Page 1

pictures make people happy

Eine Anleitung von Marcel Grubenmann um (noch) besser zu fotografieren


2 -24- 4 55 6 -69- 7 10 - 811- 9 1210- 13 - 11 14 - 1512 16 - 17 18 - 19 20 21 - 25 26 - 27 28 - 29 30 31 32 - 33

Handy, Kompakt, System - oder Spiegelreflexkamera Fokussieren Vom Objektiv, dem Herz deiner Ausrüstung Empfindlichkeit, Blende und Verschlusszeit und ihr Verhältnis zueinander Belichtungsmessung und Belichtungskorrektur Stativ im Abendlicht Blitzen Fotorezept Formale Grundsätze in Bildbeispielen Vom inszenierten Portrait Gruppenbild Innere & äussere Haltung Vorher & Nachher und Bildauswahl Bild einstellen in Photoshop Elements

© Marcel Grubenmann 2013 grubenmann.biz


Der richtige Fotoapparat ist jener den du mit dabei hast www.digital-foto-kamera.de Smartphone (Handy) www.photoble.com/photo-inspiration/amazing-pictures-taken-with-an-apple-iphone • Immer verfügbar. • Zoom und Belichtungsspeicherknopf iPhone. • Mässige optische Qualität der Fotos (als Vergrösserung). Kompaktkameras mit integriertem Zoomobjektiv. • Bildgrösse: Menuknopf > Auflösung > auf 10M (oder grösser stellen). • Empfindlichkeit (ISO): Auf AUTO, oder 200 (im Freien) - bis 1600 (bei wenig Licht). • Blitz: Wenn, dann nur in Position SLOW (Umgebungslicht + Blitz) nie in Rote-Augen-Funktion (erschreckt dein visàvis). • Zusätzlich kaufen: Ersatzakku und Speicherkarte (Bildspeicher) 16GB oder mehr. • Tischstativ Manfrotto MN 797. Einfache Modelle CHF 100.00 - 400.00 wenn ich vollautomatisch fotografieren möchte. • Mit versenkbarem Objektiv (Hosensack-Kamera, aber grössere Auslöseverzögerung). • Leicht vorstehendes Objektiv (der bessere Fotoapparat und schneller wieder aufnahmebereit). • Unkomplizierte Belichtungskorrektur muss möglich sein (siehe S.5 „bleibend“).

2


Kamerafunktionen Automatik mit Belichtungskorrektur

A - oder - AV (Zeitautomatik): Du bestimmst die Blende – die Kamera liefert die passende Verschlusszeit. M (Manuell): Du bestimmst Blende und Verschlusszeit, die Kameraautomatik zeigt dir in einem Diagramm das Belichtungsverhältnis an.

3


Komplexe Kompaktkameras Modelle z.B. Canon Powershot G1X CHF 898.00 • Wenn du neben den Automatikfunktionen auch Blende und Verschlusszeit manuell bestimmen möchtest. • Grosser Bildsensor (=schönere Fotos) und handliche Belichtungskorrektur .

Systemkameras mit Wechselobjektiven z.B. Sony NEX-7 CHF 1‘500.00 • Wer die Vorteile einer Spiegelreflexkamera schätzt, aber weniger schleppen möchte. • Perfekte Belichtungskorrektur!

Spiegelreflexkameras wenn ich auch mit Stativ fotografiere. • Wechselobjektive von hoher Qualität. • Vollformat Bildsensor (optische Qualität). • Alle Belichtungsmessmethoden. • ideal für Blitzfotografinnen. • Kaufentscheid: Platzierung des Belichtungsspeicherknopfs und der Belichtungskorrektur. • Leica Hohe Qualität der Objektive, teuer, Edel-Image. • Ob Canon oder Nikon ist hanswasheiri. • Hasselblad für grösstmögliche Fotos (beste Auflösung) und feinste Tonwertabstufungen. 4


Fokussieren Durch antippen des Auslösers stellt die Kamera in der Mitte des Bildausschnitts scharf. Dies bleibt so, bis du den Finger wieder löst. So lässt sich der gewünschte Fokus speichern und in einen passenden Bildausschnitt schwenken. Bei verschiedenen Kameras lassen sich alternative Methoden wählen. ∙ Der Fokussensor (üblicherweise in der Mitte) lässt sich im Sucherbild an unterschiedlichen Orten plazieren. ∙ intelligente Mehrfeldmessung. Hier erkennt die Kamera welche Objekte ihr am Bedeutendsten sind und fokussiert dorthin. ∙ Nach dem Autofokussieren bleibst du mit dem Finger auf dem Auslöser und justierst die Schärfe per Hand durch Drehen am Objektiv. Ideal, wenn sich dein Objekt bewegt. Versuche dies mal mit beiden Augen offen... Manchmal (zB beim Fotografieren durch Gitter) lohnt es sich auch den Autofokus abzuschalten.

5


Das Objektiv ist das Herz deiner Fotoausrüstung! Deine Wahl bestimmt die optische Qualität deiner Bilder und wie vielseitig du fotografieren kannst (hier lohnt es sich Geld zu investieren). ∙ Je lichtstärker ein Objektiv ist, desto länger kannst du verwacklungsfrei fotografieren. ∙ Die offene Blende (Lichtstärke) sollte mindestens F2.8 sein. Sie bestimmt auch wie hell du dein Bild im Sucher siehst. ∙ Ein UV Filter gehört zum Schutz der Linse vor jedes Objektiv. ∙ Die Gegenlichtblende wird vors Objektiv gesteckt. Sie schützt vor Streulicht und mechanischer Beschädigung. Die Brennweite beschreibt den Bildwinkel deines Objektivs. ∙ Alle kleiner als 50mm sind (bei einem Vollformatsensor) Weitwinkelobjektive (z.B. 24mm). ∙ Jene mit einer längeren Brennweite nennt man Teleobjektive (z.B 85mm). Objektive mit verstellbarer Brennweite (z.B. 24 – 75mm) heissen Zoomobjektive. ∙ Sie sind meistens weniger lichtstark als Festbrennweiten. ∙ Der Brennweitenbereich sollte nicht zu gross sein (ideal: 24 – 75mm). Auf jedem Objektiv stehen seine Parameter: 2.8 / 24mm (ein Weitwinkelobjektiv mit idealer Lichtstärke F2.8) 2.8 / 24 – 75mm (ein lichtstarkes Zoomobjektiv im idealen Brennweitenbereich mit Lichtstärke F2.8) 3.5-5.6 / 24-105 (ein lichtschwaches Zoomobjektiv mit zu grossem Brennweitenbereich.)

6


8


9


Empfindlichkeit (ISO) 100 200 400 800 1600 3200 6400 12800 ... Bildqualität ∙ Je kleiner die Zahl (100), desto grösser ist die optische Qualität deines Bildes (Schärfe, Farben). ∙ Je grösser die ISO desto ‚pixliger’ (Rauschen) wird dein Foto. Dafür kannst du bei wenig Licht länger aus freier Hand fotografieren. Dieses ‚Rauschverhalten’ ist von Kamera zu Kamera verschieden (Kaufentscheid). Blende (F) 22 16 11 8 5.6 4 2.8 ... Schärfe in der Tiefe ∙ Dies ist die - im Kameramodus M (Manuell) und A resp. AV (Zeitautomatik) - verstellbare Öffnung des Objektivs. ∙ Die Blendenöffnung definiert wie viele Objekte in der Tiefe des Bildes scharf abgebildet werden (Tiefenschärfe). ∙ Je grösser die Blenden-Zahl, desto grösser ist die Tiefenschärfe F16 = grosse Tiefenschärfe (geschlossene Blende) / F2.8 keine Tiefenschärfe (offene Blende). ∙ Der Tiefenschärfebereich verteilt sich vom Fokuspunkt wie folgt: 1/3 zur Kamera hin - 2/3 davon weg. ∙ Die optische Qualität ist im mittleren Blendenbereich (F5.6 – 11) am grössten. ∙ Blende 22 benutze ich nie, da die Auflösung (Schärfe) schwach ist.

10

Verschlusszeit (s) ... 1/1000 1/500 1/250 1/125 1/60 1/30 1/15 1/8 1/4 1/2 1s 2s 4s ... Schärfe in der Bewegung ∙ Die Zeitdauer, die der Kameraverschluss offen bleibt bestimmt, ob eine Bewegung scharf oder unscharf abgebildet wird. ∙ Sobald die Verschlusszeit länger als die Brennweite deines Objektivs wird (z.B. 1/30 – 50mm) besteht Verwacklungsgefahr. ∙ Bei richtiger Kamerahaltung kannst dieses Verhältnis optimieren (Lege das Objektiv in die linke Hand, drücke beide Ellbogen an den Körper und stehe gleichmässig auf beiden Füssen. Drücke den Auslöser nicht ruckartig und atme dabei aus.) ∙ +/- Regeln: Ein sitzender Mensch wird bei 1/30 - 1/60s scharf abgebildet. Ein rennender bei 1/250 - 1/500s. Dies ist immer auch von der Bewegungsgeschwindigkeit abhängig. Lerne deine Verschlusszeiten durch bewusstes Üben kennen. ∙ Führe die Kamera mit der Bewegung mit (das Objekt bleibt ruhig – der Hintergrund bewegt sich). ∙ Setze Bewegungsunschärfe als Gestaltungselement ein. Dein Bild wird Aussagekräftiger!


11


Das Verhältnis von ISO, Blende und Verschlusszeit ∙ Sie hängen zusammen wie die Ecken eines Tischtuchs (verstellst du einen der Werte, verschiebt sich ein anderer im gleichen Mass). ∙ Die Kombination dieser drei Werte bestimmt, ob ein Foto hell oder dunkel wird. Verschlusszeit Schärfe in der Bewegung Blende Tiefenschärfe

ISO Bildqualität

Das Verhältnis von ISO und Blende ∙ Wie beim Wasserhahn. Bei geschlossener Blende dauert es länger bis das Glas voll ist. Bei offener, kürzer. 12


0 90 100

8 60 F16

15 90 1/60 13


Deine Kamera bietet dir drei verschiedene Belichtungsmesssysteme:

mittenbetonte Messung wenn‘s um Menschen geht

14

Matrix (Mehrfeld) Messung bei Landschaftsaufnahmen

Spot Messung bei extremen Kontrasten


Belichtungsmessung Was du durch den Sucher der Kamera siehst, wird dein Belichtungsmesser in ein graues Bild verwandeln (= Durchschnitt aller Töne). Die Schneefläche wird GRAU. Die schwarze Lokomotive wird GRAU. In beiden Fällen musst du die Messung korrigieren. • Im Schnee muss mit mehr Licht belichtet werden (Belichtungskorrektur ins +). • Vor dunklem Hintergrund mit weniger Licht (Belichtungskorrektur ins -). Learning by doing it! Du lernst sehr schnell wie viele Schritte jeweils nötig sind.

Belichtungskorrektur im Modus Zeitautomatik (A) • für ein Foto: In eine Position mit passendem Licht schwenken, den Auslöser halb gedrückt halten und im gewünschten Bildausschnitt auslösen. • für mehrere Belichtungen: Korrektur (EV Wert) übers Kameramenu/Korrekturrad fix einstellen (jede Messsung wird um diesen Wert ergänzt). Die AE-lock Taste besser nicht verwenden (die Arretierung geht gerne vergessen). im Modus M • Hier bestimmst du Blende und Verschlusszeit manuell. Das Diagramm zeigt dir wie deine Einstellung zum GRAUwert des Belichtungsmes- sers steht (0-Position). Fotografiere bei klarem Sonnenlicht mal konsequent mit folgender Einstellung: ISO 100 - F11 - 1/125s . 15


Available Light vorhandenes Licht Warte bis zum Eindunkeln - irgendwann sind alle Kontraste in Harmonie. Stativ Mit ihm stehen dir mehr verwacklungsfreie Verschlusszeiten zu Verfügung und deine Bildausschnitte werden präziser. www.manfrotto-shop.ch • Vorzugsweise mit drei (nicht vier) Bein-Segmenten. • Manfrotto MN 458B Neotec Pro für ein schnelles, entspanntes verstellen der Beine. • Die Carbonstative Manfrotto MN190CX sind ideale Reisebegleiter. Extrem leicht, aber weniger schnell verstellbar. • Verwende als Stativkopf einen Kugelkopf (schnell und beweglich) Foba Superball / Manfrotto Kugelköpfe. • Eine Wechselplatte (Schnellwechselsystem) wenn du dazwischen auch aus der Hand fotografierst. • Löse die Kamera bei Langzeitaufnahmen mit einem Drahtauslöser aus (so verwackelst du dein Bild nicht).

16


Blitzen Wie beim Gin-Tonic setzt ein kurzer, intensiver Teil Blitzlicht (Gin) den Akzent im Umgebungslicht (Tonic). Mit dem Einsatz von Blitzlicht veränderst du die natürliche Stimmung des Umgebungslichts nachhaltig. Tue dies bewusst! • Kamera in Position ‚M’. Blende und Verschlusszeit so einstellen, wie die Umgebung erscheinen soll. • Blitz in die automatische TTL-Position bringen. Reduziere die Blitzleistung im Menu deiner Kamera grundsätzlich um ca. 1,5 Werte. So legt sich, wie wenn zwei Folien aufeinander gelegt werden, eine zusätzliche Blitzlicht-Ebene auf die Umgebungslicht-Ebene. Bei ausgewogener Belichtung hellt der Blitz, kaum wahrnehmbar, die Schatten auf (Beispiel 1). Bei Unterbelichtung dominiert das Blitzlicht (Beispiel 2 und 3). • Funktioniert bei langen Verschlusszeiten (ab ca. 1/8s) - wenn eine sich bewegende Person nicht durch helles Licht überblendet wird (zwei Folien aufeinander...). • Funktioniert nicht, wenn es hinter deiner Person sehr hell ist, oder sie selbst im hellen Umgebungslicht steht. • Der Blitz gibt seine Kraft in einem kurzen Moment ab und sorgt in den dunklen Partien für Schärfe. Egal wie verwackelt der Umgebungslichtteil ist (Beispiel 3). • Die Blendenöffnung entscheidet wie weit das Blitzlicht reicht (geschlossene Blende zB F16 = kurze Distanz). • Verschlusszeit und Blitzleistung stehen in keinem Zusammenhang. • Verschlusszeit nie kürzer als 1/250s (bei kürzeren Zeiten kann deine Kamera den Blitz nicht auslösen). • Für weiche Schatten: Blitze über einen Aufsteckreflektor, oder indirekt über die Decke. • Kein Blitzreflex / spannende Schlagschatten: Verwende ein kurzes TTL-Kabel und halte den Blitz aus der Kameraachse. 18


19


Fotorezept Kamera vorbereiten: Empfindlichkeit (ISO) dem Tageslicht entsprechend / Weissabgleich auf AWB / Position Zeitautomatik (A) oder Manuell (M) / Belichtungsmesser auf mittenbetont, Mehrfeld- oder Spotmessung Bildidee - welche Geschichte soll mein Foto erzählen Was fasziniert mich hier -> wie lässt es sich fototechnisch am eindrücklichsten umsetzen? Blende / Verschlusszeit Gewünschte Blende wählen (Tiefenschärfe). Auslöser antippen / angezeigte Verschlusszeit auf ihre Bewegungsunschärfe hin beurteilen. Allenfalls Blende oder ISO anpassen. Belichtungskorrektur Bei A - über die Korrekturtaste - wenn die Lichtstimmung nicht dem gemessenen GRAU entspricht. Bei M - über die Blende oder die Verschlusszeit, bis die Differenz der Lichtstimmung entspricht. Bildausschnitt bestimmen Querformate! Deine Augen sind neben- und nicht übereinander. Fokussieren Berechne den Tiefenschärfebreich deiner Blende mit ein (du kannst ihn auf deinem Objektiv ablesen). Vom Fokuspunkt - 1/3 zur Kamera hin und 2/3 davon weg. Auslösen Körperhaltung beachten / den richtigen Moment erahnen (= wissen worauf du wartest). 20


1/250 f8 200 Platziere die Kernaussage deines Fotos auch mal nicht im Bildzentrum.

1/60 f5.6 100

1/200 f4 100 Unterschiedliche Distanzen. Noch näher ran - und auch mal weiter weg.

1/6 f2 200

1/4 f2 400 Freunde dich mit dem Gegenlicht an. Blitze schĂśne Lichtstimmungen nicht weg.

1/15 f2 400

21


1/500 f5.6 200 Durchblicke sind spannend. Vordergr체nde schaffen Bildtiefe.

1/200 f7.1 125

16 22

1/1000 f5.6 200 Dein Bild besteht aus verschiedenen Fl채chen. Finde und betone sie...

1/400 f1.4 100

1/160 f8 100 ...auch bei Portraits.

1/30 f9.5 100


1/40 f8 100 Auch Sachaufnahmen sind Portraits.

1/60 f5.6 125

1/80 f3.5 100 Achte auf Linien, die KĂśpfe zerschneiden und Objekte die Ăźberlappen.

1/250 f5.6 100

1/250 f5.6 200 Catch the moment.

1/15 f2 200

23


1/500 f5.6 100 Portrait: auch mal seitlich ...anlehnend ...aufst端tzend. Vordergr端nde sind spannend... ...Spiegelungen sowieso. 1/40 f5.6 200

24

1/2 f2 200 Schwenke mit der Bewegung mit.

1/80 f5.6 200

1/250 f8 200 Erfinde neue Bildausschnitte.

1/2000 f2.8 100


1/4 f2 200 Erkenne den richtigen Bewegungsmoment.

1/320 f2 200

1/4 f2 200 Blitzen - keine Angst vor langen Verschlusszeiten.

1s f2.8 200

1/8 f2.8 200 Pfl端cke das Zauberlicht.

1/125 f3.5 100

25


Vom inszenierten Portrait Es ist deine Aufgabe dein Modell charmant, aber präzise zu positionieren (es soll nie unbequem, oder angestrengt wirken). Und es gilt erst recht: Dein Bild erzählt eine Geschichte. Prozess Jedes Portrait gliedert sich in drei Arbeitsschritte. Formales (Brennweite, Bildausschnitt) Technik (ISO, Blende, Verschlusszeit, Belichtungskorrektur) Führen des Modells Kläre das Technische und den Bildausschnitt - bevor du dein Modell empfängst. Fotografiere ab Stativ und jeder der drei Schritte gelingt besser. Formal Linien / Flächen, im Bereich des Kopfes / der Augen. Nicht immer ist die Bildmitte die richtige Position. Grosszügige Bildausschnitte! Position Dein Modell blickt nie in die Sonne. (zus.gekniffene Augen, Runzeln). Im Gegenlicht ist’s schöner (und macht einen strahlenden Haarkranz). Frei stehen ist schwierig. Anlehnen, aufstützen hilft. Deine Aufgabe Führe (wie beim Tanzen). Spiele deinem Modell die gewünschte Haltung vor. Es reicht nicht eine Person nur hinzustellen. Inszeniere! Lass dein Modell die Kamera vergessen. Unterhalte es gut. Lass es nie verunsichert sein. Keine negativen Bemerkungen. Pflücke auch die Zwischenmomente! 26


27


Im Gruppenbild gelten dieselben Gesetzmässigkeiten wie beim Einzelportrait (siehe vorherige Seite). Für jede einzelne Person! folgendes hilft: • Positioniere die Personen eine nach der andern. Denke laut. Lass die Gruppe am Bildaufbau teilhaben. • Beachte im Vorfeld besonders fotogene Haltungen. Lass diese im Bild stattfinden. • Platziere deine Gruppe an einem Ort - wo man sich anlehnen, aufstützen, niedersetzen, hochsteigen kann. • Bringe Sitzgelegenheiten mit ein. Baue dir dein Set. • Die Personen sollen in unterschiedlichen Winkeln zur Kamera stehen (nicht alle frontal.) • Sie dürfen sich gegenseitig überlappen - es dürfen auch Lücken entstehen. • Wichtig: Die Gruppe darf nicht gleichmässig aufgereiht wirken. Und wenn du alle platziert hast - ‚mach‘ sie die Kamera vergessen. Irgendwie!

28


29


Du fotografierst nicht fürs JETZT sondern für die EWIGKEIT (Fotos halten die Erinnerung lebendig) Fotografiere so, dass du nicht nur einen Moment sondern eine Stimmung festhältst. • Übersetze die Sinneseindrücke deines Bildmoments auf eine zweidimensionale Ebene. Kamerahaltung damit du längere Verschlusszeiten halten kannst: • Lege das Objektiv in die linke Hand, drücke beide Ellbogen an den Körper und stehe gleichmässig auf beiden Füssen. • Drücke den Auslöser nicht ruckartig - atme dabei aus. Innere Haltung • Begegne Orte und Menschen mit Mut und Respekt. • Frage, ob es OK ist (oft genügt ein Lächeln). • Manchmal (um den Bildmoment nicht zu stressen) musst du erst fotografieren und dann lächeln. • Verabschiede dich (...noch ein Lächeln). • Viele Menschen werden gerne fotografiert – auch arme und behinderte. • Fotografiere nicht aus einer versteckten Position (Teleobjektiv) nur weil du dich nicht traust. • Wähle ein Weitwinkel und gehe näher ran. Deine Fotos werden lebendiger, die Erlebnisse stärker.

30


Vorher Kamera-Akku immer sofort laden. Bildspeicher leeren. Linse sauber halten. Nachher Fotos in dein Bildarchivierungsprogramm iPhoto importieren. Miste im gleichen Prozess grosszügig aus (behalte pro Sujet möglichst wenig Fotos). Bildauswahl zum Beispiel im iPhoto • Darstellung > Fotos sortieren > nach Datum über Tastaturpfeil Bild für Bild durchgehen und was dir gefällt mit einem Stern bewerten (Taste cmd gedrückt + Taste 1) • Darstellung > Fotos sortieren > nach Wertung (Stern- resp. Nichtsternfotos sind beisammen) • Fotos ohne Stern löschen: Erstes Bild anklicken, Shift-Taste gedrückt halten und letztes Bild anklicken (alle sind aktiv). Löschen-Taste drücken. • Diesen Prozess wiederholen Erst alle Sterne löschen: Tastaturbefehl cmd+A (alle Fotos sind aktiv), cmd+0 (alle Sterne sind weg). Dann wieder Darstellung > Fotos sortieren > nach Datum ... • Erstelle Themen-Ordner und behalte so die Übersicht. • Dupliziere deine Fotos auf eine externe Harddisk (backup) http://www.lacie.com/ch Computer können kaputt gehen. So gehen alle Fotos verloren. 31


Fotos aus der Kamera sind wie Halbfertigmenus. Geniessbar, aber mit etwas Kochaufwand „schmecken“ sie doppelt so gut. Drei Schritte in der Bildbearbeitung mit Photoshop Elements bringen mehr als die beste Fotoausrüstung. www.adobe.com/ch > Downloads > Adobe Photoshop Elements Oder gratis: gimp.org/downloads Helligkeit Überarbeiten > Beleuchtung anpassen > Helligkeit/Kontrast • Nur den Helligkeitsregler bedienen. Den Kontrastregler besser nicht. • Vorschau: ON und OFF klicken, damit die Veränderung angezeigt wird. Wenn du mit deinem Resultat nicht zufrieden bist: „Abbrechen“ anklicken - und neu beginnen. • Mit OK bestätigen (Das Bearbeitungsfenster schliesst sich - die Einstellung ist gespeichert.)

Kontrast Überarbeiten > Beleuchtung anpassen > Tonwertkorrektur • Am Regler 1 nach rechts schieben um die dunklen Bereiche einzustellen. • Für die hellen Bereiche den Regler 2 nach links schieben . • Für die Mitteltöne dient der mittlere Regler. • Mit OK bestätigen.

32


Buntheit Überarbeiten > Farbe anpassen > Farbton/Sättigung anpassen ... • Am Sättigungs-Regler nach links oder rechts schieben. • Einzelfarben im Menufenster 3 bestimmen und über den Sättigungs-Regler anpassen. • Danach wieder auf „Standart“ zurückstellen.

33

Fotihirschli 2013  

Work in progress ...