

§ 2.

XXII,

1185 sq.

man

3Bie

ging,

Arch.

stör.

bamit iim= Ann. veneti,

einftroeilen

bei Malipiero,

j.

VII,

II.

p.

"Sa^ 3"öe"tar ber (482) (264)

lat.

Jpanb|d)riften,

653.

655.

grieri).

unb

bie

Bessa-

rion ber JRepubli! 'iPenebig fd)enttc,

Dmont

Revue

bie ?(rt jeiner ^ätigteit fcl)reibt P. in

ücröffentlid)te §.

einem Don (£. terLiffentUcfiten 53riefe: Ego legi usque ad 13. librum Silii,

des bibliotheques IV, 1894, p. 129 biö 186.

in


SScjjarton, ^loten^, Urbino.

93ibliot^c!cn:

93ücf)erfinbct.

belta Sfloüere; mantf)e§

au§ ber ^mterlaffenfd^aft beö 5Sater§

213 '^at

ber (So^n ©ioöanni ^Dlebici (£eo X.) ftücftüeije äurücffaufen muffen')-

®ie

urbinatifdf)e 93ibUott)e!

(je^

SSatüan) tuar bur(f)au§

int

©rünbung beö großen ^eberigo öon 3ßontefeItro ((3. 50 f.), ber fc^on aU ^nabe §n fammeln begonnen '^atte, fpöter beftänbig 30 biä 40 ©crittori an öerfdjiebenen Orten befd)äftigte unb im bie

SSerlauf ber ^eit über 30

000 ©ufaten baxan tüanbte.

©ie

lüurbc, t)auptfä(i)Hd) mit

§üfe S^efpafianoS, gan,5 ft)ftematifd) nnb beröollftänbigt, unb \x>a§ biefer baoon berid)tet, befonber§ mcrfmürbig alf^ ^^bealbilb einer bamaligen 93ibIio=»

fortgefe^t ift

9JJan befafe

ftjet.

5. 33.

in Urbino bie ^nüentarien ber SSatüana,

ber 95ibUotf)e! t)on ©. SJlarco in ^-lorenj, ber üi^continif(i)en S3ibIiot{)ef

fanb mit

öon ^aöia, ja felbft ha^ ^^töentar öon Djforb, unb ba^ Urbino in ber SSoüftänbigteit ber 6d)riften

(Stolj,

be§ ein5elnen 2tutor§ jenen öielfod) überlegen rtjog öielleid)t

nod) ba§ 9JJitteIaUer unb bie

unter 772); ba fanb

fid)

eine grofee

;^n ber 9)?affe

fei.

3;;t)eoIogie

«Sammlung ber

öor (201

^ir(i)enöäter,

ber gange 2;t)oma§ öon 9Iquino, ber gange §nbertu§ magnu§,

ber gange 33onaöentura ufm.; fonft njar bie S3ibnott)e! feitig

unb

ginif{f)en

ent{)ielt g. 33. alle

2Ber!e.

Unter ben „9)loberni" [tauben bie großen

2lutoren be^ 14. ^at)r^unbertg, if)ren

fet)r öiet^

irgenb f)erbeiguf(f)affenben mebi*

33.

g.

'2)ante,

33occaccio mit

gefamten 3Ser!en obenan; bann folgten 25 au^erlefene

^umaniften, immer mit

it)ren Iateinifd)en unb italienifd)en unb allem, rt)a§ fie überfe^t "Ratten. Unter ben gried)ifc^en ßobice§ überwogen fe^r bie ^ird)enöäter, bod) fjeifet e§ bei ben Stiaffüern u. a. in einem Buge: alle SBer!e be§ Sop{)o{Ie§, alle 3Ber!e be§ ^inbar, alle SBerte be§ 9)Z e n a n (S(f)riften

=*

ber ben

ein ^obej, ber offenbar früt)e auä Urbino öerfd)mun*

fein mufs, tüeil il)n fonft bie

^^ilologen balb ebiert Ijahen

tüürben^). ^)

tlber bie f)ier flcmeinte Bibl.

renziana all'

pgl. G. JRoftagno,

Eschilo Laiirenziano,

Lau-

Prefazione f^lor.

1896,

<B.

6 2)

fg. (3.)

S8gl.

unb

©Efurg

e-E!ur§

XLV.

XLIV.


214

5)ritter 2lbfcf)mtt.

3^eben benen, bie 93üd^er fammeln, finben frü^

ficf)

aber

j(f)on

bem übermäßigen (Sammeln mamen, unb

bie öor

foI(i)e,

gtüar md)t etroa bloß SSeräd)ter ber SBiffenfd^aft, fonbern ^^or*

mit ber ©ele'^rfamfeit

bie e§

f(f)er,

©ammelmut

©efa'^ren

jebod)

reblid)

meinen, üon ber

befür(i)ten.

©o

jci)on

eifert

Petrarca gegen bie neue 9Jlobetor:^eit be§ unnützen 9lnt)äufen§

oon

unb

S3ü(i)ern,

in bemfelben 14. ^a'^r'^unbert

üanni 9)lanäini über 3tnbreoIo be

^au§ unb

SSreScianer, ber gerne

f)ingegeben

man

blicft

um feine

"^ätte,

^of, feine ^^rau unb

33ibIiot:^e!

auf red)t alte ^anbfct)riften

fid) felbft

©päter

§u öergrößern^).

^oligian

öerä(i)tlid) f)in:

lüirb tierfpottet, tüeil er bie ^anbf(f)riften, tüie bie äßeine,

nad) i^rem

aB

Stiter

SSon ber

®io*

fcf)er§t

einen fiebgigjä^rigen

£)(i)i§,

me^r

if)rem @et)alte prüfe-).

5(rt, tüie

bamalä §anbfd)riften unb 33ibIiot^e!en

entftanben, erhalten mir auci)

manchmal

^er

9?ed)enf(^aft=*).

birelte 5In!auf eine§ älteren 5!Kanuf!ripteg, tt)eld)e§ einen raren

ober allein öollftänbigen ober gar nur einzig oorl^anbenen Stejt

&abe be§

eine^ alten 9lutor§ enthielt, blieb natürlid) eine feltene

©lüdeö unb !am

nid)t in 9fJe(f)nung.

Unter ben S^opiften nat)men unb ben ©f)ren*

bie, tt»el(f)e gried)ifd) üerftanben, bie erfte ©teile

namen

©crittori

im bor^ugämeifen ©inne ein; e§ maren unb unb fie mürben l)0(i) be§a{)It*). 2)ie fd)Ie(i)tn)eg, maren teil§ Strbeiter, bie einzig

blieben i^rer toenige,

übrigen, ßopifti

baüon 1)

lebten, teiB Wönii)e, fogar aud) Spönnen, bie ba§ ©c^rei*

SB.

toejen

im

äig 1875,

®a§

SSattenbad),

{Sd)tift-

TOttelalter, 2. ?tufl., £eip-

S. 392

ff.

405

©tel)e aud)bag ®ebid)t

ff.

505

u. a.m.

De officio

scri-

bae be§ Phil. Beroaldus (Opuscula, Bas. 1509,

me^r ben

lic^

im

9luge

2)

in

fol.

LXXIsq.),

ber ftei^

öffentUrf)cn ©d)reiber

Matth. Bossus an Balth. Crassus

M. B.

Epist. pars tertia, Venet.

®at}e, Carteggio

gjturä

XLVI.

büd)eTliebenben toon

auf^fagt, bie Scrittori ifjre

Äi3nig§

Ungarn Oor*

Jnürben fortan

greife ermäßigen muffen, ba

fonft t)on

niemanbem

öon un§)

befd)äftigt

mcl)r

(seil.

mürben,

fo

I, p.

164.

SSgl.

fie

oB

!ann

nur auf @ried)en gcf)en; betm

man

e§ gu

beuten Berfud)t »uäre, gab eä

fort*

Äatligraptjen, auf meldte

mäl)renb »tele in gan§ ^toUen.

1502 No. 92. 93. 2)

be^

Matthias Corvinus

bie§

I)at.

SSenn Piero de' Medici beim

*)

2:obe

f^obroni, Laurent, 156.

S8gl.

magn. Adnotat.

Adnotat. 154.


©ntpc^ung bct

©crittori

93ibIiotI)e!en.

Ben aB

gottgefällige^ 2Ber! betracE)teteTi

meifter

unb arme

gn

215

unb Äopijten.

unb übten,

teilö (S(i)ul==

®elel)rte, bie eine§ ^iJebengeiüinneö beburften.

her 3^it ber beginnenben 9flenoi[jance toaren bie Sofin*

fc{)reiber fet)r feiten

über

bittet

unb

unäuoerläffig, fo bafj

fid) g. 33.

Petrarca

Saumfeligfeit unb Uniüiffen^eit beflagt;

i()re

tuurben

15. ^al^r'^unbert

fie "häufiger,

im

brad)ten aurf) gu i'^rem

S3erufe ein gröJ3ere§ 3ßiffen mit, tarnen aber in ber Äorrettl^eit

ber 5(rbeit niemals ber peinU(f)en @ett)iffent)aftig!eit ber alten

Mönd^e

gleid).

ßi^^^^i^ roaren

fügten

i'^rer Strbeit; feiten

unb taten

fo

bei franko fif(i)en

unb

um bie

^rangofen maren^),

fc^eint, tierbroffen bei

©obiceS Unterfcl)riften

bei,

^umor, ober

fegen§reid)en ^ätigfeit, bie

il)rer

beutf(i)en ^anbfd)riften jener ßeit oft

unerwartet überrafd)en. ®ie§

^opiften oon Slom

wie eö

e§ ot)ne jenen luftigen

fie e§, fo gefc^af)

jenes ftolje 33en:)uBtfein tion

unö

fie,

fie il)ren

um fo mertmürbiger, aU bie

ift

^e'ü '?Rilo\au^' V. meift ^eutfd)e

ix>a'^rf(i)einli(i)

unb

Seute, bie ettva§ bei ber

Ä'urie gu fu(f)en Ratten unb i^^ren 2eben§unter'^altl)erau§f(i)lagen

mußten. 5IB nun §. 33. ßofimo 9Jlebici für feine SieblingS^ grünbung, bie 33abia unterl)alb f^iefole, rafcE) eine S3ibIiotI)e!

ben Sßefpafiano tommen unb er'^ielt ben ^auf öorrätiger 33üd)er gu oeräi(i)ten, ba fid),

l^erftellen roollte, liefe er

ben

diät: auf

tüa^

man

münf(f)e, ni(f)t oorrätig finbe, fonbern fd)reiben gu

laffen; barauf machte Sofimo einen 5X!forb mit il)m auf tagtäg^ Iid)e

2tu§§a^Iung, unb

tponad)

bem

33efpafiano

fertige SSänbe^).

man

öerful^r, f)atte

ßofimo öon Stl^omaS ^arentucelli,

fpäteren

S^lif

berühmte SDiiniaturen* Don Utbino ift oon einem gftan* äojen, einem Strbeiter Vespaslanos, gefd)tieben.

Übet b

in Artisti

negli

©.

e

u

t

j

d) e

fetner @.

pil'ten in :5talien DflI.

italiani

u.

Giomale

artistica 58b. II, ©.

dl

360

^o*

©am*

e stranieri

Stati Esi^nsi, SJiobena

277

SSergeic^niS,

oIau§ V. »), eigenl)änbig er{)alten.

bibel

pori

®a§

Monaten 200

3Iuc^ bie

^)

nal)m 45 Scl)reiber unb

22

lieferte in

1855,

enidizione ff.

Statten*

bad), (Sd)rifttt)ejen, 2)

§ 12.

Vespas.

Fior.

(Sr gibt

Jbeologen,

(9^atürlicf)

©. 411, Cos.

^iftorifer, fügt aber nad)

necessarie a

E

una

SSgl.

^uriftcn,

bem

SSer^»

tutte l'altre opere libraria,

ve ne mancö ignuna. ")

5.

Medici

aud) ben Katalog ber

^biJofop{)en,

5eid)ni§ bi^ju:

31.

dl

ejfurä XLVII.

che non


216

dritter 9tbfd)mtt.

überwog

bie

unb

Stteratur

!ir(i)I{(i)e

bic 9tu§ftattung für

ben

ß{)orbienft meit ba^ übrige.)^)

^ie |)anbf(i)rift mar jene \d)'öne neu italienifd)e, bie fcE)on ben Wnblid eine§ 33u(f)e§ biefer 3eit gu einem @enu& naad)t, unb bereu SInfang fd^on in^

14. ^a'^rt)unbert '^inaufreid)!^).

^apft

S'JüoIauS V., ^oggio, (^iannoä§o SJJanetti, S'iicolö S^iccoli

unb

anbere berü{)mte ©ele{)rte maren öon ^aufe au§ ^alligrapfien

unb öerlangten unb bulbeten nur

(5d)öne§.

^ie übrige

9lu§=*

ftattung, aud) tüenn feine 9Jiiniaturen bagu famen, tvax anwerft gef(i)ma(!ooII, rt)ie befonberS bie dobice^ ber Saurensiana mit i!)ren Ieid)ten

njeifen.

tüurbe,

linearen 2lnfangg* unb

unb gu Urbino gleid)mä^ig

bem

;Snf)oIt

ben Stag legen

^armoijinfammet mit filbernen

ein

S3ei einer jold^en

S3efd)Iägen. tjor

(3(i)IuBornamentcn be*

®a§ SRaterial tcar, hienn für gro^e Ferren gefci)rieben immer nur Pergament, ber ©inbanb in ber S5ati!ana ©ejinnung,

n)el(f)e bie 6f)rfur{f)t

ber 93ü(i)er burd) möglic^ft eble 5(u§ftattung an iDoIIte,

taud)enben gebrudEten

ift

e§ begreiflid), bafe bie plö^Iid) auf*

anfangt auf SBiberftanb fliegen. Sie Stbgefanbten be§ ^arbinal§ ©effarion fpotteten, aU fie bei So^. :i?a§cari§ ha§ erfte gebrudte S3ud) \a^en, über „bie bei ben 33ü(f)er

SSarbaren in einer (Stabt Seutfd)Ianb§" gemad)te ©rfinbung;

geberigo öon Urbino

„"^ätte fid)

gefd)ämt", ein gebrudteö S3ud)

ju beji^en^).

Sie müben

Slbfc^reiber aber

pieren lebten, fonbern bie bieten,

nic^t bie, n)eld^e

lt)eld)e

bom f o*

ein 93ud) abfd)reiben

jubetten, tro^bem fie in 9lbt)anb* mußten, um e§ gu '^aben lungen unb @ebid)ten gefeiert unb gur ^ortfe^ung it)re§ Iöb=» lid)en 3Berfe» ermuntert mürben, über bie beutfd)e ©rfinbung"). ^)

x^üx ba^ mett)obiicf)e $anbfd)rif»

tenjud^en

in

unb ^ranfreid)

'2)eutJd)Ianb, ift

tt)id)tig

©nglanb

ber ©eleitä*

Clemens' VII. für Joh. Heitmers bei ^aftor IV, 2, ©. 738.

brief

2)

fur§ ')

*)

bie Bruder in 9iom (bie waren %eui\d)e: ^a^n, ^an*

Über

erften

nar^, Sd)lDeinbcim), Caspar. Veron,

Vita Pauli

1046 unb

II,

bei

fiairc,

mmat.

III, Col.

Spec. hist.

Romanae

XV.

typo-

über ®d)rift unb 6d)reiber ©j*

graphiae

XLVIII.

9iom 1778 (©regoroöiu^ VII, 525

Vespas, Fior. Federico duca §31.

big 633).

%a§

erfte

saeculi,

Privilegium

itt


^anbjd)riftcn.

^ür

bie SSerbielfältigung ber

JRömer imb bann aud) bei @ne(f)en lange nur

tvax fie in Italien halb

iinb

e§ bamit

man bei

al§

ni(i)t fo rafd),

bod) ging

t)ier tätig,

ber allgemeinen ^egeifterung 9Jac^ einiger ßeit Silben

für biefe 28er!e t)ätte benfen follen. fi(^

217

®necf)ii(^.

93ucf)brutl.

5Ibjd)rci6er.

Slnfänge ber mobernen 9tutor§= unb SSerlaggüerpItnilfe^),

unb unter ^llejanber VI. fam

bie präüentiöe

B^^lwr auf, inbem mie

e^ je^t nic^t met)r Ieid)t möglich mar, ein 33ud) 5U t)emicf)ten,

nod) G^ojimo

2Sie

[lä)

fd)reitenben

oon

fid^

au^bebingen !onnte*).

nun allmä'^Iid), im 3u[ammenf)ang mit bem fort" ©tubium ber (Spradjen unb be§ Slltertumö über* Sejte

tjüupt, eine ^riti! ber

biefe§ S3uc^e§ 9?i(f)t

gilelfo

aB

bilbete,

ift

fo

menig

ein

©egenftanb

bie ©ef(i)id)te ber ©ele'^rfamfeit übert)aupt.

baö Sßiffen ber Italiener

aB

fotd)eg,

fonbem

bie 9?epro*

buttion be§ 9tltertum§ in Literatur unb Seben mufe un§ be*

®od)

f(i)äftigen.

!ung

fei

über bie ©tubien an

fid)

nod) eine S5emer=

geftattet.

•Die grie(i)ifc^e ©ele^rfamfeit^) fongentriert ftd)

mef entließ

auf ^loreng unb auf bü^ 15. unb ben ?tnfang beä 16. '^unbertö.

(Sie

ift

niemals

fo

$5a'^r*

allgemein gemefen mie bie

Ia*>

größere (Sd}rt)ierig!eiten

teinifd)e, teiB, meil fie unenblicE) biet

unb befonberö tvcü ba§ S3ett)u^tfein üon ber römifd)en Superiorität unb ein inftinttiber ^a§ gegen bie ®rie(f)en bie i^taliener bon bem ©tubium ber griec^ifd)en 8prad)e e^er entfernte al§ bemfelben §ufüt)rte''). ^ie bon ^e* trarca unb Boccaccio, fo bilettantifc^ aud) it)re eigene 33efd)äf* 5U befiegen

tigung mit

l^atte, teil§

bem

®ried)ifc!^en fein mod)te, au^get)enbe

toar gro^, äußerte SSenebtg

XXII, bnid ^)

S-

Marin Sanuto,

Col.

ügl.

it)re

1189.

G):!ur§

g?ät).

bei 9JJurat

übet 95u^-

XLIX.

Fior. 2)

Zembino f^flbroni,

Pistolese §

fd)rift

j.

Vesp.

3.

Laurent. magn.Adnot.

212. (S§gef(i)al) in betreff ber ©c^mäf)*

de

exilio.

bod) etbdten. ')

Stroag ^b"Ud)c§ batte fd)on gut

3cit be^ £cbrcibcn§ ejiftiert,

3(nregung

Sßirfungen aber nid)t unmittelbar auf 'Sieic Sd)rift 9?gl.

ift

ober

XXIV.

g;r!ut§

über SL^erbreitung ber Kenntnis

be§ ®ried)ifd)en in ^tolien

i-

®arbt*

baujen, @ried)ijd)e ^aläo0rapf)ic

414 «)

ff.

58gl.

©jlurg L.

(£.


218

dritter 5tbfd)mtt.

bie §eitgenöjfif(i)e QJeneration: anbererfeit^ ftarb mit ber Kolonie gelel)rter gne(f)if(^er 3^1üd)tlinge j(i)en in

ben 1520er

ba§ SfJorblänber S3ubän§)

fid)

(^tgricola,

beöjelben

ben Italiener

au^ ba^ ©tubium be§ ©ried)!*

;3at)ren tüeg^),

unb

9leuci)Iin,

freilid)

gum

mar

ein te(i)te§ (3\ixd,

(Sra§mu§, bie ©ftienne,

(Sd)meräe ber tiefer bliden*

inän)ifd)en bemäd)tigt t)atten.

Sene Kolonie 'f)atte begonnen mit Tlanuei S!)rl^foIora§ (jeit 1396)2) y^^ ^fltte in ©eorg üon Xrope^unt feit 1416 einen ^ort^ f

e^er gefunben ; gur 3eit be§ ^Florentiner ^on5iI§t)atten @emift^o§

f arbinal

^let^o unb

33effarion eine grofee 93egeiftemng für ba^

X^eoboro§ (^a^a (furg öor 1438), enblid) um bie 3cit ber Eroberung ^onftantinopelö unb na(i)'f)er ^ot)anne§ 5lrgt)ropoIug, ©emetrioä (S'^alconbtjlaö (1448, blieb in Italien, ^auptfä(i)Iid) in^^Ioreng unb SKailanb bi^ 1511), ber feine «Sö^ne 2:t)eopt)iIoö unb S3afiIio^ gu tüchtigen (SJried)en er^og, 9In* bronüog ^alliftoö, 9)lar!uä 9Jlufuro§ unb bie f^amilie be§ £a§cari§, nebft anberen me!)r. 9Zur menige @rie(i)en fanben in Italien bie (Stellung, tt)eld)e fie rt)ünf(f)ten; einige, unb gerabe bie beften, tüie (3a^a, gerieten balb in unmürbige S5ernad)Iäffigung; nid)t lüenige fe'^rten, bitter enttäufd)t, in it)re ^eimat gurüct. 6eit @ried)if(i)e erlüecft;

bann

tarn

iebod) bie Untern)erfung @ried)enlanb§ burd) bie Stürfen öoll* ftänbig mar, gab eö feinen

au^^genommen

bie

©ö^ne

neuen

gelet)rten 9'?ad)rt)ud)ö mel^r,

ber 3^lüd)tlinge unb öielleic^t ein

paar ßanbioten unb ßtjprioten^). ®afe nun ungefähr mit ^)

2)ag ^ugfterben biefer @ried)en

fonftatiert Pierius Valerianus,

De

in-

felicitate literat. bei Einlaß be§

Job.

Lascaris, ed. 5Kendcn ©. 332.

Unb

Paulus Jovius

am Gnbe

bem

SRom ben jungen Reuchlin3:f)ucQbibeä übetje^en

{)örte

:

Graecia nostra exilio

transvolavit Alpes. 2)

SSon Argyropulos wirb jcitcnS

feiner Elo-

einc§ 3ßit9cnojjen crjäl)!!, er ijobe,

gia literaria fagt öon ben "S)eutfd)en:

im ©egenja^c ju anberen ®ried)en

non modo

burd) jeine greunblid)feit bie ^örer

.

.

.

quum

literae latinae

cum pudore

nostro, sed graecae et

bc[tod)en;

ba§ or bene,

tuomit

er

hebraicae in eoriun terras fatali com-

feinen aSortrag unterbrach ober bie

migratione transierint. ((55egenl540.)

Slntttjorten

Sd)üler

begrüßte,

St)tiH^

blieb in aller ®ebäd)tniä.

gür Arg.

t)atte fd)on faft fed)jig

^aijxe

früher (1482) Joh. Argyropulos auä* gerufen,

aU

er in feinem ^örfaal in

ber

2orre passim. =»)

SRanfc, '$äp\te 1,

486

ff.

— SRan


219

ffcnntntS bti ®ried)i|rf)cn.

%obe fieo§ X.^) aurf) her SSerfall ber allgcmemen beginnt, l^atte tüoi^l

gned)if(i)en

pm

©tubien im

feinen

2;eil

©runb unb

in

einer 58eränberung ber geiftigen 9ftid)tung überl^aupt^)

ber bereite eingetretenen relatiüen Sättigung mit ber

!Iaf|ifcf)en

bem ®a§

Literatur; gemife

ift

in

bem ^^n^dt

aber aud) bie ^oingibeng mit

Sluöfterben ber gelet)rten ©riechen feine gang gufällige.

(Stubium be§ ®ried)ifd)en unter ben Italienern jelbft er* fci)eint, menn man bie 3ßit um 1500 gum 9Jlaf3ftab nimmt*), gewaltig fd)rt)ungl)aft: bamal§ lernten biejenigen Seute

reben,

tt)eld)e

grie(i)ifdE)

aB

©reife

bie Rupfte

^aul

III.

öon Xeilna^me aber

je^te

ben Umgang mit geborenen

!onnten, tnie biefe 9Irt

e§ ein t)albe§ ^a'^rt)unbert fpäter nod) j.

33.

unb ^aul IV. ©erabe

®ried)en borauä. ®iefe gingen in i'^rem ©tolge man(f)mal tüeit,

tüurben anfänglict) gtoar gurüdgeroiefen

jef)r

tvie 2trgt)roputo§

mit feiner ^ef(i)impfung ©icero^, burften aber fpäter, felbft tüenn fie fid) nur gried)ifd)er SSäter ober ©ro^üäter rüf)men tonnten, tüie 5(ntonio Ferrari (ilGalateo, f 1516), ungeftraft bie ftärtftenSSorte gegen^talien 9lufeert)alb

SSerona, ^errara,

SSenebig,

©tobte tx)enigften§

3-

^)

'^-

unter i^m unb burd) jetne

benn

grünbete

er

tüd)tigc

aSgl.

®noU

633

*)

3)

©riechen

jum

me

.

riit.

Utraque

sponte,

.

Graecia

illa

della

p. 338. 379.

bem

©ofjn

feinen

2e{)rer nerj^affen,

alienigenis servit, haec

invita Graecia Italiam

saepe e barbarorum Servitut© Übe-

Graeciam barbaris

ser-

vire permisit. ^)

Georg von Trapezunt mit 150

®ufaten

in

SSenebig 1459 al§

fejjür befotbet, Malipiero,

VII,

II, p. 653, ügl.

de

situ Japygiae, Basel 1558,

übet

p. 103:

Graeci sumus et hoc nobis

Perugia

*)

fuisse

suis consilüs, suisque discordiis pe-

ravit, Italia

I,

natum

.

auä

^xciüd) jd)on 1497 fonnte AleSpäter

.

in Italia

mei Pudet

Progenitores

{)er=

3;ommafo ©ar, Relazione

anders

accedit.

Graeci sacerdotes fuere

5Ifabemie,

in Rivista d'Italia (1898)

Roma,

be§ ©ried)ifci)en^).

.^elleniften

fg.

Corte dl

gloriae

a.

sua vetustate suaque fortuna, Italia

Oorgcgangen lüaren, micber eingel)en. II,

immer,

faft

bie tjon it)m be*

liefe

t)ellenijd)e

ber einige

unb ^abua

geitroeife befolbete £et)rer

esfurg LI.

(2d)ulb,

feine Kultur Qehxaudt)en*).

Perugia, ^aöia, 93oIogna u.

ba§ (£nbe bieje§ 2tbfc^mtte§ unb

ögl.

unb

f^loreng I)atten 9ftom

ben f.

gried)ijd)en

Arch. stör.

<ßro<=

Arch. stör.

oben (®. 78); Seljrftuf)!

XVI,

II, p.

in

19


220

dritter

m\6)mtt

Unenblic^ öiel öerbanüe ba^ gne(j^ifd)e (Stubium ber Dffiätn beö Stlbo SlJtanucci §u SSenebig, tüo

feit

1494 bte

tt)id)tigften

umfangreid^ften 2(utoten, barunter 5lriftoteIe§ mit taren in fünf Folianten,

im ganzen 52

5loTiimeTi==

35änbe, gumeift in t^olio,

äum

erftenmal gried)ifd) gebrucft tt)urben.

^ahc

babei; er tvax ein ßbitor

unb

unb

5llbo iüagte feine

SSerleger, lüie bie SSelt hjenig

ge{)abt ifaV).

Sieben ben Haffifd^en getuannen aud) bie orientaIif(f)en ©tubien einen giemlid) bebeutenben Umfangt). ©d)on ^ante

ba§ ^ebräifd^e

f:)at

ftanben

öom

l)at;

Iet)rten nid)t me'^r

gefd)ä^t, tnenn er e§ aud)

fe!)r

f(f)rt)erli(i)

an begnügten

15. ^al}rf)unbert

bamit, ba^ §ebräifd)e

öer*

fic^

bie ©e*=

f)oci^§u^ alten,

fonbern

öerfu(i)ten aud), fid) eine grünblidje 5lenntni§ be§felben an^u^

®od) biefe triffenfc^aftlic^e ^efd)äftigung tüurbe gleid) an burd) religiöfe 58elt)eggrünbe geförbert ober ge= ^inbert. 5tl§ ^oggio, öon ben Tlüi}en be§ Äonftanger Äongil^ au§ruf)enb, in Äonftang unb in S3aben f)ebräifd) lernte, bei einem getauften S^ben, ben er al§ „bumm, launifd) unb un^ eignen.

tjon Slnfang

ferner

beccari, ©.

bie

tüie

tüiffenb, sqq.,

33

%x.

S<^xn'

— %üx 9itmim bleibt

f.

ungeroi^,

^uben gemö^nlid)

görftcr,

"Si.

ob

bojiert

gried)ifd)

tuurbe; ögl. Anecd.

litt.

^n

p. 300.

93ologno, ber 5)od)burg ber iuri[tifd)en

©tubien,

t)atte

Aurispa nur

ge»

jef)r

ringen Srfolg. ©pätcr bagegen UJurbc

^Bologna eine ^auptftätte be§ gried)i=

Stubium§,

fci)en

Urceo

9J?aIagoIa,

j.

p. 1 bi§ 137.

%o(i)

i[t

anjunebmen, ba^ bort gried)ifd)

gelehrt

Codro

jd)tt)erUd)

^{)ilofopt)ie

lourbe.

^m

58e=

rufung'Sfd)rciben üon 1505 föirb ftatt

philosophiam tüol^I

graece

ju lefen fein:

profitentem

graecam,

inie

finb,

mel6)e

fid)

taufen

^ibot: Aide Manuce et rhell^nisme

ä Venise, Paris 1875. talogues

58gl.

auc^ Ca-

des livres grecs et latin^

imprimes par A. M. reproduits en phototypie avec une pr^face par ^.

Cmont, ^ari§ 1892

fol.

((£§ finb

3 Kataloge üon 1898, 1503, 1513.) S. (SoftcUanig SBerf über bie ©rxider in SBenebig 1889. 2)

f5ür ba§ golgcnbe %. be GJuber-

nüti§,

Mat6riaux pour servir ä This-

toire des 6tudes orientales

Paris, Florence etc. 1876.

en

Italie,

9Jad)trüge

üon ©oatie im Bullettino italiano degli studi orientali vol. I, 178 sq.

aud) t)on einer medicina graeca et

©enaucre

für

bie

latina bie SRebe

ßinjclbciten finb unten (Sjfurö

LH

^)

ift.

2)aTüber erfd)öpfenbe

gen in bem fd)önen

SQJerfe

9)(itteilun=^

öon

21.

^.

9Jad)tticifungen

äufammengeftellt.


Drientaliicfie

221

©tubicn.

mufete er fein 33emü'f)en gegen Stonarbo

laffen", be5eid)net,

S3tuni öerteibigen, her bemetjen tDoIIte, bafe bie Äenntni^ ber

©pracf)e unnü^, ja öerberblid) fei. 9tn bie bog* ^olemif gegen bie ^uben fnüpft firf) bann bei @ian*

l^ebräifrf)en

matif(i)e

no^go

SDiJanetti,

lehrten

bem

bie

Erlernung beä |)ebtäifd)cn; im

2(uftrag be§ ^apfte§ 9^i!oIau§ V. überfetjte er bie

mußte aber

©e*

ofterrt)nf)ntcn gtofjen fIorentimfd)en

unb ©taatämann^,

feine Überfet^ung^grunbfä^e in einer

an

^falmen, 9(Ifon§

ge='

burd) benfelben ^apft öeranlafet,

rirf)teten (5(f)rift öerteibigen;

ber aud) einen ^rei§ Don 5000 Xufaten für bie Sluffinbung ber l^ebräif(i)en

melte er

be§ (Söangeliiim Waüi^äi au^fe^te, fam=

Urf(f)rift

aufbert)at)rt roerben,

unb begann

gegen

©o

bie ^uben^).

£ird)e:

nod^ je^t in ber 58atifana

t)ebräifrf)e §anbf(f)riften, bie

trat

ein grof5eö apoIogetifc!^e§ 2Ber!

ba^ ^ebräif(^e in ben ®ienft ber

ber ßamalbulenfermöncf) SImbrogio Straüerfari lernte

unb ^apft (Sijtug IV., ber ba§ ©ebäube für bie unb biefe 33ibIiot^et burc^ oiele 91n!äufe üer* aud) ^öefolbungen für Iateinif(f)e, gried)ifd)e unb

biefe ©pra(i)e^),

SSatifana errichtete met)rte, tüarf f)ebräif(^e

bium

©friptoren (librarios) au^*).

ber ©prac^e

immer allgemeiner:

9?un tüurbe ba^ ©tu* t)ebräifd)e §anbf(f)riften

lourben gefammelt unb bilbeten in mand)en

53ibIiotI)efen,

g.

93.

ber urbinatifc^en, einen befonberö mertüollcn 2eil be§ ange*

fammelten reichen

Q(i)ai^e^, ber 'Sirucf !)ebräifd)er 93üd)er

in Italien fd)on 1475

ben übrigen

unb

erleichterte

ben i^taüenem,

©tubium beö ^ebräifd)en;

barf au§ Italien entnat)men, ba§

©prad)e oertraut gemad)t »gl. aud) unten ©. 245

^) 58gl.

Cbmmentario

unb

l^atten,

ff.

della vita di

Vespasiano

Urbin.

Bisticci.

Torino 1862, f.

£b

roitf-

ber ^apft ju feinem 3?erlangen

baburd)

oeranlafit

routbe,

baf3

oiele, bie fie

mit ber erlernen

geben? M.a ®d)rift gegen bie :5uben X. adv, Jud. et gentiles ms.

libri

bejonber^ ©. 11. 44. 91

fic^

auf ^inbrängte, bie 3SuIgata aufju^

Messer Giannozzo Manetti scritto da

lid)

aud)

58öl!ern, bie nod) oiele ^ai)x^el)nte lang i!)ren 93e*

balb gab eö in allen größeren ©tobten eingelne, bie

1)

begann

irie

bie

p^üologif c^eQ5efinnung jener 3eit bar=

58 bei Söolf, Bibl. hebr. IL,

1034.

p.

^)

85. *)

Vesp.

Flor.,

Frate Ambrogio

A. Trav. Epist. Üb. XI, 16.

Piatina Vita Sixti IV, p. 332.


222

^rittet 9lbjd)nitt.

lüollten, \o

ba^ 1488 ein

Se^rftu^I für bte l^ebrätf(f)e (Spta(i)e

in Bologna, 1514 ein \o\d)ex in fo meit,

9lom erri(i)tet tüurbe; ja eg !am ben S5or§ug bor bem @riec^i=

man bem §ebräifcE)en

ba^

jc^en gab^).

Unter allen aber, bie bräij(f)en bej(i)äftigten,

ficf)

mar

im lö.^a^r'^unbert mit bem |)e* aU ^ico bella

!einer bebeutenber

bem SSerftänbni^ ber ^ibel unb ber ©rammati! bemenben ließ, fonbem ^abbalat) einbrang unb fid) jogar mit tat*

SDliranboIa, ber eö nid)t bei

f enntni§

ber :^ebräij(i)en

aucE) in bie iübif(jE)e

^a^

mubifci)en ©d)riften ahQah.

roenn aud) nur in banfte

fef)r

ber (S^riften

mand)e öon i^mn,

freilid)

ß!)riftentum

unb

S3efd)äftigung,

foIcf)e

t)0(f)gea(i)tete

im

^ebräifcf)en

meift erft

maren,

übergetreten

tier^

mie benn überf)au:pt bie

er feinen jübifc^en Se!)rern,

Suben Se^rmeifter

Ie{)rer

i{)m eine

befcf)eibenem Wla^e, möglid) mar,

angefefjene

©(i)riftftener

maren unb

bann, na(i)bem

fie

gum

Unioerfität§=

mürben^).

©prad)en mürbe au^er ber"f)ebräi= fcE)en aucf) bie arabifcE)e gepflegt, ^u il)r mürbe manbeftänbig burd) bie ^JJebigin geführt, meiere fid) mit ben älteren Iateinif(i)en Über^ fe^ungen ber großen arabifd)en ^irgte ni(i)t mef)r begnügen mollte; ben äußern 5tnla^ boten etma bie t)ene§ianif(f)en ton== Unter ben

fulate

!am al§

im

orientaIif(f)en

Orient, mel(i)e italienifd)e ^trgte unter'E)ieIten.

fd)ä^ung üeranlafet, moIIte

^amponio ßeto

be^ 9{rabifc^en aneignen.

5tber bie

O^enaiffancegeit finb

nur ein

meld)e bie arabifd)e Kultur bie

^aju

93emunberung Wal)ommeb§>f ber üon mancE)en t)öber 9Jlofe§ unb G^{)riftu§ bemertet mürbe; burc^ foId)e ^od)^ eine

fic^

Äenntniä ©tubien ber

bie

arabifd)en

fpärlic^er 9?ad)!Iang ber §errfd)aft,

im

9JJitteIalter

gan^e gebilbete SBelt ausgeübt

t)atte,

über i^talien mie über

eine ^errfc^aft, meiere

fonbem i^r unb nid)t ot)ne £ampf ber ©egnerin ben bi§t)er innege'^abten unb fraftüoU be* f)aupteten^Ia^ überlädt, ^ieronimo fRamufio, eint)ene5ianifd)er ber ber S^lenaiffance nid)t blo^ §eitUd) öorange^t, in gemiffem (Sinne auä) feinbli(^ gegenüberftet)t

5lrät, ^)

überfc^te einen großen Xeil be§ Sloicenna au§

Sßgl.

ejfurä

LH.

1

2)

^ß^i

^jf^g

lIII.

bem

5tra^


©tubicn.

DricntoItf(i)c

bif(i)en

unb

SSelluno

^ama§fu§

[tarb in

') tjielt jid^

223

^ico.

(1486).

Slnbrea ^JJongajo öon

um 5lt)icennaä rüillen lange in ®ama§!u§ auf,

unb emenbierte feinen Stutor; bie öene* ;iianifd)e Sflegierung ftellte i^n bann für biefeä befonbere ^a6) in ^abua an. '3)em öon $8enebig gegebenen 33eifpiele folgten bann balb anbere: g^ürften unb ^riöatleute itjetteiferten im (Sammeln öonarabif(f)en^anbf(i)riften; ^u^ano mürbe bie erfte arabifd^e ^ruderei burd) ^li^i"^ H- angelegt unb 1514 unter Seo X. eingeh)ei()t^).

lernte ba§ 9Irabijd)e

^ico muffen mir

S3ei

2Bir!ung be§

'f)ier

nod) bermeilen,

^umani^mug im großen

jige, tt)eld)er laut

unb mit

e'^e

mir §u ber

6r ift ber ei=» 3öiffenfcf)aft unb SSa^r^»

überget)en.

9'?ad)brud bie

Briten gegen baö einfeitige ^ert)orf)eben be§ !Iaffifd)en

!)eit aller

Stitertum» öerfo(f)ten

'^at^).

'üi(i)t

nur 5toerroe§ unb

bie jübi*

f(^en ^orfd)er, fonbern aud^ bie (3df)oIafti!er be^ Mittelalter^ fd^ä^t er nad)

i^rem 8ad)in'^alt; er glaubt

fie

reben gu l^ören:

„mir merben emig leben, nid)t in ben (Schulen ber Silberfted^er, fonbern im ^rei§ ber SBeifen,

mo man

9tnbromad£)e ober über bie ©öl^ne ber

nid)t

über bie SJJutter ber

SfJiobe bi§!utiert,

fonbern

über bie tieferen QJrünbe göttüd£)er unb menfcE)Iid)er ®inge; mer

ba näf)er tritt, mirb merfen, ba^ auä) bie 33arbaren ben ©eift (Mercurium) t)atten, nid)t auf ber Bitnge, aber im Sufen." ^^m ^)

Pierius Valerian., de infelic.

lit.

Mongajo ed. 5Kenden, ©. 301. ©ubematiä ©. 184 ^ält i^n für tbentifd) mit Andrea Alpago tion

bei 2lnla6 beä

Belluno (f um 1520), ber gIetd)faUl orabi?c^c Stubien getrieben unb 9tei= \en nad) \o\l.

bem

über

Orient gemad)t ^aben

bie

arabifd)en

über{)aupt ®ub. ©. 173

Ramusio

ogl.

ff.

Stubien

Über

Sansovino, Venezia,

@ubemati§ @.

in

bem

2t.

2)

188.

'Do§ erfte

fid) einige, freilid)

2Berfe bei Polifilo (©. 208,

b

ägt)pt.

7a.

— ^üt ben Einfang

ber

©tubienogl. @regorooiu§VIII,

©. 304. ')

SSoräügli^

93riefe

oom

Barbaro L. IX.

bei

in

ogl. 93b. II,

bem

tpid)tigen

^atjxe 1485 an

Ermolao

Ang. Politiani epistolae, SS gl.

Jo. Pici oratio de

hominis dignitate.

Fol. 250. 2)

©d)on 1499 ftnbcn

äiemlid) oerunglüdte arabifd)e 2;Qpen

über

biefc IRebc

©. 73 unb ben baju

ge=»

bifdier ©prai^e, bie erfte italienifd)e

prigcn ©Efurg LXXVII; über Pico ift im 6. 2Ibfd)n. 4. ^ap. au§füt)rlid)er

überfegung bei Soran erfd)ien 1547.

ju ^anbeln.

99ud) cnt{)ält d)riftlid)e ©ebete in ara=


224

5)ritter 2lbj(f)mtt.

etneg fräfttgen, burc^auS

SSeft^

nt(f)t

unb ^urB*

imjcE)önen Satein§

einer flaren ^arftellung üerat^tet er ben pebantijd^en

muö unb i)eit

bie

gan^e Überj(f)ä^ung einer entlet)nten ^^orm, gumal

mit @infeitig!eit unb (£inbufee ber öoUen großen Sßa^r* ber ©ad)e Derbunben ift. 'an if)m fann man inne merben,

tüenn

fie

erl)abene

tt)eld)e

genommen

Söenbung

menn

\)ahen,

bie

ni(f)t

italienifd)e ^"fiüofop^ie

bie

Gegenreformation

bü§>

mürbe gange

(5Jeifte§Ieben geftört '^ätte.

l^öf)ere

rasiertet Kapitel.

®ct ^tttnatiiömu^ im 3Ber tüaren

tum mit intjalt

ber

nun

14.

Saftr^unbctt

biefenigen, tüelc^e ba§ ^oc^tiere'^rte 3tlter*

©egenmart öermittelten unb ba^

erftere

gum ^aupt*

ber 53itbung ber le^teren erhoben?

eine t)unbcrtgeftaltigc (3(^ar, bie ^eute biefe§,

ift

morgen

jene§ ^Tntli^ ^eigt; fobiel aber mufete bie Bei* unb mußten f elbft,

fie

baf3 fie ein neueö Clement ber bürgerlid)en ® ef ellf (i)af t feien.

SSortäufer

9tl§ it)re

mögen am

ef)eften jene

öagierenben ^lerüer

be§ 12. 3a^rf)unbert§ gelten, üon bereu ^oefie oben (6. 193 bie SRebe getüefenift; ba^felbe unftete

aU

';j)afein,

biefelbe freie

f.)

unb

unb non berfelben^ntitifierungber ^oefie menigftenä ber Anfang, ^e^t aber tritt ber gangen, tüefentUcf) nod) immer geiftli(^en unb non ©eiftlic^en gepflegten SSilbung be§ Mittelalter^ eine neue ^ilbung entgegen, bie fid)

met)r

freie 2eben§anfid^t,

an baSjenigepIt, rt)a§ jenfeiti^ be§MitteIaUer§ liegt'). merben lt)i(i)tige ^erfonen^), meil fie 3f)re t)aben, lüeil fie gu frf)reiben fud)en, gemußt U)iffen, tva§> bie Otiten mie bie eilten fc^rieben, meil fie gu benfen unb balb aud) gu empfinben beginnen, tüie bie Eliten bacf)ten unb empfanben. öorgüglict)

aftioen Sträger

J) =')

tat

58gl.

SBie ?t.

53.

ed. 1513

(S;cfut>3

Jie iid)

mir

LIV.

jelber tarierten, öcr=

Poggio (De avaritia, opp. fol.

(Sinleitung),

2.

bie crftcn Säfee ber

tnbcm nad)

jetner Slnjid)t

joId}c

fagcn fönnen,

|ie

t)ätten gc*

lebt, se vixisse, tt)eld)c gelehrte

unb

bercbte Iatetnifd)c ^üd)cr geid)rieben

ober ®ried)ijd)e§ in§ £atetmjcf)e übergießt t)ätten.


§umani§mu§ im

^ie

14.

3^rabition, ber fie fid)

unb

Sat.

i^a^i^tjwnbctt.

mibmen,

ital.

SSilbung.

225

an taujenb ©teilen

gef)t

in

bie 9ieprobu!tion über.

oon 5^eueren

ift

beüagt morben, ba^ bie ^fnfänge

öfter

einer ungleicf) felbftänbigeren, fd)einbar tüefentlid) italienifd)en

^ilbung,

iüie fie

um

1300 in g'^oren^

ba^ ^umaniftenttjefen

maB

i)ahe in

tinif(f)en

geigten, naä)^ex burd)

^loreng alle^ lefen tonnen,

tüorben feien ^).

"Sa^

felbft bie ©feltreiber

Slanjonen gcfungen, unb bie beften nod) üor^

r)ätten 2)ante^

'^anbenen

jid^

\o üöllig überflutet

italienif(f)en 9J?anuf!ripte {)ätten urfprüngticE) floren^

|)anbarbeitern get)ört;

populären (£nät}!Iopäbie

tüie

unb

bamaB ber

fei

bie Gntfte^ung einer

„Seforetto"

be§

33runetto

©runblage ge= ^abt eine allgemeine Stüd)tig!eit be§ ßt)ara!ter§, mie fie bui6) bie Steilna^me an ben Staat§gefd)äften, burd) ^anbel unb fiatini möglicE) getüefen;

bie§ alleö ^ahe gur

Steifen, üorgüglic^ buxä) ftjftematifc^en 9(u§fd)Iu^ alle^ 'üJlüBig*

gange§ in ^loreng gur SSIüte gebrad)t Sorben mar.

benn

feien

unb brau(f)bar fagVIII.

fie

'^amaU

ber gangen 9BeIt angefef)en

aucE) bie ^Florentiner in

unb nict)t umfonft 1:)ahe ^apft 58oni= jenem ^at)re ba^^ fünfte (Clement genannt, anbringen be§ §umani§mug feit 1400 fei biefer

getüefen,

in eben

^it bem ftärfern

einf)eimifd)e Strieb

Derfümmert,

man

^roblem^ nur üom Stltertum

't)abe

fortan bie fiöfimg

unb barob bie £ite=' ratux in ein blo^e^ Biti^it^en aufge!)en laffen; ja ber Untergang ber ^rei^eit pnge hiermit gufammen, inbem biefe (Srubition iebe§

ertüartet

auf einer ^ned)tfd)aft unter ber Stutorität beru!)te, pale

'3ted)t

(SJunft

römifd)en aufopferte unb fd)on

ba§>

munigi^

be§>t)aih

bie

ber ©ett)attt)errf(^er fud)te unb fanb.

'3)iefe

bann

bem

9In!Iagen merben un§ nod)

i^r n)af)re§

tommen

Tla^ unb ber

hjirb. |)ier

ift

"^ie

unb ba befd)äftigen, n^o ©inbu^e gur (Bpta(i)e

(Srfa^ für bie

mm üor allem feftguftellen, ba^ bie Kultur

be§ fräftigen 14.3af)rt)unbert§

felbft

nottüenbig auf ben bölligen

©ieg be§ ^umani§mu§ tjinbrängte, imb ba§ gerabe bie ©rösten im 9teid)e be§ fpe§ieIHtaIienifd)en @eifte§

tum^betrieb be§ 15. ;^a^r^unbert§ ^)

95eJ!.

Sibri,

Histoire des sciences

SSurd^iarbt, Äuthtr ber

SRenaifjance.

I.

bem

fc^rantenlofen WIter*

%üx unb Xor math^m. 11.

52Iuft.

II,

geöffnet l^aben.

159 sq. 258 sq. 15


226

dritter

5t'6f(i)nttt.

SBenn eine

SSor allen ®ante.

ptte

feines 9flange§ bie italientf(i)e tultur

öon

?Ret"^enfoIge

(SJenten

tDeiterfü'^ren !önnen,

mit antuen

jo iDÜrbe fie felb[t bei ber ftär!ften SlnfüIIung

(Sie*

ntenten beftänbig einen !)0(i)eigentümIid)en nationalen ©tnbrucf ma(i)en.

Slllein

Italien unb ba^ gange 3tbenblanb :^aben !einen

unb

unb blieb et ber, lüelci^er guerft ba§ Stltertum nad)brü(fli(i) in ben 58orbergnmb be^ Kulturleben^ bineinf(f)ob. ^n ber ^iüina ß^ommebia be* !)anbelt er bie antue unb bie cf)ri[tli(i)e SSelt gföar nid)t aU gleic^== gtüeiten '2)ante tjeröorgebrac^t,

beftänbiger parallele;

berecf)tigt, bocE) in

alter

^t)pen unb

jo tvai

au§ ben

5lntitt)pen

i-oie

baS früf)ere

9J^itteI==

unb ©eftalten

@ejcf)icl)ten

beg 9llten unb bes 9?euen Xeftamente? gujamntengeftellt batte, fo bereinigt er in ber Siegel ein d)riftlid)e6

SSeifpiel berfelben 2atfacl)e^).

^l)antafietuelt

ct)riftlid)e

bagegen eine

relatio

regenbe

unb

tDar,

menbig ha^ ba^

öergeffe

unb

ein l)eibnifcl)e§

man

nicl)t,

bafe bie

@ef(i)id)te eine be!annte, bie antife

unbetannte, öielüerjpre(i)enbe unb auf*

ha'^ fie in ber

tlbergert)id)t

@lei(f)gerDi(i)t

unb

^un

allgemeinen 2eilnal)me not*

be!ommen

mufete, al§ fein '3)ante xmtjx

er^mang.

Petrarca lebt in ben @eban!en ber meiften je^t al§ großer italienif(f)er '3)i(i)ter; bei

feinen 3eitgenoffen bagegen

©rabe baöon

!am

fein

ba^ er ba^ Stltertum gleid)fam in feiner ^erfon repräfentierte, alle Gattungen ber 9flul)m in meit l)öl)erem

'^er,

lateinifc^en ^oefie nad)al)mte, burd) gro^e @ef(f)i(i)tgn)erte

unb

p'^ilofop^ifd)e Sraftate nid)t bie SSerte be§ 2lltertum§ §u ber*

brängen, fonbern allgemeiner be!annt gu ma(f)en fud)te unb SSriefe fcl)rieb, iüelcl)e al§ 5Ibl) anbiungen über einzelne ©egen* ftänbe beS 5tltertum§ einen für

3eit ol)ne |)anbbüd}er aber

Petrarca 1)

felbft l)offte

unb

Purgatorio XVIII. enthält

ftarfc

Belege

:

Spanien;

3. 95.

SJJario

j5fJbriciu§ uneigennützig.

^ei biejem

^Inlafe

ij't

un§

ift

oufmcrfjam ^n

unbegreiflicl)en, für jene

er!lärlid)en SSert Ratten,

n)ünfd)te

Waüa eilt über ba§ @e*

btrge, Söfat nad)

arm unb

felir

nur burd)

machen auf

^luä)

feine lateinifdjen

bie

d)ronoIogijd}c Sin«

fled)tung ber ©ibtjllen in bie antife

^rofangcfdiid)te,

ttjie

feinem "Sittamonbo

um

1360

t)erfuct)t.

(I.

jie

Uberti in

Aap.

14. 15)


®ante.

(3(f)riften Slu'^tn bei f(f)en @ebi(i)te

oft üerfid)ert,

bem

WiU unb

gu erlangen; bie italtent*

Sf^acfitüelt

bagegen ad)tete

227

Soccoccto.

^ettotca.

er gering, ja er t)ätte

gern üernid)tet, tüenn er

tüie er

jie,

nur baburd) aud) au§

fie

@ebäd)tni§ ber 5JJenf(^en gu reiben bermoc^t ^ätte.

^it Boccaccio öerplt e§ fid) ät)nUd); er war t)unbert ^a"^re lang in gan^ Europa berüt)mt, e^e man biegjeit^ ber ^Ipen üiel öon feinem ®e!amerone tvu^te^), bloB um feiner mt)tf)ograp'^i= fc^en, geograp'^ifd)en unb biograp^ifc^en (Sammelwerte in la^ teinifd)er Sprache millen^). ßineg bon biefen, „De genealogia Deorum", enthält im 14. unb 15. ^ud^e einen merttüürbigen worin

2lnt)ang,

er bie (Stellung be§ |ugenbtid)en

^umani§mu§

gu feinem ^atjr'^unbert erörtert. @§ barf nid)t täufd)en, ba^ er immerfort nur bon ber „^oefie" fprid)t, ä^nlid) wie e§ Petrarca getan l)atte, benn bei nä'^erm ^uf^^^" 1^^^^ ^^^ bemert'en,

ba^

er bie

®iefe

gange e§,

ift

geiftige ^ätig!eit

be§ ^oetenpf}iIoIogen meint^).

bereu ^einbe er auf ba§

fribolen IXntoiffenben, bie

fc^ärffte

bekämpft; bie

nur für (Sd)Iemmen unb ^raffen (Sinn benen §eIi!on, ber !aftalifd)e

l^aben; bie fop{)iftif(^en X'fieologen,

Duell unb ber ^ain be§ bie

'>^1:)'öhu§' a\§>

golbgierigen ^uriften, infofern

l^alten,

^oefie für überflüffig

©elb einbringt; enblid^ bie

fein

fie

blo^e %ox^e\ten erfd)einen;

weldie bie

(in

Um^

f(^reibung, aber !enntlid) ge§eid)neten) 58ettelmönd)e, bie gern über |)eibentum unb i^mmoralität ^lage führen*); bei ^e==

famennod)

trarca ^)

"Sie

erfte

bie ^trgte

aB

überfe^ung

beutjd)c

be§ '2)efameron üon H. Steinhöwel

Würbe fel)r

bereits 1472 gebrucft u.

balb

jum

beliebten

würbe

a3oI!§bud).

SSeräd^ter ber Söiff enf d)af t ^ingu. ^äbag.

93b.

XX

(1874), be\. §orti§,

Studi sulle opere latine di Bocc, trieft 1876. ^)

Poeta bebeutet noc^ bei Dante

2)en Übergebungen be§ itoIienifd)en

(Vita nuova, p. 47) ofjncbieS nur ben

'Sefameron gingen

tateinifc^

ber

öon

Petrarca

fa[t

überall jotd)e

latcinifc^

bear*

über bie

Boccaccios tcrifti!

be§

Saf)rt).,

unb

braud)t

3ur

(Stiarof*

mifd)en

unb

unb begriffe.

§um. im

14.

15.

Breslau 1865, unb gledeifen

5[llafiu§,

Dicitore

werben.

lateinischen (Schriften

ügl. ©(f)üd, ital.

Saf)rbüd)er für ^t)ü. u.

*)

an

irät)renb

'Sic^tenben,

für

italienifd)en Siebter bie ^[u^brücfc

Rimatore,

beiteten GJrijelbiSnoöelle öoran. 2)

ben

fi(f)

gc=»

toer*

mit ber gett SluSbrüde

Petrarca in £it)iu§,

rima

per

5inerbing§

bem fingiertenSSriefc

Epp. fam.

ed.

Fracass.

15*


228

dritter Stbfc^mtt.

SSennbeibe SSor!ämpferbe§ §UTnani§mu§if)re[tattIt(i)e@d)ar

bon ©egnern

betra(i)ten, fo feufgeTi fie mot)I in TneIan(i)oUj(i)en

9(ugenbli(ien, i^x üble§ ©eftinx ^ahe getoollt, ba}^

3eit unter §alun!en leben muffen. tüeber burci) bie 3^^^^ nieren.

fügen

«Sie

fie fid)

burc^ bie G^rünbe ber ©egner impo^

'•^oc^

öielme^r bie pofitiöe S3er=

9Ibrt)e'^r

i'fjrer

in f|)äter

jie

jebod) laffen

9Jieift

teibigung f)in§u, ben 58emei§, baB bie ^oefie ber Sllten unb ber

ba^

Sfleueren, welä^e jenen folgen, ni(i)t§ £ügnerif(i)e§ ent:^alte,

2ob ber ^oefie, namentlid) beg tiefern, gumal anegorifd)en ©inne§, ben man i{)r überall zutrauen muffe, ber rt)of)tbere(i)== tigten '2)un!elf)eit, bie bem bumpfen Sinn ber Hntüiffenben gur bienen bürfe.

5tbfcE)recfung

Unb 3eit

enblicf) rei^tfertigt 33occaccio

gum ^eibentum

gelef)rte§ SBerf *).

2tnber§

aU

teibigen muf3te; t)eut§utage

\vai}ie 9?eIigion erftarft, alleö

im

ba^ ^eibentum

Snbe§

:^anbeln.

möge

fe^t

üert)alten :^aben, ba bie Hrürcfje

reid)e £ir(i)e

fid)

Sßer'^ältniS ber

(fere)

t)ulbigte

finnigen 9(nfc^auung.

eä allerbingS

bamal»

i^efu 6t)rifto fei "San!!

^eibentum

o'^ne

unb

fei

bie

bie

fieg=*

£agerg; je^t !önne

man

ücrtilgt

@efat)r heixad)ten

33occaccio nid)t

^er örunb

fict)

nod) gegen bie Reiben üer*

S3efi^ be§> feinblic^en faft

ba^ neue

übert)aupt, in flarer S^egie'^ung auf fein

immer

unb he^

biefer

frei*=

feinet ^Ibfalle^ lag teil§ in

feiner Ietd)t beit)eglid)en 9Zatur, teil§ in

bem bamals

nod) biet*

fad) öerbreiteten 95orurteiIe, baf^ ben 2t)eoIogen bie ^efd)üfti=^

gung mit bem Rittertum nid)t ^ieme. Sa^u tam bann nod) bie im 9?amen be§ öerftorbenen ^ietro ^etroni üon bem Wöuä)e ©ioacd)ino ßiani au?^gefprod)ene SSarnung,

Boccaccio tnerbe

balb [terben, tnenn er nid)t bon feinen '^eibnifd)en S3eftrebungen laffe, fo

ba^

ex feft entfc^Ioffen

mar, feinen Stubien §u entfagen

ftrenge SJJa^nungen ^etrarcaä unb burc^ beffen 33rief an Jacobus Pizinga, in ben ferner ©eiger, Opere volgari, Vol. XVI, p. 36 sq. «Petr. ©. 113—117. ©egen bie Srjte Unb bod) crfennt er aucf) t)ier nur ba§ Invectivae in medicum objurgantem

unb nur burd) Lib.

XXIV ep.

Lib. I ^)

unb

8. a>gl.

für ^oefie, rva^

III.

©trenger

tjält

er

jid)

an

bie

eigentUd)e ^ocfie in feinem (fpätern)

nimmt, toren.

imb

oom

Stitertum ^lotij

ignoriert

bie

2;roüa*


SBoccaccio

imb ba^ ^eibcntutn.

trefflid) gefüf)rten S3en3ei§,

üereinbar

fei,

ba^ ^uTnani§mu§ mit

öon biejem feigen

229

®irf)terlrönung.

(Sntfd)Iuffe

Sfleligion

wo^

abgebracht lüerben

!onnte^).

neue ©ac£)e in ber SBelt unb eine neue ©§ ift unnü^, barüber §u

eine

it»ar alfo

50Zenf(i)ennaffe, h)eld)e biefe üertrat.

ob biefe ©ac^e mitten in it)rem ©iege§Iauf

ftreiten, l^alten,

fidf)

gefliffentlid)

befd)ränfen unb

bem

Überzeugung

at§

bk,

ba'^ ba§> 9lltertum

Slu'^m ber italienifc^cn 9lation SDiefer erften

eben ber

l£)ö(f)fte

fei.

Generation bon ^oetenp'^üologen

eine ft)mboIifd)e

Ii(f)

ftill

9J?an l^atte ja feine

ein geiüiffeg 33orre(i)t t)ätte \vai)xen follen. ftärfere

t)ätte

rein ^^Zationalen

ßeremonie

eigen, bie aud)

ift

im

lüefent*^

unb

15.

aber it)r t)ö!)ere§ ^at^oö ein=* ^oetentrönung mit einem ßorbeerfrang. ig^re 'än=' fange im 9JJitteIaIter finb bunfel, unb gu einem feften 9?itual ift 16. ^at)rt)unbert ni(i)t au§ftirbt,

büf3t: bie

fie

nie gelangt; e§

barer 9üi§brud)

im

(Sinn

eine öffentU(i)e '2)emonftration, ein

®ante

SSanbelbaree.

ettuag SSei'^e

mar

be§> Iiterarif(i)en

ge^bt §u

öon San ©ioöanni,

g.

fRu'^meg^) 33.

f(f)eint

imb fc^on

fi(f)t==

beg'^alb

eine t^albreligiöfe

t)aben; er sollte über

bem

Xaufftein

öon floren* tinifcf)en f inbern getauft morben mar, fid) felber ben ^ran§ auffe^en^). 6r t)ätte, fagt fein 33iograpt), ru'^me§t)alber ben Sorbeer überall empfangen !önnen, tüollte e§ aber nirgenb§ aU in ber §eimat unb ftarb be^'^alb ungetrönt. SSeiter erfa"^ren toir t)ier, ba^ ber ^raud) bi^tjer ungern öljnlid) wax unb al§ öon ben @ried)en auf bie alten Ütömer öererbt galt. 'S)ie näd)fte 9?eminif3en5 ftammte hjo^l in ber Stat öon bem nad) gried)ifd)em lüo er lüie ^unberttaufenbe

SSorbilb geftifteten fapitoIinifd)en SSettfampf ber 5lit(iarfpieler, '3)id)ter ^)

2)

la

unb anberer

Petr.

Epp.

tünftler, n)eld)er feit 25omitian alle fünf

senil. Lib. I, ep. 5.

Boccaccio, Vita di Dante, p. 50:

quäle (laurea) non scienza ac-

cresce,

ma

e dell'acquistata certis-

simo testimonio e ornamento. 3)

Paradiso

XXV,

1 sq.

Boc-

caccio, Vita di Dante, p. 50: sopra

le fonti di

San Giovanni

posto di coronare. 25.

®ie Steüc

35 gl.

XXV,

si

era dis-

Paradiso 1

tvxxb

I,

üon

mand)en Gtüärern auf Krönung fei* ner 2etd)c gebeutet (ß-), üon ^. etn== farf)

auf bie ©e^nfud)t f)etmäule^ren

bejogen.


230

"Strittet

unb

^at)x^ gefeiert tüorben tvax

beg römij(i)en

9flei(^e§

mf(ä)mtt.

mögHd)ertt3etje ben ItTttergang

um einige 3eit überlebt tjatte.

bod) nid)t leicht lüieber einer luagte,

®ante gemoUt,

jid)

SBenn nun

jelber gu frönen, tnie e§

fo entftanb bie ?^rage, tr)el(i)e§ bie

frönenbe S3e=

prbe fei? Mbertino 5Jluffato (©. 159) tüurbe 1315') ^u ^abua öom 58if(i)of unb üom 9le!tor ber Uniöerfität getrönt; um ^etrarcag frönung (1341)

©tabtbe^örbe bon Stom;

f bnig

ftritten fid) bie Uniöerfität

gerabe einen ^Florentiner

n)eld)e

D^obert

üon

bie

©jaminator,

Zeremonie nad) Neapel frönung burd) ben Senator oon

5(njou, ^ätte gern bie

bem f apitol

Sat ba§

in ber

^ariä,

unb

Sleftor f)atte,

ja fein felbftgert)ät)lter

öerlegt, Petrarca jebod) 50g bie

Sflom auf

gum

jeber anbern bor.

^iel be§> (£t)rgei3eg;

foId)e§ lodte fie

al§>

:5a!obu§ ^iginga, einen üornef)men,

Einige ßeit blieb biefe

fiäilifd)en

§. 33.

ben

Beamten").

^a erfd)ien aber f arllV. in i^talien, ber fid) ein rt)a:^re§ SSer* gnügen barauö mad)te, eitlen 9}ienfd)en unb ber geban!enIofen Wa\\e burd) ßeremonien gu imponieren. 9tu§get)enb bon ber t^ütion, ba^ bie ^oetentrönung einft <Bad)e ber alten römifdjen f aifer gemefen unb alfo |e^t bie feinige fei, befranste er in ^ifa benfIorentinifd)enG}eIe^rten3anobibena ©traba (15.9}?ai 1355)

jum ^rger

^etrarca^, ber barüber flagte, ba^ ber „barbarifd)e

Sorbeer ben bon ben aufonifd)en

fd)müden geiüagt

:^abe

aSgl.

21.

&.

33orrili in

Nuova

ant. III, ser. vol. 59, p. 651, ber ben 25. Sej.

big

oB

Sirönung

ift

öon ©loria ber

1315

feftgeftellt,

Ven.

I,

2)

S- 1314 3tlg 'Saturn ber

fe[t[tel)enb, al§

1316 ermeift.

ügl.

3.

Sej.

Nuova Arch.

aB

S3rief

öollgültig er!ennen tnollte^).

an ben @c*

ben ^oeten Begleiteten.

feine 33aroni,

Bocc. tra

a. a.

D.

medicum

;

Petr. Invectivae con-

praef.

SS gl.

III. (1865) p. 120.

gebrudt

Krönung

(Sie üon Zanobi

gel)altenc 9Jebc

über

dente senatu Romuleo

Uberti gefrönt tuurbe,

.

.

(S§

gab

einen

feierUd)en

Umritt

burd)

bie

93b.

II,

ift

in 3BeiJelof^'!t)§ rujjifc^ ge*

jd)riebenem

Matt. Villani, V. 26.

aud) Epp.

fam. volgarizzate da gracajfetti vol.

nannten in ben Opere volgari, vol. XVI, p. 36; si praestet Deus, conce3)

Tlann" gu

Stabt, tüobei ba§ ®ef olge be§ ßaijerg,

bei ber

422.

Boccaccios

geliebten

unb gum großen S5erbruB ^occacciog,

ber biefe laurea pisana nid)t 1)

Mufen

SBerf

SIntjang.)

Db

Boccaccio Fazio degli

lüirb ftarf in

3tueifel gebogen burd) 9lenier, F. d.

U.

p.

CCVIsqq.


Sidltcthönung 9Jian tonnte in ber

über ben Söert

burdE)

%at fragen,

roie

231

unb ^äpfte.

Äaiyer

!omme,

her ^albflatipe bagu

italienifd)er ®id)ter §u @erid)te §u jü^cn.

Sdlein

fortan frönten bod) reifenbe Staijer balb

l^ier,

^oeten (oben

(1468) ben ^ranceäco

<3. 19), j. 93. ^^riebricf) III.

im

Dlotanbello^), tüoranf

balb bort einen

15.;^at)rt)unbert bie ^öpfte

unb anbere

bB gule^t auf S^ S'^om erteilte

dürften and) nid)t mcl)r gurüdbleiben roollten,

Ort unb llmftänbe gar nid)t^ met)r antam-')-

^omponiu§

gur 3eit Sirtug'IV. bie 3tfabemie^) be§

:^aetu§

üon

auö £orbeer!rän§e, jpäter frönten aud) bie ^äpfte, felbft ^uliug II. (1512)^). ®ie g-Iorentiner Ijatten ben 2aft, i^re be^ fid^

^umaniften gu frönen, aber

rüt)ntten

Stretino,

(Earlo

fo

9Jiatteo ^almieri,

t)ielt

erft

im

£obrebe üor allem

SSoIf,

mürbe

Stöbe; fo

Sionarbo 9Iretino befranst;

bem

erfteren

bent festeren ©iannoggo SJianetti bie in ©egentüart ber ^on5iI§t)erren; ber

9?ebner ftanb gu Raupten ber 93at)re, auf

it)eld)er in

©etpanbe

ßarlo 9(retino burd)

ein

bie £eid)e lag*).

©rabmal

^)

®et

bieö

nenberroeife

gangen

felbi't

Stnm.

9tud)

fagt

^inäufügt:

avit et poetam

©roce)

(in (3.

f)errUd)ften ber

fecit,

in

5lufeerbem

unb

me

laure-

(Serena ©. 86.

feiner

@rabfd)rift

iDurbe btefer Sl^tönung gebod)t,

baf.

tcr!rönung burd) auSläubij^e «dürften finbct

fid)

nod) bei Cleophilus Pha-

nensis de coetu poetarum 93aj. ^)

Jac.

XXIII, *)

j.

93.

ed.

1518, p. 15.

Volaterran.,

Cöl.

bei

9)turat.

get)ört.

de Grassis

seant

zo

berid)tet Paris

er:

f.

fuerint,

cen-

Vespas. Fior., Lionardo d'Arez-

§ 10,

Carlo d'Arezzo

Über

Vita

§ 12.

Jan. Manetti, bei Ttuxai. 543.

274

Quae an

alii.

XX,

Col.

'2)id)ter!rönungen

bie

in igtcilien bie gute BufantmeTifteUung bei ^abre,

M6Ianges d'histoire

raire 1856,

I, p.

niscontri

185.

©o

bei ßreigbton IV,

2tm (Sd)Iuffe bemerft bene vel secus facta ^)

'Ser 3Biberfpruc^ gegen bie Did)*

feibenem

melc^eä gu ben

Italiae liberatae.

©. 97. 2)

morben,

geet)rt

9flenaiffance beseid)-

ift

65 sq.

tourbe

— Lor.

1483 gefrönt,

Iit6-

Buo-

um

Vinc. Pimpinellus unb Franc.

biefelbe B^it jollte

Fausto Andreiini

bem ^ap[te

biejer (St)re teilbaft

werben; e§

Crapaldus, Fedra teid)te

bie ^tönje, ber episcopus Gurcensis

(Lang) berüf)rtc

fie,

Äaifer ju ücrtreten.

um

baburd) ben

5)er er[terc ber

®efrönten niar in habitu Orphei, ber le^tere trug @ebid)te oor in

laudem

rtjurbe

aber üerfd)oben. Giom. stör. 44, 146, 1.

Pontano

Innocenz

ttjurbe 28.

VIII.

frönt, ©olbati

jum

S. 311

^an. 1486 üon ^iditer 21.

1.

ge*


232

dritter 2tbid)nitt.

®ic

Hnit)crfltätett

wnb

(2>d)uUtt^

%\e ßinrt)ir!ung be§ 5Ittertumö auf nunme'^r gu ^anbeln

ni§mu§

ift,

ber XXntüerjitäten bemächtigte.

fid)

bem SJiaBe unb

nic^t in

bie 33ilbung, rt)obon

je^te 5unäd)ft öorau§,

ba^ ber

mit ber äBir!ung, mie

ni(i)t

§uma* bo(^

'S)ie§ gefd)a'f),

man

glauben

mö(f)te.

^iemeiftenUniöerfitäten in Italien') taud)en im Saufe be§

unb

13.

14. :^al)r^unberty erft re(i)t

verlangte.

3tnfang§ l^atten

geiftliö)en,

be§

tt)eltli(i)en

mit ber ^eit ein

fie

a\§>

ber n)a(i)jenbe

meift nur brei ^rofeffuren:

^e(i)t§

9ftt)etori!er,

%k

unb ber

SJJebigin;

immer,

beä

bagu !amen

unb

ein Stftronom,

ibentifd)

mit bemSIftro*

ein ^t)iIofop^

le^terer in ber Flegel, bod) ni(f)t

logen.

empor,

be§ £eben§ aud) eine ftrengere (Sorge für bie 35ilbung

9fleid)tuni

^efolbungen maren anwerft üerfd)ieben; bi^meilen ein Kapital gefd)en!t. a)ät ber Steigerung ber

würbe fogar

SSilbung trat SBetteifer ein, fo baf3 bie 5tnftalten einanber be^

rühmte

Se'^rer abfpenftig gu

mad)en

juchten; unter foId)en

Um^

ftänben foH S3oIogna gu^eiten bie ^älfte feiner (Staatseinnahmen (20 000 ®u!aten) auf bie Uniüerfität gemanbt t)aben.

mal !am

SJland)^

e§ au<i) bor, ha^ bie 93efoIbungen unregelmäßig be§at)It

njurben; in einem

folcf)en ?}alle,

1431 in ^aöia, ftreüten bie

®ie 9(nfteIIungen erfolgten in ber fRegel nur auf ^ogenten ein

^rofefforen.

3eit"), felbft auf einzelne 8emefter, fo baf? bie

Sßanberleben fü"^rten mie

<Sd)aufpieIer;

bod)

gab

auä)

Ieben§IängUd)e ^Inftellungen. SSi^meilen üerfprad) man, ha^ an (Ss!ur§

1)

SSgl.

2)

'3)te§ i[t bei

ad)ten, tüte

j. 33.

öer^eid)ni§ tion

bei

nun 1,

1400 (Corio

290), tuo u. a. j^üt ^otiia

bie öortrefftic^e

3ujommen*

[tellung in

Parte

fol.

^lofefforcn*

um

tiorfommen.

$5uri)"tcn

ögl.

Fil,

bem

^aßia

Storia di Milano,

20

LV.

Slufjöblungen ju be*

ben Memorie e documenti

1878. (Sinäclne Utfunben be§

tat:

Mar. Visconti über

bie Uniücrfi*

1392, 3n)ang für bie 2anbe§*

finber,

1412:

33eiipre(i)en,

quam-

plures famosissimos doctores gu be=

rufen baj. Parte II.

Über ©d)ule

unb Uniticrjität in ^iftoja 5t. Ba^el^i^ 9?om 1900, baju Giom. stör. 38, 163

ff.


®te ^umaniften

Uniöerfttötcn.

233

olä ^rofcijorcn.

einem Drt ©elef)rte nirgenb§ anber§it)o Tnel)r üoräutragen. Stu^erbem gab e§ aud) unbejolbete, freiminige Setjrer. S3on bcn genannten ©teilen mar natürlid) bie be§ ^10=» fefforä ber 9il}eton! üor^ug^meife ba^ 3^^^ ^^^ ^umaniften; bod) !)ing e§ gan^ baöon ah, tüiemeit er fid) ben (5a(i)in{)alt be§ 9lltertum§ angeeignet

t)atte,

nm

aU

auä)

^wrift,

ber SBijfen[d)aft tuie bie äußeren beä '2)o§enten

SSerr)äItniffe

maren nod) unb

lenten be§

unb

gab e§ im

man

15.

^iii-'ift

gro^e Slonju*

^a^i^^unbert eine juribifd)e

jä^rlirf)^,

mit 2000 ^ufaten unb

9n§ ber

aB

unb ^rogeffe befolbenben nnb einen berü'^mten

bem

anftellen^), nacE)bem berfelbe biS'fjer in ^ifa f)abt t)atte.

ba§ ^ejolbungen

nid)t §u überje'E)en,

^aupt|ärf)Iic^

erftere

für feine 2lnfprüd)e

S3efotbung üon 100 'S)u!aten 9tr§t wollte

ift

^Jiebi^iner tüeit bie I)ö(i)ften

bef)ielten, fie

^n ^abua

©taate§.

(Sobann

bemeglid).

fef)r

einzelne ^uriften I)atten

SJ^ebi^iner,

^ie inneren

^fjüofopf) ober Stftronom auftreten 5u !önnen.

9?e(i)t

ber ^rajiä

700 ©olbgulben ge^

93artoIommeo Socini, ^rofeffor in ^abua anna'^m unb bort=»

^ifa, eine t)ene5ianif(f)e ^Inftellung in

f)in reifen lüollte, öer{)aftete il^n bie fIorentinifd)e

tüollte if)n laffen^).

(S(i)on

hjegen einer

foI(i)en

roäre e§ begreiflich, ba^ bebeutenbe

nnb

SJiebiginer geltenb

loer in

S^egierung unb

nur gegen eine 5taution öon 18 000 ©olbgulben

^^üologen

ficf) ü\§>

mad)ten; anbererfeitä mu^te

^uriften

aIImäf)IicE),

irgenbeinem ^acf)e etmag oorftellen mollte, eine

:^umaniftif(i)e

anne'^men.

f^arbe

frei*

3Sertfd)ä|ung biefer ^äd)er

^Inbermeitiger

ftarfe

|)ra!tif(i)er

^umaniften mirb balb Qebaä)t merben. ®ie 9{nfteIIungen ber ^'^ilologen aU foI(i)er jebocf), i^enn aucb im einzelnen gall mit giemlid) {)ot)en SSefoIbungen*) unb

2;ätig!eiten ber

1)

Marin Sanuto,

bei 9)lur.

XXII,

Col. 990. 2)

52, ')

magn. Adnot,

üom

S. 1491. Allegretto, Diari

sanesi,

bem

Lorenzo

üertangt.

magn. bei

Col. 824.

Filelfo t)atte in

in tt)eld)em et

^x\a

tierfität

f^atroni, Laurent,

mural XXIII, *)

rufung an bie neugcgrünbete Uni=

Sd)reiben,

um

feine 58e^

II, p.

lung äerf(^Iug

500 ©olbgulben

bot,

33gl.

f^'^'^^^oni,

75 sq. fid)

Laurent,

®ic Untcr£)anb*

aber nid)t bIo§ ber

^oben gorberung roegcn. !urg LVI.

SSgl.

©p


234

dritter 2lbjd)mtt.

SfJebenemoIumenten berbunben, getjören im gan§en gu ben flü(f)t{gen, t)orüberge{)enben, fo

üon

einer gangen Sftei^e

man

liebte

bie Stbtnediflung

bieg bei einer

im SSerben

nnb

t)offte

Offenbar

üon jebem 9^eueg, mie \et)i üon ^erfönlid)*

begriffenen, alfo

leiten ab'^ängigen 2Siffenfd)aft

md)t immer gefagt, ba^

ba^ ein unb berjelbe 9Jlann an

Slnftalten tätig fein tonnte.

ficf)

ber, tüel(i)er

Ieid)t erüärt.

über

(£g

alte 2tntoren

ift

auä)

lieft, toir!*

Hd) ber Hniüerfität ber betreff enben ©tabt angehört l)abe; bei

ber Seic^tigfeit beg

SoMe

üerfügbarer

ga'^I

Äommenö nnb

^n benfelben

$riüatberufung.

©c'^en^, bei ber großen

3In*^

genügte aud^ eine

(in ^l'Iöftem ufrt).)

erften ^at)r§et)nten be§ 15. ^aijX''

üon ^loreng i'f)ren ^ö(f)ften ©lang erreid)te, ba bie §ofIente @ugen§ IV. unb üieneid)t fd)on 50^ar* tin§ V. fi(f) in ben ^örfälen brängten, ba ßarlo 5tretino unb f^ilelfo miteinanber um bie SBette lafen, ejiftierte nid)t nur eine faft üollftänbige §rt)eite Hniüerfität bei ben Stuguftinern in <B. ©pirito, nid)t nur ein ganger SSerein geletjrter SJiänner bei ben ßamalbulenfern in ben Stngeli, fonbern aud) angefetjene !^nnbert§^), ba bie Hniüerfität

^riüatleute taten gert)iffe

fid)

p^ilologifdje

gufammen ober bemü{)ten

unb

ficE)

einzeln,

um

p^iIofop^ifd)e 5turfe lefen gu laffen für

unb anbere^). ®ag p{)iIoIogifd)e unb antiquarifd)e treiben 9?om '^atte mit ber Hniüerfität ((Sapienga) lange !aum irgenb* einen 3itfö^T^^^ß^t)ai^9 unb rut)te föof)I faft au§fd)IieBIid) teilö auf befonberer perfönlic^er ^roteftion ber einzelnen ^äpfte unb

fid)

in

auf ben Stnftellungen in ber päpftlid)en ^anglei. £eo X. (1513) erfolgte bie gro^e Sfleorganifation ber ©apienga, mit 88 £et)rern, worunter tüchtige 3)länner aud) für

Prälaten,

teil§

©rft unter

bie ?Htertum§rt)iffenf(^aft, aber teine ©röfeen erften 9tange§;

— S5on ben

ber neue ©lang aber bauerte nur lurge ß^it. fd)en

unb

t)ebräifd)en Set)rftü^Ien in^talien

ift

gried)i*

bereite ((S. 219ff.)

in Äürge bie 3lebe getüefen. ^) 5i8gl. Vespasian. Fior. Vescovo

eifer

d'Imola

Giannicola Salerno, ber tro^ feiner

1,

G. Manetti

Ambrogio

§

12.

netti,

mmat. XX,

^)

§

bei

Sin feltencg

§ 2,

Frate

Vita. Jan.

33eifpiel

Col.

Ma-

531

f.

üon Sern*

ift

bod)

©eIef)rfomfeit

tüoI)l

ba§ be§ 47 jä^r.

immer

weiter

bie

(2d)uIeGuarinosbefud)t,Giom. ligust. 18, 125.


|>umaniften an beii Uniöcr^itäten.

^m

ganzen

mxb man, um

235

Satcinif(f)e <S(f)uIen.

bie bamaltge

tt)iffenfcf)aftli(f)e

Dergegentpärtigen, ba^ 9(uge öon unferen

SJiitteilung [id) ^u

je^igen a!abemijcf)en (?mrirf)tungen möglid)[t entmöl^nen müf jen.

Umgang, Siöputationen, beftänbiger ©ebraud) beä Sateinifcf)en unb bei nid)t roenigen aucE) be§ ®riec£)ifd)en, enblic^ ber häufige 3Bed)feI ber Sef)rer unb bie ©elten'^eit ber 33ü(f)er gaben ben bamaligen Stubien eine ©eftalt, bie lüir un§ nur ^erfönlid^er

9M^e

mit

üergegenföärtigen !önnen. S(i)ulen gab

ßateinifcEie

©tobten, unb gtoar bei weitem

ben

f)ö'E)eren

f(f)en f)ier

namt)aften

in allen irgenb

blo^ für bie SSorbilbung ju

«Stubien, fonbern tüeil bie Äenntni§ be§ Sateini*

notmenbig

9ted)nen !am, tüorauf jc^eint e§,

ni(i)t

baß

biefe

fonbern öon ber

bem

nad)

bann

bie Sogi! folgte 0-

(3(i)ulen ni(f)t

unb

Sejen, ©d)reiben

gleid)

öon ber

ftäbtifcf)en S3erit)altung;

SSefentlidE) er*

ÄircE)e abl^ingen,

me!)rere Jijaren aud^

föo^I blo^e ^riüatunterne'^mungen.

dlun er^ob

fic^

aber biefe§ Sd)uln)efen, unter ber f^ü^ning

einzelner augge3eict)neter ^umaniften,

nicf)t

nur ju einer großen

rationellen SSeröoIIfommnung, fonbern e§ tüurbe f)öt)ere ©r»= 9(n bie 5(u§bilbung ber

gie"^ung.

5ürften()äufer fd)IieBen

fi(i)

f inber

gmeier oberitaIienif(f)er

S^ftiti^te an, tvelä)^ in i{)rer Slrt

einzig ^eifeen tonnten.

3In

bem §ofe

be§ ©ioban ^rance§co @on§aga

p 5(Kantua

— 44) ber ba ^eltre^) auf bai 1397, f 1446), mit feinem eigentlichen ÜZamen SJkntuaner Ütambalboni; — nannte ^eltrenfer — einer jener gangeS ^afein einem ßmed 1407

(reg.

'^errlidie 33ittorino

trat

(geb.

SSittore

er

fid)

lieber

a\§>

2)?enfd)en, bie i^r

men, für

it)el(i)en fie burct)

auSgeriiftet finb.

@r

mib«=

£raft unb ®infid)t

fd)rieb faft nid)tg;

im

f)öc^ften

©rabe

^ugenböerfe, bie lange

nur n)enige feiner an 5tmbrogio Sraberfari unb an ^aola 9)ialatefta, bie

aufbeiDa()rt blieben, t}erni(i)tete er gule^t; ^Briefe ^)

5'o^fentlici)

Sehtet

jo

Filelfo, ber

waten

utitiernünftig,

nid)t tüte

mit leinen 9* unb

©d)ülern bie

9li)etorit

alle

Mario 12jäf)r.

beä ßicero unb

bie

^oeti! be§ ^oroj lejen wollte.

Giom. 2)

stör.

SBßl.

16,

(Sj!ur§

195, 197.

LVII.


236

dritter ^tbjc^nitt.

BöGÜnge unb

SJiutter feiner

mie

il)m öielmet)r

@r

einige anbete finb gebrudt.

ftubierte auf;? flei^igfte, bege{)rte aber nie nad)

einem

Stitel,

ber

mar, lüurbe innig be^

alle^ 5lu^erlid)e üerl)a^t

freunbet mit £e'^rern, GJenofjen unb (Schülern, beren ^reunb* f(i)aft

er für bie

®auer

®en

aufre(i)t erf)ielt.

dürften gegenüber,

in beren '2)ienften er ftanb, betüatjrte er unerfd)ütterlic^en ^rei^*

mut.

2Bie

geiftige,

Übungen,

pflegte er auc^ !örperUd)e

fo

hjurbe ein au§geäeid)neter 9ieiter, Ständer unb ^e(i)ter, fleibete \i(i)

im

SBinter ebenfo iDie

t)ärte[ten

f alte nur

im Sommer,

trug

©anbalen^) unb lebte

— er trau! niemals ungemifd)ten Söein —

felbft tt)ä'f)renb

fo einfacE)

ber

unb mäfsig

ba^ er anwerft feiten Seine Seibenfd)aften, 9ktgung gur SSoHuft unb §um 3orn, befämpfte er fo, ba^ er fein gangem Seben tjinburcf) bennbie3£antippe, über bie er fid) in einem S3riefe feufcf) blieb unb beflagte, mar nid)t feine f^rau, fonbern eine Wienerin ,

trau! war.

ba^ er feiten burcf) ein '^arteö SSort jemanben üerle^te; er

am

liebften gefe'^en '^aben,

,

mürbe

inenn aud) bie übrigen |)umaniften

it)r Seben gugebrad)t t)ätten. ©r er^og äunäd)ft bie Sö:^ne unb %öd)teibe^ §errfc^ert)auf eg, unb 5tt)ar aud) öon ben le^teren eine big §u magrer ©elelniam* feit; al§ aber fein diut}m fid) meit über Italien öerbreitete unb ©d)üler au§ großen unb reid)en g-amilien üon na^e unb \i(i) ferne, felbft au§ ^eutfd)Ianb, melbeten, lie^ e§ ber ©ongaga

in arbeitfamer g^riebfertigteit

nid)t

nur

fd)eint

e§>

ba^

gefd)ef)en,

aU ©^re

fein Se^^rer aud) biefe ergog,

fonbern er

für 9Jlantua betrachtet gu t)aben, bü\^ e§ bie

©rgie^ungf^tätte für bie oornet)me äßelt

fei.

'^a^n aber

!am nod)

eine anbere Sd)ar, in beren 51u§bilbung S5ittorino üieneid)t fein bie Firmen unb ^alentöollen, mand)mal fiebrig an ber S^^h ^iß i^ feinem §aufe ernät)rt unb erlogen mürben „per l'amore dl Dio" neben jenen S3ornet)men, weld) le^tere fid) t)ier gemö^nen mußten, mit bem bIof3en Xalent unter einem 2)ad)e gu mot)nen. ^e mefjr Sd)üler gu*

pd)fte§ Seben^äiel ernannte

^)

^:JU)nlid)eä

3ett t)äufiger.

jinbct

jid)

in

:

jener

21I§ 36icl)en bef. 2tb-

I)ärtung bertd)tet Bart.

Fonzio, je

manb

^ei

ieben^Iang semper

vertice gegangen, UäieUi

<B.

nudo 224.


SJittorino

ba

^fcltre in

237

gWantua.

fammenftrömten, befto me'^r Se'^rer mußten aud) üor'^anben fein, um ben Untcrricf)! gu erteilen, ben 3?ittorino nur leitete; ein Unterricl^t, ber bejonberS bat)in ging, jeben ba§> gu letjren,

tüo^u er befät)igt fd)ien. ®ie je'f)r

bielfeitig

— nur

roiffenf(i)aftIi(^e

imb ba^ ber ©eban!e

bergeftalt,

9?e(i)te

Untermeifung mar

^IJlebigin rtjaren na'fje

au§gefd)Iojfen

©d)ule in eine

lag, bie

unb gried)if(i)ei) (Bd)rift= fteller, 2)id)ter, Unebner, (55ef(i)id)tfd)reiber mürben gelefen, au§^ menbig gelernt unb überje^t, ^:^iIofopf)ie unb 2JJat^emati!, le^tere SSittorinog £iebling§gegenftanb, mürben eifrig gelehrt, ©obann mar ^ier gum erftenmal mit bem miffenf(f)aftlicf)en Unterri(f)t aud^ ha^ turnen unb lebe eblere Seibeöübung für Uniöerfität umgutüanbeln.

eine gan§e

jungen

be3a'f)Ien,

f^erner öeran*

gefegt,

unb 9{u§flüge:

$ßittorino, ber

reifte,

tannte !ein größere^ Sßergnügen,

(S(i)ar

Suftreifen §u unterne'f)men.

©on^aga ^tte

^^er

5u

@Iei(f)gemi(i)t

@i1)oIung§fa'^rteti

niemals allein feiner

in§

(Scf)ule

man

ftaltete

Sateini|d)e

it)m eigentlicf)

240 ©olbgulben

aB mit jäfjrlic^

haute i'^m aber nod) ein :prac^töone§ |)au§, la Gio-

cosa, in mel(f)em ber 9)Zeifter mit feinen (Scf)ülern mot)nte,

imb

trug man(f)eg §u ben Soften hei, bie bux<i) bie ärmeren ©(i)üler

mürben; ma§ fonft nötig mar, erbat ^^ittorino öon unb reid)en Seuten, bie feinen S3itten freilirf) nirfit immer dürften t)erurfa(i)t

milligeä ©e'^ör f(i)en!ten, fonbern i^n burcf)

nötigten, ©c^ulben gu macf)en.

'3)ocf)

it)re

befanb er

§artf}er5ig!eit ficf)

be'^agli(i)em 3Bot)Iftanbe, befaß ein |)äu§d)en in ber

ein Sanbgut, auf

bem

§ulegt in

©tabt unb

er fic^ mä'^renb ber ^erienseit

mit feinen berühmte 35ibIiot^e!, bereu S3üd)er er gern öerlie'f) unb öerfd)en!te, über beren eigenmä(i)tige S3e* raubung er aber fe'^r gürnen tonnte. ®e§ 9Jlorgen§ laö er t)eilige 53üc^er, bann geißelte er fici) unb ging in bie S!irc!^e; aud) feine (S(i)ülern öergnügte, eine

©(i)üler

einmal

mußten bie ^ir(i)e befuc^en, gleich it)m jeben SJionat unb bie haften auf§ ftrengfte beobad)ten. Seine

bei(i)ten

(5d)üler öeret)rten 1)

2Bie V.

da F.

i{)n,

tion G.

zuntios gtiedjifd) lernte,

fürd)teten Trape-

\)at SU.

bella

fid)

Störte

aber üor feinem 33Iide; <B.

442

?{.

1

au§ einer bi^ex

unbead)tet gebliebenen ©teile gezeigt.


238

dritter 3tbfd)mtt.

flauen

fie

etmaS Begangen,

bar nad) her %at.

mal§

bie 9lute:

würben

beftraft nnmittel*

jie '^att

Strafen gebrau(i)te SSittorino nie*

bie "^ärtefte (Strafe, meldte er butterte,

Änabe !nien unb

baj3 ber

fo

95ei biejen

ficf)

%toi^

alle S[Jlitf(i)üIer if)n faf)en.

mar

bie,

anf bie ©rbe legen mufete, fo ba^ foI(i)er

93ef(i)ämnng beföa'^rten

i^m i'^re 2(cf)tung nnb S^ieigung. 5Xber nid)t blo^ üon ben 6(^ülern, fonbern öon allen ^^itgenoffen tüurbe er

bie @ct)ulbigen

man matfite

:E)0(i)gee'^rt;

bie 3?eife nad)

nur,

um i^n p

würbe

er gefeiert

^antna

Stuf einer §eitgenöfjifcf)en SJlebaille

befuc^en.

omnis humanitatis pater; al§ be* ©innbilb für i^n tt)ät)Ite man ben ^elüan, ber mit

al§ größter 9}lat^emati!er et 5ei(i)nenbfte§

feinem eigenen ^er^blut bie jungen nä^rt. W.et}i auf ber @elet}rfam!eit liegt ber Sügent bei (5Juarino

(1374—1460),

t)on 35erona^)

nad)bem

ber,

er f(i)on öort)er

neun

;Sa!)re in feiner SSaterftabt SSerona ©(i)ule ge!)alten, 1429 t)on SfJicoIö b'(Sfte gur er§iet)ung feineS (3o"f)ne§ Sionello nadE) f^er*

rara berufen würbe unb Wa(i)fen war, aud)

alten ©pracf)en

aU

1436,

an ber Unioerfität

tiatte er §a^Irei(i)e

anbere

unb im eigenen §aufe teilweife

feit

aB

fein

BögHng na^egu

er*

^rofeffor ber 33erebfam!eit unb ber beiben

(3ct)üler

let)rte.

@c£)on neben Sionello

au§ tierfd)iebenen ©egenben

eine au^erlefene Qat)i

öon 9trmen,

bie er

ober ganj untert)ielt; feine Stbenbftunben bi§ fpät

waren ber bele^renben Unter^Itung unb ber fRepetition ge* Wibmet. Hucf) t)ier war eine (Stätte ftrenger Sfleligion unb ©itt*

^ro^bem

Iid)!eit. 1)

bem

Vespas. Fior. freiließ S.

II,

ging e§ burci) ben Bwfa"^"^^^!!"^ man(f)er studi di G. V. Catania 1896. ^n 229—232, oon

9^o§mim, Vita e

disci-

plina di Guarino Veronese e de' suoi discepoli, Brescia 1805 fngt (53b.

n, ©.

errori di fatto. er tion G.,

ben

tnenig berid)te,

archetipi di Celso

ein 58rief beS Lionello

mcnn man

fid)

an Card. Ornid)t

sino,

V. entjd)ulbigt, ha^

bloße ©d)ulübung auffaßt, ein büb*

er

Guerino

unb

jd)reibt, jo

beflogt,

2et}ret§

baß

bie

bie

33io*

auf5U3eid)nen.

— %a§ ^auptmxl über Guarino üon Slent.

gli

£ttiorno 1886, finbet

56): formicolante di

©d)ülct »erjäumt ptten, grapste bc§

3 S3bc.

6.

Sabb.§ G. V. e e Plauto,

©abbabini La scuola e

gli

jd)e§

ber,

it)n

al§

3cugni§ für ben bumaniftifd)en (Über L.

eifer be§ dürften ablegt. bie ©d)rift

Oon &.

Sßaxbi,

Bologna

1904: 58egünftigung ber $)umaniften

155

ff.)


unsauberen Elemente

unb

33ibel fict)

aber

239

©uarino öon SScrona.

SStttormo ba gfcttrc.

ö^uarino ftubierte bie

etrt)a§ frei 'i)ex^).

[tanb mit "^eiligen ßeitgenoffen in 33erbinbung, fdjeute

gegen

nici)t,

bieje eine SSerteibigung ber ^rofanfd)rift= fo tüenig mie an SßxU ^umaniften it}xe§> ^a'^rl^un^^ 93e5ie:^ung !ein Sob mefir baöon=

gu f(i)reiben; e§ ^ai an öJuarino

fteller

torino gelegen, rt)enn bie meiftcn berty in religiöfer

unb

fittlid)er

trugen. Unbegreiflich) tätig!eit

eine

nocE)

öerfaj[en tonnte. d)if(i)en,

ift,

mie (J^uarino neben feiner großen

Unga!)!

(3(f)riften

2)a{)in ge'^ören

Se'^r*

ber öer|(f)iebenften

Überfe^ungen

au§>

bem

Slrt

©rie*

(£mpfang§=, £eid)en== unb g^eftreben; einleitenbe SSor*

träge §u Unioerjität^öorlefungen; pf)iIoIogif(i)^!ritifc^e 2tb{)anb=*

lungen über

unb

grie(i)ifd)e

®elegen{)eitäj(^riften

grap{)ien,

benen

Iateinif(i)e

^io==

(3(i)riftfteIIer;

unb ©ebic^te,

(3d)riften,

bie tüenigften gebrudt, me'fjr al§ l^unbert aber noc^

öon

^anb^

unb üiele ber SSeröffentlidjung ni(f)t unrtjert oon allen freilid) mürben biefe 8d)riften aner!annt; h)äf)renb fie üon 33art. ^^a^io gepriejen tuerben, rt)urben fie bon ^aolo Sortefe üerbammt mit ben SBorten, ©uarino t}ätte beffer für feinen 9f?uf)m geforgt, menn er nid)tö gef(i)rieben ^ätte; öon beiben übereinftimmenb aber tüirb beri(i)tet, ha^ bie ©elef)rten be§ gangen folgenben @efd)Ied)t§ i^ren9iu!)m barin \afjen, Q^ua» rino§ @(f)üler §u fein, ©uarino unb SSittorino rtjarenbefreunbet, unb 'Ratten fic£) in i"E)ren «Stubien gegenfeitig geförbert; öon ben erf)alten

f(^riftli(f)

'üxdjt

finb.

ßeitgenoffen it)urben

fie

gern einanber gegenübergeftellt; bei

foId)en SSergIeicf)en er()ielt

©uarino

auf bamaligen ^ÜfJebaillen roirb

geben:

„Ouelle

gried)ifcf)er

i^m unb

gelegentlicE)

ben SSorrang;

bie et)renbe 33eäei(i)nung ge= römif(i)er

@elet)rfam!eit"2).

©uarino he'ia^ ni(i)t bie meife 3urüctt)altung unb gütige 3JiiIbe, mit benen 5ßittorino gefd)mücft ii?ar. Senn obgleid) er Stber

ben

5(u§fpru(i) be§ 9£enotrate§

1)

Giom.

*)

®afür unb für Guarinos

ligust.

28, 406.

urteilung übertjaupt ügl. Facius, viris illustribus p.

gern im SJZunbe führte: „e^ tesius,

35c==

De

17 sq. unb Cor-

33 gl.

De hominibus

Ijat

doctis p. 13.

®tuUati, Della letteraturaVero-

nese al cadare del secolo

logna 1876.

XV.

93 0=»


240

^rittet

mi(f) frf)on

9lbicl)nttt.

man(f)moI gereut, gefprod)en ^u '^aBen, ge^ditüiegen

gu ()aben abernte"^), f ofprad) er Ijefttger,

aU

bann in bamalg

I)üufig

boct) lieber

aB er fd)tt)iegunb oft

er gertjünfc^t "^ätte. '3)urd) foId)e |)eftig!eit geriet er

@treitig!eiten, teil§ über gelehrte '3)inge, üentilierte S^rage,

mer größer

©cipio, teilö über perfönU(f)e 5J[ngeIegenf)eiten; er fid) toegen §u rafd) auggefproctjener Urteile,

§. 33.

über bie

ßäfar ober

fei,

ni(f)t feiten :£)atte 33.

§.

be§ loben^'

ben über SSeccabellig ^ermap'^robit, §u neranttü orten. Stufeerbem tarn an ben meiften §öfen bon Italien bie

gum Steil unb

gte^ung ber g^ürftenünber, rt)enigften§ ^at)re, in bie njeiter in

^änbe ber ^umaniften,

ba§ ^ofleben t)inein taten.

tüel(f)e

%a^

(5r=

auf gemiffe

bamit einen ©d)ritt über

jtra!tütf(i)reiben

bie $rin§ener5ief)ung, früf)er eine 5Iufgabe ber 2lt)eoIogen, n^irb je^t natürlid) ebenfalls i'^re (Bad)e').

an

ift

S5on ^ier ^aolo Sßergerio

bann

eä eifrig für italienifd)e dürften gepflegt tüorben,

tDurbe e§ aucf) nad) '2)eutfd)Ianb übertragen burd)

©nea

©ilöio,

öom ^aufe ^ab^burg, an an tönig £abi§Iau§ ben ^aä)^ geborenen^), über it)re weitere 5(u§bilbung umftänblic^e Wb= t)anblungen abreffierte, morin begreifli(f)erit)eife beiben eine Pflege be^ ^umani§mu§ in italienifct)em Sinne an§ §er§ gelegt, ber an gtüei junge beutfd)e dürften ©rg^ieräog

(Sigiämunb unb

aber f)auptfäd)Iid) bie Qiuöbilbung

§um

tücE)tigen Ütegenten,

unb abget)ärteten Krieger empfot)Ien mod)te tüiffen, ha^ er in ben SSinb rebete, unb fräftigen

rourbe.

forgte begt)alb

bafür, bafe biefe (3cf)riften and) fonft {)erunt !amen. SSeri^ältniö ber

^umaniften gu ben g-ürften

fonbere gu befprec^en ^)

tion

%ex\eibe 9tu§jprud) Arlotto

bertci)tet.

Arlotto II, 201.

9IUen entlehnter ©pnid), 265.

§um

@nea

roirb

'3)00)

ha^

nod) in§be»=

fein. autf)

2)

Sgl. e^lurg LVIII.

SBcffeläfi,

3)

Epist. 105, p. 600, p. 695, lei-

toirb

t[t

tigl.

ein ben ba]. II,

tete

a\§>

Tractatus

educatione (1450).

de

liberorum


241

©ec^ftea Kapitel.

®ic

ff brbcrcr

bc^ Sumaniömu^.

3unä(i)ft öerbienen biejcmgen S3ürger, f)auptjä(i)U(i) in ^Io=

auä ber S3efd)äftigung mit £eben§ mact)ten unb teiB

renj, 58ead)tung, rt)eld)e

tum

ein ^anptgiel it)re§

©ele^rte mürben, unterftü^ten.

teilä

(Sie

Clement be§

namentlid) für bie Übergangszeit §u

finb

tägli(i)en

SSon S^icolö

mal§

£eben§

9?iccoIi,

bie 9lebe geiüefen.

'^öcf)fter

§umani§mu§

ber

dürften unb ^äpfte

fi(f)

2tlter=

gro^e '2)ilettanten, lüeld)e bie @elet)rten

Einfang be§ 15. ^a'^rt)unbertg öon iDeil bei il)nen ^uerft

bem

felbft grofje

barauf eingeladen.

öon ©iannog^o

^en

^JJanetti

92iccoIi fd^ilbert

(Stimmung

ift

fd^on me^jX"

im§ SSefpafiano')

äußeren Umgebung nichts ©ie fct)öne

at§ einen 9Jlann, metd^er auci) in feiner

bulbete, toaö bie antue

notwenbigeS

©rft naä) if)nen tjaben

ipirtte.

ernftlid)

S3ebeutung gemefen,

praftifcE) all

ftören !onnte.

langem &e)x)anbe, mit ber freunblid)en 9flebe, in bem ma(f)te ben eigentümlict)ften ^aufe ©inbrud; er tvax über bie ^Dla^en reinlid) in allen '3)ingen, gumal beim (gffen; ba ftanben üor i^m auf bem mei^eften Sinnen antue ©efäBe unb triftallene S3e(i)er='). (Seine (Sinne nsaren fo au§ge'= bilbet, ba^ er meber einen ©fei fct)reien, no(^ eine (Säge fnirfd^en, nod) eine ^Jläufefalle quietfci)en {)ören fonnte. %ie 5{rt, wie er ©eftalt in

öoll f)errli(i)er Rittertümer,

einen öergnügungi§fü(f)tigen jungen ^Florentiner für feine i^n* tereffen getüinnt^*),

ift

gar gu anmutig,

um

fie :^ier

nid)t §u er*

ääf)len. 1)

111,80—95. übet IJitccoU ferner Opera ed. 1513

III,

102 sqq. unb eine vita beä Ma-

titic

»)

eine 9lebc be§ Poggio, fol.

netti in bejfen

longaevis.

95

III, '')

leitete

t)in; crftere

1)ic

sianos

5tuf

^ud) De iUustribus

^inb

unüberje^bar:

derlo in tavola cosi antico

era

una

gentilezza.

a

(III,

92,

übrigeng einmal era auägelafjen

aud)

ift

gebrudt unb

er*

24, 91.

©abbabini (1901 nozze), ber manrf)C

ve-

SBormürfe für begrünbet

^ielt

unb ba'

burd) bie günftige Beurteilung Vespa-

era,

sianos

tüo

abf(^rt)äd)en

möchte.

aud) 3ippel, N. N. glor. 1890.

ift.)

SSutd^iarbt, Äultut ber Kenaiffonce.

SSgl.

üon &. 3ippei, Giom. stör. 166—186, bie be§ Guarino öon

Vespa-

come

185 sq.

läutert

et II, 209.

Sßortc

III,

gegen Niccoli

meift Vesp.

nennt

folgenbcn

©benba,

89 ber neuen 2tn§g. ®ie ^ntieU beä Lorenzo di Marco Benvenuti

I.

11. Slufl.

16

SSgl.


dritter 2lb|d)nttt.

24:2

^iero be' $0551, (Bo^n eines öorTte'^men Kaufmanns unb SSaterS beftimmt, jd)5n öon Stnfe^en unb fet)r

gu bem ©tanbe beS

ben O^reuben ber SSelt ergeben, bQ(i)te an nid)t§ iüeniger al§ an bie 5Btjfenf(i)aft. Gine§ ^age§, aB er am ^alaggo bei ^obeftä

einem gelehrten

laut $8efpafiano tiert rtjurbe

er

— borbeiging, mürbe

©tellbii^ein, tvo aud) biSpu* er

öon

^f^iccoU

angerufen, unb

!am

auf ben SSinf be§ ^o(i)angefeT)enen 9)lanneS, oblt)oI)I er nie mit i^m gefproci)en :^atte. ^iccoli fragte ü)n: mer fein

nocf)

SSater fei?

fragte weiter Jt)of)I

er antwortete: :

tt)a§ fein

SSaterS

unb mit

Stnbrea be' ^a§§i;

— ^iero

@efd)äft fei?

junge Seute tun:

darmi buon tempo.

SDZeffer

iä) laffe

— Mccoli

mir Wo^I

— jener

erwibcrte, wie fein,

attendo a

al§ So'^n eine§ foI(i)en

fagte:

foId)er ©eftalt begabt, follteft

bu

bic^

fd)ämen,

bie latcinifcfie 5Siffenf(^aft ni(i)t gu !ennen, bie für bid) eine fo

wäre; wenn bu fie md)t erlernft, fo wirft bu nid)t§ bie Slüte ber ^ugenb öorüber ift, ein 5J?enf(i) 93ebeutung (virtü) fein. 'äU ^iero bie§ ^örte, er==

grofee ßierbe

gelten,

unb fobalb

ot)ne alle

!annte er

Würbe

fict)

ba^

fogleicf),

gerne

bie 2Baf)r^eit

fei,

barum bemühen, wenn bafür

5^iccoIi fagte:

f(i)affte er

e§>

laffe

unb entgegnete:

er einen £e^rer fänbe;

bu mid) forgcn.

it)m einen gelehrten

Wann

er

Unb

in ber

für baS SateinifcE)e

%at unb

nameng Somafo ^ontano, weld)en ^iero wie einen ^auSgenoffen ^ielt unb mit 100 (S^olbgulben im ^a'^r befolbete. (Statt ber bi§t)erigen Üppigfeit ftubierte er nun 3:ag für haS' @ried)ifcf)e,

unb würbe ein^reunb aller ©ebilbeten unb ein groB=' Staatsmann. ®ie gange ^tneibe unb üiele Üieben beS SiüiuS lernte er auSwenbig, meift auf bem Söege 5Wifc!)en l^loreng unb feinem 2anb{)aufe §u Slrebbio. 5^iccoIi forfci)te für ficf) imb Ie{)rte anbere in belebtem

unb

9^ad)t

gefinnter

SSe(5^feIgefprä(i)e;

tätig §u fein;

aber er lehnte eS ab,

wie

fd)riftftenerifd) für

SSittorino, fürd)tete

fd)raubten 5tnfprüd)en nid)t ju genügen.

brud auf ber bem

bem

S3ei i'fim lag ber 5cad)*

Rittertum entle!)nten geiftigen 33übung, auf

rein äufiern 33e!)aben, bagegen !ran!te er

Iid)en ©ebred)en.

anbere

aud) er feinen ^od)ge*

(Sr

an öielen

fitt*

na'^m feinem S3ruber bie beliebte ^en*


^örbcrer be§ §umani§mu§:

243

3fJtcoIö 9?tccoIt.

%at ben 3otn be§ Seonarbo benannte gegen man(i)e ^reunbe

tienuta meg, ermedte buxä) biefe Stretino

unb JDurbe burd)

bie

aufge'^ct^t; jebe SSeigerimg, it)m ^ücE)er gu überlaffen, na'fjm er

übel auf unb geriet infolge einer foI(i)en mit ©uarino in

fe'^r

:^eftigen (Streit; er rtJar

üon fleinlid^em

unb trat, ^oggio unb ?5UeIfo

9^eib ni(i)t frei

burd) biefen angeregt, gegen Ct)rt)foIora§,

auf unb fud)te

(1393-1459)

^^lorenj §u üerbrängen.

au§>

fie

^n anberm,

'^öt)erm

Sinne

^aufmannSle^r^eit burd)gemad^t unb lüar S3ud)*

fd)on eine

eine§ ^an!ier§; nad) fünf^e^njältjriger 2eiben§§eit aber

fü'^rer

ba

fe'^nte er fid),

rt)eld)e allein

UnfterbUd)!eit öerfic^ern !önne;

in ^lorens, tiergrub fd)on ertüä'^nt

fid)

nun

221),

(<3.

in

er,

erfd)ien,

ber SJ^enfd)

burd) feine ^erfönlid)feit ber ©taat

aU

ben 93üd)ern unb tüurbe,

tüie

einer ber größten ©ele^rten feiner

^iftoja

©.

Vita,

bcjfen

Naldi bei 5Kurat.

XX.

Vespasiano

x^exnex

aU

Naldius

Col.

532 sqq.

Com-

mentario della vita di messer Giannozza Manetti,

©teuerbeamten unb

unb 9}Jugeno) öermanbte, üon

Bisticci,

juerft fierauigegeben

^rcinfani in Collezione di

opere

Naldi.

S8gl.

©aletti, Phil. Vill.

gejfen.

3? gl.

üon

be^felben

SSerfaifex^

tig

Paolo Cortese

üoIIftänbigeS

(Sin

M.s

(3d)riften

frf)ciben

über Flor. 1847,

129—138. ein ^albe§ ^aijxl). m<i) feinem 2obe tuar G. M. giemlic^ üer»

stör, della sog.

ju unter*

er feine

tierfaJ)

p.

Set Commentario

ttjo^l

gibt

429. ^ef»»

tritt Filelfo

©r

jc^t bei grati II,

33—84, ber erftere 84—201. ^n ber Vita tüirb y^on ouf ben Commentario üielfac^ ^w getüiejen. Vesp. roar mit G. M. fe^r

cus üon ^t)3anä ab (1465),

ba].

jenem, ber

et ba^ ^beatbilb eine§

ba§

tuerfen.

üerborbene

Vesp.

ift

®taat5mannc§ gr^oi^ßnä

cnt=

fid)

rät

auf £e*

bem Androni-

granb

p. 115.

fid^

üom

in nid)t§

fanten unterfd)eibe, einjulaffen. lelfo felbft (ügl. feinen 93rief

Parisio [?] 31.

D!t.

G. M. in

geraten,

tig für

M.

Qtt'ift ift 31.

21.

ber

^agnotti, Arch.

Rom. XIV,

gegen G. M.

p.

58eräei(f)ni§

furjer Vita be§ Manetti, bie leitete

befreunbet; in ber 93iograpf)ie tuollte

aber

üjxi

(3tattf)alter

ferner ba§i ^5rud)ftüd bei

inediti o rare, vol. II, Torino 1882. ift

'äU

burd) feine ^üd)er.

@efd)äft§träger,

(in ^eöcia,

für

ber

fid)

einer ber erften SSeItIid)en

3{uf feine ß^^^G^^offen übte er jebod) größeren (Sinflu^

ßeit.

üon ^.

unb bergänglid)

bieg Stun eitel

i'f)m

nad) ber 2Biffenfd)aft, burd)

^)

üertritt 65ianno§;^o 9J?anetti^)

^rüf)reif, faft al^ tinb, t)aiie er

ba§> ^lltertum.

mit ete= Fi-

an Alb.

mar mit ©e^r wid}^

1464)

bella SCorre, passim.

bie Ouelle für

16*


244

dritter

^tniter fo,

aU märe

meinjame

9f{efultat

2tbjcf)nitt.

in tt)m ein t)o^e§ ^beal extvaä)i, feiner '^untaniftifd)en

ba§ ge=

unb

(Stnbien

feiner

@r exequierte bie ge'^Öffigften Steuern, bie ber ©taat befd)Ioffen ^atte, unb nat)m für feine 9Jlü^e feine 33e=

Sfleligiofität.

aU

folbung an;

wie^ er

^roüingialüorfte'^er

alle

@ef(i)en!e

gurüc!, üerabf(i)eute jebe S3efteci)ung, öerlangte öon feinen Unter* beamten ftrengen ©ej^orfam unb boHlommene Uneigennü^ig=

forgte

!eit,

für

f(i)Ud)tete raftloS

^orngufu'^r,

fe^te

ber

(Spieltput

©renken,

^rogeffe unb tat übertjaupt alle^ für bie 33än=

^ie ^iftojefen liebten einen |)eiligen unb tonnten nie t)er*

bigung ber Seibenfd)aften burd) @üte. i"^n

unb

üeret)rten it)n

au^finben,

aB

neige;

i^ren beiben Parteien er

feine StmtSgeit

nad) (^lorenä,

gum

tt)ie

tt)eld)er t)on

um bie

(St^mbol be§

um

mar,

fict)

met)r

äu==

fd)idten beibe ©efanbte

SSerlängerung berfelben gu erbitten. SSie

gemeinfamen ©c^idfalö unb

9fle(i)te§ aller öer==

fa^te er in feinen ^Jln^eftunben bie ©efc^ic^te ber ©tabt,

tt)el(f)e

^urpureinbanb aB |)eiligtum im ©tabtpalaft aufbe* SSei feinem SSeggang fd)en!te it)m bie ©tabt ein Scanner mit it)rem3ßappen unb einen prad)töonen filbernen ^elm. SSie in ^iftoja, fo üertrat 9Jlanetti aud) bei ber 9(ug=* füt)rung üon @efanbtfd)aften nad) SSenebig unb 3flom, hei bem £önig 9tIfonfo öon 9^eapel ba^ ^"tereffe feiner ©tabt, rt)ad)te

bann

in

tval-jxt

tüurbe^).

forgfam über

it)re

@^re, lefjnte aber bie

i^m äugebad)ten

(£!)ren*

begeugungen ab, erlangte toegen feiner Uneben unb Unterl^anb=' lungen großen 9lu"^m unb er'^ielt megen tluger S3oraugfid)t ber f^olgen ben 33einamen eine§ ^rop'^eten. gür bie übrigen gelehrten S3ürger öon f^Iorenj in biefer 3eit

mu^

fd)on beS'^alb auf 35efpafiano (ber

fie alle

fannte)

öer«»

roiefen merben, meil ber Ston, bie ^Ümofp'fiäre, in tvelä)ex er fd)reibt, bie

3Sorau§fe^ungen, unter benen er mit jenen £euten

umget)t, nod) rt)id)tiger erfc^einen, felbft.

turgen 5Inbeutungen, auf meld)e ^)

ticci,

aB

bie ein5elnen Seiftungen

(Sd)on in einer Überfe^ung, gefd)tx)eige benn in ben toir {)ier befc^räntt finb,

'Der Xitel ber ©d)rift, lateiuijrf)

Commentario

p.

109.

112.

unb

italienifd),

mü^te

angefüfjrt in Bis-


©tannojäo

9?cfpojiano ba

245

SSifttcct.

feinet S3ud)e§ öerlorenge^en.

befte SBert

biefer

5!J?onctti.

(Sr

großer 9(utor, aber er fennt ba^ gange 2;reiben unb

t)ai

üon beffen geiftiger 33ebeutung. SOSenn man bonn bcn B^u^^^ d^ analtjfieren

fein

ift

ein tiefet

@efüt)l

tueld)en bie SJZebici be§ 15. :gat)r'^unbert§, üor allem

ältere (t 1464) i)

unb auf

if)re

unb Sorengo magnifico

S3ilbung ba§ ftärffte babei.

mann unb

ßojimo ber

(t 1492), auf f^Ioreng

Beitgetiojfen übert)aupt geroirft ^abcn, fo

aller ^oliti! it)re ^ü^rerfd^aft auf

bem

burd^

ju(i)t,

neben

ift

©ebiete ber bamaligen

SSer in KofimoS Stellung

aB f auf*=

au^erbem alleö für fid) '^at, unb f(f)reibt, tüer öon ^aufe au§ al§ ber erfte ber (Florentiner unb bagu bon S3ilbungä roegen aB ber größte ber Italiener gilt, ber ift tatfäcfilid) ein ^^ürft- ßofimo befiel bann ben fpegieUen 9?u'^m, in ber pIatonif(i)en ^{)iIofopt)ie2) tx)a§

Io!aIe§ ^artei'^aupt nocf)

ben!t, forfcf)t

bie fd^önfte

^lüte ber antifen ©ebanfenn^elt er!annt, feine

Um*

gebung mit biefer @r!enntni§ erfüllt unb fo innerl^alb beS^uma* nigmug eine gmeite unb 'f)ö^ere 9?eugeburt be§ 9ntertum§ an§ £id)tgeförbertäu^aben. ® er Hergang inirb un§ fe^r genau über* liefert^'); alte^ fnüpfte fid) an bie 93erufung be§ gele"^rten ^o* Slud) ber ficü{)er tnenig bead)tete

^)

glüeite

Cosimos,

<Bot)n

Giovanni,

1421—1463, üerbient al§ görberer be§ |)umani§mu§ (£rtDä{}nung, ügl. SS. 9loffi

V,

2. 2)

in Atti dell'Acc. dei Lincei

1893, ©. 38,

3Ba§

124—151.

Acciajuoli. Ib.

gettjefen fein.

lele

Ib.

ben @egenfa^ be§ ^lato unb Strifto* teleS fanb 1438 ju gcrrara äiüij(j^en

los.

ba§

^onsil SSgl.

ftott.

ge!ommenen Aeneas

Europa, Cap. 52 (Opera, ^)

93ei Nie. Valori,

Lorenzo magn.

33 gl.

juoli § 7.

®ried)cn

Sylvias, p.

De 450).

im Seben be§

ed. ©aletti, ©. 167.

Vespas. Fior. Piero Accia2)ie crften Unterftü^er be§

§ 1.

unb jeine ^aral* ätt)ifc^en $Iato unb SlriftoteleS. Card. Cusano § 1: Cusanus aU

tense

unb

Siena unb ben auf

Card. Nicono

nur

freiließ

grande platonista.

Sine n)unberlid)e Disputation über

Ugo Benzi von

I,

Donato

unb

Piero

Slarbinal Bessarion

^latonüer,

man üon i^r üorf)er !anntc,

!ann nur fragmentarifd)

waren

Arg.

§ 3.

Der

Ib.

bie

SBorte

Vesc. Mili-

Slatatonier Narciso

mit ArgyropuLionardo d'Arezzo §11:

feine Disputation Ib.

©inäelne piaton. Dialoge jd)on tion Lionardo Aretino überfe^t. Ib. Vesc. di Cinque Chiese § 6 Die beginnenbe :

Sinroirtung bc§ 9JeopIatoniSmu§. |)ier

3Ser!

ift

namentlid)

2t.

tieranjusietjen,

SfKitglieber ber

bella

ber

XorreS

jämtUd)e

2ltabemie aufjöljlt unb

aufs genouefte biograpljifd)

fd)ilbert.


246

dritter 2lbfd)mtt.

l^anneö 5lrgt)ropuIo§, ber al^ßrfter ^lato

ber 2t!abemie nidjt taugte, Slriftotelüer

mar unb an ben

Ie'f)rte,

abergum^aupt

im ©runbe

tüeil er

feinet ^eräen§

perjönltd)ften ©ifer beg ©ofttno in

mag ben ^Iatont§mu§ betraf, aU ben geiftigen <So{)n ßofimoS

feinen legten ^a!)ren, jo ba^,

gro^e

5!}?arfiIio

^^icino

äeicf)nen burfte.

unb

fic£)

%vixä) ^ietro 93Zebici, ber

tommt, fon*

feinet Iebt)af ten 6if er§ für bieSßieberertrecfung ber

alten ^t)iIofopt)ie, ber er tiefet

$8erftänbni§ entgegenbringt,

mirb bie ^Iatonif(i)e 5(!abemie begrünbet; er

e§,

ift

ber f^icino

beauftragt, ^lato §u interpretieren; if)m überrei(i)t ber fopf) feine

he^

bloB al§ ©o'^n

ni(i)t

SSater eine§ berü'£)mten 9J?anneg in ^etrad)t

bem megen

ber

(3(i)riften

gum

Sefen, b.

t).

gum

^'f)iIo==

3^

SSegutad^ten.

gicino ging aud) ^ietro^ ©o'^n, (^ofimo§ @n!el, ber erlaud^te

Sorengo öon ben ^eripatetifern über; at§ feine naml)afteften werben genannt: 58artoIommeo ^alori, ^onato

3}Jitf(f)üIer

unb ^ierfilippo ^anbolfini. ®er

Slcciajuoli ffai all

met)reren (Stellen feiner

alle Stiefen

begeifterte Set)rer

<3(i)riften erflärt,

Sorenjo ^abe

be§ ^Iatoni§mu§ burd)forfd)t unb feine Überzeugung

au^gefpro(f)en, of)ne biefe geiftige Üiic^tung tüäre e§ fc^föer, ein

guter Bürger unb '2)ie

Soren§o

wax

fammelte,

ibealiftif(f)en

SSereinigungen biefer

Da^

©d)önfte aber,

^ultu§

be§

italienifd^er ^oefie

Sorengoö

((3.

n)el(i)e

t)öt)excn

1)

^i^^i^

au^gegeid^net. 9^ur in biefer

fict)

fagen lä^t,

Slltertumg

t)ier

wax unb ba^ öon

ift,

eine

bafe

Itm^

neben

gemeitjte

all

©tätte

allen £id)tftrat)Ien, in bie

au^einanberging,

gerabe

biefer

ber

(Staatsmann beurteile it)n jeber, 97 unb ©i'!ur§ XIII, XV); aber eine unge=

^olemi! gibt e§

9(1^

nid)t, ai§

trenn

mon Soren5obefd)uIbigt,

im ©ebiet be§ ©eifte§ öor^üglid^ 5[Rebio!ritäten be=» unb bitrcf) feine (Sci)ulb feien Sionarbo ha ^inci unb ber

er f)abe fd)ü^t,

um

ficE)

ßi^Q

bella 9J?iranboIa fid) glüdlid) füt)len^).

ma§

^erfönlic£)!eit

mag

toie er

biefen

öerbunben unb öor allen anberen

9trt

mäd)tigfte t)eiBen barf.

Te(i)tere

fein.

burcf)

^t)iIofopI)ie

gebung !onnte ein ^ico biefem

gu

ßt)rift

berüt)mte S^eunion üon @ele'f)rten,

übet Picos Slufent^It in glorettä

St.

beüa

Xouc 742—766.


®ic

SJZat'^ematüer fjra

ßuca ^acciolo

aufser Sanbeä, SCogcanetli,

SSe^pucci u. a. tüenigfteng unbeförbert geblieben, er mol)!

^ülfeitig

md)t geiüejen, aber öon allen ©rofeen, n)eld)e

unb gu förbern

@ei[t 5U fd)ü^en

unb

247

'Do§ 3tltcrtum als ScbenSintercjfc.

SKcbict.

fu(i)ten, einer

ber üielfeitigften

am

berjenige, hei h)eld)em bieö t)ienei(f)t

ift

ben

je

meiften t^olge

eine§ tieferen inneren 33ebürfnijfe§ tüar.

unb neuefte ßeit ben unb ben be^ 9lttertum§ in^be* fonbere ju proüamieren. Stber eine öoin'ommen enf^ufiaftifdie Eingebung, ein 2(ner!ennen, ba§ biefeä 33ebürfnig ba^^ erfte öon ßaut genug pflegt aud)

bie neuere

SSert ber 33ilbung über()aupt

allen

fei,

finbet

fid)

bod) nirgenbö, tuie bei jenen Florentinern

be§ 15. unb beginnenben 16. ^al)rt)unbcrt§.

hierfür gibt e§

inbirefte 33ert)eife, bie jeben B^T^^if^^ befeitigen:

man

fo oft bie2;öd)ter

wenn

aB ba^

le^tere nid)t abfolut

gegolten t)ätten;

man

be^ ©lüdeg gemad)t

t)ätte ni(i)t

@ut be^

ebelfte

ba§

gu einem Stufenf^alt

(gjil

unb Suft

bie 9Zaturgefd)id)te beä ^liniu^ fritifc^ §u be'f)anbeln (Stroä§i^).

um

bern

(Sä 'E)anbelt

(Srbenlebenö

^alla ©trogji; e§ f)ätten nid)t

rtjie

bie fid) fonft alle^ erlaubten, nod) ^raft

f(i)en,

t)ätte nid)t

be§ ^aufeä an ben (Stubien teilnet)men laffen,

()ier nid)t

fic£)

um

Sob ober

9JJen==

bef)alten,

mie S^ilippo 2;abel, fon=

©r!enntni§ eineä B^^^Ö^^f^^^ ^^ feiner energif(i)en

@igentümli(f)feit.

5tuBer Floren^ gab

e§>

nod) mancf)e ©tobte in i^talien, tüo

unb gange gefenfd)aftHd)e f reife big ro eilen mitStufmanb ^Kittel für ben |)umanigmug tätig maren unb bie anmefen^

einzelne aller

ben ©ele'^rten unterftü^ten. 5Iug ben 33rieffammlungen jener 3eit !ommt un§ eine ^üUe üon perfönlid)en 93epet)ungen biefer 5Irt entgegen^). '2)ie offizielle ©efinnung ber fjö^ex ©ebübeten trieb ^)

p.

321. 2)

Stör,

fiorent.

L.

IV.

ein geiftPoUeg 2ebcn§bitb.

%ie oben ©. 238

LVII genannten nttni§ (über füttJte

nad) ber begeidineten (Seite

faft au§f(i)Iie^Iid)

Varchi,

2t.

1

unb

93iograp{)ien

©jf. 5Ro§=^

Guarino unb Vittorino)

©f)epf)erb, Life of Poggio, be=

jonbet^ in ber butd) S^fä^e unb 9Set=

befferungen nifd)en (2 93be.,

{)in.

auggeäeicf)neten

italic«

Überlegung Don %. 3;oneIIi ^lorenä 1825) unb ber öon

biefem f)erauggegebene 35riefn)ed)fel

Poggios (2 bie

33riefe

legium,

33be.,

f^Iorenj

Poggios bei

Tom.

1835

9J}ai,

ff.),

Speci-

X., 9iom 1844, p. 221


248

dritter Slbjdjnitt.

©od)

ift

3ßit,

ben ^umani§mu§ an ben

^^ürftenl^öfen in§

Stuge 5U faffen (oben ©. 245). ©ie innere Bufammenge'^örigfeit

be^ @etüalt^errjd)er§ mit

bem

ebenfalB auf feine

^erfönlirf)!eit,

auf fein Stalent angemiefenen ^'f)iIoIogen tüurbe fd)on {(S. 8)

ma^en ben Iof)nungen

um

freien (Stäbten öor, f(f)on

^u

tüillen.

ber ßeit, ba e§

ber

rei(i)Ii(f)eren 58e*

al§

f(i)ien,

fönne ber gro^e

9nfon§ öon Stragon §err Don gan§ Italien roerben, $tnea§

'{xutjex

angebeutet; ber leitete aber 50g bie §öfe eingeftanbener=*

St^Iöiu^O

öi^

einen anbern ©ienefen:

ben ^rieben befäme,

feiner ^errf(i)aft Italien

(wenn

lieber, a[§

„lüenn unter

mir ha^

fo tüäre

unter (Stabtregierungen

e§)

f(i)rieb

benn baneben

(gef(i)äl)e);

ein ebleö 5lönig§gemüt beIot)nt jebe S;reffü(i)!eit". 'S)a^

öon Magen über bie ®eringfügig!eit be^ '^ä^enat^ unb über bie ©Ieid)gültig!eit fürftU(i)en mandjer g^ürften gegen ben Stu^m ficE) ergebt ^), barf ni(i)t irre ma(i)en, e§ mar eben ni(i)t möglich, allen genug ^u tun. 5(u(^ eine fortlaufenbe Stei'^e

I)ier t)at

man

in neuefter B^it bie untüürbige Seite, ba^ er*

!aufte 8(f)mei(i)eln gu

fe'^r

öon bem ^umaniftenlob Ue§.

9ine§ in allem

t)erborge^oben, n?ie

felbe fein

if)rer

mod)te

S^it

fid) frü'^er

all^u günftig für jene g^ürften

genommen,

miegenb üorteil^afteg ßeugniö für ber 33ilbung

man

unb

bleibt e§ le^tere,

£anbe§

i^re§

— glaubten

ba^

ftimmen

ein über=

an ber @pi^e

fie tt)ie

einfeitig bie=

§u muffen.

ftet)en

SSoIIenb^ bei einigen ^äpften^)

immer

bie 3^urc^tIofig!eit gegen*

1:)at

über ben ^lonfequen^en ber bamaligen 33ilbung etruaS unrtJÜI* !ürUd) Smpofante§. 3^i!oIau§ V. bt§

272 cnt:^alten oielel

ben legten

reid)e 9Jionogtapf)ien I)et

l^icrübet.

;3af)räef)nten

finb

^n

gat)!*

mit Dielen

bi§*

mar §.

ber

am

bei Poggio,

cipum. ^)

Sm

5(n*

fül)rten

fang biefeä 95anbe§ fteljenbcn £ifte

^aftor, e.

aufgcsäf)It jinb. 1)

Epist.

39; Opera, p. 526,

an

Mariano Socino. 2)

9Jod) au^

bem

^ß^i^^unbert

De

infelicitate prin-

einjelnen tgl. bie oft ange* SScrfe 3?oigt.

eipolla

fg.

@(i)i(ifal

Mantuan. Eclog. V,

öon

©regorooiug,

^ie Schrift öon

(Srojinonc

Nie. V. bringt norf)

44 15.

über ba§

bei Bapt.

33.

unb

ungebrudten SSriefen unb @e*

bicf)ten erfd)icnen, bie in

beru'^igt

md)tä 3icueg.

1900)

Giom.

über

stör. 37,


ber

tpeilStaufenbe gele!)rter Scanner

5!ir(i)e,

249

Stitertum on ben %üx\texii}b^en, bei beu ^ßopjtcn.

*S5a§

{"^r {)ilfrei(i)

gur @ette

ftänben. 23ei^iu^II. jinb bieDpferfürbie2Bifjenjd)aftIangeTi{cf)t jo grof3artig, [ein

nod)

ift

aU

mel)r ha^ perföntid)e

H)eit

(3id)ert)cit.

^aul

(Sr[t

^umanismu^

trauen gegen ben

unb

tro^ ber Unterftü^ung

felbft

^aupi ber ©ele^rtenrepubli!

$8orgänger nnb geniest biefeg

stoeiter

fein

üollfter

^oetenI)of erfd)eint \e^x mäfeig^), allein er

II.

rt)ar

9f?u'f)meg

in

mit ^urc^t unb Tli^^

feiner ©efretäre erfüllt, er blieb

unb

®r{)öt)ung einzelner ©ele^rter

tro^ber^^örberung ber 33ucf)brucEer!unft eint^einbber';£)icf)ter2);

bem jüngeren eine ^oeten mibmen. ©eine brei 9Za(^foIger, 8ijtu§, ^nnoceng^) unb ^Ilejanber, na^^men rooI)l 'Sebifationen an unb liefen fi(^ anbi(i)ten, foüiel man tüollte e§ gab fogar eine S3orgiabe, rt)a{)rfd)einlid) in ^ejametern*) maren aber gu fef)r anbermeitig befd)äftigt unb auf anbere ©tü^punfte itjxex Gewalt hehadjt, um fid) öiel mit ben ^oeten:pI)üoIogen ein§ulaffen^). Xro^bem tvai diom ber SJlittelpuntt ber Ütenaif* er

liefe

bod) üon (Srmoloa !©arbaro

ficf)

gegen

9flebe

bie

— —

,

®egcn fetnbefannte^ Epigramm: numeros sperare poetae Mutare est animus carmina non emere ri(i)teten fic^ 10 heftige

nostri temporis ed. Sßotte p. 38 bei

Stntrootten ber %id)tet (Arch. stör.

feine Slrbeit nod)

lomb.

20,

lautet :

Papa Pius non

<ßult. Über Alex. VI. 5Begünfti* gung ber ^oeten f. ©ian im Giom.

^)

Discite pro numeris [

440

antipapa

pius

beten

sq.),

|

verum im-

Hostis

IMusarum

etultitiaeque comes.

gtanb

p. 105.

manus

gel)ört

fie^uerbt 2)

XII

geroaltfam

SSgl.

ff.

Ro-

Slreife, ögl.

42—53.

fid),

ttjenn

interpretieren

^)

322

nid)t

ttjül,

au§

{Jür Innocenz' VIII. 3?erl)ältni§ 'S)id)tern

Sommafini *)

Lil.

stör. ^)

p.

tigl.

Infessura ed,

Greg. Gyraldus,

De

poetis

l)atte

40 Qo^re fpäter im

XXIX,

1897, ©. 427

Über

mageren Honorare be5

Sixtus

bie

IV.

ögl.

infelic. lit. p,

369

unb

überfe^ung

Piero

ff.

De

Valer.

sq. bei SInlafe beä (Sr

befam

für eine

Srflärung

einer

50 ©olbgulben a quo se totum inauratum iri

©d)rift bes 2tri[totele§

ab

eo,

speraverat.

%ie\e geringe ^rei*

quod

206

sq.:

aemulationis

sectae

tonicus esset.

— £ib UjirfUd) Paul

bem

252.

bamit

unb

gebigfeit begrünbct Conti I,

f.

ju ben

Wann würbe

Theodorus Gaza.

man

bem allgemeinen SSerbot ber Seftüre ber Siebter 16. Wäxi 1468 bei ^aftor II,

Sphaerulus non Came-

be§

2)er gute

mcf)t äur red)ten 3eit fertig

aud) £e«

5tu(^ Horatius

ju biefem

1)a§ ergibt

ftädfte

es,

Slnla^ rino.

is

PlaII.

Filelfo für bie Überfet5ung ber

6t)ropäbie 400 3ed)inen gab?

2)ie='


250

dritter 5Ibjd)nttt.

um

fance geworben; bie päpftlid^e ^urie,

mit gilelfo gu reben,

SuUu§

ber pajjenbfte Ort für eble unb gelehrte SJlänner^).

fanb (@.

meü

'S)irf)ter,

er felber ein

II.

bebeutenber ©egenftanb tvax

frönte aud) einige ^oeten, t)atte aber fein [tarfe§

132),

innere^ 35er:^ältni§ gur Ütenaijjance.

®a

Seo X.

folgte auf i'^n

„roie auf 3fiomutuä SfJuma", b.t).

bem SSaffenlärm be§ oorigen ^ontififat§ "hoffte man auf ein gang ben 9}Zufen getüei^te^. ®er ©enufs fd)öner Iateinifd)er ^rofa

nad)

er felbft fprad) elegant^)

— unb mo'^IIautenber

S3erfe gef}örte

mit §u £eo§ Seben^programm, unb foöiel t)at fein SiJläcenat aller* bing§ in biefer ^e^ie^^ung erreid)t, ba^ feinelateinifi^en ^oeten in ga^^IIofenfölegien, Oben,

Epigrammen, 8ermonen jenen fröf)Iid)en

glän^enben ©eift ber Ieonifd)en Qeit,

93iograp^ie

roelcfjen bie

be§ ^oöiuä atmet, auf bilblid)e SSeife barftellten^). ift

3Sieneid)t

in ber ganzen abenblänbifct)en @efd)i(^te fein ?^ürft,

im

SSert)äItniä gu

Sebenö

ben

fo bielfeitig ber:^errlid)t

um

bie ^ic^ter t)auptfäd)Iid)

ptte.

ben ©arten

gufommen

3it9«^9 i^ i^"^ 'Ratten bie ©aitenöirtuofen

tDie in

it)m aud) fonft auf ©djritt

fie

^orm

mit einem Bettelbriefe in

Dl^mp

üorfam*).

%enn

fättlid)e

ber

i^m

lelfos fagte.

25,

bem

S[bfd)rctbcr,

Fi-

12

©olbgulben

su-

gZeffen,

®o§

@oIb, ebenfo

tute

eine

nod)maUge (3ahe üon 50 ®ulben,

fam abex

nic^t

in

Filelfos

Arch. stör. lomb. 21, 161 sq.

^äpften

üom tior

St'arbinalat

Leo

ögl.

IV

p. 307.

2)

(£r

Lor. Granas

Quli

1471

bei

Paris de Grassis (ed. 1884) p, 22.

1515) i^n franjöjifd) anrebete.

*)

ben

18.

II, 364.

ber Äönig üon j^ranfreid) (^Bologna

3)

bei

üom

iörief

fprad) bod) tt)o{)nateinifd), iüät)renb

— x^üx

£cid)enrebc auf Äarb. Egidio, Anecd. litt.,

1)

gio^mini

§änbe,

ba^ abji(^tlid)e gern'^alten ber ^U'

maniften

einer (glegie, rt)orin ber gange

£eo, ber fein @elb beifammen fef)en

Überfc^ung fd)tdtc ber Unei;* aud) Federigo üon Urbino,

jetbc

ganzen 8d)ar=)

unb Xritt in bei* be§ @emäd)ern ^alafteä ben innerften unb mer i'^n ha nic^t erreichte, öerfud)te e§

ha^

fud)ten,

man

menn

5!}Zittag,

aufget)ört l^atten*); aber einer ber beften ber gibt gu üerftef)en,

ben

tt)enigen barftetlbaren (^reigniffen feinet

S3gl.

bei Slnla^ ^)

ejfur^

XLIX.

Paul. Jov. Elogiadoct. vir. p.l31,

üon Guido Posthumus.

Pierio Valeriano in feiner „Si-

mia". ^)

©. bie

(SIegie be^

Job. Aurelius

Mutius, in ben Deliciae poet.

ital.


251

5)a§ Stitcrtum bei ben topften.

fonnte unb lauter

t)e{tere

Aktien gu

auf eine Sßeife, bereu Anbeuten

3eiten rafd)

§um

5!Jlt)t^u§

überlieferte @ejd)id)te

erblicfen rt)ünf(f)te, fd)en!te

fnappen Oon ©ioöio

in ben folgenben

^agu

öerüärte.

get)ört bie

üon ber purpurjamtenen Sörfe mit öolb*

päädjcn oerfd)iebener ©rö^e, in

dagegen üerlangte

greift,

jid)

rDeId)e :^eo

foIIenbo(i)bie2:afeIimprot»ifatoren,

maci)ten, mit ^eitfd)en gef(i)Iagen

organifation ber «Sapienga

ift

bIinbUng§ hinein*

er aud) befriebigenbe

Seiftungen;

mennfie gar§u{)in!enbe 58erfe

Sorben

fein^).

bereite (©. 23

i)

SSon feiner

9fle*

bie 9?ebe gemefen.

Um

£eo§ @influ§ auf ben ^umani^mu^ nid)t gu gering gu tarieren, mufe man ben SSIid frei f)alten bon ben bieten (Spielereien, bie babei mit unterliefen; man barf fid) nid)t irre mad)en laffen burd) bie bebenüid^ fd)einenbo ^ronie («S. 175), mit ber er felbft biefe 'S)inge bi^meilen be^anbelt; ha^ Urteil mufe

au^ge^en üon ben großen

geiftigen 5[RögUd)feiten,

ben ^ereic^ ber „5lnregung" fallen unb fd)Ied)terbing§ im gansen gu bered)nen, wo^l aber für bie genauere gor^

n)eld)e in

nid)t

fd)ung in mand)en einzelnen fällen tatfäd)Iid) nad)äurt)eifen finb.

S8a§ bie italienifd)en |)umaniften getüirtt ^aben,

ift

immer

ber öon £eo ausging.

feit

irgenbföie

(£r ift

Suropa

eirva 1520 auf

öon bem

eintriebe bebingt,

berjenige ^apft, melc^er

im ®rud*

priöilegium für ben neugeh) onnenen5tacitu§^) fagen burfte: bie

großen 5{utoren feien eine 92orm beg £eben§, ein Stroft im Un*= glüd; bie ^eförbeiaing ber @elet)rten unb berSriuerb trefflid)er 33üc^er ^ahe \i)m je^t ban!e er

öon ie"^er

bem

al§ ein t)öcl^fte§ ßiel gegolten,

unb aud)

|)immel, ben S^u^en be§5!JZenfd)engef(^Ied)t^

burd) S3egünftigung biefe§ ^ud)eö beförbern §u !önnen. Sßie bie SSermüftung

Ülomö 1527

unb

breitete

^) SSet

Giraldi,

Lil.

3flut)m be§

Hecatommithi VI,

Greg. Gyraldus,

De

poetis

nostri temp. Opp.II, 398 (Bas. 1580). 2)

großen öerftorbenen 33efd)ü|er§

bi§ in bie äufjerften

erft red)t

Nov. 8.

hen

giogcoe,

Leone X,

ed. SSoffi IV,

bie Ä'ünftler gerftreute,

nad) allen Sßinben au^einanber

fo trieb fie auii) bie Siteraten

dnben ^talien^

au§^).

181. ')

Über Clemens' VII., ber Qcrn

an Leo anfnüpft, SJJäccnat IV, 2, ©. 548 ff.

\.

^aftor


252

dritter mfd)nttt.

SSon ben

tt)eItU(f)en

dürften be§ 15. ^atjx^unbeü^ §etgt ben

^ö(f)[ten (Sntt)ufia§mu§ für

ba^ 'ältextum 2Ufon§ ber ©rofee öon {<B. 37 f.). ®§ jc^eint, ha^ er babei

Stragon, tönig t»on 9^ea|3el ööllig naio tüar,

ba^ bie antife 9BeIt in ^enfmälern unb ©d)rif=' nur mit 2lnftrengung lag, it)m feit feiner

ten, obiDo"^! er bie je

9tnfunft in i^talien einen großen, überiüältigenben ©inbrud ma(i)te,

melc^em

er

nun nachleben

mufete; öielleidit tvax er

aud) burd) ba§ 58orbiIb feinet SSorfal^ren Oiobert,

be§>

©önnerg ^etrarcaS, beftimmt, ben

ober über*

treffen trollte^).

SBunberbar

Ieid)t

er

erreid)en

gab er fein tro^ige^ 3Iragon

fantt S^iebenlanben an feinen 93ruber auf,

neuen au§

S3efi^

bem

gu mibmen.

großen

S3alb galt fein

um

fid)

bem

gan^

^of aB «Sammelpla^,

bie {)öd)ftfte{)enben ^Dlänner "^eröorgingen,

5.

^apft

SS.

@r {)atte teiB na6)^, teiB nebeneinanber in feinen ^ienften^) ben QJeorg bon Strape^unt, ben jüngeren ^l)xt)\o'' lorag, namen§ ©ioüanni, ben Sorenjo Sßalla, ben S3artoIommeo f^agio unb ben 5lntonio ^anormita, welche feine @efd)id)t* fd)reiber mürben; ber le^tere mu^te if)m unb feinem §ofe tag* lid) ben Siöiu§ erflären, auä) im Sager iDä'^renb ber g^elbgüge. '3)iefe ßeute fofteten it)m jät)rlid) 20 000 ©olbgulben; bem ^anormita gab er für fein SSer! 1000 ©olbgulben, bem 5^a§io f d)en!te er für bie ^iftoria ^tlpfionfi über bie 500 ®u!aten 5jat)re§* befolbung am (3d)Iu^ ber Strbeit nod) 1500 ©olbgulben oben* brein, mit ben Sßorten: „e§ gefc^iet)t nid)t, um (Sud) gu be* galten, benn 6uer 2öer! ift über!)aupt nid)t gu he^atjhn, aud) nid)t, lüenn id) @ud) eine meiner beften Stäbte gäbe; aber mit ©alij:t III.

ber 3ßit ^) e^teilicE)

tt)il^

^^ fud)en, ©ud) gufrieben gu

mu§ man baran f cftl)alten,

ba^ bie jpäterenStngaben über Roberts @ele()rfam!eit,

ben 9lcid)tum feiner

S3ibUot{)e! ftar! übertrieben finb. 2)

sim.

Vespas. 1)ie

Fior.

®ried)ijd)cn, bie A.

©. 29.

^urat.

XX.

Re

Älfonso pas-

Überfe^ungen

mad)en

au§

ließ, ba].

541 sq. 450 sq. 495.

Panormita,

Alplionsi, regis

De

et factis

dictis

Aragonum

libri

qua-

Commentar. in eosdem Aeneae Sylvii !)r§g. üon Jacob Spiegel, tuor.

Safel 1538.

bem

Vita Jan. Manetti, bei Col.

5tB er

ftellen"^).

3)

2lud)

Alfons tonnte e§

Poggio; di

freilid) 33.

bem

ügl. ©l)cpf)erb SLonelli,

Vita

md)t allen red)t mad)en,

Poggio

II,

3.

108 6q. unb ben

SSrief


®a3

5tltcrtnm bei 9tIfonS

ben @iannoä§o

ti.

©ein Äultu§

5WeapcI.

b.

253

Erinnerungen.

ben glängenbften 93ebtnguttgen „mein Ie^te§ 58rot tüürbe

^Jianetti unter

5U feinem ©efretär na'fjm, fagte er:

Sd^on

mit (Sud) teilen".

id)

alä

öratuIationSgejanbter öon

glorens bei ber |)0(^5eit be§ ^ringen ^errante noä§o einen „tüie ein

mal

eine

!)atte

©ian^»

©inbrucf auf ben Äönig gemad)t, baß biefer

foIc£)en

©r^büb" regung^Iog auf bem Stfjrone fa^ unb nirf)t ein^ Winde abiüet)rte, bie fid) am Slnfang ber 'Siebe auf feine

3^afe gefegt f)atte.

^ei ber

Sf^eftauration be§ ©d)Ioffeö na'fim er

ben %aQ für üerloren, an bem Sefen

ttieber burd) ^Jfufü,

unb üerad)tete Sßiffenfd)aft

tauen ermunterte er

fid); er l)ielt

er nid)t§ gelefen tjatte,

Iie{3 fid^

im

nod) burd) irgenbein ©eräufd) ftören ^loUegen, bie nid)t

feine fürftlid)en

pflegten

ben S?itruö ^u

mit

^ilfe; (3d)riften ber bitten fiUjrte er überallhin

ober begünftigten.

^um ©tubium:

'Und)

felbft

feine

bie

Unter*

junge Seute fd)idte er nac^

^ari§ unb üerlangte bon it^nen tüd)tige

3^ortfd)ritte alö einzigen

(Seine Siebling^ftätte fc^eint bie 33ibIiot!)e! be§ (Sd)Ioffe§

'S)an!.

üon 9^eapel gemefen gu

fein, bie er fid) auä:)

\vo^

n)enn !ein S3ibIiot^e!ar anmefenb mar; bort

felbft auffd)lo^,

faf3

an einem

er

^enfter mit befonber§ fd)öner 5tu§fic^t gegen ba^ 9}?eer unb tjörte

ben SSeifen

Senn

§u,

menn fie

(Seneca aud) bie 33ibel ge'^nmal gelefen bie

§. 33.

über bie

unb

er hjar aud) üöUig religiös

Strinität bi^futierten.

Iie§ fid)

au^er £iüiuö unb

er, nad)bem er fie bier^« au^menbig mu^te. ©r gab benen,

Vortragen, bie

f)atte, beinaf)

Spönnen werben mollten,

ba§>

@elb, ba§

fie

gum

Eintritt in

ba§ tlofter nötig Ratten, befud)te fleißig bie Äirc^e unb I)örte mit grofjer 9Iufmer!famfeit ben ^rebigten gu. 9Iuf einer feiner SJiebaillen ift

ftel)t

ber 58ibelfprud):

ber §err; er warb mir

genau erraten,

^abua

((3.

§um

„9Jleine ©tärte

^eil."

bie er öermeintlid)en (Gebeinen be§ ßiüiuS gu

163)

wibmete?

21I§ er

auf grofee bitten bon ben

SBenegianern einen 9trm!nod^en babon beä P. an Facius bei Fac. de ed. gjle^ug p. 88, f)ci^t:

unb mein £ob

SSer will bie ©mpfinbung

Wo

vir.

ill.

e# über Alf.

ad ostentationem quaedam

facit

erl^ielt

unb

e'^rfurd)t§=»

quibus videatur doctis viris

favere unb Poggios 93rief bei Spicil.

Tom. X,

p. 241.

SJloi,


254

dritter ?tbi(i)mtt.

Neapel in (Empfang na^m, mag in feinem ©emüte unb §etbnifd)eg fonberbar burc^einanber gegangen jein. Stuf einem 3^elb§uge in ben Stbrug^en geigte man i^m ba§ ferne (Bulmona, bie ^eimat beä Döib, unb er grüßte bie 6tabt unb ban!te bem ®eniu§ be§ Drte§; offenbar tat eg it)m Jt)0^t, bie SBei^fagung be§ großen '2)id)ter§ über feinen fünftigen botl in

S{)riftUd)eä

mad)en §u !önnen. Einmal

ffiu^m^) 'mat)i

gefiel eö

felber in antif er SBeife aufzutreten, nämlicf) bei

i^m

aud),

feinem berü:^mten

bom

(Singug in ba^ befinitiö eroberte 9?eapel (1443); umreit

mürbe

9}lercato

gelegt;

eine

öiergig (Sllen roeite S3refd)e in bie 5!JJauer

burd) biefe fu^r er auf einem golbenen SSagen toie ein

römif(i)er Sriumpt)ator2).

einen ^errlicf)en beretüigt.

Sluc^ bie

— (Seine neapolitanifcf)e

biefem antiten (£nt:f)ufiagmuä fd)aften

Ungleicf) gele{)rter

roie

meniger Seute

um

aB

ift

(©. 39 fj ) feinen guten 6igen='

'2)t)naftte

üon

burd)

nuoüo '^at üon

Giaftello

all

fid)

ba ^eltre großer ©(f)üler, ber

^atte, gar nid)t§ üerfd)it)enbete

in allen "Iiingen, fo aud) in ber ^^ür i'^n

üon Urbino^),

Stifonfo toar f^-eberigo

SSittorino

9Jieifter§

üoll berfu'f)r.

!)ieran

fe^r öiel geerbt^).

ni(f)t

be§ groBen

©rinnerung

marmornen Xriumpt)bogen im

unb für

unb mie

2(neignung be§ 2tltertum§ plan*

9?i!oIaug V. finb bie meiften Über*=

fe^ungen au§ bem @ried)ifc^en imb eine Slngat)! ber bebeutenb* ften 5!ommentare, 33earbeitungen u. bgt. üerfafet Sorben. (Sr gab

üiel au§,

aber ghjedmäßig, an bie Seute, bie er braud)te.

SSon einem 'ißoeten'^of felber

mar

mar

ber ©eletjrtefte.

ein Xeil feiner ^ilbimg; al§ SJlenfd) bemeifterte er fd)aft übert)aupt,

^)

Col. ')

De

Giom. napolet.

mar

?^-ürft,

unb §mar gu

principe.

^elb^ierr

unb

bei 5!Jiurat

§.

^. oerglid) er

Siteratur

XXI,

(in

ber

X^oma^ unb

?Infd)Iu§

gieapel 1907, ©. 77 *)

(Sine 'Satfteltung ber SSerbicnfte II.

um

pra!tifd)en ß^^^cfen,

an

unjete

©teile) gibtf5-2;otraca, Scritti critici,

1127.

Ferrantea unb Alfonsos

allerbingä nur

einen großen Xeil ber bamaligen ^iffen=*

Ovid. Amores III, 11, vs. 11.

Jovian. Pontan.,

%a§> Slltertuna

üolltommener

SHä St'^eologe

(Bafi)e millen*). ^)

in Xlrbino !eine füebe; ber ^err

um

bie

ff.

Vesp. Flor. Proemio

derigo duca

§

notizia d'ogni

§

4 Fe-

VoUe aver piena cosa, cosi sacra come 23:


öon Urbino.

f5feberigo

(Scotiiä unb !annte auct) unb D!5ibentö, erftete in

255

'Sic ©fotäo.

bie alten ^ird)ent)äter be0

Drientä

Iatetmf(i)en Überfe^ungen.

i^n ber

ben ^lato gän^Iid) feinem B^itgenojfen dojinio überlaffen gu 'fjoben; öon 2(riftoteIe§ aber !annte er ni(f)t nur (£t!)i! unb ^oliti! genau, jonbern aiiii) bie ^tn)ji^ u^b met}rere anbere 8(^riften. ;^n feiner fonftigen £e!türe tpogen ^!)iIofopf)ie jd)eint er

bie fämtIicE)en antifen ^iftorifer, bie er befa^, beträchtlich) bor; biefe

unb

ni(i)t

fici)

öorlefen".

unb

ertüeifen

bie

®ie ®for§a^) lic^

^oeten „Ia§

er

immer

9}iä,ienaten (©. 26, 42

bie 9?ebe gen)efen

man

aug

f(i)on

fi(i)

f(i)eint

lie^ fie

moöon

gelet)rt

gelegent*

^er^og ^ranceSco mod)te bei ber

i[t.

^ilbung

3iet)ung feiner Slinber bie '^umani[tif(f)e

öerfte^e;

f.),

unb

weniger

finb ebenfalls alte mef)r ober

fic^ äi§>

betrad)ten, bie

tüieber

)3oIitif(i)en

eä burd)gängig

aB

(Sr=»

al^ eine (Sacf)e

©rünben üon felbft SSorteil empfunben

§u '^aben, tüenn ber 3^ür[t mit ben ©ebilbetften auf gleid)em

menn

5uf3e öerfe'^ren fonnte. Sobooico Tloxo, geiet)rt, erfreute

unb

an bem

ficE)

bert)ieö eine

treffli(f)en

gerabe

Steilna^me an allem ©eiftigen, bie fd)on

über ba§ Slltertum !)inau§ge!)t

(<S.

ficE)

man tut i:^nen unxedjt, nur

i!)re^ofIiteraten

toeit

46).

9(ud) bie Heineren ^errfd)er fu(i)ten

§u bemä(i)tigen, unb fie 'E)ätten

auci) nid)t

ßatein feiner 8e!retäre

genäf)rt,

um

SSorgüge

ät)nticf)er

föenn

öon

man

glaubt,

if)nen gerüt)mt

äu werben. (Sin 3^ürft mie 58orfo oon ^^errara (©. 53) mac^t bei aller Gitelteit bod) gar ni(i)t m^e^r

Unfterblid)!eit gentile.

58gt.

©iner feiner

^oeten 1483)

öon ben

eben ®. 50

bi§t)er faft

Cantalizio ift

geroürbigt

©. 485 ^)

f.

u. 213.

unbefannten

(Epigrammata bon ßi^noni,

Atti deir Acc. dei Lincei V,

ben

@ffe!t, al§ erwartete er bie

'^iä)texn^), fo eifrig

3.

1894,

nod) SiDiui unb bie franjöfilc^cn

fid)

$Rit*

biefe

mit einer

®ie ^umoniften, roeldje fid) bei i'^m unb i^n „bexiXi)mt mad^en"

tnelbeten,

tüollten, pflegte er nad) iDenigen 5^0=»

gen miebet tt)egjufd)iden.

5BgI.

De-

Wutat XX, CoJ. 1114. Stro^bem gab er bem Lorenzo

cembrio, bei ^)

ff.

58etm legten Visconti ftreiten

i^m

Spirito für ba§>

lat.

@ebid)t L'altro

Harte 50 ©ulben, Mario

Filelfo

tiiel*

tcrromanc nebft Dante unb Petrarca

Ieid)t für bie

um bie 5;eilnai)me beg dürften (©.41).

Alberto di Vercelli unb Alessandro

Glycephila 25 ^ufatcn,


256

dritter Slbjc^nitt.

auf tx) arteten, ba§u

„S3orfeit§" u. bgl.

weitem gu

fein ^errf(f)ergefü^I bei

ift

au^erbem f)at er unb ift, meit

fe^r enttüitfelt;

für ba§ ^talienif(i)e,

liebe

nidf)t red)t

öertraut

©an

log ©arlo bi

ift,

fe^r erzürnt,

©iorgio

i'^nt

bie

aU

eine befonbere 5ßor^ it)m ba^ Sateinifd)e

fein |)öfUng

(5Jef(i)i(i)te

unb

2lftro*

einer gegen

i'fjn

öon ^io in Iateinif(i)er unb nid)t in italienif(i)er ©prac£)e übemidjV). ^Xllein bei i^m, no(i) me^r bei feinen ^fJadjfoIgern er!ennt man, geri(i)teten angebli(f)en 58erf(f)n)örung ber |)erren

bafe ber

Umgang mit

tum, ba§ 95ebürfni§

ba§ ^ntereffe für

(^elct)rten,

öon bem bamaligen ^ürftentum e§ nod)

f)at

fe'fjr

ba§> Sllter^^

nacE) eleganter Iateinif(i)er Spiftolograptjie

Sie

ungertrennlicE) tüaren.

ber prattifd) t)ocf)gebiIbete ^ergog ^tlfonfo

(©. 54) beüagt, ba^

f rän!Iid)!eit

it)n bie

in ber

^ugenb einfeitig Dber t)at er

auf ^r'^olung buxd) ^anbarbeit t}ingett)iefen!^)

mit biefer 9lu§rebe bod)

fid)

^n

gehalten? genoffen

nur

bie Siteraten

Heinften romagnolifdien

unb ber ©efretär

finb

bann

Toscani für Sot)gebtd)te 25 h^W. 10 ^ufatcn. 3SgI. SSentuti, L'arte a Ferrara 1886, ©. 4

Gaspare Tribraco

f.

Trimbocchi luibmete i^m

ben Trivimphus

tinum.

"2)16

bic^tung festen 'S)eutf(^Ianb

in

in feiner

9Kanter ber ^ürftcn^ ital.

|)umamj'ten in

©er

fort,

©ijiliancr (f 1517

Heimat) ocröffentlid)te 1488 ein Liber Fridericeidos

Seipgig

(kämpfe Saud)

f^ricbric^^

tüiber

mit ber gcbiffenen

feine

QJegner).

in SJUtt. ber ®ef.

f.

SSgl.

(£rä.

unb

©diulgeftf). VI, 167. *)

%\)xanmn !önnen nid)t au§!ommen; ber

Atti e

memorie

föirb^").

ba^er

SJlan

angeführte

bie

Parma

1864,

mit ber

©d^rift

in§

^tolienifc^e überfe^en. 2)

Paul. Jovii Vita Alfonsi ducis.

über CoIIenuccio am §ofe be§ Giovanni Sforza üon ^efaro (©of)n ^)

be§ Alessandro, ©. 30), ber le^t

1508 mit

©. 153, 3lnm. Ordelaffo ju

bem 1.

«eim

f^forli tierfa^

fein

Stotenbett bei C.

Ven. 1506 ijalt

öon

ju= f.

legten

Codrus Ur-

ceus die Stelle 1477—1480;

an

il)n

Slobe lohnte,

ßlagc

U. Opp.

LIV; über ben Slufent* Sermo VI. Unter ben

fol.

in ^orli

gebilbeten Sttirannen II,

ift

Carlo di San Giorgio mufete

p. 370.

1460

ca.

Borsium Ates-

Priamus Capotius Libybita

SBangc

^eiU

öfter eine ^erfon, tt)eld)e

geitmeife fogar ba§ f^attotum be§ §ofe0

in

£eibe

o'^ne einen ober me'f)rere §of()umaniften

^au§Ief)rer

de'

öom

ni(i)t red)t t)inein.

(Selbft bie Ieic£)t

efier

eine ©eele tüie bie feinige fd)auten fc^on bie

ift

auä) ber 1488

feiner ©attin ermorbete Galeotto


%ie flemcren

üeinen

SSerQ(f)tung biefer

§anb, inbem

bei her

©igiämonbo

§err|^d)et.

35erf)ältniffe

man

öergi^t,

insgemein

ha^ bie

257

^Jialatefta.

ju rafc^

ettt)a§

t)ö(i)[ten

^inge be§

Tiid)t an ben 9}ia^ftab gebunben finb. ©in fonberbareS Streiben mufe jebenfalB an bem ^ofe §u

©eifteä gerabe

9limini unter gjJalatefta

bem

(1417—79,

33.

mini,

^exi\d)tt

feit

garte fiieber unter

(£r bi(i)tete felbft §.

unb ßonbottiere Sigi^monbo

fred)en |)eiben

1432) ge^errj(i)t ^aben.

bem

©influfje ^etrarca§,

auf eine i^m oon ^ugenb auf befreunbete 50'Jarg'^erita,

unb auf

®ame

au§

fRi^

bie gleid) ju erhjö'^nenbe^fotta. (Sr

femer eine 9tn§a^I öon ^t)üoIogen um fid), ^orcellio, S3afinio üon ^arma, Strebanio, unb ftattete einzelne öon i'^nen reic^Iic!^, §. ^. mit einem Sanbgut au§, toä'^renb anbere al§> Offiziere iT)ren mäßigen 2eben§unterf)alt l^atten; fo fpottete Juenigfteng 33afinio, er befä^e StcEer unb SSilla, H3ät)renb feine ^onfurrenten a{§> hungrige ^arafiten nod) in it)rem 5XIter (BoU arx Sismundea baten fpielen müßten ^). i^n feiner ^urg

r^atte

:^alten feine ^!}iIoIogen i^re oft fe'^r giftigen

©egentnart be§ ,,rex", '3)i(f)tungen greifen fie

fd^aft lief)

mit ber fd)önen

Disputationen, in

nennen; in it^ren natürlid) i'^n unb befingen

hjte fie i{)n

i^fotta begli 9(tti,

lateinifc^en feine Sieb=»

§u bereu (St)ren

eigent==

Umbau üon «San g^ranceSco in Ütimini er== ®rabben!mal, Divae Isottae Sacrum. Um bem

ber berül^mte

aB

folgte,

ii)x

päpftli(f)en 33annflu(i)e gu entgelten, Iie§ SJlalatefta ^fottaS 33ilb==

niä abfdjaben

unb

bie 9Jfarmorinfc^rift be§

©rabmalS mit

einer

SSrongepIatte öerbecfen, bie mit einer anbern ;3nfd)rift ber* fe'E)en

Die urfprüngli(i)e prie§ bie ©(i)önt)eit unb hie unb üerf)errlid)te fie al§ ben (Bd)nmd ^ta=

tourbe.

^ugenben

i^fottaS

SSenn

Iien§2).

feine ^t}iIologen fterben, fo

unter) bie (3ar!opf)age §u liegen,

9tuBenn)änbe biefer nämlichen

momit

tommen

fei :^ier

tion

^aen^a ju nennen

1904);

ebenfo

Surd^atbt,

einzelne

:^errf(i)te.

öon ^Bologna.

LX.

^riensa

1)

58 gl.

ejfur§

Bentivogli

2)

58 gl.

benfelben (Jjfurg

ÜJieJfert,

«uttur ber aienaiffance.

^n^

beigefe^t tnorben

gur 3cit, ha (Sigi§munbu§, ^anbuIfuS' (Sot)n,

(über t^n 9tntonto

in (ober

fircE)e gefd)mü(it finb; eine

fd)rift befagt bann, ber 58etreffenbe

Manfred!

fie

bie 9^if(i)en ber beiben

I.

li.Slufl.

LX. 17


258

15)rtttcr

'^an tüürbe f d)tt)erUd)

mfc^nitt.

einem

e§ "fieute

(Sd)eufat, tüte biejer ^ürft

mar,

glauben, ha^ 33ilbung unb gelehrter Umgang i!)m einSe*

bürfniä feien, unb bod)

t)at et nid)t

blo^

feile

§ofbid)ter

um

fici)

öetfammelt, fonbern einen finnigen, garten Stjriter mie ©iufto be'donti (t 1447) an fid) gu feffeln gemußt, ben gele!)rten SSalturio (oben (5. 108, 5t. 3), „ben prften alle^ SSiffen§", bei fid) be^

mit feiner unb mit |)ilfe anberer gele'^rter SJlänner au§ ben öerborgenften Stbgrünben ber ^^ilofop^ie bilblid)e

t)erbergt,

ben ©emälben feiner Äirc^e §u allegorifierem ben 33egriffe au§ge!lügelt, unb atä tuertöollfte 93eute au§ bem öon i^m unternommenen Sürtenguge bie £ei(i)e beä großen @emift^o§ ^let^on '£)eimgebra(f)t „tt)egen ber unge'^euern 2iehe §u ben ©ele^rten, bon ber er entbrannt ift", njie e§ auf feinem

formen

für bie in

Sei(i)enfteine

"Reifet,

^a

in effigie üerbrannte fagt

felbft ber, n)elc£)er if)n

unb

ejctommunigierte,

be!riegte, nämlici) ^apft

^iu^

II.,

„<Sigi§monbo !annte bie §iftorien unb befa^ ^unbe ber ^I)iIofop:^ie; gu allem, wa§ er ergriff, geboren"^). Unb ä^nli(i)e 33eifpiele finb gerabe in ber

öon i^m:

eine grofee fd^ien er

3eit ber Stenaiffance nid)t feiten:

Sroccio, einer ber treueften

Wöibex unb Oläuber, fud)te eifrig naö) itaUenif(f)en ©onetten, unb &. &. Srittulgio, ein rauher Krieger, bebauerte unter ben bei ber ©inna^me SJlailanbö erlittenen SSer* 2lnf)änger ber SSorgia,

lüften feinen mel)r

aU ben eines ©jemplar^ beS CluintuS ßurtiug.

(Siebentes Kapitel e^lftologra^^lc unb latcinifc^c 9lcbe*

3u

gmeien ßtoerfen aber glaubten Ülepublüen

tvie l^ürften

unb ^äpfte beS ^umaniften bur(i)auS nid)t entbehren §u fönnen: gur ^Ibfaffung ber S3riefe unb gur öffentlid)en, feierlid^en 9tebe. 1)

Pii II,

Historiae

ganjcn

ijt

Comment. t)ier

L. II, p. 92.

ber ^jnbegtiff be§

5Iltertum§.

Cortesius rül)mt ü}n

Paulus

3lud) fef)t,

p.

34

sq.

Sinigc

©onette be§ Sigism. Pand.

Malatesta jtnb

öon ^.

SBIanctont,

SiaDenna 1860 (nozze) DeröffcntU(^t.


©ig. Walate\ta.

^er ©eftetär mu^ Sateiner

man

jein,

Unb

ift.

nur üon ©tile§ tüegcn ein guter

ni(i)t

fonbern umge!et)rt: nur einem §umani[ten traut

unb SSegabung

bie 33ilbung

nötig

259

"Die ^pi^toloqxap'ijie.

5U, meiere für einen Sefretär

t)aben bie größten ^[Jlänner ber SBtfj'en[(i)aft

fo

^inburd^

bem Staat

auf biefe ^eije gebient.

5!Jian

babet

fa'f)

auf ^eimat unb |)er!unft; öon ben öier großen

nict)t

im

£eben§

15. ^af)r!)unbert meift einen beträ(f)tli(i)en Steil ii^re^

florenti*^

1427 bi§ 1465 bie ^eber fül^rten^), au§ ber Untertanenftabt Slreggo: nämlid) fiionarbo

nif(i)en (3e!retären, bie feit

finb brei

unb SSenebetto

(33runi), ßarlo (3Jlar§uppini)

mar üon Xerra nuoüa, ^atte

man

ebenfalls

im

fIorentinif(i)en

boc^ f(f)on lange mehrere ber

mit 3tu§Iänbern befe^t.

prinjipiell

^oggio &ebiet

Slccolti;

t)öc£)ften

(Btaat^ämtet

^oggio unb

fiionarbo,

QJiannojäo SJlanetti ttiaren au(i) geittüeife (5Je^eimf(i)reiber ber ^äpfte, unb Sarlo Stretino follte e§ ttjerben einige nur biefen

Stitel, otjne

freilief)

bie Söürbe mirüidE) gu

führten

beüeiben

S3ionbo bon ?^orIi unb tro^ allem gule^t aud) fiorengo SSalla rürften in biefelbe SBürbe lid^e

^alaft

feit

Gräfte in feine ^an§Iei,

9JJet)r unb met)r ^ieijt ber päp\t^ unb ^iuä 11.=^) bie bebeutenbften

tior.

5^i!oIau§ V.

felbft

unter jenen fonft nid^t

gefinnten legten ^äpften bea 15. ^a^r^unbert§.

beä ^latina

gefci)id)te

ift

ba§ fieben ^aul§

bie ergö^Iid)e 3iad)e be§

^n

II. nid)t§

literarifd^

ber ^apft*

anbere§ al§

^umaniften an bem einzigen ^apft,

ber feine ^anglei md}t gu bei)anbeln tierftanb, jenen SSerein

bon „®i(f)tern unb Ülebnern, ^)

2rflt)rom,

Cosmus, Adnot. 118.

Vespas. Flor, passim.

^auptftelle über ba§,

(Jinc

tt)a§ bie ?5Iorcn=»

p.

132

C.

ff.)

Ratten

je

luotion

fie

Aretino unb Poggio

600 ©olbgulben

fd)rciber

nus habetur, jagt B. Faciua

Jac.

Ammanati,

Pius

II. SSriefe

(£r5ä!)Iung

bei ber

üon Poggios (Ernennung

De vir. ill. p. 17), Aeneas Sylvius, De Europa, cap.

jum

©cfretär:

(Opera

p.

454.)

ital.

54.

über 9^eform ber

tanslei 1437 f)anbelt §. (Arch. stör.

bei

ser.

V,

2)

@ef)alt,

aber 4 9?otare ober Unter*

oon it)ten ®e!retätcn verlangten (quod honor apud Florentinoa magtiner

@Ian§

bie ber ^urie ebenfobiel

ju befolben Ratten.

aSgl.

oben ©. 115

f.

248.

Sßon

einc^ ber ©c!retäre

rüf)mte P. Cortesius,

de cardinalatu (1510): quae ab eo scripta sunt meditata tarditate exquisitius

Suifo

in

vol.

XXI

litate pati.

illa

quam

aetas ea videretur

immoderata scribendi

^.

17*

faci-


260

Strittet

üon

üerlie!)en, a\§ fie

mfd)mtt.

empfingen." '^an mu|3 biefe

t'^r

reic^getüorbenen Vetren, toelt^e

be§ 3luglanbe§

aufbraufen

tüenn

SQ.

mann

fet)en,

ftoI§en,

Stellung §ur Slulbeutung

gut §u benu^en öerftanben,

jo

jelbft^), 5.

it)re

ein

roie bie

^äpfte

^rägebengftreit eintritt,

bie Stboacati confiftorialeö gleid)en 9?ang

mit

it)nen,

^n einem guge mirb an ben ©üangeliften ^o'^anneS, tve{<i)em bie ©ecreta coeleftia entfiüllt gemefen, an ben 8d)reiber be§ ^orfenna, ben 9Jl. ©cäüola für ben tönig felber ge{)alten, an ^?äcena§, h)eld)er Sluguftä ©e'^eimfc^reiber n^ar, an bie ©rsbif^öfe, bie in ^eutfrf)* ben

ja

SSortritt in 9lnfpnid) ne{)men^).

appelliert

lanb tangier ^eifeen ufm.^).

„'2)ie apoftoIif(f)en

bie erften ®efcf)äfte ber SSelt in fie

fc^reibt

unb üerfügt

in

©(i)reiber l)aben

^änben, benn mer anberö aB

©ai^en beä

!at^oUf(f)en ®Iaiiben§,

ber SSefämpfung ber te^erei, ber ^erfteüung beä ^riebenö, ber 33ermittelung

ben größten

5ii:)if(i)en

liefert bie ftatiftifd)en Itberfic^ten

2)'lonar(i)en?

ber ganzen

3Ser

aB

(l{)riftenl)eit?

fie

8ie

unb S8bl!er in SSetüunberung üer= ben köpften au^getjt; fie öerf äffen unb Q^nftniftionen für bie Segaten; it)re S3cfe^Ie

finb e§, bie tönige, g^ürften

fe^en buri^ ba§, bie S3efet)Ie

empfangen

fie

mag

tion

aber nur

üom

^apft,

unb

finb berfelben gu feber

(Stunbe be§ Sage§ unb ber ^adji gemärtig." 9ftut)me§ erreid)ten aber hoö:) erft bie

unb

©tiliften

®en

©ipfel be§

beibenberüt)mten (Sefretäre

£eo§ X.: ^ietro SSembo unb ^acopo (2aboleto*)3 tanaleien f (^rieben elegant; eä gab einen Ieber=

9ä(i)t alle

^)

3SgI.

Spiegel

Sufjerung be§ Jacob

bie

1521,

in

ben

SBiener

Sita*

mitgeteilt

©i^ung^'beriditen

ber

bemie XLVIII, ©. 333. 2) Anecdota Ut. I, 119

täre

gegen

Lib. V. ep. SInfprud)

%la\'

sq.

bie

9tboo!aten.

Leon. Aretini epist. 5.

ber

vol. II, p.

'Sier

Mehus, 25 sqq.

{)umani[tijd}C

^oniiftorialabUüfaten

bcrut)te auf i{)rer Ükbefunft,

wie ber

ad cardinales deputatos) bc§ Jacobus Volaterranus im Flamen ber Sefretäre, ot)ne 3tt'eifel

ber ©etretärc auf ben 53riefen.

au^

ber

Sylvias

a. o.

O. ©. 552, 9lnm.

bot)er

(Actio

geit

ben früt)eren

Sixtus'

S3rief

IV. 3).

(S^oigt

9?gl.

aud)

be§ Lion. Bruni

an ben ^op[t Martin V. für bie ©cfre*

^)

®ie

tt)irtUd)c faiferlid)e Sfanjlei

unter Friedrich III. tann'e Aeneas

am

beften.

105, Opera, p. 516 *)

aSßl.

Epp. 23 unb unb 607.

58gl.

©Eturi LIX.


.^ocf)gefüf)I

261

Söettfd^ä^ung be% 58riefftU§.

bcr papftIicE)en ^anälei.

unreinem Satein, meld^er bie SSle^x^ fted)en in ben öon (Sorio mitgeteilten mailänbtfd)cn 5t!tenftüden neben biefem ©til bie paar $5rie[e ^eroor, bie öon ben 'i)J?itgliebern be§ ^ürftenl^aufeS felber, unb (^mar in ben n)id)tigften 'üRomenten üerfafit fein muffen'); fie finb öon ber reinften Satinität. '2)en (Stil aud) in

nett 93eaTnteTiftiI in t)eit

für

ber

^f^ot

unb üB

l^ö(f)ft

@an§ merftüürbig

!)atte.

firf)

aB

ein QJebot ber guten £eben§art

5'olge ber ©etüötjnung.

^hißer ben S3eamten fd)rieben

gu lüoTjren,

natürlicE)

aud)

erfrf)ien

^riöate,

S3rieff(i)reiben§

mar

©elel)rte

aller

über feinen eigenen ^^ftanb

^^u

um bei

e^ öielme't)r

aB

ficf)

eine

feine S3ilbung §u er* ßi^^^ft

unb

Stelle ber gelet)rten 91b^anblung,

Petrarca, ber biefe 9trt

be§> S3rieffd)reiben§

begann, barf aud)

infofern al§ (Srneuerer be§ alten ^riefftiB gelten,

„®u" an

S3eri(f)te

ben 5(brcffaten 9iuf)m §u ertnerben.

öertrat ber S3rief bie

!Iaffifcf)e

ßmecf be^

geben, 9?euigfeiten öon

unb anberen mitzuteilen; man betrad)tete Iiterarifd)e ?Irbeit unb betrieb e§, teilö um lueifen, teily

'3)er

5lrt.

feiten ber moberne, ber nämlic^,

aB

er ba^

©teile be§ mittelalterlid)=lateinifcl)en „^f)i"

©ein unmittelbarer 9^ad)foIger aud) in biefer S3eäiel)ung ©päter tourben bie 93riefe gu ©am=* melptä^en feiner eleganter 3Senbungen, burd) rt)eld)e man bie Untergebenen gu erf)eben ober gu bemütigen, Slollegen gu be=*

fe^t.

tnar (Soluccio ©alutati^).

tt)ei^räud)ern ober

anpfeinben, $öl)erfte'^enbe gu greifen ober

angubetteln öerfud)tc. 15.

1)

;^al)rl)unbert

"Sie

Corio, Storia di Milano

fol.

449,

Alfons üon 9kapel;

451, 464 ätpci SSriefc

Karl VIII.

be§

fol.

Moro an

— 35?omit ju Dergleid)en

bag §iftörd)en in ben Lettere pit-

on Aretino),

Itiie

f^ilelfo,

2)

Slu§

ber

neuen ?{u§gabe

ift

genben if)r

im ift

üoranfteI)enben bat^cr

G5ebraud)

gemadjt

bcutlic^,

Clemens VII. Wäly

bie Stelle

Don

unb

ba% bie

fol*

crfcnnt 93riefe

i^i^ui^ttfllai^tüeln,

mo*

raIifd)*poIitifd)en2(bI]anbIungcn,(£tiI='

Sammlungen

jcinc Ö3clel)rtcn aufbietet

Übungen

©piftel

2el)rbüd)ern oertraten.

unb jic eine on Karl V. fonjipieren lä^t,

ber

aud) üiclfoi^ tion

man bo^

rcnb bcr 3^errDü[tung 5Rom^ im SlafteU

im

it)rer

93riefe Salutatis, \o ttjertüoU fie auc^

Piombo

toriche III, 86 (Sebast. del

33riefftilö

eingelne

jebcn bcfonbcr§.

bcr 93xtef bcr Isabella oon 'Slragon an if)ren 5l>ater

be§ feinen

5!JJeifter

maren ^oggio unb

imb

üon


262

®rit!cr mid)nttt.

toaren

S3rtefe

gelegen tl^re

in

ga'^nofen

9r6j(i)nften

ben (Sd)reibern t)o^en

f(f)afften

um

fammeln,

unb

öer='

fic^

ari"

funbe öon 9?u^me gu geben^).

aud) ben (Späteren

unb

il^ren öielfad)en SSegiefiungen

9(ber erft bei ber

verbreitet

beibe liefen

Petrarca ein ;^at)rl)unbert üor'^er getan,

fein, h?ie fc^on

SSriefe gu

3fluI)Tn;

if)rem

Verausgabe erlangten bie ^Briefe if)re befinitiüe |ic£) üon ber urfprüngli^en oft fe^r unter*

!Iaffifd)e f^orni, bie f(i)ieb*).

^ür

würben

foId)e S3riefe

lungen beS ©icero, ^Iiniu§

in jenen 3^iten bie

u. a., obtt)ot)I

man

^rieffamm*

\id) gelegentlidt)

@§ er* im 15. ^a'^rf)unbert eine gange 9ieit)e öon 5lniDeifungen unb Formularen gum Iateinifcf)en S3rieffd)reiben, aU ©eitengtoeig ber großen grammati!alifd)en unb lejüo*

ben

9lnf(^ein gab, fie §u öera(i)ten, fe^r eifrig ftubiert.

festen ba'^er fi^on

grap^ifd)en Strbeiten, beren SJlaffe in ben SSibliof^efen nocf)

glei(f)en |)ilf§mitteln fid)

^e an

naf)men

gufammen, unb

©rftaunen erregt,

l^eute

fid)

bie SSirtuofen

met)r Unberufene aber mit ber* bie 5(ufgabe roagten, befto mef)r bie 33riefe ^oIi§iano§

unb im S3eginn be§ 16. i^afir'^unbertg bie be§ ^ietro 33embo erfd^ienen bann aU bie irgenb erreid)baren 9Jleiftertt)er!e, nid)t nur be§ Iateinifd)en ©tiB, fonbern ber ®piftoIograp{)ie aB foId)er.

daneben melbet !Iaffifd)er italienifd)er

©pi^e

fte'fit,

mit

fid)

33riefftü,

bem

16. 3at)rt)unbert aud) ein

n?o

93embo mieberum an ber

ber e§ nod^ für nötig

'^ält, fid)

nifd)fd)reiben§ §u entfd)ulbigen^).

öom

öom

^iefe SSriefe finb meift aber

*)

wegen

i^üx

bie

pm

2:eit

im ^inblid auf (£piftüIograpt)ic

tt)o{)I

eine

übet'

hierfür finb

©. 559

Je^r

le^trcic^

bie

au§ Ficinos ^Briefen, Sporte

ff.,

au§

unb

(Sd)reibart,

im

S^ertrauen gefd)rieben,

mögUd)e SSeröffentIid)ung unb 42, 28; bei Bembo t)at bie 58eränbe* xung einen anbem ®ninb

j.

6jfur§

LIX.

©. 417—435.

83eijpicle

feinet ^talie*

eine oöllig moberne,

?tltertum burd)brungen unb beftimmt.

f)aupt ögl. @. SSoigt, SBiefactbcIcbung II,

ift

Sateinifd)en mit 9lbfid)t fernget)altene

bod) geiftig total

^)

®§

Filelfo,

Giom.

stör.

^)

ad Sempronium, Bembi Opera

Bas. 1566, vol. III, p. 156 sq.


im

o'^ne §(u§naf)me

öielleicE)!

95eit)uBtfem, ba^

bem

feit

15. 3at)rt)unbert

um

gebrudte (Sammlungen

au^ bem

^at)xe 1485

erfte

ber 93riefe g'iIeIfo§

fel)r

üerfd)iebenen SSriefftellern in bunter

ift

fie

t^rer

^ud) beginnen

Sleganj millen fönnten tüeiterge^eigt tüerben. fd)on

263

®tc 5Rcbner.

SBetticf)ä&ung bc§ 93riefjtU§.

9fteif)e,

— bie

öon

teil§

teilg

Storre*

fponbengen einzelner. glän§enber nod)

SSiel

aB

ber 93riefj(i)reiber

tritt

ber 9?eb=

einem fßoite, mo ba^ ^ören al§ ein @enu& erften 9?ange§ galt unb tt)o ba§> ^!)antafiebüb be§ römifd)en (Senate^ unb feiner S^iebner alle ©eifter be^^

ner') f)erDor, in einer ßeit

S5on ber

^errfc£)te.

unb

bei

im SUiittelaUer i^re bolüommen emanzipiert;

^ircf)e, bei ix)el(f)er fie

3uflud)t ge'^abt, iDirb bie (Sloqueng fie bilbet

märtig mit ber

SUlufi!

aufgefüllt tüerben, gehörten

Unb

ba^ ber 9iebner feiner 3eit

"i^a^io,

3^^^'5e jebe^ er*

©e{)r Diele feftlid)e ^lugenblide, bie gegen*

ober italienifc^en 9?ebe.

Iateinif(f)en

lommeo

unb eine

ein notrt)enbige§ (Clement

l^ö(}ten 'S)afeing.

im

bamalö ber

bod) flogt 58arto*

bem

be§ Qütertumä

öon ben brei 9(rten ber ütebe, bie biefem offen geftanben Ratten, fei jenem nur eine geblieben, ba bie gerid)t(i(^e 9?ebe ben ^uriften überlaffen, bie 9?ebe im gegenüber

fef)r

S'Jad^teü fei:

g^ürftenrate italienifc^ get)alten inerben muffe '^).

Sßeld^eö Stanbeö ber 3lebner mar, galt ööllig gleid);

man

beburfte üor allem beg birtuofen'fiaft auggebübeten ^umanifti*

9tm ^ofe be§ 93orfo üon ^errara ^at ber §of= ©irolamo arjt, ba 6;afteUo, fomot)! ^riebrid^ III. alö ^iu§ II. äum SBillfomm anreben muffen^); öer^eiratete £aien befteigen in ben ^ir(i)en bie ^an^eln bei jebem feftli(i)en ober Strauer*

f(i)en 3^.alente§.

^)

Man ögl. bie

9tebcn in ben Opera

lateinijcf)

aufgef(^rieben.

— ®ie

@e«

be§ Philelphus, Sabellicua, Beroal-

let)rten

dus

unb

Paolo Cortese, beurteilen bann über*

Manetti,

^aupt nur öon bem ©tanbpuntt i^rer

b. ä. uftD.

unb be§

^Biographien

Aeneas Silvias 2) B. F. de

Mehus

p. 7.

Vesp. Bisticci

bie ©djtiften

Gian.

SHudj p.

Sieben italienifd)

illustribus

Manetti

I)at,

ed. tt)ic

mond)e gehalten, bann aber

51

j.

So.

eloquentia bie Seiftungen üergangc*

ufrt).

viris

be§ 15. ;3oI)rt)unbertg,

beri(f)tet,

ner ßciten. ^)

Diario

XXIV,

Ferrarese,

Col. 198. 205.

bei

SJiurat.


264

©rittet 2tbfcf)mtt.

an ^eüigenfeften.

anla^, ia felbft

^onäilg^errcn

S3Q§Ier

am

SKailanb lie^,

etlx)a§

(S§

9?eue§,

war ben

au^erttalifd)en

ba^ ber

(£räbijci)of

Slmbroftu^tage ben 5Ienea§

noc^ feine SScif)e empfangen

h)elcf)er

9)iurren ber SlI)eoIogen liefen

mit größter ^Begier

unb

l)örten

gu^).

Überblicken mir §unäcl)ft bie ix)id)tigeren 5tnläffe be§

bem

tro^

t)atte;

e^ fid) gefallen

fie

üon

auftreten

©t)It>iu§

unb

l)äufigeren

öffentli(f)en 9fleben§.

an

3?or allem l^ei^en bie ©efanbten t)on (Staat

(Staat

ni(f)t

»ergebend Oratoren; neben ber gel)eimen Unterl)anblung gab e§ ein unüermeiblicf)e§ ^arabeftüd, eine öffentlicl)e 9?ebe, öorge^»

tragen unter möglid)ft pomphaften Umftänben^).

bem

führte öon

oft

fel)r

5al)lreid)en

^n

^erfonal^*)

ber

9flegel

einer guge*

ber rt)ir!H(^e Drator, ber bann ftanbenermaBen ba§ SBort mit ben eigentlidjen SSerl)anblungen tpenig ober nicl)t§ gu iun t)atte aber eg begegnete boc^ bem Äenner Sßm§> II., bor trel(i)em fid) gerne jeber l)ören laffen tüollte, ba^ er eine gan^e

einen nad)

(Uefanbtf(f)aft,

bem

®ann

anbern, ant)ören mu^te*).

rebeten gelef)rte g-ürften, bie beö 3Borte§ mäd)tig maren, gerne

unb gut 1)

Pii II.

Filelfo,

®om

im

felber, italienifd)

Comment.

L.

ober lateinifd). '^ie £inber be§ ^aufe§

I, p.

10.

ein Oerl}cirateter £ate, ^ielt

bon (Somo filelfo

II,

©. 122. III,

©. 147. 2)

©0

gro6 ber ©rfolg be§ glüd*

mar

natürlid) ba^ Stedenbleiben nor gro*

§en unb eriaud)ten SSerfammlungen. ©c^redcn^beijpiele

finb

Bei Petrus Crinitus,

De

cipHna V, cap.

3.

Sßgl.

gefammelt honesta dis-

Vespas. Fior.

319 (Ambros. Trav.) 431 (Piero

Acciäjuol.) 3)

bie

®al

II.

in 5ßiterbo erwarteten.

verba fecere, ne alius

bod)

ttjot)!,

ba%

^aoia§ 100 SJebner

cum

videretur,

ferme pares.

Sfor-

bei 9to^mini II, 162.

Pii II. Comment. L. IV. maren nod) baju SRcmer,

essent

— "Sa^ ber

p. 205.

bie i^n

Singuli per alio

melior

eloquentia 58ifd)of

Don

Slrejjo nid)t ba§ SBort füljren burftc

für bie SloIIeÜiDgefanbtfc^oft ber ita* Iienifd)en

©taaten

an ben neuge»»

n)ät)Uen Alexander VI.,

ernftf)aft

unter

ba§

ben

§öl)lt

Guic-

^B.)

ganj

Urfad)en

ouf,

ciardini (ju Stnfong beg

rt)cld)e

ftärifte ift

93en)o^net

lib.

*)

(S§

se

Ucf)cn 9iebner§ roor, fo furd)tbar

p.

j(f)iden, ügl. Filelfo,

bie ©infüf)rung§*

rebe für ben ^ifd)of Scarampi 1460.

8lo§mini:

an Sforza ziade

I.

Unglüd Stalienö 1494

t)erbeifüt)ren t)alfen.


5)te aficbner.

(Sforza txjaren hierauf 5!)Jaria

t)cr'),

^apft ^iuä

II.

unb

grofsen 9iat ^u SSenebig ein fliefsenbeö 8(i)roefter

feine

bem

auf

265

(Smpfang§rebcn.

her ganj junge ÖJaleaggo

e{ngefd)ult,

im

fagte jd)on 1455

©jergitium

©tootärebcn.

^reicrlicfic

^ppolita begrüf3te ben

^ongref3 ju 9J?antua mit einer §ierlid)en

^iu§ II. felbft ^ot offenbar al§ 9iebner in allen Briten feines SebenS feiner legten ©tanbe§erp!^ung mä(i)tig bor* gearbeitet; aB größter furialer 'S)ipIomat unb ©eletjrter tüäre er öieneid)t bod) nid)t ^apft getuorben ot)ne ben 5RuI)m unb ben 3auber feiner S3erebfam!eit. „'I)enn nid)t§ tuar erhabener al§ 9tebe^).

ber ©{f)H)ung feiner 9?ebe"=*). f(f)on begt)alb

aB

Un5äf)Iige

galt er für

©etüifi

ber beä ^apfttumS SKürbigfte, bereite oor ber

SSat)I.

©obann tüurben angerebet,

bie ^^ürften hei

unb gmar

gefd^a^ bie§ nur,

oft in

menn

fd)en 3ftebnerS „'äd)

mie

\)at

ni(f)t

mein

mir meiSfagte,

ic^

aB Sftebefreunb be!annt mar menn man einen genügenben

ber f^ürft

ober @eiftUd)er

^Irgt

9JJut, it)re

^arl V., ber, als er tn

©enua

^)

SHttgeteüt tion

bei gjJutat. 2)

Pii II.

5ßgl. p. 87.

unb grauen feftftellen

fie'£)rer

mürbe

UnfenntniS eingugefte'^en,

|)abrian einft für

felbft

Marin Sanuto,

meinen

man nic^t immer ob mon eä nid)tmit

Sine anbere

aB

recEit get)abt,

!inbif(i)en

Unflei^

er

im

— Slngerebete dürften ant*

Sigismund unb ^apft Martin ^aran* guierte. SSgl. Arch. stör. IV,

107.

Slu^arbeitungen ber 2ef)rer ju tun ^at.

roie

lateini*"

ober liefen burd) i^re Dratoren ant^

Sei Sieben Don ^inbern

fönnen,

tüenige

folgen fonnte, bor ©ioüiog D{)ren feufgte;

XXII, col. 1160. Comment. L. II. p. toixb

S^Jur

fein.

ber S3Iumenfprad)e eine§

ßateinifdjen ge5Üd)tigt merben!"*)

morteten entmeber

Empfang

mochte e§ ein ^ofliterat, UniöerfitätS»'

'f)atte,

profeffor, Beamter, dürften befa^en ben

feierlid)en

ftunbenlanger Dration. 5^atürlid)

ober bafür gelten moUte, unb Unebner öorrättg

jebem

Iateinijcl)e 'Sieb'

I.

p. 442,

Nota. ^)

De

9Kurat. Pii

expeditione in Turcas, bei

XXIII,

Col. 68. Nihil

mius.

Slufecr

enim

majestate

subli-

bem naioen

SBo^I»

concionantis

gefallen, föomit Pius felbft feine ©P'

nerin für[tlid)en ©tanbe§ \vat Tla^

folge fd)tlbert,

tigl.

Campanus, Vita

bonna

Pii II, bei SJfurat.

III, II, passim.

mäf)lte

Battista

Montefeltro,

Malatesta,

ix)eld)e

Der*

^önig

*)

Paul. Jov. vita Hadriani VI.


266

dritter

tüoxten,

9tbj(i)nttt.

(Bma ©ilüio auf

^riebrtd) III. buxä)

g. 33.

bte ^InfpradEie

beg ©iannoääo 9)ianetti^). 5tud) jeber anbere politifc^e 2lnIaB

unb

nad^

je

bem Otu^m

^ilbung oere^rt. gar

S3ei aIIjä^rUd)en

@infü{)rung

bei

tt)trb

begierig ergriffen,

mag

bie

SSeamtenerneuerungen,

fo=»

be§ 9ftebnerä läuft alleö

neuemannter

:^erbei,

mufe irgenbein

S3if(i)öfe

^umanift auftreten, ber biömeilen^) in fapp^ifd)en Strop()en ober ^ejametern fprid)t; aud) man(i)er neu antretenbe ^Beamte felbft mufete eine unumgängli(i)e Sftebe galten über fein gad), §.

33.

„über bie @ere(i)tig!eit"

fcE)uIt ift.

mögen

^n

;

root)! if)m,

man

f^Iorenj giel^t

roenn er barauf ge*

aud^ bie Sonbottieren

— in

jie

ba§> Ianbe§übUd)e mer unb tüie fie sollen unb lä^t fie bei Überreid)ung be§ f^elb'^erren*

fein

^atl^oä "hinein ftabe^ burd)

ben

gele{)rteften

l^aranguieren^). (£§

f(i)eint,

©taat^fefretär öor allem SSoI!

ha^ öor

bem

^alaggo bei ©ignori

eine eigentlid)e 9?ebnerbüt)ne (rostra, ringhiera) angebracht niar.

SSon 5tnniüerfarien tnerben befonberg bie ^^obeätage ber f^ürften burd) @ebäd)tni§reben gefeiert.

Seid^enrebe ber

fie

grtjar

t)or^errfd)enb

9(ud) bie eigentlid)e

bem ^umaniften

anheimgefallen,

unb ©arge üon dürften, fonbem aud) öon naml)aften Seuten*). SSon Stiberti tüei^ man,

in ber ^ird)e, in tt»eItHd)em &ewar\be, regitiert,

nid)t

^Beamten

ba^

ift

nur

u. a.

am

er fogar eine Seid)enrebe auf feinen |)unb get}alten (oben

©. 155). ©benfo roerben nid)t oon @eiftlid)en, fonbem oon ^umaniften S8erIobung§^ imb ^od)äeit§reben regitiert, nur ba^ biefe nad) ber eigentlid)en üon @eiftlid)en beforgten ßeremonie in ber £ird)e ober fpäter im |)aufe beim ^od)äeit§ma'f)I gef)alten mürben. %a^ gefd)af) bei dürften, j. 35. bei ber SSermä{)Iung ber 9tnna ©forga mit Stlfonfo b'ßfte im ^aftell öon ^ailanb, übet

auct)

bei

üorne^men ^rioatleuten.

^)

Vesp. Bist, commentario p. 64.

^)

Lil.

Greg. Gyraldus,

nostri temp.

ed.

De

SBotfe p.

poetia

72,

bei

Cosmus, Adnot.

52.

2tnla§ bei Cbllenuccio. ')

^röbroni,

*)

äßa§

(Sin

fet)r

borf) ä- 33.

bem

terranus (bei Murat. 171)

bei

Piatinas

einigen 2lnfto& gab.

beliebter Jac. Vola-

XXIII,

Ck)l.

@cbäd)tni§feier


267

®ebä(f)tm§', ©olbatenreben.

Sei(f)en-,

^olitifd^e,

mar Sub. Garbone, ber t)on ficf) fagte, er l^abe bei faft öorne^men $üd)äeiten gcrebet; aud) ^ilelfo jpracf) fe'^r

9?ebner allen

I)äufig,

^n

in feiner meitfc^meifigen ^rt.

freilief)

man

fud)te

bei

foId)en

9Mäffen

f^errara er=

ben ©uarino^),

einfacf)

er

möd)te einen feiner ©d)üler fenben. SSon ben a!abemif(i)en 9fleben finb bie bei @infüf)rung neuer

^rofefforen unb

furgeröffnungen^) üon ben

bei

bie

mit

fefforen felbft gef)altenen

hjanb bef)anbelt.

bem

'S)er gen)öf)nli(i)e

größten

^ro='

rt)etorifcf)en Sluf*«

£at()eberöortrag nä{)erte

fxd)

ebenfalls oft ber eigentli(i)en 9iebe^).

S3eiben5(böofatengabba§ jeweilige ^ubitoriumben^afeftab für bie

mit

SSC^anblnng ber

bem

^e nad) Umftänben tüurbe

9flebe.

bollen pt)iIoIogif(f)*antiquarif(i)en

Sine ganä eigene ©attung finb bie Slnreben an bie Solbaten,

teil§

^eberigo üon Urbino") tvax ber anbern, mie

fie

unb SSegeifterung ftellern

öor

^omp

au§geftattet.

gefjaltenen

italienifcf)

bem ^ampf,

biefelbe

teilö

I}ierfür üaffifcf); einer

nac^^er.

©d)ar na6)

!ampfgerüftet baftanben, flößte er ©tolj

ein.

5Uland)e

be^ 15. ^af)r^unbertg,

§. 33.

in ben £rieg§f(i)rift* ^orceüo (©. 108) möd)te

9flebe

bei

nur teilmeife fingiert fein, teilmeife aber auf tüirüid) gefprod)e»' neu SSorten berut)en. Sßieber etn)a§ anbereS waren bie 5tn== reben an bie feit 1506 '^auptfä(i)Iid) auf 9}?act)iaöeniö 95etrieb organifierte fIorentinif(i)e ^Miä"*), bei Stnlafe ber 9Jiufterungen ^)

Anecdota

I, p.

lit.

299, in Fe-

SBer!en

Sabellicus,

bc§

Beroaldus

dras Seid)enrebe auf Lod. Podoca-

maior, Codrus Urceus

uftt).

Guarino ootäugStueije

le^tern SBerfen finben

fid)

taro, toelc^en

gu

foId)en

Guarino

beftimmte.

3lufttägen

felbft

i)at

50 2etd)en* unb

aber

ouc^

über

bid)te,

tt)eld)e

üorgcicfen

^^^fti^eben ge{)alten,

üorlefungcn SBien 1899.

:3m allgemeinen

©old^e (5inleitung§= Ä.

f)at

3)

3?gl.

*)

Vespas. Fior.,

2RaUanb 1906. ©. 160

ff.;

217

fg. ift

§

16.

SJiüUner

(Sjfur§

Federico duca

«gl. bie ®efd)id)te in beffen

Giannozzo Manetti

eine ^orf)äeit§rebe be^ Guarino ab*

SSiogr. § 16,

gebrudt.

ju il)m in§ Sager !ommt.

^)

S8on

folgen

(SinIeitung§üot*

lefungcn finb oiele ert)alten, in ben

*)

I)gg.

LXI.

Sranbileone,

Saggi sulle storia del matrimonio,

tgl.

beä

studü

er in principio

f)at.

5Rogmini, ©uarino II, ©. 139—146.

^n

aud) ©e*

tt)ie

Archiv, stör.

XV.

p. 113. 121,

ßaneftriniä Einleitung ©. 32

f.,

ber


268

dritter

2Ibfci)nitt.

fpäter bei einer bejonberen ^a'^re^feier.

unb

allgemein patriotijd)em Snf)alt; eä ^ielt

Ouartierg öor ben bort üerjammelten

mit

SSruft^arnifrf),

©nblic^

ift

im

bem

(5rf)rt)erte

®iefe jinb bott

in ber £ird)e jcbeg

fie

95ürger

SJliligen ein

in ber

im

^anb.

15. Sat)rt}unbert bie eigentliche

^rebigt bi§*

taum

met)r üon ber 'Siebe gu fci)eiben, infofern öiele @eift=* ben S3ilbnng§geift be§ 2Iltertum§ mit eingetreten roaren unb ettt)a§ barin gelten lüollten. ^at bod) felbft ber fd)on bei

meilen

in

Ii(i)e

Sebgeiten I)eUige,

öom

narbino ba ©iena

eg für feine ^fli(i)t get)alten,

©affenprebiger S9er*

SSolte angebetete

ben r^etorifdien

Unterrid)t be§ berüt)mten föuarino nid^t gu l3erfd)mäl)en, ob*

nur

h)ot)I er

mal an

prebigen

italienifd) gu

bie ^aftenprebiger,

tüie je; t)ier

unb ha gab

t)atte.

'2)ie

maren bamaB

S(nfprüd)e, gu*

ot)ne B^^^f^l ^o gro§

e§ auc^ ein 5tubitorium, tve{ä)e§>

\ei}x niel

^^ilofop^ie auf ber Hansel Verträgen tonnte unb, fd)eint tion

^übung

roegen nerlangte^). ®od) mir i)aben eä

t)ier

e§,

mit ben

öornetjmen Iateinifd)en ^afualprebigten gu tun. 9JJand)e @e* Iegent)eit nat)men i^nen, mie gefagt, geletjrte £aien öom 93Zunbe 9leben an beftimmten ^eUigentagen, Seict)en* unb

tüeg.

öon

äeit§reben, (£infüt)rungen

bei ber erften 5JZeffe eine§ befrcunbeten f^eftrebe bei

im

5tnla^ fein mod)te.

©iacomo ba

Wtifiert

mö:) ben ©efe^en ber

päp[tlicf)en

bie

§ofe

oon L. Alamanni jcic^net jd)ön unb be§ erfte

Unter (Si?tu§ IV. öer5eid)net unb

SSoIterra regelmäfsig biefe gejtprebiger

f unft^). ^ebra ^ngtjirami,

2lbbrud äroeier ©olbatcnrcben; ift

bie

au§>QC'

SlJlomentä

hierüber Faustinus Terdoceus,

in feiner Satire titiae,

Lib.

De triumpho

stul-

IL

2)ieje bciben erftaunlid)en f^älle

lommen

fol.

bei Sabellicus Oor (Opera,

61

— 82.

De

al§ ^eftrebner origini

religionis, ju SSerona »or

et

bem

auctu Kapitel

ber 93arfüfeer üon ber Äanjel gct)atten

unb:

(1528) tüürbig.

'^)

bem

unb

fiaien über«»

15. ^at)rt)unbert in ber Siegel ^Jlöndie, njelci)e§ and) ber feft*

Ii(f)e

^)

®eiftlirf)en

einem Drben§!apitel merben mot)!

^ocf) prebigten menigften§ öor

laffen").

|)od^*=

^ifd)öfen ufm., ja fogar bie 9^ebe

De

sacerdotii

laudibus,

ju

SSenebig get)atten.) ^)

Jac. Volaterrani Diar. roman.,

XXIII. passim.

bei 9)hirat.

173

mirb

eine

^rebigt oor

t}öd)ft

bem

Col.

merfwürbige

^o\c, bod) bei äu=


Satcini^c^e ^tebigt.

269

(Erneuerung ber SR^ctoril.

berit'^mt unter ^uliu§ II., f)atte tt)entgften§ bie getftlt(f)en SBei'^en

unb war

(St)ür^err

Prälaten jcf)einen

red)te ber lt)ie

Sateran; aud) Sateiner

elegante

je^t

mit

am

bem

fonft I)atte

man

genügt).

Über'^aupt

unter ben er^

übergroßen '^OX"

16. 3af)^t)unbert bie früher

profanen ^umaniften in biejer S3eäief)ung gebämpft

in anberen, rt)otion unten ein tt)eitere§.

unb tuelc^en 3i^f)alte§ waren nun bieje 3fteben im großen unb ganzen? %ie natüxlid)e äBot)Ireben'f)eit mirb ben Italienern ba^ 9JätteIaIter t)inburd) nie gefet)It l^aben, unb eine fogenannte Ü^^etorif geprte oon jef)er ^u ben jieben freien fünften; wenn e§ fid) aber um bie 5tufermecfung ber antuen SSeI(f)er 2(rt

^JZet^obe !)anbelt,

fo

gilippo

einem

3?iIIoni^)

ganj praftifc^en

S(bfid)ten,

S3erfammlungen §u

Ii(i)en

um nämlid)

gettjanbten 3(uftreten in

leichten,

S3runo

^Florentiner,

be§>

guäu*

ßiafini,

ber noc^ in jungen ^aljren 1348 an ber ^eft ftarb.

f(i)reiben,

^n

nad) 5lu§fage

58erbienft

biefeä

i[t

9^atg==

bie f^Iorentiner

unb anberen

gum

öffent^*

befäl)igen, befjanbelte er nad) 9J^aB*

gäbe ber 5Hten bie Grfinbung, bie ®e!Iamation, @eftu§ unb

Haltung im 3ufammenf)ange. 5(ud) einer üöllig auf bie

9(nwenbung

äie{)ung, nid)t§ galt :^ö^er

al§>

fonft '^ören

wir frü^e oon

berecf)neten rf)etorifd)en ^X"

bem

au'5

(Stegreif in

elegantem

Satein ba§ jebe^mal ^affenbe öorbringen §u fönnen^).

'3)ag

(Stubium oon ßicerog Sieben unb t^eoretifc^en Oon Ouintilian unb ben !aiferlicf)en ^anegi:)ri!ern, ba^ @ntfte£)en eigener neuer Se{)rbü(i)er*), bk 33enü^ung ber wac^fenbe ©d)riften,

fälliger 3lbtt)efent)eit Sixtus' tt)ä{)nt!

^ater

Paolo

bonnerte

gegen

ben

IV. er*

Toscanella

%ap\t,

gantissimo sermone. Par. de Grassis

©. 57. Fil.

2)

bcffen

p. 30.

erfut)r

unb bie Sarbiuäle; Sixtus e§ unb Iäcf)eUe. ^n Bologna

ttJurbe

1502 üon ber Äanjel burc^

*)

2ramitie

unten (Sj!urä LXI. Georg Trapezunt. Rhetorica,

3)

58gl.

Floriano Dolfi eine $Rebe gegen Alex-

ba§

ander VI.

toollenbet

t)alten ^)

tior

Cesare

Borgia

ge*

(nozze 1900).

Bandinello de

erfte

Artis Sauli,

f.

©. 133, legt fein SSelenntni^ ah

oben ele-

in fic^

Villani, Vitae ed. ©aletti,

Oollftänbige

1436.

rhetoricae

ben Opera abfi(i)tlid)

p.

£ei)rgebäube,

Aen.

Sylvius:

praecepta (1456),

992—1034

bejief)!

nur auf ©aßbau unb


270

dritter 2tb?d)nttt.

fjortfc^rttte ber ^'^ilologie int angememen unb bie 5[Jlaffe bon antuen ^jbeen unb (Saci)en, mit benen man bie eigenen @e=» banlen bereid)ern burfte unb mufete, bie§ gufammen öollenbete ben S^araÜer ber neuen Sflebetunft. ^e nad) ben ^nbiöibuen ift biefer gleirfjtüo^I fe^r öer* f(f)ieben.

SJlanc^e

Sueben atmen eine

S3erebfam!eit,

tt)a{)re

öon

namentlicf) biejenigen, bie bei ber 8ac£)e bleiben; 2trt

ift

bann

mir öon $iu§

burd)f(i)nittlid), rt)a§

laffen bie

erreichte, auf

SSunbermirfungen,

©eine großen 5Iubien§en alä ©efanbter Ülat bon SSenebig maren ©r»«

iDenige gegeben tjat

®ogen unb

beren 5Inben!en lange bauerte.

um

gegen benü^ten ben Slnla^,

fRebner

SSiele

neben einigen

bem SlUertum

©tunben

man

bamalige

ba§

ftar!e

9Jfangel^aftig!eit

unb

unb ©a(i)en

SSie eg möglich) mar, babei

üorgubringen.

biä §mei, ja brei

ba^'

©(f)meicf)eleien

für t)ornet)me ßu'^örer eine tüüfte 9}laffe t)on SSorten

au^

(So*

9)lanetti^)

einen Sflebner fd)IieBen, lüie e§ in allen Reiten

üor 9?icoIau§ V., öor eigniffe,

©iannoggo

n)el(f)e

biefer

übrig !)aben.

II.

auSguf) alten, begreift

am

(Sa(i)intereffe

man

nur, tnenn

5tltertum unb bie

relatibe @eltenf)eit ber S3earbeitungen

in 93etrac£)t gie^t. bor ber Qdt be§ allgemeinen ^rudeö Sol(i)e Sieben Ratten nod) immer ben SBert, ben mir (oben @. 261) manchen SSriefen ^etrarca§ binbigiert '^aben.

©inige ma(i)ten e§ aber bod) gu arg. S3ei einer 9iebe 3Salla§, bie freiließ aud) einitalienifci)er§umanift einen

gufammengeflidten Sappen

au§ bunten ge|en

nennt, meinte ein 3ul)örer, ein fein*

gebilbeter f^ransofe, ber SDlenfcl) muffe berrücft f^ilelfog meifte

SSortfügung; für bie

Drationen finb ein

übtigenä

üoIUommene

ßt nennt mcf)tere anbere bie

ä.

beseic^ncnb

SRoutinc

l^tcrin.

3^^eoretif er,

%. je^t nid)t mef)r befannt

finb.

gemorben

ganj üoU öon ben SBirfungen feinet

©loquenj.

SBgl.

Vespas. Fior.

48 unb Commentario

mad)en

biefe

fonbcrIid)en (Sinbrud,

©icna)

©truDe,

itolienifd)

fpred)en, fügte er

I)inju: in lingua senese. 1)

Neffen Vita bei muxat.

ber

p.

XX

ift

Krönung

p. 30.

Sieben

&. SSoigt II, 262 f. anbere öon Aug. Dati uftt). SJiu^tc biefer (in aSgl.

fein''),

abf(i)eulid)e^ ®ur(i)einanber

Stuf

feinen

freilid) j.

83.

II,

un§

bie bei

Friedr. III. bei %xei)ex*

Script,

rer.

Germ.

III,

4—19. 2) aSoigt,

Söieberbelcbungll, ©.441.


i^orm unb

%ie

(Sarf)in^oIt her ?Reben.

271

3itisi^l^u(i)t.

unb bibl{f(i)en 3itatcn, aufgereiht an einer oon ©emeinplä^en; ba5rüifcE)en werben bie ^erfön* Ud^feiten ber ju rü^menben ©ro^en nad) irgenbeinem 'Bdjzma, j. 33. ber 5tarbinaltugenben, gepriefen, unb nur mit großer Wüije entbedft man bei il^m unb anbercn bie tüenigen geit^ gef(f)id)tli(f)en Elemente üon SSert, tveiäje mxllx<i) barin finb. ^ie 'Siebe eine§ ^rofeffor§ unb Siteraten t)on ^iacenga, 5. 53. üon

naf[ifcE)cn

(S(f)nur

bei

mit

bem Gmpfang

be§ ^ergogg ©aleaggo SQlaxia 1467, beginnt

mif(i)t einen Raufen antüer 3it<ite mit einem eigenen anegorij(i)en 2öer! be§ SSerfaffer§ ^u* fammen unb j(i)Iie§t mit fet)r inbi§!reten guten £et)ren an ben

^uliuö Saefar,

(S.

joId)en au^

@lü(flid)ertt)eife

§errf(i)er^).

unb ber Olebner mufete gt)ri!u§

f(f)riftli(i)

mar

e§ f(i)on gu fpät

am

2lbenb,

bamit begnügen, feinen ^ane*

jidE)

§u überreid)en.

Stuct)

^^Üelfo \)ehi eine SSer*

lobungärebe mit ben Söorten an: „^ener peripatetif(i)e

Slrifto^

teleö" ufrt).; anbere rufen §u Stnfang: „^ubIiu§ßorneIiu§ ©cipio" u. bgl., gan§ al§ !önnten fie unb i^re 3ut)örer ba§ 3i* gleid)

tieren gar nid^t entarten.

Tlit

bem @nbe

be§ 15. $5a!)r'^unbertg

reinigte fid) ber @efd£)ma{i auf einmal, tüefentlid) burd) ba§

im

SSerbienft ber Florentiner;

fam

3itißi^en tüirb fortan fe^r bef)ut==

3!JiaB ge'^alten, f(i)on meil in§it)ifd)en allerlei 9'?aci)f(f)Iage*

geworben

roerJe l^äufiger

finb, in wet(i)en

womit man

jenige öorrätig finbet,

ber erfte befte

unb

big je^t dürften

ha^^'

SSoI!

in ©rftaunen gefegt.

%a

am

bie meiften Sieben

©tubierpult erarbeitet maren,

jur weitem SSer^ fo bienten bie ?(Jianuffripte unmittelbar breitung unb SSeröf f entlid)ung. ©ro^en ©tegreifrebnern i>a^

gegen mu^te nad)ftenograp^iert werben*). alle

^)

2)

finb nid)t

Orationen, bie wir befi^en, aud) nur bagu beftimmt

wefen,

XX,

— ferner

wirtlicf)

get)alten gu

Annales Piacentini bei

werben;

S)lurat.

SS.

bem

Manetti.

Sßgl.

Vesp.

bem

C!ommentario

p. 30, ebenfo

vonarola

Perrens, Vie de Savo-

narole

ügl.

I, p.

ift

§.

58.

tonnten jebod) t^m unb

ge='

ber ^ane* aud)

j. 93.

be='

geifterten i^ntprooif otoren nicl)t immer

Col. 918.

3.

fo

163.

'2)te

Sa-

Stenografien

folgen, nijd),

oon

Sav. prebigte ügl.

^a§qu.

93erbuj(i)ef, I,

freilid)

33iIIari

268

f.)

ttoltc*

(überfefet


272

dritter mjdimtt.

0t)ri!u§ beg

älteren 93eroaIbu§ auf Sobotiico

^a wie man

eingefanbteg SSer!^.

f(i)nftU(i)

Sffloxo

ein BIo|

55riefe

mit ima*

ginären ^Ibreffen nad) allen ©egenben ber SSelt !omponierte

Formulare, aud) tüo^I

al§ ©jer^itien, al§

al§ Senbenäj(i)riften,

gab e§ aud) Sfleben auf erbid)tete ^nläffe^) aB Formulare für 33egrüfeung großer 93eamten, dürften unb SSifd)öfe u. bgl. m. jo

%ob £eo§ X. (1521) unb bie Termin be§ SSerfalle^. 2(u§ ©tabt !aum geflüchtet, berseic^net

5tud) für bie 3lebe!unft gilt ber

SSertüüftung oon 9flom (1527) al§ ber

bem Jammer

ber ert)igen

unb bod)

©iooio=^) einfeitig

©rünbe

bie

tvofjl

mit übertüiegenber äSa^r"^eit

biefeö SSerfalB:

„"Sie 3J[uffü{)rungen be§

^Iautu§ unb ^^eren^,

einft eine

tlbungSfc^uIe be§ lateinifd^en 9tu§brude§ für bie bornet)men

Ülömer,

burd)

finb

italienifd)e

£omöbien öerbrängt.

"J)er

elegante Stebner finbet nid)t met)r So'^n unb 9lner!ennung n)ie '2)eö'^alb

früf)er.

g. ^. 5tonfiftoriaIaböotaten an i'f)ren ^roömien au§ unb geben ben 9fleft al0 nur noc^ fto^meife ton fid). 'äud) fafual*

arbeiten

SSorträgen nur no(^ bie

trüben 9}Jifd)mafd)

reben unb ^rebigten finb

tief

gefunfen.

^anbelt e§

£eid)enrebe für einen ^arbinal ober

bie

tt)eltlid)en

fid)

um

©ro^en,

an ben treff== ben fie mit t)unbert ©olbftüden '^ono=' rieren müßten, fonbern fie mieten um ein geringe^ einen l^er=* gelaufenen !eden gebauten, ber nur in ben 90^unb ber Seute

fo

tuenben

fid)

bie ^eftament^ejefutoren nid)t

Iid)en Ülebner ber ©tabt,

^)

Unb

be)"jeren,

1509

fol.

ätuar feine§ üon Opuscula Beroaldi,

XVIIII— XXI. ^a^bemer-

len^mertefte ©d)luffe:

i[t

Esto

et exemplar, te ^)

ben SSajel

bie

f^^o^^cl

tibi ipsi

<^^

archetypon

ipsum imitari

etc.

SSriefe foroo^I al§ Sdeben biefer

5lrt f(^rieb

Alberto da Rivaita,

tigl.

öon feinem 5ßater Antonius »erfaßten Annales

bie tion il^m fortgefe^tcn,

Piacentini, bei 9Kurat. sq., iüo ber

XX,

Col.

914

gebaut feinen Iiterarif(^en

Seben^Iauf ganj le^rreid) befdireibt.

^)

Pauli Jovii Dialogus de virislitt.

illustribus, bei SLirabofd)i,

Parte IV.

ein Qa^rjefjnt [pätcr,

Elogia

Tom. VII,

— ®od) meint ernoc^ too^I

literaria:

am

©d}IuB ber

Tenemus adhuo,

nad)bem ba§ Primat ber

^()iIoIogic

auf Seuifdilanb übergegangen, sin-

cerae et constantis eloquentiae

nitam arcem 3eit

Leos

jtrif d)eu

etc.

geljaltcnc

über

ba^^

mujur

S^ebeturnier

Longolius unb Mellini ögl.

unten (5jfur§ LXVI.


fommen

toill,

2ateimj(i)e 3lb^anblung.

SSerfdl bet ßloquenj.

^fingierte Sieben.

eä aud)

fei

Xote, ben!t man, fpüre ja nid^tä babon, tüenn ein

©emurmel beginnt unb bie feftlid)en

3tu(f)

fid)

ftef)t,

mit weinerlichem, "^eiferm

anmät)U(i) in lautet (Gebell übergebt.

^rebigten bei ben päp[tlid)en ^unftionen

tperfen feinen red)ten

^aben

®er 5lffe im

ben f(f)limm[ten %ahet

biircf)

Sürauergemanb auf ber Slangel

273

So^n

me'^r ab;

Wönä)e bon allen Drten unb prebigen tüie für

tüieber berfelben bemäd)tigt

ßuprer.

bie ungebilbetften

bor wenigen S^^^^^^ fonnte

9^orf)

eine \o\ä)e ^rebigt hei ber We]]e in @egenh)art be§ ^apfteä ber

5öeg äu einem S3iätum inerben."

Sld^teö Kapitel.

©ie

(ateittifc^c

ttttb

bie

unb

5tn bie (Spiftolograp^ie fd)Iie§en mir f)iex no<i)

^b^anblung

©efd^i^tfd^reibutiö.

if)re

bie Slebefunft ber

^umaniften

übrigen ^robuttionen an, tvelä)e

metjx ober weniger 9fleprobu!tionen beö 2IItertum§ finb.

5uglei(f)

^ier!)er ge!)ört äunä(f)ft bie Slb'^anblung in unmittelbarer

le^tere man bire!t bon Gicero Gattung einigermaßen gere(f)t §u aB Duelle ber SangentüeUe bon born=

ober in biaIogif(i)er ^orm^),

Um

f)erüber naf)m.

um

werben,

tüel(f)e

biefer

fie nicf)t

muß man zweierlei erwägen. ®a§ bem 9}JitteIaIter entrann, beburfte in

herein §u berwerfen,

iSö^i^*

t)unbert,

bielen

tt)el(f)e§

eingelnen ^^ragen moraIif(f)er unb

biefe ©teile na'f)men aSiele^,

war

wag un^

nun

bie

p't)iIofop'^ifd)er Sf^atur

einer

unb bem Slltertum, unb Xraltat^» unb '2)iaIogf{f)reiber ein.

fpe^ietlen SSermittelung 5Wifc£)en

ficE)

in it)ren (3(i)rtften al§ (Uemeinpla| erf(f)eint,

unb i^re ^eitgenoffen eine mül)fam neu errungene 5tnf(f)auung bon fingen, über welct)e man fict) feit bem Sllter^ ^)

für

(Sine bcjonbere

notürlicE)

au§,

fie

rt)eld)e

gut

Pandolfo Collenuccio unb

bejonber§ Pontano bilbeten.

mus unb Hütten

©attung mad)cn

bie l)albfatitifd)en 'Sialoge

bem Sudan

mochten

naä)'

fiultur ber Menalffance.

angeregt lüorben.

eigentlid)en Stb^anblungcn frül)e fd)on

©lüde au^ ben

gJioraHen beg «ßlutardi al§ SSorbilb

9Son it)nen finb bann Eras-

»utd^arbt,

bie

bienen. I.

U.SIufl,

18


274

tum

dritter 2Ibid)nitt.

no(f) ntd^t tüieber au§ge[pro(i)en t)atte.

bie ©pra(i)e ^ter bejonberö gerne felber ju lateinifc^e ober bie itaUenif(i)e.

ber

f)i[torif(i)en

^Briefen hübet

\i6)

aB

in

Dration unb in ben

©a^toer!, unb öon ben italienijd)en

fie l)\ex if)r

(S(i)riften biefer

'^ött

gleic^öiel ob bie

freier imb öieljeitiger

ober in ber

(Srääf)Iung

©obann

gelten me!)rere bi§ ^eute al§ ^Jlufter ber

3lrt

mürben f(i)on genannt ober (Bad)irü}aite^ wegen; {)ier werben i'^re§ tüerben mufe öon if)nen al§ ©efamtgattung bie 3fiebe fein. 58on ^etrarca§ SSriefen unb Sra!taten an bi§ gegen (£nbe be§ 15.^af)r:E)unbert§ wiegt bei ben meiften au6) t)ier ba§> 5tuff^Dei(^ern antifen (Stoffel üor, wie bei ben 3flebnern; bann Hart fid) bie (Gattung ab, §u* mal im Stalienijd)en, unb errei(i)t mit ben 5t|oIani be^ 33embo, mit ber SSita ©obria be§ ßuigi ©omaro^) bie üolle tlaffi§ität. ^rofa.

Wand)e bon

biefen 2trbeiten

noci) angefüt)rt

Slucf) '£)ier

war

ba^ jener antue

eö entfci)eibenb,

(Stoff ingwifc^en

(Sammel werfen, je^t fogar gebrudt, abzulagern begonnen ^atte unb bem Xraftatfdireiber nitfit me'fir

fid^

in befonberen großen

im SBege war. ©anj unbermeiblicf) bemächtigte aud) ber @efrf)i(^tfd)reibung.

fid^

ber

^umani§mu§

58ei flüd)tiger SSergIei(f)ung biefer

S^ronüen, namentlich) mit fo '^err* wie benen ber SSiltani, wirb man bie§ laut beHagen. 3Sie abgeblaßt imb !on* üentionelt gierlicf) erfc£)eint neben biefen alle^, tva^ bie ^uma* niften fd)reiben, unb gwar j. 95. gerabe 3Sillani§ nä(i)fte unb berü'^mtefte 9lad)foIger in ber ^iftoriograpf)ie öon ^^lorenj, Sionarbo Stretino unb ^oggio^). SBie unabläffig plagt ben £efer bie 9lf)nung, bafe äwifc£)en ben liüianifd^en unb ben ^iftorien mit

ben

frü{)eren

farbenreid)en,

liefen,

cäfarifc^en

^t)rafen

lebenSooüen 2Ber!en,

eineä

^agio,

©abellico (in

i^ren

(^r*

ääl)lungen bon SfJeapel unb SSenebig), ^oglietta, (Senarega (in itjxen

^)

m

*)

©enua gewibmeten

darüber unten

33b. II,

SBerfen), ^latina (in ber

©. 55.

Dum patriam laudat, damnat dum Poggius hostem,

58. SSgl.

nazars:

mantuani^

ba§

f(i)arfe

©pigramm San-

Nee malus

est civis,

nee bonus

historicus.


Sateinifd)e 3tbt)anblung.

fc^en @ef(f)id)te), felbft

(in

ben 9tnnalen üon SSenebig) unb unb

eine§ ©ioöio (in ben ^iftorien) bie befte inbioibuelle

Io!aIe i^axhe,

am

ba^ ^nterejfe

®a§

gelitten \)ahe. bafi

S3cmbo

275

©eid^ic^tjc^tetbung.

OoIIen

9JZi^trauen

rt)tr!Ii(i)en

tt)ä(i)ft,

ber SBert be^ SSorbilbeS Sioiu^

Hergang

menn man

felbft

am

inne

finbet

unb

blut='

f)abe; ja

beben!U(f)e

erfd)üttem,

— gerabe mu^

'üJian

man

bie

@efd)ici)t*=

alB ob fie bie ©teile ber ^oejie öertreten

ferner beben!en, ba|3 öiele {)umani[tif(i)en SSerufeä nur wenig erfa'^ren,

@ef(f)id)tfd)reiber infolge i^re§

toa^ aufeer itjrem 33erei(f)e barsuftellen

fo

©eftänbniä,

müjje burd^ ©tilmittel ben Sejer aufregen, reiben,

f(f)reibung

fönnte.

5tnmut unb ^ülle öermanbelt" ba^

(ebenba)

rüirb,

unre(f)ten Orte

gefud)t tüurbe, nämlirf)^) barin, baf3 er „eine trodene lofe Strabition in

S^ot

fidE)

tierpfli(i)tet

§uträgt,

unb

biefe§ SBenige oft

ba^ e§ i^ren ©önnern unb

finb,

"Man fragt fict) enbticE), ob ni(i)t bie ber mobernen 'S)inge, gu tt)elcf)er biefe nämUcf)en

Stuftraggebem SSeracr)tung

gefällt.

^umaniften

fid) bi^tüeilen^) offen be!ennen, auf i^re S5e'^anb=' lung berjelben einen ungünftigen (Sinflu^ f)aben mu^te?

Untüillfürlid)

menbet ber Sefer ben anfpru(f)§Iofen

Iateinifd)en

unb italtenifd)en 5(nnaliften, bie ber alten 2(rt treu geblieben, 5. S. benen öon S3oIogna unb ^^errara, me()r %eilnat)rm unb S8er= trauen gu, unb nod) öiel banfbarer fü'^It man ficE) ben befferen unter ben pfli(i)tet,

ber

oom

italienifcf)

f(f)reibenben eigentUd)en ©'t)roniften tjet*

einem Biaxin ©anuto, bem gemaltigften unter 1496 bi§

21. 9Jiai

gum

etgen't)änbig §ufammenf(f)rieb^), ^)

Benedictus, Caroli VIII.

bist.,

bei ©ccarb, scriptt. II, Col. 1577. 2)

Petrus

Crinitus

XVIII, gleid)en

beflagt

De honesta

^exadjtunQ, cap.

®ie

9.

t)ierin

ben

bieje

^umantften be§

fpätern Slltettum^, meiere ebenfalls

bem

tl)rer

Qext au§

SSgl.

Surcf^arbt, ^te Seit Eonftan-

tinl b. &x.

2. 2lufl.

(September 1535 58 f^oliobänbe

einem

SBege gingen. (1880) ©. 251

f.

(Jorio,

einem ^nfejfura,

^m

©cgenfa^c baju mct)rere "äu^C" rungen be§ Poggio bei 93oigt, SBicbet* belebung

discipl. L.

5tutoten

allen,

^)

3. ?lufl., 93b. II,

I diarii di

©. 491

ff.

Marino Sanuto. Pubbl.

per cura di F. Stefani, G. Berchet, N. Barozzi,

9Senebig

1879—1903, üoH=

ftänbigin589Sänben,au§erb.ein93anb Prefazione.

9SgI. jufcin. £^ara!teriftt!

Santu im Arch. stör. lomb. 15, 49 sqq. ferner unten (5jfur§ LXII. S.

18*


276 bi§

dritter

bann mit bem 9tnfang be§

tiolle

9tl)f(i)nttt.

16. ^ai)xf)VLnbexi§ bie

neue glanj*

ber großen itaUenif(i)en @ej(i)ic£)tfd)reibet in ber

ffieii)e

9}lutterfpract)e beginnt.

^n baran, jid)

ber %at

menn

mar

bie 3eitgef(i)ici)te unn)iberfpre(i)Ii(i) befjer

Db

mu^te.

latinifieren

aU

in ber £anbegfpra(i)e erging,

jie fid)

»ergangenen, für bie

gefd)id)tlid)e gorf(i)ung

geeigneter geroefen roäre,

fie

ba^ Stalienifd)e

eine ^rage, bie für jene 3^it

ift

^a§

plä^t.

fcE)iebene SlntiDorten

tüenn

aud) für bie ©r^ä^^Iung be§ Sängft*

Sateinif(f)e toar

t)er==

bamal^ bie

Singua franca ber (3e\ei)xten lange nid)t blo^ im internationalen ©inn, g. ^. ätr)if(f)en ©nglänbern, ^ran§ofen nnb ^taliemxn, fonbern aud) im interproöingialen (Sinn, b. t). ber Sombarbe,

mürben mit

ber SSenegianer, ber ^Neapolitaner (3(i)reibart

aud)

menn

Florentiner nid)t aner!annt.

mar, aber nid^t

fid)

trug

'3)ieg

örtlid)er 3eitgefd)id)te,

(Stelle fid)er

mar unb nur

üon bem märe gu t)erfd)mer§en gc»' bie i^rer Sefer an Drt unb

nod) fd)n)a(^e (Spuren be§ ®iale!te§ an

mefen bei

i'^reritalienifci)en

längft to§!anifiert

fie

fo leidet bei

ber ©efd)id)te ber SSer=

gangen'^eit, für meld)e ein meiterer 2efer!rei^ gefud)t

merben

§ier burfte bie lotale Xeilnat)me be§ SSoHe§ ber allge*

mufete.

meinen ber ©ele^rten aufgeopfert merben. SSie meit märe g. 93. 93ionbo Oon ^orli gelangt, menn er feine großen gelehrten SSerte in einem ^alb romagnoIifd)en i^talienifd) Oerf a^t ptte? (Sie mären einer fid)eren Dbffurität tierfallen fd)on um ber Florentiner millen, mät)renb

!ung auf bie übten.

Unb

lf)unbert

fie lateinifc^

©ele^rfamfeit be§

aud) bie Florentiner

lateinifd),

fonbern jugleid)

nid)t bloß,

um

bie allergrößte 2Bir=

ganjen Slbenblanbeö

felbft fd)rieben ja

meü

fie

im

au§>'

15. ^a'^r*

()umaniftifc^

bad)ten,

ber Ieid)tern ^Verbreitung millen^).

©nblid) gibt e§ aud) lateinifd^e ^arftellungen aug ber QeiU

meld)e ben üollen SBert ber trefflid)ften italienifd)en 8obalb bie nad) £it)iu§ gebilbete fortlaufenbe @r*

gefd^ic^te,

^aben. ^)

Bembo übetfe^te

toon 33enebtg felbft

fd)en

in§

feine ®etd)tc[)te

aug

Staüenifd^e,

bem bgl.

£ateint==

unten

©. 280, 3lnm. 2; bei bem ®efc^id)t§* beg Lion. Bruni gefd)at) ei

tüetfe

butd) einen Seitgenojfen.


Ibioluter 2Bett be§ Sateinifc^eii.

Seitgeft^^te.

277

<>atertum.

manä)ex Slutoren, auft)ört, er^ ^ener Tiämlid)e ^latina, jener großen @ef(i)i(f)t§ti)er!en nur öerfolgt,

äät)Iung, ba§ ^ro!rufte§bett \o

f(i)emen bieje h)ie umgertjanbelt.

man

©ioöio, bie

man

fomeit

in it)ren

muf5, geigen

grap'^ijd)en SSer!e be^ S^agio, grap{)ie be§ (Sabellico ujro.

unb auf anbere merben SfJeben, fo

ent[tet)t

auggegeidinete bio=

tüir

bio==

bon ber beneäianifd)en Stopo^

nod) fommen.

gemefen,

SSie für 33riefe

unb

aud) für bie @ef(^ic£)tf(f)reibung frü{)§eitig ficf)

im

gunä(i)ft,

SSorte ©icero^, ben Söert unb bie §o^eit ber ftolgen Söorten gu üerfünben,

ift

@efci)i(f)te

mit

!ü:^n genug, felbft SJiofeS

unb

bann an Iebt)aften (Srma^^nungen gu unb Unparteili(i)!eit nid)t fet)Ien^). Iateinifd)en ^arftellungen

trafen natürUcf) öor allem ba§

an

Stnf(f)Iuffe

bie (Söangeliften al§ blo^e ^iftorüer gu be3eid)nen

'2)ie

bem

f(i)on beiläufig bie fdebe

ift

®iefe bemüf)t

eine %i)eoxie.

aB

auf einmal

jid)

$8on STriftan ßaracciolo, üon

grap'^ifd)e ©ci^überer.

lä^t eö

ftrenger SBa!)rt)eit^Uebe

au§ ber

flaffif(f)e

unb

SS ergang ent)eit

Stltertum. 2ßa§

be*

man aber

bei biefen |)umaniften toeniger fu(!)en mürbe, finb einzelne be*

beutenbe 5trbeiten über bie allgemeine

@ef(i)i(f)te

be§

9Jiittel=*

®ie SInregung baju gab £. S3runi, ber bie fabeln über ben Urfprung üon ^loreng preisgibt feine Unterf(f)ä^ung be§ 3D^itteIaIter§ malten Iä§t unb ben Untergang ber antifen alter§2).

,

erüärt.

natürlid)

SBelt

^iftorif c^en

@nttt)idlung

unb ber großen @enauig!eit %a§>

be§

poIitifci)en

(449

ber Vita Caroli Zeni, 9)hirat.

2)

II,

9SgI.

62

f.

mar

üielgelefene 2öer! biefer 2(rt

^almieri

— 1449)3),

Lorenzo Valla in ber 33orrebe jur Historia Ferdinandi regis Arag.; im GJegenfa^ boju Giacomo Zeno in

mint

ber

Commune

Parteien gu entmideln. ®r

^)

p. 204.

SSorftellung

tüirb audf)

ni(i)t gef(i)äbigt.

erfte

SJlatteo

eine

\ud)i bie (Sntfte'^ung ber

ber Maffüer in feiner gefc^id)tU(i)en

9^a(i)a'f)mung

bie

burcf)

^ai fd^on

(Sr

unb

XIX,

aud) Guarino bei 9to§*

177

ügl.

&. 9lo*

Sfiotigen^

studi sul

medio evo

nella storiografia «ßatiia

1892.

L. Bruni flor.

pop.

di

Aretino e libri

renascimento.

gemcr: XII,

i

ig.

Santini,

suoi Histor.

«^Jifa

1910.

über ein anberc§ @ejd)ic^t§it)erf bei Matteo Palmieri, nömlid^ de bello 3)

f.

gür ba^ golgenbe

mano, Degli

bie ©tironi!

gro^e

g|„g


278

2)ritter Stbfdimtt.

jammlung

genauen

mit

mo ^rofper

nenb,

ben

tüegen

öon

aber

bie

fiel,

Späteren,

aU

Ugolino SSerino

eingaben,

(f)ronoIogij(i)en

Stquitanuä auft)ört, bte §.

freilid)

^aolo ßortefe,

58.

^^^tQß^ofjen,

beginn

if)re§

©tileö

{)ö(f)Ii(^

mtfe'=

SSifticci

unb

SSefpafiano

t)umaniftif(f)e§ (£rgeugni§ betrachtet tüurbe.

SSer bann anfällig bie ®e!aben be§ S3ionbo üon ^orli öffnet, tüirb

einigermaßen erftaunen, tüenn er

t)ier

eine äBeItgefd)ici)te

„ab inclinatione Romanorum imperii", bon 410 an, bie @r* ftürmung S^lomB burd) Stiarid), tuie bei ©ibbon finbet, öoll öon duellenftubien ber Stutoren jebeä ;^a^rt)unbert§, tuoöon bie erften

300

f^oliofeiten

t^ricbrid)^

II.

bem

angepren.

SZorben nod) auf

bem

frü!)eren 3[>?ittelalter bi§

Unb

bie§

tvaijxQnh

gum Sobe

man

ficf)

im

(Stanbpuntte ber befannten ^apft== unb

Äaiferd)ronifen unb be§ i^a^dculu^

temporum

befanb. S3ionbo

unb lateini^ §ufammen, mußte bie erfteren überfe^en unb bie le^teren, bie ton einem unbe!annten ©toffe in einer toenig öerftänbli(f)en g'orm t)anbelten, mütjfam entziffern. (Sr benu^te §at)Ireid)e (3(i)riftftener, bie un§ auä) be!annt finb, baneben mand^e, §. 33. bie ©otengefd)id)te he§ 2(Ibaniu§ unb be§ ©uibo üon Ülaüenna, öon ber nur burd) it)n einzelne ?yragmente unö üon

brachte einen unget)euern (Stoff

griecJ)ijd)en

fd^en duellen

ert)alten finb.

^ür

bie fpäteren

^erioben feiner ^öarftellung j. ^. SSillani, fd)öpfte au§

gog er italienifd^e (Stironüen ju 9late,

ben ^apftleben unb entna!)m einzelnes au§ trarca. fid)

^reilid) tvax er !ein bebeutenber

'3)ante

(Btilift,

unb

$e==

aber er fud)te

bie (Eigenart feiner 5Xugbrud§it»eife §u watjxen.^) (Sin rec^teö

ermarb er fid) aU fritifer: er öerttjirft hie Segenben öon ber ©d)en!ung (A;onftantin§ unb ber ^äpftin ^o^öuna; er SSerbienft

toeiß

§uerft

burd) ^eran^ie'^ung ed^ter Cluellen ba^' SSir!en

Xt)eoborid)§ gu mürbigen. Italico t)anbelt Suigta Sanäani, ^tja

1905,

unb

erflärt e§

aU

ein für bie

Flavius Blondus, Setp^ig 1881, unb bie ©. 277, 5tnm. 2 ongefüfjvten 5Ir*

3eitgefd)id)te nid)t unttjic^ttgeä SBerf.

beiten.

Flavio Biondo,

3tfd)r-

^)

Sllfreb 5JJajiu§,

Seipjig 1879;

«(?aul

93uci).f)Dlä,

2)ie

Duellen ber historiarum decades Don

^Briefe tion F. B. finb in ber f.

ogl. Sitg. 5R. fj.

öffentUd)t.

»b. 8

tier^


5lrbetten über baS 3RitteIaItet.

um biefe^

(Sd)on

einen S3ud)e§ tütllen märe

©tubium beö ^Itertum§

§u jagen: ba§

altera möglid) gemadE)!; jene^ t)at gefc^i(i)tlid)e§

allein {)at

ben @eift

man bere(f)tigt ba^ be§

guerft

an

"inJitte^

objettioeg

fam ^inju, ba^ ba§ öorüber war unb nun aufeer i{)m lag.

^ntereffe geroö'^nt. Stllerbingl

SffliiteiaUex für ba§>

bafe ber ©eift eS

3Kan !ann

279

Stnfänge ber Ärittf.

nicf)t

bamalige Italien

ot)nel)in

er!ennen !onnte, meil e§

fagen, ba^ er e§ fogleid) mit ®ererf)tig!eit ober

gar mit ^ietät beurteilt i)ahe; in ben

^nften

fe^t

ficf)

ein ftar!e§

feft, unb bie ^uma* öon i()rem eigenen Stuffommen an eine neue 3eit: „^d) fange an", fagt 93occaccio^), „gu t)offen unb §u glauben, ©ott l}abe fid) be§ italienifc^en '^amen^ erbarmt, feit id) fe^e, ba^ feine reid)e @üte in bie 33ruft ber Italiener tüieber ©eelen fenft, bie benen ber Eliten gleichen, infofern fie ben 9fluf)m auf anberen SSegen fud)en aB buiä) SfJaub unb ©etoalt,

SSorurteil

gegen feine ^erüorbringungen

niften batieren

nämlid) auf

bem ^fabe

Stber biefe einfeitige

ber unüergänglicE) ma(f)enben ^oefie."

unb

unbillige

©efinnung

fd^Iofe

bocE) bie

ben |)ö'^erbegabten nid)t au§, §u einer 3^^^/ ^<^ im übrigen Europa noc^ nid)t babon bie 'Siebe mar; e§ bilbete f5orf(f)ung bei

für ba§ SJlittelalter eine gef(^id)tli(f)e ^ritü, f(i)on meil bie

\iä)

ben ^umaniften aud)

rationelle 58e^anblung aller ©toffe hei

biefem

^iftorifd^e

©toffe gugute

Sr entbedte

Petrarca SSa'^nbred^er.

ift

!ommen mu^te.

'äud) t)ierin

bie ^älf(f)ung ber an=

bon ßaefar unb Sf^ero bem ^aufe Ofterreict) gegebenen ^riöilegien*). @r ertoedte burd) foI(f)e SSerfu(f)e ben !ritif(f)en ^m 15. 3a^r!)unbert @eift ber ©enoffen unb SfJadjfoIger.

geblic^

bur(i)bringt bie S^riti! bereite bie einzelnen ©täbtegef(i)icf)ten

infomeit, ba^ ba§> fpäte müfte ^abelttjer! au§ ber tlrgef(i)id)te

üon ^loreng, SSenebig,

9JJaiIanb ufro. üerfdjminbet, ir)äf)renb bie

(5f)roni!en be^ 9?orbeng \id) nod) lange

^n bem

^)

53tiefe

ben Opere volgari Siorf)

XXI, 14,

bei

Raph.

vol.

an Pizinga, in

XVI,

p. 38.

Volaterranus,

fängt bie gei[tige SBcIt mit

:ga]^tt)unbett

an, alfo bei

— I.

bem bem*

mit jenen aud) poetifd)

felben 2(utor, bejfen erjte 58üc^er \o üiele

für jene

ji(^ten für alle 2)

Epp.

sen.

3cit trefflid)e

Sönber

XVI,

1.

über=

entfjalten.


280

dritter 9Ibfd)nttt.

meift lücrtlofen,

feit

bem

13. i^a'^r^unbert

erfonnenen

^f)antafie='

gejpinften f(i)Ieppen muffen.

®en engen bem

3iifö^"^ß^^<i"9 ^^^

fRul^m ^aben mir

berüt)rt.

f(i)on

oben bei

@ef(i)id)te

mit

üon ^loreng (©. 81)

Slnlafe

SSenebig burfte nic^t gurüdbleiben; fo lüie ettüa eine

@efanbtfd)aft nacf) einem großen fIorentinifci)en

t)eneäianif(f)e

S^ebnertriump'f) ^) eilenbg nad^ |)aufe fall^

örtl{ci)en

einen Siebner

fd)icEen,

fo

man

f(i)reibt,

mö(i)te eben==

bebürfen bie SSenegianer auä)

ben 2öer!en be§ Sionarbo 5tretino unb ^oggio bie $8erglei(^ung anS^dten foll. Unter foId)en SSorau^=«

einer @efd)id)te, bie mit

fe^ungen entftanben, na(f)bem Unter'f)anblungen mit @ioö. SJlaria

f^üelfo u.

p

a.

15. ^a^r'£)unbert bie

feinem

9flefultat

beloben beg

gefü'firt

im an

(Sabellico,

rerum öenetarum be§ ^ietro ^embo, ber fprünglici) au§erfet)enen

3t.

'Ratten,

im

16. bie §iftorio

be§ nr*

«Stelle

S^Zaüagero trat, beibe Strbeiten in

an^brücilid^em Stuftrag ber Sfiepublü, le^tere alg f^ortfe^ung ber erfteren^).

®ie großen

fIorentinif(f)en @ef(i)icE)tfd)reiber §u Stnfang be§

16. ^at)rt)unbertg ((3.

anbere

5!}lenf(i)en

al§>

fd)reiben italienifd),

87

fg.) finb

ni(f)t

blo^, tueil fie mit ber raffinierten @Ie=«

gang ber bamaligen ©iceronianer fonbern meil

fie,

mie

lebenbige 9(nfc^auung

bann üon ^aufe au§ ganj unb S3embo. ©ie

bie Sateiner ©ioüio

ni(i)t

9Jiact)iat)eni,

mel^r wetteifern tonnen,

i^ren (Stoff alö einen burd)

— aud) be§ SBergangenen, barf man bei

gewonnenen aud) nur in unmittelbarer fagen ßeben§form toiebergeben mögen, unb weil il)nen, wie ©uicciar^* bini, SSar(i)i unb ben meiften übrigen, bie möglic^ft weite unb tiefe SSirtung i^rer 5(nfid)t üom Hergang ber ®inge am bergen 9}lact)iaüeni

2Bte ber be§ Giarmozzo Manetti ©egcnmart Nicolaus' V., ber gan* jen ^urie unb äat)Ireid)er, föeit^er ge=' lommener ^remben; ögl. Vespas. Fior. II, 47 unb au§fü^rlic[)er in bem Commentario p. 37 30. ^)

in

@ejd)id)t§tt)erf

jctn Sluftrag bcfagte, e§ lateinifd^

ju

2)

über Bembos

fd)retben

L'istoria

ogl.

g?enebig 1905.

Arch. ven.

7,

di

P.

3lbbrud au§ 8, 9.

®te

Bembo,

bem N.

3lrbeit ge*

ben ^aijien 1531—44 an.

I)ört

ben

ßarlo Sogomaggtovc,

viniziana

3tuf

9iat ber Elisabetta. Quirini über*

fefetc

er

baS^

SBerl in§ Stalienifd)c.


1)a§ Rittertum

^tai. @ejcf)id)tj(f)rei6ung.

wenn

fie

SSettori,

fo

aU

281

allgemeitic SSorauSjefeung.

nur für lüenige ^reunbe fcjE)reiben, h)ie müjfen fie bod) au^ innerem orange 3eugni§ geben für 9}Zenf(f)en unb (Sreigniffe, unb fid^ erüären unb red)tfertigen über i^re Steilnat)me an ben le^teren. 8elb[t

Hegt.

^ranceöco

Unb babei

erfd)einen

fie,

bei aller (S;igentümlid)!eit it)re§

©tüe§ unb il)rer (Sprad)e, boci) auf ba§ ftär!fte üom Stitertum berüt)rt unb of)ne beffen (Sinit)ir!ung gar nid)t benfbar. 8ie finb feine ^umaniften nteljr, allein fie finb burcE) ben §umani§mu§ t)inbur(i)gegangen unb ^aben öom ©eift ber antuen ©efd^id)!* f(i)reibung mel^r an fi(^, aU bie meiften jener liöianifi^en £ati^ niften: e^ finb S3ürger, bie für SSürger fd)reiben,

lx)ie

bie Sitten

taten.

S^eunteg Kapitel. ^ttöemcinc ßatinificruttö ber 93ilbttnö» 3n

bie übrigen 5ad)rt)iffenfcf)aften hinein bürfen toir

^uniani§mu§ gefct)i(^te,

ben

nid)t begleiten; jebe tion biefen ^at it)re 8pe§ial=«

in tüelc^er bie italienifcf)en ^orf(i)er biefer ßeit, ^aupt*"

üermöge be§ öon i^nen neu entbedten ©ac^inljalteg beä neuen 9tbf(i)nitt büben, iDomit bann iebe^mal ba§ moberne 3^it<iiter ber betreffenben SSiffenfdiaft

fäd)Ii(i)

9lltertum§^), einen großen

beginnt,

:^ier

^t)iIofo:p'^ie

ntet)r,

muffen

bort lüeniger entfc^ieben. iDir

ftellungen öertüeifen.

fe't)r

für bie '2)ar*

®er ©influ^

ber alten ^t)iIofopl^en auf

bem

SSIide balb unge'^euer gro^,

bie italienifd)e Kultur erf(i)eint

balb

Sind)

auf bie befonberen I)iftorifd)en

untergeorbnet.

®rftere§ befonberö,

wenn man

red)net, iüie bie 33egriffe be§ 9triftoteIe§, {)auptfäc[)Ii(f)

nad)*

au^ feiner

©f^ü^) unb ^olitif, ©emeingut ber Q^ebilbeten bon gang Italien tüurben unb it)ie bie gange Strt beg Slbftra* ^iereng öon it)m bet)errf(i)t roar»). £e^tereg bagegen, tuenn frü'f)ti erbreiteten

1)

SSgl.

2)

(Sin

(SElutl

LXIII.

Äorbinol unter Paul

fogor feinen ^öd)en bei tragen. li

SSgl.

^üx baä ©tubium beä Slrifto* im allgemeinen ift befonbetä le^rreid) eine Siebe be§ Hermolaus ^)

II. lieB

51. (Stl)if

Dor^

Gasp. Veron., Vita Pau-

II. beiSJiuratorilll, II, Col. 1034.

tele§

Barbarus.


282

dritter 9lbj(f)mtt.

man nnb

bte geringe bogmat{[d)e SSirfung her alten ^'^ilofop'^en

ber begeifterten fIorentinijd)en ^latonüer auf hen

felbft

2Sa§

©eift ber S^Jation ermägt. fie'^t, ift

in ber Siegel

meinen, eine ?^oIge

nur ein

eine

rt)ie

2ßir!ung auä*

foI(ä)e

9^ieberjd)Iag ber

33übung im

allge*

fpegiell italienifd)er ©eifteSentiüidlung.

S3ei

Stnla^ ber Üleligion mirb ()ierüber nod) einiget gu bemerfen SSeit in

fein.

ben meiften fällen aber

Ijat

man

e^ md)t einmal

mit ber allgemeinen SSübung, fonbem nur mit ber ^u^erung einselner ^erfonen ober gelehrter Greife gu tun, unb felbft l^ier mü^te jebeSmal unterfc^ieben trerben §n)ifcE)en tvatjxex 9tn* eignung antüer £ef)re unb blofeem mobemäfeigem 5Jlitma(i)en.

®enn felbft

für öiele n»ar ba§ Rittertum über()aupt nur eine Wlobe, für

bie barin

foI(i)e,

fe'fjr

geteert mürben.

;^nbe§ braucht nid)t alleö, tva^ unferm i^aljr'^unbert 5lffe!tation erfd)eint,

%ie 5(ntt)enbung

namen

§.

93.

bamaB

grie(f)ifcE)er

immer

noc^

ift

öiel frf)öner

bon (gumal

al§ bie ^eute beliebte

aU

gewefen §u fein. unb römifd)er 9Zamen aB Stauf*

mirüicE) affeftiert

unb

it)eibli(i)en)

ad)tung§)x)erter

S^amen, bie au§

Ülomanen ftammen^). (Sobalb bie 93egeifterung für bie alte SBelt größer mar al§ für bie ^eiligen, erfd)eint e^ gang einfad) unb natürlid), baft tro^ einbringUd)er SBarnungen frommer unb gele!)rter SJlänner ein ablige^ ®ef(i)Ied)t feine ©ö!)ne 5tgamemnon, 'ädjiU unb 2:t)beu§ taufen Iie^='), ba^ ber SJlalet feinen ©ot)n Stpelle^ nannte unb feine %od)tex SJlineröa uftü.'), Sind) foöiel mirb

fid) iüot)t

berteibigen laf Jen, ba^

man

bie Siebe

ju einer grau in einem felbftgemä^Iten S^amen anbeutete. ^)

^n

Sßenebig

lommcn

nenbertoeife je^r wenig öor,

ögl.

bie

lat.

bejetd^^

mmat

'tarnen

©o!)n beä Andrea Orsi in

3uffl'^wenftcIIung

Arch. Ven. 29, 33—35.

im

(Sine ?Iu§=

nat)me modien bie ©c^ulmeifter, Ser* tanäo passim. 2)a

f

ommen 9Zamcn

de falconibus, de equabus(!)unb ö^n* Kcf)e üor.

^ür grtouen

bie

^iamen:

Flor, Caterutia, Polissena. ')

Bursellis,

Ann.

Bonon.,

5lgamcmnon 355

bie

Col. 898.

Cobelli 317.

Slucf)

ber

grorli ^ei|t

2)ort 373.

SSornomen 2Ienea§, §erme§

{23ruber ber Caterina Sforza),

memnon

I)ei|3t

nod) ber

2lga*

©o^n

be^

Galeazzo Marescotti de' Calvi, Depper »)

bei

XXIII,

le

prov.

Sßgl.

Rom. 1903, ©. LXIV.

(Sjlurg

216.


283

Sfntütjicrung ber ytamen.

f^ranceöco ßolonna nannte

ober baf3

eineö

ftatt

ftd) ^otifilo,

treu er bic ^olia liebte,

§au§namen§, bem man überl)aupt

ent^

angenommen mürbe.

rinnen mollte, ein n:)ot)nautenbcr antifer

^eimat^namen, ber alle Bürger mitbe5ei(i)nete^) unb nici)t §um Familiennamen getoorben roar, gab man

(£inen

nod) gar

um

gettji^

bequem

fo lieber auf,

tourbe.

njenn er sugleid)

S'i^ippo

^eiltgenname im^

a\§>

ba ©. ©emignano nannte

fid)

©lürf al§ ©ele'^rter in ber ^^rembe mad)te, ber burfte

niu§ £aetu§ umtaufen,

faft augj(i)Iie^Iic^

Generation gugute

Überfe^ung eine§ 92a*

'äud) bie reine

in§ Sateinif(i)e ober tn§

®eutfd)lanb

auii)

jicf),

gum ^uUu§ ^ompo*

tnenn er ein ©anjeöerino toar, mit (2toI§

men§

talli*

Sßer öon ber Familie üer!annt unb beleibigt jein

ma(i)u§.

(roie

@rie(f)if(i)e

fie

bann

mag man

S3raud) tüurbe)

unb

Ijalten, bie lateinifd) j:pracf)

in

einer

fcE)rieb

unb

^rofa unb SSer§ mit= mad)te ^omponio ßeto au§

nid)t blofe beüinable, jonbern Ieid)t in

52amen braud)te. 80 ber 1)1 ^uben^iana eine ^otentia unb au§ ©ant SlpoIIinare einen SIpoHo, loeil ^tpollinare nid)t in ben 35er§ pa^te^). SSe* gleitenbe

niger oerftänblici) tuax e§ ^i(i)ter 9J?arco 5lntonio lt)eld)e

$l^nUd)!eit mit

2;abeH)aft

unb

foroot}!

toenn

bem antuen

oft läd^erlidf) tüar erft

9?amen§, bi§ er einen t)atte,

freilief),

ein neapoUtanif(i)er

fic^

au§ Tlax\i (Spifur nannte, ot)ne irgenb*

!Iaffif(i)en

^'^ilofopt)en §u befi^en^).

ba^

!)

a

I

b

e

Zubern eine§

£Iang unb einen neuen ©inn

Saufnamen aB ßunamen. ©0

tüurbe au§> ©io*

öanni i^oüianu^ ober ^anu§, au^ ^ietro ^ieriu§ ober ^etreiu§,

au§ Slntonio 5(oniu§, au§ Wta\o 5tmafiu§^) u. bgl, fobann au§ 1)

Vasari XI, p. 189. 257, Vite di

Sodoma

e di Garofalo.

Urnge!e^rt

nonnte ber ©rammatifer Beraardino, ber

tt)al)rjc^einlid)

ber altabeligen ga*

milic Linguito angef)örte, jetne ©öf)ne

Pomponio unb Luca Gaurico üon ©auro (bem alten 53ergQJaiiru§)(Atti deU' ac. di Napoli 16, 1893, II, ©.

149

f.;

ferner: über

Pomp, unb Luca

Gaurioo bo§ S8u(^ öon ^ercopo, Sie-

opel 1895), tuä!)renb er feinen anbercn

©öf)nen

bie

!Iojjifd)en

SSomomen

^liniug unb Qlgrippa gab. 2)

3abug^in

I,

©. 53.

^crcopo, M. Ant. Epicuro im Giom. stör. XII, 1 sqq., luofelbft bic ^)

lüettere Siteratur *)

ju finben

^ieS merftuürbige

93arbier*

unb

ift.

^Beijpiet einet

Slpot^eferfamilte

in

Ubinc naö) ben Diarii Udinesi 1508


284

dritter ^bjdjmtt.

(Sannagato (St)ncent§, au§ Suca (3xa\\o Suciu§ ßrajfuS Striofto,

bann

her

über biefe ^inge

ficf)

bocf) erlebt,

ha^

man

uftt».

ausläßt ^), ^ai c§

fo fpöttifd)

ÄHnber nad) feinen gelben unb

binnen, ober jd)on nad) benen beg SSojarbo, bie

snm

^eU

Seil bie

feinigen finb, benannte.

Slntiüfierung öieler Sebengoer'^ältniffe,

'äuä) bie

nanten,

S8 errief) tungen,

3^^^^onien ufm. in ben

©d)rtftftenern barf nid)t gu [trenge beurteilt n)erben.

man

fid)

bie§ bei

2lmt§*

Iateinif(i)en

(Solange

mit einem einfachen flie^enben Satein begnügte,

ben

üon Petrarca

@(i)riftftellern ei)X)a

©t^Ioiuö ber t^all mar,

!am

bie§ allerbingS

Tiict)t

SBeife üor; unüermeiblid) aber tourbe e§, feit

toie

Heneag

bi§ auf

in auffallenber

man

nad) einem

abfolut reinen, gumal ciceronifd)en ßatein ftrebte. ®a fügten fid) bie mobernen ^inge nid)t met)r in bie Stotalität be^ ©tile§, n)enn man fie nid)t tünftlid) umtaufte, gebauten mad)ten fic^

nun

ein SSergnügen barauö, jeben ©tabtrat

fcripti,

®eu§ gu

@efd)mad, fie

me

nid)t

betiteln,

oermeiben fonnten.

barauf legte, ftörte e§ aud)

nid)t,

äBeil ©ioöio feinen ^ttgent

h)enn in feinen tno^llautenben

^'^rafen bie ^arbinäle (Senatoren t)eiBen, (Senatum, bie calia ufto.

biä 1511, Sßen.

©jfommunüation

äßie

fet)r

1884

(ginl.

Puritas (Pietro Puritä)

man

fid)

Sft Petrus togl.

Giorn,

Ligust. 12, 438, 13, 51 ber hJir!ad)c

Quasi che'l

nome i buon

giudici

che quel meglio t'abbia a far lo studio di molt'

\o jpottete Ariosto, ber freilief)

©rf)idjal einen ttjolillautenben

^)

biefer (Stilfad)e

fiatte,

SS§.

64.

©0

ttJerbcn

in ber VII.

bie

diris

Solbaten be§

ad inferos devocati.

!ur§

Sigism.

LXII, ber gegen

6o*

omnibus

'J)en

Tizio,

guten

ügl.

®x=

eä ernfttid)er meinte

frembe

©jefrationSforniel

SLruppen

auä

eine

SDlacrobiu^

auäjprod), n^erben toir unten toieber

anni!

tire,

®e!an ^rincepö ^arneöal Super*

mu^, au§

mitbefommen

unb

poeta.

Che non farä

t)üten

'Som^^evrn

inganni,

E

i'^r

^irae''), ber

fran5öfifd)en §eere§ 1512:

9iame eine^ 3)lannc^? ^)

con*

mä^renb Seute bon feinerem ^aolo ©iooio, bamit rt)a^rfd)einlid) nur taten,

al§ 'S)itiu§ ober

toa§

aU ^atre^

jebeg Sf^onnenflofter a\^ 5ßirgine§ SSeftaIe§, jeben |)eiHgen

üom

5^amen

ern)äi)nen.


®ingc.

9lntife Um|(i)reibung öielcr

einen boreiligen

(3(i)IuB

285

^Uctnf)crt|cf)aft be^ ßateintfc^en.

auf bie gan^e '^enfmeife ju

jiel^en,

gerabe hei biefem 5(utor Hat giitage.

liegt

^ie ®ejd)id)te be§ öerfolgen.

!^ier nid)t

lateinif(i)en 8tile§

an

SSoUe giüei ;5af)r{)unberte

bie

§umani[ten bergleid)en,

bie

ein5ig

ha^

at§ ob

jicf)

bürfen

h)it

taten

l^inburci)

Sateinij(f)e überf)aupt

unb bleiben müfite. erfte Iateinifd)e ©rammati! in italienijc^er beten ungenannter SSerfaffer fid) gegen ben SSortüurf, tüürbige

rt)äre

Scf)riftfpra(i)e

1529 erfd)ien bie <Bpxad)e,

ba%

er eitva^ ©eltfame^, ja ^f)antaftif(^e§ begebe, öerteibigen

^oggio^) bebauert,

mu^te^).

^ante

bal^

fein grofeeg @ebid)t

itaUenif(^ üerfa^t "^abe; ebenfo tüie laut S9occaccio§

§u ®ante§ ßeiten

f(i)on

f^rage aufgeworfen,

„unb barunter

biele

marum

ber ®id)ter

fid^

it)eife"

ßeugniä Seute bie

nid^t ber lateini*

fd)en (5prad)e bebient :^ätte; be!anntlid) f)atte '2)ante e§ in ber

^at mit htm ßateinif(i)en berfud)t unb ben Stnfang be§ ;^n=» femo guerft in ^ejametem gebid^tet. ®a§ gange (Scf)idfal ber italienifcf)en ^oefie t)ing baüon ah, ba^ er ni(i)t in biefer SBeifc fortfut)r,

aber nod) Petrarca (oben ©. 226) öerlie^

auf feine Iateinif(i)en ^i(f)tungen,

Äangonen. Ginen ftär!eren B^^^ang

mel^r

fid)

auf feine ©onette unb

ai§>

f}at

e§ in literarifd)en

®in*

gen nie gegeben 3), allein bie ^oefie entrt)if(i)te if)m größtenteils, unb je^t fönnen n)ir mol^I of)ne allgu großen Optimiömuä fagen; eS

baß bie

gut,

ift

benn

fie tjat

leiftet,

unb

italienif(^e

^oefie groeierlei Organe ^atte,

^tvat fo, ha'^

man inne

bort lateinifd) gebid)tet mürbe.

bon ber ^rofa; ^)

Grammatica

bie SSeltftellung latina in volgare.

De

inielicitate

principum, in

Poggii Opera ed. 93afel 1513,

fol.

152:

SSielleid^t

p. 7) flogt:

potuisset,

monem bann

clarum, neque

trarca

staret, ulla

ribus

Unb

(ben

äf)nli(i)e§

gilt

unb ber SSeItruf)m ber

Cuiua (Dantis) exstat poema praesi

literis latinis

con-

ex parte poetis superioOtiten)

postponendum.

Sottefiuä (De hominibus doctia

ge=

tvixb, tt)e§"^alb t)ier italienifd),

Utinam

illustravit!

("ißerfelbe

unb Boccaccio eine

ser-

ergebt

üon Peöf)nlt^e

Boccaccio, Vita di Dante

p. 74. 9)

mandare

quam bene patrium

bei ber S3efpre(f)ung

Silage.)

auc^

itaüe*

tarn bene cogi-

tationes suas latinis literis

SSerona 1529. 2)

unb (£igentümU(f)e§

in beiben SSortreffIid)e§

SSgl.

ejfutä

LXV.


286

^rittet

baüon ab, ba'^ getüiffe ©egenftänbe Urbi et orbi be'^anbelt mürben, iDä{)renb

nijd)en SSübung t)ing

teinifcE)

2tbf(i)nitt.

am

^rofa gerabe üon benjenigen röorben ift, mel(i)en eä einen tnnern

itaUenijc^e t)abt

bte

beften ge^anb^

Äampf

!oftete, nt(^t

§u fd)reiben.i)

latetnijd)

^B

la*

reinfte

duelle ber ^rofa galt

feit

bem

15. ;^a{)x^unbert

bloß öon einer Überzeugung pgunften feiner SSörter, feiner (Sa|^ bilbung unb feiner Iiterarif(i)en Sl'ompofitiongn^eife ^er, fon=

^ie^ tarn bei tüeitem

unbeftritten ßicero.

ni(f)t

abftraften

ber

im

5trt

be§

fanb

©eifte

italienifd)en

Sieben^tüürbigfeit be§

bie

@Ian§ be§ 3iebnerä,

S3rieffd)reiber§, ber

bie !Iare befc^auU(i)C

^arftellerä einen

pf)iIofo:bt)if(^en

üoUen Siberflang.

@{i)on Petrarca erfannte öollftänbig bie 6d)it)ä(i)en be§ fc^en

unb ©taat§manne§

©icero*), er ()atte

um fid)

barüber gu freuen;

grap^ie

faft au§f(^Iie§Iici)

feit

nur guöiel

i!)m ijai fid) ,^unäd)ft

^en*

Ü^efpe!t,

bk ©piftoto*

naä) Cicero gebilbet (oben

262),

(3.

anberen Gattungen, mit 5tu§na^me ber ergä^tenben, ^od) ber ma'^re Giceroniani§mu§, ber fi(f) jeben nad). folgten 5(u§brurf üerfagte, menn er nici)t au§ ber duelle §u belegen

unb

bie

mar, beginnt

erft

§u (Snbe beä 15. ^at)rt)unbert§, naci)bem bie

grammatifö)en ©(i)riften be§ 2oren§o

SSalla i^re ä8ir!ung bmdi)

gan§ Italien getan, nac^bem bie 5tu§fagen ber römifd)en Site* rart)iftori!er felbft gefidjtet unb t)ergli(i)en maren^). ^e^t erft Iet)nte

ein SSerleger

freilid)

^)

e§ il)m gu i^i^eiltc^

gibt e§ aud) gugeftan*

bene ©tilübungen,

tote

g.

93.

in ben

Orationes etc. be§ älteren Beroaldus bie jroei

qu§ Boccaccio in§ Sateinift^e

Epp. fam. 3.

4.

(ed. gracafi.) lib.

vol. II, p. 497.) 3Iud) I

Epp.

ou§

esse doleo, Bed sie est.

SSgl.

je^t

bie

er=

fjac, 2)

Petr. et l'hum., p. 183 sqq. aSgl.

Dberroelt

Petrarcas 93tiefe ou§ ber

an

erlaud)te

©diotten.

sen.

(manrf)mal feporat gebrudt u.

De

yd)öpfenbe3ufammenfteIIungbei9?oI*

XXIV,

(gerner in berjelben '^u^Qahe,

überfc^ten 9?oüeIIen, ja eine ^angone Petrarca.

§u*

eg ein bebeutenber

ben SSertrieb eine§ ^er!e§ ah, menig elegant gefd^rieben fei*), ^^e^t erft unter*

manift, 2tlbu§ 9!)lanutiu§

meü

mar

3)

rep.

opt.

XIV, b.

administranda):

ein burlegfe^

93ilb

bes,

%.

:

sie

fana-

^uri§mu§ in ?Rom gibt Jovian. Pontanus in feinem Antonius. tijd)en

*)

'2)ot)tn

ift

öielleidjt

aud)

äu


SSebingte

D-uellctt be6 ©tttä ©icero.

man

j(f)etbet

287

unb unbcbingte ©tcetonianer.

genauer unb bi§ auf ba^ (SJenauefte bie ©til» unb !ommt mit tröft=

j(i)attierungen in ber ^roja ber Stiten

immer

Ii(^er (Sid)er()ett

baö unbebingte

allein

umf äffen

9)iufter fei,

(Gattungen 3eit=

faft t)immlifci)e

^ietro SSembo,

tuie

beften ^iä\ie auf biefe§ ßiel; aud^

a. ibre

bie lange tüiberftrebt

eine ard)aiftifcf)e

unb

^e^t hjanbten Seute

^iero.Sßaleriano u. foI(f)e,

menn man alle

ober

„iene§ unfterbli(i)e

tüollte:

alter ßiceroS"^).

unb

tüieber auf ba§ (Srgebni§, ba^ Sicero

unb

au§ ben älteften Stutoren gaben enblicf) nadf)

fici)

guf ammengebaut 2),

^ütion

!nieten öor ßicero; je^t Uef3

£ongoIiu§=*)

ficf)

üon 33embo

beftimmen, fünf ;3at)re lang nur ß^icero gu lefen; berfelbe ge* lobte ficf), gar !ein SSort §u gebrau(i)en, meld)e§ ni(i)t in biefem Stutor

oorfäme, unb

jenem

gelet)rten

foI(f)e

Streit au§>,

Stimmungen hxaö^en bann §u in meldiem ©raömuö unb ber

ältere Scaliger bie S(i)aren fül)rten.

®enn

auc^ bie ^ert)unberer Siceroö roaren bod) lange

aB

alle fo einfeitig, il)n

$8ielmel)r fu(i)ten in ber SJiitte be§ 15. ^al)rl)unbert§

ju laffen.

ernfte, tjtelfeitig gebilbete 9Jlänner, roie g'laöio fiel)

öon ber

rccf)nen,

lunbe

Latinus

Latina

mit

mit

Itala

Italus, gleid)be=»

bcutcnb gebtouc^t tüirb Macuscev

Hadriani (Cometani) Card.

Chrysogoni

De sermone latino

juerft erjd)ienen 1507. bie Einleitung.

unb jeinen Qeitgcnojfen „an

jid)".

merlroürbiger,

aU

— berfelbe .öomer

jo

öon bemfelben

SJiannc t)errübrt, ber in einer ©c^rift be^jelben ^ai)xe§

De vera philosophia

ex quatuor doctoribus

ecclesiae,

^umanität^ftubien förmlii^ ben cxüärt,

bejonberä

auä)

bie

unb baju

9f{en.-2it. 31.

©. 148.

Siccro

um

unb

ber

über,

ift

93re§Iau 1886,

2Bijjcn§

Sieb«

fal) (j.

bie

3tfd)r. f.tigl.

%. II (1888),

Codrus Urceus,

©umme

alleS

unten ejfurg LXIII),

fagt, Opp. ed. 1506 fol. LXV: Quicquid temporibus meis Aut vidi aut

studui libens felici

Omne

®ebid)te

'^)

doctrinae

Paul.

Jov.

(baj.)

Graecia

Elogia

mihi

jicf)

Non habet

ber 58el)auptung:

similem

p.

illud Cicero

dedit omni, \a terftieg

einem anbcren

ben

S'ricg

in

f)atte.

@ebf)arbt, Stbrian ü. eorneto,

S.

bie Sotinität

1)a§ 93efenntni§

ber Sl^etorif tierbammt

aSgl. S3.

Sitg.

|)auptfäc^Ud)

(Sr finbet in

Ii(^feit

I,

©. 198. *)

^ionbo, ^latina

l)errfcl)enben 9^a(i)al)mung be§ 31ltertum^ gu hC"

ba^ in einer bomaligen Ur*

(1458)

lingua

ni(f)t

Spradje gelten

bie einzige Cluelle ber

in

ju

huio

mater.

doct.

vir.

187 sq. bei ^nla§ be§ Bapt. Pius. 8)

^Ql

(gjfurä

LXVI.


288

-Dritter 2lbf(^mtt.

imb Beanf^tud^ten e§ al§ i^r Sflec^t, neue SBörter für neue ^inge gu bilben, magten am (Snbe beSfelben ^oli§iano unb (Srmolao 33arbaro mit SSetüu^tfein nad) einer eigenen, in^« freien

biöibuellen Satinität ju fterben, natürlid) auf ber 33aji§ einer

„überquellenb großen" @ele()rfam!eit, üermo(f)ten aber bei i^ren (Sd)ülern ba§ (Streben nad)

unb

f)eröoräurufen,

ßiel "^at au(i)

biefeS

ni(i)t,

(Selbftänbigteit

ä'E)nIi(i)er

berjenige üerfolgt,

it}eld)er un§ bie§ melbet, $aoIo ©iobio^). @r t)at eine SJlenge moberner ©ebanlen, jumal äftt)etifc£)er 5Irt, guerft mit großer

SInftrengung

immer

tüiebergegeben, nid)t

tateinifct)

gtüdlid),

aber biStneilen mit einer merftüürbigen 5lraft unb (Sleganj.

©eine

großen

Iateinif(i)en (£f)ara!terifti!en ber

:^auer jener ßeit, ber turge 5lnfang ber

SSJlaler

^ünftlerbiograp^ien, melc£)e üon ©ioöio geplant SSafari au^gefü'^rt tvnibe, enthalten 9Jli§ratenfte nebeneinanber.

barein fe^te,

,,ut

unb

fpäter

nic^t anberä möglid)

^uä) Seo X., ber feinen

ficf)

einer liberalen,

mar; it)m genügte

an^u'^ören unb gu kfen ^atte, erf(f)ien.

üon

ha§ ©eiftüollfte unb ba§

ni(i)t

fiiul)m

augjc£)Iie^^

£atinität gu, mie bieg bei feiner 9ii(i)tung auf ben

elegant

33ilb='

lingua latina nostro pontificatu dicatur

facta auctior"2), neigte Ii(i)en

unb

Sammlung üon

großen

(Snblicf)

üerfation !ein SSorbilb, fo

e§,

menn

rt)at)rt)aft Iateinif(^,

ba^^,

©enu^ mag er

lebenbig unb

gab ©icero für bie lateinifc^e ^on= ba^ man "^ier gegti^ungen tnar, anbere

^n bie Sude traten bie in unb 9lom§ giemlic^ häufigen 5tuffüt)rungen ber ^o* möbien be§> ^Iautu§ unb Vereng, bie für bie ^itfpielenben ©Otter neben i^m ju üeret)ren.

au^er'^alb

eine unüergIei(^U(i)e

abgaben.

fpra(i)e

1)

lateinifrfier Suftfpiele

aSgl. (gjfurg

Dialogus

De

LXVII.

Paul. Jov.

viris literis illustribus;

bei 2:irabojd)t, ed. Venez. 1796, Toto.

VII, p.

4.

Sateinif(i)en

aB Umgang^*

5Infto^ §ur S3ef(i)äftigung

mit ber

la^

S^omöbie be§ 9IItertum§ unb gur felbftänbigen ^^ad)^

teinif(i)en

bilbung

Übung be§

®en

— ^n

bcm ^iolog

tüirb

aud) öeat)nt unb beflagt, bo§ ba§ 2a' tcin|d)reiben

feine

^errfc^aft

balb

gab eine ^anbfcfirift üon gänjUd) tierlieren 2)

^n bem

äft)ölf

ttjcrbe.

SäreBe

öon 1517 an

Franc, de' Rosi, lonäipiert öon Sadoleto, bei 9^o§coe,

VI, p. 172.

Leo X.,

ed. S3ofji


ßufa nad) ülom

:jjlautmifd)en (Stüdcu, bie 9?i!oIau» tjon

ber Orjmifci)e ^obej, Don

289

2ateintfc!^e 5lonOerjation.

©iceronioner.

bem

bra(i)te,

5a^Iret(i)e 5lbfd)ritten tierbreitet

2Benige $5a'^r5ef)nte fpäter, ]d)on unter ^aul

würben').

tüirb^) ber gelehrte ^arbinal öon Xt)eanum SfJiccoIö f^orteguerra öon ^iftoja) gerühmt, meil

II.,

(tt)at)rfd)einlid)

er \xd) aud)

an

beraubten

bie fd)Ied)teft erl)altenen, ber ^erfonentier§eid)nijfe

Stüde mage unb bem ganzen 3tutor um ber gröfste 3tufmer!fam!eit mibme, unb öon lönnte n)o{)l aud) bie 3(nregung gum Stuffü^ren iener ©tüde i{)m ausgegangen jein. ^tu^er ^Iautu§ iDurben ettDa (Seneca unb |)Iautini jd)en

©prad)e hjiüen bie

Iateinijd)e ttberfe^ungen nad) gried)ifd)en

©egen

be§

(Snbe

15.

SaetuS ber (Bad)e an, unb

aufgcfüt}rt^).

^omponiuS

fid)

ben ©äulen'^öfen großer

in

rt)o

Dramen

na'^m

;3a^r()unbertä

Prälaten ^Iautu§ über bie ©gene ging*), tüar er 9f{egiffeur. ®a§ man feit etma 1520 baoon ab!am, §ä^U ©iotiio, mie tr»ir (©. 272) jafjen, mit unter bie Urfad)en be§ S8erfaIB ber @lo^ queng.

3um

©d)Iufe bürfen mir

t)ier

eine parallele be§ ©icero^^

niani§mu§ au§ bem Gebiete ber ^unft nam'^aft mad)en: hen SSitruöiani§mu§ ber 5lrd)ite!ten»). ©reiäenod)

^)

muxat

^)

ber

Veroli

tätig

War,

Sulpizio

ügl.

bie

^•Icdeifen

da

für ^f)il. u. ^äb.

nozze-

©.

gefd)i(^te

Laetus

tt3ot)I

man

L.

^ßlautui

Guarino

u. a.,

um

bem jüngeren

biegen langweilig gu finben.

übet bie

aSurtf^arbt, ^ttur ber

V, ©. 541

ögl. fol.

<B.

^ür

5)

f.

Sabellici

ff.,

lat.

56

sq.

— tXber Pomp.

Opera Epist.

unb unten bai

aSgl.

ff.

9SgI. (£|!ur§

LXVIII.

93urdf)arbt, ©efd)id)tc bet

Slenaiffance in Spalten, ©. 38

5?äf)ere»

in

IRenaiifance.

13

bie

biefe§ Stbfd)nitte§; über feine

Senacf) II, 1

jid),

'$Iautug*^uffü:^rungen

f.

Xätigfeit für bie ?luffüf)rungen (Erei^

be§ ^n^alt^ willen,

unb Isabella Gonzaga ertaubte

XI,

®nbe

meift in itoIienijd)cr SSearbci*

tung öon CoUenuccio,

bie

XX, Seipäig 1874, 131— 138, unb 9trct)iö für Siteratur-

Perugia 1906. Sil Setrara jpielte

fjle^jig,

^omöbie überfiaupt ögt. 9?. ^eipet in unb 93Zafiu§, 9ieue ^ai)xh.

bei

$ubIifation öon ^^i^T^tunato ^intor,

*)

217

II,

ereijenacf)

3tom 1486,

^umanift

].

Stauen, 2)Te§ben 1894.

II,

Über 2Cuffüt)rungen üon ^lau*

benen

1486

feit

auc^

fid)

^eforation ber moberncn 33ü^ne in

III, II, Col. 1031.

tu§ unb ©ene!a in

^tvax befunbet

gerrara

too^

Caspar. Veronens., Vita Pauli

•)

bei

572 unb 580,

I,

weitere Siteratut.

jelbft bie

Unb

I

u.

«ufl.

19

41.


290

dritter 2tb|d)nitt.

ba§ bur(i)ge^enbe ©efe^ ber Oienaif jance, ba^ bie 93eh)egung in ber SSilbung burdjgchtgig ber analogen ^unftbetüegung üoran* f)itx

^m

get)t.

gdl möd)te

üorliegenben

(Sorneto

(1505?)

bi§

bie

auf

ber Unterj(f)ieb ettva gtüei

man öon

^ätjx^etjnU betragen, n^enn

erften

Äarbinal ^abrian bon abfotuten

SSitrutiianer

recf)net.

3e^nte§ tapitel. ®lc 2)er

'f)ö(i)fte

nett(atcittif(^c

©tol^ be§ ^umaniften enbtid)

Iateinifd)e ®i(i)tung.

©oroeit

fieren I)Uft, muf3 aud)

Sßie öoUftänbig xt)x

^oefie*

fie

fie

()ier

fie ba§>

ift

ben §umani§mu^

bie neu* (i)ara!teri*

be^anbelt werben.

SSorurteil für fid) "^atte, tüie na'^e

ber entf(i)iebene (Sieg ftanb, njurbe oben

((3.

281) bargetan.

üon üorn'^erein überzeugt fein, ba^ bie geiftöollfte unb meiftentrt)i(felte 9?ation ber bamaligen SBelt ni(i)t auö bloßer 2orf)eit, nid)t o'^ne ettt)a§ ^ebeutenbe^ §u tüollen, in ber ^oefie auf eine (5pracf)e oer5id)tete, wie bie italienif(f)e ift. ©ine über* SQlan barf

fie ba§u beftimmt "^aben. ®ie§ mar bie ^emunberung be§ 5ntertum§. SSie

mäci)tige Satfa(i)e mufe

j[ebe e(i)te,

af)ntung.

SSemunberung erzeugte fie notwenbtg bie ^aä)^ Und) in anberen 3^it^^^ ^^^ ^^i anbcren SSölfern

finben

eine 93Zenge oerein^elter ^erfurf)e narf) biefem

rüd^altlofe

ficf)

^ieh

näm*

nur in Italien aber roaren bie beiben ^aupt* bebingungen ber f^ortbauer unb SBeiterbitbung für bie neu* Iid)en

t)in,

Iateinifd)e ^oefie üor'^anben:

bei

ben ©ebilbeten ber

erh)a(i)en felbft,

fpiel§.

ein

ein aUfeitige^

@ntgegen!cmmen

unb ein teiltüeifeS Söieber* @eniu§ in ben ^id^tern rtjunberfameö ^eiterfUngen eine§ uralten (Saiten* SfJation

be§ antifen italienifd)en

®a§

33efte, n)a§ fo entftet)t,

ift

nid)t

me^r

9?a(i)a'^mung,

fonbern eigene freie (Schöpfung. 2Ber in ben fünften feine ah^ geleiteten

«formen oertragen !ann, mer

5lltertunt felber ni(i)t fd)ä^t ober

unnapar unb

unna(i)af)mtirf)

e§>

i)ätt,

entrtjeber fd^on ba§>

im ©egenteil

tüer enblid)

für magifd)

gegen 35erftö§e


bet Iateimjd)en '35i(^tung.

35?ert

®ejrf)ic^tHrf)e§

291

epo§.

bei^id)tem, tüeld)e §. 33. eine^UJenge ©ilben^ ober erraten muf3ten, ber la^fe neu entbecfen quantitäten bieje Literatur beijeite. ^^re fd)öneren Söerfe finb ntd)t ge^

feine 5'?ad))id)t übt

um

j(i)affen,

um

ben

irgenbeiner abfoluten

2)ic^ter

unb

gu trogen,

Slriti!

fonbem

üiele 2:aufenbe feiner ß^itö^ttojfen äu

er==

freuen^).

?tm n)enigften ©lud ^atte man mit bem ©po§ au^ @e^ ^ie tüefentüc^en 95ebin«= frf)id)te unb ©agen beö 9tltertum§. gungen einer lebenbigen epifd)en ^oefie tüerben belanntlid) nid)t einmal ben römifrf)en SSorbilbern, ja au^er §omer ni(f)t einmal ben @rie(i)en guerlannt; tüie f)ätten fie fid) bei ben Sa== teinern ber 9?enaijfance finben jollen. ^nbe^ möd)te bod) bie Stfrica be§ Petrarca-) im gangen fo biete unb \o begeifterte Sejer unb ^örer gefunben t)aben toie irgenbein ®po§ ber neueren ßeit. 9(bfid)t unb ©ntfte'^ung be§ ®ebid)te§ finb nid)t ot)ne ^ntereffe. ®ag 14. ^at)rt)unbert ertannte mit ganj ridi^* tigem @efüt]t in ber ^e\i beä

§tt)eiten

(Sonnent)öt)e be§ 3?ömertum^, unb

Petrarca be!)anbeln. mefen, beffen

toollte

biefe

unb mu^te

SSäre ©iliu§ ^talicug jd)on entbedt ge^

jo t}ätte er t)ieHeid)t

Ermangelung aber

(Scipio 2(fricanu§

punifd)en friege§ bie

bem

14.

einen anberen «Stoff gewätjlt; in

lag bie 33er'^errlid)ung be§ älteren

^a^rt)unbert

anberer ®id)ter, B^nobi bi ©traba,

na^e, ba^ fd)on ein

fo

fid) biefe

5tufgabe

geftetlt

nur au§ §od)ad)tung für Petrarca §og er fein bereits oorgcrüdtes @ebid)t §urüd=^). SSenn e§ irgenbeine 33ered)='

"^atte;

^)

%üx i>a§ {^folgenbe j. au^er ber (Sammlung Deliciae poeta-

älteren

rum

italor.

angefü{)rten

oon ©milio

unb ben ^Beilagen ju SBer!en, (Sofia:

lirica latina nei

bie

oft

5tu§ma{)l

Antologia della

XV

secoli

e

XVI.

-)

riä

3*^ci neuere 2lu§gaben be§ @e*

üon ^ingaub (^a=

1872) unb öon Sorrabtni

1874);

im ^a^re 1874

ÜBerfe^ungcn öon ®.

©aubo unb %. fuc^ung üon

2t.

f^rieberSborff,

®a§

85.

^alefa; je^t bie Unter* ßarlini, ^^lorenj 1902,

^rogr.

.'palle

1899.

SRa^ngebidit Salutatis an Pe-

trarca,

bie Africa ju öollcnben, ab'

gebrudt bei ^ingaub, F. P. Africa,

Cittä di Castello 1888.

bid)te§ erjd)tenen

lienijd)e

(^abua

aud) jmei ita^

app. II unb beffer Salutati, SSriefe p.

II,

231—241. 3)

letti,

Filippo Villani, Vitae ed. ®a== p.

16.

19*


292

5)titter Slbfc^nUt.

tigung für bie 5tfnca gab,

bann, ba^

jo lag fie

fpäter jebermann für ©cipio

bamaB unb

ftd)

interejjierte, al§ lebte er nocf), bafe

aU 5tlejanber, ^ompejug unb ©äfar^). ©popöen tjoben ftd) eine§ für il^re B^it fo :popuIären, im ©runbe "^iftorifd)en unb bennod) für bie ^tn* fd)auung mt)t^i|d)en ©egenftanbeö §u rühmen? 5In jid^ ift bae ©ebic^t je^t freilid) gang unleäbar. ^ür anbere l^iftorifd)e er üielen für größer galt

2Bte öiele neuere

muffen mir auf bie Siteraturgefd)id)ten öermeifen. unb ausgiebiger tvax fd^on ba§ 3ßeiterbid)ten

(Sujets

9ieid)er

antuen Wt)tt)u§, ba^ ^tuSfüUen ber poetifd)en Süden ^ier

felben.

aud^ bie italienifd)e ©id^tung

griff

mit ber Xefeibe beg S3occaccio, 3öer!

gilt.

frü'^ ein,

fc^on

Sateinifd) bid)tete SJlaffeo S5egio unter 9Jiartin V.

bann finben

Heinerer SSerfud)e, gumal in ber

3ReIeagri§, eine §e§peri§ ufro. bie

bem*

beffen befteS poetifd)e§

rt?eld)e al§>

ein brei^el^nteg 93ud) gur Steneibe^); gal)!

am

in

neu erfonnenen

9Jli)t^en,

9trt

eine 5ln*

fid)

be§ ©laubian, eine aber finb

'2)a§ 5!Ker!tt)ürbigfte

hjeld)e bie fd)önften

©egenben

öon ©öttern, ^'c}mp^en, ©enien unb aud) §irten erfüllen, tüie benn überhaupt ()ier ba^ Spifd^e unb ba§ ^ucoIifdE)e nid)t met)r §u trennen finb. %a^ in ben balb ergä^Ieitben, balb bialogifd^en ©flogen feit ^e=

Italiens mit einer Urbeöölferung

trarca ba^ §irtenleben fd)on beinat) üöllig^) fonöentionetl, als

^ülle beliebiger ^'f)antafien unb @efü{)Ie bef)anbelt

ift,

mirb

bei fpüterem 5tnla^ mieber Ijeröorgutieben fein; t)ier {)anbelt eS fid?) ^)

nur

um

bie

neuen

SDit^t^en.

Franc. Aleardi oratio in lau-

dem

XXV.

Franc.

Sfortiae

Col. 384.

bei

SSei ber

SDiurot.

^axalkU

^eiitlid^er als fonft irgenbtüo Vasari IV, 41 Vita di f.

Attavante, Fiesole.

unb Säfar roaren

©. 108.

Guarino unb Cyriacus Auconitanus für ben le^tem, Poggio (Opera fol.

Siüomo

125. 134 sq.) für erfteren al§ für

34,

©cipio

5tDtjd)en

ben

größten; vorüber bann gro^e 'Btxex' tigteiten

lonelli rino 11,

geführt

njurben,

(2^epf).

unb 5Ro§mini, @ua* ©cipio unb S. 97—118.

I,

^onniba'

262 in

f.

ben

9)?iniaturen

be§

'iSie

cinino unb

2)

^)

Wo

9ieu

276

^anbelt

Ijx^Q.

üon

Stug.

1897, ögl. baju

oben

£ioerani,

Giom.

stör.

ff.

2)ie

ba§

5?omen beiber für PicSforza gebrau(i)t,

glänjenben

Sonbleben auftritt,

2lu§naf)men, realiftifc^

werben

unten ju eriDö^nen

fein.

be^

ebenfalls


epo§.

fioteinifc^eS

betrat eö

93u!oHfc^e

bie alten

jid) t)ier, baf3

unb

293

mt)t{)oIogtfd)c ^oefie

©ötter in ber fRenaijfance eine

boppcite S3ebeutung tjaben; einerfeitä erje^en

fie

atterbingg bie

allgemeinen begriffe unb mad)en bie aHegorifd)en g^iguren

ment ber

un^^

^e*

nötig, äwgleid) aber finb fie aud) ein freiet, jelbftänbigeg

^oefie, ein <Btüd neutrale ©(^ön^eit, Jx»el(^e§ jeber

unb

^i(i)tung beigemifcf)t Äedt öoran, nio(i)te er

ftetS

neu

au(i)

ji(^

werben !ann. an DbibS ^eta==

!onibiniert

nod)

fo jet)r

morp:^ofen unb an einzelne fpätgried)if(i)e 93e^anblungen ber '2)apf)nefage

ging

anfd}Iief3en^),

S3occaccio

ginären (^ötter= unb §irtenmelt ber

feinem

^lorenj, in

b'5tmeto unb 9JinfaIe fiefolano, toeId)e

SfJinfale

%a§> ^Dleiftern^er! aber möd)te

gebici)tet finb.

nifd)

mit feiner ima^

Umgebung bon

italie^

rt)of)l

bie

Sarca be§ ^ietro SSembo^) fein, bie SSerbung be§ ^tu§gotte§ jeneö ??amen§ um bie 9?t}mpt)e @arba, ba§ präd)tige §od)5eit§==

am

mat}l in einer ^ö^Ie

9JJonte SSalbo, bie SSei§fagungen ber

5Kanto, ^od)tcr be§ Sirefiaö, bon ber ©eburt beä Slinbeä 9)lin^

©rünbung

ciu§, tion ber

be§

Slnbeö,

aU

ber

SSergil,

3}iaja,

53Jantuaö

geboren tüerben

'^umaniftifd)en Üio!o!o fanb

@d)IuBanrebe an !ann.

SSergil,

ad)ten, vorüber,

um

aB über

toirb.

Sembo

fe'^r

tt)eld)e i{)n

Tlan pflegt bergteidien

gu red)ten

unb bom fünftigen

©ol^n be§ 9Jlinciu§ unb ber

Qu

SfJu'^me

bon

9^t)m:p'^e

biefem

ftattlid)en

fd)öne $8erfe

unb eine

jeber '2)id)ter beneiben

al§ blofee 'S)e!lamation gering gu

eine ®efd)mad§fad)e, mit

niemanbem

ift.

f^erner entftanben umfangreid)e epifd)e ®ebid)te biblifd)en

Una

3"''^^i^V

^)

e

moi'te

XLIV 2)

in

ber

storia

Nuova

d'amore antologia

di P.

(1884) fasc. 5.

^Ibgebnicft

bei

mai,

Spicile-

gium romanum, Vol. VIII, p. 488 biö 504. (@egen 500 ^csometer ftarf.)

Bembo

tung nitgenb^;

ertüä^nt bieje ^ic^=

man

f)ot

haltet

au§

biejem ©cE)tt)eigen 2lnla§ genommen, bie

(Srf)tt)eit

ber ©ic^tung in ßt^^eifcl

ju

äiet)en.

SSgl.

SJiorjoUn

in

Atti

1836—1887

del R. Istituto Veneto

T. V, 232 unb ©ian, Motti inediti

Bembo, SSenebig

Pierio Valeriano 5!)it}t^u§

Deliciae

ineitet; fein

poet.

1888, ©. 11.

ital.,

Carpio in ben aud)

in

Heineren Schriften be§ P. V. 1811, p.

42-^6.

Brusasorci

rona Dor.

am

jtcllen

bcm

an

bi(f)tete

ben ^öln

'Sic 2fre§fen be§

S^ül SJZurari ju SSc=

ben

S"^<i'^t

i>^'<^

Sarca


294

dritter 2tbfcf)mtt.

uiib

in

:^Ti^aIt§

fir(f)It(f)eTi

^ejametern.

^tvedten bie S3erfajfer bamit eine bie

immer

9?t(f)t

©itöerbung päpftU(i)er öunft; bei ben beften, unb

ungej(i)idteren roie

SSattifta

man

^art^enice, tüirb

SKantoüano,

ein gan§

el)rli(i)e§

be*

^eförberung ober

fii;d)Ii(i)e

bem

auc£) bei

SSerfafjer

ber

S^erlangen oorauö*

e^en bürf en, mit i^xex gelef)rten lateinif (i)en ^^oef ie bem Zeitigen §u bienen, lüomit freilidf) i'fjre t)alb{)eibnij(i)e HuffaUfung be§

f

Äat^oUäi§mu§ nur §u it)rer

tt)ot)I

pfammenftimmte. @t)ratbug

5ät)lt

eine Sln^at)! auf, unter meldten 33iba mit feiner ß^riftiabe^),

(Sanna^aro mit feinen brei ©efängen ,,De partu Virginis'"^) in erfter

ftet)en.

'Steifte

©annagaro

(geb.

1458,

geft.

gleichmäßigen gemaltigen ^luß,

1530) imponiert burd) ben in

er

tr)eld)en

§eibnif(i)e§

gufammenbrängt, burcf) bie plaftifd)e unb Äraft ber ©d)ilberung, burcf) bie bollfommen f(f)öne 3(rbeit. S{)riftlid)e§ ungef(f)eut

(£r

t)aüe

fid)

nic^t

oor ber ^ergleid)ung gu fürd)ten,

öon SSergils an ber Grippe ber Wirten fang bie

er

biet be§ ^enfeitigen

t)at er

©flöge

üierter

S5erfe

200

öerfIod)t (III,

ben

in ff.),

^m

aU ®e='

Ge-

ha unb bort einen S^q banteg!er

^. Äönig ®aüib im Simbu§ ber ^atriari^en (I, 236 ff.), ober lüie

5l'ü'^n{)eit, tüie §. fidf)

äu ©efang unb äöei§fagung ergebt

ber

©mige

tl^ronenb in feinem 'üJlantel, ber

öon Silbern aüe^

elementaren ®afein§ fc^immert, bie f)immlifd)en rebet (III, 17 ff.).

GJeifter

an^

3(nbere 9JlaIe bringt er unbebentlic^ bie alte

inbem er ®aoib^ ©efänge bie 9Jlegäre fnirfi^en, ben (Serberu§ Reuten, ben (5;ocl)tu§ fd)aubern läßt, ot)ne boi^ eigentlich barod äu erfd)einen, meil er bie ^eibengötter nur gleid^fam aB ©in^ 5Jh)t^oIogie mit feinem ©egenftanbe in SSerbinbung, etlua burd)

*)

aS.

tiche di

Siccf)iteUi, Sülle

opere poe-

33eäeid)nenb

ift

genojfen Petrus

M. G. Vida, 9ZeapeI 1904.

bos Urteil bed ^ext'

Summontius (Opp.

j

'Serfelbe

I)at

aud)

1909

über

ut post nescio quos Sedulios et Prudentios in qui-

Pontani

bie

^rojafrf)riften getjanbelt. 2)

gjeu

Scutürcf)

f)r§g.

üon

Xi}.

%. %a^naä)t.

unb Seipsig 1875.

übrigens aud)

(5}octI)eg

SBerfc

SS gl.

(^em*

peljd^e 5lu§gabe) 22, ©. 157 u. 411.

'

1

,

!

II, p. 1297):

bus pene

nihil

praeter

nudam

reli-

gionem invenias, Marones tandem Christianos habeamus.


Sacopo Sannajaro.

rat)mimg benu^t, i^nen feine Hauptrollen fünfticrijdje

abfdf)liefeen.

ba

zuteilt.

S?erniögen jener ßeit in feinem üollen

fennen lernen

gegen ein 3Ber!

raiü, barf fic^

Sannajarog

fonft bie 3?ermifd)ung

295

©inmtfc^ung bct 9Kt)t^otogie.

^^erbienft erf(f)eint

öon

St)riftlirf)em

aB

ber ^oefie öiel leichter ftört

Sßer ha^

Umfange

n»ie biefeS nid)t

um

fotiiel

größer,

unb §eibnif(f)em

in

in ber bilbenben ^unft; le^tere

fann ba^ 9(ugc bahei beftänbig

irgenbeine beftimmte,

burcf)

unb

ift überl^aupt öon ber 8ad^bebeutung if)rer (^egenftänbe oiel unabf)ängiger at§ bie ^oefie, inbem bie @inbilbung§fraft bei iljr et)er an ber ^^orm, bei ber ^oefie el^er an ber (Ba6:)e weiter fpinnt.

greifbare ©cf)önf)eit f(^abIo§ Italien

^er gute

33attifta

93cantoöano in feinem ^eftfalenber^)

einen anberen 3iu§ir)eg

benen

t)erfu(i)t; ftatt

er feine öefat)r für

:^eiligen Ö5efct)i(i)te

ben ©fjriftenglauben

bienen gu

'^atte

©ötter unb Halbgötter, oon

laffen, bringt er fie,

befürrf)tet, ber tttie

bie 5^ir(^en^

ii^r; mä^renb ber ©ngel ©abriet gu Jungfrau grüßt, ift itjm hierfür bom ©armel ^er na(j^gef(i)webt unb Iaufct)t nun an ber Pforte; bann berid)tet er ba§> @et)örte ben öerfammelten ©Ottern unb bewegt fie bamit ju ben äu^erften ^ntfd)Iüffen. Wnbere ^Jlah^) freiUd) muffen bei i{)m J^etiö, Gere§, 5(eoIu§ ufw. ber ^abonna unb

öäter taten, in ÖJegenfa^ gu S^asaret^ bie

ii)ret Herrli(f)feit

gutwillig Untertan fein.

«SannagaroS Üluf)m, bie bie

(55rabfd)rift

öerfertigte,

wert war. er

löfte

^anf

ßeit,

Sembo§, ber

if)m

^i^ian^, ber fein ÜBilb malte

feinem iSa'^rtjunbert nötig unb beim S3eginn ber Üleformation ba^ Problem: ööllig flaffifd) unb boc^ (f)riftli(i) ju unb Seo fowot)! at§ Siemens fagten i^m lauten

bie^ aHe§ seigt,

bid)ten,

^D'lenge feiner 9Za(f)a^mer, bie he^

H^tbigung ber ©rösten jener

geifterte

wie fe^r

^ür

bie

er

Äird^e

bafür.

©nblid)

Würbe

in

^eiaxmicin ober

^)

De

^)

3-

sacris diebus. 35.

QJebic^te:

in feiner ad)ten Sfloge.

^) €t)aro!terii"tijd)

ift,

ba^

ältere

tribus (au§

öon ©.

S^iU

^iftirf)en aud) bie

gefd)id)te be^anbett^), balb mel^r er§ä()Ienb, balb mel^r

pane^

de gestis Pisanorum

bcm

©aliffe,

12.

^a^t^v "^u

Fonti par

illus-

ebiert

la storia


296

dritter Stbjc^nitt.

gtjrifd), in

ber Siegel aber gu (S^ren eine§ f^ürften ober f^ürften*

San*

(So entftanb eine (Sfor§ia§, eine Sorfeabe, eine

l^aufeg.

rentiaö, eine ^eltriaö, eine 2riultia§ uftü.^),

Iid)em SBerfe^Ien be§ unfterblic^ geblieben

^wede^; benn ift,

freiticf)

mit Qän^^

unb üon

njer irgenb berü'f)mt

ber blieb e§ nid)t bnrd) biefe

2trt

@ebid)ten, gegen meld/e bie SSelt einen unbertilgbaren äöiber* tüillen tjai, jelbft

menn

fid)

gute ^id^ter bagn Ijergeben.

QJanj

anberö mitten Heinere genreartig unb ot)ne ^at!)o§ augge-' fü{)rte ©inselbilber au§> j. SS.

ber berühmten ?0?änner, toie

©. 302). e§

132 unb unten

((3.

fölängenbe ^agbfc^ilberungen jener

(Srcole (Stro5§a,

^alo^) ober bie

:j^agb bei

üon §abrian üon ©orneto

„9lei)e i^uliu^ II."

üon unb

bem £eben

ba^ fd)öne @ebi(i)t üon Seo§ X.

auc^

5Irt gibt e»

üon bem eben genannten §abrian u. a. m., moberne ßejer burd) bie ^u^

fd)abe, tüenn jid) ber

ift

grunbe liegenbe ©d)meid)elei abjdjreden ober erzürnen "Siie

unb ber

9Reifterjd)aft ber SSetjanblung

bebeutenbe

fidlem biefen anmutigen

gefd)i(^tlid)e SSert

tä^t.

uu'

bigh:)eilen nid)t

'S)i(^*

tungen ein längere^ f^ortleben, al§ manche je^t namhafte ^^oefien unjerer ^^it t)aben bürften.

3m gangen finb biefe ©ad)en immer um mäßiger bie @inmifd)ung be§ ^at^etij'd)en unb (So

foüiel befjer, je

Mgemeinen

5iJ?eiftern,

barodeS mt)tt)oIogifd)e§

bie burd)

ift.

üon berü'^mten

gibt einzelne Heinere epifd)e $S)id)tungen

un*

'S)reinfa{)ren

betüu^t einen unbefd)reiblid) !omifd)en ©inbrud t)erüorbringen.

@o

ha§ 2;rauergebi(^t beä ©rcole ©trogga^) auf ßefare 33orgia

(oben ©. 125,

31.

h?etd)e all it)re

1—3). 9}lant)ört

Hoffnung auf

unb ^llejanber VI. liei^enen

t)ielt,

tataftropt)e d'Italia,

1903) umgebid)tet

(1517), gcbrucft ^torcna 1810.

2)

aSgl.

(Jj!ut§

3Ro§coe,

(Sejare für

hen

SSer^

beffen (5iefd)id)te burd)gegangen tvixb bi§ §ur

tüurben üon Benedictus Mastianus

1)

Hagenbe Üiebe ber 9^oma,

unb bann

gefegt :^atte

®ann

be§ 3at)re§ 1503.

93b. 29,

bie

bie fpanijd)en ^äpfte ^aiiici III.

LXIX.

Leone X,

ed. Sojfi VIII,

184; yotoic nod) ein ©ebid^t ä^nltc^en

1

fragt ber 'S)id)ter bie

©ttl§ XII, 130.

3Btc not)C

©cbic^t

saria

©jlurs

!

58gl.

LXX.

fd)on Angilberte

üom §o^e ÄatB

3lenaiffance ^)

$8g{.

ftel)t

Pertz,

b.

©v. bicjer

Monum.

II.

Strozzii poetae, p. 31. sq., Cae-

Borgiae duois epicedium.


^ortn

^citgefd^. ®td)t. ?!Kt)t^otogijicning. 58crcc^ttg. b. poet.

'$Rn^e, tüeld)e§ in

297

Stugenblicf i) bie g?atfcf)Iüffe her ©öttet

jenem

gemejen, unb ©rato

ScHgeyrf).

f.

er^äl^It:

bem OIt)mp nat)men

auf

^alta^

für bie ©panier, 33enu§ für bie Italiener Partei; beibe um^ faxten ^^upiter^ Änie, tüorauf er fie tüßte, begütigte unb fi(^

auärebete, er öermöge nic^tö gegen ba^ bon ben ^ar^^en ge*

fponnene

bie ®öttertiert)eif3ungen tnürben fid) aber

(Bä)idia\,

erfüllen burd) ha^ 5linb

üom ^au\e

©fte^Sorgia"); nad)bem

er bie abenteuerlid)e Urgefd)id)te beiber

Familien

ergü^lt, be*

bem ßefare fo iDenig bie llnbergänglid)!eit fd)en!en trol} großer Fürbitten einem ^emnon ^u !önnen aU einft ober 5Id)in; enblid) fd)lie^t er mit bem Srofte, ©efare tüerbe teuert er,

öort)er no(^

im ^rieg

Seute umbringen. 9?un

üiele

nac^ 9^eapel unb bereitet Ärieg unb

nad) ftalt

^f^epi

unb

erfd)eint bort

Stiejanberö VI.; nac^

fd)iden

unb

mit

fid)

bem

bem

get)t ?[Rar§

^alta^ aber

eilt

t'ranlen derart unter ber

&e-

einigen

(Streit,

S5erma'^nungen,

Sflu^me feine§

^amen^

fid)

gu

gu begnügen,

öerfdjroinbet bie päpftlid)e ©öttin „wie ein S^ogel".

Wan

t)er§id)tet

inbe§ unnü^ertneife auf einen biämeilen

großen @enuf5, tüenn 3JJt}tt)otogie

n)ot)I

.^nft biefen an

man

alleö per'^orreS^iert,

ober übel öertDoben

fid)

ift;

worin antue

bi^meilen ^at bie

fonöentionellen S3eftanbteU in ber ^oefie

unb @!ulptur. 9tud) fet)It e§ fogar für ben ßiebf)aber nid)t an 2(nfängen ber ^arobie (©. 177 fg.), 5. ^. in ber 3)lacaroneibe, mogu bann ba§ !omifd)e

ebenfofefjr geabelt n^ie in HJJalerei

©ötterfeft be§ ©ioöanni 33eIIini bereite eine ^aratlele bilbet. ?[Jland)e eräät)Ienbe

(Srergitien ober

®ebid)te in ^ejametern finb aud) blo^e

Bearbeitungen öon Sflelationen in ^rofa,

le^tere ber Sefer öorsie'^en wirb,

tüurbe belanntlid) alleS, jebe ge'^be

unb

jebe

rt)etd)e

Hm

@nbe ßetemonie be==

er fie finbet.

tt)o

fungen, auc^ öon ben beutfd)en ^umaniften ber 9teformation§'' ^)

Pontificem addiderat, flammis

lustralibus

tiim 2)

omneis

Corporis

labes Diis Juppiter (S§

ift

ablu-

ipsis etc.

ber fpätere Ercole II.

gerrara, geb.

4.

?IpriI

oon

1508, iuat)T>

id)cinU(^

faffung

furj biefe§

oor

ober

nad)

®ebtrf)te§.

magne puer matri exspectate trique, fiei^t e§

gegen (Snbc.

%h'

Nascere pa-


298

^rittet 3lbjd)nitt.

jeit. ^nbe^ würbe man llnre(i)t tun, bte§ blo^ bem ^JHi^tggang unb ber übergroßen fieid)tig!eit irrt ^erfenrad)en §u§uj(i)reiben. 93ei ben i^talienern mentgftenS ift e§> ein gan^ entfd)iebener tlberfluß an Stilgefühl, mie bie gtei(f)äeitige Ma^e öon italie* nifd^en S3eri(^ten, @efd)id)tgbarftenungen unb felb[t ^amp^leten in Serginen bemeift. So gut 5HccoIo ba Ug^ano fein ^Ia!at mit einer neuen ©taat^berfaffung, 9JZad)iatieni feine Überfielt ber 3eitgefd)i(i)te, ein britter ba§> Seben @aöonaroIa§, ein öierter bie 33elagermxg t3on ^iombino burct) 2tIfon§ ben ©roßen^) ufit).

um

in biefe fc^mierige italienifc^e ^er§art goffen,

§u luirfen, ebenfogut mochten öiele anbere für

einbringlict)er il)r

^ublüum

^exameter§ bebürfen, um e§ §u feffeln. SSa§ man in biefer gorm »ertragen !onnte unb begel^rte, geigt am beften bie biba!* tifd)e ^oefie. ®iefe nimmt im 16. :^ai}r:^unbert einen gang erftaunU(i)en 3Iuff(i)tt)ung, fo ba^ fi(^ felbft bie ^erüorragenbften ^umaniften bagu t)erftef)en, rein :pra!tifd)e, Iäcf)erlid)e ober iüiberli(i)e ^inge, wie ba^ &olbmaä)en, bag (3d)a(i)fpiel, bie ©eibenäU(i)t, bie 3lftrotogie, bie öenerifd)e Seuc£)e (morbus he§>

gallicus) u. bgl. in Iateinif(f)en |)ejametern

?!Jian pflegt

unb

p befingen,

tüoju

tommen. umfaffenbe berglei(i)en ^eutgutage ungelefen §u üerbammen,

me!)rere

nocf)

inroiefern

italienif(f)e

biefe

tuüBten aud) mir

Se^rgebicf)te

ni(f)t

an

lefen^mert

mirfUct)

®in§ nur

ju fagen-).

(Spod)en, bie ber unfrigen

'2)id)tungen

ift

finb,

gemiß, ba^

S(i)önt)eitöfinn unenblid) über==

legen waren, baf5 bie fpätgriect)if(i)e, bie römif(i)e SSelt unb bie ^) Uzzano j. Arch. stör. ital. IV, unb Melchior Pfinzings, unb anbere 296. — Machiavelli, — Savonarolas I,

I Decenali.

bamaligc Sleimroetfe be§ 9torben§.

@efd^icf)te u. b. 2itcl

2)

SSon ber in

Cedrus Libani öon Fra Benedetto

sciolti gebtd)teten

gebtudt öon SStcenso SKardiefe im

L.

6.

Slppenbij^Sonbe be§ Archivio

rico ital., ögl. ^. SSillari überf. S3etbuj(i)e! I, .ttift.^aSiogr.

©. 346.

©.

XIX,

sto-

öon

% 2 u. g^onfe,

©tubien Seipjig 1878, Assedio di Piombino, bei

Wtuxat XXV. hieran al§ ^orallele bet ^euetbanf Äaifct Maximilians

Alamanni

italtenijcf)en

versi

„coltivazione" be§

(bie

älteftc

?(u§gobe,

^ari§ 1546, bie neue ^u§gabe in ben 2Scr!en, 2 93be.

glorenj 1859

ifl

?e^t

jd)ted)t) ließe fid) bel^aupten,

ba^

alle

poetijd) genießbaren Stellen

au§ ben

antuen ^idbtern

entlef)nt

mittelbar ober mittelbar.

jinb,

un=


1)ibafttfd^c ^oefte.

bie

9(lcTiaijjance

bctjren tonnten.

£ateimfd)e

(Gattung üon ^oefie

betreffenbe

maq bagegen

9J?on

299

2i)rif.

nt(i)t

einmenben, ba^

tjeute nid)i

ber SfRanQd an <3d)ön()eitäfinn, jonbern ber größere (Srnft bie uniüerfdiftif d)e

ent*^

unb

^ct)anblung alle^ 2et)rengtt»erten bie :poetijd)e

tjorm au§j(!)UeBen, tüa§ tuir auf fid) berufen lafjen. ©ineg biejer biba!tifd)en SSerfe tüirb nod) je^t ^ier unb ba lüieber aufgelegt^):

ber ßobiacuS be§ Seben§, bon 9Jiarcenu§

^aIingeniug(^ier9(ngelo9Jian5oni), einem ferrarejif(^en^rt)pto* prote[tanten

erfd)ienen

(5uex[t

1558

15?>1,

auf

ben ^r\be%

®et ®id)ter, ber wie feine epifd)en Vorgänger ^eib^^ nifd)e§ unb S^riftlid)e§ bunt burd)einanber mifd)t, lebt bereite in einer 3eit, in ber fein Patron, ©rcole II. üon f^errara, a{§> ber einzige urteiBfät)ige unb bid)tungliebenbe (^ürft erfc^eint. 'an bie ^öd)ften f^ragen öon ©ott, Xugenb unb Unfterblid)!eit gefegt).

!nüpft ber SSerfaffer bie SSefprec^ung üieler $8erf)ältniffe be§

äußeren Seben§ unb

ift

üon

biefer (Seite aud) eine nid)t gu üer*

^m

ad^tenbe fittengefd)id)tlid)e 5(utorität.

bem Sia^men

@ebid)t fd)on au§

fein

ge{)t

tüefentUc^en jebod)

ber 9lenaiffance

^eraug, mie benn aud^, feinem ernften Seljrgitjed gemä^, bereite bie 9niegorie ber 9Jlt)t^oIogie

SSeit

tum

am

näd)[ten

in ber S^rü,

unb

ben 9tang abläuft. ber ^oet^^^üolog bem Stlter* fpegiell in ber ©legie; au^erbem

!am aber sttjar

nod) im Epigramm.

3n

ber leichteren Gattung übte ©atull eine

äinierenbe

3C3ir!ung

auf

bie

Italiener au§.

(Sd)Iüpfrigeä wirb au§ bloßer Suft 1)

&.

3.

33.

in ber Sluögabe tion 6.

SSeifc, £pjg. 1832.

je^t

^eutfd) über-

oon 3"g, Sreifing 1873. Steuer*

bingä tüirb ba§ SBer! unb jein SSerf. aud) SSgl.

Don ben igtölißn^i^

an

tion i[t

fd)riften

bilber f)ei§t

num

delle

scuole

italiane

(1889).

(Sine

ital.

S.

1884, I,

2

Überje^ung mit

Unterfud)ung über ben ^id)ter wirb

9'Jad)a'f)mung gebi(^tet:

®. ^eSci üorbereitet. ®a§ 93ud^

bead)tet.

Xeja im Propugnatore N.

fa^*

in 12 93üd)er eingeteilt, beren tiber-

SDiartinajoIIi in ber 3tfd)r. Fi-

losofia

tt)a{)rt)aft

Süfterne^ unb

bie

5Jamen ber 12 ©tern^n ber Söibmung

tragen, e§:

Nam quem

alium patro-

in tota Italia invenire possum,

cui musae cordi sint, qui Carmen sibi oblatum aut intelligat, aut examjne recto expendere sciat?


300

dritter 5Ibfcf)mtt.

©ic^ter trauten

bie

maleUoä

fei

ba^ i^re ©efinnung

t)in5u§ufügen,

fidf)

im ©egenfa^ gu bem

5Kattcf)e§ elegante Iateinif(f)e

flingenben 33erfe^).

fritiol

^abrigat, manche Heine ^nöeftiöe,

mand)e§ bo§t)afte 33iIIett ift reine llmjd)reibung nad) (Satull; bann werben üerftorbene |)ünb(f)en, ^a^ageien beüagt o!)ne ein SSort auS bem @ebi(f)t öon Se§bien§ Sperling unb bo(^ in oölliger 5lbl)ängig!eit öon beffen ©ebanfengang''). ^nbe§ gibt e§ Heine ©ebidjte biefer 2lrt, meiere aucE) ben Kenner über lijt tüat)reg Filter täufd)en !önnen^), tt)enn nirf)t ein fact)U(f)er S3e*

gug Har auf ba§

dagegen

15.

mö(i)te

unb 16. ;^at)rf|unbert t)init)ei[t. öon Dben be§ fappl)ifd)cn, alcäifd)en

SSer^maBeg !aum eine gu finben

mobemenllrfprung

il^ren

burd) eine r'^etorifd)e

bem

(Statins eigen

fein,

®ie§

beutlid) »erriete.

9flebfelig!eit, tr)elcf)e ift,

©attung

fie

meift

gef(i)iet)t

im5tttertum

burd) einen auffallenben

5lon§entration, föie biefe

It)rif(^er

ufto.

weli^e ni^t irgenbwie

etma

erft

fanget an

burc^auS ber^

ßinselne Partien einer Dbe, gtnei ober brei ©trop'^en ein antüeä f^ragment au§, jufammen, fe^en tt»ot)I etma

langt,

me

ein längeres

©an^eS n»ie bieS

ber galt

ift,

SInbrea

5^aöagero,

^arbe feiten feft. Unb ino bieS ^. in ber fd)önen Dbe an SSenuS öon

:^ält biefe §.

ba ertennt

man

bemäd)tigen tationen

fet)r

Einige Dbenbid)ter

be§ §eiligen!ultu§ unb bilben

fid)

gefd^madöoü bent)ora5ifd)enunb

analogen Snt)alte§ nad). ^)

©o

Panormitanus, Hermaphrod.

II,

:

üon

SJlailanb

it)re

;3nöo=^

Oben Obe an ben ©rj^

catullifd^en

9^aöagero in ber

Crede velim nostra vi tarn distare papyro, Si mea charta procax, 11

Um^

eine blofee

Ieid)t

fc^reibung nad) antuen ^eiftertnerten*).

unb eine ©rabfdirift auf

benfelben au§ einem ^lox. ^obej an^ gefül)rt bei Sian,

Cavassico

I.

CCIX.

|

mens 2)

sine labe

3.

ba^

mea

2)

est.

be? Blosio Palladio auf

95.

§ünbd)Cn

Aura

ber

Isabella

9n§ ^orallele baiu lönnte

doxis anfül)rcn, bie al§ Flamen i^rc#

d'Este, Swjio^^giemcr 116/117, ©.229.

aSerfaffer§

@5ebtd)te auf ein §ünbcf)cn berfelben

Seit

gürftin ober bie anbeten bei Sujio^

4)

JRenier 97,

einen

46

§unb

öeicJ^cnrebe auf f. (^ic oben ©. 155.) ©in 2ob*

gebid)t auf einen

§unb

be§ ^cr^ogg

man

aud) L. B. Albertis S?omöbie: Philo-

nac^

für

^ict

£epibu§ angab, unb lange ein (tigl.

onti!e§

^vobuft

unten ©. 301,

bem Eingang

galt. 31.

3)

bc^ SuctetiuS unb

nad) Horat, Od. IV,

I.


eben auf

^eilige.

301

@ebirf)tc elcgifd^cr ?5rortn.

engel ©abriet, fo befonberS Sannagaro (©. 294

ber in ber

f.),

@r

(Siibftituierung einer f)cibnifd)en '$inhaä)i je^r Vüeit ge^t.

öoräüglic^ feinen 9?amen^:^eiligen^), bejfen ^^apetle ju

feiert

feiner f)erriid) gelegenen lleinen ^^illa get)ürte, „bort, roo bie 9Jleere§tüoge

unb an (^reube

am

©eftabe be§ ^ofiltpp

ben g-elöquell

megfrfitürft

©eine

bie 9Jiauer be§ fleinen ^eiligtum§ anfd)lägt".

baä

ift

benen

baS' 5lird)Iein

gefrf)müdt tüirb, ei-fc!)einen il}m

bem

ber 5'lud)t, mit

unb ^umal an biefem 2;age

®t. 9?a5ariu§feft; ba§ Saubtüerf

aUiäf)rlici)e

bie ©irlanben, mit

aB Dpfergaben.

9üid) fern auf

oerjagten 3^eberigo öon Aragon, gu 6t.

an ber Soiremütibung, bringt er ooll tiefen ^ergeleibä feinem ^eiligen am 5^amen§tage Äränäe tjon Sud)§ unb ®i(^en^ laub er gebeult früt)erer iSa'^re, ba bie jungen ßeute be§ gangen ^fJagaire

;

^ofilipp äu feinem ^efte gefahren

unb

fle^t

um

!amen auf beträuäten

9ia(f)en,

§eim!e^r').

3:äufd)enb anti! erf(i)eint öorgüglid) eine Hnga^I @ebi(i)te

^er^maß ober aud)

in elegif(i)em

^n^alt öon ber

©0

tei(i)t.

©legüer

am

©legie an bie 9?ad)t

jenen S^orbilbern

am

^)

ift

meiften gen)ad)fen.

fo tüenig frei

e<i)t

öon üiemini^äen^en au» 5(rt unb ß^it, aber

Über'^aupt f orgt SJaoagero ^)

Sllang.

bann

fonbern mit meifterf)after g^rei^eit im Stil ber

beg Döib,

be§>

Seginnen ijaben

luir

S. 63

)rf)on bei

einem ernftetn 2lnla§ fennen gelernt. SS gl. auä) Saimazaros ©legie: In

Ac

satis

fol.

ventos

San-

imbres

fatorum

hominumque

Da

Pater tecto salientem avito

Cemere fummn! (Epigrammat. üb. II). 3)

Andr. Naugerii orationes duae

carminaque aliquot, Venet. 1530 in 4.

166 sq. tolerasse

minas

fraudes.

festo die divi Nazarii martyris.

uazari Elegiae 1535

nid)t

3hTt{)0=

(SatuU, auc^ ber öergilifd)en ©flogen tüicber*

5)0^ $ereinäte{)en eine§ ©c^u^*

Sit

9Zaoageroä

poetifd)en iS^t^^It, ben er

^eiligen in ein roefentlic^ {)eibnifd)e§

2)

t)erab=*

irgenbein @ebid)t biefer

äuerft für einen

hted)tifd),

logie,

aB

öom f d)önften antuen

immer

gum ©pigramm

^umaniften mit bem Xe^t ber römifc^en allerfreieften umgingen, fo fü()Ien fie fid) benfelben

tüie bie

aud) in ber 9iad)bilbung

babei

blo^ in §ejametent, bereu

eigentli(i)en Plegie big

et

Über it)n unb feinen Xob Pier. Val. de inf. lit. ed. «öknden S. 326 f.


302

'J)rttter

?lbf(i)nitt.

gibt; bie ^JJtjtfioIogie brau(f)t er

um

in

ba§>

nur anwerft mä^ig, etttja einem ©ebet an ©ere§ unb anbere IänbU(i)e ®ott()eiten

©ru^ an ©efanbtjd)aft in ©pa^

be§ einfa(i)ften '2)afein§ §u enttüideln.

SSilb

(£inen

üon feiner nur angefangen; e§ l^ätte tt)ot)l ein ^errüd^eS ©an^eg merben fönnen, tüenn ber 3fleft biefem Stnfang ent'=

bie §eimat, bei ber ffüxdteiji

nien, Ijat er

f

prad) Salve cura

Deüm, mundi

feiicior ora,

Formosae Veneria dulces salve te

Ut

recessus;

V03 post tantos animi mentisque labores

Aspicio lustroque libena, ut munere vestro SoUicitas toto depello e pectore curas!^)

%ie

elegif(i)e

gorm

ober {)ejametrifd)e

tpirb ein

@efä^ für

jeben {)ö{)eren pat{)etif(i)en Sn'^att, xmb bie ebelfte patriotifd)e

5tufregung(©. 132, bieeiegteanSuüu§II.)rt)iebiepompl^aftefte SSergötterung ber §errfcf)enben fud)t

"^ier it)ren

aud) bie gartefte 5Jletancf)oIie eine§ STibuU.

ber in feiner

SiJloIga,

(Scf)meict)elei

^lu^brud^), aber

g^rance^co 3JJaria

gegen ©lernend VII. unb bie

f^amefen mit ©tatiuS unb 9Jlartiu§ roetteifert, 'fjat in einer ©legie „an bie ©enoffen", öom 5lran!entager fo fd)öne unb ed)t antue ©rabgebant'en a\§ irgenbeiner ber SÜten, unb bieg ot)ne

öon le^teren gu

tüefentli(i)e§

(Plegie ertannt

eg

Wo^ ^)

imb

Umfang

ben mei)t aU

botnit

ein Qoi)r!)unbert ättern (1353 gebid)' teten) ©rufe Petrarcas

gleidien in Petr. aftoHetti II, 2)

SBaä

jeigt ba^

Silvestri

fie ja

ed.

bieten burfte,

©ebct be§ Guido Postumo an ß^riftu^, Tlaxxa unb olle möd)ten ber

numen

9JJenjd)^eit

nod) lange lajfen, ba

im ^immcl

it)rer

V. 337. G. P.

58offi

jef)r

genug

feien.

fe:^r

ed.

5ft.

9ienier, ber

intercjfante SSeröffent*

für eian 1893,

%. 2 bie

(^e^

ücrbientc eine

S.

3Jionograpf)ic, fo fagt

if)m eine

gibt

Leone X,

bei 3lo^coe,

'3tbgebr.

Ii(^ung getüibmet ^at.

f.

man Leo X.

|)ciligen, \ie

biefeS

an Italien üer*

Carmina minora

©. 266

ber römifd)en

imb üon feinem anberen guter unb t)erfd)iebenartiger

na(i)gebilbet,

eine fo gro^e ^(ngat)!

Wan mag

9lm boHftänbigften

entlet)nen^).

übrigen^ (Sannagaro 2Sefen unb

f)at

(Nozze ^ubl.

241—260,

baf.

248

feUene Ed. princeps ber

©legien, 5boIogna 1524.) ^)

Molzas Poesie volgari et

^r§g.

gomo

üon ^ierantonio 1747.

latine,

©eraffi, 33cr«


@ebid)te

clcgtfcf)cr

^rorm.

303

^a§ ©pigramm.

— ®in5e(Tie

(Plegien merben noc^ ijiet unb miUen gu ermähnen fein. (Snblid) mar ba^ Iatemif(i)e (Epigramm in jenen Reiten eine ernftl^aftc 9Ingdegent)eit, inbem ein paar gut gebilbete Seiten eingemeifielt an einem ®en!mal ober üon Wunb §u 9Jlunbe mit 6JeIäd)ter mitgeteilt, ben 9f?ut)m eineö ©ele^rten begrünben bid)te biefer f^orm.

ha

um

©ac^m'f)alteg

if)re§

©in

ober ^erftören fonnten.

aU

5(nfpruc£) biefer 5lrt

melbet

fid)

©uibo ba ^olenta rtjolle ®ante§ frü{); @rab mit einem 2)en!mal fct)müden, liefen öon alten fönben @rabfd)riften ein^) „üon foIct)en, bie f i d) § e i g e n ober aucf)

]c!^on

ben toten

berlautete,

et)ren ober bie ®unft be» ^olenta ertoerben 2Im (Grabmal be§ (Sräbif(i)ofe§ ©ioöanni S3iöconti (t 1354) im '3)om üon ^Dlaitanb tieft man unter 36 ^ejametern: „§err ©abruS bi 3ömorei§ au§ ^arma, ^ottor ber S(led)te, :^at '3)i(i)ter

mollten".

biefe

gemacht."

SSerfe

bem

SHImä^Iid) bitbete

fid),

t)auptfäd)ti(^

imb müt)fam um i^re 9iner!ennung ringen mußten unb eine altge^ meine niemals fanben^), ebenfo unter bem Satultg eine aug==

unter

iSinftu^ 5!Jlartiatg, beffen @ebid)te freilid) lange

gebet)nte Siteratur biefe§ ßmeigeS; ber '^öd)fte Striumpt) tüar,

wenn

ein

Epigramm

für antif, für abgefd)rieben t)on

menn

alten (Stein galt^), ober

ganj i^talien

e§>

einem

eö fo üortrefflid^ erfc^ien, ba^

au§rt)enbig hju^te, lüie

5.

33.

einige be§ S3embo.

SBenn ber (Staat SSenebig an ©anna^aro für feinen Sobfprud) in brei ®iftid)en*) 600 Zutaten Honorar be^a^Ite, fo tüar bieg ^)

2)

lid)

Boccaccio, Vita di Dante, p. 36.

Andr. Navagero üerbtannte

an

58crgil5

©jremplare ber SSielleii^t

gegen galt.

if)n

firf)

flammte

bie

einige

fiel: Sint vetera haec aliis, mi nova semper erunt (ad Rufum, Opera

1535, *)

ajfattials.

fol.

41a).

De mirabili urbe Venetiis (Opera

Stbneigung

ba^er, tüeil er al§ ©panier

Pontanus,

— ^aB

@ebutt§tog (Schriften

\äi)X'

De sermone,

fol.

in undis

lib. III.

Biete ^anbfc^riften 2JJartiat§

Stare urbem et totoponere jura mari:

in ttaliemjd)en Sibliot^efen be*

Nunc mihi Tarpejas quantumvis Ju-

finben, tvk 3- crtüo^nt, beiüeift nid)t§

gegen bie ^)

38 b).

Viderat Adriacis Venetam Neptunus

t)ier

Sannazaro

öorgctragcne fpottet

2lnjid)t.

über einen,

ber it)m mit fotc^en 2rälfd)ungen

läflig

piter arceis

moenia Martis ait, pelago Tybrim praefers, urbem

Objice et Si

illa tui

adspice utramque,


304

dritter mid)mtt.

Tiid)t

etwa eine generöfe

ba^ (Epigramm al§ ba^,

aB

war:

S3erjd)rt)enbung, fonbern

mag

man tüürbigte

eg für alle GJebilbeten jener ^eit

g^orm be§ 9^u'^me§.

bie fongentriertefte

9liemanb

t)inrt)ieberum tüar

bamaB

Epigramm

unangenehm tüerben !önnen, unb aud)

t)ätte

fo mä(i)tig, ba|3 it)m nic^t ein n^i^ige^

bie

©'rofeen jelber beburften für lebe :3njd)rift, roeldfie jie festen,

forgfältigen tap'^ien

§.

f)eitenmg

unb gelehrten

benn

^eirate§,

^. liefen ©efa'^r, in «Sammlungen

aufgenommen gu

ruerben^).

läd)erlid)e

(^pu

sum S^ed ber ®r*

©pigrap'^i!

unb

(£pi='

grammati! reichten einanber bie §anb; erftere beruhte auf bem emfigften ©tubium ber antuen (Steininfc^riften. ®ie ©tabt ber Epigramme unb ber ^nfpirationen in t>or* äug^roeifem ©inne tüar unb blieb 9lom. i^n biefem (Staate o^ne ^eretüigung f eiber forgen; ju* gleid) mar ba§ furge ©pottgebi(f)t eine SSaffe gegen bie 9JJit* emporftrebenben. Scl)on ^iu^ II. ääljlt mit 2öot)lgefallen bie

©rbU(i)!eit mufete jeber für feine

®iftid)en auf, bie fein ^auptbid)ter

dampanuS

bei

febem irgenb

geeigneten SJlomente feiner 9^egierung aufarbeitete. Unter ben

folgenben ^äpften blül)te bann ba§> fatirifcl)e (Epigramm unb erreichte gegenüber SUei'anber VI. unb ben Seinigen bie üolle |)öl)e

be§ ffanbalöfen %xoi§e^.

Sanna^aro

bii^tete bie feinigen

allerbingö in einer relatiö gefid)erten Sage; anbere aber in ber S^ä^e beö §ofe§ ba§ @efä{)rlid)fte.

®iftid)en

t)in,

jd)lagen fanb, üerftärfen^);

mürbe

bie

man an

ber Pforte ber

einft ^llejanber bie

liefe

man

tann

oerfal)ren fein,

Unter £eo X. maren

fid)

menn

magten

9tuf ad)t brol)enbe 33ibliotl)e!

®arbe

um

ange==

800 ^Jlann

beulen, mie er gegen ben ®i(^ter biefer fid) l)ätte ermifd)en laffen.

lateinifd)e

Epigramme ba§

tägliche 93rot;

für bie S5erl)errlid)ung mie für bie SSerläfterung be§ ^apfteä, für bie 3wd)tigimg genannter mie ungenannter ^^einbe unb Illam homines dices, hanc posuisse

^)

Lettere de principi,

2)

Malipiero, Ann. veneti, Arch.

Stör. VII,

I, p.

508.

eg,

mit Sejug auf ben ©tiet oI§ Merge, ber Borgia:

SBappentier

Deo3. I,

88. 98.

Stm ©nbe

f)et|t

Tyber,

vitulos

animosos

ultor

in

vmdas; Bos cadat infemo victima

magna

Jovi!


306

(Spigtammc in 'Siom (©ott)dano) unb SSenebig.

©(f)Ia(^topfer; für tüirflid^e, tüte für fingierte Q^egenftänbe be§

Sßi^e^, ber S3o§t)eit, ber ^Iraner, ber ^Kontemplation gab e^ !eine pafjenbere ^-orm.

©ruppe

"2)amal§ ftrengten

ficE)

für bie berüf)mte

ber 9JJutter ©otteS mit ber ^l 5tnna unb

bem

^inbe,

©anfoöino für ©. 2(goftino meißelte, nid)t tüeniger aB l^unberunbjtüangig ^erfonen in Iateinif(i)en SSerfen an, freilid) nid)t fo f e^r auö 5(nbarf)t, aU bem S3efteUer be§ 3Ber!e§ 3uliebe. ^^»iefer, ^o{)ann öori^ au§ ßujemburg, päpftU(f)er it)el(i)e

Slnbrea

©upplüenreferenbar,

liefe

nämlic^

am

©t. Slnnenfefte nid)t blofe

ettra ©otte^bienft t)alten, fonbern er gab ein grofee§ Siteraten-

bantett in feinen ÖJärten

am

5tb!)ang beä ^lapitoB^).

Iof)nte e§ fid) aucf) ber 9}lüt)e, bie

©lud

'DamaB

gan§e ^oetenf(f)ar, n)eld)e an Seo§

einem eigenen großen @ebid)t „de muftem, tüie ^-ranc. 3trfiüu§ tat, ein 9Jiann, ber !ein päpftli(i)e§ ober anbere§ SD^läcenat brau(f)te. Über ^aul III. '^erab reid)t ha§ (Epigramm nur noc^ in üereingelten S^ad)nängen, bie ©pigrap'^i! bagegen blü^t länger unb imter* ^ofe

i^r

fuc^te, in

poetis urbanis" gu

im

liegt erft 9luc£)

bem ©c£)jt)ulft. Epigramm feine befonbere

17. :^a!)rt)unbert ööllig

in Sßenebig t)at ba§

Gie*

mit ^ilfe öon ^rance^co (Sanfoüino§ „SSenegia" berfolgen !önnen. ©ine fte'^enbe Slufgabe bübeten bie 9Jiotto§

fd)id)te, bie tüir

(SSrieüi) auf

ben ®ogenbübniffen be§ großen (3aale§ im ^ogen»^ejameter, it)el(f)e ba§ SSefentIi(i)e au§ ber

palaft, §tx)ei bi§ üier

2lmt§fü'^rung be§ betreffenben ent^alten^).

^ann

Ratten bie

^ogengräber beg 14. i^a'^r^unbertg Ia!onif(f)e ^rofainf(i)riften, bie nur Xatfad)en entt)aUen, unb baneben f(^it)ülftige |)eja^ meter ober Ieoninifd)e SSerfe. ^m 15, ^a'^r^unbert fteigt bie (Sorgfalt be§ ©tile§; im 16. erreicht fie i^re ^öf)e unb balb beginnt bie unnü^e 5(ntit{)efe, bie ^rofopopöe, ba^ ^atfjoö, ba§ ^rin^ipienlob, mit einem SBorte: ber ©(^mulft. 3^^^ti<i) oft tüirb gefti{f)elt unb üerbedter Stabel gegen anbere burd^ bire!te§ fiob be§ SSerftorbenen au^gebrürft.

bann lieber

ein paar

es!ur§

abfi(i)tU(f)

LXXI.

»)

SBgl.

^)

Marin Sanuto in ben Vite de'

S3utct5arbt, Kultur ber Kenoijionce.

einfa(i)e

©an^

fpät

!ommen

©pitap^ien.

duchi di Venezia (SKurot. teilt \ie I.

11. Slufl.

tegelmä^ig mit.

20

XXII)


306

©rittet Slbjc^nitt.

unb Drnamentt! tvaxen auf ba^ einbringen

5tt(i)tte!tur

^njd)rtften —

oft in üielfacf)er 2Biebert)olung

eingerid)tet, tüä'^renb

ha§> ®otijd)e

an ©rabmälern

§.

t)on

öolüommen

beö 5^orben§ nur mit

einen giüedmä^igen ^la^ für eine ^nf(i)rift

5!JJü^e fie

^.

g.

fcf)afft,

unb

^. gerne ben bebro^teften ©teilen, ben

aflänbern, gutüeift.

%uiä) ba^ big^er ©efagte glauben Sefer bon

bem

©§

ber Italiener überzeugt gu "^aben.

bereu

!ulturge|(i)id)tli(i)e

beuten.

toir

!eine§rt)eg§

ben

©d)on bamal§

l)anbelt fid^

nur barum,

Stellung unb 9lotiüenbig!eit angu*

entftanb^) übrigen^ ein 3errbilb baöon:

beren ^auptmer!,

fogenannte macaronif(f)e ^oefie,

bie

nun

eigentümtid)en SSerte biefer lateinifd)en ^oefie

Dpu§ macaronicorum, öon

9Jlerlinu§ ©occaiu§ (b.

ha^

Seofilo

l).

SSom ^n^alt mxb no(^ l)ier ^ejameter unb betrifft unb italienifd)en WöX" au§ lateinifd^en anbere SSerfe gemif(^t tern mit lateinifc^en ©nbungen fo liegt ba§ f omif(i)e ber* ^olengo öon SUlantua)

unb ba

gebi(i)tet

ift.

felben tDefentlid) barin, ba^

2apfu§ linguae an'^ören,

ficf)

,

biefe S[JJifd)ungen lüie lauter

ba^ ©prubeln eineg übereifrigen

tt)ie

lateinifd)en Qf^tproüifator^.

t^orm

bie ülebe fein; rt»a§ bie

5'ia(i)a^mungen au^ 2)eutfd) unb

Satein geben l^ieröon !eine Stauung.

@tfte§ Kapitel 6tttt5

Sutttaniftett

t)et;

4m

16. 5(if)x^\mhtxt

Slnfang beö 14.

Oon ^oeten* ^a!)rl)unbert§ Italien unb bie

De

busdam

!Ra(i)bem mehrere glän^enbe Generationen ^l)ilologen ^)

feit

Scardeonius,

antiq.

urb. Patav.

(@raeoiu§ thes. VI, III, Col.

270) nennt

aU ben

bei

arte magica delusis gebtlidt

©ent^e:

©efrf).

©.

ber macaroni*

207.

©ie Maca-

fd)en

^oejie

ftnber ben Tifi eig. Michael Odasio

ronea

ganj

öon ^obua, t 1492. SSgl. über if)n unb feine 93rüber Antonio (f 1512) unb Ludovico 9lof fi, Giorn. stör. XII, 418 ff. XXXII, 262 ff. ein ©tücf

be^er bei ^annoni, ©. 97—123. @e*

feinet @ebi(i^te§

De

etgentlicf)en

@r*

Patavirüs qui-

mijd)te

fd)on

fru:^er

3annom

1

1864,

au§ Satein unb ben

SSerfe

2anbe§jptocf)en tiiel

SJlaüanb

gibt

aber fd^on

allentfialten.

—96.

SBi(f)tig


Sßelt mit

bem

307

©turj hex ^umaniften.

9Racaromjcf)c ^oeftc.

unb

^ultit§ beä 5lUettum^ erfüllt, bie SSilbung

(gtäie^ung inejentlicf) beftimtnt, oft aud) ha§ ©taat^ttjefen leitet

unb

bem

mit

fiel

bie

antue Siteratur 16.

unb if)r '^an rebet,

9J?i^!rebit,

Seigre

aber perfönlicf)

nicf)t

üöllig

i^re

entbehren

unb biegtet nod^ fortmä^renb niemanb me'^r ju i^nen gehören,

tuie

f(i)reibt

mU

i^n

|)auptanHagen tnegen i^re§ bösartigen ^ocE)muteS

bie beiben if)rer

ge==

t)atten,

man

§u einer B^it, ba

SSiffen nod^ burc^auS

lüollte.

unb

Gräften reprobugiert

^a{)r^unbert bie gan^e 9Kenfd)en!lajfe in einen

lauten unb allgemeinen

fie,

na(i)

f^änbli(i)en Sluäfc^roeifungen tönt bereite bie britte

«Stimme ber beginnenben Gegenreformation: npegen Unglauben^.

!)inein, bie i^Tce^

SSarum

oerlauteten,

mu^ man

5unäd)ft fragen, biefe

5ßor=»

mochten fie nun toal^r ober untüa'^r fein? ©ie finb f(i)on frü^e genug bernet)mUd), allein o'^ne fonber* Ii(i)e 2Bir!ung, offenbar, weil man bon ben Siteraten noct) gar irürfe nid)t

frü't)er,

5U abhängig roar in betreff be§ (Sa(i)inf)alteä be§ StItertumS, toeü

fie

im

perfönlic^ften (Sinne bie 93efi^er,

breiter beSfelben waren.

SluSgaben ber Älaffüer, bie

neuen

Kommentaren

Xräger unb

3Ser*

Mein ba^ Über^nbne^men gebrudter fe'^r früt)

üeröffentli(i)t

mit alten Sd)oUen unb

würben,

großer

tt»of)I*

angelegter ^anbbüci)er unb 5'ia(i)f(i)Iagewer!e emanzipierte baS

bebeutenbem Q^rabe Oon bem bauernben per*' mit ben §umaniften, unb fobalb man fi(i) it)rer auc^ nur gur ^älfte entf(i)Iagen tonnte, trat bann jener llmfd)tag ber Stimmung ein. Gute unb S3öfe litten barunter SSoI! fd)on in

fönlirf)en

S8er!ef)r

o{)ne tlnterf(f)ieb.

Ur{)eber jener Slnftagen finb bur(f)au§ bie |)umaniften

felbft.

am

alter*

5ßon allen, bie

jemaB einen Staub

gebilbet, '^aben fie

menigften ein ©efü^I be§ 3"i^^^^^^<ili^^ ge'^abt ober, e§

fid)

fi(i)

aufraffen wollte, refpeftiert.

einer über

glei(i)gültig.

Sobalb

fie

ben anbern gu er^eben^), war i^nen jebeS

S3Ii^fd)nen get)en

*) ©c^on Salutati fe^t (1368) mal au^einanber, sunäi^ft mit

ein* 95e*

wo

bann anfingen,

fie t>on wiffenfcf)aftlirf)en

5!}iittel

6Jrün*

jie^ng ouf '2)irf)ter: seipsos laudare turpe non eat (^Briefe I, <5. 71). 20*


308

dritter

9lbfef)nttt.

ben §ur i^nbeftiöe unb pr bobenlojeften Säfterung über; fie tuollen itjxen ©egner nid)t tüiberlegen, jotibem in jeber S3e=

Umgebung unb

!ommt

(Sttt)a§ '^ieroon

3ief)ung bernt(i)ten.

«Stellung;

auf 9te(i)nung

i"f)i;er

ja^en, toie heftig ba§ ß^^talter,

it)ir

bejjen lautefte Drgane fie tüaren, öon ben SBogen be§ 9luf)me§ unb beä ^of)ne§ l^in unb t)er geworfen mürbe, 'äuä) mar i{)re Sage im n)ir!Iic£)en Seben meift eine foI(f)e, bafe fie ficE) beftänbig i'^rer ^n foI(i)en (Stimmungen @jiften§ me'firen mufsten. fd)rieben unb perorierten fie unb fd)ilberten einanber. ^oggioä

2Ser!e allein entt)alten fd)on (3d)mu§ genug,

um

gegen bie gange @cE)ar tjerüorgurufen

unb

am

^oggii mußten gerabe feit§ tüie jenfeitö fid)

im

l)äufigften aufgelegt

ber 9tlpen. '^an freue

15. ;^a'^rt)unbert eine ©eftalt

bie unantaftbar f(f)eint; bei

fict)

ein SSorurteil biefe

Opera

merben,

nid)t gu früt),

unter biefer S(i)ar finbet,

meiterem ©urf)en tauft

man immer

@efat)r, irgenb einer Säfterung §u begegnen, meldte, felbft

man

nid^t glaubt, haS^ 33ilb trüben

fie

güc^tigen lateinifd)en @ebict)te

eigenen ^amilie, mie taten ha§ übrige.

g. S3.

®a§

in

bieg==

menn

mirb^.

'2)ie

menn

öielen un='

unb etma eine ^erfiflage ber ^ontano^ ®iaIog „Hntoniuö",

16. ^at)r!^unbert

tannte biefe ßeugniffe

unb mar ber betreffenben ^enfd)engattung o^ne^in mübe gemorben. Sie mu^te büfeen für ha§, ma§ fie üerübt l^atte, unb für ba§ Übermafs ber ©eltung, ba§ i^r bi0l)er pteil ge* morben mar. ^l)x böfeö S(i)idfat moltte e§, ba'^ ber größte alle

ber 5^ation

'S)id)ter

fid)

über

mit

fie

rut)iger fouüeräner 58er=

a(i)tung augfprad)^).

SSon ben 58ormürfen, bie

ficf)

je^t gu

einem ©efamtmiber*=

mar nur gu t)iele§ begrünbet. (£in be= tenntlic^er ^uq gur Sittenftrenge unb Sieligiofität mar ftimmter unb blieb in man(i)en ^{)üoIogen lebenbig, unb e§ ift ein 3ei^eTi millen fammelten,

geringer urteilt; ^)

f enntniä

groben

@e?innung ftet)enben

jener 3eit,

menn man

bie

ganje klaffe oer=

aber öiele, unb barunter bie lauteften, maren lajätüer "Sichtung

ou§

ben

Florentiner

get[tig

unb

t)öd)[t*

Slreijen

teilt

21.

bella 2)

Xorre mit.

Ariosto,

3a^rc 1531.

Satira

f(!)ulbig.

S. 297 VII.

fg.

SSottt


309

©d)ulb ber §umani[tcn an i^rcm ©turj.

^rei '2)mge erflären unb üerminbern bie übermäfsige, glän^enbe $8ertüöt)nung,

t)tenei(f)t it)re (S(i)ulb:

menn ba^

©lücf if)nen

mar; bie @arantieIojig!eit if)re§ äußeren '2)afem§, fo ba^ (3lani unb (SIenb je nacf) Saunen ber Ferren unb nacf) ber ^oä== {)eit ber ©egner rafd) iued)jelten; enblicE) ber irrema(f)enbe ©in* günftig

flufe

be§ 9tUertum§.

'2)iefe§ ftörte i{)re (3ittlicf)!eit, of)ne i{)nen

bie feinige mitzuteilen;

öon

unb

fingen unb negatiöen

aucE) in religiöfen

lüirfte eä

ba üon einer 3(nnat)me be§ pofitiöen (5JöttergIauben§ bod) ni(i)t bie 9?ebe fein !onnte. ©erabe ineil fie baä Altertum bogmatif(^, b. {). aB ä^orbilb alle^ ®en!en§ unb §anbeln§, auffaßten, mußten fie l^ier in 9^acE)teiI geraten, ^a^ e§ aber ein ^a^i" ^unbert gab, tr)el(i)e§ mit öoUer @infeitig!eit bie alte SBelt unb auf

fie mefentlirf)

feiner ffeptifc^en

bereu §ert)orbringungen bergötterte, ba§ mar

ni(i)t

©eite,

met)r (Sd)ulb

fonbem f)ö^ere gefd)id)tli(i)e Fügung. 2IIIe 33ilbung ber feitt)erigen unb fünftigen 3^^^^^ beru'^t barauf, ba^ bie§ gef(i)e^en ift, unb ba^ eä bamalS fo gang einfeitig unb mit einzelner,

3urücEfe^ung aller anberen ßebenggtüede

gef(i)el)en

®er Sebenglauf ber ^umaniften mar foI(i)er, bafj

nur

bie ftärfften fittlid)en 9Zaturen

fonnten, o!)ne (3(i)aben gu ne'fjmen.

meilen motjl öon ben (Sltem frü^ entmitfelten

f)er,

ift.

in ber Siegel ein i'Ein

burcE)mad)en

®ie erfte @efaf)r !am big* ben oft au^erorbentlid)

bie

fnaben äum SBunberünb^) au^bilbeten, im jenem Staube, ber ba^

|)inblid auf eine fünftige «Stellung in

maU alleä

SSunberünber aber bleiben insgemein auf einer gemiffen Stufe ftefjen, ober fie muffen ficf) bie meitere ©nt* micflung unb ©eltung unter ben allerbitterften Prüfungen er* tämpfen. StucE) für ben aufftrebenben i^üngling mar ber 9lu'E)m unb bag gtängenbe 5tuftreten be§ |)umaniften eine gefäf)rU(^e SocEung; e§ !am i'f)m üor, aucf) er fönne „megen angeborenen ^od)finnä bie gemeinen unb niebrigen '2)inge ni(i)t me^r be* galt.

ad)ten"-).

Unb

reibenbeg

Seben

fo ftürgte l^inein,

man in

fid)

in ein me(i)feIoone§, auf*

mel(i)em angeftrengte

LXXII.

1)

S8gl.

*)

SluSbrud be^ Filippo Villani, Vite p. ö

(£sfut§

Stubien,

bei

einem

foId)en Stnla|.


310

dritter 3ibfd)nttt.

§au§Ie!)rerfd)aft,

(3e!retanat,

^rofeffur,

^ienftbarleit

bei

unb ©efa^ren, begeiftette S3e= tüunbenmg unb tXberfd)üttung mit ^o^n, Überfluß unb 3ltmut dürften, töbUd)e f^einbj(f)aften

tDirr

^em

aufeinanber folgten,

fla(i)fte

gebiegenften äSijfen !onnte ber

DaS

Dilettantismus bi§ft)eilen ben 9^ang ablaufen.

©taub mit einer feften §eimat beina"^e unüerträglid) blieb, inbem er entmeber ben Drt§tüed)fel gerabegu erforberte, ober ben 5D^enf(i)en fo ftimmte, ba^ it)m ^auptübel aber war, ba^

nirgenbS lange

DrteS

fatt

biejer

fein !onnte.

tt)of)I

im

rourbe unb

äöirbel ber ^einbfd)aften fid) übel

befanb, öerlangten aud) eben (So

mand)e§

^ier auc^

§eit erinnert,

tute fie

an

3Sät)renb er ber Seute beS

jene Seute ftetS 5ZeueS

{<B.

bie grierf)if(i)en (3opt)iften ber

234).

f aifer^

^l)iIoftratuS befd)reibt, fo ftanben biefe

inbem fie großenteils 9flei(i)tümer befaßen, ober Iei(i)ter entbe'^rten unb übertjaupt Ieid)ter lebten, tüeil fie nid)t fotüo'f)! @elef)rte als auSübenbe Sirtuofen ber Ülebe maren. Der ^umanift ber Üienaiffance bagegen muß eine grofse @ru^ bition unb einen ©trubel ber oerfd^iebenften Sagen unb SSe=» bocf) günftiger,

f(i)äftigungen §u tragen miffen.

Dagu bann,

täuben, unorbentIid)er @enuj3, unb, fobalb

um

man i^m

baS ©d)Iimmfte zutraute, ©Ieid)gittig!eit gegen tenbe Wloxal nid)t bentbar;

§od)mut

£)i)ne fie

beftärft fie

bem

notmenbig barin.

gu be* o^net)in

alle fonft gel*

finb fold)e (£l)ara!tere öoIIenbS

bebürfen beSfelben, fd)on

gu bleiben, unb bie mit

fid)

um oben fd)tt)immen

^afe abmec^felnbe ^Vergötterung

Sie finb bie auffallenbften

58 ei*

unb Dpfer ber entfeffelten @ubie!tit)ität. Die Magen roie bie fatirifd)en ©d)ilberungen beginnen, tüie bemer!t, fd)on früt), inbem ja für jeben entiridelten ^nbiöibua* liSmuS, für jebe 5trt üon ßelebrität ein beftimmter §ol)n als 3ud)trute üortjanben mar. 3"^^"^ lieferten ja bie betreffenben felber baS fur^tbarfte 'Maiexial, h)etd)eS man nur gu benü^en fpiele

braud)te.

9^od)

im

15.

3a{)rt)unbert orbnet 33attifta '^flanio"

üano in ber ^uf5ät)Iung ber fieben Hnge'^euer^) bie ^umaniften mit oielen anberen unter ben 5Irti!eI: ©uperbia; er fd)ilbert ^)

Bapt. Mantuan.,

De

calamitatibus temponim, L.

I.


Wa^ if)ter fie

mit

©rf)ulb. Stnlläger

if)reni

im

15. Saf)r^.

®o3 Unglüd

'Dün!el at§ ^poIBjö^ne, tüie

jie

311

bet ®ele^rten.

öerbroffenen unb

mali^iöfen 5(u§jet}en^ mit faljd)er ©müität eint)erj(i)reiten,

bem

förnerpicfenben S^ranid) oergIeid)bar, balb it)ren (3rf)atten be* trad)tenb, balb in ge^renbe

ba^

©orge

um

Sob üerfunfen. ^lllein ben ^rogefe. Sturer

16. :3;at)i-!^unbert ma(f)te i{)TTen förmücf)

Hriofto bcgeugt bie§ ^auptfäd)Ii(i) i^r Siterar^iftorüer @t)ralbu§,

bejfen Hb'^anblung^) üielleidit f(f)on unter £eo X., bejfen 3eit* alter er

um

ba§ golbene nennt, »erfaßt, aber SIntife

tt)urbe.

1540 überarbeitet

unb moberne SSarnungSejempel ber

jittlid^en

unb be§ jammeröollen £eben§ ber Siteraten ftrömen gemaltiger Wla\\e entgegen, unb bagtüifdien rt)erben

^altlofigfeit

un§

t)ier

in

j(f)tt)ere

allgemeine Stnüagen formuliert.

fä(i)Iic£)

auf

üergöttenmg,

£eibenfcf)aftli(i)!eit,

gerfatireneS

Äe^erei, 51tt)ei§mu§,

5&ieje lauten fjaupt*

©iteüeit,

(Starrfinn,

Ungudit

^riüatleben,

— bannäßo'^Irebenf)eit

of)ne

(3elbft=

aller

5(rt,

Überzeugung,

öerberblicfien ©influ^ auf bie Kabinette, (Spra(i)pebanterei,

Un^

bau! gegen bie £ef)rer, friec^enbe S(i)mei(i)elei gegen bie ^^ürften, tveiä)e

ben

laffen u. bgl.

Siteraten

m. ^en

guerft

anbeißen unb

(3(i)IuB bilbet eine

golbene ß^^talter, ha^ nämU(f) noci) feine 2öiffenfd)aft gab.

bamaB

bann jungem

S3emer!ung über ba§

get)errf(i)t t)abe,

aB

SSon biefen Auflagen mürbe balb

unb @t)ralbu§ beim SBieberabbrud einer ööllig I)armIofen ^itgenbfc^rift^) an ben SJJantel be§ ^ergogä ©rcole II. öon ^Jerrara, be§ legten @önner§ ber ©etetjrten (oben (3. 299), anüammern, meil fd)on Seute ba^ äBort führen, ti)eld)e finben, bie 3^^* ^äre beffer an d)riftli(f)e ©egenftänbe getrenbet Sorben al§ an mt)t()oIogifct)e f5orfrf)ungen. (Sr gibt ju ermägen, baB le^tere im ©egenteil bei fo bejd)affenen Briten eine bie gef äl^rlid)fte

felbft

^)

Lil.

mu^

:

biejenige auf ^e^erei,

fpäter

Greg. Gyraldus, Progym-

nasma adversus Opp.

\\d)

ed. Bas. 1580, II, p.

422—455.

3Bibmungen 1540 unb 1541, bie ©d)rift ober an Giov, Franc. Pico

'Sie

ßerid)tet,

öollenbct.

literas et literatos.

jebenfallä

olfo

üor

1533

2)

Opp. ift

Lil.

Greg. Gyraldus, Hercules.

I, p.

544—570. Sie SBibmung ®en!mal ber

ein entjprec^cnbe^

erften bro{)enben quijition.

^Regungen ber

i^i^*


312 faft

2)ritter Slbjcfinitt.

bcr emsige unf(i)utbtge,

b.

f).

neutrale ß^egenftanb gele{)rter

2)at[teHung feien.

Sßenn aber t)erpflid)tet

ift,

bie ^ulturgejd)tci)te nac^ 3tu§fagen gu ju(i)en

in

tt)el(f)en

SD'iitgefü^I bortüiegt, fo

neben ber 5tn!Iage bag menfd)Ud)e !eine CLuelle gu t)erglei(i)en mit ber

be§ ^ierio SSaleriano „über ba^ Unglüd

oft eriüä^nten (3(i)rift

ber ®ele{)rten"^).

ift

©ie

ift

gefd)rieben unter

bem

büfteren @in=*

brud ber SSertDÜftung ton 9iom, tt)eld)e mit bem Jammer, ben fie aud) über bie @ele!)rten brad)te, bem S3erfaffer toie ber 5Ib=* \ä)\u^ eineg f(i)on lange gegen biefelben toütenbenböfen ©d)i(f* fal§ erfd)eint. ^ierio folgt ^ier einer einfa(i)en, im gangen ri(f)* tigen

©mpfinbung;

®ämon,

öorne!)men

©enie§

tierfolgte,

mit einem befonberen

er tut nicf)t groß

ber bie geiftrei(i)en Seute

n? e

g e

n

i^re§

fonbern er fonftatiert baä ©efc^e:^ene, morin

ber unglüc!li(^e S^\^^^ öB entf(^eibenb öorfommt. (£r münfd)t feine Sragöbie gu fd)reiben ober alle§ au§ "^ö^eren oft bloB

f onflüten bringt,

Ifjerjuleiten, tre§t)alb er

^a

©inna^men, bann auö)

§unäct)ft if)re

Seute, bie

benn aud)

9lütägU(i)eä üor==

lernen wix Seute !ennen, bie bei unruhigen Briten

ärt)ifd)en gtoei

fd)eue ©eig^älfe, bie

i'fir

i'^re

©teilen öerlieren,

Stnftellungen leer au^ge'^en, menf(i)en=»

©elb immer eingenät)t auf

fid)

tragen

unb nad) gefd)et)ener 35eraubung im SSat)nfinn fterben, anbere, tüeld)e ^frünben anne'^men unb in meIand)oIifd)em ^eimmet) nad) ber frü'^eren g-rei^eit bat)infie(^en.

%ob

®ann

iüirb ber frü^e

üieler burd) lieber ober ^eft beüagt, tüobei bie auSge^«

arbeiteten (3d)riften mitfamt ^ettgeug

unb Eleibern oerbrannt

merben; anbere leben unb leiben unter SJ'Jorbbro^ungen üon Kollegen; biefen unb jenen morbet ein {)abfüd)tiger Wiener, ober 93öfeiüid)ter fangen it)n auf ber Sfieife meg unb laffen it)n in

einem ter!er üerfd)mad)ten, meil er !ein Söfegelb §a^Ien !ann. ^) De infelicitate literatorum. (^ie Sd)rift brüdt er bie Hoffnung au§, baß Carl V. unb aemens VII, eine üon nad) ber ?lu§g. ©ci)tift ift 3JJenden 1707

nac^bcm

aU

er

ättiert.)

$Rom

^rofejfor in

©tcllung

Pier. Val. ^ot,

tierlaffcn,

nod) lange

^abua in angefef)ener

gelebt,

'am (Snbe

feiner

bejfere 3eit

oud^ für bie ®elef)rten

:^eTbeifü^rcn toürben. fd)e§

Siibliograp'^i*

über Pier. Valerianus bei ©ian,

Cavassico

I,

CLIX.


®er

Tlandfcn

gefieimeä §er§eleib,

rafft

ßurücEfe^ung

&tunb be§ Unglüd§

tiefere

^rän!ung unb

erlittene

®ram,

bat)tn; ein SSenegianer ftirbt üor

©ö^nd^en, ein SSunberünb, geftorben

313

bet ®ete'E|rtcn.

unb

i[t,

beren S3ruber folgen balb, al§ göge ha^ Äinb

toeil fein

bie SD^utter

unb

nad)

fic^.

fie alle

ßiemlid) üiele, gumal Florentiner, enben burcE) ©elbftmorb^),

anbere

2ßer

burc!^ ge()eime Saftig eineö 3^t)rannen.

nocf) glüdlicj)?

unb auf

ftumpfung be§ @efüt)IeB gegen fol(i)en Jammer? rebner be§

'3)iaIoge§, in \ve\6)en ^ierio feine

üeibet

niei^ 3fiat in biefen f^ragen; e§

t)at,

:paro ßontarini,

man

unb

ift

am @nbe

mel(i)e SBeife? etn)a burd) üöllige 2(b^

fcf)on bei

ift

ÜZennung

ber

biefeä

wa§

fid^

'f)errlid)e

ge^»

@a§=

?Jamen§ barf

bem

tiefften

unb

bamalä barüber beulen

lie^.

erwarten, ba^ un§ tx)enigften§ etiüa§ öon

lüafjrften mitgeteilt Jtjerbe,

(Siner ber '$fliU

^arftellung

S3üb eines gIücEIi(i)en @ele()rten erfd)eint it)m ^ra Urbano

2(I§

SSaleriano

öon

£ef)rer be§ befu(i)te,

ber in SSenebig lange 3ßit tjinburd)

SSelluno''),

©ried)ifc^en

ttjar,

®rie(f)enlanb

unb ben Orient

nod) in fpäten ^a^ren balb biefeä unb balb jeneä Sanb

burcE)Iief,

ofjue je ein Stier gu befteigen, nie einen geller für

unb ©tanbeäert)öt)ungen äurüdmieS unb im 84. ^a^xe ftarb, o!)ne, mit 9lu§=« nof)me eines ©turjeS öon ber Seiter, eine !ran!e ©tunbe geifiabt gu l^aben. SSa§ unterfc£)ieb if)n üon ben ^umaniften? ®iefe t)aben me'^r freien SSillen, me^r loSgebunbene ©ubjeftiüität, als fie mit ©lud üertnerten tonnen; ber SSettelmönd) bagegen, im £Iofter feit feinen ^nabenja'^ren, l^atte nie nacE) eigenem $8e^ lieben auä) nur Speife ober cS(i)Iaf genoffen unb empfanb beS* !)alb ben B^^^Q ^^d)t me^r als 3ti^'J^9? "^^öft biefer ©einö'^nung füt)rte er mitten in allen ^efct) werben baS innerlid) rul^igfte geben unb toirtte huxd) biefen (Sinbrud me'^r auf feine ßuprer fi(f)

befa^, alle G'^ren

naä) einem t)eiteren Sllter

als burcf) fein @ried)ifd); fie glaubten fein,

^)

ba^ eS öon unS ^ierju

ögl.

ferno, XIII, V.

fcf)on

58—73,

felbft

Dante,

In-

tuo Petrus

de Vineia üon feinem Selbftmotb be* tid)tct.

SBqI. (Sjfurä

LXXIII.

nunmet)r überzeugt

abt)änge, ob wir 2)

397

Pier.

im

Valer.

sq. 402.

(Sr ift

©diriftftellerö.

p

SRifegefc^id jam== ed.

Mencken,

p.

ber Dnlel unfere§


zu

dritter 9Ibfd)nttt.

mem ober un§ tröften follen. wax

„9}Zitten in '^ürfttg!ett

unb W.ül)en

er glüdlicf), iüeü er e§ fein ipollte, meil er nid)t öeriDöl^nt, p^antaftifcE),

ni(i)t

fonbem

fid)

nic^t

nnbeftänbig unb ungenügsam tvax,

immer mit wenig

ober

gab."

nic£)tg guf rieben

SSenn mir Sontarini

jelber i)örten, jo tüäre üieneic{)t aucE) nod)

ein religiöfeg

bem

9Jiotit)

^^ilojopl)

pra!tifd)e

in

S3ilbe beigemifd)t; boä)

ift

f(i)on

ber

©anbalen fprec^enb un§ bebeutfam

genug.

©inen üeriDanbten &)axaitei in anberen Umgebungen (St. ^abio ©alöo bon Siaüenna^), ber (Sr* üärer be§ §ippofrate§. ®r lebte f)od)beja:^rt in 9flom bIo§ öon Kräutern „mie einft bie ^t)t!)agoräer", unb bemol^nte ein ©e«= mäuer, ba^ öor ber Stonne be§ ^iogeneg feinen großen 35or§ug ^atte; üon ber ^enfion, bie it)m ^apft £eo bega^jlte, na!)m er nur ba§ ^lllernotmenbigfte unb gab ben S^eft an anbere. ©r blieb ni(i)t gejunb tpie ^ra Urbano, auä) tvax fein @nbe fo, ba^ »errät ouö) jener

er

lt)o()I

fd)h:)erUd)

im Sobe

geläd)elt t}aben tüirb tvie biefer,

benn bei ber SSertüüftung Oon 9ftom f(i)Ieppten if)n, ben faft neun§igiä't)rigen @rei^, bie ©panier fort in ber 2lbfi(i)t, ii)n gu ranjionieren, unb er ftarb an ben g^olgen be§ ^ungerg in einem ©pital. 5tber fein S^ame ift in ba§ SReicE) ber Unüergängli(i;!eit gerettet, tüeil Ü^affael ben Sllten wie einen SSater geliebt unb einen

tüie

5[J?eifter gee!)rt, tüeil

gebogen ^atte.

SSielleic^t

begog

er il)n in allen '2)ingen gu Slate

bie

fid)

Beratung üoräug^weife

auf jene antiquarifd)e Sleftauration be§ alten ffiom (©. 206),

SSer !ann fagen,

öieneid)t aber aud) auf Oiel tjöt^ere ®inge.

lüie großen Stnteil g^abio am @eban!en ber (Sd)ule üon Slf^en unb anberer f)od)ti)id)tiger S^ompofitionen ülaffaeB ge'^abt :^at? ©erne möd)ten mir l^ier mit einem anmutigen unb üer* fö'^nlid)en Seben§bilbe fd^lie^en, etma mit bem beö ^omponiu§

^n bem

£aetug. *)

Coelii

Basil.

Calcagnini

1544, p. 101,

ber epiftetn. Ziegler.

33 rief

opera,

im VII.

9ir. 27, SStief

(®ie

©d)üler§

feinet

©abellicuö^)

ed.

«ßaftor IV,

1,

93ud)

Pierio Val.

De

on Jacob

Sit über Calvo bei

p.

369 2)

468,

3t.

3).

inf. lit. ed.

mirb SSgl.

Süßenden,

sq.

M. Ant.

Sabellioi opera, Epist.


Sfobto ©aloo

^omponiuS

öon 9iaöenna.

315

SoetuS.

£aetu§ abjid)tUd) antiüfiert; bod) mögen einige ^üfle barauS, @r tuar (oben ©. 283)

bend)tigt bnxä) anbere £luetlen, folgen. ein ^a[tarb au§ iJürften

bem §aufe

üon (Salerno

ber neapoIitanifrf)en Sanfeöerinen,

(geb. 1428), njollte jid) aber,

in feiner i^ugenb burc^ (Stiefmutterränfe au§

trieben morben, nid)t gn i^nen Italien, fonbern

na(^bem

bem ^aufe f(i)rieb

er

t)er»=

i^nen auf

©inlabung, bei it)nen gu leben, ba^ berühmte ^Billett: Pomponius Laetus cognatis et propinqiiis suis salutem. Quod bie

non

petitis fieri

Valete.

potest.

(Sr

lüar ein unanfe^nti(^e§

2Jiännd)en mit lleinen lebhaften Singen, in tounberlic^er Xrad)t. f5rül)er, öon ettüa 1450 an, Ijatte er alä ^riöatmann gelebt, bann ^atte er öffentlid) einige Sat)re gelehrt, ol)ne ©e'^alt gu empfangen; in ben legten ^a^r§el)nten beö 15. ^a^r^unbertg mirlte er aU n)ol)tbeftallter Sel)rer an ber Uniöerfität 9?om. @r bert)ol)nte, guerft mit einer l)öd)ft mibrigen SBeibäperfon §u* fammen, bann in (5Jemeinfd)aft feiner gelel)rten 2od)ter SfJigella unb ber ungele^rten g-ulöia, balb fein §äu§d)en mit ©arten

auf

bem

(£§quilin, balb feine SSigne auf

bem

£luirinal; bort §og

©nten unb anbereg ©eflügel, fammelte

er feine

einen !leinen goologif d)en ©arten;

l)ier

allerlei ©etier,

erbaute er fein ©runb^»

ben ^orfd)riften be§ Sato, SSarro unb ©o^ bem ^ifd)== unb SSogel* bei einer Ouelle ober ©elage (3d)atten im fang, aud) n)ol)l bem an ber 2;iber. 9?eid)tum unb SÖo'^lleben öerai^tete er. @r !annte nid)t 9ftu'^mfud)t, roeber ;5iebebienerei gegen dürften, ©egen ^rembe nod) Itber'^ebung gegen 9liebrigerfte'^enbe. freunblid), !onnte er gubringlic^en 3:agebieben gegenüber ab^ meifenb fein unb ermiberte einem ®eutfd)en, ber fid^ in über* fd)n)änglid)en ^-reubeäufserungen erging, ben berül)mten 50^ann begrüben gubürfen: „®ein Sßimfc^ ift erfüllt, bu l)aft ben ^om'= poniuö gefe^n", unb !el)rte i:^m ben Ütüden. ©in perfönlid)er ftüd burd)au§ nad)

lumella; gefttage tüibmete er brausen

L.

XI,

fol.

jd)ienen u.

Pomponii bie

56. b.

er-

Elogia, p. 76 sq. bt^ Paolo Giovio

Sabellicus, Vita

unb bie im S j!ur§ LXXIV angegebene

5Iu(i)

2;.:

jcparat

Laeti, ©tra|b. 1510. '2)aäU

öetreffenbe

93io0topf)te

in

ben

Siteratur.


316

^rittet 5Ibfd)nitt.

3auBer wotjute

^n

i^n fettete, S^Jeib

\i)m inne, ber bie 5DZenf(i)en gu

unb Übelrebe

feiner '^ä^e gelten, fo

i^m gog unb an

allen fingen, auc^ in ber 3lrbeit, ^ielt et

ni(f)t,

tvax nic^t in it)m,

nur gegen

unb

9Jiafe.

er bulbete fie aud) in

bie §ierar(i)ie lieB er fi(^ fe^r frei

ba^ er benn aud), bie legten 3eiten aufgenommen, al§

S3eräd)ter ber Ü^eligion über!)aupt galt,

'^od) mit Unred)t.

(Er

fein ^eibe, fu(i)te öielmef)r t)eibnifd)e SSerfe be§ (Statiu§

ttjar

umgubeuten unb öerteibigte bie llnfterblid)!eit ber ben (Sd)öpfer in einziger SSeife unb fpracf) öon l^eiligen Silbern unb ©itten mit großer $8ere^rung. ©r tüar ein moberner 9Jienf(f), ber reifte, felbft met)rmal0 d)riftlid)

©eele.

bem

nad)

um

(Sr liebte

Orient,

(Siegenben

nicf)t

unb

um

5[)Zenf(f)en

^anbf(i)riften ^u fu(f)en, fonbern

fennen §u lernen.

(£r 't)atte

©inn

für bie ^^i^ereigniffe, felbft Heine ßofalöorfälte, über bie er gelegentlid) SSerfe machte. 2Iuf einer biefer 9ieifen nad) SSenebig

tüar er

$aul

bem

bortigen

9flat

benungiert unb üon biefem ^apft

II. ausgeliefert tüorben.

angesagt

@r tüurbe tüegen |)od)üerratg fe^erei unb fittli(f)er

9tnfd)ulbigungen roegen

SSerge!)en mifd)ten

fid) l^inein.

(Sr öerteibigte

fici),

ni(^t

immer

unb !am frei, ^ie ?5rei* l^eitbenu^te er gu einer größeren 9ieife, unb erfdiien erft nad)bem Sobe feinet ^ebränger§ tüieber in 9?om. Seitbem luben i^n ^äpfte unb Prälaten ju fid) ein unb unterftü^ten it)n, unb al§ in ben Unru{)en unter (SijtuS IV. fein §au§ geplünbert tourbe^), mit ber

fteuerte

rt)ünf(i)en§tt)erten (Seelengröße,

man

für i!^n mefjr

'äU '3)oäent mar er

mit feiner Saterne

gufammen aB

getüiffen'f)aft;

üom

er eingebüßt I)atte.

fd)on üor STage fa^

©Squilin l)erabfteigen, unb

man

it)n

immer fanb

benn fd)on um SOZitter* !amen bie jungen Seute '^er, um fid) einen ^la^ §u fid)ern; ba er im (^efpräd) ftotterte, fprad) er auf bem ^at^eber be^ut= fam, aber bod) fd)ön unb gleid)mäßig. 2Bie ©o!rate§ fud)te er burd) gefd)idte fragen au§ ben ©d)ülem bie 3Sa'^rt)eit f)erau§* juloden. 5llte Iateinifd)e Sejte benn (5Jried)ifd) tierftanb er feinen ^örfaal fd)on gebrängt öoU,

nad)t

^)

dt mufetc

in

©trumpfen on feinem trüdftod jum

ße^en, ©c^marjott) 251.

@crid)tg^of


317

^om^JOttiuS Saetu3.

— be^^anbelte

er tuenig

et

mit füijnen,

ni(i)t

immer

ri(i)tigen

@r mar

^t)pot^efen, o^ne bie 65eje^e ber Sejttriti! gu tennen. fein bebeutenber (SJrammatüer

im

t)eit

Unb

Zitieren.

unb gönnte

allgu gro^e ^rei*

bod) muf3 ber ©inbrucf, ben bie Schüler

empfingen, ein unt)ergleic^lid)er getüefen

man

jid)

fein,

gang

t)erfrf)ieben

au^ feinen nnr fe^r fragmentarifc^ über== lieferten Kommentaren eii)äit '2)a^ !am öon feiner SSegeifte*-

öon bem, ben

je^t

rung, bie er and) anberen mitzuteilen lün^te. '2)enn er bezeugte

unb aud) für anbere 9lefte beg 9lltertum§ einen lt)at)ren 9?efpe!t, inbem er tüie üerjüdt baftanb ober in Xränen auäbrad^. ©einen @ntt)ufiagmu§ für geiftigeg (Streben d)ara!* für bie 5tutoren

^omponiu§ Saetu§ einmal

terifierte

fo:

Nulla re moveor

nisi

litterarum appetitu, qui profundus, immensus, insatiabilis ita

ut non tantum

est,

me

incitet sed obruat.

©tubien liegen

lie^,

iuenn er anberen

man

fet)r

an,

l^ing

if)m

unb aB

%a

er bie eigenen

bet)ilflid) fein

tonnte, fo

er ftarb (1498), fanbte fogar

5tlejanber VI. feine Höflinge, bie Seid)e §u begleiten, meiere

üon ben oome^mften ßu'^örern getragen mürbe; ben ßjequien mo^nten öiergig S3ifd)öfe unb alle fremben ßie*

in Straceli

fanbten

bei.

Saetuä

't)atte

©tüde

tinifd)er

bie ^uffüt)rungen antüer, fjauptfäd^Iid) ptau*

9?om aufgebrad)t unb geleitet (©. 289). ben ©rünbung^tag ber ©tabt anjät)rlid) mit mobei feine ^reunbe unb ©d)üler Dfieben unb in

Sind) feierte er

einem

S^efte,

@ebid)te üortrugen. fid)

unb

blieb

S3ei biefen

bann aud)

mifd)e Sltabemie nannte, SSerein

unb an

Iegen{)eiten

!am

beiben |)auptanläffen bilbete

fpäter beifammen, tva^

©iefelbe

man

mar burd)au§

bie rö*

ein freier

!ein fefte§ ^nftitut gefnüpft; au^er jenen fie

gufammen^), menn ein ©önner

fie

ober trenn ba^ @ebäd)tni§ eine§ oerftorbenen SUJitgliebe^,

beä ^latina,

gefeiert

mürbe.

SSormittagä pflegte

©e^

einlub g.

bann

S5.

ein

^rälat, ber baju get)örte, eine SJfeffe gu lefen; barauf betrat

etma ^omponio 1)

185.

Jac.

bie Äangel

Volaterran.

— Anecdota

Diar.

liter. II, p.

unb Rom.

168 sq.

^ielt bie betreff enbe 'Siebe; bei 3Kurat.

XXIII,

Col.

161.

nad^ 171.


318

dritter Slbjc^nitt.

üjxn

ein anbetet {)tnauf

ftieg

tegittette

©d)mau§ mit "Disputationen unb

obligate

Stauet*

fd)Io^

unb

getabe ^latina

Sdegitationen be*-

^teubenfefte, unb bie 5l!abemi!et,

tüie

galten fci)on

felbet,

aB

ftüt)

bei Stteltanen auf

Umfang

unb

eines StngeluS ßoIocciuS, eines

unb anbetet. SSie h)etten

im ©efcfimad

fe^t ttjanbelbatem

bauette biefe 9l!ab emie in i^tet utfprünglic^en

toeitet bis auf bie SSettüüftung 9flom§ Iic^!eit

oon

5II§ fteiet SSetein

S3.

§.

^einfc^medet^).

SInbete 9)ZaIe füf)tten einzelne ©äfte aud) ^^atcen 2).

'S) er

^{fti(f)en.

ift,

lä^t

'^od) fie für

fid) fo

etfteute

©ottjciuS

i^o'f).

Sltt

bet @aft=

fid^

305)

((S.

baS (S^eifteSleben bet 9Zation §u

menig genau beftimmen

rt)ie

bei itgenb*

einet gefeiligen SSetbinbung biefet SItt; immer!)in ted)net felbft

fie

ein ©aboleto^") §u ben beften ©tinnetungen feinet ^u^&#