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Ausgabe 4/2013


INHALTSVERZEICHNIS ………………...…………………………………………………….

3-4

Am Steinhoftor: Schluss mit der Pflegebettenkontingentierung

5-7

Gedanken der Brüdergemeinschaft: Erlebte Geschichte im Steinhof, Teil 2

8 - 14

Wir als Gastgeber

15 - 17

Ein Stadtthema: Alte nehmen sich Zeit für Kinder

18

Dies und Das: Luzerner Kantonalbank verbindet Kulturpartnerschaft mit sozialem Engagement

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Unsere Jubilare

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Comic

21 - 25 26 27 - 28 29

Steinhart nachgefragt: Edith Birbaumer, Seelsorgerin im Pflegeheim Steinhof Das Gedicht

Gedanken der Brüdergemeinschaft: Erlebte Geschichte im Steinhof. Teil 2, Seite 5 - 7

Ein Stadtthema: Alte nehmen sich Zeit für Kinder. Seite 15 - 17

Das Steinhofpersonal Gratulationen

30 - 33

Anlässe: Traumhafte Wetterbedingungen

34 - 35

Dies und Das: Als meine Mutter starb

36

Rezept: Winterlicher Ofenapfel

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In eigener Sache

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Unser Wunsch

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Agenda

Dies und Das: Luzerner Kantonalbank verbindet Kulturpartnerschaft mit sozialem Engagement. Seite 18

Steinhart nachgefragt: Edith Birbaumer, Seelsorgerin im Pflegeheim Steinhof. Seite 21 - 25 STEINHOF Pflegeheim Eine Institution der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf

2 Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt Dezember 2013

Steinhofstrasse 10 6005 Luzern

Tel. 041 319 60 00 Fax 041 319 61 00

www.steinhof-pflegeheim.ch info@steinhof-pflegeheim.ch


AM STEINHOFTOR …………………………………………………………………………...

Schluss mit der Pflegebettenkontingentierung

Nehmen wir mal an, diese Person zeigt ihre Freude auch deshalb, weil sie in einem Heim ist, wo sie auch tatsächlich hin wollte. Leider liegt diese Selbstverständlichkeit bei vielen pflegebedürftigen Menschen nicht vor.

Die Sozialdienste in den Spitälern und Kliniken in Luzern können ein Lied davon singen. Fast täglich wiederholt sich die Geschichte. Nehmen wir das Beispiel von Frau L.S., die bis vor wenigen Tagen mit ihren 92 Jahren noch alleine in ihrer Wohnung leben konnte. So wie es auch sein sollte. Denn zu Hause zu leben ist erstens günstiger und nirgends wohl auch so schön. Noch zu Hause hat sich Frau L.S. auch darüber Gedanken gemacht, wo sie einst eintreten würde, sollte sie pflegebedürftig werden. Deshalb hat sie sich auch im Heim "Waldruh" vorangemeldet für den Fall aller Fälle. Nun liegt sie im Spital mit einer Halbseitenlähmung. An eine Heimkehr ist

nicht mehr zu denken. So sehen es die Pflegefachleute und auch sie selber. Der Sozialdienst des Spitals bemüht sich nun um einen Heimplatz im Heim "Waldruh", wo sich Frau L.S. angemeldet hat. Doch leider gibt es in ihrem Wunschheim keinen freien Platz. So bleibt dem Sozialdienst nur, weiter zu suchen und schlimmstenfalls muss Frau L.S. sogar ausserhalb der Stadt Luzern untergebracht werden. Die Einführung der Fallpauschale kennt in der Praxis kaum eine Möglichkeit aus Kulanzgründen zuzuwarten. Ein schwerer Schlag für Frau L.S., die ohnehin mit ihrem Schicksal schon genug zu tragen hat.

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AM STEINHOFTOR ….………………………………………………………………………...

Wahlfreiheit im letzten Lebensabschnitt ist ausgeschaltet Das Steinhof Pflegeheim findet, die Zeit ist reif, sich von der Beschränkung der Pflegbettenzahl im Kanton Luzern zu verabschieden. Diesen Unsinn spüren all jene Menschen wie die eingangs erwähnte Frau L.S., die ultimativ ein Pflegebett benötigen und denen die Politik verbietet, dieses frei bestimmen zu können. Bekanntlich zieht ohne äusseren Zwang niemand ins Pflegeheim. Aber was tun, wenn es zu Hause plötzlich nicht mehr geht und bereits sämtliche Betriebe ausgebucht sind? Statt Wahl bleibt Qual. Im Gegensatz zum kurzen Spitalaufenthalt ist beim einschneidenden Entscheid zum Verbringen der letzten Lebensjahre kaum Wahlfreiheit möglich: Man muss warten können oder nehmen, was übrig bleibt. Nur warten kann man gar nicht, weil der Eintritt in ein Pflegeheim meistens dringend ist. Schuld an dieser Misere trägt der Kanton Luzern. Durch die Beschränkung der bewilligten Pflegebetten verunmöglicht er weitere Plätze, die die Wahlfreiheit verbessern würden. Mit voller Auslastung sinken zudem Anreize zur Qualitätssteigerung und Kostensenkung, Der ständige Druck besser als die Konkurrenz zu sein ist planwirtschaftlich ausgeschaltet. Ehtisch fragwürdig Mit der begrenzten Verfügbarkeit von Pflegeheimbetten entstehen primär gesellschaftliche Probleme. Nachfrager müssen regelmässig in eine andere Region oder in einen Betrieb mit weniger Reputation. Die Beschränkung verhindert einen gesunden Wettbewerb unter den Anbietern und vermindert Anreize zu besserer Qualität und Wirtschaftlichkeit. Es ist ethisch fragwürdig, wenn aufgrund staatlich verordneter Kontingentierung die Notlage von pflegebedürftigen Menschen zusätzlich noch erschwert wird, indem sie an nicht gewünschte Anbieter verwiesen werden bzw sogar ausserhalb ihres Wohnortes verpflanzt werden. Den Heimen ist eine deutlich höhere Flexibilität zu gewähren, um auf konkrete Nachfrage reagieren zu können.

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Wettbewerb schafft Wirtschaftlichkeit und Qualität Mit der Aufhebung der Begrenzung könnte man insgesamt sogar Kosten sparen: Spitalaufenthalte werden kürzer, zusätzliche Transfers entfallen und die Belastung der Angehörigen sinkt. Das Risiko zusätzlicher Betten trägt der Investor, dessen Bedarfsabklärung die öffentliche Bettenplanung erst noch mindestens gleichwertig ersetzt. Fehlende Konkurrenz und Heime, die ihre Auslastung nur aufgrund von staatlich verordneter Kontingentierung von Betten erreichen, schlagen sich auf die Qualität der Dienstleistungen nieder. Man muss sich bei der Kundenbetreuung weniger anstrengen. Unter fehlendem Ansporn zur weiteren Verbesserung leiden letztendlich die alternativlosen Bewohner. Es ist einfach heute nicht mehr zu verstehen, warum ausgerechnet im letzten, schwersten Lebensabschnitt diesen oft hart getroffenen Menschen vorenthalten wird, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, nämlich in jenem Heim gepflegt zu werden, wo sie sich am besten aufgenommen und gepflegt fühlen. Paul Otte, Heimleiter


GEDANKEN DER BRÜDERGEMEINSCHAFT …………….………………………………….

Erlebte Geschichte im Steinhof, Teil 2

Das war sie einst: Die Steinhof-Kapelle vor dem grossen Umbau– und Neubauvorhaben von 1990 bis 1996. Sie stand dort, wo heute die glasüberdeckte Eingangshalle ist. In den Jahren 1955 – 1965 lebten wir wie Mönche und waren doch ein tätiger Orden. Um zehn Minuten vor Fünf begann die Tagwache, ab 05.10 Uhr gefolgt von der Laudes, dem kirchlichen Morgenlob in der Kapelle. Alle Psalmen wie auch die Eucharistiefeier waren in lateinischer Sprache. Es war noch vor dem Konzil. Nach dem Morgenlob gab es das Frühstück, bestehend aus Brot mit Butter und gemischtem Milchkaffee. Konfitüre gab es nur am Sonntag und an Festtagen. Das sogenannte Grosse Stillschweigen galt von der Komplet, dem kirchlichen Nachtgebet, bis morgens nach dem Frühstück. Im Anschluss an das Morgenessen wurde das Zimmer (oder die "Zelle") in Ordnung gebracht. Danach ging jeder Bruder an seine Aufgabe. Die meisten von uns arbeiteten in der Pflege, andere in Küche, Garten Wäscherei, Schreinerei, Heizungskeller oder Verwaltung. Der Novizenmeister, die Novizen und die Jungprofessen wohnten im 3. Stock des Schlosses. Dort befand

sich ein Schlafsaal für zehn Brüder, der durch Bretterwände und weisse Vorhänge in zehn Schlaf- und Wohneinheiten unterteilt war. Die drei Schlosstürme boten Raum für jeweils drei kleine Zimmer. Damals wohnten in diesem Bereich bis zu neunzehn Personen; heute leben dort sechs Heimbewohner. Die Professbrüder wohnten im heutigen GinkgoHuus. In der Mitte verlief ein Korridor. Jedes Zimmer hatte ein Fenster. Entsprechend war es auch im Friedhofen-Haus, dem heutigen Birken-Huus. 78 Heimbewohner waren dort auf engstem Raum untergebracht. Pausen im Stehen Für die Brüder gab es auch eine Znünizeit, das heisst: sie konnten stehend ein Brot essen und Milchkaffee trinken. Zum Mittagsgebet trafen wir uns wieder in der Kapelle und danach im Refektorium zum Mittagessen. Mittags und abends wurde bei den Mahlzeiten vorgelesen. Die Mittagslektüre war etwas

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GEDANKEN DER BRÜDERGEMEINSCHAFT ………………………………………………..

leichter und regte manchmal zum Schmunzeln an. Zum Nachtessen gab es etwas schwerere "spirituelle Kost". Nach dem Mittagessen schritten wir in ZweierProzession zur Kapelle und beteten auf dem Weg dorthin lateinisch das "Miserere", den Psalm 51, einen der sieben Busspsalmen. Es folgte die gemeinsame Erholung im Garten oder Refektorium, je nach Wetter. Die Jüngeren spielten Ball oder Federball. Im Winter gab es auch mal eine richtige Schneeballschlacht. Um 14.00 Uhr (!) beten wir die Vesper (das kirchliche Abendgebet). Am Sonntag wurde die Vesper gesungen, was immer sehr feierlich war. Nach dem –auf den frühen Nachmittag vorgezogenen"Abendgebet" ging jeder wieder seiner Arbeit nach. Am Abend war von 20.00 Uhr bis 20.45 Uhr nochmals "gemeinsame Erholung". Mit der Komplet, dem kirchlichen Nachtgebet, wurde der lange Tag in der

Speziell an der alten Schlossanlage des Steinhofs war der wunderschöne Schlosspark mit vielen schattenspendenden Bäumen. Ein grosszügiger Park—eine Oase der Ruhe Kapelle abgeschlossen. Dies war alles andere als ein leichtes Ordensleben. Das Dreiklassen-System Doch nun zurück zu meinem Arbeitsgebiet, der Küche. Als ich die Küche 1960 übernahm, hatten wir drei Klassen unter den Heimbewohnern. Die erste Klasse verfügte über schöne grosse Zimmer, aller-

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dings ohne WC. Als Extras wurden den "Erste-KlasseHeimbewohnern" zum Mittagessen eine warme oder kalte Vorspeise sowie ein Dessert serviert. Die Heimbewohner zweiter Klasse hatten ein Einzelzimmer; ihnen wurde täglich als Extra ein Dessert offeriert. Bewohner der dritten Klasse mussten mit einem Mehrbettzimmer sowie einem Dessert nur am Sonntag, Dienstag und Donnerstag vorliebnehmen; am Montag , Mittwoch und Freitag gab es für Letztere auch kein Fleisch, sondern eine Eier-, Käse- oder Fischspeise. Mich als Koch störte dies sehr. Der Preisunterschied lag doch mehr an den Zimmern als am Menu. Meine Erfahrung im Steinhof zeigte mir, dass die alten und gebrechlichen Heimbewohner oft wenig assen, geschweige denn eine Vorspeise zu sich nahmen, welche eher den Office- Burschen zugute kam! Dass sich aber alle über ein gutes Dessert freuten, wurde mir schnell klar. Im Einverständnis mit dem Bruder Vorsteher und der Stationsleitung konnte ich diesen alten Zopf des Dreiklassensystems abschneiden. Die erste Klasse bezahlte damals 16, die zweite 12 und die dritte 7 Schweizer Franken - alles inbegriffen! Meisterkoch mit Leib und Seele In damaliger Zeit boten verschiedene Lebensmittel produzierende Firmen über den Verband katholischer Einrichtungen Kurse in z.B. der Zubereitung von Wild- und Fischgerichten, der Herstellung von Gebäcken und Desserts, Kalter und Warmer Küche sowie diverser Saucen an. Durch diesen Verband hatten wir auch ein mal in den Wintermonaten einen Hotelkoch aus Weggis, von dessen Kenntnissen und Künsten das ganze Küchenteam profitierte. Mit grosser Freude und Interesse konnte ich die Heimküche Schritt für Schritt in die Zukunft führen. Dass andere Ordensgemeinschaften, z.B. Pallottiner, Jesuiten und Steyler Missionare, sich interessierten und ihre Köche für einige Wochen zu mir in die Küche schickten, zeigte mir, dass ich mit "meiner" Küche auf einem guten Weg war. Sogar zwei indische Schwestern von der Casa Domitilla aus Rom waren


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Verstorbenen auf die fahrbare Bahre und transportierten ihn durch den Garten zum Aufbahrungsraum hinten an der Schlossmauer. Auf dem Weg dorthin sahen sie zwei angelnde Männer. Da rief der eine Nachtwächter: „Was macht ihr da?“ Da waren die Zwei so erschrocken angesichts dieser weissen "Gespenster", dass sie alles liegen liessen und durch das offene Gartentor sprangen, direkt über ein Treibbeet, das mit einem Glasfenster zugedeckt war. Es klirrte, und die Schelme waren verschwunden. Die Fische waren noch da und der Schaden gering, so dass wir den Fall "barmherzig" als erledigt ansahen. Es gibt Abschnitte im Leben, die mir in guter Erinnerung geblieben sind. Bis zum nächsten Mal.

Von rechts nach links, Bruder Dominik zusammen mit seinem eigenen Bruder Notker Wick

Bruder Dominik Wick

für eine Woche bei mir in der Küche. Doch nun ein Gedankensprung in den Garten zum Fischteich. Jahrzehntelang betreute ich die Goldfische im Teich. Oft kamen Buben und Mädchen ans Küchenfenster und baten um eine Handvoll Haferflöckli für die Fische. Einmal im Jahr habe ich den Teich gründlich gereinigt und die Seerosen im Topf gepflegt. Für den Winter legte ich zwei Holzpfähle ins Wasser, die mithalfen, den nötigen Sauerstoff zu gewährleisten, wenn der Teich zugefroren war. Als die Jesuiten im Bad Schönbrunn in den Sechzigerjahren einen grossen Neubau erstellten mit einem schönen Teich im Garten, baten sie uns um Goldfische. Ich glaube, dass in ihrem Teich heute noch Fische mit Urahnen vom Steinhof leben. Fischer als Diebe Ein Kriminalfall zu unserem ehemaligen Teich: In der Nacht war ein Heimbewohner gestorben. Die zwei Nachtwächter in weissen Kitteln legten den

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WIR ALS GASTGEBER ………………………………………………………………………...

Von den Pilatusgeistern zur Tessinermusik

Musik aus dem Tessin mit der Bandella ticinese „Musicisti dopo lavoro Lucerna 87“. Sie sorgten für die Stimmung, die die Bewohnerinnen und Bewohner immer so sehr schätzen. Mit dem Tessin verbinden viele Leute schönes Wetter, gutes Essen, Ferien, schöne Landschaften, Grotti und die spezielle Musik. Dafür sorgte am Sonntag, 25. August 2013 die Bandella ticinese "Musicisti dopo lavoro Lucerna 87". Heinz Gloor an der Trommel war einst Mitbegründer der Pilatusgeister, wo auch René Stadelmann an der Klarinette und am Saxophon mitwirkte. Heute lieben sie es eher gemütlich. Am Samstag spielten sie zusammen mit Marcel Moor an der Pauke, Hansruedi Glanzmann am Akkordeon und Walter Buob noch im Grotto "Da Pippo" in Lodrino auf. Letzterer war natürlich hocherfreut über den Besuch seines jüngsten Grosskindes, Johanna Fischer, das gerade erst zwei Jahre alt ist. Mit dem Stück "Aviatore" fing die musikalische Reise durch die Täler Tessins an. Das freute auch Monika Fässler, für die tags darauf, am 26. August 2013 ihr

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97. Geburtstag anstand und die nun in der "Gastwirtschaft zum Steinhof" zusammen mit ihren Nächsten schon mal vorfeierte. Grossen Gefallen an der Musik fand auch Sila Limacher, Heimwehtessinerin. Sie wuchs in Cama im Valle Misocco auf und kam als Servicefachfrau in jungen Jahren ins damalige Restaurant Kreuzstutz. Auch sie feiert ihren Geburtstag am 26. August 2013 und zwar den 96. Bei bester Gesundheit lebt sie noch in ihrem eigenen Haushalt. Begleitet wurde sie von ihrem Sohn, Guido Limacher und seiner Lebenspartnerin. Sichtlich erfreut zeigte sich die Tessinerin, als sie von Adele Späth begrüsst wurde. Beide kennen sich von früher, als sie noch gemeinsam turnten und regelmässig jassten. Noch nicht genug der Geburtstage. Auch Lina Baumeler wurde zu ihrem 90. Geburtstag, den sie am 27. August 2013 feiern darf, von den


WIR ALS GASTGEBER ………………………………………………………………………...

Musikern gratuliert. Es wurde viel getanzt an diesem Nachmittag. Carlos Medem tanzte mit Inge Schumacher und versprach wieder zu kommen, so sehr gefiel es den Beiden. Speziellen Gefallen am Anlass fanden René und Heidi Grüter. Er ist Kapellmeister der "Plauschmusik" und will im 2014 mit seiner Formation im Steinhof den Stempel aufsetzen. Aber es gab noch mehr Heimwehtessinerinnen. Renata Güntert kam mit ihrer Schwester Aurelia De Sassi. Beide wuchsen oberhalb von Faido im Dorf Rossura an der Strada alta auf. Ganz speziell war auch der Besuch von Andrea Ruckli mit ihrer Tochter Yamuna aus Rothenburg, die voller Stolz ihren schönen Elefanten Elmar bei sich trug. Marie-Therese KellerJenny war begeistert, so viele Menschen zu kennen.

Sie arbeitete viele Jahre in der Bäckerei Bieri an der Bundesstrasse und im Perry-Markt. Ihr Fazit: "Ich habe das Konzert richtig genossen und mich über das Wiedersehen mit so vielen Menschen gefreut!" Offensichtlich gelingt es dem Steinhof mit seinen Anlässen auch Menschen zusammenzuführen. Was gibt es denn Schöneres, als ein solches Kompliment? Paul Otte, Heimleiter

Links oben: Renata Güntert, rechts, mit ihrer Schwester Aurelia De Sassi. Beide wuchsen im Tessin auf und genossen die Musik so sehr. Links unten: Sila Limacher mit ihrem Sohn Guido Limacher. Sie fühlte sich zurückversetzt in die Jugendjahre im Tessin Rechts unten: René und Heidi Grüter freuen sich über die gute Stimmung.

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WIR ALS GASTGEBER ………………………………………………………………………..

Bäsele ond Löffele

Eine orchestraler Auftritt der „Wynetaler-Örgeler im Steinhof Einen schönen Nachmittag erlebten die Gäste am

Schuhmachermeister jedoch schon in der folgenden

Sonntag, 15. September 2013 als die Wynetaler Örge-

Woche, wo es galt die Schuhe der Rekruten der Rekru-

ler, eine Grossformation, ihr Konzert gaben. 13 Schwy-

tenschule zu kontrollieren und anschliessend die Repa-

zerörgeli und eine Bassgeige standen im Einsatz. Kurt

raturen so rasch wie möglich vorzunehmen. Sehr ange-

Walker als Präsident führte gekonnt durchs Programm

tan vom Konzert zeigte sich auch Hans Huber, der

und Beat Aebersold, als musikalischer Leiter, hatte ein

zusammen mit seiner Lebenspartnerin Lisbeth Bur-

stimmungsvolles Programm zusammengestellt. Viele

kart in den Steinhof kam. Er spielt jeweils aktiv am

der vorgetragenen Musiktitel hat er selber komponiert.

Schwyzerörgeli bei der Formation "Dreienmösler" aus

Trudi Steffen sorgte mit ihren Juchzern und einem

Ballwil mit und hat unter anderem das Stück

Besen, den sie zum Takt mit einem Holzstück schlug,

"Musikplausch im Steinhof“ komponiert. Nach einem

für zusätzliche Stimmung. Trudy Moser, die zusam-

einwöchigen Spitalaufenthalt wegen eines Herzinfark-

men mit ihrem Mann Werner das Konzert besuchte,

tes ihres Mannes, konnten Helen und Alfred Meier

traf erfreulicherweise auch ihre ehemalige Turnerkolle-

diesen Anlass erstmals wieder besuchen und doppelt

gin, Ida Schnyder, mit der sie viele Jahre in der Maria-

geniessen. Dank sofortigem Aufsuchen des Notfalls im

Hilf Turnhalle trainierte. Bei der jährlichen Fasnachts-

Luzerner Spital, richtiger Diagnose und Behandlung

feier ging es jeweils hoch zu und her, als sie selber zum

konnte weit Schlimmeres verhindert werden. Da hiess

Akkordeon griff. Sichtlich an der Musik Freude hatte

es gemeinsam Anstossen auf das grosse Glück, das

der erst zweijährige Nils Dubacher. Zusammen mit

wohl auch im Spiel war.

seinen Eltern Claudia und Roland Dubacher sowie den Grosseltern Hans und Lisbeth Kathriner genoss er den musikalischen Sonntagnachmittag. Mental war der

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Paul Otte, Heimleiter


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Unterwegs nach Nepal und Kirgistan

Helene Meyer-Jenni gab mit ihrem Vortrag einen interessanten Einblick in das mit ihrem Mann gemeinsame Hobby, ferne Länder auf Schusters Rappen zu entdecken. Die Vierjahreszeiten-Matinée vom Sonntag, 22. September 2013 entführte die Gäste nach Nepal und Kirgistan. Als Reiseleiterin amtierte Helene MeyerJenni, die mit interessanten Informationen und beeindruckenden Bildern die Zuhörerinnen und Zuhörer an den beiden, zusammen mit ihrem Mann, Peter Meier, unternommenen Reisen, teilhaben liess. Helene Meyer-Jenni war während zwölf Jahren im Gemeinderat von Kriens, wovon acht Jahre als Gemeindepräsidentin. Heute ist sie als Beraterin für öffentliche Verwaltungen tätig, engagiert sich in gemeinnützigen Stiftungen und nutzt ihre freie Zeit,

um neue Lebenswelten kennenzulernen. So entdeckte sie wandernd im Oktober 2012 das ehemalige Königreich Mustang in Nepal und im Juli 2013 den Westen von Kirgistan. Tief beeindruckt zeigten sich die Gäste von den wunderschönen Bildern und freuten sich über die interessanten Informationen. Allen voran Marie-Thérèse Jenni-Emmenegger, Mutter von Helene Meyer, die möglicherweise gar nicht ganz unschuldig ist, dass ihre Tochter eine politische Karriere einschlug. Die Grundlage dazu wurde zu Hause gelegt, wo am Familientisch immer politisiert wurde. Besonders interessiert hörte das aus Kirgistan

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WIR ALS GASTGEBER ………………………………………………………………………...

stammende Ehepaar Ainagül Mamyrboreva und Kairat Birimkuolv zu. Auf einem Bild war ein Feld mit Edelweissen in Kirgistan zu sehen, zu dem Helene Meyer-Jenni sagte: "Auf dieses Feld traute ich kaum meine Füsse zu stellen, sind sie doch in der Schweiz derart rar und dementsprechend auch unter Naturschutz." Darauf antwortete die Kirgisin, dass ihr Name Mamyrboreva zu Deutsch Edelweiss heisst. Unter den Gästen weilte auch Pia Zeder, die die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Luzern leitet und mit ihrem Mann Thomas Thali sich begeistert über die gelungene Matinée äusserte. Fälschlicherweise als politische Frau betitelt wurde Ursi Käppeli, zusammen mit ihrem Mann Dölf Käppeli anwesend. Zweifellos eine politische denkende Frau ist sie, doch sie hat kein Amt inne, im Gegensatz zu Christine Kaufmann-Wolf, die die diesjährige Präsidentin des Einwohnerrates von Kriens ist und die Matinée zusammen mit ihrem Mann Hansjörg Kaufmann besuchte. Gespannt den Ausführungen ihrer Mutter hörte auch Simone Meyer zu mit der Firmgotte Andrea Baur-Jenni. Letztere wirkt als Solojodlerin im Jodelklub "Heimetli" in Baar mit und ist hin und wieder auch als Schwingbegeisterte beim einen oder andern Schwingfest anzutreffen. Ganz speziell muss der Besuch für Andy Felder gewesen sein. Denn ausgerechnet während des Vortrages über Kirgistan, weilte seine Frau in eben diesem Land. Paul Otte, Heimleiter

Oben: Christine Kaufmann-Wolf zusammen mit ihrem Mann Hansjörg Kaufmann Mitte: Simone Meyer trifft ihre Gotte Andrea BaurJenni an der Matinée im Steinhof. Unten: Dölf und Ursi Käppeli-Fischer (links) und Andy Felder (rechts)

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„Auf Befehl“ Gewissermassen mit einen Befehl begann der Steinhof-Musikplausch am Sonntag, 29. September 2013, um 14.15h. Zu Gast waren gleich zwei Formationen, nämlich die "Fidelen Rentner" und "Alte Freunde", die Egerländer-Musik, Schlager und Volksmusik zum Besten gaben. "Auf Befehl" hiess aber auch das erste Musikstück, mit dem der Funke von den Musikern auf die Gäste übersprang. Unter der Leitung von Alois Steffen, Kornett, bestritten die "Fidelen Rentner" den ersten und dritten Teil, und im zweiten Teil spielten die "Alten Freunde". Der geistige Vater des Auftrittes im Steinhof war vor Jahren Hans Seeberger, Bariton. Er führte gekonnte durchs Programm und gab dazwischen den einen oder andern Witz zum Besten, zur Erheiterung des Publikums. Einer unter den Gästen, Guido Seeberger, der Sohn, kannte natürlich längst jeden Witz. Wie schon vorher, erst recht seit dem Verlust seiner Frau, kümmert sich Hans Seeberger sehr gut um seinen Sohn, der während der Woche aufgrund seiner Behinderung in einem Heim in Sachseln weilt. Er war nicht der Einzige, der viel Gutes tut. Dies ist auch bei Verena Dudli der Fall, die für ihre Eltern sorgte und nun für ihren Bruder Justin Dudli da ist und ihn so liebevoll unterstützt. Dieser freute sich, dass er im Steinhof gleich Zwei traf, die einst mit ihm im Brändi waren, nämlich Bruno Zingg und Walter Lang. Er lüftete auch ein Geheimnis, als er sagte: "Mit Jahrgang 53 und im Sternzeichen Skorpion geboren, werde ich am 13. November dieses Jahr 60 Jahre alt." Sichtlich auf das Konzert freuten sich Heiri Wey und seine Frau Alice Wey. Denn auf der Bühne standen alles ehemalige Polizisten, so wie er. Doch seine grosse Stunde schlug 1954, als er als Schweizer Gardist in Rom war und dort seiner späteren Frau erstmals begegnete. 1958 wurde dann geheiratet, und dieses Jahr feierte man das 55-jährige Jubiläum. Wie immer bei einem derartigen Anlass wurde selbstverständlich auch getanzt. Richard Huber zeigte deutlich seine Freude darüber mit seiner Betreuerin Edith Waldhuber tanzen zu dürfen. Unter den Musikern ist sicher Ruedi Zwimpfer ein Ausnahmekön-

ner. So spielt er exzellent Euphonium, komponierte aber auch verschiedene Musikstücke die die „Fidelen Rentner“ im Repertoire haben. Im mittleren Teil wurde dann mehr Volkstümliches gespielt. Es wirkten mit: am Schlagzeug Theo Henseler, am Saxophon Fredy Limacher, (Entlebucher), am Klavier Hans Seeberger, an der Klarinette Franz Schrag und an der Handorgel Heiri Emmenegger, vormals Wirt der „Krienser Halle“ ind Kriens und zweifellos der geistige Vater dieser Formation. Nach seiner Pensionierung motivierte er die anderen Pensionierten, nun doch vermehrt Musik zu machen. Wie Recht er doch hatte! Paul Otte, Heimleiter

Sorayda Bauer, Pflegemitarbeiterin zusammen mit Trudy Estermann, Bewohnerin im Steinhof

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WIR ALS GASTGEBER ………………………………………………………………………..

Mit dem Fernrohr den Mann des Lebens gefunden. Charly Baiers Musikantenstadl, so hiess die ad hoc Formation, die am Sonntag, 27. Oktober 2013, im Rahmen des Steinhof-Musikplauschs auftrat. Am Klavier spielte Bruno Rigassi, der bei den Stücken "Et maintenant" oder "Marina" den Frauen die eine oder andere Träne entlockte. An der Gitarre spielte Bruno Kaiser aus Graz in der Steiermark, der einst mit Arnold Schwarzenegger die Schulbank drückte. Während Arnold Schwarzenegger in Amerika eine Tellerwäscherkarriere als Berufspolitiker aufs Parkett legte, machte der andere eine Karriere als Berufsmusiker. So wie auch der aus Linz stammende Charly Baier am Akkordeon. Als Kapellmeister überraschte er die Gäste einmal mehr mit einem vielseitigen Programm, das seinem Schwager Albert Achermann mit seiner Frau Hanni Achermann vor lauter Staunen die Sprache verschlagen liess. An der Geige und am Schwyzerörgeli spielte Res Gräni, der ehemalige Zahnarzt mit eigener Praxis in Stans. Als Überraschungsgast war auch seine Frau Claudia Steiner Gräni anwesend. Sie besorgte sein Büro oder wenn Not an der Frau war, konnte die gelernte Zahnarztgehilfin ihm auch bei der Arbeit assistieren. Heute betreut sie mit viel Herz behinderte Menschen im Rüt-

limattli in Sachseln. Wäre einst der junge Res Gräni mit der Tätschchappemusik nicht im gleichen Hotel wie Claudia Steiner als Swissair Hostess in Hongkong abgestiegen, wäre es wohl nie zur Heirat der Beiden gekommen. Da die Crew nur einen Zwischenstopp im Hotel in Hongkong machte und die Tätschchappemusik in Kurt H. Illis Auftrag länger dort verweilte, spielten sie in der Hotellobby zum Abschied der Swissair-Crew noch gross auf, verbunden mit der Auflage, dann in Zürich hoffentlich auch gebührend empfangen zu werden. Versprochen war versprochen. Claudia Steiner organisierte einen Brunch zum Empfang, Doch mit dem Fernrohr beobachtete sie klammheimlich, wer am Flughafen nicht abgeholt wurde und somit noch Single sein könnte. Offensichtlich war dies beim jungen Res Gräni der Fall, wie die Fortsetzung der Geschichte zeigt. Mit grosser Freude verfolgten den Auftritt auch Margrith und Hans Felder. Sie gehörte früher zu den MartschiniGirls. Tempi passati, doch fit ist sie geblieben und turnt noch heute regelmässig. Sie war gekommen, um die beiden Frauen im vierten Teil des Konzertes zu hören, nämlich Heidi Otte an der Trompete und Angi Amrein an der Klarinette. Ein besonderes Highlight für die Mutter der Klarinettenspielerin, Ancilla Stauffer und Tochter Adriana Müller. Freude den Gästen aber auch sich selber bereiteten die beiden Tänzer vom Stöckli des Brändi in Horw, Max Ramseier und Urs Zimmermann, die eine Tanzperformance der speziellen Art zum Besten gaben. Paul Otte, Heimleiter

Claudia Steiner Gräni mit ihrem Mann Res Gräni. Eine Lebensgeschichte, die in Hongkong ihren Anfang nahm.

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EIN STADTTHEMA …………………………………………………………………………….

Alte nehmen sich Zeit für Kinder

Melvin und Joe Emmenegger bei ihrem wöchentlichen Treffpunkt. In Luzern engagieren sich 18 Frauen und Männer über 60 in einem Lesementoring-Projekt für Primarschüler. „Ich habe meine alte Schulkarte mitgenommen und Melvin das Wallis gezeigt. Darüber lesen wir im Buch „Lieber Alex“, erzählt Joe Emmenegger. – Melvin heisst der Zweitklässler aus dem Maihofschulhaus. Joe Emmenegger ist 66, war Fachbearbeiter bei der Schlichtungsbehörde Miete und Pacht. Jetzt macht er mit im Projekt Lesementor von „Altern in Luzern“. Er hat das Buch von Helen Güdel aus dem Zytglogge-Verlag mitgenommen, aus dem sie seit September lesen; einmal ist es Melvin, der leise liest, dann liest Joe Emmenegger vor. Sie sprechen auch über die Bilder, mit denen Helen Güdel die Ge-

schichten von Alex, dem Sohn eines Bergbauern im Wallis, illustriert hat. Kinder lesen zusammen mit älteren Menschen in Büchern, die sie gemeinsam auswählen. Das sagt in einem Satz, was am 1. September mit dem Projekt Lesementoren in der Luzerner Stadtbibliothek gestartet worden ist. 18 Mentorinnen und Mentoren, die meisten über 60 Jahre alt, waren dort. Sie trafen ihre Primarschülerin oder ihren Primarschüler und ihre Eltern. Seither treffen sich Mentor und Schüler jede Woche, ausgenommen in der Ferienzeit, um miteinander während jeweils 45 Minuten zu lesen, in Büchern und Zeitschriften zu stöbern oder Sprachspiele zu machen. Die Leseorte wurden von der Stadt vorgegeben. Es sind durchwegs öffentliche Lokale, welche dazu ihre

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EIN STADTTHEMA …………………………………………………………………………...

Türen öffnen: das Café Sowieso über der Zürichstrasse, die Jugendherberge über dem Rotsee, das Betagtenzentrum Rosenberg und das Quartierbüro Maihof. Das Echo auf die Ausschreibung des Projekts war überraschend gut. Allein aus der Stadt Luzern meldeten sich über 50 Frauen und Männer, die Interesse bekundeten. Anfang nächsten Jahres soll darum in einem andern Quartier eine zweite Runde gestartet werden. Die Lust am Lesen wecken Joe Emmenegger ist interessiert an der Literatur und am Lesen. „Das Projekt hat mich angesprochen“, sagt er und stellt fest: „Viele junge Leute lesen heute kaum mehr. Die ganze SMS-Kultur bleibt oberflächlich. Es geht mir darum, die Lust am Lesen zu wecken.“ Für Joe Emmenegger ist das Ganze ein guter Versuch, ein sinnvolles Experiment. „Das Projekt ist gut aufgegleist worden. Die Vorbereitung der Mentoren erfolgte an drei ganzen Tagen im Juni. Anfangs September dann gab es in der Stadtbibliothek eine Startveranstaltung, an welcher ich Melvin und seine Mutter kennen lernte.“ Das Lesementoring ist eines der Projekte im Entwicklungskonzept „Altern in Luzern“, das vom Luzerner Stadtrat vor gut zwei Jahren in die Wege geleitet und vom Stadtparlament bewilligt worden ist. Andere Formen sind die quartierbezogenen Projekte, das Forum (siehe Kontext auf der folgenden Seite) oder die Internetplattform www.Luzern60plus.ch

Gelesen wird ausserhalb der Schule „Lesementoren“ ist ein Freiwilligenprojekt ausserhalb der Schule. Zwei Ziele stehen im Vordergrund: Die Lust am Lesen und an der Sprache wecken und auf spielerische Weise die Lese- und Sprachkompetenz fördern. Das Lesen ist für die Kinder weder Hausaufgabe noch Nachhilfe. Für Beat Bühlmann ist das Projekt Lesementoring eine durchwegs positive Erfahrung. „Zuerst hat mich das grosse Interesse der 60plus-Frauen und Männer positiv überrascht, die sich entschieden haben, mitzumachen. Das zweite Positive war die Unterstützung durch Urs Grüter von der Schulhausleitung Maihof, das dritte die spontanen Zusagen von Jugendherberge, Café Sowieso, Quartierbüro und Betagtenzentrum für die Lesestunden.“ Jetzt machen vom Maihofschulhaus 16 Schülerinnen und Schüler mit. Neben der Lust am Lesen und an der Sprache schafft das Projekt auch Raum für den Kontakt unter den Generationen. Beat Bühlmann: „Wir zeigen den Kindern, dass da ein älterer Erwachsener jede Woche während Dreiviertelstunden Zeit hat für sie. Das ist in der heutigen Zeit schon eher selten. Und für die älteren Mentorinnen und Mentoren ist es eine verbindliche Abmachung mit Kindern.“ – Es liegt auf der Hand: diese erlebte Verbindlichkeit kann das Verhältnis zwischen jung und alt verändern. René Regenass, Journalist

Die Absicht dahinter: Die Alterspolitik in Luzern soll partizipativ, generationenübergreifend und quartiernah umgesetzt werden. Das Potential der älteren Bevölkerung soll dabei zum Tragen kommen. Beat Bühlmann, Projektleiter „Altern in Luzern“, und Beate Krützer von AkzentaNova, eine Projektwerkstatt für Menschen mit Erfahrung, sind Co-Leiter von „Lesementoren“.

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Luzern 60plus

„Ich bin überzeugt, dass das Forum mit der Internetplattform www.Luzern60plus.ch nach aussen wirkt. Das ist eindrücklich“, sagt Hans Alberto Nikol, Leiter Sozialdiakonie in der Katholischen Kirche Luzern. Das Unternehmen Lesementoren ist ein Teilprojekt des Entwicklungskonzepts „Altern in Luzern“, genau wie das Forum Luzern60plus, dessen dreijährige Pilotphase Ende 2013 ausläuft. Dann müssen Stadtrat und Parlament entscheiden, ob sie das Forum als Teil einer Alterspolitik in der Stadt Luzern weiterführen wollen. Um Grundlagen für diesen Entscheid zu haben, haben in diesem Herbst zahlreiche Evaluationsgespräche mit sogenannten Schlüsselpersonen und Organisationen stattgefunden. Für Hans Alberto Nikol hat das Forum Luzern60plus eine gute Selbstorganisation. „Da wird auf freiwilliger Ebene viel Initiative entfaltet.“ Nikol nennt die gut besuchten Quartierbegehungen in der Stadt. Er schätzt auch die Vielfalt auf der Website. „Die Seite ist informativ und dynamisch. Man spürt auch, dass im Forum nicht nur am Schreibtisch gearbeitet wird. Da geschieht etwas.“ Nikol stuft den regelmässig erscheinenden Newsletter als gute Brücke zu andern Organisationen und interessierten Menschen ein. Wünsche für die Zukunft, falls aus dem Pilotprojekt etwas Definitives wird? „Es wäre gut, die Freiwilligenarbeit noch offensiver zu fördern. Wir sind gerne bereit, fachliche Unterstützung zu liefern, wenn das gewünscht wird.“ Hans Alberto Nikol sieht eine Kernaufgabe. „Es ist wichtig, alte Menschen zu motivieren, ihr Leben gemeinsam zu gestalten, zur Verbesserung der Lebensqualität.“

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DIES UND DAS ………………………………………………………………………………...

Luzerner Kantonalbank verbindet KulturPartnerschaft mit sozialem Engagement Seit mehreren Jahren schon besteht zwischen der Luzerner Kantonalbank und dem Luzerner Theater eine Partnerschaft. Sie hat diese Partnerschaft seit 2103 mit einem sozialen Engagement erweitert. Sie spendet mit Beginn der Spielzeit 2013/14 für jedes verkaufte Theaterticket 50 Rappen an gemeinnützige Institutionen. Am 29. Oktober 2013 wurden die ersten Checks im Gesamtwert von 50'000 Franken verteilt. Sie gingen an Insieme Luzern (25'000 Franken), die Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf (15'000 Franken) und an das Mannebüro Luzern (10'000 Franken). Mit Freude durfte Bruder Timotheus aus den Händen von Bernard Kobler der Luzerner Kantonalbank den Check entgegennehmen. Paul Otte, Heimleiter

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UNSERE JUBILARINNEN UND JUBILARE………….….…………………………………….

Margrith Wyss feierte am 02.11.2013 ihren 90. Geburtstag

André Voltz feierte am 26.11.2013 seinen 80. Geburtstag

Felicitas Rihs feierte am 29.11.2013 ihren 90. Geburtstag

Lina Winterberg feiert am 10.01.2014 ihren 90. Geburtstag

Herzliche Gratulation Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt Dezember 2013

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Guido‘S COMIC—SEITE ……………………………………………………………………...

Guido Obertüfer wohnt seit dem 7. Mai 1997 im Steinhof. Er ist ein aufgestellter, fröhlicher Mensch mit einer ausserordentlichen Beobachtungsgabe. Daraus entstehen Comic – Zeichnungen, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Guido zeichnet spezielle Vorkommnisse im Alltag.

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STEINHART NACHGEFRAGT ………………………………………………………………..

Edith Birbaumer, Seelsorgerin im Steinhof Pflegeheim

Edith Birbaumer, Leiterin der Seelsorge im Steinhof. Seelsorgerinnen oder Seelsorger spielen in einem Heim nicht die lauten Töne, sondern die leisen. Gerade deshalb sind sie wichtig und nachhaltig. Heute sitzt mir Edith Birbaumer gegenüber. Sie ist seit 1. August im Steinhof in einem Pensum von 60% als Seelsorgerin angestellt und leitet in dieser Funktion diesen Dienst. Mit der Schaffung dieser Stelle zeigt der Steinhof auch, wie wichtig ihm die Seelsorge ist. Mit diesem Interview möchte ich den Leserinnen und Lesern Edith Birbaumer mit ihren interessanten Antworten zu verschiedenen Themen näher vorstellen.

giestudentin der Wunsch, Theologie zu studieren. Der Sache sicher war ich zu jenem Zeitpunkt natürlich noch nicht, doch mit der Einstellung, „probier's doch einfach“, fing ich damit an. Von Beginn an war ich begeistert und bereute es nie. Ähnlich vorsichtig ging ich dann bei der Stellensuche in der Kirche vor. Ich dachte: Wenn es sich richtig anfühlt, dann bleibe ich und sonst suche ich weiter.

Edith Birbaumer, erzählen Sie doch unseren Leserinnen und Leser wie es dazu kam, dass Sie Seelsorgerin wurden?

Wenn man sich für die Theologie, die Seelsorge, kurz und gut für einen kirchlichen Beruf entscheidet, wird einem da das Fundament schon zu Hause gelegt?

Edith Birbaumer: Als neugieriger Mensch, der immer viele Fragen ans Leben stellte, reifte nach viele Gesprächen und einer Begegnung mit einer Theolo-

Edith Birbaumer: Ich war immer ein nachdenkliches Kind, habe viel gefragt und auch hinterfragt, gerade auch in der Pubertät. Religion war bei uns zu

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STEINHART NACHGEFRAGT ………………………………………………………………...

Hause zwar ein Thema, quasi eine angenehme Selbstverständlichkeit. Eine bewusste Frömmigkeit wurde jedoch nicht gelebt. Nach einer Pastoralstelle in der Pfarrgemeinde Cham, leiten Sie nun die Seelsorge im Steinhof. Was verstehen Sie unter einer fortschrittlichen Seelsorge in einem Heim? Edith Birbaumer: Eine fortschrittliche Seelsorge liefert keine fertigen Antworten, sondern man versucht, mit der Person auf einen gemeinsamen Weg zu gehen, damit sie im Gespräch selber eine Antwort auf ihre Frage findet. Es geht nicht darum, Rezepte zu liefern, sondern in aller Offenheit und Bescheidenheit auch dazu zu stehen, dass man selber nicht mehr weiss. So ist man miteinander auf Augenhöhe. Selbstverständlich macht man seine Überlegungen, offeriert Hilfestellungen, immer aber unter der Maxime, nie einen Vorschlag zu machen, ohne ihn hinterfragt zu haben. Wie muss man sich einen Seelsorge-Alltag konkret vorstellen? Was sind da so typische Tätigkeiten? Edith Birbaumer: Es gibt einerseits die festen Angebote, wie z.B. die Kommunionfeiern oder Wortgottesdienste, die ich selbst gestalte. Dazu kommt, dass ich manchmal die Eucharistiefeiern mitgestalte – im Steinhof finden am Dienstag, Donnerstag, Freitag und Sonntag jeweils um 9.30 Uhr Eucharistiefeiern statt, zu denen auch externe Besucherinnen und Besucher willkommen sind. Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit sind auch die Seelsorgegespräche. Sie finden meist ohne festen Termin statt, sondern wenn ich auf den Abteilungen vorbei gehe. Dabei ist die Abgrenzung zwischen "normalem" und seelsorglichen Gespräch immer schwierig. Ich bin der Ansicht, dass ein Seelsorge-Gespräch keinen reinen Fakten-Austausch beinhaltet oder sich Frage und Antwort abwechseln. Vielmehr ist es mir als Seelsorgerin wichtig, ein Gesprächsklima zu schaffen, das der Person Raum gibt, um von sich erzählen zu können.

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Sie ist es, die das Thema vorgibt, nicht ich. Meine Rolle sehe ich darin, die Person auf die Gefühlsebne anzusprechen und nachzufragen, wie sie ihre Erlebnisse deutet und vielleicht auch, wie sie sie geprägt haben. Im Steinhof verbringen die Bewohnerinnen und Bewohner ihren letzten Lebensabschnitt. Sie sind zum Teil schwer bis schwerst pflegebedürftig. Wie gehen Sie persönlich mit diesen Schicksalen um, mit denen Sie täglich konfrontiert werden? Edith Birbaumer: In erster Linie empfinde ich es als eine Ehre, wenn sich eine Person in einer solchen Lebenslage gegenüber mir öffnet und mich an ihrem Leben, an ihrer Biographie teilhaben lässt. Diese Nähe ist keine Selbstverständlichkeit, und deshalb bin ich hierfür auch jedes Mal dankbar. Aber der Umgang damit, ja, das ist wieder etwas anderes. Es gibt immer auch Gespräche, wo ich froh bin, sie in irgendeiner Form weitergeben zu dürfen. Dann brauche ich einen Moment Zeit, um dies in einer guten Art tun zu können. Das kann beispielsweise sein, dass ich in die Kapelle gehe, das Erlebte für mich nochmals Revue passieren lasse und dann im Gebet Gott übergebe. Wir stellen heute fest, dass sich mehr und mehr Menschen von der Kirche abwenden. Was ist Ihre Erklärung dazu? Edith Birbaumer: Ich denke die Leute sind kritisch geworden. Die Gesellschaft akzeptiert nicht mehr alles Vorgegebene oder findet etwas gut, nur weil es über Jahrhunderte so praktiziert worden ist. Mir gefällt der Gedanke der Aufklärung, dass man den Verstand, den man geschenkt bekommen hat, auch brauchen soll. Ich denke, wenn die Kirche den Draht zu den Leuten, mit ihren Gefühlen, Einstellungen und Problemen, die sie beschäftigen, verloren hat, dann ist es nur logisch, dass sie sich abwenden. Doch es gibt auch gute Gründe in der Kirche zu bleiben. Und da gibt es nicht nur die eine Kirche, sondern es gibt Viel-


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Hin und wieder werden Kinderträume war. So war es wenigstens bei Edith Birbaumer der Fall. Sie durfte viele Jahre später nach Afrika. Ihr Traum wurde Wirklichkeit. falt und Denkfreiheit auch in der katholischen Kirche. Ausserdem ändert sich in der Kirche wohl eher etwas, wenn ich mich aktiv engagiere, probiere sie mitzugestalten, mitzuprägen mit all meinen Kräften und Talenten, die ich von Gott mitbekommen habe, statt wenn ich ihr den Rücken zukehre. In Ihrer Antwort sprechen Sie vom Draht zur Basis, der dünn geworden bzw verloren gegangen ist. Was könnte denn der Beitrag der offiziellen kath. Kirche sein, dass sich wieder mehr Menschen der Kirche zuwenden? Edith Birbaumer: Etwas salopp gesagt: Rom hat keinen direkten Einfluss auf mein Leben hier und heute

im Steinhof. Aber Signale, ob die Kirche attraktiv für mich ist oder nicht, die könnte sie sehr wohl aussenden. Man sieht es im Moment am Medienecho des heutigen Papstes. Franziskus lebt Werte vor, die unsere Gesellschaft dringend braucht, darum werden seine Handlungen auch beachtet: Er stellt nicht Strukturen, sondern Menschen in den Mittelpunkt insbesondere solche, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Er lebt eine Kirche vor, die an sich selbst die gleichen Ansprüche stellt wie an die Gläubigen und er pflegt einen Lebensstil, der vernünftig, authentisch und nachhaltig ist. Solche Signale werden von der Bevölkerung sehr wohl wahrgenommen und positiv bewertet. Dennoch glaube ich nicht, dass die Kirchen in naher Zukunft wieder so

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STEINHART NACHGEFRAGT ………………………………………………………………...

voll sein werden, wie noch vor 100 Jahren. Aber das kann meines Erachtens auch nicht der Massstab dafür sein, ob das Christentum gelebt wird. Es wird vielfältigere Formen geben, wie Menschen ihren Glauben zum Ausdruck bringen. Was ist Ihre Meinung zum Stellenwert der Frau in der Kirche und wie gehen Sie damit um? Edith Birbaumer: Ich denke, da muss man schauen, welche Hierarchiestufe man im Blick hat. Hier in der Lokalkirche stehen den Frauen sehr viele Türen offen. Dass zeigt sich auch darin, dass der Frauenanteil beim kirchlichen Personal deutlich mehr als 50% beträgt. Wir Frauen müssen, wie leider überall in der Gesellschaft, Nischen suchen und sie auch besetzen wollen. Wir ändern nichts daran, wenn wir nur Ungerechtigkeiten thematisieren ohne aktiv etwas dagegen zu tun.

Edith Birbaumer auf sich allein gestellt in der Felwand digkeit der Stadt Luzern. Was sicher zu mir gehört ist die Naturverbundenheit. Ich gehe gerne in die Natur und in die Berge.

Kirche und Religion gelten auch als Wertevermittler. Es wird behauptet, dass in der Gesellschaft mehr und mehr ein Wertezerfall feststellbar ist. Was kann man dagegen tun?

Wie wir gehört haben, gefällt Ihnen die Arbeit als Seelsorgerin im Steinhof sehr gut, obwohl es auch belastende Momente gibt. Wie probieren Sie einen Ausgleich zur Arbeit zu finden?

Edith Birbaumer: Ich bezweifle, dass es diesen Wertezerfall gibt. Denken Sie nur, wie viele Leute in der Freiwilligen Arbeit tätig sind und so ihre Werte, die ihnen wichtig sind, beispielweise die Gerechtigkeit, nach aussen tragen. Ich denke eher, dass zurzeit zu viele Werte parallel existieren und dass die Gesellschaft sich nicht über diese Werte verständigt. Es findet kein Austausch über die Werte statt, sondern es wird eher versucht, ein Wert mittels Rechtsanspruch "durchzusetzen".

Edith Birbaumer: Mir ist sehr wichtig Arbeit und Freizeit strikte zu trennen. Lieber arbeite ich länger, um dann zu Hause wirklich Privatmensch sein zu können. Den Ausgleich finde ich dadurch, dass ich gerne mit Leuten etwas unternehme. Ich bin sicher ein geselliger Mensch, tausche mich gerne aus, auch über aktuelle Themen. Die Politik interessiert mich, und da darf ruhig auch mal debattiert werden. Schliesslich ist mir wichtig, körperlich aktiv zu sein, am liebsten in der Natur beim Wandern oder Klettern.

Wo sind Sie aufgewachsen und wie haben Sie Ihre Kindheit erlebt?

Was gefällt Ihnen am Klettern?

Edith Birbaumer: Wahrscheinlich hört man es am Dialekt an. Ich komme aus dem Luzerner Hinterland, wuchs zusammen mit einer sechs Jahre älteren Schwester auf und besuchte in Willisau die Kantonsschule. Noch heute gehe ich gerne nach Hause, doch schätze ich auch das urbane Umfeld und die Leben-

Edith Birbaumer: Im Sportklettern sehe ich Vieles dass ich aufs Leben übertragen kann. So braucht es Konzentration, um ein Ziel zu erreichen; oft führt nicht der direkte Weg zum Ziel, sondern es braucht einen Umweg. Es braucht Beweglichkeit, man muss den Griff ausprobieren, ob er wirklich hält und dann

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einen starken Willen. Auf all das kommt es beim Klettern an, wie auch im Leben. Welches Buch liegt bei Ihnen zu Hause im Moment zum Lesen bereit? Edith Birbaumer: Drei Sachen gleichzeitig, was eigentlich nicht so schlau ist. Ein Buch von Gian Domenico Borasie mit dem Titel „Über das Sterben“. Daneben lese ich den Stadtführer Luzern für Frauen, der sehr spassig ist, und dann ein Buch mit Biographien von 14. Frauen des 20. Jahrhunderts. Ich habe einfach ein grosses Interesse am Menschen, und das zieht sich durch vom Privaten bis zum Beruflichen. Sie sagten, dass sie gerne auch politisieren. Was sind für Sie jetzt die aktuellen, grossen Herausforderungen in der Schweiz? Edith Birbaumer: Ein Thema, das die Schweiz auch in Zukunft beschäftigen wird, ist die Migration. Als Frau beschäftigt mich die ganze Gender-Thematik und die Geschlechter-Gerechtigkeit. Angefangen bei der Lohn- und Chancengleichheit über die Vereinbarkeit Familie und Beruf bis hin zur ganzen Freiwilligenarbeit, die massgebend von Frauen geleistet wird, häufig zu ihrem finanziellen Nachteil.

Jetzt haben wir von der Schweiz und ihren Problemen gesprochen. Wie haben Sie es denn mit dem Reisen? Gibt es ein Land oder einen Kontinent, wo Sie gerne hingehen? Edith Birbaumer: Ein Kontinent, der mich von klein auf fasziniert hat, ist Afrika. Für mich war immer klar, irgendwann muss ich nach Afrika gehen. 2009 durfte ich im Auftrag der Bethlehem-Mission in Kenia ein Praktikum machen. Ich realisierte dann sehr schnell, dass es das Afrika nicht gibt. Es ist ein grosser Kontinent mit einer riesigen kulturellen Vielfalt. Noch heute pflege ich den Kontakt mit den Menschen weiter, die ich damals kennen lernen durfte. Die Verbundenheit mit einem derartigen Kontinent relativiert auch so vieles in seinem eigenen Land. Von daher ist es auch eine Lebenshilfe, die dazu beiträgt den Horizont zu erweitern. Und wohin führt ihre nächste Reise? Edith Birbaumer: Die führt ins pulsierende Berlin und ich freue mich schon auf die vielen Museen. Paul Otte, Heimleiter

Name/Vorname:

Edith Birbaumer

Funktion:

Leiterin der Seelsorge

Geburtsdatum:

23. Februar 1982

Sternzeichen:

Fisch

Hobby:

Klettern, Wandern, Lesen, soziale Kontakte pflegen, „lädele“, Reisen

Lieblingsessen:

ich esse so gerne, vor allem Süsses

Lieblingsgetränk: Bier Lieblingsfarbe:

Blautöne

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GEDICHT ……………………………………………………………………………………….

Weihnachten eben

die Kerze die brennt das Lied das erklingt die Karte die ich schreibe und: „ich umarme dich ganz fest“ ein Lächeln da hinein wo kein Lächeln mehr ist eine Hand die hält die Hand verspricht ich bin da für dich ein Gedicht zwischen all diesen längst vergessenen Sachen und ich lese die Worte und dann weine ich ein bisschen vielleicht der Schnee der in meinen Erinnerungen fällt... Gedanke an dich… Weihnachten eben Anke Maggauer-Kirsche

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DAS STEINHOF— PERSONAL ………………………………………………………………..

Luzia Rüegg Pflegefachfrau Nachtwache Eintritt: 01.09.2013

Sarah Kleikemper Fachangestellte Gesundheit Birkehuus EG/OG Eintritt: 01.09.2013

Nora Thaqi Pflegeassistentin Sonnehuus GG/EG Eintritt: 01.10.2013

Daniela Weber Pflegeassistentin Sonnehuus GG/EG Eintritt: 15.10.2013

Herzlich Willkommen Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt Dezember 2013

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DAS STEINHOF— PERSONAL ………………………………………………………………..

Maria Galliker Hofmann Pflegefachfrau HF Sonnehuus GG/EG Eintritt: 04.11.2013

Hildegard Tanner-Metz Pflegeassistentin Sonnehuus GG/EG Eintritt: 04.11.2013

Nadine Bühler Pflegeassistentin Birkehuus EG/OG Eintritt: 04.11.2013

Brigitta von Moos Aktivierungsfachfrau Eintritt: 15.11.2013

Herzlich Willkommen 28 Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt Dezember 2013


GRATULATIONEN ...……………….………………………………………………………….

… zum Dienstjubiläum Markus Fellmann Margrith Wicki Heidi Schaffhuser

zum 5-Jahr-Jubiläum zum 15-Jahr-Jubiläum zum 5-Jahr-Jubiläum

am 01. Januar 2014 am 01. Januar 2014 am 01. Januar 2014

… zur Vermählung Ivana Küttel-Ziakova

hat am 4. September 2013 geheiratet

… zum freudigen Ereignis Dijana Garic

wurde am 7. November 2013 Mutter eines Ivano.

Herzliche Glückwünsche Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt Dezember 2013

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ANLÄSSE ……………………………………………………………………………………….

Traumhafte Wetterbedingungen

Die Mannschaft vom Betagtenzentrum Rosenberg war zweifellos diejenige mit dem grössten Fanaufgebot. Sie unterstützten die Spielerinnen und Spieler frenetisch und waren so faktisch der 7. Spieler auf dem Feld! Während in Burgdorf das Eidg. Schwingfest in Gang

dafür war Frauenpower gefragt. Und die stellten:

war, fand auf dem Sportfeld des Schwimmbades Kri-

Mirjam Kohl, Katia Lütolf und Sandra Magni. Ei-

ens das 12. Beachvolleyball-Turnier um den Stein-

gentlich war Patrick Kohl für die Turnierleitung

hof-Cup statt. Zwölf Mannschaften aus den ver-

vorgesehen. Doch unverhoffte rief ihn das Eidg.

schiedensten Bereichen massen sich sportlich um die

Schwingfest, wo Matthias Sempach Schwingerkönig

begehrte Trophäe. Schon um 08.30h trafen die ers-

gegen Christian Stucki wurde, sodass seine Frau

ten Mannschaften ein. Alles war bestens vorbereitet.

und Katia Lütholf in die Hosen steigen mussten.

Karin Haag stellte die Netze auf einheitliche Höhe

Und damit auch am Nachmittag, das "Büro" optimal

ein. Sie half überall dort mit, wo Mann oder Frau

weiter besetzt blieb, half Sandra Magni noch mit,

fehlte, sei es als Punktezählerin, als Schiedsrichterin

die auch als Fotografin amtete.

oder als Spielerin. Dass alles seine Richtigkeit hat,

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Fans als dritte Kraft

Dank Frauenpower im Final

Für den grössten Fanaufmarsch sorgte die Mann-

Auch mit Personalproblemen kämpfte die Mann-

schaft "Rosenberg" des Betagtenzentrums Rosenberg

schaft "Sozis und Juris" der Stadt Luzern. Doch was

von Luzern, angeführt von Albrim Hoxhaj. Sogar

die nur vier Spieler und Spielerinnen mit Roland

die Heimleiterin Kathi Hürlimann liess sich den

Tinner auf dem Sand zauberten, war schlicht und

Anlass nicht entgehen. Nicht genug damit, sogar die

einfach sehenswert. Mit Martina Amato und Sarina

Pflegedienstleiterin, Heidi Tomasini, war auf dem

Weingartner spielten zwei Frauen, die sich verblüf-

Platz, als es galt die Emotionen der heissblütigen

fend glichen. Und die Zuschauer rätselten, ob es

Spieler etwas im Zaun zu halten. Erstmals am Tur-

Schwestern oder Mutter und Tochter waren. Weder

nier dabei waren "D'Bodemättler" vom Alterswohn-

noch! Aber eines musste man neidlos sagen: Die

heim Bodenmatt in Malters. Die Mannschaft wurde

Zwei verstehen das Volleyball-Handwerk. Dieses ver-

angeführt von Brigitte Hodel. Auch der letztjährige

stand aber auch die Mannschaft von Vreny Klaus,

Sieger "Luver" der Luzerner Polizei, angeführt vom

die die Mannschaft "Juspo", Jugendstadtlager Luzern,

Personalchef him- self, Markus Meier, war wieder

anführte. In dieser Mannschaft spielte unter ande-

zugegen, sowie vom Quartierverein Kuonimatt der

rem auch Regula Bucheli, die früher in der Zentral-

"BV Kuonimatt", angeführt vom "Einpeitscher" Wer-

schweiz als die beste Passeusin galt. Gelernt ist ge-

ner Suter. Ruth Miescher kam mir ihrem Sohn Pat-

lernt, denn ihre Ballführung zeichnet sich auch heu-

rick vorbei, um ihren Mann Ralph Miescher mora-

te noch durch grosse Brillanz und Feingefühl aus.

lisch zu unterstützen. Irgendwie muss es genützt

Davon profitierten auch Josef und Monika Sonntag,

haben, denn er spielte von Partie zu Partie besser. Es

die die Bälle mit einer Präzision zugespielt bekamen,

war nicht der einzige Besuch. Auch die Mitarbeiten-

als seien sie von unsichtbarer Hand geführt. Der

den Naxhije Limani, Michael Kurze und Yvan

Steinhof trat gleich mit drei Mannschaften an. Mit

Zosso, der spontan zu den beiden andern sagte: "Das

Sarah Kleikemper sogar mit einer Spielerin, der

hätte ich nie gedacht, eine derart tolle Stimmung, da müssen wir uns wirklich überlegen, ob wir nächstes Jahr nicht dabei sein wollen!" Bis zur letzten Minute war unbekannt, ob die Mannschaft "Salötli" des Betagtenzentrums Eichhof mit Sulaj Sokol antreten würde oder nicht. In letzter Minute zogen sich noch Spieler zurück. Doch dank einer flexiblen Turnierleitung und einer Spielerin, die mit dem Taxi herangebraust kam, konnte die Mannschaft verspätet noch ins Turnier einsteigen. Und dabei schlugen sie sich sogar sehr brillant.

„D‘ Bodemättler“ vom Alterswohnheim Bodenmatt in Malters.

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ANLÄSSE ………………………………………………………………………………………..

Oben: Der „BV Kuonimatt“ rangierte am Schluss auf dem 5. Rang. Jahr für Jahr rücken sie näher zur Spitze vor

Oben: Die Mannschaft „Juspo“ vom Jugendstadtlager Luzern erreichte den 2. Platz. Eine von Frauen dominierte Mannschaft, die nie aufgab.

Unten: „Sozis und Juris“. Obwohl Personell geschmälert, spielten sie unter der Leitung von Roland Tinner ein tolles Turnier.

Unten: Steinhof 2 fehlte oft das Quentchen Glück oder die Nerven versagten im entscheidenden Moment.

gerade zwei Tage später ihre erster Arbeitstag als

spiel, und Suada Qemali, Hazir Zeqirai und De-

Fachangestellte Gesundheit im Steinhof bevorstand.

sirée Gschwend unterstützten sie dabei mit einem

Und sie spielte hervorragend zusammen mit Sylvia

tollen Engagement. Die Mannschaft des Tages war

Hunkeler, Marco Mazzoni, Remo Otte und Micha-

hingegen "Los Lobos" von der Gemeinde Kriens, die

el Otte. In der Mannschaft "Steinhof 3" brillierten

von Didier Lindegger angeführt wurde. Die Spielzü-

Flurina Mühle und Tanja Amsler mit ihrem Pass-

ge wirkten eingespielt, ja man entdeckte sogar Auto-

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men. Paul Winiker, Gemeindepräsident von Kriens, drückte seine Freude über den Erfolg seiner Mannschaft auch in einem Gratulationsschreiben aus, wo er sich stolz darüber zeigte, so engagierte Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung zu haben. Ein grosses Dankeschön ging von allen Spielerinnen und Spielern an diejenigen, ausgedrückt, die an der Organisation beteiligt waren, insbesondere auch die Schiedsrichter Giylfidan Bylykbashi, Rezarta Tafili, Beat Marti und Peter Furrer. Paul Otte, Heimleiter Rangliste 1. "Los Lobos", Gemeinde Kriens: Didier Lindegger 2. „Juspo“, Jugendstadtlager Luzern, Kriens: Vreny Klaus 3. „LUVER“, Luzerner Polizei, Luzern: Markus Meier

„Los Lobos“ von der Gemeinde Kriens war der spätere Sieger. matismen. Da war beispielsweise Urs Muff, Abteilungsleiter beim Baudepartement, der den Ball nur wenige Zentimeter vor dem Aufprall im Sand hechtelnd traf und mit einem brillanten, ja mirakulösen Schlag übers Netz einen Punkt für seinen Termin sicherte. Ein Aufschrei ging durch die Zuschau-

4. "Salötli", BZ Eichhof, Luzern: Sulaj Sokol 5. „BV Kuonimättler“, Quartierverein Kuonimatt, Kriens: Werner Suter 6. „Steinhof 1“, Pflegeheim Steinhof, Luzern: Remo Otte 7. „Sozis & Juris“, Stadt Luzern, SVB, Luzern: Roland Tinner 8. "Rosenberg", BZR Rosenberg, Luzern: Albrim Hoxhaj

er. Alle fragten sich, wie nur so was möglich war!

9. „Steinhof 2“, Pflegeheim Steinhof, Luzern: Paul Otte

(Ganz) Kriens in Festlaune

10. "Steinhof 3", Pflegeheim Steinhof, Luzern: Tanja Amsler

In der gleichen Mannschaft spielten auch Farah Aregger, Primarlehrerin, Hubert Leiprecht Sportlehrer, wie auch Christina Lindegger. Zum Schluss waren sie der gebührende Sieger, und Didier Lindegger durfte verdientermassen den Pokal entgegenneh-

11. "D' Bodemättler", AWH Bodenmatt, Malters: Brigitte Hodel 12. "Safe-Hippis", BZ Wesemlin, Luzern: Mark Leutwyler

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DIES UND DAS ………………………………………………………………………………...

Als meine Mutter starb Meine Mutter ist im Frühjahr gestorben. Nach einem Schlaganfall musste sie ins Heim. Obwohl sie sich wieder etwas erholt hatte, die Trennung von meinem Vater hatte sie nicht verkraftet. Ich höre sie noch schreien und weinen, sie wolle nach Hause. Mein Vater sass hilflos an ihrem Bett. Ich war nicht dabei, als sie starb. Mein Vater versuchte sich kurz darauf das Leben zu nehmen. Kein herzliches Verhältnis Das Verhältnis zwischen mir und meiner Mutter war nie sehr herzlich. Zärtlichkeiten waren nicht üblich. Wenn es mal zu einer Umarmung kam, fühlten wir uns wohl beide nicht wohl dabei. Durch die räumliche Trennung – mit 17 zog ich von zu Hause aus und kam seitdem nur noch zu einem kurzen Besuch nach Hause – kamen wir uns auch später nicht näher. Die meisten Kontakte liefen über das Telefon. Dann starb meine Mutter. Ich mochte mir einreden, dass ich meine Mutter ohnehin selten gesehen hatte und ihr nicht sehr nahe stand. Das funktioniert vielleicht im Leben. Im Tod funktioniert es nicht. Der Tod ändert wahrscheinlich alles. Irgendwie schafft es der Tod, einem die Stützen wegzureissen, die sorgsam aufgestellten Abwehrvorrichtungen zu zerschlagen. Ich träume von ihr Ich weiss nicht, was ich beim Tod meiner Mutter empfunden habe. Irgendwie war sie noch zu lebendig in meiner Erinnerung. Wenn ich an sie dachte, sah ich sie immer in dem Sessel sitzen, in dem sie am Abend immer gesessen hatte. Ihr Gesicht war wie immer. Nie sah ich sie so, wie ich sie kurz vor ihrem Tod gesehen hatte, schon vom Tod gezeichnet. Dann schob der Suizidversuch meines Vaters für kurze Zeit den Tod meiner Mutter in den Hintergrund. Doch jetzt vergeht kein Tag, an dem ich nicht an sie denke. Ich träume häufig von ihr.

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Schuld angelastet Ich habe meiner Mutter so viel Schuld angelastet, sie für den Zustand meines jüngeren Bruders verantwortlich gemacht. Ich habe sie immer auf Abstand gehalten, ihr nie vertraut. Ich habe versucht, jedem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Indem ich geschwiegen habe oder wenn ich etwas gesagt habe, dann das, von dem ich dachte, dass sie es hören wollte. Mir wird klar: Indem ich jede Auseinandersetzung vermieden habe, habe ich ihr auch die Möglichkeit genommen, mich kennenzulernen. Und im umgekehrten Falle nahm ich mir die Chance, sie besser kennen und verstehen zu lernen.

Abschiednehmen für immer fällt schwer! Zu spät Warum weiss ich das erst jetzt, wo es dafür zu spät ist? Warum kommen mir erst jetzt all die Fragen in den Sinn, Fragen, die nun keine Antwort mehr finden. Mit dem Tod meiner Mutter starben auch ihre Erinnerungen. Ihr Leben mit all seinen Geschichten, mit ihr sind nun auch meine Grosseltern richtig tot. Vorher wurden sie wenigstens in ihren Erzählungen noch lebendig. Mit dem Tod meiner Mutter ist auch meine eigene Vergangenheit zum Teil ausgelöscht. Ich fühle mich abgetrennt, nicht mehr vollständig. Manchmal überfällt mich eine Trauer, eine Melancholie. Ich bin nie näher bei mir, als müsste ich mich neu erfinden.


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Wellen von Erinnerungen Ich gehe in letzter Zeit viel spazieren. Die Erinnerungen erscheinen mir dabei wie das Meer, das Welle um Welle an meine Ufer wirft. Und jede Welle ist ein Gedanke, ein Bild, manchmal nur eine Momentaufnahme meines Lebens. Ich lebe mein Leben neu, als würde ich es neu ordnen, auch irgendwie fassbar für mich machen. Damit mit dem, was bleibt, mein Leben weiter gehen kann. Ich wusste nicht, dass der Tod meiner Mutter so eine Lücke in mir hinterlässt – und dabei fühlte ich mich noch nicht einmal sehr mit ihr verbunden. Ritual des Verzeihens Meine Freundin riet mir zu einem Ritual, damit ich meiner Mutter verzeihen kann. Denn dass ich es nicht kann, macht es mir noch schwerer, mit dem Tod umzugehen. Solange ich nicht verzeihen kann, auch mir selbst, kann ich meine Mutter nicht endgültig sterben lassen. Sie hat wohl Recht, meine Freundin, das weiss ich. Aber wie fange ich das an? Wie mache ich meine Seele heil? Vielleicht sollte ich mit einem Menschen darüber reden, der etwas davon versteht. Ein letztes Geschenk Ich denke jetzt oft über meinen eigenen Tod nach. Mir ist bewusst, dass er näher kommt. Ich bin als nächste dran. Bis jetzt waren meine Eltern so quasi das Schutzschild dagegen. Manchmal sitze ich nur einfach da und denke, wie schön das Leben ist, trotz allem. Ich merke, dass ich dann ruhiger werde, tiefer atme, bewusster sehe, bewusster höre. Mich mehr freue, anders freue, tiefer. Wenn das der Tod meiner Mutter mit sich bringt, so ist dies ein Geschenk. Ein letztes Geschenk meiner Mutter. Sollte Verzeihen so einfach sein?

Ein gelebtes Leben was ich bin wohin ich auch gehe ich nehme mich mit wohin ich auch gehe ich bin dabei jeden Schritt den ich gehe ist mein eigener Schritt ich gehe meinen Weg bis zum Ende zurück was ich sehe und fühle muss ich mir selbst zugestehn niemand sonst hat das Recht und schreibt es in meine Seele was in mir wächst was ich verwalte das bin ich das bleibt von mir wenn ich gehe am Ende Anke Maggauer-Kirsche

Anke Maggauer-Kirsche

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REZEPT ………………………………………………………………………………………….

Winterlicher Ofenapfel

Rezept für 4 Personen

Zubereitung:

Zutaten:

Äpfel

Äpfel 4 60 g 40 g 20 g 2 cl

Äpfel gem. Haselnüsse Rosinen/Weinbeeren Zucker Zitronenzesten Rum

Vanillesauce 4 dl Milch 3 EL Zucker 1 EL Maizena 1/2 Vanillestengel (halbiert, ausgekratzt

Alles gut vermischen. Die Äpfel schälen und durch die Mitte ausstechen.

Die Füllung in die Äpfel geben und gut füllen.

Die Äpfel in den Ofen schieben und bei mittlerer Hitze ca. 40 Min. backen.

Vanillesauce

Das Maizena mit etwas Milch anrühren.

Den Rest aufkochen und damit abbinden.

Den Zucker und Vanillestengel beigeben und gut durchkochen.

Die Äpfel mit der Vanillesauce servieren. Thomas Bachmann, Koch

Öffnungszeiten der Gastwirtschaft Täglich von 09.00—17.30 Uhr

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IN EIGENER SACHE …………………………………………………………………………..

In eigener Sache Ausgabe 3/2013

Sie haben unsere Heimzeitung auch dieses Jahr viermal erhalten. Hat sie Ihnen gefallen? Waren unsere Beiträge spannend? Für uns ist diese "journalistische Tätigkeit" eine willkommene Abwechslung und eine Freude. Es ist uns wichtig, Sie über den Alltag in unserem Heim zu informieren. Daneben wollen wir aber auch zum Nachdenken anregen und manchmal ein wenig kritisch sein. Wir legen sehr viel Wert darauf, das Blatt attraktiv und ansprechend zu gestalten und denken, wir dürfen auch ein wenig stolz darauf sein. Selbstverständlich sind wir für Kritik Ihrerseits, aber auch für Anregungen und vielleicht sogar einen Beitrag immer offen und dankbar. Die Druck- und Portospesen belaufen sich jedes Jahr auf rund Fr. 23’500.—. Eine Abonnementsgebühr würde nicht unserer Philosophie entsprechen. Wir erlauben uns aber, dieser Ausgabe einen Einzahlungsschein beizulegen und sind natürlich für jeden freiwilligen Zustupf sehr dankbar. Herzlichen Dank Sonja Schärli, Sachbearbeiterin Administration

Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt Dezember 2013

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UNSER WUNSCH ……………………………………………………………………………...

Mit Ihrer Hilfe erlangen unsere Bewohnerinnen und Bewohner mehr Lebensfreude - sie danken es Ihnen von Herzen. Wir sind heute mehr denn je auf Ihre Spende angewiesen. Und wenn die Rede von wir ist, dann sind damit unsere Bewohnerinnen und Bewohner gemeint. Ihre Spende ist auch in Zukunft gefragt Zugegeben, heute ist vieles über den Staat abgedeckt. Doch aufgrund unserer offenen Aufnahmepolitik erleben wir Tag für Tag, dass wir Bewohnerinnen und Bewohner finanziell unterstützen müssen. Sei es für die Anschaffung von Kleidern, Coiffeur, Pédicure, Taschengeld, einen Ausflug, eine dringende Anschaffung – ganz einfach für Ausgaben, die dringend nötig sind, aber niemand übernehmen will. In den letzten Jahren waren dies durchschnittlich rund 20'000 Franken, die der Steinhof dafür aufwendete. Strikte Einhaltung des Spendenzwecks Wir erlauben uns deshalb, Ihre Spende künftig unmittelbar und direkt dem Bewohnerfonds zukommen zu lassen. Wir sichern Ihnen zu, dass Ihre Spende nur für dringende Anliegen und Bedürfnisse verwendet wird. Dabei achten wir darauf, dass Ihre Hilfe ergänzend zu den institutionellen Sozialwerken wie Ergänzungsleistung und Sozialhilfe zum Tragen kommt. Wie bis anhin werden wir Sie künftig auf dieser Seite über den Spendeneingang und die Spendenverwendung informieren. Im Voraus danken wir Ihnen für Ihre Unterstützung zum Wohle unserer Bewohnerinnen und Bewohner. Paul Otte, Heimleiter Spendenkonto-Übersicht Spenden-Einlage Saldo per Spenden vom

01.08.2013

CHF

4‘443.05

01.08. - 31.10.2013

CHF

4‘026.40

CHF

8‘469.45

CHF

2‘760.00

Total Spenden-Ausgaben Unterstützung von Bewohnern vom Neuer Saldo per

01.08. - 31.10.2013 ./. 01.11.2013

CHF 5‘709.45

Unser Postcheck-Konto PC 60-3234-3 / IBAN CH6509000000600032343 mit dem Vermerk „Bewohner-Fonds“

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AGENDA ………………………………………………………………………………………..

Jede Woche im Jahreslauf um 09.30h Gottesdienst in der Steinhof-Kapelle Sonntag, Dienstag, Donnerstag, und Freitag

FR 21. Febr. ab 14.15h

Steinhof-Fasnacht Die Insider-Fasnacht für das Personal, Bewohnerinnen und Bewohner des Steinhofs, Freunde und Gäste

Dezember 2013

So 23. Febr. ab 14.15h

Steinhof-Musigplausch

Di 24. Dez. ab 13.45h

So 29. Dez. 14.15h

Weihnachtsfeier auf den Abteilungen Der Steinhof-Chor singt unter der Leitung von Marie-Thérèse FahrianWiniger Weihnachtslieder. Dazwischen liest Bruder Timotheus die Weihnachtsgeschichte vor. Dachgeschoss Sunnehuus, 13.45h Erdgeschoss Sunnehuus, 14.15h Obergeschoss Sunnehuus, 14.45h Birkehuus, 15.15h Steinhof-Musikplausch. „Franta‘s Dixiländler“ bieten Unterhaltung mit Ländler, Schlagern und Dixiland Musik. Eine spezielle Mischung, die jeden und jede vom Hocker reisst! Ein besonderer Genuss zum Jahresende!

März 2014 So 23. März 10.30h

Vierjahreszeiten-Matinée „Frühling“ Referent: Philipp Gmür

So 30.März ab 14.15h

Steinhof-Musigplausch „Echo vom Rossstal“

Januar 2014 So 2. Jan. 15.00 Uhr

Neujahrskonzert mit dem „Bläserensemble Seetal“. Das Ensemble bestehenden aus Fabienne Rosset, Daniel Berger, Karin Schatt, Stephan Saner, Adrian Lustenberger, Balz Schnieper, Vera Röthlisberger, Pia Budmiger, spielen Werke von folgen den Komponisten: Ferenc Farkas, Franz Krommer, W.A. Mozart

So 26. Jan. ab 14.15h

Steinhof-Musigplausch Stimmungsvolle Unterhaltungsmusik mit „No Name“, den „Luzerner Oberkrainern“. Jubel, Trubel, Heiterkeit.

Februar 2014 So 9. Febr. 11.00h

Steinhof-Chor In der Hofkirche Luzern singt der Steinhof-Chor im Gottesdienst

Impressum Anschrift: Steinhof-Blatt Redaktion Steinhofstrasse 10 6005 Luzern Tel. 041/319 60 00 Fax. 041/319 61 00 www.steinhof-pflegeheim.ch Redaktion: Paul Otte, Leitung Bruder Dominik Wick Anke Maggauer-Kirsche Sonja Schärli, Bildredaktion und Beartung, Layout/Gestaltung Rita Blättler, Lektorin Gastautoren: René Regenass, Thomas Bachmann Auflage:

1'600

Druck:

Brunner AG, Druck und Medien, Kriens

Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt Dezember 2013

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P. P. 6005 Luzern Post CH AG

„Wenn zwei Knaben jeder einen Apfel haben und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen. Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken.“ (Platon)

STEINHOF Pflegeheim Eine Institution der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf

Steinhofstrasse 10 6005 Luzern

Tel. 041 319 60 00 Fax 041 319 61 00

www.steinhof-pflegeheim.ch info@steinhof-pflegeheim.ch


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